Diabetes

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Deutschland, das Land der Kranken – oder das Land, das krank macht?

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Samstag, 27. 9.2014. Eifel. Wenn ich über das kranke Deutschland schreibe, werden Sie sicher irgendetwas Asoziales erwarten. Korruption in der Politik zum Beispiel: das ist ziemlich krank. Geschieht in Deutschland ganz öffentlich, 5000 Lobbyisten sorgen in Berlin dafür, dass die Politik ihrer Verbände durchgesetzt werden. Gut, es gibt auch Lobbyisten von Umweltschutzorganisationen – jedenfalls habe ich mal einen in Brüssel gesehen. Meistens jedoch können sich diese mit 100000 Euro/Jahr fürstlich versorgten Herren (eine Dame sah ich da noch nie, fällt mir gerade ein) nur große Konzerne leisten, die jederzeit ihre Aufwendungen für Lobbyisten als Werbekosten von der Steuer absetzen können – oder irre ich da? Ja – wir Bürger zahlen mit Preisaufschlägen und Steuern dafür, dass unsere Politiker davon abgehalten werden, in unserem Sinne zu arbeiten. Krank, oder?

Oder diese Bankenrettung. Groß titeln die Massenblätter, dass jeder dritte Euro für Soziales ausgegeben wird – das die anderen beiden bei den Banken landen, wird nicht erwähnt. Na ja – Scherz beiseite, dass ist übertrieben: aber dass wir schwerreichen, kerngesunden Bankern eine Sozialhilfe zahlen, die zigtausendfach über der Sozialhilfe für Bürger liegt, ist doch auch krank, oder?

Oder nehmen wir die Gesellschaft? Fast zwei Drittel der Deutschen hacken auf Juden, Ausländern (besonders Muslime), Arbeitslosen, Asylbewerbern oder Menschen mit Migrationshintergrund (auch hier: Muslime) herum. Alles faule Säcke, wenn man die vom Abstieg bedrohte Mittelschicht fragt (siehe Boell.de):

61 Prozent sind der Ansicht, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müssen. Gerade in der verunsicherten Mittelschicht gibt es offenbar zunehmend ein Bedürfnis nach Abgrenzung. Schwache soziale Gruppen, z. B. Langzeitarbeitslose, werden für ihr eigenes Schicksal verantwortlich gemacht, auch um die Möglichkeit des eigenen Scheiterns von sich zu weisen.

Die Taz spricht von einer „Verrohung des Bürgertums“ (siehe Taz):

Die Umfrage belegt zugleich eine geradezu sprunghafte Zunahme rechtspopulistischer Einstellungen vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern mit höheren Einkommen (ab 2.598 Euro im Monat).

Ist das nicht krank? Superkrank? Ich meine: kann man solch´ ein asoziales Verhalten einer ansonsten wohl versorgten Speckschicht noch  geistig gesund nennen? Geht das nicht schon in den psychopathischen oder soziopathischen Bereich und ist behandlungspflichtig?

Interessante Fragen, die mich heute nicht interessieren. Letztlich begegnete mir die Information, dass fast zehn Prozent der Deutschen schwerbehindert sind (siehe Spiegel). Fand ich ziemlich viel. Es brachte mich auf eine andere Frage, die mich schon länger beschäftigt: was haben die eigentlich sonst noch so, die Deutschen?

Krebs natürlich. Oft erwähnt, neben Herz-Kreislauferkrankungen eine der häufigsten Todesursachen. 1,5 Millionen Menschen litten allen 2010 darunter , Tendenz: steigend. Platz 1: Prostata bei Männern, Mammakarzinom bei Frauen, Platz 2 Darmkrebs, Platz 3: Lunge (siehe Krebsinformationsdienst).

Lunge? Die kann doch auch sonst noch erkranken? Das sind doch die Leute mit dem kleinen Fläschchen, die inhalieren müssen?

Da gibt es zwei Formen, die erstmal interessieren: die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (copd) und das Asthma. Copd betrifft 18,1 % der Bevölkerung, 7,5 befinden sich im Stadium 2 – wo es ernst wird (siehe Ärztezeitung). Sechs Millionen Menschen leiden unter dieser Erkrankung (siehe copd-Deutschland) – und mehr als doppelt soviel laufen mit Stadium 1 herum, ohne etwas zu merken. Die zählen wir aber erstmal nicht.

Asthma sieht nun ähnlich aus – ist aber etwas ganz anderes (Differentialdiagnose: siehe Ärztezeitung). Zu den sechs Millionen Menschen mit copd kommen nochmal 6 Millionen Asthmatiker – 10-15 Prozent aller Kinder leiden darunter (siehe asthma-verstehen).

Gemeint ist hier allergisches Asthma.

Ach ja: Allergien.

Allergien können Asthma verursachen – doch Allergien müssen nicht unbedingt die Lunge betreffen. Zahlen haben wir da aus dem Jahre 2011:

25 % der Deutschen leiden unter Heuschnupfen, 8,5 % unter einer Kontaktallergie, 6, 5 % unter Neurodermitis (siehe Statista), das wären allein 20 Millionen Menschen mit Heuschnupfen. Insgesamt summieren sich die allergischen Erkrankungen auf 35 % der Bevölkerung – im Jahre 2012.  (siehe Welt)… das wären 28 Millionen Allergiker in Deutschland.

Tendenz: steigend, sie ältere Zahlen nahelegen (siehe allergien.com):

In jahrelangen Studien ließ sich beobachten, dass die Anzahl der Erkrankungsfälle immer weiter ansteigt. Waren im Jahr 1990 etwa 25 % der Bevölkerung von einer Allergie betroffen waren, so waren es 2000 schon 30 %.

Und im Jahre 2012 35 %. Man kann ausrechnen, wann wirklich jeder eine Allergie hat. Manche marschieren jetzt schon auf die 50 % zu (siehe DGAKI).

Allergische Erkrankungen betreffen in Deutschland ungefähr 20 – 30 Millionen Menschen, über die Hälfte der Bundesbürger sind bereits „sensibilisiert“, d. h., tragen Antikörper in sich, die bei Kontakt mit Allergenen aus der Umwelt irgendwann zur Krankheit führen können. Allergie kann deshalb mit Fug und Recht als eine „Volkskrankheit“ bezeichnet werden, von vielen wird sie als „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ apostrophiert.

Der Lunge geht es im Übrigen auch immer schlechter (siehe biermann-medizin):

Deutlich wird anhand des Weißbuches, dass pulmonale Erkrankungen häufig sind – oder, wie es Gillissen ausdrückt, dass „die Lunge wesentlich für das Krankheitsgeschehen in Deutschland ist“. So ist die Lebenszeitprävalenz von Asthma im Zeitraum 2003-2009 bei Frauen von sechs auf zehn Prozent gestiegen, bei Männern von 5,2 auf acht Prozent. Bei der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) müsse von einem Anstieg der Punktprävalenz von 1,3 auf 13,1 Prozent ausgegangen werden, erläuterte Gillissen. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation werden pulmonale Erkrankungen und insbesondere die COPD bis zum Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache darstellen.

Kranke Lunge, ausrastendes Immunsystem (ja, das sind Allergien in Wirklichkeit: der Körper reagiert auf harmlose Stoffe wie auf einen schlimmen Feind – eine spannende Geschichte), was gibt es denn sonst noch?

Na, das Herz. Häufigste Todesursache in Deutschland. Da kann viel kaputt gehen: dem elektrischen Motor des Herzens geht der Strom aus, der Muskel wird schwach, das Gefäßsystem verkalkt (was gerade am Herzen wiederum selbst ganz üble Folgen haben kann). Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall können dann die unangnehmen Folgen sein. Über 25 % der Deutschen haben Probleme mit dem Bluthochdruck (siehe rki), das wären locker 20 Millionen. Betrifft auch Jüngere (siehe Wikipedia)

In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen ist der Druck in den Gefäßen bei etwa jeder zehnten Frau und etwa jedem vierten Mann zu hoch.

Kein Wunder angesichts der Ursachen:

Ein wichtiger blutdrucksteigernder Faktor kann die Erwerbstätigkeit sein. Von Arbeitenden mit einem durchschnittlichen Alter von 44 Jahren hatten nur 35 % einen normalen Blutdruck, und von den Bluthochdruckkranken hatten nur 7,5 % unter blutdrucksenkender Therapie normale Blutdruckwerte.

Sensation, oder? 65 % der arbeitenden Bevölkerung über 44 leiden unter Bluthochdruck und stehen damit ganz oben auf der Exekutionsskala des Herz-Kreislauf-Systems. Arbeit mach krank, aber wir schimpfen über Arbeitslose.

Wir sehen: das ist nicht allein ein Problem des Alters – obwohl die Betroffenen gerade im Alter ein Problem bekommen (siehe cips-conference)

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems führten im Jahr 2005 in Deutschland zu 367.361 Todesfällen; bei fast jedem zweiten Deutschen (ca. 45 %) wurde der Tod durch eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems ausgelöst (STATISTISCHES BUNDESAMT 2006). Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen damit weiter unverändert die Liste der Todesursachen an. Infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben insbesondere ältere Menschen: Fast 91 % der Verstorbenen waren über 65 Jahre alt. Ein zunehmendes Problem ist dabei die in Deutschland wie in anderen westlichen Industrieländern stetig wachsende Zahl chronisch herzkranker Patienten. Derzeit leiden ca. 1,8 Millionen Deutsche an chronischer Herzinsuffizienz, jährlich kommen 200.000 bis 300.000 Patienten hinzu.

Bleiben wir konservativ und zählen hier nur 20 Millionen Kranke. 12 Millionen mit Lunge, im Schnitt 25 Millionen mit Allergie: 57 Millionen Erkrankungen. Aber das ist nur ein Zwischenergebnis, aus gleicher Quelle erfahren wir auch etwas über die Diabetiker:

Laut Angaben der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) sind aktuell über 7 Millionen Menschen in Diabetes-Behandlung, weitere ca. 3,5 Mio. wissen nichts von ihrer Erkrankung. Jeden Tag kommen etwa 1.000 Betroffene dazu – zunehmend in jüngerem Alter und bedauerlicherweise auch immer mehr Jugendliche.

10,5 Millionen – zusammen mit den Demenzkranken, den Krebskranken und den vorher aufgeführten Problemen mit Immunsystem sind wir bei 70 Millionen kranken Menschen: bei konservativer Schätzung – die Allergie gäbe ja noch viel mehr her.

Kommen wir zum Rücken. Erstmal zu den Knochen (alle Zahlen aus: Schmerz in Zahlen vom Forum Schmerz)

In Deutschland gibt es 7,8 Millionen Menschen über 50 Jahren, die an Osteoporose leiden

8,5 Millionen Erwachsene sind von Arthrose betroffen

Rheuma: 1,6 Millionen. Neuropathischen Schmerzsyndrom: 4 Millionen. Also  nochmal über 20 Millionen.

„Rücken“ ist aber insgesamt noch schlimmer (siehe Paradisi):

Zeitlebens haben nur 10 bis 20 Prozent aller Deutschen keine Rückenschmerzen. Jeder zehnte Deutsche hat chronische Schmerzen und davon gehen 15 Prozent in Frührente.

80 % der Deutschen haben Rückenschmerzen? Das sind locker mal 64 Millionen. Vielleicht auch 72 Millionen. Soll ich die mal zu den 90 Millionen Erkrankungen hinzuzählen, die das 80 Millionen starke Volk jetzt schon hat?

Dabei sind wir noch gar nicht bei den Kopfschmerzen angekommen, die gibt es ja auch noch (siehe Schmerzklinik).

Zwei von drei erwachsenen Deutschen (etwa 66 Millionen) leiden zumindest zeitweilig unter Kopfschmerzen. Das sind rund 47 Millionen Menschen. Von diesen wiederum sind fast 18 Millionen von Migräne betroffen, weitere 25 Millionen von Kopfschmerzen des Spannungstyps, der Rest mit knapp vier Millionen leidet unter anderen Formen wie beispielsweise dem Cluster-Kopfschmerz und vielen weiteren Formen.

Wir sind jetzt gerade bei 209 Millionen Erkrankungen.

Das kann ganz schön auf die Psyche schlagen, oder?

Ja – die Psyche (siehe Gesundheitsstadt Berlin)

Laut einer Studie von Jacobi haben 42 Prozent aller Bundesbürger im Laufe ihres Lebens schon einmal unter einer psychischen Störung gelitten.

33, 6 Millionen – mit erstaunlichen Steigerungsraten (siehe Statista):

Im Jahr 2008 betrug der Indexwert für Krankheitsfälle aufgrund psychischer Erkrankrungen 188; d.h., dass im Jahr 2008 rund 88 Prozent mehr Fälle psychischer Erkrankungen registriert wurden, als im Jahr 1994.

Neuere Zahlen belegen die Katastrophe menschlichen Geistes (siehe psyga)

Trotz rückläufiger Krankenstände in den letzten Jahren wächst der relative Anteil psychischer Erkrankungen am Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Er kletterte in den vergangenen 38 Jahren von zwei Prozent auf 14,7 Prozent. Die durch psychische Krankheiten ausgelösten Krankheitstage haben sich in diesem Zeitraum verfünffacht. Während psychische Erkrankungen vor 20 Jahren noch nahezu bedeutungslos waren, sind sie heute zweithäufigste Diagnosegruppe bei Krankschreibung bzw. Arbeitsunfähigkeit.

Depressionen liegen da bei 8 % der Bevölkerung, wobei Jugendliche von 18-29 Jahren bei knapp 10 % liegen.

Mag es da Zusammenhänge geben mit den oben geschilderten kranken Zuständen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

Wollen wir da mal nicht weiter ausholen, denn ich höre schon das Gemecker: „Man kann doch nicht einfach alle Krankheiten addieren!“.

Klar – es gibt sie, die multimorbiden Patieten. Die, die alles haben – erst recht im Alter … aber wissen Sie, dass wir momentan schon bei 4 Erkrankungen pro Bundesbürger angelangt sind – die meisten davon chronisch?

Haben Sie bemerkt, dass wir uns um das Ohr, das Auge, die Leber, die Niere, das Blut, die Galle oder den Magen-Darm-Trakt noch gar nicht gekümmert haben, mal abgesehen von den Infektionskrankheiten, die auch zunehmen (siehe Augsburger Allgmeine) Soll ich da auch nochmal ein paar Millionen einsammeln … oder reicht Ihnen das jetzt, um mal ein wenig ins Nachdenken zu kommen?

Wer in Deutschland ist eigentlich noch gesund?

Wissen Sie eigentlich, wie viele Krankheiten wir mitlerweile haben? 12161 verschiedene Diagnosen enthält der ICD 10 momentan (siehe Wikipedia): Tendenz: steigend.  Manche meinen ja, es sei nur die Sucht der Ärzteschaft nach Profilierung, die das finden oder erfinden neuer Erkrankungen (zum Beispiel ADHS) vorantreiben – aber reicht das wirklich aus, um diese erschreckenden Zahlen zu erklären?

Oder macht unsere Gesellschaft vielleicht doch ein wenig kranker, als wir gerne zugeben?

Und: ist es angesichts dieser Zahlen wirklich verwunderlich, dass wir ein paar Millionen Menschen auf dem Arbeitsmarkt haben, die zwar noch keine Rente beziehen aber aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nie wieder dem Standard eines deutschen Personalmanagers entsprechen werden?

Na ja – dies ist ein Nachdenkmagazin. Hier möchte man zum eigenen Denken ermuntern, zu dem nur ein Anstoß gegeben wird. Mal schauen, zu welchen Ergebnissen die Denker kommen: ein Land der Kranken, ein Land das krank macht – oder nur statistischer Unfug?

Bin mal gespannt auf die Antworten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Europa: rauchfrei, zuckerfrei, alkoholfrei, autofrei, fernsehfrei, unfrei

Wenn mal so gar nichts mehr geht, dann gehts wieder gegen die Raucher. Schon lange frage ich mich: warum? Warum der Kreuzzug gegen Raucher, die mit ihrer Tabaksteuer doch dem Staat so gut tun? Helmut und Loki Schmidt beweisen in ihrem seit 90 Jahren dauernden Selbsttest, das Aktivrauchen in keiner Art und Weise schädlich sein kann. Kein Krebs, kein Herzinfarkt – alles dummes Zeug möchte man meinen.  Die Wissenschaft gibt einem da Recht, so die Cora-Studie aus der Uniklinik Hamburg:

Wider Erwarten spielt Rauchen allein für Frauen keine entscheidende Rolle für die Entstehung koronarer Herzkrankheit.

Rauchen macht auch keinen Krebs – jedenfalls statistisch gesehen. 25-30% aller Raucher bekommen Krebs … das heißt 70-75% aller Raucher bekommen KEINEN Krebs. Dafür mag es gute Gründe geben, die laut Zeit in den Genen liegen:

Raucher ohne diese erbliche Belastung haben zwar immer noch ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko, doch liegt es weit niedriger als bei den Trägern der Varianten. Darüber hinaus zeigten die Texaner, dass die grundsätzliche Verknüpfung zwischen den betreffenden Genen und Lungenkrebs trotz allem unabhängig vom Rauchen war. Das Team von deCode aus Island konnte wiederum belegen, dass genetische Abweichler weitaus häufiger echte Nikotinabhängigkeiten entwickeln und auch mehr Zigaretten rauchen, als die Kontrollen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen – ich rauche nicht.  Ich trage auch keine Burkha, trotzdem läßt mich ein Bekleidungsverbot erschauern – so weit ist es also schon gekommen, das die Kosmokraten den Menschen vorschreiben wollen, was sie wo tragen dürfen und was nicht – die Bikinipflicht für schlanke Frauen steht dicht vor der Einführung.

Ich möchte hier auch kein Plädoyer für das Rauchen halten und kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, das es sonderlich gesund ist. Vor allem aber ist es eine lästige Angewohnheit, die einerseits die Beweglichkeit einschränkt und andererseits dazu führt, das man seinen Mitmenschen sehr lästig werden kann. Das muß ja nicht zwangsläufig sein, erst recht nicht mit den Dingern, die hierzulande als Zigaretten verkauft werden aber selbst kaum noch Tabak enthalten, hier bei Wikipedia gibts mal eine Liste von den Inhaltsstoffen:

Dem Tabak werden viele Stoffe zugesetzt, um die Aufnahme des Nikotins und dessen Wirkung im Körper zu verstärken und somit das Suchtpotenzial zu erhöhen. [2][3]. Einige Stoffe haben die Eigenschaft, den Tabakrauch selbst für Kinder erträglich zu machen.[4]

Eine Großzahl von Zusatzstoffen wird nach Angaben der Tabakkonzerne zur Geschmacksverbesserung, zum Feuchthalten, zum Konservieren, für bessere Verbrennung und zum Binden der Bestandteile eingesetzt.[5]

Das sind schon mal viele Gründe, von den Industriezigaretten die Finger zu lassen. Typische Konzernprodukte zur gezielten Massenvernichtung der Bevölkerung entworfen.

Es gäbe also gute Gründe, die neuen Maßnahmen der EU zu begrüßen, die der Spiegel heute detaliert auflistet:

EU-Kommission strebt rauchfreies Europa an

Abschreckende Bilder auf Verpackungen, Qualmverbot in Eckkneipen: Die Europäische Union plant deutlich schärfere Gesetze gegen das Rauchen. Geht es nach dem zuständigen Kommissar, steht sogar der Inhalt von Zigaretten auf dem Prüfstand.

Das rauchfreie Europa, das burkafreie Europa, das judenfreie Europa – wir werden immer „besser“.

Wahrscheinlich wissen die in Europa wieder mehr als wir. Zum Beispiel, das Gott die Abgabe kerngesunder Körper am Lebensende durch einen besonderen Paradiesbonus belohnt. Hm … nein, das kann ja nicht sein.

Es kann nicht sein, das es um die Gesundheit geht, denn … Autoabgase sind ebenso gesundheitsschädlich, so berichtet die Ärztezeitung von einem höheren Brustkrebsrisiko, beeinträchtigen laut Curado Lungenfunktion von Kindern und … verursachen Lungenkrebs:

GroßstädterInnen haben die doppelte Konzentration des Krebsgiftes Benzol im Blut wie BürgerInnen aus Mittel – und Kleinstädten. AnwohnerInnen verkehrsreicher Straßen sterben zu 34% mehr als der Durchschnitt an bösartigen Lungentumoren. Beim Dickdarmkrebs liegt die Zahl der Todesfälle sogar 68% darüber. „Für Anwohner stark belasteten Straßen mit mehr als 30.000 Kfz/Tag besteht ein erhöhtes Krebsrisiko“ (Auswertung Hamburger Krebsregister).

Kommen jetzt die Warnungen (und künftigen Gruselbilder) auch auf Autos? Besonders auf die Großen mit dem Riesenmotor?

Mit Sicherheit nicht. Wir sind keine tabakproduzierende Nation, sondern eine Autofabrik. Das Auto ist uns heilig und wird nicht angetastet – deshalb jagen wir die Raucher.  Da kann man den Killer Nr. 1 schneller verdrängen: „Ja, ich fahre Porsche, aber ich habe gestern zwei Raucher erschlagen“.

Geht man mal nach Aldi – so wie ich letztens – kommt man nicht umhin zu sehen, das dies eine Aussenstelle menschenfeindlicher Taliban sein muß.  Zwei der größten Gesundheitsvernichter der Menschheit werden dort in verschiedensten auch für Kinder verlockenden Verpackungen angeboten: Zucker und Alkohol.

Grundnahrungsmittel findet man zwischen den Unmengen an Süßkram und Gesöff nur noch zufällig und gäbe es nicht noch den von Kindern produzierten Billigkram an Konsumersatzstoffen (für alle jene, die sich den echten Porsche, die echte Yacht und den echten Flieger nicht leisten können), dann könnte Aldi als kleiner Kiosk fortgeführt werden.

Ich nehme aber mal an, das Schilder mit der Aufschrift „Aldi schadet ihrer Gesundheit und der ihrer Kinder“ nicht so schnell im Laden stehen werden, obwohl Zucker und Alkohol nachgewiesenermaßen nicht unbedingt weniger schädlich als das Rauchen sind.  Ebenso wird man diese Warnungen auf Urlaubsfliegern anbringen, die der Umwelt (pro Verursacherkopf gerechnet) einen noch viel größeren Schaden zufügen als Autos. Für einen Flug in die USA kann man 30000 Km mit dem Auto fahren – nur mal, um einen Vergleich zu ziehen.

Was die Todesrate bei Zucker angeht … sie wird es wohl schlimmer werden, wenn es nach dem Fokus aus dem Jahre 2006 geht:

Die Zahl der Diabetiker nimmt in Deutschland stetig zu. Nach Berechnungen der Deutschen Diabetes-Union wird die Zahl der Zuckerkranken von heute 7,5 Millionen bis 2010 auf zehn Millionen Patienten ansteigen. Grund für die wachsende Menge ist, dass es immer mehr Alte gibt, aber auch dass die Menschen in den Industrienationen immer dicker werden. Die zunehmende Verfettung der Gesellschaft bewirkt, dass immer mehr Menschen zuckerkrank sind. Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung sind Hauptrisikofaktoren für Diabetes Typ 2.

Sucht man aber jetzt die Mortalitätsrate für Diabetes  so werden einem keine Zahlen entgegengeschleudert wie beim Rauchen. Man muß selber suchen, zum Beispiel im Herzinfarktregister. Die Mortalität im Krankenhaus nach frischem Infarkt (den ja alle irgendwann man kriegen) liegt bei 17,3 %. Das wären … bundesweit mit dem groben Daumen gepeilt: Millionen Tote.  Gezählt wird aber anders, deshalb sterben an Diabetes laut „Netdoktor“  „nur“ 21000 Menschen offiziell.

Ist wie beim Rauchen: stirbt jetzt Helmut Schmidt, so ist er an den Folgen des Rauchens gestorben. Hätte ja sonst 120 Jahre alt werden können.

Prinzipiell müßte man laut Fokus auch einen Kreuzzug gegen das Fernsehen starten, denn das ist auf verschiedene Art und Weise tödlich:

40000 Tote durch Fernsehen und andere Bildschirmmedien – ich weiß, das klingt reißerisch. Doch ich mache nichts weiter, als Daten aus vorliegenden Studien hochzurechnen. Durch Bewegungsmangel und zusätzliches Essen vor der Mattscheibe kommt es zu Übergewicht, was diverse Krankheiten auslöst. Durch Product-Placement wird das Rauchen gefördert. Durch die immer gewalttätigeren Inhalte verstärkt sich die Aggressivität junger Zuschauer.

Außerdem verblödet es elementar und stellt deshalb eine Gefahr für die Demokratie da. Da müßte mal der Verfassungsschutz dran – aber politisch gewollter Demokratiefähigkeitsabbau scheint ja verfassungsgemäß zu sein.

75 000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen des Alkohols – laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, zitiert bei kyportal.  Gut, dem Rauchen werden 140000 zugeschrieben, die Hälfte davon aber Herz-Kreislauf-Erkrankungen – was laut den Ergebnis der Corastudie nicht ganz so korrekt sein kann.

Also müssen wir im rauchfreien Europa auch den Alkohol verbieten. Zucker ebenso. Autofahren auch, das tötet schon zehntausende ohne Gift, die Abgastoten kommen noch eben drauf. Fernseher auch noch weg (was ich sehr begrüße) oder reduziert auf das Niveau von 1965 (Programm von 15-24Uhr, ansonsten Testbild).

Alle Unsitten aus dem Leben verbannt, macht Europa Un-frei.

Im Prinzip … darf doch jeder selbst entscheiden, wie kaputt er sterben möchte, oder? Und wer jetzt über Krankheitsfolgekosten nörgelt, dem drohe ich mit Sportverbot: laut Niederrheinzeitung kosten Sportunfälle  5 Milliarden Euro im Jahr, außerdem forder ich ein Wohnverbot, denn noch sterben -laut Stuttgarter Zeitung – im Haushalt mehr als im  Straßenverkehr, von den Folgekosten der Haushaltsunfälle mal ganz abgesehen.


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