Camila Cabello

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Der Frühling ist da: Vicktor und Vögelchen feiern ab

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Foto: cc by Parkwaechter

„Es ist, als hätten alle den Verstand verlor‘n,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor‘n“
Reinhard Mey, Das Narrenschiff

Amok und Alzheimer

Da wir angesichts der momentanen politischen Großwetterlage, dem apokalyptischen nuklearen Poker und den am Pokertisch servierten Salisbury- und Syrien-Giftcocktails nicht mehr den nötigen Humor aufbringen konnten, um unsere Leser mit einem getürkten Entenartikel in den 1. April zu schicken (- huch, jetzt hab‘ ich Doofie schon gleich zu Beginn doch echt ‚getürkt‘ gesagt – meine politische Inkorrektheit lässt sich leider trotz rotglühendem Seehofer’schen Gefährderbügeleisen, Merkel’schem Neusprech und Maaslosem Lauschangriff einfach nicht ganz ausbügeln), so seien mit Verspätung auch von uns zur Abwechslung mal ein paar vollkommen doofe Zeilen erlaubt.

Was soll man angesichts des Wahnsinns, der uns nun mit aller brachialen medialen Gewalt zur Normalität erklärt werden soll, auch machen? Soll man, wie der feinsinnige Beobachter Götz Eisenberg in seinem Buch „Amok und Alzheimer – Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus“ (Verlag Brandes&Apsel, 2015) schreibt, „sich zum Chronisten des Wahnsinns machen“? Wäre es da nicht besser, einfach abzuhängen und nochmal eine Pulle Spaß zu haben, bevor der Sommerschlussverkauf bei H&M zu Ende ist und endgültig die Rolläden runtergehen … wo doch ohnehin bereits Alles in Butter ist?

Ab ins Kindergarten-Planschbecken

Auch auf die Gefahr hin, bei diesem Unterfangen auf den Geschmack bzw. zur Erkenntnis zu kommen, dass Doofsein ja mächtig Spaß macht und uns fortan ebenfalls ganz der Doofheit zu verschreiben, so wollen auch wir also auch mal einen Hechtsprung in den Pool machen, in dem die grüne Gänsegrütze und der Krötenlaich schon aufgefuttert sind und nun die Aftershow-Schaumparty steigt.

Warum sollen wir es uns denn nicht auch mal erlauben, in diesem Aquarium im Kreis zu rudern und das Doofsein immer nur der mittlerweile sogar in den Redaktionen von Spiegel, Tagessschau & Co. sitzenden Generation Doof überlassen? Außerdem: Sonst kommt womöglich noch die Meinung auf, dass wir ein zu intellektueller Blog und hoffnungslos von gestern sind. Also, in einer Zeit, in der sich ja jeder von jedem abgrenzen möchte, da er es selbst am besten weiß, grenzen auch wir uns mal von Intellektualismus und Schöngeistigkeit ab und sorgen für ein originäres Alleinstellungsmerkmal: Indem wir ein paar sinnbefreite Versatzstücke zu einer noch nicht markenrechtlich geschützten Melange rühren, bei den jungen und naiven Fragen, die wir dabei eröffnen, aber immer höflich und nett bleiben, so wie uns das von Mutti beigebracht wurde – und natürlich bei aller Böhmermannschen Selbstironie und Neunmalklugscheißerei keinesfalls die rote Linie überschreiten. Sonst springen womöglich Follower ab, die uns bisher immer für cool und abgefahren gehalten haben und geben uns keinen Like mehr.

So, wo nehmen wir den Faden also auf? – Am besten bei Jacques Prilleau, unserem unverzichtbaren redaktionellen Seismographen, der das Epizentrum der jüngsten Erdbebenwellen bereits wieder lokalisiert und mit spitzer Feder aufgezeichnet hat: Der Frühling ist ausgebrochen, der deutsche Wohlstandsbürger erwacht wieder aus seiner Winterstarre:


Bild: Jacques Prilleau

Kaum sind die Krötenteiche aufgetaut, machen sich auch schon wieder die Altlasten und kurz vor Ladenschluss des Weihnachtsmarktes versenkten Leichen bemerkbar, indem sie übel riechende Gärgasblasen an die Oberfläche senden, die dort platzen und für Vergiftungserscheinungen sorgen (siehe auch „Reiner Wahnsinn, verdünnt mit einem Schuss Essig“).

Gefakte Fassbomben

Nicht nur in Salisbury hat eine solche Gärgasblase einen russischen Doppelagenten samt Tochter umgeworfen. Auch in Syrien hat jetzt der böse demokratisch gewählte Machthaber Assad endlich bewiesen, dass ihn sein Volk zu Unrecht an die Macht gewählt hat: Nachdem nunmehr dank russischer Luftunterstützung fast ganz Ostghouta von IS- und Al Nusra-Terroristen befreit war und die Söldner der letzten noch verbliebenen islamistischen Terrormiliz  „Jaish al-Islam“ auf Geheiß von Saudiarabien in Bussen unter freiem Geleit den Rückzug auf türkisch kontrolliertes Gebiet angetreten haben, Assad also quasi gesiegt hat – siehe auch aktuellen Bericht der Syrien-Expertin Karin Leukefeld sowie die u.a. Fotos von den dank russischer Unterstützung befreiten Geiseln, die von den Terrormilizen seit 5 Jahren gefangen und als menschliche Schutzschilde gehalten wurden – Fotos, wie man sie übrigens in unseren DIN-ISO zertifizierten Leitmedien nicht zu sehen bekommt (wie sollen solche Fotos auch zum Narrativ des Schlächters Assad passen, der seine eigene Bevölkerung vernichtet?): befreite syrische Frauen und Männer, die unter Tränen zum ersten Mal seit Jahren ihre schon verloren geglaubten Angehörigen wiedersehen:


(Bildmaterial: Markus Gelau/facebook)
– Und just in dieser Siegesfeier entscheidet sich der offensichtlich nach einer durchzechten Nacht noch nicht ganz schwindelfreie Assad, auf Duma, die allerletzte noch nicht von den Terrormilizen befreite Stadt in Ghouta, einen Chlorgaskanister abzuwerfen – natürlich so, wie man es von Assad bzw. von der in London lokalisierten „Syrischen Beobachtungsstelle“ kennt: als „Fassbombe“. Es ist also nicht eine Smartbombe, wie sie von Drohnen der westlichen Wertegemeinschaft abgesetzt wird, um alte und junge Menschen mit chirurgischer Präszision zu zerfetzen, zu welcher Assad greift, sondern eine „Fassbombe“ – also eine Bombe vom ganz brachialen, barbarischen Typ: Ein dickes rostiges Fass kann man sich dabei vorstellen, das man normalerweise nur kennt, wenn linke Vandalen darin Autoreifen abfackeln und die Hamburger Innenstadt mit beißendem schwarzen Rauch verpesten – ein solches Querfrontfass stopft der böse Assad nun voll mit Gift und Schießpulver und wirft es über einer Stadt ab, obwohl ihn alle Staatschefs der westlichen Wertegemeinschaft davor gewarnt haben, genau das zu tun und dies einen vernichtenden Gegenschlag der NATO-Westmächte auf sein Land auslösen würde.

Weißhelme mit Al Nusra-Deo unter den Achseln

Frankreichs Young Leader Macron – seines Zeichens Mitglied der „Small American Group on Syria“, die laut einem geleakten Washingtoner Protokoll jüngst unter Ausschluss der Öffentlichkeit beratschlagt hat, wie sie in Syrien trotz des Erfolgs Russlands „ihren Sieg einfahren“ und Syrien plangemäß zerschlagen kann (sic) – dieser Young Leader ist vor wenigen Tagen bereits mit der französischen Armee völkerrechtswidrig in Syrien einmarschiert und wartet dort nur noch aufs Zuschlagen. Wozu hat man denn auch eine im Niederschlagen aufmüpfiger Kolonien kampferprobte Fremdenlegion? Wann Macron seine Fremdenlegions-Cobra zuzubeißen lassen wird, hat er bereits verlautbart: „Sobald Assad in Syrien Giftgas einsetzt – dann wäre die rote Linie überschritten“ – jetzt soll noch jemand sagen, dass wir in postfaktischen Zeiten leben, wo doch Macron das bereits kurz vor Assads jüngstem Giftfassbombenabwurf gesagt hat.

Assad hat diesmal auch keine Ausreden mehr, die „White Helmets“ haben alles dokumentiert. Die USA bereiten die Öffentlichkeit bereits medial auf einen Angriff gegen Syrien vor und haben soeben verlautbart, dass Syrien „einen hohen Preis dafür bezahlen“ werde müssen – für das, was die White Helmets der westlichen Wertegemeinschaft da auf ihren Fotos zeigen.


Bilder: Markus Gelau/facebook (09.04.2018)

Ein kleines Schau-Genau Bild

Ja, unsere Freunde und Helfer, die sogar von der Deutschen Bundesregierung mit 7 Millionen Euro Steuergeld gesponserten „White Helmets“, die im Nahost-Thriller in der Hitze des Gefechts schon mal das Drehbuch durcheinanderbringen und sich in falsche Kameratakes verirren (siehe Fotos unten). Aber man muss die Weißhelme verstehen: Wer will auch schon dauernd die Helden spielen? Macht doch auch Spaß, mal in die Rolle der Al Nusra-Barbaren und IS-Kopfabschneider zu schlüpfen.


Bildercollage: Markus Gelau/facebook

(Auflösung des Bilderrätsels / Kommentar des Bildautors:)

/// bild 1 
…zeigt „muawiah aga hassan“ terrorist und weißhelm (siehe bild in weißhelm-uniform), der es sich zum hobby gemacht hat, die von seinen homies der al kaida gefolterten syrischen soldaten abzulichten. die zwei abgebildeten soldaten wurden angeblich ermordet. hiervon existiert ein video, das ich euch jedoch erspare. ein weiteres video zeigt die soldaten vor ihrer ermordung. folgendes, von „muawiah aga hassan“ selbst gedrehtes selfie-video zeigt auch einen älteren, graumelierten mann, der gerne im video mal den gefangenen syrischen soldaten die köpfe zusammenschlägt. (video: https://www.youtube.com/watch?v=hnY2hlo0x_M) auch dieser mann auf bild 2: ein weißhelm. weiter: hier ein anderes, für jeden menschen dieser welt leicht auffindbares video, in dem obige weißhelme (unter anderem in der tat auch der genannte „muawiah aga hassan“) „allahu akbar“ schreiend die al nusra / al kaida flagge schwenken. so viele terroristen, so glücklich, so voller freude. lohnt: https://www.youtube.com/watch?v=GkGszvFrf-8

/// bild 3
…ein bild, das um die welt ging und von nahezu jedem deutschen medium von spiegel bis frankfurter rundschau genutzt wurde. es ist ein screenshot eines weißhelms, der vor dem jüngst (wahrscheinlich) von terroristen zerstörten un-hilfskonvoi posiert. sein name ist „ammar salmo“. der kräftige kerl im blauen polo-shirt hat aber noch andere hobbies. z.b. die islamistische revolution unter zuhilfename seiner ak47. das bild dazu war noch bis gestern auf seiner eigenen facebook-page zu finden.

/// bild 3 
…zeigt unverkennbar eine exekution der al kaida. inkl. hilfe leistender weißhelme. das video davon auf nachfrage.

übrigens: es gibt natürlich einen echten syrischen zivilschutz. feuerwehren, ärzte, notfallretter – die seit jahren unmenschliches leisten. keinen von ihnen werden wir jemals in deutschen medien finden. dazu auserkoren hat sich die organisierte natopropaganda die #whitehelmets – die komischerweise NUR in gebieten aktiv sind, die von islamisten beherrscht werden, finanziert werden von der nato und sich aus terroristen rekrutieren. spread it.

Aber wie auch immer, gegenüber Assads durch alle Nachrichtenagenturen knallende Fassbombe verblasst jedenfalls die stille Tatsache, dass die westliche Wertegemeinschaft laut Statistik von justice now im Orient seit 27 Jahren jeden Tag 329 Menschen tötet. Sind ja die Guten, die da nonstop töten.

Countdown zum Overkill

Russland warnt inzwischen, dass sich der von der Westgemeinschaft angedrohte Angriff auf Syrien, wo ja auch die Streitkräfte der Atommacht Russland stationiert sind, schnell zu einem Flächenbrand ausweiten könnte und ein Angriff der westlichen Wertegemeinschaft „ernsteste Konsequenzen für die Welt“ nach sich ziehen würde  – siehe auch ein jüngstes Interview mit Russlands Präsident Putin vom 7. März 2018, in dem er die Frage nach einem möglichen Nuklearkrieg eindeutig beantwortet (ein Nuklearkrieg, von welchem die versammelten US Generäle laut jüngstem Meeting fest überzeugt sind, dass sie ihn „gewinnen“ werden / Quelle: New Eastern Outlook: „The Day of the Generals winning Armageddon“).

Ausschnitt des Putin-Interviews auf Youtube  (zur sehenswerten Langfassung mit deutschen Untertiteln siehe Vimeo):

Während einer heutigen Kabinettssitzung hat US Präsident Trump soeben verlautet, man werde in den nächsten 24 bis 48 Stunden eine „bedeutende Entscheidung“ betreffend eines Eingreifens in Syrien treffen, wobei „das Tier Assad einen hohen Preis bezahlen“ werde (Quelle: orf). Was das bedeuten könnte, mag jetzt jeder für sich selbst ermessen. Ob sich der Einzelne dann in Ruhe eine Zigarette anraucht oder zu beten beginnt, mag je nach Naturell verschieden sein …

Vor wenigen Tagen wurde die Doomsday Clock des Bulletin of the Atomic Scientists ja auf zwei Minuten vor Mitternacht gestellt (Quelle: Spiegel), wer weiß, wo der Zeiger morgen stehen wird. Die von uns gewählten Politiker und ihre Leitmedien machen ja keine Anstalten, diesen tickenden Zeiger anzuhalten, sondern trommeln in suizidaler Trance unbeirrt weiter zur Konfrontation mit Russland.

Zurück zur Schaumparty

Ach ja, … da hab ich doch gerade eben versprochen, ein wenig doof und lustig zu sein, und schon sind wir wieder in solch tierisch ernstes Fahrwasser geraten. Wir wollten doch feiern, nicht beten. Irgendwie kommen wir aus unserer Spurrille einfach nicht raus. Dann jetzt aber wirklich, Schluss damit. Stechen wir also endlich das Bockbier an und hängen wir ab. Wie soll man sich denn abends vor seinem 4K-extended-Ultra-HD-Smart-TV das Dosenbier schmecken lassen, wenn man sich mit solch postpraefaktischen Ungereimtheiten auseinandersetzen muss?

Zurück also zum Frühling und dem von Kollege Prilleau oben illustrierten Frühlingserwachen des westlichen Wohlstandsbürgers. Ein Facebook-Freund hat mir dazu gerade ein passendes Video gepostet. Da man ja nicht alle Tage ein Video zu Gesicht bekommt, das 107.066.185 Seher hat (in Worten: einhundertsieben Millionen) – das also in der gleichen Liga rangiert, in der sonst nur Camila Cabello mit ihrem mittlerweile von jedem kleinen Mädchen am Schulhof geträllerten Kinderlied „Wer ist die größte Schlampe?“ („Havana“) spielt – mit derzeit 578 Millionen – und ich schließlich nichts versäumen möchte, was die Welt bewegt, habe ich das Video angeklickt. In der Tat verstehe ich nun vieles, was mir noch bis vor Kurzem vollkommen unerklärlich war. Ein frisch aus dem Hähnchengrill vom Spieß gesprungener homo urbanus vollpfostus hat es mir vor Augen geführt:

(videopreview)

–>zum Video:  https://www.facebook.com/jjenaut/videos/10210750957399837/

Anm: In Sinne der Genderkorrektheit darf ich natürlich nicht den Fauxpas begehen, nur die männliche Seite (den Ficktor) zu erwähnen. Im Video räkelt sich im Rausch der Frühlingsgefühle auch ein Vögelchen, das offensichtlich darauf wartet, von einem Alphatier begattet zu werden, um dann Eier legen und Brutpflege betreiben zu können. Obwohl, wer weiß das in Zeiten des Gender Madstream schon so genau? Vielleicht ist das oben ersichtliche Vögelchen ja nur ein unbespatzter Mann im falschen Körper, denn so dämlich kann ja gar keine echte Frau sein. – Ja, ich bin mir sogar ziemlich sicher: Das Vögelchen muss ein Mann mit abgesoffenem Testosteronspiegel sein. Da tanzen also zwei Schwule umeinander herum, die mit altbackener romantischer Mann-Frau-Beziehung eigentlich nicht das Geringste am Hut haben.

Das ist wahrscheinlich der Clou am Video, anders kann ich es mir nicht erklären, dass so ein Amateur-Vogeltanz über 107 Millionen Aufrufe erzielt. 107 Millionen. Das heißt, das Video sollte sich dann ja auch bis in die islamische Welt rumgesprochen haben. Verstehe also wirklich nicht, warum uns deren Fundamentalisten  immer noch so hassen und uns einen Kopf kürzer machen wollen. Haben die Nusra-Boys trotz Youtube immer noch nicht verstanden, dass wir hier in der westlichen Wertegemeinschaft doch einfach nur unseren Spaß haben wollen – und wir uns nicht geschlagen geben werden, bis dieser Spaß die gesamte Welt erobert hat? Hat doch schon die transatlantische Senkbleikanzlerin nach den letzten Anschlägen in Deutschland verkündet: „Wir werden uns unseren Lebensstil von den Terroristen nicht austreiben lassen!“

Obwohl wir ja in Wirklichkeit gar keine abgefahrenen Islamisten mit Teppichmessern mehr brauchen, um uns den Garaus zu machen. „Wir schaffen das“ auch selbst. Wie ja der jüngste LKW-Amoklauf in Münster bewiesen hat, bei dem entgegen aller vorschneller islamophober und faschistoider Vermutungen in den sozialen Netzwerken diesmal kein Ahmed und kein Hassan am Steuer gesessen hat, sondern ein deutscher Jens, wie der Stern mit Nachdruck verkündete. Der Jens hat jedenfalls gezeigt, dass man sein Ding auch ganz ohne theatralischem Allahu-Akhbar-Geschrei durchziehen kann, sondern mit vollkommen kaltschnäuzig-depressivem alemannischem Duktus, so wie dies ja als politisch-korrekter Habitus bei der Neujahrsansprache der Kanzlerin für den anständigen Spiegelbildbürger als Jahreslosung ausgegeben wurde.

***
Nachsatz:

Laut chinesischem Kalender hätten wir heuer ja das Jahr des Hundes, aber es scheint mir eher das ‚Jahr der Giftmischer‘ zu sein … zuerst der Nowitschock-Cocktail, der uns an den Rand einer nuklearen Konfrontation gebracht hat, jetzt im brandgefährlichen Stellvertreterkrieg in Syrien erneut eine Giftgasattacke … im jeweiligen Kontext vom angeblichen Täter jedesmal so angestellt, dass es dümmer und kontraproduktiver nicht geht.

Bei all den explosiven und medial hochgepushten Giftmischereien fällt uns aber womöglich gar nicht mehr die Giftmenge auf, die auf medialem Wege täglich in unsere Köpfe und Herzen geträufelt wird und die mittlerweile zu einer bedenklichen Intoxikation geführt hat, die wir innerlich kaum noch bewältigen können.

Aber womöglich ist der Durst nach Selbstbetrug und Illusionen inzwischen so groß, dass wir diese täglichen Gift-Infusionen brauchen wie der Junkie seinen regelmäßigen Schuss Crack.

Vielleicht hat der ehemalige ZDF-Journalist Wolfgang Herles recht mit seiner These, dass die meisten Menschen systematisch belogen werden wollen. Denn wirkliche Aufklärung würde das Weltbild derer, die die jeweiligen politischen Eliten als Führung akzeptiert haben, schlichtweg zerstören. Diese von Herles als „chronische Ignoranz“ bezeichnete Form der Stabilität basiere auf einem unsichtbaren Deal beider Ebenen – Herrscher und Beherrschte – die entsprechenden Tabu-Themen zu erkennen und im täglichen Leben zu umschiffen (siehe auch Interview Wolfgang Herles/KenFM auf YouTube).

Es wird in nächster Zeit also ganz darauf ankommen, wieviele Menschen bereit sein werden, diese – scheinbar bequeme und von unseren Leitmedien weidlich ausgenutzte – chronische Ignoranz zu überwinden. Wie schon zuletzt gesagt (siehe „Das Endspiel zwischen der menschlichen Individualität und dem Krokodil“), muss dies gar nicht die Mehrheit sein. Beim derzeitigen Durst nach Illusion braucht man sich die Hoffnung, diesbezüglich die Mehrheit zu gewinnen, wohl nicht machen. Da die Substanz von Humanität und menschlicher Vernunft aber eine tausendfach größere Hebelwirkung besitzt als diejenige der Ignoranz, braucht es gar nicht die Mehrheit, es braucht nur GENÜGEND Menschen – und das müssen gar nicht so viele sein, wie man gemeinhin annimmt. Genügend eben  – jeder von uns, der sich zu dieser kritischen Masse auf die richtige Seite der Waage hinzugesellt, kann den Ausschlag geben.

In diesem Sinne wieder einmal allen Lesern: Good night. And good luck.
Vielleicht geht ja alles gut, die transatlantischen Maasmännchen und Bundeswehr-Chefinnen, die unbedingt „Putin weh tun“ wollen, werden rechtzeitig psychiatriert oder in Seehofer’sche Gefährderhaft genommen und wir sehen uns nächste Woche in aller Frische und frohgemut wieder.

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