CIA

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CIA-Memos belasten Clinton: Wie in Russland über den Skandal berichtet wird

Am Sonntag waren die innenpolitischen Ereignisse in den USA wieder Thema im russischen Fernsehen. Und im Gegensatz zu deutschen Fernsehberichten erfahren die Zuschauer in Russland auch von den Skandalen rund um Hillary Clinton.

Ich übersetze schon fast traditionell, was Sonntags in der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ aus den USA berichtet wird, da sich die russischen Berichte extrem von dem unterscheiden, was deutsche Zuschauer aus den USA zu sehen bekommen. Das wurde gestern wieder besonders deutlich, denn im Gegensatz zu den deutschen „Qualitätsmedien“ hat das russische Fernsehen nicht nur über die Kritik der Demokraten an Trump berichtet, sondern auch über die letzten Veröffentlichungen von CIA-Memos zur Affäre um die angebliche Wahleinmischung Russlands 2016.

Yet Another CIA-Backed Coup + The Congo Crisis

Yet Another CIA-Backed Coup, this must stop

Anders Lee with a historical report on that time in 1960 that the CIA helped overthrow the democratically elected government of the Democratic Republic of Congo. Patrice Lumumba tried to govern the nation he was leading in the interest of Congolese citizens but the CIA had other ideas.

The Congo Crisis

Maybe you’ve heard about the Battle of Jadotville or something, but there was actually a lot more to the Congo Crisis than that time the Irish smacked down hella mercenaries. Let’s talk about some of that other stuff.

Ein Blick in die „geheimen UFO Akten der CIA“ : Hintergründe und interessante Fälle

In der UFO-Forschung ist weltweit immer wieder ein Thema in der Diskussion und rückt in den Fokus der Interessierten: Die UFO-Akten.

So ist längst bekannt, das in aller Welt Regierungen, Geheimdienste, Militärs und andere staatliche Stellen und Organisationen solchen UFO-Akten teilweise jahrzehntelang anlegten. Meistens waren diese Dokumente rund um UFOs geheim, top secret. Am bekanntesten sind sicher hier die Papiere von FBI, CIA und dem dem britischen Verteidigungsministerium.

Längst aber wurde hunderttausende Seiten solcher Akten von den entsprechenden Stellen freigegeben. Heute sind diese in einer verwirrenden Vielfalt in großem Umfang bequem von daheim am Computer online verfügbar.

Wie viele solcher Dokumente noch unter Verschluss sind, ist dabei immer wieder Anlass zu Spekulationen.

Inhaltlich sind sie immer interessant, da sie belegen, was entsprechende Stellen alles so in ihren UFO-Akten archivierten. Von Zeitungsberichten der Massenmedien bis eingegangen Briefen von UFO-Fans ist hier alles zu finden.

Eine solche Geheimakte über UFOs habe nun die CIA freigegeben, wie es in einer britischen Zeitung hieß, die daraus einen UFO-Fall in Schottland zitiert. Unter Interessierten stieß das durchaus auf reges Interesse. Nur: Diese angebliche UFO-Akte ist seit Jahrzehnten bekannt und stammt ursprünglich nicht mal von der CIA!

Deshalb wiegeln Skeptiker ab. Doch ein genauer Blick hinter „die Kulissen“ dieses Dokuments, ist dennoch sehr spannend, da hier weit mehr als der genannte UFO-Fall von Schottland zu finden ist.

Warum dieser Bericht trotz seines Alters interessant ist, welche Hintergründe dieser hat und was noch alles in ihm zu finden ist, erfahrt Ihr in diesem Video.

Bleibt neugierig…

Benjamin Fulford 03.08.2020

Achtung, Conspiracy

Original in englischer Sprache: http://benjaminfulford.net

Deutsche Textversion und Links: https://benjaminfulfordtranslations.b…

 

Deutschland – das gebrochene Land … und das Ende seiner Linken im wahren Kampf der Kulturen

Dienstag, 23.1.2018. Eifel. Ja, liebe Leser: ich bin erkannt worden. Wird also Zeit, sich zu verabschieden. Hat keinen Sinn mehr, sich zu verstecken: die Polizei ist mir auf die Schliche gekommen. Und die SPD. In Gestalt eines angeblichen Kriminalkommissars mit erstaunlich niedrigem sozialen Niveau (jedenfalls beleidigt er alle, die nicht seiner Meinung sind und unterstellt denen allen ungeheuerliches), der – ebenfalls angeblich – immer SPD wählt. Mal zuhören? Bitte, hier, ein Originalzitat auf Facebook:

„Ach Eifelphilosoph. Ich denke, du bist intelligent genug, um zu sehen, was hier läuft. Ich unterstelle nichts, in analysiere. Und ich sehe, dass du diffamierst. Du bist erkannt. Du bist ein Verführer, der dieses Land schlecht macht. Und die, die deinen wahren Charakter sehen. In falschem Gewand unterwegs. Das ist verwerflich. Du weißt es, ich weiß es, und du weißt, dass ich es weiß…“

Nun – ich weiß zwar nicht, was er weiß, aber das Land, in dem wir alle gut und gerne leben schlecht zu machen, jenes beste Deutschland aller Zeiten, über das wir uns alle so freuen – das geht ja in der Tat gar nicht. Wo kämen wir dahin? Wir haben steigende Obdachlosenzahlen, steigende Armut, verdienen uns dumm und dämlich an Rüstungsexporten (bei denen unsere Konzerne auch gerne mal tricksen, um Bombenfabriken auch dorthin liefern zu können, wo es per Gesetz verboten ist – siehe Tagesschau), dem dem Export von „Sondermüll auf vier Rädern“ (siehe Spiegel), erlauben uns einen Pflegenotstand wie ein Dritte-Welt-Land, leiden unter zerfallenden Schulen und maroden Brücken – alles doch ein Grund zur Freude. Wir wissen noch nicht mal, wie wir in Zukunft die Pensionen der Beamten bezahlen sollen, die so sicher im Fleischtopf der Steuerzahler baden: schon 2013 haben ihre Pensionen die Höhe von fast einer halben Billion Euro erreicht (siehe Focus):

„Die prognostizierten Kosten der Altersversorgung der Staatsdiener lagen Ende 2013 bei 487,1 Milliarden Euro. Das sind 21,7 Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor. Damals kostete die Altersversorgung der Bundesbeamten noch 465,4 Milliarden Euro.“

Aktuell liegt die echte Staatsverschuldung schon bei 161 Prozent, läuft alles so weiter, wird sie 2060 200 Prozent erreichen (siehe Focus) – echte Staatsverschuldung sind halt alle unsere jetzigen Schulden plus die, die noch gemacht werden müssen, um die Zahlungsversprechen der Regierung einhalten zu können. Ein tolles Land – in dem wir auf Pump super leben, während an der Spitze der Einkommen immer neue Rekordgewinne gemacht werden … die auch leider nur rechnerisch vorhanden sind und sich jederzeit in Luft auflösen können, wenn der Aktienmarkt mal wieder zusammenbricht – und nicht wieder anspringt, weil es einfach diesmal der letzte Crash war.

Oh – ich mache das Land schon wieder schlecht. Ich merke: ich kann gar nicht anders, mag Fakten immer noch mehr als Parolen. Ist ja auch schlimm, wenn einem außer Parolen nichts mehr einfällt. Das Faszinierende ist: ich kann diese Fakten im Alltag mit Linken besprechen, mit Christdemokraten, mit Mitgliedern der Grünen und Anhängern der FDP – sie können sie alle erkennen. Das Hartz IV ein gefährliches Monstrum ist, das unserer Republik ein außerordentlich häßliches Gesicht gibt: da finde ich an der Basis breite Zustimmung. Dass Staat und seine Diener inzwischen Werkzeug einer offen auftretenden Plutonomie sind und ihre Kreditwürdigkeit verlieren, wenn sie ihre Anordnungen der transatlantischen Räuberbanden nicht folgen: alles weithin bekannt, dass Wirtschaft nicht mehr Diener der Gemeinschaft ist, sondern ihr neuer Feudalherr, der seine Macht ständig ausbauen will: kein Problem, da einen Konsenz zu finden. Das sollte auch nicht wundern: unter der gigantischen Macht der Kapitalballungen aus den USA (und wieder der Sicherheitshinweis: die sind nicht jüdisch) leiden Unternehmer wie Arbeitslose, der Preisdruck der großen Handelskonzerne trifft alle Anbieter gleichermaßen, die großen Autokonzerne, die sich – wie unlängst in Deutschland und den USA aufgedeckt – bewegen sich gerne und selbstverständlich außerhalb der Legalität, die großen Banken plündern Staatskassen mit wachsender Begeisterung auf übelste Art und Weise, aktuell geht man von 31,8 Milliarden Euro aus, die so auf betrügerischem Weg erbeutet wurden (siehe Tagesschau) – und das mag nur die Spitze des Eisbergs sein … und nur einer von möglicherweise vielen „Tricksereien“, die sich die Herren mit Porsche und Maßanzug so gönnen. Ja: klaue ich eine Pfandflasche aus dem Altglascontainer, bin ich ein Dieb, werde mit der ganzen Strenge des Gesetzes verfolgt (ja – da denke ich gerade an meinen SPD-Kommentator) – klauen die Milliarden, sind sie schlaue Trickser. So geht Großraub im Feudalstaat: der Dieb wird noch durch Worte geadelt und ob seiner Pfiffigkeit gelobt.

Ebenso findet man eine breite Zustimmung dazu, dass das Geldschöpfungsmonopol der Banken ein absolutes wirtschaftliches Unding ist: die schaffen Geld aus dem Nichts (eigentlich alt bekannt, hier aber nochmal ein Zitat aus der Zeit):

„Wir haben nach wie vor die Vorstellung, dass Banken das Geld von Sparern einsammeln und dann gegen Zinsen ausleihen an Kreditnehmer. Diese Vorstellung aber ist in unserem heutigen Bankensystem grundlegend falsch. Geld wird geschaffen über Kreditvergabe. Wenn eine Bank entscheidet, dass ein Kunde kreditwürdig ist und ihm das Geld auf seinem Konto gutschreibt, dann steigt in diesem Moment auch die Geldmenge an. Das heißt, die Bank schafft neues Geld.“

Interessant, spannend und sehr bedrohlich ist jedoch die Art und Weise, wie Banken derzeit mit dem Geld umgehen:

„Die EZB schafft es nicht, die Banken zu mehr Krediten an Unternehmen zu bewegen, um so die Realwirtschaft zu stützen. Stattdessen werden mehr Immobilienkredite vergeben. Trotz der Unmengen an Zentralbankengeld, das den Banken durch Wertpapierkäufe zur Verfügung gestellt wird, gelingt es der EZB kaum, die Kreditvergabe und damit die Wirtschaft in Europa anzukurbeln.“

Das dies Wahnsinn ist, ist bekannt. Bitcoinmärkte, Aktienmärkte und Immobilienmärkte sind Glücksspielmärkte, das weiß jeder, der mal dort Geld in Massen verloren hat. Der Traum vom ewig wachsenden Immobilienmarkt hatte schon die letzte US-Krise ausgelöst – wir machen trotzdem fleißig weiter mit, weil die Trickser an diesen Märkten gut Geld verdienen können … allen Warnungen zum Trotz (siehe Süddeutsche):

„Die Bundesbank hatte bereits im November 2017 schon mal sicherheitshalber Investoren und Hausbauer davor gewarnt, allzu sorglos zu sein: „Je länger Boomphasen anhalten, desto größer die Neigung, diese in die Zukunft fortzuschreiben“, sagt die Vizepräsidentin der Bundesbank, Claudia Buch.“

Natürlich sieht man noch keine Anzeichen für eine Immobilienblase – die hatte man in den USA bis zum Schluss auch nicht gesehen. Wer würde auch schon gerne persönlich die Verantwortung übernehmen, den Tricksern das Tricksen zu vermiesen – auch die Bombenfabriken werden ja munter weiter exportiert. Und: es gibt auch aktuell Entwicklungen, die uns vor dem Staatsbankrott durch Beamtenpensionen schützen werden (siehe Focus):

„Das Bundesverfassungsgericht prüft eine Reform der Grundsteuer. Der Ausgang des Prozesses könnte nahezu jeden in Deutschland betreffen: Immobilienbesitzer zahlen selbst, Vermieter können die Steuer auf ihre Mieter umlegen.“

Da kommen Kosten auf uns zu, die sich gewaschen haben. Es trifft vor allem wieder die (relativ) Armen – also jene, die sich mit Ach´ und Krach ein Eigenheim gönnen konnten … aber kein Mehrfamilienhaus, wo der Mieter die Gebühren zahlt (und wenn der nicht kann eben der Staat – über Wohngeld und Hartz IV): wir reden hier von Steigerungen von bis zu 5000 (in Worten: fünftausend) Prozent.

Gesamtgesellschaftlich sind wir in Deutschland wieder auf dem Niveau von 1913 angekommen – was Besitz und Einkommen angeht (siehe Handelsblatt):

Überall sichert sich das reichste eine Prozent einen großen Teil des Nationaleinkommens. Der ärmere Teil der Bevölkerung profitiert zwar auch vom Wachstum; aber bei der Verteilung des Wohlstandsgewinns fällt er immer weiter zurück – auch in Deutschland. Die reichsten zehn Prozent besitzen inzwischen wieder 40 Prozent des Nationaleinkommens – wie schon 1913. Der Anteil der ärmsten 50 Prozent am Nationaleinkommen halbierte sich dagegen von einem Drittel in den 1960er-Jahren auf nur mehr 17 Prozent. In Europa zählt Deutschland damit zu den Ländern mit hoher Ungleichheit.

Wir sind hier in einer Tradition, die schon in der NS-Zeit aufblühte (vielleicht mal für AfD-Fans interessant):

„Auch die Vorstellung, dass die Nazis eine Art sozialistische Politik verfolgt hätten, widerlegt Bartels: „In den ersten Jahren unter Hitler stiegen die Spitzeneinkommen rasant an“, stellt sie fest. Der Anteil des reichsten einen Prozents am Volkseinkommen stieg von elf Prozent im Jahr 1933 auf 17 Prozent im Jahr 1938 – „was kaum zur anfänglichen Anti-Kapitalismus-Propaganda der Nationalsozialisten passt“, so Bartels. Große Firmen mit Beziehungen zu den Nazis profitierten demnach nachweislich stark vom Aufschwung durch Autobahnbau und Aufrüstung.“

Die Schlussfolgerungen aus den Datenanalysen sind brisant – und für jeden nachvollziehbar:

„Für Deutschland verlangt Bartels zusätzlich, dass untere Einkommensgruppen an der Unternehmensrendite stärker teilhaben müssten.“

Das macht auch Sinn. Ist schon bekannt seit dem der Nobelpreisträger Joseph Stieglitz sein Werk „Im freien Fall – Vom Versagen der Märkte zur Neuordnung der Weltwirschaft“ schrieb: Geld, dass der Staat an untere Einkommensgruppen vergibt, hat eine wesentlich höhere Wertschöpfung als Geld, dass den oberen Einkommensgruppen zur Verfügung gestellt wird (wir berichteten). Dieser Satz beweist sich auch immer wieder, ganz aktuell bei den Zuwendungen an Flüchtlinge in Deutschland (siehe Handelsblatt):

Angetrieben von zusätzlichen Ausgaben für die Bewältigung des Flüchtlingszustroms und niedrigen Zinsen hat die deutsche Wirtschaft ihr Wachstum im abgelaufenen Jahr nochmals gesteigert. Das Bruttoinlandsprodukt legte 2016 das dritte Jahr in Folge auf inflationsbereinigte 1, 9 Prozent zu. Das meldete das Statistische Bundesamt Destatis am Donnerstag. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre fiel das Wirtschaftswachstum mit 1,4 Prozent einen halben Prozentpunkt geringer aus. 2015 war die Wirtschaft um 1,7 Prozent gewachsen.

Der Grund ist immer und überall der Gleiche: Arme geben das Geld aus, Reiche horten es, lassen es sich „selbst vermehren“ (was es gar nicht kann – es sein denn, man „trickst“) schaffen es ins Ausland, geben es in Riesenfonds, die gewinnträchtig die Realwirtschaft zerschlagen (der die Banken wohl deshalb auch lieber keine Kredite geben: der nächste Hedgefond könnte schon zwei Tage später das Unternehmen kaufen und gewinnbringend zerschlagen). Das Geld, das die Armen ausgeben, ist ein Gewinn für die ganze Wirtschaft – die teueren neuen Mietwohnungen jedoch, die das Preisviveau ganzer Segmente ändern, entziehen Handwerk und Einzelhandel (und den Gemeinden) die dringend benötigten Tauschmittel. Versteht man an der Basis aller Parteien (außer vielleicht der SPD), weil man es da ja Tag für Tag miterlebt.

Dort versteht man auch, warum in Deutschland inzwischen 45 Superreiche soviel besitzen wie die Hälfte der Bevölkerung (siehe Spiegel), der komplett versagende Markt baut sich seine eigenen Pharaonen, ändern wir an dem Prozess nichts, landen wir nicht nur im Kaiserreich des Jahres 2013 – wo wir jetzt schon sind – sondern in Zeiten weit vor Christi Geburt, wo eine ganz andere Ethik den Ton angab – eine Ethik, die wir auch heute schon erkennen (siehe Sibylle Berg im Spiegel):

„Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich in ihrem Umgang mit ihren schwächeren Mitgliedern. Also mit fast allen, die nicht über ein paar Millionen verfügen. Also mit uns, die wir morgen auf der Straße landen können, wegen einer zu langen Krankheit, einer Entlassung oder anderweitigem Elend. Fast überall herrscht heute der seltsame Glaube an den Sieg der Fittesten. Und der Hass auf Gefallene, auf Schwache und Kranke ist bei vielen die Angst vor dem eigenen Zusammenbruch.“

Wir verlassen das christliche Zeitalter nach 2000 Jahren – und sind auf dem Weg in ein neues, ein antichristliches Zeitalter. In fünfhundert Jahren werden dann auch die letzten merken, welcher geistiger Impuls da fehlt – und welche Auswirkungen das hat. Die Auswirkungen sehen wir jetzt schon praktisch (siehe rp-online):

„Das Angebot kam zur richtigen Zeit – nämlich mit dem Einzug der Kälte. Die Düsseldorfer Firma „Gerken Raumsysteme“ hat der Initiative „Grevenbroich packt an – Warm durch die Nacht“ vier komplett ausgestattete Wohncontainer kostenlos angeboten. Dort sollten Obdachlose – vorzugsweise mit Hund – bis zum nächsten Frühjahr eine warme Schlafstätte finden. „Daran waren wir sehr interessiert“, sagt Josy Houben-Arndt, Mitgründerin der ehrenamtlichen Hilfsinitiative, die regelmäßig bis zu 40 Obdachlose betreut. Doch die Stadt spielte nicht mit – kein Einzelfall.“

Das Deutschland, in dem wir gut und gerne leben – und noch viel besser leben könnten, hätte nicht eine gewisse grausame Philosophie Einzug gehalten. Wir merken hier auch, dass die alten Schemata „links“ – und „rechts“ nicht greifen: „rechte“ Unternehmer (in klassischer linker Deutung) helfen „linken“ Aktivisten (den nach Gerechtigkeit dürstenden) … und der Staat zerschlägt die Allianz … obwohl er dabei Menschenleben riskiert. Ist übrigens in Griechenland ähnlich: linke Regierung schützen nicht vor sadistischer Politik.

Darf ich jetzt mal fragen, warum wir bei solchen Allianzen Staat überhaupt noch brauchen? Darf ich auch mal fragen, wieso wir für vielleicht bald 2 Millionen Pensionäre bald 500 Milliarden Euro ausgeben müssen: also 250 000 Euro im Jahr pro Person – während der Normrentner mit 10000 Euro im Jahr auskommen darf?

Nein – diese Fragen darf man nicht stellen – „man macht das Land schlecht“. Vor allem aus dem Kreis der reichen Pensionäre – und jener mit diesem Zukunftsanspruch – darf man mit heftigsten Widerständen rechnen. Wir können aber langsam auch erahnen, wer dieses „wir“ ist, das in diesem Land „gut und gerne lebt“ – und auf ewig SPD und CDU wählen wird. Die zahlen gut.

Wie gesagt: an der Basis vor Ort gibt es keine Probleme, solche revolutionären Informationen mit ganz normalen Menschen aus allen Parteien zu besprechen (nun: in der SPD fand ich vor Ort echt noch keinen).

Die Zustimmung der Basis endet jedoch … wenn es öffentlich wird und wenn man an die Spitze der Parteien geht. Sicher: ein großes, breites Bündnis für mehr Gerechtigkeit im Land, für Planungssicherheit, für rationales, schuldenfreies Wirtschaften ließe sich schnell denken – aber nie etablieren. Und das es so ist, wird auch gezielt gefördert. Ganz öffentlich – wir merken es nur nicht.

Und hier kommen wir in den Bereich der Philosophie … der inzwischen so weit geschwächt ist, das man schon seit hundert Jahren vom Tod der Philosophie spricht (aber auch nur hinter vorgehaltender Hand – und nur unter jenen, die sich noch daran erinnern konnten, dass Philosophie die Kunst war, aus vielen Einzelteilen ein sinnvolles Ganzes zu konstruieren – das nie „wahr“ sein konnte, sich aber beständig der Wahrheit annähern wollte … trotz aller rasanten Veränderungen der Neuzeit).

Wir kommen hier in Bereiche, die uns alle Entwicklungen der Gegenwart erklären – die aber kaum einer zur Kenntnis nehmen will. In der deutschen Nachrichtenwelt (die zudem von vielen Häßlichkeiten geprägt ist – siehe die Analyse meines geschätzten Kollegen Parkwächters im Nachrichtenspiegel) finden wir so gut wie gar nichts dazu – die Russen dürfen hier mehr Ehrlichkeit wagen (siehe rt-deutsch):

„Ein mittlerweile öffentlich zugänglicher Bericht der CIA aus dem Jahr 1985 belegt das große Interesse der CIA an so genannten poststrukturalistischen Denkern wie Michel Foucault, Jacque Lacan und Rolandes Barthes. Das Missionsziel: die Spaltung der Linken.“

Für Philosophen – eine wertvolle Erkenntnis, jedoch nicht ohne dass wir sie zu den Fouccaultschen Wurzeln zurückverfolgen: den irren Lehren des Marquis de Sade:

„“Alle Menschen“ sagt er, „werden vereinzelt, neidisch, grausam und despotisch geboren; sie wollen alles haben und nichts anderen überlassen“. Die Natur, unterstreicht de Sade, will uns als Interessierte, vor allem als Egoisten, die Macht ausüben, sei es körperliche Kraft von gestern oder finanzielle Stärke von heute, die Starken werden die Reichen, die Schwachen die Armen, Selbstsucht, so erklärt er, ist das erste Gesetz der Natur. Der Wolf frisst das Lamm, ohne dass die Natur protestiert, warum also sollten wir es tun? „Gewöhnen wir uns also an das Böse“ rät er uns.“ (aus: Guido Giacomo Preparata, die Ideologie der Tyrannei, Duncker und Humblott 2015, Seite 55)

Ja – der Wolf – ganz real wieder in Deutschland … und hat vielleicht schon mehr Menschen gefressen, als den Wolfslovern lieb ist (siehe Wölfe in Deutschland):

Im Rahmen der Debatte über den Wolf habe ich ein Zitat gefunden, dass besser als alles beschreibt, welche Verheerungen die neue, antichristliche Philosophie mitlerweile produziert (siehe Leserbrief bei BR):

„Ich denke, wir brauchen noch wesentlich mehr Wölfe in Deutschland. Nur so können wir das ökologische Gleichgewicht wieder herstellen. Die Wildschweine und die Rehe sollten ruhig mal wieder lernen wegzulaufen und ihren natürlichen Fluchttrieb auszuleben. Das ist dann auch ganz natürlich, dass von denen auch mal ein paar zerfleischt werden.
Mit Wölfen im Wald macht das Wandern auch wieder mehr Spaß. Es ist ja ein Nervenkitzel wenn man weiß, dass um einen herum auch mal ein paar Wölfen schleichen könnten. Die tun den Menschen sowieso nichts. Und wenn doch mal ein Mensch gefressen wird: Es gibt ja dann trotzdem noch mehr Menschen als Wölfe. Und der Mensch ist dem Menschen der schlimmste Wolf, oder?“

Deutschland – ein Land in dem Bürger Menschen Wölfen zum Fraß vorwerfen wollen – aus Spaß … also wegen „Nervenkitzel“. Das alte Rom ist wieder da. Christus starb umsonst am Kreuz – eine neue Welt erwacht.

Und die „Linke“? Was ist sie eigentlich? Vom Ursprung her?

Die, die Gerechtigkeit für ein höhers Gut halten als die Rendite der Starken. Die, die wissen, dass der Spruch „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ Leitfaden für alle Gerechtigkeit jenseits des Marquis de Sade ist – und das uns kooperative Arbeitsteilung zu dem gemacht hat, was wir sind – und nicht hemmungsloser Egoismus des Einzelnen … der für die Jugend noch verführerisch sein mag – aber nur, bis das Alter auch sie bricht.

Doch heute: sind all´ diese – unter ganz konkretem Einfluss der Philosophie der amerikanischen Poststrukturalisten (von denen die wenigsten Linken auch überhaupt nur wissen dürften) – heillos aufgespalten.

Was würde denn geschehen, wenn heute jemand aufstehen und seine Fahne in den Boden rammen würde für einen weltweiten Kreuzzug für Gerechtigkeit und Frieden? „Querfront“ – würde es aus den selbstgerechten Inselchen linker Kultur ertönen, wenn auch nur eine ungeliebte Person seinen Reden lauschen würde; er würde ins Kreuzfeuer genommen werden: wie sieht es denn mit seiner Ernährung aus, ist er denn auch Veganer? Wie steht er zur Flüchtlingspolitik der Angela Merkel – wagt er zu widersprechen? Hat er auch Marx gelesen und verachtet jeden Unternehmer? Bezog er jemals selbst Hartz IV – oder hat er genug eigenes Geld … beides ein Grund zur Verachtung. Wie sieht es aus mit seiner Position zu Palästina, wie zur Adoption von Kindern durch homosexuelle Ehepaare, wie steht er zu der Theorie vom menschengemachten Klimawandel? Wagt er es, die offizielle Version der US-Regierung von nine-eleven in Frage zu stellen? Glaubt er etwa daran, dass gesellschaftliche Prozesse von reichen Individuen und Geheimdiensten gesteuert werden können? Teilt der die Mär von der Plutonomie – jener Wirtschaft der Reichen für Reiche? Was sagt er zu Diesel in Innenstädten? Hält er auch die Überbevölkerung für die Wurzel allen Übels – und ist gleichzeitig für eine gezielte Einwanderungspolitik in eins der am dichtesten bevölkerten Länder der Erde? Kennt er auch alle 162 Geschlechter bei Facebook auswendig? Wie steht er zum Vogelsteben bei Windkraftanlage – und zur Rückkehr des Wolfes in deutsche Siedlungen? Befleissigt er sich auch allen Formen des feministischen Sprachcodes? Bekennt er sich auch öffentlich zur absoluten Boshaftigkeit des russischen Staatspräsidenten – und zur absoluten Boshaftigkeit des US-Präsidenten? Steht nur zu hoffen, dass er strikt gegen Religion und Kirche ist, für Abtreibung und Prostitution.

Man könnte diese Themen noch endlos fortführen – jeder Linke kennt sie zur genüge. „Spiel den Mann, nicht den Ball“ ist das Motto unserer Vorkämpfer für Gerechtigkeit, die – genau genommen – nur die begeistertsten Fans der CIA-Doktrin der Spaltung sind (ohne sie zu kennen – dafür braucht man Bildung – und nicht nur Meinung) und diese bis ins letzte Detail perfekt durchführen. Einige bekommen nach erfolgreicher Spaltung größerer Gruppen sogar eine Firma geschenkt – oder ein Schloss (hierzu – mal später mehr, die Recherchen laufen noch und wir wollen niemanden verscheuchen, der gerade öffentlich damit angibt). Und Pöstchen gibt es reichlich.

Nun – das alles betrifft nicht nur Deutschland. Es schwappt einfach vom Großen Bruder herüber – weltweit. Nur: Sie und ich wohnen halt gerade hier – da kann man es am deutlichsten demonstrieren … erkennen, dass wir in einem gebrochenen Land leben, ohne Utopien, ohne Visionen, ohne Kampfgeist und Erneuerungsplänen … aber mit Riesenrechnungen, die wir nie mehr bezahlen können. Und jenes gesellschaftliche Element, das wir einst zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen den beharrenden und den verändernden Kräften dringend brauchten … ist tot wie die Philosophie. Die krähen noch laut – nur bewirken sie nichts … jedenfalls nichts, was der Menschheit Zukunft geben könnte. Aber … sie streben in Massen nach Pöstchen, die sie selbst vor dem real gelebten Elend retten können – ganz nach Anweisung des Weltbildes des Marquis de Sade, dass uns täglich in hunderten von Krimis nahe gebracht wird: allein die öffentlich rechtlichen Medien hauen uns pro Woche 40 Morde um die Ohren (siehe Deutschlandfunk) – macht 2000 im Jahr. Reale Morde 2017: 373 (siehe Statista). In den USA – ist es noch übler (siehe Arbeitsblätter/stangel-taller.at):

„Ein Durchschnittsschüler in den USA hat nach Abschluss der Highschool (das heißt nach zwölf Schuljahren) etwa 13 000 Stunden in der Schule verbracht – und 25 000 Stunden vor dem Fernsehapparat. Er hat 32 000 Morde und 40 000 versuchte Morde gesehen sowie 200 000 Gewalttaten. Der Täter kommt in 73 Prozent der Fälle ungestraft davon, in mehr als der Hälfte (58 Prozent) der Fälle tut die Gewalt nicht weh, und in nur vier Prozent aller Gewaltakte werden gewaltlose Alternativen der Problemlösung aufgezeigt.“

Und so werden wir Tag für Tag für das Weltbild des Marquis de Sade bereit gemacht und erzogen – dem immer mehr Menschen folgen. Sadismus kontra Nächstenliebe – das große Thema dieser Zeit, der wahre große Kampf der Kulturen. Vom Grundzug: eher eine Philosophie für Reiche, Superreiche und ihre Funktionselite, die ihre Taten so endlich durch Naturrecht legitimiert sehen. Vielleicht muss man seine Zugehörigkeit zu diesen Kreisen ja wirklich durch besonders widerliche Taten an Kindern glaubhaft machen, bevor man in sie aufgenommen wird und die nötigen Kredite bekommt, um Aktienmärkte manipulieren und Staaten ausnehmen zu können – da bin ich mir noch nicht ganz sicher, aber es wäre plausibel.

Wer immer eine neue Bewegung ins Leben rufen will, sollte sich mit diesen geisteswissenschaftlichen Strömungen auseinandersetzen und sich vergegenwärtigen, wie tief der Bruch in diesem Land ist, einem Land, in dem man sich in seiner Wohnung verschanzt, weil draußen der böse Mensch lauert – von dem die Medien zwischen den Werbepausen kontinuierlich erzählen, während sie Dinge präsentieren, die uns trotz (halbwegs) freiwilliger Isolationshaft glücklich machen sollen: Weichspüler, Zahnpasta oder feuchtes Toilettenpapier.

Dann aber – kann das neue, dunkle Zeitalter noch abgewendet werden. Menschen – sind in Wirklichkeit keine Wölfe, sondern herzensgute, hilfsbereite, hochintelligente soziale Wesen. Noch viel sozialer als der Wolf … den die Wolfslover seltsamerweise wegen seines Sozialverhaltens der eigenen Art gegenüber schätzen und ganz vergessen, dass dieser Maßstab aus ihren eigenen Vorstellungen entspringt … denen des „bösen“ Menschen also.

PS. ist wieder etwas lang geworden, dieser kleine Aufsatz, die wieder viel zu unvollständig ist. Jedoch hat er ein anderes Ziel als nur hier gelesen zu werden: er soll einer Politikerin helfen, Argumente für eine neue soziale Bewegung jenseits der „Linken“ zu diskutieren und ihr bei dem ersten Treffen der Arbeitsgruppe helfen. Da – braucht man schon ein paar Fakten. Ein Fakt fehlt jedoch – er passte nicht in den fließenden Text: das Versagen unserer Wirtschaftstheorien bezüglich der Inflation – die kommen müsste aber ausbleibt (siehe FAZ). Doch keine Sorge: unter dem Artikel folgt gleich ein weiterer, der belegt, dass die Inflation ganz fürchterlich da ist (siehe FAZ): unsere täglichen Schnipsel halt … die uns ruhig halten sollen … und irre machen, damit wir nicht zueinander finde.

Wem haben wir die Pariser Anschläge zu verdanken?

Daß ISIS nicht aus dem Nichts entstanden ist, sondern maßgeblich von US-Eliten erschaffen wurde, ist mittlerweile gut verbreitetes Wissen. Wie und warum diese Kampfgruppe von den USA und der NATO eingesetzt wird, ist allerdings bisher weniger bekannt. Webster Griffin Tarpley, Ph. D., Historiker, Autor und Journalist erklärt, welche wahren Motive hinter der ISIS-Gründung stecken und wessen Motive das sind.

 

P.S.

zum angesprochenen Thema „Übungen bei Terroranschlägen“ hier klicken  [Klick]

Steckt TTIP hinter dem Paris-Massaker?

Ohne jeden Zweifel war der Terroranschlag in Paris echt und kein fake. Ob die offizielle Darstellung den Tatsachen entspricht, darf jedoch bezweifelt werden. Ein paar Fragen zur Sache

Die Amadeu Antonio Stiftung – eine transatlantische Lobby?

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Montag, 26. Oktober 2015. Eifel. Können Sie sich noch daran erinnern, wie es einmal war, als wir noch echte Linke hatten? Das waren Zeiten, da war klar: die Linken, dass sind die, die für den kleinen Mann da sind. Sie sind für Frieden, für Gerechtigkeit, für Fairniss, gegen Ausbeutung und Krieg. Sicher: manche von ihnen waren nur links, weil sie das Geld der Rechten wollten, um dann selber rechts sein zu können – ich denke, ab deutlichsten konnte man das bei den Grünen beobachten. Heute ist das etwas anders – um nicht zu sagen, völlig undurchschaubar. Liegt zum Teil daran – diese Theorie wage ich mal in den Raum zu stellen – dass es hier und heute überhaupt keine echten Linken mehr gibt: jedenfalls treten sie in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung. Ich kenne natürlich nicht jede Gruppierung, jede Splittergruppe und jeden Gesangsverein für Arbeiterlieder, ich beobachte nur das politische Spektrum und den Bundestag – und gerade im Bundestag sehe ich eine Uniformiertheit, die dem Traum einer „bunten“ Republik verhöhnt: ein Einheitsbrei von grau-schwarzen Schlipsträgern (oder Hosenanzügen und braven Kostümchen), dass man denkt, man wäre im Verein christlicher junger Männer (und Frauen) gelandet. Gut: manche sind äußerst waghalsig und tragen eine rote Krawatte zum gräulichen Äußeren – das war es dann aber auch schon mit dem Mut zu Freiheit und Unabhängigkeit.

Ja: Freiheit, das war auch mal ein linker Wert. Wohlstand für alle. Und Sicherheit – auch vor der Willkür des Arbeitgebers … oder der Regierung.

Es war mal gut zu wissen, dass man in einem Land lebt, dass ein gutes, gesundes, lebendiges linkes Korrektiv hatte, das jederzeit auf die Straße ging und lauthals Alarm schlug, wenn die Machtkungeleien der Reichen und Einflussreichen wieder einmal Überhand nahmen.

Zeiten, die lange vorbei sind.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat „links“ keinen Boden mehr unter den Füßen, niemand träumt mehr von großen Enteignungen (auf die wir letztlich gar nicht verzichten können, wenn wir überleben wollen – behaupte ich hier einfach mal), niemand möchte mehr die Macht in den Händen des Volkes sehen (der Grundgedanke der Demokratie, der jeden Mächtigen zutiefst ängstigt), niemand träumt mehr den Traum von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Wir haben eine Gesellschaft, in der Brüderlichkeit durch den Kampf jeder gegen jeden ersetzt wurde, Gleichheit wurde ersetzt durch eine Gesellschaft, die sich in tausend Spiel- und Sangshows selber komplett durch“rated“, bzw. ausgewählte Gremien als Ratingagentur für jedermann akzeptiert und begeistert mitklatscht, wenn jeder auf seinen Platz verwiesen wird, während Freiheit … gar keine Platz mehr hat. Nein, dass weiß ich nicht aus der FAZ, wo Ranga Yogeshwar uns darüber aufklärt, dass in Zukunft jeder damit rechnen sollte, lebenslänglich als verdächtig zu gelten (siehe FAZ), sondern von einem Karriereberater aus dem Spiegel (siehe Spiegel), der uns eindrücklich schildert, welche Art von Leben uns noch bleibt:

Wir lesen dieselben Bestseller, pfeifen dieselben Hits, nutzen dieselbe Suchmaschine, tummeln uns im selben sozialen Netzwerk und schmieden die gleichen Karrierepläne. Und natürlich sehen wir im Fernsehen dieselbe Werbung, die Millionen Menschen individuelles Glück verspricht, sofern diese – aufgepasst! – alle das gleiche Duschgel, die gleiche Versicherung oder die gleiche Schlaftablette kaufen. Da weiß man, was man hat: ein Reihenleben im Reihenhaus.

Natürlich ist dieses Leben nicht für jeden: nur wer jung, gesund und gehorsam gegenüber der Obrigkeit ist, darf sich auf das Reihenleben im Reihenhaus freuen, wer in Amt, Parlament und Firma seinen Mann steht, ohne krank zu werden, wird belohnt. Ein Horrormärchen wurde Wirklichkeit und ein ganzes Volk wartet auf Weisung von oben, welches Buch gelesen werden darf, welches Lied man singen darf, welche Sendungen im Fernsehen man gesehen haben muss. Wir könnten Linke wirklich brauchen – aber was bekommen wir?

Die Amadeu-Antonio-Stiftung.

Kennen Sie den noch, diesen Amadeu Antonio? Er wurde am 12.8.1962 in Angola geboren und starb – während viele Kinder sich über Nikolausgeschenke freuten – um 6.12.1990. Die Täter leben heute noch unter uns, können jederzeit wieder zuschlagen: sie bekamen nur 4 Jahre Haft, viele auf Bewährung. Das ist oft so in Deutschland – Dr. Oliver Tolmein hat auf seiner Seite noch eine Bericht aus der Zeitschrift Konkret archiviert, der beschreibt, dass die Bundesstaatsanwaltschaft seit der Wiedervereinigung 300 Verfahren gegen Linke angestrebt hat, die zielgerichtet in Deutschland ausgerottet wurden … und gerade mal sechs gegen Neonazis, die mir viel Milde rechnen durften (siehe Dr. Oliver Tolmein). Als Amadeu von einer Gruppe Neonazis und 50 spaßigen Diskobesuchern zusammengeschlagen wurde, waren 23 Polizisten in der Nähe, bewaffnet und voll ausgerüstet … doch keiner griff ein.

Ein Geschenk der bundesdeutschen Demokratie an die Neubürger in der DDR: es war der erste Mord an einem Gastarbeiter auf dem Boden der ehemaligen DDR (Details: siehe Wikipedia), viele weiter sollten folgen. Die Verletzung des Gewaltmonopols des Staates, die Pflichtverletzung der Polizei, die Bankrotterklärung gegen einen mörderischen Mob blieb weitgehend folgenlos: ein weiteres Geschenk der neuen Herren an ihre neuen Sklaven. Echter Faschismus machte sich wieder auf den Straßen breit – und wurde durch mangelnde Eingrenzung gesellschaftsfähig. Sieht man, wie wild heute mit „Pegida“ und „Friedensdemos“ umgegangen wird … und wie still es um die wahren Faschisten wurde … versteht man die Welt nicht mehr.

Die entsetzliche Tat hatte auch Folgen. Nicht, dass der Kinderwagen von Amadeus kleinem Sohn mit Hakenkreuzen beschmiert wurde – es gab auch noch eine Stiftung, die nach ihm benannt wurde. Scheuen Sie sich nicht, besuchen sie die mal: es warten interessante Erfahrungen auf Sie. Warten Sie – ich nehme sie mal mit. Schauen Sie sich einfach mal die Selbstbeschreibung der Amadeo-Antonio-Stiftung an (siehe aas):

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Dabei ist es der Stiftung ein wichtiges Anliegen, gleichermaßen gegen Antisemitismus und Rassismus zu arbeiten. Nicht erst seit der Selbstenttarnung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ tritt sie daher konsequent gegen Rechtsextremismus ein. Antisemitismus, auch in Form von Israelfeindlichkeit, und Rassismus sind ein in Deutschland weit verbreitetes Problem, das noch zu wenig wahrgenommen wird.

Man möchte meinen: ein wichtiger und richtiger Schritt. Wirkt fast ein wenig „links“. Ja – mich freut, dass auch der Antisemitismus aufgenommen wurde: mein Endruck ist: wir haben den Nationalsozialismus nie wirklich verstanden noch je gründlich aufgearbeitet, wir haben ihn als schreckliche, einmalige, niemals wiederholbare Entgleisung abgelegt … und marschieren so im gleichen Tritt wie früher auf den nächsten Holocaust zu – doch davon ein andermal.

Es gäbe viel Gutes über diese Stiftung zu sagen – aber das machen ja auch schon genug Menschen. Ich hätte nie gedacht, dass mir da mal was unangenehm ins Auge fällt: was soll auch beim Kampf gegen Gewalt (der im Vordergrund stehen sollte; „linke“ Gewalt ist ja – jedenfalls im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung – nicht unbedingt „gerechter“ oder „fairer“) und beim Kampf gegen „rechts“ (was man besser eindeutig als Kampf gegen die Reaktivierung der NSDAP und des Reichsalltages auf deutschem Boden beschreiben sollte, weil „rechts“ ziemlich harmlos klingt) schon schief laufen?

Nun – einiges. Das liegt an den neuen deutschen Zeiten. Nach der Linkenverfolgung in Deutschland gibt es für die wenigen, die die Säuberungen überstanden haben, nur noch ein paar kleine Nischen, in denen sie existieren dürfen – Kampf gegen Nazis ist eine davon. Viele ehedem Linke halten sich daran, freuen sich darüber, noch einen Zugang zu den Fleischtöpfen zu haben, in dem sie andere diffarmieren, diskreditieren und mit übler Nachrede überziehen: ein  – sehr bedauerliches – Beispiel ist u.a. die ex-grüne Baronin Jutta Ditfurth, die aktuell sogar in der linken Politikerin Sarah Wagenknecht (einer Frau, der ich zutraue, dass sie mal wirklich handfeste echt-linke Positionen entwickeln wird) eine Verbündete rechtsradikaler Aktivitäten in Deutschland sieht (siehe Facebookeintrag vom 25.10.2015. Nein – diesen Wahn verlinke ich nicht).

Natürlich geht es nicht nur um den Kampf gegen Nazis. Mehr und mehr wird „Nazi“ zum Synonym für jede kritische Stimme in der Gesellschaft, zum Totschlagargument gegen alle, die nicht ein Reihenleben im Reihenhaus begrüßen, sondern lieber aktiv an der demokratischen Gestaltung ihrer eigenen Lebensumstände mitwirken wollen: ein Albtraum für alle gestandenen Machthaber jeder Coleur und jeder Partei. Während man Totschläger, Mörder und erklärte Feinde der demokratischen Zivilgesellschaft weiter mit ihren Springerstiefeln und Baseballschägern durch die Gassen wandern läßt, werden andere dämonisiert … und da sorgt auch die Amadeu-Antonio-Stiftung für einige Überraschungen, wenn sie sich dem Thema „Verschwörung“ widmet (siehe aas):

„Verschwörungsideologien sind Begleiterscheinungen moderner Gesellschaften. Sie geben Menschen die Möglichkeit, deren Widersprüche als eine große Erzählung zu „verstehen“. Darüber hinaus bieten Verschwörungsideologien ihren Anhänger_innen Feindbilder, gegen die sie sich als vermeintlich „Gute“ zusammenschließen können. Verschwörungsideologien sind nicht nur wegen ihrer Benennung von Sündenböcken problematisch: Sie transportien antisemitische und andere antidemokratische Elemente und bieten einen Einstieg in die Szene der Querfrontler_innen und der Rechtsextremen.

Diese Webseite hilft Ihnen, verschwörungsideologische Inhalte zu erkennen. Dazu wird eine Auswahl aktueller und beständiger Erzählungen sowie Begriffe vorgestellt und knapp beschrieben. Es gibt verschiedene Signalwörter, die auf Verschwörungsideologien hinweisen können und bei denen es sich empfiehlt, einmal genauer nachzufragen.“

Schon der erste Begriff verstört: „Verschwörungsideologien“. Dieser Begriff setzt voraus, dass jedwede Theorie über eine Verschwörung nur eine Ideologie ist, was bedeutet, dass es in der realen Welt nirgends irgendwo Verschwörungen gibt – wie Watergate, die Lüge über Massenvernichtungswaffen im Irak, über Giftgasangriffe in Syrien, über auf die Bevölkerung schießende libyische Truppen, der Kauf der WM 2006 oder die Manipulation von Abgaswerten durch den VW-Konzern (um nur einige zu nennen). Verschwörungstheorien liefern auch nicht automatisch Sündenböcke (wieder eine Verkürzung der Realität), sondern suchen mit Methoden induktiver Logik Täter: auch dort, wo es den Machthabern unangenehm ist. Nur selten (eigentlich nie) ist der Täter ein Jude (obwohl viele das gerne sehen würden – das stimmt schon).

Nun will uns die Stiftung ja Signalwörter an die Hand geben, um – ja, ich sage es mal kurz: den Nazi zu erkennen. Manche stimmen eindeutig: „jüdisches Großkapital“, „Ausschwitz-Lüge“, „Reichsflugscheiben“ – und die Strömungen, die den Begriff „Zionist“ transportieren, haben ihren Ursprung in dem aberwitzigen Verlangen, Adolf Hitler und seine Mordbrenner wieder über die Gassen von Mecklenburg-Vorpommern hinaus gesellschaftsfähig werden zu lassen, ja, das untote Dritte Reich als alltagsbestimmende Größe wieder zu errichten.

Doch dann … kommen andere Signalwörter.

Atlantikbrücke – gleich zu Beginn. Die Atlantikbrücke ist eine dubiose Vereinigung, wie ich sie auf dem Boden einer Demokratie niemals sehen würde wollen – wie alle Vereinigungen, die handverlesen ausgewählte Reiche und Mächtige unter Ausschluß der Öffentlichkeit zusammenbringen – und das mit merkwürdigen Argumenten, die allerdings aktuell aus Wikipedia verschwunden sind. Dabei habe ich sie doch so gerne zitiert (siehe Nachrichtenspiegel):

„Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ Arend Oetker, damaliger Vorstandsvorsitzender der Atlantik-Brücke in der Berliner Zeitung vom 17. April 2002″

Wahrheiten, die wir nicht mehr lesen dürfen. Ist ja auch – für sich genommen – eine Verschwörungstheorie. Allerdings ist das Zitat noch in der Originalquelle zu lesen (siehe BZ).

Mist – jetzt bin ich schon ein Nazi. Aber es kommt noch besser: auch CIA ist ein solches „Signalwort“, mit dem man sich verdächtig macht. Ebenso „Bilderberger“. Oder „Ukraine-Krise“. Seien Sie also vorsichtig, wenn sie im Einflussbereich der Stiftung (vor allem in der Nähe von Schulen und Kindergärten) darüber reden, dass sie Kenntnis vom US-Geheimdienst haben, sich über geschlossene Geheimtagungen ihrer gewählten Politiker wundern oder sich vor einer Krise in der Ukraine fürchten: sie stehen sofort unter Beobachtung … und unter Verdacht. Ebenso wenn Sie über „GEHEIMDIENSTE“ reden: lassen Sie es sein, das macht Sie verdächtig.

Wir kennen das ja: George Orwell und seinen Roman „1984“, lange Zeit „linke“ Literatur … jetzt jedoch: SIGNALWORT. Ja, „1984“ ist Signalwort. Aufpassen.

Schon schlimm? Keine Sorge, unter der Führung der ehemaligen inoffiziellen Mitarbeiterin des Ministeriums für Staatssicherheit Anetta Kahane (siehe Wikipedia) gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Signalwörter, die auf einen rechtsextremen Hintergrund hinweisen sollen:

„TTIP“ zum Beispiel. Jeder, der gegen das Freihandelsabkommen ist, ist verdächtig und muss verhört werden. Also … man muss „nachfragen“ – wie ja das Ministerium für Staatssicherheit auch immer nur „nachgefragt“ hat. Der Spiegel hatte ja neulich erst gemerkt, dass TTIP-Demonstrationen rechts seien, weil da diffuse „Rechte“ dran teilgenommen haben … nach der gleichen Logik ist Deutschland ein Nazistaat, weil Neonazis darin wohnen. Die Teilmenge wird Definitionsgrundlage, der Beliebigkeit sind Tür und Tor geöffnet … und es kommt noch mehr.

MONSANTO. Ein offen umstrittener Konzern, dessen Marktmacht zunehmend bedenklich ist, selbst das konservative „Handelsblatt“ gibt zu, dass es ernstzunehmende Zweifel an der Gesundheitsverträglichkeit der Produkte gibt (siehe Handelsblatt), für die hauptsächlich staatlich finanzierte Stiftung jedoch ein hinreichender Verdachtsmoment für rechtsradikale Aktivitäten.

Ebenso GENTECHNIK. Oder GMO (also: gentechnisch modifizierter Organismus). Oder GENMANIPULATION.

DRITTER WELTKRIEG. Oder NEUE WELTORDNUNG (die – von Bush ausgerufen- auch in der Bundeszentrale für politische Bildung kritische Gedanken hervorrief – sie bpb).

Wer über Freimaurer redet, ist verdächtig. Wer über die Studentenverbindung Skull & Bones berichtet, macht sich verdächtig. Wer über Wettermanipulationen berichtet, macht sich verdächtig. Wer das Wort Klimaschwindel benutzt, macht sich verdächtig. Wer Regierungstheorien zu „nine-eleven“ in Frage stellt, macht sich verdächtig. Wer den Film Matrix gesehen hat, macht sich verdächtig. Wer diesen Artikel liest, hat sich jetzt verdächtig gemacht. Wer sein Reihenleben nicht jubelnd begrüßt, macht sich verdächtig. Wer falsch parkt, macht sich verdächtig. Wer versucht, sich eine eigene Meinung zu bilden, macht sich verdächtig.

Oje – jetzt sind die Pferde mit mir durchgegangen. Bitte streichen Sie die letzten Verdachtsmomente aus Ihrem Gedächtnis.

Harmlos finde ich das allerdings nicht, was diese Stiftung breitflächig unter das Volk streut. Vergeblich suche ich Hinweise auf die neufaschistische gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die sich – in alter Nazi-Tradition – in erster Linie in breiter Front gegen die „unwerten“ Mitglieder des eigenen Volkes richtet, die „Parasiten“ und „Schmarotzer“, die sich öffentlicher sozialer Hinrichtung erfreuen dürfen: die Arbeitslosen. Ein Poster schränkt verkürzt „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ auf Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus ein (siehe aas). Wenigstens die zunehmende Gewalt gegen die (stark zunehmende) Gruppe der Obdachlosen wird thematisiert – ohne jedoch hier auf die Mechanismen einzugehen, die für diese Obdachlosigkeit sorgen: man könnte schnell als „links“ verdächtigt werden, was in diesem Land schnell zu Verfolgungen führt.

Wer steht ganz vorne auf der Seite – als Unterstützer (und Gründungskurator)? Cem Özdemir, wie Jens Weidmann (Bundesbankpräsident),  Thomas de Maizière (Bundesinnenminister), oder Hans-Gerd Poettering (ehemaliger Präsident des EU-Parlaments) Mitglied des „Young Leader“ Programms der mit der Atlantik-Brücke „affiliierten“ American Council of Germany, ehemaliges Mitglied der Atlanikbrücke und  „im September 2004 unter den Unterzeichnern eines von der neokonservativen US-amerikanischen Denkfabrik Project for the New American Century (PNAC) veröffentlichten Offenen Briefes an die Staatsoberhäupter und Regierungschefs von NATO und EU gegen die Politik des russischen Präsidenten.“ (siehe Wikipedia) … jene Denkfabrik, die sich zur Verwirklichung ihrer Träume ein neues Pearl Harbour herbeiwünschte und die Entwicklung rassespezifischer Biowaffen, die auf spezielle Gentypen zugeschnitten sind, begrüßte (siehe Wikipedia).

Ob der an der Gestaltung der „Tabu-Liste“ mitgewirkt hat – im Sinne seiner Freund jenseits des Atlantiks? Zufällig kam ja mit „nine-eleven“ jenes „Pearl Harbour“, das man so dringlich herbeisehnte, um der Welt ein neues amerikanisches Jahrhundert zu bescheren … aber halt: jeder Zweifel an den USA führt zum Verdacht des Antiamerikanismus, der – gleich gesetzt mit Antisemitismus – zu verstärkter Observation führen sollte (siehe aas).

Seltsame Gleichungen werden da aufgemacht, eingewoben zwischen vielen mutigen Texte über alltäglichen Rassismus oder über die Bagatellisierung des Rechtsextremismus durch deutsche Behörden werden Denkverbote erteilt und Bürgerproteste diffarmiert, die – welch´ Zufall – dem Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert im Wege stehen.

Die Stiftung wird … transatlantische Lobby.

Und ich – nun, ich bin jetzt ein Nazi. Darauf muss ich jetzt gefasst sein: unter Beobachtung gestellt. Vielleicht sogar verfolgt. Und wenn ich erst mal meine Meinung zu Gentechnik veröffentliche (ja, ist in Arbeit), habe ich wohl Mahnwachen vor der Tür. Zumal ich ja gerne über diese seltsamen, neufeudalistischen Bünde der Eliten schreibe und sie für absolut unduldbar in einer offenen, demokratischen Gesellschaft halte.

Es könnte aber noch schlimmer kommen: man könnte mich für „links“ halten. Wie Gaddafi, Assad, Sadam Hussein oder Putin. Und was mit denen geschieht, weiß man ja. Das haben wir gelernt.

Wissen Sie, was der russische Milliardär und Held des Westens der Reporterin Freeland sagte – allerdings vor seiner Verhaftung?

„Wenn heute ein Mann kein Oligarch ist, stimmt etwas nicht mit ihm. Hier hatte jedermann die gleichen Startbedingungen, jeder hätte es schaffen können“. (Aus; Krysmanski, 0,1 %, Das Imperium  der Milliardäre, Westend, 2.Auflage 2013)

Das ist der Faschismus, der den Holocaust der Zukunft leiten wird. Den Mann hat Putin verhaftet. Redet der über den Dritten Weltkrieg und die Ukrainekrise (siehe Spiegel), ist er natürlich kein Faschist. Das gilt nur für Untermenschen wie mich.

Wie man allerdings in diesem Klima noch Widerstand gegen die Refeudalisierung der Gesellschaft leisten kann, ist mir langsam schleierhaft.

 

 

 

 

 

 

Die unsichtbare Hand der Geheimdienste

Die Geheimdienste also der Tiefenstaat der über alles seine unsichtbare Hand legt und lenkt, der über jeden und über alle Bescheid weiß, benutzt die Kombination von Geheimhaltung und Umetikettierung von Fakten, die einen besonders schlimmen Missbrauch moderner Datentechnik ermöglicht. Unliebsame Zeugen oder politische Störenfriede können zu Terroristen, Waffenhändler, Pädophile oder Drogenhändler gestempelt werden – zu Sicherheit und im Dienste des Staates und der Gesellschaft, versteht sich. Die entscheidenden Fakten werden als streng geheim eingestuft, sodass weder die Strafverfolgungsbehörde noch die Presse in der Lage sind, den wahren Hintergrund eines Falles aufzudecken. Diese geheim operierenden Dienste, die im großen Stil an der gesetzgebenden staatlichen Gewalt vorbei, ihre Aktion durchführen, sind der eigentliche Feind der Demokratie.

The five Eyes – und der hundertjährige Krieg gegen Eurasien

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Montag, 15.6.2015. Eifel. Er ist wieder da, der Krieg in der Ukraine. Wer hätte das gedacht – oder wer hätte wirklich gedacht, dass er auf einmal so still und heimlich verschwindet? Fast niemand macht sich mehr Gedanken darüber, wie er überhaupt entstehen konnte: immerhin haben wir ein weit gespanntes Netz von Diplomaten in allen Ländern, die vielfältig untereinander vernetzt sind – zur Sicherung des Friedens, was ja auch 70 Jahre gut funktioniert hatte. Es gibt deutsche Botschaften in Moskau und russische Botschaften in Deutschland, wo auf vielen Empfängen, Essen und Arbeitstreffen ein reger Austausch stattfindet, von dem die Öffentlichkeit nicht viel mitbekommt – aber sie bieten den idealen Boden dafür, Informationen auszutauschen und frühzeitig zu warnen, wenn Situationen zu eskalieren drohen, wenn Handlungen einzelner Staaten missverstanden werden können. All diese diplomatischen Kanäle scheinen momentan still zu liegen, was zu sonderbaren Erscheinungen führt: da fragt man sich doch in der Tat im Rahmen des G7-Gipfels, was Putin wohl denkt – obwohl es doch ein Leichtes wäre, mal den deutschen Botschafter danach zu fragen, was denn seine Gäste bei diversen Empfängen darüber reden … doch dies scheint niemanden mehr zu interessieren.

Warum auch? Alle Fragen werden in einer Tradition beantwortet, die hundert Jahre alt ist: „Putin war´s“, so lautet die Parole, die jegliche Diskussion verbieten, ja, verhindern will. Wer nicht in der Lage ist, der Parole zu folgen, für den haben die Nachrichtendienste schon längst eine weitere Parole bereit: „Putinversteher“ ist man dann, wenn man versucht, normal geisteswissenschaftlich zu arbeiten, verläßt man die Linie der offiziellen Propaganda oder wagt es auch nur, kritische Fragen zu stellen, ist man „Verschwörungstheoretiker“ und landet damit im gleichen Vernichtungslager wie „Arbeitslose“ – die ebenfalls zu den Hauptfeinden des Westens zählen, hier aber nur mal nebenbei erwähnt werden sollen.

Es wundert, wenn man hundert Jahre nach dem ersten Weltkrieg auf einmal Parolen wiederfindet, die schon 1914 die Schlagzeilen füllten: damals waren es „die Hunnen“, die kamen, allen voran der deutsche Kaiser. Der US-Senator Robert Owen legte dazu am 18.12.1923 einen denkwürigen Bericht vor, der den Glauben an die damalige Kriegspropaganda massiv erschütterte:

„Weder die russische noch die französische Regierung glaubte wirklich, dass die deutsche Regierung einen Angriffskrieg gegen sie beabsichtigte. Doch lieferten die militärische Bereitschaft Deutschlands und der Bombast einiger seiner Chauvinisten eine passende, aber unwahre Grundlage für die französische und die britische Propaganda, dass die deutsche Führung die brutale militärische Eroberung der Welt ausgeheckt hatte. 1914 hatte Deutschland keinen Grund, einen Krieg anzufangen, beanspruchte keine Länder, hatte keine Rachegelüste und wusste, dass ein allgemeiner europäischer Krieg leicht seine Handelsmarine und seinen Handel, die sich beide rasant entwickelt hatten, zerstören könnte und zum Verlust seine Kolonien führen würde.“

Dieses Zitat stammt aus einem Buch, das zu lesen sicher bald verboten werden wird: Professor Guido Giacomo Preparata schrieb es, um zu belegen, „Wer Hitler mächtig machte“ oder: „Wie britisch amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten“ (Perseus Verlag Basel, 3. Auflage September 2012, Zitat aus Seite 41).

Sehen Sie Ähnlichkeiten zur aktuellen Weltsituation? Damals waren es die Hunnen mit ihrem Kaiser, heute ist es Putin mit seinen Russen. Jeder Verstand ist völlig ausgeschaltet, wenn sein Name genannt wird, keinerlei diplomatischen Feinheiten oder Taktgefühl werden bei der Putinhatz berücksichtigt, der Hass der Propagandaleute des Westens wird erst gestillt sein, wenn er wie Gaddafi auf eine Eisenstange gepfählt durch Moskau getragen wird – alle Bildzeitungsfans werden an diesem Tag eine Extraflasche Bier an ihrer Lieblingsbude trinken, wahrscheinlich gibt der deutsche Arbeitgeberverband sogar extra frei dafür.

Der Ansatz von Professor Preparata zur Erklärung der Verwerfungen des 20. Jahrhunderts reicht weit zurück bis in die Tage des britischen Empires, in dem mächtige Männer des Imperiums eine große Gefahrentstehen sahen, die „Heartland-Theorie“ kam in die Welt (siehe Preparata, a.a.O. Seite 35)

„Die Vorstellung von Eurasien, die wir damit bekommen, ist die einer ununterbrochenen Landmasse, die im Norden von Eis und überall sonst vom Meer eingeschlossen wird. Sie bemisst sich auf 21 Millionen Qudratmeilen oder mehr als das Dreifache des Gebietes von Nordamerika. Das zentrale und nördliche Gebiet umfasst etwa 9 Mio. Qudratmeilen oder mehr als das zehnfache des Gebietes von Europa, verfügt über keine brauchbaren Wasserwege zum Ozean, ist aber andererseits, wenn man vom subarktischem Wald absieht, im Allgemeinen für den Verkehr von Reiter- und Kamelkarawanen sehr günstig. Im Osten, Süden und Westen des Herzlandes bilden Randzonen einen riesigen Halbmond, der für Schiffsmenschen zugänglich ist. Entsprechend ihrer physikalischen Gestaltung unterscheidet man vier dieser Regionen, und dabei ist es nicht unerheblich zu bemerken, dass sie im Allgemeinen mit den Einflussbereichen der vier großen Religionen, des Buddhismus, das Brahmanismus, des Islams und des Christentums zusammenfallen. Großbritannien, Kanada, die Vereinigten Staaten, Südafrika, Australien und Japan bilden nun einen Ring außen vorgelagerter, inselartiger Stellungen der See- und Handelsmächte, die für die Landmächte Europas unerreichbar sind.“

Geschrieben im Jahre 1904 sollte dieser Aufsatz von Sir Halford Mackinder über die Gefahren aufklären, der sich das Empire ausgesetzt sah. Man könnte seine Ideen ins Reich der Fantasie verweisen, wäre nicht seine Herzland-Theorie (in der vor allem ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland vermieden werden sollte, Russland aber der zentrale „Erbfeind“ der „Seemächte“ war – unabhängig von seiner jeweiligen Gesellschaftsform) auch in die Überlegungen und Überzeugungen eines Zbigniew Brezinski oder eines Henry Kissinger eingeflossen: zwei Männer, die heute zu den grauen Eminenzen der US-Politik gehören. Brezinski erklärt uns nebenbei auch genau, warum der Krieg um die Ukraine so wichtig ist (siehe Zeit):

Auch Zbigniew Brzezinski, der Sicherheitsberater des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter und ein amerikanischer Globalstratege, betont in seinen Interviews, ohne die Ukraine könne Russland nie wieder Supermacht werden. Erst in diesem Kontext wird der erbitterte politische Kampf Russlands um die Ukraine verständlich. 

Erschreckend, oder? Da tobt seit einhundert Jahren ein Krieg gegen Eurasien, um die Bildung eines Machtschwerpunktes jenseits von London und New York zu verhindern – und wir merken nichts davon.

Wirklich nicht? Seit einigen Jahren sind wir konfrontiert mit einem seltsamen „Geheimbund“ (siehe Tagesspiegel), einer ominösen Allianz von Geheimdiensten, die wir nicht weiter hinterfragen dürfen, weil wir sonst höchstpersönlich zu einem Sicherheitsrisiko für „den Westen“ werden … jenem „Westen“, der eine Allianz jener Länder repräsentiert, die für Mackinder den „Halbmond“ repräsentieren, jene Seefahrernationen, die einen weiten Ring um Eurasien bilden: Großbritannien, die USA, Kanada, Australien und Neuseeland.

Ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit drang dieser Geheimbund durch Edward Snowden, einem ganz besonderen Helden, der unsere Sicht auf die politische Realität maßgeblich veränderte. Welche Verschwörungen von den „Five Eyes“ zur Kontrolle des Herzlandes initiiert wurden, kann man in der Zeit nachschlagen (siehe Zeit). Der Bund hört alles und jeden ab, macht nur vor eigenen Mitgliedern halt (aber nicht vor der eigenen Bevölkerung – siehe Süddeutsche Zeitung). Besonders streng wird Deutschland überwacht (siehe Tagesspiegel) – was uns erstmal verwundert und verwirrt in der Gegend herumstehen läßt.

Warum Deutschland? Der bravste Vasal des „Westens“ an der neu entstehenden Ostfront ist völlig durchsetzt durch „westliche“ Netzwerke wie Lionsclub, Rotarier oder Atlantikbrücke, bis ins Kleinste wird jede gesellschaftliche Regung beeinflusst, die Lebensweise des Westens ist absoluter Standard in der Bundesrepublik – wozu also die nachrichtendienstliche Superkontrolle, die auch vor dem  Handy der deutschen Bundeskanzlerin nicht halt macht – oder vor Industriespionage wie im Fall Siemens (siehe FAZ).

Verständlich wird es vor dem Hintergrund paranoiden Denkens von „westlichen“ Globalstrategen, die gerade mal wieder via Bilderbergertagung die Linientreue des Personals getestet haben: wie schon seit hundert Jahren fürchtet man die Allianz der Deutschen mit Russland, fürchtet sich vor der Allianz von technischer Brillanz (die gar nicht mehr so gegeben ist) mit unendlichen Bodenschätzen (die es in der Tat noch gibt), eine Allianz, die ein Hitler (der Mackinders Fantasien ebenfalls folgte) ebenfalls im Auge hatte … allerdings nicht gerade in Form einer gleichberechtigten Partnerschaft.

Wir merken auch, warum die gesamten diplomatischen Kanäle schweigen – die Geheimdienste haben schon längst die Macht in der Politik übernommen und marschieren im Geiste des alten (und neuen) Imperiums immer noch auf den selben Bahnen wie vor einhundert Jahren: das Herzland muss zersplittert werden. Darum der erbitterte Kampf um die Ukraine, ein Kampf der Seefahrer des Halbmondes gegen das Herzland: fällt die Ukraine, ist Russland nicht mehr zu verteidigen … etwas, dass nur jemanden interessieren kann, der den Angriff wirklich im Sinn hat, um selbst die Macht über das ominöse „Herzland“ zu übernehmen.

Seltsame Beobachtungen machen wir in diesen Zeiten – sogar Altkanzler Helmut Kohl (CDU) wird zum terrorverdächtigen Putinversteher (siehe Spiegel):

„Für eine stabile europäische Sicherheitsordnung ist die Einbeziehung Russlands existenziell“

Aber wer von den „Herzland-Strategen“ der „Five-Eyes“ hat schon wirklich in Interesse an einer stabilen, europäischen Sicherheitsordnung? In ihrem Sinne wäre es das Schlimmste, was geschehen kann: die dort zu befürchtenden Allianzen von „Märkten“ würde den Traum von einem „neuen amerikanischen Jahrhundert“ empfindlich stören – also reagiert man lieber militärisch als diplomatisch, stationiert schwere Waffen im „Osten“, obwohl man damit gegen bestehende Verträge verstößt (siehe Spiegel):

„Der Schritt würde mit großer Wahrscheinlichkeit zu noch größeren diplomatischen Verstimmungen zwischen Moskau und Washington führen. Seit 1997 gibt es zwischen Russland und der Nato eine Vereinbarung, laut der man sich gegenseitig „nicht mehr als Gegner betrachtet“. Auch die „dauerhafte Stationierung von zusätzlichen Bodentruppen“ der Nato in den russlandnahen Staaten soll laut diesem Abkommen vermieden wären.“

Als Gegner betrachtet man Russland in britischen „Clubs“ seit über einhundert Jahren – und vor lauter Furcht vor dem ominösen „Herzland“, das den Seemächten den Rang ablaufen würde, wird man wohl auch weiterhin Russland als Gegner betrachten und zu allen Mitteln greifen, aus „Putin“ den neuen „Kaiser“ zu machen – oder den neuen „Hitler“. In diesem Sinne bringt man reißerische Nachrichten über russische Kampfjets, die ihre Transponder ausschalten (siehe BR), obwohl der Westen ähnlich verfährt (siehe Spiegel) – dabei liegt die Gefahr für den Westen eher in einem „Geheimbund“, der zu drastischen Maßnahmen greift (siehe Heise):

„Dem Guardian wurden im Rahmen der Snowden-Enthüllungen nicht nur auf Geheiß der Regierung Festplatten zerstört. Wie der stellvertretende Chefredakteur nun enthüllte, wurde der Zeitung sogar unverblümt mit der Schließung gedroht.“

Das ist möglich im Kernland der „Five-Eyes“ – und die Techniken ihrer Mitglieder ähneln denen übelster Autokraten – und würden einen SS-Sturmbannführer stolz machen (siehe Spiegel):

„Viele Passagen in dem Folterbericht zur CIA sind geschwärzt – doch was man lesen kann, ist entsetzlich genug: Gefangenen wurden Schläuche zur Zwangsentleerung eingeführt, sie wurden in Eiswasser gesteckt, anal penetriert.“

Zudem weisen ihre „Sturmtruppen“ eine erstaunliche Degeneration menschlicher Werte auf, die ebenfalls an die Zeiten der Waffen-SS erinnern (siehe Spiegel):

Eine „globale Menschenjagd-Maschine“: Ehemalige und aktuelle Mitglieder der US-Navy Seals berichten laut „New York Times“ von exzessiven und gezielten Tötungen der Spezialeinheit. Sogar Straßendiebe hätten die Soldaten verfolgt.

Da stimmt etwas ganz gewaltig nicht im Herzen der seefahrenden „Halbmond-Staaten“, dem Geheimbund der „Five-Eyes“, zu dem der Zugang für Deutsche auf immer gesperrt bleibt (siehe NTV):

Denn Deutschland wäre ein Fremdkörper bei den „Five Eyes“. Der britische Premier Cameron betonte nach dem EU-Gipfel, wie „einzigartig“ die Zusammenarbeit der britischen und amerikanischen Geheimdienste sei. „Ein Teil davon ist die Five-Eyes-Partnerschaft, die vor vielen, vielen Jahren eingerichtet wurde und auch Neuseeland, Kanada und Australien einschließt. Ich denke also, wir sind in der für uns richtigen Situation.“ Neue Mitglieder? Nein danke.

Cameron – jener Mann, der jetzt Großbritannien kurz vor Kriegsbeginn aus der EU herauslösen möchte … um sich nicht an der Finanzierung des Wideraufbaus Europas nach dem angestrebten Krieg gegen Russland beteiligen zu müssen. Da schaut einer sehr weit voraus … oder auch weit zurück. Für die „Five Eyes“ ist Kontinentaleuropa nur ein Brückenkopf zur Invasion Eurasiens, ein Schlachtfeld. Hören wir dazu nochmal den Herrn Mackinder:

Damit wäre das Weltreich in Sichtweite gerückt. Das könnte geschehen, wenn sich Deutschland mit Russland verbünden würde. Die Bedrohung durch eine solche Entwicklung sollte daher Frankreich in ein Bündnis zu den Seemächten bringen, und damit würden Frankreich, Italien, Ägypten, Indien und Korea ebenso viele Brückenköpfe werden, über die die Seestreitkräfte von außerhalb Armeen versorgen würden. (Preparata. a.a.O. Seite 36).

Erstaunlich, wie 2015 die Politik der Einkreisung Russlands immer noch mit der gleichen Vehemenz wie 1904 betrieben wird. Erstaunlich, dass es so eine geheime Allianz wie die five-Eyes noch gibt.

Gruselig, dass Weltpolitik möglicherweise von äußerst machtvollen Paranoikern betrieben wird, die in der Vernichtung Russlands eine wichtige Grundlage für ihre eigene „Sicherheit“ sehen.

Charlie Hebdo, Pegida und der leise Zerfall der Demokratie

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Donnerstag, 8.1.2015. Eifel. Wie fängt man an, von einem Ende zu schreiben? Vom Ende einer Idee, die 3000 Jahre alt ist – damals aber nur für „Vollbürger“ gelten sollte. Einer Idee, die in den letzten zwei- dreihundert Jahren kurz aufblühte und jetzt langsam stirbt. Einer Idee, die zu einer Revolution wurde, und dem Staat Grenzen aufzeigte: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sollten fortan herrschen, Werte, die der Menschheit den Frieden bringen sollten, den sie so sehr ersehnte. Leistungskult, Promikult und Bürgerlichkeit – so werden die Werte heute gelebt, was an sich schon reicht, um nervös zu werden und sich wieder in einem Sklavenhalterstaat zu fühlen – eine anarchistische Gruppe hat mit einer Guerilla-Aktion aktuell gegen den Wahn unserer sinnlosen Bullshitjobs mit einer Plakataktion in der Londoner U-Bahn für Begeisterung gesorgt (siehe Storyfilter), einer Aktion, die selbst schon revolutionär ist.

Ach ja – Anarchisten. Sie sind sehr verpönt bei rechts und links, weil sie eine eindeutige Antwort auf die Frage haben, wer eigentlich das Land regieren soll: entweder alle – oder keiner. Von Regierungen halten sie nicht viel, weil sie der Ansicht sind, dass jede Form von Herrschaft dem Menschen nicht angemessen ist – und er auch erwachsen genug ist, sie nicht zu brauchen. Anarchisten werden deshalb meistens überall verboten und sind bei allen verpönt, geht es doch ALLEN politischen Parteien nur darum, an die Fleischtröge des Parlaments zu kommen, welche die Anarchisten gerne unter das Volk aufteilen wollen. Gut, das behaupten auch die Kommunisten, aber wie die Geschichte zeigt, war dies nur ein Werbegag: sobald man die Macht hat, landen die Gewinne beim großen Vorsitzenden.

Wissen Sie übrigens, wo Anarchisten heute noch geduldet werden, ja, sich kleine Lebensräume erschaffen haben? In den USA. Ihre Ideen haben viele der Gemeindeverfassungen geprägt und sind auch heute noch der Hauptgrund, warum Amerikaner so sehr an dem Recht hängen, selber Waffen zu tragen – dadurch gibt man das Recht auf Ausübung von Gewalt zum Schutze der eigenen Person nicht völlig in die Hände des Staates und behält sich auch vor (in guter, alter, amerikanischer Tradition, wie der englische König erfahren musste), diese Waffen notfalls gegen den Staat selbst einzusetzen … jenes Recht wird seltsamerweise in Europa nicht gegönnt, obwohl kurioserweise gerade wir Deutschen zu den größten Waffenproduzenten der Welt gehören.

Eine Partei, die – ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein – Grundwerte des Anarchismus predigt? Die FDP. Ja – FREIHEIT ist ein zentraler Wert des Anarchismus, Freiheit von jeder Art von Herrschaft. Leider findet man in der Partei keine konsequente Umsetzung dieses Wertes, eben so wenig wie man in der katholischen Kirche noch die Umsetzung urchristlicher Werte wiederfindet.

Das Satiremagazin Charlie Hebdo entstammt aus einer solchen Tradition, weshalb es – bzw. sein Vorgänger Hara Kiri – in den sechziger Jahren verboten war. Kein Politiker mag Anarchisten, sie wollen genau jene Macht abschaffen, die er mit jeder Faser seines Seins erlangen will, um fortan ein Leben auf Kosten der Allgemeinheit zu führen und jener Allgemeinheit seine Willen per Gesetz aufzuzwingen.

Aktuell ist dieses Satiremagazin in den Schlagzeilen: ein Überfallkommando hat einen Massenmord in den Redaktionsstuben ausgelöst, was viele Mächtige insgeheim freuen wird, ist doch die Satire der letzte Rückzugsort herrschaftsfreien Denkens, wie es in Deutschland Volker Pispers vorbildlich praktiziert.

Wer waren die Täter? Scheinbar arabisch stämmige Männer, wie ich heute lese. Einer der Täter, die gestern noch als hochprofessionelles Killerkommando geschildert wurden, hatte seinen Ausweis im Fluchtwagen liegen gelassen (siehe Spiegel). Erinnert Sie das an was? Ja – auch bei den Anschlägen von nine-eleven überstand ein Ausweis jenen Glutball, der ein Hochhaus zum Einstürzen brachte – und fiel direkt vor die Füße von Ermittlungsbeamten. Immer diese Araber. Immer ein wenig dümmlich in der Ausführung ihrer Attentate, das passt zum Bild des wahnsinnigen Untermenschen, das gerne über diesen Kulturkreis verbreitet wird.

Kaum war der Anschlag ausgeführt, meldete sich der deutsche Innenminister Friedrich zu Wort und forderte die Löschung von Videos aus you tube, die die Ermordung eines auf dem Boden liegenden Polizisten zeigten (siehe Heise). Mehrere Videos sind entfernt worden, wie heute zu merken ist – was mich neugierig gemacht hatte. Was war zu sehen?

Das Killerkommando – angeblich bestehend aus drei militärischen Laien, von denen einer laut Angaben von Spiegel-online schon mal im Gefängnis saß, weil er in den Dschihad ziehen wollte – wird auf der Flucht von einem Polizeiwagen gestoppt. Obwohl sie nach einem Massenmord auf der Flucht sind – als unprofessionelle Killer vermutlich nervlich sehr angeschlagen – und obwohl sie wissen dass mit jeder Sekunde tausend mehr Menschen nach ihnen Ausschau halten werden, das mit jeder Sekunde mehr Straßen gesperrt werden, gehen sie zu zweit an mehreren Autos vorbei, um einen auf dem Boden liegenden Polizisten zu erschießen – eine Tat, die sie als wahre Bestien dar stehen läßt.

Wundert es da, dass heute schon von „Operationen unter falscher Flagge“ gesprochen wird, die zur weiteren Dämonisierung einer Weltreligion animieren sollen? Woher haben diese Killer die Nerven, sich mitten auf der Flucht noch Zeit zu nehmen, um noch mal richtig einen drauf zu setzen? Verfolgt von einer ganzen Stadt? Wundert es da, dass man die Videos sperren lassen möchte? Wer Glück hat, findet noch einen Ausschnitt, auf dem man sieht, wie sie relativ ruhig wieder zu ihrem Auto zurückkehren. Wie Profikiller, die wissen, dass ihre Flucht sicher ist.

Nun – wollen wir den Bürger nicht noch weiter verunsichern, wollen wir heute mal keine Theorien darüber aufstellen, wer denn von einem solchen Anschlag im Prinzig den meisten „Profit“ hat – in Deutschland wissen wir es eh´ schon: Pediga, jene Bürgerbewegung, die auf breiter Front vom „Establishment“ bekämpft wird, sogar der Kölner Dom macht die Lichter aus, wenn die Dämonen von Pediga zum Marsch blasen, auch Kanzlerin und Bundespräsident reihen sich nahtlos ein in den Kampf gegen eine Bewegung, deren Organsiatoren gelegentlich für den Springer-Verlag gearbeitet haben.

Was nicht gefragt wird: ist denn nun die breite Front jener Menschen, die gegen die Gegner der Islamisierung des Abendlandes sind, für die Islamisierung des Abendlandes?

Bevor wir nun weiter spitzfindig herumraten, wollen wir uns an ein paar Grundregeln der Demokratie erinnern, die man wohl auf rechter und linker Seite vergessen hat. Hier darf jeder eine Meinung haben. Bundespräsident und Bundeskanzlerin haben dafür zu sorgen, dass dies so bleibt: sie sind Verwaltungsangestellte, keine Monarchen. Jeder darf für so gut wie alles demonstrieren – und wenn Menschen Angst vor „Überfremdung“ haben, dann dürfen sie dies kund tun. Wenn es eine Supermacht gibt, die den Islam als große Bedrohung der Menschheit erachtet und ihn weltweit (mit aktiver Unterstützung der Bundeswehr) mit brutaler Waffengewalt bekämpft, dann darf man nicht jenen Deutschen die Schuld für ihre Ängste zuschieben, die auf die Nachrichten nur REAGIEREN – und sie nicht erfinden.

Anders als zu der NS-Zeit, als der „Stürmer“ wilde Geschichten von kannibalischen, kindermordenden Juden unters Volk streute, die nichts andere wollten, als deutsche Frauen und deutsche Kinder zu vergewaltigen (erinnert ein wenig an die Katholikenhatz der Gegenwart, die aus fast jedem Priester einen Kinderschänder machen möchte und dabei völlig vergisst, dass die meiste sexuelle Gewalt gegen Kinder von Familien ausgeht – nicht von Priestern; auf Antifamilientiraden wartet man jedoch vergebens) sind es heute die breite Front der „seriösen“ Medien, die Gräuelgeschichten über „Islamisten“ verbreiten, wobei der Begriff „Islamist“ eine interessante Nutzung über sich ergehen lassen muss: gemeint sind im Prinzip wohl alle Muslime, die ihre religiöse Überzeugung ernst nehmen.

Wissen Sie, woher ich diese Idee habe? Unter anderem von Jan Fleischhauer, der vor den Anschlägen auf Charlie Hebdo durchaus schlüssige und brisante Gedanken zur Islamophobie der Gegenwart formulierte (siehe Spiegel):

Was macht am Alltags-Islam also solche Angst? Die Provokation liegt nicht in der Verschleierung oder der Polygamie, die vielen als Symbole der fremden Religion gelten: Als Provokation reicht der Glaube an sich. In einer Gesellschaft, in der schon das sonntägliche Kirchengeläut als Störung empfunden wird, muss eine Versammlung von Menschen, für die Gott nicht Chiffre, sondern lebendige Realität ist, Beklemmung auslösen. Jede Glaubensrichtung, die sich zu markant äußert, taugt heute zum Skandal; da macht der Katholizismus keine Ausnahme, wie die hysterische Beschäftigung mit dem Opus Dei zeigt. Erst wenn sich eine Religion wie der Protestantismus so weit säkularisiert hat, dass sie nahezu unsichtbar geworden ist, gilt sie als gesellschaftlich verträglich.

Hier spricht ein bekennender „Rechter“ – und Schlussfolgerungen zu seinen Beobachtungen reichen viel tiefer, als es den meisten lieb sein wird.

Bleiben wir jedoch erstmal beim Islam, der von der Bundeswehr im Ausland mit Gewalt bekämpft wird, aber in Deutschland von Medien und Regierung besonderen Schutz erfährt – „Islamisten töten“ scheint nur im Ausland „gut“ zu sein.

In einer freien Gesellschaft – und erst recht in einer freien Marktwirtschaft – gelten Angebot und Nachfrage. Sollte der Islam – als Religion – den europäischen Bürgern ein Angebot machen, dass sie überzeugender finden als das Angebot, dass herrschende Religionen ihnen machen, so ist das völlig in Ordnung. Deshalb haben wir Religionsfreiheit als Grundrecht, „gegen den Islam“ zu marschieren ist in etwas so demokratisch, wie gegen Juden, Anarchisten oder Gebrauchtwagenhändler zu demonstrieren. Erzielt der Islam in Europa deutliche Stimmengewinne, so zeigt dies nicht, dass er böse ist, sondern nur, dass wir mit unserer praktisch atheistischen Kultur Schwächen haben – Schwächen, die die oben erwähnten Anarchisten den Pendlern in der U-Bahn so deutlich aufgezeigt haben, dass sie dafür gefeiert wurden.

Unsere Kultur vermittelt keinen Sinn, gibt keinen Halt, macht nicht glücklich. Hier wäre der richtige Ansatz für eine Auseinandersetzung mit dem Islam. Wer sich noch auf Seiten des Islam befindet – jedenfalls aus dieser Sicht?

Der Papst selbst, oberster Hüter der Kultur des ehedem christlichen Abendlandes (und eigentlich der Mann, dessen „Job“ es wäre, im Streit der Religionen  um die Vorherschaft seine Sache so gut an den Mann zu bringen, dass seine „Mitbewerber“ in Europa chancenlos bleiben). Wird wenig beachtet – und ohne die „Zeit“ wüssten wir wahrscheinlich gar nichts davon (siehe Zeit):

Die führenden Volkswirtschaften in der Welt sanierten ihre Bilanzen mit der Produktion und dem Verkauf von Waffen. Sie opferten den Menschen dem Idol des Geldes. „Wenn man Fotos von unterernährten Kindern aus verschiedenen Teilen der Welt sieht, kratzt man sich am Kopf. Das versteht man nicht“, sagte der Papst. „Das Wirtschaftssystem sollte im Dienst des Menschen stehen. Aber wir haben das Geld in den Mittelpunkt gerückt, das Geld als Gott.“

Demokraten müssten den Islam innerhalb ihrer Reihen dulden, sofern er mit seiner eigenen Gesetzgebung nicht die Gesetzgebung der Demokratie überschreiben möchte. Köpfe abschlagen, Hände abhacken, Frauen verkaufen – geht hier nicht, egal, im Namen welcher Religion man solche Gräuel begehen möchte. Genauso muss man dulden, dass es Menschen gibt, die auf die mediale Darstellung des Moslems (schlägt Köpfe ab, hackt Hände ab, verkauft Frauen) mit großer Abneigung und Angst reagiert – obwohl die meisten Teilnehmer von Pegida in Dresden nie einen Moslem gesehen haben, noch mit einem gesprochen hätten.

Für wen wird also der Islam gefährlich? Oder Pegida?

Für unsere neue, eigentliche, wirkliche, wirksame und täglich praktizierte Religion – so oder so. Verteidiger eines christlichen Abendlandes (vermute, die wenigsten haben eine Ahnung davon, dass dies hemmungslose Sozialromantik bedeutet -und die Verdreifachung des Hartz IV-Regelsatzes) stören den neuen, verführerischen, allmächtigen Gott genauso wie JEDE Form ernsthafter Religiösität … und hier müssen sich gerade die Kirchen den Vorwurf gefallen lassen, dass sie im Staatsauftrag vor allem dies bewirken: jede Ernsthaftigkeit von Religion in ihren eigenen Reihen zu bekämpfen.

Warum diese Sicht wahrhaftiger sein soll als jene, die von der Religion des Geldes verbreitet wird?

Nun – sehen Sie irgendeine Form von breiten Widerstand gegen die Bombadierung von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern durch die „westliche Allianz“ im Ausland? Macht da ein Dom die Lichter für aus?

Nur da, wo der eigene Geld-Gott ernsthaft angegriffen wird, regt sich enormer Widerstand. Darf ich daran erinnern, wer diese Religion öffentlich predigt? (siehe FAZ):

Der Vorstandschef der Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hat ein ganz eigenes Bild von Gott. Riesige Bonuszahlungen und große Profite in der Krise – für die Gesellschaft sei das alles unproblematisch, sagte er. Und die Banker, vor allem die von Goldman, würden in Wahrheit Göttliches tun.

Wir haben jetzt einen großen Bogen gespannt – von Anarchisten der sechziger Jahre bis zu einem Anschlag in Frankreich auf die Erben jener Anarchisten im Jahre 2015. Das verlangt viel ab. Und ich muss den Bogen noch ein wenig weiter spannen, um jenes Bild zeichnen zu können, in dem wir uns aktuell bewegen. Ein Beitrag im „Zeit“-Blog aus dem Jahre 2010 liefert hier ein Puzzle-Stück, dass einen unheimlichen Ausblick bietet (siehe Zeit):

Die renommierte “Washington Post” zitierte unlängst den Boss des amerikanischen Geheimdienstes CIA, Hayden, mit den Worten, dass Deutschland spätestens im Jahre 2020 nicht mehr regierbar sei. Der Werteverfall, die Islamisierung, die Massenarbeitslosigkeit und der fehlende Integrationswille einiger Zuwanderer, die sich “rechtsfreie ethnisch weitgehend homogene Räume” selbst mit Waffengewalt erkämpfen würden, sowie viele andere deutsche Probleme werden sich nach dieser Studie in einem Bürgerkrieg entladen.

Der Autor erwähnt eine Kleinigkeit am Rande, die 2015 (nach dem „Fuck the EU“ einer US-Repräsentantin im Rahmen des Konfliktes in der Ukraine) eigentlich Allgemeinwissen sein sollte:

Vor all diesen Hintergründen dürfen wir natürlich nicht vergessen, dass es auch in den USA ein breites Klientel dafür gibt, das sich eigentlich gegen ein zu starkes Europa gewandt hat, ohne es laut auszusprechen. Speziell für dieses Klientel kommt die Uneinigkeit Europas und das Setzen nationaler Prioritäten der europäischen Staaten gerade recht, während sich die Europäische Union dadurch selbst ausbremst und gefährdet.

Worte, bei denen man sich fragt, ob es 2015 überhaupt noch erlaubt ist, sie laut auszusprechen. Wissen Sie eigentlich, welche Konzerne am meisten für Lobbyarbeit in Brüssel ausgeben? Drei US-Konzerne: Microsoft, Phillip Morris und Exxon Mobile (siehe Lobbycontrol) – ohne das sich irgendjemand darüber aufregt, dass Nicht-Eu-Firmen massiv in die Gestaltung der Politik der EU eingreifen – geschweige denn, dass jemand als Protest dagegen den Dom in Köln verdunkelt.

Verstehen Sie nun, warum ein Jan Fleischhauer der Meinung ist, dass echte Religiösität (bzw. die faktische und theoretische Nichtanerkennung des Geld-Gottes) uns am meisten beunruhigt?

Und verstehen Sie jetzt, was die aktuellen „False-Flag“-Beschwörer motiviert, besonders gründlich hinzuschauen?

Die können sich halt noch daran erinnern, dass alle deutschen Medien in breiter Front die „Iraker klauen Babys aus kuweitischen Brutkästen“-Geschichte verteilt  haben – ebenso wie die Geschichte über die Massenvernichtungswaffen im Irak. Sie erinnern sich daran, dass die Hauptfinanziers des „Islamischen Staates“ die Freunde der US-Konzerne und der US-Oberschicht sind, ebenso erinnern sie sich daran, dass die „Taliban“ einst als Waffe der CIA gegen sowjetische Truppen in Afghanistan gefördert wurden.

Ist es vor diesem Bild wirklich verwunderlich, dass man skeptisch auf neue, „amtliche“ Versionen eines grauenvollen Attentats reagiert, das vor allem eins bewirken wird: die Kluft in Europa zu vergrößern. Pegida kann nun mit ungeahntem Auftrieb rechnen, „der Islam“ hat bewiesen, wie abgrundtief boshaft er ist – dank eines vergessenen Personalausweises.

Was jetzt zu tun ist, fragen Sie?

Aufgeben – wäre eine Alternative.

Die Zahl der lebendigen Demokraten scheint immer weiter abzunehmen, die Zahl der Idioten steigt an.

Auch wenn es jetzt „Pediga“-freundliche Leser stört: in einer Demokratie darf sich NIEMAND gegen die Ausübung einer Religion wenden, noch sollte sich der Staat in den Wettstreit der Religionen einmischen. Wir demonstrieren auch nicht für „Omo“ gegen „Dash“ (falls es diese Waschmittel meiner Jugend heute überhaupt noch gibt).

Auch wenn es „Pegida“-feindliche Leser stört: in einer Demokratie darf NIEMAND an der Äußerung seiner Ängste gehindert werden – auch dann nicht, wenn Linke ihn für rechts halten.

Und was ist jetzt mit Charlie Hebdo?

Es ist vollkommen unwesentlich, ob wir es hier mit einem Terrorkommando (arabischer?) Söldner des CIA zu tun haben oder mit frustrierten Jugendlichen, die – wie z.B. beim Massaker in Erfurt – ihren Frust mit Waffengewalt an ihrer Umwelt auslassen, dieser Anschlag trifft – viel besser, als es viele andere Ziele könnten – ins Herz des freien, aufgeklärten, intelligenten europäischen Menschen.

Für uns als Demokraten ist es wichtig, sich 2015 nicht davon abbringen zu lassen, Grundwerte der Demokratie zu verteidigen: das Recht auf Meinungsfreiheit – und das GLEICHWERTIGE Recht auf Religionsfreiheit.

Wir riskieren allerdings, dann zwischen alle Fronten zu geraten – weil die Macht des neuen Gottes schier unendlich ist. Wir sollten uns aber zuerst klar darüber werden, wo überall Fronten aufgebaut werden, die vor allem eins gemeinsam haben: die völlige Vernichtung der Demokratie, die Zersplitterung der Bevölkerung in kleine, kontrollierbare, sich ständig gegenseitig auch mit tödlicher Gewalt bekämpfende Teile.

Der Kampf, den Demokraten (und Menschenfreunde aller Art) 2015 zu kämpfen haben, wird jedoch nicht einfach sein: nichts anders als ein Gott ist unser Feind, ein neuer Herr der Welt, der alle Menschlichkeit zugunsten der Rendite vernichtet. Wie sehr er im Vormarsch ist, sieht man daran, dass zur Verkündigung von Hartz IV kein Dom das Licht gelöscht hat – obwohl es ein heftiger Schlag gegen zentrale Werte des christlichen Abendlandes war, ein harter Streich gegen … nie Nächstenliebe, die uns eigentlich so auszeichnen sollte und die nebenbei auch ein passender Wert für eine lebendige Demokratie wäre.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/charlie-hebdo-in-paris-nachruf-auf-die-getoeteten-karikaturisten-a-1011827.html

PS 1: den oben im Zitat erwähnten Artikel in der Washington Post habe ich nicht finden können, möglicherweise war jener hier gemeint:

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/04/30/AR2008043003258.html?nav=rss_world

PS 2: lesenwert der Spiegel-Artikel über die ermordeten, „links-liberalen“ Zeichner – er zeigt, wie viele Feinde die sich noch gemacht haben:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/charlie-hebdo-in-paris-nachruf-auf-die-getoeteten-karikaturisten-a-1011827.html

PS 3: zwei Videos, die ich benutzt habe, um mir mein Bild vom Tathergang zu machen – die Leute wirken auf mich nicht wie untrainierte Jugendliche, erst recht ihre sich gegenseitig absichernde Teamarbeit verblüfft mich. Vielleicht – irre ich aber hier.

 

 

 

Unbequeme Fragen zum Islamischen Staat … und dem Antiislamismus

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Mittwoch, 10.12.2014, Eifel. Es ist ja viel los dieser Tage. Viele Wissen schon gar nicht mehr, wofür oder wogegen man jetzt sein soll. Zum Beispiel den „Putin“ – ein Wort, dass in der deutschen Presse etwa so geringschätzig gebraucht wird, wie Charlie Chaplin in seinem Film der großen Diktatur den Begriff „die Dschuden“ (so habe ich das gebrüllte Genuschel verstanden) gebraucht: als Synonym für das wirklich absolut Allerletzte. Ist der Putin nun gut, weil er versucht, dass Beste aus seinem Land zu machen, dass unter Jelzin fasst zerbrochen wäre – und unter der Diktatur der Oligarchie fast ausverkauft worden wäre? Ist es nicht gerecht, wenn er sich langsam gegen die ständigen Brüche der Zusagen der Nato wehrt, nicht täglich weiter mit ihrem gigantischen Militärbündnis an die Grenze Russlands vorzurücken, weil die Bürger – aus langer geschichtlicher Tradition, die schon mit den Wikingern anfing (den „Rus“) –  langsam die Nase voll davon haben, immer als „Lebensraum im Osten“ für jedwede Okkupanten herzuhalten? Oder ist er der neue Hitler, der sich voller Wahn gegen eine Milliarde Natobürger stellt und lieber heute als morgen mit seinen 140 Millionen Bürgern gegen Paris marschieren möchte – ein landhungriger Diktator, den man sofort wie einen räudigen Hund erschießen sollte … so jedenfalls empfinde ich die Zielrichtung vieler Kommentatoren in den Medien. Manche von ihnen haben ihm ja sogar schon den Tod gewünscht, habe ich gehört (siehe Schweizmagazin).

Es ist ja aber nicht nur der Putin, der die westlichen Medien stört. Da gibt es noch etwas anderes, mindestens genauso gefährlich, genauso abscheulich, genauso widerlich: den ISLAM. Ich persönlich kann mich noch an Debatten mit Auslegern des Nostradamus erinnern, die mich Anfang 2000 vor der großen Gefahr des Islam gewarnt haben, der Europa überrennen würde. Nun – ich war ein wenig amüsiert: die damalige Speerspitze des Islam hatte weniger Soldaten als die italienische Polizei Polizisten – mal abgesehen davon, dass Italien allein ein Millionenheer aufstellen könnte, um Nordafrika – wie schon einmal – zu überrennen …. mal ganz abgesehen davon, dass die Prophezeiungen des Nostradamus hauptsächlich durch die Virtuosität seiner Ausleger lebendig bleiben.

15 Jahre später schaue ich verdutzt: überall in Deutschland finden Demonstrationen gegen die „Islamisierung Europas“ statt, die alten Feinde Israel und Iran bomben gemeinsam engagierte Gläubige in Grund und Boden, weil die einen eigenen Staat haben wollen, in dem Gerechtigkeit herrscht (ja – dafür marschieren die, wie alle Soldaten immer und überall: für das Gute, für die „Gerechtigkeit“. Die ist nur für jeden anders), für die USA ist sogar schon seit längerem der Kampf der Kulturen ausgebrochen, 1993 ausgerufen (damals waren viele überrascht: wie sollte man denn gegen eine Religion Krieg führen – und warum überhaupt?) ist er (welch´ Überraschung!) 2014 weltweite Realität: Irak, Afghanistan, Libyen, Jemen, Ägypten, Tunesien, Türkei, New York – überall tobt der Kampf gegen die wie aus dem Nichts aufgetauchten Muslime, die man dereinst wegen ihrer Passivität, Friedfertigkeit und Leistungsfremdheit verachtet hatte.

Ja – die Debatte haben alle jetzt schon vergessen, oder? In meiner Jugend noch wurde der Moslem in Deutschland verspottet, weil er dauernd am Beten war. Der kam gar nicht dazu, Fernsehen zu schauen, nahm keine Drogen, schaute keine Pornos, ging nicht ins Bordell, fuhr keine Luxusautos: der war ganz „unzivilisiert“, gerade gut genug für einfache Tätigkeiten, für die sich der deutsche Herrenmensch zu fein war. Was wurde damals das Christentum gelobt, die „überlegene“ Religion, die dem Westen überhaupt erst die Kraft gegeben hatte, so richtig mächtig zu werden: das war in den siebziger Jahren noch Inhalt des Religionsunterricht.

Wie konnte es nun geschehen, dass diese Religion – als wäre sie ein „Putin“ – zum Feind der Menschheit wurde?

Nun – die erste Erklärung ist ganz einfach: weil ein US-Wissenschaftler und Berater des Außenministerium 1993 den Islam als Feindbild entwickelt hatte – neben China wurde der als DER Feind der Zukunft dagestellt: für den militärisch-industriellen Komplex der USA mit seinen Millionen Arbeitsplätzen und unzähligen Bereicherungsmöglichkeiten für Abzocker jeglicher Art ein Segen. Die hatten nämlich schon Angst, dass ihr Business nach dem Ende des Kalten Krieges den Bach ´runtergehen würde: Waffenindustrien können in Friedenszeiten nicht wirklich reich werden.

Nun brauche ich – glaube ich – nicht näher erläutern, warum der Islam zu fürchten ist. Der entführt Menschen und köpft sie, verhüllt Frauen bis zur Unkenntlichkeit, schlägt Dieben die Hand ab und fällt in Form von motorisierten Horden über die zivilisierten Länder her – so jedenfalls die Darstellung in den Medien. Die alte Darstellung vom lebensuntüchtigen weltfremden Konsummuffel ist gänzlich verschwunden, die braucht niemand mehr.

Nun – in Deutschland tritt der Islam nicht so auf, aber hier konnte man auch schon mal erfolgreich die Geschichten verkaufen, dass „der Jude“ kleine Kinder entführt um aus ihrem Körperfett irgendwelche Salben zu brauen – die Methode der Entmenschlichung des politischen Gegners ist überall gleich.

Moment? Politischer Gegner?

Der Islam ist kein Staat, noch eine Partei – wie kann er politischer Gegner sein?

Das … wollen wir gar nicht wissen. Das sollen wir auch gar nicht fragen.

Und überhaupt: war nicht Religionsfreiheit ein ganz fundamentaler Grundsatz eines demokratischen Gemeinwesens? Wie kann es dann sein, dass wir anfangen, über „gute“ und „schlechte“ Religionen zu urteilen? Ist uns nicht bekannt, dass das Christentum auch sehr böse ist (alles voller Kinderschänder) ebenso wie das Judentum (alles voller Anlagebetrüger)? Nun – Judentum in Deutschland wurde mit „robustem Mandat“ entsorgt, obwohl es im Alltag feine, friedliche Menschen waren, deren Gott das Töten verbot: deshalb waren sie auch so friedlich, als sie ins Gas getrieben wurden. Christentum war sogar noch ein Pfund friedlicher, ist aber im Westen – mal abgesehen von seiner steuerfinanzierten Macht als Arbeitgeber – nahezu völlig in Bedeutungslosigkeit versunken. Gelegentlich hört man sich anstandshalber nochmal den Papst an (der erstaunlich weise und kritische Worte von sich gibt), aber sonst hat man die Religion großflächig abgeschafft.

Ist es eigentlich ein Geheimnis, warum die jungen Menschen – auch in Deutschland – zum Islam strömen?

Nein. In den Sphären der Wissenschaft weiß man, wo der Reiz der Religion liegt (siehe Frankfurter Rundschau):

Die Wissenschaftlerin sieht bei den mehrheitlich jungen Akteuren eine Bewegung, deren Größe sich dem Mangel an jugendkulturellen Beschäftigungsmöglichkeiten verdankt und dem Bedürfnis nach Kritik an den ungerechten Verhältnissen.

Wir hören hier erstaunliche Erkenntnisse, die leider in der politischen und medialen Beurteilung des Islam keine Rolle spielen:

„Ich finde, dass die jungen Salafisten in vielerlei Hinsicht Gemeinsamkeiten mit dem Punk haben, auch wenn das wohl beide Seiten nicht gerne hören“, sagt die Ethnologen. Beiden Gruppen gehe es um Provokation, um den Ausdruck persönlicher Kränkung und Enttäuschung. „Auch die Punks fühlen sich nicht korrumpierbar, haben ihren kapitalistischen Feind und bieten ein neues Lebensmodell an.“

Huch!

Der Islam als … weltweite antikapitalistische Bewegung? Hatten wir nicht auf mal jemanden, der meinte, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, ehe ein Reicher ins Himmelreich eingeht? Hatten wir nicht auch mal Menschen geachtet, die das Gelöbnis der ewigen Armut abgaben, um sich … „höheren Dingen“ zuzuwenden? Ist das so fremd?

Der Islam selbst – also: seine Theologen und geistigen Führer in Europa – verurteilen die Abscheulichkeiten der Bewegung „Islamischer Staat“ aufs Schärfste (siehe Goetheuniversität) und erlassen eine Fatwa (also: ein theologisches Urteil) gegen diese motorisierten Banden (siehe: sundaytimes). Wird in den meinungsführenden Medien des Westens kaum thematisiert – oder?

Wer bezahlt diese Bewegung eigentlich?

Nun – ursprünglich … Saudi-Arabien, Kuweit und Katar. Oder auch: Reiche. Meint jedenfalls die Tagesschau:

Die IS-Terroristen versorgen sich aus US-Militärbeständen, die die Amerikaner bei ihrem Abzug im Irak beließen. Sie kaufen auf dem Graumarkt weitere Waffen und Munition durch Gelder, die sie vor allem von reichen Golf-Arabern beziehen. In den sunnitischen Ländern gibt es etliche religiöse Stiftungen. Über diese Stiftungen fließen die Mittel direkt an die IS-Rebellen. Es gibt Reiche Golf-Araber – vor allem aus Saudi-Arabien, in geringerem Umfang auch aus Katar und Kuwait – die die Dschihad-Kämpfer bewundern. (Rechtschreibfehler habe ich einfach mal mit zitiert, um zu zeigen, dass bezahlte Medien da nicht besser sind als nicht bezahlte).

Finden wir eigentlich mal die Meldung in den Medien, dass die Golfstaaten den Terror finanzieren – jene Staaten, aus denen die meisten Attentäter des Anschlages vom 11.9.2001 stammten? Ja – die meisten stammten nach offiziellen Angaben aus Saudi-Arabien, weshalb logischerweise in Afghanistan einmarschiert wurde….

Demonstriert jemand gegen „Reiche“? Fordert die Abschaffung spritfressender Sport- und Geländewagen in Deutschland, mit deren Verbrauch der islamische Staat finanziert wird? Oder gibt es Demonstrationen gegen das Terrorregime in Saudi-Arabien (dessen diktatorische Herrscher beste Beziehungen zu den Oligarchen in den USA haben? Warum fragt keiner, wieso ein so straff geführtes Land wie Saudi-Arabien (die hacken dort auch Köpfe ab – ganz legal, offiziell, öffentlich und in zunehmendem Maße, siehe FAZ) seine Milliardäre nicht im Griff hat, die Terror in der islamischen Welt finanzieren – anstatt Gelder in soziale Projekte anständiger Moslems fließen zu lassen, von denen es unglaublich viele gibt? Wieso ist das Köpfen von Seiten der Bewegung IS eigentlich so viel schlimmer als des Köpfen von Menschen in jenen Ländern, die die IS finanzieren?

Wieso beschwert sich eigentlich niemand darüber, dass die USA Unmengen an Kriegsgerät im Irak liegen gelassen haben, dass nun Terrorbrigaden zu Ruhm verhilft? Wäre es vielleicht weise gewesen, den ungläubigen Saddam Hussein dort einfach weiter regieren zu lassen, als die ganze Region mit enormen Geldern von amerikanischen Steuerzahlen vollständig zu destabilisieren? Wäre es nicht interessant, mal zu erfahren, welche Spender in Saudi-Arabien genau die IS finanziert haben – und wie sie mit der Familie Bush aus den USA verknüpft sind?

Fragen über Fragen – auf die wir keine Antworten bekommen werden – obwohl sie unseren Herrschern vorliegen, siehe Zeit:

In der Tat, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union wissen seit Langem, dass die gekrönten Häupter von Kuwait, Qatar, den Emiraten und Saudi-Arabien alle Augen zudrücken, wenn superreiche Privatleute, salafistische Stiftungen und Moscheevereine sunnitische Gotteskrieger finanzieren

EU und USA wissen das … und drücken ebenfalls die Augen zu. Wieso eigentlich? Die Fakten sind erschreckend:

„Saudi-Arabien bleibt ein entscheidender Geldgeber von Al-Kaida, den Taliban und anderen Terrorgruppen“, urteilte laut Wikileaks bereits 2009 die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton. 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001 stammten aus dem Königreich, mittlerweile sind nach Schätzungen diverser Geheimdienste 3.000 bis 4.000 junge Saudis in Syrien auf heiligem Kriegspfad, die meisten in den Reihen der schwarzen Kommandos des Islamischen Staates (IS).

Die bauen sich da eine private Waffen-SS auf, die mit gleicher Brutalität vorgeht wie bei Fanatikern dieser Art üblich – und niemand protestiert gegen Saudi-Arabien? Oder bombadiert es? Jenes Land, das vor kurzem noch Frauen auspeitschen lies (150 Hiebe), wenn man sie beim Autofahren erwischte? (siehe Focus).

Nun – verbucht wird das jetzt alles unter der Parole „Kampf gegen den Islam“.

Wie wäre es eigentlich, wenn man den Kampf gegen den Islam … den anderen Religionen überließe? Ganz im Sinne der freien Marktwirtschaft? Wir haben hier eigene Anbieter auf diesem Gebiet  – in zwei Geschmacksrichtungen: Protestanten und Katholiken. Es wäre primär deren Aufgabe, um die Seelen ihrer Schäfchen zu ringen … und nicht Aufgabe des Staates oder selbsternannter Bürgerwehren, hier zur Tat zu schreiten, weil ihnen die Religion des Mitmenschen gerade nicht in den Kram passt und man seine Ausländerfeindlichkeit so gut auf eine Zielgruppe lenken kann.

Merken Sie, dass man – wie bei Putin – immer verwirrter werden kann, wenn man nicht einfach nur kopflos der neuesten Sau hinterher rennt, die hier durchs Dorf getrieben wird?

Unterm Strich bauen sich dort die Freunde von US-Präsidenten mit US-Waffen einen privaten Staat, um das Recht Saudi-Arabiens aufs Köpfen unbequemer Mitmenschen oder das Recht auf Sklavenhaltung in Katar (siehe Welt)  auch auf die Herrschaftsgebiete ehedem sozialistisch orientierter Staaten auszuweiten. Ja – Syrien und der Irak galten lange Zeit als enge Freunde des Warschauer Paktes, dessen Netzwerk seit dem Ende des Kalten Krieges konsequent weiter ausgerottet wird, um die Idee einer durch die Macht des Staates garantierten sozialen Gerechtigkeit ein für alle Mal völlig auszumerzen.

Ja – vergessen wir oft, oder? Ursprünglich waren die Sozialisten angetreten, die Ungerechtigkeit, die Folter, die Armut und die Unterdrückung der Menschheit durch die … nennen wir sie mal – Oligarchen … ein für alle mal zu beenden. Die Oligarchen jedoch haben – nach ersten Rückschlägen – wieder die Oberhand gewonnen.

Wieso finanzieren sie die IS, dulden sie, rüsten sie mit Waffen aus?

Nun – es war schon für die CIA (die sich durch aktuelle Entlarvungen über Folter mal wieder selbst als Terrororganisation jenseits aller Menschenrechte dargestellt hat, als unkontrollierbarer „Staat im Staate“ – siehe Spiegel. Angesichts der gelebten Moral dieser Behörde sollte man sich zurecht fragen, was die eigentlich sonst noch alles so verbrechen) immer nützlich, islamische Attentäterkommandos zu haben, die gegen „die Russen“ kämpften .. wie zum Beispiel Osama Bin Laden in Afghanistan. Ist in etwa so, als hätte man eine internationale SA, die immer dort zuschlägt – präzise, brutal und unaufhaltsam – wo man gerade Gegner vermutet. Und stattet man sie über arabische Freunde mit islamischen Fähnchen aus, zerstört man die Religion an ihrer Basis, was dazu führt, dass in Deutschland traditionelle unchristliche Amerikahasser auf einmal antiislamische Demonstrationen zur großen Verunsicherung von Politik und Justiz durchführen.

Verrückte Welt, oder?

Wobei die Motive der antiislamischen Demonstranten ähnlich sind wie die ihrer „muslimischen“ Feinde: man will soziale Gerechtigkeit (siehe Jan Fleischauer im Spiegel über die Motivation von „Pegida“)

Darf ich jetzt noch fragen, mit welchem Geld diese Demonstrationen in Deutschland organisiert werden? Wer da die Schläger des Westens zu schwarzen Kommandos umbaut … die ihren orientalischen Gesinnungsgenossen in der Tat auch im Outfit ähneln?

Nein – das wird zu unbequem. Wie immer, wenn wir die „die-Welt-ist-ein-lustiger-Ponyhof“-Version der Realitätsvorstellungen unserer Regierungs- und Konzernsprecher hinter uns lassen, droht uns hier eine Anklage wegen Verdacht auf Formulierung einer Verschwörungstheorie.

Oder ist das immer noch straffrei? Echt?

 

 

 

 

 

 

 

11.9.2001 – wie nine-eleven die Welt veränderte … und wie wir darauf reagieren könnten

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Donnerstag, 11.9.2014, Eifel. Können Sie sich heute noch an den 11.9.2001 erinnern – den ersten Tag der neuen Zeitrechnung? Also: ich kanns. Vormittags hatte ich während einer Geschäftsreise eine kurze Pause bei meiner Mutter gemacht. Während des gemütlichen Kaffeetrinkens kam ein Anruf ihrer Freundin: in Amerika würden überall Flugzeuge vom Himmel fallen und in Häuser stürzen.

Nun – ihre Freundin war auch schon etwas älter … also schalteten wir den Fernseher ein. In der Tat – ein paar Flugzeuge waren in Häuser gestürzt. Die Türme standen noch.

Ich hatte nicht viel Zeit, die Show zu genießen, mußte weiter nach Münster zur Messe und nach dem Rechten schauen.

Auf der Messe gab es etwas abseits einen großen Bildschirm an der Wand – hier liefen nur Nachrichten über die Ereignisse in New York. Es interessierten sich nicht viele dafür – das war aber normal. Immerhin war es Pharmaindustrie, die sich dort traf – Abteilung Medizintechnik – da interessiert man sich nicht für Menschen, sondern für Profit. Da nine-eleven nicht profitträchtig war, waren andere Geschäfte wichtiger.

An unserem Stand war nicht viel los, wir waren überbesetzt – das erlaubte mir, ab und zu einen Blick auf die Tafel zu werfen. Mir kam sofort der Gedanke, dass ab heute nichts mehr so sein würde, wie zuvor … einen Satz, den ich danach dutzendfach vernommen hatte. Alle hatten Recht damit: der Tag veränderte das Leben der Menschheit auf dem ganzen Planeten … wird nur selten drüber nachgedacht.

Gut – mit dem Denken hat es der Deutsche nicht so. Gehorsam, Disziplin, Nibelungentreue – das sind so seine Domänen. Frauenverachtung, Menschenjagd und Mobbing sollen auch gerne praktiziert werden. Kein Wunder, dass das Thema nine-eleven bei uns so langsam in Vergessenheit gerät, mehr berührt uns die Frage, wie „Wetten Das“ weitergeht: TV-Formate bestimmen für uns schon längst die Definition von „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“.

Dabei sind die Folgen von nine-eleven überall in Deutschland zu spüren.

Ein Beispiel?

Gern.

Der Bundespräsident Johannes Rau hatte am 11.9.2001 in Helsinki eine Rede gehalten, die sich direkt auf die Anschläge bezog: offenbar konnte er gut improvisieren. Seine Worte zeigen noch auf, wie außerordentlich weise und friedensorientiert dieses Land noch 2001 war. Lauschen wir seinen Worten ein wenig (siehe Bundespräsident):

Die Nachricht, die uns diese Leidensgesänge vermitteln wollen, ist älter als das Mittelalter und älter als unser Leben. Diese Nachricht heißt: Hass zerstört die Welt und Hass vernichtet Menschen. Darum geht es überall, in Finnland und in Deutschland, in Europa und in Amerika, im Nahen Osten und im fernen Asien: Dem Hass zu widerstehen und der Nächstenliebe Raum zu schaffen. Wer nicht hasst, sagt auch Nein zur Gewalt. Wer Nein zu Gewalt sagt, macht das Leben unserer Kinder erst möglich.

Das klingt weise, oder? Perfekt angemessen für einen weisen Bundespräsidenten, den Repräsentanten einer friedlichen, demokratischen Republik.

Wollen Sie wirklich wissen, was der heutige Bundespräsident so von sich gibt? Die Süddeutsche beschreibt seine Position kurz und knapp (siehe Süddeutsche):

Deutschland habe jahrzehntelang die gebotene Zurückhaltung gezeigt. Dies müsse sich ändern, meint Bundespräsident Gauck. Es solle mehr zur Lösung internationaler Konflikte beitragen – notfalls mit Kampfeinsätzen der Bundeswehr.

Auch in der aktuellen, brandgefährlichen Krise um die Zustände in der Ukraine gießt der Ost-Pfarrer gerne „Öl ins Feuer“ (siehe Süddeutsche): aus dem Friedensamt ist ein Kriegsamt geworden, das gerne die militärische Führung im Land übernimmt.

Welch ein Unterschied zu dem Demokraten aus dem alten Westen! Ich weiß natürlich nicht, ob der Unterschied nur aus der sozialistischen Sozialisation entstanden ist – oder nur aus Befolgung der Direktiven jener Akteure, die für die Möglichkeit, dass ein Gauck Präsident der Bundesrepublik Deutschland wird, hauptsächlich Verantwortung tragen, in dem sie Großdeutschland überhaupt erst wieder möglich gemacht haben.

Johannes Rau rief zum Kampf gegen den Hass auf – zum Kampf für Nächstenliebe. Das wäre ein Kampf für wahre Helden. Wir haben uns für etwas anderes entschieden: für den Weg der Feiglinge. Wir sagen JA zur Gewalt … und zerstören so das Leben unsere eigenen Kinder.

Seitdem ist einiges möglich geworden: wir überfallen andere Länder. „Wir“ – das ist auch die Bundeswehr, die in Afghanistan mit dabei war. Die Lüge hat Einzug gehalten in die Politik – sogar die große Lüge, die Lüge der Diktatoren und Wahnsinnigen, die unter Vortäuschung falscher Tatsachen andere Länder überfallen – früher hätte man so etwas nur einem Hitler zugetraut, heute erleben wir dassselbe bei großen Demokratien.

Hass zerstört die Welt – Hass vernichtet Menschen.

Unter dem Stichwort „Guantanamo“ haben wir erleben dürfen, wie eine demokratische Nation bewusst und absichtlich – also voll verantwortlich für das, was da geschieht – einen rechtsfreien Raum schafft, um Folter an wilkürlich festgesetzten Menschen wieder möglich zu machen: eine Terrorherrschaft der besonderen Form hat sich vor unseren Augen etabliert, weltweit sind Häscherkommandos im Einsatz, um Futter für das rechtsfreie Lager auf Kuba zu finden – und niemand stört sich daran, noch fragt man sich: was ist eigentlich in die Amerikaner gefahren?

Nun – was in die Amerikaner gefahren ist, ist das gleiche, was in die Deutschen gefahren ist: die Angst vor Hass. Neue Gesetze haben den Hass in den USA erlebbar gemacht – sogar ein neuer Sport hat sich entwickelt: „swatting“ hetzt harmlosen Zeitgenossen paramilitärische Einsatzkommandos auf den Hals – aus Spaß (siehe Spiegel).

Ja – nine-eleven war für Bin-Laden ein voller Erfolg: er hat die USA in einen Polizeistaat verwandelt. Merken Sie, dass wir uns für diese Sichtweise überhaupt nicht mit „Verschwörungstheorien“ auseinandersetzen müssen? Nine-eleven hat der großen Demokratie USA einen Todesstoß versetzt: schlimmer als durch die eigene Regierung wurden noch nie die Bürgerrechte eingeschränkt, der „Patriot Act“ gab FBI und CIA weitreichend Befugnisse … bezüglich Abhörmaßnahmen, Konteneinsicht und Einsatzgebieten (siehe Wikipedia).

Wer wurde da wirklich Feind der Bürger? Wer sähte den Hass im eigenen Land?

Und wie geht es den Bürgern sonst so – in einer Kriegswirtschaft? Ihre Leiden steigern sich in ungeahntem Ausmaß, aber Dank der Allgegenwart der Sicherheitsbehörden behält man die Kontrolle über die Massen, die man zur Not ohne Gerichtsbeschluss verhaften kann. Kommen Sie doch mal mit, begleiten Sie mich bei einem Besuch im US-Landwirtschaftsministerium, das für die Lebensmittelmarken zuständig ist (siehe usda.gov): 2001 wurden 17 Millionen Lebensmittelmarken ausgegeben, um das Verhungern der Ärmsten zu verhindern. 2013 sind es bereits 47 Millionen … ein Anstieg von über 275 Prozent!

Sehen so Sieger aus?

Und sonst? Wie siehts sonst auf der Welt aus?

Lauschen wir dazu Stefan Kuzmany, der heute ein paar Worte zum Jahrestag von nine-eleven im Spiegel veröffentlicht hat (siehe Spiegel):

Die alte Angst lauert wieder in den Nachrichten aus aller Welt, an einem Tag wie heute kann man sich um viele Jahre zurückgeworfen fühlen. Der Nahostkonflikt scheint unlösbarer, der islamistische Terror bedrohlicher denn je, und man kann schon froh sein um jede Stunde, in der im Osten der Ukraine niemand er- oder abgeschossen wird. Dafür entsteht dort gerade ein neuer Eiserner Vorhang, und bildmächtig präsentiert die Bundeswehr deutsche Kampfjets in Lettland, eine Alarmrotte zum Einsatz gegen eindringende russische Flieger. Vor zwanzig Jahren schloss die Nato eine „Partnerschaft für den Frieden“ mit Russland, von der ist längst keine Rede mehr, im Gegenteil: Die Jahre der Annäherung scheinen wie weggewischt, im Radio läuft wieder „Land of Confusion“ und im Baltikum spielen sie „Top Gun“.

Wie es aussieht, hat der „Kampf gegen den Terror“ den Terror richtig stark und die USA richtig schwach gemacht … jedenfalls ihre Bürger, die jederzeit mit Hungersnöten und SWAT-Terror rechnen dürfen.

Partnerschaft für den Frieden? Nur noch interessant für „Sozialromantiker“ und „Putinisten“ – neue Schimpfwörter aus der verbalen Waffenkammer der Apostel des Hasses, die – wenn wir Johannes Rau da mal folgen wollen – die Welt zerstören, die Menschheit vernichten und das Leben unserer Kinder unmöglich machen.

Neue politische Gestaltungsmöglichkeiten haben sich ergeben – und werden genutzt. In Zeiten einer großen Krise in der Ukraine macht man … gemeinsame Manöver mit einer Regierung, deren Legitimität angekratzt ist (siehe Spiegel): aus der Partnerschaft für den Frieden sind deutliche Signale einer Kameradschaft für den Krieg geworden. Aber noch schlimmer: der Triumph des Hasses über die Nächstenliebe gebiert täglich neue Ungeheuer – hören wir nochmal Herrn Kuzmany dazu:

Gerade hat der US-Präsident Barack Obama seine Nation und mithin die westliche Welt auf einen neuen Krieg gegen den Terror eingeschworen, diesmal muss der sogenannte „Islamische Staat“ vernichtet werden, eine entfesselte Horde, die mit ihrer Wucht und verrohten Grausamkeit selbst al-Qaida in den Schatten zu stellen scheint.

„Eine entfesselte Horde voller verrohter Grausamkeit“ … mit dieser mythischen Sprache sind wir jenseits der Menschlichkeit im Reich der Hobbits und Orks angekommen. Darf man fragen, welche Ungeheuer nach dem neuen „Krieg gegen den neuen Terror“ geboren werden?

Nein, darf man nicht. Eine weitere Folge von nine-eleven ist: der Bevölkerung ist es bei Strafe durch völlige soziale Ächtung verboten, Wahrheitstheorien über politische Abläufe zu bilden, den Auslegungen und Deutungen der politischen Wirklichkeit durch die jeweils jeglichem Lobbyismus offen zugänglichen Regierungsvertretern ist kritiklos Folge zu leisten.  Oder – einfacher gesagt: Verschwörungstheorien sind böse. Dabei sind Verschwörungstheorien von heute immer die Skandale von morgen und die lehrreichen Fundstücke der Geschichte von übermorgen. Aber: per Erlass des US-Präsidenten (bzw. durch seine mündliche Anordnung) ist jede Kritik an der Regierungsmeinung extrem unerwünscht … deshalb dürfen wir auch nicht weiter nachfragen, warum ein John McCain überall dort auftaucht, wo staatliche Strukturen destabilisiert werden, ebenso wenig werden wir uns über die Seidenstraßenstrategie der USA informieren (es sei denn, jemand googelt jetzt).

Alle halten sich an diesen öffentlichen Maulkorberlass, der Wahrheitsfindung zum Entschlussakt der Regierung werden läßt. Kein Wunder: den Regierungen in aller Welt gefällt so eine Haltung.

Wir brauchen aber auch keine Verschwörungstheorien, um unsere Schlussfolgerungen zu ziehen. Wer definitiv seit 13 Jahren die Welt mit Terror überzieht, ist die Regierung der USA. Das ist Fakt und wird auch nicht geleugnet. Den gleichen Terror erleben wir im Inneren der USA – er erreicht gerade wieder in Fergusson einen neuen Höhepunkt. Einmärsche in fremde Länder, gezielte Eskalationsstrategien, Einmischungen in innere Angelegenheiten, tausendfacher Drohnenmord: das geht alles ganz öffentlich vor sich, da ist nichts geheim, nichts verborgen. Ebensowenig bleibt irgendetwas den Spionen der NSA verborgen, das mussten wir bitter lernen.

Aber: nein, wir fragen auch nicht nach, warum die allmächtige NSA überhaupt nichts von den Absichten Bin Ladens erfahren hat.

Was wir machen – wir Deutschen – seit dem 11.9.2001? Wir haben verstanden!

Wir haben verstanden, dass Mächte des Hasses die Welt überfluten, Mächte, denen wir infolge gezielter Desinformation völlig hilflos gegenüber stehen … und deshalb verkriechen wir uns zu Hause in unsere vier Wände (siehe Spiegel):

In ihrer Freizeit verlassen die meisten Deutschen laut „Freizeit-Monitor“ das Haus lieber nicht. Fernsehen ist immer noch Lieblingsbeschäftigung, außer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Seit dem 11.9.2001 – und seit den daraus resultierenden Entwicklungen – haben die Deutschen verstanden, dass sie keine Chance haben zu verstehen, was auf einmal da draußen los ist, draußen, in der Welt jenseits ihrer Haustür, wo sogar schon Arbeitslose als Volksfeinde vogelfrei gestellt werden. Schauen Sie sich mal an, wie sich die Demonstrationskultur in Deutschland seit dem 11.9.2001 verändert hat: sie ist fast völlig erloschen. Wer sich trotzdem auf die Straße traut, muss damit rechnen, massiv persönlich angegriffen zu werden.

Noch ein Beispiel, wie der Hass seitdem die Welt regiert? Bitte, lesen Sie (siehe Zeit):

Deutsche Polizisten sind weit davon entfernt, wie ihre US-Kollegen mit gepanzerten Fahrzeugen und Granatwerfern auf Streife zu fahren. Doch die Haltung, mit der die Beamten den Bürgern gegenübertreten, ändert sich. Ein Polizist mit gezückter Dienstwaffe könnte bald ein gewohntes Bild werden.

„Was beim Friseur der Kamm ist, ist bei uns die Waffe“, sagt ein Berliner Polizeiausbilder. Er bringt den Polizisten in der Ausbildung und später beim Schießtraining bei, dass sie ihre Dienstwaffe früher ziehen sollen, erklärt er.

Noch ein paar Jahre, dann sind auch die mit Granatwerfern und Panzerwagen auf Streife. Keine Sorge – war früher in den USA auch undenkbar, allein die Kosten wären zu hoch gewesen …. erst recht aber die Gefahren für Unbeteiligte: die Achtung vor ihnen hätte den Einsatz unpräziser Granatwerfer undenkbar sein lassen.

Was wäre wohl gewesen, wenn wir – nur als Deutsche – 2001 wohl dem Herrn Rau gefolgt wären … und uns gegen den Hass entschieden hätten? Wir hätten die Gandhis der Welt werden können – anstatt die Söldner in einem verlorenen Anti-Terror-Kampf, der das amerikanische Volk in die Hungersnot trieb, das Ansehen der USA ins Bodenlose sinken läßt  und ständig neue Terrorungeheuer gebiert – eins schlimmer als das Andere.

So jedoch ist aus der Welt der Nächstenliebe eine Welt des Hasses geworden … und wir werden alle dafür einen hohen Preis bezahlen.

Das tun wir schon jetzt.

Die große Hoffnung für uns? Das es wirklich eine Hand voll Verschwörer waren, die die Welt ins Chaos stürzen wollte. Die kann man isolieren und verhaften und den alten Kurs des partnerschaftlichen Miteinanders fortsetzen, der Wirtschaft und Demokratie wachsen und gedeihen läßt. Wäre ein schwerer, blutiger Weg – aber gangbar.

Wenn wir Pech haben, ist es nur menschliche Dummheit, die unseren Weg diktiert – dann ist das Ende unabwendbar.

Es sei denn, wir kehren um und werden weise wie Johannes Rau, Mahatma Gandhi oder Christus persönlich. Letzterer hat – im Angesichts der Schrecken des römischen Imperiums – eine generelle Abkehr von der Kultur des Hasses empfohlen.

Leider auch vergeblich.

 

Krieg mit Russland – Deutschland voran!

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Dienstag, 4.8.2014. Eifel. Vor einhundert Jahren begann der erste Weltkrieg. Wann, weiß man nicht mehr so genau. Am 26. Juni geschah das Attentat in Sarajevo, am 26. Juli erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, am 1. August kam Deutschland hinzu. Eigentlich wollte keiner den Krieg. Er „passierte“ einfach so. Ist halt so mit Kriegen: man wacht morgens auf – und auf einmal ist Krieg. Jedenfalls erzählt man uns das gerne so, weil es einfach ist – und die Menschen lieben einfach Dinge. „Wer war Schuld – wer gehört bestraft – fertig!“ – so ist die eingeübte deutsche Denkweise. Man findet sie gut, bis man im Schützengraben liegt, angeschossen von den „Bestraften“, die ihre Schuld einfach nicht einsehen wollen – und auch nicht mögen, dass man auf sie schießt.

Voller Begeisterung sind die jungen Menschen damals in das bis dahin größte Massaker der Menschheitsgeschichte gezogen – wegen eines Terroranschlages in Serbien. Ein vergleichbarer Terroranschlag geschah in jüngster Zeit: der Abschuss der malaysischen Passagiermaschine verführte schon erste deutsche Politiker von deutschen Soldaten in der Ukraine zu träumen (siehe Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff in der Welt). Natürlich erstmal als Blauhelme – aber wenn die dann auch beschossen werden?

Bezeichnenderweise ist Vladimir Klitschko von der Münchener Sicherheitskonferenz mit einer entscheidenden Botschaft in die Ukraine zurückgekehrt (siehe FAZ):

Nach seiner Rückkehr aus München hat der ukrainische Oppositionsführer Vitali Klitschko die protestierenden Ukrainer zur Bildung von Bürgerwehren „in jedem Hof, in jedem Bezirk“ aufgerufen.

„Wollt ihr den totalen Krieg?“ – so könnte man das übersetzen. Man hätte ja auch mit friedlichen Botschaften aus der Sicherheitskonferenz kommen können – immerhin ist es eine Sicherheitskonferenz und kein Kriegsrat. Oder ist das jetzt die von dem in der Ukraine regierenden Milliardär Poroschenko geforderte westliche Hilfe (siehe N 24)? Übrigens herrscht dieser Milliardär jetzt ganz allein – die Regierung ist vor einiger Zeit zurückgetreten (siehe MDR) – ein Umstand, dem die deutschen Leitmedien kaum Aufmerksamkeit widmen. Wie herrscht eigentlich so ein Milliardär ohne Regierung? Ist das Land jetzt wieder eine Diktatur?

Die Botschaften der deutschen Leitmedien sind klar und eindeutig: Putin ist der Böse, Putin muss bestraft werden – und die ganzen Russen gleich mit ihm. Krieg ist angesagt – zumindestens ein Wirtschaftskrieg. Das zumindestens erklärt uns Wolfgang Münchau im Spiegel und verweist darauf, dass Wirtschaftssanktionen die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mittel sei. Von ihm erfahren wir auch, warum dieser Krieg eigentlich geführt wird:

In der Ukraine sind es nicht in erster Linie lokale Rebellen, die gegen die Zentralregierungen in Kiew kämpfen, sondern vor allem eingeschleuste russische Militärs. Wenn Putin seine Leute und sein Material aus der Ukraine abziehen würde, wäre der Kampf dort schnell beendet.

Ach so – eingeschleuste russische Millitärs. Na – das geht ja gar nicht.  Jedenfalls nicht, wenn Putin das macht. Beweise für diese Verschwörungstheorie sind bislang noch nicht vorgelegt worden, dafür aber Hinweise auf andere Interventionstruppen. Die Bildzeitung meldete am 4.5.2014, dass Dutzende Agenten von FBI und CIA der jetzt nicht mehr vorhandenen Regierung in Kiew bei der Niederschlagung des Aufstandes in der Ostukraine helfen. Ob die auch jetzt Poroschenko beim Regieren helfen? Am 7.5.2014 meldete der Spiegel, dass auch Söldner von privaten US-Firmen eingesetzt werden:

400 US-Söldner sollen in der Ostukraine gegen die Separatisten kämpfen. Das berichtet „Bild am Sonntag“ und beruft sich dabei auf Geheimdienstinformationen. Die Kämpfer kommen demnach vom Militärdienstleister Academi, früher bekannt als Blackwater.

Kann es sein … das Putin nur reagiert hat? Ach – ich vergaß: das darf man ja in Deutschland nicht mehr fragen. Schnell ist man ein „Putin-Versteher“, ein „Verschwörungstheoretiker“, „Neurechts“ oder wie die aktuellen Synonyme für „geisteskranker Untermensch“ noch gerade lauten. Freie Rede ist im Krieg nicht mehr erwünscht: Gleischritt ist gefordert. „Europäer im Gleichschritt mit den USA“ – so sieht es der Tagesanzeiger aus der Schweiz, der auch die Reaktion Russlands benennt:

Das Aussenministerium in Moskau sprach von einem «primitiven Racheversuch», da sich offenbar die Ereignisse in der ­Ukraine nicht nach Obamas Vorstellungen entwickelten. «Erpressung werden wir nicht dulden, wir behalten uns das Recht auf Gegenmassnahmen vor.

Ja – es sind zum ersten Mal auch russische Privatfirmen betroffen. Was haben die eigentlich mit dem Konflikt in der Ukraine zu tun, in der nach Informationen aus Geheimdienstkreisen FBI. CIA uns US-Söldner unterwegs sind – aber nur der Verdacht besteht, dass Russland ebenso handelt? Natürlich wehrt sich Russland gegen diese Aktionen: immerhin operieren schon US-Streitkräfte (darf man das so nennen?) in der Ukraine, ohne das Russland Sanktionen ausspricht. Dem Westen (also: uns) drohen jetzt höhere Energiepreise, siehe Spiegel:

Als Konsequenz der neuen internationalen Sanktionen gegen Russland hat das russische Außenministerium höhere Energiepreise für Verbraucher in Europa angedroht. Die Strafmaßnahmen der EU seien ein „unbedachter, unverantwortlicher Schritt“, der unausweichlich zu höheren Preisen auf dem europäischen Energiemarkt führen werde, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Den verarmten Rentnern in der EU steht ein tödlicher Winter bevor. Kümmert aber keinen, Hauptsache: der Krieg läuft weiter.

Gibt es keine Vernunft mehr im Westen? Hat der Kriegswahn alle mit sich gerissen?

Nein. Es mehren sich die Stimmen auch konservativer Sicherheitspolitiker, die eine Wiederholung von 1914 sehen, siehe Spiegel:

In der Ukraine-Krise warnt ein Kreis erfahrener Sicherheitspolitiker vor einer versehentlichen Eskalation zwischen Russland und dem Westen. Das Londoner European Leadership Network, ein Netzwerk prominenter Sicherheitspolitiker, forderte am Donnerstag, die Kommunikation und gegenseitige Transparenz auf beiden Seiten zu verbessern. Andernfalls steige das Risiko ungewollter Zusammenstöße. 

Was dort erwähnt wird, klingt fürchterlich und erschreckend:

„Es gab bereits mehrere Beinahe-Zusammenstöße. Es muss dringend etwas getan werden, um deren Wahrscheinlichkeit zu verringern. Die Führungen der Länder brauchen zudem mehr Entscheidungszeit, insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer noch Tausende Atomwaffen auf beiden Seiten in Alarmbereitschaft sind“

Welche Beinahe-Zusammenstöße? Warum hören wir davon nichts? Weil das erste Opfer des Krieges immer die Wahrheit ist? Wer genau hat seit wann Atomwaffen in Alarmbereitschaft? Sind die Herren mit den teuren Anzügen und fetten Diäten noch ganz dicht? Warum erfahre ich von solch einer Bedrohung in einem Nebensatz – und nicht auf der Schlagzeile eines jeden Magazins und einer jeden Zeitung?

TAUSENDE VON ATOMWAFFEN IN ALARMBEREITSCHAFT!!! – so etwa wünsche ich mir die Nachricht.

Auch Deutschlands Altkanzler Helmut Schmidt meldet sich zu Wort – siehe eineweltdiplomaten:

Altkanzler Helmut Schmidt warnt uns eindringlich: Die Ukraine-Krise verschärft sich immer weiter. Ich halte nichts davon, einen dritten Weltkrieg herbeizureden. “Aber die Gefahr, dass sich die Situation verschärft wie im August 1914, wächst von Tag zu Tag.” Die Kommissare verstehen nichts von Weltpolitik. Die EU mischt sich zu sehr in die Angelegenheiten anderer Staaten ein. “Das jüngste Beispiel ist der Versuch der EU-Kommission, die Ukraine anzugliedern”, sagte er.

Ein Putinversteher? Ein Verschwörungstheoretiker? Ein neurechter Spinner? Oder nur einer, der aufgrund seines Alters noch weiß, dass der Krieg der Feind der Menschheit ist – nicht der Putin. Wer klärt mich über die Aktivitäten der EU-Kommissare auf, die die Ukraine heim ins Reich holen wollen? Was machen die eigentlich sonst noch so hinter unserem Rücken? Gibt es möglicherweise ganz andere Ursachen für die Krise in der Ukraine? Stürzen wir wieder in einen Weltkrieg, weil kompetenzlose Bürokraten und Diätenkönige Gott spielen wollen?

Nun – möglicherweise ist alles noch viel schlimmer – und gar nicht so einfach zu verstehen.

Es ist Zeit, sich an einen Artikel von Heiko Schrang zu erinnern, der am 22.1.2014 bei Wallstreet-online erschienen ist.

Wir wollen uns aber hier nicht die Puppen, die auf der Bühne ihre Rolle spielen, anschauen, sondern die, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Milliardär George Soros, der in der westlichen Welt hohes Ansehen genießt. Am 16.12.2013 erschien im russischen online-Journal strategic-culture.org zu diesem Thema ein Artikel, geschrieben vom amerikanischen Journalisten Wayne Madsen, der seinesgleichen sucht:

„Seit der die Welt mit seinen Hedgefonds ausraubende George Soros im Bündnis mit dem CIA-Strategen Gene Sharp als Demokratiebewegungen getarnte, manipulierte Unzufriedene auf den Straßen anfälliger Staaten gegen die jeweilige Regierung demonstrieren lässt, weil die Neokonservativen der USA mit ihrem „Project for the New American Century“ (PNAC, dem Projekt für ein neues US-amerikanisches Jahrhundert) die ganze Welt unterjochen wollen, richtet die interventionistische US-Außenpolitik auch schon begehrliche Blicke auf die Ukraine.“

Darf man so etwas heute noch sagen – über ein halbes Jahr später? Will das überhaupt noch jemand hören? Folgen wir Heiko Schrangs Wunsch, seine Meinung umfangreich zu teilen und zu verbreiten – und  zitieren noch ein wenig mehr aus seine kurzen Artikel, hinter dem ein ganzes Buch steckt (Die Jahrhundertlüge, Macht-steuert-Wissen-Verlag 2013):

Bei genauer Betrachtung gibt es Parallelen zwischen dem arabischen Frühling und den Ereignissen in Kiew. Anhand der Organisation (Transparente, Handzettel etc.), die teilweise identisch sind, nur in verschiedenen Sprachen verfasst wurden, lässt sich sehr gut erkennen, dass dort die gleiche Handschrift verwendet wird.  Auch das jüngste in Kiew aufgeführte Schauspiel wurde wieder von der professionellen CIA-Hydra „Endowment for Democracy“ (eine Stiftung „zur Förderung der Demokratie“) inszeniert, die von Soros finanziert und von Sharp dirigiert wird.

Das ist eindeutig Verschwörungstheorie. Das sollte uns aber nicht interessieren. Uns sollte interessieren, ob es WAHR ist. Hier wäre der erste Arbeitsbereich der EU – oder eines Sonderausschusses des deutschen Bundestages, an dem mal nur jene Abgeordneten teilnehmen sollten, die nicht über die Atlantikbrücke oder die Münchener Sicherheitskonferenz mit dem militärisch-industriellen Apparat der USA in Verbindung stehen. Der Ausschuss sollte sich auch – möglichst vor Kriegsbeginn – mit den westlichen Agenten und Söldnern in der Ukraine beschäftigen – und mit den startbereiten Atomwaffen.

Nun – Wallstreet:online ist eigentlich ein seriöses Finanzportal. Wahrscheinlich darf man solche Artikel deshalb dort schreiben. Mag sein, dass da nur ein Spinner schreibt … aber können wir als demokratische Zivilgesellschaft wirklich riskieren, das Risiko auszuschließen, dass Superreiche sich mit List und Tücke neue Märkte erschließen – und wie im Fall der Ukraine von Superreichen ohne Regierung geführt werden? Ist das Leben auf einmal ein Ponyhof geworden?

Und was kommt da auf unsere Kinder zu?

Hören wir dazu den Politologen Herfried Münkler im Spiegel, der sich vehement hinter die Forderung des aktuellen Bundespräsidenten stellt, im Ausland militärisch aktiver zu werden:

Bei Gaucks Forderung geht es um zwei Dinge. Erstens: Deutschland kann sich bei Krisen nicht mehr so stark raushalten. Die USA konzentrieren sich zunehmend auf den pazifischen Raum. Das bedeutet mehr Verantwortung für Deutschland.

„Verantwortung“ hört sich gut an. Gemeint ist: „Germans to the front“. Der Krieg gegen Russland muss mit starker deutscher Beteiligung geführt werden, weil die USA sich auf den Krieg mit China vorbereiten? Nun – die Bundeswehr hat sich schon jetzt Maßnahmen zur Rekrutierung von frischem Kanonenfutter einfallen lassen:

Die Klasse 9b der Arthur-Kießling-Oberschule aus Königsbrück in Sachsen konnte sich über einen ersten Preis freuen: Eine Woche bei den Panzertruppen im Ausbildungszentrum Munster. Ein Karriereberater der Bundeswehr stellte das Preisausschreiben an der Schule vor und schließlich nahm die Klasse mit voller Begeisterung teil.

Haupt- und Realschulabschlüsse kann man an der Arthur-Kießling-Oberschule machen. Vielleicht sollte man den jungen Kriegern auch mal Bilder von echten Kriegen zeigen: zerrissene Leiber, amputierte Gliedmaßen, verbrannte Körper, zerschossene Gesichter (auch ohne Unterkiefer kann man noch leben) – nur, damit die nicht denken, sie seien auf Abenteuerurlaub in einem Pfadfinderlager – oder auf einem Ponyhof mit Panzern. Ich habe da ein schönes Bilderbuch aus dem Verlag 2001, dass voll ist mit Aufnahmen aus den letzten Weltkriegen – könnte ich mal suchen und der Klasse zur Verfügung stellen. Angesichts der startbereiten Atomraketen wären auch Bilder von Hiroshima und Nagasaki lehrreich.

Wäre „Kriegskunde“ oder „Friedenserziehung“ nicht auch mal ein hilfreiches Unterrichtsfach? Könnte man jungen Menschen nicht einfach mal beibringen, wie man in den Frieden zieht – anstatt in den Krieg?

Aktuell häufen sich täglich die Meldungen über die fortschreitende Kriegsgefahr, so zum Beispiel im Spiegel vom 3.8.2014:

Die Nato reagiert auf die von ihr so genannte „russische Aggression“: Generalsekretär Rasmussen will Manöver verstärken und lässt neue Verteidigungspläne ausarbeiten.

Wen verteidigen wir denn da jetzt wirklich? Dubiose Milliardärsspielchen?

Erinnern sie sich noch an die „Beinahe-Zusammenstöße“, die nach Meinung erfahrener Sicherheitspolitiker schon mehrfach vorgekommen sind? Das Neue Deutschland berichtet, dass die Nato vom 11.9.-28.9. das Manöver „Rapid Trident“ im Westen der Ukraine durchführen will – beginnend am Jahrestag von „nine-eleven“:

Die US Army Europe und das ukrainische Heer leiten das Manöver, an dem rund 1300 Soldaten aus 16 Nationen teilnehmen sollen. Es soll auf dem fast 400 Quadratkilometer großen Truppenübungsplatz bei Javoriv unweit von Lviv stattfinden. Neben Armenien, Aserbaidshan, Bulgarien, Kanada, Georgien, Großbritannien, Lettland, Litauen, der Republik Moldau, Norwegen, Polen, Rumänien, Spanien, der Ukraine und den USA soll auch Deutschland Militärs schicken.

Schön langsam durchlesen: britische, deutsche, spanische, polnische Soldaten unter anderem unter ukrainischem Kommando.

Die kombinierte Land- und Luftwaffenübung gehört zu einem ganzen Programm, das seit 2003 abgearbeitet wird. Initiiert ist es vom US European Command. Es hat sein Quartier in Stuttgart.

Ganz schön langfristig geplant, will mir scheinen.

Aktuell meldet der Spiegel ein laufendes russisches Großmanöver mit über 100 Kampfjets, die die Bekämpfung von Luft- und Bodenzielen üben, heute bringt der Spiegel um 6.05 Uhr die Meldung, dass Russland seine Soldaten im Grenzgebiet verdoppelt hat.

Die Chance auf „Beinahe-Zusammenstöße“ wächst täglich – und beide Seiten steuern mit Volldampf aufeinander zu.

Und wenn es kracht, sind die Deutschen ganz vorne mit dabei. Die USA haben anderes zu tun – wie wir ja jetzt wissen.

Und Sie meinen wirklich, es sei heute morgen ganz wichtig, zur Arbeit zu gehen? Wirklich?

Ich habe meine Zweifel, dass ihr Job Sie vor der Zwangsrekrutierung schützt. Vielleicht sollten wir lieber wieder zu einer alten Weisheit zurückkehren: erst fragen, dann schießen – oder Friedensdienst einführen anstatt Kriegsdienst.

Aber wie es aussieht, läßt sich der Automatismus des Krieges nicht mehr aufhalten. Schade auch. War eine schöne Welt.

 

 

 

 

Neues aus der Ukraine? Fracking in Deutschland wird nationale Bürgerpflicht, Lügenteppich wird dicker, Journalisten verjagt.

Neues aus der Ukraine? Fracking in Deutschland wird nationale Bürgerpflicht, Lügenteppich wird dicker, Journalisten verjagt.

Samstag, 21.6.2014. Eifel. Meinen Kindern versuche ich beizubringen, dass lügen die menschliche Gesellschaft zerstört. Alles menschliche Miteinander beruht auf Vertrauen  – die Lüge jedoch zerstört genau dies. Wo die Lüge herrscht, beginnt auch die Herrschaft der Waffe, weil das Vertrauen in den Frieden verloren gegangen ist. Mit Wahrheiten zu leben ist anstrengender – vor allem für Kriminelle jeder Art. Dafür erzeugt die Wahrheit Tranzparenz, Offenheit, Vertrauen, Sicherheit, Frieden und Gerechtigkeit – normal Standards für Nicht-Kriminelle.

Meine Erziehung scheitert schon daran, das innerhalb der Familie „interessierte Kreise“ die Lüge als Standard darstellen: „machen doch alle“. Ja – natürlich ist die Lüge Standard geworden. Dort, wo der Egoist als menschliches Standardmodell entworfen und gefördert wird, weden Tür und Tor für die Lüge geöffnet: der Egoist ist kein Gemeinschaftswesen. Er ist Nutznießer der Vorteile des Gemeinwesens, bezieht seine Millionen gerade aus der Existenz der auf Vertrauen basierenden Solidargemeinschaft, vernichtet sie aber gezielt, um seinen Vorteil zu erhalten. Ist von Staat und Wirtschaft so gewollt – und wird zwangsläufig zum Ende unserer Sozialordnung, unseres Gemeinswesens, unserer Gemeinden und Familien führen.

Eine zu lange Vorrede? Nein. Ich wurde gebeten, einen Artikel über die Ukraine zu schreiben. Das tue ich gern – immerhin interessiert mich auch brennend, was dort geschieht. Auch meine Kinder könnten in der nächsten Schlacht um Stalingrad auf offenem Feld verrecken, wenn die Politik den Brandherd Ukraine nicht unter Kontrolle bekommt – und die Politik zeigt sich in den letzten Jahrzehnten reichlich undemokratisch, siehe Spiegel:

Syrien, Irak, Iran: Wenn es dem Westen nützt, verrät er die Grundsätze der Demokratie. Diese neokoloniale Politik hat, zugespitzt gesagt, die Terrortruppe Isis erst hervorgebracht. Zeit für eine neue Ordnung – ohne Nationalstaaten.

Ein lesenswerter Artikel von Georg Diez … der auch noch andere Aspekte unserer gegenwärtigen politischen Kultur anreißt:

Das Ergebnis dieses Denkens ist dann so ein Billionen teurer Murks wie der Irakkrieg von George W. Bush, eine Geldvernichtung von unvorstellbarem Ausmaß, vor allem aber eine Teufelssaat für all das, was danach kam: „Nation Building“ als eine blutige Strafaktion in einem Teil der Welt, in dem die „Nation“ immer weniger ein Versprechen als eine Drohung war, eine Erinnerung an den Imperialismus und seine Verbrechen.

Georg Diez schreibt gar nicht über die Ukraine. Er schreibt über den „Westen“ und die Idee des „Nationalstaates“, dessen Abschaffung man wirklich mal diskutieren sollte. Ich möchte mit nur die Brille des „Nation Building“ ausleihen – denn das geschieht gerade in der Ukraine. Ja – diese Aussage traue ich mir noch zu … danach wird es dunkel, das Reich der Lügen beginnt.

Zu Anfang einer Entwicklung kann man die Lügen noch erkennen, weil sie unsortiert kommen und kleine Widersprüche aufweisen. So war es für mich leicht, zu erkennen, dass tödliche Gewalt auch von den Maidan-Demonstranten ausging, sie waren nicht die hilflosen Opfer. Das Magazin Monitor hat den Gedanken nachher aufgegriffen und mit weiteren Belegen erhärtet.

Die Berichte über westliche Söldner beschränkten sich Anfangs auf einen einzigen Italiener, später wurde offenbar, dass in Kiew CIA und FBI „Beratungen“ durchführen und private Firmen 400 Mann ins Land geschickt hatten. Ab dem Moment änderte sich alles: die Kriegsführung der Kiewer Regierung wurde effizienter, brutaler – und undemokratischer. Außerdem verdichtete sich das Lügengespinst so weit, dass es immer schwerer war, es zu durchdringen: die Profis begangen ihre Arbeit.

Was geschieht nun wirklich dort?

Nun – wie vor Monaten vermutet, setzt die Regierung in Kiew schwere Artillerie gegen friedliche Demonstranten ein. Das scheint ein Fakt zu sein. Den Artilleriebeschuss bestätigt der Spiegel, aber welches Ausmaß er erreicht, bleibt unklar. Der Artikel zeigt auch, wie schwierig die Lage geworden ist: die meisten Journalisten haben das Kriegsgebiet verlassen – und die verbliebenen russischen Journalisten werden gezielt gejagt:

Vor Wochen sorgte in Russland der Fall von zwei „Lifenews“-Mitarbeiter für Aufsehen, die tagelang vom ukrainischen Geheimdienst verhört wurden. Nach der Freilassung gaben sie an, gefoltert worden zu sein. In dieser Woche machte die Festnahme von Reportern des TV-Senders Swesda (russisch für Stern) Schlagzeilen, der dem Moskauer Verteidigungsministerium gehört. Sie wurden im ukrainischen Fernsehen vorgeführt. Sie hatten Blutergüsse im Gesicht. Offenbar unter Druck verlasen sie Erklärungen, sie hätten sich diese selbst zugefügt, bei einer „Schlägerei im Suff“.

Den Deutungen des Herrn Bidder, das alle russischen Journalisten Agenten Putins sind, möchte ich hier nicht weiter nachgehen. Das es Zivilisten sind, die sich gegen die Zustände in Kiew auflehnen, scheint durch einen Korrespondenten der Sunday Times bestätigt zu werden, siehe Neopresse:

ich möchte hier keine Position vertreten, sondern einfach von dem berichten, was ich gesehen habe. Man sagt, es sind Terroristen, und dass sie Waffen und Finanzierung von Russland erhalten. Aber das ist nicht wahr. Zumindest im Moment nicht. Es sind überwiegend ganz gewöhnliche Menschen ohne jegliche Militärerfahrung.

Ich möchte nicht über die Unterstützung mit Geld und Waffen von Russland reden, ich möchte über das reden was ich selbst gesehen habe, über die Menschen des „Bataillon Ost“, dass in Donbass als das Coolste gilt. Ich kann nicht bestätigen, dass diese Menschen gut bewaffnet sind, und dass darunter russisches Militär ist. Und noch etwas, man hat so viel über die Tschetschenen gesprochen, die habe ich lange gesucht.

Ich möchte hinzufügen, wirklich erschreckend ist die Tatsache, dass dort ganz einfache Menschen zu den Waffen gegriffen haben. Ich weiss nicht welche Informationen sie haben, aber ich habe ganz gewöhnliche Menschen gesehen. Das waren keine Militärs. Der Zeitpunkt ist gekommen und sie haben die Initiative ergriffen. Da waren Bergarbeiter und normale Leute.

Ein britischer Journalist, nach eigenen Angaben von Russen als russenfeindlich eingestuft.

Einfache Menschen, die sich – wie damals auf dem Maidan – gegen ein schreckliches Regime zur Wehr setzen, dass ausländische Journalisten foltert? Ein harter Vorwurf – den wir mal überprüfen wollen. Nehmen wir zur Überprüfung einfach mal die „Gesinnung“ einiger Vertreter der Regierung in Kiew. Als Quelle nehmen wir nicht die vielen Berichte aus „alternativen“ Medien, sondern das Leitmedium des politischen Deutschlands – den Spiegel:

Filmaufnahmen zeigen den Außenminister am Samstag in Kiew mit Demonstranten, die vor die russische Botschaft gezogen waren, manche von ihnen vermummt. Sie kippten Fahrzeuge um, sie warfen mit Eiern, Scheiben gingen zu Bruch. Die russische Flagge wurde von ihrem Mast gerissen und dort die ukrainische gehisst.

Außenminister Deschtschytsja eilte zur Botschaft, um eine Erstürmung des Gebäudes zu verhindern. „Ich unterstütze die Proteste“, sagte der Außenminister. Er sei bereit, mit den Demonstranten „hier zu stehen und zu fordern: Russland raus aus der Ukraine“. Eine Frau spricht ihn an, fragt, ob Putin nicht ein „Chuilo“ sei, ein obszönes Schimpfwort, das sich am ehesten mit „Schwanzgesicht“ übersetzen lässt. „Jaja“, antwortete der oberste Diplomat der Ukraine, „Putin ist ein Chuilo.“

„Botschaften“ sind heilige Orte. Es ist im Prinzip russisches Hoheitsgebiet, dass dort angegriffen wurde – aus solchen Erwägungen heraus haben die USA ja auch Marineinfanteristen zum Schutze ihrer Botschaften in denselbigen stationiert. Als Außenminister applaudierend dabei zu stehen und den Besitzer der Botschaft ein „Schwanzgesicht“ zu nennen, zeigt mehr als deutlich, dass die Repräsentanten der neuen Ukraine mit den Prinzipien demokratischer und ziviler Wertekultur nichts gemein haben.

Doch damit nicht genug.

Auch Regierungschef Arsenij Jazenjuk trat schon mit Ausfällen in Erscheinung, die die Spaltung des Landes noch vertiefen können. Am Sonntag veröffentlichte die ukrainische Botschaft in den USA auf Englisch ein Statement des Premiers zum Tod der Flugzeuginsassen beim Abschuss in Luhansk. Er pries sie als Helden, die ihr Leben verloren hätten bei der Verteidigung des Landes, ihre Gegner schmähte er dagegen als „subhumans“ – „Untermenschen“. Gemeint waren sowohl Russen als auch Ukrainer aus dem Osten, die gegen die Regierung in Kiew kämpfen.

Das Wort „Untermenschen“ wurde später zu „Unmenschen“ „verbessert“ … im Prinzip jedoch sind Unmenschen noch schlimmer als Untermenschen. Untermenschen sind wenigstens noch menschlich, Unmenschen jedoch … na ja, denen drohte schon immer und überall der Tod.

Nur vor dem Hintergrund macht es Sinn, eine Übersetzung aus alternativen Medien hinzuzuziehen, hier „Hinter der Fichte“ mit einem Apell von Igor Strelkow:

„Der Gegner bombardiert massiv Kramatorsk und benutzt dazu Artillerie auf dem Berg Karatschun und in der Nähe der Wasserversorgungswerke zwischen Slawjansk und Kramatorsk (sie haben eine Stellung dort). Es gibt zahlreiche Opfer und Feuer in der Stadt. Sie bombardieren die Industriegebiete und die Wohngebiete. Die Bevölkerung ist in Panik. Kramatorsk hat solch massiven Artilleriebeschuss noch nicht erlebt. Die Objekte der Milizen werden ausgespart, die Angriffe richten sich nicht gegen sie, um die Zehntausende zur Flucht nach Rußland zu zwingen. Völkermord und ethnische Säuberung in ihrer klarsten Form. 

Harte Worte. Vor dem Hintergrund der Gesinnung der Kiewer Regierung macht es Sinn, sie zur Kenntnis zu nehmen – doch Igor Strelkow ist selbst kein unbeschriebenes Blatt, siehe Süddeutsche:

„Strelkow“ bedeutet auf Russisch so viel wie „Schütze“ und ist ein Pseudonym. Ende April identifizierte der SBU Strelkow als Igor Girkin, 44 Jahre alt, russischer Pass 4506460961, wohnhaft in der Moskauer Schenkurskij-Passage 8b. Dort bestätigten seine Nachbarn dem Kiewer Fernsehsender TSN, dass Girkin dort wohne und Soldat sei. Auch Girkins Stellvertreter bei den Separatisten bestätigte seine Identität. Dem SBU zufolge reiste Girkin Ende Februar aus Moskau auf die Krim, von dort aus in die Ostukraine mit dem Auftrag, die Lage zu destabilisieren.

Also sind nicht nur CIA, FBI und ehemalige Blackwatersöldner dort aktiv, sondern auch die Gegenseite. Allerdings kann diese Information auch eine Lüge sein – immerhin stammt sie vom ukrainischen Geheimdienst SBU.

Harmlos? Nein – stimmt die Aussage des SBU haben wir hier eine direkte Konfrontation der Supermächte, bzw. ihrer exekutiven Organe. Politik macht man mit diplomatischen Organen, Krieg mit Exekutivorganen – oder hauen sie Ihrem Nachbarn auch erstmal ordentlich auf die Fresse, wenn sie mit ihm reden wollen?

Was wir noch sehen können, ist: der Wille zum Krieg. Er ist da – auf beiden Seiten. Wer ist der Angreifer, wer der Verteidiger?

Kaum noch auszumachen. Angeblich gibt es auch schon Aussagen von einem ukrainischem Verteidigungsminister, der Konzentrationslager eröffnen und 250000 Ostukrainer umsiedeln will … da ich kein Russisch spreche, kann ich das nicht verifizieren.  Zuzutrauen wäre es der Kiewer Regierung halt – denn wie man mit Untermenschen umgeht, wissen wir z.B. in Deutschland ganz genau.

Kann uns egal sein, sagen Sie?

Nein – der Krieg in der Ukraine hat schon längst auf Deutschland übergegriffen, die Spaltung der Welt in „gut“ und „böse“, die Vorbereitung des großen Endkampfes der Erbfeinde und auf ewig von der Geschichte zur Gegnerschaft aufgerufenen Parteien zeigt auch in Deutschland fürchterliche Früchte …. zum Beispiel darin, dass sich jetzt die NATO gegen deutsche Bürgerinitiativen wendet, die „Fracking“ verurteilen (siehe z.B. Spiegel):

„Ich habe Verbündete getroffen, die berichten können, dass sich Russland als Teil seiner ausgeklügelten Informations- und Desinformationstätigkeiten aktiv mit sogenannten Nichtregierungsorganisation engagiert – also Umweltschutzorganisationen, die gegen Schiefergasförderung vorgehen“, sagte Rasmussen am Donnerstag auf einer Veranstaltung in London.

Schon die Wortwahl ist abenteuerlich und völlig verantwortungslos.

Der Hintergrund? Die Nato stellt auf Kriegswirtschaft um. Man will unabhängig werden vom Gas der Schwanzgesichter, Unmenschen und Untermenschen, denen bekannte und vom Westen sehr hoffierte ukrainische Politiker schon mal mit der Atombombe gedroht haben … obwohl die gar keine besitzen (siehe Neopresse). Kommt es zum Krieg, muss das russische Gas ersetzt werden – darum wird „Fracking“ jetzt allererste Bürgerpflicht und harmlose, unpolitische Umweltaktivisten damit automatisch zu Putins fünfter Kolonne.

„Zufällig“ werden die Gasleitungen Richtung Westen auch schon mal gesprengt (siehe Spiegel), die Täter werden wohl auf immer unerkannt bleiben. Sinn macht die Sprengung für alle, die Krieg wollen.

Mag sein, dass das der letzte Artikel zum Thema Ukraine ist, den ich mit gutem Gewissen schreiben kann. Es wird schwieriger, den Lügenteppich so zu lüften, dass man sich noch ein gerade noch verantwortbares Bild machen kann. Noch wenige Monate, dann sind die Lügen so dicht gestrickt, dass niemand mehr der Wahrheit nahe kommen kann.

Und darum wissen wir, dass wir wieder in einem Krieg sind … dessen erstes Opfer immer die Wahrheit ist. Wir wissen, dass der Westen die Grundsätze der Demokratie verrät, wenn es ihm nützt … was heißt, dass wir real Strukturen haben, die – wie auch immer – die demokratischen Sicherungen der Staaten unterlaufen haben. Kriegstreiber treten in aller Öffentlichkeit auf, selbst in höchsten Ämtern.

Der böse Geist des Menschenschlachtens wittert Morgenluft – und ein kleines You-Tube-Video aus Slawjansk mag aufklären, wer mal wieder Kriegsziel ist: der normale Bürger (siehe „Slwajansk, Spuren des Krieges“ auf russland.ru) – wie schon seit hundert Jahren.

Verschwörung gegen die Freiheit

Die Dokumentation von Elmar Theveßen deckt das Ausmaß der Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten und den Branchenriesen der Telekommunikations- und Computerbranche auf.

ZDF, Teil 1 von 2

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Ein gewagtes Plädoyer für die Teilnahme an Montagsdemos.

Mittwoch, 20.5.2014. Eifel. Die Welt steht am Rande eines Abgrundes, der tiefer ist, als alle anderen Herausforderungen, die sich die Menschheit je stellen musste – jedenfalls seit der Eiszeit.

Wahnsinnige Wissenschaftler verseuchen die Umwelt mit Genprodukten, die alle Bauern dieser Welt in die Abhängigkeit einer Hand voll renditeorientierter Konzerne zwingt – ohne das überhaupt jemand weiß, wie das System Natur letztlich auf diesen Eingriff reagiert.

Wahnsinnige Geschäftsleute bringen die Volkswirtschaften an den Rand der völligen Vernichtung, nur noch „Rentenkürzungen“ – der „Volkssturm“ der europäischen Wirtschaft – konnten die Katastrophe abwenden … blöd nur, dass die Geschäftsleute ihre Mauscheleien weiter betreiben dürfen.

Wahnsinnige Politiker haben durch aktive Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Landes eine für verbannt gehaltene Weltkriegsgefahr heraufbeschworen – und für hunderte von Toten gesorgt, die zum Teil elendig verbrannt wurden, auf deutscher Seite ist da die CDU mit ihrem Kanditaten Klitschko zu nennen – oder die Kanzlerin Merkel, die der ukrainischen Putschregierung auf einer Rede im Londoner Parlament Beistand in allen Lebenslagen versicherte und schon mal Inspektoren der Bundeswehr in Zivil losschickte, um die Kampfkraft der neuen Verbündeten zu analysieren.

In Deutschland selbst – der Heimat von Klitschko und Merkel – werden Unternehmer von Unternehmensberatungen seit 2013 vor einem breiten Kaufkraftverlust der Bevölkerung gewarnt, in den Datenbänken der Jobcenter lagerten schon letztes Jahr 42 Millionen Datensätze (womit das arbeitsfähige Volk bald vollständig durchleuchtet ist: die Jobcenter sind ermächtigt, selbst privateste Daten zu erheben) und die seit der Wirtschaftskrise gleichgeschaltete Presse hat in der Ukrainekrise alle Masken fallen gelassen und zum Sturm auf den Präsidenten einer Atommacht geblasen, der sich in deutschen Medien Beleidigungen, Schmähungen und Unterstellungen anhören muss, für die die schreibende Zunft in Deutschland selbst vor Gericht gelandet wäre, hätte sie sich dies bei einem deutschen Politiker erlaubt.

Von all dem erfahren wir jedoch nicht viel. Journalismus ist brotlose Kunst oder zu der enorm bereichernden Kunst der „Public Relations“ geworden, „Nachrichten“ ähneln mehr Werbung für politische Parteien oder gesellschaftlichen Umbauphantasien von Unternehmerverbänden und Konzernverbünden, Kritik jeder Art ist als „Wehrkraftzersetzung“ verpönt wie seit dem Dritten Reich nicht mehr.

In dieser Situation fangen nun einige Menschen an, sich Montags auf Straßen zu versammeln. Erste Motivaton ist: einen Krieg verhindern … jenen Krieg, den die Mächte dieser Welt laut Altkanzler Schmidt gerade versehentlich herbeireden – und der dann auch wirklich eintreten könnte.

Man sollte meinen: das wäre ja erstmal zu begrüßen. Einen Nuklearkrieg, wie ihn die US-Armee seit nine-eleven führbar gemacht und seit 2006 auch im Detail durchgespielt hat (siehe Chossudovsky zur Übung Vigilant Shield o7 in: das Szenario eines Dritten Weltkrieges, Kopp 2012, Seite 98 – 104. Der Link zum betreffenden Artikel in der Washington Post funktioniert allerdings momentan nicht) sollten wir uns – neben allen anderen Katastrophen – wirklich nicht noch leisten.

Doch was geschieht?

Nicht die wirtschaftliche Katastrophe, die Einmischung von deutschen Regierungsparteien in innere Angelegenheiten fremder Länder, die drohende Kriegsgefahr ist das Problem in Deutschland, sondern die Tatsache, dass Jutta Ditfurth „Neurechte“ bei den Demos gesehen hat (siehe z.B. TAZ). Sie engagiert sich täglich im Kampf gegen diese unglaublich große Gefahr – und ihre Facebookseite entwickelt sich zu einem Dokument größter Peinlichkeit, wenn die engagierten Diskutanten die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands in die Ecke der „Neurechten“ stellen oder öffentliche Distanzierungen der Redner von faschistischen Gedankengut als „das übliche bla-bla“ abtun: hier kann man einen inhumanen, methodisch unsauberen Abgrund studieren, an dem Goebbels selbst seine helle Freude gehabt hätte – wohlgemerkt: bei Juttas Freunden … nicht bei den Montagswachen.

Es ist besonders enttäuschend, dass eine ehedem linke Grüne – die mit ihren Büchern vom kapitalistischen Kulturbetrieb direkt profitiert und ohne diesen nicht leben könnte – eine solche Bewegung ins Leben ruft, denn: gerade sie sollte sich daran erinnern, dass die gleiche Kritik, die jetzt an den Montagsdemos geübt wird, derzeit an den Grünen geübt wurde … und – wenn ich an die Berliner Grünen der Gründerzeit denke – auch zurecht. Aber: nur weil Nazis ein paar grüne Gedanken hegten und die Grünen für sich instrumentalisieren wollten, sind die Grünen keine Nazipartei (auch wenn sie die ersten waren, die wieder völkerrechtswidrig Bomben aufs Ausland geworfen hatten). Gleiche Erscheinungen gab es auch in der Piratenpartei, ähnliche Versuche, politische Bewegungen zu kapern wird es auch in Zukunft geben … nur heißt das nicht, dass diese Bewegungen an sich jetzt durch und durch faschistisch sind … wie es Jutta Ditfuhrt samt Anhängerschaft mit verbaler Gewalt zu beweisen sucht.

Natürlich geht man publizistisch einen guten Weg, der Erfolg verspricht. Man benutzt bei der Kritk der Montagsdemos eingeübte Schlagworte, die man von den PR-Agenten des Kapitalismus geliehen hat, um die schon mal im Rücken zu haben, ganz beliebt ist das Wort „Verschwörungstheoretiker“, dass inzwischen in Deutschland synonym für „geisteskrank“ gebraucht wird – eine Argumentation, die ebenfalls von Goebbels stammen könnte: wer gegen den Kapitalismus ist (oder halt gegen den Nationalsozialismus) kann nur geistig krank sein – im Ostblock dachte man ähnlich, was den Kommunismus anging.

Natürlich könnte man der Argumentation folgen … wenn wir wirklich in den letzen fünfzig Jahren KEINERLEI Anzeichen für illegale Regierungs- oder Konzernarbeit gehabt hätten. Natürlich können wir uns eine Menschheit denken, die ausschließlich nach dem Motto lebt: „edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ – und sofern uns unsere Anschauung täglich Beispiele dafür liefert und wir umgeben sind von friedlichen, kooperativen, hilfsbereiten, menschenfreundlichen Wesen die immer nur alles zum Wohle der Allgemeinheit tun, könnten wir jegliche Art von Theorien über Verschwörungen zu Recht von vornherein ablehnen – nur zeigt uns die alltägliche Geschichte, dass der Mensch anders ist – und wenn ich Frank Schirrmacher folge, dem Mitherausgeber der FAZ, dann ist dieser Alltag von Militärs und Wissenschaftlern bewusst gestaltet worden (siehe Frank Schirrmacher, EGO: Spiel des Lebens, Karl-Blessing-Verlag 2013).  Da es sich hier um die Aufdeckung einer Verschwörung (bzw. um die Aufdeckung gezielter Steuerungsmechanismen von Wissenschaft, Politik und Konzernwirtschaft zum Zwecke der Umsatzmaximierung) handelt, war die Kritik aus dem „vulgär-konservativen“ Lager auch so heftig, dass es „Verrisse“ von Leuten gab, die das Buch noch gar nicht gelesen haben konnten – so sehr hat es den ordentlichen Betrieb gestört (siehe Jakob Augstein im Spiegel).

Nur ein kleines Beispiel, wie ein Wort zu einer Waffe werden kann … und auch warum. Die Nutznießer des Systems Kapitalismus wollen natürlich unter allen Umständen verhindern, dass die Mechanismen, die ihre Fleischtöpfe füllen, öffentlich detalliert beschrieben werden – sie sollen weiter ungehindert laufen: wie schön, wenn man sich dann wieder mal der Öffentlichkeit als Held präsentieren kann, der die Welt vor der Wiedergeburt der NSDAP rettet … mit Methoden, die dieses Ungeheuer selbst erst groß gemacht hat.

Was aber nun die größte Verschwörungstheorie von allen angeht – NINE-ELEVEN – so wundert es mich, dass hier ein Teppich des Schweigens drübergelegt werden soll – ein Teppich, den George Bush jr. persönlich angeordnet hatte und der von amerikanistisch geprägten Netzwerken gratis in großen Mengen verteilt wird. Reinweg als durch das ockhamsche Rasiermesser geprägter Wissenschaftstheoretiker muss ich sagen, dass ein durch den militärisch-industriellen Komplex der USA (wir können sie auch „ultrarechte Kreise“ nennen – ähnlich der P2-Loge, die ähnliches in Italien praktiziert hat) inszenierter Anschlag WENIGER Hyptothesen verlangt als die regierungsamtliche Theorie.

Sehe ich dann, dass diese Regierung bzw. der militärisch-industrielle Komplex der USA enorm durch den Anschlag gewonnen hat, durch tausende von Drohnenmorden (= Hinrichtungen ohne Anwalt, Anhörung des Angeklagten und Urteil eines legitimierten Gerichts, durchgeführt vom Geheimdienst) und durch Massenbespitzelungen selbst engster Verbündeter eine für ein solches Manöver notwendige Degeneration der Geisteshaltung bewiesen hat, gleichfalls auch demonstrierte, dass sie zur Durchführung von Angriffskriegen die Weltgemeinschaft in großem Umfang belügen würde – dann halte ich die Erstellung alternativer Theorien zum „Bin-Laden-Szenario“ für dringend gegeben – im Prinzip ist das sogar die zentrale Aufgabe eines jeden Journalismus, der seine Aufgabe als Vierte Macht im Staat ernst nimmt.

Ein kleiner Blick nur auf Staatsmorde – direkt einer ultralinken Seite entnommen, dem Sozialismus.net:

Die Strategie der Spannung wurde vom zivilen Auslandsgeheimdienst der USA, dem CIA, konzipiert und erfüllt einige wichtige Aufgaben im Kampf gegen den „Kommunismus“. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf den Aufschwung der Linken zu bremsen, indem Terroranschläge organisiert oder unterstützt werden und diese dann der radikalen Linken zugeschoben werden. Mit Bomben und anderen Terrormaßnahmen wird die Bevölkerung in permanente Angst versetzt und so bereit sein, einen Teil ihrer persönlichen Rechte für das Versprechen größerer Sicherheit aufzugeben, und schließlich die „starke Hand“ des Staates akzeptieren.

Der 12. Dezember 1969 ist der Beginn der „Strategie der Spannung“ in Italien. Auf der Piazza Fontana in Mailand explodiert, am Höhepunkt der ArbeiterInnen – und Jugendbewegung, eine Bombe. Dieses Attentat ist der Auftakt zu einer Serie von Bombenanschlägen, denen hunderte Menschen zum Opfer fallen werden. Wie schon bald eindeutige Beweise zeigten, wurde der Terroranschlag von FaschistInnen der Terrororganisation Ordine Nuovo (Neue Ordnung) ausgeführt. Der Geheimdienst legte falsche Spuren und höchste Polizei- und Geheimdienstkreise lenkten die Ermittlungen nach links. Es wurde sofort gegen AnarchistInnen ermittelt, wenige Tage später, auch einige von ihnen verhaftet.

12 Personen, welche mit diesem Fall zu tun hatten, begehen Selbstmord oder erleiden tödliche Unfälle. Ein Anarchist „fällt“ bei der Einvernahme aus dem Fenster im 3. Stock, der Polizeikommissar wird während den Ermittlungen ermordet. Auch der Rechtsanwalt und Geheimdienstagent Vittorio Ambrosini starb. Er hatte zwei Tage vor dem Attentat an einer Einsatzbesprechung der TerroristInnen teilgenommen. Er informierte den damaligen Innenminister Franco Restivi, dass der Anschlag von Ordine Nuovo ausgeführt wurde und nannte 15 FaschistInnen – er stürzte Tage später aus dem 7.Stock einer Klinik, in welcher er sich einer medizinischen Behandlung unterzog. Gianadelio Malett, ehemaliger Geheimdienstchef, belastet den CIA in Zusammenhang mit dem Massaker durch seine Aussage vor Gericht massiv

Darf einem das bekannt vorkommen – als lange eingeübtes „Muster“?

Darf ich an diese „ollen Kamellen“ noch erinnern – die weite Teile der deutschen Linken geprägt hatten? Auch weite Teile der Grünen … denen deshalb „Antiamerikanismus“ unterstellt wurde? Alles schon vergessen? Oder fällt das jetzt auch unter den Bann des Tabus, alternative Theorien zur Regierungsmeinung zu formulieren?

Wie weit ist unser Demokratieverständnis eigentlich schon degeneriert, wie unkritisch sind wir eigentlich geworden, dass wir einer Philosophie gehorchen, die Regierungserklärungen als UNANTASTBARE WAHRHEIT akzeptieren? Wieviel Geld muss man Linken eigentlich zahlen, damit die an solchen Bewegungen des Unmenschentums teilhaben?

NATÜRLICH gehen auch Nazis zu den Montagsdemos (die gehen aber auch nach Aldi, zum Fußball und zum Karneval). Natürlich findet man da auch Leute, die gar nicht merken, dass ihre Kapitalismuskritik schleichend in Judenkritik umgewandelt wird – so wie auch noch weniger merken, dass alles Reden vom „Zionismus“ seinen Ursprung in den „Protokollen der Weisen von Zion“ hat – jetzt wage man aber mal, das offen in Deutschland auszusprechen, dass all die engagierten Linken mit ihrer wohlgemeinten Israelkritik auf altfaschistischen Pfaden wandeln, in dem sie heute beweisen, wie toll es gewesen wäre, wenn man die bösen Juden so vollständig ausgerottet hätte, wie der Führer es vorhatte: es gäbe gar kein „Usrael“, das Palästinenser quälen könnte.

Der größte Triumph der altfaschistischen Kreise in Deutschland war gerade die Verknüpfung von Antisemitismus im Gewande der Israelkritik als „Antizionimus“, der heute breite Schichten in Deutschland erreicht … und nebenbei völlig außer Acht läßt, dass dort eine Glaubensgemeinschaft ums Überleben kämpft, die in Europa fast völlig ausgerottet worden wäre (was jetzt ihre Methoden nicht legitimieren soll – aber bei der Urteilsfindung schuldmindernde Berücksichtigung finden darf, anstatt beständig völlig ausgeblendet zu werden).

Nazis – gehen im übrigen auch mal auf Gewerkschaftsdemos, führen Aktionen gegen Hartz IV durch, plädieren für soziale Gerechtigkeit … sogar Hitler selbst hatte Hunde und Kinder lieb. Weder soziale Gerechtigkeit, noch Hunde und Kinder werden dadurch faschistisch … es sei denn, man befindet sich selbst in einem pseudolinken Herrenmenschenwahn, der getrieben wird duch die (für Frank Schirrmacher plausible) Haltung des EGO: „an meinem Wesen soll die Welt genesen“.

Wir haben – als deutsche Wirtschaftsgemeinschaft, als europäische Wirtschaftsgemeinschaft und vor allem als Weltwirtschaftsgemeinschaft gravierende Probleme. Existenzielle Problem, verursacht durch eine Wirtschaftsform, die nicht den Menschen und die Gemeinschaft als Ziel und Zweck ihres Daseins sieht, sondern das Gewinnstreben des Einzelnen – das hemmungslose Gewinnstreben des Einzelnen.

Wir haben andere Probleme als eingebildete Neurechte, die die Weltherrschaft durch Montagsdemos übernehmen wollen … aber diese Montagsdemos stoßen natürlich jenen übel auf, die an den laufenden Übeln gut verdienen – und sei es nur durch Bücher, die diese Übel beschreiben und durch deren Vermarktung durch kapitalistische Systeme man ein gutes, arbeitsfreies Leben genießen kann.

Was hindert einen eigentlich daran, auf diese Demos zu gehen, und genau dort einzuhaken, wo der Kurs nach ultrarechts geht? Auch Hitler hat Kapitalismuskritik betrieben (wie es allerdings jeder an Selbsterhaltung interessierte Humanist ebenfalls tun würde) … aber dann ganz schnell „Kapitalismus“ mit „Judentum“ gleichgesetzt. Natürlich gibt es reiche Juden – aber die machen nicht die unpersönliche, mechanistische Gewalt einer Wirtschaftsordnung aus, die mehrheitlich absolut von Nicht-Juden getragen wird. Würde Gott selbst morgen alle Juden aus dem Schöpfungsprogramm löschen … es würde sich nichts ändern. Gar nichts.

Und die Kritik an dem Geschäftsgebahren der Wallstreet mit dem Siegel „neurechts“ zu versehen, ist schon eine Wirklichkeitsverzerrung, die ihresgleichen sucht – obwohl Hitler die gleiche Kritik hatte. Aber der mochte ja auch Hunde, wodurch nicht jeder Hundefreund zum Nazi wird.

Und darum ist es eigentlich erste Bürgerpflicht, zu diesen Montagsdemos hinzugehen als aufgeklärter Demokrat. Wie schön wäre es, wenn Jutta Ditfuhrt nicht herummäklend mit peinlichen Aluhut in der Ecke stehen würden, um in übler Stasimanier Berichte über die Versammlungen anzufertigen (die – ganz neu jetzt – alle zu Jutta Ditfurth geschickt werden sollen), sondern selbst durchs Land reisen würde, um mit den Leuten dort zu reden. Die paar echten Nazis wären schnell verscheucht: die Leute, die dort hin gehen, wollen Frieden. Und – wie ich höre – darf dort jeder seine Meinung sagen. Wunderbar: das ist Sinn und Zweck einer Demokratie.

Es ist ein sehr abstruser Weg, eine Aktion demokratischer Meinungsäußerung zu dämonisieren, weil dort auch – vermeintliche und echte – Nazis sind.

Sollen wir etwa auch die Europawahl absagen, weil dort rechtsextreme Parteien mitmachen?

Es ist eine sehr seltsam inkonsequente, inhumane und undemokratische Auffassung von Politik, die sich dort breit macht … und vielleicht auch die Erklärung dafür, warum sich die politische Linke in Deutschland in die völlige Bedeutungslosigkeit verabschiedet hat, nachdem sie in den siebziger Jahren noch Gesellschaft prägen konnte.

Ich frage da abschließend auch gerne mal sehr ketzerisch: wenn uns nur die Rechten bleiben, um nuklearen Holocaust, sozialen Kahlschlag, völkerrechtwidrige Luftangriffe der Bundeswehr, entmündigende Handelsabkommen oder weitere Verseuchung der natürlichen Umwelt aufzuhalten … sollten wir dann lieber in den Untergang gehen – laut alte linke Lieder singend?

Lieber wäre mir jedoch, wir schüfen uns noch andere Alternativen – doch um das zu tun, muss man nunmal hingehen zu diesen Demos, den Dialog und nötigenfalls sogar die Auseinandersetzung suche: selbst wenn das für eine Weile die geregelten und gut durchstrukturierten Mahlzeiten verzögert.

Aber dann bitte nicht den Stasimann mit Aluhut machen, der alles akribisch notiert und schwarze Listen anfertigt, sondern den mutigen Streiter für seine Sache geben: hinauf auf die Bühne und mutig aufgeklärt! Wahrscheinlich wird man dann merken: da steht weniger Nazi vor der Bühne, als man denkt.

Ein PS für die Neofaschisten, die meine Artikel gerne verbreiten: trotz aller Kritik schätze ich Jutta Ditfuhrt sehr. Warum sie gerade den Don Quichote macht und Windmühlen bekämpft, die sie für böse Riesen hält, kann ich nicht beurteilen noch verstehen. Es wird die Art des Umgangs mit ihrer Person sein, die belegt, ob man sich selbst nicht lieber eine Hakenkreuzarmbinde umlegen sollte, um offen und ehrlich seinen soziopathischen Charakter zu demonstrieren. „Haut Jutta Ditfurth in die Fresse“ ist nicht besser als die Hetzjagd auf angeblich „Neurechte“ … die zur Not auch mal von den Marxisten sein dürfen, wenn man sonst keine findet.

Und ein PS für die Jäger der verlorenen Neurechten: die Strategie „wer nicht meiner Meinung, der ist ein Nazi“ ist selten dämlich – und überhaupt nicht mehr demokratisch.

 

 

 

 

 

 

 

CIA organisiert Massenmord und ethnische Säuberungen in Odessa?

CIA organisiert Massenmord und ethnische Säuberungen in Odessa?

Montag, 5.5.2014. Eifel. Ich weiß nicht, ob Sie es schon gemerkt haben: es dauert zuweilen ein bischen, bis das Ministerium für Wahrheit eine Sprachregelung gefunden hat. Die im Ausland gefangen genommen Soldaten (jetzt „Geiseln“ genannt, als hätte die irgendjemand absichtlich entführt, um damit was zu bezwecken, anstatt das sie dabei festgenommen worden sind, wie sie – fernab ihres Auftrages – eine umkämpfte Stadt besichtigen wollten … zusammen mit den Belagerern der Stadt) waren ja jetzt zuerst eine OSZE-Militärmission. Das hatte Claus Neukirch bestritten – immerhin Sprecher des Kriseninformationszentrums der OSZE (siehe FAZ).

Der Herr Gauweiler wird momentan von allen Parteien der großen Koalition dafür beschossen, das er Fragen gestellt hat, die man partout nicht hören will (siehe Spiegel):

Gauweiler betonte, die Aktivitäten von Bundeswehrsoldaten in Zivilkleidung in der Ostukraine seien nicht im deutschen Interesse. „Dass die Revolutionsregierung in Kiew, deren Legitimität man mit gutem Grund anzweifeln kann, Interesse hat, Soldaten der Bundeswehr in das Konfliktgebiet ‚einzuladen‘, verstehe ich schon. Ich verstehe aber nicht, dass es unser Interesse sein soll, uns in dieser plumpen Weise noch tiefer in den Konflikt hineinziehen zu lassen.“

Gauweiler forderte die Bundesregierung auf, Klarheit über den Einsatz der Bundeswehrsoldaten in der Ostukraine zu schaffen. „Wer hat zu dieser weiteren Mission deutsche Soldaten in die Ostukraine geschickt – zeitgleich und außerhalb der ausdrücklich als Zivilveranstaltung beschlossenen OSZE-Sondermission -, und wie soll das mit dem Wiener OSZE-Abkommen vereinbar sein?“

Was Herr Gauweiler nicht verstehen will, sind die hundert Signale, die Regierung und ihre inoffiziellen Pressestellen (wie Spiegel-online) unter das Volk streuen: die „Methode NSA“ ist angesagt: „Wir wollen nicht darüber sprechen, gebt Ruhe„. Man weiß auch, warum die nicht darüber sprechen wollen, denn: anstatt in Uniform ukrainische Truppen zu besichtigen, sind die ohne Uniform in ein Krisengebiet gefahren. Das man solche Leute eher als „Spione“ ansieht – wie es jene Oppositionellen getan haben, die den Trupp überraschend aufgegriffen hatten – sollte nicht verwundern, zumal es ja auch weitere, echte OSZE-Missionen gab, mit denen die Oppositionellen gute Kontakte hatten … und die die Jungs von der Bundeswehr letztlich auch herausholten.

In solchen Fällen – also, wenn die Regierung mal wieder über eine Geheimoperation gestolpert ist – kann man für einen Moment eine gewisse Sprachverwirrung aller Beteiligten feststellen und erhält alle möglichen Informationen, die alle nur ein Ziel haben: von dem realen Tatbestand abzulenken. So erfahren wir jetzt durch den Spiegel, dass die Mission gar nicht von dem deutschen Oberst angeführt wurde, sondern von dem dänischen Oberfeldwebel (siehe Spiegel).

Unverfroren behauptet dort auch ein SPD-Mann, die Ukraine hätte die Mission mit der OSZE in Wien beschlossen, der Link, der das beweisen soll, führt jedoch nur zu allen möglichen Artikeln über die Ukraine – schöner wäre es, wenn man genau erfahren hätte, wer wann was in Wien vereinbart hat und weshalb dann „Wien“ gerade Deutschland ausgesucht hat, die Mission zu führen, Deutschland – dessen Oberst jetzt von einem dänischen Feldwebel angeführt worden sein soll: entgegen aller Gewohnheiten auch noch in Zivil anstatt in Uniform.

Es sind aber nicht nur deutsche Soldaten im Rahmen seltsamer Missionen in der Ukraine unterwegs. Wir erfahren es nur nebenbei, in Nebensätzen, der der hektische Volljobzeitgenosse gar nicht mehr mitnehmen kann. Darf ich zitieren? Aus einem weiteren Spiegelartikel der vor russischen Spionen warnt (ein Witz angesichts des immer noch akuten NSA-Skandals):

Laut „Bild am Sonntag“ sind auch westliche Geheimdienste in der Krise aktiv. Der US-Geheimdienst CIA und die US-Bundespolizei FBI beraten demnach die ukrainische Übergangsregierung in Kiew. Die Spezialisten sollten helfen, die Rebellion im Osten des Landes zu beenden und eine funktionsfähige Sicherheitsstruktur aufzubauen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Die Agenten seien aber nicht direkt an den Kämpfen beteiligt, sondern nur in Kiew tätig. Die Aufgabe der FBI-Agenten bestehe etwa darin, bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Lande zu helfen.

„Eine Regierung, deren Legitimität man mit gutem Grund anzweifeln kann“ (Gauweiler, siehe oben), wird von CIA und FBI dabei unterstützt, dass zu bekämpfen, was die für „organisierte Kriminalität“ halten. Was machen die da eigentlich genau?

Was festzustellen ist: seit geraumer Zeit ist die Gangart härter geworden: die zweifelhafte ukrainische Regierung bekämpft die Opposition mit einer Gewalt, für die ein Janukowitsch international geächtet worden wäre. Er hatte nur (vergeblich) Polizeieinheiten zum Schutz des Parlamentes eingesetzt (was wir in Berlin auch täten, würde ein bewaffneter Mob dort das Parlament besetzen wollen), während die auch mit rechtsradikalen und neofaschistischen Elementen kooperierende Übergangsregierung Kampfhubschrauber und Kampfpanzer ins Gefecht wirft … und noch schlimmere Verbrechen gut heißt. Während man noch vor wenigen Wochen kaum wusste, ob überhaupt eine Armeeeinheit auf die Putschregierung hört, fahren nun Soldaten durchs Land und jagen die Opposition (die wir nach neuer Sprachregelung des Ministeriums für Wahrheit innerhalb Deutschlands nur noch „Putin´s Prorussen“ nennen dürfen) – mit zum Teil grauenhaften Folgen, siehe Spiegel:

Die Polizei sah tatenlos zu, als im südukrainischen Odessa ein Gewerkschaftshaus in Brand gesetzt wurde. Dutzende prorussische Aktivisten kamen ums Leben. Der Gouverneur lobt die Brandstifter: „Sie haben Terroristen neutralisiert.“

Über vierzig Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt – Entschuldigung – „neutralisiert“.

Wieso komme ich jetzt auf einmal auf den Gedanken, dass sich Wladimir Putin zurecht Sorgen über ethnische Säuberungen im Osten der Ukraine macht.

Das war kaltblütiger Mord.

Massenmord.

An Zivilisten.

Auch Frauen.

Lese ich diese Schlagzeile nicht in jenen Medien, die mit dem Ministerium für Wahheit eng zusammenarbeiten … dann schreibe ich sie eben selber.

Wenn nun CIA und FBI in der Ukraine aktiv sind, die Regierung beraten – darf man dann Fragen darüber stellen, was genau die dort machen und empfehlen?

Ich kann auf jeden Fall sagen, warum ich offen den Verdacht ausspreche, dass sie möglicherweise Massenmord und ethnische Säuberungen als Teil eines Einschüchterungsprogrammes fahren, dass einer sehr wackelingen und machtlosen Regierung zur Anerkennung im eigenen Land verhelfen soll, denn ich kenne die Methoden es CIA aus Pakistan. Die TAZ hat darüber berichtet:

Angriffe mit Drohnen sind nicht, wie von ihren Befürwortern behauptet, „sauber, präzise und gezielt“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung aller verfügbaren Daten über die seit 2004 vom US-Geheimdienst CIA in Pakistan durchgeführten Drohnenangriffe.

Laut einem jetzt vom Bureau of Investigative Journalism (BIJ) vorgelegten Bericht der 2009 gegründeten Journalisteninitiative ist die Gesamtzahl der Toten durch Drohnen 40 Prozent höher als bisher angenommen. Bei den mindestens 291 Drohnenangriffen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet seit 2004 starben laut BIJ 2.292 bis 2.863 Menschen. Mindestens 1.104 seien verletzt worden. 126 namentlich bekannte bewaffnete Islamistenführer seien dabei getötet worden wie auch mehrere hundert militante Islamisten.

Aber eben auch 385 bis 775 Zivilisten, darunter 164 Kinder.

Massenmord an unschuldigen Kindern? Im „Kampf gegen den Terror“ verursacht dieser Terror keine Probleme. Man kann sich vorstellen, welche Methoden sie den ukrainischen Sicherheitskräften bei der laufenden „Anit-Terror-Aktion“ vorschlagen. Man darf also auch Foltergefängnisse erwarten. So ein kleiner Genozid an Prorussen schreckt auch ordentlich ab – „töte einen, diszipliniere hundert“, die Methode ist bekannt.

CIA ist harmlos, meinen Sie? Die hätte man ja schon längst an die Leine genommen?

Die sind auch in Deutschland hoch aktiv – wir erfahren es nur nicht. Aktuell gibt es da wieder ein paar Probleme – weshalb man wohl einen Prozess neu aufrollen muss: gut 100 CIA-Mitarbeiter hatten sich in einer Sparkasse in Neuss eingemietet, um Terroristen zu jagen (siehe: der Westen). Von dieser Großoperation ausländischer Geheimdienste in Deutschland wusste kaum jemand etwas. 100 Mann für eine Terrorzelle, über die man dank V-Mann schon gut informiert war? (siehe Heise).  Einem V-Mann, der auch im Zusammenhang  mit dem Mord an der Polizisten Gabriele Kiesewetter und dreier georgianischer Autohändler auftaucht.

Wir sehen: die Welt der Geheimdienste scheint sehr klein zu sein – und die CIA ist wieder sehr aktiv, so aktiv, dass sie jetzt möglicherweise sogar den CDU-Politiker Phillip Mißfelder in Putins Arme getrieben haben. In den Kommentaren eines Spiegelartikels zu seiner „merkwürdigen Mission“ (dem überraschenden Besuch der für den deutschen Ex-Kanzler Gerhard Schröder ausgerichteten Geburtstagsfeier) taucht die CIA wieder auf: Kommentator jws1 erinnert sich an eine kleine Andekdote:

Jetzt wird Mißfelder fertig gemacht. Ich wünsche ihm Stehvermögen. Er hatte einmal geäußert, dass er und sein Büro Besuch vom CIA hatten und man von ihm Zusammenarbeit erwartet hat. Das hat er wohl abgelehnt und nun muss er die Folgen tragen.

Man kann aus der Ferne schlecht beurteilen, was von solchen Informationen zu halten ist – aber dafür gibt es ja bezahlte Profi-Journalisten, die uns Aufschluss darüber geben. Die können sich gerne auch um folgende zwei Meldungen kümmen, die auf der Internetseite „Wirwollenkeinenkrieg“ akutell zu finden sind: ein ukrainischer Soldat, der fließend italienisch spricht (nun: womöglich haben die dort auch „Volkshochschule“) und eine ukrainische Militärabteilung, in der auch US-Fahrzeuge zu erkennen sind (kann man auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden).

Nun – das sind Meldungen, denen ich normalerweise gar nicht nachgehen würde und nachgegangen wäre, wenn da nicht … diese kleine Meldung von CIA-Aktivitäten in Kiew wären. „Spezialisten“, die helfen, „die Rebellion im Osten zu beenden“ – also genau jene Art von Leuten, deren Einsatz man Putin permanent unterstellt.

Und wenn die da jetzt aktiv sind, dann müssen die sich die Frage gefallen lassen, in wie weit der Massenmord in Odessa auf ihr Konto geht … einen Massenmord, den die vom Westen favorisierte ukrainische Politikerin Timoschenko laut RiaNovosti „Schutz von administrativen Gebäuden“ nennt.

Allerdings fürchte ich: die Antworten zu diesen Fragen werden wir uns selber suchen … oder „aus-denken“ müssen – und das dürfen wir nicht mehr. Seitdem bekannt geworden ist, das Verschwörungstheorien gelegentlich Verschwörungen von Geheimdiensten aufdecken, sind sie vom Ministerium für Wahrheit der Holocaustleugnung gleichgestellt.

So müssen wir etwas tiefer graben, um zu sehen, wozu Geheimdienste so alles in der Lage sind, siehe Wikipedia zur Versenkung des Greenpeace-Schiffes „Rainbow-Warrieor“ durch einen Nato-Geheimdienst:

Die vom französischen Geheimdienst als „Operation Satanique“ bezeichnete Aktion wurde aus den „fonds speciaux“, einer Art offizieller „schwarzer Kasse“, über die nur der Präsident der Republik verfügen kann, finanziert und von der französischen Regierung stets gedeckt.

Zwei der sechs Agenten wurden durch die neuseeländische Polizei über das Autokennzeichen ihres Mietwagens ermittelt und verhaftet. Die zwei Agenten waren mit gefälschten Pässen als Schweizer Ehepaar Turenge eingereist. Es handelte sich dabei um Offizierin Dominique Prieur und Major Alain Mafart, einen Kampfschwimmer. Ein neuseeländisches Gericht verurteilte die beiden Agenten im November 1985 zu je zehn Jahren Haft wegen Brandstiftung und Totschlags.

Die anderen Täter entkamen mit Hilfe des Atom-U-Bootes Rubis (S 601) und wurden von der französischen Regierung gedeckt, die die Versenkung angeordnet hatte.

Sie sehen also: es ist sehr weise, Verschwörungstheorien zu verteufeln. Seitdem das üblich geworden ist, hören wir auch immer weniger aus der Welt der Geheimdienste.

Nur selten tauchen noch mal ein paar Splitter auf, die irritieren – so wie heute.

 

Dokumente deutscher Dämlichkeit: Montagsdemos – wer für Frieden ist, ist ein Nazi.

Dokumente deutscher Dämlichkeit: Montagsdemos - wer für Frieden ist, ist ein Nazi.

Samstag, 19.4.2014. Eifel. Große Aufregung erhebt sich gerade in Deutschland. Ein wildes Getöse geht um in der Facebooklandschaft: Jutta Ditfurth entfreundet alle Facebookfreunde, die „KenJebsen“ gelikt haben. Ich weiß, dass hört sich an wie der Anfang von einem sehr schlechten Witz, ist aber Realität. Das kann man auch noch nachvollziehen. Seitdem Ken Jebsen (Künstlername) der Bundeskanzlerin einen Brief über „Nationalzionisten“ geschrieben hat, die „Israel besetzt halten“  (ich verlinke solche Gülle nicht, wer sich hier für das Original interessiert, muss selber arbeiten), kann der sich in meinen Augen auch eine Hakenkreuzarmbinde gönnen: ich bin diese hinterhältigen Versuche, Hitlers Judenmorde im Nachhinein schön zu reden oder vielleicht neue Judenprogrome (diesmal im Kampf gegen „Zionisten“, wie man den Juden als Eingeweihter heute nennt)  zu initieren, um sein Werk beenden zu können, endgültig leid.

Es ging aber nicht nur um KenJebsen – es ging auch um die neuen Montagsdemos. Wie der geneigte  Leser vielleicht mitbekommen hat, hat der Osterhase uns in diesem Jahr eine kleine Weltkriegsgefahr ins Nest gelegt. Deutsche Medien hatten schon 2013 beschlossen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin in breiter Front als unerträglichen Unhold darzustellen, der einfach nur – hach – unerträglich ist. So unerträglich, dass er eigentlich weg muss … aber das sagt man nicht gerne so deutlich. Da der selbst bei seinem Volk sehr beliebt ist und sich – anders als unsere Politiker – stundenlangen Fragenmarathons im TV stellt (siehe Spiegel) und sich somit demokratischer gebärdet als des politische Personal Deutschlands, geht das nicht so leicht … außer vielleicht durch einen kleinen Krieg?

Nun – diese Kriegsgefahr, dieses irrationale und unerklärliche Umschlagen der Politik des demokratischen Westens in völkerrechtswidrige Angriffskriege haben wir schon oft erleben dürfen – selbst dann, als die Friedensbewegung selbst an den Hebeln der politischen Macht drehen durfte: Bomben auf den Kosovo läuteten ein ganz neues Kapitel deutscher Außenpolitik ein – wie 1939-1945 lösten wir Konflikte (auch jene, die es ohne uns gar nicht gegeben hätte) wieder mit Bombenterror. Diesmal war es allerdings nicht der Hitler, diesmal waren es SPD und GRÜNE – was sich auch eher wie ein Witz anhört. Die haben auch nichts dazu gelernt, tönt doch der SPD-Außenminister gerade herum, dass er „Russland zum Krieg bereit“ sieht(siehe Welt), obwohl die Nato selbst die Journalistenlegenden über den angeblichen Großaufmarsch russischer Truppen in Zweifel ziehen (siehe Spiegel).

Nun entschieden sich einige Leute, zu Montagsdemos für den Frieden aufzurufen. Ich bekam davon nichts mit – so weitreichend scheinen die Aufrufe also nicht gewesen zu sein. Das erste, was ich davon mitbekam, war, dass man da nicht hingegen sollte, weil da auch „Rechte“ bei seien. Also: „böse Menschen“. Dabei ist „rechts“ zu sein im Prinzip nicht verboten – einfach mal die Merkel fragen. Aber natürlich: Antisemitismus hatte schon mal schlimme Folgen. Die Warnungen vor den „Rechten“ nahmen mehr und mehr zu, letztlich schlossen sich sogar die deutschen Leitmedien der Warnung an: Spiegel-online machte daraus ein ganz großes Thema und löste so elegant auch ein Phänomen der Gegenwart: die vielen kritischen Stimmen von Lesern (quer durch alle Medienformate) gegen die Putin- und Russenhatz in den deutschen Medien (nahezu ausschließlich vorgenommen von Absolventen privater „Journalistenschulen“ – was natürlich ganz unbedenklich ist) seien in einer Riesenverschwörung bei Facebook begründet. Eine Verschwörungstheorie – ja! Aber eine von den „guten“ – deshalb ist sie ok. Dort findet Antisemitismus statt, weil dort Antisemitisten sind – eine erstaunliche Schlußfolgerung. Antisemitismus findet in ganz Deutschland statt, sogar ein Mitherausgeber des Spiegel geriet schon in die Kritik: ist Deutschland deshalb ein judenfeindliches, antisemitisches Land zu nennen?

Es wurde sogar die ganz große Keule geschwungen: dort gibt es „Antiamerikanismus“. Seit wann ist „Amerikanimus“ selbstverständliche Pflicht in Deutschland? Sind wir Religion geworden? „Verschwörungstheorien“ tauchen dort auf, wie grausam. Etwa wie die über die Lüge der aus den Brutkästen geraubten Babys in Kuweit, die Massenvernichtungswaffen im Irak oder die außergerichtlichen Massenexekutionen ferngesteuerter US-Drohnen … oder etwa der völkerrechtswidrige Kosovokrieg der deutschen Edelgrünen? Oder etwa die Theorie, dass die NSA Deutschland abhört, als seien wir ärgste Feinde? Und – huch – es taucht auch „Esoterik“ auf. Ganz schlimm: die Mystik des Zen-Buddhismus, die Schriften von Platon und Pythagoras oder die schon von Krankenkassen bezahlte Akupunktur bedrohen wirklich die Grundfesten des zivilisierten Abendlandes. Inhaltslose Worthülsen, als „Argumentationsdusche“ aneinandergereiht gehören zu den grausigsten Methoden erfolgloser Staubsaugervertreter – aber vielleicht lernt man das ja gerade auf den privaten Journalistenschulen.

Und – wie bequem: so könnte man sämtliche (von mir inzwischen täglich gelesene, häufig sehr intelligente, witzige, freche) Kritik an der einseitigen (und bezahlten)Berichterstattung deutscher Edelfedern dem wiedererstarken des Nationalsozialismus in die Schuhe schieben. Nicht nur Putin ist Hitler, sondern jeder, der die USA kritisiert, ist ein Hitler (oder befindet sich in einer „pubertären, antiamerikanischen Nische“ – wie uns ein weitere Spiegel-Artikel erklärt, für den ich jetzt mal keine Werbung mache). Jeder, der für ihre Arbeit bezahlte Journalisten kritisiert oder eine andere Meinung als sie hat, ist ein Hitler. Wer bei Facebook mit Anonymus vernetzt ist, ist ein Hitler. Wer Facebookfreunde hat, die KenJebsen liken, ist ein Hitler. Wer keine Schwulen liebt, ist ein Hitler. Wer Vegetarier ist, ist ein Hitler. Wer für Tierrechte eintritt, ist ein Hitler. Wer gegen Zinsen ist, ist ein Hitler. Wr für die Occupy-Bewegung ist, ist ein Hitler. Wer gegen den Kapitalismus ist, sowieso.

So jedenfalls kommt es einem vor, wenn man die Hysterie erst halbwegs verdaut hat. Wird es dann ruhiger, wird es Zeit für Besinnung (übrigens auch eine Form von „Esoterik“, als Meinungsbildung auch eine Form von „Verschwörungstheorie“ … eine Worthülse, mit der inzwischen alle unabhängige Meinungsbildung in den Dreck gezogen wird, ohne das dies den pubertären Edelfedern überhaupt auffällt).

Man kann erschrocken darüber sein, dass die Montagsdemos von Faschisten unterwandert sind. Man kann erschrocken darüber sein, dass Medien, Polizei, Parteien, Sozialverbände und Kirchen von Nazis unterwandert sind – und ich selbst habe mir genug Ärger eingehandelt, in dem ich noch ein paar mehr gefunden habe.

Ich gehöre aber zu den Menschen, die erleben durften, dass linke Grüne gerne andere Länder bombadieren: ja, da habe ich auch an meiner Wahrnehmung gezweifelt. Für mich ist „links“ nicht mehr automatisch „gut“; seit der Einführung von Hartz IV (und der immer halbherzigeren Kritik der „Linken“ daran) halte ich einige linke Strömungen in Deutschland (zum Beispiel SPD und Grüne) für extrem anfällig für das Gedankengut um den Spruch „Arbeit macht frei“, der – ich hoffe, da liege ich richtig – mal richtig echt „rechts“ war. Jedenfalls stand er auf den Konzentrationslagern, in die man die Arbeitslosen gesteckt hatte.

Natürlich ist Antisemitismus schlimm: er steckt hinter 90% der aus Deutschland kommenden Israelkritik, die immer vergisst, dass es ohne Deutschland kein Israel gegeben hätte, wir (als Land) also die eigentliche Ursache für „Zionismus“ sind … und nicht unheimliche Weltverschwörer.

Natürlich ist auch der Missbrauch mystischen Gedankengutes schlimm – man sollte jedoch bedenken, dass die Abwehr hier leichter viele, gäbe es mehr Bildung zu dem Thema … und weniger unfundierte Meinung.

Bei den Montagsdemos bin ich aber jetzt den Idioten fast auf den Leim gegangen: wenn angesichts der aktuellen politischen Lage (in der schon deutsche Truppen an die Ostfront verlegt werden) Menschen sich für den Frieden auf die Straße stellen, dann IST ES EGAL, was sie sonst noch so denken. FRIEDEN – ist eindeutig ein höheres Gut als jene Werte, die einen den rechten Rand der Politik mit Argusaugen beobachten lassen. Es ist also VÖLLIG EGAL, was diese Leute von den Montagsdemos sonst noch so denken.

Erstaunlich – oder?

Im ersten Reflex war ich auch der Meinung: das ist ein Riesenpfui, da sollte man nicht hingehen.

Aber es geht hier um Frieden. Bricht der Krieg erstmal aus, ist für feingeistige Haarspaltereien politischer Kaffeehausrevoluzer kein Raum mehr, dann sterben Millionen unschuldiger Menschen einen grausamen Flammentod … und ich soll das begrüßen, nur weil da auch politisch Andersdenkende auftreten? Lieber Atombomben auf Nürnberg als Jürgen Elsässer als Vortragsredner? Ehrlich?

Die ganze Affäre – ein einziges Dokument deutscher Dämlichkeit. Hirnlose Phrasendrescher versuchen Politik zu machen … vielleicht ist das die einzige funktionierende Erklärung für die Entsendung deutscher Soldaten in den Kosovo durch die Politiker der Friedensbewegung.

Und Jutta Ditfurth? Veröffentlicht gerade fast täglich Bilder mit Hüten aus Alufolie. Soll wohl irgendwie lustig sein – ist wohl ein Witz für „Eingeweihte“. Ich erinnere mich da lieber an andere Aussagen von ihr, Aussagen, die man heute nicht mehr machen darf, siehe Cyberweiber

Was vielleicht auch andere Ursachen hat, wie Ditfurth andeutet: so gab ihr als Parteisprecherin nach erfolgreicher Bundestagswahl 1987 das US-Aussenministerium zu verstehen, man wolle sie „näher kennenlernen“, was sie als eine ihrerseits „äusserst unerwünschte“ Kontaktaufnahme der CIA verstand. Schliesslich wurde eine Vortragsreise Ditfurths in den USA genützt, bei der sie einmal vor einem „sonderbaren Publikum“ referierte – unter anderem VertreterInnen der Deutschland-Abteilung der CIA, von NATO- und US-Militär, von republikanischen Think-Tanks und State Department. Sie sprach NATO-kritisch über deutsche und US-Aussenpolitik und wurde dann von einem hohen Offizier „angebrüllt“: „ohne Zustimmung der USA hätte es die Grünen nie gegeben!“

Da würde man hellhörig werden uns sich fragen: wie groß ist der Einfluss der USA in Deutschland eigentlich? Da der Amerikanismus uns verpflichtet, alle Informationen, die die USA in ein schlechtes Licht stellen, zu ignorieren, fragen wir uns lieber gar nicht.

Die gleiche Affäre gibt es noch mal mit anderen Schwerpunkten, hier bei lightways aus dem Artikel „Zahltag, Junker Joschka“ von Jutta Ditfurth:

Etwa 1986 überbrachte man mir das Ansinnen des US-Außenministeriums, mich „näher kennenlernen“. Meine klare Abfuhr gefiel nicht, so nutzte man meinen Aufenthalt in Washington, wo ich auf Einladung einer Universität einen Vortrag über die deutsche Innen- und Außenpolitik hielt, für ungebetene Annäherungen. Es kam – unter Beobachtung der deutschen Abteilung der CIA – zu heftigen Auseinandersetzungen mit Vertretern des US-Militärs, des Außenministeriums und des Reaganschen Think-tanks: Ich griff z.B. die US-Außenpolitikin Nicaragua an und dieNato. Dennoch wurde ich aufgefordert, eine Studie über meine Partei zu erstellen. Ich lehnte ab, und mir wurde vorgehalten, daß zwei Grüne, einer davon Lukas Beckmann,ihre Arbeit bereits angeboten hatten. 

Also arbeiten führende grüne Politiker für die CIA? Darüber dürfen wir heute nicht mehr nachdenken, das wäre „Verschwörungstheorie“ – und wir wären damit Nazis.

Ich denke da an einen älteren Artikel des Schweizer „Tagesanzeigers“ aus dem Jahre 2009. Tum Curley, Chef der Nachrichtenagentur AP, war der Kragen geplatzt:

Die Bush-Administration hat das US-Militär in eine globale Propaganda-Maschine verwandelt. Tom Curley, Chef der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, kann dazu nicht mehr länger schweigen. Am Wochenende referierte er an der Universität von Kansas vor Journalisten über den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf seine Berichterstatter in Kriegsgebieten wie Irak oder Afghanistan. Sein Fazit: «Es wird langsam unerträglich.» Hohe Generäle hätten gedroht, dass man die AP und ihn ruinieren werde, wenn die Reporter weiterhin auf ihren journalistischen Prinzipien beharren würden.

Ist es jener Druck, der deutsche Journalisten im Jahre 2014 zum hemmunglos unkritischen Amerikanismus verdammt? Es lohnt sich, den Artikel weiter zu studieren:

Das US-Militär hat seine Propagandaabteilung gewaltig ausgebaut. Nichts wird unversucht gelassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon über 27’000 Personen, die ausschliesslich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind. Zum Vergleich: Das gesamte US-Aussenministerium mit Hillary Clinton an der Spitze beschäftigt rund 30’000 Personen. Die PR-Maschinerie des Militärs kostet die Steuerzahler jährlich 4,7 Milliarden Dollar. Seit 2004 sind die Ausgaben um 63 Prozent gewachsen. Wozu diese Mittel genau eingesetzt werden, bleibt meist geheim.

Nun – für die Beeinflussung der Berichterstattung in Deutschland braucht man keine 27 000 Leute. Da reichen ein paar Dutzend Chefredakteure – und schon wird aus Antiamerikanismus ein inoffizieller Straftatbestand.

Ob man die Grünen für den Kosowokrieg auch bezahlt hat?

Auf jeden Fall haben wir nun einen hinreichenden Grund dafür, zu erkennen, warum man ein Nazi ist, wenn man für den Frieden ist.

Oder einen Artikel wie diesen hier schreibt. So verrückt ist die Welt gerade wieder mal geworden.

Vielleicht brauchen wir aber wieder einen Weltkrieg, um zu verstehen, dass FRIEDEN wichtiger ist als die Gesinnung jener Leute, die zu einer Demonstration für ihn aufrufen. Und wem deren Meinung nicht passt, der kann ja mit demonstrieren und krude Geschichtsfälschungen im Dialog gerade rücken. Aber nur fernbleiben, alle als Nazis deklarieren und schon mal Namenslisten für stalinistische Säuberungen erstellen (ein anderes Hobby linker Facebookkommunisten), ist vielleicht zu wenig, um ein neues Kosovo zu verhindern.

Auch dort galt es, gegen Hitler zu Felde zu ziehen.

 

Die Quellen des Rechtsextremismus

Die Quellen des Rechtsextremismus

Mittwoch, 8.1.2014. Eifel. Kürzlich wurde ich darauf angesprochen, dass ich doch sicher wüßte, dass Christoph Hörstel gesagt habe, dass Angela Merkel Wunschkandidatin der „jüdischen Lobby“ gewesen sei. Ich konnte die Frage nur verneinen – und wüßte auch nicht, wieso eine jüdische Lobby den Herrn Hörstel darüber informieren sollte, welche Kandidaten ihre Wunschkandidaten sind. Gäbe es sie wirklich, diese jüdische Lobby, würde sie doch lieber im Geheimen ihre Politik betreiben, oder? Das soll sie ja auch angeblich. Der Urmythos aller Rechtsradikalen aus dem 19. Jahrhundert lautet: die Juden dieser Welt haben sich verschworen, um die Weltherrschaft zu übernehmen – im extremsten Fall sogar für Satan persönlich. Das besagen die „Protokolle der Weisen von Zion„. Vor dem Hintergrund dieser Sage liest sich dann auch das Wort „Zionist“ auch gleich anders – doch dazu muss man diese Sage kennen.

Für den „Eingeweihten“ (also jenen, der alles viel besser weiß als alle anderen) hat das Wort „Zionist“ eine besondere Bedeutung. Oberflächlich betrachtet, wird es seit geraumer Zeit in den deutschen Sprachgebrauch hineingetragen – gezielt und mit Absicht, möchte ich unterstellen – um damit jene Kreise zu kennzeichnen, die das Land Israel ins Leben rufen wollten … und es auch getan haben.

Insgeheim weiß man aber, dass alle „Zionisten“ nur Agenten der Protokolle der Weisen von Zion sind – bzw. Agenten der zwölf Stammeshäupter der zwölf jüdischen Stämme. Ja – so dachte man noch im 19. Jahrhundert: dort war es bibeltreuen Fachleuten noch bewußt, dass es zwölf israelitische Stämme gab – dass die zehn verlorenen irgendwo existierten, war im 19. Jahrhundert noch Allgemeinwissen. Heute stellen wir sogar die ganze Bibel in Frage …. aber akzeptieren, dass die Führer der zwölf Stämme die Weltherrschaft an sich reißen wollen, darunter auch Indianer aus Nordamerika und dem Amazonasgebiet?

Nun -heute wissen wir, dass dieser Mythos der Weisen von Zion falsch war. Es sind nicht die Juden, die die Weltherrschaft anstreben, sondern die Roma, die Arbeitslosen und die Moslems: der wanderende, arbeitslose Muselmann ist der wahre Feind der Welt, das ist jedem klar. Deshalb sind ja auch die westlichen Demokratien in Afghanistan und dem Irak einmarschiert, bombadierten Lybien und den Jemen. Über die große jüdische Weltverschwörung können wir nur laut lachen, die große muslimische Weltverschwörung ist es, die bekämpft werden muß!

So züchtet sich jedes Jahrhundert seinen Sündenbock – eigentlich klar zu erkennen.

Natürlich ist es nicht nur Wunsch nach einem Sündenbock, der zur Handlung treibt. Die Enteignung der Arbeitslosen in Deutschland zum Beispiel hat womöglich manch einem SPD-Politiker per Zwangsversteigerung der mühsam erarbeiteten Immobilie des Arbeitslosen zu Wohneigentum verholfen, das er sich sonst nie hätte leisten können, die Verstaatlichung und Veräußerung jüdischen Besitzes ergab eine ordentliche Rendite, von der noch heute viele deutsche Familien gut leben, und der Moslem sitzt auf Öl, dass ganz sicher uns gehört.

Natürlich gibt es im Deutschland des Jahres 2013 immer noch Menschen, die nicht dem neuen Mythos folgen („Al Kaida will die Weltherrschaft“) sondern lieber bei dem alten bleiben („der Zionist wars!“). Er ist bequem: ferne (und in Wirklichkeit nicht existente) Mächte anzuklagen, für alles Übel in der Welt verantwortlich zu sein, ist immer leichter, als direkt vor seiner eigenen Haustür echten Gräueln zu begegnen … wie zum Beispiel der Nato-Geheimarmee Gladio, deren gesicherter Existenz in etwa so heruntergespielt wurde wie aktuell die NSA-Abhöraffäre mit großem Aufwand totgeschwiegen wird.

Die Beschäftigung mit Gladio ist auch unangenehm: CIA-gesteuerte, rechtsextreme Bombenleger, deren Taten linksextremen Gruppen in die Tasche geschoben wurden, könnten ein ganz anderes Licht auf die RAF werfen, als wir es gewohnt sind – möglicherweise müßten wir uns damit anfreunden, dass weite Teile unserer politischen Wirklichkeit geschickt von Geheimdiensten inszeniert und gesteuert werden. Der Vater der NSU-Terroristen Mundlos äußerte sich im Spiegel dazu:

Siegfried Mundlos hat sich seine eigene Theorie zurechtgelegt, um das Unbegreifliche zu begreifen: Der Verfassungsschutz habe die rechtsextreme Szene in Thüringen aufgebaut, bei der Gründung des Thüringer Heimatschutzes (THS), dem Sammelbecken verschiedener Kameradschaften, „maßgeblich mitgewirkt“, regelrecht „eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme betrieben“, sagt Mundlos senior.

Warum sollte man so etwas tun?

Nun – das rechts=NSDAP=Hiter=böse ist, ist eine Lektion, die die ganze Welt dank Hollywood bis in die heutigen Tage erfährt … was auch gut so ist. Viele freut das, weil man so tun kann, als wäre das Böse selbst mit Hitlers Tod endgültig aus der Welt geschafft … dabei hat es nur seine Form geändert. Es ist aber ganz nützlich, wenn so etwas echtes rechtes Böses immer am Rande der Gesellschaft lauert, weil man damit mehr Budget für den eigenen Dienst kassieren kann, als eigentlich angemessen wäre. Außerdem kann man diese Gruppen dann gezielt mit Mythen versorgen, die von den wirklich echten Skandalen gut ablenken, ja, sogar die Nachforschung zu aktuellen Terrorakten unterbindet.

In der Süddeutschen fand man dazu vor einiger Zeit einen interessanten Artikel über „unsterbliche Verschwörungstheorien“: da wurde munter alles in einen Topf geworfen: nine-eleven, der unsterbliche Elvis, die Protokolle der Weisen von Zion, Area 51, der Kennedymord und was es sonst noch so an Klassikern gab. Dort erfahren wir auch etwas über die Protokolle der Weisen von Zion:

Erstmals veröffentlicht wurden die „Protokolle“ in Russland in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. 1905 tauchten sie in einem Buch des russischen Antisemiten Sergei Nilus auf. Wer sie geschrieben hat, ist bis heute nicht ganz klar. Der Verdacht, es seien Mitarbeiter der zaristischen Geheimpolizei gewesen, konnte bislang nicht bewiesen werden.

Vielleicht sollte man allerdings besser auch sagen: Wer sie abgeschrieben hat, ist unklar. Wie der britische Journalist Philip Graves bereits 1920 in der Times aufdeckte, stammen große Teile der „Protokolle“ aus einem französischen Buch aus dem Jahre 1864 – die allerdings im Sinne der Antisemiten verändert wurden.

Wer ist eigentlich der wirkliche Nutznießer der Protokolle?

Nun – das steht ganz offen in den Protokollen selbst, zitiert bei Wikipedia:

Daher gelte es, die Vorrechte und den Landbesitz des Adels zu beseitigen, der „das einzige Abwehrmittel der nicht jüdischen Völker und Staaten gegen uns“ sei,

So einfach findet man die Täter. Mitte des 19. Jahrhunderts brauchte der Adel dringend eine Legitimation, um seinen enormen Landbesitz (die Quelle allen Reichtums) zu verteidigen. Wie schön, wenn man sich einfach durch Landbesitz als edler Verteidiger des Volkes gegen das Böse präsentieren konnte: nur mein riesengroßer Besitz in Bayern und Pommern schützt Deutschland vor der jüdischen Internationale! So wird Hartz IV, die Deregulierung der Finanzmärkte und die Schaffung eines neuen Geldadels durch Umverteilung von unten noch oben zur einem Akt der Selbstverteidigung gegen den bösesten aller Feinde, den man sich nur vorstellen kann: den Teufel selbst.

Sehr nützlich, diese Juden. Prangert man dann noch die Menschenrechtsverbrechen Israels unter dem Begriff des „Zionismus“ an, sorgt man dafür, dass das Gefühl der fortschreitenden Bedrohung durch etwas extrem Böses weiter vorhanden bleibt … und dem Verfassungsschutz Steuergelder in die Kassen spült.

Nebenbei erfüllt der Mythos aber noch einen weiteren Zweck: stellt man sich nicht allzu blöde an, lassen sich mit seiner Hilfe andere Problemzonen leicht überspielen. Einfach mal vom zuständigen V-Mann auf dem Stammtisch der örtlichen Chemtrail-Gruppe auf die Zusammenhänge zwischen UFO´s, Neuschwabenland und den Weisen von Zion hinweisen, die für nine-eleven, die RAF-Morde und den Tod des Uwe Barschel verantwortlich sind und schon ist genug Gift ins Hirn gesät, dass jegliche ernste Kritik im Sande verläuft. Nebenbei sorgt man dafür, dass sich sich der rechtsnationale Mob wie ein Freiheitskämpfer, ein moderner Robin Hood fühlt, der für Wahrheit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe gegen den Teufel selbst streitet: das hält die Motivation oben.

Und ganz nebenbei … sinkt das Interesse an echten, wirklichen, folgenschweren Bombenattentaten, deren Aufklärung einfach nicht gelingen will, obwohl die Netzwerke Gladios (korrekter als „Stay behind“ bezeichnet) in fast allen Ermittlungen zu Terrorakten immer wieder auftauchen – wie zum Beispiel erst 2013 im Rahmen der Ermittlungen zur luxemburgischen Bombenlegeraffäre, siehe Wort.lu:

Dass der Srel den Stay Behind hinter den Anschlägen vermutete, bestätigte gestern allerdings der angesprochene Gérard Reuter gegenüber RTL. Reuter, der offensichtlich über gute Kontakte zum Srel verfügt oder verfügt haben muss, bezeichnete zudem die US-amerikanische CIA als Auftraggeber der Bombenserie. Des Weiteren bestätigte Reuter den Aufenthalt des Loge-P2-Gründers und Gladio-Mitglieds Licio Gelli Mitte der 1980er-Jahre im Großherzogtum. Me Vogel stellte den Italiener gestern nochmals in Zusammenhang mit der Attentatsserie.

Srel ist der Geheimdienst Luxemburgs, Licio Gelli der Drahtzieher jener Loge, die ganz Italien staatsstreichartig übernehmen wollte – und fast übernommen hatte, der CIA ist eine Bruderorganisation der NSA, die gerade durch einen breitflächigen Informationskrieg gegen Deutschland und Europa aufgefallen ist … was viele auch nicht wahr haben wollen.

Gérard Reuter ist der ehemalige Präsident des luxemburgischen Rechnungshofes. Dem Srel waren Dokumente zugestellt worden, die ihn in eine Schwarzgeldaffäre verstrickt sehen, so dass seine Zeugenaussage (wie die anderer in jenem Prozess aufgetretenen) gleich schon wieder fragwürdig ist … aber das ist ja ein altbekanntes Handwerk von Geheimdiensten: Destabilisierung durch Desinformation.

Kommte man der Wahrheit zu nahe, findet man sicher in seiner Nähe plötzlich einen engen Freund, der die Protokolle der Weisen von Zion zitiert – womit man ungefähr so glaubwürdig wird wie jemand, der erst gesten mit Elvis in Bottrop ein Bier an der Bude getrunken hat: für solche Assoziationen sorgen die „staatstragenden Medien“ schon … und nebenbei verschwinden die vielen unanständigen, unangenehmen und unbeantworteten gerechtfertigten Fragen zu nine-eleven vollständig aus dem Bewusstsein … zum Beispiel die, warum man im Umfeld der Attentäter immer wieder auf Geheimdienste (im Falle Bin Ladens sogar des CIA) stößt.

Ach ja – und die Wahrheit?

Wahr ist, das Luxemburg (wie viele ander Länder Europas auch) von Bombenattentaten überzogen wurde, deren Ursprung unbekannt ist.

Sie können sich jederzeit wiederholen – auch in Deutschland … und im Prinzip auch in einer Größenordnung, wie man sie am 11. September 2001 in New York erlebt hat.

Wahr ist, dass der CIA gezielt deutsche Politiker anspricht, gezielt Informationen streut, gesellschaftliche Entwicklungen steuert und massiven Einfluss auf die Öffentlichkeit nimmt, über Jahrzehnte hinweg auch in Deutschland eine Geheimarmee (aus SS-Veteranen und ihren Fantruppen) aufgebaut hat, die jederzeit wieder zuschlagen kann … wie in Luxemburg oder Italien.

Wahr ist, dass die NSA die gesamte Welt bespitzelt, als wäre sie Feindesland – auch wenn Herr Pofalla die Affäre tausendmal für beendet erklärt, so wie die Bundesregierung die Existenz der Geheimarmeen für beendet erklärt hat … das erste Mal 1972, dann aber auch noch mal 1991 – und sicher noch öfter, sollte es nötig sein.

Wahr ist, dass die jüdische Religion zu den verfolgtesten der Welt gehört, wahr ist, dass der Staat Israel nur durch militärische Geschick überhaupt noch existent ist. Wahr ist, dass der Adel im 21. Jahrhundert als Geldadel neu erblüht – und deshalb ein gehobenes Interesse daran hat, die Protokolle der Weisen von Zion unter dem Ladentisch weiter zu verbreiten, weil sie sein Recht auf Grundbesitz so schön legitimieren.

Falls der Herr Popp mit seinem Plan B wirklich mal erfolgreich zu werden droht, wird man ihm das schnell ankreiden: wie die Zionisten will der den Grundbesitz antasten. Wahrscheinlich ist er selber einer der Weisen von Zion.

Bis dahin aber gestalten Geheimdienste weiter unsere Wirklichkeit  – wie im Falle des Anschlags von Bologna, zu dem die NZZ 2010 schrieb:

Nach dem Bombenanschlag in Bologna versuchten Gelli und seine Vertrauensleute im militärischen Geheimdienst, die Ermittler von dem schon frühen Verdacht gegen rechtsextreme italienische Täter abzubringen. Dabei liessen zwei Sismi-Agenten durch einen Unteroffizier der Militärpolizei in einem Zug in Bologna auch einen Koffer deponieren, der nicht nur Sprengstoff von derselben Art wie beim Anschlag auf den Bahnhof enthielt, sondern auch Reisedokumente, die den Verdacht auf einen französischen und einen deutschen Rechtsextremisten lenken sollten.

Sismi … ist der italienische Geheimdienst.

Natürlich muss man im Jahre 2013 vorsichtig sein. Wer heute von Verschwörungen der Geheimdiensten redet, gilt schnell als rechter Spinner. Manchmal arbeiten Geheimdienste eben auch sehr effizient – und eine Armee von V-Leuten sorgt dafür, dass jeder Kritiker des „Systems“ ganz schnell mit den Anhängern der Protokolle der Weisen von Zion verwoben wird und damit zum Clan der Dauervollspinner zu zählen ist.

Wenn das nicht reicht, findet man eben einen Koffer mit Sprengstoff in seinem Keller … alles schon mal da gewesen – zum Schutz des Privateigentums.

Oder wird – wie es uns vom Nachrichtenspiegel widerfahren ist – von unbekannten Experten glasklar als Ableger des AfD mit nationalistischem und linkenfeindlichem Hintergrund erkannt.

Da scheinen wir dem örtlichen V-Mann ein Dorn im Auge gewesen zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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