der Herr der Ringe

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Macht macht wahnsinnig: Worte zur Piraterie und den Ringgeistern der Moderne

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Freitag, 2.1.2015. Eifel. Nun – alle gut angekommen im neuen Jahr? Voll getankt? Der Euro fällt derzeit auf den tiefsten Stand seit Jahren – das wird die Ölpreise wieder ansteigen lassen. Öl bezahlt man in Dollar, Dollar muss man mit Euro kaufen – ist der Euro nichts wert, wird das teuer. Aber: unseren Konzernen wird es dadurch gut gehen. In Europa bezahlt man in Euro, kann man den mit Yen, Dollar oder Südseemuscheln günstig erwerben, wird der Mercedes deutlich billiger. So einfach ist „Außenhandel“.

Die Konzerne bekommen dadurch einen gigantischen Umsatz, der mit „Marktwirtschaft“ gar nichts mehr zu tun hat. Wir können auch sagen: sie bekommen Macht. Wozu sie diese ausnutzen? Nun – zum Verbrennen von Steuergeldern, zum Beispiel. Was in bunten Broschüren und glänzenden Artikeln als Motor der Wirtschaft gepriesen wird, ist in Wirklichkeit nur eine Sonderform von Krebs – ich als Rentner zahle oft mehr Steuern als manche dieser Konzerne. Wodurch bekommen sie diese Macht? Nun – sie können Menschen bezahlen, die ihre Interessen vertreten (früher nannte man das schäbig: Vertreter. Heute: Lobbyisten. Klingt besser). Die gehen dann zu den Parteien und Regierungen, bestechen die – mit Geld, Komplimenten, Jobs, Geselligkeit, Menschlichkeit … was gerade so fehlt im Leben des Angesprochenen … um Gesetze zu bekommen, die ihnen noch mehr Geld einbringen, mit dem sie noch mehr Macht innerhalb der Gesellschaft bekommen.

Vielleicht sogar mal eine eigene Zeitung? Einen eigenen Fernsehsender? Alles schon vorgekommen – im Mutterland unserer Kultur, den USA.

Bleiben wir kurz bei den großen Konzernen – und bleiben wir auch ruhig in Deutschland, jenem Land, dem es so wunderbar geht. Das sehen wir ja jeden Tag: tolle Nobelwagen rauschen an uns vorbei und demonstrieren uns, dass es uns unglaublich gut geht – und zeigen gleichzeitig anderen Verkehrsteilnehmern, dass sie üble Looser sind, wenn die mit ihren Miniautos versuchen, den Tag zu überstehen. Ölknappheit, Umweltprobleme, Verkehrsinfarkt? Kein Problem für Halbgötter auf vier Rädern!

Wer bezahlt die Aufführung dieses Dramas? Sie. Nicht die Konzerne. Schauen wir uns mal an, wer genau die Masse der Limousinen eigentlich fährt.

87,7 % der 5er BMW´s sind Firmenwagen, Audi A6 (86,3 %) und Mercedes der E-Klasse (68,6%) werden ebenfalls gern genommen (siehe Spiegel). Kann man super von der Steuer absetzen – und so bezahlen die Steuerzahler ihre verstopften Straßen selber. Firmenwagenfahrer brauchen auch nicht so auf den Spritverbrach achten.

Sie sollten wissen, dass der Wohlstand, der auf unseren Straßen demonstriert wird, eine Lüge ist, die dem Steuerzahler viel Geld kostet. Auch die gar nicht mehr so erfolgreiche Automobilindustrie profitiert vom billigen Euro und der sozialen Gesetzgebung diesen Landes. Ja – letztlich gehört die steuerliche Absetzbarkeit des Firmenwagens zum sozialen Grundgedanken dieser Republik: das ist Hartz IV für Geschäftsfahrzeuge. Einen Mann mit 5´er BMW deshalb als „Sozialschmarotzer“ zu bezeichnen – nun, das kommt nur den Wenigsten in den Sinn – obwohl es aus der Sicht der Kritiker der „Sozialromantik“ durchaus korrekt wäre.

Nun – Umsatz ist ein Grund, weshalb die Konzernwirtschaft sich untereinander mit Luxuskarrossen ausstattet, sie sind für Unternehmen ein Gewinn (siehe Welt). Der andere Grund ist die schlichte Erkenntnis, dass Macht Bewusstsein verändert und man durch ein einfaches Maschinchen einen Menschen von Grund auf korrumpieren kann. Ja – was meinen Sie denn, warum Menschen selbst Unsummen dafür ausgeben, um mit so einer Maschine auf der Autobahn zu beweisen, wie schnell SIE sind. Dabei sind sie gar nicht schnell, ihre Maschine ist schnell – aber die Wirtschaft ist nicht so kleinlich, hierüber aufzuklären oder zu differenzieren. Die Maschine wird – zumindest geistig – zum Teil des Menschen, ihre Kraft wird seine Kraft, ihre Macht wird seine Macht, je schneller man fährt, umso unbesiegbarer fühlt man sich – mit tödlichen Folgen für die Umwelt.

Für dieses Halbgottgefühl braucht man allerdings den Firmenwagen – und so wird man gefügig. Wer den Kick billiger haben will, der muss halt Motorrad fahren.

Ja – es geht beim Straßenverkehr inzwischen weniger um Transport (den könnte man anders billiger haben als durch unvernünftige Förderung des „Individualverkehrs“), sondern mehr um Machtdemonstration. Deshalb ist ja „überhöhte Geschwindigkeit“ der Hauptunfallgrund. Nachdem Schnelligkeit an ihre natürlichen Grenzen gestoßen ist, setzt man eben auf Größe, Masse, Blechgewalt: der SUV folgt dem Trend logisch fort. Der Satiriker Henning Fenske hatte schon erstaunlich recht mit der Erkenntnis, dass die deutschen Autobahnen die größte offene Psychiatrie der Welt darstellen – und ich denke, die Mehrheit der Autofahrer wird ihm Recht geben … obwohl auch sie sich der Korruption durch die Macht der Maschine nicht entziehen können.

Seltsam – oder?

Ein ganzes, sehr gut verbreitetes episches Buch kümmert sich um die bewusstseinsveränderne Gewalt der Macht, ein halbes Dutzend elend langer Spielfilme setzte sie in Bild: „Der Herr der Ringe“ konzentriert „Macht“ auf einen kleinen Ring, der unsichtbar machen kann. Wer ihn besitzt, hat alle Macht der Welt – darum meiden ihn die Weisen und geistig mächtigen Wesen Mittelerdes. Macht – so ist ihnen bewusst – würde ihr Sein von Grund auf verändern. Auch der Kampf um die Macht verändert das Wesen – darum verlassen die Weisen Mittelerde am Ende des Epos.

Würden unsere Politiker doch auch nur halb so viel Weisheit besitzen, so viel Verantwortungsbewusstsein – oder soviel Konsequenz.

Wenn aber schon so ein wenig Macht wie ein Moped Bewusstsein verändert … um wie viel verändert dann wohl wirtschaftliche oder politische Macht das Bewusstsein? Darf man überhaupt unter solchen Umständen irgendeinem Menschen Macht übergeben?

Die Antwort, die sich die Menschheit nach 3000 Jahren erbärmlicher Politik gegeben hat, war einfach: nein, darf man nicht. Darum wurde „Gewaltenteilung“ beschlossen: Gesetzgebung, Rechtsprechung und Ausführung wurden getrennt. Einer wurde ernannt, der die Gesetze ersinnt. Ein anderer aber wurde dazu aufgerufen, zu schauen, ob sich die Leute auch daran halten. Dritte wiederum üben einfach nur die Waffengewalt aus – nach Vorgaben von Recht und Gesetz. Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder?

Ja – deshalb – das wusste man früher – ist es auch brandgefährlich, wenn andere diese getrennten Mächte wieder zusammen bringen … und sei es nur zu so harmlosen Treffen wie der Geburtstagsfeier Chefs der Deutschen Bank Josef Ackermann im Kanzleramt. Früher – nach dem Krieg – hätte es sicher Stimmen gegeben, die für die sofortige Verhaftung aller Beteiligten plädiert hätten (natürlich hätten die sich nicht durchgesetzt, denn die Wirtschaftsmächte, die die NS-Zeit möglich gemacht  haben, hatten sich schadlos in die Demokratie herüberretten können – dank ihrer Freunde jenseits des Atlantiks. Gleich und gleich gesellt sich halt gern – und eine Krähe sticht der anderen kein Auge aus) – immerhin handelt es sich hier um einen Versuch, die getrennten Mächte hinter den Kulissen wieder zusammen zu fügen … nach dem der Kapitalismus schon die „Vierte Macht“, die Medien, in die Knie gezwugen hatte.

Huch – jetzt sind wir doch von der Autobahn über den Herrn der Ringe ins Kanzleramt gekommen, dem Zentrum der Macht … und bei einer tödlichen Verschwörung gegen das Volk gelandet.

Tödliche Verschwörung?

Ja – heute, wo die Welt voller Verschwörungen ist, ist dieses Wort selbstverständlich tabu und verboten: nichts fürchten Verschwörer mehr als Ermittler, die ihnen mit Hilfe von wissenschaftlich fundierter Theorienbildung auf die Schliche kommen, deshalb es ist sinnvoll, die Ermittlungen schon im Keim zu ersticken, in dem man implizit unterstellt, es gäbe nirgends auch nur irgendeine Verschwörung und die Welt ist ein bunter Ponyhof.

Wissen Sie, was Bismark dazu gesagt hat? (siehe Zitate.net)

Wenn irgendwo zwischen zwei Mächten ein noch so harmlos aussehender Pakt geschlossen wird, muss man sich sofort fragen, wer hier umgebracht werden soll.

Heute würde ihn die gesamte Presse für diese Aussage durch den Dreck ziehen, dabei wäre es doch mal ganz aufschlussreich, zu überlegen, wer für TTIP, CETA oder TISA sein Leben lassen muss – und zwar, bevor die ersten Menschen sterben.

Aber – meinte Bismark mit „Mächten“ nicht etwas ganz anderes als wir heute?

Im Prinzip nicht – wir dürfen nicht vergessen, dass er in einem Zeitalter lebte, wo der Staat noch stark war und schnell zur Enteignung griff, wenn Räuberbarone frech wurden. Dort repräsentierte der Staat noch die Macht, heute sehen die Mächte der Welt anders aus. Darf ich ihnen eine vorstellen, eine, die ganze Staaten vernichten kann – und vernichtet, wie man am Beispiel Griechenlands deutlich erkennen kann?

Blackrock heist sie, gebietet über 4600 Milliarden Dollar Kapital und ist kaum einem Deutschen bekannt, weshalb er auch nicht gegen sie demonstrieren kann. Blackrock ist ein Fond, der sammelt Geld, um mehr Geld daraus zu machen. Nach genau dem gleichen Muster wurden früher Piratenzüge organisiert: man sammelte Geld, rüstete ein Schiff aus (der damalige Dienstwagen), heuerte eine Mannschaft an (die Vertreter der Geldgeber) und schickte es hinaus, um durch Entern eine Prise zu erbeuten – Enterprise – ein bekannter Begriff bei Seeräubern, viele Unternehmen und Kriegsschiffe tragen es stolz in ihrem Namen. Die Prise wurde dann zusätzlich noch geteilt (Bonuszahlungen), damit die Motivation höher war … und das Eigeninvestment geringer.

Und wenn diese Piraten mit der politischen Macht geheim an einem Tisch sitzen, dann sollte man fragen: wer muss dafür sein Leben lassen? Bei Gegenfragen bitte auf Bismark verweisen, der hatte für langjährigen Frieden gesorgt, den längsten, den der Kontinent seither kannte.

Was uns heute fehlt – außer Bismark?

Piratenjäger. Uns mangelt es sogar an Steuerfahndern, obwohl jeder aktive Fahnder sein Geld sofort wieder einfährt – aber dieser Mangel wundert uns nicht, wenn wir schauen, wie gut vernetzt die Piraterie mit der politischen Macht ist und bei diversen Anläßen – sei es nun der Bundespresseball, die Treffen der Atlantikbrücke, der Rotarier oder privaterer „Netzwerke“ – die Gewaltenteilung praktisch wieder aufhebt, in dem sie die menschlichen Träger der Gewalt an einen Tisch bringt, wo sie sich gut verstehen, weil ihre Charaktere alle unter dem Einfluss des „einen Ringes“ stehen … bzw. von der Macht deformiert wurden, weil das Ego sich im Rausche dieser Macht gerne unendlich baden würde.

Da treffen sich Krähen und bilden die Krähenallianz. Was sie eint? Die Droge „Macht“ – egal, ob im Gericht, bei den Medien, der Polizei oder im Parlament. Oder – anders gesprochen: der Dienst am „einen Ring“.

Wissen Sie, warum uns die Piratenjäger fehlen – die Schiffe des Königs, die nur einen Auftrag hatten: die Pest der mordenden, raubenden, vergewaltigenden, brandschatzenden Piraterie auszurotten? Ja – Piraten hatten auch eine sehr dunkle Seite. Sie waren zwar sozialer, demokratischer und multikultureller als die damaligen Staaten – doch es war die Not, die sie zu solchem Verhalten gezwungen hatte, nicht die Ethik. Betriebswirtschaftliche Not, sozusagen, man musste seinen Angestellten einen gewissen Risikoausgleich zugestehen, da viele für die Prise ihr Leben lassen mussten.

Moderne Piratenjäger müssten Machtballungen zerschlagen, die sich in der Gesellschaft bilden, in dem Geldgeber Funktionsträger unterschiedlicher Art an einen Tisch bringen und so die gewollte Gewaltenteilung umgehen. Ja – der Nachteil aller Ämter ist, dass sie von Menschen ausgeübt werden müssen – und Menschen erliegen leicht dem „einen Ring“. Er macht Ringgeister aus ihnen und wer die Ringgeister aus unterschiedlichen Funktionen zusammenführt, schafft genau die Macht im Staate, die wir nie mehr haben wollten, weil sie im KZ endet: dem logischen Ende jeder Piraterie, jedem ungehemmten betriebswirtschaftlichem Denkens, jedem Streben nach Macht.

Ja – Konzentrationslager sind nicht die Erfindung Hitlers oder des Nationalsozialismus oder der Deutschen – sie sind die Konsequenz einer strikt nach Nutzen orientierten Raubkultur. Sogar das Volk der Dichter und Denker konnte sich hier der Macht des Ringes nicht entziehen und musste erleben, was mit einem Land geschieht, wenn die Ringgeister wieder alle Macht vereinen … und Sauron den einen Ring zurück bekommt.

Darum ist es so gefährlich, wenn wir die NS-Zeit als kleinen, unbedeutenden Ausrutscher der sowieso irgendwie blöden Deutschen in die äußerste Ecke der Wahrnehmung verbannen: Hitlers Schreckensreich war nur das Vorspiel, der Feldtest einer Gesellschaftsordnung, die der Betriebswirtschaft konsequent Rechnung trägt.

Seit der Einführung von Hartz IV in Deutschland merken immer mehr Menschen, dass der gleiche Geist wieder aktiv ist. Er wirkt nicht auf den Straßen bei „Pegida“ (was möglicherweise nur eine etwas außer Kontrolle geratene Aufführung des Verfassungsschutzes und der Bild-Zeitung ist, von TTIP, CETA und TISA abzulenken), sondern in Treffen, die nicht für die Öffentlichkeit geeignet sind. Haben Sie sich noch nie gewundert, warum demokratische Regierungen „Geheimverhandlungen“ über „Wirtschaftsabkommen“ führen?

Die müssen nur geheim bleiben, weil die vorgesehenen Opfer noch in Sicherheit gewiegt werden sollen. Doch doch – fragen Sie Bismark!

Die Opfer des ersten Streiches leben nach zehn Jahren unter uns, die Piraten haben es sogar geschafft, sie entgegen den Werten des christlichen Abendlandes als schwach und somit ursächlich selbst Schuld an ihrer Misere zu brandmarken, dabei kann man heute klar und offen darüber reden, was der ganze Zinober sollte (siehe Spiegel):

Für Gewerkschafter, Sozialverbände und linke Politiker gilt jene Wahrheit, die Frank Bsirske, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, so zusammenfasst: Die Politik „war darauf angelegt, das Lohnniveau in Deutschland zu senken und einen Niedriglohnsektor großen Stils entstehen zu lassen“.

Die Politik war darauf ausgelegt, schwächere Menschen bedingungslos auszubeuten: der größte Verrat, den Politik in Deutschland seit 1945 begangen hat. Man kann auch sagen: sie haben die Piraten auf das Volk losgelassen – weshalb ja auch gleichzeitig die Finanzmärkte dereguliert wurden.

Wo das enden wird, sieht man aktuell in Griechenland (siehe Spiegel):

Griechenland stirbt. Sechs Jahre Rezession, eine Arbeitslosigkeit, die bei 26 Prozent liegt, unter Jugendlichen sogar bei mehr als 50 Prozent, die Löhne sanken zwischen 2010 und 2013 um 23 Prozent. 36 Prozent der Griechen gelten als arm und sozial ausgegrenzt – ein Anstieg um etwa sieben Prozentpunkte seit Ausbruch der Krise.

So etwas … richten „Mächte“ wie Blackrock an. Früher brauchte man dazu Söldnerheere, heute haben wir einen höheren Organisations- und Abstraktionsgrad erreicht, wir erledigen das eleganter – aber nicht weniger blutig. Das Blut ist nur weiter verteilt, da fällt es nicht so auf.

Schon faszinierend, dass wir mitten in einer Fortsetzung des „Herrn der Ringe“ leben, wo die Piraten von (BlackRock) Umbar erneut die Dörfer verwüsten, der Souverän wieder unter dem Geflüster von Grimar Schlangenzunge dahindämmert (von dieser Art gibt es heute mehrere, sie arbeiten als Pressesprecher von Firmen und Regierungen, als Unternehmensberater für jedermann oder als Journalisten in Spiegel, Focus und bei der Bildzeitung) und die Welt zunehmend in einen Zustand versetzt wird, der dem „dunklen Auge“ eine Freude wäre.

Andererseits können wir jetzt auch verstehen, warum uns ein neuer, heißer Krieg bevorsteht: Wladimir Putin hat kurz mal Piratenjäger gespielt und Konzerne ereignet, die politische Macht wollten. Darum mögen ihn die ausgebeuteten Menschen des Westen (die „Putinversteher“) so gern, während ihn die Piraten hassen. Das erste Mal durften die Geschundenen erleben, dass ein Staat noch seine Arbeit tut, ja, dass es noch einen funktionierenden Staat auf der Welt gibt, der nicht von pöstchengeilem Gesindel unterwandert wurde.

Und deshalb … muss Putin sterben.

Zum Retter der Welt eignet er sich nicht – dafür hatte er zu lange zu viel Macht.

Was merken wir uns für die Zukunft – nachdem wir die Trümmer der Moderne beiseite geräumt haben?

Wir müssen mit Macht noch viel sorgfältiger umgehen, sie noch weiter aufteilen und auch die Macht des Geldes viel mehr eindämmen, wir müssen Macht selbst als Feind der Menschheit begreifen.

Am Besten – werden wir alle Hobbits und unteressieren uns nur noch für einfache Freuden im Leben.

Leider erziehen uns die Medien – und hier vor allem die Werbung – zum genauen Gegenteil: zu größenwahnsinnigen Idioten, die man alle mit ein bischen Pseudomacht auf der Autobahn (oder der Bühne und dem Laufsteg) zu treuen Dienern des einen Ringes macht.

Schade für eine Welt … die einst als Paradies empfunden wurde.

 

 

 

 

Die Rückkehr des Bösen nach Deutschland … und dem Rest der Welt.

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Montag, 15.12.2014. Eifel. Glauben Sie eigentlich an „das Böse“? Na – ich weiß: das ist eine dumme Frage. Die Antwort kennt jeder: natürlich glauben Sie an das Böse. Das tut jeder. Jeder glaubt an das Böse – und sein Erstarken, seine Wiederkehr beschäftigt Millionen – wenn nicht Milliarden Menschen. Nun schauen Sie nicht so verdutzt: Wahrscheinlich haben Sie sich selber schon über das Böse informiert, haben viel Geld ausgegeben, um sich über seine Taten kundig zu machen, seine Fortschritte zu studieren und zu schauen, wie edle Helden es unter großem Leid mühsam zurückdrängen. Ja – genau, das macht das Böse so unangenehm: wo es aufblüht, wird es meistens sehr hässlich und schmerzhaft, es wieder in den Karton zu bekommen.

Sie schauen ja immer noch verdutzt? Reicht es nicht, dass wir Montag morgen haben, den Tag, der seit einigen Jahren an und für sich schon böse ist, weil man zurück muss in die unmenschliche Tretmühle, weil man – anstatt ein Christoph Columbus zu werden, ein Buffalo Bill, Newton, Dali, Goethe oder Beethoven – wieder ein kleines Rädchen in der großen Maschine wird, die wir Gesellschaft nennen, eine Maschine, in der sich das Rädchen so lange immer schneller dreht (ja, was meinen Sie, warum man „Führen mit Zielen“ erfunden hat?), bis es mit Burn Out beim Jobcenter zur staatlichen Resteverwertung überwiesenwird? Ja – darum fürchten wir diesen Tag so, daher hat er seinen schlechten Ruf: am Wochenende können wir noch davon träumen, was möglich wäre, wozu wir berufen sind, können uns hineinfühlen in jene Bestimmung, das wir zum Fliegen geboren worden sind, während uns der Montag wieder in Beton gießt.

Während Ihr Kopf immer noch Fragezeichen produziert, fängt ihre Seele langsam an, zu begreifen. Ihre Seele, ihr Gemüt, ihr Bauchgehirn: nennen Sie es, wie sie wollen – jener Teil einfach, der Sie von einer Rechenmaschine unterscheidet.

Nichts beschäftigt uns mehr als das Böse und wann immer wir Neues von ihm erfahren, wann immer es sein finsteres und abartiges Haupt erhebt, eilen wir ins Kino, um etwas von ihm zu erfahren. Ja – nehmen wir mal drei Beispiele, wovon eins etwas älter ist: „Der Herr der Ringe“.  Ist es schon das meistverkaufte Buch der Erde? Es erzählt eine schöne Geschichte, ist im Prinzip keine Erfindung, sondern eine Sammlung ältester Mythen und Legenden, tief verankert in den Erzählungen des nordischen Menschheit, eine Geschichte von Engeln (Elben) und Dämonen (Orks), von dem gefallenen Bösen (Melkor) und seinem treuesten Dienern (Sauron), geschrieben von einem sehr gläubigen Katholiken (weshalb man beim genaueren Hinschauen auch merkt, dass es eine sehr religiöse Geschichte ist, voller Fügungen, Zeichen und Wunder – aber ganz ohne Gott).  Was sind die Menschen begeistert von diesem Kampf der in der Natur verankerten Menschen, Elben, Zwerge, Ents, Adler und Hobbits gegen die Maschinen Isengarts und die uniformierte Hässlichkeit Mordors, die alles unter ihre Macht werfen und mit einer Nummer versehen will (kommt im Film leider nicht vor).

Wir kennen die Geschichte irgendwie, oder? Wir sehen den Erfolg Saurons jeden Morgen, wenn wir zur Arbeit fahren. Frodo hat versagt, Gandalf ist in den Abgrund gestürzt – Tolkien selbst hielt die moderne Autoindustrie für eine Erfindung von Orks, die den Ring gefunden haben. Die Fortsetzung des „Herrn der Ringe“, das „Vierte Zeitalter“, wo der böse Geist „Herumon“ die Geister der Menschen verwirrt und sie dazu verführt, sich wie Orks zu verkleiden und verhalten, spielt genau jetzt, möchte man meinen: und wir stehen diesem Geist ohne Elben, Ents, Hobbits, Zwerge, Adler und Zauberern hilflos gegenüber, können nur mit ansehen, wie durch „Fracking“ weite Teile der USA verloren gehen, wie Saurons Diener das ach so knappe Trinkwasser in unvorstellbaren Mengen zu Gunsten ihrer Maschinen verseuchen.

Merken Sie langsam, wie wahr dieser Mythos vom Herrn der Ringe ist?

Unheimlich, oder?

Ich mag ihnen noch eine Geschichte aufzeigen, die Sie völlig begeistert hat, Millionen und Abermillionen Menschen sind ihr verfallen, sind begeistert von ihr: Harry Potter. Die Geschichte von dem kleinen Jungen, der durch ein kleines Wunder den Angriff eines Menschen erlebt hat, der durch und durch böse geworden ist. Dieser Böse erstarkte langsam wieder – doch niemand wollte es glauben. Das Böse? War „der, der nicht genannt wurde“ – wie heute. Und langsam aber sicher brachte er das Zaubereiministerium unter seine Kontrolle, langsam und schleichend gab es immer mehr merkwürdige Erlasse, Menschen verschwanden, Zucht und Ordnung kehrte wieder ein, die Medien berichteten auf einmal nur noch sehr einseitig, die Welt wurde zunehmend finsterer … kommt Ihnen das bekannt vor? Wird Ihnen schon mulmig? Merken Sie jetzt, dass Ihre Seele, ihr Gemüt, ihr Bauchgehirn eine Wahrheit spürt, die Ihr Verstand so gar nicht erfassen kann, weil er perfekt manipuliert wird?

Reicht noch nicht? In den hintern Rängen gibt es noch Gemurmel?

Gut. Noch ein Mythos der Moderne: Star Wars.

Die Geschichte einer Republik, die von einer bösen Kraft heimgesucht wird, noch einem bösen Lord. Hand in Hand mit Banken, Ingenieuren, Handelskonzernen und Roboterfabrikanten wird die Republik unterwandert, bis letztlich – als Folge eines wirklich absolut genialen und perfekt durchdachten Planes – die ganze Welt in einen Krieg verstrikt wird, der nur ein Ziel hat: die freie, demokratische, zivile Republik zu vernichten und ein neues Imperium zu errichten, in dem des nur noch Herren und Sklaven gibt. Die wenigen Wesen (Jedis: eine absolute Multi-Kulti-Fraktion übrigens, alles Hippies in Frisur, Kleidung, Sprache und Denken), die merken, dass es nicht „Zufälle“ sind, die den Kurs der Welt (der Galaxie) in eine lebensfeindliche Richtung drängen, die es später sogar möglich macht, dass ganze Planeten vernichtet werden, werden gejagt, verfolgt und als „Verschwörungstheoretiker“ diffarmiert. Na ja – letzteres ist ein wenig übertrieben, wiederfuhr dafür aber dem guten Harry Potter umso mehr.

Ist Ihnen schon mal der Gedanke gekommen, dass ihr Gemüt solche Filme und Geschichten sucht, gezielt aussucht, um die Wahrheit des Fühlens mit der Wahrheit des Denkens überein zu bringen … so wie früher alte Mythen erzählt wurden, um herrschaftsfeindliche Geschichten zu tradieren, die dem König nicht zu Ohren kommen durften … wie die Geschichten von Till Eulenspiegel oder Robin Hood? Geschichten, die von der Herrschaft des Bösen berichteten, die allen klar vor Augen stand, über die man aber nicht reden durfte, weil man sich sonst den Zorn des Königs und seiner Büttel zuzog? Der ganze Sitzungs- und Uniformkarneval verdankt seine Existenz dieser Tatsache: gegen die strenge Diktatur französischer Streitkräfte in Deutschland konnte man direkt nicht vorgehen – also suchte man sich andere Wege.

Wie heute.

Wie werden jetzt meckern, stöhnen und höhnen wollen, weil: die Rückkehr des Bösen nach Deutschland (und in die ganze übrige Welt) einfach ungeheuerlich erscheint.

Wir wissen aber, dass es schon mal hier war, oder? Wir haben es erlebt, was geschieht, wenn das Böse Regierungsmacht bekommt. Was hätte man daraus nicht alles lernen können: wir aber sind beruhigt, weil niemals wieder ein Adolf Hitler mit seiner NSDAP im Bundestag sitzen wird! Als ob das Böse sich … nach Äußerlichkeiten richten würde.

Die Griechen – die den Körper noch als Ausdruck der Seele verstanden – hatten es sich damals einfach gemacht: das Böse – soviel war klar – musste hässlich sein. Wir sind der gleichen Meinung – jedenfalls in den gerade genannten modernen Mythen. Wäre schön, wenn die ganze Welt so wäre. Irgendwie hält sich dieses Denken ja auch noch, weshalb unsere „Guten“, unsere „Promis“, alle wunderschön sind.

Unsere Regierung jedoch … ach, urteilen Sie selbst. Schönheit liegt ja oft im Auge des Betrachters.

Wir haben einen anderen Begriff vom „Bösen“ – wir haben aber auch eine ganz schöne Strecke „Geschichte“ hinter uns gebracht, um das zu Erkennen: obwohl unsere Promis immer noch nach dem alten griechischen Modell trachten und besonders schön sein wollen um uns zu zeigen, wie minderwertig doch wir Hässlichen sind, wissen wir, dass das Böse nicht immer an der ausgeprägten Hässlichkeit zu erkennen ist. Wir wissen, dass es aus dem Inneren der Seele kommt, überwiegend geprägt wird durch die Umwelt und sich eindeutig äußert in brutaler, verächtlicher, kalter Gewalt.

Googeln Sie mal: bei ARTE gab es mal eine Dokumentation dazu: „Das Böse – Warum Menschen Menschen töten“. Hier sprach unter anderem der Sozialpsychologe Harald Welzer, der erforschte, wie „aus ganz normalen Männern innerhalb kürzester Zeit Massenmörder werden“ (im Film ab Minute 42). Was erläutert uns der Herr Welzer? Das – um es ein wenig in meine Worte zu kleiden – die „Bösen“ anderen Menschen die

„Zugehörigkeit zum gemeinsamen sozialen Universum absprechen“.

Schauen Sie mal in Ihren Alltag. Kann es sein, dass es da Menschen gibt, denen die Zugehörigkeit zum gemeinsamen sozialen Universum abgesprochen wird? Wenn so etwas geschieht, dass können Sie sicher sein, dass sich etwas Böses anbahnt – und das Ihr Gemüt sie in Filme zieht, die dieser erlebten Realität „wahre“ Bilder bieten.

Darf ich ein wenig helfen?

Putin – gehört der noch zu unserem sozialen Universum? Oder … Arbeitslose? Oder … der Moslem? Erleben wir nicht gerade 2014, dass das Böse wieder Menschen aus dem gemeinsamen sozialen Universum entfernt – eine Bewegung, die 2005 an die Öffentlichkeit gedrungen ist – unter der Bezeichnung „Agenda 2010“? Kommt noch jemand auf die Idee, mit Putin oder den Moslems ein vernünftiges Gespräch zu führen … oder sind die schon aus dem Raster „Mensch“ herausgenommen und so aus dem gemeinsamen sozialen Universum entfernt worden … wie unsere Arbeitslosen?

Nun – der Film auf Arte kümmert sich um eine besondere Form des Bösen, eine Form, die jeder verstehen kann: den Psychpathen, den eiskalten Massenmörder. Wie sie ticken, erklärt uns eine Psychologin (siehe t-online)

Sie haben kein oder kaum Mitgefühl oder Schuldgefühl. Normale Menschen haben einen unwillkürlichen emotionalen Impuls, wenn sie beispielsweise sehen, wie ein Kind sich verletzt. Der fehlt Psychopathen. Wenn Sie aber in ihrem Leben noch nie Mitgefühl empfunden haben, dann fehlt Ihnen automatisch auch das Schuldbewusstsein. Das entsteht nämlich nur, wenn wir uns schuldig fühlen, weil andere sich wegen uns schlecht fühlen.

Kaum Mitgefühl oder Schuldgefühl? Etwa … wie Abgeordnete des deutschen Bundestages, die sich selbst fürstliche Diäten gönnen, während der Staat immer mehr Schulden hat? Die arbeitslose Menschen aus dem sozialen Universum herauskicken, ohne im Mindesten daran zu denken, wie sich sie oder ihre Kinder fühlen? Die als „Chefs“ mit kalten Kalkül Massenentlassungen vornehmen, um die Börsenkurse zu beflügeln … oder Sanktionen verhängen, ohne auch nur im Geringsten an die Menschen zu denken, die darunter leiden?

Machen Sie selber mal das Experiment: gehen Sie mal einige Checklisten für Psychopathen durch. Ich habe mal eine Kurze herausgesucht (siehe Onmeda)

Er verhält sich verantwortungslos und unbekümmert.
Er ist rücksichtslos und verletzt die Rechte anderer.
Der Psychopath ist „gefühlskalt“ und kann sich nicht in andere Menschen hineinversetzen (mangelnde Empathie).
Er ist impulsiv und langweilt sich schnell; er braucht ständig „etwas Neues“.
Es fehlt ihm an langfristigen Zielen.
Der Psychopath empfindet im Vergleich zu anderen Personen kaum Angst.
Schuldgefühle, Reue oder Gefühle von Scham sind ihm fremd.
Er ist nicht in der Lage, Liebe zu empfinden.
Er reagiert oft aggressiv und neigt zu Gewalt.
Sein Selbstwertgefühl ist deutlich übersteigert.

„Warum fällt mir da nur der Satz ein „Deutschland geht es gut“?.

Wissen Sie, was das ist? Das ist eine Beschreibung unserer medialen Spaßgesellschaft – ohne diese Voraussetzungen würden die Witze der „Heute-Show“ oder die Scherze eines hochintelligenten Dieter Nuhr nicht funktionieren – auch sie finden ganz schnell die Schwachstellen von Menschen heraus und führen sie ohne Rücksicht auf ihre Gefühle vor, desintegrieren so immer mehr Menschen aus unserem sozialen Universum … und wir halten das inzwischen sogar für „gute Unterhaltung“. Ja – da hat er eine besondere Qualifikation, der Psychopath (siehe Welt):

Der Psychopath jedoch ist stets auf der Jagd nach dem Aufdecken von Schwächen anderer und bedient sich der Suggestion, um Macht über seine Mitmenschen auszuüben. Er greift an der empfindlichsten Stelle an und verstärkt damit das Unterlegenheitsgefühl des Opfers. Der Angriff kommt in Form von scharfer Kritik, Lächerlichmachen oder scheinbar unbedeutenden Andeutungen, die nur der Betroffene selbst versteht.

Die kleine, heile Welt der Comedy ist aber nur ein kleiner Ausfluss einer viel größeren Psychopathenoffensive, die sich vor allem in Führungspositionen niederschlägt (siehe Zeit):

Neueren Untersuchungen zufolge sind Menschen mit einer narzisstischen oder psychopathischen Persönlichkeit etwa drei- bis viermal häufiger in Machtpositionen vertreten als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Und dort sind die besonders gefährlich:

Weil sie extrem gefühlskalt und hochmanipulativ sind. Sie denken nicht an das Unternehmen, sondern handeln nur in ihrem eigenen Interesse. Sie haben Spaß an Dominanz und Kontrolle. Sie demütigen gern andere und mögen es oftmals auch, wenn andere Angst vor ihnen haben. Selbst haben sie keine Angst. Gerade das macht sie in Führungspositionen gefährlich, denn sie treffen oft hochriskante Entscheidungen, die ein Unternehmen in den Ruin treiben können.

Mag sein, dass sie deshalb gerne Positionen aussuchen, die … ihnen erlaubt, Sanktionen auszusprechen? Das ihnen außer „Sanktionen“ gar kein andere Umgang mit Mitmenschen mehr in den Sinn kommt?

Und trotzdem … werden Sie inzwischen als Vorbilder hingestellt, als Leistungsträger, als vertrauensvolle Führungspersönlichkeiten (siehe 3sat):

Was hat Richard Fuld, Ex-Chef von Lehman Brothers und Milliarden-Pleitier, mit Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond, gemeinsam? Welche Wesenszüge teilt manch erfolgreicher Chirurg mit manchem Priester? Der Psychologie-Professor Kevin Dutton kennt die Antwort: Viele sind Psychopathen. Dutton hält nicht alle Psychopathen für geisteskrank. Im Gegenteil: Er lobt sie als Vorbilder.

Sehen Sie nun, wie weit das Böse schon in Ihren Alltag vorgedrungen ist? Klar sehen Sie das, denn in Wirklichkeit gibt es nur einen Grund, warum die Menschen in riesigen Massen den modernen Mythen von der Wiederkunft des Bösen lauschen: sie wollen ihre gefühlte Wirklichkeit mit der Realität der Tagesschau in Einklang bringen, sie wollen verstehen, warum sie ein Gefühl der Angst umtreibt, warum sie Demonstrationen meiden und sich immer mehr in ihre Wohnung verkriechen:

sie haben einfach Angst, weil sie merken, dass das Böse wieder erwacht ist. Das Böse ist aggressiv und neigt zu Sanktionen, auch gegen Schwächere, es hält Liebe für Sozialromantik, macht Schulden ohne Reue oder Scham, betreibt Fracking und Atomkraftwerke ohne jeden Gedanken an die Zukunft, verletzt die Rechte von Schwächeren ohne jedes Mitgefühl und muss am besten jeden Tag aufs Neue durch immer stärkere Konsumkicks bei Laune gehalten werden, ohne Visionen oder Utopien (die für krankhaft gehalten werden, obwohl sie lediglich eine Form von konstruktiver Zukunftsplanung darstellen) für die Zukunft hangelt es sich von Legislaturperiode zu Legislaturperdiode, von Quartal zu Quartal. während die Umwelt (auch die soziale und wirtschaftliche) zunehmend kollabiert … was dem Bösen allerdings aufgrund seines übersteigerten Selbstwertgefühls keinerlei Angst bereitet.

Ja – das Böse ist wieder da.

Alle merken es – aber wir dürfen nicht mehr drüber reden … oder sind schon so verängstigt, dass wir nicht drüber reden möchten.

Aber die Filme … die gönnen wir uns noch, um Gefühl und offiziell dargestellte Wirklichkeit in Einklang bringen zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Herr der Ringe: Gedanken zur Revolution in Deutschland und Europa

Die schwarz-rote Koalition ist noch nicht richtig im Amt, da fängt sie schon an, ihre Allmacht auszuspielen. Schön, wenn man alle Hebel der Macht in der Hand hat, oder? Da kann man so richtig "durchregieren". Erstmal wird die Legislaturperiode verlängert. Toll oder? Da hat man dann auch mehr von den jährlichen Diätenerhöhungen. Manchen reicht noch nicht mal die Diätenprasserei, sie wollen die Millionen sofort: kreative Pöstchenschaffung auf Staatskosten erleben wir gerade im Zusammenhang mit der Affäre Pofalla, ein Vorgang, der sogar für die konservative Grüne Göhring-Eckhard nach Versorgung riecht (siehe Spiegel). Nur zwei Häßlichkeiten einer ganzen Reihe von Absonderlichkeiten, die in diesem Jahr noch  zunehmen werden: absolute Macht ist nie gut.

Montag, 6.1.2014. Eifel. Die schwarz-rote Koalition ist noch nicht richtig im Amt, da fängt sie schon an, ihre Allmacht auszuspielen. Schön, wenn man alle Hebel der Macht in der Hand hat, oder? Da kann man so richtig „durchregieren“. Erstmal wird die Legislaturperiode verlängert. Toll oder? Da hat man dann auch mehr von den jährlichen Diätenerhöhungen. Manchen reicht noch nicht mal die Diätenprasserei, sie wollen die Millionen sofort: kreative Pöstchenschaffung auf Staatskosten erleben wir gerade im Zusammenhang mit der Affäre Pofalla, ein Vorgang, der sogar für die konservative Grüne Göhring-Eckhard nach Versorgung riecht (siehe Spiegel). Nur zwei Häßlichkeiten einer ganzen Reihe von Absonderlichkeiten, die in diesem Jahr noch  zunehmen werden: absolute Macht ist nie gut.

Diese Botschaft haben wir in den letzten Jahren gelernt, der Regisseur Peter Jackson hat sie uns nahegebracht in der Geschichte des kleinen Hobbit Frodo Beutlin, der den Zugang zur absoluten Macht vernichten musste: den Ring des dunklen Herrschers Sauron.  Mächtige Krieger, wahre Könige, engelgleiche Zauberer und Anderweltwesen meiden den Ring – weil sie wissen, dass sie seiner Macht – oder der Verlockung der Macht – nicht widerstehen können, nur Hobbits – Gestalt gewordene „kleine Leute“ können ihr länger widerstehen. Macht deformiert Charaktere – so die Botschaft dieses modernen Mythos.

Und doch brauchen wir Macht. Wir brauchten sie schon zu Anbeginn der Zeiten: ein Höhlenbär erlegt sich nicht von allein, der Zweikampf gegen den Säbelzahntiger ist wenig empfehlenswert – und im Krankheitsfalle ist der stärkste Krieger durch schwächste Feinde gefährdet. Wir wissen auch, wie wir Macht erlangen können, der Philosoph Hobbes hat eine ganze Staatsphilosophie zur Verteidigung des absoluten Monarchismus darüber geschrieben: wir wählen uns einen König, der unsere Kraft effektiv organisiert, um sie zu verfielfältigen.

Der Bibel zufolge warnte Gott schon die alten Israeliten vor diesem Schritt: das Problem ist schon seit Jahrtausenden bekannt: Könige sind teuer, bringen die Wirtschaft aus dem Gleichgewicht und im Extremfall fürchterlichen Terror über das Volk … wenn nicht sie selbst, dann ihre Erben.

Trotzdem sind sie im Kriegsfall unverzichtbar. Kriege bringen die Notwendigkeit effektiver Organisation mit sich – so brachte man den Säbelzahntiger zu Fall. Effektive Organisation kann sogar weit überlegene Feinde besiegen – in der Geschichte der disziplinierten römischen Armee findet man einige Beispiele dazu. Das Führen von Kriegen verlangt den Kriegshäuptling – also jemanden, der strategisch denken und taktisch handeln kann und so die Kraft des Stammes maximiert. Da Demokratien keine Kriege führen, brauchen sie keinen König und können sich der Frage nach zentraler Führung elegant entziehen … ebenso der Fragen nach den Gefahren der Korrumpierung durch die Macht selbst.

So war jedenfalls der Stand im 18. Jahrhundert – heute sind wir weiter. Im 21. Jahrhundert wissen wir, dass Demokratien Auftragsmorde ausführen lassen, Städte atomisieren und grundlos fremde Länder erobern (oder  mit einem Netz von Spionage überziehen) – und Deutschland marschiert ergeben mit. Wir haben die Kirchen bzw. die Religion aus unserem Alltag verbannt und sind in einen Zustand gefallen, der weit hinter dem Mittelalter zurückfällt: dort sorgte ein Gottesfrieden noch für zivile Kriegsführung, die sogar Angriffe auf Vieh verbot.

Wir erleben im 21. Jahrhundert auch neue Kriege: den Krieg der reichen Kaste gegen die Armen. Nun – der Krieg ist im Prinzip nicht neu, sondern einer der ältesten der Menschheit: es ist der Krieg des Adels gegen die Bauern (gerade jener Krieg sollte durch den Gottesfrieden gestoppt werden). Er ist nicht nur in der europäischen Geschichte zu finden, sondern weltweit zu beobachten – überall da, wo komplexere gesellschaftliche Organisationen die gezielte Anhäufung von Tauschmitteln erlaubt, die eigentlich der Allgemeinheit den Handel erleichtern sollte, aber von raffinierten kriminellen Egomanen zur Selbstbereicherung missbraucht werden.

Der Reiche raubt dem Volk die Tauschmittel, um sie für sich selbst zu horten – einfach so, aus Spaß. Gerne baut er um seinen Hort auch eine Burg, um die Beute vor dem Volk in Sicherheit zu wiegen, kauft sich Waffen und Männer für das Geld (und Frauen, die die Männer „unterhalten“), mit denen er dann bei den Bauern noch zusätzlich umsonst einkaufen geht, um seinen Hort zu schonen: so gebiert man Drachen, die einst Menschen waren. Das Verbot der Prostitution greift hier zentral an die Ausübung von Macht an – selbst wenn alle das freiwillig machen: ohne Huren werden die Söldner schnell unmütig, gehen nach Hause zu ihrer Frau. Mit Huren marschieren sie weiter.

Die so gewachsenen reichen „Familien“ stellen gemäß der Theorie eines amerikanischen Historikers (den habe ich schon mal zitiert, aber gerade nicht greifbar) eine zentrale Gefahr für den Staat dar – in Wirklichkeit ist die ganze Geschichte der Menschheit die Geschichte des Kampfes des Königs gegen die Räuberfamilien und der Räuberfamilien gegen den König.

Das ist heute nicht anders. Auch Deutschland respektiert als Demokratie die Notwendigkeit zentraler Führung in Kriegszeiten, darum haben wir nicht nur ein Parlament, sondern auch eine Kanzlerin mit Weisungskompetenz. Das hilft uns nur beim Kampf der Reichen gegen die Armen nicht weiter, wenn die Reichen über die Finanzierung der Parteien, die Gleichschaltung der Presse (dazu habe ich etwas bei Neopresse geschrieben), den Druck durch große Verbände, die Gleichschaltung von Führungspersonen durch Boni und Diäten (gewonnen durch den Raub an Tauschmitteln) und die Beschleunigung der Enteignung des Mittelstandes (läuft gerade mittels Preisen, Steuern und Gehaltsverzicht … natürlich alles freiwillig) die Herrschaft über die Meinung des Kanzlers sichern … und zur Not einfach einen Neuen erstellen. Wie das geht, hat man beim Bundespräsidenten Wulff gesehen, dem man seine Bankenkritik nie wirklich verziehen hat.

Doch was ist nun zu tun? Nun, folgen wir dem amerikanischen Historiker, ist mal wieder Zeit für einen König – oder besser gesagt: Volkskaiser. Es herrscht Krieg – zudem gegen eine materielle Übermacht: der läßt sich nur durch einen Kaiser gewinnen, einem militärischen Genie, dass die Schwachen vereint, um die Starken in die Schranken zu weisen – nur so sind die mächtigen Familien im Zaum zu halten. Eine Person, die die Macht von Millionen auf sich vereinigt und keinerlei Abhängigkeiten mehr unterliegt außer ihrem eigenen Gewissen, eine Person, die innerhalb kurzer Zeit durch ihre Verbände gesellschaftlichen Druck ausüben kann, der dem reichen Feind weh tut.

Die Ziele, die verfolgt werden müssen, sind klar: sämtliches Grundeigentum muss in die Hand der Eigentümer zurückgeführt werden: das ist die Gesamtheit der Deutschen. Eine Ausschlachtung des Landes und seiner Landschaften zugunsten der Räuberbarone muss aufgehalten und zurückgebaut werden.

Sämtliche Tauschmittel müssen in die Hand der Eigentümer zurückgeführt werden: das ist die Gesamtheit der Deutschen. Ihnen gehört das Geld, sie garantieren mit ihrer Arbeit für den Wert des Geldes, den Derivatezauberer mit 60 Billionen Euro Zaubervolumen massiv in Gefahr bringen. Eine Verstaatlichung und Dezentralisierung des gesamten Bankenwesens ist unumgänglich.

Sämtliche Parteien im Bundestag gehören umgehen verboten, aufgelöst und mit massiven Strafzahlungen handlungsunfähig gemacht. Grund: durch Fraktionszwang haben sie die unabdingbare Unabhängigkeit des Abgeordneten in Gefahr gebracht, SPD, CDU, CSU und FDP haben im Rahmen der Parteispenden ein Ausmaß an krimineller Energie gezeigt, dass sie als kriminelle Organisationen gelten sollen.

Neuwahlen müssen zügig ausgeschrieben werden, um ein parteifreies Parlament zu wählen. Programmbündnisse sind zulässig (einmal abgesehen davon, dass die Organisatoren des alten Parteienkartells ihr passives Wahlrecht verlieren – aus kartellrechtlichen Gründen).

In Folge massiver Staatsverschuldung gehört die Bundeswehr aufgelöst, 50 % des Geldes wird in friedenstiftende und sympathieerzeugende Maßnahmen gesteckt, der Rest geht für Schuldenabbau drauf. Wir sind so pleite, dass wir uns militärische Protzerei nicht mehr leisten können. Ebenso gehört die Nato aufgelöst: der Feind ist tot, Deutschland hat in diesem Bündnis nichts mehr zu suchen – noch können wir es uns momentan finanziell leisten.

Dringend brauchen wir Konzepte für die offensive Gestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunft, Billiglohnland zu werden, reicht nicht aus, dieses Land auf Dauer durchzubringen: das wissen wir schon jetzt. Führendes Beispiel für eine lebenswerte Zukunft zu werden, schon: hier liegen ganze Welten brach, die es zu erobern und gestalten gilt. Das Land, das demokratische Ideale verwirklicht anstatt sie nur zu predigen könnte Beispielcharakter für die ganze Welt haben, Kirchen, Kommunisten und Idealisten würden es lieben.

Es gilt auch, die politische Landschaft zu verändern: 50 % der Sitze können durch direkte Abgeordnete vergeben werden, 50 % gehen an die Programmbündnisse, die für ihr Programm vor Ort die meisten Stimmen (nach dem Direktkandidaten der Konkurrenz) geholt haben: Listen von Lieblingspolitikern, die von den Räuberbaronen gepflegt werden, gehören so der Vergangenheit an.

Merkt man, wie groß die Widerstände der „Besitzständler“ werden würden? Das kann nur ein absoluter Herrscher durchsetzen – wie schon immer in der Geschichte. Hitler war so einer … und hier sehen wir gleich das Problem. Zwar hatte dieser Mann die Macht, die Räuberbarone in die Schranken zu weisen (wie auch Mussolini die Mafia kleingehalten hat), aber wie alle absoluten Herrscher wird er durch die Korruption der Macht selbst zum Drachen (und so dem Feind immer ähnlicher) und es gibt es nichts, was ihn aufhalten könnte … außer einer Allianz der Räuberbarone, die wir als Bürger dann wieder freudig begrüßen werden, wie wir zuvor den Führer begrüßt haben.

Ich denke: so wird es auch kommen. Wenn die Derivatenblase allein der Deutschen Bank platzt, sind wir für die nächsten hundert Jahre hoch verschuldet, während die Täter auf den Bahamas die Sonne genießen. Es wird Hunger geben, tote Kinder auf den Straßen, dann kommt der Zorn, dann der Führer mit seinen Uniformen. Mit etwas Glück wird es ein Napoleon. Mit etwas Pech ein Hitler. Wahrscheinlich aber irgendein Cäsar – war im alten Rom schon das Ende der Republik.

Das gilt natürlich nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa, ebenso für die USA.

Wie das enden wird, wissen wir auch: je kräftiger der Charakter, umso schneller wird er von der Macht (und dem Geld) korrumpiert  – und wird selbst zum Räuberkönig. Nicht schwer, so etwas vorauszusagen, wenn man mal ein Geschichtsbuch in der Hand hatte.

Nun – es muss aber kein starker, weiser, kräftiger Mann sein. Wir könnten jeden Tünnes mit Supermacht ausrüsten: er würde die Räuberbarone automatisch in die Schranken weisen. „Frodo for President“ war kein Hippiescherz, sondern gut durchdacht. Allerdings scheiterte auch Frodo – zuletzt war es sein tumber treuer Diener Sam, der fast durch Zufall die Welt rettete.

Würden wir es überhaupt schaffen, uns auf einen Volkspräsidenten, eine König, einen Kaiser auf Zeit zu einigen?

Manchmal kommt es mir so vor, als hätten wie einen König geköpft, um eine Million neue zu bekommen: gerade auf Seiten des linken Spektrums finde ich täglich neue Führer, die gerne andere ihre Arbeit machen lassen würde. Die würden sich nie hinter einen Kriegshäuptling stellen, der notwendige Schritte in verfahrener Situation einleitet … es sei denn, sie wären selber dieser Häuptling (mit US-Sportwagen ausgestattet, versteht sich). Menschlich verständlich und Ausdruck großer gedanklicher Souveränität, leider völlig uneffektiv im laufenden Krieg, der von den Reichen in die Gesellschaft hineingetragen wird und bald zum Sieg des neuen Adels führen wird: schon jetzt wird er uns als „Promi“ dauernd vor die Nase gehalten und täglich tausendfach als „besserer Mensch“ präsentiert, hat er einen Ski-Unfall, hält die Nation den Atem an.

Eher ist mit einer weiteren Zersplitterung der progressiven gesellschaftlichen und kulturell kreativen Kräfte zu rechnen: die Räuberbarone wissen, dass der Kaiser sie wieder in die Schranken weisen könnte – sie haben ihre römische Lektion gelernt und ergreifen schon heute durch gezielte Eingriffe in die Meinungsbildung Maßnahmen, jeglichen Widerstand zu zersplittern oder durch geschickte Implementierung von Agenten und Falschinformationen mit dem ultrarechten Lager zu verquicken … was sie gerade sehr erfolgreich tun, weil viele einfach nur noch dümmliche Parolen brüllen und sich kaum bewusst darüber sind, in welchen Argumentationsketten sie gerade eingeflochten werden.

Zur Not reicht aber auch der Wink mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag: dem Äquvalent des Entlassungsbriefes aus der Sklaverei der Leiharbeit oder der staatlichen Arbeitslosenverfolgungsbehörden.

Wer sich Gedanken über Revolution macht, muss ich Gedanken über die Rekrutierung, Aufstellung und Führung eigener Verbände machen, die auch ohne die Anwendung von Waffengewalt genügend Druck ausüben können, das Land von seinen Besatzern zu befreien und den laufenden Wirtschaftskrieg zu beenden. Solche Strategien gibt es, sie können sehr erfolgreich sein – sind aber nicht frei von menschlichen Opfern. Sie sind auch nicht immer legal  – aber das ist ein Krieg der Reichen gegen die Armen genau genommen auch nicht.

Wer sich Gedanken über Revolution macht, muss sich aber vor allem eine Frage stellen: wie schütze ich meine Revolutionäre vor dem bösen Willen des einen Ringes, wie sorge ich dafür, dass die Macht sie nicht korrumpiert und sie selbst  – als zum Beispiel als Politkommissare einer Roten Armee – an die Stelle der Räuberbarone treten.

Rote Räuber klauen nicht weniger als schwarze, grüne nicht weniger als gelbe.

Frodos sind selten in unserer Zeit, Sams fast ausgestorben: an Schicklgruberns („Hitler“ war ja nur der Künstlername) haben wir wahrlich keinen Mangel, davon gibt´s in jedem Mietshaus drei … und einer von ihnen wird in den nächsten dreissig Jahren das Rennen machen. Vielleicht aber schon 2018, wenn die Groko in ihrer unermesslichen Weisheit und völlig durch ihre ungegrenzte Macht beschließt, die Legislaturperiode nochmal um dreissig Jahre zu verlängern, weil die Erfahrung der Erschaffung von teuren Pöstchen aus dem Nichts (creatio ex nihilo) einfach zu schön ist.

Man kann sich hier aber einfach mal selbst fragen: wie schnell steht man stramm, wenn das Geld winkt?

Ab 100 Euro? Ab 1000? Ab 10000 – im Monat? Oder erst ab 100 000 000 Euro? Kein Problem, jede Summe ist denkbar: die modernen Räuberbarone erschaffen Geld wie Pöstchen aus dem Nichts.

Oder bleibt man auch angesichts einer Bonuszahlung von 1 000 000 000 Dollar ein kleiner, bescheidener Gärtner, der nur im Kreise seiner Kinder friedlich alt werden und seinen Blumen beim blühen zuschauen möchte?

Von diesen Gärtnern brauchen wir eine Armee von 8 Millionen Mann – damit kann man den Angriff der Superreichen in Deutschland wirksam aufhalten, für
Europa braucht man mehr. 100 000 allein jedoch … wären erstmal zu wenig. Es sei denn, sie bilden das Offizierscorps … zu dem die Sams dieser Welt wenig Lust haben. Gerade das macht sie ja so liebenswert und vertrauenswürdig und – wenn wir dem Mythos folgen wollen – so geeignet, eine Zeit lang die Last der absoluten Macht zu tragen, ohne selbst von ihr in Besitz genommen zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

Gott, der Papst, der Steinbrück und die Zukunft Deutschlands

Sich Gedanken über die Zukunft zu machen ist immer ein heikles Geschäft und ähnelt der Wetterprognose. Zudem spielt ein Faktor eine Rolle, der beim Wetter nie …. oder fast nie …. eine Rolle spielt: Geschichte wird nur von Menschen gemacht und Menschen sind launig, wankelmütig, wechselhaft und unzuverlässig.  Vielleicht treten ja morgen alle in die Kirche ein und die Welt wird ein Paradies?

„Die Katholiken in Großbritannien und auf der ganzen Welt werden sich weiter dafür einsetzen, Brücken der Freundschaft zu anderen Religionen zu bauen sowie Fehler und Wunden der Vergangenheit zu heilen“, sagte Benedikt am Freitag in London vor führenden Vertretern anderer Religionen.

„Sobald ein solcher Respekt und eine solche Offenheit bestehen, werden die Menschen aller Religionen gemeinsam wirksam für den Frieden und das gegenseitige Verständnis arbeiten und so vor der Welt ein erstrebenswertes Zeugnis geben“, fügte das Kirchenoberhaupt an.

Glaubt man dem Papst, so ist es nur ein kleiner Schritt, der zum Frieden nötig ist:

In seinen langen Ausführungen vor etwa 2000 Zuhörern hob Benedikt den Glauben als Partner einer an Vernunft orientierten Gesellschaft hervor und bekräftige seine Forderung nach einem ethischen Handeln in Politik und Wirtschaft auch im Kampf gegen Hunger und Armut. „Die Religion ist für die Gesetzgeber nicht ein Problem, das gelöst werden muss, sondern ein äußerst wichtiger Gesprächspartner im nationalen Diskurs.“

Besorgt sei er darüber, „dass die Religion und besonders das Christentum in einigen Bereichen zunehmend an den Rand gedrängt werden, auch in Ländern, die großen Wert auf Toleranz legen.“ Manche sprächen sich dafür aus, die Stimme der Religion zum Schweigen zu bringen oder wenigstens ganz auf die Privatsphäre zu beschränken, sagte er mit Blick auf atheistische Strömungen im Land.

Quelle: Spiegel-online

Die Methode, mit der man Öffentlichkeit manipuliert, ist ziemlich einfach und wird weitläufig gelehrt. These aufstellen, Gegenthese zulassen, Synthese genießen.

Seit zweitausend Jahren arbeitet die Kirche nun für den Frieden. Die Ergebnisse sind … vorsichtig ausgedrückt – beunruhigend.

Vielleicht liegt das darin begründet, das „Kirche“ und „Religion“ zwei völlig verschiedene Dinge sind? Nehmen wir … die Bibel.  Neben Tolkiens „Herr der Ringe“ das meistverkaufte Buch der Welt. Was ist die Bibel? Eine Sammlung von Erzählungen (überarbeitet und den Erfordernissen der Kirche und der Zeit angepaßt) der Begegnungen von Menschen mit etwas, das sie „Gott“ nennen.

2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
4 Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;
6 bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

Quelle: Wikipedia

Vor dreitausend Jahren war das … die Aufforderung zum Atheismus. Aus dem Grund glauben heute ja noch viele, das die Juden mit dem Teufel im Bunde sind. Aber … die haben ja auch Christus umgebracht. Weiß man ja.

Geht man nun in eine katholische Kirche, so findet man: ein Gottesbild. Hängt tot von Kreuzen herab. Weil die Protestanten Gebote nicht nur predigen sondern auch einhalten wollten, haben sie die Leichen von den Kreuzen entfertn.

Aus philosophischer Sicht ist es eine Weise Erkenntnis. „Mach´ Dir kein Bild von Dingen, von denen Du keine Ahnung hast“ – hört sich auch heute  nicht verkehrt an.

In Zeiten, wo der „Fortschritt“, der „Wohlstand“, die „Arbeit“ und der „Arbeitsplatz“ quasi religiöse Elemente sind und sich alle einer „unsichtbaren Hand des Marktes“ unterwerfen, sogar noch weiser.

Nun ist die Bibel ja von Priestern gesammelt worden und voll von Menschen, die selbst persönlich mit Gott gesprochen haben. So etwas geht. Machen auch heute noch viele – nur nicht bei den Katholiken, denn dort … ist der Papst zwischengeschaltet worden. Als Stellvertreter Christi auf Erden quasi Gottes Stiefsohn. Und der Sohn hat ja gesagt, was Sache ist:

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

DAS zentrale Gebet. Milliardenfach aufgesagt. Ganz einfache Botschaft: was ICH will, ist nicht zu wichtig. Was Gott will, ist wichtig. Und er wird selbst am Besten Wissen, was er will.

Kurz: irgendwo da draußen (oder tief drinnen) exisitiert der lebendige Urgrund allen Seins und will seine Ruhe haben. Er will sein eigenes Ding durchziehen und verbietet den Menschen ausdrücklich, sich detalliert mit ihm zu beschäftigen. Man darf zu ihm beten … muß sich aber immer gegenwärtig sein, das es SEIN Wille sein soll, der geschieht – und nicht der Eigene.

Religion und Atheismus sind somit kein Gegensatzpaar – und da wird auch der Erkenntnistheoretiker glücklich, der weiß, das Urteile in jeder Art in diesen Gefilden eine Lüge sind.

Er ist ja auch mit wenig zufrieden. Es sind ja keine Horrorgebote, die er uns auferlegt: nicht stehlen, nicht morden, nicht lügen und was ihm da noch so einfällt: sind doch alles Sachen, die auch außerchristlich weltweit verboten sind. Hätte er uns eigentlich nicht noch extra sagen müssen. Ganz wichtig jedoch ist ihm … die Freiheit des Menschen. Ganz sauer wird er, wenn man „anderen Göttern“ hinterherrennt. Klar – folgt man seinen Gedanken, dann gibt es die anderen ja gar nicht. Und außerdem hat er den Menschen wohl absichtlich so geschaffen, das er Göttern nicht hinterherrennen braucht. Er kann frei und ungebunden sein eigenes Dingen durchziehen.

War eigentlich alles mal ganz funktionabel eingerichtet, will mir scheinen. Da ist ich auch kein Platz für eine Kirche. In dem Heldenepos „Der Herr der Ringe“ finden sich deshalb auch kaum Götter. Eigentlich kommt er ganz ohne aus, obwohl Tolkien (der selbst ein gläubiger und überzeugter Katholik aus England war) Zauberer, Elben, Zwerge, Drachen und eine Vielzahl übler Ungeheuer auferstehen läßt … beziehungsweise eine Unmenge europäischer Mythen in seinem Epos zu einer einzigen Bilderwelt vereint. Letzteres ist vielleicht auch der Grund für seinen Erfolg … irgendwo dürfte uns das alles irgendwie bekannt vorkommen. Nur einmal wird eine Kirche erwähnt: im „Silmarillion“, so einer Art Genesis für Mittelerde, findet sich ein Tempel für einen bösen Gott (der aber eigentlich nur ein gefallener Engel ist – aber Tempel bleibt Tempel).

Sogar das Wochenende hat Gott erfunden.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.

Noch nicht mal Sklaven, Tiere oder Gastarbeiter sollen da malochen. Sollte man mal dem Bundesverband der Deutschen Industrie über die Eingangstüren ihrer Konferenzsäle hängen. Aber auch die Kirchen selbst huldigen gerne anderen Göttern:

Nur: Zum Angebot der katholischen Bank zählt der Investmentsparplan Uniprofirente, dessen Gelder bei Uniglobal investiert werden. Zu dessen Werten gehörten in diesem Jahr neben Tabakkonzernen die Rüstungsfirma BAE Systems, die von Atom-U-Booten bis zu Jagdbombern weltweit ein komplettes Waffenarsenal anbietet, und bis vor kurzem der langjährige Streumunitionshersteller Lockheed Martin. Peinlich auch das Bild des aktuellen BKC Treuhand Portfolio: Dessen jüngster Halbjahresbericht weist Alkoholwerte wie Carlsberg und Unternehmen wie Walmart aus, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen massiver Kritik ausgesetzt sind.

Quelle: Spiegel-online

Was bleibt uns Menschen da übrig, wo These (Religion – Kirche) und Antithese (Atheismus – Materialismus) beide das gleiche Ergebnis haben: die Welt wird Hölle. Zumindest für die geistig Armen, die dem Sohn Gottes mal so wichtig waren. Na, vielleicht hat er damals schon gewußt, das die mal über sein werden:

Was die Menschen in 20 Jahren bedroht

Die unter der Leitung des Zukunftsforschers Georges T. Roos erstellte Studie zeigt nicht ganz überraschend vor allem eines: Das Leben wird komplizierter. Wir müssen uns in einer komplexen Welt zurechtfinden, in der Informations- und Kommunikationstechnologie den Alltag noch stärker prägen werden. Das Leben wird weiter beschleunigt. Kopfarbeit wird körperliche Arbeit noch mehr ablösen; die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen, der Leistungsdruck wird zunehmen. Klar ist, dass diese Veränderungen und Anforderungen krank machen können.

Quelle: NZZ Online.

Für die, deren mentale Kompetenz nur zum Bauer reicht, wird kein Platz mehr da sein. Die Zukunft wird ein kleiner Hamsterkäfig, in dem immer weniger immer schneller rennen müssen. Das das auf die Dauer nicht gutgeht, weiß auch der Herr Steinbrück:

Der Ex-Finanzminister wirft den Blick in den Abgrund bei der Finanzkrise. Er empört sich über Verkommenheit von Teilen der Wirtschaftselite und mangelnde Standfestigkeit der politischen Klasse. Der Sozialstaat bisheriger Prägung wird zum Auslaufmodell erklärt.

Quelle: Welt-online

„Auslaufmodell Sozialstaat“ … denkt man reflexhaft gleich an Arbeitslose. Doch um diese verschwinden kleine Minderheit geht es nicht. Es geht um die Kranken und Alten, die zu teuer werden, wenn sich an dem System nichts ändert. In einer Welt, die von Menschen mit christlichen Werten regiert wird, bräuchte man sich keine Sorgen machen. Aber offensichtlich hat Peer Steinbrück als Politiker andere Erfahrungen gemacht.

„Wir sind nicht ausreichend auf die Zukunft vorbereitet. Unser Fundament hat Risse. Die schlechteren Tage der letzten Jahre könnten auf lange Sicht die besseren gewesen sein.“

Für diese eher düsteren Vorahnungen bleibt Steinbrück den Beweis aus seiner Sicht nicht schuldig. Mit größter Sorge betrachtet er die eklatanten Entscheidungsdefizite der Europäischen Union. Anhand von Beispielen zeigt er auf, wie Europa gegenüber Amerika und vor allem gegenüber China immer weiter an Kompetenzen, Fähigkeiten und Einfluss verliert. Er nimmt tektonische Verschiebungen der politischen und ökonomischen Zentren auf dieser Welt wahr und geht vor allem mit den Europäern und Amerikanern hart ins Gericht.

Diese Art von Sozialdemokratie jedenfalls fordert heraus und verdient Respekt.

Quelle: Welt-online

Das letzte Lob kommt von: Friedrich Merz. Kein Unbekannter in der politischen Welt. Eng verbandelt mit der Atlantikbrücke, die im Auftrag der Kosmokraten (siehe Jean Ziegler)  und der Korporatokratie (siehe John Perkins) die Ausplünderung Europas, Asiens, Afrikas, Australiens und … nicht  zuletzt … ganz Amerikas vornehmen, dabei im Laufe der Jahrzehnte wirtschaftliche Systeme aus dem Gleichgewicht bringen und sinnlos zerstören, was den Tod von hunderten von Millionen von Menschen zur Folge hat. Und dabei haben sie gerade erstmal angefangen, sich auszudehnen, befinden sich noch in einem recht frühen Stadium der Ausbreitung.

Stehlen, Morden, Lügen … alles kein Problem. Man will ja kein Weichei sein.

In der Gestalt des modernen Konzerns ist uns ein neuer Gott erwachsen, an den wir glauben müssen, weil er sich die Welt angeeignet hat. So wie uns die Vorsehung Hitler geschickt hat, hat uns die unsichtbare Hand des Marktes den Konzern geschickt … will man uns jedenfalls glauben machen.

Konzerne … sind als gesellschaftliche Akteure Psychopathen. Der kanadische Film „Corporation“ untersucht dieses Ungeheuer, das Monarchie, Kirche und Kommunistische Partei gleichermaßen ersetzt hat (und deshalb auch in China problemlos Fuß fassen kann).  Das Ergebnis: Konzerne sind als gesellschaftliche Akteure geistig kranke Psychopathen – aufgrund ihrer Konstruktionsparameter können sie auch nie etwas andere sein.

Aus der Sicht der Religion haben sie sogar noch mehr ersetzt: sie sind an die Stelle Gottes getreten indem sie sich die ganze Schöpfung zu eigen machen. Was wir essen, was wir trinken, der Boden auf dem wir gehen, die Struktur unseres Alltages, unser Leben von der Geburt bis zu Tod: alles minutiös durchgeplant und auf maximale Rendite getrimmt.  Noch nie gab es in der Geschichte der Menschheit eine Macht, die so sehr den Alltag der Menschen bestimmt hat und der man so wenig entkommen konnte.

Na ja, das Alte Testament hatte uns ja schon mal gewarnt: das wird nicht gut gehen.

Am Ende der Geschichte wartet auf uns eine Welt, in der nur noch diejenigen Überleben können, die sich für die Profite der Konzerne maximal abstrampeln können. Wer schwächelt … fliegt aus der Kurve.

Das sollte man mal mit dem Papst diskutieren. Der Islam hat deshalb soviel Zulauf, weil seine Bürger die teuflische Macht der Korporatokratie deutliche spüren – dort wirkt sie noch mit größerer Gewalt als hier, wo sie sich flächendeckend durchgesetzt hat.  Die Kirche hat da weniger Zulauf, weil sie selbst Konzern geworden ist … der älteste Konzern der Welt. Ware? Dieselbe wie Disney. Gottesbilder.

Was ich mir von der Kirche in Zukunft wünschen würde? Das sie ihren Job macht und den Menschen lehrt, mit Gott zu sprechen. Mit ihm – nicht über ihn. Soll ja möglich sein – die Bibel ist voll von solchen Geschichten.  Oder das sie wenigstens über die Gefahren des Götzendienstes aufklärt … aber dazu müßte sie ihn erstmal selber sein lassen. Ich kann allerdings nicht ausschließen, das es der Rendite schaden würde … und das die Guttenbergs dieser Welt bei der Auswahl ihrer Dorfpfarrer strengere Maßstäbe anlegen würden, wenn diese Anfangen, ihren Gott ernst zu nehmen.

Und wer den Bogen so spannen will … aus dieser Perspektive sind „Kosmokraten“ Satanisten – auch ganz ohne Kutte, persönliche Menschenopfer und erotische Rituale.  Allerdings kennt die christliche Religion eigentlich keinen Teufel. Jedenfalls nicht den, den Hollywood uns jedes Jahr in neuen Variationen zeigt.

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