Davos

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Fahren Sie nach Davos! Da ist etwas los!

Oder ist Davos der Ort, da wo`s vorkommen kann, dass die Guten die Bösen sind und die Bösen die Guten?


Bild: I, Malene / CC BY 2.5 / Wikimedia  

Wenn man einen Kurs für Chiropraktik besucht, so wird einem der Name Davos gelegentlich vertraut sein. Denn bei der Infiltration gibt es folgende Regel: Wir sollen mit der Injektion an einem bestimmten Punkt hineinstechen: „Da wo`s weh tut“. Diese Regel wird scherzhaft „Davos Regel“ bezeichnet. Und damit sind wir schon beim Weltwirtschaftstreffen in Davos (Quelle: sueddeutsche):

„Davos steht wie keine Konferenz der Welt für Globalisierung, Freihandel und offene Märkte. Für das Stelldichein einer globalen Elite, die darüber sinniert, wie sich wirtschaftliche Integration weiter beschleunigen lässt. Wie Grenzen überwunden, Mauern eingerissen und Zölle ein für allemal aus dem handelspolitischen Baukasten verbannt werden können. Kurzum: Es steht für alles, was Verfechter einer nationalistischen Wirtschaftspolitik hassen und ablehnen. Trumps mittlerweile geschasster Vordenker Stephen Bannon hatte es vor Jahren schon so auf den Punkt gebracht: „Die arbeitenden Männer und Frauen der Welt haben es schlicht satt, sich ihr Leben von Leuten vorschreiben zu lassen, die wir ,die Clique von Davos‘ nennen.“

 Also das Heil der Welt hängt von Globalisierung und freiem Handel ab. Der Klimasünder und Außenseiter Trump wird morgen erwartet. Die Verfechter des Pariser Klimaschutzabkommens, sind für Globalisierung. Und die Folgen sind z.B. 2016:  60 000 Frachtschiffe von denen 20 so viel Dreck ausstoßen wie 1 Milliarde Autos zusammen (Quelle:infosperber.ch). Die Folge war schon 2014, dass die Globalisierung ein Viertel des weltweiten Treibhausgasausstoßes verursachte: (siehe orf)  – bei Wirtschaftslenkern, die von Jean Ziegler stark kritisiert werden (siehe nachdenkseiten):

 Er geht davon aus, dass ein „System der strukturellen Gewalt“ (Bourdieu) existiert, in dem sich alles der Profitmaximierung unterzuordnen hat. In dem enormen Reichtum, konzentriert in den Händen „privater Oligarchien“, liegt für Ziegler eine große Gefahr. Ihr Einfluss auf die Demokratie sei mittlerweile so groß, dass die Demokratie „in vielerlei Sicht zu einer simulativen Demokratie geworden ist.

Auch der Ex-Banker Ronald Bernard  berichtete darüber, wie die größte Gruppe der die Welt lenkenden Banker zu den Luziferisten=Satanisten gehören. Da es bereits zu viele Opfer dieser von unseren Medien bedingungslos hoffierten Clique gibt und unser Globus heute an allen Ecken und Enden brennt, bleibt diese Verschwörung leider nicht mehr länger Theorie. Die Konsequenzen der Globalisierung sind verständlicher Weise nationale Ideen – da die Globalisierung eben zu vielen Globalisierungsverlierern führt (Quelle: orf):

 Kein Wunder, dass sich beispielsweise im ärmsten Departement Frankreichs, Seine Saint-Denis (mit über 30 Prozent Arbeitslosigkeit), knapp 34 Prozent für Melenchon und nur 13,6 Prozent für Le Pen entschieden. Melenchon steht für mehr soziale Gerechtigkeit. Sein Programm, das mit seinen Anhängern beschlossen wurde, enthält die Forderung nach einem Mindestlohn von 1.300 Euro netto, mehr Einkommensteuern ab 4.000 Euro Nettogehalt und eine Deckelung der Höchstgehälter im privaten Sektor mit einem Verhältnis von eins zu 20 zwischen dem niedrigsten und höchsten Lohn. Damit bot er sich als Alternative für all jene an, die im Angebot der Globalisierungsgegnerschaft sonst nur die rechtsextreme Kandidatin Le Pen zur Auswahl hatten.

Das heißt, eine gerechte Bewegung hätte Chancen auf Erfolg, wenn sie nicht wieder eine deutliche Vergrößerung der Staatsverschuldung zur Folge hätte? (siehe welt.de) Wenn D. beginnen würde, die Staatsverschuldung zu tilgen, dann wäre man im Jahr 2185 bei derzeit historisch niedrigen Zinsen fertig. Aber an wen ist D. verschuldet? Doch nicht etwa an die Banker, von denen Ronald Bernard berichtet?

Auch in Belgien, einem der ältesten EU Mitglieder weiß man wohin Globalisierung führt:

Die drittgrößte Gemeinde Belgiens steckt in der Krise – und das bereits seit Langem. Auf Charlerois Straßen ereignen sich überdurchschnittlich viele Verbrechen – vielleicht auch, weil Arbeit schwer zu bekommen ist. Die Arbeitslosenquote liegt bei über 25 Prozent. Zehn Prozentpunkte über dem belgischen Durchschnitt (Quelle: orf ).

Der böse Gegner einer Globalisierung und gleichzeitig Klimavertragsverweigerer, mit seiner Idee „Amerika first“, Donald Trump, würde aber den Globalisierungsverlierern und letztlich dem Klima und seinen Bürgern, durch den Schutz seiner Wirtschaft womöglich mehr helfen, als die guten Globalisierungsverfechter. Ein Detail noch am Rande: Es gibt Hinweise, das Trump die bisher unantastbaren Pädophilenringe verfolgen lässt (siehe  epochtimes1). Ist er etwa deswegen der Böse (siehe auch epochtimes2), während sein Vorgänger Obama trotz Dauerkriegen und Drohnengemetzel der friedensnobelpreisbekränzte Gute war? Zeitgleich zur Veröffentlichung von sehr brisanten Untersuchungen über Hillary Clinton und die Anti-Russland-Agitation führender Demokraten, die manche als neues Watergate bezeichnen (siehe KenFM), kam es zum Shutdown der Finanzen des Weißen Hauses. Es ist wirklich riskant, heute 2+2 zusammenzuzählen, man könnte dabei noch glatt zum Verschwörungstheoretiker werden …

Wenn man jedenfalls einen Mittelweg beider Wirtschaftsideen, nämlich einer protektionistischen Wirtschaft und einer globalisierungs-orientierten Wirtschaft denken möchte, so ergibt sich wieder die Idee von Menschenrechts- und Ökozöllen, die dem Schaden an Menschenrechten und an der Natur proportional sein sollten. Es würde sowohl die heimische Wirtschaft geschützt, als auch die Wirtschaft in Fernost angeregt, ökologisch zu produzieren und die Arbeitnehmer gut zu behandeln.

Da sowohl der Flugverkehr, der ungeheure Mengen an Treibhausgasen ausstößt, als auch die  Globalisierung, die eben für 25% der weltweiten Treibhausgase verantwortlich ist,  unter den Schutz des Pariser Klimaschutzabkommens gestellt sind, – man ist versucht Oligarchen- Schutzabkommen zu sagen-, bietet sich da nun der Weg des Geoengineerings als ernst gemeinter Vorschlag unserer Wissenschaftler für unser Zukunft deutlich an (siehe Spiegel).

Es wäre eigentlich Aufgabe der freien Presse und der Wissenschaft, uns zu sagen: „Entweder ihr fliegt erheblich weniger und erzeugt nachhaltig im eigenen Land und verwendet ökologische Transportmittel, oder ihr werdet in Zukunft die Sonne und die Sterne nur noch wenig sehen.“ Andererseits bringt das wieder den Vorteil, dass Menschen, die wenig Sonne sehen, sich auch weniger wehren, und dass die Krankheiten die, durch Aluminiumaerosole entstehen wie Alzheimer, Multiple Sklerose und Rheuma so nebenbei zu den lukrativsten Krankheiten der Menschen zählen. Das heißt, es kommt zu einer sehr erfreulichen Umwegrentabilität, für die Ausgaben der Flugzeuge, die dann Aluminiumaerosole ausbringen. Und kaum jemand der Ökobewegung oder der Wissenschaft, ergreift das Wort und informiert darüber? Ist es ihnen zu unfassbar, dass wüste Verschwörungstheorie sich nun anschickt, wissenschaftlich akkreditierte Wirklichkeit zu werden?

Die Wahl eines Globalisierungsbefürworters zum Volksvertreter bedeutet, dass wir langfristig durch Sonnenmangel depressiv werden, durch Aluminiumaerosole die obigen Krankheiten, die nebenbei jetzt schon boomen, bekommen werden? Ernsthafte Anstrengungen für eine radikale Wende der Wirtschaft sind für mich jedenfalls nicht in Sicht. Also bedeutet die Wahl von Angela zur Bundeskanzlerin, im Geiste von Davos, weniger Sonne und mehr Vergesslichkeit, auf Lateinisch Demenz, für die Zukunft und dass wir, nämlich wir in Europa, weiter verarmen. Es ist aber auch wieder schön, wenn wir vergessen können, wie schön Sterne, Sonne und Natur einmal waren und wie gut es uns einmal gegangen ist???

Wer weiß, wie schön und erholsam Bewegung an Stelle eines Autos ist, wer weiß wie gerade in den Wintermonaten der Weg zur Arbeit oft die einzige Möglichkeit für das Erleben der Sonne ist, der versteht Winterdepression und Grippewelle z.B. als Folge des D-Vitaminmangels und Serotoninmangels. Eine Mobilität, wo auf den fahrbaren Blechuntersatz verzichtet werden würde, wäre für den Verbraucher nicht nur weit kostengünstiger, sondern eben auch wesentlich gesünder. Es würde viel weniger Fläche verbaut werden und die Natur hätte mehr Platz, uns zu erholen! Warum in die Ferne schweifen, seht das Gute ist so nah! Mehr Wald zum Treibhausgas  Absorbieren!

Ja, es ist klar: Die Welt ist eingeteilt zwischen den Guten und den Bösen. Also Putin ist eindeutig böse, weil er die Krim annektiert hat (Quelle: deutsch.rt.com):

„Der Krim-Separatismus war eine tickende Bombe unter der Ukraine“, stellt die Homepage des ukrainischen Fernsehkanals 112 Ukraine fest. Dieser ging so weit, dass die Krim im Februar 1994 ihren eigenen Präsidenten wählte. Der auf diesem Wege legitimierte Präsident Wladimir Meschkow strebte die Angliederung an die Russische Föderation an. Nach einem Jahr, am 17. März 1995, enthob die Ukraine mittels des Gesetzes „Über die Aufhebung der Verfassung und einiger Gesetze der Autonomen Republik Krim“ Meschkow seines Amtes.

Und Länder, die andere Länder annektieren, gehören natürlich sanktioniert (Quelle: derstandard.at). Proteste zum Jahrestag der Annexion Hawaiis durch die USA. Wie viele Menschenrechte und wie viel Verhinderung von Treibhausgasen würde es übrigens bringen, wenn wir den Handel und die Menschenbeziehungenzu Russland wieder aufleben lassen? Sollten wir wirklich der Meinung sein, dass in Russland kein gutes System  herrscht, was bringt es dann, die Menschen von Russland an der Einreise nach Europa, wo sie „vorläufig noch“ vielleicht bessere Konzepte sehen könnten, zu hindern? Wenn wir daran denken, wie viel Treibhausgase durch weite Transporte entstehen, würden sich an Stelle von Freihandelszonen mit Chile da nicht die viel näheren Staaten wie Russland anbieten?

Ist Putin etwa deshalb der Böse, weil er den Ausverkauf, ja den Flohmarkt der russischen Rohstoffe, an die von Ronald Bernard geschilderten Banker verhindert hatte? Bilder eines riesigen Friedensmarsches in der Ukraine sahen wir nicht im Mainstream (siehe epochtimes). Aber dafür sahen wir  kürzlich die Bilder einer riesigen Frauendemonstration in der USA (siehe faz). Das geschah zeitgleich zum Shutdown der Finanzen des Weißen Hauses und zur möglichen Veröffentlichung von brisanten Details über Hillary Clinton (siehe epochtimes). Wieder einmal: perfektes timing! – wer da mitstoppt: unverbesserlicher Verschwörungstheoretiker! Menschen etwa, die sowas einfädeln? – Ogottogott, was für ein wilder Aberglaube in einer wissenschaftlich aufgeklärten Zeit, in der doch jeder weiß, dass es die unsichtbare Hand des Marktes ist, die alles regelt.

Um zum Titelbild zurückzukommen: Es wird die Frage für die Zukunft sein, wer der Fuchs ist. Wir, die wir uns erfolgreich wehren, oder die Banker, die uns als Parasiten bezeichnen. Wir haben jahrelang an unserem eigenen Arbeitsplatz gesägt, da wir oft das billigere Produkt aus Fernost gekauft haben. Wir haben den Zusammenhang zwischen einer Wirtschaft, die die heimische Produktion fördert, uns gute Arbeitsbedingungen schafft, den Staat erhält und nicht schwächt, sehr spät erkannt. Sind wir nicht oft selbst gierig? „Geiz ist geil“, lautete lange Jahre ein Werbeslogan eines bekannten Elektronikdiskonters. Der Hartz 4-Empfänger hat wohl keine Wahl mehr zwischen einem ökologischen Produkt und einem Produkt, das Probleme für die Umwelt schafft? Doch, wir haben in jedem Fall noch viele Möglichkeiten. Noch hat man uns die freie Meinung nicht verboten. Noch können wir wählen. Noch haben wir Versammlungsrecht und Demonstrationsrecht (siehe auch Jean Ziegler: Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Das Grundgesetz gibt uns alle Waffen, die wir benötigen, in die Hand – wir müssen uns nur bücken und sie aufheben. Wir haben ein Streikrecht, wir haben Wahlen, wir haben ein Demonstrationsrecht und viele Rechte mehr. Wir können die Regierungen zwingen, diese Strukturreformen durchzuführen.“ – Quelle: Nachdenkseiten)

Nützen wir diese Möglichkeiten wirklich? Sind wir in der Lage, das Böse so zu konkretisieren, dass wir es erkennen? Haben wir begeisternde Ideen, die uns Kraft und Feuer geben? Suchen wir diese Ideen, oder lassen wir uns von Mainstream und gut gemeinter trister Information so lähmen, dass man mit uns tun kann, was man will? Und wenn wir befeuernde Ideen haben, pflegen wir die? Suchen wir uns Erholung in Kunst, Meditation, Sport oder sitzen wir hinter dem Bildschirm und lassen uns regieren? Lassen wir unser Licht und unsere Wärme eine Verbindung zu anderen Menschen sein? Lassen wir eben andere daran teilhaben? Das sind wichtige Fragen der Zukunft! … deren Antworten uns wohl nicht vom Davos-Forum geliefert werden, sondern die jeder selbstaktiv finden muss.

Bilderberger 2016: die wichtigsten Themen

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Freitag, 3.6.2016. Eifel. Nächste Woche ist wieder Bilderbergtreffen. Sicher fiebern Sie diesem Ereignis genauso entgegen wie der EM? Quatsch – Scherz beiseite. Bilderbergerköpfe gibt es nicht auf Kinderschokolade – dabei gehörten sie genau dorthin. Unglaublich: da trifft sich eine Gruppe von Menschen – von politisch und gesellschaftlich einflussreichen Menschen – ganz öffentlich Jahr für Jahr und kungelt dann im Geheimen herum, ohne dass das irgendjemand stört – so, als wären wir eine Geheimbunddemokratie, die von unbekannten Gestalten aus dem Hintergrund regiert wird. 2008 verlieh die Frankfurter Rundschau diesen Leuten sogar den Titel einer „Weltmacht“ (siehe Frankfurter Rundschau):

„Trotz der Geheimniskrämerei: Bilderberg ist keine große Verschwörung, sondern verweist im Wesentlichen auf eine Art vom vorgelagerten, wenig demokratischen politischen Formationsprozess. Aufgrund des Einflusses und der Hochrangigkeit der Teilnehmer ist davon auszugehen, dass die dort geäußerten Ideen auch in die gesellschaftspolitische Realität eingewoben werden.“

Dieser Satz ist ein absolutes Kunststück: erst wird erklärt, es gäbe keine Verschwörung – und dann wird die Verschwörung mit anderen Worten erläutert. Ein „wenig demokratischer politischer Formationsprozess“ beschreibt nicht weniger als eine Geheimregierung hinter den Regierungen – und demaskiert unsere Demokratien als reine Fassade. Ja: das ging schon 2008, ist heute noch perfekter organisiert. Wenig überraschend: alte Feinde der Demokratie sitzen wieder am Spieltisch:

„130 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Militär, Adel, Forschung und Medien.“

Ja, Sie lesen richtig: der Adel ist wieder da! Versammelt die Funktionäre der demokratischen Republik um sich, um der ganzen Angelegenheit wieder den richtigen, feudalen Kurs zu geben: das Volk muss beherrscht werden, das Volk will beherrscht werden … und das Volk kann beherrscht werden.

Organisiert wird das Treiben von den neuen Haushofmeistern der Macht (siehe Handelsblatt):

„Organisiert wird das geheime Treffen von einem Lenkungsausschuss unter Führung von Henri de Castries, Vorstandschef des französischen Versicherungskonzerns Axa. Dem Lenkungsausschuss gehören auch eine Reihe von Bankern führender Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und Lazard sowie Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet und der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, aber Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld und der EADS-Chef Thomas Enders.“

Ich sage es gleich: da hat kein Politiker etwas zu suchen. Was würden Sie davon halten, wenn ihre Angestellten während der Arbeitszeit drei Tage lang zu einer privaten Party gehen würden? Wir bezahlen die Leute fürs Arbeiten, nicht fürs Schaulaufen in der Nobelherberge. Gleiches gilt für unser Militär. Als Medienmensch hätte ich da auch nichts verloren: wenn ich nicht darüber schreiben darf, will ich da auch gar nicht hin: es besteht die akute Gefahr einer emotionalen Korruption.  Forschung – gut, privat können die dahin. Aber bitte: Urlaub nehmen. Für unsere mit hoheitlichen Aufgaben betrauten Angestellten jedoch gilt: kein Ringelpitz mit Anfassen in Geheimbünden. Sowieso sollte so etwas auf deutschem Boden verboten sein – wegen der Terrorgefahr, die von diesen Kreisen ausgehen könnte. Wer weiß, was die da kungeln? Wäre es harmlos, wäre es nicht geheim. So einfach ist das.

Wissen Sie, wer trotzdem während seiner Dienstzeit kackfrech dort aufläuft? Alle (siehe TAZ):

„Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Minister Sigmar Gabriel, Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen, Peter Altmaier und Frank-Walter Steinmeier sind zur diesjährigen Bilderberg-Konferenz eingeladen. Dies bestätigte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag.“

Eine ganz besondere Konferenz: diesmal ist die ganze Regierung da. Während der Arbeitszeit. Als ob es sonst keine Probleme zu lösen gäbe. Zudem ist der Tagungsort diesmal besonders dreist (siehe TAZ):

„Die Organisatoren bevorzugen meist abgeschiedene Tagungsorte; 2015 fand die Konferenz in Telfs-Buchen in den österreichischen Alpen statt. Aus Sicherheitsgründen und um Demonstranten fernzuhalten, werden die Konferenzen aufwendig von der Polizei gesichert.

„Seit Pegida ist Dresden politisch polarisiert. Mit der Konferenz dürften zwei gegnerische Gruppen, Pegida und Teile der linken Szene der Stadt, ein gemeinsames Demonstrationsziel haben.“

Wenigstens ein Medium, das andeutet, dass man sich der Brisanz der Entscheidung bewusst ist: man tagt absichtlich mal mitten in der Öffentlichkeit, wohl wissend, dass man mit Pegida eine Bewegung direkt vor der Haustür hat, die solchen Geheimmauscheleien nicht wohlgesonnen gegenübersteht, ja, sie geradezu als Beweis für die Richtigkeit ihrer Theorienbildung ansehen wird. Eine absolute Machtdemonstration – so sicher sind sich die Verschwörer schon.

Natürlich dürfen wir sie nicht Verschwörer nennen – da marschieren sofort politische Sittenwächter auf – mit schlagenden Argumenten (siehe Spiegel):

„Jedes Jahr treffen sich die Mächtigen der Welt nämlich tatsächlich an einem abgeschiedenen Ort, um über die Geschicke von Millionen Menschen und Milliarden Dollar zu bestimmen – mitten in den Schweizer Alpen, in dem kleinen Örtchen Davos. Auf dem Weltwirtschaftsforum.“

Ja: Bilderberg ist keine Verschwörung, weil die echte in Davos stattfindet: das ist ein überzeugendes Argument – für Menschen mit dem IQ von Kohlrabi. Aber: dank „Medien“ sind ja schon viele auf dem Niveau angekommen. Nochmal: wäre es harmlos, wäre es nicht geheim. Wieso sollten auch nicht Kameras alle Vorträge live senden? Wieso hat eigentlich eine private Gruppe die Macht, über die Arbeitszeit der deutschen Regierung zu bestimmen … und ihnen vorzuschreiben, zu welchen Themen sie sich äußern sollen?

Es gibt auch eine Annäherung aus den Reihen der Soziologie – allerdings ist diese Seite nicht mehr aktuell. Wie auch – ist ja alles geheim, da macht Forschen keinen Spaß (siehe Bilderbergerkonferenzen.de):

„Die Wahrnehmungen der Menschen, die von den Bilderberg-Konferenzen wissen geht sehr stark auseinander. Auf der einen Seite ist die Rede von einer geheimen Weltregierung. Auf der anderen Seite von offenen Diskussionen zu verschiedenen Themen der Weltpolitik, welche politisch keine direkten Folgen haben. Dies sind die Extrema, welche den Diskurs kennzeichnen. Die Realität wird sich sicherlich irgendwo zwischen diesen Aussagen einpendeln. Eine zentrale Frage ist schlichtweg weshalb die Medien nicht über diese kleine Gruppe von einflussreichen Menschen berichten, welche sich seit nunmehr über 50 Jahren jedes Jahr zusammenfinden.  Insbesondere da Medienvertreter selbst den Konferenzen teilnehmen (aus Deutschland etwa  die Zeit und der Medientycoon Hubert Burda). Daran anschließend stellt sich die Frage wieso die Sozialwissenschaften sich über das Thema ausschweigen.“

Nun – ganz so hilflos sind die Sozialwissenschaften nicht. Immerhin ist es ihnen gelungen, eine Theorie zu formulieren, die stichhaltig ist – und folgenlos. Aber sie erklärt hinreichend, was dort besprochen wird – bzw. welche Funktion diese Treffen haben (siehe bilderbergerkonferenzen.de)

„Der Geldmachtkomplex lässt sich zunächst in vier Machtsphären diffenzieren. Im Kern stehen die Superreichen. Um sie herum ist ein Kreis von Konzern- und Finanzeliten, der CEO-Komplex (vgl. Krysmanski 2004: 58). Sie haben die Macht das Geld der Superreichen erhalten und vermehren zu können. Sie verfügen demnach über Verwertungsmacht. Erst im dritten Ring des Komplexes sind die politischen Eliten angesiedelt. Sie haben die Macht über Steuern auf einen Teil der Geldmacht zuzugreifen und damit gesellschaftlich-gestaltend aktiv zu werden. Die vierte Sphäre ist die Sphäre der Funktionalen und Wissenseliten. Die Medien, Universitäten, private Think Tanks, hohe Beamte oder Stiftungen sind nur einige Akteure, welche sich in dieser Sphäre tummeln. All diese Institutionen und Akteure verfügen auf Grund ihrer gesellschaftlichen Rolle über Wissensmacht.“

Lesen Sie den letzten Abschnitt ruhig zwei, drei Mal, kaum etwas ist wichtiger in Ihrem Leben. So läuft die Welt – und so wird die Bilderbergertagung zu einem ganz normalen Vertriebsmeeting einer Vertriebsorganisation, wo einfach mal alle zusammenkommen und miteinander reden, ihre Erfahrungen austauschen, Kontakte erneuern. Und Bericht erstatten. Sich erklären. Ja – die gehören alle der gleichen Firma an – und es ist auch überhaupt kein Geheimnis, welcher (siehe Peter Sloterdijk in der NZZ):

„Die Unterwürfigkeit Europas gegenüber den USA bezieht sich auf praktisch alle Realitätsbereiche, auch auf die digitale Welt. Letztlich geht es stets um die fast protestfreie Unterwerfung des tötungsunwilligen Vasallen unter das Diktat des tötungsfähigen Souveräns.“

Wir lassen „kommissarisch töten“ – unsere Geschichtsschreibung ist eine große Illusion. Sowas kann man wohl nur in der Schweiz offen abdrucken:

„Die Wahrheit hinter dem Illusionsdesign des europäischen Modus Vivendi war freilich eine durchaus andere. Den dominanten Weltbildzeichnern war willig oder unwillig entgangen, dass die USA nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch auf der Ebene der heissen Kriege zu keiner Zeit eine reelle Abrüstungsära erlebten. Nachdem man in Washington den Hauptfeind Hitler gegen Stalin ausgewechselt hatte, begann für Amerika ein 70-jähriger Krieg, den seine Betreiber und Profiteure zurzeit für noch weniger beendbar halten als je zuvor. Bereits heute weist er die Qualitäten eines 100-jährigen Krieges auf, da das Pentagon mit dem nach 2001 geschaffenen neuen Such-Bild «Terror» eine Feindwahl getroffen hat, die die kommenden Jahrzehnte zuverlässig überdauert. Die US-Rüstungsindustrie hat auf lange Sicht keine Rezession zu fürchten.“

Ein hundertjähriger Krieg – mit bislang 10-13 Millionen Toten. Ein Krieg, der ohne großes Aufsehen geführt wird, weil die Unterordnung unter den Geldmachtkomplex oberste Priorität für alle Eliten des „dritten Ringes des Geldmachtkomplexes“ ist – für Präsidenten, Kanzler, Könige.

Nun – die Themen der Bilderbergerkonferenz sind auf deren eigener Internetseite offen einsehbar – soviel hat der öffentliche Druck schon geleistet (siehe bilderbergmeetings.org), doch was hilft es uns zu wissen, dass „Demokratie“, „Nato“, „Deutschland“, „Griechenland“ Themen waren, die sich dort „Ring 2“ von „Ring 3“ erklären läßt? Wobei jeder, der mal bei so einer Tagung dabei war, weiß, dass – neben der Erzeugung eines einheitlichen Gruppenbewusstseins („wir sind eine Firma – die sich teuerste Hotels leisten kann“ – anders als „die da draußen“) – die eigentliche Arbeit außerhalb der Vorträge stattfindet … und mit wenigen Worten zu erledigen ist. Man muss ja auch nicht alles mit jedem besprechen, Hauptsache ist nur: man hat alle vor Ort, damit jeder die Worte vermittelt bekommt, die nur für ihn gedacht sind: innerhalb von „Ring 3“ brauchen die Leute sowieso nicht mehr zu wissen, als sie für die Erledigung der ihnen zugeteilten Aufgaben wissen müssen.

Nein: das ist jetzt keine „Verschwörungstheorie“ sondern eine nüchterne soziologisch fundierte Beschreibung der Einflussnahme des Geldmachtkomplexes auf die Politik, jenes Komplexes, der an einem geheimen Ort in Tschechien den größten privaten Bunker der Welt gebaut hat, in dem man 10 Jahre mit viel Luxus überleben kann (siehe Forbes). Wissen Sie, wann der gebaut wurde … jener Bunker für Milliardäre? 1984 – da war das noch Warschauer Pakt. Der Bau ging fort bis 1994, überlebte Regimewechsel, den Zusammenbruch der Sowjetunion und jede Wahl in Tschechien. Daran erkennen Sie die wahre Macht des Geldmachtkomplexes: die herrschten auch schon im Warschauer Pakt über den Warschauer Pakt.

Es ist aber „verbotenes Wissen“ – das man am Besten in aller Öffentlichkeit versteckt. „Die“ dürfen ja auch ruhig alles wissen, „Die“ dürfen nur nicht ins Handeln kommen, „Die“ sollen ruhig mit fragmentiertem (also aus dem Zusammenhang gerissenem Wissen) gefüttert (überfüttert) werden – nur muss man das Defragmentieren der Fakten (also: das Zusammenfügen) verbieten – in dem man ein Schmachwort einführt wie: Verschwörungstheoretiker. Wichtig ist, dass „die“ den Sieg von Dortmund über Bayern München in ihrem kleinen Leben wichtiger erachten als zum Beispiel die Bilderbergerkonferenz in Dresden.

Wenn Sie aber ein paar Themen haben wollen, die hinter den verschlossenen Türen in „vier-sechs-Augen-Gesprächen“ geführt werden – auch die sind nicht geheim und finden sich in den Programmpunkten sogar wieder.

Zum Beispiel die wahren Hintergründe von „nine-eleven“ – wie üblich hatten die „Verschwörungstheoretiker“ die Nase vorn, die alte Geschichte ist nicht mehr haltbar (und was noch alles nicht mehr haltbar ist, werden wir dann in Zukunft erfahren), die Sendung Monitor vom ARD berichtet aktuell darüber (siehe ARD). Wie es aussah, steckten führende Gruppierungen in Saudi-Arabien hinter dem Anschlag – nicht nur der nierenkranke Osama mit seinen 19 zumeist saudi-arabischen Räubern.

Wirtschaftlich kracht es weiter: fast 1000 Hedgefonds – die Motoren der Geldvermehrungsindustrie – haben 2015 dicht gemacht: das Ende des Kapitalismus kann man kaum deutlicher beschreiben (siehe Spiegel).

Was Ring 1 und Ring 2 angesichts dieser Entwicklung umtreiben, war schon 2013 bekannt: sie fürchten den „Aufstand der Massen“ (siehe Welt), der mit aller Gewalt verhindert werden soll – so erklärt sich wohl der ominöse Schulterschluss zwischen Managern, Medienfürsten und Fussballgöttern in Deutschland (siehe Manager-Magazin) die schon lange die Querfront der Millionäre forcieren – gegen den Rest der Welt … bzw. „das Pack“.

Schauen Sie sich mal genau an, welche Kriegsziele die USA in Deutschland hatten – sie wären überrascht, welchen Schluss dies auf unseren „Stellenwert“ in den Augen unseres „großen Bruders“ hat (siehe Spiegel):

„Doch sowohl für sowjetische Metropolen als auch für Ost-Berlin führte das US-Militär ein weiteres Angriffsziel auf. Es heißt schlicht: „Bevölkerung“.“

„Stephen I. Schwartz, langjähriger Direktor des „U.S. Nuclear Weapons Cost Study Project“, schrieb bereits 1998 ein Buch über die Atomwaffen der Vereinigten Staaten. Er nennt die Zielliste „grauenvoll und einfach abstoßend“.“

Trotzdem ist immer noch das gleiche politische System an der Macht … dass noch immer nicht viel von Deutschland hält, wie der folgenlose NSA-Skandal gezeigt hat.

Während bei uns das Nachsinnen über „Chemtrails“ schon einer Diagnose gleich kommt, reden Wissenschaftler ganz offen darüber, mit welch´ wenigen Mitteln die Methoden des „Geoengineering“ massiv in die Klimaregulation eingreifen könnten – ein paar Transportmaschinen der US-Luftwaffe reichen schon (siehe Spiegel). Der Klimawandel selbst – von „Experten“ der AfD belächelt – treibt die Verwüstung der Welt immer weiter voran (siehe Spiegel), nebenbei erfahren wir in dem Artikel, was unsere „Flüchtlingspolitik“ wirklich bedeutet – eine brutale, tödliche Selektion zwischen reich und arm:

„Denn diejenigen, die am stärksten von den Folgen der Erwärmung betroffen sind, sind gleichzeitig diejenigen, die sich die Ausreise in ein fernes Land am wenigsten leisten können. „Die Migranten, die es über die Grenze ihres Landes schaffen“, sagt Uno-Forscherin Warner, „gehören zu den Privilegierten.““

Die andern verrecken erbärmlich – vor allem an Wassermangel, nicht an den Kriegsfolgen.

Man wird auch über die bevorstehende Umpolung des Erdmagnetfelde reden müssen – kann sein, dass es noch tausend Jahre dauert, aber (siehe Spiegel):

„Das Magnetfeld der Erde schwächelt schon seit 150 Jahren. Zuletzt hat sich der Rückgang des Feldes sogar noch beschleunigt.“

Hieße für uns: kompleter Zusammenbruch der Stromnetze. Und: massiv steigende Krebsraten wegen mangelndem Schutz vor kosmischer Strahlung. Kommt garantiert.

Vielleicht berichtet auch die Forschung darüber, dass sie jetzt Spinnennetze herstellen kann, deren Fasern stärker als stärkste Körperpanzerungen für Elitekommandos sind (siehe Spiegel) – was wäre das für eine Option, ein paar Millionen dieser Tiere über Gebiete abzuwerfen, in denen die Massen die Kontrolle über ihr Leben zurückgewonnen haben – nach zehn Jahren kann man wieder aus dem Bunker heraus, ohne eine einzige Bombe abgeworfen zu haben, ohne Strahlung befürchten zu müssen: die großen Städte wären eingesponnen in unzerstörbaren Spinnenweben, die keine Bewegung mehr erlauben. Doch doch: Philosophien, die gezielt die durch internationale Abkommen besonders geschützte Zivilbevölkerung angreifen, traue ich solche Gedanken zu – oder irre ich da?

Ein weiteres Thema: die Entscheidung des deutschen Bundestages bezüglich des systematischen, satanisch verbrämten Kindesmissbrauches (siehe Ärztezeitung):

„Niemand mag sich die Hände in der Aufklärung schmutzig machen, und schnell sind Verschwörungstheorievorwürfe bei der Hand. Immerhin heißt es in dem Bericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages: „Von der Existenz solcher Kulte ist auszugehen.““ 

So erfahren wir aus seriöser Quelle „die traurige und entsetzliche Wahrheit, die seit den öffentlich gewordenen Skandalen um Dutroux in Belgien und die organisierte sexuelle Ausbeutung in Rotherham (England) nicht mehr so leicht zu leugnen ist“ – eine Erkenntnis, die trotzdem folgenlos bleibt, weil wir auch hier auf die Sphäre der Geldmachtelite stoßen (Ring 1), ein Thema, das mit einem Tabu belegt ist.

So werden wir gezielt dressiert, nur zu glauben, was uns erlaubt ist und vor Themen zurück zu weichen, die die Geldmachtelite mit einem Fluch belegt hat. Ja: wir „modernen“ Menschen sind wieder zurück in der Welt mittelalterlichen Aberglaubens, in der es „Tabus“ gibt, an die man nicht anrührt – wie diese geheimen Tagungen der Geldmachtelite selbst.

Dressiert?

Ja, die Wirkung der Dressur habe ich an mir selbst erfahren dürfen, als ich meine zurückhaltende Reaktion auf ein eigentlich sehr brisantes Thema beobachten konnte: da gibt es einen US-Astronauten, der ziemlich sachkundig über Außerirdische spricht, weiß, wie sie aussehen und was sie wollen (siehe Focus). Ich bin innerlich sofort zurückgezuckt – wie Sie jetzt wahrscheinlich auch. Daran merken Sie, wie stark die Konditionierung der Geldmachtelite schon geworden ist. Oder an Ihrer Überzeugung, dass die EM wichtiger ist als das Wissen über Bilderbergertagungen und das sofortige Verbot derselben, weil sie – wie jede Form von Terrorismus und Kartellbildung – eine Gefahr für die demokratische Zivilgesellschaft sein könnten … und wir nicht riskieren zu können, weiter zu warten, bis wir erkennen: ja, da war eine Gefahr.

Wir warten bei Terroristen ja auch nicht, bis es knallt.

Die Bertelsmann-Party – Motor der Re-Feudalisierung

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Dienstag, 19.5.2015, Eifel. Im September soll es losgehen, so munkelt man. Ab September – so hört man aus in der Regel gut informierten Kreisen – soll es zu großen Verwerfungen kommen, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft – alle werden betroffen sein. Wer da munkelt? Nun – so etwas erfahren Sie von erfahrenen Journalisten nicht, weil die ihre Quellen nicht preisgeben wollen und ich demonstriere mal journalistische Qualitätsarbeit in dem ich sage: von mir erfahren Sie das auch nicht. Natürlich ist das unseriös, aber von der etablierten „Lügenpresse“ nehmen Sie das ja auch hin, oder? Auch dort munkelt man über Informationen, die diesem oder jenem „Kreis“ „nahestehen“ oder aus einem „Ministerium“ stammen.

Es ist auch gut, dass so etwas gemunkelt wird, es ist auch gut, dass es hier informelle Kanäle gibt, es ist auch gut, wenn Theorien jeder Art diskutiert werden: wenn ihr Hund bellt, erwarten Sie auch nicht jedesmal einen Einbrecher – aber wenn der Einbrecher kommt, dann erwarten Sie, dass ihr Hund bellt – oder ihre Gans Alarm schlägt.

Nun sprechen wir heute über die Re-Feudalsierung der Gesellschaft, nicht über ihren Zusammenbruch. Die Re-Feudalisierung geht ihr voraus, gespeist nur aus der Angst der Mächtigen vor dem, was kommt, wenn ihre so sorgsam ausgetüfftelten Hierarchien erschüttert werden, wenn neue Anführer im Land enstehen, die sich ihren eigenen Teil am Kuchen einfach mit Gewalt nehmen wollen – und nehmen werden. Nichts fürchtet man mehr als eine Wiederkehr von 1929 – auch wenn man das nicht so offen diskutiert, weil man das Volk nicht beunruhigen will.

Die Schweizer – die sind da ganz anders drauf, sie proben im September schon mal für die Zukunft (siehe basellandschaftlichezeitung):

„Die Führung der Schweizer Armee hat offensichtlich kein grosses Vertrauen in den Frieden in der Europäischen Union. Nur so ist zu erklären, dass das Militär erneut eine Truppenübung plant, bei der die Gefahren eines in Anarchie versinkenden Kontinents abgewehrt werden müssen. Anlässlich der «Conex 15» im September werden 5000 Angehörige der Armee in der Nordwestschweiz den Ernstfall üben. Dieser lautet: Europa zerfällt.

Für uns noch undenkbar – für die Schweiz eine denkbare Realität, auf die man sich schon jetzt vorbereiten möchte:

Das «Conex»-Szenario sieht schwarz für die Nachbarländer. «In einem fiktiven Europa der Zukunft mit neuen Ländern und Grenzen herrscht Wirtschaftskrise», heisst es darin. Die Folgen: «Verknappung der Vorräte, Schwarzhandel, kriminelle Organisationen». Die Schweiz werde nach ethnischen Spannungen im Ausland von «grösseren Flüchtlingsströmen» überrollt. Die Vorräte müssen geschützt werden.“

So denken Länder, die sich vor dem anstehenden Chaos in Sicherheit bringen wollen, die die Schweiz wieder einmal in eine Oase inmitten des Chaos verwandeln wollen. Auch unsere Eliten bereiten sich auf diesen Zusammenbruch vor, sie machen das, was Menschen immer machen, wenn Gefahr droht: sie schließen sich zusammen, scharen sich hinter Anführern mit überdurchschnittlichem taktischem und strategischem Geschick (oder genug  Geld, sich das eventuell kaufen zu können) – in der Hoffnung, dass diese schon einen Weg finden werden, wie man die eigene Haut ohne große Mühen durch die anstehende Apokalypse des – „unbezahlbaren“ – demokratischen Rechtsstaates retten kann.

Das machen sie nicht etwa im Geheimen, sondern ganz offen – nur die Themen, die Gespräche, das „konspirative Element“ bleibt geheim. Das können Sie alles im Deutschlandfunk nachlesen – wahrlich keine linksradikale Quelle sektiererischer Kommunisten oder zur offenen Paranoia neigender Verschwörungstheoretiker (siehe Deutschlandfunk):

„“Es ist ja schon so, dass wenn sich die Reichen und Mächtigen zusammensetzen und über die Welt reden und was da passiert und was da passieren soll, dass wir als Bürger davon in irgendeiner Art und Weise früher oder später dann betroffen sind.“
So wundert sich auch der Münchener Mediensoziologe und Publizist Rudolf Stumberger über diese Auffassung von privaten Treffen:
„Das sehen wir ja gerade ganz konkret an dem, was auf den Finanzmärkten passiert. Und daher ist das schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn diese Treffen fern ab jeder demokratischen Öffentlichkeit stattfinden.““

Es geht dort um die großen Treffen (z.B. Bilderberger, Davos), deren Brisanz inzwischen schon einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist – nicht dank der Tätigkeit „investigativer“ „Qualitätsjournalisten, sondern dank der Aufmerksamkeit ehrenamtlicher Tastenstümper, die Fragen formulierten, auf die sie selbst keine Antwort hatten. Die Wissenschaft jedoch – hat hier schon längst eine:

„Auch wenn Greiner zu Recht daran erinnert, dass die Reichen und Mächtigen nicht allein auf der Welt sind: Wer in diesen elitären Kreis eingeladen wird, darf von sich glauben, dazuzugehören. Er wird alles dafür tun, dass das so bleibt, wird sich korrumpieren lassen. Rudolf Stumberger zumindest behauptet:
„Dass praktisch zwischen die Welt der Wirtschaft und die Welt der Politik kein Blatt mehr passt. Also diese beiden Bereiche gehen zunehmend nahtlos ineinander über, wenn wir das an den Personen festmachen.““

Sie sind nicht allein auf der Welt, diese Reichen und Mächtigen – und das wissen sie auch. Sie haben jedoch einen Vorteil: sie können sich alles Wissen, alle  akademische Qualifikation auf einem übervollen, von Massenarbeitslosigkeit geprägten Akademikermarkt hinzukaufen, einem Markt, der durch potentiell tödliche Sanktionsandrohungen des Sozialstaates an Schärfe enorm zugenommen hat – eine Entwicklung, an der das Haus Bertelsmann maßgeblich beteiligt war. So ist es ihnen ein leichtes, zu lernen, wie man große Mengen von Menschen für sich einnimmt, wie man öffentliche Aufmerksamkeit lenkt und formt, wie man durch geschickte Etablierung von Netzwerken auf allen gesellschaftlichen Ebenen eine feste Front schafft zwischen sich und den anderen, den Parias, den … vom Arbeitsplatz existentiell abhängigen Untermenschen, die einfach zu blöd dafür sind, ihre Kapitalerträge für sich arbeiten zu lassen, kurz gesagt: dem Pöbel.

Das sind Sie und ich.

Es gibt nun mehrer Methoden, Meinungen zu gestalten („beeinflussen“ … wäre hier wirklich das falsche Wort). Es dauert etwas, kostet einiges an Zeit und Geld – aber wenn man das hat, ist alles möglich. Wirklich: alles. Die Methoden sind im Prinzip denkbar einfach: Identifikation der „Entscheider“ in einem System, Beeinflussung der Entscheider durch professionelle Gesprächsführung (die sich unter anderem darin auszeichnet, dass man über das zentrale Anliegen die ersten vier- fünf Treffen gar nicht spricht, sondern die Gesprächszeit nutzt, um den Partner zu analysieren, seine Schwachstellen herauszufinden, die man als Angelpunkt nutzen kann – so arbeiten Lobbyisten im Bundestag), zusammenführen der Entscheider auf Kongressen, Vorträgen, gesellschaftlichen Ereignissen (auch: Geburtstagsfeiern im Kanzleramt), wo man etwas Besonders erzeugt: das WIR-Gefühl, das bei vielen schon ausreicht, um – weitab jeglicher konkreter „Verschwörung“ – eine geschlossene Front gegen „die anderen“ zu bilden, die eben nicht feinst gewandet bei Champagner und Kaviar Sonetten im Schlosshotel genießen, sondern draußen vor dem Fernseher sitzen und sich vor der Arbeitslosigkeit fürchten.

Das sind: Sie und ich.

Einer dieser Verantstaltungen, die dazu dienen, das „WIR“ zusammenzuschweißen, sind die beliebten Bertelsmannpartys, die in aufgeklärten Demokratien schon längst verboten gehörten. Ich habe Ihnen mal eine Gästeliste aus dem letzten Jahr mitgebracht – sie werden staunen, wen man da alles vorfindet (siehe Bertelsmann): den Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank, den Vorsitzenden des Innenausschusses des deutschen Bundestages, den Geschäftsführer von Brandt Zwieback und Schokoladen, den Bundesminister des Inneren, Botschafter von Irland, Frankreich, der USA, Spanien, Kanada, Russland, der Schweiz, Indiens, Israel, Island, Belgien, China, Casten Maschmeyer, viele nahmhafte Moderatoren und Moderatorinnen (die uns unter der Woche die Welt erklären), den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, Cem Özdemir, den Vorsitzenden der GRÜNEN, den Geschäftsführer des SPIEGEL, den Herausgeber des FOCUS, den Intendanten des Norddeutschen Rundfunks, mehrer nahmhafte Ex-Minister, den Generalsekretär der CDU, den regierenden Bürgermeister von Berlin (SPD), einen ehemaligen Box-Profi, eine Starkoch, einen Star-Friseur, viele Schauspieler, ein Model, die Inhaberin von SIXT, Senatoren, einen Dschungelkönig, eine Dschungelkönigin, Musiker, Verleger, Aufsichtsratsvorsitzende und Geschäftsführer namhafter Unternehmen, ein Dutzend Staatssekretäre – kurz: alles, was ich brauche, im eine große Masse zu beeinflussen.

Was oft unterschätzt wird: die Macht von Schauspielern und Moderatoren, die wir dort in großer Zahl finden – mehr als z.B. freie Journalisten. Stundenlang bewegen sie sich im Kreise der wirklich Reichen und wirlich Mächtigen, assimilieren ihren Lebensstil, um nachher als Moderatoren von „Talkshows“ diesen Lebensstil vehement zu verteidigen – oder ihn uns als Schauspieler via TV vorzuleben. In einer Gesellschaft, die vier Stunden täglich vor dem Fernseher sitzt  – also nahezu jede freie Minute, die nicht für Arbeit, Einkauf und Verwaltung draufgeht – sind Schauspieler Stellvertreter unseres eigenen Lebens, Identifikationsfiguren für das eigene Ich … und somit machtvolle Steuerungsinstrumente, die mit wenig Aufwand großen Eindruck hinterlassen können.

Auf dieser Party treffen sich politische und wirtschaftliche Kräfte, die eigentlich im energischen Widerstreit liegen sollten – aber dort stundenlang bei bester Laune miteinander vereint sind.

Aus dem Jahre 2007 haben wir noch Aufnahmen von der glücklichen Atmosphäre dieser Eliteschmieden, schauen Sie sich an, wie ausgelassen die feiern können (siehe: am Ende des Tages)- Dieter Bohlen, Guido Westerwelle, Frau Sixt und Frau Mohn, der Regisseur Helmut Dietl, schon wieder Wowereit, Rita Süßmuth, Alice Schwarzer uvm: das „Oben“, der neue Feudaladel samt Hofstaat (inklusive Narren, Gaucklern, Musikanten, schönen Frauen und mächtigen Wirtschaftsbossen), feiert seit Jahrzehnten feste Geschlossenheit, bilden Jahr zu Jahr mehr eine undurchdringliche, geschlossene Oberschicht, wo der Herausgeber des Sterns mit dem „linken“ Bürgermeister von Berlin und dem DSDS-Hansel Dieter Bohlen fröhlich in edelstem Ambiente feiern können (wie z.B. hier), während Millionen von Kindern unter der Hartz IV-Knute ihre Zukunft verlieren.

Darf ich nochmal den Mediensoziologen zitieren, der – fern ab der breiten Öffentlichkeit, nur für jene interessant, die noch nicht von Schule und Dieter Bohlen völlig verblödet wurden – deutliche Worte spricht (nochmal: Deutschlandfunk):

„Und so kommt der Mediensoziologe zu diesem Ergebnis: Wir erleben derzeit, so sein Eindruck,
„Tendenzen der Re-Feudalisierung. Das heißt, dass neben den offiziellen Strukturen, neben den demokratischen Strukturen, dass die inoffiziellen Strukturen zunehmend wieder an Gewicht gewinnen. Und diese Eliten, diese selbst ernannten Eliten, die oben sitzen, die schotten sich zunehmend ab.““

Das war 2010.

2015 sind wir etwas weiter, am Horizont erscheinen derzeit die nächsten Schritte der Elite, jene Maßnahmen, die man so wunderbar auf jenen „Partys“ besprechen kann – ganz zwanglos und unverbindlich, bis eifrige Staatssekretäre sie hinter den Kulissen durchpeitschen: so soll ja auch Hartz IV seine endgültige, mehr auf staatliche gewollte Verarmung und menschenunwürdige Gängelung ausgerichtete Form erhalten haben … munkelt man.

Aktuell melden die Deutschen Wirtschaftsnachrichten mit Bezugnahme auf den britischen Guardian spannende Experimente im britischen Raum, Experimente, die sich auf der Bertelsmannparty für Gesprächsstoff sorgen (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten):

„Die englische Königin wird in Kürze die Einführung drakonischer Gesetze verkünden. In Großbritannien sollen Bürger nicht mehr danach beurteilt werden, ob sie sich an die Gesetze halten, sondern ob sie einem bestimmten Wertekanon entsprechen. Presseerzeugnisse sollen demnach künftig nur nach Genehmigung durch die Polizei erlaubt werden. Mit den neuen Gesetzen setzt sich eine gefährliche Entwicklung in der EU fort.

Wie der Guardian aus der Rede vorab berichtet, sollen die Gesetze zwar zunächst dem Krieg gegen den Terror gelten, und die Aktivitäten von islamischen Extremisten im Keim ersticken. Doch die Gesetze sind so allgemein formuliert, dass sie faktisch auf jede Meinungsäußerung angewendet werden können, die den Positionen der Regierung widerspricht.“

Auch wenn die DWN schon gelegentlich wegen ihres nicht ganz so wissenschaftlichen Stils gescholten wurden … so kann man sich ja beim Guadian selbst überzeugen (siehe Gurdian):

They would include a ban on broadcasting and a requirement to submit to the police in advance any proposed publication on the web and social media or in print.

Die Zustimmung der Polizei zu jeder Veröffentlichung … auch im Internet. Demnächst werden meine Artikel also einen Genehmigungsstempel der örtlichen Polizeiwache brauchen.

Natürlich gelten die Gesetze erstmal in Großbritannien – aber sie werden via Botschafter ganz schnell auf der Bertelsmannparty ihre Runde machen und viele begeisterte Anhänger finden – z.B. bei den Staatssekretären, die man auffällig häufig auf der Bertelsmannparty findet. Anders als Politiker sind die Beamte, nicht abwählbar – und mit interessanten Neigungen ausgestattet (siehe ZDF):

„Ich liebe Strippenziehen“, sagt Gerd Billen. „Ob ich ein kleines oder größeres Rädchen bin – darüber nachzudenken, habe ich gar keine Zeit“, sagt Hans-Joachim Fuchtel. Willkommen im Reich der Staatssekretäre! Kaum einer kennt sie, doch ohne sie geht in der Regierung nichts. Sie stehen in der Hierarchie gleich unter den Ministern – und haben manchmal doch die größere Macht.

Wen wundert es da … das Gerd Billen auch auf der Bertelsmannparty war. Dort konnte er Strippen ziehen, von denen er in seinem Amt zuvor nur träumen konnte.

Der Öffentlichkeit steht leider nur ein Auszug der Gästeliste zur Verfügung, real sind noch mehr große „Namen“ dort, die als „inoffizielle“ Eliten einen ganz „offiziellen“ Griff zur Macht demonstrieren, um „den Westen“ wieder in das zu verwandeln, war er jahrtausendelang war:

einen Feudalstaat, wo der Adel ungehemmt das Volk ausplündert.

Wäre ich doch nur Schweizer … dann könnte mich die Armee davor schützen.

Stattdessen … werde ich wohl schon mal die richtige Art der Verbeugung üben, wenn der demnächst ein „Star-Friseur“ an mir vorüberzieht.

Oder ich plane schon mal die Gründung einer wilden Räuberbande. So was wie Robin Hood. Die verhartzen Kinder könnten gut ein wenig materielle Zuwendung gebrauchen.

Und sowieso: immer bücken … ist schlecht für den Rücken.

Und der ist bei mir schon im Eimer.

 

 

 

 

 

WEF 2014 – die Heuschreckenplage

Was für ein schöner Tag. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und es summt und brummt über mir, als würde der Frühling Einzug halten. Keine Panik, es ist immer noch Winter und die Sonne liefert sich momentan ein thermisches Duell mit der kalten Biese. Das Summen und Brummen kommt nicht von Insekten sondern von den vielen Flugvehikeln, die manchmal im Minutentakt über mich hinwegziehen. Es ist WEF. Alles, was sich für wichtig, reich und unentbehrlich hält, lässt sich nach Davos chauffieren. Viele zu Luft. Dafür werden wieder Überwachungskameras abgestellt, damit viele unerkannt dorthin kommen, dem Schweizer Steuerzahler, ohne zu fragen, ca. 25 Millionen abgeknöpft um den Wahnsinn zu bezahlen und neu gilt für dieses Jahr ein Flugverbot für Modellflieger, Drohnen und dergleichen. Aha. Gilt das auch für Vögel? Vielleicht kreist über den Dächern von Davos bereits eine Krähe mit Sprengstoffgürtel. Neben dem grossen Sicherheitspersonalaufwand wird vermutlich zusätzlich der örtliche Jagdverein aufgeboten.

Nach Ankunft werden die Gäste in die inneren Festungsanlagen der Speerzone Davos gebracht, wo sie sich zuerst mal stärken können bis der Bauchnabel glänzt. Anschliessend verteilt man sich in die, für Aussenstehende uneinsichtige Räumlichkeiten und geniesst die diversen, gemütlichen Konversationen über weltvernichtende Mechanismen. Wer Unterhaltung der besonderen Art wünscht, kann sich unter eine Gruppe Flüchtlinge mischen und eine gespielte Schikane nach der anderen geniessen. Das Ganze soll das Leid von syrischen Flüchtlingen aufzeigen. Grundsätzlich eine gute Idee, nur die Leute, welche so ein Kriegsschauspiel wirklich erleben sollten, lehnen dankend ab. Bei einigen anderen hinterlässt das Erfahrene einen bleibenden Eindruck.

Das Motto des diesjährigen WEF’s ist „die Neugestaltung der Welt“. Was wollen die neu gestalten? Sie sollen zuerst mal das ganze Chaos, das sie fabriziert haben in Ordnung bringen. Wir haben schon genug „Weltverbesserer“. Brüssel deformiert Europa, Japan verstrahlt den asiatischen Raum und die Amerikaner zerbomben den Rest der Welt. Was wollen die in Davos noch rumgestalten? Wenn sie was finden, wo noch geschraubt werden kann wird, wie immer, der einfache Bürger wieder zur Kasse gebeten. Bezahlen tun die nix. Wir dürfen ihre Hirngespinnste finanzieren und müssen noch froh sein, wenn wir lebend aus der Sache rauskommen. Dass bei den gedanklichen Perversionen in Davos nichts Menschenwürdiges entspringt liegt auf der Hand. Wie sollen die Reichsten der Welt glaubhaft über die ungerechte Verteilung debattieren können? Das ist so absurd, als wenn ich mir mit vollem Bauch ein Hungergefühl vorstellen will.

Wenn man’s genau nimmt, sind wir eigentlich selber schuld. Unsere Hörigkeit von irgendwelchen Zahlen auf irgendwelchem Papier macht es denen so einfach. Da häufen die Wohlhabenden immer mehr Reichtum an und wir sind so naiv, denen ihr virtuelles Vermögen noch zu legitimieren. Man sollte sich vor Augen halten, dass die ganze Welt einen Wert von 60 Billionen erwirtschaftet. Der Handel bewegt sich um die 600 Billionen. Schon da müsste jedem auffallen, wie die Rechnung nicht aufgehen kann. Wenn der Mensch „nur“ 60 Billionen erarbeitet, dann kann der Handel nicht um das zehnfache höher sein. 540 Billionen sind also rein erfunden und erlogen und wir glauben denen das auch noch. Wenn nur einer von den Top-Heuschrecken „sein Geld“ bar von der Bank oder den Banken abheben wollte, würde keines der Geldhäuser den Betrag decken können, respektive die ganze Finanzblase finge an zu kollabieren. Also lassen sie’s lieber irgendwo virtuell für sich „arbeiten“ und geben immer nur so viel aus, dass es die Banken auch decken können. Apropos arbeiten. Hat schon jemand Geld arbeiten gesehen? Richtig arbeiten? Einen Realwert erwirtschaften? Die Vermehrung des Geldes durch Verzinsung ist auch so ein Aberglaube. Die Zinsen werden, aufgrund einer mathematischen Formel, dazu gerechnet – nicht dazu erarbeitet. Der Sinn dieser Wörter „rechnen“ und „arbeiten“ erschliesst sich aus dem korrekten Verständnis. Etwas das rechnet, kann keinen reellen Wert erzielen. Arbeit hingegen schon, vorausgesetzt man beschäftigt sich mit realen Dingen. Wenn ich den ganzen Tag unter einem Apfelbaum sitze und rechne wie viele Äpfel ich ernten könnte, habe ich am Abend einen Riesenhunger und keinen Apfel in der Hand. Wenn ich hingegen den ganzen Tag arbeite und die Früchte ernte, kann ich am Abend meinen Hunger stillen. Was hat das Ganze mit dem WEF zu tun?

Alles was dort gemacht wird ist nichts anderes, als den ganzen Tag unter dem Apfelbaum zu sitzen, schauen wie die Früchte am Baum verfaulen und sich dafür Importierte aus Neuseeland servieren lassen. Dieser ökologische Blödsinn wird bewacht von uniformierten Hirnlosen, die bei ihrer Arbeit rege Gebrauch von der indoktrinierten Hirnabstinenz machen. Das Gleiche Verhalten kommt von den WEF-Gegnern. Aufgrund ihrer unkontrollierten und gewaltbereiten Erscheinung, rechtfertigt der Sicherheitsapparat seinen überdimensionierten Personalaufwand. Wenn sich kein Mensch um die Krawattenträger kümmern würde, wäre der Event nicht eine Schlagzeile wert. Hat der WEF überhaupt jemals etwas gemacht, dass eine Erwähnung in den Medien rechtfertigte? Das Einzige, was die Meinungsmacher berichten können ist die Gästeliste, welcher Aufwand betrieben wird und wer sich gerne selber reden hört. Handfeste Beschlüsse, Veränderungen sowie Verträge bleiben der Öffentlichkeit vorbehalten. Kein Wunder. Würden die besprochene Themen publik werden, könnte das Volk erkennen, wie gegen sie und nicht für sie gehandelt wird. Die einzigen Nutzniesser sind die Lieferanten von Dienstleistungen. Das fängt beim Limousinen Service an und hört beim Escort Dienst auf. Der Rest hat zu schweigen und zu zahlen.

Im Vorfeld des WEF’s äusserte Klaus Schwab, Gründer und Organisator, seinen Unmut gegenüber diversen Anfeindungen. Er erwog, das WEF in Zukunft an einem anderen Ort durchführen zu lassen. Endlich ein vernünftiger Vorschlag. Er erspart dem Schweizer Volk 25 Millionen Franken und der Politik das Ansehen einer Kapitalhure. Ausserdem könnten sich einheimische Davoser über sinkende Preise freuen. Also Herr Schwab, packen sie ihre Visitenkarten und Krawatten ein und bugsieren die kapitalistischen Schmarotzer irgendwohin, wo’s niemanden interessiert. Dort können alle „Weltneugestalter“ ihrer Selbstbeweihräucherung huldigen und sich gegenseitig mit virtuellem Reichtum mästen. Grönland wär‘ nicht schlecht. Sollten Sie bereit sein, den ganzen Aufwand selber zu bezahlen oder einen Eintritt verlangen von mindestens Fr. 10’000 pro Person und die Einnahmen vollumfänglich sozialen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, dürfen Sie bleiben. Eine unabhängige Berichterstattung ist ebenso wünschenswert. So wie sich der WEF bis jetzt darstellt ist er nichts anderes als ein Parasit der sozialen Volksgesundheit. Wäre schön, wenn er sich zur Vitaminspritze verwandeln könnte. Sie wären überrascht, welch positiven Einfluss dies auf das Weltgeschehen hätte.

Fragt sich, ob die Gäste das wollen.

 

Die deutsche Presse … auf Jamaikaniveau. Über Davos, Mali, nützliche Terroristen und tote Journalisten

Die deutsche Presse ... auf Jamaikaniveau. Über Davos, Mali, nützliche Terroristen und tote Journalisten

Mittwoch, 30.Januar 2013. Eifel. Gute Meldungen aus Davos: wir können die Berichterstattung über wirtschaftliche Verwerfungen endlich einstellen. Das freut mich sehr – beunruhigt mich doch die Entwicklung der Wirtschaft sehr: ohne Essen und Trinken hält auch die Demokratie nicht lange durch. Die Süddeutsche jubelt geradezu: deutsche Konzerne machen gute Gewinne, die Krise ist vorbei, Spanien, Portugal, Griechenland geht es super, alle haben Optimismus und vor allem: das Vertrauen hat sich dramatisch verbessert. Was man in dem Artikel vergeblich sucht, ist die Information darüber, wer denn jetzt wem mehr vertraut als vorher. Es gibt Hinweise darauf, das vielleicht Politik und EZB die Sache so richtig im Griff  haben sollen … schaue ich auf die wachsenden Staatsverschuldung, so kann ich in erster Linie nur eins feststellen: die Banker können jederzeit darauf vertrauen, das das ganze Volk hinter ihnen steht, wenn es gilt, ihre Spielschulden zu bezahlen.

Das ist Presse in Deutschland.  In der Schweiz selbst sieht es schon anders aus. Dort zitiert die Handelszeitung den Herrn Stiglitz, Träger des Nobelpreises für Wirtschaft, der die Schweizer schon mal darauf vorbereitet, das der deutsche Jubel von kurzer Dauer sein wird, weil eigentlich noch überhaupt kein Problem gelöst ist.

Wir Deutschen konnten jahrelang unsere Autos gut an Griechen, Spanier und Portugiesen verkaufen, haben mit unseren Produkten die einheimischen Industrien kaputt gemacht und jetzt das Problem, das wir ineffektive Volkswirtschaften in der Eurozone haben: das ganze Europrojekt entpuppt sich als Riesensubvention für deutsche Konzerne (die sich hauptsächlich in ausländischen Händen befinden – was wir hier mal gegen allen Jubel nicht unerwähnt lassen wollen).  Mit dem auf diesem Wege abgegriffenem Geld machen die Raubritter der Moderne in Deutschland vor allem eins: sie machen uns die Mietpreise kaputt, was zu extremen Verzerrungen und Verwerfungen auf den Märkten führt, siehe Handelsblatt:

Deutschland erlebt einen sagenhaften Boom, einen Immobilienboom. Wobei „Boom“ nur eine freundliche Umschreibung dafür ist, dass die Preise und Mieten steigen. In Wahrheit herrscht in deutschen Großstädten ein Verdrängungswettbewerb. Wer sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten kann, muss wegziehen, an den Rand der Stadt. Und wer schon am Rand wohnt, hat ein Problem. Dort kann eine Mieterhöhung von 5,50 Euro auf sechs Euro pro Quadratmeter zur existenziellen Frage werden.

Wer von Opa ein Mietshaus geerbt hat, ist der König – und bleibt es auch. Wer sich neu eine Existenz ohne Opa aufbauen muss, ist der Verlierer. Viele erfolgreiche Systembüttel können dank Zugriff auf die Staatsfinanzen alles zahlen, was die Mietgeier fordern – und die haben viel Phantasie. Wer einen normalen Job hat und nicht an der Vernichtung außerdeutscher Volkswirtschaften verdient oder Millionen mit Spekulationen einfährt, für deren Risiken (und Verluste) der Steuerzahler aufkommt, der gehört zu den neuen Vertriebenen.

So lesen wir das aber nicht in den Medien. Obwohl uns dort eigentlich alles vorgekaut wird, kommt niemand mehr dazu, die vielen Informationen zu einem einheitlichen Bild zu verbinden, einem Bild, das Angst machen kann – was auch gut ist. Angst kann enorme Kräfte frei setzen … und viel zerstören. Daran musste ich denken, als ich heute das Manager-Magazin las, eine neue Rekordeinwandererwelle droht:

Deutschland steht vor der größten Immigrationswelle seit einer Generation. Ein Segen für die heimische Wirtschaft, aber auch Stress für die Boomregionen. Die Neubürger werden das Land verändern – zum Besseren.

Die Jubelmeldungen kommen für Deutschland gerade recht – wir Deutschen sterben aus. Was die Jubelmeldungen verschweigen:  die vielen Fachkräfte aus Spanien und Griechenland, die nun hier einmarschieren, fehlen in der Wirtschaft ihrer Länder. Für die deutschen Rentner ist das gut – die Frage ist nur: wie lange müssen die in Zukunft freiwillige Spenden leisten, um die Rettungspakete für jene Länder zu bezahlen, denen wir jetzt die Jugend absaugen?

„Wirtschaftsemigranten“ waren uns früher mal ein Gräuel. Wir wollten politisch Verfolgte aufnehmen, Menschenleben retten – und nicht jene, die sich am deutschen Wohlstand gesundstoßen wollten. Und nun? Jubelt die gleiche Presse über jeden Wirtschaftsflüchtling aus den Beutestaaten, der hier sein Heim sucht.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich mag Griechen und Spanier, so wie ich Europa generell sehr mag. Sogar an den Euro habe ich mich gewöhnt – obwohl der alles doppelt so teuer gemacht hat. Aber ein Deutschland, das den anderen Ländern die Spitzenleute klaut, wird ewig für die darbenden Wirtschaften in deren Heimat zahlen müssen – zur Rettung unserer Rentenkasse.

Natürlich müssen wir den Jubel in Davos auch aus der richtigen Perspektive betrachten: für alle diejenigen, die dort sind, sind die Aussichten sicher super. Deren Miete zahlt ja auch der Staat – wenn auch manchmal über den Umweg des fleißig subventionierten Konzernkontos. Aber auch diese Zusammenhänge werden selten gelehrt.

Schlimmer noch ist ja Mali – auch dort mordet jetzt deutsches Geld mit. Laut Manager-Magazin sind wir dort der größte Geldgeber. In Deutschland fehlen Lehrer, die unsere Kinder zur Fachkräfteausbildung fit machen sollen, aber für Morde in Mali haben wir immer etwas übrig. Der Spiegel berichtet dann, was mit diesem Geld angerichtet wird:

Anhand der Aussagen der Mutter und mehrerer anderer Bewohner von Konna lässt sich ein bisher unbekanntes Bild der heftigen Kämpfe zeichnen, die sich zu Beginn des Kriegs abspielten. Interviews mit Anwohnern legen nahe, dass nach den Bombenangriffen bei Gefechten in Konna möglicherweise Hunderte Menschen starben. Einige Anwohner erhoben dabei teilweise auch Vorwürfe gegen die malischen und französischen Soldaten. Bei der Jagd auf die Islamisten, die sich nach den Luftangriffen teilweise auch in Wohnhäusern versteckten, sind ihnen zufolge auch unbeteiligte Bewohner der Stadt entweder gleich erschossen oder von den Maliern verschleppt worden. Viele von den Verschleppten, so die Bewohner, seien bis heute nicht zurückgekehrt.

Ähnliches habe ich über Polen gelesen – nach dem Einmarsch der Waffen-SS. Waren wir als zivilisierte Westeuropäer nicht irgendwann mal für humane Kriegsführung? Genver Konvention und so? Sieht die etwas so aus:

„Nach den Detonationen flohen viele der Kämpfer aus ihren Verstecken“, sagte ein greiser Bewohner am Montag, „sie wurden von den französischen Special Forces sofort erschossen“

Im Weiteren erfährt man auch von der Exekution zweier Schafhirten – Kopfschuß. Dafür geben wir unser Geld? Hat sich deshalb das Vertrauen in Davos dramatisch verbessert? Immerhin unterstützen wir da eine … brutale Militärjunta. Also sowas, was wir früher nicht mit der Zange angefasst hätten, weil die einfach Pfui sind. Wir hätten uns lieber den „Freiheitskämpfern“ aus dem Norden zugewandt, die jetzt so richtig fiese böse Ungeheuer sind, Orks, Zombies auf zwei Beinen, Islamisten eben, Unmenschen, Untermenschen, Wesen, die weit unter uns stehen und deren Entmenschlichung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann … so jedenfalls der Eindruck, den ich bekomme, wenn ich die von Journalisten verschiedener Magazine abgetippten Meldungen der Presseagenturen lese.

Überall tauchen diese Monster auf einmal auf: Lybien, Ägypten, Algerien, Tunesien, Mali, Indonesien, Bonn – aus sicherer Quelle weiß ich auch, das wir in der Eifel jetzt ebenfalls einen Busfahrer mit Turban haben. Dabei dachte ich eigentlich … wir hätten unser Asienkorps deshalb nach Afghanistan geschickt, um genau das zu verhindern.

Wo kommen die ganzen Terrororks auf einmal her? Ihre zentralen Ausbildungslager wurden doch schon vor zehn Jahren zerbombt?

Ist aber natürlich eine schöne Sache für die Außenpolitik imperialer Länder, denen der europäische Dauerfriede zu langweilig ist: einfach mal den Islamisten aus dem Sack geholt – schon kann man kräftig Ziegenhirten erschießen.

Mit deutschem Geld.

Nebenbei erledigt man einige Züge im geopolitischen Schachspiel, das Frankreich und die USA mit China um die afrikanischen Rohstoffe führt. Mit „Islamisten“ – die ihren Ursprung den USA verdanken, als sie als Terrorgruppe gegen die Russen in Afghanistan aufgebaut worden sind (was man auch an jeden Artikel heften sollte, der sich mit „islamischem Terror“ beschäftigt) – wurde schon der gesamte arabische Norden Afrikas destabillisiert … mit schrecklichen Folgen für die Bevölkerung.

Die Aktionsmöglichkeiten bewaffneter Terrorbanden in diesen Ländern hat sich auf jeden Fall durch den Zusammenbruch der Ordnung deutlich verbessert. Wer dort jetzt gegen den Terror der Nato anschreien will, kann jederzeit mit dem Besuch einiger zorniger, brutaler junger Männer auf japanischen Geländewagen rechnen, die ihn foltern und verstümmeln. Um die Gesellschaft richtig zu zerrütten, kann der Besuch samt Folter und Verstümmelung natürlich auch grundlos erfolgen.

Was dort im Norden Afrikas groß gezogen wird, ist ein Haufen verwahrloster Banden, die auch schon mal nur so aus Spaß historisch wertvollste Dokumente vernichten, siehe Neue Züricher Zeitung. 

Das hat eine interessante Nebenwirkung, über die die Tagesschau berichtet:

88 hauptberufliche Jornalisten sowie 47 Blogger und sogenannte Bürgerjournalisten sind in diesem Jahr getötet worden – so viele wie noch nie, seit die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) 1995 ihre erste Bilanz veröffentlichte. 

So viele wie noch nie, seitdem unbekannte Finanziers (also: unter anderem WIR) „Rebellen“ in aller Welt mit Waffen ausstatten, damit sie so ein wenig ihre Gesellschaften aufmischen. Das kann natürlich Zufall sein … vielleicht haben aber auch die Konstrukteure dieser Realitäten einfach Spaß an apokalyptischen Zuständen in anderen Ländern.

Aber Journalisten und Blogger – die mag man nicht. Und die barbarischen Horden, die plötzlich wie aus dem Nichts auftauchen, mögen auch keine Journalisten – nachher hört noch einer von denen die Gespräche mit, die man mit den eigenen Finanziers führt (meist Saudi-Arabien, der große Freunde der Familie Bush aus den USA).  Oder die machen sich vielleicht noch selber Gedanken.

In Deutschland ist man ebenfalls dabei, dieses Problem elegant zu lösen: man schmeißt die Journalisten einfach ´raus. Hier hat man verstanden, das „Wirtschaft“ ja auch Waffe sein kann: nur ein arbeitsloser Journalist ist ein guter Journalist, siehe Tagesschau:

Deutschland steht in einer weltweiten Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 17. „Problematisch ist hier vor allem die abnehmende Vielfalt der Presse“, kritisierte die Organisation Reporter ohne Grenzen. Aus Geldmangel arbeiteten immer weniger Zeitungen mit eigener Vollredaktion, mehrere Redaktionen seien 2012 komplett geschlossen worden. Auch an den Behörden äußerte ROG Kritik, denn Journalisten gelangten oft nur schwer an Informationen.

Aus diesem Grund arbeiten Blogger wie wir immer mehr, um die existierenden Lücken zu füllen: die Notwehr des kleinen Mannes. Finnland ist von den Reportern ohne Grenzen übrigens auf Platz 1 gewählt worden – da waren die auch zweimal wegen ihrer Bildungspolitik. Das hatte auch einen besonderen Grund, siehe Spiegel:

Gleich zweimal wurde Finnland Pisa-Weltmeister. Wie machen die Finnen das bloß? Sie geben Kinder mit Lernproblemen nicht einfach auf – sofort rückt eine Art Schlechte-Schüler-Feuerwehr aus und leistet erste Hilfe. „Keiner darf zurückbleiben“, lautet das Erfolgsmotto für das kluge System pädagogischer Fürsorge.

Keiner darf zurückbleiben … ganz schön sozialromantisch, die Finnen, oder? Wie könnten wir dastehen, wenn wir das gleiche Motto hätten. Stattdessen sortieren unsere Schulen schlechte Schüler ´raus wir der Teufel … und die Jobcenter freuen sich dann über jene, die ohne Schulabschluß eine Arbeit finden sollen. Das es so beknackt, darüber darf auch nie geschrieben werden: der blasphemische Ruf nach Diätenkürzungen für Pappnasen wg. erwiesener Unfähigkeit könnte durchs Land gehen … und wir wären auf einmal aufgerufen, die Fachkräfte, die wir brauchen, auch selber zu produzieren.

Darf ich noch ein wenig über Jamaika schreiben? Doch, das muss sein. Wenn wir schon deren Niveau in Pressefreiheit haben, kriegen wir doch vielleicht auch deren Sozialniveau in anderen Bereichen, siehe Wikipedia:

Die schlechte Lebensqualität fördert die Kriminalität, die heute das größte Problem der Insel ist. In den Städten haben sich Banden gebildet, die durch Drogenhandel und Schutzgelderpressung Geld verdienen. Seit den 1970er-Jahren unterhalten auch die Gewerkschaften und die eng mit ihnen verbundenen Parteien bewaffnete Banden, die Viertel kontrollieren, in denen besonders viele der eigenen Anhänger leben. Gerade junge Menschen sehen in den Banden die einzige Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen. Im Jahr 2009 starben 1683 Menschen als Opfer von Kriminalität, was etwa 60 Toten pro 100.000 Einwohner entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 lag die Quote in den USA bei 5,7 pro 100.000 Einwohner.

Die Kriminalitätsrate ist eine der höchsten der Welt; die Aufklärungsrate liegt bei etwa 40 %. 

Die Aufklärungsrate … hat natürlich auch ein wenig mit der Pressefreiheit zu tun, oder? Die ist ja aber klasse, weil die in etwa so ist wie die in Deutschland … ha ha ha. Und die Banden, die wir in Mali finanzieren (oder Saudiarabien – die finanzieren gerne die Gegenseite, damit der Waffenumsatz so richtig in Schwung kommt), haben die auch schon.

Und die haben wie wir eine Königin und werden zentral von England aus gesteuert … ach nee, Königin haben wir nicht, oder? Frau Merkel ist doch noch bürgerlich, nicht wahr?

Aber jetzt kriege ich auch die Botschaft von Davos auf eine Reihe:

Das Vertrauen hat sich dramatisch verbessert … weil die Pressefreiheit in Deutschland auf Jamaikaniveau ist.

Und die wenigen Journalisten, die hier überhaupt noch arbeiten, werden gut bezahlt, siehe Zeit:

Die Organisation berichtet auch, dass Unternehmen und PR-Agenturen stärker versuchten, auf die Berichterstattung Einfluss zu nehmen. Sie würden steigende Summen dafür ausgeben, um ihre Inhalte in den Medien unterzubringen.

Was ist Wahrheit?

Wofür am meisten gezahlt wird. Das verbessert das Vertrauen der Elite dramatisch.

Jetzt wissen wir aber auch, was wir machen müssen, um für die Zukunft gerüstet zu sein: einfach Banden bilden.

Ich gehe jetzt mal los und gründe die Vennpartisanen im Deutsch-Belgischen Grenzgebiet.

Warum?

Wir haben Wasser.

Ihr nicht.

Und das wird bald knapp.

 

 

 

 

 

 

Alptraum Leben – „ Widerstand zwecklos, der Raubzug geht immer weiter“

Ein politisches System, was sich der Gier, den Interessen von Wirtschaft und Banken unterworfen hat, ist dem Untergang geweiht. Wirtschaft und Banken werden alles daran setzen um ihre Gier fortzusetzen und um den Untergang des Sozialsystems zu beschleunigen, worüber die Mächtigen und gierigen aus Wirtschaft und Politik, in Davos philosophieren.

Die Botschaft an die Untertanen ist wie immer: „ Widerstand zwecklos, der Raubzug geht immer weiter“.

Was bleibt ist noch immer der Mensch, denn die Würde des Menschen ist nicht teilbar, auch wenn die Bundesregierungen von Schröder, Merkel I und Merkel II, das politische System der sozialen Kälte, vor die Menschenwürde gestellt haben.

Wenn Ihr ein Teil politisch gewollter Armut geworden seid, dann hinterfragt das System, bis Ihr den Fehler und die Schuldigen gefunden habt. Nehmt es nicht länger klaglos hin, duckt Euch nicht weg, sondern verschafft Euch Gehör.

Denn:

Wenn sich der letzte Kindergarten, die letzte Schule, der letzte Wasser- Stromversorgunganbieter, das letzte Krankenhaus, das letzte Altenheim, die letzte öffentliche  Schwimmhalle und alle Straßen und vieles mehr, sich in den Händen von radikalliberalen Bossen der Wirtschaft und gierigen Raubtierkapitalisten befindet und Ihr geschwiegen habt, dann ist es zu spät.

Dann kann es sein, dass Ihr Eure Kinder in Heimen unterbringen müsst, weil Ihr Eure Kinder nicht mehr versorgen könnt, Ihr nur noch für Sklavenlöhne, sieben Tage die Woche arbeiten müsst.

Dann kann es sein, dass Ihr in Hütten am Rande der Stadt leben müsst, ohne Wasser und Strom, oder gar auf der Straße verrecken müsst.

Dann kann es sein, dass Euch und Eure Kinder, kein Arzt mehr behandelt, weil Ihr ihn nicht mehr bezahlen könnt. Und wer da glaubt, dass ALLES wird nie in Deutschland sein, der richte seinen Blick nach Griechenland, denn dort ist das bereits Alltag. Macht Euch bewusst, dass einzige was die Politik sicherstellt, ist die grenzenlose Gier radikalliberalen Bossen der Wirtschaft und gierigen Raubtierkapitalisten.

World Economic Forum (WEF) 2013 – die „guten“ Bilderberger

Seit 1970 kommen jedes Jahr im Januar Tausende von Politikern und Wirtschaftsvertretern nach Davos und geben sich dort ein Stelldichein. Dieses Jahr glänzt die Teilnehmerliste mit Namen wie Merkel, Monti, Medwedew, Cameron, Draghi und so weiter. Des Weiteren findet man auf der Liste acht nicht namentlich genannte EU-Kommissare. Warum verschweigen die ihre Namen?  Als optische Erhellung zwischen den finsteren Gestalten erscheint auch Charlize Theron am diesjährigen WEF. Sie bekommt den Preis «Crystal Award» für ihr humanitäres Engagement in Afrika. Insgesamt hat Klaus Schwab, Gründer und Organisator des World Economic Forums 2500 Gäste geladen. Davon sind allein 1600 Wirtschaftsvertreter. Aus noch nicht bekannten Gründen haben mehrere der grössten Wirtschaftsmächte, darunter die USA und China,  nur die 2. Wahl ihrer Polit-Prominenz nach Davos geschickt. John McCain wird noch am ehesten erkannt werden. Südamerika wird von drei Staatsmännern repräsentiert. Dafür ist die politische Elite aus Afrika zahlreich anwesend. Der König von Jordanien, Jacob Zuma (Präsident Südafrika), Goodluck Jonathan (Präsident Nigeria) sowie die Staats- und Regierungschefs von Äthiopien, Zimbabwe und sechs weitere Präsidenten afrikanischer Länder. Zuletzt dürfen auch 40 Chefs von Zivilorganisationen, etwa von Amnesty International, Greenpeace, Transparency International, sowie zahlreiche Gewerkschaftsführer den roten Teppich benutzen. Zu guter Letzt kommt der schweizerische Bundesrat fast vollzählig an das Forum (6 von 7 Bundesräten). In den vergangenen Jahren begnügten sich die Eidgenossen mit zwei bis drei Landesvertretern. Dieses Jahr scheinen sie eine wichtige Mission zu haben.

Im Gegensatz zu den Bilderberger-Treffen dürfen in Davos die Medienvertreter ihre Arbeit verrichten und werden nur selten daran gehindert – solange sie keine kritischen Fragen stellen. Dafür sorgen über 3300 schweizerische Armeeangehörige, 1300 WEF-Sicherheitskräfte, hunderte von Polizisten aus allen Kantonen, 2 Kampfjets der Schweizer Luftwaffe und 18 Kilometer Stacheldrahtzaun halten übereifrige Reporter und Kritiker vom eigentlichen Geschehen ab. Die Armee geht davon aus, dass der WEF-Einsatz mit Kosten von rund 28 Millionen Franken zu Buche schlägt und sich im „normalen“ Rahmen bewegt. Bezahlt wird der Sicherheitswahn vom Schweizer Volk, das sich nicht mal gross darüber beschwert.  Die Reichsten treffen sich zu einer Plauderrunde und die Ärmsten dürfen für ihre Sicherheit zahlen. Um dieser Absurdität die Krone aufzusetzen, hat der Flughafen Kloten (ZRH) am 22.1. viele Flughafenkameras ausgeschaltet. So können 120 Privatjets unbehelligt ihre Fracht abliefern. Der Airport rechnet mit über 1000 zusätzliche Flugbewegungen während den WEF-Tagen.

Das diesjährige WEF steht unter dem Motto «widerstandsfähige Dynamik». Es werden die Staatsverschuldungen und das Auseinanderdriften der Einkommensschere diskutiert. Gemäss einer WEF-Studie stellten diese zwei Punkte die grössten globalen Risiken dar. Dicht gefolgt von der Trinkwasserknappheit und dem Klimawandel. Eigentlich sollte es umgekehrt sein.

«Die nationale Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Risiken muss Priorität erhalten, damit kritische Systeme auch im Falle einer massiven Störung funktionsfähig bleiben», sagte der geschäftsführende WEF-Direktor und Herausgeber der Studie, Lee Howell.

Ob bei dem zahmen Bilderberg-Treffen in Davos Nägel mit Köpfen gemacht werden bleibt, wie immer,  fraglich. Viele der Teilnehmer betrachten das Symposium als „Anbandelungs-Plattform“ für geschäftliche Beziehungen. Da schiebt man weltpolitische und ökologische Probleme besser in den Hintergrund. Ausserdem möchte man sich nicht die Festlaune verderben und am letzten Tag beim traditionellen Skirennen viel Spass haben.

Deutschland 2024: Slum … oder Mutterland des „Brighter Planet“? Die alternativlose Utopie des Gunter Dueck.

Donnerstag, 24. Januar 2013. Eifel - und der wichtigste Artikel, den ich bislang geschrieben habe. Meiner Meinung nach können wir einpacken: soweit bin ich inzwischen. Warum? Einfach mal meine letzten 735 Artikel lesen: es gibt viele Gründe dazu. Nehmen wir zum Beispiel mal die Politik. Wir hören jedes Jahr erneut, das wir kaum noch Arbeitslose haben, die Gehaltserhöhungen und Leistungsprämien bei der Bundesagentur für Arbeitslosenzahlenpräsentation fließen in Strömen, die Politiker leeren triumphierend eine Flasche Schampus nach der anderen - und was macht NRW? Stellt erst mal über 200 neue Mitarbeiter ein, um Arbeitslose in  Arbeit zu bringen - jene Arbeitslosen, die in Rheinland-Pfalz schon ihre Arbeit gratis versteigern lassen. Hatte NRW nicht so ein kleines Verschuldungsproblem? Und für "keine Arbeitslosen" stellt man jetzt zweihundert neue Berater ein? Die sicherlich jetzt dafür sorgen werden, dass die dann leider doch noch vorhandenen Arbeitslosen ganz viele Bewerbungen schreiben, die den ums Überleben kämpfenden Firmen die Posteingänge verstopfen. In der Wirtschaft ist dieses Prinzip schon lange bekannt - und wahrscheinlich hat man in jedem Unternehmen schon mal Kopien jener Weisheiten gesehen, die einem zeigen, wie man ein totes Pferd reitet.<a href="http://www.roland-schaefer.de/totespferd.htm"> Roland Schäfer</a>, Bürgermeister von Bergkamen, hat da eine spannende Sammlung auf seiner Seite.

Donnerstag, 24. Januar 2013. Eifel – und der wichtigste Artikel, den ich bislang geschrieben habe. Meiner Meinung nach können wir einpacken: soweit bin ich inzwischen. Warum? Einfach mal meine letzten 735 Artikel lesen: es gibt viele Gründe dazu. Nehmen wir zum Beispiel mal die Politik. Wir hören jedes Jahr erneut, das wir kaum noch Arbeitslose haben, die Gehaltserhöhungen und Leistungsprämien bei der Bundesagentur für Arbeitslosenzahlenpräsentation fließen in Strömen, die Politiker leeren triumphierend eine Flasche Schampus nach der anderen – und was macht NRW? Stellt erst mal über 200 neue Mitarbeiter ein, um Arbeitslose in  Arbeit zu bringen – jene Arbeitslosen, die in Rheinland-Pfalz schon ihre Arbeit gratis versteigern lassen. Hatte NRW nicht so ein kleines Verschuldungsproblem? Und für „keine Arbeitslosen“ stellt man jetzt zweihundert neue Berater ein? Die sicherlich jetzt dafür sorgen werden, dass die dann leider doch noch vorhandenen Arbeitslosen ganz viele Bewerbungen schreiben, die den ums Überleben kämpfenden Firmen die Posteingänge verstopfen. In der Wirtschaft ist dieses Prinzip schon lange bekannt – und wahrscheinlich hat man in jedem Unternehmen schon mal Kopien jener Weisheiten gesehen, die einem zeigen, wie man ein totes Pferd reitet. Roland Schäfer, Bürgermeister von Bergkamen, hat da eine spannende Sammlung auf seiner Seite.

Während die Sioux einfach raten, abzusteigen, wenn man merkt, das man ein totes Pferd reitet, gibt die deutsche Verwaltung noch lange nicht auf: sie wechselt das Futter, schickt das Pferd oder den Reiter zu Motivationseminaren, wechselt den Reiter, versteigert das tote Pferd, setzt Leistungsanreize oder vereinbart Ziele für tote Pferde oder ihre Reiter – die Anzahl der Maßnahmen ist schier unbegrenzt. Am Besten haben mir die Maßnahmen von Helmut Kohl und Gerhard Schröder gefallen: der eine wartet 16 Jahre darauf, ob der Gaul nicht doch wieder aufsteht, der andere kauft leichtere Sättel.

Es sind über fünfzig Maßnahmen, die Herr Schäfer dort gesammelt hat – und ich denke, jedes Arbeitsamt und jeder Arbeitslose kennt alle von ihnen. „Wenn der Brunnen leer ist, stellen wir zweihundert Antreiber ein, die dafür sorgen, das die Leute doppelt so oft hingehen“ – das wird gerade in NRW praktiziert. Auch nur durchschnittlich gebildete Bürger schütteln den Kopf angesichts der vollendeten Idiotie, die ihre gewählten Politiker und mit Steuergeldern reich ausgestatteten Verwaltungsangestellten dort demonstrieren … und es schleicht sich ein wenig Angst ein. Nicht umsonst sitzt der Deutsche immer länger vor dem Fernsehen und wird immer depressiver: die Wirklichkeit mutiert immer mehr zur irrealen Muppetshow, vor der man sich in Sicherheit bringen muss.

Die Inkompetenz und Unfähigkeit der Politik hat aber noch weitere Folgen – wie eine Studie zeigt, die die  Welt jetzt veröffentlicht hat:

Die Wirtschaftselite hat Angst vor dem neuen Mob. Fernab vom Rest der Welt diskutieren die Mächtigen in Davos. Doch eine Umfrage unter Hunderten Konzernlenkern weltweit zeigt: Sie fürchten, dass die jahrelange Krise sich bald ein Ventil sucht. 

75 % der Wirtschaftslenker denken so. Man fürchtet, das die Menschen, die das komplette Programm der „Wie-reitet-man-ein-totes-Pferd“-Maßnahmen über sich ergehen lassen mußten, mit Gewalt wieder etwas Vernunft in das menschliche Miteinander bringen: das Mittel der allerletzten Wahl wird auf einmal wieder gesellschaftsfähig. Wir müssen uns auch etwas davor fürchten, was in Davos geschieht – denn dort wird das praktiziert, was es laut deutschen Medien überhaupt nicht geben darf: Verschwörungen am Fließband, siehe Spiegel:

Die richtig wichtigen Dinge werden normalerweise in kleineren Runden besprochen. In Davos gibt es dafür die sogenannten IGWELS („Informal Gathering of World Economic Leaders“). Sie bestehen meist aus rund 20 Politikern und Top-Managern, die zu „völlig privaten“ Treffen zusammenkommen. Die IGWELS tauchen im offiziellen Programm nicht auf, doch sie finden auch in diesem Jahr wieder statt. Themen sind etwa die Zukunft der Energieversorgung oder die geopolitischen Auswirkungen des Arabischen Frühlings.

1990 sprachen dort Helmut Kohl und Hans Modrow über die Zukunft Deutschlands. 23 Jahre später wissen wir immer noch nicht, was die besprochen haben – aber wir zahlen immer noch für das Ergebnis.

Und das ist nur der politische Rahmen, der zum Volksaufstand reizt – in der Wirtschaft sieht es noch desaströser aus: aber hierüber wird seit dem 8.Oktober 2008 auf Wunsch der Kanzlerin nur noch sehr beschönigend berichtet, damit der Deutsche nicht aus dem Fernsehsessel fällt.

Wir wissen aber, wie es unserer Wirtschaft geht: unsere Städte zerfallen, unsere Straßen werden nicht mehr repariert, die Schulen sehen aus wie nach dem Krieg – wer wissen will, wie moderne Städte aussehen, fährt nach Dhubai und nicht nach Hamburg, München oder Berlin. Aber auch diese Vergleiche stellen wir nicht an: man will das Volk nicht weiter demotivieren, die sollen ihren Hartz-IV-Antrag ausfüllen und Dschungelcamp gucken, damit sie deutlich vor Augen haben, was man noch alles mit ihnen anstellen könnte, wenn sie nicht bald einen Job finden.

Währenddessen …. droht die nächste Flut von Arbeitslosen: die Dienstleistungsgesellschaft löst sich auf. Auch das ist sicher ein Thema in Davos. Die Technik frisst zum dritten Mal Jobs: erst war es die Industrialisierung der Landwirtschaft, dann die Einführung der Roboter in der Industrieproduktion, die Massen an Arbeitskräften freigesetzt haben – und jetzt ist es die IT-Technik, die die Dienstleistungsjobs frisst. Eine neue Welle von toten Pferden wird in die Arbeitsagenturen geschwemmt, die über fünfzig Maßnahmen parat haben, mit dem Problem umzugehen … und es so der Politik ersparen, sich mit dem Problem effektiv auseinandersetzen zu müssen.

Es ist nun nicht meine Idee, das diese neue Flut von Arbeitslosen kommen wird – ich kann sie aber bestätigen. Seit zehn Jahren habe ich keinen Versicherungsvertreter mehr gesehen – geht alles online. Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal seit 2005 wieder mit einem Bankberater gesprochen – unser Verein brauchte ein neues Konto – nur zwei Beispiele aus meinem Alltag. Das Internet selbst – wird mehr und mehr zum Betriebssystem der Gesellschaft – so Professor Gunter Dueck in einer Rede von re:publica 2011, einer Rede, die man sich mal in Ruhe anhören sollte:

Ein Großteil aller heutigen Dienstleistungsjobs wird verschwinden – übrig bleiben die Friseure und die Nagelstudios: auch heute schon beliebte Jobersatzstücke, die gerne genommen werden, um Hartz IV zu entkommen … dabei haben wir erst 2003 das Jahr gehabt, wo die Angestellten in Deutschland die Arbeiterschaft an Zahl überholt haben (siehe Wikipedia) – ein herber Schlag für die Anhänger der proletarischen Weltrevolution, die  ihre Kämpfer in Zukunft aus den Reihen der arbeitslosen Anlageberater, Pharmareferenten und IT-Architekten rekrutieren müssen.

Das eine Gesellschaft, die sich nur gegenseitig die Haare schneidet und die Nägel stylt, keine Chance hat, auf dem Weltmarkt zu bestehen, ist schon seit Ronald Reagan bekannt – und manch´ fiese Gesellen vermuten ja, dass man deshalb die Raubkriege der Nato losgetreten hat, um überhaupt noch Kasse machen zu können: 150 Milliarden brachte allein der Krieg gegen Ghaddafi (siehe Politeia) als Reingewinn für die City of London, wo die Milliarden der anderen Diktatoren geblieben sind, ist momentan noch nicht ganz sicher.

Ich schätze mal: auch solche Themen werden gerade in Davos diskutiert … weshalb man sich zurecht vor einer Wiederholung der Geschichte fürchtet: die Weberaufstände kommen zurück … und das, obwohl wir als Steuerzahler so viel Geld für Straßenkosmetik ausgeben, damit wenigstens auf den Autobahnen alles so aussieht, als wäre die Welt noch in Ordnung, siehe Handelsblatt:

Mehr als 70 Prozent aller neu zugelassenen Porsche sind Dienstwagen. Diese werden vom Staat jährlich mit mehreren Milliarden Euro subventioniert.

Währenddessen müssen Arbeitslose sich von 4,70 Euro pro Tag ernähren – das reicht für ein Kindermenü bei McDonalds … oder einen einzigen Hamburger. Sogar das verpönte „amerikanisch essen gehen“ wird für viele zum unerschwinglichen Luxus. Aus gleicher Quelle erfahren wir, wie der Staat als Dank für den subventionierten Porsche auf Einnahmen in großem Stil verzichtet:

Um 50 Prozent sanken die Unternehmenssteuern seit 1990. Die Vermögenssteuer wurde 1996 abgeschafft, die Gewerbekapitalsteuer folgte 1998, der Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer wurde 2005 von 53 auf 42 Prozent gesenkt, zu guter Letzt wurde 2008 auch noch die Körperschaftssteuer von 25 auf 12 Prozent abgesenkt. Die Unternehmenssteuerbelastung von Kapitalgesellschaften sank so seit 1990 auf weniger als die Hälfte.

Zusätzlich erfahren wir dort, das wir jedes Jahr 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung verlieren – die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

Schon 2009 hatte Professor Gunter Dueck die Situation in seinem Buch „Aufbruch“ beschrieben – hier zitiert auf seiner Website Omnisophie/Sinnraum

Geschäftsabläufe werden immer stärker automatisiert. Die Kenntnisse der wenigen Taxifahrer, die jede Straße in Berlin kennen, sind gegen ein normales TomTom nichts. Taxifahrer werden nur noch als Fahrer, nicht mehr als Ortskundige gebraucht. In dieser Weise werden viele Berufe auf den noch dem Computer unzugänglichen Bereich des rein Physischen reduziert und damit ganz oft in den Niedriglohnsektor abgedrängt. Ein Leben im Prekariat droht nun einer großen Menge von Menschen.

Hinter all den vielen kleinen Automatisierungsphänomenen in unserem Alltag steht eine große Bewegung, nämlich die der vollen Industrialisierung aller Arbeit, nicht nur der in der Produktion. Wir werden zunehmend in allen Berufen von Computern verdrängt. Diese Industrialisierung zieht Arbeitslosigkeit und Jobverlustangst mit sich. Wir fühlen den Niedergang. 
Wissen Sie noch, dass zur Zeit meiner Geburt etwa die Hälfte der Leute in der Landwirtschaft tätig war? Heute schaffen knapp zwei Prozent dieselbe Arbeit und klagen noch immer über den Druck des Marktes. Über die Jahrzehnte hinweg mussten die Land-, dann die Berg-, schließlich die Industriearbeiter neue Jobs suchen. Dieser Prozess steht nun den Dienstleistungsberufen bevor. Und wie in all den anderen Fällen müssen wir fragen:

„Was geschieht mit all diesen Menschen?“ Deutschland muss sich neu erfinden und als Ganzes einen neuen Job suchen.

Was geschieht mit all diesen Menschen? Sie werden lernen, welche Möglichkeiten dem weißen Mann eingefallen sind, ein totes Pferd zu reiten. Fragen Sie einfach Arbeitslose in Ihrer Stadt, welche geballte Inkompetenz und Hilflosigkeit sie erleben, wenn sie ihrem „Fallmanager“ gegenübersitzen.

Oder aber … Sie schließen sich Professor Dueck an und sorgen dafür, das sich Deutschland insgesamt einen neuen Job sucht – und zwar am Besten schon vorgestern.

Wie das gehen soll? Nun, der Wunschkandidat der Piratenpartei für den Job des Bundespräsidenten und ehemalige Top-Manager von IBM hat da ein paar Vorschläge.

Deutschland muss ein Land der Nano-, Umwelt-, Medizin-, Computer-, Gen- oder Biotechnologie werden. Da liegt unsere Zukunft. Wo sonst, bitte?
Und was muss geschehen, damit wir dort hinkommen? Auch klar: Das Volk der Dichter und Denker besinnt sich auf seinen Kern und wird zum Hochbildungsland.

„Jeder muss und kann studieren!“ Ich meine – jeder! In Worten: Jeder! Wenn Sie das nicht mitmachen wollen oder nicht akzeptieren, enden wir in einer Kultur, die sich in Elite & Slum spaltet – in Reiche und Niedriglohnjobber. Diese Entwicklung zur Spaltung und zur Inhomogenität hat ja schon begonnen. Überall öffnen sich unsoziale Scheren zwischen ein paar auf dem allerhöchsten Gipfel und vielen, denen der Hartz ausreichen muss. Unsere Politiker päppeln ein paar Eliteuniversitäten heran und ärgern sich über die überbordenden Sozialausgaben an „Arbeitsscheue“, wie ein elitärer Minister dieser Tage sagt. Deutschland war immer geschätzt wegen seiner bürgerlichen Gleichmäßigkeit und des sozialen Friedens, wissen Sie noch?

2013 haben wir diese Kultur schon: die einen fahren den staatlich subventionierten Porsche – die anderen müssen ein paar Tage hungern, bis sie ihre Kinder einmal zum Happy Meal nach McDonalds einladen können. Banken machen Milliardengewinne dank unvorstellbar gigantischer staatlicher Rettungsoperationen, während im Landkreis Mayen die Arbeitskraft von Arbeitslosen gratis versteigert wird: deutlicher kann man die Wertlosigkeit von Arbeitskraft im Jahre 2013 kaum noch demonstrieren – man wird sie nur noch als Geschenk los.

Aber noch … kann man was ändern. Wie es einst Berufe und dann Städte gab, die sich im Rahmen der Arbeitsteilung differenzierten, können sich heute Staaten differenzieren – wenn sie es wollen. Unglaublich, das meine Kinder heutzutage in Schulen gehen, wo der Putz von der Wand abbröckelt und GANZE TAGE wegen Lehrermangel ausfallen … andererseits aber Milliarden in den Porsche als Dienstwagen gesteckt werden, um den schönen Schein auf Deutschlands Straßen zu wahren, die Umsätze im Premiumbereich (die real stark fallen) künstlich hoch zu halten und das in einem Land, wo alle sich freuen, das die Staatsverschuldung nun langsamer wächst als zuvor.

Wenn ich als Privatmann merke, das ich diesen Monat weniger zuviel ausgegeben habe als im Monat zuvor, kriege ich Panik … und führe keine Freudentänze auf – nur mal nebenbei bemerkt.

Erschrickt die Forderung nach dem Studium für alle?

Als Arbeiterkind weiß ich aus persönlicher Erfahrung, das man sich an der Uni fehl am Platze fühlen kann. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, welche Hochachtung Menschen einem „Studierten“ entgegenbringen, wenn sie selbst noch nie eine Universität von innen gesehen haben … und als Pächter einer Studentenkneipe habe ich erleben dürfen, wie „normal“ selbst „Halbgötter in weiß“  sind. Mein Eindruck ist: es muss nicht nur jeder studieren – es kann auch jeder studieren. Wirklich: Studium ist leichter als Schule. Es macht mehr Spaß, macht mehr Sinn – und bringt der Volkswirtschaft ungeahnte Gewinne.

Vor allem: dieser Weg ist DER EINZIGE, der uns bleibt. Wir haben keine Rohstoffe, nicht unendlich viel Land – und wir können nicht ewig viele Despoten stürzen, um an deren eingefrorenes Kapital zu kommen. Ein paar Forderungen von Professor Dueck aus seinem Buch:

– energischer Eintritt Deutschlands in die quartäre Wissenskultur  (jener Kultur, die die Dienstleistungsgesellschaft ersetzt)

– Pflicht des Staates, Zukunftsstrukturen aufzubauen

Einstellung der Dauersubventionen für Sterbendes 

– Anstreben einer Exzellenzkultur durch Ausbau des Bildungssystems, das multikompetente junge Menschen hervorbringt und entwickelt

– ethische Werte der Zukunftskultur in das Grundgesetz

– Einrichtung eines „Oberhauses“ für Zukunft und Ethik als Ersatz für die zu einflusslose christliche Kultur

– Steuerung der Wirtschaft als Einrichtung, die Prosperität des Landes sich sichern, in dem sie auf Strategien vertraut, die einen breiten    Mittelstand erhalten

– Deutschlands Ausbau zu einem Land der Spezialmaschinentechnologien, der Medizin-, Gen-, Bio-,  Umwelt- und Nanotechnologien

– Deutschland zum Mutterland der „Culture Technologies“ entwickeln, als Keimzelle des „Brighter Planet“.

Bevor man sich jetzt aufregt: die Alternative zu diesem einzigartigen kulturellen Umbruch ist – Hartz IV als Hauptbeschäftigung für alle (ausgenommen ein paar „Leistungsträger“ in Politik und Wirtschaft) – und Deutschland als Land, dessen Niedriglohnsektor für Thailand Hemden näht.

Anstatt nur hilflos den Gezeiten der technischen Entwicklung ausgesetzt zu sein und ständig zu jammern, dass es immer hin- und hergeht, könnte man mal die Entwicklung als Chance nutzen. Wenn man will, das Bürger bis 67 arbeiten, sollte man auch sicherstellen, dass es Arbeit gibt, die sie tun können – und vielleicht sogar Arbeit, bei der sie richtig dicke Gewinne einfahren und nicht nur irgendwie „beschäftigt“ sind.

Sicher – wir können uns auch daran ergötzen, wie gut man von 40 Euro im Monat leben kann, wenn man in Abfällen wühlt (siehe Welt) – ich sehe hier schon wieder neue Regelsatzdiskussionen am Horizont erscheinen – und Diskussionen über die Höhe der Mindestrente.

Wir haben über fünfzig Möglichkeiten entwickelt, ein totes Pferd zu reiten – oder Arbeitslose zu beschäftigen.

Wir haben auch über fünfzig Möglichkeiten entwickelt, die Tatsache zu verdrängen, das unsere Titanic untergeht – und empfehlen als Lösung, immer schneller zu rennen, um möglichst weit nach oben zu kommen, in jene Räume, wo wohlhabende Menschen noch trockenen Fußes sitzen und so tun, als wären sie auf festem Land.

Davos zeigt uns, das 75 % von ihnen aber verstanden haben, das das Schiff insgesamt untergeht und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch ihnen das Wasser bis zum Halse steht – weil niemand mehr da ist, der den Porsche subventioniert. Natürlich können wir weiterhin Rettungswesten fordern („Grundeinkommen für alle!“), die für sich genommen auch sinnvoller sind als der Versuch, tote Pferde zu reiten – aber den Untergang des Schiffes hält man so nicht auf. Hören wir nochmal Professor Dueck aus seinem Sinnraum:

Abstrakt gesprochen: Der Staat und die Gemeinschaft haben die Aufgabe, die Strukturen der Zukunft zu errichten und sie zur Erzielung allgemeiner Prosperität der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Der Staat hat nicht die Aufgabe, sterbende Zweige wie die Landwirtschaft oder jetzt den Servicebereich über lange Zeit am Leben zu erhalten, nur weil sich die Volkswirte seit Jahrzehnten einbilden, dass sich früher oder später alles wieder in einem Gleichgewicht einrenke. Nichts kommt wieder! Das Leben verändert sich bei jedem Strukturwandel radikal. Wir müssen dem Alten mit aller gebotenen Fürsorge und Achtung mit Bestimmtheit ade sagen und mit Zuversicht das Neue erbauen – infrasoziale Marktwirtschaft! Ich will, dass wir Älteren, die wir das Steuer in der Hand halten, eine Zukunft für unsere Kinder aufbauen, die auch wirklich eine Zukunft ist, die sie – die Kinder – für sich selbst wünschen. Wir müssen eine Zukunft der Digital Natives schaffen, nicht eine für ein kommendes Rentnerland. 
Diesen Blick in die Zukunft leisten die Wirtschaftstheoretiker nicht! Der Staat ist nicht zum Ausgleich von Vergangenheitssünden da, nicht zum Retten nach Managementfehlern oder bei mangelnder Unternehmerfortune. Der Staat baut die Zukunft. Und da ich noch keine Zweidrittelmehrheit zusammen habe, kann ich zum Schluss des Buches natürlich ganz unbekümmert Vorschläge zu einer Grundgesetzänderung aufreihen: Bildung als Bürgerpflicht etc. Das ist leicht gesagt, aber Sie werden im Buch an dieser Stelle sicher sein, dass ich das wirklich ernst meine. Muss ich jetzt dafür fast eine neue Partei gründen? Ich? Kurz vor der Pensionsgrenze eine Partei für die Jungen? An welche Wand soll ich Thesen nageln? Wer bricht mit mir auf?

Muss man jetzt eine neue Partei gründen?

Bis man sich gegen die Altparteien durchgesetzt hat, dürfte Ostdeutschland schon von Ölscheichs aufgekauft worden sein – oder von internationalen Hedgefonds, die Landgrabbing betreiben, um ihre eigene Zukunft zu sichern. Die Mehrheit in den DAX-Konzernen (unserer alten Weltelite) haben sie schon – siehe Welt vom 1.5.2012.

Aber eine Bewegung – die muss her. Eine Bewegung aller Menschen, die in diesem Wirtschaftsraum überleben müssen. Wir retten die Titanic nicht, in dem wir alle nach oben rennen – aber wir haben noch die Kraft, das Schiff umzubauen, das es uns auch weiterhin trägt. Wir können es sogar besser bauen als je zuvor, weil unsere Mittel (noch!) ganz andere sind als früher.

An welche Wand soll Professor Dueck nun seine Thesen nageln?

An alle, die er findet. Und wir alle sollten dabei helfen – bis seine Thesen in jedem Briefkasten jedes Abgeordneten jeder Partei liegen, in jedem Kino, jedem Theater, jeder Schule, jeder Tankstelle, jeder Arztpraxis, jedem Supermarkt, jeder Gaststätte und Bahnhofskneipe an den Wänden hängen, bis jedes Schulkind sie als Forderung an die Politik auswendig aufsagen kann und jedes Jobcenter in Deutschland sie mit maximaler Kraft unterstützt … anstatt noch weitere Methoden zu suchen, tote Pferde zu reiten (auch wenn das den sammelfreudigen Bürgermeister von Bergkamen sehr freuen würde).

Und wer mit ihm aufbricht?

Nun – ich auf jeden Fall.

Und ihr?

PS: ich danke Herrn Professor Dueck für den äußerst freundlichen E-Mail-Verkehr und die handsignierte Ausgabe seines Buches – auch im Namen meiner Kinder, die vielleicht doch noch Hoffnung auf etwas Zukunft haben. Sogar auf eine glorreiche Zukunft. 

PSS: wer nicht aufbrechen will: Lidl verkauft gerade eine „Exklusiv-Schneider-Boutique“ für knapp fünf Euro. Damit ist man bestens gerüstet … wenn die Thailänder mit ihren Hemden kommen und man selbst von ihnen als Näher ersteigert wurde. Nur mal so als Tipp … 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Davos: wie die Hilflosigkeit der Leistungselite uns den Urlaub und die Demokratie kostet

Freitag, 27.1.2012. Eifel. Die Welt ist gerade wieder wunderbar in Ordnung. Endlich. Der Dax steigt und man hat herausgefunden, warum es er Weltwirtschaft so schlecht geht: der Deutsche ist einfach zu faul. Der Europäer auch - siehe Handelsblatt:

„Die Europäer arbeiten weniger Stunden pro Woche, weniger Wochen pro Jahr und weniger Jahre ihres Lebens als Arbeitnehmer in anderen Regionen der Welt“

Und weiter heißt es da:

Der Weltbank-Studie zufolge müsste ein großer Teil der europäischen Länder die Arbeitszeiten erhöhen und es den jungen Menschen erleichtern, einen Arbeitsplatz zu finden. Zudem müssten die europäischen Regierungen die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter „produktiver“ einsetzen und angesichts der Alterung der Gesellschaft mehr Zuwanderer aus dem Ausland anwerben.

Freitag, 27.1.2012. Eifel. Die Welt ist gerade wieder wunderbar in Ordnung. Endlich. Der Dax steigt und man hat herausgefunden, warum es der Weltwirtschaft so schlecht geht: der Deutsche ist einfach zu faul. Der Europäer auch – siehe Handelsblatt:

„Die Europäer arbeiten weniger Stunden pro Woche, weniger Wochen pro Jahr und weniger Jahre ihres Lebens als Arbeitnehmer in anderen Regionen der Welt“

Und weiter heißt es da:

Der Weltbank-Studie zufolge müsste ein großer Teil der europäischen Länder die Arbeitszeiten erhöhen und es den jungen Menschen erleichtern, einen Arbeitsplatz zu finden. Zudem müssten die europäischen Regierungen die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter „produktiver“ einsetzen und angesichts der Alterung der Gesellschaft mehr Zuwanderer aus dem Ausland anwerben.

Das freut uns Europäer, das die Ursache des Übels endlich gefunden ist. Wir müssen nicht nur bis 70 arbeiten – wir sollten auch einfach unseren Urlaub streichen – schon geht es der Wirtschaft wieder gut. Da hätten wir auch früher drauf kommen können – aber doch gut, das es Experten gibt, die uns da helfen.

Schade nur, das die gleichen Experten auf einen anderen Mangel hinweisen. Fehlten kürzlich noch weltweit 200 Millionen Arbeitsplätze, so sind es mitlerweile ganz schnell 600 Millionen geworden. Wenn die, die noch Arbeit haben, jetzt soviel mehr arbeiten sollen – was wird aus den 600 Millionen, die überhaupt erstmal nur ein ganz klein wenig Arbeit wollen?

Nun – die werden wohl sterben müssen, wenn es nach dem Willen der Weltbank geht. „Sozialverträgliches Frühableben“. Damit die, die noch einen Arbeitsplatz haben, noch mehr arbeiten dürfen – für das gleiche Geld. Und denen, die Arbeit haben, soll es gehen wie jenen, die in Detroit für die ganz großen Konzerne gearbeitet haben:

Für die Arbeiter in Detroit – einer Stadt in der nicht nur Chrysler, sondern auch Ford und General Motors ihren Sitz haben und in ehemals großen Werken produzierten, hatte das verheerende Auswirkungen. Viele Werke sind heute geschlossen und stehen als Industrieruinen in der Stadt. Dort wo noch gearbeitet wird, betragen die Löhne nur noch einen Bruchteil von dem, was in den siebziger und achtziger Jahren gezahlt wurde. Urlaub, Pausen und Arbeitssicherheit wurden radikal abgebaut. Viele Arbeiter mussten ihr Haus verkaufen, sind restlos verschuldet und versuchen sich durch Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Die meisten Arbeiterviertel sind völlig herunter gekommen und verwahrlost.

Das würde die Weltbank jetzt gerne in Sindelfingen sehen – und in ganz Europa. Man sollte sich an diese Entwicklungen erinnern, um zu verstehen, was gerade in Davos geschieht:

Das prominenteste Risikoszenario des aktuellen WEF-Risikoreports trägt nämlich den wohlig-gruseligen Titel „Seeds of Dystopia“. Darin ist vom möglichen Fall von „einst reichen Ländern“ – vulgo Westeuropa – die Rede, die angesichts demografischer Risiken und erdrückender Schulden schlicht in „Rechtlosigkeit und Unruhe“ versinken könnten. WEF-Präsident Klaus Schwab spricht von einem „globalen Burn-out-Syndrom“. Er meint damit wohl die handelnden Politiker – die Verfasser des Reports könnte er aber gleich mit einbeziehen.

Und weiter:

Für Europa würde der Niedergang – politisch, wirtschaftlich, kulturell, sozial – keine Katharsis auslösen, an deren Schlusspunkt ein frischer, erstarkter Kontinent steht, sondern ein ausgelaugter, ausgebluteter Flecken Erde, der für Generationen im Schatten anderer, dynamischerer Regionen stehen würde.

Kaum zu glauben, oder? Das verhandeln unsere Experten gerade in Davos – aber so deutlich sagt uns das keiner. Das uns eine Zukunft blüht, in der die meisten von uns keinen Urlaub mehr haben (oder aber den „Dauerurlaub“ der Arbeitslosigkeit – der nur nicht so lustig ist wie der auf Mallorca), bis 79 arbeiten müssen – und zwar 60 Stunden die Woche – wir aber trotzdem unser Haus verkaufen müssen, weil die Abgaben zu groß geworden sind … das sagt uns keiner. Dafür haben wir dann auf dem Arbeitsmarkt auch viel mehr Konkurrenz aus dem Ausland – die Geschichte der USA zeigt, wie schwierig es ist, in heterogenen Gesellschaften erfolgreich Widerstand gegen den Sozialabbau auf die Beine zu stellen.

In Deutschland (bald wohl neuer Bundesstaat der USA) sind wir ja dank „rot-grün“ schon ganz vorne mit dabei:

Nach einer Studie der OECD ist in Deutschland die Ungleichheit in der Einkommensverteilung stärker gestiegen als in den meisten anderen Ländern. Die obersten zehn Prozent verdienten 2008 hierzulande durchschnittlich rund achtmal so viel wie das untere Zehntel. In den USA sind die Unterschiede noch krasser.

Und in Detroit sieht man, wo das endet. Oder in Flint, Michigan. Ödland, wo vorher eine Stadt war. Japan begibt sich auch gerade auf diesen Weg:

 „Diesmal erleben wir eine industrielle Aushöhlung an der Wurzel“, warnt Toshiyuki Shiga, verantwortlich für das operative Geschäft von Nissan und Präsident der Vereinigung japanischer Automobilhersteller. „Nie wieder werden wir den Bau einer Fabrik für Digitalkameras in Japan sehen“, sagt Zenji Miura, Präsident des traditionsreichen Kameraherstellers Pentax.

Wenn man in Japan noch nicht mal mehr Kameras bauen kann – wovon wollen die Leute da unten eigentlich in Zukunft leben?

Erstaunlich, wie offen in Davos das Ende des Systems diskutiert wird, das die Weltbank jetzt in Europa noch forciert sehen möchte – siehe Welt:

Den Ton gab gleich der Moderator vor: Stimmt es, dass der Kapitalismus des 21. Jahrhunderts der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht gerecht wird, wollte „Time“-Chef Jim Frederick vom Publikum wissen. Fast die Hälfte der vielleicht 400 Zuschauer hob die Hände.

Die Hälfte der Teilnehmer in Davos hält den Kapitalismus für gescheitert – dabei treffen sich dort doch seine „Leistungsträger“.

Der Kapitalismus des 20. Jahrhunderts sei für das 21. Jahrhundert nicht mehr geeignet, sagte Burrow. Die Ungleichheiten seien heute in der Welt so groß wie vor der Krise der 1930er Jahre. Hunderte Millionen Menschen seien ohne Arbeitsplatz. Der Kapitalismus habe es verpasst, sichere Jobs zu schaffen und den Reichtum gleichmäßig zu verteilen.

So eine Gewerkschafterin. Und sie erhält Unterstützung aus dem Management:

Von „unerfüllten Versprechen“ des Kapitalismus sprach Ben Verwaayen, der Vorstandschef des Telekommunikationskonzern Alcatel-Lucent. „Vielleicht ist die Philosophie, der Kapitalismus verantwortlich“ für die aktuellen Probleme der Weltwirtschaft, so der Niederländer, „vielleicht aber auch nicht die Philosophie selbst, sondern die Art und Weise, wie wir sie umsetzen“.

Es ist erschreckend, was sich dort abspielt. Man denkt, man wäre bei einer Sitzung der Partei der LINKEN in Bergisch-Gladbach – dabei ist es das Weltwirtschaftsforum, das sich dort durch komplette Ratlosigkeit auszeichnet, während am Horizont düsterste Wolken erscheinen, siehe Handelsblatt:

 Meinungsforscher schätzen, dass etwa ein Drittel der Deutschen nicht mehr daran glaubt, dass die Demokratie die wichtigsten Probleme lösen könne. Aber auch Manager tragen dazu bei, wenn sie hinter vorgehaltener Hand von „effizienten Entscheidungsprozessen in China“ schwärmen und über Stuttgart 21 maulen. 

Wo bleibt da der Verfassungsschutz? Er beobachtet die Kapitalismuskritiker im Volk – die viel weniger drastisch argumentieren als die Führer der Weltwirtschaftselite.

Der Kapitalismus – wie wir jene konzerndominierte Wirtschaftsstruktur nennen, die eigentlich den Namen Korporatokratie verdient – vernichtet Volkswirtschaften, Demokratien und Lebensläufe von Milliarden von Menschen, die weit davon entfernt sind, Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung leben zu können. Die einen verwirklichen die Vorstellungen ihres Jobcentermitarbeiters (der selbst kurz vor seiner Entlassung steht), die anderen die ihres Arbeitgebers (der selbst dicht vor der Pleite steht). Fremdbestimmung in asozialer Abhängigkeit ist unser Motto geworden.

Und während in Davos noch diskutiert wird, schreitet man weltweit weiter voran, die Macht die Korporatokratie zu festigen – das Gekrähe in Davos interessiert schon längst keinen mehr in einer Welt, in der Konzerne ein Heer von inzwischen einer Million Söldner anwerben und so jeden Staat der Welt in ein neues Lybien, einen neuen Irak, ein neues Jugoslawien verwandeln können. ACTA – der nächste Schritt zur Geißelung der Menschheit – wird skrupellos weiter vorangetrieben, obwohl dadurch Millionen von armen Menschen ohne Medikamente sein werden – mit Folgen für die Gesundheit der Menschen. So reduzieren wir aber auch ganz schnell die Anzahl der weltweit benötigten Arbeitsplätze – Konzerne wissen: Tote essen nicht, heizen nicht und wohnen auch günstig.

Ganz nebenbei legt ACTA auch grundlegend die Informations- und Meinungsfreiheit zu den Akten, weshalb wir uns in Zukunft Diskussionen wie in Davos oder Artikel wie diesen hier ersparen können.

Wunderbar – nicht war?

So löst das, was wir Kapitalismus nennen, wirklich alle Probleme und ich fange an, selbst an die wunderbare Macht der unsichtbaren Hand des Marktes zu glauben.

Ich weiß auch, was die Revolutionäre von Morgen auf ihren Fahnen stehen haben:

Nicht Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, sondern RENTE URLAUB WEIHNACHTSGELD.

Leider wird man mit diesen bald der Vergangenheit angehörenen Ansprüchen keine großartigen Allianzen schmieden können – noch wird man damit für Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechte streiten können.

Für unsere Enkel hießen die Losungen dann: Essen, Trinken, Obdach – Losungen für das Überleben in einem „ausgebluteten Kontinent“. Wäre doch mal Zeit, zu schauen, wo denn das ganze Blut hingegangen ist, oder?

 

 

 

 

Kapitalismus kaputt. Und nun? Weitermachen bis zur Apokalypse!

Man könnte manchmal verzweifeln. Ich glaube ja, Journalisten schreiben mitlerweile was sie wollen und gehen davon aus, das das eh´ keiner mehr liest. Man muß halt die Zeitung vollkriegen – egal wie. Das am anderen Ende ein verzweifelter Leser sitzt, der mühsam versucht, die Puzzle zu einem halbwegs sinnvollen Bild zusammenzufügen, spielt wohl für niemanden noch irgendeine Rolle. Ich fing gerade an, mich damit anzufreunden, das alle Befürchtungen hinsichtlich der Finanzkrise, alle Analysen zum Ende des Kapitalismus und alle Unkenrufe zum herrschenden Wirtschaftssystem nur heiße Luft sind – da hauen mich die Experten einfach wieder um, diesmal in der Welt:

Nun ist die Rede von einem so allumfassenden, fundamentalen Wandel der Welt, für den es offenbar nur noch einen einzigen Vergleichsmaßstab gibt: „Ist die Phase, die wir gerade erleben, so historisch wie die Geburt Jesu Christi?“, fragten „Spiegel“-Journalisten den Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner. Und der antwortet: „Es wird eine neue Zeitrechnung geben – wenn auch nicht kalendarisch. Aber enorme Kräfte wirken auf die Welt ein, deren Bedeutung wir gar nicht genug überschätzen können.“

Ich weiß nicht, wie es anderen Mitbürgern geht – ich bin verwirrt … und hätte nicht weiterlesen sollen, denn die Verwirrung wuchs:

Vorbei soll es sein mit dem schönen Leben in Saus und Braus. Vorbei die Zeit des leichten Geldes, wo nicht das Einkommen, sondern die Anzahl der Kreditkarten über die Bonität der Käufer entscheidet. Wo Banker auf die Schulden anderer wetten und damit reich werden und Staaten die Notenpressen heißlaufen lassen, damit die Global Player die Einsätze erhöhen können. All das soll ein Ende haben. „Wir müssen uns endlich entschulden“, sagt Achleitner.

„Wir“? Wieso „Wir“? Seit vierzig Jahren läuft dieses Geschäft schon – ich war damals 11 Jahre alt. Wahrscheinlich hätte ich aber damals schon dazu geraten, den kleinen Münzen, die ich so gern gesammelt habe, einen realen Gegenwert entgegen zu stellen – und erst recht den großen bunten Scheinen. Auch heute würde ich sagen: wenn man durch Wetten auf die Schulden anderer Leute reich werden kann, ist das ein unsittliches Geschäft und der Gewinn gehört eingezogen. Ebenso würde ich heißlaufende Notenpressen für ein Verbrechen halten, weil dadurch real ersparte Werte vernichtet werden. Aber ich komme auch aus der Eifel – wir sind traditionell sehr arm und wollen bei reichen Leuten nicht mitreden.

Ich frage mich aber schon, was Politiker und Manager die letzten vierzig Jahre angestellt haben. Waren die nun nur dumm oder einfach kriminell verantwortungslos? Und … haben die heute dazu gelernt? Immerhin gibt es Stimmen, die vor weitreichenden Folgen warnen, zum Beispiel zitiert die Welt Stéphane Hessel:

Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität seien durch „die Macht des Geldes“ unter die Räder gekommen, sagt er im „Spiegel“-Interview. Er spricht aus, was viele Menschen insgeheim beklagen oder doch befürchten, nämlich „die Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen, die Unterdrückung des Selbstbestimmungsrechts, die Macht des Stärkeren“. Hier seien „Kräfte der Zerstörung“ am Werk.

Da werde ich doch sehr stutzig. Ein Finanzvorstand spricht von neuer Zeitrechnung, ein ehemaliger Widerstandskämpfer aus Frankreich von den „Kräften der Zerstörung“ und dem Ende der Zivilisation … wo bleibt denn da der Optimismus und vor allem: die Botschaft vom wundersamen deutschen Aufschwung?

Gut das man gerade Weltwirtschaftsforum hat. Dort treffen sich doch die Kapitäne jener Kräfte, die die westliche Welt an den Abgrund geführt haben, wahrscheinlich wird von dort aus jetzt die Rettung kommen. Immerhin lassen sich die Damen und Herren dort für ihre Arbeit fürstlich entlohnen, da wird man doch wohl auch qualitativ hochwertige Arbeit erwarten dürfen. Doch was schreibt die Welt? Neue Katastrophen drohen:

Die steigende Inflation verschärft die Krise in der Eurozone. Denn für die Schuldensünder in der EU wäre eine Erhöhung der Zinsen reines Gift.

Und am Horizont erscheinen diffus neue unheimliche Schrecken:

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der in diesem Jahr auch Gastgeber der G-20-Runde der größten Industrie- und Schwellenländer ist, sprach zwar auch über den Euro. Lieber warb er jedoch für sein Großprojekt, den Aufbau eines neuen internationalen Währungssystems. Die Währungs- und Finanzungleichgewichte seien eine der Hauptgefahren für die Weltwirtschaft, sagte er. „Eines Tages wird etwas Schlimmes eintreten, wenn wir nicht sehr entschieden handeln.“

„Etwas Schlimmes“ wird eintreten … schlimmer noch als die apokalyptische Herrschaft der Kräfte der Zerstörung in einem neuen Zeitalter der Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Unterdrückung? Man vergisst in solchen Momenten ganz, das man eigentlich in einer christlichen Wertegemeinschaft lebt, die jetzt aber laut aufschreien müßte: was sich dort abzeichnet im gemeinsamen Chor von Wirtschaftlern und Revolutionären ist die Herrschaft des Antichristen – also was ganz Übles und in der Apokalypse des Johannes lange vorausgesagt. Aber selbst wenn man nicht die christlichen Grundwerte verteidigen möchte (deren Bedrohung durch den Islam ja inzwischen so immens ist, das wir sogar das Tragen von Kopftüchern verbieten), so wäre doch die Herrschaft der Kräfte der Zerstörung auch für Atheisten keine Beglückung.  Zerstörung nützt niemandem … aber trotzdem schreitet sie unaufhaltsam weiter fort, wie die Welt berichtet:

Die Staatsverschuldung Japans und der USA wird zunehmend zum Thema an den Märkten. Der IWF rät die beiden Länder nun dringend zur Haushaltssanierung.

In den USA hatte am Mittwoch der parteiunabhängige Rechnungshof des Kongresses erklärt, die Vereinigten Staaten steuerten im laufenden Haushaltsjahr auf ein neues Rekorddefizit zu. Erwartet wird ein Fehlbetrag von knapp 1,5 Billionen Dollar. Das wären knapp 40 Prozent mehr als in der Schätzung vom August. „Die USA stehen vor erschreckenden wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Herausforderungen“, hatte der Rechnungshof erklärt. Das Haushaltsloch entsteht nach Einschätzung der Experten vor allem durch die kürzlich beschlossenen milliardenschweren Steuererleichterungen.

Steuererleichterungen? Ja – mitten in der Krise verzichtet der Staat auf Steuern – laut Wirtschaftsblatt.at vor allem von denen, die reich sind:

Das Gesetz sieht unter anderem eine Verlängerung der vom früheren Präsidenten George W. Bush eingeführten Steuererleichterungen für Reiche vor. Ursprünglich wollten die Demokraten die Steuervergünstigungen für reiche Bürger zum 31. Dezember auslaufen lassen und nur für Familien mit einem Einkommen unter 250.000 Dollar verlängern.

Aha. Diejenigen, die als Politiker und Wirtschaftsräuber ihre Schäflein ins Trockene gebracht haben, sorgen dafür, das die Beute im Tresor bleibt und sich nach den Regeln des Systems noch hemmungslos vermehrt.

Was für uns unreichen Abschaum übrigbleibt, erfahren wir aktuell im Managermagazin:

Millionen von Haus- und Grundstückseigner werden aller Voraussicht nach im kommenden Jahr mit einer reformierten Grundsteuer zur Kasse gebeten. Wie sie aber aussehen wird und in welchem Rahmen dadurch zusätzliche Lasten drohen, ist noch nicht absehbar.

Das trifft dann jene armen Menschen, die auf die „Häuslebauerfalle“ hereingefallen sind und sich fürs Alter was zurückgelegt haben. Das … möchte die Finanz – und Politikelite jetzt auch noch schnell einsammeln. Das man mit herkömmlichen Methoden gegen dieses System kaum noch ankommt, erfährt man unter anderem im Handelsblatt, wo der Philosoph Precht zum Gespräch geladen war:

Wir haben doch im korporatistischen Deutschland erlebt, wie mächtige Interessengruppen den Staat für sich einspannen.

Das stimmt. Ich finde es ein Unding, wie der Lobbyismus seine Schamlosigkeit darstellt. Es gibt eine gewisse Parallele zwischen dem Explodieren der Managergehälter und der Schamlosigkeit von Politikern, die nach ihrem Ausscheiden ihre Kontakte zu barer Münze machen. Da aber alle Parteien davon betroffen sind, begehrt niemand dagegen auf.

Das bleibt uns noch. Die Stimme der Empörung am Beginn einer neuen Zeitrechnung. So machtlos ist der Mensch des 21. Jahrhunderts geworden. Nachdem er sich von den Zwängen der feudalen Raubritterei, der klerikalen Ausbeutung, den Widrigkeiten von Natur und Umwelt befreit hat, marschiert er hilflos in eine menschengemachte Apokalypse.

Das wäre ein sehr … unrühmliches „Ende der Geschichte“, oder?


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