Die Grünen

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Grüne laden Kriegsverbrecher*IN ein | Annes Transatlantiker-Talk | Assange-Schauprozess

Heute bei 451 Grad: Sevim Dağdelen gegen ein Politiker-Patriarchat und Vorverurteilungen. Zum Wohle der Umwelt verbünden sich Die Grünen mit einer Kriegsverbrecherin, und Julian Assange verteidigt sich in London. Ach, und Sarah Pagung ist heute auch mit dabei.
Es ist Sonntagabend, und das Event der Woche ist zum Greifen nah. Der große Fight um die Aufklärung des „Nawalny-Komplotts“ (ein Danke an den Spiegel für diesen Titel) und die Eroberung des Vereins Atlantik-Brücke steht in Berlin an. Analysieren wir die Sendung vom 06.09.2020, so gleicht das Studio einer Kampfarena. #AnneWill übernimmt den Part der Moderatorin und scheint es mit der Neutralität – zumindest wenn es um auswärtige Politik geht – nicht immer so genau zu nehmen. Schließlich ließ sie es zu, dass kaum für Chancengleichheit im Nord Stream 2-Ring gesorgt wurde und Schwergewichte und Transatlantiker wie Norbert Röttgen, Jürgen Trittin sowie Wolfgang Ischinger beherzt auf Sevim Dağdelen einschlagen konnten. Das tat schon beim Zuschauen weh. Immer feste mit der Rechten auf Die Linke. Sarah Pagung von der DGAP war auch da – nur der Vollständigkeit halber. Jedenfalls hinterfragte Frau Dağdelen die drohenden Sanktionen gegen Russland und die kritischen Äußerungen der Politik. Erst einmal Beweise offenlegen und eine faire Aufklärung erreichen, ist ihre Devise. Wer weiß, vielleicht hat ja sogar der Westen etwas mit dem #Giftanschlag auf Nawalny zu tun. Das hören Norbert „Euro-Kurs“ Röttgen, „Jab Jab“ Jürgen und „Die Biene“ Ischinger so gar nicht gern und strömen wie russisches Gas aus, um Sevim Dağdelen von allen Seiten in die Mangel zu nehmen. Wer den Ring wohl als Gewinner verlassen wird? Wir als Kommentatoren sind natürlich unvoreingenommen und gönnen jedem der Talkgäste bei Anne Will den Sieg. Ach ja, Sarah Pagung war auch da.
So, und wer jetzt meint, dass Jürgen Trittin schon genug dafür getan hätte, den Stern der Grünen zum Sinken zu bringen, den nehmen wir in der heutigen Episode mal auf eine kleine Zeitreise in die 1990er-Jahre mit. In eine Zeit, in der das Wort der ehemaligen amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright anscheinend noch etwas bedeutete. Wie eine Frau, die das Massensterben von Kindern als notwendiges Übel ansieht oder Menschen dazu drängt, den sogenannten „Friedensvertrag von Rambouillet“ zu unterschreiben, und unsere Umweltpartei zusammenpassen? Bei uns erfahrt ihr es. Und nur nebenbei: Vermutlich war Sarah Pagung bei diesem #NATOKriegsverbrechen auch irgendwo mit dabei. Gesehen haben wir sie nicht, aber was heißt das schon. Madame Albright sprach sich jedenfalls auf der Fraktionsklausur von Bündnis90/Die Grünen für einen dringenden Handlungsbedarf im Klimawandel aus. Doch können wir eine Person ernst nehmen, die nach ihren Handlungen und Aussagen in der Vergangenheit noch immer im politischen Geschehen aktiv ist?
Und zum königlichen Abschluss erzählt euch Arthur noch etwas zu #JulianAssange. Der WikiLeaks-Gründer muss sich seit dieser Woche vor einem Gericht in London verteidigen – und wie es aussieht, wird auch hier das Wort „Chancengleichheit“ nicht großgeschrieben. Oder was meinen Sie, Frau Will? Sind Sie nicht auch der Meinung, dass dies wohl kein fairer Prozess wird?

Die grüne Inquisition

Der zu Zeiten der Parteigründung saftig grüne Baum der Grünen ist mittlerweile entlaubt. Das dürfte für die kritischen Beobachter des politischen Zeitgeschehens nichts Neues sein. Deshalb war abzusehen, dass dieses in seinen Werten tote Geäst in der Corona-Krise neue giftige Früchte hervorbringen würde — zum Beispiel einen Grünen-Bundesvorsitzenden, der für die Impfpflicht und damit für das Ende der körperlichen Selbstbestimmung plädiert. Solche den ursprünglichen Werten der Grünen diametral gegenüberstehenden Positionen können sich selbsterklärend nur durchsetzen, wenn es eines nicht gibt: Widerspruch in den eigenen Reihen. Diese Erfahrung musste neben vielen weiteren Parteimitgliedern der Grünen auch der Verwaltungswissenschaftler und ehrenamtliche Initiator einer Free-Julien-Assange-Mahnwache Andreas Roll machen, als er auf Facebook frei von der Leber sprach und die Corona-Maßnahmen heftig kritisierte. Nun läuft ein Parteiordnungsverfahren gegen ihn.

Die neue Hackordnung – Tacheles #35

Der Artikel von Putin über den Beginn des Zeiten Weltkrieges hat sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen, von Zustimmung bis Ablehnung. Ein Grund für Röper und Stein, sich die Rede anzuschauen und danach zu fragen, warum Putin den Artikel geschrieben hat.
Außerdem gab es wieder jede Menge anderer Themen, wie die «Prinzipientreue» der Grüne, Neuigkeiten aus dem Korruptionssumpf von Joe Biden, den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen, den geplanten Corona-Impfstoffen und noch einiges mehr.

Links zur Sendung:

Putins Artikel
Zum Nachlesen https://www.anti-spiegel.ru/2020/uebe…
Zum Anhören https://www.youtube.com/watch?v=kz2Mh…

Was ist die «neue Jalta-Konferenz»?
https://www.anti-spiegel.ru/2020/aus-…

Manipulation in den Medien: Zufall oder Absicht?
https://www.anti-spiegel.ru/2020/klei…

Neue Telefonmittschnitte von Biden und Poroschenko
https://www.anti-spiegel.ru/2020/neue…
Für Hintergrundinfos hier der Link zur «Ukraine-Sendung», das Thema «Joe Biden und die Ukraine» beginnt ab Minute 25 https://www.youtube.com/watch?v=i-wfI…

Wie es 1999 fast zum 3. Weltkrieg gekommen wäre
https://www.anti-spiegel.ru/2020/12-j…

Wofür die Grünen NICHT stehen
https://www.anti-spiegel.ru/2020/fakt…

Die Kamikaze-Politik der EZB
https://www.anti-spiegel.ru/2020/auge…
Nach der Aufzeichnung der Tacheles-Sendung wurde dieser Artikel auch als Podcast veröffentlicht, hier der Link zum Anhören: https://www.youtube.com/watch?v=5S8vT…

Was sind Corona-Impfstoffe?
https://www.anti-spiegel.ru/2020/entw…

https://soundcloud.com/rubikonmagazin…

Achtung Falschmeldung

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Eilmeldung!!!! Merkel wird Spitzenkandidatin des Bündnis Grüne

Wie fast überall in der Natur wird das Weibchen vom Männchen zu ihrem Glück gezwungen.

 

Bild: pixabay.com CCO

 

Deshalb sind Verhältnisse wie in Freiburg, der spiegel berichtete, ja an und für sich biologische Verhältnisse, die nicht weiter aufregen sollten? Es kommt nur selten vor, dass das umgekehrt ist. (Quelle:nachrichtenspiegel.de)☺. Auch die Ereignisse in Chemnitz, wo ein Bürger von zwei Afghanen getötet wurde, sind in der Natur vollkommen natürlich und sollten nicht hochgespielt werden? Es geht eben um den Kampf ums Dasein. Daher sind die Verhältnisse, die die geschätzte Frau Bundeskanzler Merkel in Deutschland geschaffen hat, ja durchaus in einem zurück zur Natur zu verstehen.

Wenn Menschen trainiert wurden Widerstand gegen ein hirnloses Regime aufzubauen, was seit Jahren zunächst in Otpor in Serbien geschah (Quelle: sueddeutsche.de), und die dann noch zu Nahkämpfern durch Schulungen des Pentagons ausgebildet wurden (Quelle: taz), dann kann man die doch nicht nach Europa hereinlassen, wo so viele ohne ihr Hirn einzuschalten herumlaufen? (Quelle:nachrichtenspiegel). Doch ist es nicht genau umgekehrt? Ist nicht die in Otpor den Revolutionären gelehrte Strategie: http://Das Regime lächerlich machen, kreativ sein und Ausdauer beweisen: Die serbische Demokratie-Aktivistengruppe Otpor schult weltweit Oppositionelle – auch in Ägypten, Tunesien und Iran. gerade in Mitteleuropa, wo gerade so kurzsichtige Politik gemacht wird, genau die richtige Strategie? Brauchen wir nicht Menschen, die erfolgreich Umstürze in Ägypten und Tunesien, und Oppositionspolitik in Syrien gemacht haben, bei einer Elite, die uns mitten in einen fatalen Krieg mit Russland hineinführt? (Quelle:defensenews.com).  Das heißt lächerlich machen, muss man die derzeitigen Entscheidungsträger-innen nicht? Sind sie das nicht schon? Doch zum Umsturz hat es bei einer Erziehung, die folgsame Schafe erzeugt, bis jetzt noch nicht gereicht. Doch vielleicht können das die erfahrenen Nahkämpfer aus Süd und Ost ja viel besser als wir, die wir selbst ja nur im Gewaltfreien Widerstand geschult sind???

Da die Frau Bundeskanzler sowohl bei der Bundestagswahl, als auch bei den folgenden Landtagswahlen Rekordergebnisse erreicht hat, wird sie natürlich auch die weiteren drei Jahre noch im Amt bleiben. Allerdings wechselt sie im fliegenden Wechsel zu den Grünen, die ihre Politik scheinbar doch besser verstehen können, als die CDU.

Die Erfolge ihrer Politik sind allerdings wirklich herausragend:

Besonders erwähnen sollte man ihren unermüdlichen Einsatz für den Frieden. (Quelle:spiegel.de). Vor allem in Europa: (Quelle:spiegel). Die Ursache für die Spannungen liegt sicher bei Russland und nicht bei Soros. (Quelle:cnn.com). SOROS: Well, I set up a foundation in Ukraine before Ukraine became independent of Russia. And the foundation has been functioning ever since and played an important part in events now.☺Meinte er einige Monate nach dem Euromaidan, der nach einem nicht verfassungsmäßigen Umsturz, zu anhaltenden Spannungen des Westens mit Russland führte. Es ist dem Westen erfolgreich gelungen, die sonst aussterbende Minderheit der Ex-Sowjetischen-jetzt wirtschaftlichen Elite des Landes unter bleibenden Naturschutz zu stellen. (Quelle:süddeutsche.de und nachrichtenspiegel.de). Auch konnten die derzeit staatlichen Felder der insolventen Ukraine für Monsanto und Co erfolgreich reserviert werden. (Quellen:Ostinstitut , heise.de, die Zeit). Das wird wieder die Firma Nestle freuen, da das Grundwasser der Ukraine, als Trinkwasserreserve der Menschen dort, durch intensive Landwirtschaft unbrauchbar wird. So kann eben die FA Nestle ein gutes Trinkwassergeschäft machen. So hilft einer dem anderen für eine bessere ökologische Welt. Siehe dazu auch: infosperber.ch

Auch ihr Einsatz für die Ökologie Deutschlands ist beachtlich☺: (Quelle:oekologischer-fussabdruck-und-biokapazitaet). Das heißt es bleibt Angela bei den Grünen noch über viele Jahre sehr konstruktive Tätigkeit, auf diesem Gebiet.

Auch in der Frage der Armutsbekämpfung hat Angela unbeschreiblich viel geleistet☺: (Quelle:spiegel.de/millionen-menschen-in-deutschland-an-der-armutsgrenze).

Auch in Südeuropa ist die Hilfe der Bundesregierung sehr effektiv. Es wurden die ganz großen Firmen ausgespart und die Reformen auf Kosten der Rentner, der normalen Bürger und des Mittelstandes durchgeführt.(Quelle:sueddeutsche.de und http://www.ralf-brauksiepe.de/fileadmin/Fraktion/fd150130.pdf .Unter anderem muss sie-die griechische Regierung (Anmerkung des Verfassers), garantieren, dass die Reichen auch Steuer zahlen„.

Der durch Angela Merkel still und heimlich immer mehr gestärkte Wirtschaftsliberalismus, der den Mittelstand und die Armen noch mehr verarmen lässt, gemeinsam mit einer unkontrollierten Einwanderung führt zu Harmonie, Sicherheit, Toleranz und Menschenfreundlichkeit in Europa? (Quelle: NZZ). Ja eine Spaltung zwischen rechts und links wird gerade durch eine solche  kluge Voraussicht absolut im Keim erstickt? Zuerst Revolutionen aufbauen, Waffen verkaufen, dann fünf Jahre lang die Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern in Nahost verrecken lassen und dann sagen, kommt alle zu uns, auch ohne Papiere?

Zum einen hat sie den Wirtschaftsliberalismus eben gestärkt. Hat sie manches, was sie in der  Vergangenheit, die sie in der DDR, im Sowjetsystem gelernt hat, doch erfolgreich anwenden können? Oder war sie daran so gewöhnt, dass sie alles kritiklos hingenommen hat? 2015 bekamen alle Asyl, auch ohne Papiere und Edward Snowden, der seine Karriere, wegen der Veröffentlichung der Wahrheit seine Karriere aufgegeben hat, der bekommt nicht Asyl? Folgen hat die Information, die Snowden uns weitergegeben hat allerdings überhaupt keine gehabt. Es besteht weiterhin eine Überwachung, die die der Sowjetüberwachung um Potenzen übersteigt. Des weiteren gibt es  Polizeigesetze in Bayern, wo unbescholtene Menschen, ohne Gerichtsurteil inhaftiert werden können, ein geplantes Wahrheitsministerium und vieles mehr. Und noch eines hat sie mit Größen aus dem Sowjetsystem, wie Erich Honecker gemeinsam: Einen Hang den Lebensabend in Südamerika zu beschließen? (Quelle:news for friends).

Das heißt Angela hat nicht nur in Deutschland Großartiges geleistet, sie hat auch Europa, im Gegensatz zu ihren Vorgängern, in eine Rüstung- wirtschaftlich sehr spannende Konfrontation mit Russland gebracht☺?

Eigentlich gebührt ihr der Friedensnobelpreis☺☺☺. (Quelle:welt.de/politik/Friedensnobelpreis-Da-ist-Merkel-ein-heisser-Tipp. Und orf.at). Doch was hat das jetzt mit dem Titel zu tun? Ökologisch sollte man doch das Übel an der Wurzel packen und beseitigen? Das ist doch klar? Und da der Mensch die Wurzel der weltweiten Umweltverschmutzung ist, so wird doch eine überzeugte Ökologin, Physikerin oder was auch immer, klar sehen, dass diese Wurzel, eben die Menschheit, eben durch einen Atom-Weltkrieg beseitigt werden sollte? Ökologisch ganz einfach konsequent und geradlinig? Wir schaffen das!!!  

P.S: Warum schreibe ich so locker über diese Dinge? Zunächst habe ich eine Versicherung bei der Münchner Rückholversicherung gegen Schäden durch einen Atomkrieg abgeschlossen. Die hat sogar sehr undurchschaubare Schäden am WTC komplett bezahlt. Die zahlt sicher auch den Weltuntergang? Beziehungsweise den Untergang der Menschheit, denn nach einem atomaren Weltkrieg ist es sehr fraglich, ob wir Menschen auf diesem Planeten noch existieren können? Des weiteren habe ich mich an einem Bunker anteilsmäßig beteiligt, damit ich für alle Fälle gerüstet bin. Dort komme ich wahrscheinlich dann nicht mehr heraus, denn die Erde ist sehr lange verstrahlt, doch zumindest habe ich hier alles versucht. Dann habe ich mit seiner Heiligkeit Franziskus ausgemacht, dass ich oben im Himmel ein sehr schönes Zimmer bekommen werde. Das kostet oben zwar ordentlich Miete, aber was tut man nicht für sein Seelenheil? So rasch könnten wir also im Himmel sein? Und da soll noch jemand sagen, die herrschenden Kräfte bringen uns nicht erheblich dem Licht näher?

Denn wenn uns jemand hinter das Licht führen will, so könnte das für uns ja ein großartiges Training unserer Fähigkeiten sein, die Wahrheit zu erkennen? Eine Schulung, die man vielleicht durch nichts ersetzen kann? Wenn uns jemand wiederholt immer wieder die Unwahrheit sagt, dann kann das für den, der die Unwahrheit sagt, so sein, dass er selbst die Unwahrheit glaubt. Doch für den, dem die Unwahrheit gesagt wird, kann das nicht nur eine Willens und Gedankenschulung sein, sondern er kann sogar seinen Humor dadurch schulen!?

DIE GRÜNEN – das verdiente Ende einer überflüssigen Partei

Freitag, 29.4.2017. Eifel. Ja, was waren das für Zeiten – Ende der siebziger Jahre. Die Gesellschaft war im Umbruch. Ganz große treibende Kraft: die Musik – besonders die „Negermusik“ mit „Stromgitarren“. Aber es gab noch mehr: ein Erwachen an Spiritualität, an Verantwortungsgefühl für den ganzen Planeten, zunehmen mehr Menschen wurde klar: es ist unwichtig, ob die Fabrik vom kapitalistischen Ausbeuterbaron der Union oder vom Kommissar der KPD geleitet wird: die Fabrik musste weg, sie verseuchte den Lebensraum ganzer Generationen. Es war ja damals auch eine gefährliche Zeit: gegen Kapitalismus zu sein war verboten und führte per Berufsverbot schnell zur Arbeitslosigkeit, überhaupt war echtes „links-sein“ gefährlich, damals war man dann sofort ein „RAF-Sympathisant“ so wie man heute bei jeder Kritik an staatlichem Handeln ganz schnell „rechts“ wird (…also ob „links sein“ in diesem Land jeweils „gut“ war). Darum war es elegant, den Protest gegen die Nato, gegen die Atommeiler, gegen die grassierende Umweltzerstörung auf einer bislang unbeobachteten Flanke durchzuführen: dem Kampf um die Umwelt. Das verunsicherte das Establishment (das sich gerade positionierte, um die Oberherrschaft über die Musikkultur wieder zurück zu gewinnen – was heute zu 95% gelungen ist), war man sich doch nicht klar, ob „Umweltschutz“ nicht vielleicht doch irgendwie „antiamerikanisch“ war – oder vielleicht sogar irgendwie „links“.

Man konnte derzeit interessante Beobachtungen machen: es ging das Gerücht herum, dass Wale intelligent seien … und die Aktivitäten des Greenpeaceschiffes wohlwollend begleiteten. Die große Liebe meines Lebens brach damals zu einer Wochenendreise zu einem Bauernhof auf (heute würde man sagen: Öko- oder Biohof), wo der Kohl nach Mondzyklen gepflanzt wurde: ich war sehr interessiert an den Ergebnissen – leider starb mein großer Schwarm auf dieser Reise bei einem Autounfall – kam nie am Zielort an. Es gab diese erstaunlichen Berichte vom schottischen Dorf Findhorn, wo Biologen und Theologen aus aller Welt anreisten, um einem Mysterium auf die Spur zu kommen: auf kargstem Boden wuchsen dort Riesenkürbisse … weil man mit Naturgeistern sprach. Der amerikanische Ethnologe Carlos Castaneda brachte der Welt die spirituelle Sichtweise indigener Völker nach (wobei es egal ist, ob er es selbst erlebt hat oder es eben nur aus den alten Schriften über die Indianer herausfilterte), in Deutschland reagierte die wissenschaftliche Welt positiv auf diese Veröffentlichungen, mit seinen Werk „Der Wissenschaftler und das Irrationale“ vereinte Hans-Peter Duerr Dutzende von Wissenschaftlern, die Beobachtungen gemacht hatten, die das materialistische Weltbild des Kapitalismus massiv in Frage stellten – und so seine Wurzeln angriffen. Es ging nicht nur um ein „kleines bischen Umweltschutz“ (Dosenpfand) – es ging um eine ganz andere Art zu leben, eine Art, die den nichtmenschlichen Lebewesen auf diesem Planeten auch noch eine Chance gab, das nächste Jahrtausend zu überstehen.

Es gibt sie auch heute noch, diese Informationen, die unser pseudowissenschaftliches, kapitaldogmatisches Weltbild in Frage stellen – zum Beispiel die Existenz von Pilzen, die zwei Milliarden Jahre älter als erlaubt sind und ohne Licht und Sauerstoff überleben konnten (siehe Grenzwissenschaften) … was zeigt, das älteste menschliche Vorstellungen von „Leben“ als eigenständigem Element (in China neben Feuer, Wasser, Erde und Luft als „Holz“ beschrieben) der Wahrheit näher kommen als der barbarische Steinzeitmaterialismus der Moderne, der aber unabdingbar zum Betriebssystem des umweltvernichtenden Kapitalismus gehört. Was aus diesem Fund folgert? Nun – wir dürfen mit einem Universum voller Leben rechnen, dass sich überall – aus eigener Kraft – manifestiert. Da wir ein sehr junger Planet sind, wird es wahrscheinlich, dass „dort draußen“ Zivilisationen existieren, die Milliarden von Jahren älter sind als wir – und deren Technik uns so unbegreifbar ist wie dem Neandertaler ein I-Phone. Ja- damals behandelten wir im Philosophiestudium die Intelligenz von Walen und Delfinen – gemäß den Definitionen der Philosophie waren sie als intelligent anzusehen, gemäß den Definitionen des Kapitalismus waren sie nur verwertbare Biomasse … woran Sie schon jetzt erkennen können, welche Qualifikationen ein Biologe haben muss, um eine Festanstellung in der Industrie zu bekommen.

Aus dieser gewaltigen, die ganze Republik umfassenden Gegenbewegung erwuchsen bald die GRÜNEN – eine Partei, die der politische Arm der alternativen Kultur sein sollte, eine Partei, die den Satz „Mehr Demokratie wagen“ (Willy Brandt, SPD) in die Realität umsetzen wollte: Basisdemokratie war gefragt, alternativ zu Ämterhäufung und Machtkonzentration.

Und heute – 37 Jahre nach ihrer Gründung: sind die Grünen am Ende. Es ging schnell. Innerhalb nur eines Jahres verloren die Grünen zwei Drittel ihrer potentiellen Wähler, aktuell drohen sie aus den ersten Landsparlamenten (NRW) zu fliegen. Die Hälfte der deutschen Wähler könnte insgesamt ganz auf die Partei verzichten (siehe Mopo) – und schaut man genauer hin, versteht man auch warum (siehe Basisgruen):

„Zu Beginn machten Studenten einen Großteil der Grünen aus. Daher galt die Partei nach ihrem Einzug in verschiedene Landesparlamente und den Bundestag als Nachfolger der sogenannten Außerparlamentarischen Opposition (APO) auch 68er-Bewegung genannt. In den Anfangsjahren sahen auch viele Erwerbslose und Hausbesetzer ihre Interessen von den Grünen vertreten.

Heute stellen Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes mit rund 45 Prozent fast die Hälfte aller Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen. Hinzu kommen jeweils etwa ein Viertel Freiberufler und Angestellte. Lediglich vier Prozent stammen aus der Arbeiterschaft.“

Die Grünen sind … die Partei der Staatsdiener geworden. Eine Partei von Bessermenschen, deren Mitglieder vor allem eins im Sinn haben: aus der Position der wirtschaftlichen Gewinner des Kapitalismus heraus andere als unvollkommene Untermenschen zu definieren, weil sie Fleisch essen, Diesel fahren oder kein Haus mit steuerlich subventionierten Solarzellen auf dem Dach haben … und kein Geld für Einkäufe im Bioladen (siehe Bpb):

„Seit Gründung der GRÜNEN hat sich das Alter ihrer Wählerschaft geändert: Von 80 Prozent ist der Anteil der unter 35-Jährigen auf 10 Prozent gesunken. Auch die soziale Zusammensetzung hat sich gewandelt. Die Wähler der Partei haben überdurchschnittlich hohe Einkommen und sind vornehmlich im Dienstleistungs- und Bildungsbereich beschäftigt.“

Koalitionen mit dem „Klassenfeind“ – der Banken- und Kapitalpartei CDU – sind inzwischen nicht nur möglich, sondern sogar ausdrücklich erwünscht – und sie funktionieren auch gut … wie man in Hessen und Baden-Würtemberg sieht.

Die Ergebnisse grüner Politik? Das größte Artensterben seit den Dinosaueriern (siehe ntv), wobei als Ursache gerne „der Mensch“ genannt wird – und nicht der Moloch Kapitalismus mit seiner eindimensionalen „Macht-euch-die-Erde-untertan“-Wissenschaft. Menschen an sich – das beweisen die indigenen Stämme – können sehr wohl mit der Natur in Einklang leben; wo Natur jedoch nur aus geistlosem Urschlamm hervorgekrochene Biomasse ist,  kann man bedenkenlos frei schalten und walten: völlig ohne Hirn und Verstand. Das Umweltbundesamt sieht inzwischen das Artensterben noch nicht mal mehr als Problem an, in seinen Datensammlungen (siehe Umweltbundesamt) sucht man vergeblich nach dem Feldhamster – so vergeblich wie auf unseren Feldern. Unglaublich, oder? Es dreht sich alles nur noch um das Einfamilienhaus des Grünbonzen: es will für sich möglichst saubere Luft, gesundes Essen, ein feines Gewissen und einen SUV der Marke Audi – uninteressant sind die 1,7 Millionen Kinder, die jedes Jahr an Luftverschmutzung sterben (siehe Zeit), die Tatsache, dass unsere Umweltgifte jetzt schon in 10000 Metern Tiefe die Fische vergiften (siehe Zeit) oder das der kapitalistische Lebensstil selbst einzig und allein Ursache für das ökologische Desaster ist und zu neuen Herrenmenschentypen führt, wie wir sie aus der Kolonialzeit kennen (siehe Zeit):

„Je freizügiger und egozentrischer sich die Abkömmlinge der konsum- und technikaffinen Kulturen aufführen, desto überlegener dürfen sie sich fühlen, und desto gedemütigter stehen die Zurückgebliebenen da. Kulturen, die an traditionellen, zumal religiösen Maßstäben ausgerichtet sind, verlieren jeden Schutz davor, ihren Modernisierungsrückstand vorgeführt zu bekommen“

Der pseudogrüne Herrenmensch zeigt sich als besonders widerlicher Verwandter des alten Kolonialherren und seines Schwagers, des Industriebarons. Er sieht sich gerne in der Rolle als Ankläger und Lehrmeister der ganzen Nation, jagt die Fleischesser mit besonderer Niedertracht … vergisst aber ganz zu erwähnen, dass die Zustände in der Massentierhaltung im Prinzip erstmal nichts mit dem Fleischkonsum zu tun haben, sondern mit der industriellen Mechanisierung der Nahrungsmittelproduktion. Hier würde man aber die Wurzeln das Kapitalismus angreifen … wer möchte das schon wirklich. Nachher streichen die Arbeitgeber wohldotierte Pöstchen für verrohte Grüne. Verroht? Ja – das kommt von der Ex-Grünen Jutta Ditfurth, die die Grünen als „Partei der vorrohten Mittelschicht“ ansieht – und uns darüber aufklärt, warum das so ist (siehe Spiegel):

„Die Täuschung irgendwie „anders“ zu sein gelingt nur, weil die heutigen grünen Wähler getäuscht werden wollen und selber täuschen. Die Grünen sind die Partei der gehobenen und auch der verrohenden Mittelschicht. Man attestiert sich wechselseitig ein alternatives Image. Mittvierziger in gutbezahlter Position mit zwei Kindern, Eigenheim, Vermögen, Aktien und regelmäßigen Flugreisen, die die Grünen wählen, weil sie schick sind, werden sich von mir nicht davon überzeugen lassen, dass die Grünen keine soziale Partei sind, weil sie das gar nicht interessiert.“

Wir erfahren sogar noch mehr von den Dimensionen des grünen Verrats an den eigenen Idealen … und dem knallharten Willen unserer Leitkultur, alle politischen Alternativen in Europa umgehend zu kontrollieren:

„Özdemir war 2002 nach der Bonusmeilen-Affäre und dem Skandal um einen Privatkredit, den er von dem PR-Berater Hunzinger bekommen hatte, eine Zeitlang aus der deutschen Öffentlichkeit verschwunden. Er war in den USA, gefördert vom German Marshall Fund, und hat eine Art Zusatzausbildung gemacht. Danach folgte der steile politische Aufstieg – und plötzlich sitzt er in allen möglichen Gremien, die immer etwas damit zu tun haben, wie sich Europa und Deutschland zu den USA verhalten. Im Oktober 2010 veröffentlichte Wikileaks rund 400.000 Geheimdokumente zum Irak-Krieg. Das fand Cem Özdemir ethisch bedenklich. Aber die Grünen waren mal für Transparenz!“

Klingt irgendwie nach „Verschwörungstheorie“ … allerdings ist „Verschwörungstheorie“ ja nur ein Terminus Technikus für „verbotene Wahrheiten“ – an die wir uns längst gewöhnt haben. Noch eine Wahrheit aus dem Hause Ditfurth (… die ja selber gerne Verschwörungstheoretiker jagt)? Gerne, aus gleicher Quelle:

„Ich habe die Einflussnahme der US-Regierung auf hiesige Politiker ja selbst erlebt: Als ich Bundesvorsitzende der Grünen war, wollte das US State Department Kontakt zu mir aufnehmen. Ich sagte: kein Interesse. Bei meiner Vortragsreise 1987 durch die USA haben sie es trotzdem versucht. In der Georgetown University in Washington stand ich plötzlich vor einem geladenen Publikum – darunter jede Menge Uniformträger und CIA-Mitarbeiter. Wir haben uns lautstark gestritten – ein ehemaliger Stadtkommandant von Berlin brüllte los: „Wenn wir gewollt hätten, hätte es die Grünen nie gegeben!“ Mein Gastgeber von der Universität versuchte nach der Veranstaltung, mich dazu zu überreden, an einer Studie über die Grünen mitzuschreiben. Da hätten auch schon andere Grüne zugesagt – „gute Freunde“ wie Otto Schily und Lukas Beckmann.“

„An einer Studie mitschreiben“ heißt auf Deutsch: Geld nehmen. Jetzt führt der Mann mit der unklaren Anbindung an ausländische Machtapparate die Grünen … und es wird einem fast schon übel, wenn man liest, wo er sich so herumtreibt (siehe Deutsch-türkische Nachrichten):

„Cem Özdemir gehört zu den wichtigsten deutschen Unterstützern der neokonservativen US-Denkfabrik „Project for a New American Century“ (PNAC). Die wichtigsten Mitglieder des PNAC sind unter anderem Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz oder auch der Ex-CIA-Chef James Woolsey.“

Was man da nicht alles erfährt: Abschaffung des Kündigungsschutzes – für Grüne kein Problem, Abschaffung des Antidiskriminerungsgesetzes – Grüne voll dabei; Jagd auf Wikileaks – der Cem ist ganz vorne mit dabei – zum Schutz der geopolitischen Ziele der USA … weshalb der gute Cem auch mit dem Baron von Guttenberg einer Meinung war, dass Deutschland sich an der Zerstörung des lybischen Staates hätte beteiligen sollen.

Er tritt damit in die Fußstapfen eines ganz großen Grünen – Joschka Fischer – der die Grünen in den Krieg gegen die Armen im In- und Ausland geführt hat, einen Krieg, den der deutsche abhängige Eigenheimbesitzer nur zu gern führt, hält er ihm doch die lästige Konkurrenz vom Markt: im Ausland wurde Jugoslawien bombardiert (begleitet durch eine kriegslüsterne Medienkampagne in Deutschland, die auch mal zu platten Lügen griff – siehe Nachdenkseiten), im Landesinneren wurde der Krieg „Reich“ gegen „Arm“ vom Zaun gebrochen, in dem man einfach mal den Spieß umdrehte und den Arbeitslosen selbst dafür verantwortlich machte, dass sein Stahlwerk abgebrochen, seine Autofabrik geschlossen oder seine Drogeriekette bankrott gegangen war. Er selbst war auf einmal verantwortlich dafür, dass die Konzerne lieber Kinderarbeit in Asien in Anspruch nahmen anstatt Qualitätsarbeit aus deutschen Landen: der grüne Herrenmensch brauchte keine Arbeiter, er wurde ja von den Herren gewählt, die peinlich darauf achteten, sich ein Werteuniversum zu schaffen, in dem sie – vegan, kosmopolitisch, amerikagläubig – die Krone der Menschheit darstellten.

Ja – Joschka Fischer, der sich einer „strategischen Partnerschaft“ mit Madelein Albright rühmt (siehe Stern), jener Frau, die den Tod von 500 000 iraktischen Kindern für „akzeptabel“ hät (siehe Fembio) und von Professoren in den USA selbst als Kriegsverbrecherin gehandelt wird (siehe claremontindipendent): kein Problem für einen echten Grünen von Schrot und Korn, der bis heute nicht gegen die Aussage des RWE-Chefs vorgegangen ist, dass er ihn gekauft hätte (siehe Stern, wie oben). Für solche Grünen – die den Menschen im allgemeinen als das große Übel des Planeten ansehen – sind Massen von Toten nur gut für die Umwelt – wenn es denn ungrüne Untermenschen sind, die ihren Müll nicht ordentlich trennen und kein Geld für den grünen Bioladen haben.

Selbst aktuell erleben wir heute die andere supergrüne Führungskraft – Katrin Göring-Eckhard – als äußerst klassenkämpferisch … wahrscheinlich, ohne dass sie es noch selbst bemerkt (siehe Tagesspiegel):

„Ich habe dafür gekämpft, dass das Schulessen in die Hartz-IV-Pauschale aufgenommen wurde. Das hatte zur Folge, dass das Essen nicht mehr vom Amt bezahlt werden musste, sondern von der Familie. Leider meldeten daraufhin viele Eltern ihre Kinder vom Schulessen ab. Kinder wurden dadurch ausgegrenzt. Das war für mich eine bittere Erfahrung.“

Nun – der Hartz-IV-Abhängige ist durch reine Not gezwungen, streng betriebswirtschaftlich (wie jeder Unternehmer) zu handeln: Schulessen ist teuer (bis zu 3,90 Euro pro Mahlzeit – siehe Der Westen) … das Mittagessen allein würde den Regelsatz für Kinder (2,90 Euro am Tag) weit übersteigen, der Arbeitslose hat aber nicht nur den grünen Gnadenakt zu bedienen, sondern auch für Frühstück und Abendbrot seiner Kinder zu sorgen. Zu hohe Mathematik für die abgebrochene Theologiestudentin – aber lebensnotwendige Handlung für die Entscheider und Finanzverantwortlichen in der Bedarfsgemeinschaft. Aber man darf ja auch „bitter“ reagieren und den Armen so einfach mal ein hohes Maß an Asozialität unterstellen … weil man dank staatlicher Subventionierung ganz oben auf der Leiter steht.

Klar gäbe es noch grüne Politikfelder, die zu bearbeiten wären. Umweltschutz, zum Beispiel. Doch dafür ist die Lehrerpartei einfach zu blöde – um es mal deutlich zu sagen. Ja, es gibt ein Fahrverbot der schwarz-grünen Landesregierung für Diesel in Stuttgart, um die Feinstaubwerte zu senken (siehe Zeit). Das Schiffsdiesel jedes Jahr 60000 Menschen töten und allen die 15 größten Dieselqualmer mehr Schwefeldioxyd produzieren als alle Autos der Welt zusammen (siehe 20minch) – uninteressant. Arme haben keine Schiffe. Dass man ohne Dieselautos in Deutschland das Klimaziel unmöglich erreichen kann (siehe Spiegel): unwichtig, dass Dieselautos deutlich weniger vom seltenen Rohstoff Öl verbrauchen: egal, Hauptsache, es lebe der selbstherrliche grüne Aktionismus, der uns schon das Dosenpfand eingebracht hatte.

Zu Zeiten, wo selbst Regierungsmitglieder vor einer drohenden Oligarchie der Reichen reden (siehe Tagesspiegel), wo der Finanzwirtschaft Billionengeschenke des Steuerzahlers zu neuen Höhenflügen durch Gratisspielgeld verhelfen (siehe Spiegel), wo eine gezielt von oben angekurbelte Inflation (siehe Tagessschau) eine breitflächige Enteignung von Armen befördert, wo Feministinnen bemerken, dass die vielgeliebte Abtreibung zu einem neuen Euthanasieprogramm (zur „eugenischen Selektion“) verkommen ist (siehe Standard), dass – seltsamerweise – die Kinder der Amish in den USA … ohne Impfung … deutlich gesünder leben (ohne Allergien!) als ihre Zeitgenossen (siehe Epochtimes) und inzwischen 40 Prozent der Arbeitnehmer keine Vollzeitstelle mehr haben (siehe Spiegel) gäbe es genug Themen … weit jenseits jenes „Elektroautos“ der NRW-Grünen, das sich bei genauerem Hinsehen auch als Trugschluss erweist (siehe Tagesanzeiger) … mal abgesehen davon, dass sich kaum einer (außer Joschka Fischer) so ein Gefährt für 170000 Euro leisten kann (siehe Teslamotors).

Es wird also dringend Zeit, dass die grüne Lüge in der Versenkung verschwindet – und Platz macht für echte, bürgernahe, realitätsbewusste humane Alternativen, die nicht vom Umweltschutz sondern für den Umweltschutz leben wollen. Alternativen gibt es schon – zum Beispiel die Humanistische Friedenspartei, die echte, zeitgemäße „grüne“ Politik macht – oder die Bewegung „Demokratie in Bewegung„, die sogar zur Bundestagswahl antritt und das alte basisdemokratische Element wieder aufleben läßt.

Was immer die auch bringen: alles wird besser sein als die grüne Lügenpest, über deren Ableben vor allem SPD und CDU erschrocken sind: sie verlieren ihren besten und treuesten Partner. Und echte Alternativen sind dringend nötig: ein Drittel aller Arten sind allein in Deutschland vom Aussterben bedroht (siehe Zeit), nach dem Insektensterben („Der Trend geht zur sauberen Frontscheibe“ – siehe FAZ) folgt nun das große Vogelsterben (siehe bund) – Fakten die zeigen, wie überflüssig, nutzlos und sogar schädlich der grüne Häuslebauer und seine Partei für dieses Land und diesen Planeten geworden sind.

 

 

 

 

 

Margarete Bause, DIE GRÜNEN – Rufmord gegen den Nachrichtenspiegel. Oder die Frage: was ist eigentlich „links“?

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Mittwoch, 15. Juni 2016. Eifel. Ja, es gab hier keine kleine ungewollte Pause meinerseits. Ein Jahrzehnt nach den „rot-grünen“ Reformen entwickelt sich Deutschland – streng nach Maßgabe von McKinsey – zurück zu einem Dritte-Welt-Land: zum ersten Mal seit 56 Jahren durfte ich erleben, wie es ist, eine Woche ohne Telefon und Internet zu sein. Hat es so etwas je gegeben in diesem Land? Klar – das gibt es immer häufiger: wird erstmal der Strom abgestellt, wird es auch mit der elektronischen Kommunikation schwierig, das erleben immer mehr Menschen in Deutschland. Nicht nur ich war betroffen: über 1000 Haushalte im Umkreis durften erleben, was „Krisenmanagement“ in einem dank McKinsey und Renditewahn maximal verschlankten Privatkonzern bedeutet – da geht dann eben gar nichts mehr. Schuld war – vielleicht ein Gewitter. Nun – es bedurfte mehr als ein Dutzend Telefonate (mit Prepaidhandy), bis ich überhaupt die Auskunft bekam, dass eine „Massenstörung“ vorlag, über die „die Techniker nicht gerne reden“. Wer redet denn auch gerne darüber, dass auch die Telekom sich wie jeder andere Privatkonzern (oder der Staat bei der Arbeitslosenversicherung) verhält – renditemaximierend, was heißt: fleißig kassieren, aber nicht liefern.

Es ist viel geschehen in der Zeit, viel, zu dem ich gerne etwas geschrieben hätte. Einiges wird hier noch nachzuarbeiten sein, allein die Anschläge in Orlando zeigen, das ultrarechtes Politikverständnis wieder zu Taten motiviert, die grauenvoll sind: der „Andere“, der „Fremde“, der „Außenseiter“ wird wieder radikal ausgemerzt, weil er kein Recht auf Leben hat – jedenfalls nicht in den Augen seiner selbsternannten Feinde.

Was aber noch geschah: es gab einen Rufmordangriff gegen den Nachrichtenspiegel, er bezog sich auch einen älteren Artikel von mir:

„Wir freuen uns über eine aktive und lebhafte Diskussion. Verlinkungen auf Blogs der neuen Rechten, die gegen unsere Netiquette verstoßen, werden jedoch nicht geduldet und wurden dementsprechend entfernt.“ 

Zu finden beim Facebookauftritt von Margarete Bausem, Fraktonsvorsitzender der Grünen im Bayrischen Landtag (siehe Facebook). Ein Leser hatte ihn dort verlinkt. Zugegeben, der Titel des Artikels „Die Grünen – der letzte Dreck“ (siehe Nachrichtenspiegel) ist wie üblich etwas drastisch gewählt. Da ich mir Gehör verschaffen möchte im Meinungsbildungsprozess der Republik und dies nicht dank der Arbeit meiner Vorväter erhalten kann (die haben mir leider keine Zeitung hinterlassen, dafür selbst gebaute Möbel), wähle ich lieber aufregende Titel als langweilige, gerne auch mit Emotionen untermalt – und als einer jener, die im DFG/VK, in der Bürgerintiative Umweltschutz, in der alternativen Zeitschrift Holzwurm (die „Zeit“ hat uns 1982 mal erwähnt: als „Hinterwäldler“ und „Plärrer“, siehe Zeit – wobei ich doch merke, dass der Eifelphilosoph einer gewissen Tradition treu geblieben ist), im antifaschistischen Aktionsbündnis und diversen anderen alternativen Projekten aktiv war und somit zu den Aktiven jener Bewegung gehörte, aus denen später die „Grünen“ wurde, erlaube ich mir auch das Recht, hier drastisch zu formulieren.

Was enthielt der Artikel?

Nun – einfach nur eine Sammlung von Fakten zu den „Grünen“, wie üblich aus „deutschen Qualitätsmedien“. Es ging um Grüne, die zur AKW-Lobby gewechselt sind, als Lobbyisten bei „Mars incorporated“ landeten, als Berater bei Siemens, BMW, RWE aktiv sind oder sich vom deutschen Zigarettenverband bzw. der Pharmaindustrie anwerben ließen – Menschen, die ihr politisches Mandat zum persönlichen Vorteil gebrauchten und so die „Basis“ verrieten. Nun – mit Verrat an der Basis haben die Grünen Erfahrung. Nur langsam sickert die Erkenntnis durch, dass die Friedensbewegung mit den Grünen eine bellizistische – also kriegstreiberische – Partei geschaffen hat – dank ganz besonderem „Personal“. Der Artikel zitiert eine Studie, die ich hier gerne noch mal bringe, weil sie aktuell bleibt (siehe Matthias Künzel):

Auf der einen Seite ist die Faktenlage über Deutschlands Rolle im Vorfeld dieses Krieges ganz eindeutig. Hier kommen Brigadegeneral Loquai, der kürzlich vom IPPNW für seine Studie über den Kosovo-Krieg geehrt wurde und und der aus dem Inneren des OSZE-Apparats heraus analysierte und mein Buch, dass von außen an diesen Konflikt heranging und besonders die einschlägigen englisch-sprachigen Publiktionen rezipierte, zu ein und demselben Schluß: „Zu einer Zeit“, schreibt General Loquai und ich stimme ihm darin zu, „als die anderen Nato-Mitgliedsländer noch nicht daran dachten, machte sich die deutsche Politik zu einer Speerspitze für einen direkten militärischen Einsatz im Kosovo.“

Ja – „rot-grün“ ist nicht „nur in den Krieg hineingezogen worden“ – sie waren die treibende Kraft hinter dem ersten Auslandseinsatz deutscher Soldaten seit Hitler.

Im Weiteren schrieb ich über den Herrn Kretschmann: ein begeisterter Fan der „Löwendivision“ und Freund der Bundeswehr, deren Jugendoffiziere er gerne in Schulen sieht, wo er erstmal 11600 Lehrer abgeschafft hat. Dafür will er satellitengestützte PKW-Maut – wodurch man jedes Auto gezielt überwachen kann. Ja: so ein echer Grüner ist ein professioneller Wendehals. Dies zu verlinken, verstößt jedoch gegen die „Netiquette“. Habe mir die mal angeschaut (siehe Bause/Facbook): bin weder fremdenfeindlich, noch rassistisch, noch diskriminierend, noch persönlich beleidigend (gut – „der letzte Dreck“ – ist nicht gerade freundlich – aber nichts im Vergleich zu den Leichen, die der Bombenfischer im Kosovo hinterlassen hat – oder der Hartzfischer in dem von ihm selbst erstmal definierten, geschaffenem und in Szene gesetzten „Prekariat“). Der Link hatte einen eindeutigen Bezug zur grünen Partei (die man als solche wohl nicht beleidigen kann), wurde nicht penetrant wiederholt und mir war klar, dass ihn alle lesen können. Sehe da also keinen Verstoß gegen die Netiquette – es sein denn, es gibt noch eine geheime: wer nicht die Grünen und ihre Funktionäre bejubelt, soll draußen bleiben.

Was aber diskriminierend ist: die öffentliche Beschreibung dieses Blogs (und seines Autors sowie die anderen frei schaffenden Akteure) als Teil der (ominösen) „neuen Rechten“. Gut – es war nicht Frau Bause selbst, es war ihr „Team“ – nehme mal an, die üblichen teilgebildeten Praktikanten der „Generation Y“, die gerne mehr Flüchtlinge aufnehmen, damit die Regierung endlich echte Jobs für sie schafft.

Ja, der Autor dieses Artikels wird von dem Herrn Ströbele zu Pressekonferenzen eingeladen, seine Artikel erscheinen unter anderem im „Freidenker“, dem Magazin des deutschen Freidenkerverbandes, in dem Erich Honecker bis zu seinem Lebensende Mitglied war. Wir haben schon für Flüchtlingscamps im Libanon Geld gesammelt, Jahre bevor dieses Thema „in“ wurde, weil arbeitlose Sozialarbeiter im Flüchtling eine günstige Beschäftigungsmöglichkeit und renditegierige Unternehmer in ihnen eine gute Verdienstmöglichkeit sahen – und sammeln auch für jene, die dank „rot-grüner“ Politik in einem der reichsten Länder der Welt vom Hungertod bedroht sind.

Ja: dieser Blog wird im Sinne der alten, antifaschistischen Freidenker geführt: sozial, human, ökologisch, orientiert an Gerechtigkeit und Frieden – und damit sind wir natürlich ein Dorn im Auge der selbstverliebten Pseudolinken, die außen chemisch grün, innen aber eher verwesend bräunlich sind und vor allem dem von McKinsey und Konsorten unterstützten „Putsch von oben“ (siehe hierzu Arno Luik über die „rot-grünen Sozialreformen“ im Stern vom 21.10.2004) treu ergeben. In dem Artikel (im Netz kaum noch zu finden, also: bei Bürgerwelle schauen) warnt Luik:

„Werden die Reformen umgesetzt – und die politisch Handelnden sind dazu verbissen entschlossen -, wird diese Republik eine radikal andere Gesellschaft sein: ein entkernter Staat ohne Gemeinsinn, eine entzivilisierte Gesellschaft. Anfällig für individuelle Aggressionen und für Rechtsextremismus.“

Und was haben wir heute, 2016? Genau das, was er prophezeit hat: eine entzivilisierte Gesellschaft mit starkem Trend Richtung vollbraun, die ihre „Werte“ durch Kindermord in Afghanistan verteidigt und die „Diäten“ ihrer Abgeordneten durch industrielle Massenproduktion von Sondermüll auf vier Rädern erwirtschaften. Ja – unsere Kernindustrie „Auto“ ist vor allem eins: hochgiftig. Man weiß es seit 1989 (siehe Spiegel). Notwendige Konsequenz: die Forderung nach der kompletten Abschaffung des Problems „Auto“. Tatsächliche Konsequenz? Massive Steuererleichterungen für Großkonzerne, die Gemeinden massive Probleme bescheren (aktuell: den Standort Sindelfingen (siehe die Linke BW, auch eine Folge von „rot-grün“, die augenscheinlich ihre „Politik“ wohl als Bewerbungsschreiben für Pöstchen in der Industrie verstanden – und immer noch verstehen).

Jenseits des großen, von Politikberatern anempfohlenen Wortgeklingels offenbart sich grüne Politik als „rechts vom CDU-Mainstream“ – so schreibt jedenfalls Mariam Lau über Winfried Kretschmann (siehe Zeit), der Ex-Chemielehrer und Ex-Kommunist ist neuer „Genosse der Bosse“ (siehe FAZ) und fährt selbstverständlich Mercedes (siehe Abendblatt), „rollenden Luxus“ für 109 677 Euro (minimal, mit Extras kommt man auch über 150 000) und einem Verbrauch von über 10 Litern auf 100 Kilometer (siehe FAZ, wo man auch erfährt, dass man mit dem Elektroantrieb nur 33 Kilometer weit fahren kann – kein Wunder: der Wagen wiegt über zwei Tonnen). Ein Arbeitsloser müßte mit dem Geld für Kretschmanns Auto 22 Jahre auskommen.

Und was finden wir politisch rechts von der CDU? Früher mal nur die NPD, heute auch die Grünen (die schon mal – wie die Piratenpartei – enorme Probleme mit braunen Gesellen in der Gründungsphase in Berlin hatten. Leider – finde ich da im Netz nichts. Sollte man mal eingeben – bevor es ganz vergessen wird).

30 Jahre Grüne – was hat es uns gebracht? Schauen wir uns das Thema „Frauen“ an, ein Schwerpunkt von Frau Bause. Dazu finde ich etwas aus dem Jahre 2013 (siehe Süddeutsche):

„Aus Japan, den USA und Arabien reisen Männer mittlerweile nach Deutschland, ins Bordell Europas. Wie schlimm es um die Sexindustrie hierzulande tatsächlich steht, beleuchtet ein großartiger Film im Ersten. Ohne Pathos und ohne Anklage zeigt er eine Welt, die sich eine Gesellschaft nicht wünschen kann.“

Aber wir haben Dosenpfand. Und sehr problematisch zu entsorgende Energiesparlampen. Eine Frau als Kanzlerin? Kam von der CDU. Ein homosexueller Außenminister? FDP.  Ein Minister mit Migrationshintergund? FDP. Ein Behinderter als Finanzminister? CDU. Ja, schwarz-gelb erfüllte die Forderungen der grünen Basis aus den achtziger Jahren, ohne großes Wortgeklingel, das überließ man lieber den Grünen, der Speerspitze der „verrohten verrohten Bürgerlichkeit“, deren Wählerschaft vor allem aus jenen älteren Herrschaften besteht, die im Bildungs- und Dienstleistungsbereich überdurchschnittlich gut verdienen (siehe Bundeszentrale für politische Bildung) und inzwischen gut ausgebildete Fachkräfte für Lippenbekenntnisse jeder Art sind.

Wie geht es der Umwelt – dank der „grünen Bewegung“? Schlechter denn je. Ökostrom schützt nicht vor Artensterben – oder Klimakatastrophen (siehe aktuell: Spiegel), jedenfalls nicht, wenn man sich dafür ein Automonster gönnt, dessen Umweltschäden sich im Preis überhaupt nicht mehr abbilden lassen. Die grüne Partei: eine Gemeinschaft von Trittbrettfahrern zur Optimierung des eigenen Kontostandes – man lebt „von“ dem Thema Umwelt – nicht „für“ das Thema Umwelt, strebt an, zu jenen „Besserverdienern“ zu gehören, die hauptverantwortlich für die Zunahme der Menschenfeindlichkeit in Deutschland sind (siehe schwäbisches Tagblatt, erläuternd dazu das Handout der „Deutschen Zustände“, Uni Bielefeld).

Ach ja: Thema Frauen. Wie weit die Emanzipation vorangeschritten ist, erlebe ich in unserem Urlaubsort jeden Tag: beim Radfahren fährt der Mann vorne weg, die Frau folgt, im Automobil sitzt das Weibchen still und fügsam auf dem Beifahrersitz – gerade bei kostspieligen Sondermüllderivaten auf vier Rädern. Zustände wie – in Anatolien.

Die Liste des Wählerverrates ließe sich noch ziemlich weit fortsetzen, bleiben wir aber erstmal bei einem Punkt, wegen dem einer unserer Leser (und Gelegenheitsautor) unseren Artikel verlinkt hatte: die Preisverleihung an Joschka Fischer, dessen eigene Firma dank der strategischen Partnerschaft mit Madeline Albright gut floriert, jener Frau, die – roh, wie diese Leute nun mal sind – den Tod von Millionen Kindern billigend in Kauf nimmt (siehe AG-Friedensforschung, Stand 2012):

„Im Mai 1996 wurde die damalige US-Außenministerin Madeleine Albright im US-TV-Magazin »60 Minutes« zu den Folgen der auf Druck Washingtons verhängten UN-Sanktionen gegen den Irak befragt. 500000 Kinder seien gestorben, »mehr als in Hiroschima«, hieß es in der Moderation. »Glauben Sie, daß es den Preis wert ist?« Es sei eine »sehr schwere Entscheidung«, meinte Albright und bekräftigte dann: »Wir denken, es ist den Preis wert.« Bis heute sterben jedes Jahr mehr als 300000 Kinder im Irak.“

Ja – das ist das Umfeld, in dem sich grüne Helden bewegen. Wer genauer hinschaut, den wundert es nicht (siehe den Artikel über Joschka Fischer im Stern). Jutta Dithfuhrt hielt ihn für ihren „historischen Fehler“ (siehe Frankfurter Rundschau).

Doch bleiben wir beim Thema: dem „neurechten“ Nachrichtenspiegel. Geübt in linker Selbstkritik (ja: sowas machen „Linke“ – auch wenn sie wissen, dass es sie erstmal schwächt) habe ich schnell mal zwei Tests gemacht. Einen in der FAZ („Glückwunsch, Sie sind ein Linker aus altem Schrot und Korn! Sie sind sich treu geblieben und können stolz darauf sein.“) und einen bei Metronaut („Gratulation! Du hast 88% erreicht. Ab 50% bist du linksradikal, ab 75% bist du linksextrem“) … Ergebnisse, die mich erschrecken: offenbar sind ganz normale, humane Ansichten einer demokratischen Bürgergesellschaft schon „linksextrem“ – was zeigt, wie rechtsradikal unsere Wirklichkeit geworden ist (ganz entgegen den verdrehten Annahmen gewisser Strömungen, die unter jahrzehntelanger CDU-Herrschaft eine „links-grün-versiffte“ Republik erkannt haben wollen – was man nur mangelnder Bildung zuschreiben kann).

Meine Ansichten? Nun – habe 2700 Aufsätze darüber geschrieben, die will ich jetzt hier nicht wiederholen. Sie decken sich mit denen des José Pepe Mujica (siehe Netzfrauen):

Schmeißt die Reichen aus der Politik„.

Die Demokratie – hat keinen Platz für Kapitalmacht, die eine repräsentative Demokratie sinnentleert. Demokratie hat auch keinen Platz für Dauerplatzhalter und Berufspolitiker – weshalb es bei den Grünen mal „Rotation“ gab – aus guten Gründen.

Wenn man unter „links sein“ allerdings versteht, dass man so lange Krach macht und „Mollys“ wirft, bis man selber einen Beraterposten geschenkt bekommt – dann bin ich gerne was anderes. Vielleicht gerne so, wie es mal die Piratenpartei sein wollte: nicht links, nicht rechts, sondern: vorne. Da, wo wir 239 Milliarden Euro nicht in den Ausbau von Autobahnen investieren (auch wenn das 50000 „Spiegel“-Leser so wollen, siehe Spiegel), sondern – gemäß den Ausführungen des IBM-Mannes Prof. Dr. Gunter Dueck in seinem Werk „Aufbrechen“ – für eine „Exzellenzgesellschaft“, die Zukunft hat. Eine Zukunft, die unseren – immer mehr werdenden – rot-grün „verhartzten“ Kinder nicht mehr haben.

Für die diskriminierende und rufschädigende Äußerung des „Team Margaret“ hätten wir gerne eine Enschuldigung.

Ich persönlich habe übrigens drei grüne Freunde, eine war Bundestagsabgeordnete der ersten Stunde, hat sich aus der Politik verabschiedet, ein weiterer ging angeekelt von den „Jünglingen, die nur Karriere machen wollten“, eine dritte hadert mit der Partei und hängt noch alten grünen Träumen nach – jenen alternativen Träumen, die die „Realos“ ihrer eigenen Karriere wegen geopfert haben.

Zu den Träumen gehört, dass eine wirkliche Demokratie nur mit einem starken Staat ohne kapitalistische Gegenmacht möglich ist, die Erkenntnis, das Kapitalismus immer und überall in seinem Entstadium faschistische Züge annimmt (diese Entwicklung begleiten wir ja seit sieben Jahren, weshalb wir staatliche „Sanktionspolitik“ als Anfang der Endlösung ansehen) und das eine demokratische Gesellschaft Meinungsfreiheit braucht – und keine Löschaktionen.

In dem Sinne würde ich mir wünschen, dass auch die Aussagen des „Team Margaret“ konkretisiert werden:

„Wir freuen uns auf aktive und  lebhafte Diskussionen … die voller Lob und Begeisterung für unsere Führer sind. Kritik jeder Art verstehen wir als Beleidigung, auch wenn sie noch so gut fundiert ist. Sie wird mit Auslöschung der virtuellen Meinungsäußerung bestraft … bis wir Mehrheiten für Säuberungsaktionen anderer Qualität zusammen haben…“

Da weiß man dann, wo man „rechts von der CDU“ dran ist und bräuchte keine Mogelpackung mehr wählen.

Und erzählt mir nicht, dass man 2 Billionen Euro Staatsschulden nicht mit 5,3 Billionen Euro Privatvermögen in den Griff bekommen kann – wenn man nur will. Nur: da müßten auch Grüne was abgeben, will man den Abwärtstrend im Land aufhalten.

 

Geburtstag Eifelphilosoph – Reflexionen über Leben und Politik vom Kind aus der Abstellkammer

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Mittwoch, 9.12.2015. Eifel. Ja, es ist wahr: ich hatte gestern Geburtstag. Wie jedes Jahr. Und wie jedes Jahr ziehe ich mich zu meinem Geburtstag weit in die Natur zurück, zum Zwecke der Besinnung, der Kontemplation, der Rückschau und der Vorausschau. Diese Tradition hat ihren Grund: als Vater von sieben Kindern und berufstätiger Mensch mit 80 – 120 Stundenwoche hat man wenig Zeit für sich selbst. Wenigstens an einem Tag im Jahr wollte ich – nach Ableistung aller Feierlichkeiten – mal Zeit nur für mich alleine haben, um  mal zu schauen, wie das Leben, in das mich viele meiner eigenen Entscheidungen hineingepresst haben, noch mit meinen Vorstellungen, Idealen und Wünschen zusammenpasst. Eine Zeit lang war das hochbrisant – ich war in der Pharmaindustrie gelandet, was nie Lebensziel war – noch wusste ich damals überhaupt, was das für eine Branche ist. Doch hierzu später mehr.

Ich war nun ein Wunschkind, damals, 1959, aber ich sollte niemals leben dürfen. Mein Tod war beschlossene Sache der Ärzteschaft gewesen. Drei Tage vor meiner Geburt verfrachteten sie meine Mutter und ihr ungeborenes Kind in eine Abstellkammer – zum Sterben zwischen Besen und Putzmitteln. Ja – das waren noch die guten alten Kriegsärzte, da wurde nicht ums Leben gekämpft, da wurde selektiert. Kaum jemand weiß noch, dass diese Mediziner überwiegend in Crashkursen zum Doktortitel gekommen waren: eine Folge der Kriegsverluste, die auch vor Ärzten nicht halt machten. Diese Menschen hatten eine Ausbildung auf einem  Niveau, das heute von Krankenpflegern übertroffen wird, sie hatten hunderte, tausende von Menschen elendig krepieren sehen und wussten, was das Leben in Kriegszeiten für einen Wert hat: gar keinen. Was auch kaum noch jemand weiß: die Ärzteschaft war die Berufsgruppe mit dem höchsten Organisationsgrad in SA und SS, sie war – auch lange in die Nachkriegszeit hinein – ein Hort braunen Gedankengutes, lange vor dem ersten Weltkrieg hatte man in ihren Kreisen schon von der Vernichtung unwerten Lebens geträumt … weshalb ein Hitler für sie die Erfüllung eines großen Traumes darstellte. Das hatte ein Vorsitzender der Ärzteschaft dem Führer zum Geburtstag geschickt: das große Lob, dass dank ihm die deutsche Ärzteschaft endlich die Stellung im Gesellschaftswesen hatte, sie ihr gebührt – Herren über Leben und Tod zu sein und „unwertes Leben“ einfach vernichten zu können, wie es einem beliebt.

Infolge eines kompletten Nierenversagens war der Körper meiner Mutter völlig vergiftet – und ich auch. Da war nichts mehr zu machen. Nun – wie Sie hier lesen, rebellierten wir gegen den Beschluss der Ärzteschaft. Wunder gibt es halt immer wieder. Mein Vater saß drei Tage und drei Nächte an dem Bett meiner Mutter, wich nicht von unserer Seite: da bahnte ich mir spontan meinen Weg nach draußen. Vielleicht konnte ich mir sein Leiden nicht mehr ansehen. Er hatte eine schlimme Kindheit hinter sich: seine Ehe wäre fast gescheitert, als er kurz vor dem Hochzeitstermin erfuhr, dass er ein uneheliches Kind war – damals ein Horrordrama. Warum das so war? Nun – die Geschichte ist schnell erzählt. Meine Großmutter väterlicherseits verliebte sich in einen jungen, hübschen Mann von einem Nachbarhof, die Ehe war beschlossene Sache. Der Auserwählte erhielt von seinen Eltern eine reichliche Mitgift … und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Die Kindheit meines Vaters war ein einziges Drama: der Stiefvater mochte ihn nicht, warf ihn mit vierzehn Jahren aus dem elterlichen Hause. Mein Vater kam bei einem Schreiner als Lehrling unter: Prügelstrafe inklusive. Heimat fand er bei der Hitlerjugend, die ihn schnell beförderte, weil er eine rasche Auffassungsgabe, ein großes Verantwortungsbewusstsein für andere hatte und recht arisch aussah: damals wie heute ein deutliches Plus für Karrierechancen.

Was aus meinem echten Großvater wurde? Ich werde mich die Tage mal auf die Suche nach ihm machen. Die Behörden geben keine Auskunft über ihn – angeblich gibt es Gesetze, die dies verhindern. Eine Zeit lang hing der Verdacht über mir, dass mein Vater das uneheliche Kind einer Nazigröße war (in der Tat sehen wir diesem Himmler ein wenig ähnlich), doch meine Ermittlungen im letzten Jahr führten zu der oben erwähnten Geschichte. Manche vermuten, dass er mit dem Geld abgehauen ist (hinter solchen Vermutungen steckt jedoch meisten nur die Kenntnis von der Niederträchtigkeit des Charakters des Erzählers, der sich selbst kaum vorstellen kann, dass jemand anders handeln würde). Denkbar ist auch, dass er als Moorleiche immer noch in der Gegend herumliegt und wegen der Mitgift erschlagen wurde – es war eine größere Summe.

Meine Mutter war im Bund deutscher Mädels – was meinen Großvater mütterlicher bis zu seinem Tode mit 81 Jahren sehr grämte. Wegen den Quälereien, die seine geliebte Tochter (die einzige Überlebende: damals gabe es in vielen Arbeiterfamilien das eine oder andere tote Kind – ganz anders wir heute hatten die noch Realitäten, die wir heute für undenkbar halten) bei den Nazis erfuhr, hat er sie gehasst wie die Pest. Doch – über diese Zeiten wollen wir ja nicht viel reden. Nur soviel: hätte der Krieg drei Monate länger gedauert, hätte ich meinen Großvater nie kennen gelernt. Sein Haftbefehl war schon ausgestellt, er sollte ins Konzentrationslager: er hatte beständig KZ-Insassen zur Arbeit an den Panzersperren im Osten angefordert … und diese so der Vernichtung entzogen. Das war dem Staat irgendwann zu bunt – zumal mein Großvater (kein Parteimitglied, kein Mitglied in irgendeiner „ordentlichen“ Organisation – ganz anders als viele Nachkriegspolitiker) den Häftlingen Essensrationen spendierte und medizinische Versorgung zukommen ließ, die sie wieder zu Kräften kommen ließen: so konnte Vernichtung durch Arbeit ja nie gelingen, meinte der Staat.

Ich weiß nicht, wie viel so kleine Kinder wirklich von ihrer Geburt mitbekommen – aber gestern dachte ich daran, dass dieses Ereignis zu meinem Leben passt: zu der Tatsache, dass ich von klein auf mit Misstrauen auf meine Umgebung geblickt hatte. Vielleicht waren es aber auch die Geschichten von Eltern, Großeltern, Großtanten und Großonkels in aus der NS-Zeit, als Sadisten und Psychopathen den Staatsapparat übernommen hatten und ihre Gelüste hemmungslos ausleben konnten. Ja – hier mal ein kleiner Seitenhieb für die Leser aus der rechtsradikalen Ecke (haben wir zwar keine – dafür wird hier zu umfangreich geschildert – aber man sollte immer auf Nummer sicher gehen): auch wenn der Holocaust nur eine Erfindung von Siegermächten wäre (was er definitiv nicht ist, was man schnell erkennen kann, wenn man mit den Opfern persönlich spricht – und nicht permanent unkritisch steile, krumme Thesen sozial fragwürdiger Sonderlinge konsumiert, die sich der Herrschaft des Sadismus sehnlichst zurückwünschen), ändert das nichts daran, dass die Totalherrschaft der Sadisten ein absolut verabscheuungswürdiges System war: und eine tödliche Gefahr für jedermann wurde, je länger das System andauerte. So wie heute eine angebliche (aber nicht wirkliche) „Linke“ den „Nazi“ in jeder Ecke verfolgt, so wurde früher der Staatsfeind verfolgt … und man konnte schnell einer werden, es genügte schon, wenn der Gauleiter gierig auf das Eigentum des anderen blickte – oder auf seine Frau.

Nun denn: am 8. Dezember 1959 kam ich dann zur Welt – zum Trotz der deutschen Ärzteschaft. Meine Mutter erholte sich schnell wieder. Es folgte eine Zeit der Isolation: meine Eltern waren nach dem Verlust meines Bruders (mit neun Monaten an Lungenentzündung gestorben) sehr ängstlich geworden. Ich durfte selbst entscheiden, ob ich in den Kindergarten wollte – da ich das nicht kannte, wollte ich da nicht hin, denn: ich hatte daheim genug soziale Kontakte. Im Haus meiner Großeltern – wo ich täglich zu Gast war und auch übernachten durfte – gab es zwei Familien mit fünf Erwachsenen und sechs Kindern. Wir hatten Viehzucht, Ackerbau, Obstwiesen – es war eine herrliche Kindheit dort. Großfamilienleben – die natürliche Form des Zusammenseins – ist gelegentlich anstregend, aber in der Bilanz unterm Strich ein großer Gewinn: Langeweile ist unbekannt.

Natürlich hing der Schatten des Dritten Reiches über meiner Kindheit, er war oft Gegenstand der Tischgespräche. Für meinen Vater war es ein besonderer Schock: dass seine Hitlerjugend, die ihm Schutz, Freundschaft und Heimat geboten hatte, Teil eines verbrecherischen Systems war, hat ihn zu einem sehr misstrauischen Menschen werden lassen, der den Staat und seine Träger mit Argwohn betrachtete: wenn so etwas möglich war – was hatte die Welt sonst noch so auf Lager? Oft sprach er darüber, dass „der kleine Mann“ in dieser Welt keine Chance mehr hat – und jetzt, im Jahre 2015 – kann ich ihm kaum widersprechen. Wer nicht den Segen der „adeligen Geburt“ hat, hat es schwer im Leben: jetzt schon ist Abitur Minimalanforderung für die Eintrittskarte ins Berufsleben, bald wird es wohl der Hochschulabschluss sein – obwohl der selber aus wissenschaftlicher Sicht von zunehmend geringerer Qualität ist.

Es war trotzdem eine wunderbare Kindheit, ich war beim Schlachten von Hühnern, Kaninchen und Schweinen noch leibhaftig dabei, das war ganz natürlich für uns – weshalb wohl erst meine Kinder eine Neigung zum Vegetariertum entwickelten. Fleisch – war „Hauptgericht“ für arbeitenden Männer: wer schwer arbeitet, sollte auch „ordentlich“ essen. Wir hatten auch kleine Felder, wo ich beim Anbauen half. Und einen Friedhof, auf dem ich jede Woche meinen Bruder besuchen musste. Der Tod – war Teil des Lebens … und Preis des Lebens, Teil einer natürlichen Ordnung – und nicht der „große Feind“, der er heute ist.

Natürlich gab es auch Schulzeit: ich war eines der Opfer der Experimente in der Bildungspolitik. „Kurzschuljahre“ hießen sie: der Staat brauchte Arbeiter, die Schüler sollten durch die Grundschule gepeitscht werden (die Arbeiter holte man aber damals dann doch lieber aus dem Ausland). Durch sie – wurde ich im Laufe der Jahre zum jüngsten Schüler der darauf folgenen Klassen – eine Katastrophe für einen kleinen Menschen, der allen andern in allem hinterher hinkte, aber nie schlecht genug war, um ein „Sitzenbleiben“ zu rechtfertigen. Ich wurde mittelmäßiger Hauptschüler (eine andere Schule gab es in unserem Zechenort nicht), mein Leben war ja auch vorgeplant: ich sollte Handwerker werden um meinem Vater bei dem Aufbau einer eigenen Werkstatt zu assistieren. Meine Pläne waren andere, also fuhr ich mit 14 gegen den Widerstand meiner Eltern allein in die große, ferne Stadt um im Rahmen eines Kollegschulversuches das Abitur zu machen. Eine gute Entscheidung, denn: wegen Lehrermangel wurden wir von Universitätsprofessoren unterrichtet. Die ältesten Schüler in der Klasse waren 28 – ich musste da schnell viel dazulernen, was „Sozialverhalten“ anging. Mit fünfzehn war deshalb mein Leben vorbei: ich las zum ersten Mal Platon und wusste – das ist meine Welt. Auch das wieder: eine wunderbare Zeit, in der ich mehr Arbeit mit Selbsterfahrungsgruppen, Stadtteilzeitungen, Bürgerinitiativen, Musik machen und Demonstrationen gegen alles und jeden verbrachte (und auch mal eine Tagung der NPD sprengte, in dem wir in ihre Stammkneipe einmarschierten) … und ein sehr positives Bild unserer erwachenden Zivilgesellschaft bekam. Natürlich war ich für „Willy wählen“ und hörte diesen Kanzler (Willy Brandt) auch mal persönlich auf einer Rede in Recklinghausen sprechen. Die Gesellschaft schien bereit, sich auf eine neue, urdemokratische Zukunft zuzubewegen – bis 1980 der große Bruch kam.

Anders als man Ihnen erzählt kam er von der Industrie –  nicht nur von der Politik. Ich weiß dies von Menschen aus der Musikbranche. Man hatte erkannt, dass Rockmusik eine treibende Kraft für Bewusstseinsbildung war und entschloss sich kurzerhand, dies selbst in die Hand zu nehmen, um nicht wieder von wilden Hippiemillionären und ihren irren Träumen überschwemmt zu werden. Fortan baute die Industrie selber ihre Gruppen auf und sorgte mit aller Werbegewalt dafür, dass sie erfolgreich wurden, „angesagt“ waren, während die kreativen, leidenschaftlichen und idealistischen Musiker verbannt wurden – fortan gab es auch einen gewaltigen Bruch in der Qualität der „Popmusik“, die sich eher in Richtung „Fahrstuhlmusik“ entwickelte und geeignet war, in jedem Kaufhaus als Hintergrundgeräusch störungsfrei abzulaufen. Es folgte – logischerweise – die „Generation Doof“.

Doch nicht nur das: die „Grünen“ – einst Sammelbecken der gesamten, so Hoffnung verheißenden „alternativen“ Kultur, die der Zivilisation einen gewaltigen Fortschritt hätten geben können, wurden staatstragende Partei. Hatte ich sie in ihren Anfängen begeistert begleitet, so wurde sie schnell von Lehrern und Juristen überflutet, die dort ihr sicheres Tickte zur umfangreichen Vollversorgung auf fürstlichem Niveau im Parlament erkannten, mit den Lehrern kam auch der Wunsch nach Sex mit Kindern auf – die Basis verstand die Welt nicht mehr. Ich währenddessen – hatte mich aus dem politischen Leben verabschiedet, tauchte ein in die Welt der Geisteswissenschaften – dort, wo die Freiheit der Gedanken erste Bürgerpflicht war. Gut – da war auch eine Frau (sehr bald meine Ehefrau) im Spiel, die mich gerade noch davor gerettet hatte, als Freiwilliger nach Nicaragua zu gehen – wie viele meiner Kollegen – um dort der Zivilbevölkerung bei dem Wideraufbau ihrer Dörfer zu helfen.

Es kamen eigene Kinder – gewollte – und der Bedarf nach Geld. Was soll ich sagen: „ich war jung und brauchte das Geld“. Zudem musste ich meine Bafög-Schulden zurückbezahlen. Es war ein reiner Zufall, dass ich in die Pharmaindustrie kam (nachdem ich zuvor als Hilfsarbeiter in einem Lager für schwere Bergbaumaschinen arbeitete, wo Unfälle schon mal tödlich endeten) … ohne jenes Essen mit Kollegen der philosophischen Fakultät hätte ich nie gewusst, dass es diese Jobs überhaupt gibt. Nach vielen Jahren Studium war in mir auch der Wunsch gewachsen, auch mal „echtes Leben“ zu leben – jenseits des Elfenbeinturmes. Ich fand, so etwas gehört zu einer echten philosophischen Qualifikation dazu – wie soll man „Arzt der Seele“ werden, ohne das „Salz der Erde“ (Rolling Stones) gekostet zu haben. So verschob ich die Einladung meiner von mir sehr angetanen Prüfer zur Doktorarbeit (wie sich herausstellte: für immer und ewig) und ging in eine Branche, die mir tiefe Einblicke in die realen Mächte dieser Gesellschaft bescherte, Einblicke, ohne die ich die ganzen Texte heutzutage nicht schreiben könnte. Gleichzeitig merkte ich auch, dass mir die philosophische Bildung half, jenen Grad an Aufmerksamkeit zu haben, um die Erfahrungen zielgerichtet auszuwerten. Was Bildung nicht alles bewirken kann. Kein Wunder, dass sie zunehmend abgeschafft … „gestrafft“ … wird.

Ich machte Karriere in dieser Industrie, verdiente viel Geld (das half bei der Zurückzahlung der Bafög-Schulden), eckte überall an, setzte viele Impulse zur Reformation und merkte schnell: so ein Koloss wie ein Konzern (damals der erfolgreichste Konzern auf deutschem Boden) ist weder von Innen noch von Außen zu ändern – dafür aber ist der Schaden, den er für Umwelt, Politik, Gesellschaft und die Zukunft der Menschheit anrichtet, gewaltig. Was für eine Riesengefahr wurde dort mit Steuergeldern herangezüchtet – und viele hundert Milliarden jährlich in den Sand gesetzt. Nein – da lasse ich nicht mit mir drüber debatieren: die 300 Milliarden für „Gesundheit“ (zwölf mal soviel wie für „Hartz IV“) sind zum größten Teil völlig ´rausgeschmissenes Geld. Nur am Rande: wäre dies nicht so – wir wären doch das gesündeste Land der Welt. Sind wir aber nicht. Das meiste Geld hierfür wird übrigens auf Pump erschaffen, was unseren Staatsbankrott sicher werden läßt – doch hiervon ein andermal mehr.

Ich wurde immer älter – und brauchte wegen der Kinderschar immer noch das Geld. Ich reiste viel und lange in der Welt umher, Europa, Afrika, Amerika und merkte, dass ich immer weniger Leben hatte – und meine Kinder kaum noch sah. Sicher – für die Philosophie und die politische Bildung hatte ich viel Zeit, doch für Familie – immer weniger. Ständig suchte ich nach Möglichkeiten, aus dem Zirkus auszubrechen – doch letztlich war es mein Rücken, der mich mit einem doppelten Bandscheibenvorfall dort herausholte. Natürlich verlor ich alles, was ich besaß: Häuser, Wohnungen, Grundstücke … und meine Familie. Zudem auch sehr viele Freunde, die mehr Freunde meines Geldes waren als meiner Person. Eigentlich … waren es alle.

Was für ein Glücksfall, dieser Rücken. Nach langem Begutachten und Prozessieren bekam ich eine kleine Rente, die mir – wenn auch nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen – das ermöglichte, was seit meiner Jugend mein Traum war, ja: mein Lebensinn: die Philosophie wieder zurück zu den Menschen zu bringen. Nicht nur als „Ethik“ und „Moral“ – jene Ecke, in die sie so oft abgestellt wird, sondern als Kunst des freien Denkens. Anders als die meisten meiner Mitstreiter war ich der Meinung, dass Philosophie eine Kunst ist, die jedermann – auch mit Hauptschulabschluss – leicht erlernen kann. Sie „bringt“ nichts – so jedenfalls die Meinung von Arthur Schopenhauer, aber: nach seiner Meinung erspart sie einem vieles – und schützt sicher vor Manipulationen durch Industrie und Staat.

Vielleicht braucht man so ein Leben, um zu sehen, dass der Faschismus wieder zurück ist. Schade, dass wir uns nur auf die Judenfrage konzentrieren (die an sich auch schon abscheulich genug ist) … und so viele andere Facetten komplett überspringen, die ebenso vernichtend und tödlich waren. Erst letzte Woche begegnete ich dem Dritten Reich wieder – im Fernsehen beim Besuch einer Freundin (wie gelegentlich erwähnt, habe ich „Fernsehen“ bei mir abgeschafft – seit zehn Jahren. Kinderfilme, Videospiele, spannende Unterhaltung – das ist ok, aber nicht die Dauermanipulation durch Werbung und Regierungssprecher). „Hochzeit auf den ersten Blick“ hieß die Sendung – der Lebensborn der SS war wieder da, der Alptraum einer aus den Fugen geratenen Pseudowissenschaft, junge Mädels, frisch von der Uni, die nach „wissenschaftlichen Kriterien“ den idealen Heiratskandidaten für den doofen kleinen Mann aussuchen. Klappt natürlich nicht – aber wie schon unter Hitler erfreut sich eine gewisse, degenerierte Elite daran, das Leben bis ins Detail zu regeln. Platon lesen wäre preiswerter und billiger, hülfe, den Verstand und die Beobachtungsgabe zu schärfen (was auch im Verkauf sehr hilfreich sein kann – wie bei allen Formen, wo erfolgreiche Kommunikation gewünscht ist) – doch wir machen lieber kostspielige, perverse öffentliche Sozialexperimente, hier, wie auch im Dschungelcamp … und an vielen anderen Orten, wo die „Elite“ öffentlich  mit medialer Gewalt in die Familien einbricht, ihre Erziehung kritisiert, ihre Haushalftsführung öffentlich bloß stellt, sich ihre Beziehungen und ihre Wohnungseinrichtung einmischt: die Palette ist inzwischen erschreckend weit.

Wissen Sie, was die geheime Botschaft dieser Experimente für IHR Unterbewusstsein ist? „Seht her, was WIR alles mit EUCH machen können„. Daran haben viele aus der (Lumpen)-Elite ihren – sadistischen – Spaß. Ja – der Sadismus wird wieder gesellschaftsfähig. Wir hatten noch in der Schule gelernt (Deutschunterricht Höhere Handesschule Recklinghausen, Klasse 11), dass der Nationalsozialismus eine wichtige Voraussetzung hatte, ohne die er nie hätte funktionieren können: das VORURTEIL (dem Lehrer Schäpers für seine unermüdliche, oft als lästig empfundene Predigten an dieser Stelle vielen Dank). Ja: damals konnte man noch erleben, was „radikale antifaschistische Arbeit“ wirklich hieß. Heute – ist das Vorurteil wieder die einzige Urteilsarbeit, die Medien und Bürger leisten können: Hartz IV-Empfänger sind faul, Asylanten auch, Flüchtlinge sind perfekt und nützlich, Systemkritiker sind „Nazis“ – auch wenn sie nur Bedenken gegen Gentechnik oder Handelsabkommen haben, die „dem kleinen Mann“ den Arbeitsplatz kosten werden.

Was blieb nun über nach der gestrigen Rückschau auf 56 Jahre leben? Für mich persönlich – trotz aller Ärgernisse und Quälereien – ist es eigentlich ganz sinnvoll gelaufen. Nicht „gut“, aber „sinnvoll“ – wenn man anstrebt, Philosoph zu werden. Und für die Politik, die Gesellschaft? Wir gehen mit Riesenschritten zurück, wieder zurück in die Träume der Hitlerei, wo Wissenschaftler im Namen des „Guten“ größte Verbrechen begingen im vollem Bewusstsein, dass sie etwas „Besseres“ als der kleine Mann sind und alles Recht der Welt haben, über das Leben (und den Tod) ihrer Mitmenschen zu bestimmen. Wir marschieren mit großen Schritten auf ein Viertes Reich zu – und gestern wurde dazu der nächste, große Schritt verkündet (siehe Spiegel):

„Facebook muss wegen seines Umgangs mit Hasskommentaren in Berlin vorsprechen und gelobt Besserung. Das Justizministerium richtet eine Task Force mit sozialen Netzwerken ein“

Das ist der Schulterschluss zwischen Regierung und Konzern, die weitere Gleichschaltung aller gesellschaftlich meinungsbildenden Elemente, vor denen uns  unsere Lehrer noch gewarnt haben. Schon längst … ist der Protest gegen TTIP als rechtsradikaler Hassmüll gewertet worden – bald werde ich schreiben dürfen, dass dies auch für alle Äußerungen gegen die Parole der Kanzlerin gilt: „Deutschland geht es gut.“

Wer dem widerspricht … steht unter Verdacht, „Feindsender“ gehört zu haben und wird … selektiert. Gelöscht. Ausgelöscht.

Welche Wahrheiten werden nicht gern gehört? Die bevorstehende deutsches Staatspleite – neben zwei Billionen öffentlicher Schulden haben wir noch fünf Billionen Verbindlichkeiten, die in den Büchern versteckt sind; d.h.: wir marschieren voller Begeisterung auf einen Tag zu, andem weder Rentner noch Angestellte des Staates noch Mitarbeiter des Gesundheitswesens  noch Arbeitslose monatlich Geld überwiesen bekommen, um Überleben zu können. Alles bislang: auf Pump und Kredit gekauft. Doch dazu – ein andermal mehr. Ich denke: da wartet noch viel Arbeit auf mich, um dem Sinn meines Lebens gerecht zu werden.

Heute jedoch – dienen diese vielen Zeilen nur dem Dank für die vielen Glückwünsche, dem Dank an die Leser und Mitstreiter, die den vielen Gedanken, Eindrücken und Urteilen zu folgen, die ich fast täglich produziere – Impulse, die wir brauchen, um die Widergeburt des Faschismus als politische Ordungsinstrument der Finanzwirtschaft gleich zu Beginn entgegentreten zu können. Zusätzlich auch: vielen Dank in die inzwischen zahlreichen Kommentatoren, dank derer wir ein sehr hohes Arbeitsniveau haben, die Texte auch kritisch gegenlesen, sinnvoll ergänzen oder konstruktiv loben: wichtige Voraussetzung, dass ich weiterhin Arbeiten abliefern kann, die flüssig zu lesen sind aber gleichzeitig ausführlich genug, um eigenes Denken anleiten zu können.

Momentan haben wir – leider, so wurde mir gestern deutlich klar – die dunkelste Stunde der Menschheit, die als solche  noch nie derart in Gefahr war. Das … muss aber nicht so bleiben.

PS. und besonderen Dank an meinen Freund Werner Menne, der mich zum Abenteuer Nachrichtenspiegel mit Nachdruck eingeladen hatte. Ohne ihn – wäre das alles hier nicht existent, noch würde es Zukunft haben.

 

 

Frieden und Wille.

Digital StillCameraDienstag, 25.11.2014. Eifel. Schon seit einigen Tagen geht mir durch den Kopf, dass ich gerne etwas über den Frieden schreiben würde. Ja – kitschig, oder? Der Hintergrund ist einfach: mehr und mehr Menschen, deren Sensitivität ich schätze, warnen vor einem Krieg im nächsten Jahr – und ich selber sehe nüchtern und sachlich die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und den Oligarchien der Nato als sehr hoch – fast unaufhaltsam – an, jedenfalls momentan. Ich weiß: viele Menschen verdrängen das – aber durch Optimismus und gute Laune ist noch kein Panzer, keine Kugel und keine Bombe aufgehalten worden … das wissen nur die meisten in Europa lebenden Menschen nicht, weil sie den zur Beurteilung notwendigen Wissens- und Erlebnishorizont nicht haben.

Ja – unsere Methoden zur Problembewältigung scheinen wie aus einem Märchen zu sein: die Kriege der Welt bewältigen wir mit unserer Fernbedienung – ein Klick und sie sind weg; die Kriege in unserem Leben mit Alkohol – ein Schluck und sie sind weg.

Wie immer, wenn ich um ein Wort kreise, schaue ich in meinen alten Weggefährten: das philosophische Wörterbuch aus dem Jahre 1961: ein sicherer Wegweiser durch die Welt des Geistes – doch was muss ich sehen?

Weder Krieg noch Frieden waren den Begründern des Wörterbuches auch nur einen Eintrag wert. Krieg und Frieden finden offensichtlich im Kontinuum der Philosophie keinen Platz – wie auch: für Plato war der Militärdienst noch unverzichtbar, Pazifismus undenkbar und schier unverantwortlich, man dachte bei der Verteidigung Athens schlichtweg noch nicht mal an die Möglichkeit friedlicher Bewältigung der Konflikte mit dem Angreifer.

Gut – früher, da gab es halt auch Könige. Ein Heer war ein unmenschliches Ding, große Massen an Menschen, die ihren Willen abgegeben hatten, die einem einzigen Herrscher zu Willen waren: war der schlecht gelaunt oder krank, konnte der Heerwurm schnell wie ein Lindwurm ganze Landstriche verwüsten … und mit den selbst willenlosen Bütteln der Monarchie lies sich schlecht diskutieren: hatten sie erstmal ihre Befehle, wurden sie zu unaufhaltsamen Mordmaschinen.

Aus diesem Grund hatten wir mal „Demokratie“ erfunden, damit jeder Mensch seinen eigenen Willen hat und solche Exzesse nicht mehr vorkommen, „Frieden“ sollte dem ganz automatisch auf dem Fuße folgen: ja, versprochen war sogar ewiger Friede.

Wir haben sogar Kriege geführt, um diesen ewigen Frieden zu erhalten: Bürgerkriege in Frankreich und den britischen Kolonien, europäische Kriege gegen die Revolutionstruppen Napoleons (ja – das war nicht nur ein kleiner verrückte Spinner sondern auch der Erfinder des bürgerlichen Gesetzbuches, der die Werte der Revolution für ewig bewahren wollte: wir zehren heute noch von dieser Tat), einen Weltkrieg als „Krieg, der alle Kriege beenden sollte – und im Anschluß daran nochmal ein Krieg, der alle Kriege beenden sollte.

Fast schien es so, als hätte man Recht gehabt: jedenfalls erlebte Europa die größte Friedensphase seiner Geschichte. Klar – es gab noch kleinere Weltkriege (ja – in Korea und Vietnam kämpften nicht nur Amerikaner), aber in Europa war scheinbar Ruhe … bis jetzt.

Scheinbar?

Ja, schauen wir genauer hin … wird unser Leben weniger friedlich. Ein Blick nach Wikipedia kann da sehr helfen:

Frieden (älterer Nominativ Friede, von althochdeutsch fridu „Schonung“, Freundschaft“) ist allgemein definiert als ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe, als die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung und besonders von Krieg. Frieden ist das Ergebnis der Tugend der „Friedfertigkeit“ und damit verbundener Friedensbemühungen.

Ja – haben wir fast vergessen, oder? „Friedliche Abendstimmung“ oder „friedlicher Sonnenuntergang“ ist aus unserem Sprachgebrauch verschwunden, ersetzt durch Feierabendstreß und Handyterror. „Heilsame Zustände der Stille und Ruhe“ sind in unserem Alltag Vergangenheit – womöglich auch ein Grund dafür, dass wir immer kranker und unzufriedener werden. „Stille“ – jener Zustand, der die Gedanken anzieht – ist selten geworden in unserem Jahrtausend. Wo immer wir gehen, wo immer wir stehen begleiten uns Geräusche, Musik – früher ein seltener und stets willkommener Genuss, der vielen Menschen ein gutes Auskommen bescheren konnte – ist alltäglicher Lebensbegleiter geworden, verscheucht Stille und Gedanken wo immer sie sich zu manifestieren suchen; gleichfalls ist auch die mit der Stille verbundene Ruhe verschwunden.

Doch nicht nur Musik vertreibt den Klang des Friedens – vor allem sind es tausendfache Geräusche der Maschinenkultur, die hart gesottene Keltenkrieger in den Wahnsinn treiben würden: die Kakophonie der modernen Städte käme ihm als Geräuschkulisse finsterter Abgründe vor, in denen teuflischste Unholde unheilige Feste feiern.

Vielleicht hätten die sogar Recht, aus dem Millionen Jahre alten Reich der Stille sind wir hinausgetreten ins Reich des verletztenden Lärms – und finden das ganz normal.

Lauschen wir noch weiter Wikipedia:

In der Sprache deutschsprachiger Juristen ist von Frieden auch im Zusammenhang mit innenpolitischen Auseinandersetzungen (Straftatbestand des Landfriedensbruchs), mit dem Arbeitsleben (Störung des Betriebsfriedens als Kategorie des Betriebsverfassungsgesetzes) und mit dem Schutz des Privateigentums (Straftatbestand des Hausfriedensbruchs) die Rede. Zur Kennzeichnung von Grundstücken, die gegen Hausfriedensbrüche geschützt werden sollen, werden diese oft eingefriedet.

In der Sprache der Psychologie und der Theologie gibt es den Begriff Seelenfrieden (vgl. den englischen Begriff „peace of mind“ oder „inner peace“[1]); diesen sollen Lebende anstreben und Verstorbene auf dem Friedhof bzw. im Jenseits finden.

Klug, oder? Ja – wir sind in mancherlei Hinsicht weiter als die alten Griechen, deren Demokratieverständnis uns auf die Barrikaden rufen würde. Wir sind auch zurecht weiter, weil wir dem Krieg selbst den Krieg erklärt hatten, weil wir gezielt danach suchten, was das Menschenschlachten zwischen Völkern möglich machte, die durch Handel und friedlichem Miteinander viel mehr Wohlstand erreichen konnten als durch Massenverstümmelungen mit oft tödlichem Ausgang (die auch ein Napoleon fürchterlich fand).

„Seelenfrieden“ – wie fern sind wir eigentlich von diesem Begriff? Unendlich weit weg. Menschen, die ihn finden – mehr zufällig als bewusst gewollt – schätzen ihn (seit Jahrtausenden – und zwar weltweit)als das wertvollste Gut auf Erden, doch den meisten anderen hat man schon längst abgewöhnt, an den Begriff „Seele“ überhaupt zu denken: wer in seiner Seele tiefen Frieden trägt, hat keine Bedürfnisse mehr, die die Wirtschaft befriedigen müsste.

Das darf nicht sein, wir haben extra Bedürfnispyramiden entwickelt, die sich endlos steigern lassen und den Menschen beständig weiter vom Frieden mit seiner Seele entfernen.

Wir friedlich aber kann ein Mensch sein, wie „friedfertig“, wenn er von tausenden unkontrollierbarer Bedürfnisse geplagt wird, von denen die allermeisten völlig überflüssig sind? Die Antwort ist einfach: gar nicht.

Ist aber der Mensch nicht friedfertig, ist die Gemeinde, das Volk, das Land nicht friedfertig: wie sollte da Frieden in unsere Leben kommen?

Schonung und Freundschaft sind in der deutschen Sprache die Wurzeln für das Wort Frieden, dort, wo Frieden herrscht begegnen sich die Menschen in Schonung (voller Respekt und Achtsamkeit) und Freundschaft (voller Vertrauen und Hilfsbereitschaft), dort, wo aber der Frieden nicht in den Seelen herrscht, mangelt es im alltäglichen Umgang an Respekt, Verachtung und Ignoranz werden Normalzustand, Misstrauen und Missgunst verbreiten sich, der Mensch wird zum „Ork„.

Trifft das zu?

Ist unser Alltag voller Respektlosigkeit, Verachtung, Ignoranz, Misstrauen und Missgunst? Ich denke da nur an die Agenda 2010, die ein ganz neues Kapitel des gesellschaftlichen Miteinanders geprägt hat und ganze Generationen zu Orks erzieht. Ich denke an die Deregulation der Finanzmärkte, die gutgläubige („friedliche“) Menschen den Haien der Finanzindustrie vorgeworfen haben, an gutgläubige „Riesterer“, die man den Versicherungsvertretern opferte oder an die vielen bankrotten Menschen, die den Anlageberatern der Banken ihre Lehman-Papiere abgekauft haben – oder an die vielen Menschen, die nagelneue Autos mit integrierten Mängeln, Lasagne mit Pferdefleische, Babyfläschchen mit Weichmachern, tödliche Medikamente oder schlichtweg verpestete Luft serviert bekommen … um nur ein paar Alltagserscheinungen zu nennen.

Unser Alltag – ist voller Krieg, der uns die Seelenruhe stiehlt, der uns Ruhe und Frieden nimmt.

Das zu erkennen ist schon ein Wert an sich – denn da wissen wir, wo wir ansetzen können, die Kriegsgeilheit zur Ruhe zu bringen, die aufgeregten Gemüter zu besänftigen.

Landfrieden, Betriebsfrieden, Hausfrieden, Schulfrieden – wir finden zahllose Bereiche, in denen der Krieg zunimmt.

Dient es etwa dem Landfrieden, wenn jetzt der Solibeitrag für den Aufbau Ost zu einem Solibeitrag für den Aufbau West verwendet wird – oder sät das nur wieder weiteres Misstrauen und Missgunst?

Dient es etwa dem Betriebsfrieden, wenn immer mehr ordentliche Arbeiter und Angestellte zu Leiharbeitern werden, die zum halben Lohn ohne Urlaub und Weihnachtsgeld arbeiten müssen?

Dient es etwa dem Hausfrieden, wenn die EU via Dekret bestimmt, dass ich die Glühbirne doch hochgiftigen Sondermüll ersetzen muss, der Staat eine Behörde schafft, die bei Arbeitslosen per Hausbesuch kontrolliert, ob sie sich auch der verordneten Armut hinreichend fügen oder ausländische befreundete Geheimdienste all´ meine Kommunikation überwachen läßt?

Dient es dem Schulfrieden, wenn man die Ausbildung im Interesse jener Wirtschaft immer weiter verkümmern läßt, deren Subventionen die Mittel für genügend Lehrer und dringend benötigte Sanierungen auffressen?

„Frieden“ – ist die Abwesenheit von Störung und Beunruhigung, zur Schaffung und Wahrung von Frieden in allen Bereichen bezahlen wir Millionen von Menschen in Regierung und Verwaltung mit Steuergeldern – doch was tun die?

Sie bringen immer mehr Krieg ins Land, was keiner mehr merkt, weil „Frieden“ eine Untugend geworden ist, ein Makel, wie „Mitleid“ (ein Zustand der Schonung und Freundschaft beinhaltet) ein Wert, dem mit Verachtung begegnet wird.

Das war schon immer so, sagen Sie jetzt?

Machen Sie sich da mal nichts vor. Wir hätten mit dieser Moral die Eiszeit nicht überstanden weder Stämme noch Städte gegründet, keine Staaten geschaffen – ja, wie unsere Gesellschaft mehr und mehr an allen Fronten beweist, ist unsere Gegenkultur schlichtweg noch nicht einmal wirtschaftlich überlebensfähig, obwohl „Wirtschaft“ das zentrale Element der Kulturform „Kapitalismus“ ist.

Wo sind wir da nur hingekommen?

Denken nur ein wenig über Frieden nach – und schon befinden wir uns in einer völlig kriegerischen Gesellschaft, in der es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es auch wieder zu militärischen Auseinandersetzungen mit anderen Ländern kommt.

Oh – da bin ich zu wenig akurat: es kam ja schon zu militärischen Auseinandersetzungen mit Jugoslawien und Afghanistan – das Prinzip wird schon gelebt. Nur scheint jetzt die Lust größer geworden zu sein, man will das Fleisch des russischen Bären schmecken – wie schon zweimal letztes Jahrhundert.

Eine schlimme Nachricht, könnte sie doch die nukleare Verwüstung ganz Europas nach sich ziehen – wobei ich fürchte, dass die Nato davon ausgeht, dass Russland und die USA auf die atomare Option verzichten, wie das Dritte Reich auf den Gaskrieg verzichtet hatte (trotz prall gefüllter Lager). Leider haben die USA schon einmal gezeigt, dass sie von der nuklaren Option gerne Gebrauch machen – auch und gerade gegen die Zivilbevölkerung.

Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht: wir wissen jetzt, was wir konkret dagegen tun können.

Kontrollieren wir jene Menschen, die wir mit hohen Diäten aus Steuermitteln für die Wahrung des Friedens in allen Bereichen bezahlen, kontrollieren wir, ob sie auch in allen Bereichen die Tugend der Friedfertigkeit leben und vorleben, denn jene Tugend ist die Wurzel der Friedens selbst. Hat der Mensch nicht den Willen und die Absicht, friedfertig zu sein, wird Europa letztendlich nur aufgrund dieser Einstellung zum Leichenhaufen.

Ach ja … der „Wille“.

Den haben wir auch schon vergessen? Durch den Willen werden Plan und Absicht zur Tat – dass wusste man früher … heute zieht die Formulierung dieser einfachen Beschreibung menschlicher Schaffenskraft schon den Verdacht nach sich, man würde wieder eine leichte Verschwörungstheorie formulieren … dabei ist die Erkenntnis im Prinzip erschreckend einfach: ALLE Erscheinungen innerhalb der menschlichen und von Menschen gestalteten Welt werden durch ENTSCHEIDUNGEN manifestiert – da wirkt kein Wunder, kein Geist, kein Gott (nein – auch nicht seine Form als „Zufall“), und diese Entscheidungen werden von Willen und Absicht gesteuert, wobei der Wille die Durchsetzungskraft beschreibt – und die Absicht das Ziel.

Verhungert also ein Arbeitsloser in seiner kalten Schimmelbude, erfriert ein Obdachloser bei Minustemperaturen, stirbt ein Arbeitnehmer an Erschöpfung – so ist das das Ergebnis menschlichen Willens: immer und überall. Verblödet ein Volk infolge der Überflutung mit geistigem Sondermüll, der in allen Sendeformat Missgunst, Verachtung, Respektlosigkeit, Ignoranz und Misstrauen als lebensnotwendigen Normzustand predigt, so ist das kein Zufall, sondern das konkrete Ergebnis von Entscheidungen FÜR Sendeformate, die diese Botschaften enthalten.

Das will nur keiner mehr hören, weil es mit Verantwortung zu tun hat und nach Taten schreit.

Friede kommt durch friedfertige Menschen in die Welt, die friedfertig (fertig zum Frieden) sind, weil sie es so wollen.

Es ist der Wille, durch den wir frei von Bedürfnissen werden – darum ist die Schwächung menschlichen Willens vorrangiges Ziel der Konsumgesellschaft – und so entziehen sie der Friedfertigkeit ein wichtiges Element.

Wissen Sie, was mein philosophisches Wörterbuch zu dem Willen sagt?

„Der Wille kann sich nur auf (subjektiv) Wertvolles richten (das Böse zu wollen vermag nur der „Satan“)“ (zitiert aus Philosophisches Wörterbuch, 20. Auflage, Alfred Kröner Verlag Stuttgart 1978, Seite 731).

Ja – so war man 1961 noch drauf – dort erschien die Erstausgabe dieses Wörterbuches. Zu der Zeit konnten sich die meisten Menschen noch an die Gräuel des Krieges erinnern und wussten, dass der Wille allein zwar immer das Gute will – aber nur das, das der Einzelne als gut empfindet. Mag er keinen Juden – so kann das auch fürchterliche Folgen haben.

Gut zu sein – reicht nicht für Frieden. Gut sind alle. Ja – ich denke da besonders an die Grünen.

Für Frieden – muss man friedfertig sein: und das ist eine einfache Sache der Entscheidung, des Willens und der Absicht.

Und wenn jetzt Krieg kommt – der große, heiße, die endgültige Erfüllung all der kleinen Kriegsgelüste in Land, Haus, Schule, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – so wissen wir, dass er Aufgrund von Entscheidungen und Absichten (die den Tätern wie immer gut erscheinen) kommen wird … und wir können daraus die Lehre ziehen, demnächst Menschen einfach zur Friedfertigkeit anzuleiten, anstatt ihre natürliche Ruhe und Stille zu stören.

Wir können damit aber gerne schon Morgen beginnen …

 

 

 

 

 

 

 

Wahlplakate 2013 – Die Grünen

Die Grünen

Die Grünen

 

Dieses Wahlplakat hat folgende CC Lizenz gewonnen: „CC-BY-SA“
Auf Deutsch:
Weitergabe unter gleichen Bedingungen, nicht kommerzielle Verwertung, Veränderungen und Verwurschtungen erlaubt, Namensnennung („Steve Geschwister, Der Nachrichtenspiegel“). Ein Link per Mail wäre nett.

Stört dich was – dann änder´ das! 5 Werte für Deutschland bei Politiker- und Parteitestaktion.

Stört dich was - dann änder´ das! 5 Werte für Deutschland bei Politiker-  und Parteitestaktion.

Dienstag, 25.6.2013. Eifel. Nun haben wir seit einigen Wochen eine permanente Demonstration auf Facebook. Zehntausende von Besuchern, zweihundertzwanzig Freunde – und zweiundfünfzig enge Freunde. Wir denken gerade noch darüber nach, ob das jetzt schon ein Erfolg ist, sind aber mit unserer Arbeit sehr zufrieden. Es war bislang ein größeres Echo als erwartet, erst zwischendurch fiel mir ein: was machen wir eigentlich, wenn wir nach einer Woche eine Million Fans haben – und jeder Zehnte hat eine Frage?

Da haben wir ein Riesenglück gehabt, dass das Pflänzchen zart wächst – und sehr gerade. Viele neue Menschen aus allen sozialen Schichten sind mit vielen interessanten Geschichten dabei, was aber viel wichtiger ist: die zentralen Werte der menschlichen Zivilisation haben eine weitere Bastion, aus der sie sich nicht vertreiben lassen. Nach den permanenten Horrorgeschichten aus der politischen Welt eine gute Nachricht.

Nun – nicht alle von uns sind mit virtuellen Erfolgen zufrieden. Manche starten Aktionen, die nachahmenswert sind, wie Adrian Müller.

Er hat etwas außerordentlich Sinnvolles getan:

Habe heute sechs Direktkandidaten (SPD, CDU, FDP, Grüne, Linke, Piraten) für die Kreiswahl am Sonntag aus meinem Stadtviertel angeschrieben: 18:00 Uhr, Planschbecken, Schaufel und Besen mitbringen, aufräumen. Einer kam. Zusammen haben wir ordentlich was weggeschafft. Danke Jens Kramer!

Eine geniale Idee, oder?
Natürlich ist das Planschbecken jetzt sauber.
Eigentlich eine tolle Aktion – gerade in Zeiten der schrumpfenden staatlichen Fürsorge ist der verantwortungsbewusste Bürger geradezu dazu gezwungen, sich zu engagieren, um größte Not zu lindern. Eine Aktion, die von politischer Seite sicherlich zu begrüßen ist – und eine tolle Gelegenheit für den diensthabenden Vorortpolitiker, sich für die Wahl zu profilieren.
Doch was war?
Die CDU kam nicht.
Das Wahlprogramm: „Gemeinsam erfolgreich für Deutschland“ hätte sich hier vor Ort prima durchführen lassen … aber „Gemeinsam für Deutschland“ heißt wohl für die CDU: Lass andere die Arbeit für Dich machen und kassiere selbst den Profit. So geht halt Kapitalismus
Die SPD kam nicht.
Das Wahlprogramm? „Das WIR entscheidet“. Das mag wohl sein, aber wie üblich ist die SPD nicht da, wenn das WIR gefordert ist. Die Wähler honorieren das.
Die Grünen kamen nicht.
Das Wahlprogramm? „Teilhaben, einmischen, Zukunft schaffen“. Gilt wohl nicht, wenn echte Arbeit zu tun ist.
Die FDP kam nicht.
Das Wahlprogramm? Hat noch keine Schlagworte, aber der Herr Döring hat in Nürnberg etwas dazu gesagt: Zupacken, anpacken, weiter kämpfen. 
Die Gelegenheit dazu wäre da gewesen … doch leider leider leider auch hier: wenn echte Arbeit zu tun ist, ist der FDP-Mann nicht vor Ort, packt nicht zu, packt nichts an – und kämpft auch nicht um Wählerstimmen.
Die LINKE kam nicht.
Das Wahlprogramm? 100 % sozial. Aber nur, wenn es keine Arbeit macht.
Die Piratenpartei?
WAR DA!
Aus der Pressemitteilung an die Kieler Nachrichten:
Einer kam. Der hilft seit vier Wochen fleißig mit, zusammen haben wir über 70 Schubkarren weggeschafft. Ein Wochenende noch, vielleicht zwei, dann ist das Rund wieder so, dass man dort gefahrlos spielen kann. Wir sind täglich ab etwa 18:00 Uhr dort und arbeiten 1-2 Stunden lang.
Wer setzt sich ein, wenn echte Arbeit zu tun ist, die dem Staat, der Gemeinschaft der Steuerzahler Geld spart und den kleinsten des Landes dabei hilft, wieder plantschen zu können (was denen einen Riesenspaß macht)?
Die Piratenpartei.
Wer sucht den Kontakt zum aktiven Bürger und ist sich selbst nicht zu schade, mal Hand anzulegen?
Die Piratenpartei.
Wer nimmt den Bürger ernst und ist bereit, sich für ihn vor Ort zu engagieren?
Die Piratenpartei.
Bei denen finde ich leider keine Schlagworte im fein ausdifferenzierten Wahlprogramm, aber aktuell einen Spendenaufruf im Header: Unsere Arbeit ist viel Wert.
Ja, dass sehe ich auch so.
Welche Schlüsse ziehen wir jetzt daraus?
Keine?
Das wäre fatal. Hier geht es um ein gesamtgesellschaftliches Kernproblem: die Parteien haben nicht nur per se eine viel zu große Distanz zur Lebenswirklichkeit der Bürger, sie demonstrieren auch gerne vor Ort, dass diese ihnen egal ist.
Getestet wurden CDU, SPD, FDP, DIE GRÜNEN, die LINKEN und die PIRATENPARTEI – alle im Bundestag vertretenen Parteien sind durchgefallen.
Nun – das mag nun an der Qualität der Abgeordneten vor Ort liegen … aber was sind diese Wert, wenn sie die Programme der Parteien nicht mit Leben ausfüllen?
Natürlich gibt es sicher genug Ausreden, warum man sich nicht an der Aktion beteiligen konnte. Wahrscheinlich war wieder Fußball im Fernsehen – und die Verfolgung dieses symbolischen Jagdspiels ist natürlich viel wichtiger, als selber echte Wählerstimmen zu jagen. Schön wäre es aber gewesen, wenn auch nur eine der „staatstragenden Parteien“ (und der professionellen Dauernörgler der Opposition) wenigstens mit einem kleinen schriftlichem Gruß reagiert hätte.
Man ist ja inzwischen schon für die kleinste Gnade dankbar.
Stattdessen kam: Schweigen.
Da wissen wir, was wir zu erwarten haben, wenn wir anfangen, die drängenden Probleme dieses Landes, die auch aus dem Komplettversagen aller politischer Parteien resultiert, selbst lösen zu wollen: mit den großen, etablierten Parteien geht das nicht.
Die machen sich nicht mehr die diätenverwöhnten Hände schmutzig – aber gewählt werden wollen sie allemal.
Natürlich ist die Klage groß, wenn der Wähler mal hingeht und es ihnen gleich tut und am Wahlabend im September einfach mal zu Hause bleibt.
Wieso auch nicht?
Na, weil es noch Politiker gibt, die vor Ort erscheinen, wenn Not am Mann ist und sich so qualifizieren.
Ich denke aber, man tut gut daran, wenn man damit rechnet, im Ernstfall keinerlei politische Hilfe von den mit Steuergeldern subventionierten Politikkonzernen zu erhalten.
Nun – die Vorschau sagt mir, dass der Text seltsam aussehen wird, wenn ich darauf bestehe, das Foto zu veröffentlichen.
Darauf möchte ich aber auf keinen Fall verzichten – hier ist es also, das Planschbecken. Damit die Kinder plantschen können, braucht es aber noch etwas Wasser. Wäre schön, wenn jemand, der auch mal was tun möchte, diesen Artikel an alle Parteien verschickt – vielleicht findet sich ja jemand, der das in die Hand nimmt.  Einfach eine E-Mail versenden, Text anhängen … das reicht ja schon. Würde mich interessieren, wie die reagieren.
Ich selbst werde es dem Herrn Ströbele von den Grünen schicken. Aus seinem Büro kriege ich immer so nette Post.

„Projektgruppe Prioritäten 2013“ Wer DIE GRÜNEN wählt, wird mit Armut bestraft

„Ja ich will“, ist in letzter Zeit,  immer wieder bei den GRÜNEN zu hören, eigentlich wollen ALLE bei den GRÜNEN, wenn es um die Macht geht. Aber eigentlich ist es mir egal wer diesen Machtkampf gewinnt und als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2013 antritt.

Viel wichtiger sollte für jeden sein, was die GRÜNEN so vorhaben, wenn sie wieder als „Kellner“ an die Macht kommen sollten. Die Grünen-Fraktion haben eine Arbeitsgruppe gegründet, welche sich „Projektgruppe Prioritäten 2013“ nennt. Seit Wochen grübelt die Parteispitze mit ihren Fachpolitiker, welche  Reformen im Falle bei einer Regierungsbeteiligung als Erstes verwirklicht werden sollen.

Die ersten Vorschläge der AG sind nun erarbeitet und dürften Gewicht haben, weil sie eine grundsätzliche Linie für den Wahlkampf vorgeben werden. Vorrangig geht es bei dieser „BLENDERPARTEI“ um „klare Schwerpunkte“, wie zum Beispiel die Energiewende die sie mit „massiven Investitionen“ voranbringen wollen.

Insgesamt 3,5 Milliarden Euro wollen sie für energetische Gebäudesanierung, Netzausbau und Forschung ausgeben. Den internationalen Klimaschutz wollen sie sich 500 Millionen Euro kosten lassen. Weitere 300 Millionen Euro möchten sie in „aktive Arbeitsmarktpolitik“ investieren. Da ist erst einmal nichts Negatives dazu zu sagen. Das diese Vorhaben letztlich zum großen Teil von den Bürgerinnen und Bürgern finanziert werden muss, dürfte auch der Grünen Parteispitze klar sein, wird aber vorsichtshalber nicht weiter in den bisher erarbeiteten Vorschlägen ausgeführt.

Und die noch übrig gebliebenen Sozialpolitiker dürften bei den GRÜNEN hat auf dem Boden der Realität aufschlagen, denn in der Sachpolitik der „Projektgruppe Prioritäten 2013“ kommt die Armut nicht vor. Das was man auf diesen Gebiet mal geplant war, ist schlicht weg nicht finanzier bar.

Ihre Forderung, den Hartz-IV-Regelsatz kurzfristig auf 420 Euro anzuheben, ist einfach nicht finanzierbar. Für 2014 wird nun ein „verfassungskonformes Niveau“ angestrebt. Das würde aktuell eine Erhöhung um 17 auf 391 Euro bedeuten, heißt es in einem Papier der Projektgruppe. Und so verabschieden sich die GRÜNEN ganz  leise von der Sozialpolitik. Hartz-IV-Erhöhung? Reicht erst mal auch ein Miniaufschlag. Kindergrundsicherung? Im Moment nicht machbar. Garantierente? Prüfen wir noch.

Diese weitere Abkehr von einer gerechten Sozialpolitik und Bekämpfung der Armut, ist nur die logische Fortsetzung der Agenda 2010, welche sie mitgetragen haben und bis heute von der Agenda 2010 überzeugt sind. Vor allem aber bleibt festzustellen das hinter Politik, strategische Überlegung im Vordergrund stehen, um der eigenen Klientel – oft gut ausgebildete, gut verdienende Mittelschichtsangehörige – Ökostrom und Elektroautos wichtiger sind als ein  Hartz-IV-Bezieher, verarmte Rentner, verarmte Kinder und Menschen, welche von der Wirtschaft ausgebeutet werden und für Sklavenlöhne arbeiten müssen.

Nun, dass was bisher bekannt wurde von der „Projektgruppe Prioritäten 2013“ ist „nur“ eine Zwischenbilanz, ebenso hat sich die Basis der GRÜNEN zu den Plänen noch nicht geäußert, was die Parteispitze der GRÜNEN nicht weiter beunruhigen wird, denn bei den GRÜNEN, geht es heut zu Tage zu, wie bei allen anderen Parteien auch. Abstimmen kann bei den GRÜNEN nur treue Parteisoldaten, Kritiker solcher Politik werden erst gar nicht zugelassen.

Leider haben noch immer viele in Deutschland nicht begriffen, dass die GRÜNEN einfach nicht wählbar sind, jedenfalls wenn es um soziale Gerechtigkeit geht.  Diese Partei kann man inzwischen genauso wenig wählen wie CDU/CSU/FDP/SPD weil die GRÜNEN genauso Lobbyhörig geworden sind. Und wer aufmerksam die Auftritte und die Aussagen der GRÜNEN Parteiführung verfolgt, wird nicht entgangen sein, dass man mit jeder Partei bereit ist zu regieren. Es geht nur um Macht, wir sind auch den GRÜNEN einfach egal. Wenn man das berücksichtigt, dann kann man die Politik der GRÜNEN auch verstehen. Grünen-Politiker, wie eine Claudia Roth, ein Jürgen Trittin, ein Cem Özdemir, eine Renate Künast und wie sie auch heißen mögen, haben einfach nur erkannt, dass man mit einer Politik der sozialen Gerechtigkeit keine Wahlen gewinnt. Und ich bleibe bei meiner Einschätzung, wer DIE GRÜNEN wählt, wird mit Armut bestraft.

Nachrichten am Donnerstag

Was interessieren Politiker und Konzerne schon Gesetze und Richtersprüche:

“Heut’ ist ein wunderschöner Tag” – denn: Am heutigen Dienstag werden gemäß dem vor einem Jahr verkündeten Gesetz zur Offenlegung der Verträge über die Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe alle diesbezüglichen Verträge, Beschlüsse und Nebenabreden ungültig – falls sie bis jetzt noch nicht veröffentlicht sind. Für diese Regelung hatten sich im Volksentscheid im Februar 2012 über 666.000 Berlinerinnen und Berliner ausgesprochen. Jedoch vermiest eine Aktion der privaten Anteilseigner der Berliner Wasserbetriebe, RWE und Veolia, die gute Stimmung. Sie wollen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Gesetz klagen. “Die Klage von RWE und Veolia kommt für uns nicht überraschend, denn das Ganze war höchst absehbar. Die Klage ist für uns Kriegserklärung an die Berliner Bevölkerung und Eingeständnis zugleich. Wir sind überzeugt, dass noch vieles im Dunkeln liegt, was das Licht der Öffentlichkeit scheuen muss”, kommentiert Wassertisch-Sprecherin Ulrike von Wiesenau.

Gott bewahre:

CLAUDIA KANN KANZLER
Claudias Wettbewerb mit Angela um die durchschlagendste Robe beim alljährlichen Bayreuth-Auftrieb, dürfte sie, mit einer violetten Federcorsage von Escada, gewonnen haben: Nach ihrem Anschlag auf die Sehnerven der Gäste soll die Zahl der Blindenhunde im weiten Umkreis des Festspielhauses sprunghaft gestiegen sein. Frühere, kleine Jobs von Claudia Roth an den Theatern in Memmingen, Dortmund und Unna schärften den Sinn der Zahnarzt-Tochter für Ausstattungen: „Ich kann mir den zynischen Gedanken nicht verkneifen, dass die Lampen und viele Einrichtungsgegenstände von hier“, schrieb sie in ihr Afghanistan-Tagebuch nach dem Besuch des Kabuler Goethe-Institutes, „in den Retro-Möbel-Läden im Prenzlauer Berg sicher gute Preise erzielen würden.“

Über Bevölkerungsreduktion (Neusprech für Massenmord):

Heute leben 7 Mrd. Menschen auf dieser Erde – 9 Mrd. werden 2050 von der Elite erwartet, trotz demografischer Prognosen von einem Rückgang der Wachstumsrate der Bevölkerungen. Die Elite hat Pläne zur Verringerung der Zahl der Menschen auf der Erde, wie sie immer wieder zum Ausdruck gebracht haben (die Georgia Guidestones, The Rockefeller (Ent)Bevölkerungs-Programm und Aussagen von verschiedenen Elitisten wie Nicholas Rockefeller, Ted Turner usw.) – auch in der Londoner Times am 22. Mai 2009 in einem Artikel, der nun gelöscht ist. In diesem Artikel wurde der Bevölkerungszuwachs als “Alptraum” bezeichnet, der sofortiges Handeln fordere -ausserhalb der Zuständigkeit der Staaten! Präs. Obamas Wissenschafts-Zar, John Holdren, ist seit vielen Jahren Verfechter der Reduktion der Welt-Bevölkerung. Der ehemalige UN-Ass. Generalsekretär, Robert Muller, Club of Rome Mitglied, hat die Menschheit einen Krebs auf der Erde genannt!

Wahlbetrug?

Ich kann das Urteil der OSZE [über die Wahl in Russland] überhaupt nicht nachvollziehen. Als ich davon gehört habe, dachte ich, ich bin bei einer anderen Wahl gewesen. Die OSZE müßte mit Tausenden Beobachtern vor Ort gewesen sein, um so etwas überhaupt feststellen zu können. Ich selbst habe als Mitglied der Delegation des Europarates zwei Dutzend Wahllokale besucht. Nur zweimal habe ich die Note »schlecht« vergeben – aber nicht wegen Betrugs, sondern etwa deshalb, weil ein Wahllokal in einer Apotheke war und man nur schlecht zwischen Wählern und Kunden unterscheiden konnte. Die Berichte meiner Kollegen waren übrigens gleichlautend.

Auslachen, Auspeitschen oder Ignorieren?

Den Traum vom Thron scheint Philip Kiril von Preußen [Urenkel] aber nicht ganz aufgegeben zu haben: Im Zuge der Debatte über den Rücktritt Christian Wulffs als Bundespräsident plädiert der Kaiser-Nachfahre für die Wiedereinführung der Monarchie. Nach Ansicht des Prinzen vermitteln Königsfamilien Stabilität. „Sie werden nicht per Misstrauensvotum oder durch Aufhebung der Immunität aus dem Amt gefegt. Das tut einem Land gut“, sagte er der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“.

 Bionade Biedermeier:

Müll sortieren, Biosprit tanken, Vegetarier werden – übertreiben es die Deutschen mit ihrem Ökofimmel? Aber sicher! Vor allem die Spezies der scheinbar modernen, naturbewussten Städter schadet der Umwelt mehr, als ihr lieb sein dürfte.

Hurra, wir dürfen wieder wählen:

Wie schon vermutet, hat der Landtwag in Nordrhein-Westfalen den Haushalt für das Jahr 2012 abgelehnt. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte bereits Neuwahlen angekündigt, sollte das Haushaltsgesetz scheitern. Gestern hatte zudem die Landtagsverwaltung bekannt gegeben, dass auch die Ablehnung bei der zweiten Lesung bedeuten würde, dass der Haushalt gescheitert sei und dann entweder die Bildung einer neuen Regierung oder eine Auflösung des Parlaments und eine Neuwahl erforderlich sei.

„Dilettanten“ sagt Feynsinn:

Was sind das für Dumpfschnorchel, die so etwas nicht wissen und dadurch Neuwahlen herbeiführen, die sie sicher ins Nirwana befördern werden? Man weiß wirklich nicht, ob man weinen oder lachen soll. Immerhin siegt ein Mal im Leben dasselbe über die Doofheit.
Leider aber nicht über ein erbärmliches Kalkül, das im Bewusstsein fehlender Inhalte nur noch nach der großen Zahl schielt, nach mehr Prozenten, mehr Posten, mehr Wahlkampfkostenerstattung.

(Stimmt nicht ganz:
Ein Dilettant (italienisch dilettare aus lateinisch delectare „sich erfreuen“) ist ein Nicht-Fachmann, Amateur oder Laie. Der Dilettant übt eine Sache um ihrer selbst willen aus, also aus privatem Interesse oder zum Vergnügen.
Dabei mag er durchaus vollendete Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt haben. Solange er aber die Tätigkeit nicht professionell ausübt, um also seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, oder eine entsprechende, anerkannte Ausbildung absolviert hat, gilt er als Dilettant.)

Neues aus der Demokratiesimulation:

Wie die Buergerstimme am 12.02. voraussagte, ist der Wahlzettel bei der Landtagswahl am 25.03. im Saarland extrem kurz. Nur 3 (in Worten: drei) Kleinparteien wurden zur Teilnahme zugelassen. Die Landeswahlordnung wurde wieder einmal mißbraucht, um alternative Parteien auszuschließen. Betrachten wir das Wahl-Trauerspiel aus der Sicht der Saarländischen Wähler.

100 Gründe damit anzufangen, große Schilder in der Nähe von Autobahnen aufzustellen:

 1) You can say whatever you want.
2) It costs almost nothing.
3) It reaches thousands, tens of thousands, even hundreds of thousands of people.
4) Done right, it can even reach millions.
5) Finally get rid of that old paint in the garage.

Hier explodieren Fleischfarmen:

A strange new growth has emerged from the manure pits of midwestern hog farms. The results are literally explosive.
Since 2009, six farms have blown up after methane trapped in an unidentified, pit-topping foam caught a spark. In the afflicted region, the foam is found in roughly 1 in 4 hog farms.
There’s nothing farmers can do except be very careful. Researchers aren’t even sure what the foam is.
(Gefunden bei Fefe)

hier hat die Nasa mal wieder ein paar Ruinen auf dem Mond gefunden

 

Bewegte Bilder:

Eine kurze Predigt:

Eine lange Predigt (Audio):

Dreieinhalb Stunden Zeitgeschichte (in Ausländisch, die deutsche Version ist etwas „gewöhnungsbedürftig“):

Durch die Krise zu kulturellem Wandel:

(gefunden in der Akademia Integra)

FNORD

Grüner Parteichef Cem Özdemir ruft Bundeswehr zu den Waffen – im Ausland

Lieber Werner und Leser !
Im ARD-«Morgenmagazin» stellte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast klar, dass die Grünen trotz der jüngsten Wahlerfolge sich nicht als «Volkspartei» zu sehen sei. Die Grünen bezeichnete sich nun als «Gestaltungspartei»,welche viele Bereiche abdecken. werden da genannt. Das Wort soziale Gerechtigkeit scheint der “ Gestaltungspartei “ nicht so wichtig zu sein. Was Künast nicht sagt, wird vom GRÜNEn PARTEICHEF CEM ÖZDEMIR um so deutlicher ausgesprochen.

GRÜNER PARTEICHEF CEM ÖZDEMIR RUFT BUNDESWEHR ZU DEN WAFFEN IM AUSLAND

Die Antiatompartei ruft zu den Waffen und ist für mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr. Das ist jedenfalls die Auffassung von Grünen-Chef Cem Özdemir.
In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärte Özdemir, er finde die Pläne von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU), künftig 10 000 Soldaten und damit 3000 mehr als bisher für Auslandseinsätze vorhalten als „Notwendig und Richtig“. Özdemir bescheinigte de Maizière in dem Interview Sachlichkeit und Seriosität. Cem Özdemir: „Wir haben eine verstärkte internationale Verantwortung, auch weil die UNO an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kommt.“ Und das von der restlichen „GRÜNEN KAPITALISTISCHENEN PARTEIFÜHRUNG“ keine Kritik zu Özdemir Äußerungen gibt, kann man davon ausgehen, dass man Auslandseinsätze der Bundeswehr ins politische Programm der Grünen aufgenommen hat.
Das die Grünen jemals eine „Anti-Kriegspartei“ gewesen wären, viele ihrer Mitglieder und die meisten ihrer Wähler mögen das geglaubt haben. Was sie aber nicht wussten ist die Tatsache, dass etliche der Gründer dieser Partei von Anfang an bereit waren, ihre politischen und gesellschaftlichen Ideale notfalls auch militant zu verwirklichen.
Daniel Cohn-Bendit und ein gewisser Joschka Fischer lieferten sich 1998 eine öffentliche Schein- Auseinandersetzung über die Kriegsfrage. Ihr Ziel, die Grünen rechtzeitig zu den Bundestagwahlen 1998 in eine regierungsfähige – das heißt in Deutschland immer auch: militaristische – Partei zu verwandeln und dabei vormals linksalternative Parteimitglieder und Wähler mitzunehmen. Cohn-Bendit spielte, was er ist: den gewaltverliebten Kriegshetzer. Fischer spielte, was er nicht ist: den von moralischen Zweifeln gequälten Antimilitaristen.“
Die Grünen hatten bereits 1999 dem NATO-Überfall auf Serbien zugestimmt und sich damit schwerer Verbrechen schuldig gemacht.

Nun solche politischen Verbiegungen haben die Grünen heute nicht mehr nötig. Das offenen Bekenntnis zu mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr ist nicht zuletzt ein politischer Schachzug der Grünen. Obwohl die Grünen eine Koalition mit der CDU/CSU bis heute ausschließen, ist sie doch möglich. Immerhin gibt es ja keine unüberbrückbaren politische Auffassungen mehr. Beide wollen den Sozialabbau, die Atomkraftwerke abschalten und Kriegseinsätze der Bundeswehr finden Grüne wie auch CDU/CSU für NOTWENDIG UND RICHTIG.

Frank Ullrich
Dresdner Sozialwacht

Deutsche Revolutionäre und ihre Revolutionen

Die Erde bebt, Fische sterben, Vögel fallen tot vom Himmel, der Adel verliert seine Titel … man könnte meinen, das Ende der Welt sei nah. In den USA werden Senatoren von der Polizei gesucht, weil sie sich Abstimmungen entziehen wollen, ganz Nordafrika erlebt Revolten ohnegleichen.

Und in Deutschland, dem Mutterland der großen Revolten gegen Macht?

Deutschland, Mutterland der Revolten?

Wir, die wir uns Eintrittskarten kaufen, um auf dem Bahnsteig zu revoltieren?

Luther – ein Revolutionär. Da spricht den Protestantismus nicht heilig, schmälert aber nicht die Leistung des kleinen unbedeutenden Mönches.

Marx – ein Revolutionär. Das spricht den Kommunismus nicht heilig, schmälert aber nicht die Leistung des kleinen unbedeutenden Gelehrten.

Hitler – ein Revolutionär. Das spricht den Faschismus nicht heilig,  schmälert aber nicht die Leistung des feigen kleinen Gefreiten.

Luther, Marx, Hitler … in einer Reihe genannt? Ich merke, hier wird es zornigen Widerspruch geben. Ich habe auch eine BRD-Sozialisation hinter mir und würde diese Menschen nicht ohne weiteres in einer Reihe nennen. Andererseits …

Was den kleinen Mann an Luther faszinierte, war, das er den Verrat der Kirche an der christlichen Botschaft rückgängig machen wollte. Die ekelerregenden Hexenverbrennungen blieben aber – ebenso die Tatsache, das der Bürger die Religion des Fürsten verpasst bekam.

Was den kleinen Mann an Marx faszinierte war, das er die christliche Botschaft der Nächstenliebe in einem irdischen Paradies verwirklichen wollte. Was kam, war der Plattenbau, der VEB und Wehrübungen am Wochenende.

Was den kleinen Mann an Hitler faszinierte war, das er das Paradies jetzt nur für Deutsche versprach. Und – seien wir doch mal ehrlich: hätten die Deutschen den Krieg gewonnen, würden wir heute anders über jenen kleinen Österreicher reden, der mit einer kleinen Vision großes Unheil angerichtet hat … das große Unheil wäre dann einfach alternativlos gewesen – schon ist es heilig. Kennen wir doch, oder?

Das ist die besondere deutsche Erfahrung mit Revolutionären. Sie kommen an mit großen Worten, aber am Ende lodern Scheiterhaufen, hagelt es Bomben und man wird zur Zwangsarbeit im Lager verpflichtet und am Ende vergast.

Ist ja momentan genauso – man schaue sich nur die Grünen an. Was war das für eine Kultur, die Ende der siebziger Jahre aufbrach. ALTERNATIVE nannten sie sich – und hatten eigentlich alle Probleme der jetzigen Zeit schon im Gepäck.

Frieden wollte man – auch mit der Natur – Gerechtigkeit, eine freie Gesellschaft ohne Zwang, Qual und Ungerechtigkeit, mehr Demokratie wollte das deutsche Volk wagen.

Was haben wir bekommen von jenen Revolutionären? Hartz IV, Afghanistankrieg, Staatsschuldenrekorde.

Wir kriegen auch den Plattenbau zurück, wie Monitor unlängst berichtete:

„2004 – die Laune muss gut gewesen sein bei den damaligen Ministern Ulla Schmidt und Hans Eichel. Für mehr als drei Milliarden kaufte der amerikanische Hedge-Fonds „Fortress“ dem Bund den Immobilienkonzern Gagfah ab. Drei Milliarden – für die staatliche Rentenkasse damals eine rettende Geldspritze. Aber hunderttausende Mieter machten sich Sorgen wegen der „Heuschrecke“, dem neuen Vermieter aus Amerika. Und zu Recht. Von Insidern haben wir Dokumente und Aussagen, die jetzt belegen, wie sieben Jahre nach dem Super-Deal ganze Wohnviertel untergehen.“

Sogar mit edelsten grünen Themen werden die ärmsten der Armen weiter ausgeplündert … das hatten sie nun davon, das sie „grün“ gewählt haben, so heute im Manager-Magazin nachzulesen:

So kommt es, dass ein einwohnerstarkes Land wie Nordrhein-Westfalen (NRW) deutlich mehr in das EEG-System einzahlt, als es daraus erhält. Etwa 2,2 Milliarden Euro brachten die Einwohner von NRW laut BDEW im vergangenen Jahr für die EEG-Umlage auf ihrer Stromrechnung auf. Die im bevölkerungsreichsten Land ansässigen Betreiber von Windrädern, Solar- sowie Biogasanlagen kassierten aber nur 800 Millionen Euro Mittelzuflüsse aus dem EEG.

Andere Länder kommen auf eine wesentlich erfreulichere Bilanz. Allen voran Bayern: EEG-Mittelabflüssen von etwa 1,2 Milliarden Euro standen 2010 laut BDEW Zuflüsse von 2,2 Milliarden gegenüber. Unterm Strich ergibt das einen positiven Saldo von mehr als einer Milliarde Euro. Damit landet in Bayern mit Abstand das meiste Geld aus diesem Schatten-Finanzausgleich.

Die Reichen bedienen sich ungeniert weiter … auch in aller Öffentlichkeit, so ist im Handelsblatt nachzulesen:

Es klingt paradox: Die Commerzbank schreibt endlich wieder Gewinne – und bleibt dennoch politisch unter Druck. Morgen wird das mit 18,2 Milliarden Euro vom Staat gerettete Institut erstmals seit 2007 wieder einen starken Gewinn vorlegen. Analysten gehen von rund 1,3 Milliarden Euro aus. Doch Zinsen auf die Staatshilfen wird die Bank trotzdem nicht zahlen.

Würden wir Normbürger es uns leisten, Zinsen nicht zu bezahlen, dann würde man uns enteignen. Unser Häuschen würde zwangsversteigert. Bei den Herren sieht das aber anders aus, was inzwischen sogar die CDU ärgert:

„Mir fehlt dafür jedes Verständnis, zumal es für die Bank offenbar kein Problem ist, eine erfolgsabhängige Vergütung an ihre Mitarbeiter zu zahlen“, sagte der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU, Klaus-Peter Flosbach dem Handelsblatt. Die Bank, so viel ist durchgesickert, will einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an ihre Mitarbeiter auszahlen.

Das sollten wir uns mal erlauben: „Wir können diesen Monat keine Hypothekenzinsen zahlen, die Kinder brauchen ihr Taschengeld!“

Erlauben wir uns aber nicht. Da haben wir keine Zeit für. Entweder müssen wir bei der ARGE betteln gehen … oder wir schuften uns zu Tode, wieder Manager Magazin:

Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurden 2010 offiziell 1,25 Milliarden bezahlte Stunden Mehrarbeit geleistet, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Dies entspreche einem Plus von 15 Prozent zum Krisenjahr 2009, als das Tochterinstitut der Bundesagentur für Arbeit eine Überstundenzahl von 1,09 Milliarden registriert hatte.

Laut Handelsblatt ist sogar unsere minimalste Absicherung, die Lebensversicherung, bald nichts mehr wert:

Die Lebensversicherer senken massenhaft ihre Überschussbeteiligungen und auch der Garantiezins soll bald gesenkt werden. Neue Risiken im Anleihemarkt verschrecken sicherheitsbewusste Kunden. Verbraucherschützer raten längst von einem Neuabschluss ab. Wird das liebste Vorsorgeprodukt der Deutschen ein Auslaufmodell?

Nun – vielleicht ein Auslaufmodell wie das ganze Modell Europa, wenn man der Welt glauben darf:

Die Zinsen für Portugal nähern sich alten Höchstständen, Ökonomen raten Griechenland zur Drachme: Die Schuldenkrise kehrt mit voller Wucht zurück.

Eigentlich Gründe genug, auch in Deutschland wieder auf die Straße zu gehen. Immerhin … die letzte Revolution hatten wir erst 1989, sogar mit eigener Website:

Die Webseite zeigt den friedlichen und erfolgreichen Verlauf des gesellschaftlichen Umbruchs in Ostdeutschland. Mit vielen Bildern, Dokumenten, Filmen und kurzen Texten werden die Vorgeschichte, dieRevolution im Herbst 1989 sowie der Weg zur deutschenEinheit erläutert. Menschen, die die Revolution vorbereiteten und vorantrieben sowie Orte an denen sich Revolutionäres ereignete, werden vorgestellt.

Was diese Revolution jetzt dem kleinen Mann gebracht hat, kann ich natürlich nicht abschließend beurteilen. Das müssen die selber machen. Machen die ja auch – deshalb wählen die ja auch heute wieder SED-Nachfolgeparteien. Drei Folgen der Revolution kann ich aber benennen: Hartz IV, Afghanistankrieg, Staatsschuldenrekorde.

Wer sich nun wundert, das der Deutsche angesichts massiver Ungerechtigkeiten, eines sich tagtäglich zuspitzenden wirtschaftlichen Niedergangs und einer sich ständig verschlechternder Lebensqualität nicht wieder Rheinbrücken besetzt, Autobahnen sperrt oder sich den Demonstranten in Wisconsin anschließt und den Reichstag besetzt, der sollte sich daran erinnern, das wir – besonders wir – Erfahrungen mit Revolutionen haben. Erfahrungen, die uns Bauchschmerzen bereiten, aber aus unseren Gewerkschaftern Porschefahrer gemacht haben. Das ist – laut Welt – sogar in den USA anders:

Seit mehr als einer Woche halten Lehrer und Gewerkschaftler des öffentlichen Dienstes die Rotunde des Kapitols in Wisconsins Hauptstadt Madison besetzt. Sie belagern bei Eis und Schnee die Residenz des republikanischen Gouverneurs Scott Walker, der ihnen den Krieg erklärt hat. 14 Senatoren der Demokraten, die im Bundesstaat Illinois untergetaucht sind, um eine Abstimmung zu Hause zu verhindern, werden von der Polizei gesucht und von Walker der „Demokratieverweigerung“ bezichtigt: Es sage niemand, Amerika habe keine Aufstände gegen die Staatsmacht zu bieten.

In den USA hat man mit Revolutionen gute Erfahrungen gemacht.

Hier nicht.

Wir scheinen durch unsere Revolutionen Schopenhauers pessimistische Einsicht zu belegen, das alle Versuche, das Leiden in der Welt zu mindern, nur dazu führt, das es seine Gestalt ändert.

Alle?

Nun … die ´68er haben eine kulturelle Revolution hervorgebracht, deren Früchte wir selbst heute noch genießen, deren Erfolge heute noch mit großer Gewalt zurückgebaut werden.

Aber wer würde sich ernsthaft trauen, heute noch positiv über die ´68er zu reden. Die sind ja sogar zum Ausländer zum Essen gegangen, habe ich gehört … Pizza, Gyros, Kebab, Lasagne, Spagetti.

Gut, das sich deren revolutionäre Impulse nicht durchgesetzt haben.

Guttenberg, die Grünen und der ganze Rest: „Wir haben es satt!“ – eine Wutbürgerinitiative

Wir sind als Bürger ja glücklich. Wir leben in einer Demokratie. Wenn wir was ändern wollen, dann können wir das auch. Zum Beispiel bei der Atomkraft: wir haben Bürgerinitiativen gegründet, eine Partei formiert, Wahlen gewonnen: und schon war alles klar mit der Atomkraft. Zwar stehen immer noch Atomkraftwerke herum, verstrahlen unsere Kinder und produzieren giftigen Müll, aber man hat uns versichert, das sei jetzt alles anders als früher.

Oder die Friedensbewegung: als wir anfingen, war Deutschland ein kleines Land, dessen Soldaten höchstens mal zum Üben nach Kanada kamen, aber sonst war klar: von diesem Land wird nie wieder ein Krieg ausgehen. Damals haben wir „Frieden schaffen ohne Waffen“ skandiert, um die Pershings loszuwerden und eine friedliche Welt zu schaffen. Wir haben Bürgerinitiativen gegründet, eine Partei formiert, Wahlen gewonnen: von Pershings redet heute mein Mensch mehr, und damit das auch so bleibt, sind deutsche Soldaten in Afghanistan einmarschiert.

Oder die Umweltbewegung. Auch da haben wir kräftig zugelangt: Bürgerinitiative gegründet, eine Partei formiert, Wahlen gewonnen und haben dreissig Jahre später ein Rekordartensterben.

Wir haben wirklich richtig was bewegt.  Oder – wir hätten was bewegen können, wenn wir nicht die Grünen gewählt hätten, deren Superstar Joschka Fischer sich erst unlängst Helmut Kohl zurückgewünscht hat. Die Grünen … waren nämlich eine Mogelpackung, wie Jutta Ditfurth jetzt im Spiegel schreibt:

Jutta Ditfurth: Am Beispiel der Grünen lässt sich das neokonservative Rollback in diesem Land sehr gut zeigen – das ist das Thema des Buches. Ich habe mir angesehen, wie die Grünen ihre Wähler einbinden, obwohl sie oft das Gegenteil von dem tun, was sie sagen: Bei der Atomkraft, in Kriegs- und in sozialen Fragen. Die Grünen sind Meister in der Kunst des Verrats.

Den Verdacht hatte ich irgendwie auch schon. Immerhin habe ich das Desaster live an der Basis mitbekommen.

Nein, sie wollen nur genauso viel Protest, wie sie brauchen, um in die Regierung zu kommen. Sie haben 2004 im Bundestag und im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn für Stuttgart 21 gestimmt, das verschweigen sie gern. Sie könnten eine Volksabstimmung für Stuttgart fordern, immerhin handelt es sich ja um den Stuttgarter Bahnhof. Stattdessen wollen sie ein Plebiszit für ganz Baden-Württemberg. Damit wird der Tiefbahnhof kommen, weil viele Kleinstädter im Umland scharf auf den unterirdischen Bahnhof sind.

Tarnen, tricksen, täuschen … der Durchschnittsgrüne entwickelt systematisch jene asozialen Qualitäten, die man Arbeitslosen gerne vorwirft. Kein Wunder, das Politiker ein solches Bild von ihren Mitmenschen haben … sie können sich anderes Sozialverhalten wahrscheinlich gar nicht vorstellen – und jetzt weiß man auch, warum – wie die Welt heute berichtet:

Die drei IZA-Wissenschaftler Andreas Peichl, Nico Pestel und Sebastian Siegloch haben das Einkommen der 599 Bundestagsabgeordneten (MdB) inklusive ihrer Nebeneinkünfte mit dem Verdienst von Führungskräften wie Beamten, Selbstständigen mit Führungsverantwortung, Meistern oder Managern verglichen. Die Forscher förderten ein erstaunliches Ergebnis zutage: Demnach verdiente ein Bundestagsabgeordneter im Jahr 2006 inklusive Nebeneinkommen rund 106.000 Euro brutto im Schnitt – und damit 30.000 Euro mehr als Führungspersönlichkeiten in anderen Berufen.

Na, da ist doch jetzt klar, wohin der Hase läuft, oder? In diesem hochverschuldeten Land, das keine fünf Euro für Arbeitslose übrig hat und deren Kinder verrotten läßt, greifen die Verwaltungsangestellten und Volksvertreter mit großen Händen zu. Bei solchen Summen ist es auch wirklich egal, mit welchem Thema man die Wahl gewinnt, Hauptsache man ist Sieger.  Umwelt, Frieden, Gerechtigkeit … alles egal, Hauptsache die eigene Kasse stimmt.

Sowas kann schon mal wütend machen … so wütend, das man zur Gegenwehr greift, wie unser Selbstverteidigungsminister gerade merkt, denn hier geschah laut Spiegel etwas Wunderbares:

Im Web bei GuttenPlag Wiki läuft die Prüfung dagegen schon auf Hochtouren. Nur zwei Tage dauerte es, bis die Aktivisten eine beeindruckende Zwischenbilanz vorlegen konnten: Auf 247 von 407 Seiten habe man Plagiate gefunden, teilten sie am Samstag mit.

Das Tempo, mit dem die Web-Gemeinschaft vorgeht, ist erstaunlich. Erst am 17. Februar hatte PlagDoc die Aktion ins Leben gerufenMit der kostenlosen Online-Office-Software GoogleDocs legte er ein Dokument an, in dem Freiwillige Plagiat-Fundstellen zusammentragen sollten. Frühmorgens um 4.30 Uhr rief er via Twitter zur Mitarbeit auf – und musste schon nach nicht einmal sechs Stunden die Segel streichen.

Ganz ohne Gründung einer Bürgerinitiative oder Formierung einer Partei schießen die einfach den Lieblingspolitiker der deutschen Medien ab. Dabei hat der doch – wenn der Verdacht sich erhärten sollte nichts anderes gemacht als viele andere auch: von der Leistung anderer leben. Deshalb heißt diese Kaste ja auch „Leistungsträger“, obwohl „Leistungsräuber“ ihre Leistung noch präziser beschreiben wurde, weil sie ja nicht nur die Lebensarbeitsleistung ihrer Mitbürger tragen … sie tragen sie auch fort aufs eigene Konto.

Auch so was kann schon mal schlechte Laune machen.

Was Guttenberg und die Grünen auszeichnet, sind ausgezeichnete Kontakte in die USA – nochmal Jutta Dittfurth:

Özdemir war 2002 nach der Bonusmeilen-Affäre und dem Skandal um einen Privatkredit, den er von dem PR-Berater Hunzinger bekommen hatte, eine Zeitlang aus der deutschen Öffentlichkeit verschwunden. Er war in den USA, gefördert vom German Marshall Fund, und hat eine Art Zusatzausbildung gemacht. Danach folgte der steile politische Aufstieg – und plötzlich sitzt er in allen möglichen Gremien, die immer etwas damit zu tun haben, wie sich Europa und Deutschland zu den USA verhalten.

Einen ähnlich steilen Aufstieg hatte auch der Nicht-mehr-Doktor … und manche vermuten, das es sich bei ihm nur um einen weiteren Agenten der Konzernherren der USA handelt, wie bei Zeitgeist-online ausgeführt wird:

Die finanziell hochpotenten Kreise, die den CFR unterhalten, haben eine klare Vorstellung davon, wie die Welt nach ihrem Wunsch und Willen modelliert werden soll. Diese Vorstellungen überschneiden sich streckenweise mit neoliberalen, neokonservativen oder US-amerikanischen geostrategischen Interessen, kommen aber nie 100%ig mit diesen zur Deckung, denn es handelt sich um Interessen „sui generis.“ Die Aufnahme in dieses Einflussgremium steht folglich nicht jedem politisch Interessierten offen, sondern erfolgt nach eigenen Regeln.

Der CFR unterhält ein von David Rockefeller bezahltes Denkfabrikprogramm, dass sich in drei Zentren unterteilt: Das Center für Präventivaktionen, das Greenberg Center für geoökonomische Studien und das Zentrum für universale Erziehung.

Da stoßen wir genau in jene Bereiche hinein, die seit über sechzig Jahren Weltpolitik  manipulieren, oft erwischt worden sind … aber immer weiter wurschteln konnten – und vielleicht jetzt auch im arabischen Raum für eine umfassende Neustrukturierung sorgen.

Nur in Deutschland ist die ehemalige Besatzungsmacht USA überhaupt nicht aktiv an der Gestaltung der Politik beteiligt, weshalb wir ja auch überhaupt keine Ideen von denen übernehmen. Wir sind Freunde, und deshalb kommen in den USA geschulte deutsche Politiker auch immer wie selbstverständlich in die wichtigsten deutschen Gremien – und wer richtig gute nützliche Konzernpolitik macht, wird nach einem kurzen Gastauftritt in der Politik auch noch zusätzlich mit Vorstandspöstchen überschüttet.

Auch so etwas kann richtig wütend machen.

Manche sind sogar so wütend, das sie die Nase voll haben von dem politischen Alltagsbrei und eine Bürgerintiative gründen – eine Wutbürgerinitiative:

„WIR HABEN ES SATT!“

Die ist noch ganz neu. Noch sind es wenige. Der Auftritt ist technisch nicht so brilliant … aber der (leider nicht kopierbare) Text drückt das Lebensgefühl der überwältigenden Mehrheit des Volkes wenn nicht sogar der ganzen Menschheit aus: WIR HABEN ES SATT!

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Ich weiß, das viele Menschen Angst haben – auch davor, das der Fallmanager des Jobcenters ihnen das Essen fortnehmen kann, wenn ihm die politischen Aktivitäten nicht gefallen.  Angst davor, sich öffentlich zu äußern, weil der Arbeitgeber sonst mit Kündigung reagieren könnte. Angst davor, das all jene schlimmen Gerüchte im Netz wahr sein könnten und das Politiker wirklich zu einer Funktionärskaste degeneriert sind, die brutal und gnadenlos nach dem Volksvermögen greifen, das der Einsatz der Bundeswehr im Inneren schon längst geplant … und bald auch notwendig … sein könnte.

Vielleicht aber gibt es noch Hoffnung, denn … in Wirklichkeit sind es nur wenige Menschen, die von dem System profitieren. Nur die, die auf Barbados sichere Häuser unterhalten und diese jederzeit ohne öffentliche Verkehrsmittel erreichen können, haben genug beiseite geräumt, um sich nach dem völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch der Eurozone aus dem Staub machen zu können. Alle anderen haben ein gesundes Eigeninteresse, die Ausplünderung der Volkswirtschaft zugunsten von Boni, Gehältern und Bezügen zu verhindern … das gilt auch für sehr viele Reiche, die ihr Geld in dieser Wirtschaft stecken haben.

Jenseits der rechts/links-Kommödien, die uns täglich von den Medien als ewige Seifenoper vorgeführt werden gibt es eine große Mehrheit von Normalbürgern, die einfach wollen, das Politik und Wirtschaft ihren Job machen: Wohlstand für alle ohne Schulden schaffen! Das ging doch auch mal jahrzehntelang ganz gut – ist also keine wirklichkeitsfremde Utopie. Das ging sogar Jahrtausende lang gut, denn im Prinzip ist jede Kultur von den Normalbürgern aufgebaut worden, bevor sie von der Funktionärselite mit dem Wunsch nach leistungslosem Einkommen in Millionenhöhe zugrundegerichtet wurde.

Normalbürger brauchen keine Titel, keine Ländereien, kein Schloß mit dreissig Zimmern. Ein Heim, eine Arbeit, Freunde, Familie …. das reicht doch schon. Wir brauchen keine Ländereien zur Pferdezucht, keinen Privatstrand, keinen eigenen Jet … ja, wenn der Nahverkehr funktioniert, brauchen wir noch nicht mal ein Auto.

Wir wären ökologisch außerordentlich bescheiden, wenn man uns nur lassen würde. Wir würden gerne wieder der Politik vertrauen, das sie ihren Job macht, für den wir sie außerordentlich gut bezahlen. Wir würden gerne auch der Wirtschaft Land und Infrastruktur sowie Arbeitsleistung zur Verfügung stellen, so das wir alle zusammen unser kleines eigenes Paradies aufbauen können – so, wie es ja auch eigentlich das Ziel demokratischer Gesellschaften sein sollte.

Aber von dem, was tagaus tagein hier präsentiert wird, haben wir die Schnauze gestrichen voll, oder, vornehm ausgedrückt:

WIR HABEN ES SATT!

Und darum gibt es jetzt eine Wutbürgerinitiative. Wenn daraus eine Wutbürgerpartei wird, dann wüßte man wieder, wem man sein Vertrauen schenken kann.

Wir haben es satt! … das hatte sich dereinst auch ein Luther gedacht und sich auf den Weg gemacht. Seine ersten Schritte waren auch noch keine Weltreligion.


Aus der Reihe: Parteien die nicht mehr gewählt werden wollen

netzpolitik.org.28.11.2010

Heute:

Die Grünen

„Wir sind weiterhin gegen den #JMStV, die Fraktion hat sich aufgrund parlamentarischer Zwänge anders entschlossen.“

Na Prima.

via Die Grünen NRW – Twitter

Übrigens, nette Chemtrails im Hintergrundbild. Was will uns das denn sagen?

Und die Hamburger Grünen sind nicht besser. Schnell, bevor die Zusammenarbeit mit der CDU endet, auch noch zustimmen:

Vielleicht sollte man bei der nächsten Wahl argumentieren: „Ich bin ja eigentlich ein Grüner aber ich wurde aus parteipolitischen Gründen gezwungen, DIE LINKE zu wählen“.

Gefunden bei netzpolitik.org

Und alles zusammen gefunden bei fefe

Gorleben! Gesellschaftlicher Supergau! Linke zögerlich. Hartz-Kürzung um 68 Euro – der Terror der Pragmatiker

Man hört ja quasi schon überall die Jubelrufe: der Untergang des Regime Merkels ist nah. Das Himmelreich auch. 0,05 % der Bevölkerung haben von ihrem Versammlungsrecht Gebrauch gemacht um ihren entschiedenen Willen DAGEGEN zu formulieren. Sie sind – in erster Linie dagegen, das der Atommüll in Gorleben gelagert wird.  Würde man den Atommüll in den AKW´s lagern – wie es die Frankfurter Rundschau empfiehlt – so hätte es wohl kaum Proteste gegeben.

So jedoch … wurde alles anders:

Wie anders wäre das Wochenende verlaufen, hätte Schwarz-Gelb eine solche Strategie zur Atom- und Konflikt-Entsorgung gewählt. So aber fuhr der Castor-Zug fast in Sichtweite an den AKW-Standorten Philippsburg und Biblis vorbei Richtung Gorleben, dem gesellschaftlichen Super-GAU entgegen.

Der gesellschaftliche Supergau ist da.  Jedenfalls in der Frankfurter Rundschau. In der TAZ sieht das  natürlich ganz anders aus:

In dem von Schwarz-Gelb ausgerufenen „Herbst der Entscheidungen“ haben sich also zigtausende BürgerInnen zu ihrem ganz individuellen Grenzübertritt entschlossen und damit die eigenen Emanzipationsperspektiven bewusst erweitert. Dem ignoranten Durchsetzen von politisch-wirtschaftlichen Großprojekten setzen sie eine hoffnungsvolle Selbstermächtigung entgegen.

Ob der Autor auch so euphorisch wäre, wenn andere Bürger in einem Akt der hoffnungsvollen Selbstermächtigung sich zu einem ganz individuellen Grenzübertritt entschliessen und damit die eigenen Emanzipationsperspektiven bewußt erweitern, in dem sie weiterhin „national befreite Zonen“ schaffen?

Es ist eine eigentümliche Erscheinung, das selbstgerechte Gewaltausübung (auch „Selbstjustiz“) genannt, immer so was „Gutes“ hat, wenn sie nur von „links“ kommt, während die gleiche Gewalt von „rechts“ fürchterlich böse ist.

Wahrscheinlich ist der Widerstand gegen die Agenda 2010 deshalb so gering gewesen, weil sie ja von „links“ kam und deshalb „gut“ ist. Dabei ist die Frage, ob der Widerstand gegen die Atomkraft eigentlich überhaupt „links“ ist. Gab es im „Osten“ keine Atomkraftwerke? Oder in China? Widerstand gegen Atomkraft ist doch eigentlich gar keine Frage von rechts oder links … oder sind jetzt „linke“ Atomkraftwerke besser als „rechte“?

Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb die Linken jetzt erstmal in Hannover tagen als in Gorleben mit Gregor Gysi auf dem Trecker fahren? Dort jedenfalls … tritt eine Frau auf, der ich immer größeren Respekt entgegenbringe,  hier aus der TAZ:

Sahra Wagenknecht, Vizechefin der Partei, attackiert mit agitatorischem Schwung den Kapitalismus. Die Medien hierzulande würden „von einem Machtkartell von drei Konzernen in Familienbesitz beherrscht“. Oligopole regierten die globalen Märkte, die Staaten seien hilflos. Deshalb müsse, so wie es der Programmentwurf vorsieht, „privatkapitalistisches Eigentum in allen Kernbereichen überwunden werden“ – also verstaatlicht oder vergesellschaftet werden. Die Linkspartei dürfe keinesfalls „ihre Seele verkaufen“, um mitzuregieren. Eine religiöse Formulierung, die nahelegt, dass es sich beim Regieren um etwas Teuflisches handeln muss. Klare Ansage also. Wagenknecht war der Beifall sicher.

Die Beschreibung der Tatsache, das hierzulande drei Konzerne im Familienbesitz bestimmen, welche Meinung wir haben sollen, ist keine „Kapitalismuskritik“ … und sollte auch nicht als solche verballhornt werden, noch sollte man versuchen, es in die Ecke der „linken Sektierer“ zu stellen.  Der Widerstand gegen den Angriff räuberischer Privatinteressen auf zentrale Versorgungsbereiche der Gesellschaft darf nicht zum einseitigen politischen Thema verkommen, ebensowenig wie der Widerstand gegen die Atomkraft.

Atomkraft hat vor allem ihren Reiz darin, das man dort mit ganz wenig Arbeit ganz viel Geld verdienen kann. Alles auf Kosten des Steuerzahlers, im Übrigen.

Dementsprechend … ist es nur konsequent, das in Folge der Laufzeitverlängerung jetzt noch mehr gespart werden muß, zum Beispiel bei den Behinderten, wie die Frankfurter Rundschau berichtet:

Menschen mit Behinderungen sollen künftig nur noch 80 Prozent des Hartz-IV-Regelsatzes bekommen. Das sind 291 Euro. Opposition und Sozialverbände sind bestürzt.

Während sich noch etablierte Bildungsbürger mit Aussicht auf das rundumversorgte Rentenwohlfühlprogramm starke Parolen brüllend Richtung Dannenberg bewegen, führt das System ungerührt seinen Vernichtungsfeldzug gegen unwertes Leben fort.  Eine Begründung für die Kürzung?

Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums bestätigte auf Anfrage der Frankfurter Rundschau, die neue Regelbedarfsstufe 3 gelte vor allem für Behinderte, die bei ihren Eltern wohnen. Die Reduzierung ergebe sich, weil die Betroffenen sich in der Regel nicht an den Haushaltskosten beteiligten. Experten gehen davon aus, dass auch Behinderte betroffen sind, die in Wohngemeinschaften leben.

Man fragt sich, in welcher Welt die leben. Hat man ein behindertes Kind und  Geld genug, ist die soziale Hilfe schon längst privatisiert: man ist „Bedarfsgemeinschaft“ und kommt selbst  zu 100% für den behinderten Menschen auf. Schafft man letzteres nicht, ist so wenig Geld da, das man nicht drauf verzichten könnte, den Behinderten um Beteiligung an den Haushaltskosten zu bitten, zumal er als Bestandteil an einer Bedarfsgemeinschaft gar keine andere Chance hat.

Und was macht die Partei, die … jedenfalls im Westen … mal als Protestpartei gebildet wurde? Bleibt „pragmatisch“ und geht kaputt.  Nochmal aus der TAZ:

Die Linkspartei ist ein fragiles Bündnis sehr verschiedener Milieus: von etablierter Mittelschicht im Osten, Hartz-IV-Empfängern, Westgewerkschaftern.

Kurz und gut …. mit etablierten Alt-SED-Kadern läßt sich keine neue Politik machen, ebensowenig wie mit etablierten Alt-West-Gewerkschaftlern. „Etablierte Mittelschicht“ leistet keinen Widerstand – außer in der eigenen Partei.  Hier geht es nicht um Politik, sondern primär um die Sicherung von persönlichen Versorgungsansprüchen.  So etwas nennt man dann … positiv formuliert … auch gerne die „Pragmatiker“. Ihnen haben wir es zu verdanken, das es überhaupt noch Atomkraftwerke gibt. Sie sind es, die besonders schnell rennen, wenn ein Pöstchen zu besetzen ist, die auf jeden Fall immer selbst in der Regierung mit dabei sein wollen – und dann ist es auch völlig egal, welche Politik gemacht wird.

Aus ihren Reihen kommen dann auch die dümmsten Parolenbrüller, die einem in der Tat verkaufen wollen, mit „Merkel weg“ würde man irgendetwas ändern können.

Kann man nicht. Wir sind keine Diktatur, unsere Merkels sind austauschbar und wir haben viele davon auf Halde.

Die Pragmatiker versuchen nun, das Schlimmste zu verhindern und hier und dort offenere Formulierungen durchzusetzen. Für unbrauchbar halten viele Ostler vor allem die sogenannten drei Haltelinien für Regierungsbeteiligungen. Demnach darf sich die Linkspartei an keiner Regierung beteiligen, die Privatisierungen, Sozialabbau oder Stellenabbau im öffentlich Dienst befördert. Birke Bull, Vizechefin der Linksfraktion in Sachsen-Anhalt, kritisiert, dass damit das politische Urteil über Regierungsbeteiligungen „durch scheinrationale Kriterien“ ersetzt werde. Tatsache ist: Wenn man diese drei Kriterien strikt anlegt, dann hätte die Linkspartei in Berlin und Brandenburg nie regieren dürfen.

Auf deutsch? Die Pragmatiker der Linken möchten auf ihren Platz auf dem Schoß der Lobbyisten nicht verzichten, denn da ist warm und trocken und es gibt auch Kekse – äh – „Honorare“, außerdem … so ein Pöstchen als Oberkreisdirektor ist doch auch nicht schlecht? Wie soll man denn sonst alles bezahlen, was der Kapitalismus an bunten, lauten und wohlschmeckenden Dingen produziert?

Erinnert mich daran, das es früher für Pragmatiker ein anderes Wort gab.

Verräter.

Da mir Worte wichtig sind, sollte man sie auch so benutzen. Pragmatiker sind Verräter, immer und überall. Wer Zweifel dran hat … schaue sich mal die Politik von Pragmatikern an. Schröder, Clement, Scharping von der SPD oder Fischer von den Grünen waren solche … „Pragmatiker“.

Vielleicht … wäre sogar der Umkehrschluß richtig: das die Idealisten aller Parteien ohne weiteres – unabhängig von ihrer politischen Richtung – ganz aktzeptable Politik für Menschen machen würden.

Eine ideale FDP würde problemlos aktzeptieren können, das Freiheit und bedingungsloses Grundeinkommen in einer hochspezialisierten arbeitsteiligen Gesellschaft bedingungslos zusammengehören. Eine ideale CDU würde wissen, das sie aufgrund ihrer christlichen Ethik mit Kommunisten kaum Konfliktpunkte hinsichtlich der Sozialpolitik hat und auf jeden Fall die dienende Funktion von Wirtschaft unterstreicht.

Es gibt ein ganz weites Feld möglicher Kompromisse zwischen allen politischen Parteien … die allein auf der gemeinsamen Anerkennung der Allgemeinen Menschenrechte beruhen.

Und dann gibt es die Pragmatiker, die jede politische Bewegung benutzen, um ihr eigenes Fortkommen zu sichern, die jedes politische Ideal mißbrauchen, um nur selbst ein Eigenheim mit Garage zu bekommen.

Insofern … weiß man doch schon wieder, was man tun kann, damit man nicht nur protestieren sondern auch was ändern und gestalten kann: einfach konsequent die Pragmatiker aus der Politik verbannen, sie haben dort nichts verloren … nur viel zu erbeuten. Was man darüber hinaus nie vergessen sollte: Diktatur ist eine ungeheuer praktische Regierungsform mit ganz geringen Reibungsverlusten. Da regiert dann … BASTA!

Es sind gerade die Pragmatiker, die ein weites Einfalltor für Lobbyisten jeder Art bilden, dabei verstecken sie sich gerne hinter „alternativlosen Sachzwängen“, die ihre Geldgeber allerdings erst konstruiert haben.  Und es sind letztlich die Pragmatiker, die … dort kürzen, wo es am wenigsten Widerstand geben wird.  Und weil sie so pragmatisch sind, kürzen sie letztlich gerne auch auf NULL – natürlich nur Aufgrund von alternativlosen Sachzwängen. Das hatten wir in diesem Land schon mal.

Und darum beteiligen sich linke Pragmatiker gerne an Regierungen, die Sozialabbau, Privatisierungen und Stellenabbau im öffentlichen Dienst wie die CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNE betreiben – warum sollten diese Parteien auch ein Monopol darauf haben, Aufsichtsratsposten zu vergeben? Und warum sollte man Frau Wagenknecht folgen und erkennen, das Staaten an sich in der Tat hilflos geworden sind – durch den Sturm der „Pragmatiker“ auf „Pöstchen“.

Ich schätze mal, das man die Anhänger von Gewalt auch und gerade auf Seiten der „Pragmatiker“ findet.  Rechts wie links – und erst recht in der Mitte.

123 worte über ein grünes wunder

2011 wird gruen

nun, da die grünen immer mehr… die maske fallen gelassen bekommen, fand ich es an der zeit, ihnen auch einmal eine kleine fotomontage zu widmen, um nicht immer nur auf der cducsuspdfdp-blockpartei herumzuhacken, welche ja folgerichtig auch in cducsuspdfdpgrüne-blockpartei umgetauft werden sollte!

die grünen sind im übrigen die erste partei, bei der ich den vollzug der mimese von der geburt bis zum ist-zustand beobachten konnte. nun bin ich gespannt, wann die entwicklung bei den linken beginnt. erste tendenzen meine ich schon zart erkennen zu können, was uns alle aber leider auch nicht weiterbringt.

2011 wird gruen

wie dem auch sei, im moment und in den kommenden jahren werden wir erstmal unser grünes wunder erleben, wie hier an verschiedenen stellen recht anschaulich nachzulesen ist.

Das Wendland, das Atom, der Röttgen, der Özdemir und die politische Landschaftspflege

Nun ist die Republik ja endlich mal wieder aufgewacht. Der Frust von Millionen von Grünen über die neoliberale Politik hat endlich ein Ventil gefunden, Bundeskanzlerin Merkel hat selbst dazu beigetragen, das die Grünen wieder zu sich selbst finden: sie boxte die Laufzeitverlängerung für AKW´s durch, den Ausstieg aus dem Einstieg zum Ausstieg.

Atomkraft ist ein Sicherheitsrisiko, auch Innenpolitisch. Schon vor dreissig Jahren konnte man sehen, das der Atomstaat nicht lustig wird. Und wenn man dann die Leukämiefälle bei Kindern, die in der Nähe von Atomkraftwerden wohnen,  herunterspielt wie die Anzahl der Hirntumore bei der Handynutzung, dann muß man sich nicht wundern, wenn die Dinger wieder da sind.  Atomkraft macht krank, Atomkraft ist teuer, aber: an Atomkraft kann man super verdienen, weil die Produktion in der Hand ganz weniger spezialisierter Fachleute liegt. Atomkraft eignet sich gut dazu, richtig tolle Leistungsträger zu zeugen, inklusive Yacht, Villa und Oldtimersammlung.

Außerdem erzeugt Atomkraft genau jene Form von Staat, die sehr angenehm für Verwaltungsbeamte in der Regierung ist … und Verwaltungsbeamte sind alle, auch der Norbert Röttgen.

Gegen Atomkraft kamen jetzt 50000 Menschen im Wendland auf die Straße, jenem Wendland, in dem die Republik Freies Wendland einst einen Ausblick auf eine neue, ganz andere Bundesrepublik geworfen hat, einen Blick, der Lust auf Zukunft machte.  Was dann kam, war Dauerkohl. Während die bundesweite Aktion der Montagsdemonstranten in Berlin ein eher bescheidenes Echo hervorgerufen hat und der heiße Herbst der Gewerkschaften sehr leise im Novembernebel versickert, sit die Anti-AKW-Bewegung wieder zurück.

Im Zusammenhang mit den Protesten zeigte Norbert Röttgen, das er Jurist ist. Juristen sind ja nun eigentlich ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft, ebenso wie Journalisten. Andererseits kann man Juristen schneller kaufen als Journalisten: Advokat und der Anwalt ist dein Freund! Wenn die Summe stimmt, verteidigt der Jurist den Kinderschänder, den Mafiaboss, den Völkermörder oder eben die Atomlobby. Juristen sind wichtige Menschen, aber … für politische Ämter im Prinzip völlig ungeeignet.

Gleich nach der Wahl zum Chef von NRW mußte der Norbert dann laut Spiegel auch schnell mal zeigen, das diese Annahme stimmt:

Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat die aktuellen Castor-Transporte mit Atommüll nach Gorleben seinerseits verteidigt. Es gebe keine Alternative dazu, den bei der Stromerzeugung durch Kernenergie entstandenen Abfall „vernünftig“ zu entsorgen, sagte Röttgen auf einem Landesparteitag der NRW-CDU.

Wenn man etwas nutze, müsse man sich auch um den anfallenden Abfall kümmern, fügte Röttgen hinzu. Die Sicherheit von Kernkraftwerken sei „nicht verhandelbar“. Insofern sei der Protest gegen die Castor-Transporte „verantwortungslos“, weil die Verantwortung eine sichere Entsorgung des Atommülls gebiete.

Man merkt: ein Anwalt sprach. Hochgiftigen Atommüll einfach in die Landschaft kippen ist extrem verantwortungsvoll, sich darüber aufzuregen, ist verantwortungslos – ihn zu produzieren, ist ein reiner Akt der Nächstenliebe, weshalb man ihn ja auch laut ZDF mit 40 000 Millionen Euro Steuergeldern subventioniert.

Ich plädiere hiermit dafür, das der Amtsitz des Herrn Röttgen ins Wendland verlegt wird … direkt über dem Lager. Führungspersönlichkeiten zeichnen sich ja durch Vorbildcharakter aus und wenn der Herr Röttgen zeigt, wie ungefährlich das ist (vielleicht zieht er ja auch demonstrativ mit seiner Familie nach nebenan, Bauland ist da billig), dann ist den Demonstranten der Wind aus den Segeln genommen … und man hätte erste Schritte unternommen, die überbordenden Bezüge der Abgeordneten ebenso aus Gründen des Vorbildcharakters auf Hartz IV-Niveau zu senken – das reicht ja völlig aus zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Währenddessen gibt die Welt dem Protest ein lustiges Gesicht:

Wer gegen den Castor-Transport demonstriert, muss nicht bierernst sein. Selbst Charlotte Roche („Feuchtgebiete“) reiht sich in den Widerstand ein.

Und zeigt auch die Relevanz auf:

40 000, vielleicht sogar 50 000 Menschen drängen sich in Richtung des große Ackers unweit der Verladestation Dannenberg. Das sind zwar immer noch ein paar weniger als beim Spiel des HSV gegen Hoffenheim,

Zum Fußball gingen mehr. Währendessen berichtet die Legal Tribune von einer gezielten Kriminalisierung der Demonstrationsteilnehmern:

Nun wurden schon im Vorfeld geplanter Demonstrationen gegen Castor-Transporte in Niedersachsen etliche Personen zur „polizeilichen Vermessung“ vorgeladen. Die Behörden beriefen sich dabei auf  § 81 b StPO. Nach dieser Vorschrift dürfen, soweit es für die Zwecke der Durchführung des Strafverfahrens oder für die Zwecke des Erkennungsdienstes notwendig ist, Lichtbilder und Fingerabdrücke des Beschuldigten auch gegen seinen Willen aufgenommen und Messungen und ähnliche Maßnahmen an ihm vorgenommen werden.

Nach Medienberichten ist allerdings keiner der Betroffenen bisher strafrechtlich verurteilt worden. Es gab nur Ermittlungsverfahren, die aber alle mangels hinreichendem Tatverdacht oder wegen geringer Schuld eingestellt wurden. Trotzdem begründen die Behörden die Vorladung jetzt mit der effektiven Vorsorge zur Verhinderung von Straftaten bei Versammlungen. Es handele sich dabei nur um einen geringen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der betreffenden Personen.

Die einschüchternde Wirkung der geplanten polizeilichen „Vermessungen“ steht außer Frage. Die betroffenen Personen stehen im Fokus polizeilicher Beobachtung und werden sich deshalb eine Teilnahme an Demonstrationen sehr genau überlegen.

Es sind unbescholtene Bürger, die – wenn man der Welt folgt – nur mal so zum Spaß einen kleinen Landausflug machen, lustig geschminkt mit bunten Luftballons … und vielleicht waren es auch nur 20000, die zur „Protest-Party“ kamen, wie der Spiegel das Schauspiel betitelte.

Sowas finden die Medien halt lustig. Ist es irgendwo ja auch … sagt hier jemand, der selbst früher mal dabei war. Man denkt, man geht auf die Straße, latscht sich die Füße kaputt, macht lauten Lärm und ändert dadurch irgendetwas.  Dreissig Jahre später merkt man … eigentlich hat man nichts verändert. Politik macht man anders in diesem Land. Die Kraftwerksbetreiber wissen das, wie anti-atom-aktuell berichtet:

Georg Wilhelm Adamowitsch war nervös. Seine Ehefrau wartete. Abrupt zog sich der beamtete Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium am Nachmittag des 1. Dezember aus einer Gesprächsrunde zurück, um gemeinsam mit seiner Gattin einer Einladung des drittgrößten deutschen Energieversorgers zu folgen.

Vattenfall Europe hatte mehr als tausend erlesene Gäste aus Politik, Kultur und Medien in die Deutsche Staatsoper geladen, zur Vorpremiere der Oper Carmen, dirigiert von Daniel Barenboim, und mit anschließendem Empfang in den gediegenen Räumen der Opern-Konditorei. Adamowitsch ist für Energiepolitik zuständig und novelliert derzeit das Energiewirtschaftsgesetz. Seit Monaten ringen Staatsdiener und Konzern-Lobbyisten deswegen um die Neufassung der Paragrafen, die die Spielregeln auf dem Strom- und Gasmarkt für die kommenden Jahre festlegen werden. Das von der Europäischen Kommission in Brüssel geforderte Ziel, künftig per Regulierung für Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt zu sorgen, beunruhigt die Netzmonopolisten, die unter den bisherigen Bedingungen Milliardengewinne erwirtschaften. Und sie versuchen ihre Interessen mittels politischer Landschaftspflege durchsetzen. Eine Aufführung von Carmen könnte da helfen, erlaubt sie dem Vattenfall-Europe-Chef Klaus Rauscher doch, seinen Konzern als Kulturförderer in ein sanftes Licht zu rücken. Ein 50.000-Euro-Scheck, ausgestellt für die Aktion »Opernkarten zu Kinopreisen« mit der junge Leute zu Besuchen der Oper motiviert werden, könnte ablenken von weniger glanzvollen Leistungen wie der zum 1. Januar 2005 angekündigten 19-prozentigen Erhöhung der Entgelte für die Nutzung der Vattenfall-Stromnetze, der Abbaggerung von Ortschaften in Lausitzer Braunkohlenrevieren oder den Millionen Tonnen von Klimagasen, mit denen Vattenfalls Kraftwerke die Atmosphäre aufheizen. Was könnte die geladenen Gäste friedvoller stimmen als ein wenig Wohltätigkeit zu Beginn der Adventszeit? Die Dunkelziffer der Gierigen ist »enorm hoch«.

„Politische Landschaftspflege“ zahlt sich halt aus. Den Konzernen ist es egal, ob nun 20000, 50000 oder 10000000 auf die Straße gehen … sind doch eh´ alles nur Nullen. Was wichtig ist, ist, das man zentrale Figuren in der Tasche hat. Gegen den Lärm der Straße gibt es schalldichte Fenster, wattstarke Medien und Juristen, die einem das Volk für wenig Geld vom Hals halten.

Da schwindelt der Grünenchef Özdemir, wenn er der Bildzeitung sagt, er meine, die Regierung wolle ihre Politik mit Wasserwerfern durchsetzen. Die arbeiten nicht mit Wasserwerfern, sondern mit Überweisungen. Überall arbeiten wir eher mit Überweisungen als mit Waffen, das ist unsere gesellschaftliche Übereinkunft, die unseren gemeinsamen Wohlstand und Frieden sichert. Das gerade Özdemir aber lieber auf die Wasserwerfer als auf den Lobbyismus schielt ist verständlich … hat er doch einen privaten Kredit bei Moritz Hunzinger, dem wegen uneidlicher Falschaussage vor Gericht verurteilten PR-Berater und ehemaligen Schatzmeister der Christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft, der schon den Scharping aus dem Kriegslügentheater gerettet hatte und dem Özdemir zusätzlich noch ein Honorar für einen Auftritt bei Microsoft zahlte.

Atomkraft ist ein Weg, durch leistungsloses Einkommen auf Staatskosten so richtig reich zu werden.  Da kann man viel Geld in alle möglichen Kanäle fließen lassen, Geld, das alle weichspült.  Auf einmal verstummen auch die kritischen Linken, die noch die Proteste gegen Banken Ende Oktober mit dem Hinweis verhindert haben, das die Blockaden den Sicherheitsstaat anheizen würden. Aber die … waren ja vielleicht auch nur bezahlt.

2010 macht man Politik beim Schmausen im Opernhaus. Die großen Medien wissen das … und geben sich deshalb belustigt über des bunte Treiben der skurrilen verantwortungslosen Spaßvögel, die ernsthaft glauben, man könnte im Deutschland des Jahres 2010 Politik ohne Scheckbuch machen.

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