Desensibilisierung

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Pornographie und die fortwährende Desensibilisierung gegen die Demokratie: Der Mensch wird Fleisch!

Es gibt Tage, da geht mir zuviel durch den Kopf, da gibt es Meldungen, die beunruhigend sind, aber irgendwie überhaupt nicht zusammenpassen. Eine davon stammt zum Beispiel aus der Welt: 

Tatsächlich hat die bemerkenswerte Effektivität von Hardcore-Pornografie bei der schnellen Desensibilisierung von Menschen sogar dazu geführt, dass sie regelmäßig eingesetzt wird, um Ärzte oder Militäreinheiten auf den Umgang mit extrem schockierenden oder heiklen Situationen vorzubereiten.

So beschreibt Naomi Wolf. Sofort folgt eine Antwort von Henryk M. Broder, die den Eindruck hinterlässt, der Bund der Pornofilmgucker hat einen Lobbyisten gefunden.

Es gibt Tage, da geht mir zuviel durch den Kopf, da gibt es Meldungen, die beunruhigend sind, aber irgendwie überhaupt nicht zusammenpassen. Eine davon stammt zum Beispiel aus der Welt:

Tatsächlich hat die bemerkenswerte Effektivität von Hardcore-Pornografie bei der schnellen Desensibilisierung von Menschen sogar dazu geführt, dass sie regelmäßig eingesetzt wird, um Ärzte oder Militäreinheiten auf den Umgang mit extrem schockierenden oder heiklen Situationen vorzubereiten.

So beschreibt Naomi Wolf. Sofort folgt eine Antwort von Henryk M. Broder, die den Eindruck hinterlässt, der Bund der Pornofilmgucker hat einen Lobbyisten gefunden.

Desensibilisierung ist keine Kleinigkeit. Sie ist – unter anderem – eine wichtige Vorraussetzung für Mord. Die US-Army hat diesbezüglich einige Erfahrungen gesammelt: die absolute Mehrheit der Normalmenschen ist nicht bereit, aufeinander zu schießen – auch nicht, wenn Krieg angesagt ist. Das war schlimm für die demokratische Regierung der USA,  denn ohne Soldaten kann man ja gar keinen ordentlichen Krieg führen. Zwar führen Demokratien in der Regel auch keine Kriege … jedenfalls waren sie ursprünglich mal so gedacht …. aber wir reden hier ja über die USA.  Ein Blick in ihre Geschichte zeigt, das Demokratien auch für ihre Nachbarn sehr gefährlich werden können.

Deshalb brauchen Demokratien Killer – und weil Menschen von Natur aus eher friedlich sind, müssen diese gezielt gezüchtet werden.

Wenn also nun Hardcore-Pornos zur „schnellen Desensibilisierung“ führen … inklusive einer neuen „neuronalen Verdrahtung“ … dann könnte daraus doch auch ein Schaden entstehen, oder? Es wäre doch zumindestens mal der Moment da, wo man innehält, die Information einfach mal stehen lässt und weiterforscht anstatt zeitgleich eine Gegendarstellung zu drucken, die – ziemlich inhaltslos aber wortgewandt – die ursprüngliche Information schwächt, noch bevor sie ihre Wirkung entfalten kann.

Was hier Raum greift, ist der Verdacht der bewußten Manipulation – stelle ich einer Position ein Kontra entgegen, das inhaltlich der Position nicht gewachsen ist, so habe ich einen Fall von tendenziöser Berichterstattung – eine Form der Manipulation durch Medien.

Gewalthaltige Medien haben einen Gewöhnungseffekt und erhöhen die Gewaltbereitschaft – darauf weisen auch andere  Studien hin. Ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt, das gerade Sexualdelikte ansteigen, ebenso wie Verrohung und Betrug.

Wäre es also wirklich so abwegig, sich über den Artikel der Naomi Wolf ein paar Gedanken zu machen? Vielleicht auch ein paar Gedanken über die bewußte Steuerung von Massen, die gezielte Implementierung gesellschaftlicher Impulse zwecks Lähmung der Widerstandsfähigkeit?

Nun, normalerweise würde ich das nicht machen … erst wenn Aktion und Reaktion unverhältnismäßig aufeinandertreffen – so wie auch unlängst bei der Menschenrechtsschelte Deutschlands durch die UN – dann fange ich an, mir Gedanken zu machen, ob hier nicht bewußt und absichtlich eine desensibilisierte Kultur geschaffen wird, die … nützlich sein kann.

Der Pornokonsument braucht immer härtere Bilder für die gleiche Dopaminausschüttung … so dass sein Weg direkt in die Welt des Kindesmissbrauches führt. Gleichzeitig steht der Verdacht im Raum, das auch die Übergriffe auf das echte Leben häufiger werden – zumindest dies scheint in den Statistiken abbildbar zu sein.

Pornografie ist ein Milliardenmarkt mit 44 Milliarden Euro Umsatz weltweit und steht in einer denkwürdigen Reihe mit anderen Investments, die weder ethisch noch nachhaltig sind:

Ausschlusskriterien können zum Beispiel sein: Gentechnik,
Glücksspiel, Kinderarbeit, Kernenergie, Menschenrechtsverletzungen,
Pornografie, Rüstung oder Tierversuche 

Wahrscheinlich Kriterien, die der Bund der prüden Landfrauen in die Welt gesetzt hat.  Das man aber in der Tat mit Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen Rendite erwirtschaften kann, verblüfft mich. Das es Menschen gibt, die das auch machen, erst recht. Daran merken, das die Zeiten vorbei sind, in denen der Unternehmer sagt: „Produzieren in Indien? Kann ich nicht machen – da werden die Leute bei mir im Dorf doch arbeitslos!“.

Es ist auch nicht so einfach, in Indien zu produzieren. Dazu braucht man Leute, die die Produktion vor Ort organisieren (und Widerstände gezielt beseitigen), Leute, die die Transportwege erarbeiten (und ihre Kosten gezielt niedrig halten), Leute, die im Absatzland die Unternehmen beraten (und gezielt ethische Bedenken beseitigen) und vor allem: Banken, die den ganzen Anschlag auf die heimischen Wirtschaften vorfinanzieren. Einfach so fällt „Globalisierung“ nicht vom Himmel, dazu bedarf es vieler williger Hände … und viel gezielter Desensibilierung bezüglich der Folgen für den eigenen Arbeitsmarkt. Den ethischen Unternehmer kann keiner mehr brauchen.

Wie wir sehen, ist Desensibilisierung nicht nur im Pornobereich ein delikates Thema.

Hartz IV hat uns gezeigt, welche Folgen Desensibilisierung für die Menschenrechte in Deutschland haben kann, die aktuellen Vorgänge um die Lieferung von 200 Panzern an eine Diktatur, die kürzlich erst Menschenrechtsbewegungen im Nachbarland niedergeschlagen hat zeigen, wie desensibilisiert die verantwortlichen Politiker schon sind. Es gab Zeiten, da war das so undenkbar wie der gezielte Bombenkrieg gegen andere Länder … wie Libyen zum Beispiel. Dort bomben wir jetzt schon seit Monaten … man fragt sich, auf was eigentlich. Aufgrund erfolgreicher Desensibilisierung stört uns auch nicht der Einsatz kolumbianischer Paramilitärs in Libyen, der von Regierung und Rebellen bestätigt worden ist.

Die „Rebellen“ … alles Söldner? Ein schrecklicher Verdacht. Auch hier gilt: die fallen nicht vom Himmel. Früher wäre diese Nachricht eine Sensation gewesen, würde sie doch beweisen, das es Verschwörungen wirklich gibt, obwohl wir sie für „tabu“ erklärt haben. Es würde auch ein fürchterliches Licht auf die Glaubwürdigkeit der offiziellen Politik werfen, wenn man merken würde, das „Privatleute“ via Söldner Staaten demontieren können. Aber auch hier zeigt sich: wir sind desensibilisiert, obwohl der wachsende Einsatz von Söldner und Privatarmeen weltweit die Demokratie gefährdet – insgesamt verfügen sie über 1,5 Millionen Soldaten plus 1,5 Millionen Spezialisten. Die könnten inzwischen ganze Staaten erobern – doch das stört uns ja nicht mehr. Schon 1975 hatte der Söldnerführer Bob Denard die Komoren erobert. Hat auch keinen interessiert, war aber für Söldnerkreise inspirierend.

Das ging also auch.

Unsere Desensibilisierung ist soweit fortgeschritten, das der Deutsche Bundestag inzwischen ganz öffentlich der Bundesrepublik Deutschland den Status einer Demokratie abspricht:

Der Prozessbevollmächtigte des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Franz Mayer von der Universität Bielefeld, unterstrich einleitend, dass schon erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerden bestünden, sie jedenfalls aber unbegründet seien. Die Beschwerdeführer würden sich auf ein neuartiges Recht berufen, das bisher gar nicht existiere, nämlich ein umfassendes Grundrecht auf Demokratie. Für die Anerkennung eines solchen Grundrechts und eine damit verbundene Ausweitung der Möglichkeiten zur Verfassungsbeschwerde gebe es aber keinen Anlass. 

Es gibt kein Grundrecht auf Demokratie in Deutschland – sagt er. Das sagt man jetzt ganz offen.  Das geht inzwischen. Regt auch keinen weiter auf. Das man mit Menschenrechtsverletzungen, Rüstung, Kinderarbeit, Pornographie, Kernenergie oder der künstlichen Inszenierung von Bürgerkriegen auch gutes Geld verdienen kann, ist uns inzwischen klar – nicht umsonst hat sich als Gegenbewegung die kleine Gruppe der „ethischen Anleger“ gegründet, die dafür Werbung machen, das man auch mit diesen Wettbewerbsschranken Renditen erwirtschaften können.

Wie wohl die anderen ihr Geld verdienen?

Ist es möglich, das die Pornobranche boomt, weil … da ganz viel Geld hineinfließt? Das manche Menschen viel Geld dort investieren, weil die Desensibilisierung auch dort sehr … nützlich sein kann, weil man generell „Ethik“ vom Markt nehmen möchte, weil man beständig in breiter Front weiter desensibilisieren möchte, bis endlich der Zeitpunkt gekommen ist, das man offen davon sprechen kann, das es in Deutschland kein Grundrecht auf Demokratie gibt?

Hoppla … dieser Zeitpunkt ist ja gerade da.

Welch´ Wunder.

„Werbung“ … ist nichts anderes als Desensibilisierung. Man will Kaufverhalten beeinflussen, dafür muss man oft genug alte Werte beseitedrängen um neuen Werten Platz zu schaffen.  Was ist nun der kleinste gemeinsame Werte-Nenner zwischen Hardcorepornos und ihrem Einsatz zur Desensibilisierung von Ärzten und Militärs?

Der Mensch wird Fleisch

Ich denke, gerade angesichts der aktuellen Organspendediskussion sollte man mal ein Auge auf diese Entwicklung werfen. Es gibt auch ausserhalb des Bundes der prüden Landfrauen Argumente, die Gründe dafür liefern, die steigende Desensibilisierung der Bevölkerung sehr kritisch zu beobachten … wo „Brot und Spiele“ dominieren, ist spätrömische Dekadenz nicht weit.

Und so liefert eine kleine unbedeutende und weitgehend unbemerkte  publizistische Auseinandersetzung zwischen Pornofreunden und Pornogegnern möglicherweise tiefere Einblicke in den aktuellen Zustand dieser Welt als einem lieb ist – und die Frage, was 1,5 Millionen  Söldner in der Welt anrichten könnten, wenn man sie ungezügeltem Pornokonsum aussetzen würde, wage ich nicht zu stellen.

Das sehen wir immerhin gerade in den Nachrichten.

 

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