Bürger

This tag is associated with 9 posts

Ein fröhliches Weihnachten … dem bitterarmen Deutschland

Montag, 18.12.2017. Eifel. Es weihnachtet schön, oder? Alle freuen sich, Glitzer und Lichter überall. Bald ist heilig Abend, da wird die Beute des Jahres unter den Verwandten aufgeteilt, jeder schenkt sich gegenseitig irgendwas, was man sich selber nie gekauft hätte und auch eigentlich gar nicht braucht. Nun – na ja, nicht jeder. Die Armen schenken sich gar nichts – oder haben mal das Jahr über gespart, um dem eigenen Kind ein Handy zu kaufen, damit es in der Schule nicht mehr so gemobbt wird. Dafür werden sie dann umgehend von der stets aktiven Bürgerwacht gescholten: schau mal, so arm, nichts zu essen aber das Kind kriegt ein Handy! Nun – manchmal soll das Handy zu Weihnachten auch etwas anderes sein: eine Entschuldigung der Eltern dafür, dass sie arm sind – also: alt. Chancenlos in einer Welt, in der Jugend zählt, Leistung, Engagement. Wer es sich in der Welt erlaubt, über 50 zu werden und in einer Firma zu arbeiten, die gerade pleite macht, der landet ganz schnell auf der Sozialmüllkippe, wird per Gesetzt und Staatsgewalt arm gehalten um wenigstens noch als mahnendes Beispiel herhalten zu können: sehet – so ergehet es euch, so ihr den Arbeitgeber nicht eure ganze Kraft, eure Leidenschaft, eure Liebe gebt! Und zwar: für wenig Geld.

Ach – was schreibe ich schon wieder. Es ist doch Weihnachten: da wollen wir doch schöne Botschaften hören! Da soll doch das Fest der Liebe gefeiert werden, als Trotz mitten in finstersten, eisig kalten Nächten wollen wir den Mächten der Dunkelheit doch zeigen, dass das Leben stärker ist die unheimlichen Mächte und Gewalten, die das Leben des Einzelnen so schwer machen! Eine schöne Botschaft habe ich in der Frankfurter Rundschau gefunden: dort finden wir ein Paradebeispiel dafür, wie die moderne, zivilisierte, demokratische Gesellschaft im Namen der alten Werte von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit für die gute Stimmung zum Fest sorgt (siehe FR):

„Stadtpolizisten erteilen einzelnen Obdachlosen, die im Freien schlafen, sogenannte Bar-Verwarnungen. Dabei müssen die Betroffenen vor Ort einen bestimmten Betrag bezahlen.“

Das Schlafen auf Bänken oder in Fußgängerzonen fällt unter den Tatbestand des Lagerns im öffentlichen Raum, das nach der städtischen Gefahrenabwehrverordnung eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) bestätigte, dass die Stadtpolizei von den Obdachlosen bisweilen ein Verwarngeld kassiere.“

Keiner kann Auskunft darüber geben, wie viel Geld da eingenommen wurde, wie hoch die Verwarnungsgelder sind – wen interessiert das auch schon zu Weihnachten? Hauptsache, die Armut verschwindet aus den Augen der brav funktionierenden Konsumdrohnen.

Ach ja – Obdachlose. Wussten Sie schon, dass die Zahl der Obdachlosen im nächsten Jahr dramatisch, exorbitant und rasant steigen soll? Von ehedem 390000 im Jahre 2016 auf 1,2 Millionen im Jahr 2018 (siehe Zeit). Gut: die haben den Vorteil, dass sie keine eigenen Weihnachtsbäume kaufen müssen – sie können sich Heilig Abend unter den prächtig geschmückten Bäumen in den dann leer gefegten Innenstädten versammeln … jedenfalls so lange, bis die Polizei kommt. Viele von ihnen sollen „Flüchtlinge“ sein – ein häßliches Wort eigentlich – die dann am eigenen Leibe in bitterer Kälte erleben dürfen, wie Deutschland Herz zeigt. Na ja – nicht alle Obdachlosen leben auf der Straße, momentan ist es nur ein Bruchteil, vielleicht 60000. Jedenfalls: noch. Da bezahlbarer Wohnraum immer seltener wird, weil „wohnen“ von großen Kapitalgesellschaften als neue Ausbeutungsquelle entdeckt wird, dürften da bald mehr Menschen auf Parkbänken oder bei Freunden und Verwandten nächtigen – alles im Dienste des Aufschwungs und des Endsiegs gegen die grausamen Mächte der Globalisierung.

Nein – das war jetzt wieder zu negativ. Das passt nicht unter den Weihnachtsbaum. Passt ja vieles nicht darunter, viele Dinge, die wir nicht hören wollen – aber wissen sollten (siehe Stern):

„Innerhalb der alten EU-Länder ist Deutschland der arme Mann des Kontinents. Nur die Bevölkerung in den Ländern, die jenseits des Eisernen Vorhangs lagen, ist noch ärmer. Deutlich wird das, wenn man die Medianwerte des Vermögens und nicht den statistischen Durchschnitt betrachtet.“

Lassen Sie uns doch die Zahlen einfach mal anschauen:

„Der Medianwert des geldwerten Vermögens für die Erwachsenen liegt in Deutschland bei 47.000 Dollar. Schon im krisengebeutelten Griechenland sind es mit 55.000 Euro 8000 Euro pro Nase mehr. Dass die unmittelbaren Nachbarn – Holländer (94.000), Dänen (87.000 Dollar), Belgier (168.000 Dollar) – reicher als die Deutschen sind, kann kaum verwundern. Man sieht es bei jedem Besuch. Erstaunlich allerdings, dass Franzosen (120.000) und Italiener (125.000) mehr als doppelt so reich wie die Deutschen sind. Lichtenstein (168.000) und Schweiz (229.000) bilden erwartungsgemäß die Spitze. In den alten Ländern der EU liegt nur Portugal (38.000) hinter Deutschland.“

Sicher – wir verdienen mehr als die. Wir haben nur nichts davon – weil in Deutschland noch der Geist von Bauer, Bürger, Edelmann herrscht. Das sieht man ja am Schulsystem, in dem es seit hundert Jahren keine gravierenden Änderungen mehr gegeben hat: der Bauer geht in die Hauptschule, der Bürger in die Realschule, der Zögling des Edelmannes macht Abitur, damit er den Abteilungsleiterposten von Papa übernehmen kann, wenn der mal in Rente geht. „Vermögensbildende Maßnahmen“ für Bauern und Bürger sind in Deutschland nicht gewünscht, wir möchten gerne die klassische, mittelalterliche Ständegesellschaft beibehalten, die sich über die Jahrhunderte gut bewährt hat. So ergeht es halt einem Volk, das nie die Kraft  zur Revolution hatte und seine Stärke eher in anbiedernder Biedermeierei sieht

Biedermeier? In Zeiten, wo 41 Prozent der deutschen Schüler nicht mehr wissen, wofür der Begriff Auschwitz steht (siehe Spiegel), sollte man nicht erwarten, dass noch jemand die grausigen Auswirkungen der verlogenen Biedermeierzeit kennt … in der wir aktuell wieder leben. Nun – in Wirklichkeit wissen auch die anderen nicht, wofür Auschwitz steht – und deshalb erkennt man auch nicht, wie sehr das deutsche feudal orientierte Staatsschiff wieder Kurs nimmt auf die gleichen Prinzipien: Auschwitz steht für die möglichst preiswerte massenhafte Auslöschung menschlicher Existenzen, deren Arbeitskraft noch nicht mal mehr ein Minimum an Rendite erwirtschaftet – mal brutal gesagt: die Endlösung der Massenarbeitslosigkeit. Man hatte Millionen Menschen die Möglichkeit genommen, für ihr Leben aufzukommen, ihre Betriebe, Geschäfte und Höfe wurden billigst an Parteigenossen und Meistbietende versteigert (wo der Bürger gerne zugriff, um sich endlich mal für einen kurzen Moment als Edelmann zu fühlen) – und irgendwann wurden die Ressourcen knapp, es mussten Lösungen her. Das übliche Erschießen war zu teuer – da hatte man fein nachgerechnet – also wurde der deutsche Ingenieur und Wissenschaftler zu Rate gezogen, wie man das denn möglichst gründlich und billig anders erledigen konnte.

Das „Narrativ“ (= die erzählte Geschichte, bzw. das sinnstiftende Erzählmotiv) ändert sich so deutlich: nicht der staatlich verordnete Judenhass steht im Mittelpunkt, sondern das Zentralproblem des Kapitalismus, dass derjenige, dessen Existenz keinen Profit für den Edelmann liefert, keine Lebensberechtigung mehr hat. Uns wird lieber die Geschichte mit den Juden erzählt (die auch wahr ist, keine Frage – aber in der Vernichtungslogik sind halt Elemente enthalten, die eher … betriebswirtschaftlich sind), weil sich so Auschwitz als Singularität, als Unfall der Geschichte verkaufen läßt – anstelle der anderen Geschichte, die uns Bauer, Bürger und Edelmann lieber nicht erzählen wollten.

Modern formulieren wir das natürlich anders – wir sagen nicht mehr Bauer, Bürger, Edelmann, wir haben da viel schönere Wörter, die inzwischen jeder kennt: Hartzer, Konsument und Promi sind unsere Kasten.

Schon wieder: negativ. Wir wollten doch zu Weihnachten was schönes, was erbauliches, was … biedermeierhaftes. Nun – erstmal zum Biedermeier. Aus einer Quelle für Kinder – damit es wirklich jeder verstehen kann (siehe Kinderzeitmaschine):

„Politische Mitsprache oder gar Kritik waren in dieser Zeit unerwünscht und wurden unter Umständen auch hart bestraft. Das fanden all die kritischen Köpfe, die für mehr Freiheit und Demokratie kämpften, gar nicht gut. Doch für viele Menschen bedeutete dieser Rückzug in das Private mehr Sicherheit. Dieser Rückzug war auch eine Reaktion auf die Karlsbader Beschlüsse von 1819, durch die die Freiheiten der Menschen stark eingeschränkt worden waren.“

„Die Familie wurde sehr wichtig und das Leben und Wirken im persönlichen Zuhause kennzeichnete die Zeit des Biedermeier. Sehr gut sieht man das auf Gemälden dieser Zeit, in der die „heile Familie“ immer stärker in den Mittelpunkt rückte.“

Endlich mal was Positives: die Famile. Wussten Sie, dass heutzutage fast 50 Prozent aller Ehen geschieden werden? Oh – sorry: wieder was negatives.

Auch Positiv: auch wir leben in einer Zeit, in der politische Mitsprache oder gar Kritik unerwünscht sind – und unter Umständen auch hart bestraft wird: mit öffentlicher Ächtung, medialer Schmähung und breit angelegter Verachtung. Noch nicht gemerkt? Ich merke: Sie sind schon ganz schön gebiedermeiert – feine Mietwohnung in gutem Viertel (als könne ein Stadtviertel moralische Qualitäten erhalten – aber der moderne, verwässerte, pervertierte Begriff des „Guten“ hat ja nicht umsonst dazu geführt, dass „Gutmensch“ ein Schimpfwort geworden ist, worüber sich viele aufregen. Das „Gutmenschen“ Nächstenliebe für „Sozialromantik“ halten, wurde jedoch kritiklos akzeptiert).

Ich könnte Ihnen da ein paar Themen nennen … möchte aber nicht zu sehr ins Detail gehen, weil auch ich ja Angst vor der Verfolgung habe. Einmal geoutet, werden Sie in diesem Land Schwierigkeiten haben, noch einen Job zu bekommen – und Job ist das, was Ihnen die Lebensberechtigungsscheine verpasst. Vorbei die Zeiten, in denen die Natur alles umsonst liefert – der Fortschritt hat halt alles anders gemacht, besser, schöner … jedenfalls für die Kaste der Edelmänner (und Edelfrauen – wir leben ja nicht mehr im Mittelalter). Die Themen kennen Sie im Übrigen alle: selbst Theorienbildung – Grundlage jeder Wissenschaftlichkeit – ist verpönt, sie können dafür schnell unter hämischem Gelächter der sadistischen Folterknechte und Spießbürger Aluhüte verliehen bekommen, die nichts anderes aussagen sollen als dass Sie ein vogelfreier, geistig kranker, abartiger, nutzloser Schädling sind.

Gut: sprachlich haben wir uns vom Mittelalter etwas entfernt – inhaltlich jedoch überhaupt nicht. Biedermeierzeit halt: des Deutschen Allzweckwaffe gegen Unbequemes. Seit Jahrhunderten bewährt. Nicht mehr lange, da werden sich die Zeiten ändern, denn die Natur kann ohne Insekten keine Früchte produzieren – und ohne Früchte werden wir sehen, dass selbst unsere gewaltigen, neu erworbenen Bitcoinschätze uns nicht ernähren können. 75 Prozent der Insekten in Mitteleuropa sind schon fort – und die Folgen werden der pure Horror sein (siehe WDR):

„“Die Ergebnisse der Untersuchung sind schockierend. Die Arbeit ist methodisch sauber und zeigt flächendeckend für eine große geografische Region Mitteleuropas einen massiven Biomasserückgang für Insekten. Wir befinden uns mitten in einem Albtraum, da Insekten eine zentrale Rolle für das Funktionieren unserer Ökosysteme spielen„, warnt Prof. Dr. Johannes Steidle der Universität Hohenheim.“

Andere werden noch deutlicher – wie Dirk C. Fleck (siehe Rubikon):

„Denn der Tsunami der Zerstörung, den das Dauerbeben eines ungezügelten Kapitalismus ausgelöst hat, reißt weiterhin ungebremst alles aus dem Gleichgewicht: das filigrane ökologische Netzwerk ebenso wie die sozialen Strukturen unserer globalen Zivilgesellschaft.

Bemerkenswert daran ist nur, dass die meisten Menschen angesichts des bis zum Anschlag betriebenen Raubbaus an der Natur kein Gefühl des Verlustes verspüren. Selbst wenn der Südpol über Nacht auf 20 Quadratmeter schrumpfen und das letzte Dutzend Pinguine sich auf den Köpfen stehend mit den Fächerfüßen gegen die stechende Sonne zur Wehr setzen würde – das Gros der Menschen bliebe davon gänzlich unbeeindruckt.“

Unbeeindruckt weil – im Biedermeiermodus. Eingelullt von täglich rund um die Uhr laufendem Beruhigungsfunk, dessen Kernbotschaft lautet: „bleiben Sie sitzen, bleiben Sie in ihren Häusern, bleiben Sie auf dem Sofa, lassen Sie das Fernsehgerät eingeschaltet – wir informieren Sie über aktuelle Entwicklungen rund um die Uhr! ALLES WIRD GUT!“ entwickelt sich halt schnell das Gefühl von wohliger Geborgenheit, das böse Draußen ist halt nur Draußen – innen ist alles heil und heilig (von der Zunahme der häuslichen Gewalt – siehe Frankfurter Rundschau – mal abgesehen).

Ja – das ist die eindeutig gute Nachricht in dieser Zeit: das alles wird ein baldiges Ende haben – nicht nur wegen den Insekten, die ja eigentlich keiner wirklich vermisst, solange die Autoscheibe auch bei Langstreckenfahren im ländlichen Raum sauber bleibt, sondern auch wegen unserer desaströsen Art des wirtschaftens (siehe Manager Magazin):

„Es ist Zeit, dass wir unsere Wirtschaftspolitik grundlegend hinterfragen. Seit Mitte der 1980er-Jahre setzen wir darauf, mit immer mehr Schulden kurzfristiges Wachstum zu erzielen. Dabei nimmt die Produktivität der neuen Schulden immer mehr ab. Nachdem jahrzehntelang die Wirtschaft im Einklang mit der Verschuldung wuchs, werden heute weltweit immer mehr Schulden gebaucht, um überhaupt noch Wachstum zu erzielen. Die Ursache liegt in der überwiegend unproduktiven Verwendung der Schulden. Wir kaufen uns damit gegenseitig vorhandene Vermögenswerte zu immer höheren Preisen ab. Im Unterschied zu Investitionen in neue Produkte und Dienstleistungen wächst dadurch die Wirtschaft jedoch kaum, wenn man von dem Zusatzkonsum durch den Reichtumseffekt steigender Vermögenspreise absieht.“

Ein Konsum, der nur noch durch völlige Vernichtung unsere Ökosphäre zustande kommt. Super. Selbst Goldman Sachs – die globale Bank, die so raffiniert aufgestellt ist, dass sie sogar in Megakrisen noch Megagewinne errechnet (nur errechnet, nicht erwirtschaftet – dieser Unterschied wird leider viel zu selten erlebt) warnt vor einem neuen Megacrash (siehe Zeit).

Alle … wissen Bescheid. Warum tut eigentlich keiner was dagegen?

Nun – kommen wir endlich mal zu den positiven Dingen unserer Gegenwart: wenn wir wollen können wir wissen, wie die denken, die an den Hebeln der Macht sitzen, welcher Philosophie sie folgen – rein aus Gründen der Nützlichkeit für die persönlichen, egoistischen Ziele. Der von mir sehr geschätzte Herr Preparata (noch nicht Aluhut-würdig, weil die bildungsfernen Schichten der deutschen Pseudointellektuellen ihn nie gelesen haben, noch er durch Einladung in eine Talkshow geadelt wurde) hat den kleinsten gemeinsamen Nenner unserer „Elite“, unserer Edelmänner, kurz zusammengefasst:

„Schließlich bildet dieses polyphone Ensemble einen eigenen (postmodernen) geregelten Orden, dessen verbindliche Grundsätze man stenographisch wie folgt zusammenfassen könnte: Verherrlichung der Gewalt und des Krieges, Machtgier, Glaube an ein Nichts nach dem Tod, Einwilligung in die oligarchische und tyrannische Herrschaft, Glaube, dass Überbevölkerung eine Plage ist, Glaube an die Notwendigkeit des Kampfes zwischen den Völkern und die Faszination des korrumpierten „Wortes““. (siehe: Preparata, Die Ideologie der Tyrannei, Dunker & Humblot, Berlin 2015, Seite 193).

Da verläuft die eigentliche Front unserer Gegenwart – und wer nun wissen will, was zu tun ist, braucht einfach nur die Gegensätze zu den Lehrsätzen der Edelmänner bilden: schon haben wir eine Philosophie, die uns eine unerschöpliche Quelle humaner Werte vermittelt … dazu gehört – als zentraler politischer Wert – auch die feste Gewissheit über die Unsterblichkeit des menschlichen Bewusstseins … die auch die Physik inzwischen als möglich erachtet (siehe livenet.ch).

Doch das ist keine Philosophie für Edelmänner – ihre Macht endet nach dem Tod, was sie sehr ärgert: alle Früchte ihrere Arbeit verschwinden im Nichts – selbst die der Pharaonen, Kaiser und Mulitmilliardäre. Und man begegnet womöglich – diesmal machtlos – all´ jenen geschundenen Seelen, die von der Herrlichkeit der Erde wenig hatten, weil sie in Fabriken, Büros und Bergwerken sinnlos entfremdeter Arbeit nachgehen mussten, Seelen … die darüber mal ein Gespräch führen möchten.

Und das … wäre eigentlich die schöne Botschaft zu Weihnachten: das man endlich weiß, was man dagegen tun kann. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ – lautet die einfache Botschaft für jedermann. Und die erweiterte Botschaft würde lauten: schaffe einen Orden integrer Menschen, die Gewalt und Krieg als die wirklichen Feinde der Menschheit erkennen, die wissen, dass jede Form von Macht Menschen wahnsinnig macht und man sie davor schützen muss, die Wissen, dass der Tod nur die Befreiung der feinen Seele aus dem groben Matsch der Materie darstellt, die die Herrschaft von Menschen über Menschen generell und überall ablehnen, die den Mythos der Überbevölkerung zurückweisen, weil jede menschliche Seele wertvoll ist, die den unpersönlichen Kampf zwischen „Völkern“ als groben Unfug ansehen und die das Wort zur Verständigung und zum Verstehen benutzen – vielleicht auch oder einfach gerade deshalb, weil „Sprache“ an und für sich schon auf die Existenz von Göttlichem hindeutet (siehe livenet.ch).

So einfach ist dann auch die Evolution (nicht: Revolution) des Menschen vom Feudalstaat, der in Deutschland ungebrochen seit tausend Jahren das Denken bestimmt.

Es ist einfach – aber nicht „bequem“ … was für Biedermeierzombies einfach eine Zumutung ist – doch genug der finsteren Aussichten, konzentrieren wir uns einfach auf das Helle: in dieser Hinsicht wünsche ich mal allen … fröhliche Weihnachten!

PS: und wem das an praktischen Maßnahmen gegen die finsteren Mächte und Gewalten immer noch nicht reicht, der darf sich gern an dem kleinen britischen Dorf orientieren, dass sich absolut erfolgreich gegen den Zerfall gewehrt hat (siehe: Schlaglichter.at): Tankstellen, Buslinien, Käsefabrik … alles in der Hand der normalen Bürger.

Das Paradies … liegt direkt vor der Haustür.

Immer noch.

 

 

 

Der stille Tod des deutschen Bürgertums – eine Antwort an Jakob Augstein

Montag, 19.12.2016. Eifel. Ja, du meine Güte: da ist ja was los in dem Land! Endlich mal Aktion, endlich kommt mal die große Gefahr vor der alle gewarnt haben, endlich – nach jahrzehntelanger vergeblicher Warnung – ist der Feind da, das Böse, das Ungeheuer. Nein – ausnahmsweise ist es mal nicht Putin. Der steht immer noch Synonym für den „Gottseibeiuns“ (neudeutsch und respektlos: Satan, Teufel, Beelzebub), ist aber momentan nicht „in“. In den feinen, gebildeten, sich selber aus unergründlicher Anschauung als „irgendwie links“ verortenden Schichten der gutbürgerlichen Kreise, die alle Moralforderungen der Obrigkeit punktgenau erfüllen, wird ein neuer Teufel diskutiert – ein Teufel, der das Ende des Bürgertums signalisiert.

Bürgertum? Nun – kaum jemand weiß noch, was das ist. Kurz erklärt: es gab mal eine Zeit, da gab es Herren und Sklaven – den Adel und den Rest. Von dem Rest kamen einige auf die Idee, Städte zu bauen, Städte, die mächtiger waren als Burgen. Von „burga“ (Schutz) leitete sich auch das Wort ab: die Stadtbewohner waren so mächtig, dass sie sich gegenseitig Schutz vor den Kriegsknechten des Adels geben konnten, ja, sie konnten sogar Armeen aufstellen, die den Adel im Feld schlugen. Diese Ideen fanden viele so toll, dass das Bürgertum dann auf den Staat ausgedehnt wurde. Es war natürlich ein beschränktes, elitäres Bürgertum. Damals wie heute – und wie auch schon in Griechenland und im alten Rom – war Reichtum ohne Sklaven oder Tagelöhner (heute:  Niedriglöhner mit kurzer Kündiungsfrist) nicht denkbar.

Ja – nun schauen Sie nicht so: Ihr Eigenheim, Ihr SUV, Ihre Jahresurlaube, Ihre Flut an teuren Weihnachtsgeschenken, Ihre energieintensive Weihnachtsbeleuchtung, Ihre Maßanzüge wären nicht denkbar ohne eine breite Sklavenkaste, die für wenig Geld viel Arbeit leistet. Über ein paar von ihnen hat der WDR berichtet (siehe „Wir Sklavenhalter“, ARD), Millionen anderer, die nur Dank rot-grünen Niedriglohnsektors in bitterer Armut leben, sind da noch nicht mal erwähnt. Nicht in absoluter Armut, da haben Sie Recht, aber in „bitterer“ – weil sie politisch gewollt und verordnet ist, weil unsere feine Gesellschaft ein Drittel der arbeitenden Menschen in finsterer Knechtschaft hält, um sich ihre luxuriösen bürgerlichen Privilegien weiter gönnen zu können – vor allem das oberste Privileg: auf andere herabschauen zu können, um nicht zu merken, wie bescheiden es ihnen selber geht. Dabei machen auch die neofeudalen Kreise in Politik, Konzern und Verwaltung gerne mit: so spaltet sich ein Volk selbst.

Doch kommen wir erstmal zum nächsten Teufel – dem Trump, der Teufel aus dem Westen, der schon signalisiert hat, dass er mit dem Teufel aus dem Osten gut klar kommt. Die Stimme des deutschen seichtlinken Gewissens hat sich hier zu Wort gemeldet: Jakob Augstein, Mitbesitzer des Hassblattes „Spiegel“, klärt uns über die Gefahren auf (siehe Spiegel):

„Donald Trumps Kabinett könnte aus einer linken Parodie stammen – Militärs und Milliardäre übernehmen die Macht. Karl Marx hatte doch recht: Dem bürgerlichen Zeitalter droht das Ende.“

Schön ist auch die Begründung:

„Donald Trump ist noch gar nicht Präsident – und schon straft er alle Kritiker Lügen: Dieser Mann ist nicht so schlimm wie befürchtet, er ist schlimmer. Sein Kabinett, so weit es bislang feststeht, sieht aus wie der wahr gewordene Albtraum eines linken Sozialkundelehrers: Jedes linke Vorurteil über „Staatsmonopolkapitalismus“ und „militärisch-industriellen Komplex“ wird wahr. Militärs und Milliardäre übernehmen im Herzen der westlichen Welt die Macht.“

Jetzt haben wir endlich den Verantwortlichen gefunden: der Trump wars. Der Trump hat deutsche Soldaten weiter geschickt, als sich Hitler je erträumt hätte, der Trump hat die gigantischen Hedgefonds auf die kerngesunde Wirtschaft losgelassen, der Trump hat den Niedriglohnsektor befohlen. Das Ergebnis:

„Das bürgerliche Zeitalter kommt an sein Ende.“

Wegen Trump, der noch gar nicht im Amt ist – und – für einen deutschen Linken kaum verständlich – auf sein Präsidentengehalt verzichtet. Warum auch nicht: er ist zum Aufräumen angetreten, nicht zum Abkassieren.

Manche sind da weiter im Verständnis der Zusammenhänge (siehe Heise):

„Weder in den USA noch in Großbritannien hat ausschließlich die weiße Unterschicht – von den „Oberen“ verächtlich „white trash“ genannt – entgegen den Erwartungen abgestimmt. Insbesondere in den USA hat sich auch die US-Mittelschicht nicht für Trump sondern oftmals gegen Clinton und das damit verbundene sogenannte „Establishment“ entschieden. Trump wurde nicht zum Präsidenten gewählt, weil er so ein toller Hecht ist, sondern weil die Menschen es satt haben, dass sich das oberste Prozent der Bevölkerung ausschließlich um sich kümmert und sich gnadenlos bereichert, während der Rest auf der Strecke bleibt und obendrein für dumm verkauft wird.“

Es sind die Autoren eines Spiegel-Bestsellers, Matthias Weik und Marc Friedrich, die uns über die Widergeburt des trumpelnden Teufels aufklären – und auch darüber, warum unsere feine „Elite“ davon überhaupt nichts mehr mitbekommt.

„Wer jedoch jeden Andersdenkenden als dumm oder als etwas noch schlimmeres und jeden sozial schlechter Gestellten als faul bezeichnet und sich parallel völlig realitätsfern zumeist auf dem Parkett schicker Hotels und Wohngegenden, exklusiver Events und Businessclubs, hipper Bars und Nobelrestaurants oder auf Golf- beziehungsweise Tennisplätzen bewegt (und vorzugsweise in der Business oder First Class eincheckt) wird auch zukünftig von den kommenden demokratischen Wahlen in der westlichen Welt „überrascht“ werden.“

Ein einziger Satz – und jedem kann klar werden, dass unsere Funktionärselite in einer Paralellgesellschaft lebt, die weit entfernt von der politischen Realität der ehemaligen „Bürgers“ ist. Man versteht die politischen Bewegungen auf einmal … und wer noch Geschichte in der Schule gelernt hat, der weiß: der „starke Mann“ kommt immer dann, wenn die „Eliten“ völlig pervertierten, ihren Reichtum protzend zur Schau trugen – und für die Normalvernunft nicht mehr nachvollziehbare politische Entscheidungen trafen.

Darf ich dem Herrn Augstein mal etwas über die gesellschaftlichen Realitäten erzählen – die auch von rot-grün in Szene gesetzt wurden?

Gern.

Dank feudaldeutscher Sozialgesetzgebung gibt es in Deutschland inzwischen „Bürger“, die – per Anordnung der Staatsgewalt – von 90 Euro im Monat leben müssen; NEUNZIG – in Worten. Reicht noch nicht mal für ein Essen in jenen Etablissements, in denen unsere Funktionärselite so gerne speisen geht. Strom und Telefon sind da nicht mehr möglich, Heizkosten und Wasserkosten werden da zum tödlichen Risiko (siehe Huffingtonpost). Diese Risiken sind auch hauptverantwortlich für den 35-prozentigen Anstieg von Obdachlosigkeit in Deuschland (siehe Deutschlandfunk), Szenen wie aus einer großen Wirtschaftskrise … nur haben wie die Krise nicht. Die habe nur einige Millionen, aber zwei Drittel haben sie noch nicht – jedenfalls so lange nicht, bis die Konzepte für die Industrie 4.0 weitere 18 Millionen Arbeitsplätze vernichten. Ja – in Deutschland, nicht in Bangladesh, wo wir von Kindern unsere Hemden nähen lassen, die uns so überaus fein stehen.

Wir sind in Deutschland wieder so weit, dass wir inzwischen unschuldige Bürger stundenlang einkesseln dürfen (siehe N-tv), die Botschaft ist klar: meidet das demonstrierende Pack – sonst seid ihr selbst dran. Ja: stellen Sie sich ruhig selbst mal vor, wie das ist, stundenlang eingekesselt zu sein – und nicht auf die Toilette zu dürfen. Das sind Schmerzen – die sind unerträglich. Ebenso wie die Schmach, wenn man die Schmerzen nicht mehr aushält. Ihr Staat findet was ok – man muss ja auch nicht demonstrieren, man kann ja auch gehorsam sein. Dafür werden 11-jährige Kinder vor Gericht gestellt (siehe mittelbayrische)  … weil sie beim Fussballspielen am Tor vorbeischossen. Merke: auch Fussball wird gefährlich. Todesfälle durch Pfefferspray? Kein Problem, wird weiter eingesetzt (siehe neues-deutschland). Gut – es ist nur in Kombination mit Kokain schädlich … und das erkärt vielleicht auch, warum wir so wenig Politiker auf Demos haben.

Reicht das schon? Sind nur Meldungen der letzten Tage, die bei mir hängen geblieben sind.

Ja – reicht?

Mir nicht.

Stuttgart 21 – da haben Demonstranten zwar nicht ihr Leben aber ihr Augenlicht verloren – wird … wie Elbphilharmonie und Berliner Flughafen … zu einer Dauerkostenstelle (siehe SWR), was nur nicht berichtet wird – nie – an solchen Baustellen verdienen wieder viele „Funktionäre“ in Konzern und Amt eine goldene Nase. Kann sich ein Herr Augstein vorstellen, wie einen das ankotzt? Genauso wie der angebliche Kampf gegen Rechts, der äußerst lukrativ ist: aus der Amadeo-Antonio-Stiftung ist dank Staatsmitteln inzwischen eine Bank geworden (siehe jüdischerundschau), eine Bank, die mit primitiven Methoden von Stasi und SA gegen Andersdenkende hetzt, die zuvor – einfach mal so frei heraus – für „rechts“ erklärt wurden … so, als seien Kauder, Seehofer und Merkel linke Spinner.

Oder der Emissionshandel? Sollte das Klima verbessern, führte aber – dank großzügiger Schenkungen der Regierung an die Konzerne – zu Konzengewinnen von 25 Milliarden Euro (siehe Spiegel), mehr als der Bund für 6 Millionen Hartz-IV-Verurteilte ausgibt.

Noch eins? Diesel. Die preiswerte Art, Auto zu fahren. Heute … weiß ja jeder: die sind giftig. Gesund geht nur teuer. Man will sogar die Innenstädte für Diesel sperren, um die Apokalypse zu verhindern. Hat ja jeder geschluckt, diese Nachricht. Nur … liest man mehr, erfährt man andere Wahrheiten (siehe Spiegel):

„Viele Kunden sind nach dem VW-Skandal verunsichert, der Marktanteil von Dieselautos geht zurück. Für die Hersteller ist das ein Problem: Ohne die Selbstzünder sind die CO2-Vorgaben zum Klimaschutz kaum zu schaffen.“

Ja – Diesel verbraucht halt weniger. Macht weniger CO2. Wäre also eigentlich gesund – aber was wäre das für ein Gewinn für die Autoindustrie – die gerade zehntausend Arbeitsplätze abbaut – wenn man alle Dieselautos verbieten würde und Neuanschaffungen nötig wären? Cool kalkuliert, oder?

Doch was sagt die Elite dazu? Hören wie sie mal, in einem – auch aus anderen Gründen – äußerst peinlichen und unwissenschaftlichen Artikel über „Verschwörungstheorien“ (siehe Zeit):

„Aber wir müssen versuchen, schon bei Schülern ein Verständnis dafür zu wecken, wie Gesellschaft funktioniert, warum das Blog eines Privatmannes nicht dieselbe Glaubwürdigkeit besitzt wie eine Tageszeitung.“

Ja – die Tageszeitung kann Wirklichkeit eben besser erklären, wie im Falle des Passes von Mohammed Atta:

„Dass der Pass offensichtlich aus dem komplett zerstörten Flugzeug herausgefallen sein muss, ist ja auch schwer vorstellbar. Aber manchmal ist die Wirklichkeit eben unstimmig und widerborstig.“

Ja – manchmal ist die Erde eben eine Scheibe, auch wenn Empirie und Ratio eine Kugel vermuten. Und Anordnungen dieser Art ist eben Folge zu leisten, dafür stehen sie ja in der Tageszeitung. Man versteht, warum die Herren Friedrichs und Weik vom „Elitenversagen“ reden. Eine „unstimmige“ Wirklichkeit kann auch durch einen anderen Begriff abgebildet werden: falsch; und wenn sie „widerborstig“ erscheint, mag auch einfach die Theorie falsch sein, mit der man versucht, sie abzubilden. Das ist dem Professor für Amerikanistik vielleicht nicht klar, aber anderen Geisteswissenschaftlern mit Ausbildung in Wahrheitstheorien schon – auch wenn die in einem privaten Blog schreiben … der genauso öffentlich ist wie die Tageszeitung, nur halt unabhängig von den Interessen der reichen Zeitungsbesitzer – und selbstkritischer als die Elite.

Reicht es jetzt?

Mir nicht.

Blicken wir nach Düsseldorf, jener Landeshauptstadt, in der Lobbyismus inzwischen ungeahnte Dimensionen und ganz neue Qualitäten erreicht: 80 Prozent der Bürgeranfragen werden inzwischen von der Bertelsmanntochter Arvato abschließend beantwortet und erreichen die Regierung gar nicht mehr: diese Information ist wohl ein Abschiedsgeschenk der Piratenpartei an die Bürger (siehe Heise), dass es nicht Trump ist, der das Bürgertum vernichtet, sondern ein völlig aus dem Ruder laufender Ultrakapitalismus, kann man schon in der Tagesschau hören, dort erfährt man auch, wieso das Bürgertum einen leisen Tod stirbt (siehe Tagesschau):

„Warum aber ist die soziale Frage in der politischen Debatte derzeit nahezu tabu? Warum haben selbst Sozialdemokraten und Linke kaum mehr Ideen für eine gerechtere Gesellschaft? Weil auch sie nicht zu den Verlierern gehören wollen, sagt Nachtwey: „Personen, die in der Mittelklasse angekommen sind, die lang genug in den politischen Eliten sind, die bewundern die Reichen. Und verachten häufig die Armen. Und dann orientiert man sich häufig eher an den Gruppen, die man bewundert, mit denen man eher die Gemeinsamkeiten sieht.““

Ja – man bewundert die Reichen. Außer den einen, der nicht dazu gehört: den Trump. Der sich jetzt für robuste Arbeit eine robuste Mannschaft zusammenstellt? Wie es üblich ist, wenn der Filz der Reichen das Bürgertum erstickt hat, das nur noch von ihren Gnaden lebt … abhängig von niedrigen Zinsen und Arbeitsplätzen … und beständig Angst hat, in das von der Politik disziplinierte Konzentrationslager des Prekariat geschickt zu werden, wo man der Willkür schlecht ausgebildeter und manchmal mies gelaunter Aufseher im Jobcenter ausgeliefert ist?

Wenn „burga“ Schutz bedeutet: wo ist der Schutz für jene, deren Arbeitskraft nicht mehr den nötigen Profit für die Verwertungsindustrien der Moderne bringt? Wo der für die Niedriglöhner, Niedrigrentner … oder jene 22000 Kinder, die bei uns auf der Straße leben und höchsten noch als Verwertungsobjekt für eine ebenfalls aus dem Ruder gelaufene Betreuungsindustrie tauglich sind?

Darf ich noch mal die Tageszeitung zitieren? Den Spiegel (siehe dort):

„Donald Trump wettert gegen die Globalisierung – und hat in einem wichtigen Punkt recht: Freihandel bringt nicht nur Vorteile. Besonders drastisch zeigt das die Suizidrate in manchen Regionen der USA.“

Jene „relative“ Armut, die Hauptsächlich durch Armut an Würde und Achtung gekennzeichnet ist und nicht durch eine Versorgungsniveau, das an den Kongo heranreicht, sondern durch Massen von Toten, die die Entwürdigung nicht mehr ertragen haben. Nicht umsonst steht in unserem Grundgesetz die Achtung der Würde ganz vor im Text. Moment – Kongo? Zumindest in Ghana, Kenia und der Elfenbeinküste ist das Monatseinkommen höher als 90 Euro (siehe länderdaten) …. die Horrorarmut der Dritten Welt hat also auch schon uns erreicht.

Und der Trump?

Ist nicht das Ende des Bürgertums. Das stirbt seit der Agenda 2010, stirbt seit der von Frank Schirrmacher in seinem Werk Ego so fein geschilderten Umerziehung der Bürger zum selbstsüchtigen Egomanen: ist doch schon alles längst bekannt. Das Bürgertum – jener Bund der Bundesrepublik, der alle (ja: ALLE) Bürger vor Leid und Ungemach schützen soll, stirbt, seitdem die Lumpen unter den Bürgern ihre Vermögen steuerschonend ins Ausland verschieben und dadurch die Gemeinschaft aller Bundesbürger in die Staatsverschuldung treiben.

Trump und seine Genossen … könnten dem Filz ein Ende bereiten. Es wird mit Sicherheit kein schönes Ende sein, aber eins, das Klarheit schafft. Wahrscheinlich … werden aber auch die gegen den Filz der Lumpenelite nicht ankommen. Noch nicht.

Oder … es endet wie bei Kennedy.

Ändert nur nichts: irgendwann werden sich die Bürger – aus reiner Not, Ohnmacht und Verzweiflung – unter einem starken Mann versammeln, einem Kriegshäuptling (und der wird kein sozialliberaler Sozialpädagoge sein), der verspricht, den elenden Saustall aufzuräumen.

Und dann … werden wir, erschrocken vor zig-millionen Leichen stehend … wieder erinnern, warum wir einst das Grundgesetz schufen, warum wir einen Bund bildeten – und warum Würde so wichtig war.

Mir wäre es lieber … es würde anders gehen, ohne Tote. Jeder Einzelne ist zu viel.

Doch die Lumpenelite hat eine Macht, eine Durchdringung der Machtzentren errreicht, die man wohl kaum noch mit der Yogadecke unterm Arm beseitigen kann. Oder was meinen Sie, warum die Bundeswehr so unbedingt im Inland eingesetzt werden soll? Die Lumpen lesen halt wenigstens noch Geschichtsbücher und träumen wieder von den Freikorps, die dereinst die echten Linken abschlachteten: die demokratischen Arbeiter- und Soldatenräte.

Wir werden wieder durch Blut waten müssen, aber nicht wegen Trump … sondern eher wegen Menschen, die Ihnen morgens im Bad im Spiegel begegnen – dem echten Spiegel, nicht der Zeitschrift.

 

 

 

 

 

Die Bundeswehr als Schule der Nation für Arbeitsamt und Privatwirtschaft

Die Bundeswehr als Schule der Nation für Arbeitsamt und Privatwirtschaft

Donnerstag, 26.7.2013. Eifel. „Reisen bildet“, so sagt man. Das mag sein – allerdings erschließt sich mir der Bildungsgrad von „Cluburlauben“ nicht. Lesen bildet übrigens auch – und was wären wir für ein Land, wenn unsere Bürger sich im Urlaub auf einen Stapel Bücher stürzen würden, um sie abends mit Freunden und Bekannten in der Eckkneipe zu besprechen und ihre Erfahrungen auszutauschen. Was wären wir informiert und gebildet, Bildzeitung und Tagesschau hätten keine Kunden mehr, politische Parteien müssten wieder verständliche Programme schreiben anstatt mit kernigen Schlagworten um sich zu schmeißen und es würde wohl eine erstaunliche Demokratisierung in allen Lebensbereichen stattfinden.

Nun – wir Deutschen haben uns für ein anderes Modell entschieden. Frank Jürgen Weise von der Bundesagentur für Arbeit spricht in einem Interview mit der Wirtschaftswoche deutlich aus, was alle denken:

„Mit Basisdemokratie hat man keinen Erfolg“ Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Oberst der Reserve erklärt, was die BA mit der Bundeswehr gemein hat und warum die Armee ein Karrieresprungbrett sein kann.

Niemand scheint sich in Deutschland noch groß dafür zu interessieren, dass das Arbeitsamt von ehemaligem Militärpersonal mit Hilfe von militärischen Prinzipien, die Einlass in die Führungsmethodik finden, zu etwas völlig anderem umgebaut worden ist: eine Schule der Nation. In der Türkei ist das anders. Dort ist die Armee noch öffentlich Schule der Nation, allerdings darf man darüber nicht sprechen: ja, eins unserer Haupturlaubsländer, Ursprungsland unserer größten Einwanderergruppe pflegt dort eine Kultur, die vielleicht auch für Deutschland vorbildlich sein könnte. Hören wir Pinar Selek zu, wie die fünftgrößte Armee der Welt ihre Männer erzieht, siehe Zeit:

Vier Etappen, legt die Soziologin in ihrem Buch dar, müssen Männer in der Türkei überwinden, um zum Mann zu werden: Beschneidung, Wehrdienst, Beruf und schließlich die Eheschließung als Endstation. Der Militärdienst ist dabei eine Erfahrung von Maßregelung, Erduldung und Gewalt. Das erlebte Hin und Her zwischen Machtverheißung und Machtlosigkeit verwandele die Rekruten in schizophrene Wesen, die zwar zerbrechlich sind, „aber diese Zerbrechlichkeit mit verschiedenen Mauern, Masken und Machtdemonstrationen zu verheimlichen“ suchen. „Man ergibt sich“ – so wird der Eintritt in die Armee im Türkischen wörtlich genannt.

„Man ergibt sich“ … das ist auch das Prinzip, das der neue deutsche Sozialstaat fährt. Galt früher noch das Prinzip, dass Sozialhilfe vorübergehend ein Abgleiten in die Armut, ja sogar ein Sinken des Lebensstandards in Notlagen verhindern sollte, ist heute Hartz IV das soziale Todesurteil. Ein aktuell für Aufregung sorgende Broschüre des Jobcenters Pinneberg verdeutlicht dies sehr schön. Dort bekommt – in lustig gezeichneter Form – eine Familie den harten, strafenden Arm der Sozialgesetzgebung zu spüren: verschönt als „Spartipps“ dargestellt, wird der Familie vor allem eins klar gemacht: ihr seid draußen … und ihr solltet euer Konsumverhalten und eure Wohnsituation umgehend schnell darauf einstellen, dass ihr draußen bleibt – und zwar für immer.

Die Familie – ergibt sich. Ihre Zerbrechlichkeit wurde ihr deutlich vor Augen geführt.

„Die Treffsicherheit des Sozialstaates muss größer werden“, sagte Westerwelle. „Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit.“

Das jedenfalls meint der amtierende Außenminister der Bundesrepublik Deutschland Guido Westerwelle, hier in einem Artikel im Spiegel. Was für ein Blödsinn – nur in so wenigen Worten. „Staat“ – das sind wir alle, das ist die Gemeinschaft der Menschen in diesem Land. Wenn die sich selber Faulheit bezahlen wollen, dann haben die alles Recht der Welt dazu. Ja – wenn Geld genug ´reinkommt, dann können wir ein ganzes Sabbatjahr Party machen – wird ja auch von führenden Motivationsforschern empfohlen. Allerdings … kriegen diese Sabbatjahre nur auserwähltem, mit Superboni ausgestattete Manager, nicht die Arbeitslosen, die eine kurze Flucht aus ihrer Armut dringend gebrauchen könnten.

Wie klaglos wir doch in Deutschland schon den Gebrauch militärischer Sprache bei der Behandlung von Arbeitslosen akzeptieren. „Treffsicherheit“ soll verbessert werden … bei (vermeintlichem) Rechtsbruch. Kriege nur ich hier Bilder von auf der Flucht erschossenen Arbeitslosen in den Kopf?

Lauschen wir doch nochmal dem Herrn Weise, Oberst der Bundeswehr, über sein Verhältnis zu seinen Mitarbeitern. Es gibt hier einen Satz aus einem Interview des Spiegel über manipulierte Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit, der zu denken gibt:

Wir üben Druck aus, aber in dem Sinn, dass wir uns den Beitragszahlern, den Kunden, den Menschen, die Arbeit suchen, sehr verpflichtet fühlen. Und unsere eigenen Beschäftigten, die Arbeit haben, müssen ihre Existenzberechtigung über Erfolg nachweisen.

„Existenzberechtigung“ von Mitarbeitern – wer bis um vier keinen Hartzer vermittelt hat, wird hingerichtet? Menschen, die ihre Existenzberechtigung verloren haben, hören im Prinzip auch auf zu existieren. Soweit denkt der Herr Oberst wohl nicht. „Mit Demokratie hat man keinen Erfolg“ – um es mal deutlich zu sagen. Die Jobcentermitarbeiter müssen ihre Arbeitslosentreffsicherheit erhöhen, sonst verlieren sie selbst ihre Existenzberechtigung. Wie nennt man nochmal jene Soldaten, die im Krieg hinter der Front ihre Kameraden erschießen, wenn die nicht schnell und begeistert genug auf den Feind eindringen?

Was mir in den Sinn kommt: Menschen, die glauben, der Staat gehöre ihnen (womit sie inzwischen leider der Wahrheit ziemlich nahe kommen) spielen Bürgerkrieg mit Arbeitslosen und Untergebenen.

Was geschah eigentlich mit Pinar Selek, die so die Mechanismen der türkischen Gesellschaft aufgedeckt hat?

Sie wurde verhaftet, gefoltert, permanent mit Mord bedroht. Letztlich wurde ihr ein Bombenattentat angehängt. Mehrere Gutachter meinten, es wäre nur ein Unfall gewesen, eine Gasflasche sei explodiert. Der junge – und einzige – Zeuge zog sein unter Folter erzwungenes Geständnis nach einiger Zeit wieder zurück. Dreimal wurde diese mutige Frau freigesprochen, dreimal hat der oberste Gerichtshof den Freispruch wieder aufgehoben. Derselbe Richter, der sie dreimal freigesprochen hatte, hat sie nun zu lebenslanger Haft verurteilt (siehe z.B. Spiegel oder FAZ).

Sie hat an die Tabus der türkischen Gesellschaft gerührt … und unsere Medien haben sich in breiter Front über diesen Skandal ausgelassen, sogar der Vorzeigejournalist Günter Wallraff war bei dem Prozess in der Türkei zugegen.

Wer berichtet über die beständig fortschreitende Militarisierung Deutschlands? Über den Krieg des Staates gegen seine Bürger?

Die Bergische Landeszeitung, zum Beispiel. Hier wird der Fall eines Arbeitnehmers aus Gummersbach geschildert, der nach einem schweren Arbeitsunfall arbeitsunfähig wurde. Wie so oft in solchen Fällen rutscht er nach Auslaufen humaner Sozialleistungen in Hartz IV hinein … kriegt es aber nicht. Seine Frau soll arbeiten gehen, sonst wird man die ganze Familie in den Ruin treiben:

Dass jemand ohne Angabe von Gründen nicht arbeiten gehe, könne nicht toleriert werden. Doch ohne Grund lässt Alexandra Buchholz ihren Beruf nicht ruhen: „Meine Frau ist von ihrem Arbeitgeber wegen der Vollzeitpflege ihres Vaters vorübergehend freigestellt worden“, sagt Jürgen Buchholz. Die Sachbearbeiterin beim Jobcenter habe ihm mitgeteilt, dass der Schwiegervater auch in einem Heim untergebracht werden könne, so dass seine Frau wieder arbeiten könne. 

Dahinter steckt der Geist der großen Mobilmachung, wie wir sie aus Kriegszeiten kennen. Das hat also das Arbeitsamt von der Bundeswehr gelernt.

„Kinder ins Heim, Alte ins Heim, Frauen an die Arbeitsfront“ – sonst wird … nun, noch nicht geschossen, aber das Leben durch schrittweisen Entzug von Lebensgrundlagen bedroht. Ach ja – die Kinder. Die größten Störenfriede im Arbeitsprozess – die sind noch zu erwähnen, siehe FAZ:

Der dänische Familientherapeut Jesper Juul klagte in seinem zuletzt bei BELTZ erschienenem Essay „Wem gehören unsere Kinder“ hart an, dass es um kindgerechte Betreuung häufig gar nicht mehr ginge, sondern lediglich um Betreuung, damit die Eltern eben arbeiten können.

Herr Juul läßt keine Zweifel daran, was er davon hält:

„Ich halte das für das größte soziale Experiment des vergangenen Jahrhunderts.“

Dieses Experiment betrifft nicht nur die Kinder. Im totalen Arbeitskrieg des Staates gegen das Volk (das er eigentlich selber ist, da sollten wir uns immer dran erinnern und nicht der Auslegung der Regierung folgen, die meint, das der Staat Eigentum der Parteien ist) werden alle Register gezogen. Hören wir nochmal Pinar Selek über die Folgen der Militärzeit für den türkischen Mann, nochmal FAZ:

Glaubt man Selek, dann erholen sich die Männer auch nach Ende des Wehrdienstes nicht mehr von dieser Erfahrung. Der türkische Mann verlasse die Kaserne als „ramponiertes Wesen“, das das Erlebte in die Gesellschaft trägt. Mit dem von ihm beanspruchten Recht, als Familienvater seine Kinder zu schlagen und zu lieben, wird letztlich nur imitiert, was der Übervater Staat ihm vorgelebt hat.

Und bei uns? Trägt nun die Bundeswehr ihr Gehabe in die Gesellschaft. Ganz offen – und jenseits jeglicher Basisdemokratie. Sicherungskompanien werden landesweit aufgestellt, die Kinderbetreuung lehnt sich an die verpönte Praxis des Systemfeindes DDR an: „Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit“.

Übervater Staat diszipliniert auch bei uns das Volk.

Sich selbst gegenüber sind die Staatsdiener im Übrigen viel großzügiger: ob es nun um Massenbeförderungen geht oder im I-Pods für 45 000 Euro – staatliche bezahlte Gier ist kein Verbrechen in diesem Land. Und da geht es hin – das Geld für unser Sabbatjahr. Deshalb müssen wir alle Reserven mobilisieren – wir haben zwar keinen heißen Krieg, aber die Gier der Lumpenelite richtet genau so viel Schaden an … und hinterlässt uns Bürger ebenfalls als „ramponierte Wesen“, die ihre Kinder aber nicht schlagen können, weil der Staat sie schon ins Heim gesperrt hat.

Und wir maßen uns wirklich an, die Türkei an den Pranger zu stellen? Das kann man nur in einem Land machen, dessen Bürger nicht viel lesen … aber dafür jede Minute nutzen, im sogenannten „Urlaub“ das Land zu verlassen.

Die sind auf der Flucht – das ist die einfache Erklärung für den irrationalen deutschen Reisewahn.

 

Dirk Müller über den verarschten Bürger

Wie lange darf der eigentlich noch seine staatszersetzenden Reden halten?

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Die SPD – eine Partei, die nur noch zum Kotzen ist!

Vor einiger Zeit erhielt die SPD eine E-Mail. Es war ein seltener Moment für die Partei - die E-Mail war von einem wohlmeinenden Bürger geschrieben, der sich Sorgen machte um die gute alte Tante SPD, die sich anschickt, den Rang einer "Kleinpartei" zu erobern. Der Bürger - hier xxxxx genannt - wollte der Partei (die er voller Optimismus noch "links" nennt) einen Tip geben, wie dieses Schicksal zu vermeiden ist: zum Beispiel durch konsequenten Einsatz für die Armen in der Gesellschaft und ... durch Einsatz für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Antwort der SPD kam sofort ... und ist geeignet, sensiblere Gemüter in Angst und Schrecken zu versetzen.

Vor einiger Zeit erhielt die SPD eine E-Mail. Es war ein seltener Moment für die Partei – die E-Mail war von einem wohlmeinenden Bürger geschrieben, der sich Sorgen machte um die gute alte Tante SPD, die sich anschickt, den Rang einer „Kleinpartei“ zu erobern. Der Bürger – hier xxxxx genannt – wollte der Partei (die er voller Optimismus noch „links“ nennt) einen Tip geben, wie dieses Schicksal zu vermeiden ist: zum Beispiel durch konsequenten Einsatz für die Armen in der Gesellschaft und … durch Einsatz für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Antwort der SPD kam sofort … und ist geeignet, sensiblere Gemüter in Angst und Schrecken zu versetzen. Hier ist sie:

Sehr geehrter Herr xxxxx,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die uns am 31.03.2011 erreicht hat.

Sie fragen uns nach unserer Position zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen.

Die SPD lehnt ein bedingungsloses Grundeinkommen ab.
Konzepte einer so genannten „Tätigkeitsgesellschaft“, in der Arbeit und Tätigkeiten vom eigentlichen Einkommenserwerb abgekoppelt werden, oder eines voraussetzungslosen Bürgergelds entsprechen in keiner Weise sozialdemokratischer Programmatik.

In unserem SPD-Grundsatzprogramm haben wir uns zur Erwerbsarbeit als Schlüssel für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bekannt. Dazu gehört vor allem auch, seinen Lebensunterhalt selbst durch die eigene Leistungsfähigkeit zu erarbeiten. In diesem Sinne gibt Arbeit Lebenssinn und ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben. Wichtig ist deshalb, dass Arbeit gerecht entlohnt wird, soziale Sicherung ermöglicht, Anerkennung bietet, nicht krank macht, erworbene Qualifikation nutzt, demokratische Teilhabe garantiert und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.

In diesem Sinne ist auch die Grundsicherung für Arbeitsuchende im SGB II (u.a. die sogenannten Hartz IV-Leistungen) nicht bedingungslos, sondern an die Bemühungen jedes Leistungsempfängers und jeder Leistungsempfängerin zur Integration in den Arbeitsmarkt verknüpft.

Darüber hinaus erkennen wir an, dass es jenseits der Erwerbsarbeit wichtige Arbeit in allen Bereichen der Gesellschaft gibt, die zu fördern ist. Dies geschieht im Übrigen bereits heute vielfach, etwa durch die rentenrechtliche Absicherung von Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten, oder die Absicherung ehrenamtlicher Tätigkeiten in der Unfallversicherung.

Im Anhang finden Sie die ausführliche Positionierung der SPD-Grundwertekommission zum Thema.

Freundliche Grüße

Marianne Hitzges

SPD-Parteivorstand
Direktkommunikation

Telefon: (030) 25 991-500
Telefax: (030) 25 991-410
E-Mail: parteivorstand@spd.de
Internet http://www.SPD.de

Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition zur Energiewende:
http://www.spd.de/Politik/10604/aufruf_energiewende_jetzt.html

Postanschrift:
SPD-Parteivorstand
Willy-Brandt-Haus
10911 Berlin

01.04.2011

Warum so etwas Angst machen soll? Weil es zeigt, das nicht nur ein Schröder, ein Clemens und ein Müntefering der Meinung sind, das nur der Essen soll, der auch arbeitet. „Erwerbsarbeit ist der Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, wer keine mehr hat … nun, der braucht auch nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Der darf auch nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, man will ihn auch gar nicht mehr in der Gesellschaft.

Dazu gehört vor allem, seinen Lebensunterhalt durch seine eigene Leistungsfähigkeit zu erarbeiten? Kinder, Alte, Kranke und Behinderte werden sich über diese Botschaft freuen, denn hier wird sie als oberstes Prinzip dargestellt … nicht als Nebenziel, das nur von arbeitsmarktfähigen Subjekten erfüllt werden muss, sondern als Hauptziel, von dem sich die anderen Ziele ableiten.

Aber es kommt noch dicker.

„Arbeit als Lebenssinn“ ermöglicht selbstbestimmtes Leben? Gestern hatte ich noch ein Gespräch mit einem arbeitenden Menschen, dessen Chef ein Problem mit seinem Kind hat. Arbeitsanfang ist 7.30 Uhr, der Kindergarten öffnet erst um 7.45 Uhr. Selbstbestimmt wollte der Arbeitnehmer später kommen – kann er gerne machen, aber nur einmal. Wieviel selbstbestimmtes Leben haben eigentlich noch Leiharbeiter oder Menschen mit Zeitverträgen? Wieviel selbstbestimmtes Leben haben die, die 60-Stundenwochen fahren – wobei selbstverständliche nur 38,5 Stunden bezahlt werden? Wieviel selbstbestimmtes Leben haben die Alleinerziehenden in diesem Lande? Wie selbstbestimmt ist eigentlich noch eine Familie, in der beide Eltern arbeiten müssen und das Kind gerade mal nach Arbeitsende seine Eltern nebenbei sehen darf?

Arbeit als Lebenssinn? Nicht Freiheit, nicht Gleichheit, nicht Brüderlichkeit sondern ARBEIT???

Wann endlich kommt diese Partei im 20 Jahrhundert an? Vom 21. will ich gar nicht erst reden. Wir leben nicht mehr als freie Bauern auf dem Hof. Hören wir den Betriebsarzt des ZDF dazu:

Die Arbeitswelt innerhalb eines Betriebes und die Einordnung des Betriebes in den gesellschaftlich-wirtschaftlichen Rahmen sind zunehmend komplex geworden. Dementsprechend problematisch ist es für den Arbeitnehmer zu erkennen, ob die gegen Lohn dem Betrieb zur Verfügung gestellte Arbeits- und damit Lebenszeit gut verwendet wird.

Das ist ein weit verbreitetes Problem, weshalb man sich in Deutschland seit vielen Jahrzehnten Gedanken um Mitarbeitermotivation macht. Von sich aus gibt „entfremdete Arbeit“ keinen Sinn, ich verstehe jedoch, das man das in einer Organisation aus den Augen verliert, die hauptsächlich das Gelder anderer Menschen ausgibt, vor allem das der Steuerzahler. Hier sieht man nur noch einen Aspekt des Bürgers: als Zahlvieh. Er soll arbeiten gehen und Steuern zahlen, das ist Sinn genug.

Erledigt er das nicht, wird die gesellschaftliche Teilhabe gestrichen…und zur Not das Essen auch.

Es ist tröstlich zu sehen, das sie auch jenen Bereichen des Menschseins Anerkennung zollen, die nicht bezahlt werden. Das ist der Vorteil, wenn man noch gedanklich in der Welt des Bauerntums lebt – auch dort spielt Geld in erster Linie überhaupt keine Rolle.

Jedoch täuscht dieser Ansatz nicht darüber hinweg, das die Grundgedanken der SPD einen schauerlichen Hintergrund haben: D

DIE WELT ALS ARBEITSLAGER.

Etwas anderes kommt ihnen gar nicht in den Sinn.

Vielleicht in einhundert Jahren. Dann wird man vielleicht merken, das es ja „Maschinen“ gibt, die die ganze Arbeit machen. Man wird merken, das es sogar Rechenmaschinen gibt, die einem die ganze Arbeit des Rechnens und Denkens abnehmen. Vielleicht fragt man auch mal einen Arbeiter, der im zarten Alter von fünfundvierzig mit kaputtem Rücken bei der ARGE aufläuft, wie toll „Arbeit“ eigentlich wirklich ist. Oder man fragt mal die Hinterbliebenen jener, die an Berufskrankheiten gestorben sind – es sind  wie sinnvoll das jetzt gerade war.

Die Zahl der Berufserkrankten, die an den Folgen der Berufskrankheit sterben, nahm von 2004 auf 2005 zu. Sie stieg von 2.093 Fällen im Jahr 2004 auf 2.600 Fälle im Jahr 2005.

Im Jahr 2007 nahm die Zahl der tödlich verlaufenen Berufskrankheiten gegenüber dem Vorjahr um 288 auf 2315 Fälle ab, obwohl die Zahl der Berufserkrankten zunahm, wobei Haut- und Atemwegserkrankungen besonders häufig waren.

„Arbeit“ in der Industriegesellschaft ist oft schädlich, öfter noch sinnlos und gelegentlich tödlich.

Darum hat man sich darauf geeinigt, das man dafür eine Entschädigung bekommt. Das nennt man dann „Lohn“.  Den möchten gewisse Kreise in dieser Gesellschaft (Unternehmer, Parteien, Gewerkschaften, Verbände, Städte und Gemeinden zum Beispiel) jetzt gerne für sich behalten, weshalb „Arbeit“ zum Lifestyle-Element hochgelobt wird. Kunst, Musik, Sport, Kindererziehung, Altenpflege, Familienfeiern, Krankenbesuche, caritative Tätigkeiten, schlafen, essen, wandern, lieben … alles Mist von vorgestern, alles Unsinn, dem die SPD einen übergeordneten Sinn gibt:

ARBEIT.

Gibt es eigentlich eine Studie über Alkoholismus innerhalb der SPD? Oder laufen die schon mit Koks?

Und … wer wird jetzt bald der neue „Reichsarbeitsführer“? Der Kanzler oder der Präsident?

Das eine Partei zentrale Menschenrechte und klassische Freiheitswerte so offen in den Dreck tritt, passiert schon mal.

Das es die SPD macht, ist nur noch zum Kotzen.

PS: ich danke dem Einsender (Name ist der Redaktion bekannt) für dieses Dokument großdeutschen Wahns.

Pilotprojekt „Abgeordnetenwatch zum Selbermachen“

Grafik AW selbermachen

oder:  Starten Sie abgeordnetenwatch.de für Ihre Stadt oder für Ihren Landkreis

Grafik AW selbermachenWir sind überzeugt: Die Transparenz und Bürgernähe, die abgeordnetenwatch.de auf Europa-, Bundes- und Landesebene schafft, würde auch vielen Städten und Landkreisen gut tun. Daher wollen wir abgeordnetenwatch.de künftig auch für die kommunale Ebene anbieten.

Insgesamt 413 kreisfreie Städte und Landkreise gibt es in Deutschland. Wir wollen zunächst mit drei Pilotprojekten starten. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Wenn Sie Lust und Zeit haben, sich ehrenamtlich in die Recherche für Ihre Stadt bzw. Ihren Landkreis einzubringen, dann melden Sie sich bitte bei uns per Mail. Schreiben Sie in Ihrer Mail:

  • für welche Stadt/Landkreis Sie recherchieren würden,
  • wie viele Abgeordnete der Stadtrat/Kreistag hat,
  • wie Sie das Abstimmungsverhalten recherchieren würden und
  • wann die nächsten Kommunalwahlen anstehen.

Schicken Sie Ihre Mail an: recherche@abgeordnetenwatch.de / Betreff: abgeordnetenwatch.de für meine Stadt/Landkreis

Unter allen Interessierten werden wir drei Projekte auswählen. Die Recherche erfolgt dann gemeinschaftlich mit anderen über das Internet. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2011.

Alle anderen, die die Kommunalisierung von abgeordnetenwatch.de nicht aktiv durch eigene Mitarbeit unterstützen können, bitten wir um Unterstützung durch eine Spende oder Fördermitgliedschaft. Denn neben der Recherche fallen Kosten für die Moderation, Programmierung, Koordinierung und Öffentlichkeitsarbeit an.

 

Quelle: www.AbgeordnetenWatch.de

Guttenberg – und die kleine deutsche Revolution

Nun ist er fort – für eine Weile. Karl-Theodor zu Guttenberg hat das Handtuch geschmissen, Deutschland ist bewegt. Bewegt in zwei Richtungen: die einen feiern, die anderen trauern. Was mich persönlich anekelt, ist die Häme, die in vielen Kommentaren unverholen auftritt, der Neid der viel-zu-vielen, wie Nietzsche sie genannt hat, Menschen, die eigentlich überhaupt nichts dagegen hätten, wenn sie selbst in der Haut das Barons stecken würden (reich, charmant, gutaussehen, gut verheiratet – einfach eine bessere Art von Mensch) aber es auf den Tod nicht ausstehen können, das es der Baron ist, der den Baron gibt – und nicht sie.

Es ist eine Kultur der Neider … und jene Kultur ist gerade da beheimatet, wo der „Leistungsträger“ haust, nicht dort, wo man versuchen muss, mit fünf Euro Regelsatzerhöhung fünfzig Euro Kostensteigerungen für Strom, Heizung und Lebensmittel zu bewältigen. Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, fehlt einem die Zeit, sich groß um andere zu kümmern. Ein großes Bedrohungspotential für den durchschnittlichen Parteifunktionär erhob sich da, ein Adel, der dem Volk gefiel.

Das Manager-Magazin fängt etwas von dem ein, was die Menschen an dem Baron mochten.

Die Geschichte hatte von Anfang an etwas Märchenhaftes. Von seiner Burg in den fränkischen Wäldern steigt ein Baron in die Niederungen der deutschen Politik herab. Alles an Karl-Theodor zu Guttenberg ist anders. Sein Vermögen macht ihn unabhängig. Er redet gewandt wie kaum ein zweiter im Parlament. Er sieht gut aus, hört AC/DC und hat seine Frau auf der Love Parade kennen gelernt.

Seine Umgangsformen sind perfekt. Seine Worte haben nicht dieses Boshafte, das bei anderen Politikern immer wieder mitschwingt. Das Parteiengezänk scheint ihm zuwider. Seine Popularität verdankt er keiner radikalen Meinung. Seine Ausstrahlung, seine Glaubwürdigkeit wecken Hoffnung in allen Lagern: Der macht das nicht für sich oder eine Klientel. Der macht das wirklich für uns alle. Deshalb vertrauen wir uns ihm an.

Deutlicher dann man die Ausnahme kaum beschreiben: er machte den Eindruck, er macht Politik für alle – nicht nur für sich selbst. Das überzeugte „in allen Lagern“.

Die Opel-Staatsbeihilfen hat er abgelehnt – das war was für uns alle. Das Afghanistan-Desaster endlich mal „Krieg“ genannt – und das als „Rechter“. Wie wohltuend unterschied er sich von Guido Westerwelle, der noch als Aussenminister auf Arbeitslosenjagd geht oder von Angela Merkel, von der man wohl nur aus den zukünftige Geschichtsbüchern erfahren wird, für welche Politik sie eigentlich steht. Sein Strahlen bekam erst Gewalt und hob ihn über den Durchschnitt durch den kriecherischen Niedergang demokratischer Kultur, die aus „Alternativlosigkeit“ ein politisches Konzept gemacht hat – von rechts bis links. Zwischen den ganzen Parteikarrieristen fiel er auf durch den Verdacht, er wäre die große Ausnahme im Bundestag, er wäre wirklich ein Mensch, der es aus eigener Kraft zu etwas gebracht hat und nicht von der Partei als Platzhalter zum Wohle aller Absahner eingesetzt wurde.

Was in dem Moment auffällt: die „Gang“ der „Absahner“, die Deutschland zum Zwecke der eigenen Bereicherung Hartz IV bei gleichzeitiger Bankenderegulierung verordnet hatte, ist bei den sogenannten „Konservativen“ nicht minder anzutreffen als bei SPD und Grünen. So liest man in der Welt:

Ausgerechnet er, der bürgerliche Werte so perfekt zu verkörpern schien, hat gegen sie verstoßen. Es wird der Union in Zukunft noch schwerer als bisher fallen, als Hort traditioneller Tugenden zu gelten. Eben sah es noch so aus, als verklinge allmählich das lange eingeübte Lied von der Bigotterie, Doppelmoral und mangelnden Glaubwürdigkeit der Bürgerlichen und Konservativen.

So werden wir uns also wieder an dieses Lied gewöhnen müssen. Haben wir aber doch schon längst: es macht doch überhaupt keinen Spaß mehr, sich über die Gaunereien der Schwarzen und Gelben zu empören – landesweit sind die doch als verbrecherische antichristliche Vereinigung schon längst akzeptiert, mit Skandalen über rechte Mauscheleien zur gegenseitigen Bereicherung überrascht man doch keinen CDU-Wähler mehr … von denen es auch immer weniger gibt.

Die Affäre Guttenberg erlaubt so einen tiefen Einblick in die ansonsten vernebelte politische Wirklichkeit der Bundesrepublik Deutschland. Es war etwas sehr Denkwürdiges geschehen: ein adeliger Multimillionär wurde „einer von uns“ – jedenfalls in der Meinung weiter Teile der Bevölkerung.

Umso größer die Enttäuschung, das auch er – der es von Vermögen und Herkunft eigentlich nicht nötig gehabt hätte – ebenfalls zur „Gang“ der „Absahner“ gehörte. Für einen Moment schien es, als ob es wirklich noch Menschen geben könnte, die für das Volk leben können, anstatt von ihm, Regenten, die sich als erste Diener des Staates begreifen und nicht nur als Erste beim Plündern der Staatskasse.

Und – seltsamerweise – klingen gerade in der sonst konservativen Welt auch revolutionäre Töne an:

Die internetgestützte bürgerliche Volkssouveränität hat Guttenberg und Merkel daran gehindert, fünfe gerade sein zu lassen. Und das ist auch gut so.

Nun stoße ich mich gerade an dem Gebrauch des Begriffes „bürgerlich“, der weiter oben noch als Hort konservativer Tugenden beschrieben wurde, besser gesagt: ich störe mich an dem Versuch der Vereinnahmung dieses Begriffes für eine bestimmte Minderheit. „Bürger“ … ist hier jeder. Die „Bürgerlichen“ sind wir alle, auch die Obdachlosen oder die DKP. „Bürgerlichkeit“ in dem Sinne Konservativer leben können allerdings nur Reiche, Obdachlose können schlecht zum Tee einladen, Linke schmecken häufig das Kinderblut im Kaffee.

„Internetgestützte bürgerliche Volkssouveränität“ erinnert an revolutionäre Sprüche: „Wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still„, hieß es dazu früher mal – und in der Tat haben wir es hier mit einer kleinen deutschen Revolution zu tun, die auch zeigt, das sich die Machtverhältnisse langsam verschieben, wie auch das Handelsblatt bemerkt:

Jenseits allen Spotts hat die Affäre gezeigt, wie stark das Internet im Zusammenspiel mit den klassischen Medien die Politik beeinflussen kann – wenn das Thema die Nutzer nur genügend interessiert.

Nun – das Ganze hat nicht die Dramatik der arabischen Revolten – hier wurde weniger ein Potentat abgesägt, sondern mehr eine potentielle Lichtgestalt, die als solche auch für weite Kreise der berufsmäßigen Staatskassenplünderer gefährlich werden konnte, weil er so schrecklich beliebt und unabhängig schien. Was wäre, wenn der beim Plündern nicht mitmachen möchte?

Jetzt können sich wieder alle ruhig zurücklehnen: die Gefahr ist gebannt – und hatte real auch nie bestanden.

So langsam verlagert sich die politische Macht von der Wahlurne zum Bildschirm und eine technische Spielerei wird zu einem Feld lebendiger Demokratie – möglicherweise zu unserem Marktplatz, auf dem wir uns versammeln, um Deutschlands Bürgern wieder eine Zukunft geben zu können – jenseits von Parteienfilz und Konzerndiktat.

Vielleicht … war es aber auch nur die Rache der Neider.

 

Wutbürger und die Aufgabe des Journalismus in Fassadendemokratien während des „Systemcrashs“

Heute ist mal wieder beten angesagt, jene letzte menschliche Tätigkeit, die immer dann mit Begeisterung ausgeführt wird, wenn die menschliche  Vernunft die Seele und den Leib wieder gezielt in einen bleiverseuchten  Schützengraben geführt hat, wo einem Granatsplitter und Leichenteile nur so um die Ohren fliegen. Soll ja auch oft helfen, dieses beten – wenn ich an die ganzen Dankschildchen denke, die unsere Eifelkapellen verzieren, scheint das manchmal gut zu funktionieren.

Zwei Großmächte steuern nach sechzig Jahren UNO und Friedensdiplomatie offen und mit Plan frontal aufeinander zu – aber nur den Autoren des Handelsblattes ist dies eine Nachricht wert:

Die Spannungen zwischen beiden koreanischen Staaten nehmen weiter zu. Wegen geplanter südkoreanischer Schießübungen nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer drohte Nordkorea dem Nachbarn. Nordkoreas Militär werde „gnadenlos“ zurückschlagen, sollte die Grenze zu seinem Hoheitsgewässer verletzt werden, warnte das Außenministerium in Pjöngjang am Samstag. Trotz der Warnungen will Südkorea an seinem Manöverplan festhalten. China und Russland wollten sich bei einer Sondersitzung des UN- Sicherheitsrats noch am Sonntag um Entspannung bemühen.

Die Nachricht, das Südkorea aktuell ein chinesisches Fischerboot versenkt hat, finde ich gar nur in der Blogosphäre bei „Alles-Schall-und-Rauch„:

Die Mannschaft eines chinesischen Fischtrawler wurde von einem südkoreanischen Patrouillenboot angegriffen und das Schiff versenkt, dabei wurde der Kapitän getötet und zwei Fischer werden noch vermisst. Der Zusammenstoss ereignete sich beim Versuch chinesische Fischerboote am angeblich illegalen Fischen ab der Südwestküste von Südkorea zu hindern. Das Ereignis fand 72 Meilen ab der Insel Eocheong statt.

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Südkorea greift chinesisches Fischerboot an http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/12/sudkorea-greift-chinesisches.html#ixzz18dPq4BcM

Vielleicht erklärt das den Konsumrausch der Bürger zu Weihnachten: man weiß, das sparen und wirtschaften keinen Sinn mehr macht, also haut man lieber heute als morgen alles auf den Kopf. Ist ja auch ein Erfolgt der Agenda 2010: wer fleissig gespart hat und dann einer Übernahme zum Opfer fiel, der durfte ja erstmal sein mühselig Erspartes verbrauchen, bevor die ARGE unterstützend eingriff. Wer alles vorher versoffen hatte, war eindeutig der Gewinner. Dabei sieht die Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt nicht rosig aus, eine riesige Kapitalmenge sucht laut Spiegel kurz vor der Geldentwertung noch reale Werte zu ergaunern:

Drei Billionen Dollar – diese gigantische Summe geben Firmen weltweit für Übernahmen aus, schätzen Experten. Auch in Deutschland wird jetzt spekuliert: Ist Hochtief erst der Anfang? Welches Unternehmen könnte noch attackiert werden? Erste Namen kursieren bereits, darunter große Dax-Konzerne.

Das sind exakt jene Dollar, die die FED in den USA permanent druckt, damit die US-Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Irgendeinen realen Wert haben diese Scheine schon lange nicht mehr, also gilt es, sie zu Gold zu machen, bevor das jeder merkt.

Eigentlich hätten wir Bürger niemals wieder in eine solche Situation kommen dürfen: immerhin ist Demokratie weltweit der angesagte Renner. Demokratien stehen für Frieden, Wohlstand und Fortschritt – das habe ich in der Schule gelernt. Nur Diktaturen greifen andere Länder an, das habe ich in der Schule gelernt. Wie ich das der Bevölkerung von Vietnam, Kambodscha, Panama, Grenada, Jugoslawien, Irak oder Afghanistan verkaufen sollte, weiß ich nicht. Entweder stimmt der Satz nicht – dann stimmt aber das positive Menschenbild nicht.  Oder aber … es gibt nur noch Fassadendemokratien, die im Kern schon längst ganz anders regiert werden.

Den Eindruck könnte man bekommen, wenn man sich die Politik der Länder anschaut – oder die Auswüchse journalistischen Arbeitens, die Karl Weiss beschreibt:

Was heute offizieller Journalismus ist, das erfüllt nicht die geringsten Anforderungen an wirklichen Journalismus, es werden nur ungeprüft Agenturmeldungen herausgehauen und die Agenturmeldungen selbst sind hauptsächlich „Entertainment“ oder Bestätigungen von vorherrschenden Vorurteilen oder so verkürzte Darstellungen, dass von Information nicht die Rede sein kann. Wirklich investigativer Journalismus, wie ihn Michael Moore bringt oder wie es die Veröffentlichungen von Wiki Leaks darstellen, ist sowieso so selten, dass Sie alle diese Journalisten an den Fingern einer Hand abzählen können.

Hintergrund seines Urteils ist: die Aufdeckung einer gezielten Verleumdungskampagne gegen Michale Moore, die selbst nach ihrer Aufdeckung durch Wikileaks in breiter Front fortgeführt wurde. Die leise Tyrannei des monatlichen Gehaltschecks macht es möglich – und es würde auch zu dem Anfangsverdacht passen, das wir uns langsam aber sicher in eine Fassadendemokratie verwandeln, die mitlerweile mittels Lobbyisten in den inneren Kern jeder staatlichen Machtausübung gelangt sind.

Es fragt sich nun, welchen Sinn es eigentlich macht, tagtäglich den Wahn wahrzunehmen, zu beschreiben und die Beschreibung zu verbreiten. Sinnvoller wäre es doch, sich ein gemütliches Leben zu machen und genau dieses Leben so lange zu genießen, bis es eben nicht mehr geht: das Modell Epikur.

Dort, wo Journalismus nur noch Agenturmeldungen nachplappert und mit aller Gewalt den Fassadenputzer erodierender Demokratien darstellt, ist es wichtig, das die Bürger selbst Informationen verbreiten. Früher waren solche Ort die Eckkneipe, der Tante-Emma-Laden, der Sportverein – oder man nagelte einfach Thesen an Kirchtüren. Seitdem hat sich einiges verändert. Es gibt das Internet, das die Eckkneipe und den Tante-Emma-Laden mehr als ersetzen kann – jedenfalls in dieser Hinsicht. Auch die klassische Methode der Flugblätter hat hier eine sinnvolle Ergänzung gefunden, ebenso die Möglichkeit, schnell und problemlos Bürgerversammlungen einberufen zu  können.

Während der Fassadenjournalismus – von seinen eigenen Versorgungsängsten geplagt – sich überall dort als Verputzer der Fassade andient, wo gutes Geld geboten wird, wird es wieder Zeit für die Bürger, die Aufgabe der Information selbst in die Hand zu nehmen um für Aufklärung zu sorgen. Das fällt uns schwerer als hauptamtlichen Meinungsbildnern, weil wir nebenbei noch ein eigenes Vollzeitleben zu führen haben – aber wenn wir als Bürger noch eine Chance haben wollen, geht kein Weg daran vorbei.

Es gibt eine Mehrheit in jedem Volk für Frieden und Wohlstand – und mit etwas Mühe auch für Gerechtigkeit. Friede und Wohlstand sind die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens, wo Krieg und Mangel herrschen, kann nichts gedeihen. Das sind Wahrheiten, die von rechts außen bis links außen eine gemeinsame Grundlage bilden (mal von der Sondermeinung psychopathischer Individuen, die sich in Krisenzeiten immer gerne als Führungspersönlichkeiten in den Vordergrund spielen, mal abgesehen). Schützengräben sind für alle Bürger – gleich welcher politischen Richtung oder religiösen Ausprägung sie auch sein mögen – äußerst ungesunde Orte. Bürger meiden sie normalerweise von sich aus – niemand macht gerne Urlaub in Krisengebieten.

Man kann und darf deshalb darauf vertrauen, das der Mensch als solcher eine andere Zukunft will als jene, in die er gerade hineingetrieben wird – um aber zu merken, das er nicht völlig machtlos einem blinden Schicksal ausgeliefert ist, muß er erkennen, das es ganz viele Menschen gibt, die auch nur im Kreise ihrer Lieben in Ruhe alt werden wollen – und das diese Menschen weltweit die absolute Mehrheit bilden.  Doch dazu ist es notwendig, hinauszugehen und sich mitzuteilen – in die Eckkneipe, den Tante-Emma-Laden, auf dem Marktplatz oder eben in sein modernes Äquivalent: dem Internet, dem größten Marktplatz der Welt.

Ebenso ist es notwenig, an der Fassade zu kratzen, denn was hinter der Fassade lauert, kann Hoffnung geben, wie hier bei sein.de:

Der renommierte Wiener Wirtschaftsprofessor Franz Hörmann ­kritisiert die Wirtschaftswissenschaften als politische Propaganda, hält das aktuelle System für gescheitert und erwartet einen fundamentalen Systemwechsel. Der Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien ist fachlich allgemein akzeptiert und beispielsweise Mitglied im Prüfungsausschuss für Wirtschaftsprüfer. Allerdings hat er es gewagt, in einem „Standard“-Interview unser derzeitiges Finanz- und Wirtschaftssystem als ausgedient zu qualifizieren, die Wirtschaftswissenschaften als unwissenschaftlich bzw. als „politische Propaganda“ und die Banken als Betrugssystem zu bezeichnen. Nicht zuletzt steht für Hörmann der finale Systemcrash unmittelbar bevor, vielleicht schon im kommenden Jahr.

Franz Hörmann: Die zurzeit im globalen Wirtschaftssystem beobachtbare Entwicklung stellt meiner Meinung nach keine singuläre, unvorhersehbare Katastrophe dar, die in absehbarer Zeit überwunden werden kann, wobei dann wieder die alten Spielregeln der sogenannten freien Marktwirtschaften gelten. Vielmehr kann die seit Jahrtausenden geübte Praxis der monetären Steuerung einzelner Menschen ebenso wie ganzer Gesellschaften nicht mehr länger aufrechterhalten werden. Ich denke, es handelt sich bereits um die finale Systemkrise und nicht nur um ein vorübergehendes, von Politik und Finanzelite zu lösendes Problem. Wir benötigen daher dringend andere Grundlagen für ein globales, nachhaltiges Gesellschaftssystem.

Die wichtigste Voraussetzung dafür ist zunächst eine ehrliche und tabulose Information sowohl der Finanzeliten als auch der breiten Bevölkerung. Einerseits müssen die Verlust­ängste an der Spitze der Gesellschaftspyramide verstanden und gedämpft werden, andererseits müssen wir verhindern, dass die einfachen Menschen in ihren bisherigen Eliten plötzlich nur noch Gauner und Betrüger sehen und offene Feindseligkeiten ausbrechen.

Aufgabe des Journalismus wäre, die Bürger auf diese Möglichkeit vorzubereiten und Plattformen für Gemeinschaften zu bilden, damit uns das Ende des Systems nicht unvorbereitet trifft. Was geschieht allerdings? Die Fassadenjournalisten rufen offen zur Tötung jener aus, die sich einfach der ehrlichen und tabulosen Information verschrieben haben, wie der Standard berichtet:

In der Sendung „Follow the money“ sprach sich Beckel offen für die Beseitigung Assanges aus. „Wem schadet das: den amerikanischen Bürgern. Die Art und Weise, wie man mit dieser Situation umgehen sollte, ist simpel: Wir haben Spezialeinsatzkräfte – ein toter Mann kann keine Sachen veröffentlichen. Dieser Typ ist ein Verräter, ein Verräter, hat jedes Gesetz der USA gebrochen. Der Typ sollte… – und ich bin nicht für die Todesstrafe – ..so ich würde den Hurensohn (illegal) erschießen.“ Zuspruch erhielt Beckel von Analyst Bo Dietl und Kolummnist Joel Mowbray. „Dieser Typ muss weg“, so Dietl.

Er hat zu sehr an der Fassade gekratzt, die allerdings laut Wirtschaftsfacts sowieso nicht mehr lange aufrecht erhalten werden kann:

Auf Basis eines beständig steigenden Armutsniveaus blicken Millionen von Briten dem Risiko eines Zahlungsausfalls auf ihre Schulden entgegen. Die Regierung wird deshalb bereits seit geraumer Zeit durch verschiedene Organisationen dazu aufgerufen, lokale Banken und Kreditgeber unter Kontrolle zu bringen, die riesige Profite auf dem Rücken der ärmsten Gesellschaftsschichten erwirtschaften. Ab Januar 2011 wird die Regierung überdies mit der Ausgabe von Gutscheinen bzw. Lebensmittelmarken beginnen, um die wachsende Anzahl an Notdürftigen mit einem Minimum an Lebensmitteln zu versorgen.

Gelingt es, die tabulose Aufklärung so weit wie möglich zu verbreiten, gibt es eine gute Chance, dem Wahn auch ohne Kriege ein Ende zu setzen. Geht keiner mehr hin, macht keiner mehr mit, ist der Wahnsinn schnell zu Ende … lauschen wir dazu nochmal Professor Hörmann:

Das hängt davon ab, wie die Bevölkerungsmehrheit diesen Zusammenbruch erlebt und ob er von diesen Menschen tatsächlich als „Zusammenbruch“ (also Crash im negativen Sinne) oder vielleicht sogar eher als positive Entwicklung im Sinne einer Befreiung der Individualität, Kreativität und Spiritualität erfahren werden kann. Wenn wir den einfachen Menschen zeigen, dass Kooperation bessere Resultate zeitigt als Konkurrenz, und ihnen zugleich mehr Entscheidungsfreiheiten (z.B. im Bereich der Zeiteinteilung, Beschäftigungsinhalte, Gestaltung des sozialen und technischen Umfeldes etc.) zugestehen, dann können wir tatsächlich die Chance in der Krise sehen und die längst überfällige Transformation der westlichen Gesellschaft vollziehen.

Gelingt es nicht, in kurzer Zeit möglichst viele Bürger wachzurütteln und zu Wutbürgern werden zu lassen, die gemeinsam konstruktiv an einer lebenswerten Zukunft arbeiten möchten … bleibt halt – wieder mal –  nur noch das Gebet.




Bürgerarbeit

Ich wollte die Frau ja als Bundespräsidentin. Ehrlich … von allem, was im Angebot war, wäre die für mich die erste Wahl gewesen. Aber: der Bürger hat ja anders entschieden. Anders? Der Bürger hat gar nicht entschieden, Entschuldigung. Die Vertreter der Bürgervertreter haben andes entschieden. Ein Land voller Vertreter … eine Vertreterrepublik. Eine Bürgerrepublik wollten wir sein, eine Vertreterrepublik sind wir geworden.

Wäre nun Frau von der Leyen Bundespräsidentin geworden, wäre uns wohl das hier erspart geblieben:

http://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-stellt-neues-Jobwunder-vor-article1025836.html

Mit dem Programm „Bürgerarbeit“ will die Bundesregierung Langzeitarbeitslose in Zukunft intensiver fördern. Die Arbeitslosen sollen Arbeiten ausführen, die dem öffentlichen Interesse dienen. Das Problem der Verdrängung regulärer Arbeitsplätze sollen die Kommunen lösen.

Am Schönsten finde ich den letzten Satz. Schauen wir uns doch mal an, was die so machen sollen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,705679,00.html

Die „Bürgerarbeiter“ könnten beispielsweise ältere und behinderte Menschen betreuen, Sportangebote für Jugendliche leiten oder Laub aufsammeln, schlug die Ministerin vor.

Stimmt. Daran krankt das Land. Die Jugendlichen schreien nach Leitern für Sportangebote, die Parks sind schon lange unter einer Laubschicht begraben und die älteren und behinderten Menschen – meist selbst Hartz IV-abhängig – werden sich sicher freuen, wenn ihnen zwangsweise eine wildfremde Person in die Wohnung hineingenötigt wird, di eihre Betreuungspflichtstunden ableisten muß.

Und ich dachte, wir müßten jetzt sparen? So hieß es doch? War da nicht mal irgendetwas in den Medien gewesen, das wir zuwenig Geld hätten? Nun, die Kommunen haben ganz sicher wenig Geld – und das Problem werden sie bald lösen können. Einfach dem Mann, der bisher das Laub entsorgt hat, die Kündigung geben … und ihn fünf Minuten später für die Hälfte des Geldes auf Kosten der Bundesanstalt für Arbeit Laub fegen lassen.  Gemeinden können da … sehr kreativ werden.

Vielleicht bedeutet das mit der Betreuung für ältere und behinderte Menschen auch, das die in Zukunft als Sonderfallmanager für die ARGEn arbeiten. Auch das kann Personalkosten sparen.

Kostenpunkt der ganzen Sache laut NTV: 1,3 Milliarden Euro, 50% zahle Deutschland direkt, 50% zahlen für über den europäischen Sozialfond.

Am Anfang stehe eine mindestens sechsmonatige „Aktivierungsphase“, an der rund 160.000 Hilfebedürftige teilnähmen. Bei jedem Betroffenen soll individuell getestet werden, für welche Aufgabe er in Frage komme. Erfahrungsgemäß könnten vier von fünf Arbeitslosen auf diese Weise vermittelt werden oder verzichteten freiwillig auf Regelleistungen, sagte von der Leyen. – so Spiegel-Online.

Sechs Monate werden also wieder „externe Qualifikationen“ hinzugekauft. Eine richtige Geldschwemme für die Arbeitslosenindustrie. Da müssen aber einige Parteikollegen mit ihren „Unternehmensberatungen“ gerade mal wieder ordentlich Not haben.  Macht ja auch Sinn … man braucht ja auch wirklich hochkarätiges Sachwissen, um beurteilen zu können, ob einer Laub fegen kann oder nicht. Ich hoffe, das sechs Monate überhaupt ausreichen um diese diffiziele Fragestellung beantworten zu können.

Ein wenig übel wird mir bei diesem „freiwilligen Verzicht auf Regelleistungen“.  Das … erinnert so ein wenig an die vielen „Freiwilligkeiten“ in der DDR. „Bürger Schulze entschloß sich freiwillig und ohne Zwang zu einem sozialverträglichen Frühableben in Form von freiwilligem Nahrungsentzug und erhielt dafür den Orden HELD DER ARBEIT!“  Na ja …. an Orden wird hierzulande wohl solange gespart werden, bis der Schwager von Frau von der Leyen eine Firma aufmacht, die Orden herstellt – oder bis die EU Subventionen dafür bereitstellt

Kritik an diesem Konzept gibt es natürlich. Ich glaube nicht, das Wirtschaft oder Gemeinde sich beschweren werden. Mein Freund Hannes arbeitet als Altenpfleger. Er ist ein wenig älter als ich und sein Rücken ist noch desolater. Er hatte schon immer so eine altruistische Ader und wollte die bei alten Menschen austoben. Zu Beginn waren noch zehn Menschen auf der Station. Jetzt machen zwei die Arbeit….aber immer öfter kommen Ein-Euro-Kräfte hinzu. Die Kosten für die Abteilung konnten enorm gesenkt werden, eine Verbindung zur steigenden Suizidrate unter Heimbewohnern, ihre zunehmende geistige Verwirrung infolge der Vereinsamung oder zunehmende Todesraten infolge von Pflegemängeln werden bis heute nicht untersucht….aber gelegentlich kommt ja was in den Nachrichten.

Altenpflege ist ein Ausbildungsberuf. ALTE sind auch Menschen. Und während Arbeitslosigkeit manche nicht betrifft, betrifft ALTENPFLEGE uns alle – auch wenn wir noch so schön privat versichert sind. Kostendruck haben alle Altenheime – auch die noblen. Und die Versuchung, mal eben den Arbeitslosen Volkswirt für einen Euro an die Oma zu lassen … sind überall recht groß. Immerhin wird bei Erfolg schon am Monatsende eine gute Rendite herausspringen.

Auch Sportunterricht ist eine hochqualifizierte Aufgabe. Das muß man normalerweise studieren. Sportlehrer verdienen sich mit diesen Aufgaben nebenbei schon mal einen Euro dazu. Andere machen es ehrenamtlich.

Was also macht Frau von der Leyen – die kleine Prinzessin aus dem Lande von ganz weit weg? Nichts anderes, als mit Steuergeldern Arbeitsplätze abzubauen. Da kommt Freude auf.

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/7384992.php

Die Linke kritisierte das Vorhaben daher als „eine Mogelpackung“. Ihre Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann sprach von „Zwangsarbeit zu Niedriglöhnen“. Unklar sei auch, ob durch die „Bürgerarbeit“ bestehende Beschäftigungsverhältnisse verdrängt würden.

Was den Linken noch nicht klar ist, wissen Arbeitsmarktexperten schon lange:

http://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-stellt-neues-Jobwunder-vor-article1025836.html

Kritiker indes verweisen darauf, dass vergleichbare Modellprojekte bisher kaum zur Arbeitsmarktintegration von Arbeitslosen beigetragen haben. Bisweilen ist sogar das Gegenteil der Fall: Weil die Arbeitslosen in einem Förderprogramm eingebunden sind, können sie keine andere Beschäftigung annehmen. Zudem gilt es als heikel sicherzustellen, dass der staatliche soziale Arbeitsmarkt keine regulären Jobs verdrängt.

Es ist Unsinn, kostet Geld, vernichtet sozialversicherungspflichtige Jobs aber macht ´nen schönen Fuß – und darauf kommt es an. Auf den schönen Fuß der Ministerin. Wieso bezahlen wir eigentlich für solche Qualitätsarbeit noch Geld? Könnte die das nicht wenigstens ehrenamtlich machen?

Sinn macht das Dingen nur … wenn man bedenkt, das 50% der Kosten aus Brüssel kommen, man also 34000 Arbeitslose bequem für drei Jahre auf den Bierdeckel von Brüssel parkt … den wir als Steuerzahler aber auch bezahlen.  Für die Statistik aber … der reine Hit. Schon heute liegen die Artikel fertig geschrieben im Keller, die diese Maßnahme in drei Jahren als großen Befreiungsschlag loben.

Ich würde das anders lösen.

Ich weiß nicht, ob den deutschen Arbeitgebern schon diese Adresse bekannt ist:

http://www.arbeitsagentur.de/nn_27328/Navigation/zentral/Unternehmen/Arbeitskraeftebedarf/Arbeitskraeftebedarf-Nav.html

Hier findet man als Unternehmen ganz tolle Sachen:

Sie suchen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Dann nutzen Sie den unentgeltlichen Service der JOBBÖRSE.
Wir geben Ihnen Hinweise zum
Arbeitsmarkt, zur Vermittlung von Fach- und Führungskräften oder zu Akademikern, die eine Anstellung suchen.
Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur berät Sie gerne persönlich bei allen Fragen der Personalrekrutierung.
Detaillierte Informationen über Ausbildung und Beruf erhalten Sie in der Datenbank
BERUFENET.

Toll, oder? Habe ich ganz alleine gefunden – ohne Staatssekretär im Hintergrund oder teure Arbeitsgruppen. Hier können ganz einfach und kostenlos Unternehmen Mitarbeiter für ihre vielen Millionen offenen Stellen finden – ganz paßgenau auf des Unternehmen zugeschnitten. Unglaublich, oder? Was es nicht alles gibt… Und wer da nicht angefordert wird … der kriegt nichts, weil ihn keiner braucht. Da kann man noch so lange „Aktivierungsphasen“ machen – es ändert sich nichts an der Tatsache, das man nicht mehr gebraucht wird – aus Gründen, die bekannt sind und die kein Arbeitnehmer zu verantworten hat.

Wenn aber jetzt mal wirklich einer gebraucht werden sollte … hat er Pech gehabt. Er ist in einer Maßnahmen und steht dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

Und was den Staat angeht … auch da wüßte ich was. Einfach mal die Leute wieder einstellen, deren Stellen man zuvor abgebaut hat.

http://www.bpb.de/wissen/68ET1Y,0,0,Besch%E4ftigte_des_%F6ffentlichen_Dienstes.html

Waren 1991 noch 6,74 Millionen Personen im öffentlichen Dienst beschäftigt, so waren es 2006 nur noch 4,58 Millionen – davon 1,59 Millionen Beamte, 22.000 Richter, 184.000 Berufs- oder Zeitsoldaten, 192.000 Auszubildende und 2,59 Millionen Arbeitnehmer.

Das ist ein Abbau von 2,16 Millionen Stellen. Das konnte die Privatwirtschaft so schnell nicht auffangen. Da hat der Staat angefangen, sich von den Bürgern zu verabschieden, aus der Dienstfunktion wurde Herrschaftsfunktion. Nun gut, wenn Not ist, dann müssen wir halt alle den Gürtel enger schnallen. Aber es ist keine Not … oder haben wir auch nur einen Euro Schulden seit 1991 abgebaut? Hat es irgendwas gebracht, Millionen von „Bürgerarbeitern“ auf die Straße zu setzen?

Als die angefangen haben, Bürger auf die Straße zu setzen, hatten wie 600 Milliarden Euro Schulden. Aber es war ja kein Geld mehr da, Stellenabbau wurde von jedem Unternehmensberater gepredigt, „Lean Managemant“ war gerade „in“. Jetzt sind die Jobs weg und wir haben 1700 Milliarden Euro Schulden.

Und bei wem ist das Geld jetzt angekommen und liegt nutzlos herum?

Der Wahnsinn hat doch mitlerweile Formen angenommen, die selbst Laien erkennen können … aber von der Leyen wohl nicht.

Die Vertreter haben Geschmack an Macht und Geld gefunden. Aus Volksvertretern sind Volksbeherrscher geworden, die immer unverblümter als Gegenpart zur Gesellschaft auftreten und den Souverän mit Füßen treten in der Hoffnung, das da noch ein Euro ´rauskommt.  Wollen wir hoffen, das sie nicht auch Volksverräter geworden sind.

Die letzten 100 Artikel