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WM-Boykott oder Arschloch sein: heute darf man sich entscheiden!

WM-Boykott oder Arschloch sein: heute darf man sich entscheiden!

Donnerstag, 12.6.2014. Eifel. Deutschland ist im Fieber, heißt es. Im WM-Fieber. Seit meiner Jugend bin ich da im Nachteil: ich verstehe das nicht. Gut: Fußball spielen ist in Ordnung – also: SELBST spielen. Das kann ganz lustig sein. Aber anderen beim spielen zuschauen? Haben sie schon mal besondere Lust daraus gezogen, anderen beim Lesen zuzuschauen? Stundenlang? „Eifelphilosoph liest Goethe, Folge 4“? Da ist selber lesen wohl besser. Nun – das Zuschauen allerdings: das hat man uns jetzt antrainiert. Egal ob beim Sex, beim Urlaub, beim Kochen, beim Renovieren: wir schauen zu. Leben aus der Dose. Vier Stunden am Tag: da fällt der Fußball nicht weiter auf, könnte man meinen.

Beim Fußball jedoch – wurde schon lange vorher zugeschaut. Die Frage ist: warum. Bei anderen Erscheinungsformen der Massenbildung (Hitlers Massenaufmärsche oder Metallicas Konzerte) fand ich mal die Erklärung, dass es sich um fragmentierte Persönlichkeiten handelt: wer da hingeht, hat eine Macke, ein Manko, einen Makel. Kann das sein? Baden in der Masse, weil man ohne sie ein GAR NICHTS ist? Nationalmannschaft als Krücke für das Gerne-Groß-Ego?

Überlassen wir die Frage den Psychologen.

Was wird da übrigens gemacht? Ich meine – so prinzipiell?

Aus gerade nicht griffbereiter Quelle (bei Interesse bitte nachfragen!) habe ich die Theorie, dass es sich um ein symbolisiertes Jagdspiel handelt: die besten Jäger des Stammes jagen das Wild, das bei „TOOOOOOR“ als erlegt gilt. Ähnliches beobachtete eine mir bekannte junge Frau beim Ritual des Fußballschauens im Kreise junger Männer: dort sah sie allerdings die Frau als Beute und das TOOOOOOR als … na ja. Neun Monate später gäbe das einen neuen Mittelstürmer.

Ich hingegen sehe eindeutig die politische Komponente. „Deutschland“ gegen „Holland“ hat eine Tradition, die auf die Zeit von 1933-1945 zurückgeht. Hier kann man ungestraft Ressentiments austragen, ohne seine eigene Haut zu Markte tragen zu müssen. „Ein Volk, ein Reich, ein Fußball“. 80 MILLIONEN WERDEN EIN TEAM: so las ich kürzlich in der Werbebeilage der Wochenzeitung. Alles ist vergessen: die Vermögensvernichtung durch Zugriff auf die Lebensversicherungen, die Enteignung durch massive Steigerung der Grundsteuer, die exobitanten Steigerungen der Privatvermögen, die zunehmende Verarmung breiter Bevölkerungsschichten – alles vergessen.

Wie in Kriegszeiten.

Eigentlich … simulieren wir Krieg. Schicken unsere jungen Männer aufs Feld, um den Gegner zu schlagen. Es ist nicht nur Krieg (mit anderen Regeln als üblich), es ist sogar der schicksalhafte ENDSIEG – siehe Spiegel:

„Gerade bei ARD und ZDF merkt man den Moderatoren und vielen Kommentatoren inzwischen an, dass es ihr Auftrag ist, das Produkt Fußball, für das die Sender eine riesige Menge Geld auf den Tisch geklatscht haben, auf Gedeih und Verderb zum Großereignis hochzujazzen“, sagte Roth dem SPIEGEL. „Sie blähen alles zur Jahrhundertbegegnung, zum Titanenkampf auf. Das ist unerträglich.“

Der TITANENKAMPF. Von staatlichen Sendern befohlen – und keinem wird schlecht?

Nebenwirkungen von Fußball? Kann man im „Westen“ lesen:

Im „Lar Santa Monica“ in Fortaleza beginnen zig Leben neu. Aber Heimleiter José Alberto Moreno warnt vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien: „Die WM wird viele Mädchen in die Katastrophe treiben.“ Er kämpft gegen Kinderprostitution und sexuelle Gewalt an Kindern.

Da fällt der internationale Herrenmensch ein und vergreift sich zwischen den Spielen an ein paar Kindern. Beim Titanenkampf kann das schon mal passieren.

Weniger interessant ist, dass man in ein Land einfällt, dass die Barbarei des Kapitalismus bis zum Exzess vorangetrieben hat – siehe Klaus Hart:

Am Pfingstsonntag haben Unbekannte unter einer City-Hochstraße Rio de Janeiros zwei junge Obdachlose angezündet. Eine junge schwangere Frau ist dabei lebendig verbrannt, während ein junger Mann im Hospital den schweren Brandverletzungen erlag. Das Verbrennen von Bettlern und Obdachlosen zählt in Rio, aber auch anderen brasilianischen Großstädten  zu den alltäglichen Verbrechen.

Solche Berichte kenne ich schon seit den siebziger Jahren: junge Businessfrau überschüttet in der Mittagspause schlafenden Indianerhäuptling mit Benzin und zündet ihn an: Barbecue auf brasilianisch. Stört aber nicht: Fussball verbindet.

Nur: wen?

Wollen wir mal die Bundesregierung zu dem Thema hören? Nochmal Klaus Hart:

In meinungsbildenden deutschen Analysen, in der deutschen Parteipropaganda wird die brasilianische Regierung ausdrücklich als “progressiv” eingestuft.

“Brasilien ist eine Industriemacht, die achtgrößte Wirtschaftsnation der Welt, modern und fortschrittlich.”

Bundesaußenminister Guido Westerwelle:  

 “Brasilien ist das Kraftzentrum Südamerikas geworden und zu einer Gestaltungsmacht mit globalem Anspruch herangewachsen”.

Eine progressive Gestaltungsmacht mit Todesschwadronen: von Brasilien lernen heißt: siegen lernen.

In der Zeitjung findet man die Geschichte eines Menschen, der … genauer hingeschaut und sich entschieden hat:

Ein halbes Jahr lang dokumentierte er die Zeit vor der WM, mischte sich unters Volk und sprach mit den Straßenkindern der gewalttätigsten Metropole Brasiliens. Dabei musste er feststellen, dass sie nach und nach verschwinden.

Sie seien, so Jensen, dem neuen Säuberungsprogramm der Stadt zum Opfer gefallen. Denn Brasilien solle schließlich auch während der WM das Bild verkörpern, das Touristen in den Medien vermittelt wird: ein lebensfrohes Land, in dem es von fruchtigen Cocktails, wirbelnden Tänzern und willigen Mädchen nur so wimmelt. Das kurbelt die Wirtschaft an! Hungernde Straßenkinder, die in den für die Touristen vorgesehenen Vierteln schlafen, passen nicht ins Bild und werden daher, so der Journalist, von der Polizei beseitigt: Sie würden nachts im Schlaf erschossen und aus den Touristenvierteln entfernt. Wohin man sie bringe, weiß keiner, sagen die Straßenkinder. Zurück bleibe eine cleane Straße, die nur darauf wartet, den Touristen vorzugaukeln, hier sei alles in Ordnung. Damit sie die WM weiterhin genießen können, während der Regen durch die Krankenhausdecken tropft und das Blut von den Straßen wäscht.

In Deutschland waren es die Juden, in Brasilien sind es die Kinder der Armen, die … „verschwinden“.

Keinen störts, es regiert König Fußball. Der jedoch … unterstützt keine Projekte gegen Kinderprostitution … jedenfalls nicht als FIFA (siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten).

Die dicken weißen Männer wollen sich wohl zwischendurch etwas Besonderes gönnen – man will den „brasilianischen Nächten“ wohl nicht ihren Reiz nehmen. Vielleicht nehmen sie etwas wirklich Besonderes mit nach Hause? Lepra zum Beispiel. Schauen wir doch mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung vorbei (die sich – nebenbei bemerkt – in ihren Berichten häufiger auf den oben zitierten Herrn Hart beruft), wo uns eine brasilianische Ärztin aufklärt:

Ein öffentliches Hospital an Sao Paulos Peripherie, umgeben von Elendshütten und Katen. Die junge Ärztin Maria Paim diagnostiziert dort serienweise Lepra. „Unser öffentliches Gesundheitswesen ist sehr schlecht, wir haben mehr Fälle von Lepra als von Aids in Brasilien. Die Autoritäten wollen sich diesem sozialen Problem nicht stellen, das ist ihnen unbequem und lästig. Man denkt – sollen diese Leprakranken doch ruhig in den Slums vor die Hunde gehen – denn dort sind sie ja eingesperrt.“ 2006 wurden 52.000 Neuinfizierte gezählt, Tendenz steigend. Auf Brasilien entfallen 97 bis 98 Prozent aller Leprafälle Nord- und Südamerikas, weltweit ist es das Land mit der höchsten Lepradichte – noch vor Indien.

Mehr Lepra als in Indien, eine Kultur der Menschenbrennerei und Kindervergewaltigung: wahrlich – dieses Land ist eine fortschrittliche Gestaltungsmacht mit Zukunft, da kann man dem Neoliberalismus ohne weiteres Recht geben.

Werfen wir doch einmal eine Blick auf die Polizei in jenem Land (siehe BpB)

Nach dem Übergang zur Demokratie blieben die militärischen Strukturen der Polizei erhalten. Spezialeinheiten der Militärpolizei haben sich seitdem durch brutales Vorgehen einen Namen gemacht. Die „ROTA Einheit“ in São Paulo beispielsweise wurde 1969 zur Verfolgung von Regimegegnern gegründet. Seit der Einführung der Demokratie wird sie bis heute als Spezialeinheit der Militärpolizei genutzt. Gerade die ROTA wurde von populistischen Politikern, die gerne für härteres Durchgreifen durch die Polizei plädieren, zum Stimmenfang genutzt: In den Jahren 1991 und 1992 ist die ROTA maßgeblich an der hohen Anzahl von getöteten Zivilisten durch die Militärpolizei beteiligt und patrouilliert bis heute die Straßen der größten Wirtschaftsmetropole Südamerikas. 

Cool, oder? Wäre so, als würde man in Deutschland noch die SA auf den Straßen dulden, „aber sonst haben wir Demokratie“. Das Parlament – die Zeitschrift des deutschen Bundestages – weiß Bescheid:

Tim Cahill, Brasilienexperte von Amnesty International in London, bezeichnete Ende 2009 in São Paulo die besorgniserregende Menschenrechtslage des Tropenlandes als Diktaturerbe, überall im Staatsapparat treffe man auf Diktaturaktivisten. Straflosigkeit für Regimeverbrecher fördere heutige Straffreiheit: „Es wird weiter gefoltert und außergerichtlich exekutiert, die Lage in den Gefängnissen ist nach wie vor grauenhaft – und es gibt sogar weiterhin Todesschwadronen und Sklavenarbeit. Da wird also Früheres fortgesetzt – Brasilien ist in Lateinamerika bei der Vergangenheitsbewältigung am weitesten zurück. Das große Problem des Landes ist heute, dass der offizielle Diskurs nichts mit der politischen Praxis zu tun hat.“

Theorie und Praxis liegen weit auseinander. Erinnert an zu Hause.

2,74 Milliarden Euro flossen in den Bau von Stadien … von denen fraglich ist, ob sie rechtzeitig fertig werden (siehe rp-online). Indianerland wurde enteignet, damit „König Fußball“ residieren kann, der laufende Genozid an den Indianern findet kaum Aufmerksamkeit (siehe survival-international), für die „Sicherheit“ in den Stadien mehr ausgeben als für den Schutz der Indianer:

Die 791 Millionen US-Dollar, die für die Sicherheit bei der Fußball-WM auf der Rechnung stehen werden, entsprechen mindestens dem Dreifachen des Jahresbudgets von FUNAI, der brasilianischen Indianerschutzbehörde (81 Millionen US-Dollar).

Auch die Polizei tritt hier in bekannter Manier auf:

Sechs Stunden mit dem Auto von Salvador entfernt, erleben die Tupinambá derzeit Übergriffe durch die Polizei. Die Polizisten fallen in ihre Dörfer ein, um sie zu vertreiben, damit sich dort Rinderfarmen ausbreiten können. Im August 2013 wurden vier Tupinambá ermordet und ihre Körper verstümmelt. 26 Häuser wurden niedergebrannt.

Ein laufender Holocaust – und die Welt feiert.

Diesmal jedoch … kann man ein Zeichen setzen. HEUTE NOCH!

Heute kann man sich entscheiden, ob man den Propagandisten von ARD und ZDF folgt und sich um nationalistischen Titanenkampf  verführen läßt … oder ob man lieber ein klares NEIN zu Genozid, Kinderprostitution und Massenmord an Kindern sagt, zu Neoliberalismus und Nationalismus, zu Korruption und Geldverschwendung. Endlich hat man es selbst in der Hand, kann heraustreten aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit und ein klares Signal abgeben: MIT MIR NICHT!

Oder aber man mutiert zum grenzdebilen Fähnchenschwenker, wird eins mit Todesschwadronen, Menschenbrennern und Massenmördern, geht Hand in Hand mit übelster Korruption der Gegenwart, siehe Zeit:

In welcher Branche ist jemand tätig, der 50 Prozent der Gewinne einstecken darf, aber nur 0,01 Prozent der Verluste tragen muss? Im Rotlichtmilieu, in der Mafia, in einer Bank? Solche Konditionen gewährt nur der Sport. Angeblich hat sich Ricardo Teixeira, Brasiliens Fußballpräsident und Chef des Organisationskomitees der WM 2014, diese vorteilhafte Klausel für die WM in seinen Vertrag geschrieben.

Sich dem Trubel zu verweigern, bringt enorme Vorteile: man hat Zeit, sich um seine eigenen Probleme zu kümmern: die echten, die man – welch´ Überraschung – mit noch so vielen Toren nicht bewältigen kann … auch nicht als „Weltmeister“ – ein Titel, der an sich schon sehr denkwürdig ist.

„Stell´ Dir vor, es ist Fussball und keiner geht hin“ … wie mächtig wäre dieser König und sein völlig degenerierter Hofstaat dann? Und wie viel Geld hätte man auf einmal übrig, aus diesem Barbarenstaat einen zivilisierten Ort zu machen, der Menschenrechte für jedermann erlaubt.

Fussball oder Menschenrechte – das ist hier die Frage.

Bin mal gespannt auf die Antwort.

 

Chevron wie immer unschuldig

Komisch, daß wir hier so wenig darüber hören:

Karl Weiss, 05.04.2012

Brasilien beklagt eine der grössten Umwelt-Katastrophen

Bereits im Dezember letzten Jahres haben wir über die Öllecks berichtet, die an Bohrplatformen der Chevron vor der brasilianischen Küste aufgetreten sind. Nun hat die zuständige brasilianische Staatsanwaltschaft die Chevron auch für das zweite Ölleck auf Zahlungen von 11 Milliarden Dollar verklagt, um die umfangreichen Arbeiten mit zu finanzieren, wenigstens einen Teil des ausgetretenen Öls einzufangen. Nach Angaben brasilianischer Beobachter sind umfangreiche Gebiete im Meer von Öl verschmutzt. Es handele sich um eine der schlimmsten Ölkatastrophen in Brasilien.

 

Nun versucht die Chevron, die natürlich die Oberhoheit über Redaktionsstuben hat, gegen solche Strafen zu polemisieren. Ein typisches Beispiel ist der entsprechende Artikel in „spiegel-online“, hier . Dort wird das Argument der Chevron gebracht, im Gegensatz zum BP-Katastrophe im Golf von Mexiko sei kein Öl an die Küste gelangt.

Das ist unverschämt. Tatsächlich herrscht vor der brasilianischen Küste vor Rio eine starke Strömung nach Süden, die ein Anlanden der Ölteppiche erst viel weiter südlich und viel später geschehen lässt, aber die ökologischen Schäden werden dadurch nicht geringer.

Bereits im Artikel im Dezember hatten wir berichtet, warum diese grossen Ölunfälle bevorzugt bei Bohrungen der fünf grossen (Exxon, Chevron, BP, Shell, Total) Ölkonzerne vorkommen und seltener bei den kleineren Ölgesellschaften:

„Seit neue ergiebige Ölquellen fast nicht mehr gefunden werden, ausser in Meerestiefen über Tausend Meter, sind die Fragen der schwimmenden Bohr- und Förderplatformen in den Vordergrund gerückt. Will man mit grosser Sicherheit Unglücke mit Austritt von Öl ins Meer ausschliessen, so ist der Sicherheitsaufwand immens. Das beeinträchtigt die extrem hohen Supergewinne dieser Konzerne.

Sie haben sich darum darauf verständigt, die Vorkehrungen gegen solche Unfälle „etwas lockerer“ zu handhaben. Die US-Regierung kam ihnen dabei entgegen und erlaubte die Verringerung der Sicherheits-Vorkehrungen.

So ist es kein Zufall, dass sich der erste Mega-Unfall bei den schwimmenden Plattformen in US-Gewässern ereignete: Der grosse Unfall der BP im Golf von Mexiko.

In den Gewässern vor der brasilianischen Küste wurden mehrere grosse Felder mit zum Teil hochwertigem Erdöl gefunden. Es fällt allerdings auf: Die fünf Grossen, mit Ausnahme der Chevron, haben sich nicht an den Versteigerungen der Bohrrechte beteiligt.

Auch das Recht, das die Chevron erworben hat, ist nicht bedeutend.

Ganz offensichtlich handelt es sich hier um einen Versuchsballon. Man will testen, ob man nicht auch vor der brasilianischen Küste mit den verringerten Sicherheitsvorkehrungen auskommt. Die brasilianischen Behörden lassen jeden, der da bohren will, unterschreiben, die höchstmöglichen Sicherheits-Standards nach internationalem Recht einzuhalten, doch wer kann das schon nachprüfen auf einer Plattform, auf die niemand ausser den Chevron–Leuten kommt.

Und so kam es, wie es kommen musste. Wie im Golf von Mexiko schon erprobt, führen die verringerten Sicherheitsstandarts mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu Unfällen und Öl tritt aus.“

Diese Fakten unterschlägt der ‚Spiegel-online’-Artikel völlig. Er behauptet dagegen:

„Tatsächlich hat die Höhe der Forderungen auch die Aufmerksamkeit von regierungsnahen Politikern erregt. So kritisierte der wichtigste Umweltschützer des Landes, Jorge Viana, die Schadenersatzforderungen seien “unverantwortlich”. Würden diese Maßstäbe an alle Unternehmen, die im Land arbeiten, angelegt, müsste die brasilianische Öl-Industrie dichtmachen.

Die Branche erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes, der weltweit sechstgrößten Volkswirtschaft.“

Jorge Viana einen Umweltschützer zu nennen, ist vorsichtig gesagt unangebracht. Er war bereits Governeur des brasilianischn Bundestaates Acre im Amazonasgebiet, wo besonders viel Amazonas-Regenwald zerstört wird. Zuletzt wurde er zum Senator von Acre gewählt, wobei offenbar massiv Stimmen gekauft wurden, eine sehr übliche Sache in Brasilien. Eine Richterin, zuständig für Wahl-Überwachung, entschied zugunsten von Viana in dem Fall der Stimmenkäufe und musste später zurücktreten. Kurz: Jorge Viana ist einer jener korrupten und gekauften brasilianischen Politiker, wie sie hier an der Tagesordnung sind.

Was ihn mit der Chevron verbindet, ist nicht bekannt, aber etwas Gutes ist es sicher nicht.

Er gebraucht wortwörtlich die gleichen Argumente, wie sie bereits die BP im Fall der „Deepwater Horizon“ und die Chevron selbst nach dem ersten Öl-Austritt benutzt hat: Wenn man so hohe Anforderungen stelle, dann müsste die Industrie dichtmachen. D.h. es wird überhaupt nicht bestritten, dass man die geforderten internationalen Normen nicht eingehalten hat, man sagt lediglich, das könne man eben nicht, sonst wären die Profite gefährdet.

Und so ist es eben in Deutschland: Die wichtigsten Presseorgane (wie in diesem Fall ‘Spiegel-online’) sind bevorzugt auf der Seite der Täter, nicht der Opfer

Natürlich mit Dank!

Nachrichten am Dienstag

Tja, so kann es kommen wenn man die falschen Freunde hat:

Europas Gefolgschaft der US-Außenpolitik bei den Sanktionen gegen den Iran gefährdet die Energie-Planungssicherheit der EU: Die geplante Nabucco-Pipeline kann ohne iranisches Gas nicht gebaut werden. Die Abhängigkeit Europas von Russland würde dann weiter zementiert. So könnte Gerhard Schröder (Gazprom-Lobbyist) einen späten Sieg gegen seinen Erzfreund Joschka Fischer (Nabucco-Lobbyist) feiern.

Karl Weiss über Brasiliens Währungsprobleme und wie sie sich dagegen wehren:

Um nur einmal einen Eindruck zu vermitteln: Wer 2009 nach Europa reiste, erlebte einen Euro bei etwa 2,70 bis 2,80 brasilianischen Reais. Heute ist er gerade noch 2,20 bis 2,30 wert – Tendenz weiter fallend. Nur – Brasilien hat nichts dazugetan, um die Währung aufzuwerten – im Gegenteil. Die anderen haben mit Geldschöpfung ihre Währungen im Wert nach unten gedrückt und wollen nun Brasilien des „Währungskriegs“ anklagen. Hier ist der Artikel aus „Wirtschaftsfacts“.

Was Brasilien konkret getan hat: Man hat eine Kapitalertragssteuer eingeführt, die auf ausländische Devisengeschäfte (also Kreditaufnahmen in ausländischen Währungen) fällig wird und im Moment 6 % beträgt. Soeben wurde beschlossen, diese Steuer zu verlängern. Mit dieser Steuer versucht man die Attraktivität Brasiliens als „Land der Geldanlage“ zu verringern, die hauptsächlich auf dem hohen Zinsniveau in Brasilien beruht. Werden von den damit erzielten Erträgen 6% einbehalten, wird diese Attraktivität verringert. Zudem wurde die Gültigkeit dieser Steuer auf Devisengeschäfte auch auf die dreijährigen Kontrakte ausgedehnt, während vorher nur die zweijährigen betroffen waren.

Über die Grünen:

Parteipolitik hat sich immer wieder als Hürde erwiesen, wenn es darum geht, die Belange des Volkes wirklich nachhaltig zu verbessern. Pöstchengerangel im harten Kampf ohne Bandagen verhindern konstruktives Handeln, bremsen schnelle, effektive Entscheidungen aus, unterhöhlen den Sozialstaat, weil immer die Abhängigkeit zur Finanzwelt herrscht, und teilen findet sowieso nicht für die am Rand der Gesellschaft Verbliebenen statt, diese haben das auszuhalten. Es fragt sich nur, wie lange dieses Machtspiel noch geduldet wird bei weiterhin zunehmender, nicht zu übersehender Ungerechtigkeit. Auch Die Grünen haben dies zu registrieren.

Wenn ich mir die „Lady“ und ihre Freundinnen so anschaue, dann halte ich das für eine gute Idee:

Kristina Schröder stellt sich gegen den Vorschlag von EU-Grundrechtekommissarin Reding zu einer gesetzlichen Frauenquote. Verschiedensten Unternehmen dürfe man nicht dieselbe Quote verordnen.

Über Weltbilder, Wirklichkeiten und Freiheitsängste:

„Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr mit Vorurteilen durchtränkt, dass er die fantastischsten Lügen wie einen Schatz hütet, so dass schließlich die Wahrheit als unglaubwürdig und die Lüge als wahr erscheint.“ Dieser Sachverhalt wird dem sagenhaften phönizischen Geschichtsschreiber Sanchuniathon nachgesagt. Und der soll zu Zeiten des Trojanischen Krieges gelebt haben, so um 1.200 vor unserer Zeitrechnung. Auch Marx stieß ins gleiche Horn: „Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden.“ Und wenn ich mir anschaue, was uns in den letzten ca. 22 Jahren seit der Wende in Deutschland an Informationen bzgl. der Vorteile eines neoliberalen Marktes und der Globalisierung verabreicht wurde, und wir nun nur noch Krisen um unser Haupt schwirren sehen, dass einen schwindlig wird, so wird es dringend Zeit, doch einmal über unser persönliches Weltbild nachzudenken. Denn irgendwas scheint mit unserer wahrgenommenen Wirklichkeit nicht zu stimmen.

Das haben die Russen jetzt davon:

Im Streit um die gefälschte Präsidentenwahl in Russland verschärft die Europäische Union ihre Sanktionen drastisch und verhängt ab 1. Juli ein Einfuhrverbot für Erdöl aus dem Land. Die 27 EU-Regierungen einigten sich in Brüssel auch, die Konten der russischen Zentralbank in Europa einzufrieren. Das sagten Diplomaten. Die Russland-Sanktionen wurden zunächst nur von den EU-Botschaftern vereinbart und müssen noch offiziell von den EU-Außenministern beschlossen werden. Es sind die schärfsten Russland-Sanktionen der EU seit 1941. Mit dem Öl-Embargo soll die wichtigste Einnahmequelle des Landes getroffen werden, um Moskau zum Nachgeben im Konflikt um Wahlfälschungen zu zwingen. Russlands Präsident Wladimir Putin wird von deutschen Medien verdächtigt, seine Wiederwahl mit Wahlkampfhilfe der ARD und durch einen gefälschten Anschlagplan herbeigefälscht zu haben. Moskau bestreitet dies, obwohl der Werbefilm im deutschen Fernsehen zu sehen war.

Hat irgendwer wirklich geglaubt, daß eine dezentralisierte Stromerzeugung gewünscht ist? Da kann doch dann kein Energieriese seine Lobbyisten mehr bezahlen und für die Parteien fällt auch nichts mehr ab.

Es ist eine beeindruckende Demonstration von Handlungsfähigkeit der Bundesregierung! Dieselbe Koalition, die für den überfälligen Ausstieg aus der Atomenergie im letzten Sommer elf Jahre veranschlagte, schafft den Ausstieg aus der Solarenergie jetzt innerhalb von 14 Tagen. Es war eine Pressekonferenz der Minister Rösler und Röttgen am 23. Februar, bei der erstmals verkündet wurde, dass nicht zum 1. April, sondern schon am 9. März die Absenkung der Einspeisevergütung greifen solle. (2) Das bedeutet für die Solarinstallateure, dass sie massenhaft auf bereits gelagerten Modulen und sonstigen Komponenten sitzenbleiben, während in großem Umfang von panischen Kunden die Aufträge storniert werden.

Und warum ging das jetzt so schnell?

Das Nettoergebnis von RWE ist um ein Drittel geschrumpft. Als Konsequenz kappt Deutschlands zweitgrößter Energieversorger die Dividende – gibt aber einen hoffnungsvollen Ausblick.

Jörg Tauss heult ein bisserl rum. Wer Lust hat sucht sich mal sein Abstimmungsverhalten vor dem „Skandal“ heraus. Ebenfalls unwählbar, auch wenn er dann eine auf die Nase beokmmen hat weil er sich um Dinge kümmerte, die ihn nichts angehen (sollen):

„Wir wollen nicht, dass der Staatsanwalt hier im Parlament auftaucht….“

Siegfried Kauder (CDU) ist ja immer für einen besonders intelligenten Spruch gut. Er traf obige Feststellung in Zusammenhang mit dem Thema Abgeordnetenbestechung (§ 108e StGB) und der beharrlichen Weigerung von Union und FDP, endlich zu international üblichen strafrechtlichen Regelungen zu kommen, die gegen korrupte Abgeordnete Wirksamkeit entfalten könnten. Nicht erst nachdem zwischenzeitlich das Undenkbare möglich wurde und Staatsanwälte sogar in der Umgebung eines Bundespräsidenten „fündig“ werden, erscheint Kauders Aussage bizarr. Weniger sensibel war man auf Seiten der Union wie auch fraktionsübergreifend allerdings vor genau drei Jahren, als meine Büroräume im Bundestag und im Wahlkreis, wie auch meine Dienst- und Privatwohnungen, von einer völlig durchgeknallten wie öffentlichkeitsgeilen Karlsruher Staatsanwaltschaft durchsucht wurden. Gesucht wurde nach Kinderpornografie. Ohne Rücksicht auf den Schutz von Petenten und auf das Büro einer benachbarten Landtagsabgeordneten wurden meine und andere Festplatten beschlagnahmt, auf denen sich trotz größter medialer, technischer und finanzieller Mühe des Landeskriminalamts allerdings kein einziges kinderpornografisches Bild befand.

Meiner Meinung anch haben die schon viel zu viel von Verbrecherorganisationen gelernt. So viel, daß eine Unterscheidung manchmal schwerfällt:

Das organisierte Verbrechen arbeitet heute nach den modernsten Führungsmethoden. Ein Vorgehen, das Lektionen für Unternehmen bereithält.

 Neues von Benjamin Fulford:

Der laufende Finanzkrieg beschleunigt sich und man sieht Festnahmen und Morde auf beiden Seiten. Quellen aus dem Pentagon sagen, dass George Bush senior und Bill Gates letzte Woche wegen Sabotage des neuen Finanzsystems festgenommen wurden, nachdem Timothy Geithner sie verpfiffen hatte. Das Federal Reserve Board-Kriminellensyndikat seinerseits ermordete am 29. Februar Lord James Blackheath [soll nicht stimmen], nachdem er den Diebstahl der 15 Billionen Dollar im britischen Oberhaus offengelegt hatte. Die White Dragon Society hat mittlerweile einen Fahndungsaufruf für den früheren Polizeichef von Hongkong, Peter Stevens, veranlasst; Stevens soll sofort zur Vernehmung verhaftet werden.

Wir werden alle sterben (wenn Satan die Weltherrschaft übernimmt):

Das sogenannte „Feast of the Beast“ ist einer der besten Orte, um Vertreter aller „I3 Satanischen Blutlinien“ zu treffen. Diese Zusammenkunft findet alle 28 Jahre statt. All die führenden Familien der Illuminaten-Hierarchivereinen sich bei den satanischen Ritualen dieses „Feast of the Beast“.

Hier erscheint Satan seinen Untergebenen auch höchstpersönlich. Bei dieser speziellen Zusammenkunft erteilt Satan seinen treu ergebenen Dienern auch neue Informationen und zeigt ihnen auf, wie sie seinen „Plan“ zur Weltbeherrschung fortführen sollen. Quelle: Externalization of the Hierarchy von Alice A. Bailey.

Satan hat einen sehr detaillierten Plan ausgearbeitet, den er nur den wenigen Auserwählten an der Spitze der Satanischen Hierarchie offenbart. Sein auserwähltes Fortpflanzungsprogramm dauert schon seit Jahrhunderten und wird vor den Augen der Öffentlichkeit geheimgehalten. Der Plan, den Satan für die Illuminaten ausgearbeitet hat, besteht darin, eine These und ihr Gegenüber – die Antithese, zu erschaffen. Dieser Prozess würde sich wiederholen, bis das gewünschte Endresultat schließlich erreicht wird.

Und wem die letzten beiden Lesevorschläge noch nicht schräg genug sind, einen haben wir noch:

Die Kirchen werden von den luziferischen Kräften hinter der Neuen Weltordnung, für die sie vor langer Zeit zu arbeiten erklärt haben, kontrolliert. Die katholische Kirche ist seit 1830 im festen finanziellen Griff des Hauses Rothschild. Der Papst läuft sogar umher und macht das Satan-Handzeichen der Illuminaten. Im Jahr 2009 forderte er eindeutig eine “politische Weltautorität” – also eine Welt-Regierung, und nicht die von Jesus Christus! – um die Weltwirtschaft zu verwalten. Sie “müsste allgemein anerkannt werden und mit der effektiven Macht ausgestattet werden, die Sicherheit für alle sicherzustellen, sowie mit den Befugnissen, die Einhaltung ihrer Entscheidungen zu gewährleisten.” Der Vatikan wiederholt nun diese Forderung.
Auch die evangelischen Kirchen schlossen sich vor langer Zeit den Bemühungen der globalistischen Rockefeller Initiativen an: der Interchurch Weltbewegung (1919 -20) sowie dem US-Bundes-Rat der Kirchen und seit 1949 UNs Ökumenischem Rat der Kirchen an, der als Sprecher für 300 Kirchen erklärt: religiöse Lehre umzugestalten – zumindest neu zu fokussieren, insbesondere das Christentum, um es einer globalisierten Welt anzupassen – ist auch ein entscheidender Aspekt bei der Suche nach Weltregierung, damit eine Zivilisation der Welt zustande kommt, … das Christentum muss neu konzipiert werden, um “globalen” Werten zu entsprechen und seine “spaltende” Attribute abzuwerfen. Hocking sah einen künftigen Weltstaat, unter denen alle Religionen “… letztlich verschmelzen.”
Mit dem Glauben des Internationalismus fest in die Gesellschaft eingebettet hoffen die Architekten der Welt, ihren großen Traum von der Weltregierung zu erreichen.

 

 

Bewegliche Bilder:

Wir werden alle sterben (2):
„Scientists are predicting that the asteroid 2012 DA14 has a good chance of colliding with earth in eleven months.
Watch the skies in February 2013!“

 

Wer 2 Stunden Zeit hat, schaut sich vielleich an, warum wir uns nicht weiterentwickeln:

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