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Charlie Hebdo, Pegida und der leise Zerfall der Demokratie

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Donnerstag, 8.1.2015. Eifel. Wie fängt man an, von einem Ende zu schreiben? Vom Ende einer Idee, die 3000 Jahre alt ist – damals aber nur für „Vollbürger“ gelten sollte. Einer Idee, die in den letzten zwei- dreihundert Jahren kurz aufblühte und jetzt langsam stirbt. Einer Idee, die zu einer Revolution wurde, und dem Staat Grenzen aufzeigte: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sollten fortan herrschen, Werte, die der Menschheit den Frieden bringen sollten, den sie so sehr ersehnte. Leistungskult, Promikult und Bürgerlichkeit – so werden die Werte heute gelebt, was an sich schon reicht, um nervös zu werden und sich wieder in einem Sklavenhalterstaat zu fühlen – eine anarchistische Gruppe hat mit einer Guerilla-Aktion aktuell gegen den Wahn unserer sinnlosen Bullshitjobs mit einer Plakataktion in der Londoner U-Bahn für Begeisterung gesorgt (siehe Storyfilter), einer Aktion, die selbst schon revolutionär ist.

Ach ja – Anarchisten. Sie sind sehr verpönt bei rechts und links, weil sie eine eindeutige Antwort auf die Frage haben, wer eigentlich das Land regieren soll: entweder alle – oder keiner. Von Regierungen halten sie nicht viel, weil sie der Ansicht sind, dass jede Form von Herrschaft dem Menschen nicht angemessen ist – und er auch erwachsen genug ist, sie nicht zu brauchen. Anarchisten werden deshalb meistens überall verboten und sind bei allen verpönt, geht es doch ALLEN politischen Parteien nur darum, an die Fleischtröge des Parlaments zu kommen, welche die Anarchisten gerne unter das Volk aufteilen wollen. Gut, das behaupten auch die Kommunisten, aber wie die Geschichte zeigt, war dies nur ein Werbegag: sobald man die Macht hat, landen die Gewinne beim großen Vorsitzenden.

Wissen Sie übrigens, wo Anarchisten heute noch geduldet werden, ja, sich kleine Lebensräume erschaffen haben? In den USA. Ihre Ideen haben viele der Gemeindeverfassungen geprägt und sind auch heute noch der Hauptgrund, warum Amerikaner so sehr an dem Recht hängen, selber Waffen zu tragen – dadurch gibt man das Recht auf Ausübung von Gewalt zum Schutze der eigenen Person nicht völlig in die Hände des Staates und behält sich auch vor (in guter, alter, amerikanischer Tradition, wie der englische König erfahren musste), diese Waffen notfalls gegen den Staat selbst einzusetzen … jenes Recht wird seltsamerweise in Europa nicht gegönnt, obwohl kurioserweise gerade wir Deutschen zu den größten Waffenproduzenten der Welt gehören.

Eine Partei, die – ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein – Grundwerte des Anarchismus predigt? Die FDP. Ja – FREIHEIT ist ein zentraler Wert des Anarchismus, Freiheit von jeder Art von Herrschaft. Leider findet man in der Partei keine konsequente Umsetzung dieses Wertes, eben so wenig wie man in der katholischen Kirche noch die Umsetzung urchristlicher Werte wiederfindet.

Das Satiremagazin Charlie Hebdo entstammt aus einer solchen Tradition, weshalb es – bzw. sein Vorgänger Hara Kiri – in den sechziger Jahren verboten war. Kein Politiker mag Anarchisten, sie wollen genau jene Macht abschaffen, die er mit jeder Faser seines Seins erlangen will, um fortan ein Leben auf Kosten der Allgemeinheit zu führen und jener Allgemeinheit seine Willen per Gesetz aufzuzwingen.

Aktuell ist dieses Satiremagazin in den Schlagzeilen: ein Überfallkommando hat einen Massenmord in den Redaktionsstuben ausgelöst, was viele Mächtige insgeheim freuen wird, ist doch die Satire der letzte Rückzugsort herrschaftsfreien Denkens, wie es in Deutschland Volker Pispers vorbildlich praktiziert.

Wer waren die Täter? Scheinbar arabisch stämmige Männer, wie ich heute lese. Einer der Täter, die gestern noch als hochprofessionelles Killerkommando geschildert wurden, hatte seinen Ausweis im Fluchtwagen liegen gelassen (siehe Spiegel). Erinnert Sie das an was? Ja – auch bei den Anschlägen von nine-eleven überstand ein Ausweis jenen Glutball, der ein Hochhaus zum Einstürzen brachte – und fiel direkt vor die Füße von Ermittlungsbeamten. Immer diese Araber. Immer ein wenig dümmlich in der Ausführung ihrer Attentate, das passt zum Bild des wahnsinnigen Untermenschen, das gerne über diesen Kulturkreis verbreitet wird.

Kaum war der Anschlag ausgeführt, meldete sich der deutsche Innenminister Friedrich zu Wort und forderte die Löschung von Videos aus you tube, die die Ermordung eines auf dem Boden liegenden Polizisten zeigten (siehe Heise). Mehrere Videos sind entfernt worden, wie heute zu merken ist – was mich neugierig gemacht hatte. Was war zu sehen?

Das Killerkommando – angeblich bestehend aus drei militärischen Laien, von denen einer laut Angaben von Spiegel-online schon mal im Gefängnis saß, weil er in den Dschihad ziehen wollte – wird auf der Flucht von einem Polizeiwagen gestoppt. Obwohl sie nach einem Massenmord auf der Flucht sind – als unprofessionelle Killer vermutlich nervlich sehr angeschlagen – und obwohl sie wissen dass mit jeder Sekunde tausend mehr Menschen nach ihnen Ausschau halten werden, das mit jeder Sekunde mehr Straßen gesperrt werden, gehen sie zu zweit an mehreren Autos vorbei, um einen auf dem Boden liegenden Polizisten zu erschießen – eine Tat, die sie als wahre Bestien dar stehen läßt.

Wundert es da, dass heute schon von „Operationen unter falscher Flagge“ gesprochen wird, die zur weiteren Dämonisierung einer Weltreligion animieren sollen? Woher haben diese Killer die Nerven, sich mitten auf der Flucht noch Zeit zu nehmen, um noch mal richtig einen drauf zu setzen? Verfolgt von einer ganzen Stadt? Wundert es da, dass man die Videos sperren lassen möchte? Wer Glück hat, findet noch einen Ausschnitt, auf dem man sieht, wie sie relativ ruhig wieder zu ihrem Auto zurückkehren. Wie Profikiller, die wissen, dass ihre Flucht sicher ist.

Nun – wollen wir den Bürger nicht noch weiter verunsichern, wollen wir heute mal keine Theorien darüber aufstellen, wer denn von einem solchen Anschlag im Prinzig den meisten „Profit“ hat – in Deutschland wissen wir es eh´ schon: Pediga, jene Bürgerbewegung, die auf breiter Front vom „Establishment“ bekämpft wird, sogar der Kölner Dom macht die Lichter aus, wenn die Dämonen von Pediga zum Marsch blasen, auch Kanzlerin und Bundespräsident reihen sich nahtlos ein in den Kampf gegen eine Bewegung, deren Organsiatoren gelegentlich für den Springer-Verlag gearbeitet haben.

Was nicht gefragt wird: ist denn nun die breite Front jener Menschen, die gegen die Gegner der Islamisierung des Abendlandes sind, für die Islamisierung des Abendlandes?

Bevor wir nun weiter spitzfindig herumraten, wollen wir uns an ein paar Grundregeln der Demokratie erinnern, die man wohl auf rechter und linker Seite vergessen hat. Hier darf jeder eine Meinung haben. Bundespräsident und Bundeskanzlerin haben dafür zu sorgen, dass dies so bleibt: sie sind Verwaltungsangestellte, keine Monarchen. Jeder darf für so gut wie alles demonstrieren – und wenn Menschen Angst vor „Überfremdung“ haben, dann dürfen sie dies kund tun. Wenn es eine Supermacht gibt, die den Islam als große Bedrohung der Menschheit erachtet und ihn weltweit (mit aktiver Unterstützung der Bundeswehr) mit brutaler Waffengewalt bekämpft, dann darf man nicht jenen Deutschen die Schuld für ihre Ängste zuschieben, die auf die Nachrichten nur REAGIEREN – und sie nicht erfinden.

Anders als zu der NS-Zeit, als der „Stürmer“ wilde Geschichten von kannibalischen, kindermordenden Juden unters Volk streute, die nichts andere wollten, als deutsche Frauen und deutsche Kinder zu vergewaltigen (erinnert ein wenig an die Katholikenhatz der Gegenwart, die aus fast jedem Priester einen Kinderschänder machen möchte und dabei völlig vergisst, dass die meiste sexuelle Gewalt gegen Kinder von Familien ausgeht – nicht von Priestern; auf Antifamilientiraden wartet man jedoch vergebens) sind es heute die breite Front der „seriösen“ Medien, die Gräuelgeschichten über „Islamisten“ verbreiten, wobei der Begriff „Islamist“ eine interessante Nutzung über sich ergehen lassen muss: gemeint sind im Prinzip wohl alle Muslime, die ihre religiöse Überzeugung ernst nehmen.

Wissen Sie, woher ich diese Idee habe? Unter anderem von Jan Fleischhauer, der vor den Anschlägen auf Charlie Hebdo durchaus schlüssige und brisante Gedanken zur Islamophobie der Gegenwart formulierte (siehe Spiegel):

Was macht am Alltags-Islam also solche Angst? Die Provokation liegt nicht in der Verschleierung oder der Polygamie, die vielen als Symbole der fremden Religion gelten: Als Provokation reicht der Glaube an sich. In einer Gesellschaft, in der schon das sonntägliche Kirchengeläut als Störung empfunden wird, muss eine Versammlung von Menschen, für die Gott nicht Chiffre, sondern lebendige Realität ist, Beklemmung auslösen. Jede Glaubensrichtung, die sich zu markant äußert, taugt heute zum Skandal; da macht der Katholizismus keine Ausnahme, wie die hysterische Beschäftigung mit dem Opus Dei zeigt. Erst wenn sich eine Religion wie der Protestantismus so weit säkularisiert hat, dass sie nahezu unsichtbar geworden ist, gilt sie als gesellschaftlich verträglich.

Hier spricht ein bekennender „Rechter“ – und Schlussfolgerungen zu seinen Beobachtungen reichen viel tiefer, als es den meisten lieb sein wird.

Bleiben wir jedoch erstmal beim Islam, der von der Bundeswehr im Ausland mit Gewalt bekämpft wird, aber in Deutschland von Medien und Regierung besonderen Schutz erfährt – „Islamisten töten“ scheint nur im Ausland „gut“ zu sein.

In einer freien Gesellschaft – und erst recht in einer freien Marktwirtschaft – gelten Angebot und Nachfrage. Sollte der Islam – als Religion – den europäischen Bürgern ein Angebot machen, dass sie überzeugender finden als das Angebot, dass herrschende Religionen ihnen machen, so ist das völlig in Ordnung. Deshalb haben wir Religionsfreiheit als Grundrecht, „gegen den Islam“ zu marschieren ist in etwas so demokratisch, wie gegen Juden, Anarchisten oder Gebrauchtwagenhändler zu demonstrieren. Erzielt der Islam in Europa deutliche Stimmengewinne, so zeigt dies nicht, dass er böse ist, sondern nur, dass wir mit unserer praktisch atheistischen Kultur Schwächen haben – Schwächen, die die oben erwähnten Anarchisten den Pendlern in der U-Bahn so deutlich aufgezeigt haben, dass sie dafür gefeiert wurden.

Unsere Kultur vermittelt keinen Sinn, gibt keinen Halt, macht nicht glücklich. Hier wäre der richtige Ansatz für eine Auseinandersetzung mit dem Islam. Wer sich noch auf Seiten des Islam befindet – jedenfalls aus dieser Sicht?

Der Papst selbst, oberster Hüter der Kultur des ehedem christlichen Abendlandes (und eigentlich der Mann, dessen „Job“ es wäre, im Streit der Religionen  um die Vorherschaft seine Sache so gut an den Mann zu bringen, dass seine „Mitbewerber“ in Europa chancenlos bleiben). Wird wenig beachtet – und ohne die „Zeit“ wüssten wir wahrscheinlich gar nichts davon (siehe Zeit):

Die führenden Volkswirtschaften in der Welt sanierten ihre Bilanzen mit der Produktion und dem Verkauf von Waffen. Sie opferten den Menschen dem Idol des Geldes. „Wenn man Fotos von unterernährten Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt sieht, kratzt man sich am Kopf. Das versteht man nicht“, sagte der Papst. „Das Wirtschaftssystem sollte im Dienst des Menschen stehen. Aber wir haben das Geld in den Mittelpunkt gerückt, das Geld als Gott.“

Demokraten müssten den Islam innerhalb ihrer Reihen dulden, sofern er mit seiner eigenen Gesetzgebung nicht die Gesetzgebung der Demokratie überschreiben möchte. Köpfe abschlagen, Hände abhacken, Frauen verkaufen – geht hier nicht, egal, im Namen welcher Religion man solche Gräuel begehen möchte. Genauso muss man dulden, dass es Menschen gibt, die auf die mediale Darstellung des Moslems (schlägt Köpfe ab, hackt Hände ab, verkauft Frauen) mit großer Abneigung und Angst reagiert – obwohl die meisten Teilnehmer von Pegida in Dresden nie einen Moslem gesehen haben, noch mit einem gesprochen hätten.

Für wen wird also der Islam gefährlich? Oder Pegida?

Für unsere neue, eigentliche, wirkliche, wirksame und täglich praktizierte Religion – so oder so. Verteidiger eines christlichen Abendlandes (vermute, die wenigsten haben eine Ahnung davon, dass dies hemmungslose Sozialromantik bedeutet -und die Verdreifachung des Hartz IV-Regelsatzes) stören den neuen, verführerischen, allmächtigen Gott genauso wie JEDE Form ernsthafter Religiösität … und hier müssen sich gerade die Kirchen den Vorwurf gefallen lassen, dass sie im Staatsauftrag vor allem dies bewirken: jede Ernsthaftigkeit von Religion in ihren eigenen Reihen zu bekämpfen.

Warum diese Sicht wahrhaftiger sein soll als jene, die von der Religion des Geldes verbreitet wird?

Nun – sehen Sie irgendeine Form von breiten Widerstand gegen die Bombadierung von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern durch die „westliche Allianz“ im Ausland? Macht da ein Dom die Lichter für aus?

Nur da, wo der eigene Geld-Gott ernsthaft angegriffen wird, regt sich enormer Widerstand. Darf ich daran erinnern, wer diese Religion öffentlich predigt? (siehe FAZ):

Der Vorstandschef der Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hat ein ganz eigenes Bild von Gott. Riesige Bonuszahlungen und große Profite in der Krise – für die Gesellschaft sei das alles unproblematisch, sagte er. Und die Banker, vor allem die von Goldman, würden in Wahrheit Göttliches tun.

Wir haben jetzt einen großen Bogen gespannt – von Anarchisten der sechziger Jahre bis zu einem Anschlag in Frankreich auf die Erben jener Anarchisten im Jahre 2015. Das verlangt viel ab. Und ich muss den Bogen noch ein wenig weiter spannen, um jenes Bild zeichnen zu können, in dem wir uns aktuell bewegen. Ein Beitrag im „Zeit“-Blog aus dem Jahre 2010 liefert hier ein Puzzle-Stück, dass einen unheimlichen Ausblick bietet (siehe Zeit):

Die renommierte “Washington Post” zitierte unlängst den Boss des amerikanischen Geheimdienstes CIA, Hayden, mit den Worten, dass Deutschland spätestens im Jahre 2020 nicht mehr regierbar sei. Der Werteverfall, die Islamisierung, die Massenarbeitslosigkeit und der fehlende Integrationswille einiger Zuwanderer, die sich “rechtsfreie ethnisch weitgehend homogene Räume” selbst mit Waffengewalt erkämpfen würden, sowie viele andere deutsche Probleme werden sich nach dieser Studie in einem Bürgerkrieg entladen.

Der Autor erwähnt eine Kleinigkeit am Rande, die 2015 (nach dem „Fuck the EU“ einer US-Repräsentantin im Rahmen des Konfliktes in der Ukraine) eigentlich Allgemeinwissen sein sollte:

Vor all diesen Hintergründen dürfen wir natürlich nicht vergessen, dass es auch in den USA ein breites Klientel dafür gibt, das sich eigentlich gegen ein zu starkes Europa gewandt hat, ohne es laut auszusprechen. Speziell für dieses Klientel kommt die Uneinigkeit Europas und das Setzen nationaler Prioritäten der europäischen Staaten gerade recht, während sich die Europäische Union dadurch selbst ausbremst und gefährdet.

Worte, bei denen man sich fragt, ob es 2015 überhaupt noch erlaubt ist, sie laut auszusprechen. Wissen Sie eigentlich, welche Konzerne am meisten für Lobbyarbeit in Brüssel ausgeben? Drei US-Konzerne: Microsoft, Phillip Morris und Exxon Mobile (siehe Lobbycontrol) – ohne das sich irgendjemand darüber aufregt, dass Nicht-Eu-Firmen massiv in die Gestaltung der Politik der EU eingreifen – geschweige denn, dass jemand als Protest dagegen den Dom in Köln verdunkelt.

Verstehen Sie nun, warum ein Jan Fleischhauer der Meinung ist, dass echte Religiösität (bzw. die faktische und theoretische Nichtanerkennung des Geld-Gottes) uns am meisten beunruhigt?

Und verstehen Sie jetzt, was die aktuellen „False-Flag“-Beschwörer motiviert, besonders gründlich hinzuschauen?

Die können sich halt noch daran erinnern, dass alle deutschen Medien in breiter Front die „Iraker klauen Babys aus kuweitischen Brutkästen“-Geschichte verteilt  haben – ebenso wie die Geschichte über die Massenvernichtungswaffen im Irak. Sie erinnern sich daran, dass die Hauptfinanziers des „Islamischen Staates“ die Freunde der US-Konzerne und der US-Oberschicht sind, ebenso erinnern sie sich daran, dass die „Taliban“ einst als Waffe der CIA gegen sowjetische Truppen in Afghanistan gefördert wurden.

Ist es vor diesem Bild wirklich verwunderlich, dass man skeptisch auf neue, „amtliche“ Versionen eines grauenvollen Attentats reagiert, das vor allem eins bewirken wird: die Kluft in Europa zu vergrößern. Pegida kann nun mit ungeahntem Auftrieb rechnen, „der Islam“ hat bewiesen, wie abgrundtief boshaft er ist – dank eines vergessenen Personalausweises.

Was jetzt zu tun ist, fragen Sie?

Aufgeben – wäre eine Alternative.

Die Zahl der lebendigen Demokraten scheint immer weiter abzunehmen, die Zahl der Idioten steigt an.

Auch wenn es jetzt „Pediga“-freundliche Leser stört: in einer Demokratie darf sich NIEMAND gegen die Ausübung einer Religion wenden, noch sollte sich der Staat in den Wettstreit der Religionen einmischen. Wir demonstrieren auch nicht für „Omo“ gegen „Dash“ (falls es diese Waschmittel meiner Jugend heute überhaupt noch gibt).

Auch wenn es „Pegida“-feindliche Leser stört: in einer Demokratie darf NIEMAND an der Äußerung seiner Ängste gehindert werden – auch dann nicht, wenn Linke ihn für rechts halten.

Und was ist jetzt mit Charlie Hebdo?

Es ist vollkommen unwesentlich, ob wir es hier mit einem Terrorkommando (arabischer?) Söldner des CIA zu tun haben oder mit frustrierten Jugendlichen, die – wie z.B. beim Massaker in Erfurt – ihren Frust mit Waffengewalt an ihrer Umwelt auslassen, dieser Anschlag trifft – viel besser, als es viele andere Ziele könnten – ins Herz des freien, aufgeklärten, intelligenten europäischen Menschen.

Für uns als Demokraten ist es wichtig, sich 2015 nicht davon abbringen zu lassen, Grundwerte der Demokratie zu verteidigen: das Recht auf Meinungsfreiheit – und das GLEICHWERTIGE Recht auf Religionsfreiheit.

Wir riskieren allerdings, dann zwischen alle Fronten zu geraten – weil die Macht des neuen Gottes schier unendlich ist. Wir sollten uns aber zuerst klar darüber werden, wo überall Fronten aufgebaut werden, die vor allem eins gemeinsam haben: die völlige Vernichtung der Demokratie, die Zersplitterung der Bevölkerung in kleine, kontrollierbare, sich ständig gegenseitig auch mit tödlicher Gewalt bekämpfende Teile.

Der Kampf, den Demokraten (und Menschenfreunde aller Art) 2015 zu kämpfen haben, wird jedoch nicht einfach sein: nichts anders als ein Gott ist unser Feind, ein neuer Herr der Welt, der alle Menschlichkeit zugunsten der Rendite vernichtet. Wie sehr er im Vormarsch ist, sieht man daran, dass zur Verkündigung von Hartz IV kein Dom das Licht gelöscht hat – obwohl es ein heftiger Schlag gegen zentrale Werte des christlichen Abendlandes war, ein harter Streich gegen … nie Nächstenliebe, die uns eigentlich so auszeichnen sollte und die nebenbei auch ein passender Wert für eine lebendige Demokratie wäre.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/charlie-hebdo-in-paris-nachruf-auf-die-getoeteten-karikaturisten-a-1011827.html

PS 1: den oben im Zitat erwähnten Artikel in der Washington Post habe ich nicht finden können, möglicherweise war jener hier gemeint:

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/04/30/AR2008043003258.html?nav=rss_world

PS 2: lesenwert der Spiegel-Artikel über die ermordeten, „links-liberalen“ Zeichner – er zeigt, wie viele Feinde die sich noch gemacht haben:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/charlie-hebdo-in-paris-nachruf-auf-die-getoeteten-karikaturisten-a-1011827.html

PS 3: zwei Videos, die ich benutzt habe, um mir mein Bild vom Tathergang zu machen – die Leute wirken auf mich nicht wie untrainierte Jugendliche, erst recht ihre sich gegenseitig absichernde Teamarbeit verblüfft mich. Vielleicht – irre ich aber hier.

 

 

 

Unbequeme Fragen zum Islamischen Staat … und dem Antiislamismus

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Mittwoch, 10.12.2014, Eifel. Es ist ja viel los dieser Tage. Viele Wissen schon gar nicht mehr, wofür oder wogegen man jetzt sein soll. Zum Beispiel den „Putin“ – ein Wort, dass in der deutschen Presse etwa so geringschätzig gebraucht wird, wie Charlie Chaplin in seinem Film der großen Diktatur den Begriff „die Dschuden“ (so habe ich das gebrüllte Genuschel verstanden) gebraucht: als Synonym für das wirklich absolut Allerletzte. Ist der Putin nun gut, weil er versucht, dass Beste aus seinem Land zu machen, dass unter Jelzin fasst zerbrochen wäre – und unter der Diktatur der Oligarchie fast ausverkauft worden wäre? Ist es nicht gerecht, wenn er sich langsam gegen die ständigen Brüche der Zusagen der Nato wehrt, nicht täglich weiter mit ihrem gigantischen Militärbündnis an die Grenze Russlands vorzurücken, weil die Bürger – aus langer geschichtlicher Tradition, die schon mit den Wikingern anfing (den „Rus“) –  langsam die Nase voll davon haben, immer als „Lebensraum im Osten“ für jedwede Okkupanten herzuhalten? Oder ist er der neue Hitler, der sich voller Wahn gegen eine Milliarde Natobürger stellt und lieber heute als morgen mit seinen 140 Millionen Bürgern gegen Paris marschieren möchte – ein landhungriger Diktator, den man sofort wie einen räudigen Hund erschießen sollte … so jedenfalls empfinde ich die Zielrichtung vieler Kommentatoren in den Medien. Manche von ihnen haben ihm ja sogar schon den Tod gewünscht, habe ich gehört (siehe Schweizmagazin).

Es ist ja aber nicht nur der Putin, der die westlichen Medien stört. Da gibt es noch etwas anderes, mindestens genauso gefährlich, genauso abscheulich, genauso widerlich: den ISLAM. Ich persönlich kann mich noch an Debatten mit Auslegern des Nostradamus erinnern, die mich Anfang 2000 vor der großen Gefahr des Islam gewarnt haben, der Europa überrennen würde. Nun – ich war ein wenig amüsiert: die damalige Speerspitze des Islam hatte weniger Soldaten als die italienische Polizei Polizisten – mal abgesehen davon, dass Italien allein ein Millionenheer aufstellen könnte, um Nordafrika – wie schon einmal – zu überrennen …. mal ganz abgesehen davon, dass die Prophezeiungen des Nostradamus hauptsächlich durch die Virtuosität seiner Ausleger lebendig bleiben.

15 Jahre später schaue ich verdutzt: überall in Deutschland finden Demonstrationen gegen die „Islamisierung Europas“ statt, die alten Feinde Israel und Iran bomben gemeinsam engagierte Gläubige in Grund und Boden, weil die einen eigenen Staat haben wollen, in dem Gerechtigkeit herrscht (ja – dafür marschieren die, wie alle Soldaten immer und überall: für das Gute, für die „Gerechtigkeit“. Die ist nur für jeden anders), für die USA ist sogar schon seit längerem der Kampf der Kulturen ausgebrochen, 1993 ausgerufen (damals waren viele überrascht: wie sollte man denn gegen eine Religion Krieg führen – und warum überhaupt?) ist er (welch´ Überraschung!) 2014 weltweite Realität: Irak, Afghanistan, Libyen, Jemen, Ägypten, Tunesien, Türkei, New York – überall tobt der Kampf gegen die wie aus dem Nichts aufgetauchten Muslime, die man dereinst wegen ihrer Passivität, Friedfertigkeit und Leistungsfremdheit verachtet hatte.

Ja – die Debatte haben alle jetzt schon vergessen, oder? In meiner Jugend noch wurde der Moslem in Deutschland verspottet, weil er dauernd am Beten war. Der kam gar nicht dazu, Fernsehen zu schauen, nahm keine Drogen, schaute keine Pornos, ging nicht ins Bordell, fuhr keine Luxusautos: der war ganz „unzivilisiert“, gerade gut genug für einfache Tätigkeiten, für die sich der deutsche Herrenmensch zu fein war. Was wurde damals das Christentum gelobt, die „überlegene“ Religion, die dem Westen überhaupt erst die Kraft gegeben hatte, so richtig mächtig zu werden: das war in den siebziger Jahren noch Inhalt des Religionsunterricht.

Wie konnte es nun geschehen, dass diese Religion – als wäre sie ein „Putin“ – zum Feind der Menschheit wurde?

Nun – die erste Erklärung ist ganz einfach: weil ein US-Wissenschaftler und Berater des Außenministerium 1993 den Islam als Feindbild entwickelt hatte – neben China wurde der als DER Feind der Zukunft dagestellt: für den militärisch-industriellen Komplex der USA mit seinen Millionen Arbeitsplätzen und unzähligen Bereicherungsmöglichkeiten für Abzocker jeglicher Art ein Segen. Die hatten nämlich schon Angst, dass ihr Business nach dem Ende des Kalten Krieges den Bach ´runtergehen würde: Waffenindustrien können in Friedenszeiten nicht wirklich reich werden.

Nun brauche ich – glaube ich – nicht näher erläutern, warum der Islam zu fürchten ist. Der entführt Menschen und köpft sie, verhüllt Frauen bis zur Unkenntlichkeit, schlägt Dieben die Hand ab und fällt in Form von motorisierten Horden über die zivilisierten Länder her – so jedenfalls die Darstellung in den Medien. Die alte Darstellung vom lebensuntüchtigen weltfremden Konsummuffel ist gänzlich verschwunden, die braucht niemand mehr.

Nun – in Deutschland tritt der Islam nicht so auf, aber hier konnte man auch schon mal erfolgreich die Geschichten verkaufen, dass „der Jude“ kleine Kinder entführt um aus ihrem Körperfett irgendwelche Salben zu brauen – die Methode der Entmenschlichung des politischen Gegners ist überall gleich.

Moment? Politischer Gegner?

Der Islam ist kein Staat, noch eine Partei – wie kann er politischer Gegner sein?

Das … wollen wir gar nicht wissen. Das sollen wir auch gar nicht fragen.

Und überhaupt: war nicht Religionsfreiheit ein ganz fundamentaler Grundsatz eines demokratischen Gemeinwesens? Wie kann es dann sein, dass wir anfangen, über „gute“ und „schlechte“ Religionen zu urteilen? Ist uns nicht bekannt, dass das Christentum auch sehr böse ist (alles voller Kinderschänder) ebenso wie das Judentum (alles voller Anlagebetrüger)? Nun – Judentum in Deutschland wurde mit „robustem Mandat“ entsorgt, obwohl es im Alltag feine, friedliche Menschen waren, deren Gott das Töten verbot: deshalb waren sie auch so friedlich, als sie ins Gas getrieben wurden. Christentum war sogar noch ein Pfund friedlicher, ist aber im Westen – mal abgesehen von seiner steuerfinanzierten Macht als Arbeitgeber – nahezu völlig in Bedeutungslosigkeit versunken. Gelegentlich hört man sich anstandshalber nochmal den Papst an (der erstaunlich weise und kritische Worte von sich gibt), aber sonst hat man die Religion großflächig abgeschafft.

Ist es eigentlich ein Geheimnis, warum die jungen Menschen – auch in Deutschland – zum Islam strömen?

Nein. In den Sphären der Wissenschaft weiß man, wo der Reiz der Religion liegt (siehe Frankfurter Rundschau):

Die Wissenschaftlerin sieht bei den mehrheitlich jungen Akteuren eine Bewegung, deren Größe sich dem Mangel an jugendkulturellen Beschäftigungsmöglichkeiten verdankt und dem Bedürfnis nach Kritik an den ungerechten Verhältnissen.

Wir hören hier erstaunliche Erkenntnisse, die leider in der politischen und medialen Beurteilung des Islam keine Rolle spielen:

„Ich finde, dass die jungen Salafisten in vielerlei Hinsicht Gemeinsamkeiten mit dem Punk haben, auch wenn das wohl beide Seiten nicht gerne hören“, sagt die Ethnologen. Beiden Gruppen gehe es um Provokation, um den Ausdruck persönlicher Kränkung und Enttäuschung. „Auch die Punks fühlen sich nicht korrumpierbar, haben ihren kapitalistischen Feind und bieten ein neues Lebensmodell an.“

Huch!

Der Islam als … weltweite antikapitalistische Bewegung? Hatten wir nicht auf mal jemanden, der meinte, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, ehe ein Reicher ins Himmelreich eingeht? Hatten wir nicht auch mal Menschen geachtet, die das Gelöbnis der ewigen Armut abgaben, um sich … „höheren Dingen“ zuzuwenden? Ist das so fremd?

Der Islam selbst – also: seine Theologen und geistigen Führer in Europa – verurteilen die Abscheulichkeiten der Bewegung „Islamischer Staat“ aufs Schärfste (siehe Goetheuniversität) und erlassen eine Fatwa (also: ein theologisches Urteil) gegen diese motorisierten Banden (siehe: sundaytimes). Wird in den meinungsführenden Medien des Westens kaum thematisiert – oder?

Wer bezahlt diese Bewegung eigentlich?

Nun – ursprünglich … Saudi-Arabien, Kuweit und Katar. Oder auch: Reiche. Meint jedenfalls die Tagesschau:

Die IS-Terroristen versorgen sich aus US-Militärbeständen, die die Amerikaner bei ihrem Abzug im Irak beließen. Sie kaufen auf dem Graumarkt weitere Waffen und Munition durch Gelder, die sie vor allem von reichen Golf-Arabern beziehen. In den sunnitischen Ländern gibt es etliche religiöse Stiftungen. Über diese Stiftungen fließen die Mittel direkt an die IS-Rebellen. Es gibt Reiche Golf-Araber – vor allem aus Saudi-Arabien, in geringerem Umfang auch aus Katar und Kuwait – die die Dschihad-Kämpfer bewundern. (Rechtschreibfehler habe ich einfach mal mit zitiert, um zu zeigen, dass bezahlte Medien da nicht besser sind als nicht bezahlte).

Finden wir eigentlich mal die Meldung in den Medien, dass die Golfstaaten den Terror finanzieren – jene Staaten, aus denen die meisten Attentäter des Anschlages vom 11.9.2001 stammten? Ja – die meisten stammten nach offiziellen Angaben aus Saudi-Arabien, weshalb logischerweise in Afghanistan einmarschiert wurde….

Demonstriert jemand gegen „Reiche“? Fordert die Abschaffung spritfressender Sport- und Geländewagen in Deutschland, mit deren Verbrauch der islamische Staat finanziert wird? Oder gibt es Demonstrationen gegen das Terrorregime in Saudi-Arabien (dessen diktatorische Herrscher beste Beziehungen zu den Oligarchen in den USA haben? Warum fragt keiner, wieso ein so straff geführtes Land wie Saudi-Arabien (die hacken dort auch Köpfe ab – ganz legal, offiziell, öffentlich und in zunehmendem Maße, siehe FAZ) seine Milliardäre nicht im Griff hat, die Terror in der islamischen Welt finanzieren – anstatt Gelder in soziale Projekte anständiger Moslems fließen zu lassen, von denen es unglaublich viele gibt? Wieso ist das Köpfen von Seiten der Bewegung IS eigentlich so viel schlimmer als des Köpfen von Menschen in jenen Ländern, die die IS finanzieren?

Wieso beschwert sich eigentlich niemand darüber, dass die USA Unmengen an Kriegsgerät im Irak liegen gelassen haben, dass nun Terrorbrigaden zu Ruhm verhilft? Wäre es vielleicht weise gewesen, den ungläubigen Saddam Hussein dort einfach weiter regieren zu lassen, als die ganze Region mit enormen Geldern von amerikanischen Steuerzahlen vollständig zu destabilisieren? Wäre es nicht interessant, mal zu erfahren, welche Spender in Saudi-Arabien genau die IS finanziert haben – und wie sie mit der Familie Bush aus den USA verknüpft sind?

Fragen über Fragen – auf die wir keine Antworten bekommen werden – obwohl sie unseren Herrschern vorliegen, siehe Zeit:

In der Tat, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union wissen seit Langem, dass die gekrönten Häupter von Kuwait, Qatar, den Emiraten und Saudi-Arabien alle Augen zudrücken, wenn superreiche Privatleute, salafistische Stiftungen und Moscheevereine sunnitische Gotteskrieger finanzieren

EU und USA wissen das … und drücken ebenfalls die Augen zu. Wieso eigentlich? Die Fakten sind erschreckend:

„Saudi-Arabien bleibt ein entscheidender Geldgeber von Al-Kaida, den Taliban und anderen Terrorgruppen“, urteilte laut Wikileaks bereits 2009 die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton. 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001 stammten aus dem Königreich, mittlerweile sind nach Schätzungen diverser Geheimdienste 3.000 bis 4.000 junge Saudis in Syrien auf heiligem Kriegspfad, die meisten in den Reihen der schwarzen Kommandos des Islamischen Staates (IS).

Die bauen sich da eine private Waffen-SS auf, die mit gleicher Brutalität vorgeht wie bei Fanatikern dieser Art üblich – und niemand protestiert gegen Saudi-Arabien? Oder bombadiert es? Jenes Land, das vor kurzem noch Frauen auspeitschen lies (150 Hiebe), wenn man sie beim Autofahren erwischte? (siehe Focus).

Nun – verbucht wird das jetzt alles unter der Parole „Kampf gegen den Islam“.

Wie wäre es eigentlich, wenn man den Kampf gegen den Islam … den anderen Religionen überließe? Ganz im Sinne der freien Marktwirtschaft? Wir haben hier eigene Anbieter auf diesem Gebiet  – in zwei Geschmacksrichtungen: Protestanten und Katholiken. Es wäre primär deren Aufgabe, um die Seelen ihrer Schäfchen zu ringen … und nicht Aufgabe des Staates oder selbsternannter Bürgerwehren, hier zur Tat zu schreiten, weil ihnen die Religion des Mitmenschen gerade nicht in den Kram passt und man seine Ausländerfeindlichkeit so gut auf eine Zielgruppe lenken kann.

Merken Sie, dass man – wie bei Putin – immer verwirrter werden kann, wenn man nicht einfach nur kopflos der neuesten Sau hinterher rennt, die hier durchs Dorf getrieben wird?

Unterm Strich bauen sich dort die Freunde von US-Präsidenten mit US-Waffen einen privaten Staat, um das Recht Saudi-Arabiens aufs Köpfen unbequemer Mitmenschen oder das Recht auf Sklavenhaltung in Katar (siehe Welt)  auch auf die Herrschaftsgebiete ehedem sozialistisch orientierter Staaten auszuweiten. Ja – Syrien und der Irak galten lange Zeit als enge Freunde des Warschauer Paktes, dessen Netzwerk seit dem Ende des Kalten Krieges konsequent weiter ausgerottet wird, um die Idee einer durch die Macht des Staates garantierten sozialen Gerechtigkeit ein für alle Mal völlig auszumerzen.

Ja – vergessen wir oft, oder? Ursprünglich waren die Sozialisten angetreten, die Ungerechtigkeit, die Folter, die Armut und die Unterdrückung der Menschheit durch die … nennen wir sie mal – Oligarchen … ein für alle mal zu beenden. Die Oligarchen jedoch haben – nach ersten Rückschlägen – wieder die Oberhand gewonnen.

Wieso finanzieren sie die IS, dulden sie, rüsten sie mit Waffen aus?

Nun – es war schon für die CIA (die sich durch aktuelle Entlarvungen über Folter mal wieder selbst als Terrororganisation jenseits aller Menschenrechte dargestellt hat, als unkontrollierbarer „Staat im Staate“ – siehe Spiegel. Angesichts der gelebten Moral dieser Behörde sollte man sich zurecht fragen, was die eigentlich sonst noch alles so verbrechen) immer nützlich, islamische Attentäterkommandos zu haben, die gegen „die Russen“ kämpften .. wie zum Beispiel Osama Bin Laden in Afghanistan. Ist in etwa so, als hätte man eine internationale SA, die immer dort zuschlägt – präzise, brutal und unaufhaltsam – wo man gerade Gegner vermutet. Und stattet man sie über arabische Freunde mit islamischen Fähnchen aus, zerstört man die Religion an ihrer Basis, was dazu führt, dass in Deutschland traditionelle unchristliche Amerikahasser auf einmal antiislamische Demonstrationen zur großen Verunsicherung von Politik und Justiz durchführen.

Verrückte Welt, oder?

Wobei die Motive der antiislamischen Demonstranten ähnlich sind wie die ihrer „muslimischen“ Feinde: man will soziale Gerechtigkeit (siehe Jan Fleischauer im Spiegel über die Motivation von „Pegida“)

Darf ich jetzt noch fragen, mit welchem Geld diese Demonstrationen in Deutschland organisiert werden? Wer da die Schläger des Westens zu schwarzen Kommandos umbaut … die ihren orientalischen Gesinnungsgenossen in der Tat auch im Outfit ähneln?

Nein – das wird zu unbequem. Wie immer, wenn wir die „die-Welt-ist-ein-lustiger-Ponyhof“-Version der Realitätsvorstellungen unserer Regierungs- und Konzernsprecher hinter uns lassen, droht uns hier eine Anklage wegen Verdacht auf Formulierung einer Verschwörungstheorie.

Oder ist das immer noch straffrei? Echt?

 

 

 

 

 

 

 

11.9.2001 – wie nine-eleven die Welt veränderte … und wie wir darauf reagieren könnten

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Donnerstag, 11.9.2014, Eifel. Können Sie sich heute noch an den 11.9.2001 erinnern – den ersten Tag der neuen Zeitrechnung? Also: ich kanns. Vormittags hatte ich während einer Geschäftsreise eine kurze Pause bei meiner Mutter gemacht. Während des gemütlichen Kaffeetrinkens kam ein Anruf ihrer Freundin: in Amerika würden überall Flugzeuge vom Himmel fallen und in Häuser stürzen.

Nun – ihre Freundin war auch schon etwas älter … also schalteten wir den Fernseher ein. In der Tat – ein paar Flugzeuge waren in Häuser gestürzt. Die Türme standen noch.

Ich hatte nicht viel Zeit, die Show zu genießen, mußte weiter nach Münster zur Messe und nach dem Rechten schauen.

Auf der Messe gab es etwas abseits einen großen Bildschirm an der Wand – hier liefen nur Nachrichten über die Ereignisse in New York. Es interessierten sich nicht viele dafür – das war aber normal. Immerhin war es Pharmaindustrie, die sich dort traf – Abteilung Medizintechnik – da interessiert man sich nicht für Menschen, sondern für Profit. Da nine-eleven nicht profitträchtig war, waren andere Geschäfte wichtiger.

An unserem Stand war nicht viel los, wir waren überbesetzt – das erlaubte mir, ab und zu einen Blick auf die Tafel zu werfen. Mir kam sofort der Gedanke, dass ab heute nichts mehr so sein würde, wie zuvor … einen Satz, den ich danach dutzendfach vernommen hatte. Alle hatten Recht damit: der Tag veränderte das Leben der Menschheit auf dem ganzen Planeten … wird nur selten drüber nachgedacht.

Gut – mit dem Denken hat es der Deutsche nicht so. Gehorsam, Disziplin, Nibelungentreue – das sind so seine Domänen. Frauenverachtung, Menschenjagd und Mobbing sollen auch gerne praktiziert werden. Kein Wunder, dass das Thema nine-eleven bei uns so langsam in Vergessenheit gerät, mehr berührt uns die Frage, wie „Wetten Das“ weitergeht: TV-Formate bestimmen für uns schon längst die Definition von „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“.

Dabei sind die Folgen von nine-eleven überall in Deutschland zu spüren.

Ein Beispiel?

Gern.

Der Bundespräsident Johannes Rau hatte am 11.9.2001 in Helsinki eine Rede gehalten, die sich direkt auf die Anschläge bezog: offenbar konnte er gut improvisieren. Seine Worte zeigen noch auf, wie außerordentlich weise und friedensorientiert dieses Land noch 2001 war. Lauschen wir seinen Worten ein wenig (siehe Bundespräsident):

Die Nachricht, die uns diese Leidensgesänge vermitteln wollen, ist älter als das Mittelalter und älter als unser Leben. Diese Nachricht heißt: Hass zerstört die Welt und Hass vernichtet Menschen. Darum geht es überall, in Finnland und in Deutschland, in Europa und in Amerika, im Nahen Osten und im fernen Asien: Dem Hass zu widerstehen und der Nächstenliebe Raum zu schaffen. Wer nicht hasst, sagt auch Nein zur Gewalt. Wer Nein zu Gewalt sagt, macht das Leben unserer Kinder erst möglich.

Das klingt weise, oder? Perfekt angemessen für einen weisen Bundespräsidenten, den Repräsentanten einer friedlichen, demokratischen Republik.

Wollen Sie wirklich wissen, was der heutige Bundespräsident so von sich gibt? Die Süddeutsche beschreibt seine Position kurz und knapp (siehe Süddeutsche):

Deutschland habe jahrzehntelang die gebotene Zurückhaltung gezeigt. Dies müsse sich ändern, meint Bundespräsident Gauck. Es solle mehr zur Lösung internationaler Konflikte beitragen – notfalls mit Kampfeinsätzen der Bundeswehr.

Auch in der aktuellen, brandgefährlichen Krise um die Zustände in der Ukraine gießt der Ost-Pfarrer gerne „Öl ins Feuer“ (siehe Süddeutsche): aus dem Friedensamt ist ein Kriegsamt geworden, das gerne die militärische Führung im Land übernimmt.

Welch ein Unterschied zu dem Demokraten aus dem alten Westen! Ich weiß natürlich nicht, ob der Unterschied nur aus der sozialistischen Sozialisation entstanden ist – oder nur aus Befolgung der Direktiven jener Akteure, die für die Möglichkeit, dass ein Gauck Präsident der Bundesrepublik Deutschland wird, hauptsächlich Verantwortung tragen, in dem sie Großdeutschland überhaupt erst wieder möglich gemacht haben.

Johannes Rau rief zum Kampf gegen den Hass auf – zum Kampf für Nächstenliebe. Das wäre ein Kampf für wahre Helden. Wir haben uns für etwas anderes entschieden: für den Weg der Feiglinge. Wir sagen JA zur Gewalt … und zerstören so das Leben unsere eigenen Kinder.

Seitdem ist einiges möglich geworden: wir überfallen andere Länder. „Wir“ – das ist auch die Bundeswehr, die in Afghanistan mit dabei war. Die Lüge hat Einzug gehalten in die Politik – sogar die große Lüge, die Lüge der Diktatoren und Wahnsinnigen, die unter Vortäuschung falscher Tatsachen andere Länder überfallen – früher hätte man so etwas nur einem Hitler zugetraut, heute erleben wir dassselbe bei großen Demokratien.

Hass zerstört die Welt – Hass vernichtet Menschen.

Unter dem Stichwort „Guantanamo“ haben wir erleben dürfen, wie eine demokratische Nation bewusst und absichtlich – also voll verantwortlich für das, was da geschieht – einen rechtsfreien Raum schafft, um Folter an wilkürlich festgesetzten Menschen wieder möglich zu machen: eine Terrorherrschaft der besonderen Form hat sich vor unseren Augen etabliert, weltweit sind Häscherkommandos im Einsatz, um Futter für das rechtsfreie Lager auf Kuba zu finden – und niemand stört sich daran, noch fragt man sich: was ist eigentlich in die Amerikaner gefahren?

Nun – was in die Amerikaner gefahren ist, ist das gleiche, was in die Deutschen gefahren ist: die Angst vor Hass. Neue Gesetze haben den Hass in den USA erlebbar gemacht – sogar ein neuer Sport hat sich entwickelt: „swatting“ hetzt harmlosen Zeitgenossen paramilitärische Einsatzkommandos auf den Hals – aus Spaß (siehe Spiegel).

Ja – nine-eleven war für Bin-Laden ein voller Erfolg: er hat die USA in einen Polizeistaat verwandelt. Merken Sie, dass wir uns für diese Sichtweise überhaupt nicht mit „Verschwörungstheorien“ auseinandersetzen müssen? Nine-eleven hat der großen Demokratie USA einen Todesstoß versetzt: schlimmer als durch die eigene Regierung wurden noch nie die Bürgerrechte eingeschränkt, der „Patriot Act“ gab FBI und CIA weitreichend Befugnisse … bezüglich Abhörmaßnahmen, Konteneinsicht und Einsatzgebieten (siehe Wikipedia).

Wer wurde da wirklich Feind der Bürger? Wer sähte den Hass im eigenen Land?

Und wie geht es den Bürgern sonst so – in einer Kriegswirtschaft? Ihre Leiden steigern sich in ungeahntem Ausmaß, aber Dank der Allgegenwart der Sicherheitsbehörden behält man die Kontrolle über die Massen, die man zur Not ohne Gerichtsbeschluss verhaften kann. Kommen Sie doch mal mit, begleiten Sie mich bei einem Besuch im US-Landwirtschaftsministerium, das für die Lebensmittelmarken zuständig ist (siehe usda.gov): 2001 wurden 17 Millionen Lebensmittelmarken ausgegeben, um das Verhungern der Ärmsten zu verhindern. 2013 sind es bereits 47 Millionen … ein Anstieg von über 275 Prozent!

Sehen so Sieger aus?

Und sonst? Wie siehts sonst auf der Welt aus?

Lauschen wir dazu Stefan Kuzmany, der heute ein paar Worte zum Jahrestag von nine-eleven im Spiegel veröffentlicht hat (siehe Spiegel):

Die alte Angst lauert wieder in den Nachrichten aus aller Welt, an einem Tag wie heute kann man sich um viele Jahre zurückgeworfen fühlen. Der Nahostkonflikt scheint unlösbarer, der islamistische Terror bedrohlicher denn je, und man kann schon froh sein um jede Stunde, in der im Osten der Ukraine niemand er- oder abgeschossen wird. Dafür entsteht dort gerade ein neuer Eiserner Vorhang, und bildmächtig präsentiert die Bundeswehr deutsche Kampfjets in Lettland, eine Alarmrotte zum Einsatz gegen eindringende russische Flieger. Vor zwanzig Jahren schloss die Nato eine „Partnerschaft für den Frieden“ mit Russland, von der ist längst keine Rede mehr, im Gegenteil: Die Jahre der Annäherung scheinen wie weggewischt, im Radio läuft wieder „Land of Confusion“ und im Baltikum spielen sie „Top Gun“.

Wie es aussieht, hat der „Kampf gegen den Terror“ den Terror richtig stark und die USA richtig schwach gemacht … jedenfalls ihre Bürger, die jederzeit mit Hungersnöten und SWAT-Terror rechnen dürfen.

Partnerschaft für den Frieden? Nur noch interessant für „Sozialromantiker“ und „Putinisten“ – neue Schimpfwörter aus der verbalen Waffenkammer der Apostel des Hasses, die – wenn wir Johannes Rau da mal folgen wollen – die Welt zerstören, die Menschheit vernichten und das Leben unserer Kinder unmöglich machen.

Neue politische Gestaltungsmöglichkeiten haben sich ergeben – und werden genutzt. In Zeiten einer großen Krise in der Ukraine macht man … gemeinsame Manöver mit einer Regierung, deren Legitimität angekratzt ist (siehe Spiegel): aus der Partnerschaft für den Frieden sind deutliche Signale einer Kameradschaft für den Krieg geworden. Aber noch schlimmer: der Triumph des Hasses über die Nächstenliebe gebiert täglich neue Ungeheuer – hören wir nochmal Herrn Kuzmany dazu:

Gerade hat der US-Präsident Barack Obama seine Nation und mithin die westliche Welt auf einen neuen Krieg gegen den Terror eingeschworen, diesmal muss der sogenannte „Islamische Staat“ vernichtet werden, eine entfesselte Horde, die mit ihrer Wucht und verrohten Grausamkeit selbst al-Qaida in den Schatten zu stellen scheint.

„Eine entfesselte Horde voller verrohter Grausamkeit“ … mit dieser mythischen Sprache sind wir jenseits der Menschlichkeit im Reich der Hobbits und Orks angekommen. Darf man fragen, welche Ungeheuer nach dem neuen „Krieg gegen den neuen Terror“ geboren werden?

Nein, darf man nicht. Eine weitere Folge von nine-eleven ist: der Bevölkerung ist es bei Strafe durch völlige soziale Ächtung verboten, Wahrheitstheorien über politische Abläufe zu bilden, den Auslegungen und Deutungen der politischen Wirklichkeit durch die jeweils jeglichem Lobbyismus offen zugänglichen Regierungsvertretern ist kritiklos Folge zu leisten.  Oder – einfacher gesagt: Verschwörungstheorien sind böse. Dabei sind Verschwörungstheorien von heute immer die Skandale von morgen und die lehrreichen Fundstücke der Geschichte von übermorgen. Aber: per Erlass des US-Präsidenten (bzw. durch seine mündliche Anordnung) ist jede Kritik an der Regierungsmeinung extrem unerwünscht … deshalb dürfen wir auch nicht weiter nachfragen, warum ein John McCain überall dort auftaucht, wo staatliche Strukturen destabilisiert werden, ebenso wenig werden wir uns über die Seidenstraßenstrategie der USA informieren (es sei denn, jemand googelt jetzt).

Alle halten sich an diesen öffentlichen Maulkorberlass, der Wahrheitsfindung zum Entschlussakt der Regierung werden läßt. Kein Wunder: den Regierungen in aller Welt gefällt so eine Haltung.

Wir brauchen aber auch keine Verschwörungstheorien, um unsere Schlussfolgerungen zu ziehen. Wer definitiv seit 13 Jahren die Welt mit Terror überzieht, ist die Regierung der USA. Das ist Fakt und wird auch nicht geleugnet. Den gleichen Terror erleben wir im Inneren der USA – er erreicht gerade wieder in Fergusson einen neuen Höhepunkt. Einmärsche in fremde Länder, gezielte Eskalationsstrategien, Einmischungen in innere Angelegenheiten, tausendfacher Drohnenmord: das geht alles ganz öffentlich vor sich, da ist nichts geheim, nichts verborgen. Ebensowenig bleibt irgendetwas den Spionen der NSA verborgen, das mussten wir bitter lernen.

Aber: nein, wir fragen auch nicht nach, warum die allmächtige NSA überhaupt nichts von den Absichten Bin Ladens erfahren hat.

Was wir machen – wir Deutschen – seit dem 11.9.2001? Wir haben verstanden!

Wir haben verstanden, dass Mächte des Hasses die Welt überfluten, Mächte, denen wir infolge gezielter Desinformation völlig hilflos gegenüber stehen … und deshalb verkriechen wir uns zu Hause in unsere vier Wände (siehe Spiegel):

In ihrer Freizeit verlassen die meisten Deutschen laut „Freizeit-Monitor“ das Haus lieber nicht. Fernsehen ist immer noch Lieblingsbeschäftigung, außer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Seit dem 11.9.2001 – und seit den daraus resultierenden Entwicklungen – haben die Deutschen verstanden, dass sie keine Chance haben zu verstehen, was auf einmal da draußen los ist, draußen, in der Welt jenseits ihrer Haustür, wo sogar schon Arbeitslose als Volksfeinde vogelfrei gestellt werden. Schauen Sie sich mal an, wie sich die Demonstrationskultur in Deutschland seit dem 11.9.2001 verändert hat: sie ist fast völlig erloschen. Wer sich trotzdem auf die Straße traut, muss damit rechnen, massiv persönlich angegriffen zu werden.

Noch ein Beispiel, wie der Hass seitdem die Welt regiert? Bitte, lesen Sie (siehe Zeit):

Deutsche Polizisten sind weit davon entfernt, wie ihre US-Kollegen mit gepanzerten Fahrzeugen und Granatwerfern auf Streife zu fahren. Doch die Haltung, mit der die Beamten den Bürgern gegenübertreten, ändert sich. Ein Polizist mit gezückter Dienstwaffe könnte bald ein gewohntes Bild werden.

„Was beim Friseur der Kamm ist, ist bei uns die Waffe“, sagt ein Berliner Polizeiausbilder. Er bringt den Polizisten in der Ausbildung und später beim Schießtraining bei, dass sie ihre Dienstwaffe früher ziehen sollen, erklärt er.

Noch ein paar Jahre, dann sind auch die mit Granatwerfern und Panzerwagen auf Streife. Keine Sorge – war früher in den USA auch undenkbar, allein die Kosten wären zu hoch gewesen …. erst recht aber die Gefahren für Unbeteiligte: die Achtung vor ihnen hätte den Einsatz unpräziser Granatwerfer undenkbar sein lassen.

Was wäre wohl gewesen, wenn wir – nur als Deutsche – 2001 wohl dem Herrn Rau gefolgt wären … und uns gegen den Hass entschieden hätten? Wir hätten die Gandhis der Welt werden können – anstatt die Söldner in einem verlorenen Anti-Terror-Kampf, der das amerikanische Volk in die Hungersnot trieb, das Ansehen der USA ins Bodenlose sinken läßt  und ständig neue Terrorungeheuer gebiert – eins schlimmer als das Andere.

So jedoch ist aus der Welt der Nächstenliebe eine Welt des Hasses geworden … und wir werden alle dafür einen hohen Preis bezahlen.

Das tun wir schon jetzt.

Die große Hoffnung für uns? Das es wirklich eine Hand voll Verschwörer waren, die die Welt ins Chaos stürzen wollte. Die kann man isolieren und verhaften und den alten Kurs des partnerschaftlichen Miteinanders fortsetzen, der Wirtschaft und Demokratie wachsen und gedeihen läßt. Wäre ein schwerer, blutiger Weg – aber gangbar.

Wenn wir Pech haben, ist es nur menschliche Dummheit, die unseren Weg diktiert – dann ist das Ende unabwendbar.

Es sei denn, wir kehren um und werden weise wie Johannes Rau, Mahatma Gandhi oder Christus persönlich. Letzterer hat – im Angesichts der Schrecken des römischen Imperiums – eine generelle Abkehr von der Kultur des Hasses empfohlen.

Leider auch vergeblich.

 

Krieg mit Russland – Deutschland voran!

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Dienstag, 4.8.2014. Eifel. Vor einhundert Jahren begann der erste Weltkrieg. Wann, weiß man nicht mehr so genau. Am 26. Juni geschah das Attentat in Sarajevo, am 26. Juli erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, am 1. August kam Deutschland hinzu. Eigentlich wollte keiner den Krieg. Er „passierte“ einfach so. Ist halt so mit Kriegen: man wacht morgens auf – und auf einmal ist Krieg. Jedenfalls erzählt man uns das gerne so, weil es einfach ist – und die Menschen lieben einfach Dinge. „Wer war Schuld – wer gehört bestraft – fertig!“ – so ist die eingeübte deutsche Denkweise. Man findet sie gut, bis man im Schützengraben liegt, angeschossen von den „Bestraften“, die ihre Schuld einfach nicht einsehen wollen – und auch nicht mögen, dass man auf sie schießt.

Voller Begeisterung sind die jungen Menschen damals in das bis dahin größte Massaker der Menschheitsgeschichte gezogen – wegen eines Terroranschlages in Serbien. Ein vergleichbarer Terroranschlag geschah in jüngster Zeit: der Abschuss der malaysischen Passagiermaschine verführte schon erste deutsche Politiker von deutschen Soldaten in der Ukraine zu träumen (siehe Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff in der Welt). Natürlich erstmal als Blauhelme – aber wenn die dann auch beschossen werden?

Bezeichnenderweise ist Vladimir Klitschko von der Münchener Sicherheitskonferenz mit einer entscheidenden Botschaft in die Ukraine zurückgekehrt (siehe FAZ):

Nach seiner Rückkehr aus München hat der ukrainische Oppositionsführer Vitali Klitschko die protestierenden Ukrainer zur Bildung von Bürgerwehren „in jedem Hof, in jedem Bezirk“ aufgerufen.

„Wollt ihr den totalen Krieg?“ – so könnte man das übersetzen. Man hätte ja auch mit friedlichen Botschaften aus der Sicherheitskonferenz kommen können – immerhin ist es eine Sicherheitskonferenz und kein Kriegsrat. Oder ist das jetzt die von dem in der Ukraine regierenden Milliardär Poroschenko geforderte westliche Hilfe (siehe N 24)? Übrigens herrscht dieser Milliardär jetzt ganz allein – die Regierung ist vor einiger Zeit zurückgetreten (siehe MDR) – ein Umstand, dem die deutschen Leitmedien kaum Aufmerksamkeit widmen. Wie herrscht eigentlich so ein Milliardär ohne Regierung? Ist das Land jetzt wieder eine Diktatur?

Die Botschaften der deutschen Leitmedien sind klar und eindeutig: Putin ist der Böse, Putin muss bestraft werden – und die ganzen Russen gleich mit ihm. Krieg ist angesagt – zumindestens ein Wirtschaftskrieg. Das zumindestens erklärt uns Wolfgang Münchau im Spiegel und verweist darauf, dass Wirtschaftssanktionen die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mittel sei. Von ihm erfahren wir auch, warum dieser Krieg eigentlich geführt wird:

In der Ukraine sind es nicht in erster Linie lokale Rebellen, die gegen die Zentralregierungen in Kiew kämpfen, sondern vor allem eingeschleuste russische Militärs. Wenn Putin seine Leute und sein Material aus der Ukraine abziehen würde, wäre der Kampf dort schnell beendet.

Ach so – eingeschleuste russische Millitärs. Na – das geht ja gar nicht.  Jedenfalls nicht, wenn Putin das macht. Beweise für diese Verschwörungstheorie sind bislang noch nicht vorgelegt worden, dafür aber Hinweise auf andere Interventionstruppen. Die Bildzeitung meldete am 4.5.2014, dass Dutzende Agenten von FBI und CIA der jetzt nicht mehr vorhandenen Regierung in Kiew bei der Niederschlagung des Aufstandes in der Ostukraine helfen. Ob die auch jetzt Poroschenko beim Regieren helfen? Am 7.5.2014 meldete der Spiegel, dass auch Söldner von privaten US-Firmen eingesetzt werden:

400 US-Söldner sollen in der Ostukraine gegen die Separatisten kämpfen. Das berichtet „Bild am Sonntag“ und beruft sich dabei auf Geheimdienstinformationen. Die Kämpfer kommen demnach vom Militärdienstleister Academi, früher bekannt als Blackwater.

Kann es sein … das Putin nur reagiert hat? Ach – ich vergaß: das darf man ja in Deutschland nicht mehr fragen. Schnell ist man ein „Putin-Versteher“, ein „Verschwörungstheoretiker“, „Neurechts“ oder wie die aktuellen Synonyme für „geisteskranker Untermensch“ noch gerade lauten. Freie Rede ist im Krieg nicht mehr erwünscht: Gleischritt ist gefordert. „Europäer im Gleichschritt mit den USA“ – so sieht es der Tagesanzeiger aus der Schweiz, der auch die Reaktion Russlands benennt:

Das Aussenministerium in Moskau sprach von einem «primitiven Racheversuch», da sich offenbar die Ereignisse in der ­Ukraine nicht nach Obamas Vorstellungen entwickelten. «Erpressung werden wir nicht dulden, wir behalten uns das Recht auf Gegenmassnahmen vor.

Ja – es sind zum ersten Mal auch russische Privatfirmen betroffen. Was haben die eigentlich mit dem Konflikt in der Ukraine zu tun, in der nach Informationen aus Geheimdienstkreisen FBI. CIA uns US-Söldner unterwegs sind – aber nur der Verdacht besteht, dass Russland ebenso handelt? Natürlich wehrt sich Russland gegen diese Aktionen: immerhin operieren schon US-Streitkräfte (darf man das so nennen?) in der Ukraine, ohne das Russland Sanktionen ausspricht. Dem Westen (also: uns) drohen jetzt höhere Energiepreise, siehe Spiegel:

Als Konsequenz der neuen internationalen Sanktionen gegen Russland hat das russische Außenministerium höhere Energiepreise für Verbraucher in Europa angedroht. Die Strafmaßnahmen der EU seien ein „unbedachter, unverantwortlicher Schritt“, der unausweichlich zu höheren Preisen auf dem europäischen Energiemarkt führen werde, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Den verarmten Rentnern in der EU steht ein tödlicher Winter bevor. Kümmert aber keinen, Hauptsache: der Krieg läuft weiter.

Gibt es keine Vernunft mehr im Westen? Hat der Kriegswahn alle mit sich gerissen?

Nein. Es mehren sich die Stimmen auch konservativer Sicherheitspolitiker, die eine Wiederholung von 1914 sehen, siehe Spiegel:

In der Ukraine-Krise warnt ein Kreis erfahrener Sicherheitspolitiker vor einer versehentlichen Eskalation zwischen Russland und dem Westen. Das Londoner European Leadership Network, ein Netzwerk prominenter Sicherheitspolitiker, forderte am Donnerstag, die Kommunikation und gegenseitige Transparenz auf beiden Seiten zu verbessern. Andernfalls steige das Risiko ungewollter Zusammenstöße. 

Was dort erwähnt wird, klingt fürchterlich und erschreckend:

„Es gab bereits mehrere Beinahe-Zusammenstöße. Es muss dringend etwas getan werden, um deren Wahrscheinlichkeit zu verringern. Die Führungen der Länder brauchen zudem mehr Entscheidungszeit, insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer noch Tausende Atomwaffen auf beiden Seiten in Alarmbereitschaft sind“

Welche Beinahe-Zusammenstöße? Warum hören wir davon nichts? Weil das erste Opfer des Krieges immer die Wahrheit ist? Wer genau hat seit wann Atomwaffen in Alarmbereitschaft? Sind die Herren mit den teuren Anzügen und fetten Diäten noch ganz dicht? Warum erfahre ich von solch einer Bedrohung in einem Nebensatz – und nicht auf der Schlagzeile eines jeden Magazins und einer jeden Zeitung?

TAUSENDE VON ATOMWAFFEN IN ALARMBEREITSCHAFT!!! – so etwa wünsche ich mir die Nachricht.

Auch Deutschlands Altkanzler Helmut Schmidt meldet sich zu Wort – siehe eineweltdiplomaten:

Altkanzler Helmut Schmidt warnt uns eindringlich: Die Ukraine-Krise verschärft sich immer weiter. Ich halte nichts davon, einen dritten Weltkrieg herbeizureden. “Aber die Gefahr, dass sich die Situation verschärft wie im August 1914, wächst von Tag zu Tag.” Die Kommissare verstehen nichts von Weltpolitik. Die EU mischt sich zu sehr in die Angelegenheiten anderer Staaten ein. “Das jüngste Beispiel ist der Versuch der EU-Kommission, die Ukraine anzugliedern”, sagte er.

Ein Putinversteher? Ein Verschwörungstheoretiker? Ein neurechter Spinner? Oder nur einer, der aufgrund seines Alters noch weiß, dass der Krieg der Feind der Menschheit ist – nicht der Putin. Wer klärt mich über die Aktivitäten der EU-Kommissare auf, die die Ukraine heim ins Reich holen wollen? Was machen die eigentlich sonst noch so hinter unserem Rücken? Gibt es möglicherweise ganz andere Ursachen für die Krise in der Ukraine? Stürzen wir wieder in einen Weltkrieg, weil kompetenzlose Bürokraten und Diätenkönige Gott spielen wollen?

Nun – möglicherweise ist alles noch viel schlimmer – und gar nicht so einfach zu verstehen.

Es ist Zeit, sich an einen Artikel von Heiko Schrang zu erinnern, der am 22.1.2014 bei Wallstreet-online erschienen ist.

Wir wollen uns aber hier nicht die Puppen, die auf der Bühne ihre Rolle spielen, anschauen, sondern die, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Milliardär George Soros, der in der westlichen Welt hohes Ansehen genießt. Am 16.12.2013 erschien im russischen online-Journal strategic-culture.org zu diesem Thema ein Artikel, geschrieben vom amerikanischen Journalisten Wayne Madsen, der seinesgleichen sucht:

„Seit der die Welt mit seinen Hedgefonds ausraubende George Soros im Bündnis mit dem CIA-Strategen Gene Sharp als Demokratiebewegungen getarnte, manipulierte Unzufriedene auf den Straßen anfälliger Staaten gegen die jeweilige Regierung demonstrieren lässt, weil die Neokonservativen der USA mit ihrem „Project for the New American Century“ (PNAC, dem Projekt für ein neues US-amerikanisches Jahrhundert) die ganze Welt unterjochen wollen, richtet die interventionistische US-Außenpolitik auch schon begehrliche Blicke auf die Ukraine.“

Darf man so etwas heute noch sagen – über ein halbes Jahr später? Will das überhaupt noch jemand hören? Folgen wir Heiko Schrangs Wunsch, seine Meinung umfangreich zu teilen und zu verbreiten – und  zitieren noch ein wenig mehr aus seine kurzen Artikel, hinter dem ein ganzes Buch steckt (Die Jahrhundertlüge, Macht-steuert-Wissen-Verlag 2013):

Bei genauer Betrachtung gibt es Parallelen zwischen dem arabischen Frühling und den Ereignissen in Kiew. Anhand der Organisation (Transparente, Handzettel etc.), die teilweise identisch sind, nur in verschiedenen Sprachen verfasst wurden, lässt sich sehr gut erkennen, dass dort die gleiche Handschrift verwendet wird.  Auch das jüngste in Kiew aufgeführte Schauspiel wurde wieder von der professionellen CIA-Hydra „Endowment for Democracy“ (eine Stiftung „zur Förderung der Demokratie“) inszeniert, die von Soros finanziert und von Sharp dirigiert wird.

Das ist eindeutig Verschwörungstheorie. Das sollte uns aber nicht interessieren. Uns sollte interessieren, ob es WAHR ist. Hier wäre der erste Arbeitsbereich der EU – oder eines Sonderausschusses des deutschen Bundestages, an dem mal nur jene Abgeordneten teilnehmen sollten, die nicht über die Atlantikbrücke oder die Münchener Sicherheitskonferenz mit dem militärisch-industriellen Apparat der USA in Verbindung stehen. Der Ausschuss sollte sich auch – möglichst vor Kriegsbeginn – mit den westlichen Agenten und Söldnern in der Ukraine beschäftigen – und mit den startbereiten Atomwaffen.

Nun – Wallstreet:online ist eigentlich ein seriöses Finanzportal. Wahrscheinlich darf man solche Artikel deshalb dort schreiben. Mag sein, dass da nur ein Spinner schreibt … aber können wir als demokratische Zivilgesellschaft wirklich riskieren, das Risiko auszuschließen, dass Superreiche sich mit List und Tücke neue Märkte erschließen – und wie im Fall der Ukraine von Superreichen ohne Regierung geführt werden? Ist das Leben auf einmal ein Ponyhof geworden?

Und was kommt da auf unsere Kinder zu?

Hören wir dazu den Politologen Herfried Münkler im Spiegel, der sich vehement hinter die Forderung des aktuellen Bundespräsidenten stellt, im Ausland militärisch aktiver zu werden:

Bei Gaucks Forderung geht es um zwei Dinge. Erstens: Deutschland kann sich bei Krisen nicht mehr so stark raushalten. Die USA konzentrieren sich zunehmend auf den pazifischen Raum. Das bedeutet mehr Verantwortung für Deutschland.

„Verantwortung“ hört sich gut an. Gemeint ist: „Germans to the front“. Der Krieg gegen Russland muss mit starker deutscher Beteiligung geführt werden, weil die USA sich auf den Krieg mit China vorbereiten? Nun – die Bundeswehr hat sich schon jetzt Maßnahmen zur Rekrutierung von frischem Kanonenfutter einfallen lassen:

Die Klasse 9b der Arthur-Kießling-Oberschule aus Königsbrück in Sachsen konnte sich über einen ersten Preis freuen: Eine Woche bei den Panzertruppen im Ausbildungszentrum Munster. Ein Karriereberater der Bundeswehr stellte das Preisausschreiben an der Schule vor und schließlich nahm die Klasse mit voller Begeisterung teil.

Haupt- und Realschulabschlüsse kann man an der Arthur-Kießling-Oberschule machen. Vielleicht sollte man den jungen Kriegern auch mal Bilder von echten Kriegen zeigen: zerrissene Leiber, amputierte Gliedmaßen, verbrannte Körper, zerschossene Gesichter (auch ohne Unterkiefer kann man noch leben) – nur, damit die nicht denken, sie seien auf Abenteuerurlaub in einem Pfadfinderlager – oder auf einem Ponyhof mit Panzern. Ich habe da ein schönes Bilderbuch aus dem Verlag 2001, dass voll ist mit Aufnahmen aus den letzten Weltkriegen – könnte ich mal suchen und der Klasse zur Verfügung stellen. Angesichts der startbereiten Atomraketen wären auch Bilder von Hiroshima und Nagasaki lehrreich.

Wäre „Kriegskunde“ oder „Friedenserziehung“ nicht auch mal ein hilfreiches Unterrichtsfach? Könnte man jungen Menschen nicht einfach mal beibringen, wie man in den Frieden zieht – anstatt in den Krieg?

Aktuell häufen sich täglich die Meldungen über die fortschreitende Kriegsgefahr, so zum Beispiel im Spiegel vom 3.8.2014:

Die Nato reagiert auf die von ihr so genannte „russische Aggression“: Generalsekretär Rasmussen will Manöver verstärken und lässt neue Verteidigungspläne ausarbeiten.

Wen verteidigen wir denn da jetzt wirklich? Dubiose Milliardärsspielchen?

Erinnern sie sich noch an die „Beinahe-Zusammenstöße“, die nach Meinung erfahrener Sicherheitspolitiker schon mehrfach vorgekommen sind? Das Neue Deutschland berichtet, dass die Nato vom 11.9.-28.9. das Manöver „Rapid Trident“ im Westen der Ukraine durchführen will – beginnend am Jahrestag von „nine-eleven“:

Die US Army Europe und das ukrainische Heer leiten das Manöver, an dem rund 1300 Soldaten aus 16 Nationen teilnehmen sollen. Es soll auf dem fast 400 Quadratkilometer großen Truppenübungsplatz bei Javoriv unweit von Lviv stattfinden. Neben Armenien, Aserbaidshan, Bulgarien, Kanada, Georgien, Großbritannien, Lettland, Litauen, der Republik Moldau, Norwegen, Polen, Rumänien, Spanien, der Ukraine und den USA soll auch Deutschland Militärs schicken.

Schön langsam durchlesen: britische, deutsche, spanische, polnische Soldaten unter anderem unter ukrainischem Kommando.

Die kombinierte Land- und Luftwaffenübung gehört zu einem ganzen Programm, das seit 2003 abgearbeitet wird. Initiiert ist es vom US European Command. Es hat sein Quartier in Stuttgart.

Ganz schön langfristig geplant, will mir scheinen.

Aktuell meldet der Spiegel ein laufendes russisches Großmanöver mit über 100 Kampfjets, die die Bekämpfung von Luft- und Bodenzielen üben, heute bringt der Spiegel um 6.05 Uhr die Meldung, dass Russland seine Soldaten im Grenzgebiet verdoppelt hat.

Die Chance auf „Beinahe-Zusammenstöße“ wächst täglich – und beide Seiten steuern mit Volldampf aufeinander zu.

Und wenn es kracht, sind die Deutschen ganz vorne mit dabei. Die USA haben anderes zu tun – wie wir ja jetzt wissen.

Und Sie meinen wirklich, es sei heute morgen ganz wichtig, zur Arbeit zu gehen? Wirklich?

Ich habe meine Zweifel, dass ihr Job Sie vor der Zwangsrekrutierung schützt. Vielleicht sollten wir lieber wieder zu einer alten Weisheit zurückkehren: erst fragen, dann schießen – oder Friedensdienst einführen anstatt Kriegsdienst.

Aber wie es aussieht, läßt sich der Automatismus des Krieges nicht mehr aufhalten. Schade auch. War eine schöne Welt.

 

 

 

 

Neues aus der Ukraine? Fracking in Deutschland wird nationale Bürgerpflicht, Lügenteppich wird dicker, Journalisten verjagt.

Neues aus der Ukraine? Fracking in Deutschland wird nationale Bürgerpflicht, Lügenteppich wird dicker, Journalisten verjagt.

Samstag, 21.6.2014. Eifel. Meinen Kindern versuche ich beizubringen, dass lügen die menschliche Gesellschaft zerstört. Alles menschliche Miteinander beruht auf Vertrauen  – die Lüge jedoch zerstört genau dies. Wo die Lüge herrscht, beginnt auch die Herrschaft der Waffe, weil das Vertrauen in den Frieden verloren gegangen ist. Mit Wahrheiten zu leben ist anstrengender – vor allem für Kriminelle jeder Art. Dafür erzeugt die Wahrheit Tranzparenz, Offenheit, Vertrauen, Sicherheit, Frieden und Gerechtigkeit – normal Standards für Nicht-Kriminelle.

Meine Erziehung scheitert schon daran, das innerhalb der Familie „interessierte Kreise“ die Lüge als Standard darstellen: „machen doch alle“. Ja – natürlich ist die Lüge Standard geworden. Dort, wo der Egoist als menschliches Standardmodell entworfen und gefördert wird, weden Tür und Tor für die Lüge geöffnet: der Egoist ist kein Gemeinschaftswesen. Er ist Nutznießer der Vorteile des Gemeinwesens, bezieht seine Millionen gerade aus der Existenz der auf Vertrauen basierenden Solidargemeinschaft, vernichtet sie aber gezielt, um seinen Vorteil zu erhalten. Ist von Staat und Wirtschaft so gewollt – und wird zwangsläufig zum Ende unserer Sozialordnung, unseres Gemeinswesens, unserer Gemeinden und Familien führen.

Eine zu lange Vorrede? Nein. Ich wurde gebeten, einen Artikel über die Ukraine zu schreiben. Das tue ich gern – immerhin interessiert mich auch brennend, was dort geschieht. Auch meine Kinder könnten in der nächsten Schlacht um Stalingrad auf offenem Feld verrecken, wenn die Politik den Brandherd Ukraine nicht unter Kontrolle bekommt – und die Politik zeigt sich in den letzten Jahrzehnten reichlich undemokratisch, siehe Spiegel:

Syrien, Irak, Iran: Wenn es dem Westen nützt, verrät er die Grundsätze der Demokratie. Diese neokoloniale Politik hat, zugespitzt gesagt, die Terrortruppe Isis erst hervorgebracht. Zeit für eine neue Ordnung – ohne Nationalstaaten.

Ein lesenswerter Artikel von Georg Diez … der auch noch andere Aspekte unserer gegenwärtigen politischen Kultur anreißt:

Das Ergebnis dieses Denkens ist dann so ein Billionen teurer Murks wie der Irakkrieg von George W. Bush, eine Geldvernichtung von unvorstellbarem Ausmaß, vor allem aber eine Teufelssaat für all das, was danach kam: „Nation Building“ als eine blutige Strafaktion in einem Teil der Welt, in dem die „Nation“ immer weniger ein Versprechen als eine Drohung war, eine Erinnerung an den Imperialismus und seine Verbrechen.

Georg Diez schreibt gar nicht über die Ukraine. Er schreibt über den „Westen“ und die Idee des „Nationalstaates“, dessen Abschaffung man wirklich mal diskutieren sollte. Ich möchte mit nur die Brille des „Nation Building“ ausleihen – denn das geschieht gerade in der Ukraine. Ja – diese Aussage traue ich mir noch zu … danach wird es dunkel, das Reich der Lügen beginnt.

Zu Anfang einer Entwicklung kann man die Lügen noch erkennen, weil sie unsortiert kommen und kleine Widersprüche aufweisen. So war es für mich leicht, zu erkennen, dass tödliche Gewalt auch von den Maidan-Demonstranten ausging, sie waren nicht die hilflosen Opfer. Das Magazin Monitor hat den Gedanken nachher aufgegriffen und mit weiteren Belegen erhärtet.

Die Berichte über westliche Söldner beschränkten sich Anfangs auf einen einzigen Italiener, später wurde offenbar, dass in Kiew CIA und FBI „Beratungen“ durchführen und private Firmen 400 Mann ins Land geschickt hatten. Ab dem Moment änderte sich alles: die Kriegsführung der Kiewer Regierung wurde effizienter, brutaler – und undemokratischer. Außerdem verdichtete sich das Lügengespinst so weit, dass es immer schwerer war, es zu durchdringen: die Profis begangen ihre Arbeit.

Was geschieht nun wirklich dort?

Nun – wie vor Monaten vermutet, setzt die Regierung in Kiew schwere Artillerie gegen friedliche Demonstranten ein. Das scheint ein Fakt zu sein. Den Artilleriebeschuss bestätigt der Spiegel, aber welches Ausmaß er erreicht, bleibt unklar. Der Artikel zeigt auch, wie schwierig die Lage geworden ist: die meisten Journalisten haben das Kriegsgebiet verlassen – und die verbliebenen russischen Journalisten werden gezielt gejagt:

Vor Wochen sorgte in Russland der Fall von zwei „Lifenews“-Mitarbeiter für Aufsehen, die tagelang vom ukrainischen Geheimdienst verhört wurden. Nach der Freilassung gaben sie an, gefoltert worden zu sein. In dieser Woche machte die Festnahme von Reportern des TV-Senders Swesda (russisch für Stern) Schlagzeilen, der dem Moskauer Verteidigungsministerium gehört. Sie wurden im ukrainischen Fernsehen vorgeführt. Sie hatten Blutergüsse im Gesicht. Offenbar unter Druck verlasen sie Erklärungen, sie hätten sich diese selbst zugefügt, bei einer „Schlägerei im Suff“.

Den Deutungen des Herrn Bidder, das alle russischen Journalisten Agenten Putins sind, möchte ich hier nicht weiter nachgehen. Das es Zivilisten sind, die sich gegen die Zustände in Kiew auflehnen, scheint durch einen Korrespondenten der Sunday Times bestätigt zu werden, siehe Neopresse:

ich möchte hier keine Position vertreten, sondern einfach von dem berichten, was ich gesehen habe. Man sagt, es sind Terroristen, und dass sie Waffen und Finanzierung von Russland erhalten. Aber das ist nicht wahr. Zumindest im Moment nicht. Es sind überwiegend ganz gewöhnliche Menschen ohne jegliche Militärerfahrung.

Ich möchte nicht über die Unterstützung mit Geld und Waffen von Russland reden, ich möchte über das reden was ich selbst gesehen habe, über die Menschen des „Bataillon Ost“, dass in Donbass als das Coolste gilt. Ich kann nicht bestätigen, dass diese Menschen gut bewaffnet sind, und dass darunter russisches Militär ist. Und noch etwas, man hat so viel über die Tschetschenen gesprochen, die habe ich lange gesucht.

Ich möchte hinzufügen, wirklich erschreckend ist die Tatsache, dass dort ganz einfache Menschen zu den Waffen gegriffen haben. Ich weiss nicht welche Informationen sie haben, aber ich habe ganz gewöhnliche Menschen gesehen. Das waren keine Militärs. Der Zeitpunkt ist gekommen und sie haben die Initiative ergriffen. Da waren Bergarbeiter und normale Leute.

Ein britischer Journalist, nach eigenen Angaben von Russen als russenfeindlich eingestuft.

Einfache Menschen, die sich – wie damals auf dem Maidan – gegen ein schreckliches Regime zur Wehr setzen, dass ausländische Journalisten foltert? Ein harter Vorwurf – den wir mal überprüfen wollen. Nehmen wir zur Überprüfung einfach mal die „Gesinnung“ einiger Vertreter der Regierung in Kiew. Als Quelle nehmen wir nicht die vielen Berichte aus „alternativen“ Medien, sondern das Leitmedium des politischen Deutschlands – den Spiegel:

Filmaufnahmen zeigen den Außenminister am Samstag in Kiew mit Demonstranten, die vor die russische Botschaft gezogen waren, manche von ihnen vermummt. Sie kippten Fahrzeuge um, sie warfen mit Eiern, Scheiben gingen zu Bruch. Die russische Flagge wurde von ihrem Mast gerissen und dort die ukrainische gehisst.

Außenminister Deschtschytsja eilte zur Botschaft, um eine Erstürmung des Gebäudes zu verhindern. „Ich unterstütze die Proteste“, sagte der Außenminister. Er sei bereit, mit den Demonstranten „hier zu stehen und zu fordern: Russland raus aus der Ukraine“. Eine Frau spricht ihn an, fragt, ob Putin nicht ein „Chuilo“ sei, ein obszönes Schimpfwort, das sich am ehesten mit „Schwanzgesicht“ übersetzen lässt. „Jaja“, antwortete der oberste Diplomat der Ukraine, „Putin ist ein Chuilo.“

„Botschaften“ sind heilige Orte. Es ist im Prinzip russisches Hoheitsgebiet, dass dort angegriffen wurde – aus solchen Erwägungen heraus haben die USA ja auch Marineinfanteristen zum Schutze ihrer Botschaften in denselbigen stationiert. Als Außenminister applaudierend dabei zu stehen und den Besitzer der Botschaft ein „Schwanzgesicht“ zu nennen, zeigt mehr als deutlich, dass die Repräsentanten der neuen Ukraine mit den Prinzipien demokratischer und ziviler Wertekultur nichts gemein haben.

Doch damit nicht genug.

Auch Regierungschef Arsenij Jazenjuk trat schon mit Ausfällen in Erscheinung, die die Spaltung des Landes noch vertiefen können. Am Sonntag veröffentlichte die ukrainische Botschaft in den USA auf Englisch ein Statement des Premiers zum Tod der Flugzeuginsassen beim Abschuss in Luhansk. Er pries sie als Helden, die ihr Leben verloren hätten bei der Verteidigung des Landes, ihre Gegner schmähte er dagegen als „subhumans“ – „Untermenschen“. Gemeint waren sowohl Russen als auch Ukrainer aus dem Osten, die gegen die Regierung in Kiew kämpfen.

Das Wort „Untermenschen“ wurde später zu „Unmenschen“ „verbessert“ … im Prinzip jedoch sind Unmenschen noch schlimmer als Untermenschen. Untermenschen sind wenigstens noch menschlich, Unmenschen jedoch … na ja, denen drohte schon immer und überall der Tod.

Nur vor dem Hintergrund macht es Sinn, eine Übersetzung aus alternativen Medien hinzuzuziehen, hier „Hinter der Fichte“ mit einem Apell von Igor Strelkow:

„Der Gegner bombardiert massiv Kramatorsk und benutzt dazu Artillerie auf dem Berg Karatschun und in der Nähe der Wasserversorgungswerke zwischen Slawjansk und Kramatorsk (sie haben eine Stellung dort). Es gibt zahlreiche Opfer und Feuer in der Stadt. Sie bombardieren die Industriegebiete und die Wohngebiete. Die Bevölkerung ist in Panik. Kramatorsk hat solch massiven Artilleriebeschuss noch nicht erlebt. Die Objekte der Milizen werden ausgespart, die Angriffe richten sich nicht gegen sie, um die Zehntausende zur Flucht nach Rußland zu zwingen. Völkermord und ethnische Säuberung in ihrer klarsten Form. 

Harte Worte. Vor dem Hintergrund der Gesinnung der Kiewer Regierung macht es Sinn, sie zur Kenntnis zu nehmen – doch Igor Strelkow ist selbst kein unbeschriebenes Blatt, siehe Süddeutsche:

„Strelkow“ bedeutet auf Russisch so viel wie „Schütze“ und ist ein Pseudonym. Ende April identifizierte der SBU Strelkow als Igor Girkin, 44 Jahre alt, russischer Pass 4506460961, wohnhaft in der Moskauer Schenkurskij-Passage 8b. Dort bestätigten seine Nachbarn dem Kiewer Fernsehsender TSN, dass Girkin dort wohne und Soldat sei. Auch Girkins Stellvertreter bei den Separatisten bestätigte seine Identität. Dem SBU zufolge reiste Girkin Ende Februar aus Moskau auf die Krim, von dort aus in die Ostukraine mit dem Auftrag, die Lage zu destabilisieren.

Also sind nicht nur CIA, FBI und ehemalige Blackwatersöldner dort aktiv, sondern auch die Gegenseite. Allerdings kann diese Information auch eine Lüge sein – immerhin stammt sie vom ukrainischen Geheimdienst SBU.

Harmlos? Nein – stimmt die Aussage des SBU haben wir hier eine direkte Konfrontation der Supermächte, bzw. ihrer exekutiven Organe. Politik macht man mit diplomatischen Organen, Krieg mit Exekutivorganen – oder hauen sie Ihrem Nachbarn auch erstmal ordentlich auf die Fresse, wenn sie mit ihm reden wollen?

Was wir noch sehen können, ist: der Wille zum Krieg. Er ist da – auf beiden Seiten. Wer ist der Angreifer, wer der Verteidiger?

Kaum noch auszumachen. Angeblich gibt es auch schon Aussagen von einem ukrainischem Verteidigungsminister, der Konzentrationslager eröffnen und 250000 Ostukrainer umsiedeln will … da ich kein Russisch spreche, kann ich das nicht verifizieren.  Zuzutrauen wäre es der Kiewer Regierung halt – denn wie man mit Untermenschen umgeht, wissen wir z.B. in Deutschland ganz genau.

Kann uns egal sein, sagen Sie?

Nein – der Krieg in der Ukraine hat schon längst auf Deutschland übergegriffen, die Spaltung der Welt in „gut“ und „böse“, die Vorbereitung des großen Endkampfes der Erbfeinde und auf ewig von der Geschichte zur Gegnerschaft aufgerufenen Parteien zeigt auch in Deutschland fürchterliche Früchte …. zum Beispiel darin, dass sich jetzt die NATO gegen deutsche Bürgerinitiativen wendet, die „Fracking“ verurteilen (siehe z.B. Spiegel):

„Ich habe Verbündete getroffen, die berichten können, dass sich Russland als Teil seiner ausgeklügelten Informations- und Desinformationstätigkeiten aktiv mit sogenannten Nichtregierungsorganisation engagiert – also Umweltschutzorganisationen, die gegen Schiefergasförderung vorgehen“, sagte Rasmussen am Donnerstag auf einer Veranstaltung in London.

Schon die Wortwahl ist abenteuerlich und völlig verantwortungslos.

Der Hintergrund? Die Nato stellt auf Kriegswirtschaft um. Man will unabhängig werden vom Gas der Schwanzgesichter, Unmenschen und Untermenschen, denen bekannte und vom Westen sehr hoffierte ukrainische Politiker schon mal mit der Atombombe gedroht haben … obwohl die gar keine besitzen (siehe Neopresse). Kommt es zum Krieg, muss das russische Gas ersetzt werden – darum wird „Fracking“ jetzt allererste Bürgerpflicht und harmlose, unpolitische Umweltaktivisten damit automatisch zu Putins fünfter Kolonne.

„Zufällig“ werden die Gasleitungen Richtung Westen auch schon mal gesprengt (siehe Spiegel), die Täter werden wohl auf immer unerkannt bleiben. Sinn macht die Sprengung für alle, die Krieg wollen.

Mag sein, dass das der letzte Artikel zum Thema Ukraine ist, den ich mit gutem Gewissen schreiben kann. Es wird schwieriger, den Lügenteppich so zu lüften, dass man sich noch ein gerade noch verantwortbares Bild machen kann. Noch wenige Monate, dann sind die Lügen so dicht gestrickt, dass niemand mehr der Wahrheit nahe kommen kann.

Und darum wissen wir, dass wir wieder in einem Krieg sind … dessen erstes Opfer immer die Wahrheit ist. Wir wissen, dass der Westen die Grundsätze der Demokratie verrät, wenn es ihm nützt … was heißt, dass wir real Strukturen haben, die – wie auch immer – die demokratischen Sicherungen der Staaten unterlaufen haben. Kriegstreiber treten in aller Öffentlichkeit auf, selbst in höchsten Ämtern.

Der böse Geist des Menschenschlachtens wittert Morgenluft – und ein kleines You-Tube-Video aus Slawjansk mag aufklären, wer mal wieder Kriegsziel ist: der normale Bürger (siehe „Slwajansk, Spuren des Krieges“ auf russland.ru) – wie schon seit hundert Jahren.

Verschwörung gegen die Freiheit

Die Dokumentation von Elmar Theveßen deckt das Ausmaß der Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten und den Branchenriesen der Telekommunikations- und Computerbranche auf.

ZDF, Teil 1 von 2

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Mittwoch, 20.5.2014. Eifel. Die Welt steht am Rande eines Abgrundes, der tiefer ist, als alle anderen Herausforderungen, die sich die Menschheit je stellen musste – jedenfalls seit der Eiszeit.

Wahnsinnige Wissenschaftler verseuchen die Umwelt mit Genprodukten, die alle Bauern dieser Welt in die Abhängigkeit einer Hand voll renditeorientierter Konzerne zwingt – ohne das überhaupt jemand weiß, wie das System Natur letztlich auf diesen Eingriff reagiert.

Wahnsinnige Geschäftsleute bringen die Volkswirtschaften an den Rand der völligen Vernichtung, nur noch „Rentenkürzungen“ – der „Volkssturm“ der europäischen Wirtschaft – konnten die Katastrophe abwenden … blöd nur, dass die Geschäftsleute ihre Mauscheleien weiter betreiben dürfen.

Wahnsinnige Politiker haben durch aktive Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes eine für verbannt gehaltene Weltkriegsgefahr heraufbeschworen – und für hunderte von Toten gesorgt, die zum Teil elendig verbrannt wurden, auf deutscher Seite ist da die CDU mit ihrem Kanditaten Klitschko zu nennen – oder die Kanzlerin Merkel, die der ukrainischen Putschregierung auf einer Rede im Londoner Parlament Beistand in allen Lebenslagen versicherte und schon mal Inspektoren der Bundeswehr in Zivil losschickte, um die Kampfkraft der neuen Verbündeten zu analysieren.

In Deutschland selbst – der Heimat von Klitschko und Merkel – werden Unternehmer von Unternehmensberatungen seit 2013 vor einem breiten Kaufkraftverlust der Bevölkerung gewarnt, in den Datenbänken der Jobcenter lagerten schon letztes Jahr 42 Millionen Datensätze (womit das arbeitsfähige Volk bald vollständig durchleuchtet ist: die Jobcenter sind ermächtigt, selbst privateste Daten zu erheben) und die seit der Wirtschaftskrise gleichgeschaltete Presse hat in der Ukrainekrise alle Masken fallen gelassen und zum Sturm auf den Präsidenten einer Atommacht geblasen, der sich in deutschen Medien Beleidigungen, Schmähungen und Unterstellungen anhören muss, für die die schreibende Zunft in Deutschland selbst vor Gericht gelandet wäre, hätte sie sich dies bei einem deutschen Politiker erlaubt.

Von all dem erfahren wir jedoch nicht viel. Journalismus ist brotlose Kunst oder zu der enorm bereichernden Kunst der „Public Relations“ geworden, „Nachrichten“ ähneln mehr Werbung für politische Parteien oder gesellschaftlichen Umbauphantasien von Unternehmerverbänden und Konzernverbünden, Kritik jeder Art ist als „Wehrkraftzersetzung“ verpönt wie seit dem Dritten Reich nicht mehr.

In dieser Situation fangen nun einige Menschen an, sich Montags auf Straßen zu versammeln. Erste Motivaton ist: einen Krieg verhindern … jenen Krieg, den die Mächte dieser Welt laut Altkanzler Schmidt gerade versehentlich herbeireden – und der dann auch wirklich eintreten könnte.

Man sollte meinen: das wäre ja erstmal zu begrüßen. Einen Nuklearkrieg, wie ihn die US-Armee seit nine-eleven führbar gemacht und seit 2006 auch im Detail durchgespielt hat (siehe Chossudovsky zur Übung Vigilant Shield o7 in: das Szenario eines Dritten Weltkrieges, Kopp 2012, Seite 98 – 104. Der Link zum betreffenden Artikel in der Washington Post funktioniert allerdings momentan nicht) sollten wir uns – neben allen anderen Katastrophen – wirklich nicht noch leisten.

Doch was geschieht?

Nicht die wirtschaftliche Katastrophe, die Einmischung von deutschen Regierungsparteien in innere Angelegenheiten fremder Länder, die drohende Kriegsgefahr ist das Problem in Deutschland, sondern die Tatsache, dass Jutta Ditfurth „Neurechte“ bei den Demos gesehen hat (siehe z.B. TAZ). Sie engagiert sich täglich im Kampf gegen diese unglaublich große Gefahr – und ihre Facebookseite entwickelt sich zu einem Dokument größter Peinlichkeit, wenn die engagierten Diskutanten die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands in die Ecke der „Neurechten“ stellen oder öffentliche Distanzierungen der Redner von faschistischen Gedankengut als „das übliche bla-bla“ abtun: hier kann man einen inhumanen, methodisch unsauberen Abgrund studieren, an dem Goebbels selbst seine helle Freude gehabt hätte – wohlgemerkt: bei Juttas Freunden … nicht bei den Montagswachen.

Es ist besonders enttäuschend, dass eine ehedem linke Grüne – die mit ihren Büchern vom kapitalistischen Kulturbetrieb direkt profitiert und ohne diesen nicht leben könnte – eine solche Bewegung ins Leben ruft, denn: gerade sie sollte sich daran erinnern, dass die gleiche Kritik, die jetzt an den Montagsdemos geübt wird, derzeit an den Grünen geübt wurde … und – wenn ich an die Berliner Grünen der Gründerzeit denke – auch zurecht. Aber: nur weil Nazis ein paar grüne Gedanken hegten und die Grünen für sich instrumentalisieren wollten, sind die Grünen keine Nazipartei (auch wenn sie die ersten waren, die wieder völkerrechtswidrig Bomben aufs Ausland geworfen hatten). Gleiche Erscheinungen gab es auch in der Piratenpartei, ähnliche Versuche, politische Bewegungen zu kapern wird es auch in Zukunft geben … nur heißt das nicht, dass diese Bewegungen an sich jetzt durch und durch faschistisch sind … wie es Jutta Ditfuhrt samt Anhängerschaft mit verbaler Gewalt zu beweisen sucht.

Natürlich geht man publizistisch einen guten Weg, der Erfolg verspricht. Man benutzt bei der Kritk der Montagsdemos eingeübte Schlagworte, die man von den PR-Agenten des Kapitalismus geliehen hat, um die schon mal im Rücken zu haben, ganz beliebt ist das Wort „Verschwörungstheoretiker“, dass inzwischen in Deutschland synonym für „geisteskrank“ gebraucht wird – eine Argumentation, die ebenfalls von Goebbels stammen könnte: wer gegen den Kapitalismus ist (oder halt gegen den Nationalsozialismus) kann nur geistig krank sein – im Ostblock dachte man ähnlich, was den Kommunismus anging.

Natürlich könnte man der Argumentation folgen … wenn wir wirklich in den letzen fünfzig Jahren KEINERLEI Anzeichen für illegale Regierungs- oder Konzernarbeit gehabt hätten. Natürlich können wir uns eine Menschheit denken, die ausschließlich nach dem Motto lebt: „edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ – und sofern uns unsere Anschauung täglich Beispiele dafür liefert und wir umgeben sind von friedlichen, kooperativen, hilfsbereiten, menschenfreundlichen Wesen die immer nur alles zum Wohle der Allgemeinheit tun, könnten wir jegliche Art von Theorien über Verschwörungen zu Recht von vornherein ablehnen – nur zeigt uns die alltägliche Geschichte, dass der Mensch anders ist – und wenn ich Frank Schirrmacher folge, dem Mitherausgeber der FAZ, dann ist dieser Alltag von Militärs und Wissenschaftlern bewusst gestaltet worden (siehe Frank Schirrmacher, EGO: Spiel des Lebens, Karl-Blessing-Verlag 2013).  Da es sich hier um die Aufdeckung einer Verschwörung (bzw. um die Aufdeckung gezielter Steuerungsmechanismen von Wissenschaft, Politik und Konzernwirtschaft zum Zwecke der Umsatzmaximierung) handelt, war die Kritik aus dem „vulgär-konservativen“ Lager auch so heftig, dass es „Verrisse“ von Leuten gab, die das Buch noch gar nicht gelesen haben konnten – so sehr hat es den ordentlichen Betrieb gestört (siehe Jakob Augstein im Spiegel).

Nur ein kleines Beispiel, wie ein Wort zu einer Waffe werden kann … und auch warum. Die Nutznießer des Systems Kapitalismus wollen natürlich unter allen Umständen verhindern, dass die Mechanismen, die ihre Fleischtöpfe füllen, öffentlich detalliert beschrieben werden – sie sollen weiter ungehindert laufen: wie schön, wenn man sich dann wieder mal der Öffentlichkeit als Held präsentieren kann, der die Welt vor der Wiedergeburt der NSDAP rettet … mit Methoden, die dieses Ungeheuer selbst erst groß gemacht hat.

Was aber nun die größte Verschwörungstheorie von allen angeht – NINE-ELEVEN – so wundert es mich, dass hier ein Teppich des Schweigens drübergelegt werden soll – ein Teppich, den George Bush jr. persönlich angeordnet hatte und der von amerikanistisch geprägten Netzwerken gratis in großen Mengen verteilt wird. Reinweg als durch das ockhamsche Rasiermesser geprägter Wissenschaftstheoretiker muss ich sagen, dass ein durch den militärisch-industriellen Komplex der USA (wir können sie auch „ultrarechte Kreise“ nennen – ähnlich der P2-Loge, die ähnliches in Italien praktiziert hat) inszenierter Anschlag WENIGER Hyptothesen verlangt als die regierungsamtliche Theorie.

Sehe ich dann, dass diese Regierung bzw. der militärisch-industrielle Komplex der USA enorm durch den Anschlag gewonnen hat, durch tausende von Drohnenmorden (= Hinrichtungen ohne Anwalt, Anhörung des Angeklagten und Urteil eines legitimierten Gerichts, durchgeführt vom Geheimdienst) und durch Massenbespitzelungen selbst engster Verbündeter eine für ein solches Manöver notwendige Degeneration der Geisteshaltung bewiesen hat, gleichfalls auch demonstrierte, dass sie zur Durchführung von Angriffskriegen die Weltgemeinschaft in großem Umfang belügen würde – dann halte ich die Erstellung alternativer Theorien zum „Bin-Laden-Szenario“ für dringend gegeben – im Prinzip ist das sogar die zentrale Aufgabe eines jeden Journalismus, der seine Aufgabe als Vierte Macht im Staat ernst nimmt.

Ein kleiner Blick nur auf Staatsmorde – direkt einer ultralinken Seite entnommen, dem Sozialismus.net:

Die Strategie der Spannung wurde vom zivilen Auslandsgeheimdienst der USA, dem CIA, konzipiert und erfüllt einige wichtige Aufgaben im Kampf gegen den „Kommunismus“. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf den Aufschwung der Linken zu bremsen, indem Terroranschläge organisiert oder unterstützt werden und diese dann der radikalen Linken zugeschoben werden. Mit Bomben und anderen Terrormaßnahmen wird die Bevölkerung in permanente Angst versetzt und so bereit sein, einen Teil ihrer persönlichen Rechte für das Versprechen größerer Sicherheit aufzugeben, und schließlich die „starke Hand“ des Staates akzeptieren.

Der 12. Dezember 1969 ist der Beginn der „Strategie der Spannung“ in Italien. Auf der Piazza Fontana in Mailand explodiert, am Höhepunkt der ArbeiterInnen – und Jugendbewegung, eine Bombe. Dieses Attentat ist der Auftakt zu einer Serie von Bombenanschlägen, denen hunderte Menschen zum Opfer fallen werden. Wie schon bald eindeutige Beweise zeigten, wurde der Terroranschlag von FaschistInnen der Terrororganisation Ordine Nuovo (Neue Ordnung) ausgeführt. Der Geheimdienst legte falsche Spuren und höchste Polizei- und Geheimdienstkreise lenkten die Ermittlungen nach links. Es wurde sofort gegen AnarchistInnen ermittelt, wenige Tage später, auch einige von ihnen verhaftet.

12 Personen, welche mit diesem Fall zu tun hatten, begehen Selbstmord oder erleiden tödliche Unfälle. Ein Anarchist „fällt“ bei der Einvernahme aus dem Fenster im 3. Stock, der Polizeikommissar wird während den Ermittlungen ermordet. Auch der Rechtsanwalt und Geheimdienstagent Vittorio Ambrosini starb. Er hatte zwei Tage vor dem Attentat an einer Einsatzbesprechung der TerroristInnen teilgenommen. Er informierte den damaligen Innenminister Franco Restivi, dass der Anschlag von Ordine Nuovo ausgeführt wurde und nannte 15 FaschistInnen – er stürzte Tage später aus dem 7.Stock einer Klinik, in welcher er sich einer medizinischen Behandlung unterzog. Gianadelio Malett, ehemaliger Geheimdienstchef, belastet den CIA in Zusammenhang mit dem Massaker durch seine Aussage vor Gericht massiv

Darf einem das bekannt vorkommen – als lange eingeübtes „Muster“?

Darf ich an diese „ollen Kamellen“ noch erinnern – die weite Teile der deutschen Linken geprägt hatten? Auch weite Teile der Grünen … denen deshalb „Antiamerikanismus“ unterstellt wurde? Alles schon vergessen? Oder fällt das jetzt auch unter den Bann des Tabus, alternative Theorien zur Regierungsmeinung zu formulieren?

Wie weit ist unser Demokratieverständnis eigentlich schon degeneriert, wie unkritisch sind wir eigentlich geworden, dass wir einer Philosophie gehorchen, die Regierungserklärungen als UNANTASTBARE WAHRHEIT akzeptieren? Wieviel Geld muss man Linken eigentlich zahlen, damit die an solchen Bewegungen des Unmenschentums teilhaben?

NATÜRLICH gehen auch Nazis zu den Montagsdemos (die gehen aber auch nach Aldi, zum Fußball und zum Karneval). Natürlich findet man da auch Leute, die gar nicht merken, dass ihre Kapitalismuskritik schleichend in Judenkritik umgewandelt wird – so wie auch noch weniger merken, dass alles Reden vom „Zionismus“ seinen Ursprung in den „Protokollen der Weisen von Zion“ hat – jetzt wage man aber mal, das offen in Deutschland auszusprechen, dass all die engagierten Linken mit ihrer wohlgemeinten Israelkritik auf altfaschistischen Pfaden wandeln, in dem sie heute beweisen, wie toll es gewesen wäre, wenn man die bösen Juden so vollständig ausgerottet hätte, wie der Führer es vorhatte: es gäbe gar kein „Usrael“, das Palästinenser quälen könnte.

Der größte Triumph der altfaschistischen Kreise in Deutschland war gerade die Verknüpfung von Antisemitismus im Gewande der Israelkritik als „Antizionimus“, der heute breite Schichten in Deutschland erreicht … und nebenbei völlig außer Acht läßt, dass dort eine Glaubensgemeinschaft ums Überleben kämpft, die in Europa fast völlig ausgerottet worden wäre (was jetzt ihre Methoden nicht legitimieren soll – aber bei der Urteilsfindung schuldmindernde Berücksichtigung finden darf, anstatt beständig völlig ausgeblendet zu werden).

Nazis – gehen im übrigen auch mal auf Gewerkschaftsdemos, führen Aktionen gegen Hartz IV durch, plädieren für soziale Gerechtigkeit … sogar Hitler selbst hatte Hunde und Kinder lieb. Weder soziale Gerechtigkeit, noch Hunde und Kinder werden dadurch faschistisch … es sei denn, man befindet sich selbst in einem pseudolinken Herrenmenschenwahn, der getrieben wird duch die (für Frank Schirrmacher plausible) Haltung des EGO: „an meinem Wesen soll die Welt genesen“.

Wir haben – als deutsche Wirtschaftsgemeinschaft, als europäische Wirtschaftsgemeinschaft und vor allem als Weltwirtschaftsgemeinschaft gravierende Probleme. Existenzielle Problem, verursacht durch eine Wirtschaftsform, die nicht den Menschen und die Gemeinschaft als Ziel und Zweck ihres Daseins sieht, sondern das Gewinnstreben des Einzelnen – das hemmungslose Gewinnstreben des Einzelnen.

Wir haben andere Probleme als eingebildete Neurechte, die die Weltherrschaft durch Montagsdemos übernehmen wollen … aber diese Montagsdemos stoßen natürlich jenen übel auf, die an den laufenden Übeln gut verdienen – und sei es nur durch Bücher, die diese Übel beschreiben und durch deren Vermarktung durch kapitalistische Systeme man ein gutes, arbeitsfreies Leben genießen kann.

Was hindert einen eigentlich daran, auf diese Demos zu gehen, und genau dort einzuhaken, wo der Kurs nach ultrarechts geht? Auch Hitler hat Kapitalismuskritik betrieben (wie es allerdings jeder an Selbsterhaltung interessierte Humanist ebenfalls tun würde) … aber dann ganz schnell „Kapitalismus“ mit „Judentum“ gleichgesetzt. Natürlich gibt es reiche Juden – aber die machen nicht die unpersönliche, mechanistische Gewalt einer Wirtschaftsordnung aus, die mehrheitlich absolut von Nicht-Juden getragen wird. Würde Gott selbst morgen alle Juden aus dem Schöpfungsprogramm löschen … es würde sich nichts ändern. Gar nichts.

Und die Kritik an dem Geschäftsgebahren der Wallstreet mit dem Siegel „neurechts“ zu versehen, ist schon eine Wirklichkeitsverzerrung, die ihresgleichen sucht – obwohl Hitler die gleiche Kritik hatte. Aber der mochte ja auch Hunde, wodurch nicht jeder Hundefreund zum Nazi wird.

Und darum ist es eigentlich erste Bürgerpflicht, zu diesen Montagsdemos hinzugehen als aufgeklärter Demokrat. Wie schön wäre es, wenn Jutta Ditfuhrt nicht herummäklend mit peinlichen Aluhut in der Ecke stehen würden, um in übler Stasimanier Berichte über die Versammlungen anzufertigen (die – ganz neu jetzt – alle zu Jutta Ditfurth geschickt werden sollen), sondern selbst durchs Land reisen würde, um mit den Leuten dort zu reden. Die paar echten Nazis wären schnell verscheucht: die Leute, die dort hin gehen, wollen Frieden. Und – wie ich höre – darf dort jeder seine Meinung sagen. Wunderbar: das ist Sinn und Zweck einer Demokratie.

Es ist ein sehr abstruser Weg, eine Aktion demokratischer Meinungsäußerung zu dämonisieren, weil dort auch – vermeintliche und echte – Nazis sind.

Sollen wir etwa auch die Europawahl absagen, weil dort rechtsextreme Parteien mitmachen?

Es ist eine sehr seltsam inkonsequente, inhumane und undemokratische Auffassung von Politik, die sich dort breit macht … und vielleicht auch die Erklärung dafür, warum sich die politische Linke in Deutschland in die völlige Bedeutungslosigkeit verabschiedet hat, nachdem sie in den siebziger Jahren noch Gesellschaft prägen konnte.

Ich frage da abschließend auch gerne mal sehr ketzerisch: wenn uns nur die Rechten bleiben, um nuklearen Holocaust, sozialen Kahlschlag, völkerrechtwidrige Luftangriffe der Bundeswehr, entmündigende Handelsabkommen oder weitere Verseuchung der natürlichen Umwelt aufzuhalten … sollten wir dann lieber in den Untergang gehen – laut alte linke Lieder singend?

Lieber wäre mir jedoch, wir schüfen uns noch andere Alternativen – doch um das zu tun, muss man nunmal hingehen zu diesen Demos, den Dialog und nötigenfalls sogar die Auseinandersetzung suche: selbst wenn das für eine Weile die geregelten und gut durchstrukturierten Mahlzeiten verzögert.

Aber dann bitte nicht den Stasimann mit Aluhut machen, der alles akribisch notiert und schwarze Listen anfertigt, sondern den mutigen Streiter für seine Sache geben: hinauf auf die Bühne und mutig aufgeklärt! Wahrscheinlich wird man dann merken: da steht weniger Nazi vor der Bühne, als man denkt.

Ein PS für die Neofaschisten, die meine Artikel gerne verbreiten: trotz aller Kritik schätze ich Jutta Ditfuhrt sehr. Warum sie gerade den Don Quichote macht und Windmühlen bekämpft, die sie für böse Riesen hält, kann ich nicht beurteilen noch verstehen. Es wird die Art des Umgangs mit ihrer Person sein, die belegt, ob man sich selbst nicht lieber eine Hakenkreuzarmbinde umlegen sollte, um offen und ehrlich seinen soziopathischen Charakter zu demonstrieren. „Haut Jutta Ditfurth in die Fresse“ ist nicht besser als die Hetzjagd auf angeblich „Neurechte“ … die zur Not auch mal von den Marxisten sein dürfen, wenn man sonst keine findet.

Und ein PS für die Jäger der verlorenen Neurechten: die Strategie „wer nicht meiner Meinung, der ist ein Nazi“ ist selten dämlich – und überhaupt nicht mehr demokratisch.

 

 

 

 

 

 

 

CIA organisiert Massenmord und ethnische Säuberungen in Odessa?

CIA organisiert Massenmord und ethnische Säuberungen in Odessa?

Montag, 5.5.2014. Eifel. Ich weiß nicht, ob Sie es schon gemerkt haben: es dauert zuweilen ein bischen, bis das Ministerium für Wahrheit eine Sprachregelung gefunden hat. Die im Ausland gefangen genommen Soldaten (jetzt „Geiseln“ genannt, als hätte die irgendjemand absichtlich entführt, um damit was zu bezwecken, anstatt das sie dabei festgenommen worden sind, wie sie – fernab ihres Auftrages – eine umkämpfte Stadt besichtigen wollten … zusammen mit den Belagerern der Stadt) waren ja jetzt zuerst eine OSZE-Militärmission. Das hatte Claus Neukirch bestritten – immerhin Sprecher des Kriseninformationszentrums der OSZE (siehe FAZ).

Der Herr Gauweiler wird momentan von allen Parteien der großen Koalition dafür beschossen, das er Fragen gestellt hat, die man partout nicht hören will (siehe Spiegel):

Gauweiler betonte, die Aktivitäten von Bundeswehrsoldaten in Zivilkleidung in der Ostukraine seien nicht im deutschen Interesse. „Dass die Revolutionsregierung in Kiew, deren Legitimität man mit gutem Grund anzweifeln kann, Interesse hat, Soldaten der Bundeswehr in das Konfliktgebiet ‚einzuladen‘, verstehe ich schon. Ich verstehe aber nicht, dass es unser Interesse sein soll, uns in dieser plumpen Weise noch tiefer in den Konflikt hineinziehen zu lassen.“

Gauweiler forderte die Bundesregierung auf, Klarheit über den Einsatz der Bundeswehrsoldaten in der Ostukraine zu schaffen. „Wer hat zu dieser weiteren Mission deutsche Soldaten in die Ostukraine geschickt – zeitgleich und außerhalb der ausdrücklich als Zivilveranstaltung beschlossenen OSZE-Sondermission -, und wie soll das mit dem Wiener OSZE-Abkommen vereinbar sein?“

Was Herr Gauweiler nicht verstehen will, sind die hundert Signale, die Regierung und ihre inoffiziellen Pressestellen (wie Spiegel-online) unter das Volk streuen: die „Methode NSA“ ist angesagt: „Wir wollen nicht darüber sprechen, gebt Ruhe„. Man weiß auch, warum die nicht darüber sprechen wollen, denn: anstatt in Uniform ukrainische Truppen zu besichtigen, sind die ohne Uniform in ein Krisengebiet gefahren. Das man solche Leute eher als „Spione“ ansieht – wie es jene Oppositionellen getan haben, die den Trupp überraschend aufgegriffen hatten – sollte nicht verwundern, zumal es ja auch weitere, echte OSZE-Missionen gab, mit denen die Oppositionellen gute Kontakte hatten … und die die Jungs von der Bundeswehr letztlich auch herausholten.

In solchen Fällen – also, wenn die Regierung mal wieder über eine Geheimoperation gestolpert ist – kann man für einen Moment eine gewisse Sprachverwirrung aller Beteiligten feststellen und erhält alle möglichen Informationen, die alle nur ein Ziel haben: von dem realen Tatbestand abzulenken. So erfahren wir jetzt durch den Spiegel, dass die Mission gar nicht von dem deutschen Oberst angeführt wurde, sondern von dem dänischen Oberfeldwebel (siehe Spiegel).

Unverfroren behauptet dort auch ein SPD-Mann, die Ukraine hätte die Mission mit der OSZE in Wien beschlossen, der Link, der das beweisen soll, führt jedoch nur zu allen möglichen Artikeln über die Ukraine – schöner wäre es, wenn man genau erfahren hätte, wer wann was in Wien vereinbart hat und weshalb dann „Wien“ gerade Deutschland ausgesucht hat, die Mission zu führen, Deutschland – dessen Oberst jetzt von einem dänischen Feldwebel angeführt worden sein soll: entgegen aller Gewohnheiten auch noch in Zivil anstatt in Uniform.

Es sind aber nicht nur deutsche Soldaten im Rahmen seltsamer Missionen in der Ukraine unterwegs. Wir erfahren es nur nebenbei, in Nebensätzen, der der hektische Volljobzeitgenosse gar nicht mehr mitnehmen kann. Darf ich zitieren? Aus einem weiteren Spiegelartikel der vor russischen Spionen warnt (ein Witz angesichts des immer noch akuten NSA-Skandals):

Laut „Bild am Sonntag“ sind auch westliche Geheimdienste in der Krise aktiv. Der US-Geheimdienst CIA und die US-Bundespolizei FBI beraten demnach die ukrainische Übergangsregierung in Kiew. Die Spezialisten sollten helfen, die Rebellion im Osten des Landes zu beenden und eine funktionsfähige Sicherheitsstruktur aufzubauen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Die Agenten seien aber nicht direkt an den Kämpfen beteiligt, sondern nur in Kiew tätig. Die Aufgabe der FBI-Agenten bestehe etwa darin, bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Lande zu helfen.

„Eine Regierung, deren Legitimität man mit gutem Grund anzweifeln kann“ (Gauweiler, siehe oben), wird von CIA und FBI dabei unterstützt, dass zu bekämpfen, was die für „organisierte Kriminalität“ halten. Was machen die da eigentlich genau?

Was festzustellen ist: seit geraumer Zeit ist die Gangart härter geworden: die zweifelhafte ukrainische Regierung bekämpft die Opposition mit einer Gewalt, für die ein Janukowitsch international geächtet worden wäre. Er hatte nur (vergeblich) Polizeieinheiten zum Schutz des Parlamentes eingesetzt (was wir in Berlin auch täten, würde ein bewaffneter Mob dort das Parlament besetzen wollen), während die auch mit rechtsradikalen und neofaschistischen Elementen kooperierende Übergangsregierung Kampfhubschrauber und Kampfpanzer ins Gefecht wirft … und noch schlimmere Verbrechen gut heißt. Während man noch vor wenigen Wochen kaum wusste, ob überhaupt eine Armeeeinheit auf die Putschregierung hört, fahren nun Soldaten durchs Land und jagen die Opposition (die wir nach neuer Sprachregelung des Ministeriums für Wahrheit innerhalb Deutschlands nur noch „Putin´s Prorussen“ nennen dürfen) – mit zum Teil grauenhaften Folgen, siehe Spiegel:

Die Polizei sah tatenlos zu, als im südukrainischen Odessa ein Gewerkschaftshaus in Brand gesetzt wurde. Dutzende prorussische Aktivisten kamen ums Leben. Der Gouverneur lobt die Brandstifter: „Sie haben Terroristen neutralisiert.“

Über vierzig Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt – Entschuldigung – „neutralisiert“.

Wieso komme ich jetzt auf einmal auf den Gedanken, dass sich Wladimir Putin zurecht Sorgen über ethnische Säuberungen im Osten der Ukraine macht.

Das war kaltblütiger Mord.

Massenmord.

An Zivilisten.

Auch Frauen.

Lese ich diese Schlagzeile nicht in jenen Medien, die mit dem Ministerium für Wahheit eng zusammenarbeiten … dann schreibe ich sie eben selber.

Wenn nun CIA und FBI in der Ukraine aktiv sind, die Regierung beraten – darf man dann Fragen darüber stellen, was genau die dort machen und empfehlen?

Ich kann auf jeden Fall sagen, warum ich offen den Verdacht ausspreche, dass sie möglicherweise Massenmord und ethnische Säuberungen als Teil eines Einschüchterungsprogrammes fahren, dass einer sehr wackelingen und machtlosen Regierung zur Anerkennung im eigenen Land verhelfen soll, denn ich kenne die Methoden es CIA aus Pakistan. Die TAZ hat darüber berichtet:

Angriffe mit Drohnen sind nicht, wie von ihren Befürwortern behauptet, „sauber, präzise und gezielt“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung aller verfügbaren Daten über die seit 2004 vom US-Geheimdienst CIA in Pakistan durchgeführten Drohnenangriffe.

Laut einem jetzt vom Bureau of Investigative Journalism (BIJ) vorgelegten Bericht der 2009 gegründeten Journalisteninitiative ist die Gesamtzahl der Toten durch Drohnen 40 Prozent höher als bisher angenommen. Bei den mindestens 291 Drohnenangriffen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet seit 2004 starben laut BIJ 2.292 bis 2.863 Menschen. Mindestens 1.104 seien verletzt worden. 126 namentlich bekannte bewaffnete Islamistenführer seien dabei getötet worden wie auch mehrere hundert militante Islamisten.

Aber eben auch 385 bis 775 Zivilisten, darunter 164 Kinder.

Massenmord an unschuldigen Kindern? Im „Kampf gegen den Terror“ verursacht dieser Terror keine Probleme. Man kann sich vorstellen, welche Methoden sie den ukrainischen Sicherheitskräften bei der laufenden „Anit-Terror-Aktion“ vorschlagen. Man darf also auch Foltergefängnisse erwarten. So ein kleiner Genozid an Prorussen schreckt auch ordentlich ab – „töte einen, diszipliniere hundert“, die Methode ist bekannt.

CIA ist harmlos, meinen Sie? Die hätte man ja schon längst an die Leine genommen?

Die sind auch in Deutschland hoch aktiv – wir erfahren es nur nicht. Aktuell gibt es da wieder ein paar Probleme – weshalb man wohl einen Prozess neu aufrollen muss: gut 100 CIA-Mitarbeiter hatten sich in einer Sparkasse in Neuss eingemietet, um Terroristen zu jagen (siehe: der Westen). Von dieser Großoperation ausländischer Geheimdienste in Deutschland wusste kaum jemand etwas. 100 Mann für eine Terrorzelle, über die man dank V-Mann schon gut informiert war? (siehe Heise).  Einem V-Mann, der auch im Zusammenhang  mit dem Mord an der Polizisten Gabriele Kiesewetter und dreier georgianischer Autohändler auftaucht.

Wir sehen: die Welt der Geheimdienste scheint sehr klein zu sein – und die CIA ist wieder sehr aktiv, so aktiv, dass sie jetzt möglicherweise sogar den CDU-Politiker Phillip Mißfelder in Putins Arme getrieben haben. In den Kommentaren eines Spiegelartikels zu seiner „merkwürdigen Mission“ (dem überraschenden Besuch der für den deutschen Ex-Kanzler Gerhard Schröder ausgerichteten Geburtstagsfeier) taucht die CIA wieder auf: Kommentator jws1 erinnert sich an eine kleine Andekdote:

Jetzt wird Mißfelder fertig gemacht. Ich wünsche ihm Stehvermögen. Er hatte einmal geäußert, dass er und sein Büro Besuch vom CIA hatten und man von ihm Zusammenarbeit erwartet hat. Das hat er wohl abgelehnt und nun muss er die Folgen tragen.

Man kann aus der Ferne schlecht beurteilen, was von solchen Informationen zu halten ist – aber dafür gibt es ja bezahlte Profi-Journalisten, die uns Aufschluss darüber geben. Die können sich gerne auch um folgende zwei Meldungen kümmen, die auf der Internetseite „Wirwollenkeinenkrieg“ akutell zu finden sind: ein ukrainischer Soldat, der fließend italienisch spricht (nun: womöglich haben die dort auch „Volkshochschule“) und eine ukrainische Militärabteilung, in der auch US-Fahrzeuge zu erkennen sind (kann man auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden).

Nun – das sind Meldungen, denen ich normalerweise gar nicht nachgehen würde und nachgegangen wäre, wenn da nicht … diese kleine Meldung von CIA-Aktivitäten in Kiew wären. „Spezialisten“, die helfen, „die Rebellion im Osten zu beenden“ – also genau jene Art von Leuten, deren Einsatz man Putin permanent unterstellt.

Und wenn die da jetzt aktiv sind, dann müssen die sich die Frage gefallen lassen, in wie weit der Massenmord in Odessa auf ihr Konto geht … einen Massenmord, den die vom Westen favorisierte ukrainische Politikerin Timoschenko laut RiaNovosti „Schutz von administrativen Gebäuden“ nennt.

Allerdings fürchte ich: die Antworten zu diesen Fragen werden wir uns selber suchen … oder „aus-denken“ müssen – und das dürfen wir nicht mehr. Seitdem bekannt geworden ist, das Verschwörungstheorien gelegentlich Verschwörungen von Geheimdiensten aufdecken, sind sie vom Ministerium für Wahrheit der Holocaustleugnung gleichgestellt.

So müssen wir etwas tiefer graben, um zu sehen, wozu Geheimdienste so alles in der Lage sind, siehe Wikipedia zur Versenkung des Greenpeace-Schiffes „Rainbow-Warrieor“ durch einen Nato-Geheimdienst:

Die vom französischen Geheimdienst als „Operation Satanique“ bezeichnete Aktion wurde aus den „fonds speciaux“, einer Art offizieller „schwarzer Kasse“, über die nur der Präsident der Republik verfügen kann, finanziert und von der französischen Regierung stets gedeckt.

Zwei der sechs Agenten wurden durch die neuseeländische Polizei über das Autokennzeichen ihres Mietwagens ermittelt und verhaftet. Die zwei Agenten waren mit gefälschten Pässen als Schweizer Ehepaar Turenge eingereist. Es handelte sich dabei um Offizierin Dominique Prieur und Major Alain Mafart, einen Kampfschwimmer. Ein neuseeländisches Gericht verurteilte die beiden Agenten im November 1985 zu je zehn Jahren Haft wegen Brandstiftung und Totschlags.

Die anderen Täter entkamen mit Hilfe des Atom-U-Bootes Rubis (S 601) und wurden von der französischen Regierung gedeckt, die die Versenkung angeordnet hatte.

Sie sehen also: es ist sehr weise, Verschwörungstheorien zu verteufeln. Seitdem das üblich geworden ist, hören wir auch immer weniger aus der Welt der Geheimdienste.

Nur selten tauchen noch mal ein paar Splitter auf, die irritieren – so wie heute.

 

Dokumente deutscher Dämlichkeit: Montagsdemos – wer für Frieden ist, ist ein Nazi.

Dokumente deutscher Dämlichkeit: Montagsdemos - wer für Frieden ist, ist ein Nazi.

Samstag, 19.4.2014. Eifel. Große Aufregung erhebt sich gerade in Deutschland. Ein wildes Getöse geht um in der Facebooklandschaft: Jutta Ditfurth entfreundet alle Facebookfreunde, die „KenJebsen“ gelikt haben. Ich weiß, dass hört sich an wie der Anfang von einem sehr schlechten Witz, ist aber Realität. Das kann man auch noch nachvollziehen. Seitdem Ken Jebsen (Künstlername) der Bundeskanzlerin einen Brief über „Nationalzionisten“ geschrieben hat, die „Israel besetzt halten“  (ich verlinke solche Gülle nicht, wer sich hier für das Original interessiert, muss selber arbeiten), kann der sich in meinen Augen auch eine Hakenkreuzarmbinde gönnen: ich bin diese hinterhältigen Versuche, Hitlers Judenmorde im Nachhinein schön zu reden oder vielleicht neue Judenprogrome (diesmal im Kampf gegen „Zionisten“, wie man den Juden als Eingeweihter heute nennt)  zu initieren, um sein Werk beenden zu können, endgültig leid.

Es ging aber nicht nur um KenJebsen – es ging auch um die neuen Montagsdemos. Wie der geneigte  Leser vielleicht mitbekommen hat, hat der Osterhase uns in diesem Jahr eine kleine Weltkriegsgefahr ins Nest gelegt. Deutsche Medien hatten schon 2013 beschlossen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin in breiter Front als unerträglichen Unhold darzustellen, der einfach nur – hach – unerträglich ist. So unerträglich, dass er eigentlich weg muss … aber das sagt man nicht gerne so deutlich. Da der selbst bei seinem Volk sehr beliebt ist und sich – anders als unsere Politiker – stundenlangen Fragenmarathons im TV stellt (siehe Spiegel) und sich somit demokratischer gebärdet als des politische Personal Deutschlands, geht das nicht so leicht … außer vielleicht durch einen kleinen Krieg?

Nun – diese Kriegsgefahr, dieses irrationale und unerklärliche Umschlagen der Politik des demokratischen Westens in völkerrechtswidrige Angriffskriege haben wir schon oft erleben dürfen – selbst dann, als die Friedensbewegung selbst an den Hebeln der politischen Macht drehen durfte: Bomben auf den Kosovo läuteten ein ganz neues Kapitel deutscher Außenpolitik ein – wie 1939-1945 lösten wir Konflikte (auch jene, die es ohne uns gar nicht gegeben hätte) wieder mit Bombenterror. Diesmal war es allerdings nicht der Hitler, diesmal waren es SPD und GRÜNE – was sich auch eher wie ein Witz anhört. Die haben auch nichts dazu gelernt, tönt doch der SPD-Außenminister gerade herum, dass er „Russland zum Krieg bereit“ sieht(siehe Welt), obwohl die Nato selbst die Journalistenlegenden über den angeblichen Großaufmarsch russischer Truppen in Zweifel ziehen (siehe Spiegel).

Nun entschieden sich einige Leute, zu Montagsdemos für den Frieden aufzurufen. Ich bekam davon nichts mit – so weitreichend scheinen die Aufrufe also nicht gewesen zu sein. Das erste, was ich davon mitbekam, war, dass man da nicht hingegen sollte, weil da auch „Rechte“ bei seien. Also: „böse Menschen“. Dabei ist „rechts“ zu sein im Prinzip nicht verboten – einfach mal die Merkel fragen. Aber natürlich: Antisemitismus hatte schon mal schlimme Folgen. Die Warnungen vor den „Rechten“ nahmen mehr und mehr zu, letztlich schlossen sich sogar die deutschen Leitmedien der Warnung an: Spiegel-online machte daraus ein ganz großes Thema und löste so elegant auch ein Phänomen der Gegenwart: die vielen kritischen Stimmen von Lesern (quer durch alle Medienformate) gegen die Putin- und Russenhatz in den deutschen Medien (nahezu ausschließlich vorgenommen von Absolventen privater „Journalistenschulen“ – was natürlich ganz unbedenklich ist) seien in einer Riesenverschwörung bei Facebook begründet. Eine Verschwörungstheorie – ja! Aber eine von den „guten“ – deshalb ist sie ok. Dort findet Antisemitismus statt, weil dort Antisemitisten sind – eine erstaunliche Schlußfolgerung. Antisemitismus findet in ganz Deutschland statt, sogar ein Mitherausgeber des Spiegel geriet schon in die Kritik: ist Deutschland deshalb ein judenfeindliches, antisemitisches Land zu nennen?

Es wurde sogar die ganz große Keule geschwungen: dort gibt es „Antiamerikanismus“. Seit wann ist „Amerikanimus“ selbstverständliche Pflicht in Deutschland? Sind wir Religion geworden? „Verschwörungstheorien“ tauchen dort auf, wie grausam. Etwa wie die über die Lüge der aus den Brutkästen geraubten Babys in Kuweit, die Massenvernichtungswaffen im Irak oder die außergerichtlichen Massenexekutionen ferngesteuerter US-Drohnen … oder etwa der völkerrechtswidrige Kosovokrieg der deutschen Edelgrünen? Oder etwa die Theorie, dass die NSA Deutschland abhört, als seien wir ärgste Feinde? Und – huch – es taucht auch „Esoterik“ auf. Ganz schlimm: die Mystik des Zen-Buddhismus, die Schriften von Platon und Pythagoras oder die schon von Krankenkassen bezahlte Akupunktur bedrohen wirklich die Grundfesten des zivilisierten Abendlandes. Inhaltslose Worthülsen, als „Argumentationsdusche“ aneinandergereiht gehören zu den grausigsten Methoden erfolgloser Staubsaugervertreter – aber vielleicht lernt man das ja gerade auf den privaten Journalistenschulen.

Und – wie bequem: so könnte man sämtliche (von mir inzwischen täglich gelesene, häufig sehr intelligente, witzige, freche) Kritik an der einseitigen (und bezahlten)Berichterstattung deutscher Edelfedern dem wiedererstarken des Nationalsozialismus in die Schuhe schieben. Nicht nur Putin ist Hitler, sondern jeder, der die USA kritisiert, ist ein Hitler (oder befindet sich in einer „pubertären, antiamerikanischen Nische“ – wie uns ein weitere Spiegel-Artikel erklärt, für den ich jetzt mal keine Werbung mache). Jeder, der für ihre Arbeit bezahlte Journalisten kritisiert oder eine andere Meinung als sie hat, ist ein Hitler. Wer bei Facebook mit Anonymus vernetzt ist, ist ein Hitler. Wer Facebookfreunde hat, die KenJebsen liken, ist ein Hitler. Wer keine Schwulen liebt, ist ein Hitler. Wer Vegetarier ist, ist ein Hitler. Wer für Tierrechte eintritt, ist ein Hitler. Wer gegen Zinsen ist, ist ein Hitler. Wr für die Occupy-Bewegung ist, ist ein Hitler. Wer gegen den Kapitalismus ist, sowieso.

So jedenfalls kommt es einem vor, wenn man die Hysterie erst halbwegs verdaut hat. Wird es dann ruhiger, wird es Zeit für Besinnung (übrigens auch eine Form von „Esoterik“, als Meinungsbildung auch eine Form von „Verschwörungstheorie“ … eine Worthülse, mit der inzwischen alle unabhängige Meinungsbildung in den Dreck gezogen wird, ohne das dies den pubertären Edelfedern überhaupt auffällt).

Man kann erschrocken darüber sein, dass die Montagsdemos von Faschisten unterwandert sind. Man kann erschrocken darüber sein, dass Medien, Polizei, Parteien, Sozialverbände und Kirchen von Nazis unterwandert sind – und ich selbst habe mir genug Ärger eingehandelt, in dem ich noch ein paar mehr gefunden habe.

Ich gehöre aber zu den Menschen, die erleben durften, dass linke Grüne gerne andere Länder bombadieren: ja, da habe ich auch an meiner Wahrnehmung gezweifelt. Für mich ist „links“ nicht mehr automatisch „gut“; seit der Einführung von Hartz IV (und der immer halbherzigeren Kritik der „Linken“ daran) halte ich einige linke Strömungen in Deutschland (zum Beispiel SPD und Grüne) für extrem anfällig für das Gedankengut um den Spruch „Arbeit macht frei“, der – ich hoffe, da liege ich richtig – mal richtig echt „rechts“ war. Jedenfalls stand er auf den Konzentrationslagern, in die man die Arbeitslosen gesteckt hatte.

Natürlich ist Antisemitismus schlimm: er steckt hinter 90% der aus Deutschland kommenden Israelkritik, die immer vergisst, dass es ohne Deutschland kein Israel gegeben hätte, wir (als Land) also die eigentliche Ursache für „Zionismus“ sind … und nicht unheimliche Weltverschwörer.

Natürlich ist auch der Missbrauch mystischen Gedankengutes schlimm – man sollte jedoch bedenken, dass die Abwehr hier leichter viele, gäbe es mehr Bildung zu dem Thema … und weniger unfundierte Meinung.

Bei den Montagsdemos bin ich aber jetzt den Idioten fast auf den Leim gegangen: wenn angesichts der aktuellen politischen Lage (in der schon deutsche Truppen an die Ostfront verlegt werden) Menschen sich für den Frieden auf die Straße stellen, dann IST ES EGAL, was sie sonst noch so denken. FRIEDEN – ist eindeutig ein höheres Gut als jene Werte, die einen den rechten Rand der Politik mit Argusaugen beobachten lassen. Es ist also VÖLLIG EGAL, was diese Leute von den Montagsdemos sonst noch so denken.

Erstaunlich – oder?

Im ersten Reflex war ich auch der Meinung: das ist ein Riesenpfui, da sollte man nicht hingehen.

Aber es geht hier um Frieden. Bricht der Krieg erstmal aus, ist für feingeistige Haarspaltereien politischer Kaffeehausrevoluzer kein Raum mehr, dann sterben Millionen unschuldiger Menschen einen grausamen Flammentod … und ich soll das begrüßen, nur weil da auch politisch Andersdenkende auftreten? Lieber Atombomben auf Nürnberg als Jürgen Elsässer als Vortragsredner? Ehrlich?

Die ganze Affäre – ein einziges Dokument deutscher Dämlichkeit. Hirnlose Phrasendrescher versuchen Politik zu machen … vielleicht ist das die einzige funktionierende Erklärung für die Entsendung deutscher Soldaten in den Kosovo durch die Politiker der Friedensbewegung.

Und Jutta Ditfurth? Veröffentlicht gerade fast täglich Bilder mit Hüten aus Alufolie. Soll wohl irgendwie lustig sein – ist wohl ein Witz für „Eingeweihte“. Ich erinnere mich da lieber an andere Aussagen von ihr, Aussagen, die man heute nicht mehr machen darf, siehe Cyberweiber

Was vielleicht auch andere Ursachen hat, wie Ditfurth andeutet: so gab ihr als Parteisprecherin nach erfolgreicher Bundestagswahl 1987 das US-Aussenministerium zu verstehen, man wolle sie „näher kennenlernen“, was sie als eine ihrerseits „äusserst unerwünschte“ Kontaktaufnahme der CIA verstand. Schliesslich wurde eine Vortragsreise Ditfurths in den USA genützt, bei der sie einmal vor einem „sonderbaren Publikum“ referierte – unter anderem VertreterInnen der Deutschland-Abteilung der CIA, von NATO- und US-Militär, von republikanischen Think-Tanks und State Department. Sie sprach NATO-kritisch über deutsche und US-Aussenpolitik und wurde dann von einem hohen Offizier „angebrüllt“: „ohne Zustimmung der USA hätte es die Grünen nie gegeben!“

Da würde man hellhörig werden uns sich fragen: wie groß ist der Einfluss der USA in Deutschland eigentlich? Da der Amerikanismus uns verpflichtet, alle Informationen, die die USA in ein schlechtes Licht stellen, zu ignorieren, fragen wir uns lieber gar nicht.

Die gleiche Affäre gibt es noch mal mit anderen Schwerpunkten, hier bei lightways aus dem Artikel „Zahltag, Junker Joschka“ von Jutta Ditfurth:

Etwa 1986 überbrachte man mir das Ansinnen des US-Außenministeriums, mich „näher kennenlernen“. Meine klare Abfuhr gefiel nicht, so nutzte man meinen Aufenthalt in Washington, wo ich auf Einladung einer Universität einen Vortrag über die deutsche Innen- und Außenpolitik hielt, für ungebetene Annäherungen. Es kam – unter Beobachtung der deutschen Abteilung der CIA – zu heftigen Auseinandersetzungen mit Vertretern des US-Militärs, des Außenministeriums und des Reaganschen Think-tanks: Ich griff z.B. die US-Außenpolitikin Nicaragua an und dieNato. Dennoch wurde ich aufgefordert, eine Studie über meine Partei zu erstellen. Ich lehnte ab, und mir wurde vorgehalten, daß zwei Grüne, einer davon Lukas Beckmann,ihre Arbeit bereits angeboten hatten. 

Also arbeiten führende grüne Politiker für die CIA? Darüber dürfen wir heute nicht mehr nachdenken, das wäre „Verschwörungstheorie“ – und wir wären damit Nazis.

Ich denke da an einen älteren Artikel des Schweizer „Tagesanzeigers“ aus dem Jahre 2009. Tum Curley, Chef der Nachrichtenagentur AP, war der Kragen geplatzt:

Die Bush-Administration hat das US-Militär in eine globale Propaganda-Maschine verwandelt. Tom Curley, Chef der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, kann dazu nicht mehr länger schweigen. Am Wochenende referierte er an der Universität von Kansas vor Journalisten über den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf seine Berichterstatter in Kriegsgebieten wie Irak oder Afghanistan. Sein Fazit: «Es wird langsam unerträglich.» Hohe Generäle hätten gedroht, dass man die AP und ihn ruinieren werde, wenn die Reporter weiterhin auf ihren journalistischen Prinzipien beharren würden.

Ist es jener Druck, der deutsche Journalisten im Jahre 2014 zum hemmunglos unkritischen Amerikanismus verdammt? Es lohnt sich, den Artikel weiter zu studieren:

Das US-Militär hat seine Propagandaabteilung gewaltig ausgebaut. Nichts wird unversucht gelassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon über 27’000 Personen, die ausschliesslich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind. Zum Vergleich: Das gesamte US-Aussenministerium mit Hillary Clinton an der Spitze beschäftigt rund 30’000 Personen. Die PR-Maschinerie des Militärs kostet die Steuerzahler jährlich 4,7 Milliarden Dollar. Seit 2004 sind die Ausgaben um 63 Prozent gewachsen. Wozu diese Mittel genau eingesetzt werden, bleibt meist geheim.

Nun – für die Beeinflussung der Berichterstattung in Deutschland braucht man keine 27 000 Leute. Da reichen ein paar Dutzend Chefredakteure – und schon wird aus Antiamerikanismus ein inoffizieller Straftatbestand.

Ob man die Grünen für den Kosowokrieg auch bezahlt hat?

Auf jeden Fall haben wir nun einen hinreichenden Grund dafür, zu erkennen, warum man ein Nazi ist, wenn man für den Frieden ist.

Oder einen Artikel wie diesen hier schreibt. So verrückt ist die Welt gerade wieder mal geworden.

Vielleicht brauchen wir aber wieder einen Weltkrieg, um zu verstehen, dass FRIEDEN wichtiger ist als die Gesinnung jener Leute, die zu einer Demonstration für ihn aufrufen. Und wem deren Meinung nicht passt, der kann ja mit demonstrieren und krude Geschichtsfälschungen im Dialog gerade rücken. Aber nur fernbleiben, alle als Nazis deklarieren und schon mal Namenslisten für stalinistische Säuberungen erstellen (ein anderes Hobby linker Facebookkommunisten), ist vielleicht zu wenig, um ein neues Kosovo zu verhindern.

Auch dort galt es, gegen Hitler zu Felde zu ziehen.

 

Die Quellen des Rechtsextremismus

Die Quellen des Rechtsextremismus

Mittwoch, 8.1.2014. Eifel. Kürzlich wurde ich darauf angesprochen, dass ich doch sicher wüßte, dass Christoph Hörstel gesagt habe, dass Angela Merkel Wunschkandidatin der „jüdischen Lobby“ gewesen sei. Ich konnte die Frage nur verneinen – und wüßte auch nicht, wieso eine jüdische Lobby den Herrn Hörstel darüber informieren sollte, welche Kandidaten ihre Wunschkandidaten sind. Gäbe es sie wirklich, diese jüdische Lobby, würde sie doch lieber im Geheimen ihre Politik betreiben, oder? Das soll sie ja auch angeblich. Der Urmythos aller Rechtsradikalen aus dem 19. Jahrhundert lautet: die Juden dieser Welt haben sich verschworen, um die Weltherrschaft zu übernehmen – im extremsten Fall sogar für Satan persönlich. Das besagen die „Protokolle der Weisen von Zion„. Vor dem Hintergrund dieser Sage liest sich dann auch das Wort „Zionist“ auch gleich anders – doch dazu muss man diese Sage kennen.

Für den „Eingeweihten“ (also jenen, der alles viel besser weiß als alle anderen) hat das Wort „Zionist“ eine besondere Bedeutung. Oberflächlich betrachtet, wird es seit geraumer Zeit in den deutschen Sprachgebrauch hineingetragen – gezielt und mit Absicht, möchte ich unterstellen – um damit jene Kreise zu kennzeichnen, die das Land Israel ins Leben rufen wollten … und es auch getan haben.

Insgeheim weiß man aber, dass alle „Zionisten“ nur Agenten der Protokolle der Weisen von Zion sind – bzw. Agenten der zwölf Stammeshäupter der zwölf jüdischen Stämme. Ja – so dachte man noch im 19. Jahrhundert: dort war es bibeltreuen Fachleuten noch bewußt, dass es zwölf israelitische Stämme gab – dass die zehn verlorenen irgendwo existierten, war im 19. Jahrhundert noch Allgemeinwissen. Heute stellen wir sogar die ganze Bibel in Frage …. aber akzeptieren, dass die Führer der zwölf Stämme die Weltherrschaft an sich reißen wollen, darunter auch Indianer aus Nordamerika und dem Amazonasgebiet?

Nun -heute wissen wir, dass dieser Mythos der Weisen von Zion falsch war. Es sind nicht die Juden, die die Weltherrschaft anstreben, sondern die Roma, die Arbeitslosen und die Moslems: der wanderende, arbeitslose Muselmann ist der wahre Feind der Welt, das ist jedem klar. Deshalb sind ja auch die westlichen Demokratien in Afghanistan und dem Irak einmarschiert, bombadierten Lybien und den Jemen. Über die große jüdische Weltverschwörung können wir nur laut lachen, die große muslimische Weltverschwörung ist es, die bekämpft werden muß!

So züchtet sich jedes Jahrhundert seinen Sündenbock – eigentlich klar zu erkennen.

Natürlich ist es nicht nur Wunsch nach einem Sündenbock, der zur Handlung treibt. Die Enteignung der Arbeitslosen in Deutschland zum Beispiel hat womöglich manch einem SPD-Politiker per Zwangsversteigerung der mühsam erarbeiteten Immobilie des Arbeitslosen zu Wohneigentum verholfen, das er sich sonst nie hätte leisten können, die Verstaatlichung und Veräußerung jüdischen Besitzes ergab eine ordentliche Rendite, von der noch heute viele deutsche Familien gut leben, und der Moslem sitzt auf Öl, dass ganz sicher uns gehört.

Natürlich gibt es im Deutschland des Jahres 2013 immer noch Menschen, die nicht dem neuen Mythos folgen („Al Kaida will die Weltherrschaft“) sondern lieber bei dem alten bleiben („der Zionist wars!“). Er ist bequem: ferne (und in Wirklichkeit nicht existente) Mächte anzuklagen, für alles Übel in der Welt verantwortlich zu sein, ist immer leichter, als direkt vor seiner eigenen Haustür echten Gräueln zu begegnen … wie zum Beispiel der Nato-Geheimarmee Gladio, deren gesicherter Existenz in etwa so heruntergespielt wurde wie aktuell die NSA-Abhöraffäre mit großem Aufwand totgeschwiegen wird.

Die Beschäftigung mit Gladio ist auch unangenehm: CIA-gesteuerte, rechtsextreme Bombenleger, deren Taten linksextremen Gruppen in die Tasche geschoben wurden, könnten ein ganz anderes Licht auf die RAF werfen, als wir es gewohnt sind – möglicherweise müßten wir uns damit anfreunden, dass weite Teile unserer politischen Wirklichkeit geschickt von Geheimdiensten inszeniert und gesteuert werden. Der Vater der NSU-Terroristen Mundlos äußerte sich im Spiegel dazu:

Siegfried Mundlos hat sich seine eigene Theorie zurechtgelegt, um das Unbegreifliche zu begreifen: Der Verfassungsschutz habe die rechtsextreme Szene in Thüringen aufgebaut, bei der Gründung des Thüringer Heimatschutzes (THS), dem Sammelbecken verschiedener Kameradschaften, „maßgeblich mitgewirkt“, regelrecht „eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme betrieben“, sagt Mundlos senior.

Warum sollte man so etwas tun?

Nun – das rechts=NSDAP=Hiter=böse ist, ist eine Lektion, die die ganze Welt dank Hollywood bis in die heutigen Tage erfährt … was auch gut so ist. Viele freut das, weil man so tun kann, als wäre das Böse selbst mit Hitlers Tod endgültig aus der Welt geschafft … dabei hat es nur seine Form geändert. Es ist aber ganz nützlich, wenn so etwas echtes rechtes Böses immer am Rande der Gesellschaft lauert, weil man damit mehr Budget für den eigenen Dienst kassieren kann, als eigentlich angemessen wäre. Außerdem kann man diese Gruppen dann gezielt mit Mythen versorgen, die von den wirklich echten Skandalen gut ablenken, ja, sogar die Nachforschung zu aktuellen Terrorakten unterbindet.

In der Süddeutschen fand man dazu vor einiger Zeit einen interessanten Artikel über „unsterbliche Verschwörungstheorien“: da wurde munter alles in einen Topf geworfen: nine-eleven, der unsterbliche Elvis, die Protokolle der Weisen von Zion, Area 51, der Kennedymord und was es sonst noch so an Klassikern gab. Dort erfahren wir auch etwas über die Protokolle der Weisen von Zion:

Erstmals veröffentlicht wurden die „Protokolle“ in Russland in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. 1905 tauchten sie in einem Buch des russischen Antisemiten Sergei Nilus auf. Wer sie geschrieben hat, ist bis heute nicht ganz klar. Der Verdacht, es seien Mitarbeiter der zaristischen Geheimpolizei gewesen, konnte bislang nicht bewiesen werden.

Vielleicht sollte man allerdings besser auch sagen: Wer sie abgeschrieben hat, ist unklar. Wie der britische Journalist Philip Graves bereits 1920 in der Times aufdeckte, stammen große Teile der „Protokolle“ aus einem französischen Buch aus dem Jahre 1864 – die allerdings im Sinne der Antisemiten verändert wurden.

Wer ist eigentlich der wirkliche Nutznießer der Protokolle?

Nun – das steht ganz offen in den Protokollen selbst, zitiert bei Wikipedia:

Daher gelte es, die Vorrechte und den Landbesitz des Adels zu beseitigen, der „das einzige Abwehrmittel der nicht jüdischen Völker und Staaten gegen uns“ sei,

So einfach findet man die Täter. Mitte des 19. Jahrhunderts brauchte der Adel dringend eine Legitimation, um seinen enormen Landbesitz (die Quelle allen Reichtums) zu verteidigen. Wie schön, wenn man sich einfach durch Landbesitz als edler Verteidiger des Volkes gegen das Böse präsentieren konnte: nur mein riesengroßer Besitz in Bayern und Pommern schützt Deutschland vor der jüdischen Internationale! So wird Hartz IV, die Deregulierung der Finanzmärkte und die Schaffung eines neuen Geldadels durch Umverteilung von unten noch oben zur einem Akt der Selbstverteidigung gegen den bösesten aller Feinde, den man sich nur vorstellen kann: den Teufel selbst.

Sehr nützlich, diese Juden. Prangert man dann noch die Menschenrechtsverbrechen Israels unter dem Begriff des „Zionismus“ an, sorgt man dafür, dass das Gefühl der fortschreitenden Bedrohung durch etwas extrem Böses weiter vorhanden bleibt … und dem Verfassungsschutz Steuergelder in die Kassen spült.

Nebenbei erfüllt der Mythos aber noch einen weiteren Zweck: stellt man sich nicht allzu blöde an, lassen sich mit seiner Hilfe andere Problemzonen leicht überspielen. Einfach mal vom zuständigen V-Mann auf dem Stammtisch der örtlichen Chemtrail-Gruppe auf die Zusammenhänge zwischen UFO´s, Neuschwabenland und den Weisen von Zion hinweisen, die für nine-eleven, die RAF-Morde und den Tod des Uwe Barschel verantwortlich sind und schon ist genug Gift ins Hirn gesät, dass jegliche ernste Kritik im Sande verläuft. Nebenbei sorgt man dafür, dass sich sich der rechtsnationale Mob wie ein Freiheitskämpfer, ein moderner Robin Hood fühlt, der für Wahrheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe gegen den Teufel selbst streitet: das hält die Motivation oben.

Und ganz nebenbei … sinkt das Interesse an echten, wirklichen, folgenschweren Bombenattentaten, deren Aufklärung einfach nicht gelingen will, obwohl die Netzwerke Gladios (korrekter als „Stay behind“ bezeichnet) in fast allen Ermittlungen zu Terrorakten immer wieder auftauchen – wie zum Beispiel erst 2013 im Rahmen der Ermittlungen zur luxemburgischen Bombenlegeraffäre, siehe Wort.lu:

Dass der Srel den Stay Behind hinter den Anschlägen vermutete, bestätigte gestern allerdings der angesprochene Gérard Reuter gegenüber RTL. Reuter, der offensichtlich über gute Kontakte zum Srel verfügt oder verfügt haben muss, bezeichnete zudem die US-amerikanische CIA als Auftraggeber der Bombenserie. Des Weiteren bestätigte Reuter den Aufenthalt des Loge-P2-Gründers und Gladio-Mitglieds Licio Gelli Mitte der 1980er-Jahre im Großherzogtum. Me Vogel stellte den Italiener gestern nochmals in Zusammenhang mit der Attentatsserie.

Srel ist der Geheimdienst Luxemburgs, Licio Gelli der Drahtzieher jener Loge, die ganz Italien staatsstreichartig übernehmen wollte – und fast übernommen hatte, der CIA ist eine Bruderorganisation der NSA, die gerade durch einen breitflächigen Informationskrieg gegen Deutschland und Europa aufgefallen ist … was viele auch nicht wahr haben wollen.

Gérard Reuter ist der ehemalige Präsident des luxemburgischen Rechnungshofes. Dem Srel waren Dokumente zugestellt worden, die ihn in eine Schwarzgeldaffäre verstrickt sehen, so dass seine Zeugenaussage (wie die anderer in jenem Prozess aufgetretenen) gleich schon wieder fragwürdig ist … aber das ist ja ein altbekanntes Handwerk von Geheimdiensten: Destabilisierung durch Desinformation.

Kommte man der Wahrheit zu nahe, findet man sicher in seiner Nähe plötzlich einen engen Freund, der die Protokolle der Weisen von Zion zitiert – womit man ungefähr so glaubwürdig wird wie jemand, der erst gesten mit Elvis in Bottrop ein Bier an der Bude getrunken hat: für solche Assoziationen sorgen die „staatstragenden Medien“ schon … und nebenbei verschwinden die vielen unanständigen, unangenehmen und unbeantworteten gerechtfertigten Fragen zu nine-eleven vollständig aus dem Bewusstsein … zum Beispiel die, warum man im Umfeld der Attentäter immer wieder auf Geheimdienste (im Falle Bin Ladens sogar des CIA) stößt.

Ach ja – und die Wahrheit?

Wahr ist, das Luxemburg (wie viele ander Länder Europas auch) von Bombenattentaten überzogen wurde, deren Ursprung unbekannt ist.

Sie können sich jederzeit wiederholen – auch in Deutschland … und im Prinzip auch in einer Größenordnung, wie man sie am 11. September 2001 in New York erlebt hat.

Wahr ist, dass der CIA gezielt deutsche Politiker anspricht, gezielt Informationen streut, gesellschaftliche Entwicklungen steuert und massiven Einfluss auf die Öffentlichkeit nimmt, über Jahrzehnte hinweg auch in Deutschland eine Geheimarmee (aus SS-Veteranen und ihren Fantruppen) aufgebaut hat, die jederzeit wieder zuschlagen kann … wie in Luxemburg oder Italien.

Wahr ist, dass die NSA die gesamte Welt bespitzelt, als wäre sie Feindesland – auch wenn Herr Pofalla die Affäre tausendmal für beendet erklärt, so wie die Bundesregierung die Existenz der Geheimarmeen für beendet erklärt hat … das erste Mal 1972, dann aber auch noch mal 1991 – und sicher noch öfter, sollte es nötig sein.

Wahr ist, dass die jüdische Religion zu den verfolgtesten der Welt gehört, wahr ist, dass der Staat Israel nur durch militärische Geschick überhaupt noch existent ist. Wahr ist, dass der Adel im 21. Jahrhundert als Geldadel neu erblüht – und deshalb ein gehobenes Interesse daran hat, die Protokolle der Weisen von Zion unter dem Ladentisch weiter zu verbreiten, weil sie sein Recht auf Grundbesitz so schön legitimieren.

Falls der Herr Popp mit seinem Plan B wirklich mal erfolgreich zu werden droht, wird man ihm das schnell ankreiden: wie die Zionisten will der den Grundbesitz antasten. Wahrscheinlich ist er selber einer der Weisen von Zion.

Bis dahin aber gestalten Geheimdienste weiter unsere Wirklichkeit  – wie im Falle des Anschlags von Bologna, zu dem die NZZ 2010 schrieb:

Nach dem Bombenanschlag in Bologna versuchten Gelli und seine Vertrauensleute im militärischen Geheimdienst, die Ermittler von dem schon frühen Verdacht gegen rechtsextreme italienische Täter abzubringen. Dabei liessen zwei Sismi-Agenten durch einen Unteroffizier der Militärpolizei in einem Zug in Bologna auch einen Koffer deponieren, der nicht nur Sprengstoff von derselben Art wie beim Anschlag auf den Bahnhof enthielt, sondern auch Reisedokumente, die den Verdacht auf einen französischen und einen deutschen Rechtsextremisten lenken sollten.

Sismi … ist der italienische Geheimdienst.

Natürlich muss man im Jahre 2013 vorsichtig sein. Wer heute von Verschwörungen der Geheimdiensten redet, gilt schnell als rechter Spinner. Manchmal arbeiten Geheimdienste eben auch sehr effizient – und eine Armee von V-Leuten sorgt dafür, dass jeder Kritiker des „Systems“ ganz schnell mit den Anhängern der Protokolle der Weisen von Zion verwoben wird und damit zum Clan der Dauervollspinner zu zählen ist.

Wenn das nicht reicht, findet man eben einen Koffer mit Sprengstoff in seinem Keller … alles schon mal da gewesen – zum Schutz des Privateigentums.

Oder wird – wie es uns vom Nachrichtenspiegel widerfahren ist – von unbekannten Experten glasklar als Ableger des AfD mit nationalistischem und linkenfeindlichem Hintergrund erkannt.

Da scheinen wir dem örtlichen V-Mann ein Dorn im Auge gewesen zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9/11

Der Gedanke, daß dieses Ereignis nicht vergessen werden sollte, ist nicht ganz falsch.

Daher hier nochmal ein Überblick auf die offizielle Leseart der Ereignisse (Vertraut mir und schaut das Video an):

(Via)

Die Wahrheit, das Ufo und die CIA: wie Politik gemacht wird.

Montag, 26.11.2012. Eifel. Wir haben ja gerade eine Hochzeit für Philosophen. Nein, keine Heirat, eine Hoch-Zeit. Ideales Klima für Denker, Weltverbesserer und Utopisten. Das passiert in der Geschichte nur ganz selten, denn wenn alles in Ordnung ist, braucht uns keine Sau. So jedenfalls hatte man es mir während des Studiums eingebläut, mich gewarnt, diesen Schritt zu gehen, weil er das Gelübde ewiger Armut mit sich brachte und zu nichts nütze sei. Nun hat aber Philosophie mit Vernunft wenig zu tun - auch wenn wir die Grenzen der Vernunft jederzeit detalliert herunterbeten können. Der Begriff Philosophie beschreibt ein Liebesverhältnis zur Wahrheit, kein Vernunftverhältnis - und von der Liebe wissen wir, das sie völlig unvernünftig sein kann ... mein Konto kann davon ein Lied singen. Unser Verhältnis zur Wahrheit ist ein leidenschaftliches Liebesverhältnis - und dieser Liebe widmen wir uns mit Inbrunst, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen - und ecken da normalerweise sehr an. "Normalerweise" ist hier eine Einschränkung, denn: wer heute Philosophie studiert, wird feststellen, das an den Universitäten fast ausschließlich verbeamtete Philosophiehistoriker sitzen, die gerne reisen, gute Weine schätzen und Philosophenbiografien samt einschlägiger Zitate auf jeder Familien- oder Betriebsfeier fehlerfrei referieren können, sich dafür aber - mit Rücksicht auf die Pensionen - aus dem politischen Geschäft heraushalten.  Dabei ist die Vergewaltigung der Wahrheit durch jene, die sie nicht lieben, sondern nur ge- und verbrauchen wollen unser zentrales Problem. Nehmen wir mal ein Beispiel, das völlig an den Haaren herbeigezogen ist, aber zeigt, wie tief die Manipulation durch das CIA IN UNS ALLEN SITZT - ohne das wir es merken: die Ufos.

Montag, 26.11.2012. Eifel. Wir haben ja gerade eine Hochzeit für Philosophen. Nein, keine Heirat, eine Hoch-Zeit. Ideales Klima für Denker, Weltverbesserer und Utopisten. Das passiert in der Geschichte nur ganz selten, denn wenn alles in Ordnung ist, braucht uns keine Sau. So jedenfalls hatte man es mir während des Studiums eingebläut, mich gewarnt, diesen Schritt zu gehen, weil er das Gelübde ewiger Armut mit sich brachte und zu nichts nütze sei. Nun hat aber Philosophie mit Vernunft wenig zu tun – auch wenn wir die Grenzen der Vernunft jederzeit detalliert herunterbeten können. Der Begriff Philosophie beschreibt ein Liebesverhältnis zur Wahrheit, kein Vernunftverhältnis – und von der Liebe wissen wir, das sie völlig unvernünftig sein kann … mein Konto kann davon ein Lied singen. Unser Verhältnis zur Wahrheit ist ein leidenschaftliches Liebesverhältnis – und dieser Liebe widmen wir uns mit Inbrunst, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen – und ecken da normalerweise sehr an. „Normalerweise“ ist hier eine Einschränkung, denn: wer heute Philosophie studiert, wird feststellen, das an den Universitäten fast ausschließlich verbeamtete Philosophiehistoriker sitzen, die gerne reisen, gute Weine schätzen und Philosophenbiografien samt einschlägiger Zitate auf jeder Familien- oder Betriebsfeier fehlerfrei referieren können, sich dafür aber – mit Rücksicht auf die Pensionen – aus dem politischen Geschäft heraushalten.  Dabei ist die Vergewaltigung der Wahrheit durch jene, die sie nicht lieben, sondern nur ge- und verbrauchen wollen unser zentrales Problem. Nehmen wir mal ein Beispiel, das völlig an den Haaren herbeigezogen ist, aber zeigt, wie tief die Manipulation durch das CIA IN UNS ALLEN SITZT – ohne das wir es merken: die Ufos.

Was sind Ufos? Im Prinzip „Unbekannte Flugobjekte“. Ich habe selbst zweimal welche gesehen – einmal an der Ostsee, dort war es ein Flugkörper mit Bundeswehrmarkierungen, der sehr langsam flog – ohne erkennbaren Antrieb (wenn es Düsen waren, dann waren die sehr leise und erlaubten einen sehr langsamen Flug) und offensichtlich ferngesteuert durch ein Bundeswehrflugzeug, die dieses Objekt immer in einigem Abstand begleitete. Da ich mich bei militärischen Flugzeugen etwas auskenne, dieses Teil aber überhaupt nicht zuordnen konnte, war es für mich ein Ufo. Und ich war froh darüber, zeigte es doch, das nicht nur in der Area 51 moderne Flugtechnik getestet wird. Ein anderes mal saß ich in einer windigen Nacht am eifeler Lagerfeuer und wachte darüber, das der Wind den Brand nicht neu entfachte, als am Horizont ein helles Licht auftauchte. Das war nicht ungewöhnlich – Brüssel, Köln, Düsseldorf sind nicht weit (jedenfalls nicht für Flugzeuge) und die Landescheinwerfer werden oft schon bei uns eingeschaltet. Dieser wirkte orange, was mich nicht weiter irritierte – leichte Schleierwolken können auf die Entfernung schon mal Lichter verfärben. Kurz nach dem ersten kam allerdings direkt dahinter ein zweites, dann ein drittes und viertes Objekt – wie Perlen auf einer Schnur. Alle orange, alle recht schnell (für Zivilmaschinen) und alle augenscheinlich relativ niedrig (das schloss ich aus dem Lichtrand, der nicht so unscharf war wie bei weiter entfernten Objekten). Ich dachte an eine Kette von Transportmaschinen, während das fünfte, sechste und siebte Objekt über den Horizont kam – und wartete auf den Schallkegel, als die erste Maschine über mich hinweg zog. Während das achte, neunte und zehnte Licht am Horizont erschien und es immer noch totenstill war, habe ich die Kinder aus dem Haus geholt, damit sie das Schauspiel sehen konnten. Die Lichter hatten exakt die gleichen Abstände, die gleiche Geschwindigkeit – und produzierten absolut keine Geräusche – zu diszipliniert für im Wind tanzende thailändische Ballons (so die damalige Standarderklärung bei ähnlichen Sichtungen über Deutschland).  Wieder mal: Ufos. Diesmal ohne erkennbare Hoheitskennzeichen. Wegen der nicht vorhandenen Unschärfe an den Lichträndern waren die entweder sehr niedrig – oder aber sehr groß und weiter weg. Erinnerte an nichts, was ich kenne – und ich habe in meinen Archiven sogar Beschreibungen über die echten (nie gebauten) Flugscheiben des Dritten Reiches  – geplant von den völlig unesoterischen BMW-Werken.

Eine weitere UFO-Beobachtung habe ich von unsere Kollegin vom Kopfständlerblog übernommen:

Als Hale-Bopp verschwunden war und sich die Aufregung gelegt hatte, wurde ich eines nachts Zeuge von zwei UFO-Bewegungen. Ein gleißendes Licht, verursacht von zwei kugelähnlichen Gebilden, war auf einem der Hügel des Shenandoah Valley’s sichtbar. Zunächst hielt ich das für die Scheinwerfer eines Autos, das auf dem Knoll geparkt hatte, aber plötzlich hoben die Gebilde ab und flogen wie Sternschnuppen mit riesiger Geschwindigkeit senkrecht aufwärts und waren Sekunden später nicht mehr zu sehen.

Herabfallende und verglühende Meteoriden hatte ich häufig beobachten können, aber die kamen vom nächtlichen Himmel herunter. Die von mir beobachteten Flugobjekte waren jedoch anderer Art, sie flogen mit rasender Geschwindigkeit aufwärts.

Einer unserer Freunde, der ca. 20 km von uns entfernt wohnte, war ein ehemaliger Marineleutnant, der bei internationalen Einsätzen genügend Erfahrungen gesammelt hatte, um natürliche von merkwürdig fremdartigen Himmelserscheinungen unterscheiden zu können.

Als ich ihm von meinen Beobachtungen einige Tage später berichtete, sagte er, dass er das auch in jener Nacht beobachtet hatte und diese Lichterscheinung für beunruhigend hielt.

Als Mensch mit einem Liebesverhältnis zur Wahrheit hört man sich das an … und urteilt einfach nicht. Das geht. Man lernt, die Perspektiven zu ändern. Natürlich gibt es auch in der Ufologie Menschen, die die Wahrheit nicht lieben und sie lieber vergewaltigen wollen, die keine Achtung und keinen Respekt vor dem Phänomen selber haben, keine kritische Distanz zum eigenen Urteilsvermögen und überhaupt keine Hemmungen, sich selbst gnadenlos in den Vordergrund zu spielen, weil sie detalliert wissen, was hinter dem UFO-Phänomen steckt und schon persönlich Freundschaft mit führenden Abgesandten anderer Planeten geschlossen haben.  Das wir es hier möglicherweise mit einem Phänomen natürlicher Elektrizität zu tun haben, mit Lichterscheinungen, die auf ganz natürliche Weise hervorgerufen werden, wird völlig ausgeblendet.  Ebenso plausibel wie die Dampfmaschine vom Mars als Besucher könnten die Lichter Belege für die Existenz von Elfen, Drachen und Dämonen liefern – und  in manchen Kulturen wird das auch so interpretiert.

Nach Angaben von Mitarbeitern des Disclosureprojektes sind der US-Regierung 50-60 verschiedene außerirdische Rassen bekannt – und ich muss sagen: das halte ich für sehr wahrscheinlich – einfach aus Liebe zur Wahrheit. Schaue ich mir nämlich die vielen tausend Beobachtungen an, so bleibt für mich nur eine Lösung als kleinster gemeinsamer Nenner übrig: das Weltall ist voller Zivilisationen, von denen viele Millionen Jahre älter sind als die Menschheit.  Sehe ich mir den Unterschied zwischen einem US-Bürger und einem Stammesmitglied aus Papua-Guinea an, so kann ich einigermassen abschätzen, wie groß die kulturellen Unterschiede sein werden – und habe eine Erklärung für das seltsame Verhalten jener Gefährte: wir liegen hier an einer unbedeutenden Nebenstraße der Galaxis, wo man nur hält, wenn es nicht anders geht – Reifenpanne, Klobesuch, Füße vertreten … so etwas in der Art. Da ich bei jenen Besuchern auch von ein wenig Intelligenz ausgehe, kann ich annahmen, das sie ähnliches wahrnehmen wie ich: einen moralisch vollkommen heruntergekommenen Planeten mit nuklearer Ausstattung.  Ähnlich fühlten sich unsere Forscher, als sie mit ihren Segelschiffen zwecks Wasseraufnahme an Inseln anlegten, auf denen ein Vulkan aktiv war und die Bevölkerung aus Kannibalen bestand.

Unsere Erwartungen wären natürlich andere: wir erwarten Staatsbesuche von hohen Würdenträgern der außerirdischen Zivilisationen, dabei – angesichts deren denkbar hohem Alter – ist der intellektuelle und moralische Unterschied zwischen denen und uns wohl eher so wie der zwischen uns und dem nächstgelegenen Ameisenhaufen … dem wir auch keinen offiziellen Staatsbesuch mit Botschafteraustausch anbieten würden, obwohl wir den Haufen sogar als Staat („Ameisenstaat“) erkennen.

So etwas wollen wir  hier aber gar nicht denken – obwohl es ein riesengroßer Skandal ist: trotz jahrhundertelanger Aufklärung haben die Spitzen unsere materialistischen (pseudo)rationalen Wissenschaft immer noch das katholische Bild vom Menschen als Krone der Schöpfung im Auge – und setzen arroganter weise einfach so (auf höchst unwissenschaftliche Art und Weise) voraus, das DER GESAMTE REST DES UNIVERSUMS DAS EBENSO ZU SEHEN HAT!

Kaum zu glauben, oder?

Es wird aber noch schlimmer – noch viel viel schlimmer.

Als Antwort auf einen ziemlich getürkten Artikel der Mainstreammedien finden wir einen Kommentar veröffentlicht bei Grenzwissenschaften.aktuell, der zeigt, wie die Wahrheit manipuliert wird:

UFOs und journalistische Sorgfaltspflicht
Auf eine faire und neutrale Berichterstattung der großen Medien zum UFO-Thema hofft man in Deutschland leider vergeblich. Viel zu tief scheint das Thema tabuisiert zu sein, als dass sich einmal ganz ernsthaft darüber berichten ließe. Das „Robertson Panel“ (einer Empfehlung eine CIA-Studie über UFOs, die darauf abzielte, das öffentliche Interesse am UFO-Thema durch gezielte und gelenkte Desinformation und Diskreditierung klein zu halten), quasi eine mediale Kriegserklärung gegenüber der ernsthaften UFO-Berichterstattung in den Medien, hat möglicherweise auch in Deutschland Spuren hinterlassen. So warten die erwähnten Artikel neben einem ironischen Unterton mit absurden Schlussfolgerungen und einem erkennbaren Unwillen auf, sich ernsthaft und unvoreingenommen mit der Materie auseinanderzusetzen.

Nun – die CIA-Studie war eher klein, hatte aber in der Tat großen Einfluss auf die Berichterstattung. Das Thema wurde Tabu – seit 1953. Und jetzt, lieber Leser, einfach mal bei Dir selber schauen: wie fühlt man sich, wenn man rational geschrieben über UFO´s liest?

Unangenehm, nicht wahr? Mein weiß instinktiv, das man es mit etwas Verbotenem zu tun hat – und ganz schnell wünscht man sich, ganz vorne mit dabei zu stehen und laut zu rufen: „Ufo´s gibt es nicht!“ – um vorschriftsmässig die Erwartungen des CIA zu erfüllen, dabei … gäbe es kein wirkliches, reales Phänomen, gäbe es auch keine Notwendigkeit, die Spekulationen darüber lächerlich zu machen – nebenbei bemerkt.

Viel zentraler ist jedoch bei diesem kleinen Exkurs auf ein allenfalls erkenntnistheoretisch interessantes philosophisches Thema die in Deutschland erlebbare Wucht, mit der dieses Thema unterdrückt wird – obwohl es für uns im Alltag doch gar keine Bedeutung hat. Denken wir doch mal andersherum: was wäre denn, wenn wirklich tagtäglich Touristen aus allen bekannten Welten bei uns landen würden? Wir in der Eifel haben uns an Holländer gewöhnt, da werden wir uns auch an kleine grüne Männchen gewöhnen – das kann nicht das Problem sein.

Das zentrale Problem ist: allein schon der Gedanke an UFO´s (oder Elfen, Geister und Götter) löst uns aus dem gedanklichen Käfig heraus, den man braucht, um uns beherrschbar zu machen.  Wir Eingeborenen könnten möglicherweise auf seltsame Gedanken über das Verhalten unserer Häuptlinge und Medizinmänner kommen, wenn wir mit Kulturen in Kontakt treten, die den demokratischen Gedanken schon hunderttausend Jahre weiter entwickelt haben.  Wir könnten anfangen, ganz merkwürdige Fragen zu stellen:

Wie kann es eigentlich sein, dass man ohne irgendeine gewinnbringende Leistung für die Patienten zu erbringen mit dem Verkauf von privaten Krankenversicherungen Mulitmillionär werden kann – als einfacher Vertreter (siehe Handelsblatt)?.

Wie kann es eigentlich sein, dass der Insolvenzverwalter einer deutschen  PLEITEBANK 800 Millionen Euro bekommt (siehe Handelsblatt)?

Wie kann es eigentlich sein, dass Konzerne straflos die gesamte Gesellschaft terrorisieren können, ohne das die Streitkräfte aktiv werden (siehe Welt, die hier den Kampf eines mutigen Managers gegen das System beschreibt)?

Und auf einmal sind wir bei unserem harmlosen UFO-Thema mittendrin in unserem Alltag mit steigenden Preisen bei sinkendem Einkommen – ein  Zustand, der bei jedem normal denkenden Wirtschaftler Alarmstufe Rot auslösen müsste, wenn nicht … die Beraterverträge in Gefahr geraten würden.  Zudem: wenn der CIA schon bei einem so harmlos erscheinenden BallaBalla-Thema wie UFO´s die bis heute wirksame Manipulationskeule herausholt – darf man dann fragen, bei welchen anderen viel relevanteren Themen die Berichterstattung manipuliert wird?

Ich denke an Themen wie … Demokratie, Gerechtigkeit, Gleichheit, Menschenrechte, Islamismus und nine-eleven, Irakkrieg, Afghanistankrieg, Wirtschaftskrieg gegen den Euroraum im Allgemeinen und gegen Deutschland im Besonderen? Frankreich wird momentan eine „Zeitbombe im Herzen Europas“ (siehe Welt), weil es an einem demokratischem Gesellschaftsmodell festhält? Bloßer Zufall, das nach Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien jetzt Frankreich kaputtgeredet wird – obwohl wir wissen, das gerade dieses „Gerede“ die Märkte sehr beunruhigt … was sehr teuer werden kann?

Natürlich ist nichts davon Zufall – das zeigt allein schon die Behandlung des UFO-Themas durch das CIA. Dort jedoch dürfen wir erfahren, was das CIA zur Wahrheitskontrolle anstrebte, bei anderen Themen bleibt es uns versagt. Beim UFO-Thema können wir jedoch aufgrund persönlicher Erfahrung einschätzen, wie tief diese Manipulation bei uns wirkt – einfach mal auf dem nächsten Stammtisch von der eigenen UFO-Sichtung erzählen, man wird sehen, wie viele Experten sich plötzlich auf dem  philosophischem Gebiet der Erkenntnistheorie tummeln, obwohl sie nur mit Ach und Krach den Hauptschulabschluss geschafft haben.

Die Themen lassen sich beliebig ausweiten, der Stammtisch (als Manipulationsindikator gut geeignet) findet immer seine Experten dazu: faule Griechen, faule Arbeitslose, stinkende Ausländer – man kennt die Themen, die die Medien in die Gesellschaft tragen. Man vergisst nur, wer diesen Prozess in Auftrag gegeben hat. Erst später dann, im Alltag, merkt man, wie diese Impulse das Leben dort verändern, wo es auch den Stammtisch persönlich trifft, so Norbert Blüm in der Welt:

Die Leitfigur des neuen Scheidungsrechts ist ein Vorteilsmaximierer ohne Gedächtnis und Moral. Er ist vergleichbar der Existenz eines Idioten. Das moderne Scheidungsrecht ist ein idiotisches Eherecht. Idiotie erfüllt seine griechische Herkunftsbedeutung, mit der das Verhalten eines Privatmannes bezeichnet wurde, der hemmungslos nur für sich lebt.

So kommen wir vom UFO zur Ehe – denn dieser Vorteilsmaximierer wird mit großem Getöse als Held der Gegenwart gefeiert, sein „Heldentypus“ gezielt von den Medien in breiter Front propagiert – frei nach dem Motto „Allah ist groß, aber Dallas ist größer“ (siehe Welt), mit dem der TV-Fiesling Larry Hagman als  Leitbild der Leistungsträger vorgestellt wurde … ein medial gezielt gesetzter Gegenpol zur damals weltweit wachsenden Ökologiebewegung. Damals hatte die Wirtschaft noch über diesen Coup gejubelt: auf einmal hatten alle große Sympathien für texanische Ölbarone, während der grüne Idealist von „Comedians“ verspottet wurde. Heute jammern die gleichen Leute darüber, das diese Vorteilsmaximierer die Wirtschaft, den Staat und die Familie gleichmassen vernichtet haben.

Wie gut, das das CIA über unsere Wahrheiten wacht – und nicht nur über die intergalaktischen Wahrheiten, zu denen schon die griechische Philosophie vor 3000 Jahren sagte, das wir uns darüber gar kein Urteil bilden bräuchten, weil wir dafür zu blöde sind. Wir sind inzwischen sogar viel blöder geworden: wir verbieten heute das Nachdenken über Themen, die uns eigentlich gar nichts angehen, ja, wir verbieten sogar das Nachdenken generell – siehe das Thema „Verschwörungstheorien“.  Würden wir nachdenken, kämen uns Sätze wie „Allah ist groß, aber Dallas ist größer“ gar nicht über die Lippen, weil wir sofort wüßten, wie dämlich und gefährlich diese Aussage ist.

Darum: eigentlich eine Hochzeit für Philosophen.

Leider hat die Allianz der Vorteilsmaximierer dafür gesorgt, das sich diese an den Universitäten auch nur noch als Funktionsorgan des Neoliberalismus sehen – sind halt Staatsbeamte mit einer besonderen Verpflichtung.

Selbst wenn wir jetzt wissen, das – nach eingehender genetischer Analyse – selbst der Bigfoot (ein Urgestein des „Paranormalen“) existiert (siehe Grenzwissenschaften-aktuell) und wir erneut die Begrenztheit unserer diktierten Wahrheiten erleben müssen, werden wir aber trotzdem weiter den Vorgaben des CIA bei der Beurteilung von Wahrheit folgen … weil die Liebe zur Wahrheit schon lange nicht mehr gelehrt wird.

Sie steht den Vorteilsmaximierern bei der Maximierung ihrer Vorteil ganz dick im Wege – denn wohin kämen die Versicherungsvertreter, Anlageberater, Börsengurus und Insolvenzgewinnler, wenn die strikt moralisch handeln müssten?

Das es einen strikten Zusammenhang zwischen dem Gebrauch der Vernunft bei der Wahrheitsfindung und der Moral gibt, wissen wir seit Kant. Würden wir dieses Wissen verbreiten, dann wüsste jeder Stammtisch, das Denkverbote über Ufos die gleiche Quelle haben wie die Unmoral der Leistungselite: jene Kreise (die schätzungsweise weit über das CIA hinausgehen), die sich zum Ziel gesetzt haben, „Wahrheit“ für sich zu beanspruchen und sie mit aller Gewalt durchzusetzen.

Das nennt man dann „Diktatur“ – und das ist mit den Franzosen nicht zu machen.

Deshalb das fiese Rating.

In Ländern, in denen der Einfluss des CIA nicht so groß ist wie in Deutschland, wird übrigens auch viel entspannter und lockerer öffentlich im Fernsehen darüber berichtet: ist halt ein nettes Hobby verschrobener Zeitgenossen, das recht unterhaltsam sein kann.

Dort gibt es auch mehr Widerstand gegen den ausufernden Neokolonialismus. Man sollte doch mal darüber nachdenken, ob es da nicht Zusammenhänge gibt.

 

 

 

 

 

Die Malthusianer, der CIA, der 11. September, Hartz IV und die anderen Überflüssigen

Freitag, 12.10.2012. Eifel. Der 11. September 2001 war ein ganz besonderer Tag. Es jährte sich nicht nur der Tod des Militärputsches gegen Allende, es war auch jener Tag, in dem in Frankfurt ein ganz besonderer Vortrag stattfand. Henry Kissinger referierte dort über die "Auswirkung der Globalisierung auf die Weltbevölkerung".  Am gleichen Tag geschah ebenfalls noch etwas sehr bemerkenswertes, siehe Wikipedia:
Am 28. Jahrestag des Putsches in Chile, dem 11. September 2001, reichten Anwälte einer chilenischen Menschenrechtsorganisation deswegen Klagen gegen Kissinger,Augusto Pinochet, Hugo Banzer, Jorge Rafael Videla und Alfredo Stroessner ein. Gleichzeitig erfolgte beim Bundesgerichtshof in Washington, D.C. eine Zivilklage gegen Kissinger und den damaligen CIA-Chef Richard Helms von Angehörigen General Schneiders, Hintergrund waren die CIA-Aktivitäten im Vorfeld des Putsches.

Freitag, 12.10.2012. Eifel. Der 11. September 2001 war ein ganz besonderer Tag. Es jährte sich nicht nur der Tod des Militärputsches gegen Allende, es war auch jener Tag, in dem in Frankfurt ein ganz besonderer Vortrag stattfand. Henry Kissinger referierte dort über die „Auswirkung der Globalisierung auf die Weltbevölkerung“.  Am gleichen Tag geschah ebenfalls noch etwas sehr bemerkenswertes, siehe Wikipedia:

Am 28. Jahrestag des Putsches in Chile, dem 11. September 2001, reichten Anwälte einer chilenischen Menschenrechtsorganisation deswegen Klagen gegen Kissinger,Augusto Pinochet, Hugo Banzer, Jorge Rafael Videla und Alfredo Stroessner ein. Gleichzeitig erfolgte beim Bundesgerichtshof in Washington, D.C. eine Zivilklage gegen Kissinger und den damaligen CIA-Chef Richard Helms von Angehörigen General Schneiders, Hintergrund waren die CIA-Aktivitäten im Vorfeld des Putsches.

General Schneider war ein wichtiges und populäres Opfer der us-amerikanischen Aussenpolitik:

Bereits seit 1963 hatte die CIA in Chile eine Reihe verdeckter Operationen mit dem Ziel durchgeführt, die Wahl des Sozialisten Salvador Allende zum Staatspräsidenten zu verhindern. Nachdem diese Aktionen erfolglos geblieben waren und Allende 1970 Präsident wurde, waren die USA zu massiven Geheimdienstoperationen übergegangen, mit dem Ziel, die chilenische Regierung zu destabilisieren und die Voraussetzungen für den Militärputsch vom 11.September 1973 zu schaffen. Im Zuge der CIA-Operationen kam es zur Ermordung des verfassungstreuen und zu Allende loyalen Generalstabschefs René Schneider. Die Verschwörergruppe war zuvor von der CIA mit Maschinengewehrenund Tränengasgranaten ausgestattet worden.

Ja, so etwas machen die USA – und so etwas macht vor allem Henry Kissinger, weshalb man ihn ja weltweit an verschiedenen Orten mal gerne vor ein Gericht geladen hätte. Gut, das ist alles lange her. So lange, das viele, die das hier lesen, gar nicht geboren waren. Und heute – da sind wir uns ja alle einig – würden die Geheimdienste der USA niemals mehr so weit gehen wie damals. Das predigen uns jedenfalls die Medien und die Parteien.

Ach ja – Medien und Parteien: die waren in der Tat der Hauptansatzpunkt des Geheimdienstes bei der Umsetzung der US-Politik in Übersee, hier in Chile (siehe: Wikipedia):

In einem Memorandum des US-Geheimdienstes hieß es später, dass El Mercurio und andere chilenische Zeitungen, die von der CIA finanziell unterstützt wurden, eine wichtige Rolle dabei gespielt hätten, die Voraussetzungen für den späteren Militärputsch zu schaffen.

Die wissen, wie man Politik macht: über Medien. Einfach mal oft genug an allen Ecken und Enden den Satz „die Erde ist eine Scheibe“ bringen und schon werden die Leute so unsicher, das sie weniger Kreuzfahrten buchen. So sind die Leute: wenige verfügen über ausreichend Bildung, auf Anhieb in einer Zeitung diejenigen Informationen zu entdecken, die einen Ausblick auf die Zukunft werfen, noch weniger verfügen über profunde Geschichtskenntnisse … wie zum Beispiel Kenntnisse über das Memorandum NSSM 200.  Wir finden im Jahrbuch 2001 einen Kommentar dazu:

Das Programm für die Bevölkerungskonferenz wurde bereits 20 Jahre zuvor entworfen, in einer ungefähr 90 Seiten langen geheimen Studie des Nationalen Sicherheitsrates der USA samt seinen zahlreiche Unterausschüssen. Dort gelangten die vielfach widerlegten Thesen aus dem Schulungsbuch des Thomas Malthus für die Commis der East Indian Company zu neuer, global folgenschwerer Aktualität. Hohe Regierungsbeamte der USA und angesehene Vertreter des Establishments bekannten vor der Öffentlichkeit, sie seien überzeugte Neomalthusianer. Nirgends jedoch zeigte sich die Besessenheit von Malthus`Essay über das Bevölkerungsgesetz so brutal wie im Nationalen Sicherheitsrat.

„Bessenheit“ ist hier das Wort, das wir uns merken sollten – gleichfalls die Tatsache, das hohe Regierungsbeamte und angesehene Vertreter des Establishments sich zum Neomalthusianismus bekennen. Wir wollen diese Aussagen mal im Hinterkopf behalten, während wir uns dem Kernthema nähern: was ist denn das überhaupt, so ein Malthusianer – oder Neomalthusianer.

Die Antwort ist leicht gegeben, in dem wir den Namensgeber der Bewegung, Herrn Pastor Thomas Robert Malthus, 1766 – 1834, persönlich zitieren (siehe Wikipedia):

„Ein Mensch, sagte er, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“

Kurz gesagt: wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Obwohl … nein, das ist falsch. Wer seine Arbeit nicht zum Gewinne anderer verkaufen kann, der soll auch nichts essen: so ist das gemeint. Der soll nicht nur nicht essen, der soll „abtreten“ – wenn er denn in eine „schon occupierte Welt“ geboren wurden, in einer Welt also, in der die Ururgroßväter der heutigen Erben erfolgreich Landraub begangen haben, Vermögen mit Sklaven- Waffen- und Drogenhandel anhäuften und dieses mit ein wenig Tricksereien an den Börsen verhundertfachten.

Manche würden meinen: eine Anleitung zum Massenmord.

Das ist im Prinzip Kern des geheimen Memorandum NSSM 200, das die Marschrichtung der USA für die nächsten Jahre vorgab (nochmal Jahrbuch 2001):

Am 24. April 1974, auf dem Höhepunkt der Ölkrise, unterschrieb der Sicherheitsberater des Weißen Hauses ein Memorandum, das die Grundlinien der US-Politik für die nächsten Jahre festlegte. Das „National Security Study Memorandum 200“ trug den Titel „Auswirkungen des weltweiten Bevölkerungswachstums auf die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihre Interessen in Übersee“. Es richtete sich an alle Kabinettsmitglieder, an den Generalstab und die verantwortlichen Leiter der CIA und anderer Dienste der USA. Am 16. Oktober 1975 bestätigte Präsident Gerald Ford auf Betreiben seines Außenministers in einem weiteren Memorandum die Notwendigkeit „amerikanischer Führung in Sachen Weltbevölkerung“. Es bezog sich im wesentlichen auf das geheime Memorandum NSSM 200. Diese Ausführungsverordnung machte zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten den Malthusianismus zur Leitidee der Sicherheitspolitik der amerikanischen Regierung.

Die beiden US-Memoranden argumentierten, das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern, die an die Schwelle zur Industrialisierung heranrückten und in denen wichtige Rohstoffquellen lagen, stelle eine „potentielle Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA“ dar. NSSM 200 warnt davor, daß diese Länder unter dem Druck ihrer wachsenden Bevölkerung von den USA für ihre Rohstoffe höhere Preise und für sie günstigere Handelsbedingungen durchsetzen könnten. 

Da kommt Konkurrenz auf, es droht echte Marktwirtschaft: das darf nicht sein. Ein Zitat aus dem Memorandum belegt, wie man sich die Konkurrenz vom Halse schaffen wollte:

„Um wieviel wirksamer sind Ausgaben für Maßnahmen zur Bevölkerungskontrolle als Investitionen, die die Produktion anheben, zum Beispiel Investitionen in Bewässerungsanlagen, Kraftwerke und Fabriken.“

Das heißt: nicht Wohlstand für alle ist das Ziel, sondern erklärte Beseitigung zukünftiger Generationen, was zur Vergreisung des Landes führt (da können wir Deutschen ein Lied von singen) – mit allen Folgen, die sich skrupellose Profiteure von dieser Situation versprechen. Wir bauen keine Krankenhäuser, verbessern nicht die Anbaumöglichkeiten, steigern nicht die Produktion, sondern vernichten das Volk … natürlich mit guten Worten.

Wie es heißt, wollte der Papst selbst 1991 mit Bill Clinton persönlich darüber sprechen, ob die USA eigentlich immer noch dieses Ziel verfolgen. Christliche Ethik und besessener Malthusianismus einer militärischen Supermacht lassen sich immerhin nicht gut miteinander vereinen:

Ein Teil der heutigen militanten Malthusianer hat für die Armen und Schwachen, die Schwarzen und Indios usw. kaum mehr als Verachtung übrig. Die Gleichheit aller Menschen, das Recht aller auf Freiheit, ihr Zugang zu den materiellen, geistigen und spirituellen Gütern sind für sie nichts als unzulässige Ziele, die es zu bekämpfen gilt. Wenn man sich um die gleiche Würde aller Menschen kümmert, so zerstört man ihrer Meinung nach das naturgewollte Gleichgewicht, das die Besten auswähle und die Schwächsten beseitige oder zumindest den Stärkeren weiterhin Zugang zu materiellem Wohlstand sichert und die Schwächeren in Armut und Not beläßt.

Die „Stärkeren“ … sind die Menschen in den USA – vor allem ihre weiße Oberschicht (siehe Spiegel). Die verdienen auch in der Wirtschaftskrise noch super – und gleichen darin den deutschen Milliardären (siehe Welt).

Nun, wir könnten immer noch denken: och, das ist ja alles Vergangenheit und Geschichte, was soll mich das denn interessieren … allerdings wird Hartz IV-Abhängigen wahrscheinlich schon etwas mulmig, wenn sie diese Zeilen lesen: gehören sie doch zu den Schwächeren, die man in einem superreichen und hoch gebildeten Land bewußt und absichtlich per Gesetz in Armut hält und per Bild-Zeitung sogar zu einer asozialen Untermenschenrasse hochstilisiert. Gerade in Deutschland läßt das häßliche Erinnerungen an die  Zeit von 1933-1945 hochkommen, wo ein „Führer“ der Welt schon mal zeigte, wie man mit unnützen Essern umgeht. Er hatte viele Sympathisanten in der Oberschicht der USA – und wahrscheinlich fanden auch viele seine Methoden recht praktikabel.

Leider können wir diesen Malthusianismus nicht völlig ins Archiv der menschlichen Verirrungen stellen, davon kündet ein aktueller Artikel in der TAZ.

In Kreisen der sogenannten Elite wird seit einiger Zeit ein posthumanitärer Mischmasch aus neomalthusianischen und neoliberalen Positionen zusammengerührt. Schon 1996 erklärte CNN-Gründer Ted Turner der Zeitschrift Audubon:„Eine Bevölkerung weltweit von 250 bis 300 Millionen Menschen, ein Rückgang um 95 Prozent, wäre ideal.“ Im Alter gnädiger geworden, bekannte er sich 2008 beim Philadelphia World Affairs Council zu dem Ziel, die Weltbevölkerung auf 2 Milliarden zu verringern.

Es gibt auch noch mehr Namen aus den Kreisen der Elite: da wird Bill Gates zitiert, russische Zeitungen mit Artikeln über „Länder mit überflüssiger Bevölkerung“ oder auch der US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney.

Wir sehen also: wir haben es nicht mit einem Phänomen der Vergangenheit zu tun, sondern mit einer akuten und aktuellen Bedrohung des demokratischen Rechtsstaates, der – wie bei einem Putsch so üblich – erstmal medial vorbereitet wird. In Deutschland übernimmt das dankbar und gerne die „Atlantikbrücke„, Kenner erinnern sich auch an Ausfälle in der Blödzeitung und anderen privaten Medien, die eine besondere Nähe zu den USA demonstrieren wollen, in England übernehmen diese Arbeit auch gerne Finanzminister, die aktuell Arbeitnehmern empfehlen, ihren Kündigungsschutz zu verkaufen (siehe Welt).

Für den Malthusianer ist der Sozialstaat eine Brutstätte unwerten Lebens, eines Lebens, dem die Natur gebietet, abzutreten.

Und wo die Natur die Kraft dazu nicht mehr hat, kommt eben der Förster.

Erinnern wir uns an das Wort, das die Geistesverfassung der Malthusianer beschrieb? „Besessen“ … das war es.

Völlig unabhängig davon, wie oft Malthus´ Thesen schon wiederlegt worden sind, führen sie ihren Privatkrieg zur Rettung der Welt (und vor allem: zur Rettung ihres Reichtums) weiter. Wäre es so weit hergeholt, wenn man gewisse irrationale politische Entwicklungen, die seit dem 11. September 2001 eingetreten sind, ursächlich jenen Extremisten zuschreibt, die eine Reduzierung der Weltbevölkerung um 95% wünschen? Menschen, die Macht und Einfluss haben sowie Geld im Überfluss – und eine gemeinsame politische-religiöse Überzeugung vom natürlichen Recht des finanziell Stärkeren?

Nochmal zurück zu dem Artikel der TAZ, der bezeichnenderweise „Die Überflüsssigen“ heißt.  Der Autor berichtet hier auch von persönlichen Erfahrungen:

Einige Tage später sprach ich mit einer Investmentbankerin, die mich süffisant fragte, wie ich denn meine sozialen und ökologischen Überzeugungen mit der Tatsache in Einklang bringe, dass es zu viele Menschen auf der Erde gebe.

Investmentbanker und ihre Ethik: das wäre ein ganz neues Thema, andererseits zeigt das gut, wie sehr dieses krankhafte Denken schon in der Gesellschaft vorgedrungen ist – und natürlich kann man den Überflüssigen bedenkenlos jeden Anlageramsch verkaufen: sie sind eh´ nur Abfall, Gammelfleisch, Biomüll – oder Giftmüll, bedenkt man, was die Pharmaindustrie alles in sie hineinstopft.

Die „anderen“, die nicht überflüssigen Menschen, die „Leistungsträger“, die „Säulen der Gesellschaft“, dürfen das. Sie sind per Definition gerade mal die Stärkeren – erst im Alter werden sie merken, das diese Illusion von Stärke sehr relativ war.

Für uns, als demokratische Gesellschaft, die sich per Grundgesetz der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte verpflichtet hat, ergeben sich aus den oben genannten Fakten ein paar Fragen:

Inwieweit ist die deutsche Presse schon von Agenten der Malthusianer unterwandert?

Inwieweit ist die Landschaft deutscher Arbeitgeber von Agenten der Malthusianer unterwandert?

Wer außer Schröder, Fischer, Clement und Müntefering ist noch von Agenten der Malthusianer beeinflusst worden?

Welche Gegenmaßnahmen unternehmen die deutschen Geheimdienste, um Einflüsse des malthusianischen Geistes auf die deutsche Gesellschaft abzuwehren?

Man wird um die Beantwortung dieser Fragen nicht herumkommen, wenn man den aktuellen Umbauprozess der bundesdeutschen Zivilgesellschaft in eine Sklavenhaltergesellschaft nach US-Vorbild stoppen will. Noch ist es Zeit dafür – wenn erst die Mehrheit der Deutschen erfährt, das ihre Medien, ihre Politik und ihre Wirtschaft schon längst von US-Geldern geflutet wird mit dem Ziel der kompletten Abschaffung der überflüssigen deutschen Gesellschaft, deren unvernünftige Sozialpolitik das mühsam am Leben erhält, was schon längst vergast gehört.

Das ist nicht persönlich gemeint: 95% der Weltbevölkerung sollen ebenfalls vergehen, um weiterhin eine Kultur zu ermöglichen, in der ein Mann wie Mitt Romney persönlich den gleichen Energieverbrauch hat wie eine Stadt in Afrika.

Sieht man die europäischen Aktivitäten von Goldman Sachs in diesem Lichte, wird verständlich, warum die überhaupt immer noch in der Welt agieren dürfen: wie McKinsey dürften sie einfach modernere Formen der Einflussnahme auf fremde Kulturen darstellen – die Zeiten, wo das CIA Gestalten wie Schröder, Clement, Fischer und Müntefering mit Maschinenpistolen und Tränengasgranaten ausgestattet hat, sind eindeutig vorbei. Heute gelten andere Gesetze, heute gibt es ganz andere Möglichkeiten, eine Gesellschaft zu unterwandern: Disney, Coka Cola und McDonalds stehen neben vielen anderen „Agenten“ stellvertretend für den weltweiten Export der malthusianischen Kultur – einer Kultur der gewollten Massenvernichtung. Hunger als Waffe wird aber auch schon gegen deutsche Arbeitslose bedenkenlos eingesetzt: selten zeigt sich die Degeneration einer Kultur so deutlich wie an diesem Tatbestand.

Im Prinzip haben wir es mit einer Wiedergeburt der faschistischen Kultur zu tun, der Geist des Adolf Hitler feiert in den USA neue Triumphe: der Begriff  „unwertes Leben“ hat wieder Hochkonjunktur, die „Leistungsträger der Kultur“ überschlagen sich in Maßnahmen zur Erzeugung beständig neuer überflüssiger Menschen – wie zum Beispiel Mitt Romney (nochmal aus der TAZ):

Als international erfolgreicher Geschäftemacher weiß er, dass es angesichts fortschreitender Globalisierung und Automatisierung unmöglich sein wird, für den allergrößten Teil dieser Menschen Arbeit zu schaffen (der von ihm gegründete Bain Capital Equity Fund schließt dieser Tage den profitablen Automobilzulieferer Sensada in Freeport, Illinois, um die Produktion nach China zu verlegen). Mit anderen Worten: diese Menschen sind überflüssig.

Früher waren arische Atribute gefragt,  heute zählt das Geld: ab einer Milliarde aufwärts gehört man zu den Gottmenschen der Moderne.

Als wüßten wir nicht aus der Geschichte, wie unermesslich schädlich diese Gottmenschen für die menschliche Gemeinschaft sind – deshalb waren sie ja lange Zeit auch abgeschafft … jedenfalls bis Hitler kam.

Jetzt werden sie in Serie produziert und merken kaum noch, das sie angesichts der ökologischen und ökonomischen Grenzen dieses Planeten die „Überflüssigen“ sind. Sie sind nicht nur „überflüssig“ – sie sind aus dieser Perspektive (die eigentlich ihre eigene ist) sogar echte Schädlinge.

Man kann sich ausrechnen, wie lange das noch gut geht.

Gar nicht.

 

 

 

 

 

 

 

CISPA: das Ende der freien Welt wie wir sie kennen – und der endgültige Schulterschluss zwischen Geheimdienst und Konzern

CISPA: das Ende der freien Welt wie wir sie kennen - und der endgültige Schulterschluss zwischen Geheimdienst und Konzern

Samstag, 5.5.2012. Eifel. Die Welt schwebt in größerer Gefahr als je zuvor – doch den deutschen Medien ist dies nur eine kleine Randnotiz wert. Sie regen sich lieber darüber auf, das der Ausstieg aus dem Todeswettenzirkus der Deutschen Bank richtig viel Geld kostet oder das unabhängige Griechen ins Parlament einziehen und den Bankbereicherungsschirm der EU in Frage stellen – immerhin ist es schwer zu vermitteln, das die Griechen ihr Volk zu Tode sparen, einen Gewinn von 2,8 Milliarden erwirtschaften aber den Banken 7,6 Milliarden an Zinsen zahlen sollen. Nun, die deutschen Medien sind ja auch in Gefahr. Nicht in einer solchen Gefahr wie die mexikanischen Journalisten, die augenblicklich Klage erheben, das die Regierung die Folterung, Zerstückelung und Ermordung ihrer Kollegen deckt, sondern vielmehr in der Gefahr, das die Finanzwirtschaft (und andere mit ihr verbundenen Konzerne – also ALLE) ihr die Werbezuwendungen streicht – dann wäre Schluss mit der Pferdezucht des Chefredakteurs. Das darf nicht sein – und deshalb wird wohl die neue Bedrohung der freien Welt eher am Rande erwähnt. Immerhin sehen die Zahlmeister unserer Journalisten dies nicht als Gefahr an. Worum es geht? Die Rede ist von CISPA, dem Cyber Intelligence Sharing and Protection Act, einem Gesetz in den USA, vor dem vor kurzem noch gewarnt wurde und das jetzt überraschend schnell – gegen den Wunsch des Präsidenten – die erste Hürde genommen hat.

Seltsam, das es so wenig Wirbel darum gibt – immerhin ist die Bedrohung enorm: CISPA setzt ALLE ANDEREN GESETZE AUSSER KRAFT.

Hören wie die Süddeutsche dazu:

Das Gesetz sieht vor, dass Firmen Nutzerinformationen mit Regierungsbehörden teilen dürfen, wenn es um Cyber-Sicherheit geht. Die Firmen würden gleichzeitig vor Zivilklagen geschützt. Umstritten ist besonders, dass der Informationsaustausch „ungeachtet aller anderen Gesetze“ stattfinden darf.

Natürlich geht es offiziell um Sicherheit. Es geht immer um „Sicherheit“, wenn Freiheiten beschnitten werden. Am sichersten wäre der Mensch in absoluter Isolationshaft – wo von außen nichts aber auch gar nicht ´reinkommt, kann ihn nichts bedrohen – mit dem Argument „Sicherheit“ kann man jede menschliche Lebensäußerung untersagen … könnte ja was schiefgehen.

Wie die „Cyberbedrohung“ nun konkret aussieht, erläutert Patrick Beuth in der Zeit:

Als „Cyberbedrohung“ etwa gilt laut Gesetzentwurf alles, was das Netzwerk eines Unternehmens oder einer Behörde schwächen, unterbrechen oder zerstören könnte. Oder was zu Diebstahl oder Zweckentfremdung von privaten oder Regierungsinformationen, geistigem Eigentum oder personenbezogenen Daten führen kann.

Schön schwammig, oder? Dieser Artikel hier kann schon Cyberbedrohung sein.

Kritik an den USA? Cyberbedrohung.

Kritik an den Konzernen? Cyberbedrohung.

Plädoyer für die Freiheit des Internets? Cyberbedrohung.

Wikileaks? Cyberbedrohung.

Kritischer Journalismus ohne Rücksicht auf Anzeigenkunden? Cyberbedrohung.

Verbraucherschutz? Cyberbedrohung.

Plädoyer für Menschenrechte? Cyberbedrohung.

Kritik an CISPA? Cyberbedrohung.

Die Presse in Österreich schreibt deutlich, worum es hier geht:

Kein reines US-Problem

Das Probleme ist nicht alleine auf die USA beschränkt, auch wenn es sich bei CISPA nur um ein US-Gesetz handelt. Da etliche Anbieter von Online-Diensten in den Vereinigten Staaten sitzen, würden sie und alle Daten auf ihren Servern, in den Einzugsbereich des Gesetzes fallen. Ein Österreicher, der etwa Informationen bei Facebook gespeichert hat, könnte genauso ausspioniert werden wie ein US-Bürger – und würde es wohl nicht einmal mitbekommen. Schon jetzt wird vielen Firmen untersagt, ihre Nutzer zu informieren, wenn Behörden deren Daten herausverlangen.

Immunität für Missbrauch

Nutzer hätten bei CISPA auch keine Handhabe, wenn besagte Firmen diese Daten an Regierungsbehörden oder andere Institutionen weitergeben würden. Es gebe nahezu keine Chance für Betroffene, ein Unternehmen zu verklagen, wenn es Daten weitergeben würde, kritisieren die Bürgerrechtler. 

In Zukunft können Konzerne mit den Daten machen, was sie wollen, CISPA ist die ultimative „Ich-komme-aus-dem-Gefängnis-frei“-Karte.  Die Liste der Unterstützer ist lang – und spannend.

Neben der United States Chamber of Commerce (einer Lobbygruppe, deren Einfluss in Deutschland viel zu selten beobachtet wird) oder dem Business Round Table (DIE Lobbygruppe der Konzernwirtschaft) stehen Intel, Facebook, Microsoft, Boeing, Lockheed Martin, Oracle, AT&T, die Lobbygruppen der Telecom-Industrien sowie mit dem Financiel Round Table die hundert wichtigsten und mächtigsten Banken der USA …. also das ganz ganz große Geld.

Schreibt also heute jemand über die Fäden, die Goldman-Sachs bei dem Griechenland-Desaster zog, so liegt seine Akte morgen beim US-Geheimdienst und auf dem Schreibtisch von Goldman-Sachs. Wo er wohnt, welche Freunde er hat, was er verdient, welchen Lebenslauf er verfolgt, zu welchen Themen er sich sonst noch äußert und  – vor allem – wer für seinen Lebensunterhalt aufkommt (Firma, Gemeinde, Staat, Kirche, Verein oder freie Förderer) …. also, wen man bearbeiten muss, damit „solche Artikel“ nie wieder erscheinen.

Die Kooperation zwischen Geheimdiensten und Konzernen sorgt auch dafür, das die Konzerne einen überraschend kräftigen Arm bekommen, der Gegner nicht nur psychisch und ökonomisch destabilisieren kann, dank einer Armada von 7000 Drohnen unter Geheimdienstkontrolle  kann jede Bedrohung für die Geschäfte der Konzerne auch ganz praktisch und real ausgeschaltet werden.

Man braucht sich also nicht wundern, das dieses Gesetz in einer „überraschend anberaumten Sitzung“ durchgewunken wurden, bevor sich ernsthafter Widerstand dagegen regen konnte: immerhin waren schon 168 von 416 Abgeordneten dagegen (andere Quellen nennen 162 – um genau zu sein). Nicht auszudenken, was mit diesem Gesetz geschehen wäre, hätte man noch mehr Zeit verstreichen lassen. So etwas geschieht, wenn die mächtigsten Männer dieser Welt an einem Strang ziehen – die setzen ihren Willen durch, noch bevor andere Zeit hatten, den Gesetzentwurf zu überdenken.

So macht man 2012 Ermächtigungsgesetze, ohne das es jemand merkt.

Nun – das Gesetz ist kurz vor der Abstimmung laut Süddeutsche nochmal überarbeitet – sprich verschäft – worden:

Vor der Annahme des Gesetzes bewilligte das US-Repräsentantenhaus noch Änderungen. So dürfen jetzt unter anderem keine Daten über Ausbildung, Krankheit oder Waffenkäufe ausgetauscht werden. Außerdem wurden die Voraussetzungen für den Informationsaustausch erweitert. Neu sind nicht nur Cyber-Sicherheit und Fragen der nationalen Sicherheit als Grundlage, sondern auch die „Ermittlung und Verfolgung“ in Fällen von Kinderpornographie, Kidnapping oder Menschenhandel.

Gut, das Daten über Waffenkäufe nicht mehr ausgetauscht werden können, das wird die Organisation der Waffenhändler freuen – aber um zu erfahren, ob ich in meinen E-Mails Kinderpornos verschicke, meine Pläne über die Entführung Angela Merkels austausche oder zehn neue Ungarinnen zum Verkauf an deutsche Bordelle anbiete, muss man erstmal ALLE MEINE  MAILS LESEN. Das dürfen die jetzt – mit Berufung auf CISPA. Könnte ja auch was drin stehen in den Mails, die die amerikanische Sicherheit oder die Sicherheit von Facebook, des Bankenclans oder der CIA bedrohen.

Inzwischen distanzieren sich laut Heise sogar einstige Unterstützer von dem Gesetz – Microsoft merkt, das es das Versprechen über Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer nicht mehr einhalten kann. Allerdings wird diese Meldung mitlerweile wieder dementiert – da hat wohl jemand schnell interveniert, um den Konzern auf Kurs zu bringen.

Nun – man macht sich noch Hoffnungen über ein Veto des US-Präsidenten, dem es wohl auch nicht gefällt, das die E-Mails seiner Töchter in Zukunft straffrei von jedem Konzernagenten gelesen werden dürfen, der nach Bedrohungen sucht.

Inwiefern dieses Veto realistisch ist – inwiefern der US-Präsident sich vor der Wahl wirklich traut, gegen ein Gesetz zu stimmen, das ja der Sicherheit dienen soll – ist fraglich. In aller Regel werden US-Präsidenten vor der Wahl vorsichtiger, in der Regel gilt das auch für den Senat: zu schnell könnte man im Wahlkampf als Förderer von Kinderpornographie, Entführung und Menschenhandel dargestellt werden.

Was das Veto allerdings alternativlos erscheinen lässt, ist die Aussicht auf die immense Macht, die die NSA in den USA bekommen würde, wenn das Gesetz weiterhin so durchgewunken wird – dann hätte die Konzernwirtschaft nicht nur die informelle Herrschaft über die USA über ihren Einfluss auf die Legislative, sondern auch ein durchaus wirksames Element der Exekutive in der Hand, mit dessen Hilfe man problemlos auch die Judikative unter Druck setzen könnte … durch Veröffentlichung pikanter Details aus dem Privatleben oder eben durch „Unfälle“, falls es diese Details mal wirklich nicht gibt.

Somit ist CISPA ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Ende der freien Welt – aber das ist deutschen Medien nur eine Notiz am Rande wert.

Nun – die Werbepartner unserer Medien arbeiten halt eng mit ihren amerikanischen Freunden zusammen: Axa, Allianz, Deutsche Bank, UBS – alle großen Player sitzen im „Forum europäischer Finanzdienstleister“ zusammen und verfolgen klare Ziele, siehe Finanz-Lexikon:

Die Hauptziele des EFR sind:

1. Mitwirkung bei Diskussionen der europäischen Öffentlichkeitspolitik speziell in Bezug auf Finanzthemen 
-> vor Allem: Kapitalmarkt, Anlegerschutz, Versorgung, Regelungen und Aufsicht

2. Vollendung des gemeinsamen Marktes im Bereich der Finanzdienstleistungen vorantreiben

Eine weitere Aufgabe ist die Kooperation in Bezug auf gemeinsame transatlantische Belange. Dies wird beispielsweise in der Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Financial Services Roundtable (FSR) mit Sitz in Washington D.C./ USA umgesetzt.

Und dieser „Markt“ diktiert dann den Regierungen ihre Politik, sorgt für unbezahlbare Riesenrettungsschirme und die öffentliche Diskreditierung seiner Gegner durch marktkonforme Journalisten, die in Zukunft ebenfalls ganz neue Quellen zur Verfügung haben werden.

Merkt man nun, wie unglaublich hilflos der „Deutsche Bundestag“ als oberste Instanz des politischen Willens in Deutschland gegenüber den Gewalten ist, die durch die Welt toben?

Mal ganz abgesehen davon, das ja auch die Parteien großzügige Spenden der Finanzindustrie erhalten und deshalb nicht mehr ganz so frei sind, wie sie früher mal sein wollten.

In Zukunft jedoch werden die Abgeordneten noch vorsichtiger sein müssen: wer sich gegen die Konzernkrake zur Wehr setzen will, riskiert ganz schnell, zur Cyberbedrohung zu werden und Besuch vom US-Geheimdienst zu bekommen.

Und die dürfen ja inzwischen hemmungslos in der ganzen Welt morden.

Bald wissen die auch genau, wer da noch so als Ziel in Frage kommt.

 

 

 

 

 

 

 

Der Bürger als fette Gans zwischen Wolf und Fuchs: 9/11, die Weltrezession und das Arbeitsamt

Samstag, dritter September 2011. Draussen scheint die Sonne, drinnen sitzt der Bundesbürger und schaut finster. Eigentlich hat er dafür keinen Grund. Sein Leben, sein Glück, sein Alltag, seine Existenz hängt an einem "Arbeitsplatz" - unabhängig vom Wetter, der Ernte, der Laune der Götter oder diversen Naturkatastrophen. Solange er seinen Arbeitsplatz hat, ist er angebunden an das System, wird versorgt mit unendlichen, nie versiegenden Warenströmen und hat vor lauter Konsumieren noch nicht einmal mehr Zeit, sich Gedanken um sein Glück zu machen. Dieser Arbeitsplatz nun ... der ist sicher. So sicher wie noch nie, siehe Handelsblatt:

Samstag, dritter September 2011. Draussen scheint die Sonne, drinnen sitzt der Bundesbürger und schaut finster. Eigentlich hat er dafür keinen Grund. Sein Leben, sein Glück, sein Alltag, seine Existenz hängt an einem „Arbeitsplatz“ – unabhängig vom Wetter, der Ernte, der Laune der Götter oder diversen Naturkatastrophen. Solange er seinen Arbeitsplatz hat, ist er angebunden an das System, wird versorgt mit unendlichen, nie versiegenden Warenströmen und hat vor lauter Konsumieren noch nicht einmal mehr Zeit, sich Gedanken um sein Glück zu machen. Dieser Arbeitsplatz nun … der ist sicher. So sicher wie noch nie, siehe Handelsblatt:

Der Arbeitskräftebedarf in der Wirtschaft sei derzeit so hoch wie noch nie, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag. Der von ihr monatlich ermittelte Beschäftigungsindex BA-X erreichte mit 170 Punkten im August ein neues Allzeithoch. Dies seien fünf Punkte mehr als im Juli und 28 Punkte mehr als vor einem Jahr.

Der Bürger schaut immer noch finster – dabei sollte er sich freuen. Einen Arbeitsplatz zu haben, bedeutet in den Zeiten des Vierten Reiches ungefähr soviel wie der Ariernachweis im Dritten Reich: man gehört dazu, man wird geschätzt und anerkannt, man darf dabei sein, steht im Mittelpunkt des Interesses von Politik, Wirtschaft und Medien. Der Bürger jedoch war auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeit. Jenseits der Welt der mathematischen Beschäftigungsindizes wird dort seit Monaten eine Wahrheit verkündet, die trotz des unermütlichen Aufschwunggejubels stabil bleibt: 3, 156691 Millionen Menschen sind arbeitslos, demgegenüber stehen 865212 offene Stellen.

Der Bürger hat einen Hauptschulabschluss, beherrscht also die vier Grundrechenarten. Das ist von Nachteil in der modernen Medienwelt, mit derart gebildeten Bürgern ist man dort den Umgang nicht gewöhnt. Man verkündet dort gerne Aufschwungmythen wie den Aufschwung in Baukonzernen. Der Bürger aber weiß, das der Aufschwung in Baukonzernen ein relativer Aufschwung ist: nur weil wir immer mehr Kreisverkehre auf Pump bauen, geht es unserer Wirtschaft nicht gut. Dank Hauptschulabschluss weiß der Bürger auch, wo das Geld herkommt: vom Staat. Und weil er auch lesen kann, weiß er, wo es nicht hingeht: zurück zu ihm. Deshalb wundert er sich nicht, das dort, wo der Bürger sein Geld ausgibt, ganz andere Nachrichten blühen:

Europas größter Einzelhändler Carrefour hat angesichts der weltweiten Wirtschaftsflaute seine Gewinnziele für das laufende Jahr heruntergeschraubt. 2011 werde nicht mehr mit einem Gewinnwachstum, sondern mit einem Rückgang des Betriebsgewinns von rund 15 Prozent gerechnet, teilte das französische Unternehmen am Mittwoch mit.

Baukonzerne leben vom Staat, Einzelhändler vom Bürger. Dank Hauptschulabschluss weiß man, was Sache ist. Da ist er auf einem Stand mit der Weltbank, die ebenfalls eine neue globale Krise wahrnimmt, die an unserer Politik, unserer Wirtschaft und unseren Medien scheinbar spurlos vorbeigeht.  Der Bürger liest auch manchmal in Magazinen für Fachleute mit Abitur und Betriebswirtschaftsstudium. Das geht mit Hauptschulabschluss sehr gut, der reicht dafür völlig aus. Dort erfährt er Dinge, die eigentlich nicht für ihn gedacht waren, siehe „Manager-Magazin„:

So um 1989 herum endete im Großen und Ganzen der Kommunismus, und 2008 ging bekanntlich der Kapitalismus den Bach runter (Stichworte: Immobilienblase, Lehman-Pleite, Finanzkrise … Sie wissen schon).

Damit waren die beiden großen -ismen, die in den vergangenen Jahrzehnten als Grundlage ökonomischer Gesellschaftsordnungen dienten, gescheitert. Ein praktikabler Ersatz wurde bislang nicht gefunden.

So was kann man nur mit Abitur ertragen, denkt sich der Bürger. Die Straße des Kommunismus führte ins Nichts, die Straße des Kapitalismus endete auch … aber wir fahren weiter? Solche Lebensphilosophien können sich nur Menschen ausdenken, die hauptberuflich Sohn sind.

Früher war die Sache klar: Im Kommunismus bekamen es die Bosse und im Kapitalismus die Cleveren, also vor allem Wirtschaftsgrößen und Kriminelle aller Art.

Das hört sich an, als hätten wir einen apokalyptischen Kampf zwischen Schlägern und Betrügern zu ertragen, zwischen Straßenräubern und Taschendieben. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht? Es passt aber zu den aktuellen Nachrichten. In den USA kaufen die Betrüger mit ihrem ergaunerten und bald wertlosem Geld immer mehr Ackerland, in Griechenland kämpfen die Betrüger mit allen Mitteln um ihre Beute, in Deutschland wird die gesetzliche Rente zertrümmert, um Geld für Ackerlandkäufe in den USA und die Rettung griechischer Politiker bereitstellen zu können, während schon zehn Prozent der Deutschen übermässig verschuldet sind aber – den Studien zur Folge – eine Superkauflaune haben.

Das man mit guter Laune an der Kasse nichts bekommt, merkt eben auch Carrefour – siehe oben.

Der Bürger versteht die Welt – dank Hauptschulabschluss – sehr gut. Da oben sind alles Gangster. Kein Wunder, das Kinder vermehrt zu Schlaganfällen neigen, während die Täter die Flucht ins Weltall vorbereiten – ganz normale Konsequenzen angesichts der allgemeinen Weltlage.

Wenn aber – so denkt der Bürger weiter – die Kommunisten die „Bosse“ waren und die Kapitalisten die „Cleveren“ … müssen wir dann nicht im Zeitalter des sterbenden Kapitalismus mit besonders cleveren Schachzügen rechnen, mit denen sich die Cleveren die Taschen füllen wollen?

NEIN! – sagen die Medien. Niemals würde ein Cleverer Taten, Handlungen oder auch nur Plänen Vorschub leisten, die dem Bürger Schaden zufügen würden. NIEMALS. Da darf man noch nicht mal dran denken!

Jetzt werden auch die Medien von cleveren Menschen mit Abitur gestaltet … das bestärkt den Bürger in seiner miesen Laune, denn nach und nach lässt sich nicht verbergen, das die Cleveren immer noch ein Ass im Ärmel haben und nicht gedenken, kampflos unterzugehen:

Steckt wirklich Al-Kaida hinter den Anschlägen von 9/11? Zehn Jahre nach Einsturz der Twin Towers reißen die Verschwörungstheorien nicht ab. Das hat Folgen: In vielen arabischen Ländern gibt es nur noch wenige die der offiziellen Version glauben.

Selbst den Cleveren gelingt es nicht ewig, die Wahrheit zu unterdrücken – auch wenn sie sich noch soviel Mühe geben:

Zehn Jahre sind seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York vergangen. Viele Amerikaner schenken der offiziellen Untersuchung der Vorfälle durch Ex-Präsident Bush keinen Glauben.Verschwörungstheoretiker legen in einem neuen US-Dokumentarfilm Beweise vor, nach denen Bush gar von den Anschlägen gewusst haben soll.

Der Bürger versteht das sehr gut – und schaut deshalb finster. Langsam geht ihm ein Licht auf: was ist, wenn die Cleveren und die Bosse unter einer Decke stecken? Was ist, wenn die Bosse ihm Schutz vor den Cleveren versprechen, die ihm wiederum Schutz vor den Bossen garantieren, in Wirklichkeit aber beide Abitur haben und es gründlich zum Zwecke seiner Ausbeutung missbrauchen?

„Undenkbar“, sagen die Medien der Cleveren.

Ganz normaler Alltag … sagt sich der Bürger mit Hauptschulabschluss. Immerhin kann er lesen – zum Beispiel im Handelsblatt:

Westliche Staaten haben laut Medienberichten enge Beziehungen zu Libyens Geheimdienst unterhalten. Aus London erhielt Gaddafi Informationen über Oppositionelle, während die USA in Libyen Hilfe bei Verhören suchten.

Da offenbaren sich Dinge, die man eigentlich nicht unter einen Hut bekommt. War nicht gerade der „gute“ Westen dabei, den „bösen“ Gaddafi zu töten, weil der eben so böse ist? Und jetzt? Der Mann war Dienstleister für den Westen:

Hat der US-Geheimdienst mit dem Gaddafi-Regime kooperiert? Einem Dokument nach, hat der CIA Terrorverdächtige in das für seine Folterpraxis bekannte Land geschickt.

Und jetzt hat er seinen Arbeitsplatz verloren. Hatte halt nur einen Zeitvertrag. Seine Auftraggeber jedoch gestalten Weltpolitik immer noch ganz nach ihren Vorstellungen, weshalb klar ist, das der von den Bilderbergern hofierte Steinbrück jetzt „ganz überraschend“ einziger Kanzlerkandidat der SPD ist.

Der Bürger fühlt sich immer unwohler – und langsam verstehen wir, weshalb er trotz schönem Wetter finsterste Laune hat. Die Weltgeschichte entpuppt sich als künstliches Drama zwischen Wolf und Fuchs, in dem er die Rolle der fetten Gans hat, die wählen darf zwischen der brutalen Gewalt Gaddafis oder den listigen Finten der cleveren CIA. Und so langsam versteht er seine Rolle im System: sein Arbeitsplatz ist der Ort, an dem er gemästet wird, das Arbeitsamt wacht darüber, das er sich mästen lässt und die Medien geben sich Mühe ihm zu erklären, das er in einem Wunderland lebt in dem immer die Sonne scheint und in dem die gebratenen Hühnchen dem fleissigen Arbeitnehmer wie von selbst in den Mund fliegen.

Doch der Bürger weiß, das Menschen, die andere Menschen zum Foltern ins Diktatorenland fliegen, auch keine Hemmungen haben, ihre eigenen Bürger in die Luft zu sprengen – erst recht nicht, wenn das System der Cleveren in Gefahr ist.

Der Bürger weiß, das es keine Verschwörungen ohne Geheimdienste gibt – und das Geheimdienste den ganzen Tag nichts anderes machen als Verschwörungen. Und er weiß, das die Cleveren nichts dem Zufall überlassen – nicht umsonst wird man reich, wenn man Bürgern betrügerische Geldanlagen verkauft, bleibt aber arm, wenn man Straßen baut, Kinder erzieht ober alte Leute pflegt.

Das System der Cleveren scheint – so dünkt dem Bürger – nicht weniger perfekt zu sein als das System der UdSSR oder das Gaddafis. Es ist halt nur mehr nach der Art des Fuchses gestaltet als nach der Art des Wolfes.

Was nun folgt?

Wenn wir nichts unternehmen, kommen die leichenfleddernden Hyänen. Vielleicht auch ein Grund, sich mal Gedanken über „echte Demokratien“ zu machen.

 

 

 

Banken und Konzerne werden Gott, Menschen werden Ungeziefer: gesteuerte Unruhen in London?

Das Schlimme an Lügen ist, das ihre Widerlegung lange dauert ... und das immer ein kleiner Zweifel bleibt. So ist es auch mit Verschwörungstheorien. Auch sie können Lügen sein - und ihre Widerlegung dauert elendig lange. "9/11" war selbst gemacht sagt sich leicht dahin. Ebenso leicht sagt sich allerdings "Bin Laden wars" - das war aber leicht zu widerlegen, wenn ich mir die Argumente der Verschwörungstheoretiker so anschaue. Eine andere Lüge wird ebenso gerade demaskiert: die Lüge über den faulen Arbeitlosen.

Das Schlimme an Lügen ist, das ihre Widerlegung lange dauert … und das immer ein kleiner Zweifel bleibt. So ist es auch mit Verschwörungstheorien. Auch sie können Lügen sein – und ihre Widerlegung dauert elendig lange. „9/11“ war selbst gemacht sagt sich leicht dahin. Ebenso leicht sagt sich allerdings „Bin Laden wars“ – das war aber leicht zu widerlegen, wenn ich mir die Argumente der Verschwörungstheoretiker so anschaue. Eine andere Lüge wird ebenso gerade demaskiert: die Lüge über den faulen Arbeitlosen. Man findet den Widerruf im „Spiegel“ – recht gut versteckt, damit ihn keiner sieht:

Neun von zehn Hartz-IV-Empfängern weisen mindestens ein Vermittlungshemmnis auf, viele sogar mehrere. Sie haben beispielsweise keinen Schulabschluss oder keine Ausbildung, sie leiden unter gesundheitlichen Einschränkungen, sie sind älter oder alleinerziehend, sie haben einen Migrationshintergrund und verfügen über schlechte Deutschkenntnisse – die Liste ist lang, und jeder Punkt verringert deutlich die Chancen auf einen Job.

Es gibt zwar auch rund 350.000 Hartz-IV-Empfänger, die keiner Tätigkeit nachgehen und eigentlich zur Arbeitssuche verpflichtet wären, jedoch in den vier Wochen vor der Befragung nicht nach einem Job gesucht haben. Schaut man jedoch genauer hin, so besteht dieser Personenkreis größtenteils aus älteren Hilfebedürftigen und solchen mit starken gesundheitlichen Einschränkungen.

Mit 55 Jahren an den Rollstuhl gefesselt … da jubelt der Personalchef eigentlich nicht, wenn er einen sieht. Würde die Wirtschaft die Menschen mit „Vermittlungshemmnissen“ trotzdem einstellen, würden wir über das Thema „Arbeitslosigkeit“ gar nicht mehr reden müssen, nebenbei bemerkt. Das tut sie aber nicht – und damit kommt sie straflos davon.

Was die Wirtschaft aber via Privatfernsehen unternimmt, ist die Entmenschlichung der Armut, hier im Spiegel an einigen Beispielen aufgeführt:

Der Mieter als Ratte, die Moderatorin als leidenschaftliche Kammerjägerin – böser kann deutsches Privatfernsehen eigentlich nicht mehr werden. 

„Privatfernsehen“ ist Fernsehen, wie es Wirtschaft gerne hätte. Es produziert Werte und Verhaltensweisen, die dem Konsum nützen sollen. Wer nicht pariert, wir öffentlich vorgeführt … im Mittelalter nannte man das „an den Pranger stellen“.

Wenn Fürst mit wehendem Mantel ins Hartz-IV- oder Schuldner-Elend einfällt, um an den eigentlichen Hauptpersonen vorbei ihre Aufräumstrategie in die Kamera zu dozieren, dann sehen die Betroffenen nur noch blasser, lebensunfähiger und erbärmlicher aus als sie eigentlich sind. Voyeurismus-TV at its worst.

Hartz IV-Abhängige sind zwar keine asozialen Monster … aber man kann sie ja mal als solche darstellen und sogar zur Mithilfe mobilisieren:

Für „Das Messie-Team – Start in ein neues Leben“ auf RTL II lässt sie 32-jährige Frührentner und Ex-Klavierstimmerinnen so lange aufsagen, wie verachtenswert ihr Leben ist, bis sie heulend „Bitte räum mein Leben auf!“ wimmern.

So zeigt „Wirtschaft“ was sie von Menschen hält.

Neben vielen anderen Akteuren am Markt produziert auch der rot-rote Senat in Berlin genügend „Futter“ für jene Sorte von virtuellen Sozialschmarotzern, die so wenig eigenes Leben haben, das sie via Bildschirm an anderen Leben teilhaben müssen:

Die vergangenen zehn Jahre haben angesichts dieser sozialen Bilanz den Charakter von SPD und Linkspartei eindeutig offenbart. Nichts an ihnen ist links. Sie vertreten nicht die Interessen der arbeitenden Bevölkerung, sondern die der Banken und Konzerne. Das beweist ihre hemmungslose Privatisierungs- und Kürzungspolitik im Namen des „Schuldenabbaus“. Gerade die Rolle der Linkspartei muss hier hervorgehoben werden. Sie ist nicht das Korrektiv, das noch schlimmere Kürzungen verhindern würde, sondern hat sich in den letzten Jahren selbst als treibende Kraft hinter jeglicher Art von Sozialabbau erwiesen.

Ohne menschliche Existenzen in Krisensituationen würde doch der ganze Privat-TV-Markt zusammenbrechen.

Wie das auf die Bürger wirkt, die sich mit einem Durchschnittseinkommen von 1600o Euro im Jahr ihr kleines Glück  zurechtschustern müssen und dabei – wenn sie Pech haben – noch von den Medienhuren gedemütigt werden, interessiert keinen. Das ist die schöne neue Welt der Banken und Konzerne, in der die Aktiengesellschaft Gott ist und der Mensch nur Ungeziefer.

Ich habe angesichts dieser Entwicklungen zwar keine Sympathie für die SED, aber viel Verständnis für jene, die heute sagen: „Danke für die Mauer!“:

Die „Junge Welt“ bedankt sich zum Mauerjubiläum für „Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen“ und „ohne Hartz IV“. 

Der Spiegel ist der gleichen Meinung wie die „Junge Welt“, sagt sie aber nicht. Dafür formuliert er im Zusammenhang mit den Unruhen in England die konkreten Ursachen für die Plünderungswut:

„Die Konsumgesellschaft beruht auf der Fähigkeit, an ihr teilnehmen zu können“, sagt Alex Hiller, ein Marketingexperte an der Business School in Nottingham. „Man braucht dazu kürzere Arbeitszeiten, höhere Löhne und Kredite. Mit Leuten, die nur niedrige oder gar keine Löhne haben und auch keine Kredite bekommen, funktioniert dieser neue Gesellschaftsvertrag nicht.“

So gingen sie trotzdem shoppen wie die Beckhams. Allerdings mit einem Flammenwerfer in der Hand statt der schwarzen Karte von American Express.

Dort, wo Markenware minimaler Lebensstandard ist und der „Takko-Lord“ offiziell mit großer Medienmacht angeprangert wird, braucht man sich über die neue Art des Konsumierens nicht wundern: wie soll das denn sonst gehen – ohne Geld – bitte schön?

Und wer nicht ordentlich konsumiert, gerät in Gefahr, in die „helfenden“ Hände der Medien zu geraten.

Deshalb sind die Unruhen politisch. Es ist der deutliche Wunsch der Teilnehmer zu erkennen, dazuzugehören. Sie haben immerhin Markenwaren gestohlen, Statussymbole, High-Tech-Produkte der obersten Preisklasse.  Das waren keine konsumverachtenden linken Systemfeinde, die da zugegriffen haben, das waren jene, die an die Spitze wollten. Die Prinzipien sind dabei die gleichen wie die ihrer Führer, die neue Werte persönlich vorleben:

Alle berauschten sich an dieser lauten, ruppigen Konsumkultur. Die Banker sowieso, mit ihren Booten samt Hubschrauberlandeplatz, aber wie sich beim Spesenskandal vor zwei Jahren herausstellte, auch viele Politiker. Es gab Konservative, die ihre Burggräben und Entenhäuser mit Steuergeldern finanzierten. Es gab Labour-Abgeordnete, die funkelnde Klobrillen und seidene Kissen abrechneten. Es gab den ersten Unterhausvorsitzenden seit dem Jahr 1695, der zurücktreten musste, weil aufgeflogen war, dass er für mehr als 4000 Pfund Taxiquittungen abgerechnet hatte, die seine Frau bei ihren Shoppingtouren angesammelt hatte.

Es ist ein ganz neues Europa, das sich hinter den Unruhen verbirgt … den Unruhen, die jetzt mit der Lüge der „asozialen Unterschichtsplünderer“ versehen an den Rand der Wahrnehmung gedrängt werden, um das neue Europa noch etwas weiter im Verborgenen wachsen zu lassen:

Was es heißt, sich in unserem schönen, neuen Europa im wahren Wortsinn auf eigene Faust durchs Leben zu schlagen, haben wir am Beispiel Englands gerade hautnah erlebt. Ein Europa, in dem dubiose Finanztransaktionen von der Politik gepusht und breit unterstützt auf der Prioritätenliste ganz oben stehen und seltsame Finanzkonstrukte mehr Wertschätzung genießen, als existentielle Belange der Bürger. 

Ich sagte ja: Banken und Konzerne werden Gott, der Mensch Ungeziefer … Ungeziefer, das selbstverständlich auch im Urlaub arbeiten muss, selbstverständlich nur im Notfall … aber welche Firma hat heutzutage keinen Notfall, wenn sie jemanden bezahlen muss, der gerade nicht am Arbeitsplatz sitzt?

Was mich im Falle der Plünderungen in England wundert, ist, das noch niemand über eine Steuerung der Gewalt berichtet hat. In Deutschland müssen wir damit rechnen … ebenso wie wir damit rechnen müssen, das freie Journalisten mit Polizeiterror konfrontiert werden, weil sie zuwenig Geld haben:

Schon zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen führte die Stuttgarter Polizei Durchsuchungen in mehreren Privatwohnungen durch. Ziel der Aktion waren Rohaufnahmen des Aktionskreises Cams21.

 Da man den Mitgliedern des Kollektivs aufgrund des fehlenden finanziellen Hintergrundes die Tätigkeit als freie Journalisten aberkennt, werden sie juristisch gesehen wie ganz normale Privatpersonen behandelt.

Banken und Konzerne werden Gott, Menschen werden Ungeziefer. Weshalb ich darüber nachgrüble, ob die Unruhen in London von der CIA gesteuert worden sind, um eine gewissen innenpolitische Richtung durchzusetzen?

Nun … sie arbeiten mit Drogenbaronen und ihren Mörderschwadronen zusammen, bewaffnen kriminelle Gangs in Syrien – da wird man doch mal nachfragen dürfen, ob denn wirklich sicher ist, das sie hier nicht auch ihre Finger mit im Spiel haben. Immerhin … in Libyen durften sie laut Handelsblatt auch aktiv werden:

Offiziell wollen sich die USA aus dem Militäreinsatz in Libyen zurückziehen – doch hinter den Kulissen untergraben US-Geheimagenten bereits seit Wochen Gaddafis Macht. Obama hat den Einsatz persönlich angeordnet.

Selbst der eigentlich klar beschriebene Massenmord von Utoya wirft immer mehr Fragen auf das seltsame Verhalten der Polizei auf, die nahelegen, das man dem Täter … Zeit lassen wollte. Zu ungeheuerlich? So ungeheuerlich vielleicht wie die jetzt gerade aufgedeckte Unterwanderung der dänischen Wirtschaft und Politik durch radikale Ultrarechte?

Die Gruppierung hatte rund zwei Jahrzehnte verdeckt operiert und Parlament sowie Polizei unterwandert. Publik wurde der Fall Mitte der Woche, nachdem die Internetaktivisten Informationen aus einem geschlossenen Webforum an die dänische Tageszeitung Politiken aushändigten

Solche Berichte finden sich selten in großen Leitmedien. Je größer die Medien, umso seltener findet man sie … und Zusammenhänge werden erst recht nicht hergestellt. Es gibt keine Zusammenhänge mehr in der Medienwelt. Alles geschieht „einfach so“ und wird morgen von der nächsten Lüge verdrängt. Man merkt zwar, das sich hier eine Hetzjagd auf Andersdenkende zusammenbraut, sieht aber keinen Grund zum Handeln:

Immerhin wird schon auf der Startseite in deutlicher Terminologie der „Aufbau einer Erfassungsstelle zur Dokumentation der systematischen und rechtswidrigen Islamisierung Deutschlands und der Straftaten linker Faschisten zur Unterdrückung des Volkes“ angekündigt. Nach Angaben der Mitteldeutschen Zeitung sieht das Bundeskriminalamt nach Prüfung des Falles dennoch keine Gründe, gegen die Seite und ihre Macher vorzugehen.

Wieso auch handeln? Hier rottet sich doch nur das Ungeziefer selber aus. Wozu sollte man die jetzt daran hindern? Und wie schön wäre es, wenn das Ungeziefer sich auch endlich so benimmt, wie es sich zu benehmen hat, damit aus den Lügen der Privatmedien endlich Wahrheit wird. Es wäre doch richtig Klasse, wenn man das Ungeziefer zu Verhalten aufstacheln kann, das ihre einstweilige Erschiessung rechtfertigen würde und man diese dreckigen, stinkenden, dicken, dummen, unordentlichen, unangepassten, dunklen, ausländischen, linken, rechten, arbeitslosen kinderreichen kranken einheimischen Insekten endlich aus der schönen sauberen Millionärsrealität verbannen könnte, oder?

Was ihnen allen gemein ist … völlig jenseits der politischen Anbindung?

Sie sind arm … und damit vogelfrei.

Der neue Gott duldet alles: Kinderschändung, Prostitution, Mord, Abtreibung, Sklavenarbeit, Umweltzerstörung, Bomben auf Zivilisten, Gift im Essen, atomare Strahlung in der Luft – schlicht alles, was der alte Gott des Lebens nicht mochte.

Aber Armut … die kann der neue Gott auf den Tod nicht ausstehen.

Deshalb plündern die Briten um ihr Leben.

 

 

Eine Wahrheit über Obama bin Laden und Al-Quaida

So was läuft in Österreich in den Öffentlichen…

 

gefunden bei Matrix Change (dort bitte mit Skepsis lesen).

 

Wikileaks Cablegate – eine Charm-Offensive der CIA?

cialeaks

Nun hat Wikileaks trotz DDoS Angriffen und Drohungen aus den USA heldenhaft die angekündigten 3 Millionen geheime Dokumente aus Amerikanien veröffentlicht. Ach nee, nur knapp über eine viertel Million. Na ja, das reicht ja auch erst einmal.

Und was können wir da alles an interessanten Dingen lesen – bzw. was nicht.
9/11 und die Folgen? Oh, da war gerade Sendepause. Der Kossovo Krieg? Hat die Amerikaner wohl nicht interessiert. Die Wiedervereinigung? Nö, das können die auf dem Kontinent auch ohne die USA.

Aber das, was veröffentlicht wurde, ist recht geschickt ausgewählt.
Da lesen wir nun – gerne auch mit Schadenfreude, daß die Botschaftsangehörigen unsere Meinung bezüglich Westerwelle, Merkel, Steinbrück und so weiter im Großen und Ganzen teilen. Fefe schreibt, (daß man ihm schrieb..) daß Cablegate sich wie eine englische Version seines Blogs liest. Stimmt auffallend. Und unsere Vorurteile, daß sich die arabischen Staaten am liebsten sofort an die Gurgel gehen würden wenn Amerika da nicht lenkend eingreift, werden auch bestätigt. Ok, manchmal lenken sie in die für die Bevölkerung falsche Richtung, aber sie meinen es doch nur Gut und verhindern Nachbarschaftskriege. Der islamische Mensch ist halt Böse, wenn er an die Macht will – spätestens dann, wenn er an der Macht ist. Kennen wir ja schon. Oha, die Chinesen helfen dem Iran mit Chemikalien und Bauteilen zur Urananreicherung aus – via Nord Korea. Kommt gerade richtig.
Glaubt das eigentlich jemand?

Ok, vielleicht ist Rösler ein Spion der Amerikaner.
Wem ist der denn auf die Füße getreten. Aber haben wir was von dieser Information? Ermittelt die Spionageabwehr? Macht er seine Entscheidungen rückgängig? Pustekuchen.
Brand ist (wurde?) noch zurückgetreten weil er einen – ziemlich unfähigen – Spion beschäftigte. Das Merkel klebt viel zu fest am Kanzlersitz als das sie solch eine Alternative ernsthaft in Erwägung ziehen würde. Und Rössler selbst..  wird weitermachen wie bisher. Und dementieren muß man das auch nicht, würde ja eh keiner glauben. Ein Spion ist doch eine viel zu schöne Ausrede für verhandlungstechnische Unfähigkeit. Und wer das Bauernopfer sind wird, ist auch noch nicht klar.

Was gibt es noch… Informationen über irgendwelche aufsehenerregenden Aktionen der Amerikaner? Fehlanzeige.

Und im Hinterkopf behalten wir nun am besten, daß die Amerikaner gar nicht so böse Buben sind sondern einfach nur kritische und genaue Beobachter mit spitzer Zunge. Alles gar nicht so schlimm. Gehen Sie weiter. Hier gibt es nichts zu sehen.

Cui Bono?

Update 30.09.2010:

Für den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad steht fest, woher die wahre Lüge rührt: Das WikiLeaks-Material sei nicht einem Leck, also einer unerwünschten Datenweitergabe, zuzuschreiben, sondern „in einer organisierten Weise weitergegeben worden“ – von der US-Regierung selbst. Damit antwortete Ahmadinedschad laut dem iranischen Fernsehsender Press.TV auf Fragen zu Cablegate, die ihm während einer Pressekonferenz gestellt wurden.

Siehe in der Telepolis: Obskure Verschwörungstheorie um Wikileaks

Stuttgart 21 und Schreberspacken in Altona: der Tod der grünen Alternative

Macht macht korrupt, so sagt der Volksmund. Absolute Macht macht absolut korrupt. In Stuttgart kommen jetzt die Grünen an die Macht, um den Bahnhof vieleicht möglicherweise nicht ganz sicher wahrscheinlich nicht zu verhindern und die Autobahnmaut einzuführen.

In Altona kämpfen Bürger gegen Grüne um den Erhalt ihrer Bäume.  Ich bin auf diesen Vorfall im Zuge von Recherchen über die degenerierende und entmenschlichende Komponente von „Macht“ an sich gestoßen. Ich habe auf die Schnelle keinen Ansprechpartner gefunden, der mir die Veröffentlichung genehmigen könnte, lösche also gerne, wenn die Verbreitung des Anliegens der Schreberspacken nicht gewünscht ist.

Ich zitiere … ausnahmsweise … mal wieder einen ganzen Text, den ich persönlich für sehr aussagekräftig und für ein spannendes Dokument der Zeitgeschichte halte, zumal die zitierten Vorgänge mal wieder zeigen, wie schnell man durch den Mißbrauch von Amtsmacht zum überreichen Leistungsträger werden kann, der dann als Vorbild von Fleiß und Tatkraft den aussortierten Arbeitslosen vor die Nase gehalten wird.  Der Vorfall – vielleicht symptomatisch für unsere Zeit: man gründet eine soziale Bewegung, gibt ihr Macht … und wird von ihr ausgenommen. Man gründet eine neue soziale Bewegung, gibt ihr Macht … und wundert sich, das nichts passiert, außer, das man ausgenommen wird.  Als Reaktion darauf gründet man eine neue soziale Bewegung, gibt ihr Macht …. ach, lest selbst, das Original gibt es hier, bei den Schreberspacken.

Hallo Herr Franke,

danke für Ihren Kommentar hier auf Schreberspacken.
Ihre Anregungen greife ich gern auf und möchte Ihnen eine persönliche Antwort darauf geben.

Verstehen Sie uns bitte nicht falsch. Von den gestern anwesenden Protestlern erwartet niemand ein kostenloses Büro oder Atelier. Wir, die wir gestern den „grünen Salon“ gekapert haben, kommen aus acht unterschiedlichen Initiativen mit acht völlig verschiedenen Konstellationen. Gemeinsam sind wir von Politik und Verwaltung betrogen worden.

Wir sind angetreten und haben Bürgerbegehren organisiert. Für den Erhalt der Kleingärten, des Buchenhofwaldes, des Bismarckbades, des Erhalts der Landesbetriebe Krankenhäuser etc. Ich bin sicher, Sie kennen die einzelnen Abläufe.

Wir haben Menschen auf der Straße überzeugt, Informationsstände organisiert und haben alle sehr viel Freizeit investiert. Wir haben Zettel verteilt, Kleingärtner angesprochen und Flohmärkte organisiert – ein mühsehliges Unterfangen, das kann ich Ihnen versichern.
Wir haben daran geglaubt, dass Bürgerbeteiligung und „Politik von unten“ funktioniert. Dass man gehört wird, wenn man „redlich“ auftritt und demokratisch konstruktiv für seine Ziele wirbt.

Wenn Sie die Ereignisse des letzten Jahres in Altona verfolgt haben, werden Sie festgestellt haben, dass die einzige Initiative, die Ihr Anliegen erfolgreich durchsetzen konnte, diejenige war, die KEIN Bürgerbegehren angestrengt hat.
Der Initiative „Moorburgtrasse-stoppen“ ist es gelungen, die Trasse zu stoppen und den Grünzug Altona zu erhalten.

Ich war bei einem der ersten Treffen von „Grünzug Altona“ mit dabei und habe damals sehr bedauert, dass man sich dort gegen einen Bürgerentscheid entschieden hat. Die beiden Initiativen kamen etwas „krawalliger“ daher als wir Kleingärtner und haben von vornherein stärker auf „zivilen Ungehorsam“ als auf Unterschriftenlisten gesetzt. Es wurden Bäume besetzt und kein Zweifel gelassen, dass man eine Baustelle für die Moorburgtrasse nicht zulassen würde.
Rückblickend bin ich mir sicher: hätte es ein erfolgreiches Bürgerbegehren zum Erhalt des Grünzug Altonas gegeben, würden die Bäume heute nicht mehr im Gählerpark stehen.

Wir wurden belogen und betrogen.

Unser erfolgreiches Bürgerbegehren wurde von der „grün“ geführen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) mit der Begründung evoziert, man dürfe nicht zulassen, dass ein einzelner Stadtteil eine Sache verhindern kann, die für Gesamt-Hamburg so wichtig ist. Dass aber dieser einzelne Stadtteil die gesamte Last in Form des Verlustes seiner Grünflächen allein tragen muss, spielt keine Rolle. Diese Begründung konnte mir sogar eine Frau Sager beim „Jobmotor Klimaschutz“ derartig geschliffen vortragen, als bekäme sie die Antwort souffliert. Immerhin ist Frau Sager Bundestagsabgeordnete und Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die „Grünen“ für Wissenschafts- und Forschungspolitik. Mit Altonaer Tagespolitik hat sie wohl nicht tagtäglich zu tun.

Die Argumente wurden offenbar kollektiv einstudiert. Immerhin müssen die „Grünen“ seither erklären können, wie sich Evokation mit Demokratieverständnis verträgt.
So hat mich mit Herr Staatsrat Maaß damit überrascht, dass die Vernichtung von 35 Hektar Grünflächen im Grunde nur dem Klimaschutz dient: Sind die Flächen erst bebaut, verkaufen die Pendler stehenden Fußes Ihre Eigenheime in Pinneberg und hören auf zu pendeln. Ich zitiere den Geschäftsführer „Dümmer gehts nimmer“…

Ein anderer Bürgerentscheid, der mit 85%iger Unterstützung der Altonaer Wahlberechtigten ausging, wurde auf niederträchtigste Weise evoziert und anschließend durch Unterschlagung rechtlich relevanter Eingaben vollstreckt.

Warum fragt uns niemand, warum sich unsere Wut allein gegen die „Grünen“ richtet?

Ist die Antwort so offensichtlich, dass sie nicht mehr ausgesprochen werden muss?

Immerhin sind es CDU-Obere, die in Personalunion im Bauausschuss und Vorstand eines Bauvereins sitzen. Ein kommerziell uninteressantes Waldgrundstück wird plötzlich Bauland. Der besagte Bauverein macht durch die Baumfällung 10 Mio € Bodenspekulationsgewinn.
Bevor ich von den Anwälten des Bauvereins demnächst Post erhalte, möchte ich mich beeilen hinzuzufügen, dass dies selbstverständlich rein zufällig geschehen ist und dass zwischen diesen zufälligen Geschehnissen keinerlei Zusammenhang besteht. Alles rein fiktiv. Außer den Bäumen – die sind nun Geschichte.

Da ist die FDP, die gegen Spendenquittung Steuererleichterungen für Hoteliers durchgesetzt hat. Altona ist derzeit mit Aufklebern zugepflastert „Ich bin Ihr Kummerkasten – Einfach Scheck einwerfen und Wunsch formulieren. Ihre FDP“. Sicherlich haben Sie die Aufkleber auch schon gesehen.
Jedesmal wenn ich Hotelquittungen verbuche, stelle ich fest, dass der abziehbare Vorsteueranteil geringer geworden ist. Die Preise sind aber die selben geblieben. Netto zahlen wir für eine Übernachtung also mehr als vorher. Danke – das habt Ihr toll hinbekommen, Ihr lieben Liberalen!

Zurück zu meiner Frage – warum also diese Wut auf die „Grünen“?

Wir naiven Polit-Greenhorns, die wir dachten, auf „ehrliche“ demokratische Weise etwas erreichen zu können, sind in der überwiegenden Zahl „grüne“ Zielgruppe. Die meisten von uns haben – sofern Sie gewählt haben – „grün“ gewählt.
Ich selbst verbinde mit den „Grünen“ die Vorstellung einer Partei, in der Menschen für ihre Ideale eintreten. Politiker, die für eine saubere Umwelt kämpfen, dem Klimawandel ins Auge sehen und Antworten darauf mitentwickeln. Die von Demokratie und Transparenz als Grundwerte einer modernen Gesellschaft überzeugt sind.

Von dieser Partei haben wir Unterstützung erwartet bei unserem Anliegen, öffentliche Grünflächen für die Öffentlichkeit zu erhalten.
Wir Kleingärtner sorgen für gesundes Mikroklima in einer Stadt, die an Ihrer Verdichtung zu ersticken droht. Unsere Kinder spielen in Gärten und lernen etwas über den Anbau von Pflanzen mit Gartenarbeit und Kompost – ohne Einsatz von Chemie. In den Gärten entwickeln sich Gemeinschaften vollkommen unterschiedlicher Menschen. Wir leben Nachbarschaft in einer Oase inmitten einer Stadt, in der sich die Menschen kaum noch kennen, die sich ihre Mehrfamilienhäuser teilen.
Ich meine mit Fug und Recht sagen zu können, dass wir für Ziele eintreten, die allgemein erhaltenswert sind.
Von den „Grünen“ hätten wir dafür Verständnis erwartet.

Schulreform wird mit Nachverdichtung erkauft

Es sind ausgerechnet die „Grünen“, die uns mit verwaltungs-juristischen Tricksereien aushebeln um ihre politischen Ziele zu verwirklichen. Es sind die „Grünen“, die in der Koalition mit der CDU die Drecksarbeit erledigen. „Grüne“, die ihre Schulreform mit dem Verzicht auf ursprünglich grüne Themen erkaufen. „Grüne“, die von der Spitze her massiv Druck auf ihre Kreisverbände ausüben und Parteidisziplin einfordern, dass die Basis Baumfällungen zu unterstützen hat.

Der grüne Fraktionsvorsitzende, der unsere Aktion gestern durch seine penetranten Zwischenrufe gestört hat, war früher selbst ein Aktivist in der Buchenhofwald-Initiative. Als Geschäftsführer hat er heute nicht verhindert, dass der Kreisparteitag zu einem Zeitpunkt stattfand, als die Bäume bereits gefällt wurden. Auf diesem Parteitag sollte über einen Antrag für den Erhalt des Buchenhofwaldes entschieden werden.

Grün | Macht | Korrupt

Es sind „grüne“ Politiker, die eine Sonderprüfung über die Praktiken der HSH-Nordbank verhindern. „Grüne“ Prostitiker, die proaktiv verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Das schmutzige Geschäft der Macht hat die modernen „grünen“ Volksvertreter eingeholt. Für mich ist das Korruption. Korruption möglichweise im strafrechtlichen Sinne, sicherlich aber im moralischen.

Ich habe mir sagen lassen, dass der „grüne“ Geschäftsführer noch zwei Jahre auf seinem Stuhl aushalten muss, bis er mit lebenslanger Vollversorgung auf Staatskosten geadelt wird. Politik ist heute zum Geschäft degradiert und hat nichts mehr mit Idealen zu tun. Ein Rückgrat muss man sich leisten können.

Dies, Herr Franke, ist der Grund, warum wir uns mit diesen „Prostitikern“ nicht an einen Tisch setzen können um zu diskutieren. Darum steht Altona auf: wir dürfen nicht zulassen, dass diese Volkvertreter eine Bühne erhalten, auf der sie Bürberbeteilung inszenieren, an deren Abschaffung ihre Justitiare bereits mit Hochdruck arbeiten.

Schön, dass wir hier miteinander sprechen können.

Herzliche Grüße,
Ralf Hendel
Kleingärtner und Umweltschützer

Vielen Dank an Ralf Hendel für diese erhellenden Worte.

Was mir besonders gefällt, ist der Kummerkasten der FDP: Scheck einwerfen und Wunsch formulieren. So wird Politik transparent.

Warum nun Stuttgart 21 so einen medialen Wirbel verursacht und die Vorgänge in Altona völlig unbekannt sind?

In Stuttgart sollen die Grünen an die Macht, in Hamburg sind sie es schon. Wäre doch schon mal eine Erklärung, oder? Aber bloß weil der CIA laut Jutta Ditfurth erfolgreich grüne Politiker angesprochen hat und Cem Özdemir Mitglied der US-freundlichen Atlantikbrücke ist, werde ich jetzt nicht behaupten, die die 80 Milliarden Dollar des CIA in irgendeiner Art und Weise bundesdeutsche Politik via Medien zum Nutzen der verbesserten Rendite der US-Konzerne fördern.

Immerhin suche ich noch nach einer psychologischen Deutung für die Pervertierung von Idealisten durch Macht, da wäre mir plumpe Korruption zu profan.

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