Bürgerüberwachung

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Erhält Jens Spahn sein finales Ermächtigungsgesetz?

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Am Mittwoch, den 25.03.2020 wurde ein Epochenwandel für dieses Land eingeleitet. Unter Tagesordnungspunkt 1, Unterpunkt C kam es im Deutschen Bundestag zur ersten Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite (1). 469 Abgeordnete stimmten für den Antrag, drei lehnten ihn ab, es gab 55 Enthaltungen (2). Bis auf die AFD stimmten alle Fraktionen für das Gesetz. Über drei Nachberatungen erfolgte die finale Umsetzung, durch die notwendige Weiterleitung an den Bundesrat. Am 27.03. erfolgte die Zustimmung, ohne Gegenstimmen (3).

Niemand konnte im März ahnen, dass schon im Mai der Entwurf eines Zweiten Gesetzes erfolgen würde. Der Grund, die Bevölkerung brav erduldend, die Opposition schweigend. In seiner Rede zur Notwendigkeit der Erweiterung dieses Gesetzes erläuterte Minister Jens Spahn im Bundestag, Zitat: Der neue Alltag erfordert eine neue Balance. Soviel Normalität wie möglich, so viel Schutz wie nötig. (4)

Betrachtet der Bürger die seit dem beschlossenen und durchgeführten Maßnahmen, seinen neuen Alltag; wirft man einen Blick auf die Entwicklungen in diesem Land, hinsichtlich massiver Einschnitte in das individuelle Dasein, den epochalen Bruch in Millionen Biografien, kann man hinsichtlich der Formulierung „Soviel Normalität wie möglich“, bei Betrachtung der Gegenwart nur noch müde, ja auch mehrheitlich verzweifelt den Kopf schütteln.

Anfang Mai regte sich zumindest zarter Widerspruch seitens der Opposition. Im Rechtsausschuss diskutierten die Abgeordneten über zu weitreichende Kompetenzen für Minister Spahn. Das Thema: Erlass von Rechtsverordnungen. Das Tor wurde im Reichstag dafür weit geöffnet, nun zeigten sich erste Zweifel an dem leichtsinnigen Abnicken.

Interview: 5G und Corona („Krude, krude, Blut ist im Schuhde“)

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Es ist durchaus verständlich, dass wir geneigt sind, gerade vor den abgründigsten Gefahren den Kopf in den Sand zu stecken. Die sogenannten Leitmedien unterstützen uns in diesem Bedürfnis auf höchst professionelle Weise, geben uns Wörter wie „Verschwörungstheorie“, „Aluhut“ und „krude“ an die Hand, mit denen wir alles, was uns überfordert, umgehend vom Tisch wischen können. Wir danken es ihnen. Denn wie der ehemalige ZDF-Journalist Wolfgang Herles bereits ausgeführt hat, würde eine wirkliche Aufklärung das Weltbild der Leitmedienbürger in ihrem Verhältnis zu bislang akzeptierten Autoritäten schlichtweg zerstören. Die meisten Bürger wollen daher systematisch belogen und beschwichtigt werden. Diese von Herles als chronische Ignoranz bezeichnete Form der Stabilität basiere auf einem unsichtbaren Deal beider Ebenen – Herrscher und Beherrschte – die entsprechenden Tabu-Themen zu erkennen und im täglichen Leben zu umschiffen. Krude.

Einer, der Tabu-Themen nicht umschifft, sondern sie mutig an den Hörnern packt, bevor sie uns aufspießen, ist Rechtsanwalt Wilfried Schmitz. In seinem jüngsten Interview packt er sogar besonders spitze Hörner an – sie sind erklärterweise heilig, diese Hörner, auch wenn jedermann, der sich nur geringfügig in die Materie vertieft, ersehen kann, dass der Stier, der diese Hörner trägt, direkt aus Dantes Eishölle stammt. Man darf in sozialen Netzwerken mitunter nicht einmal die Buchstaben ausschreiben, die auf diesen Hörnern geschrieben stehen: 5G. Man muss diese Buchstaben verklausulieren, wenn man nicht riskieren will, von Googles, Youtubes und Facebooks Zensur-Algorithmen umgehend gelöscht zu werden: Fünf Geh, 6D oder 3B. Krude.

Denn der „Rollout“ von 5G hat in der Agenda der Machteliten (siehe z.B. Website des WEF) absolute Priorität. 5G ist zu wichtig, als dass man Widerstand der Bürger aufkommen lassen dürfte – Widerstand, der sich umgehend einstellen würde, sobald die Bürger die Wahrheit über diese Technologie und den dahinterstehenden Wissenschaftsbetrug erfahren würden. Denn 5G ist die unabdingbare Infrastruktur, ohne die eine lückenlose biometrische Überwachung und Robotisierung der Gesellschaft, so wie sie vom World Economic Forum im Zuge ihres „Great Reset“-Planes angedacht ist, nicht umsetzbar wäre. Krude.

Dass die vielgepriesene 5G Infrastruktur in gewisser Hinsicht eine Art elektrischer Stuhl ist, auf den wir gerade gesetzt werden … mit der Beteuerung, man werde ihn ja ohnehin nicht einschalten, um uns den Garaus zu machen, werden fortschrittsbegeisterte Nerds empört von sich weisen. Krude.

Schon vor einiger Zeit haben führende Konstrukteure des CIA-/NSA-Bürgerüberwachungsnetzwerks in einem offenen Brief davor gewarnt, dass wir gerade schlüsselfertige Tyranneien / „turnkey tyrannies“ errichten (Quelle: The Guardian). Krude.

Wer einen Blick in die schöne neue 5G Welt der Zukunft machen möchte, der benötigt inzwischen nicht einmal mehr viel Phantasie, sondern braucht einfach nach China zu sehen, wo die Bevölkerung in Städten mittels 5G bereits in Echtzeit totalüberwacht, mittel Social Scoring bestraft und de facto versklavt wird. Krude eben, krude.

Das nachfolgende Interview über 5G wurde nicht im „Spiegel“ und nicht in der „Süddeutschen“ veröffentlicht, sondern in der „Wurzel“. Krude.

In einer Zeit, in der Verschwörungstheorien schneller Realität werden als Aluhüte den Bach runterschwimmen können, bleibt uns allerdings nicht mehr allzuviel Zeit, um uns aus der Herles’schen Illusionsfalle zu befreien und den Irrweg zu beenden. Sonst brechen schon demnächst wahrhaft krude Zeiten an.


P.S.: Wer den Bericht über mobilfunkfähigen Nanostaub für krude hält: Julian Assange hat in seinem letzten Video vor seiner Inhaftierung aus Geheimdienstunterlagen darüber berichtet, dass die staatlichen „Dienste“ eine solche Technologie tatsächlich entwickeln. „Smart Dust“ nennt man diesen Staub. Assange hat angemerkt, dass er diesen Staub eher „Evil Dust“ nennen würde.

(Vorwort: pw, Bild: Pixabay/CC0)

Zum Interview:

RA Wilfried Schmitz zu der Agenda hinter Corona – Interview PDF

 

Sex, Lügen und Videos – Über die Five Eyes, die auch in Ihrem Schlafzimmer live dabei sein dürfen

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flickr/ビッグアップジャパン/ CC BY SA 3.0

„Sex, Lügen und Videos“ – so hieß ein erfolgreicher US-amerikanischer Schmuddelfilm aus den 80er Jahren. Mittlerweile wurde diese Trias von staatlichen Behörden zu einem hochprofessionellen Geschäftsmodell gemacht. In einem jüngsten Leak von Edward Snowden erfährt man, dass die NSA gezielt das Sexualleben der Bürger ausspäht, um kompromittierendes Material zur Verfügung zu haben, das bei Bedarf zur Erpressung eingesetzt werden kann (die Veröffentlichung der Dokumente ist in einem neuen Buch Snowdens noch Ende dieses Jahres angekündigt).

“This pornographic material which is stolen from cell phones and computers around the world, is then analyzed and sorted in terms of potential value. Many of these images are then used to blackmail politicians and other influential people, forcing them to collaborate with the agency or face public sex scandals.”

Laut Snowden würde das intime Material nicht nur von Handies und PCs rund um den Erdball gestohlen, sondern die NSA würde auch selbst mit Kameras in den Privatbereich eindringen und kompromittierende Sexvideos anfertigen. Das explizite Ziel dabei sei es, Menschen in „erniedrigenden oder peinlichen Positionen zu filmen, um Zielpersonen in der Folge ausschalten oder manipulieren zu können“.

Snowden erzählt, dass das Material dieses Programms bereits dazu verwendet wurde, um viele namhafte Politiker zu stürzen (aus einem Interview mit dem Moskow Tribune: „Da sich die meisten Opfer der Erpressung beugen, kann ich schwer sagen, wie viele Personen von der NSA unter Druck gesetzt wurden. Aber ich kann Ihnen sagen, dass es Tausende sind, und viele davon sind sehr einflussreiche Personen.“). Als konkrete Opfer des Programms nennt er z.B. den früheren CIA-Direktor David Petraeus und den New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer, die nach dem Publikwerden von Sexskandalen zurücktreten mussten. Weiters den Fall des früheren Malaysischen Gesundheitsministers Chua Soi Lek, der von einer versteckten Kamera beim Intermezzo mit einer jungen Frau gefilmt wurde und in der Folge zurücktreten musste.

Für welche Gesundheits- oder Umweltstandards sich der Malaysische Gesundheitsminister eingesetzt hat, die den legitimen Profitinteressen der US Konzerne im Weg standen, habe ich nicht nachrecherchiert. Denn damit würde ich die rote Linie überschreiten und den Tatbestand des Bildens von „Verschwörungstheorien“ erfüllen. Und das Bilden solcher Theorien ist ja gemeinen Kleinbürgern wie mir seit einiger Zeit strikt verboten (siehe dazu auch ein aktuelles Interview mit dem Publizisten Mathias Bröckers, wonach „Verschwörungstheoretiker“ auf der nach unten offenen Denunziations- und Diffamierungsskala derzeit nur knapp über „Kinderschänder“ rangiert).

Doch dem Geheimdienst geht es nicht nur um prominente Köpfe, manchmal werden ja auch ganz unbekannte Menschen plötzlich zu Volkstribunen und gefährden etablierte Machtstrukturen und gutgehende Geschäfte  – für solche Fälle braucht man geeignetes Material, um diese Personen schnell wieder auf Linie bringen zu können. Nach Aussage von Snowden verfügt die NSA derzeit über 20 Milliarden pornographischer Fotos und über 500 Millionen Stunden an Videos, die fein säuberlich klassifiziert und mit Namen der darauf ersichtlichen Personen getaggt sind.

Die möglichen Kanäle, um Bildmaterial aus den privaten Kämmerchen der Bürger zu gewinnen, sind vielfältig. Angezapfte Webcams, smarte Fernseher (siehe Stern) und vernetzte Barbiepuppen (siehe ORF) übermitteln das, was in unseren Wohnzimmern so gesagt und getrieben wird, sofort in Echtzeit in eine unterirdische Cloud. Während es seinerzeit beim bulgarischen Dissidenten  Ilija Trojanow noch notwendig war, dass alle als regierungskritisch bekannten Familienmitglieder gleichzeitig zu behördlichen Terminen vorgeladen wurden, damit während ihrer Abwesenheit die Zimmer der Trojanows verwanzt und mit Kabeln verdrahtet werden konnten, während ein Lärmgenerator die Stemmarbeiten übertönen und somit auch für die Nachbarn unbemerkt machen sollte (in seinem Buch „Angriff auf die Freiheit“ schildert Trojanow sein Privileg, jedes Wort, das in seiner Kinderstube gesprochen wurde, heute in veröffentlichten Geheimdienstprotokollen detailliert nachlesen zu können), so schöpft man private Daten der Bürger heute wesentlich smarter und unspektakulärer ab. Wie der „Guardian“ enthüllte, verfügt der britische NSA-Bruder GCHQ über ein eigenes Programm mit Namen „Optic Nerve“, mit welchem User-Webcams millionenfach gehackt wurden. Nicht ohne Grund kleben daher sogar Nerds wie Mark Zuckerberg die Webcam- und Mikrofoneingänge ihres Laptops ab (ersichtlich auf einem Foto in Computerbild). Doch das Abkleben von Webcams wird uns nicht mehr lange helfen. Die Geheimdienste arbeiten bereits mit Hochdampf an der Herstellung insektengroßer Kameradrohnen (siehe Spiegel), die auch aus dem letzten Winkel jedes Hauses Bildmaterial in HD-Qualität liefern können.

Snowden in einem „Stern“-Interview: „Indem ich die Daten verbinde und analysiere, die ja jahrelang gespeichert werden können, weiß ich nicht nur, wann Sie ins Bett gegangen sind – ich weiß auch mit wem.“

Durchgeführt wird die intime Datensammlung laut Snowden vom Special Collection Service / SCS, jener strenggeheimen Spezialabteilung der NSA, die auch das Telefon von Angela Merkel über 10 Jahre lang abgehört hat (hier eine Selbstpräsentation des SCS in einem von Snowden geleakten Dokument). Wieviele „erniedrigende oder peinliche“ Details aus dem Privatleben der Bundeskanzlerin auf diese Weise digital verewigt wurden, werden vermutlich erst nachfolgende Generationen erfahren.

Aber keine Sorge, da es sich bei den Überwachern ja um „verlässliche Freunde“ handelt, sind die Daten in guten Händen. Vor „verlässlichen Freunden“ braucht man es nicht zu verbergen, ob man die Brustwarzen gepierct hat und welches Tattoo man auf der linken Pobacke trägt. Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten, das hat  doch schon Joseph Goebbels dem Volk mit dem Brustton der Überzeugung erklärt. Und hat doch die Bundeskanzlerin selbst bewiesen, dass man sogar in einer lückenlos überwachten Repressionsgesellschaft unter dem strengen Auge der Blockwarte „wissenschaftliche“ Karriere machen kann, wenn man sich nur richtig benimmt.

Wer so ungeschickt ist, sich nicht richtig zu benehmen, der gerät eben ins Netz der unten ersichtlichen Spinne (da ich kein gemeinfreies Foto des noch vor Kurzem als „top secret“ klassifizierten Logos der JTRIG-Abteilung finden konnte, habe ich es nur grob abgekritzelt; das Original aus der Dokumentensammlung Edward Snowdens ist hier ersichtlich):

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Die steuerfinanzierten Spidermen von der JTRIG (Joint Threat Research Intelligence Group) übernehmen bei Bedarf jede Art von medialer Drecksarbeit. Ihr Trainingsprogramm nennt sich – sic – „The Art of Deception“ (Die Kunst des Hintergehens/Betrügens) und umfasst hochprofessionelles Handwerkszeug, um die Reputation und wirtschaftliche Existenz von ins Ziel gefassten Personen oder Bürgerbewegungen zu vernichten (siehe die von Glenn Greenwald veröffentlichten Originaldokumente von JTRIG auf The Intercept, wie sie vom britischen GCHQ der NSA und den anderen drei Partnern der englischsprachigen „Five Eyes“-Allianz präsentiert wurden).

Das Symbol einer jederzeit zum Biss bereiten schwarzen Witwe des JTRIG-Logos ist in der Tat treffend gewählt. In den von Snowden geleakten Dokumenten erfährt man, wie zugebissen wird:

Das Handlungsportfolio der JTRIG umfasst Kampagnen zu Verleumdung, Rufmord und Sabotage geschäftlicher Beziehungen, sexuelle Kompromittierung (honeytraps) ebenso wie detaillierte Strategien zur Meinungssteuerung und Manipulation von Internetforen und Social Media (Glenn Greenwald: “…these agencies are attempting to control, infiltrate, manipulate, and warp online discourse”).

Laut eigenem Bekunden auf der geheimdienstlichen Präsentationsfolie ist die Arbeit der JTRIG mit 4 „D’s“ zusammengefasst:

The 4 D’s:  Deny / Disrupt /Degrade / Deceive

                 (Verleumden / Spalten / Erniedrigen / Irreführen)

Ein eigenes Flussdiagramm  der JTRIG-Brigade ist dem Thema „Things that pull a group apart“ (Wie man eine Gruppe spalten kann) gewidmet. Wer sich also bisher darüber gewundert hat, warum sich die weltweite „Occupy“-Bewegung trotz geballter Bürgerwut so schnell im Sand verlaufen hat und warum Friedensaktivisten neuerdings als Nazis dastehen, der findet womöglich in den oben verlinkten JTRIG-Dokumenten eine erschöpfende Erklärung. Aber halt – ich nähere mich schon wieder der roten Linie …

Sehen wir das Ganze also lieber positiv und lassen wir die Spider Murphy Gang und ihre digitalen Spinnentiere ruhig weiterkrabbeln. Wie uns der Spiegel, die „Bildzeitung für Abiturenten“ (Volker Pispers) erklärt, wollen die Geheimdienstbrigaden ja nichts anderes, als die „Herzen und Köpfe der Menschen gewinnen“ (siehe  Spiegel).

Auch passionierte Nudisten brauchen also in Zukunft keine Angst haben, in ihrem Eigenheim zuviel nackte Haut zu zeigen und können ihren Bademantel ruhig in der Mottenkiste liegen lassen. Unsere verlässlichen Freunde mit der Spinnenfahne wollen ja bloß unsere Herzen und Köpfe gewinnen. Und die kann man ja nötigenfalls bei Amazon als Ersatzteile nachbestellen.

Anpfiff zum Endspiel – Scripted reality at its best

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Warren Buffet – Foto v. Jamais Cascio / Flickr CC BY SA 3.0

Der jüngste Artikel des Eifelphilosophen über die plutokratischen Strategien zur Aushebelung von Demokratie und Rechsstaat (siehe Nachrichtenspiegel) hat viele erschüttert. Dabei hat es Warren Buffet bereits ganz offen ausgesprochen – und zwar mehrfach (siehe Aristoblog) :

„Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“

(”There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” – Interview in der New York Times vom 26. November 2006)

Während es also einige der gewichtigsten Plutokraten ganz unverblümt aussprechen, was derzeit an menschenverachtenden Machenschaften, Manipulation und Destruktion des Gemeinwohls läuft, so ist es dem fernsehenden Kleinbürger streng verboten, darüber laut nachzudenken – das wäre doch „Verschwörungstheorie“ (siehe Vorsicht, Verschwörungstheorie!), und Verschwörungen gibt’s ja bekanntlich nur in schlechten Filmen. Menschen im echten Leben machen sowas nicht.

Aufgrund egoistischen Macht-, Reichtums- und Kontrollwahns andere Menschen, unsere  Umwelt und ganze Völkerschaften in Elend, Ausbeutung und Tod zu drängen – nein, das verstieße ja gegen die UEFA-Fußballregeln, und diese gehören doch heute zum verinnerlichten Ehrenkodex eines jedes zivilisierten Menschen. Weiß doch jedes kleine Kind: Wer an einem Mitbewerber am grünen Rasen ein fieses Foul begeht, der bekommt vom Schiedsrichter sofort die gelbe oder rote Karte gezeigt. Dass man sich auf die Gültigkeit dieser althergebrachten Regeln verlassen kann, bekommt man täglich  im Fernsehen gezeigt.

Vermutlich hat Warren Buffet in seinem o.a. New York Times-Interview also bloß über ein Drehbuch zu einem geplanten neuen Hollywood-Schinken geplaudert – „DIE HARD – Teil VI“ oder so ähnlich wird dieser Film wohl heißen, wenn er demnächst anläuft …

An wen die Hauptrollen für dieses Drehbuch verteilt werden, steht noch nicht fest – ist aber in Wirklichkeit auch vollkommen nebensächlich …

Nachdem der Krakenarm der Paramount Studios bis über den Atlantik ins Schwäbische Hinterland reicht und es sogar in Wohlstandszeiten ohne Not gelungen ist, die gesamte Creme der deutschen Spitzenpolitik von Merkel bis Gauck und Gabriel, De Maiziere und Cem Özdemir unter Vertrag zu bekommen, wird es in Zeiten des akademischen Prekariats wohl kein Problem sein, passende Nachwuchsdarsteller  zu rekrutieren (siehe kurze Casting-Revue für Nachwuchstalente auf Youtube).

Die auf Lobbypedia veröffentlichte Liste der Mitglieder des Atlantikbrücke-Vereins stammt aus Januar 2013 – ab Februar 2016 waren die Mitglieder auf der offiziellen Webseite nicht mehr abrufbar. Um trotzdem einen ersten Einblick in das Spinnennetz der Macht zu erhalten, in das wir eingesponnen werden, während wir treuherzig EM gucken, hier ein unterhaltsamer 8-Minuten Klassiker von Erwin Pelzig:

Von Noam Chomsky zu Bin Laden – über den Unterschied zwischen Tauben und Krokodilen, schwarzem Kaviar und Schuhpasta

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 Foto:Tomás Castelazo CC BY SA 3.0 Quellenlink

 

Soeben hat die Aufsichtsbehörde der US-Geheimdienste DNI Dokumente ins Internet gestellt, die zeigen sollen, mit welchen (verwerflichen) geistigen Inhalten sich Osama Bin Laden beschäftigt hat.

Inzwischen trompeten bzw. titeln es alle englischsprachigen Zeitungen in die Welt hinaus: Der seinerzeit meistgesuchte Terrorist der Welt hat ein Buch von Noam Chomsky im Regal gehabt. Laut DNI verdankt die Öffentlichkeit diesen Fund Soldaten der US-Eliteeinheit Navy SEALs, die das Material in der pakistanischen Stadt Abbottabad eingesammelt hat.

Jetzt ist die Katze also aus dem Sack. Der anständige, systemtreue und wissenschaftsgläubige Bürger hat es doch immer schon geahnt, dass an Chomsky etwas faul ist. Nun ist es amtlich.

Noam Chomsky gilt (galt bisher) als einflussreichster und intellektuell brillantester Kritiker des Neoliberalismus und der US Außenpolitik. Von der New York Times wurde er als „wichtigster Intellektueller der Welt“ bezeichnet.

Da er als Professor am renommierten Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Cambridge verwurzelt ist und seine – übrigens bisher unwiderlegten – Verschwörungstheorien nicht bloß auf einer der üblichen unseriösen Internet-Plattformen publiziert hat, war er den Machthabern und neoliberalen Apologeten seit jeher ein schmerzlicher Dorn im Auge. Auch den exekutiven Heerscharen und Hohepriestern dieser Machthaber, den streng wissenschaftlich akkreditierten Fachleuten, war Chomsky ein wunder Punkt.

Wurden sie durch seine couragierten und logisch stringenten Publikationen doch stets daran erinnert, wie sehr sie ihre privilegierte Aufgabe als Intellektuelle und Meinungsbildner unserer Zeit verraten haben und sich nun als Büttel des szientistisch-technokratischen Mammon verdingen.

„Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht), dachten sie nach Beendigung ihres akademischen Studiums und bei Arbeitsantritt im neoliberalen Hamsterrad. Jedesmal, wenn sie in der Zeitung einen Artikel von Noam Chomsky lesen mussten, begann es in ihrem Gewissen aber wider jede Schulweisheit trotzdem zu stinken und zu faulen, und zwar ganz gewaltig.

Denn nach Ansicht von Noam Chomsky tun seine wissenschaftlichen Kollegen heute nicht das, was sie tun sollten – für Wahrheit, Erkenntnis und Gemeinwohl kämpfen, sondern das genaue Gegenteil. Hierbei bilden die akademischen Wissenschaftler eine „Art säkulare Priesterschaft“ für die Machtelite, indem sie Ideen, Pläne, Strategien, Werte, Theorien, Rechtfertigungen und Doktrinen für die ökonomischen und politischen Entscheidungsträger des Herrschaftssystems entwickeln und dem Rest der Bevölkerung „verkünden, was sie glauben sollen.“

Um dem Fußvolk das – an sich stumpfsinnige und daher sogar für den fernsehenden Dosenbierbürger wenig attraktive – Credo des Szientismus einzupläuen („Mensch und Welt sind nur geistlose Kohlenstoffzusammenballungen, ergo ist alles Wurst, ergo können Mensch und Umwelt nach reinen Effizienzkriterien ausgeschlachtet werden.“), bedarf es schlauer Köpfe. Die uns durch streng wissenschaftliche Studien beweisen können, dass schwarzer Kaviar den gleichen Lichtabsorptionskoeffizienten aufweist wie Schuhpasta. Deren flächendeckende Indoktrination uns in ein raffiniertes System einstrickt, gewoben aus den Garnen von Ignoranz, existenzieller Angst und Unterhaltungsanreizen. Dass sich dieses System zuverlässig bewährt, sieht man sogar an den Wahlergebnissen: Egal, wie frustriert und wütend der Bürger ist und für wieviele Korruptionsaffären er mit seinem Steuergeld bluten muss – wenn Wahlen anstehen, verschafft er mit zuverlässiger Sicherheit der verhassten Räuber-Hotzenplotz-Partei jedesmal erneut die Regierungsmehrheit.

Zitat Chomsky:

„Der Abschaum muss den Wert der Unterordnung schätzen lernen und, mit Scheuklappen versehen, auf die Suche nach persönlichem materiellen Gewinn geschickt werden. Darum ist es auch nutzbringend, die Bevölkerung auf einem niedrigen kulturellen Niveau zu halten, wie es in den USA recht erfolgreich gelungen ist.“

Weitere Kostproben aus einer sehr lesenswerten Rezension zu Chomskys Ansicht über die gegenwärtigen „Wissenschaftler“:

>> Sie identifizieren sich mit den Interessen der Mächtigen und halten diese für ihre eigenen. Für ihren Dienst und für ihre Verinnerlichung und Verteidigung des Wertekanons und der Interessen der Machtelite erhalten sie einen gewissen Anteil an der Macht, des Reichtums, der Privilegien und des Prestiges. Damit bilden sie nicht nur einen zentralen Pfeiler des ideologischen Indoktrinationssystems, sondern sie sind vielmehr entscheidende Akteure des staatskapitalistischen Propagandasystems für die Herrschaftssicherung der Machtelite, weil sie die breite, weniger gebildete Bevölkerungsgruppe (rund 80 Prozent) ideologisch zum Gehorsam, zur Passivität, Konformität, Habsucht und Unterwerfung erziehen, indem sie diese in ihrem sozialen, kulturellen Verhalten, Wissen und Denken bzw. in ihrer Wahrnehmung entsprechend formen, disziplinieren und kontrollieren. Dieses grundlegende soziale Verhältnis spiegelt sich auch in einer Zweiteilung der Medien wider, die entweder reine Medienkonzerne sind oder Konzernkonglomeraten angehören.

Das Geschäft dieser konzerngesteuerten Medien ist es nicht, ihre Leserschaft und Zuschauer mit Informationen und Zusammenhängen des Zeitgeschehens zu beliefern. Vielmehr verkaufen die Medienkonzerne ihre Leserschaft und Zuschauer an ihre Anzeigenkunden, also den großen Unternehmen und Konzernen, denn nur damit macht man als Medienunternehmen Gewinne. Die Zeitungen, Zeitschriften und TV-Sendungen der Konzerne vermitteln deshalb ein Bild von der Gesellschaft, die den politischen Bedürfnissen, Interessen und Perspektiven der Anzeigenkunden und den Medienkonzernen Rechnung tragen.

Für die extrem indoktrinierten und gebildeten Schichten existieren intellektuell ´anspruchsvolle` Elite- und Leitmedien, die politische und ökonomische Gegebenheiten und Entwicklungen innerhalb des vorgegebenen ideologischen Indoktrinierungsrahmens der Machtelite darlegen und kommentieren. All dies dient auch dazu, den übrigen 80 Prozent der Bevölkerung die notwendigen Illusionen bzw. Lügen als Wahrheit zu verkaufen, hinter denen sich die handfesten Interessen der Machtelite verbergen. Denn diese Leitmedien liefern nicht nur die passenden Themen, Bilder und Informationen, sondern setzen vor allem den zu befolgenden ideologischen Rahmen zulässiger Meinungen und Ansichten über die Welt für alle weiteren Massenmedien.

(…)

Für den übrigen Teil der Bevölkerung, also die ´weniger gebildete` und zum Gehorsam erzogene Mehrheit, gibt es die anspruchslosen Massenmedien, die vor allem dafür zuständig sind, die Menschen zu unterhalten, zu amüsieren, abzulenken (Sport, Seifenopern, Boulevard, Comedy, Krimis etc.), und sie mithilfe bedeutungsloser (nationalistischer, chauvinistischer) Slogans und des Fernsehens zu apathischen, autoritätsgläubigen, kaufsüchtigen wie desinteressierten Konsumidioten zu formieren. So wird die Bevölkerung sozial atomisiert, fragmentiert und dadurch politisch marginalisiert.

Dies wird durch eine falsche, lügenhafte oder irreführende Darstellung politischer, sozialer, ökonomischer Tatsachen, Erklärungen und Zusammenhänge begleitet, die von Regierungen und Konzernen mithilfe der PR-Industrie sowie intellektuellen Experten als notwendige Illusionen produziert und verbreitet werden. Die breite Bevölkerung soll eben nicht über die Welt selbstständig nachdenken, sie soll sich noch viel weniger politisch einmischen, vielmehr soll sie sich darauf beschränken, die in der Werbung angepriesenen Waren zu konsumieren, um einen fremdgesteuerten Lebensstil zu imitieren und nachzueifern.

Die Menschen sollen sich, um in einen apathischen Zustand versetzt zu werden, auf ihren Individualismus zurückziehen und nur noch ihrem persönlichen Gewinn verpflichtet fühlen: „Vom Kleinkinderalter auf von Propaganda überflutet, können die Menschen ihr sinnloses und untergeordnetes Leben akzeptieren und vergessen so lächerliche Ideen, wie ihre Angelegenheiten selbst bestimmen zu können.“ <<

Damit die Vertreter der herrschenden wissenschaftlichen Jurisprudenz also nicht als Verräter und Totengräber unseres Zeitalters in die Geschichtsbücher eingehen müssen, ist es wohltuend, dass der mittlerweile über 80jährige Chomsky nicht mit weißer Weste das Zeitliche segnet und seine Werke womöglich zu einer Art Bibel für die Mitglieder einer kommenden Resistance wider die szientistische Doktrin avancieren, sondern dass man ihn schwarz geteert und gefedert in die Annalen schickt.

In den aktuellen Presseaussendungen heißt es wörtlich: „Die Dokumente offenbaren einen Blick in die Denkweise des damaligen Chefs der Terrororganisation Al-Kaida.“ Neben der Lektüre von Noam Chomsky wird auch nicht unerwähnt gelassen, dass sich in Bin Ladens Bücherregal auch noch „andere Literatur bezüglich Verschwörungstheorien“ und „englischsprachige Studien von Denkfabriken über Terrorismus“ gefunden haben.

Mit anderen Worten lautet die Assoziationskette also: Bin Laden – Noam Chomsky – Verschwörungstheorien – Terrorismus – Hände weg.

Wer in Zukunft nach Noam Chomsky googelt, sollte das also tunlichst nicht in einem Zug mit der Bestellung von Neujahrs-Raketenböllern tun, sonst läuft er Gefahr, das gleiche Schicksal zu erleiden, wie diese US Familie, die gleichzeitig nach Kochtöpfen und Rucksäcken gegoogelt hatte. Postwendend wurde deren Haus von einer Polizeimannschaft in schwarzen Vans umstellt. Nach Aussage der Polizei würden jede Woche um die 100 solcher „Besuche“ abgestattet.

Lt. aktuellem britischem Gesetzesvorschlag sollen potentielle „Unruhestifter“ künftig alles, was sie publizieren oder in sozialen Medien verbreiten wollen, der Polizei zur Genehmigung vorlegen. Premierminister David Cameron zur Zielrichtung dieses Gesetzes: „Großbritannien ist schon zu lange eine passive tolerante Gesellschaft gewesen, die ihren Bürgern versprach: Solange ihr das Gesetz befolgt, lassen wir euch in Ruhe.“ Das heißt also im Klartext: In Zukunft ist der Schutz vor staatlicher Verfolgung nicht mehr garantiert, auch nicht für diejenigen, die die Gesetze befolgen. Zahlreiche europäische RegierungskollegInnen liebäugeln ebenfalls mit den Cameron‘schen Bürgerüberwachungs-Vorschlägen.

In diesem Sinne – genießen Sie die Lektüre kritischer Nachdenkmagazine wie diesem hier. Wer weiß, wie lange das noch möglich sein wird. Wenn alles so weiterläuft, gibt’s vielleicht bald nur noch Bild, Spiegel und deren Klone, um Nachrichten zu beziehen.

Sogar der an sich hochseriöse Gründer des alternativen Nachrichtenmagazins Nachdenkseiten.de, Albrecht Müller – seines Zeichens altgedienter Abgeordneter des Deutschen Bundestages und Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt, ist jüngst in die Schusslinie geraten und muss sich nun rechtfertigen, kein „Terrorzündler“ zu sein.

Seine NachDenkSeiten werden dafür mitverantwortlich gemacht, dass ein junger Mensch aus Deutschland mit Namen Samuel zur Unterstützung des IS nach Syrien gereist war. Denn Samuel hatte doch tatsächlich nachdenkseiten.de in seiner Browser-Leiste.

Wenn das ein wachsamer CDU/CSU-Politiker erfährt, ist der Schritt nicht mehr weit, die NachDenkSeiten auf die schwarze Liste zu setzen. Man muss doch tun, was man kann, um potentieller Terrorgefahr entgegenzuwirken. Und mit Nachdenken anfangen ist bekanntlich die Mutter des Terrors. Also bringen wir besser erst gar niemanden in die Versuchung, nachzudenken. Da keine Versicherung gegen die möglichen unerwünschten Nebenwirkungen des Nachdenkens versichert, eliminieren wir doch gleich dieses unkalkulierbare Risiko.

Zum Glück gibt es ja keinen Mangel an Ideen, um unsere Gesellschaft in Zukunft tod-sicher zu machen. Genauso wie es keinen Mangel an neuentwickelten Impfstoffen gibt, die man schon kleinen Babies intravenös in die Blutbahnen pumpen muss. Komisch übrigens, dass heute fast 80% der Bevölkerung an massiven Allergien oder Immunschwächen leiden und ihr Immunsystem auf jede Kleinigkeit sofort mit Überforderung und Durchdrehen antwortet, wo doch ihr Immunsystem vom zarten Säuglingsalter an nach allen Regeln der Technik mit chemisch-mikrobiellen Substanzen, Formaldehyd und Nanometall-Additiven „getunt“ und durchdesignt wurde.

Wer seinen Kindern das Zeug nicht in die Adern jagt, darf in den USA nicht mehr in den Kindergarten gehen. Erklärtes Ziel der Pharma-Lobby in Deutschland ist es, ebendiese US Zustände auch hierzulande zu etablieren. Streng wissenschaftlich akkreditiert von den Chomsky’schen Fachleuten und Pharmaexperten.

Die wissen schon, was für uns gut ist. Wir brauchen also nicht selbst nachdenken. Sonst geht uns womöglich ein Licht auf.

Und Licht vertragen die Spinnen, die hier im dunklen Keller – in dem auch wir unser Dasein fristen müssen -, ein dichtes Netz an Lügen gesponnen haben, am allerwenigsten.

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