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Wie sich die Welt durch das Virus verändern wird

Dirk Müller im Gespräch

 

Die Welt wird sich verändern, es ist die Rede von der „neuen Normalität“. Verantwortlich dafür ist das Coronavirus. So spricht das World Economic Forum (WEF) in diesem Zusammenhang sogar von einem „großen Neustart“ (The Great Reset). Doch was genau soll neu gestartet werden? Der Finanzexperte, Buchautor und Börsenmakler Dirk Müller versucht, eine Antwort auf diese Frage zu geben, und verweist auch auf die Agenda 2030, die auf einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedet wurde. Müller weist darauf hin, dass die Themen Nachhaltigkeit und Tierschutz auch Teil dieser neuen Agenda sind und die Gesellschaft mittels „nudging“ in die richtige Richtung „geschubst“ wird. Ist das nicht Manipulation? Ja, sagt Müller, aber was war in der Vergangenheit denn keine Manipulation?

WEF „The Great Reset“: https://www.weforum.org/great-reset/

Agenda 2030: https://www.2030agenda.de/de/publicat…

 

KenFM im Gespräch mit: Dirk Müller („Machtbeben“)

Das Leben entscheidet sich in wenigen Augenblicken. So geschehen bei Dirk Müller, der, inspiriert durch den Spielfilm „Wallstreet“, den Entschluss fasste, an die Börse zu gehen und in den Weiten der Finanzwelt Karriere zu machen.

Anfänglich war wohl kaum absehbar, dass aus dem noch unerfahrenen Jungen aus einer Kleinstadt nahe Frankfurt, einmal das Börsengesicht Deutschlands schlechthin werden sollte.

Heute ist „Mr. Dax“ – ein Spitzname, den er von Journalisten aufgrund seines Arbeitsplatzes unter der Kurstafel des Frankfurter Parketts erhielt – nicht einfach nur Fondsmanager, sondern auch gern gesehener Gast in Talkshows, Autor mehrerer Buch-Bestseller und streng genommen auch ein investigativer Finanzjournalist, der mit seinen Analysen ein Millionenpublikum erreicht.

Eilmeldung: Wirtschaft auf Kriegskurs – wie 1933

Digital StillCamera

Mittwoch, 26.8.2015. Eifel. Ja, ich weiß: eine knackige Überschrift gehört dazu. So eine wie die hier. Und glauben Sie mir: diese wird Sie nicht enttäuschen, sondern Sie mit Informationen versorgen, die Sie hoffentlich sehr nachdenklich machen werden, so wie sie mich nachdenklich gemacht haben. Wie immer gehört dazu eine etwas längere Vorrede, da es – um den Wahrheitsgehalt der Überschrift zu beweisen – notwendig ist, den Rahmen gewisser Informationen etwas zu verrücken, bzw. einer Reihe von öffentlichen Informationen einen anderen Rahmen zu geben. Die Informationen entnehme ich – wie üblich – hauptsächlich den „Qualitätsmedien“ – die ich selbst gerne mal „Oberschichtsmedien“ nenne, weil sie in erster Linie die Meinung der Geldgeber vertreten und erst im Nachgang der Wahrheit verpflichtet sind. Holen wir also erstmal ein wenig aus – mit der „Titanic“.

Ich hoffe, Sie kennen die „Titanic“? Nein, nicht die brilliante Satirezeitung, sondern das Schiff. Unsinkbares Produkt einer unbesiegbaren, perfekten Wirtschaft und unüberwindbaren, allmächtigen Technologie, die auch heute noch unser Denken, unseren Alltag und unsere Werte bestimmen. Ist gesunken – was viel über die Versprechen unserer „Leistungselite“ aussagt. Nun – vielleicht haben Sie ja auch den Film gesehen, das reicht völlig, denn dort lernen Sie den den wichtigen Leitspruch der Seefahrt in Krisenzeiten kennen: „Frauen und Kinder zuerst!“. Jedenfalls – zuerst in die Rettungsboote, weil das Überleben von Frauen und Kindern der Menschheit schon immer am Wichtigsten war: sie bedeuten Zukunft, sie stehen für das Überleben der Kultur, der Gesellschaft, der ganzen Menschheit.

Frauen und Kinder galten schon immer als besonders schützenswert – umso mehr verdutzt es, dass die aktuelle Flüchtlingswelle hauptsächlich aus Männern besteht – bis zu 77 %, berichtet die Süddeutsche Zeitung (siehe Süddeutsche), die auch gleich viele vernünftige, wirtschaftliche Gründe nennt, warum die kräftigen, jungen Männer auf die gefahrvolle Reise geschickt werden: sie haben die höchste Überlebenschance. Das galt übrigens auch zu Zeiten der „Titanic“ – auch hier hätte man die jungen Männer als kräftige Ruderer gut in den Rettungsbooten gebrauchen können, doch galten hier noch andere Grundsätze.

Brutal äußerst sich hierzu das Lifestylemagazin „Vice“ (siehe Vice): Alte, Frauen und Kinder überleben den gefährlichen Fluchtweg wohl nicht. Für Christen sieht es auch schlecht aus, die werden von ihren muslimischen Kameraden gerne mal brutal entsorgt, damit das Boot leichter wird (siehe Zeit). Ich weiß: darüber dürfen wir nicht so reden, weil die Angelegenheit für den deutschen Wohlstandsbürger sonst zu kompliziert wird und ihn in seinem Wohlfühlen stört – aber Fakt ist: da kommen nicht nur Engel ´rüber – und einige kommen sogar auf Befehl des bestialisch auftretenden „Islamischen Staates“ (wir berichteten).

Es liegt mir auch fern, nun Wasser auf die Mühlen von altrechten Junggermanen zu schütten – mir geht es vor allem um die Frauen und Kinder. Es ist gar keine Frage, dass wir Flüchtlinge aus dem Irak, aus Syrien, aus Libyen und Afghanistan aufnehmen, immerhin war es „der Westen“ – zu dem wir uns stolz und mit Überzeugung bekennen – der ihre Staaten in den Boden gebombt hat. Gesetz und Menschlichkeit gebieten diese Aufnahme – ich bin allerdings verblüfft, dass in diesem Zusammenhang noch nie das Wort „Sozialromantik“ von entsprechender Seite gefallen ist, jenes Wort, dass oft fällt, wenn es darum geht Not in Deutschland und Europa selbst zu lindern. Wir – als „der Westen“ – haben die direkte Verantwortung für die Taten und Toten in jenen Ländern, wir haben auch die direkte Verantwortung für die Zusammenrottung jener dort grassierenden kriminellen Banden, die in funktionierenden Staaten nie hätten gebildet werden können. Ich nenne diese Banden auch nicht „islamistisch“, weil ich nicht erkennen kann, in wie fern sie das Recht haben, sich auf diese Religion zu berufen – ich kann nur erkennen, dass sie ihre Symbole für ihre brutalen Raubzüge missbrauchen.

Ich frage mich auch gelegentlich, warum es in Deutschland unter den vielen Helfern nicht langsam eine Front gibt, die das tut, was wirklich notwendig ist: die „Traumschiffe“ von gelangweilten Wohlstandsbürgern befreien und vor den Küsten Libyens, Syriens und des Irak als schwimmende Aslybüros zu verankern, um die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge im Mittelmeer drastisch zu reduzieren – und vor allem Frauen und Kindern eine Chance zu geben, die vom „Westen“ verheerten Gebiete verlassen zu können anstatt dort zwischen Bomben und Granaten ausharren zu müssen, bis die jungen Männer Carepakete schicken können – an Menschen, die dann womöglich schon gar nicht mehr leben. Ebenso gehören die Botschaften geöffnet, um schnell jene aufzunehmen, die unsere Hilfe am Dringendsten brauchen: die Alten und die Kleinen samt ihren Müttern. Doch das geschieht nicht, wird noch nicht mal angedacht.

Warum?

Hier brauchen wir nicht zu spekulieren, Johannes Pennekamp vom Wirtschaftsteil der FAZ klärt uns in wenigen Worten darüber auf, warum das nicht geschieht (siehe FAZ):

„Deutschland braucht Arbeitskräfte aus dem Ausland. Wenn Flüchtlinge schnell und ohne große bürokratische Hürden in den Arbeitsmarkt integriert werden, ist das gut für alle.“

Wir wollen keine Alten, keine Kranken, keine Kinder, keine traumatisierten Frauen – wir wollen Arbeitskräfte. Ist uns ganz lieb, wenn das ganze Gesochse den Weg nicht übersteht, wie machen unsere eigenen „Flüchtlingsspiele“: wer das Mittelmeer überlebt, wer sich im harten Kampf mit der Umwelt als überlegen gezeigt hat, hat sich einen Platz bei uns verdient. Wer verreckt, hat verloren. Brutal und gemein, oder? Da schaut nur keiner richtig hin, wir denken nur noch schwarz-weiß, was anderes lassen die Oberschichtsmedien gar nicht mehr zu: „Bist Du für Flüchtlinge oder dagegen?“ – das ist alles, wozu der demokratische Diskurs im Jahre 2015 noch fähig ist … und demokratisch ist diese Frage, die von beiden Seiten („guten“ wie „bösen“) genau so formuliert wird, überhaupt nicht.

Doch nicht nur der junge Herr Pennekamp ist für die Flüchtlinge.

Ebenfalls „für Flüchtlinge“ ist der Chef des Evonik-Konzerns (siehe Spiegel):

„Fachkräftemangel:Konzernboss will abgelehnte Asylbewerber in Deutschland halten“

Evonik? Ja, das ist dieser Konzern (siehe Handelsblatt):

„Der Einbruch in der Chemie trifft das nächste Unternehmen. Evonik will ab 2017 bis zu einer Viertel Milliarde Euro im Jahr sparen. Viele Stellen sollen gestrichen werden – von bis zu 1000 Betroffenen ist die Rede.“

Was will der Konzernboss eigentlich mit 500000 jungen Männern (oder mehreren Millionen, denn der Flüchtlingsstrom wird die nächsten Jahre nicht abreißen), wenn er noch nicht mal Platz für 1000 Eingeborene hat? Nun – die einfache Antwort wäre: Lohnkosten drücken, Gewerkschaften schwächen, brave Gefolgsleute importieren, die für die „richtigen“ Menschen stimmen – so hat das die CDU mal mit den „Russlanddeutschen“ gemacht. Jener „Boss“ hat ja auch eine sehr eigene Meinung zur Demokratie, die er als Vorsitzender des Kuratoriums der „Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik“ gern kundtut – hier in der Broschüre „Mehr Argumente wagen:

„Besonders in den Industrie-, aber auch in den Schwellenländern ist das Wachstum seit 2009 deutlich zurückgegangen, in Einzelfällen sogar auf null. Eine Hauptursache ist die Tatsache, dass es demokratisch gewählten Regierungen nur noch selten gelingt, die Schuldenproblematik in den Griff zu bekommen und zugleich saubere ornungspolitische Bedingungen für Wachstum zu schaffen.“

Er weiß auch, was dagegen zu tun ist:

„Doch gerade dann, wenn es darum geht, die Expertise aus der Wirtschaft in die politische Arbeit einzubringen, brauchen wir dringend mehr erfahrene Unternehmer in den Parlamenten. Das gilt regional und national – und erst recht auf europäischer Ebene.“

Er sagt „Unternehmer“ … meint jedoch Verwaltungsfunktionäre. Echte „Unternehmer“ gibt es kaum noch in Deutschland, erst recht nicht in großen Konzernen wie Evonik. Die haben auch keine Zeit für Politik, die müssen ein Unternehmen führen. Das zu einer Demokratie gehört, dass wir mehr Altenpfleger, Müllwerker und Putzfrauen, Rentner, Niedriglöhner und Arbeitslose im Parlament bräuchten, kommt ihm gar nicht mehr in den Sinn.

Wenn diese „Unternehmer“ sich die Mitarbeit einer Million junger Männer sichern, die sie in ihren eigenen Konzernen gar nicht brauchen, darf man doch mal fragen: warum eigentlich? Was wissen die, was wir nicht wissen?

Vielleicht geben folgende Überlegungen Aufschluss darüber.

Am 8.10.2013 gab es einen Expertenlunch im BAPP. Russel Mead erläuterte den Anwesenden die zukünftige Außenpolitik der USA, die vor allem im Nahen und Mittleren Osten einen Schwerpunkt setzt (siehe BAPP), man sieht: hier verfügt man über ein ganz anderes Wissen als der Normalbürger- und weiß vielleicht auch, warum man sich eilig dransetzen muss, die losgetretende Flüchtlingswelle – nach erfolgreicher Selektion der Schwachen – in Europa zu empfangen.

Wer mehr Hintergründe will … muss jedoch weiter in die Vergangenheit gehen, in das Jahr 1933, August, um genau zu sein. Ja, ich weiß: hier wird es jetzt haarig, weil wir unsere „Dritte-Reich-Parolen“ auswendig lernen mussten: „Hitler kam 1933 mit zehn Millionen SS-Nazi-Zombies auf die Erde, überfiel Deutschland, unterdrückte es rücksichtslos, bis die Aliierten ihn vertrieben und seine außerirdische Gefolgschaft sich in Luft auflöste“ – so – oder wenigstens so ähnlich – kommt es einem vor, wenn man das Tabu der Moderne bedenkt, alle filigranen Hintergründe der Machtergreifung und der Kriegsvorbereitung genauer zu betrachten. Warum das Tabu besteht, ist recht klar: man findet neue Täter, die auch heute wieder an den Hebeln der Macht sitzen.

Was geschah im August 1933?

Führende deutsche Konzerne (Krupp, Siemens, Georgmarienhütte, Rheinmetall -nach wie vor große „Player“ in Deutschand) gründeten die MEFO, deren Wechsel (siehe Mefo-Wechsel) die Aufrüstung finanzierten – und zwar schon im August 1933.

„Die Mefo-Wechsel waren das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen den wirtschaftlichen Oberherren und dem finsteren Rittertum, zwischen den höchsten deutschen Dynastien und den Nazis“ – jenen Nazis, die einen Krieg versprachen, einem Krieg, aus dem alle Gewinn ziehen wollten (siehe: Preparata,“Wer Hitler mächtig machte“, Perseusverlag, 3. Auflage, September 2012, Seite 299).

Und wie wollte man die Schulden zurückzahlen? Wie sollte der Gewinn erwirtschaftet werden? Hitler selbst gab nach Kriegseintritt einen Einblick in die Versprechungen an die deutsche Wirtschaft:

„Die Rückzahlung der Schulden stellt (…) kein Problem dar. Erstens stellen die Territorien, die wir mit Waffengewalt erobert haben, einen Zuwachs an nationalem Reichtum dar, der die Kriegskosten bei weitem übersteigt; zweitens erbringt die Integration von zwanzig Millionen Ausländern zu billigen Löhnen in das deutsche Industriesystem eine Ersparnis, die wiederum die vom Staat eingegangenen Schulden bei weitem übertrifft“ (siehe Preparata, a.a.O. Seite 299-300).

Das sollte man den altrechten Junggermanen mal zum Auswendiglernen mit auf den Weg geben: Hitler wollte mehr Flüchtlinge in die deutsche Wirtschaft integrieren als jeder deutsche Politiker zuvor oder danach. Jene 20 Millionen hat er auch erreicht – ohne das Nazis oder Junggermanen mit „Ausländer-raus“-Parolen reagierten. Nun – die waren auch alle an der Front. Mit welcher Front müssen wir nun eigentlich rechnen, die einen Import von Millionen junger Männer zu billigen Löhnen in den deutschen Wirtschaftsraum nötig macht? Wer will alles an einem neuen Krieg gewinnen, wer hat Vorteile dadurch?

Nun – viele, die auch heute noch ungenannt bleiben wollen, weshalb Preparata nach Veröffentlichung seines wissenschaftlichen Werkes keine Professur mehr in den USA bekam und nach Kanada ausweichen musste. Widmen wir uns noch einmal einem der Zitate, die er so fleißig gesammelt hat, diesmal vom Auslandskorrespondenten des Manchester Guardian, der 1934 bestätigte:

„Hitler standen umfangreiche Geldmittel zur Verfügung, die nicht nur aus deutschen Quellen stammten. Er bekam von gewissen kapitalistischen Interessengruppen im Ausland Geld, die von seiner Feindschaft gegen Russland oder seiner Politik, welche die Nachfrage nach Waffen verstärkte, angezogen wurden. (…). Die internationale Hochfinanz schien dem Naziregime nicht ungewogen zu sein.“ (siehe Preparata, a.a.O., Seite 267).

Nun – der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass diese Gruppen auch antisemitisch waren – es verwundert deshalb nicht, dass man nach 1945 die Überlebenden des Holocaust in einen neuen Dauerkonfliktherd namens Israel exportiert hat. Was gegen Juden geht, ist nach wie vor gesellschaftsfähig – doch wir wollen ja nicht abschweifen.

Können Sie sich denken, von welchem neuen Krieg sich „kapitalistische Interessengruppen“ derzeit am meisten versprechen? Schauen Sie mal nach Berlin, der Milliardär Poroschenko erklärt dort gerade allen Anwesenden, wer – wie 1933 – mal wieder der Feind zu sein hat: Russland (siehe Spiegel), diesmal jedoch unter demokratisch gewählter Führung (was gerne übersehen wird, aber auch allen egal ist) – aber immer noch mit viel Land, vielen billigen Arbeitskräften und vielen Rohstoffen. Gäbe es einen Krieg mit Russland – ja, dann könnten wir viele Millionen „Fremdarbeiter“ in den Fabriken gebrauchen (aber keine „minderwertigen“ Flüchtlinge wie Alte, Kranke, Frauen und Kinder – die können wir ja schon bei den Einheimischen kaum tolerieren), weil wir ja auch mal wieder viele Millionen Eingeborene an den Fronten verheizen wollen. Ist ja auch nicht wirklich schlimm, so ein Krieg – auch nicht, wenn er nuklear geführt wird … oder was meinen Sie, was hinter der Kampagne steckt, die aktuell Hiroshima und Nagasaki als wieder blühende Städte präsentiert (siehe u.a. Yahoo.de)?

Ist es wirklich nur Gier, die Grund zum Krieg gibt?

Blicken wir doch einfach mal – auf der Suche nach einer Antwort – in eins der führenden deutschen Politikmedien, den „Spiegel“, wo uns die hoch geschätzte Sybille Berg die Welt erklärt (siehe Spiegel):

„Atomkraftwerke, Waffendeals, Umweltverschmutzung: Die herrschende Klasse riecht ihren nahenden Untergang – und will noch rasch möglichst viel Unheil anrichten.“

Die herrschende Klasse bzw. ihre Wirtschaftsordnung braucht dringend frischen Wind, sie verliert das Spiel und muss mal wieder die Figuren auf dem Feld durcheinander bringen – der Kapitalismus hat sein Ende erreicht (siehe Spiegel):

„Leider scheint dieses Modell nicht mehr zu funktionieren: Die Unternehmen investieren immer weniger in neue Anlagen und Produkte. Stattdessen schütten sie große Teile ihrer Gewinne an die Aktionäre aus. Wohlstandszuwächse für die große Mehrheit der Bürger gibt es kaum noch. Die große kapitalistische Umwälzpumpe läuft leer.“

25 Prozent Verlust hat der DAX seit April erleiden müssen (siehe Spiegel), selbst „Experten“ mit äußerst positiven Erwartungen machen mit seltsamen Aussagen auf sich aufmerksam (siehe Spiegel):

„Der Absturz an den Märkten beruht nicht auf fundamentalen ökonomischen Veränderungen, sondern auf dem Zusammenbruch des normalen Marktmechanismus“

Das es da jemanden gab, der den Startschuss zur aktuellen Entwicklung gab, wird gerne übersehen – selbst wenn das mal eine Schlagzeile wert war (siehe Spiegel)

„Weltwirtschaft in der Krise: Investoren ziehen eine Billion Dollar aus Schwellenländern ab“

Und da soll es keinen Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der chinesischen Börse geben … wo eine ganze Weltwirtschaft aufgrund des Verhaltens einiger weniger Investoren in eine Krise gerät?

Nun – erklären kann ich mir das kaum – außer, dass die Wirtschaft wieder auf Kriegskurs geht, weil das Wirtschaftssystem, das seine „Leistungselite“ so generös bereicherte, in den letzten Zügen liegt. Bevor nun der Neomarxismus sich ausbreitet – wie das britische Militär in einer Studie als große Gefahr erkannte (wir berichteten) – gilt es, mal wieder alles abzuräumen, umzustürzen und zu „reformieren“: so läßt sich der Unmut der Menschen in den Ländern am Besten kontrollieren und in für die Geldelite ungefährliche Bahnen lenken.

Nun – verwirrt genug? Passiert heutzutage schon mal, wenn man versucht, Antworten auf Fragen zu finden, die sonst keiner mehr stellt.

Kurz gesagt: die Hochfinanz braucht zur Rettung ihrer Pfründe eine neue Welt – und die schafft sie sich … wie üblich … mal wieder durch einen neuen vernichtenden Krieg, vor dem Egon Bahr schon 2013 gewarnt hatte (siehe Rhein-Neckar-Zeitung).

Wollte damals nur keiner hören.

PS: für die hoffentlich nicht mitlesenden altrechten Junggermanen noch eine Erläuterung: die „Hochfinanz“ ist nur zu einem geringen Teil jüdisch, aber – wie man bei Preparata nachlesen kann – mit Judenwitzen sehr zu erfreuen. Die sind halt wie alle anderen auch.

PS 2: für die Junglinken – der Boss von Evonik ist nicht persönlich für die geschilderte Entwicklung verantwortlich, noch wüßte ich, dass er persönlich Krieg im Sinn hat. Er sollte aber mal erkären, wie er die Million Flüchtlinge unterbringen will, wo er doch selbst – trotz all´ seiner Macht – für tausend Leute keinen Platz hat.

 

 

 

 

 

 

Die wahren Herrscher Deutschlands – und ihre Ziele.

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Freitag, 24.4.2015. Eifel. Wissen Sie eigentlich, wer Deutschland regiert? Natürlich wissen Sie das: Sie selbst sind es. Jedenfalls … sollte es so sein. Es gab Revolutionen im 18. und 19. Jahrhundert – ja, auch im 20 Jahrhundert, Revolutionen, die eins bewirken sollten: den Feudalismus ein für alle mal erledigen. Er hatte Millionen von Toten produziert, systematischen Raub organisiert, menschliche Leiber zu Eigentum erklärt und zur reinen Belustigung und zur Pflege des eigenen Egos Kriege angezettelt. Im Ernst: hätten wir keine Schusswaffen, würden heute noch schwer gepanzerte Ritter Bauernhaufen niedermetzeln, weil die eigene Verletzungsgefahr aufgrund der Rüstungen sehr gering war: so lassen sich Heldengeschichten produzieren.

Dann kamen erst die Armbrüste, dann die Schusswaffen. Armbrüste erlaubten kleinen Kindern, auf kurze Entfernung einen gepanzerten Ritter zu töten … auf einmal war Kriegsführung gar nicht mehr so lustig, so ein Teufelszeug gehörte verboten. Die Kirche – als langer Arm des Feudalismus – schritt ein (siehe bpb):

Im Mittelalter versuchte in Europa die römisch-katholische Kirche ihren Einfluss zu nutzen, um zumindest die Formen des Krieges zu beschränken. So wurden im 9. und 10. Jahrhundert örtliche und regionale „Gottesfrieden“ vereinbart, die Geistliche, ihre Besitztümer sowie arme Zivilisten schützen sollten. Das Zweite Laterankonzil verbot 1139 Armbrüste gegen andere Christen einzusetzen – gegen Andersgläubige blieben sie erlaubt.

Ach ja – der Gottesfrieden. Über den könnten wir auch mal reden – nur hat der Feudalismus leider erkannt, dass „Christentum“ zur Durchsetzung seiner Ziele nicht effektiv genug war, der marxistische Materialismus war dazu viel dienlicher: die durch Zufall aneinandergeklatschten Zellhaufen, die nicht mehr Wert waren als Fels, Holz oder Ratten, konnte man gedankenlos in der Industrie verheizen, wenn man ihnen nur genug Brot (sprich: Bier) und Spiele (sprich: Fussball) gab. Im 21. Jahrhundert wäre dieser Gottesfrieden ein wirklicher Fortschritt – schon im 20. Jahrhundert wurden arme Zivilisten gezielt das Opfer von Streubomben, Brandbomben, Erschießungskommandos und fliegenden Killerrobotern … mal wieder. Trotz Demokratie.

Es war letztlich die Entwicklung der Waffentechnik, die dem Adel das Rückgrat brach: ihre Überlegenheit gegenüber dem Pöbel war verlorengegangen. Manchmal konnte man noch Söldnerhaufen produzieren, doch – wie die französische Revolution zeigte – waren die nicht sehr zuverlässig und liefen gelegentlich zum Feind über. Erkenntnis für den Adel? Wir brauchen … Roboter. Sowohl um die Macht der Arbeiter zu brechen, als auch, um eine zuverlässige Armee zu bekommen, die jederzeit und überall ohne Gewissensbisse und Loyalitätskonflikte Zivilisten in großen Mengen eliminieren kann. Die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts arbeitet mit Hochdruck daran – und nicht mehr lange, dann hat der Feudalismus wieder jene waffentechnische Überlegenheit, die ihm Jahrtausende lang die Vorherrschaft als politisches Modell sicherte.

Wie kann es sein, dass Sie Deutschland beherrschen und von der Entwicklung nichts mitbekommen? SIE sind der Boss … und hinter ihrem Rücken wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dass sie völlig überflüssig werden, zum Sozialhilfeempfänger degradiert, reif für die Biotonne, nur noch aus purer Gnade am Leben erhalten. Nicht mehr lange  – so fünf bis zehn Jahre noch – dann wird eine vierte industrielle Revolution eine nie gekannte Massenarbeitslosigkeit über Deutschland hereinbrechen lassen. Der Adel ist schlau: er läßt schon jetzt seine Büttel ausschwärmen und Stimmung machen, damit man in fünf – zehn Jahren nicht die falschen Schlüsse zieht. Hören wir doch, was die Welt zu diesem Thema berichtet (siehe Welt):

„So verspielt die große Koalition unseren Wohlstand“

„Soziale Wohltaten statt wirtschaftsfreundliche Politik, Rentengeschenke statt Reformen: Die Regierung tut nichts, um künftigen Wohlstand zu sichern. Die Koalition muss ihre Mehrheiten endlich nutzen.“

12 Millionen Arme leben auf der „Insel der Seeligen“, ihre Armut ist das Ergebnis eines brutalen, feudalistischen Konkurrenzkampfes: so wie die Herren der Welt früher ihre Söldner- und Bauernhaufen gegeneinander gehetzt haben, hetzen sie heute die Produktivkräfte der Länder gegeneinander … mit großem Erfolg.

Niemanden störts.

Wissen Sie, was letztlich hinter dem so schön klingenden Wort „Reformen“ steht, die „unseren“ Wohlstand retten sollen? Ich sage Ihnen das gerne unverblümt: die Massenvernichtung unwerten Lebens …. also „armen“ Lebens. Massenvernichtung? Also – so lange man DIE noch durchfüttern muss, warm halten und vor Regen schützen, so lange DIE noch Wohnraum und Kanalisation brauchen, sind UNSERE Renditen in Gefahr. DIE – kosten nur, aber fahren keinen Gewinn ein. Da bleibt letztlich nur ein Schluss übrig: hinfort mit den Minderleistern, den Quälgeistern, den Schmarotzern. Auch bei den Indianern setzte man die Alten in den Schnee, wenn sie nichts mehr taugten: was soll´s? Sind doch nur zufällig zusammengewürfelte Zellhaufen.

Die effektivste Form der Entsorgung wäre, dass man sie ausschlachtet und als Viehfutter gebraucht – aber ich will da keinen auf dumme Gedanken bringen.

Es war ein Fehler zu glauben, dass das System Feudalismus nach einigen verlorgenen Schlachten den Krieg als verloren aufgibt. Anders als der Pöbel, der nur von Wochenende zu Wochenende denkt, plant der Adel über Generationen hinweg: das macht ihn so stark. Und Sie wissen das, dass die Zeiten sich wieder ändern. 60 Prozent der Deutschen haben gemerkt, dass etwas faul ist im Staate „Bundesrepublik“, dass die Demokratie nur noch eine hauchdünne Tünche ist über einem System, dass sich tief hineingefressen hat in den deutschen Staat und ihn von tief innen heraus dirigiert … und zwar alles andere als demokratisch.

Dabei geht es nicht um die großen „Macher“, deren Namen jedermann kennt: sie sind nur die fürstlich bezahlten Büttel, die die Drecksarbeit erledigen – was sie gerne tun, um einen Platz an der Sonne zu bekommen. Die eigentlichen Fürsten Deutschlands, die wahren Herrscher des Landes, sind keine „Macher“, sondern „Besitzer“, die anderen sind nur bezahlte, beliebig austauschbare Angestellte, was der mächtige Martin Winterkorn – der bestbezahlte Büttel des Feudalismus – gerade am eigenen Leibe erfährt (siehe Manager Magazin) … nebenbei eine eindrucksvolle Lektion für all´ die anderen „Herren des Unviversums“, die im Abgrund versinken, wenn ihnen die Gnade entzogen wird.

Alles dummes Zeug, glauben Sie?

Nun – vielleicht trauen Sie der konservativen „Welt“ mehr, jener Zeitung, die uns (siehe oben) aktuell darüber aufklärt, dass Rentner und andere Minderleister „unseren“ Wohlstand in Gefahr bringen (siehe Welt):

„Doch die Wirklichkeit ist eine andere. Erstens sind an mehr deutschen Konzernen Familien beteiligt, als es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Zweitens ist der Einfluss dieser Familien größer als gedacht“

„Größer als gedacht“ waren auch ihre Reichtümer – würde man realistischer denken und sein Niveau nicht von Talk-Shows und Seifenopern verwässern lassen: man hätte es schneller merken können. Solange man die Welt aber für einen Ponyhof hält, in der die Bundesliga oder das Liebesleben der Promis wichtiger als als die Lektüre der zur Abstimmung vorliegenden Gesetzentwürfe im Bundestag wird das Denken in der Tat der Realität nicht mehr gerecht.

„In mehr als jedem dritten Dax-Konzern ziehen Familien im Hintergrund die Strippen. Bei elf der 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne sind die Clans sogar so mächtig, dass sie praktisch machen können, was sie wollen. Bei einem weiteren, die Rede ist von Siemens, hat die Familie ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.“

Die Macht der deutschen Dynastien ist größer als die Macht der Clans in den USA … die schon so gewaltig ist, dass man in Deutschland annimmt, dass „sie“ (200 Familien) das Land regieren. Wenn es in den USA schon so ist: wie sieht es dann erst in Deutschland aus?

Nun – gut natürlich. Weil der feudale Herrenmensch viel besser ist als sein pöbelhaftes Umfeld, ja: er ist so edel, fleissig, großherzig, erfolgreich und gut, dass es eigentlich kein Weg an ihm vorbeiführt:

Dass das Schicksal von Mitarbeitern und Minderheitsaktionären in den Händen einzelner Familien liegt, ist allerdings nicht unbedingt zu deren Nachteil. So undemokratisch die Patriarchen-Methode erscheint, so wirkungsvoll ist sie. Das zeigt sich ganz besonders an der Börse, die als unbestechlicher Wettkampfrichter gilt. Danach haben die familiendominierten Dax-Konzerne den Gesamtindex über praktisch alle Zeiträume klar geschlagen.

Eine krasse Aussage, oder?

Es fällt gar nicht mehr auf, dass „Demokratie“ als oberster Wert verdrängt wird – durch den Börsenindex. Hätte es ein Adolf Hitler geschafft, eine ordentliche Rendite zu erzielen: wir würden heute flächendeckend Denkmäler von ihm haben … und die Opfer der Vernichtungslager wären „Kollateralschäden“ im Krieg um den Börsengewinn gewesen, die unvermeidbar wären … für die große Sache.

Das liest man in deutschen Zeitungen des 21. Jahrhunderts … und nirgendwo regt sich Widerstand.

Deutschland hat wieder neue Herren … doch sie wirken lieber im Verborgenen, solange die Roboterarmeen noch nicht einsatzbereit sind.

Man hat gelernt aus 1789.

Wir leider nicht.

Stören Sie sich übrigens nicht daran, dass der neue Adel neue Namen trägt und aktuell noch keine neuen Titel präsentiert: neue Geschlechter steigen auf, alte verblassen – das war schon immer so.

Doch halt. Keine neuen Titel? Das stimmt nicht ganz. Die Funktionselite der Neofeudalen hat einen einheitlichen Begriff, dem das Volk mit Ehrfurcht und Bewunderung begegnet, hier entwickelt sich ein Kult, der uns weit in vorchristliche Zeiten zurückwirft: der oft ekelerregende und abgründig dämliche „Promi“-Kult, der an die Verehrung der „Halbgötter“ der antiken Zeiten erinnert: ein lang erprobtes Mittel, den Pöbel durch Stellvertretergestalten am himmlischen Leben der Feudalgesellschaft teilhaben zu lassen, Identifikationsfiguren, die an seiner Stelle auf den Empfängen der Allmächtigen agieren.

Faszinierend, dass die gleiche Zeitung, die so locker über „unseren“ gefährdeten Wohlstand berichtet und uns über die Existenz einer im verborgenen wirkenden Superkaste informiert, ganz nebenbei – ohne auf Zusammenhänge hinzuweisen – auf das unausweichliche Ende des deutschen Staates hinweist (siehe Welt):

Deutschland hält einen traurigen Rekord: In keinem anderen Land der Erde leben in Relation zur Gesamtbevölkerung weniger Kinder. Weil die Geburtenrate bereits seit mehr als drei Jahrzehnten auf dem niedrigen Niveau von 1,4 Kinder pro Frau verharrt, steht die Gesellschaft vor dramatischen Veränderungen: Immer weniger Arbeitskräfte müssen eine wachsende Zahl an Rentnern finanzieren – eine enorme Herausforderung für den Sozialstaat und auch für die Unternehmen, denen der Nachwuchs auszugehen droht.

Die Unternehmen ersetzen schon jetzt seit Jahrzehnten „Nachwuchs“ durch Maschinen. Keine Partei fordert Sonderabgaben zum Ausgleich für diese staatsgefährdende Arbeit – und in einem Staat, der komplett um den „Arbeitsplatz“ gebaut ist, die die Vernichtung dieser Arbeitsplätze eindeutig staatsfeindlich – jedenfalls, wenn man als betriebswirtschaftlich gebildeter Demokrat denkt. Die Welt erklärt uns auch den Grund dieser Entwicklung:

Weniger Kinder als die Deutschen bekommt niemand in Europa. Große Familien gelten hierzulande schnell als asozial. Unsichere Jobs bremsen junge Paare.

„Unsichere Jobs“ … und eine gezielte Propaganda gegen Großfamilien, die den Pöbel elementar dabei stören würden, die Allüren der „Promis“ auf niedrigem Niveau nachzuäffen – worin bald sein einziger Lebenssinn besteht. Schon jetzt bastelt man gezielt an der Reduktion des Pöbels, den man in Zukunft einfach nicht mehr mit durchfüttern möchte.

Und währenddessen planen die großen Familien das Deutschland des Jahres 2035 – und stellen alle Weichen, dass sie ihr Ziel auch erreichen, während das Volk vom „Lotto-Gott“ träumt, der einen in den Olymp der Halbgötter katapultieren kann – oder wenigstens begeistert dabei zuschaut, wie die Promi-Halbgötter kleine Bälle in viereckige Tore schießen.

Warum ist alles so anders „als gedacht“?

Weil der Schlafmützenmichel nicht mehr denkt – sondern im Takt der Trommler des Neofeudalismus marschiert.

Die Ziele der neuen deutschen Herren (und Damen) sind nicht sonderlich geheim: der Sozialstaat gehört vollständig eleminiert und durch … gar nichts ersetzt (siehe Nachdenkseiten):

Die Bertelsmann Stiftung verfolgt die Idee eines Niedriglohnsektors, sie war an der Ausgestaltung des früheren Bündnisses für Arbeit, der Agenda 2010 und von Hartz IV wenn auch nur indirekt, aber doch prägend beteiligt). Die Bertelsmann Stiftung war sozusagen die „unsichtbare Vierte“ im Bündnis für Arbeit, wie es das Handelsblatt einmal formuliert hat.

Die völlige Vernichtung der Arbeitslosenhilfe war der erste Schritt zur Schaffung eines Staates, in dem der Bürger wieder Leibeigener sein darf – denn: ist der Sozialstaat erstmal zusammengebrochen, wird der Pöbel wieder für Brot seinen Leib hergeben müssen … für jenes Brot, dass man ihm zuvor durch brutale Macht oder clevere Ideen erstmal entwendet hat.

Oder denken Sie etwa, die Quandts und Lisel Mohn backen selber?

Ein Paradies für Soziopathen, auf das wir zumarschieren – hilflos, ohmächtig und mit nur einem kleinen bischen murrren.

Vom Totalversagen der deutschen Wirtschaft: Megacrash voraus, neuer D-Day nötig.

Vom Totalversagen der deutschen Wirtschaft: Megacrash voraus, neuer D-Day nötig.

Freitag, 6.6.2014. Eifel. Heute ist D-Day – Tag der Befreiung … jedenfalls Tag der Befreiung Europas von einer Kultur der industriellen Menschenvernichtung und professionalisierten Menschenausbeutung. Der Cameron – so heißt es – hat dem Putin nicht die Hand gegeben – welch´ ein Eklat. Das wird heute in den Kantinen, Eckkneipen und Wohnzimmern für helle Aufregung sorgen: Cameron gibt Putin nicht die Hand: was wird es da wieder zu diskutieren geben! Eine deutliche wichtigere Nachricht findet jedoch keine Gnade vor den strengen Augen der Zensoren, sie wurde in die Keller und Archive verbannt, dabei ist ihre Brisanz für das deutsche Volk (und ganz Europa) wesentlich höher einzustufen als der Kinderkram der EU-Fürsten bezüglich des Staatschefs einer Nuklearmacht.

Vor wenigen Tagen warnte der Herr Draghi die Banken und Investmentprofis vor dem großen Knall, der in Insiderkreisen schon lange erwartet wird. Man sucht die Nachricht vergeblich in den großen Wirtschaftsblättern der Nation, deren Informationen Grundlage für jede wirtschaftliche Planung des Landes sind. Nur ein kleines Internetmagazin bringt einen Hinweis auf den bevorstehenden Supergau: die Deutschen Wirtschaftsnachrichten, gerne als „rechts“ verschrien, wie alles, was nicht auf Drei die Meinung des Bundeskanzleramtes wiederspiegelt:

Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt angesichts der Rekordjagd an den Börsen vor einem Kurseinbruch. Wegen der Suche der Investoren nach Rendite stiegen die Risiken für die Finanzstabilität. Dies könnte die „Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse“ auslösen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank.

„Ich habe keine Empfehlung für die Investoren, aber sie sollten sich dieser Risiken bewusst sein und versuchen, sich zu schützen“, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio der Nachrichtenagentur Reuters. Die Krise in der Ukraine zum Beispiel könnte die gute Stimmung kippen. „Die Banken sollten darauf vorbereitet sein“, warnte Constancio.

Die Investoren und die Banker sollten darauf vorbereitet sein – und die Bürger? Warum steht dieses Nachricht nicht an der Spitze der deutschen Leitmedien? Wieso ist Camerons Händeschüttelallergie wichtiger als der Zusammenbruch aller Versorgungsstrukturen in Deutschland und Europa?

Es sind Fragen, die nicht nur mich beschäftigen.

Nun hat der DAX gestern die 10000´er Marke geknackt – so hoch stand er noch nie. Im Prinzip eine gute Sache – hätten wir noch Marktwirtschaft, so könnten wir uns über äußerst erfolgreiche Firmen freuen: doch Grund für den Höchststand ist nicht die Leistungskraft der deutschen Wirtschaft, sondern in Massen gedrucktes billiges Geld, das die mögliche Deflation im Euroraum bekämpfen soll. „Deflation“ heißt: Geld wird mehr wert. Eigentlich eine gute Nachrichten für die Bürger – endlich sinken die Preise mal wieder. Vielleicht wären sogar Spritpreise unter zwei Mark drin? So ein Deflation könnte den Konsum schon richtig ankurbeln, für mehr Reichtumsgefühl innerhalb der Bevölkerung sorgen – und für den langsamen Abbau der grassierenden Armut – doch so etwas geht nicht mit der deutschen Wirtschaft. Die hat andere Probleme:

Besorgnis äußerten die Währungshüter jedoch über die nach wie vor geringe Profitabilität vieler Banken. Auch fänden sich in den Bilanzen der Geldhäuser immer noch zu viele faule Kredite. „Bislang scheint hier der Wendepunkt noch nicht erreicht“, hieß es.

Zudem hätten mehr als die Hälfte aller Großbanken in der Euro-Zone im zweiten Halbjahr 2013 Verluste geschrieben.

Rettet die Großbanken – dafür opfern wir uns gerne auf. Wie das Opfer für Normalsterbliche aussieht, beschreibt aktuell der Spiegel:

„Erst habe ich gedacht, ich hab mich verhört“, erzählt Anja Helffenstein, 41. Bereits seit 17 Jahren arbeitet sie für ein Postunternehmen in Wittenburg, mit einer längeren Unterbrechung. 88 Arbeitsverträge hat sie in dieser Zeit unterschrieben. Der letzte lief Ende April aus. Als sie sich Anfang des Monats nach einem Folgevertrag erkundigte, teilte man ihr mit, es gebe keinen mehr. Der Grund: Sie habe Anfang des Jahres nicht eingesetzt werden können. Nach Neujahr war Helffenstein eine Zeitlang krankgeschrieben gewesen. Seit dem 1. Mai ist sie nun arbeitslos.

Soviel Dreistigkeit und Ausbeuterlust macht fassungslos: 88 Zeitverträger hintereinander … und dann wegen Krankheit entsorgt. Und das ist kein Ausnahmefall:

Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsbildung (IAB) ist der Anteil befristeter Neueinstellungen zwischen 2001 und 2011 von 32 auf 45 Prozent gestiegen.

Anders formuliert: der Abbau des klassischen Arbeitsverhältnisses, das Grundlage für die soziale Marktwirtschaft war, schreitet schleunigst voran: noch ein paar Jahre weiter, und wir haben die „ewige“ Probezeit eingeführt, ein Leben in Angst und Planungsunsicherheit geschaffen, das familiäre Existenzformen unmöglich macht und den Tagelöhner als Standardmodell einführt.

Davor warnen auch andere, siehe Frankfurter Rundschau:

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat vor dem weiteren Abbau staatlicher Sozialleistungen in Ländern der Europäischen Union (EU) gewarnt. «Zusammen mit anhaltender Arbeitslosigkeit, niedrigen Löhnen und hohen Steuern haben diese Maßnahmen zu mehr Armut und sozialer Ausgrenzung geführt», kritisiert die UN-Sonderorganisation in ihrem am Dienstag veröffentlichten «Weltbericht zur sozialen Sicherung 2014/2015».

Wie gesagt: Deflation – und damit eine dringend notwendige Korrektur der auseinanderdriftenden Wirtschafts- und Handelsmacht der Marktteilnehmer – wäre für viele zu begrüßen. Möglicherweise würde dann die staatliche reglementierte Ausstattung mit Sozialhilfe wieder für die Erprobung politischer Experimente wie den Aufbau von Selbstversorgergenossenschaften oder bürgernahen Parteien ausreichen: der Kampf ums tägliche Brot fordert sonst einfach zuviel Energie, um noch Zukunft aktiv gestalten zu können.

Aber das ist nicht gewünscht. Der Erfolgsautor Harvey Friedmann (siehe Bankster-Club.eu) benennt auch unverblümt die Gründe für diese Haltung:

Nicht ohne Grund warnt die EZB vor einem Crash, sie wissen wie katastrophal die Bankbilanzen aussehen und es soll zugleich eine Warnung an die kriselnden EU-Regierungen sein, die jetzige Geldpolitik der EU durch fehlende Unterstützung nicht zu konterkarieren. Ein Politikwechsel der EZB würde zu einem Kollaps der Finanzmärkte führen. Das wollte uns die EZB sagen.

Sehr aufschlussreich: die Begegnung des Autors mit dem österreichischen Finanzminister während eines Fernsehauftrittes im österreichischen Sender Puls 4: das Engagement der Oberschichtsjournalistin spricht Bände, deutlicher hat man die neue Aufgabe der Medien selten studieren können: den Schutz der Bankensprecher (hier: Politiker) vor der Öffentlichkeit. Hat man das gesehen, weiß man, warum man den Fernseher getrost auslassen kann: dort gibt es rund im die Uhr Bankenpropaganda – sonst werden Kredite und Aufsichtsratspöstchen gestrichen.

Wie die realen Machtverhältnisse in Europa sind, verrät ein älterer Artikel aus dem Manager-Magazin: „Mario Draghi, Europas letzter Alleinherrscher“ – so lautet die Überschrift, die allein schon die D-Day-Mächte auf den Plan rufen müßte. In Zeiten, wo politisch angeblich Linke den Beweis der Verstrickungen der privaten Bankwirtschaft in Kriege und illegale Machenschaften als „neurechts“ zu verkaufen versuchen, finden wir in diesem Magazin ein schönes Bild aktueller politischer Realitäten:

Das roch nach harter Arbeit für einen, der kaum etwas lästiger findet als Empfänge, Small Talk und deutsche Geldpolitiker. Am gesellschaftlichen Leben der Mainmetropole nimmt der menschenscheue Währungshüter so selten wie nötig teil. Die Hochfinanz jedenfalls ließ sich die seltene Gelegenheit nicht entgehen, den EZB-Chef aus nächster Nähe zu erleben – bei Carpaccio von Roter Bete, bayerischem Rind in Senfkruste und Apfelküchlein an Nusskrokant.

An Draghis Tafelrunde nahmen neben Weidmann unter anderen Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen (65), die Präsidentin der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Elke König (60), Mark Carney (49), der Gouverneur der Bank of England, sowie die neue EZB-Bankenaufseherin Sabine Lautenschläger (49) Platz – allesamt Hochkaräter mit Systemrelevanz. An den Katzentischen dinierten Landes- und Investmentbanker, Verbandsfürsten, Ministerialbeamte und Lobbyisten.

Da hält ein Kaiser Hof, ein neuer Napoleon. Seine Armeen? Unerträglich unerschöpfliche Geldmassen, die unbegrenzt in die Märkte gepumpt werden – nur um dann von den Banken wieder bei der EZB geparkt zu werden.

Das Ergebnis? Befristete Kettenverträge – und die soziale und wirtschaftliche Eliminierung von Arbeitnehmern im Krankheitsfalle. So weit ist es schon gekommen.

Im Spiegel wird derzeit – mal wieder – über das „Ende des Kapitalismus“ fantasiert, das Ende einer Kultur, in der sich Geld ohne Risiko automatisch von selbst vermehrt (siehe Spiegel): das negative Zinssätze in letzter Konsequenz eine Enteignung der Sparer darstellen, erkennen momentan nur wenige. Die Hoffnung, dass das so frei gewordene Kapital endlich wieder zu den Menschen und in die Unternehmen fließt, hat sich schon in den letzten Jahren nicht erfüllt: statt dessen landet das Geld auf dem Aktienmarkt. Jeder Laie kann verstehen, was dort geschieht: die Banken kaufen in großen Mengen die Papiere jener Unternehmen, AN DENEN SIE SELBST BETEILIGT SIND. So werden die PREISE KÜNSTLICH NACH OBEN GETRIEBEN – und Werte geschaffen, die real gar nicht existieren – die aber wieder schöne „Sicherheiten“ für neue Kredite sind, mit denen man weiter  Aktien kaufen kann.

Die Zombiebanken rechnen sich die Welt schön – ein Schneeballsystem, das MIT SICHERHEIT zusammenbrechen wird.

Was heißt das für uns Bürger in Europa?

Wir werden den Gürtel so eng schnallen müssen, dass er um ein Handgelenk passt … oder um den Mittelfinger. Niemand, der noch echte Werte besitzt, wird diese gegen das schnöde Geld der Bankster hergeben: hier kann jeden Tag der Moment kommen, wo alle erkennen, dass es überhaut keinen Wert mehr hat.

Dieses Mal jedoch werden wir vergeblich auf Retter warten, die an den Küsten der Normandie landen. Zwar ist Europa wieder im Zangengriff eines Alleinherrschers, der die gewählte Politik an „Katzentischen“ verbannt, zwar leidet das ganze europäische Volk wieder unter dem Terror einer ausbeuterischen Partei (diesmal nicht um eine politische Partei gruppiert, sondern um eine wirtschaftliche Fraktion: den Banken), die wieder einmal alle Schaltstellen der Macht für sich besetzt hat: aber es gibt weit und breit keine Allianz der Gegenkräfte.

Kaum etwas illustriert das herrschende Wahn-System besser als die letztjährigen Bonizahlungen des deutschen Eliteinstituts „Deutsche Bank“ – siehe Spiegel:

Für die Deutsche Bank war 2013 ein verheerendes Jahr: Ein Skandal jagte den nächsten, das Image litt, und am Ende stand für das sonst so erfolgsverwöhnte Geldhaus ein Mini-Gewinn von gerade mal noch 681 Millionen Euro – rund 400 Millionen Euro weniger als noch vor wenigen Wochen vermeldet.

In den Gehältern der Top-Banker schlägt sich die schwierige Lage kaum nieder. So zahlte die Bank im vergangenen Jahr wie im Vorjahr insgesamt 3,2 Milliarden Euro an Boni aus. Der Großteil davon, 2,1 Milliarden Euro, floss an die Mitarbeiter der Investmentbanking-Sparte. Inklusive Grundgehalt verdienten die rund 25.000 Investmentbanker sogar 4,5 Milliarden Euro – im Schnitt etwa 180.000 Euro pro Kopf.

Keine Familie könnte so wirtschaften. Keine Wirtschaft könnte sich erlauben, dass Bonuszahlungen den Gewinn um das Vierfache übertreffen – und keine Volkswirtschaft wird das lange überleben – aber die Oberschichtsmedien, die Politiker an den Katzentischen und sämtliche Entscheider und Funktionäre (sogar Bundestagsabgeordnete und Kirchenfürsten) profitieren von den Segnungen der „Partei“ der Bankster – hier wird niemand auch nur den kleinen Finger heben, um das System zu beenden.

Der Kapitalismus wird nicht einfach enden. Wir werden enden – wie Anja Helffenstein. Ja – schauen wir doch mal genau hin, was sie jetzt erwartet, was „die Wirtschaft“ für sie noch zu bieten hat, damit die Boni weiter fließen können – wie die Diäten und Sonderzuwendungen für die ausführenden Organe des Bankenterrors in Wirtschaft, Gesellschaft, Medien und Politik.

Sie ist arbeitslos, wegen Krankheit entlassen, über vierzig: sie wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Mammutbehörde „Jobcenter“ zur Last fallen müssen. Dort erwartet sie erstmal eine sofortige Einschränkung ihrer bürgerlichen Freiheiten und bei Befehlsverweigerung (bzw. anderweitig mangelnder Verwertbarkeit) die schleichende Exekution durch „Sanktionen“, d.h. Totalverweigerung von lebensnotwendiger Versorgung.

Liest man als Reicher nicht gerne, hört man als Politiker nicht gerne so formuliert, will man als Nutznießer das Systems auch absolut nicht wahr haben – ist aber für Millionen von Menschen in Deutschland eine Tatsache. Und sie dürfen sich noch glücklich schätzen: in den Südländern der EU wurde die Versorgung der Bevölkerung schon versuchsweise einfach eingestellt –  mit verheerenden Folgen.

Ich möchte die Gräuel der Konzentrationslager nicht verharmlosen: sie übertreffen den momentanen Zustand Europas bei weitem. Die philosophische Sicht befiehlt jedoch einen strengen Blick auf die PRINZIPIEN einer Kultur, also ihre QUALITÄT: und die ist seit einigen Jahren ebenso menschenverachtend wie schon zu Zeiten des D-Day. Die Quantität der Massenvernichtung unwerten Lebens ist noch lange nicht erreicht – ich fürchte jedoch, sie wird alternativlos eintreten, wenn wie die grundlegenden Prinzipien nicht ändern.

Hierzu müssen wir uns zuerst einmal vor die Wirtschaft stellen – vor die Gesamtwirtschaft – und ihr klar sagen: Ihr habt versagt. Total. Das System ist eine Katastrophe. Auch die bundesdeutsche Demokratie hat versagt – hier sind deutliche, scharf einschneidende Reformen notwendig, um das Land wieder auf einen Kurs zurückzuführen, der von den Vätern des Grundgesetzes erträumt war … und der Deregulationen der Finanzmärkte in Zukunft unmöglich macht – selbst dann, wenn Sozialdemokraten und Grüne dies wieder innigst wünschen.

Und dann brauchen wir einen neuen D-Day.

Hier zu warten, bis wieder einer kommt und uns von unserem Wahnsystem befreit, wird nichts fruchten: es ist niemand mehr dort draußen, der uns „die Demokratie“ bringen kann.

Aber es sind genug hier drinnen, die was ändern können, bevor „unwertes Leben“ aus Gründen der „Finanzmarktstabilität“ wieder kostengünstig entsorgt wird … was wir im Prinzip durch Hartz IV schon jetzt machen. Nicht durch das Prinzip des Förderns und Forderns, was einst angedacht war, sondern durch das Prinzip der Entrechung und Sanktionierung, das aktuell gelebt wird.

Was Oberschichtsjournalisten nicht verstehen: hierin liegt die Ursache der Sympathie der Deutschen für Putin begründet: Sanktionierte treffen auf einen Sanktionierten. Einem totalsanktionierten „Sozialschmarotzer“ wie Ralph Boes würde Cameron auch nicht die Hand geben.

Deprimierend?

Überhaupt nicht. Die Akzeptanz von Wahrheiten mag unbequem sein – ist aber immer der erste Schritt zur Verbesserung der Verhältnisse.

Deshalb an dieser Stelle nur mal eine Frage: Wenn Sie auf einer einsamen Insel stranden würden, die fernab aller Verkehrswege liegt was hätten sie lieber dabei?

Eine Kiste voller Werkzeug und Saatgut, eine Gruppe fleißiger Menschen, die damit umgehen können – oder einen Karton voller Geldscheine?

Wir haben Glück – als Volkswirtschaft. Wir haben Ersteres – nur den Karton haben die anderen.

Von mir aus können die den auch behalten – „wir“ brauchen ihn nämlich nicht.

Wirtschaft? Im Eimer. Ersatzwährung? Wird schon produziert. Wasser? Bald ein Riesengeschäft.

Wirtschaft? Im Eimer. Ersatzwährung? Wird schon produziert. Wasser? Bald ein Riesengeschäft.

Donnerstag, 10.1.2013. Eifel. Fast drei Wochen nach dem Untergang der Welt habe ich hier vor Ort immer noch keine Sonne gesehen – und wer sagt eigentlich, das das alles auf einen Schlag geschehen muss?.  Das hier einige Dinge in historischen Dimensionen aus dem Ruder laufen, merkt jeder: die Rekordwettermeldungen übertreffen sich gegenseitig. Vor drei Wochen erfasste Russland eine ungewöhnlich heftige Kältewelle (siehe RU) von bis zu -51 Grad, aktuell werden in Australien die Temperaturskalen der Wetterdienste auf + 54 Grad erweitert (siehe Welt), um die beständig neuen Hitzerekorde überhaupt noch messen zu können. Konsequenzen aus den Wetterkapriolen, die schon in den USA viele Felder und Herden vernichtet haben? Keine. Sind nur Meldungen am Rande, in unserer kleinen Welt zwischen Fernsehsessel und Bildschirm wähnen wir uns von allen Widrigkeiten dieser Welt sicher, weil „die da oben“ schon dafür sorgen werden, das das Leid und Elend garantiert hinter dem Bildschirm bleibt. Währenddessen haben die da oben allerdings anderes zu tun – denn denen fliegt gerade der Kapitalismus in großen Fetzen um die Ohren.

Wir erfahren darüber in Deutschland nur wenig. Auf Wunsch der Kanzlerin bleibt die deutsche Bevölkerung vor den Bildschirmen von der Wirklichkeit verschont, sie kriegen beschönigte Zahlen häppchenweise serviert, Jubelmeldungen einzelner Branchen vorgelegt, die die Regierung selbst über die EZB mit Milliardenhilfen produziert haben – in den USA startet gerade die Bilanzsaison … und von wem erhofft man sich die Erlösung? Von den Pleitebanken, siehe Manager-Magazin. Wenn die nicht wieder kunstvoll neue Anlagelügen herbeizaubern, sieht es schlecht aus mit Gesamtwirtschaft.

Wer genaueres über die Wirtschaftslage wissen will, muss sich tiefer durch Busenblitzer, Promischädel und Primatenunterhaltung wühlen, jedenfalls so lang, bis man in der FAZ lesen kann, das die meisten Fachleute eine noch größere Zinssenkung der EZB erwarten … wegen der europäischen Rezession und der Schwäche der Wirtschaft. Woran man die Schwäche messen kann? Nun – am Autoverkauf zum Beispiel. Unsere Wirtschaft hat die letzten fünfzig Jahre auf Autobau gesetzt – undenkbar, wenn der so schwächeln würde wie der von Fiat, der den niedrigsten Stand seit 33 Jahren hat, ähnliches gilt für Ford, Peugeot oder …. Opel (siehe Wirtschaftsfacts).  Auch das Managermagazin sieht die Schwächen auf dem deutschen Automarkt:

Der deutsche Automarkt hat sich zum Jahresende nicht erholt und 2012 mit 3,08 Millionen Neuzulassungen knapp 3 Prozent zum Vorjahr verloren. Der Dezember fiel schwach aus. Betroffen ist vor allem die Oberklasse.

Besonders heftig traf der Einbruch 2012 den KBA-Daten zufolge das Oberklasse-Segment, wo das Minus bei 13,9 Prozent lag.

Hartz IV entfaltet sein volles Potential: aus Angst vor der mit staatlicher Gewalt durchgedrückten Armut legen die Deutschen ihr Geld lieber an die Seite, als ins Auto zu investieren. Langsam merkt man: Hartz IV ist für alle da, die keine Supergehälter vom Staat bekommen. Und kein Wort mehr darüber, das schrumpfende Absätze in einer auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaft eine Katastrophe sind. Wozu auch: wir haben ja die Banken, die beschönigen mit Geld vom Staat unsere Bilanzen – und  man kann in Ruhe weiterdösen.

Auch die Parteien merken, das die Zeiten härter werden: Parteispenden schrumpfen im Rekordtempo (siehe Handelsblatt):

Die Großspenden an Parteien sind schon seit Jahren rückläufig: 2009 schossen Großspender der Parteienlandschaft noch 6,45 Millionen Euro zu, 2010 nur noch gut die Hälfte. 2011 gingen die Großspenden dann nochmal auf 2,03 Millionen Euro zurück und im letzten Jahr waren es mit 1,31 Millionen Euro nochmal ein Drittel weniger als im Vorjahr.

Man munkelt, das in der SPD jetzt sogar professionelle Hilfsreferenten Kanzler werden wollen, um der Armut entfliehen zu können.

Im Handelsblatt äußert sich ein Krisenforscher zu den Zukunftsaussichten:

Herr Dombrowsky, die Welt um uns herum wird auch im kommenden Jahr immer unsicherer werden, viele Menschen bekommen nur noch befristete Verträge, für 2013 werden steigende Insolvenzen prognostiziert und ganze Länder stehen auf der Kippe – haben diese Unsicherheiten und Krisen auch irgendetwas Gutes? 

Die Anwort des Herrn Dombrowsky ist äußerst beunruhigend: gibt es eine stabile Grundsicherheit und eine gute Führung, dann kann man jede Krise locker überstehen … wir haben aber Hartz IV und Merkel – das erkärt vielleicht, warum die Frühverrentung wegen psychischer Erkrankung in den letzten fünf Jahren um 44 % gestiegen ist (siehe Jahnke).

Wem es gut geht? Nun – gerade der Führung. Trotz Schwäche im Absatz haben sie Supergewinne errechnet und legen gehaltsmässig enorm zu (siehe Handelsblatt), sogar bei einem Gewinneinbruch von 45 % (RWE) gibt´s noch Mulitmillionenhonorare, bei BMW waren Gehaltssteigerungen von 43% drin – obwohl im August noch ein Gewinneinbruch von 29% zu verzeichnen war (siehe Spiegel).

Was man uns eher vor Augen führt (und zwar jeden Tag mehrfach, damit es auch sitzt) ist die Börse. Dort hat man im letzten Jahr Riesengewinne machen können … und auch dieses Jahr sind die Aussichten super (siehe Handelsblatt). Es waren allerdings nicht die Privatanleger, die an dieser Ralley teilgenommen haben, sondern die Profis, die momentan demonstrieren, wie man locker mit „Solar World“-Aktien Millionen scheffeln kann (siehe Manager Magazin): 70 % Kursgewinne waren da drin: zocken lohnt sich in unserer Gesellschaft mehr als verkaufen oder arbeiten – da kommen sogar die Vorstände der großen Dax-Unternehmen nicht mehr mit.

Was man uns eher nicht so sagt, ist, das man sich schon jetzt vorsichtig auf den ganz großen Knall vorbereitet. Der kommt nicht überraschend – was ja auch der Krisenforscher Dombrowski erkannt hat – sondern baut sich langsam auf.

Wenn er dann da ist, muss schnell gehandelt werden, weil dann die Scheine, die wir „Geld“ nennen, nur noch Dreck wert sind. Dann würde auch die Elitelumpen des Landes kein Bargeld mehr haben … weshalb wir jetzt schon mal neues Geld bekommen. Macht natürlich Sinn, in der Eurokrise erstmal ganz neue Scheine zu drucken, die man – laut Mario Draghi – ganz leicht von den alten Scheinen unterscheiden kann (siehe Handelsblatt).

Noch besser aber reagiert der Markt auf die wirtschaftliche Situation. Laut einer Meldung von Reuters am Weltuntergangstag(danke an den Leser Falbrand für den Link) wird jetzt Gold als Alltagszahlungsmittel produziert: handliche kleine scheckkartengroße Plättchen, die leicht in kleine Portionen zerteilbar sind – die perfekte Währung in der postapokalyptischen Welt.  Die 50 x 1g Combibartafel kostet in Deutschland aktuell 2145 Euro (siehe z.B. Goldsilbershop), laut Gold.de soll der Verkauf bald an 200 „Goldautomaten“ vonstatten gehen. So kann die reiche Bevölkerung flächendeckend mit einem Ersatzzahlungsmittel ausgestattet werden.

Man sieht: der Markt regelt alles, sogar den Untergang. Und weil er so perfekt ist, regelt er auch das Warenangebot, sorgt sich dafür, das der Kunde auch weiß, was er mit seinem Gold kaufen soll … nämlich Wasser.

Dazu muss man ein wenig ausholen.

Momentan fegt die US-Wirtschaft ihre europäischen Konkurrenten vom Markt, wie sie einen unglaublich starken Wettbewerbsvorteil haben: ihre Energiekosten sind deutlich niedriger als die der europäischen Firmen, siehe Wiwo:

Erdgas etwa kostet in den USA derzeit drei- bis viermal weniger als in Europa und Asien. Erdöl ist für 18 Prozent weniger zu haben als im Rest der Welt.

So lassen sich natürlich Marktpreise realisieren, mit denen das gute, alte Europa nicht mithalten kann. Während wir mit unseren Tankfüllungen nicht nur die Konzerne bereichern sondern auch noch die Subventionen der Konzerne finanzieren, könne die dann in den USA eine Million neue Jobs schaffen.

Der Grund für diese geänderten Umstände? Nun – mit dem drohenden Einsatz der US-Armee lassen sich ganz andere Preisverhandlungen mit Ölanbietern führen, in Lybien und dem Irak (und bald ich im Iran) wurden Exempel statuiert, die die Welt zu einer maßvollen Preispolitik gegenüber den USA anregen. Davon mal abgesehen wird aber jetzt auch viel für das „Fracking“ geredet, jenes Zauberwort, das die USA von all ihren Energieproblemen erlöst hat. Vielleicht auch ein Grund dafür, weshalb die Aktien der einst so vielversprechenden Bric-Staaten unattraktiv werden (siehe Wiwo).

„Fracking“ wird auch in Deutschland ausprobiert, Schiefergas steht in ganz Europa ebenfalls in großen Mengen zur Verfügung. Die Produktionsmethode ist nicht gerade einfach: mit großem Druck wird ein mit Chemikalien versehenes Gemisch aus Wasser und Sand in die Erde gepresst, lockert dort das Gestein und setzt so Erdgas frei, das nach oben durchsickert. Hört sich schlimm an, weshalb (siehe FAZ) Frankreich ein Verbot erlassen hat und einige europäische Staaten ein Moratorium erwirkt haben, um große US-Konzerne bei den Abbauarbeiten in Europa zu bremsen. Immerhin gab es in England schon Erdbeben, die mit der neuen Methode in Verbindung gebracht worden sind, außerdem wir eine Verunreinigung des Grundwassers befürchtet.

Wie üblich, streiten sich auch hier die Experten, laut Handelsblatt werden sie sogar richtig fies:

Die Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe werfen ihren Kollegen beim Umweltbundesamt vor, wissenschaftlich ungenau zu arbeiten und Tatsachen zu ignorieren. Durchaus süffisant merken die Verfasser der Stellungnahme an, in dem UBA-Gutachten werde irrtümlich Grundwasser mit Trinkwasser gleichgesetzt.

Durchaus süffisant kann man anmerken, das sie völlig Recht haben: Grundwasser liegt in der Erde, Trinkwasser kommt aus dem Wasserhahn.

Farmer in den USA machen mit dem Fracwasser andere Erfahrungen, siehe 3Sat:

Einige seiner trächtigen Kühe tranken aus dem Teich, in den das Frac-Wasser hinein floss. Und allesamt brachten sie entweder tote Kälber zur Welt oder sie starben kurze Zeit später.

Fracwasser ist harmlos, sagt die Industrie:

Die Inhaltsstoffe sind bei jedem Frac unterschiedlich. Die Flüssigkeit für das Hydraulic Fracturing besteht üblicherweise zu 98-99,5% aus Wasser und Sand. Die verbleibenden 0,5-2% setzen sich zusammen aus chemischen Zusatzstoffen, die benötigt werden, um den Prozess sicherer und effektiver zu gestalten (z.B. durch Verminderung der Reibung, zum Schutz vor Korrosion und zur Verhinderung von Bakterienwachstum).

Ich habe mal nachgeschaut, was da an harmlosen Dingen so drin ist … Dingen, die wir auch normal mit der Nahrung zu uns nehmen, wie Exxon meint. Auf deren eigener Propagandaseite fand ich

Glutaraldehyd

Glutaraldehyd ist giftig und verursacht schwerwiegende Augen-, Nasen-, Hals- und Lungenreizungen, die mit Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel einhergehen.

Glutaraldehyd ist vor allem für Wasserorganismen stark giftig.

Seit Anfang 2008 kommt es durch Pläne des vom Energiekonzern Gazprom geführten Nord Stream-Konsortiums ins öffentliche Bewusstsein. Es wird erwogen, die neu gebaute Ostsee-Pipeline mittels wässriger Glutaraldehydlösung zu säubern. Die dafür benötigten 2,3 Milliarden Liter Lösung sollen danach in die Ostsee gepumpt werden. Ein Papier des Umweltministeriums gibt zu bedenken, Fauna und Flora des baltischen Meeres seien ohnehin schon stark durch Schadstoffe belastet.

Ethylenglycol

Ethylenglycol ist als gesundheitsschädlich eingestuft. Die Hauptaufnahmewege sind das Verdauungssystem und die Haut, bei Ersterem kann mit einer sehr schnellen und nahezu vollständigen Resorption gerechnet werden. Ethylenglycol wirkt reizend auf Schleimhäute, vor allem des Auges. Bei hohen Dosen wirkt es zudem toxisch auf Nervengewebe, es kommt zu Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen und Nierenschädigung.

Ein Frostschutzmittel, wird gerne von Weinpanschern verwendet, ist tödlich ab 1,4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Ammoniumpersulfat. Nichts bei Wikipedia … aber dafür umso mehr auf dem Sicherheitsdatenblatt einer Chemiefirma. Giftiger Sondermüll.

Es gibt auch noch andere Substanzen wie Salzsäure oder nicht näher definiertes „Erdöldestilat“ (Benzin? Diesel?), das für einen richtigen Frac-Coctail unabdingbar ist – und das sind nur die Sachen, die sie offiziell zugeben.

Auf jeden Fall ist es Sondermüll … und wie üblich ist seine Entsorgung teuer, nochmal 3sat:

„Womit wir hier in den USA ein Problem haben, sind einige Betreiber. Das Frac-Wasser, das am Bohrloch zurück an die Oberfläche fließt ist Sondermüll und muss dementsprechend entsorgt werden. Das ist natürlich teuer. Deshalb wird es nicht ordnungsgemäß beseitigt und verschmutzt das Wasser.“
Wie auch in Pennsylvania. An einigen Stellen wird Frac-Wasser illegal eingeleitet. In manchen Bächen hat sich die Anzahl der Fische schon stark verringert. Aber nicht nur die Natur auch ein Kraftwerk zwang das Bohrwasser in die Knie. Fünfmal so salzig wie Meerwasser, führte es am Kühlwassersystem zu nie dagewesenen Korrosionen.

Da freut man sich im Atomkraftwerk.

Was aber noch viel schwerer wiegt: woher kommt eigentlich das Wasser, das für Fracking verwendet wird? Nochmal die Stimme der Industrie:

Das Wasser, das im Hydraulic-Fracturing-Prozess verwendet wird, kommt normalerweise aus dem öffentlichen Netz. 

Das Volumen an Frischwasser, das für das Bohren und Fracen einer horizontalen Bohrung benötigt wird, entspricht allerdings gewöhnlich etwa 3-6 olympischen Schwimmbecken (50 x 25 Meter).

Mal abgesehen von den Gefahren, die Fracking noch so mit sich bringt (wie zum Beispiel die ungewollte Mitförderung von Uran), ist es auf jeden Fall eine systematische großflächige Vernichtung von Trinkwasser … und das in einer Welt, die sich darauf vorbereitet, das die nächsten Kriege um Wasser geführt werden.

Aber dafür haben wir ja diese kleinen Goldplättchen, mit denen wir dann das letzte echte, fein in Flaschen verpackte Trinwasser kaufen können.

Manche jedenfalls.

Nochmal Daten zum Thema Wasser? Hier, aus dem Exklusivinterview für Euro am Sonntag auf Finanzen.net

Die USA leiden unter der schlimmsten Dürre seit Jahren. 63 Prozent der 48  kontinentalen Bundesstaaten sind von der Trockenheit betroffen. In Zukunft rechnen Klimatologen mit einer generellen Zunahme solcher Extremereignisse. Zudem soll auch die Wasserverfügbarkeit in weiten Teilen der Welt sinken — bis 2050 in den meisten Regio­nen Mitteleuropas und der USA um bis zu 20 Prozent. €uro am Sonntag sprach mit Gerhard Wagner, Manager des Swisscanto Equity Fund Water Invest über die Herausforderung, mit weniger Wasser auszukommen.

Weltuntergang nicht eingetroffen?

Wieso – wir sind doch mittendrin. Aber wer jetzt mit Fracking Millionen verdient, weiß zumindest, wo er sein Geld investieren kann: in jenes Wasser, das er noch nicht verseucht hat.

Und je mehr er verseucht … umso wertvoller wird das.

Das ist Marktwirtschaft pur …

 

Der Weltgeldbetrug oder wie enteigne ich die Weltbevölkerung

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Dirk Pfeil, die blöde „Deutsche Masse“, der Dritte Weltkrieg und die Vernichtung Deutschlands durch Börsenpsychopathen

Dirk Pfeil, die blöde "Deutsche Masse", der Dritte Weltkrieg und die Vernichtung Deutschlands durch Börsenpsychopathen

Mittwoch, 28.September 2011. Eifel. Wieder einmal geht ein Ruck durch Deutschland, die Börse explodiert – doch das ich nicht die Ursache des Rucks. Die ist woanders zu suchen – nämlich in der Erkenntnis, das der Deutsche blöd ist, bzw. in der Tatsache, das man diese grassierende Dummheit zwar ausnutzen aber NIEMALS erwähnen darf. Diese Erfahrung macht gerade Dirk Pfeil, der in einem Interview beiläufig eine Wahrheit ausgesprochen hat, die dafür sorgt, das die politischen Verhältnisse in Deutschland so desaströs sind:

Es ist schlimm, dass die Mehrheit der Bevölkerung keine politische Bildung genossen hat. Die Masse ist meinungslos, sprachlos.

Natürlich hat der Deutsche keinerlei politische Bildung mehr. Wo soll die auch herkommen – etwa aus jenen Magazinen, die sich jetzt darüber aufregen, das ein Dirk Pfeil die Wahrheit gesagt hat? Nun – er kann es sich erlauben. „Fast Drei Prozent“ galt mal als lustige Übersetzung für FDP – jetzt wäre es ein Traumergebnis. Aktuell sind sie laut Welt auf zwei Prozent herunter, während die „Piratenpartei“ bundesweit auf sieben Prozent kommt … ganz ohne Programm. Gut – die haben eins, aber 90% der Wähler wählen die Piratenpartei, ohne das Programm zu kennen. Die würden auch Stefan Raab wählen, wenn sie könnten. Das ist das Ergebnis von 30 Jahren Verblödung durch Privatfunk und öffentlich rechtliche Sender: Generation Doof macht aus Politik ein Happening: „Flashmob“ stürmt inhaltslos die Parlamente, um an Pöstchen zu kommen.

Verblödung durch öffentlich-rechtliche Medien? Klar. Einfach mal Frau Sibylle fragen: die deutsche Frau (die zusammen mit Rentern und Arbeitslosen die absolute Mehrheit im Land innehat) wird immer mehr zur „Planschkuh“ – jedenfalls ist das das neue Frauenbild, das die Medien als akzeptabel vermitteln – und wir fressen das ohne Widerworte.

Das ist in etwa so blöde, wie eine Partei ohne Programm zu wählen, weil es cool und hipp ist, eine Partei, die rechtsradikalen Elementen sichere Zuflucht gewährte.

Oder nehmen wir das Thema „Arbeitslosigkeit“, das für Deutschland ja keins ist, weil wir ja keine haben. Weltweit hat die letzte Krise 13 Millionen Jobs vernichtet, nur Deutschland und Chile stehen besser da als zuvor. Wir jubeln mit der Kanzlerin mit, obwohl wir wissen, das alte Menschen gezielt aus der Statistik getrickst werden und unser Triumph fernab der Realität auf Rechenkünsten der Statistiker gründet.

Zeugt das jetzt von der Präsenz überlegener deutscher Bildung?

Kommen wir zur Börse. Die brummt ja gerade richtig, 13% Zuwachs seit letzter Woche.

Kriegt auch jemand mit, warum? Hat die Diskussion um mögliche Enteignung von Aktionären etwa gar keine Folgen nach sich gezogen? Die Antwort ist einfach: der neue Rettungsschirm wird riesengroß und haftet bedingungslos für alle Fehler der Banken, weshalb Bankenaktien enorm steigen.

Das ist schlichtweg der Freibrief für Rekordboni und … Rekordstaatsverschuldungen.

EINE BILLION, ZWEI BILLIONEN – egal – was kostet die Welt, wir haben´s ja! 2,664 Billionen Euro ist aktuell der höchste Wert, der aufgerufen wird.

In der Tat: die Privatvermögen der wenigen Deutschen, die noch was haben, könnten diese Schulden tilgen. Wetten, dass die auch bezahlen müssen? Ist das vielleicht ein Grund für das schlechte Abschneiden der FDP: auch die Reichen merken, das sie auf einem sinkenden Schiff hausen, das mit neoliberalen Sprüchen und oberflächlichen „Späßchen“ nicht mehr zu retten ist?

Hören wir noch einmal einen anderen FDP-Politiker, einen, der nicht der freidemokratischen Zahnarztsohnriege entspringt – Burkhard Hirsch in der Welt:

Wenn wir Griechenland Geld zahlen, dann geht das doch nicht in die dortige Wirtschaft, sondern es wird benutzt, um die Forderung der Banken abzudecken. Das heißt, wir bezahlen die Zocker.

Das hatte auch Oskar Lafontaine verstanden. Das kann eigentlich jeder verstehen: es ist der perfekte Mechanismus zur Erzielung leistungsloser Einkommen in Millionenhöhe, die dann bei „leistungsfeindlichen“ Kindern wieder eingespart werden müssen: 2,67 Euro für Ernährung eines künstlich verarmten Hartz- IV- Kindes pro Tag ist manchen immer noch zuviel.

211 Milliarden Euro haben wir momentan im Rettungstopf liegen – als minimalen deutschen Anteil für dieses Jahr. Das würde – jetzt mal auf das verhartzte Kind umgerechnet – bedeuten, es könnte täglich für 289 Euro essen gehen … wenn ich da mal jetzt keinen Rechenfehler gemacht habe.  Zocker sind der Politik hundertmal wichtiger als Kinder – und die Bürger denken sich nichts dabei.

Burkhard Hirsch schon:

Wenn ich das schon höre: Die Staats- und Regierungschefs treten zusammen. Der letzte Staatschef, von dem ich etwas gehört habe, war General Franco. Wer ist denn ein Staatschef in Europa? Das ist doch lächerlich.

Wer jetzt keine politische Bildung hat, dem fällt das aber nicht auf. Wer aber ein Minimum davon genossen hat, dem wird Angst und Bange, wenn er merkt, das Europa von lauter Francos regiert wird, die es ins 19.Jahrhundert zurückführen:

Dieses intergouvernementale Europa hat den Weg zum Bürger versäumt. Ich wünschte, dass die Politik den Mut gehabt hätte, die Verträge von Maastricht und Lissabon einer Volksabstimmung zu unterwerfen. Da müssten die Herren ihren Hintern bewegen und dem Bürger erklären, warum das richtig und wichtig ist. Aber zu sagen, wir wissen das besser und, ach, wir machen das schon, das ist 19. Jahrhundert.

Da müssten doch alle Alarmglocken klingeln, oder? Wie schön, das „Generation Doof“ Adolf Hitler für den ersten Bundeskanzler Deutschlands hält, da wird so schnell keiner merken, das ein richtig psychisch kranker Geist die Herrschaft über das Land übernommen hat – ein medizinisch klar diagnostizierbarer kranker Geist, wie eine Studie an der Universität St. Gallen gezeigt hat:

„Natürlich kann man die Händler nicht als geistesgestört bezeichnen, aber sie verhielten sich zum Beispiel noch egoistischer und risikobereiter als eine Gruppe von Psychopathen, die den gleichen Test absolvierten“, zitiert der SPIEGEL Thomas Noll, Forensiker und Vollzugsleiter des Schweizer Gefängnisses Pöschwies. Erklären können die Wissenschaftler den übertriebenen Hang zur Zerstörung nicht. 

Natürlich können wir die Händler nicht als geistesgestört bezeichnen – erstmal hätte das juristische Konsequenzen und zweitens wäre das eine Beleidigung der echten Psychopathen, die weder so egostisch noch so risikobereit sind.

Das sind die „Zocker“, deren kranke Aktivitäten jetzt von unseren „Staatsfrancos“ auf unsere Kosten gedeckt werden.

Schon jetzt könnte der Deutsche sehen, wohin die Reise geht. Portugal zum Beispiel macht es vor – hier muss man schon studieren, um wenigstens noch Sklave werden zu dürfen, wie der Spiegel berichtet. Wenn die Börsenpsychopathen mit Europa fertig sind und sich andere Opfer suchen, werden auch die deutschen Studenten diese Erfahrung machen dürfen.

Und da soll ich jetzt wirklich einen Dirk Pfeil anklagen, weil er sich über Bürger aufregt, die noch nicht mal mehr im Ansatz verstehen, was um sie herum eigentlich geschieht?

Werden Sie es merken, wenn Deutsche Soldaten gegen Chinesische Soldaten kämpfen müssen, weil die Hintermänner der Börsenpsychopathen etwas Staub aufwirbeln wollen um ihre Spuren verwischen?

Bevor jetzt ein lautes „Huch“ kommt – wir wollen mal nicht den Beistandspakt Chinas mit Pakistan vergessen, die Drohung, das ein Angriff auf Pakistan als ein Angriff auf China verstanden werden würde. Ein ähnlicher Pakt zwischen Frankreich und England einerseits und Polen andererseits hat direkt in den Zweiten Weltkrieg geführt (wobei ich die deutsche Kriegsschuld hier nicht wie gewisse Mitglieder der Piratenpartei in Frage stellen möchte).

Vor diesem Hintergrund möchte ich eine kurze Nachricht von IRIB zitieren – ausnahmsweise mal in vollem Umfang:

Nachdem die US-Verantwortungsträger weiterhin Pakistan drohen und vor allen Dingen wegen der Wahrscheinlichkeit, dass die US-Kräfte in das pakistanische Territorium zur Konfrontation mit der Haqqani-Gruppe im pakistanischen Nord-Weziristan eindringen, wurden die Militärkräfte Pakistans in dieser Region in volle Alarmbereitschaft versetzt. Im Gefolge des jüngsten Angriffs auf die US-Botschaft und den Nato-Sitz in der afghanischen Hauptstadt Kabul, hat Washington die Haqqani-Gruppe als den Urheber bekannt gegeben und Pakistan beschuldigt, dieses Netzwork zu unterstützen. Die pakistanische Regierung wies diesen Vorwurf zurück und sagte, dass die USA die paramilitärischen Kräfte insbesondere die Haqqani-Gruppe ausbildet. Nach dem pakistanischen Innenminister Rahman Malik hat auch Frau Hanno Rabbani Khar die Mitglieder des Haqqani-Netzes als Söhne des US-Spionagenetzes CIA bezeichnet. Dennoch hat die US-Regierung die pakistanische Armee unter Druck gesetzt, Operationen gegen das Haqqani-Netz in Nord-Weziristan vorzunehmen.

Ist da etwas dran, erleben wir gerade den Vorabend eines Dritten Weltkrieges, kunstvoll inszeniert von … den altbekannten Freunden aus Langley, Virginia.

Und was finden wir darüber in den deutschen Medien, die als Hüter von Wohlstand, Gerechtigkeit und Demokratie ihr waches Auge über den Nachrichtendschungel streifen lassen?

Wie beunruhigt ist der deutsche Bürger, der die Gier der Psychopathen bald auch noch mit seinem Blut bezahlen darf?

Gar nicht, denn eine Verbindung zwischen bewußt gesteuerter Weltpolitik und kranken Tendenzen an der Börse fällt unter die Kategorie „Verschwörungstheorie“, welches an das aktuelle Verbot rührt, sich über die Aktivitäten der „Staatsfrancos“ zusammenhängende Gedanken zu machen.

Die Masse hat nämlich meinungslos und sprachlos zu sein, damit das „intergouvernementale Europa“ die Bürger erst zurück ins 19. Jahrhundert und nebenbei vielleicht auch noch in einen neuen Weltkrieg führen kann.

Und die Masse?

Hat von dem allen keine Ahnung wie die US-Bürger 1939. Aber auch das hat die nicht davor geschützt, auf einmal in einem Weltkrieg zu stecken und weltweit krepieren zu dürfen.

Nochmal Dirk Pfeil?

Es ist schlimm, dass die Mehrheit der Bevölkerung keine politische Bildung genossen hat. Die Masse ist meinungslos, sprachlos.

Dirk Pfeil – wir danken Dir – oder?

 

 

 

 

 

 

 

Merkel: Krieg in Europa möglich – Vertreibung der Armen ist sicher!

Wieder mal Schüsse draussen - ganz nahe dran. Vielleicht zwei- dreihundert Meter. MG-Feuer in der Ferne, selten durchsetzt von wummernden Kanonen - ein ganz normaler Tag in der Eifel. Spinnt der jetzt, der Eifelphilosoph? Nein, wir leben einfach nahe dran an der Wirklichkeit - hier in unserem Ländchen. Manchmal trägt der Wind die Geräusche eines belgischen Truppenübungsplatzes herüber, manchmal kommen die Jäger nahe ans Haus heran - so einfach ist die Erklärung der Geräusche. Sie erinnern einen aber daran, das es immer ernst werden kann. Die Wirklichkeit, in der bewaffnete Horden durchs Land ziehen ist aus unserem Medien weit verbannt worden. Für uns ist sie so real wie "Raumschiff Enterprise" oder "Zombie-Filme" und wir tun so, als würde der Waffenklang für immer und ewig von den Toren unserer Egotempel fern bleiben, als wäre er nur ein böse Geschichte, mit der man Kinder erschreckt. 

Ist er aber nicht.

Wieder mal Schüsse draussen – ganz nahe dran. Vielleicht zwei- dreihundert Meter. MG-Feuer in der Ferne, selten durchsetzt von wummernden Kanonen – ein ganz normaler Tag in der Eifel. Spinnt der jetzt, der Eifelphilosoph? Nein, wir leben einfach nahe dran an der Wirklichkeit – hier in unserem Ländchen. Manchmal trägt der Wind die Geräusche eines belgischen Truppenübungsplatzes herüber, manchmal kommen die Jäger nahe ans Haus heran – so einfach ist die Erklärung der Geräusche. Sie erinnern einen aber daran, das es immer ernst werden kann. Die Wirklichkeit, in der bewaffnete Horden durchs Land ziehen ist aus unserem Medien weit verbannt worden. Für uns ist sie so real wie „Raumschiff Enterprise“ oder „Zombie-Filme“ und wir tun so, als würde der Waffenklang für immer und ewig von den Toren unserer Egotempel fern bleiben, als wäre er nur ein böse Geschichte, mit der man Kinder erschreckt.

Ist er aber nicht.

Für viele viele Menschen ist er sowieso grausamer Alltag. Wir alle, die wir hier so schön gemütlich bei Kaffee und Kuchen vor dem Bildschirm sitzen, finanzieren durch unsere  Trägheit und durch unseren Geld den illegalen Horror, mit dem unsere Truppen die Welt überziehen.

Mit den Anschlägen von New York begann der Kolonialismus des 21. Jahrhunderts, erklärt der britische Intellektuelle Tariq Ali in einem Debattenbeitrag für SPIEGEL ONLINE. Ob Afghanistan-Krieg oder Libyen-Einsatz – die vorgeblich humanitären Interventionen sollen nur die Dominanz der USA und ihrer Verbündeten sichern.

Alles Lüge. Von wegen „humanitärer Rettungseinsatz“. Es ging nur um eins: unseren Wohlstand. Dafür sind wir bereit, zu töten. Wir alle. Immerhin zahlen wir alle auch dafür.

Angst vor dem Krieg selbst haben wir nicht. Wir sind die Täter, die anderen haben nur Keulen. Aus dieser Überlegenheit erklären sich die aktuellen Ängste der Deutschen.

Sie haben Angst vor vergifteten Lebensmitteln – oder davor, das die Eurorettung teuer wird. Vor Bomben und Granaten brauchen sie keine Angst zu haben, die verkaufen wir nur an die Tyrannen, die uns nützen – und dann auch nur jene von minderer Qualität. Angst vor vergifteten Lebensmitteln hat man vielleicht zurecht – Lebensmittelgifte sind einfach herzustellen, potentielle Täter findet man unter den Opfern unserer besonderen Art von „Aussenpolitik“ genug. Da gibt es inzwischen tausende, die deutschen Waffen den Tod der Frau, der Mutter oder der Kinder zu verdanken haben.

Einige von ihnen möchten sich vielleicht gerne mal auf amerikanische Art revanchieren – oder darf ich sagen: auf Nato-Art?

Wir brauchen aber auch gar nicht so weit ins Ausland gucken – gleich nebenan haben wir schon die nächste Katastrophe, denn auch unsere Bundesbürger kommen nicht ungeschoren davon. Sie werden zwar nicht erschossen, aber gezielt verarmt.

50 000 000 000 Euro verschenkt der Staat jedes Jahr, berichtet heute die Welt:

Das dicke Minus ist demnach ein wesentlicher Grund für das aktuelle Staatsdefizit, denn die Ausgaben erhöhten sich in dieser Zeit im Jahresdurchschnitt nominal lediglich um 1,8 Prozent. „Rein rechnerisch hätte die Bundesrepublik aktuell kein Budgetdefizit, sondern einen Überschuss – wenn der Staat nicht in der vergangenen Dekade auf hohe Einnahmen verzichtet hätte“, sagte der Wissenschaftler. Vor allem die rot-grüne Einkommensteuerreform mit deutlicher Senkung der Spitzensteuersätze hat demnach durchgeschlagen.

Ja, die „Linken“. Groß von sozialer Gerechtigkeit tönen, aber dann das Millionärszuchtprogramm starten, von dem viele Grüne deutlich profitierten. Und weil Millionäre so viel Geld haben, vertreiben sie erstmal die Menschen aus den schönen Innenstädten – dort steigen die Preise dann deutlich an. Hier wächst eine neue Vertriebenengeneration heran, diesmal nicht von russischen Panzern vertrieben, sondern von rot-grünen Millionären.

Das Ergebnis ist das Gleiche.

„Nato-Art“ der Revanche führt zu häßlichen Erscheinungen:

Geschubst, geschlagen, getreten: Immer häufiger sehen sich Polizisten bei Routineeinsätzen mit Gewaltausbrüchen konfrontiert. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden binnen eines einzigen Jahres fast 2000 Beamte verletzt – die Spirale der Eskalation dreht sich schneller denn je.

Die Polizei schießt zurück:

In Mannheim wurde ein 37-Jähriger tot in seiner Wohnung gefunden, nachdem er Brandsätze auf Polizisten warf. Ob ihn Schüsse der Beamten töteten, ist noch unklar.

Gewalt erzeugt Gegengewalt. Darum ist es wichtig zu sehen, das rot-grün die Ursache für die aktuellen Ausschreitungen geliefert hat. Immerhin werden die bald wieder regieren: gut für Reiche, schlecht für … alle anderen.  Die Wirtschaftskrise findet nämlich kein Ende, vielmehr werden jetzt sogar die Unternehmer unruhig:

Wetten gegen den Euro, dubiose Finanzkonstrukte und Spekulationen ohne Risikobewusstsein: Die Manager von deutschen Top-Unternehmen rechnen mit den Praktiken der Finanzwirtschaft ab – in ungewohnt deutlichen Tönen.

Vorbei die Zeiten der klaren Fronten. Heute heißt es: Banken, Linke und Grüne gegen Arbeitslose, Unternehmer und Rentner. Bedenkt man, das Arbeitslose, Unternehmer und Rentner gut ohne Banken, Linke und Grüne auskommen könnten, die aber nicht ohne die anderen, so sind das schon irritierende Zeiten – und beunruhigend, wenn man die Ausblicke für die Zukunft anschaut:

Düstere Aussichten für die deutsche Wirtschaft: Nach Berechnungen der OECD könnte das Wachstum der Bundesrepublik zum Jahresende das schwächste aller großen Industrienationen sein. Die Forscher rechnen auch mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts.

Das wäre es dann gewesen mit dem künstlichen Aufschwung auf Kosten des Steuerzahlers. Der zahlt so oder so. Schuld hat immer der Sozialstaat, der ist jetzt zu voll, es sind einfach zu viele an Bord. Linke und Grüne haben vorgemacht, was Linke und Grüne immer gerne machen (und was den Kommunismus bis in alle Ewigkeit in Verruf bringt): kaum hat man den Zarenpalast gestürmt … schon sitzt ein Linker drauf und macht den Kaiser.

Wem das alles noch nicht gruselig genug ist, der … lausche mal ganz genau auf die aktuellen Worte der Kanzlerin:

„Deutschlands Zukunft ist untrennbar mit der Zukunft Europas verbunden“, sagte Merkel im Bundestag. Europa sei „viel, viel mehr als eine gemeinsame Währung“. Die Geschichte habe gezeigt, dass Länder mit einer Gemeinschaftswährung nie Kriege gegeneinander geführt hätten, sagte Merkel, deren Koalitionsmehrheit bei der Abstimmung über den Rettungsschirm EFSF Ende September wackelt.

Das heißt im Umkehrschluss: man hält einen Krieg in Europa für möglich? Fällt der Euro, marschieren wir wieder in Holland ein, paradieren durch Frankreich, besetzen Dänemark?

Eine aufrüttelnde Botschaft: entweder der Deutsche zahlt – oder er wird erschossen.

Wie nennt man solche Methoden nochmal im Strafrecht? Ohne ins Detail gehen zu wollen verstehe ich die Meinungen jener Menschen, die die Ausplünderung der nationalen Kassen zugunsten des Euromolochs stoppen wollten:

Verfassungsrechtler Murswiek befand: „Den Euro zu retten, indem man die Fundamentalnormen der Währungsverfassung zerstört, das ist so, als wolle man einen Wasserschaden beheben, indem man das Haus in die Luft sprengt.“ Und der 82-Jährige Professor Wilhelm Hankel betonte in Karlsruhe: „Wir sind gekommen, um Deutschland und Europa vor großem Unheil zu bewahren: Vor dem Verlust von Wohlstand und Demokratie.“

Karl Albrecht Schachtschneider, einer der klagenden Professoren, gab seiner Enttäuschung deutlicher Ausdruck: „Das ist ein schlechter Tag für Deutschland und für Europa und eine Ohrfeige für die Bedürftigen in unserem Land.“

Da hat er wohl recht – wie seine Kollegen auch. Aber die Kanzlerin hat klar und deutlich gesagt, worum es geht:

gibt es keinen Euro, gibt es kein Europa. Gibt es kein Europa – na, dann machen wir wieder Krieg.

„Wir“ sind in diesem Falle nicht wirklich wir alle, sondern nur jenes „wir“, das auch für die ganze momentane Misere verantwortlich ist. Dieses „wir“ ist sofort weit weg, wenn es wieder knallt und kommt erst zum Wideraufbau wieder vorbei. Insofern kann ich beruhigt sein: bei uns knallt es ganz schön, das heißt: die Vertreiber der europäischen Armen sind weit weg – was auch für die Armen ganz gut ist. Die dürfen dann wohnen bleiben.

Wer übrigens meint, richtig zu liegen, wenn er die Linke als Alternative zur SPD wählt, der schaue nach Berlin: die vertreiben die Armen genauso wie die Sozis. „Arm“ und „Links“ – das passt überhaupt nicht mehr zusammen.

„Arm“ passt überhaupt nicht mehr ins neue Deutschland der Berliner Republik: deshalb werden die ja auch vertrieben: erst aus den Metropolen, dann vom Land gejagt, bis sie letztlich … auf kleinen Booten Richtung Afrika schippern müssen.

Da aber – wenn ich an Prof. Hankels Worte denke – bald ganz Europa eine demokratielose Zone von Armut werden wird … wer soll denn dann noch hier wohnen?

Der Börsencrash 2011 … und ein paar unangenehme Hintergründe

Das Rad der Geschichte dreht sich unwiderruflich weiter.  Wir dachten mal, die Geschichte wäre zu Ende. Erst wurden die bösen Monarchien beseitigt, der grauslige Feudalstaat eleminiert, die Terrorherrschaft der Kirche neutralisiert. Dann wurden im nächsten Schritt den Industriebaronen Grenzen aufgezeigt, um nicht die Diktatur des Schwertes durch die des Geldes zu ersetzen. Letztlich scheiterten in Form von Nationalsozialismus und Kommunismus (wobei ich jetzt beide nicht gleich setzen möchte - ausser vielleicht bezüglich der Ethik ihrer Funktionäre) die Diktaturen der Parteien. Es schein weise zu sein, ein System zu haben, wo sich die gesellschaftlichen Gegensätze im Parlament treffen anstatt mit der Waffe in der Hand auf der Straße. Es schien weise zu sein, jeder politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Strömung im Lande eine Stimme im Parlament zu geben, damit Frieden, Wohlstand und Sicherheit lebenslänglich gewahrt bleiben und wir uns in Ruhe um unsere Rosenzucht kümmern können. Nichts sprach dagegen, ein System zu erhalten, das allen Gewinn bringt - trotzdem wird es gerade zerstört, das Rad der Geschichte zerstampft die alten Strukturen und wird etwas Neues bringen, etwas, das gewalttätig sein wird.

Das Rad der Geschichte dreht sich unwiderruflich weiter.  Wir dachten mal, die Geschichte wäre zu Ende. Erst wurden die bösen Monarchien beseitigt, der grauslige Feudalstaat eleminiert, die Terrorherrschaft der Kirche neutralisiert. Dann wurden im nächsten Schritt den Industriebaronen Grenzen aufgezeigt, um nicht die Diktatur des Schwertes durch die des Geldes zu ersetzen. Letztlich scheiterten in Form von Nationalsozialismus und Kommunismus (wobei ich jetzt beide nicht gleich setzen möchte – ausser vielleicht bezüglich der Ethik ihrer Funktionäre) die Diktaturen der Parteien. Es schein weise zu sein, ein System zu haben, wo sich die gesellschaftlichen Gegensätze im Parlament treffen anstatt mit der Waffe in der Hand auf der Straße. Es schien weise zu sein, jeder politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Strömung im Lande eine Stimme im Parlament zu geben, damit Frieden, Wohlstand und Sicherheit lebenslänglich gewahrt bleiben und wir uns in Ruhe um unsere Rosenzucht kümmern können. Nichts sprach dagegen, ein System zu erhalten, das allen Gewinn bringt – trotzdem wird es gerade zerstört, das Rad der Geschichte zerstampft die alten Strukturen und wird etwas Neues bringen, etwas, das gewalttätig sein wird.

 „Die Lawine ist ins Rollen gekommen“, sagte ein Börsianer. „Resignation und Perspektivlosigkeit prägen die Stimmung.“

So hören sich die Katastrophennachrichten im Handelsblatt an.

Und das, wo doch noch vor kurzem niemand wusste, warum denn die Börse eigentlich zur Talfahrt neigt – dabei ist der Grund einfach: die größten Anleger … vor allem Banken, wie man hört … verkaufen ihre Aktien. Es ist ja nicht mehr eine Horde von kopflosen Kleinanlegern – die haben sich doch schon längst vom Markt verabschiedet. Es sind die großen, institutionellen Anleger, die ihre Firmenpapiere auf den Markt werfen, weil sie wissen, das der künstlich durch Staatsgeld angekurbelte Aufschwung mit dem Ende des Staatsgeldes auch ein Ende findet. Obama will zwar nochmal eine neue Runde auflegen – nochmal Straßen, Brücken, vielleicht sogar Kreisverkehre bauen bis auch der letzte Quadratzentimeter Ackerboden asphaltiert ist – doch der Erfolg bleibt ungewiss.

„Aber wir haben schon früher harte Zeiten durchgemacht“, sagte Obama. Und ergänzte: „Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich habe keine Angst vor harten Zeiten.“

So wird Obama im Spiegel zitiert. Als Präsident der USA hätte ich auch keine Angst vor harten Zeiten, die Marines und der CIA werden schon dafür sorgen, das ich Brötchen mit Butter und italienischer Salami zum Frühstück bekomme, während andere im Müll nach Essensresten suchen. Was aber klar zu erkennen ist: die harten Zeiten scheinen sicher zu sein. Wenn DER von kommenden harten Zeiten spricht, dann weiß er Bescheid. Immerhin haben es seine Finanziers in der Hand, wie hart die Zeiten werden müssen.

Die Experten machen sich so ihre Gedanken – wie hier in der Welt:

Ein Sturz des Dax unter das Schicksals-Niveau von 4500 Stellen ist alles andere als unmöglich. In der zurückliegenden Finanzkrise sank das Börsenbarometer von 8106 auf 3666 Zähler, also um 55 Prozent. Im dem vorangegangenen Salami-Crash von 2000 bis 2003, der auf den New-Economy-Hype der Neunzigerjahre folgte, betrug das Minus sogar 73 Prozent.

Muss man hier überhaupt noch Experte sein, um zu erkennen, das das Ende nahe ist? In den letzten zwanzig Jahren hat uns unsere Wirtschaft locker dreimal vor die Wand gefahren. Wenn ich eine Automarke fahre, die dreimal hintereinander ohne Fremdeinwirkung Totalschaden erleidet, dann weiß ich, das die Konstruktion Murks und es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich bei einem Unfall mit drauf gehe.

Die Welt redet klar und deutlich davon, das dieser neue Totalschaden möglicherweise der letzte ist: Autohändler und Werkstatt haben geschlossen.

Das Bedrückende an der aktuellen Krise sind nicht die Parallelen zur Lehman-Pleite. Vielmehr gibt es einen großen Unterschied: Es ist kein Retter in Sicht.

Klar, die Staaten, die uns bislang gerettet haben, stehen selbst am Abgrund. Nicht mehr lange und ihre Währungen werden nur noch nach dem aktuellen Altpapierwert gehandelt.

Die Täter sind klar erkennbar. Man muss nicht die sozialistische Internationale fragen, um sie zu entdecken. Der konservative Peter Gauweiler beschreibt in der Welt, wer sie sind:

Wir befinden uns in der Hand von ein paar Hundert Manhattan-Boys mit unterschiedlichen Pässen, denen die demokratischen Staatswächter nicht Herr werden und nicht Herr werden wollen. Für Deutschland bekommen diese Leute bis heute auch dann noch eine Banklizenz, wenn sie kein einziges Wort der staatlichen Banken-Aufsicht verstehen.

Liest man mehr, so sieht man, das CSU und DIE LINKE gar nicht weit voneinander entfernt stehen:

Wir stützen doch nicht Griechenland! Wir stützen 25 oder 30 weltweit tätige Investment-Banken und ihre wahnwitzigen Geschäfte, hinter deren Derivaten ja immer weniger Sachwerte stehen. 

Eigentlich weiß jeder, was los ist. Eigentlich könnten wir jetzt schon mit dem Wideraufbau beginnen – bevor die Ruinen kommen. Doch jetzt … wird es kompliziert.

Das kommt mir vor wie Andersens Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Der steht bekanntlich nackt da, und keiner will es merken. Als ein Kind das endlich ausspricht, herrschte Erleichterung.

Gauweilers einfache Wahrheiten wirken erleichternd und erfrischend….aber er hat die Rechnung ohne die Schneider gemacht, die dem Kaiser die Kleider verkauft haben, ohne die kaiserlichen Berater, die ihm gerade zu diesem Stoff geraten haben, ohne die Kaisergarde, die mit dem Bayonett jeden niedermacht, der die Wahrheit aussprechen will und ohne all jene Majestätsgläubigen, die sich einen nackten Kaiser noch nicht mal im Traum vorstellen wollen – weshalb er zweifellos und unwiederruflich irgendetwas anhaben muss: alles andere wäre undenkbar.

Er hat die Rechnung ohne all jene gemacht, die an dem großen Betrug mitverdienen … oder zumindest davon träumen. Das Handelsblatt hat aktuell mal einen Fall skizziert:

Die Dame hatte auf alles Mögliche gewettet: auf Rentenpapiere, Aktien, Immobilien, den Dividendenindex Div-Dax versus den Dax und auf Rohstoffe. Risiken ist die Anlegerin dabei nur in Maßen eingegangen, denn fast jedes Produkt verspricht am Ende der Laufzeit den Einsatz zurück.

Verdient hat die Dame ein halbes Prozent in sieben Jahren …. aber gezahlt hat sie deutlich mehr: 23000 Euro hat sie das Vergnügen letztlich gekostet, bei dem Run nach dem leistungslosen Einkommen dabei gewesen zu sein.

Sie ist kein Einzelfall – auch Kommunen und Gemeinden haben sich an dem Run beteiligt, siehe Handelsblatt:

Wegen umstrittener Zinsgeschäfte deutscher Banken mit den Kommunen droht dem Steuerzahler ein Milliardenrisiko. Die Finanzinstitute haben auf Drängen des Bundestags erstmals Zahlen zum Umfang ihrer Geschäfte mit den Städten vorgelegt, die nichts Gutes ahnen lassen: Laut einem Schreiben, das der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), das Sprachrohr der deutschen Banken, Ende Juli an den Finanzausschuss des Bundestags gesandt hat und das dem Handelsblatt vorliegt, bestanden Ende 2010 Wetten zwischen Banken und Kommunen mit einem Gesamtwert von 63,7 Milliarden Euro.

Ein neues Risiko für das Staatssäckel, das aktuell sowieso schon zur Rettung des Euros komplett nach Brüssel verfrachtet wird … und damit rechnen muss, auch von anderer Seite noch deutlich gerupft zu werden, denn die „Manhatten-Boys“ drohen unvermindert mit Geiselnahme und Erpressung, wie aktuell auf einer vom Handelsblatt veranstalteten Tagung:

Besonders hart treffe die Branche die neuen Anforderungen der Finanzaufsicht, insbesondere die neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III. Dies werde sich aber nicht nur auf die Banken auswirken, sondern auch negativ auf die Gesamtwirtschaft in Europa.

„Liebes kleines Mädchen … sagst Du dem Kaiser, das er nackt ist, nehmen wir deinem Papa die Arbeit weg!“.

Andersens Märchen wiederholt sich, aber die kaiserlichen Einkleider haben gelernt. Darf ich nochmal ausholen, um zu zeigen, welcher Art die Leute sind, die … das Rad der Geschichte drehen? Nur ein Beispiel soll reichen, um das Prinzip zu verdeutlichen, mit dem die „Manhatten-Boys“ das System infiltriert haben (nein, jetzt kommen nicht wieder die Maschmeyer/Wulff/Schröder-Gang-Geschichte).

Ich spreche von Tony Blair … einem jener Menschen, die – wie Gerhard Schröder in Deutschland – international den „aktivierenden Sozialstaat“ eingeführt hatten, jenes Instrument, mit denen man jene stillhält, die behauptet hatten, der Kaiser sei nackt. Wie Gerhard Schröder darf sich Tony Blair für seine Arbeit auf viel Geld freuen … und wurde sogar Patenonkel des Zeitungszars Murdoch, der in England dafür sorgte, das man nicht die Manhatten-Boys öffentlich für ihre Taten anprangerte, sondern jene Leute, die aufgrund ihrer Aktivitäten ihre Arbeit verloren haben. Jener Blair, der eine seltsam aktive Rolle beim Irakkrieg gespielt hatte (in dessen Folge der Biowaffenexperte David Kelly einen fragwürdigen Selbstmord begann), der Gaddafi freundlich die Hände schüttelt und – womöglich Terrorverdächtige zum Foltern übersandte hängt familiär und persönlich ganz eng zusammen mit jenem Rupert Murdoch, dessen Zeitungsimperium den Finanziers der Manhatten-Boys direkt in die Hände arbeitet. Wundert es da, das der andere „aktivierende“ Sozialstaatler – Gerhard Schröder – die Bundesrepublik Deutschland ebenfalls sinnlos in einen Krieg geführt hat, wie aktuell der Spiegel enthüllt?

Man kann Peter Gauweilers Panik verstehen – und ebenso die Panik der Börsenexperten. Wir dachten die Geschichte sei zu Ende – und es wäre ein Happy End gewesen, das wir erlebten.

Doch man hatte uns belogen. Hinter der kunterbunten Medienwelt, in der die Lichtgestalten des Finanzmanagements gegen die Finsterlinge aus den Kreisen der Arbeitslosen antreten, lauern andere Wahrheiten, über die man nicht mehr reden darf – die man aber trotzdem erahnen kann. Das Rad der Geschichte wird zurückgedreht, neue Fürsten haben mit Gewalt neue Führungspositionen besetzt, treten das internationale Recht mit Füssen und ordnen die Realität ganz frei nur nach ihrem eigenen Willen:

Vor dem Irak-Untersuchungsausschuss sagte Blairs seinerzeitiger außenpolitischer Berater Sir David Manning aus, dass Blair schon elf Monate vor dem Beginn des Irak-Krieges George W. Bush zugesichert hatte, einen Regimewechsel im Irak notfalls durch den Einsatz militärischer Mittel herbeizuführen. Rechtsberater hatten ihn jedoch schon damals darauf hingewiesen, dass ein Militäreinsatz mit diesem Ziel ungesetzlich sei und gegen die UN-Charta verstoße.[8] Danach räumt Tony Blair in einem Interview offen ein, dass er den Angriff auf den Irak auch ohne Beweise für den irakischen Besitz von Massenvernichtungswaffen für richtig halte.[9] Während die Befragung von Alastair Campbell aufgrund des Briefwechsels zwischen Blair und Bush die Entschlossenheit Blairs zum Krieg nochmals bestätigte, hat eine holländische Untersuchung ergeben, dass Holland sich allein aufgrund des von Großbritannien und den USA gelieferten irreführenden Materials zur Beteiligung am Krieg entschlossen hatte und dass dieser Krieg gegen internationales Recht verstoßen habe.[10]

 

Welche Folgen hat das für uns?

Nun – erstmal die Erkenntnis, das wir in einer neuen Zeit des Feudalismus leben, das die Zeit der Gesetze, des Rechts und der Sicherheit vorbei sind. Wer die Macht hat, setzt seinen Willen wieder mit brutaler militärischer Gewalt durch – oder mit eiserner Faust gegen Arbeitslose im Inland. Jederzeit können die Truppen der Finanzfeudalisten weltweit in jeder beliebigen Stärke zuschlagen, jederzeit können sei öffentliche Meinungen in jedem gewünschten Umfang in jede gewünschte Richtung lenken (und immer wieder kommt es in der Randzone dieser Machtausübung zu Selbstmorden, wenn Einzelne an der Aufdeckung der Lügen arbeiten), jederzeit mit Massenentlassungen oder Gesetzesänderungen Volksbewegungen den Boden unter den Füssen entziehen.

Und dann die Erkenntnis, das wir noch Zeiten erleben werden, in denen der Staat völlig zusammenbricht: der Spiegelartikel Hooligans in Krakau bietet uns einen Ausblick auf einen möglichen deutschen Alltag aus dem Jahre 2018, wo Banden wie wahre Macht auf den Straßen darstellen, weil die knapp bemessene Polizei nur noch Wohlstandsoasen schützt – in Zusammenarbeit mit privaten Wachdiensten.

Das das teuer ist, weiß ich selbst … und weiß deshalb auch, warum der ESM-Vertrag nun dafür sorgt, das das ganze staatliche Kapital zum Zwecke der Umverteilung unwiederbringlich nach Brüssel fliessen soll.  Die Enkel, Neffen und Cousinen der Blair/Schröder/Bush-Förderer bereiten sich auf ein neues Kapitel der Geschichte vor, das sehr sehr finster werden wird – wie es aussieht, steuern wir auf das finsterste Kapitel der menschlichen Geschichte zu, ein Kapitel, das die Barbarei des NS-Staates in den Schatten stellen wird.

 

 

 

Die Herde folgt nur der Herde und sonst nichts

Die Rally an den Rohstoffmärkten scheint ein Ende gefunden zu haben. Der Ölpreis sackt nun schon den zweiten Tag infolge ab und auch bei Edelmetallen geht es abwärts. Die Herde flüchtet mal wieder genauso kollektiv wie sie mitten in der Krise eingestiegen war. Toll ist mal wieder die Begründung der verdutzten Analysten:

Zum einen fürchten die Anleger eine weitere Straffung der Geldpolitik im wichtigen Verbraucherland China und damit einen Nachfragerückgang. Zum anderen schüren die zuletzt schwachen US-Konjunkturindikatoren die Angst vor einer weiter nachlassenden Wachstumsdynamik in den Vereinigten Staaten, aber auch in Europa.

Zudem nähmen die Investoren nach der langen Rohstoffhausse Gewinne mit, sagten Analysten. Die Stimmung habe gedreht, die Investoren verkauften zunehmend risikoreiche Vermögenswerte. Dies zeige sich auch daran, dass neben Rohstoffen auch Aktien abgestoßen würden.

Quelle: FTD

Die Stimmung habe gedreht. Genau das ist es. Alles andere ist quatsch und soll nur Wissenheit an einer Stelle vortäuschen, wo in Wirklichkeit nur Ahnungslosigkeit und Dummheit vorhanden sind. Börsenanalysten sind so überflüssig wie Sandkästen in der Sahara.

Ein weltweiter Nachfragerückgang hat im Krisenjahr 2009 auch nicht dazu geführt, dass die Anleger weiter aus dem Risiko gegangen sind. Das genaue Gegenteil war der Fall. Im März 2009 stiegen plötzlich die Aktienkurse und vor allem der Preis für Öl und andere Rohstoffe wieder. Der Tiefpunkt der Krise war zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht erreicht und die Öllager waren voll.

Damals hieß es von den Analysten, dass die Märkte den Aufschwung vorwegnehmen würden, weil Frühindikatoren nach oben gezeigt hätten. Brüderle hätte es wahrscheinlich auch nicht anders formuliert, aber mit der Realität haben solche Glaskugelbotschaften rein gar nichts zu tun. Trotz Einbruch der Weltwirtschaft verdoppelte sich der Ölpreis damals in relativ kurzer Zeit. Hatte denn diese Entwicklung etwas mit Nachfrage oder einer Wachstumsdynamik zu tun?

Nun soll ausgerechnet eine Straffung der Geldpolitik in China den Absturz der Kurse erklären. Warum nicht die chinesische Immobilienblase? Oder das europäische Selbstzerstörungsprogramm, das gerade auch auf Portugal ausgeweitet wurde?

Konsequenterweise müssten die Analysten doch sagen, dass die Märkte einen neuerlichen Einbruch der Realwirtschaft vorwegnehmen würden. Wie passt das dann aber mit den Erwartungen derselben Leuchten zusammen, die immer noch von moderaten Wachstumsraten für dieses und die kommenden Jahre ausgehen?

Sie sehen schon, dass hier Nachrichten produziert werden, die dem Reich der Fantasie entsprungen sind. Dabei gehe es immer nur um die Frage, rein ins Risiko oder raus, schreibt der Ökonom Heiner Flassbeck in seinem Buch “Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts. Der einzelne Anleger oder Spekulant läuft immer der gesamten Herde hinterher, ganz unabhängig von wirtschaftlichen Rahmendaten und Fakten.

Es kommt nur darauf an, irgend eine Geschichte glaubhaft zu verkaufen, zum Beispiel das ein Staat pleite gehen oder eine Ressource knapp werden könnte und schon läuft das widerliche Spiel, in dem es keine Regeln gibt und eine Menge Menschen real betroffen sind, weil sie sich plötzlich keine Lebensmittel mehr leisten können. Dieser Mechanismus und seine Verbreitung durch vollkommen behämmerte Börsenanalysten muss endlich beendet werden.

Die Rohstoffpreise sind schlichtweg falsch, weil der Markt ohne Regeln versagt.

http://tautenhahn.blog.de

Tsunami und Kernschmelze in Japan: Lügen, Verschwörungen – und der schwarze Montag an der Börse

Es sind schon schlimme und erbärmliche Tage. In der Zeit umfassendster Information versuche ich seit gestern vergeblich  zu erfahren, was denn da in diesem Atomkraftwerk los ist, ob es da eine Kernschmelze gegeben hat. Was ich erhalte, sind Regierungserklärungen: „Kernschmelze? Welche Kernschmelze? Wir haben da unten noch nicht mal mehr ein Atomkraftwerk!“.

Die Welt formuliert das dann so:

Fukushima erhält Stufe 4 von 7 auf Störfallskala Nach der Explosion in dem AKW Fukushima in Japan droht ein GAU. Es wurde bereits mehr Radioaktivität gemessen als erlaubt. Trotzdem soll alles unter Kontrolle sein.

Ich hatte Bilder gesehen – japanisches Fernsehen – die zeigten, mit welch´ unglaublicher Wucht das Kraftwerk zerfetzt wurde. Da beruhigt es mich sehr, das ich jetzt die Nachricht erhalte, das „alles unter Kontrolle ist“, nur ein „Störfall Stufe 4“, man beginne ja auch schon wieder mit den Aufräumarbeiten.

Ich mußte ein längeres Telefonat führen, als die Meldungen von dem Tsunami hereinkamen. Eine zehn Meter hohe Welle in einem der am dichtesten bevölkerten Länder der Erde? Ich habe sofort mit hunderttausend Toten gerechnet … vielleicht sogar mit Millionen Toten. Wie viele es wirklich waren, werden wir nie erfahren – nicht nur, weil die rücklaufende Welle die Leichen einfach mit sich gerissen hat, sondern auch, weil unsere Kultur erstmal ihren Gottesdienst leisten muß: oberstes Gebot von allem ist: „Schützt die Börse“. Deshalb tritt auch gleich Untergebot Nr. 1 in Kraft: Unangenehme Nachrichten dürfen niemals unkontrolliert an die Öffentlichkeit gelangen.

Hören wir das Marktorakel dazu:

Japan hat offenbar auf „Bitten“ der USA, die Weltöffentlichkeit über die wahren Ausmasse des Erdbebens nicht ausreichend informiert.

Erst jetzt erfahren wir, wie beim letzten Tsunami, dass es nicht hunderte Menschen, sondern bereits  zehntausende und mehr Menschen vermisst werden.
Ganze Städte sind verschollen.
Alles ist viel, viel schlimmer als man uns weismachen wollte.
Aber eines hat man doch geschafft: Einen schwarzen Freitag zu vermeiden.

Das die Nachrichten lange Zeit von überraschend wenig Toten sprachen, kann ich bestätigen. Ich war überrascht (und bin es heute noch) das niemand mal mutig die Millionengrenze anvisiert – damit sollte man angesichts der Umstände rechnen. Ebenso sollte man wohl mit einem schwarzen Montag rechnen, wie das Marktorakel weiter ausführt:
Nach der Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist es am Samstag im außerbörslichen Handel zu panikartigen Aktienverkäufen gekommen.
Bei der Wertpapierhandelsbank „Lang und Schwarz“ in Düsseldorf wurden Papiere des Versicherungskonzerns Allianz und des Energieversorgers EON mit den größten Abschlägen gehandelt. Beide Werte gingen gegenüber dem Freitagsschluss bis 10:30 Uhr rund vier Prozent nach unten. Auch alle anderen im DAX notierten Aktien ließen nach.
Quelle: dts Nachrichtenagentur

Da brennen dann wohl die Schreibtische an der Börse. Schon irgendwie pervers, wie diese Geldwelt so denkt. Ich fand es unangemessen angesichts der Katastrophe sofort nach dem Geldbeutel zu schielen. Immerhin waren zu dem Zeitpunkt ja schon vier oder fünf Menschen dem Tsunami zum Opfer gefallen, da berichtet der Spiegel:
Tokio – Es kam eine Viertelstunde vor Börsenschluss: Das schwere Erdbeben in Japan hat am Freitag die Kurse an der Tokioter Aktienbörse kräftig ins Minus gedrückt. Der Betrieb an den Märkten lief zwar weiter, aber die Anleger wollten wegen der schweren Erdstöße offenbar ihr Risiko reduzieren – als sicher geltende Staatsanleihen verbuchten einen Kurssprung.

Der Yen geriet dagegen stark unter Druck. Die japanische Währung fiel gegenüber dem Dollar auf ein Tagestief von 83,29 Yen, nachdem sie zuvor bei 82,80 Yen gelegen hatte. Der Nikkei-Index schloss 1,7 Prozent schwächer auf einem Fünf-Monats-Tief von 10254,43 Punkten.

Das erinnerte mich dann auch gleich an die erste Verschwörungstheorie, die mich fast zeitgleich erreichte, aber wohl noch nicht im Netz publik ist. Ich hatte bislang kein Interesse die Details zu kontrollieren, aber angeblich wollte Japan den Yen weltweit als Alternativwährung zum Dollar ausbauen. Das war den „Entscheidern“ dann zuviel: wieder gab es einen Schlag mit der Erdbebenwaffe. Nach dem Ausstieg von Pimco konnte wollte man eine weitere „Ohrfeige“ (siehe N-tv) nicht mehr hinnehmen – die war eigentlich schon zuviel.
Der Fonds Total Return des weltgrößten Anleihen-Investors Pimco hat sich von sämtlichen US-Staatsanleihen getrennt. Der Schritt ist das bislang stärkste Signal dafür, wie negativ einige Investoren Schuldenpapiere des Staates USA inzwischen bewerten.

Zudem hat so ein lauter Knall enorme Vorteile: er lenkt ab von der strategischen Neuorganisation des arabischen Raumes, denn während wir immer noch versuchen herauszufinden, was denn da mit diesem Atomkraftwerk los ist und uns vor den realen Opferzahlen des Tsunamis fürchten, erobert sich die Nato – mal wieder ohne angegriffen worden zu sein – die Lufthoheit über die Ölreserven Lybiens, so berichtet rian.ru am 1. März:
Im Fernsehsender Fox News teilten Pentagon-Sprecher am Montag mit, die USA verlegen ihre Flugzeugträger näher an die libysche Küste heran. So hat jetzt die Enterprise, die zur Bekämpfung von Piraten vor der Küste Somalias kreuzt, Kurs auf den Suezkanal genommen und soll sich weiter in Richtung Libyen bewegen.

Dafür braucht man Flugzeugträger … zum Kampf gegen Piraten und Diktatoren. Offenbar vermutet man eine Bedrohung aus dieser Richtung auch in Japan, denn Folgendes findet man in der Märkischen Allgemeinen:
Die USA schicken unter anderem einen Flugzeugträger nach Japan. Er solle die Hilfsmaßnahmen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami unterstützen, sagte Präsident Barack Obama auf einer Pressekonferenz. Obama hatte am Morgen auch mit dem japanischen Regierungschef Naoto Kan telefoniert. Der US-Präsident nannte Japan einen der „stärksten und engsten“ Verbündeten der USA.

Was man da jetzt mit ein- und zweisitzigen Kampfflugzeugen soll, verstehe ich noch nicht. Vielleicht nur nachschauen, ob die Stilllegung des Reaktors gelungen ist, geplant war sie laut N-Tv ja wirklich für diesen Monat:
Inzwischen wurde bekannt, dass der Betrieb des Reaktors 1 des Meilers Fukushima 1 nach etwa 40 Jahren in diesem Monat den Betrieb eingestellt werden sollte. Eine Datenbank des Forschungszentrums Nuclear Training Centre (ICJT) in Slowenien nennt als „erwartetes Datum der Stilllegung“ den März 2011.

Das nennt man nun das „Informationszeitalter“. Man wird hinfortgespült von Daten und Fakten und muß vor allem damit rechnen, das im Dienste der Börse die Hälfte davon noch „frisiert“ wurde, schick gemacht für den Auftritt vor der Weltöffentlichkeit. Da lobe ich mir doch die klaren Worte des ehemalitgen Chefs der deutschen Atomaufsicht, ebenfalls in dem Bericht bei n-tv:
Der ehemalige Chef der Atomaufsicht in Deutschland, Wolfgang Renneberg, sieht keine Chance mehr für eine Kontrolle des Meilers Fukushima 1. „Das ist das klassische Szenario, das den sogenannten Super-GAU umschreibt“, sagte Renneberg. Eine Kühlung des Reaktors sei offenkundig nicht mehr möglich, die Batterien zur Versorgung des Systems müssten am Samstagmorgen erschöpft gewesen sein. „Das ist das, was in manchen Kinofilmen inszeniert wurde.“ Japan bliebe offenkundig nur noch der Katastrophenschutz wie Evakuierungen oder das Verteilen von Jod-Tabletten. „Das sind aber keine Maßnahmen mehr, um den Reaktor zu kontrollieren.“ Aufgrund der großen Entfernung werde Deutschland aber von Radioaktivität praktisch nicht getroffen werden. China und Russland seien dagegen gefährdet.

Das ist dann aber schon ein schön praktischer Zufall: die in den letzten Monaten sehr lästig gewordenen Chinesen und die immer noch irgendwie argwöhnisch beäugten Russen werden in Zukunft dann ganz schön zu tun haben.

Ich weiß nicht, ob es so etwas wie Erdbebenwaffen gibt – das sollen mal Physiker oder Okkultisten unter sich ausdiskutieren. Was man aber mit Sicherheit sagen kann ist: es fängt gerade an eng zu werden für die Räuberelite in den USA.

Lauschen wir etwas Michael Moore in jungewelt:

Im Gegensatz zu dem, was die Machthaber euch glauben machen wollen, damit ihr auf eure Rente verzichtet, selbst eure Löhne kürzt und euch mit einem Lebensstandard aus der Zeit eurer Großeltern zufrieden gebt, ist Amerika nicht pleite. Bei weitem nicht. Das Land quillt über vor Reichtum und Geld. Das Problem ist nur, daß es nicht in eure Hände gelangt. In einem der größten Raubzüge in der Geschichte ist der Reichtum von den Arbeitern und Konsumenten zu den Banken und Portfolios der Superreichen transferiert worden.

Das gilt nicht nur für die USA – wie wir Deutschen aus eigener Erfahrung beitragen können.

Heute verfügen nur 400 Amerikaner über den gleichen Reichtum wie die Hälfte aller US-Bürger zusammen.

Laßt mich das wiederholen: 400 absolut reiche Leute, von denen die meisten auf die eine oder andere Weise von der Multibillionendollar-Rettungsaktion des Jahres 2008 aus Steuermitteln profitierten, verfügen jetzt über genausoviel Zaster, Aktien und Eigentum wie das Vermögen von 155 Millionen US-Amerikanern zusammengenommen. Wenn ihr es nicht über euch bringt, das einen finanziellen Putsch zu nennen, dann seid ihr einfach nicht ehrlich bezüglich dem, was ihr im tiefsten Innern als Wahrheit empfindet.

Diesen Putsch haben wir auch kennengelernt.

Ihr in Wisconsin habt den schlafenden Riesen geweckt, die Werktätigen der USA. Schon bebt die Erde unter den Füßen derer, die das Sagen haben. In allen 50 US-Bundesstaaten sind viele Menschen von eurer Botschaft begeistert, die da lautet: Wir haben die Schnauze voll! Soll uns niemand mehr weismachen, Amerika sei pleite oder bankrott. Das Gegenteil ist der Fall! Wir sind reich an Talenten und Ideen, haben den Willen, etwas anzupacken, und wir empfinden Liebe und Mitgefühl für all jene, die unverschuldet in Not geraten sind. Auch sie sehnen sich nach dem, wonach wir alle uns sehnen: Wir wollen unser Land zurück! Wir wollen unsere Demokratie zurück!

Man sollte sich diese Worte mal in Ruhe zu Gemüte führen und sich überlegen, wie sich die Räuberallianz der Superreichen dabei fühlt. Ist es wirklich so undenkbar, das die … ein wenig Endzeit unter das aufmüpfige Volk bringen wollen? Hätten sie so eine Erdbebenkeule … wären sie nicht gerade jetzt versucht, das Volk mal wieder unter Kontrolle zu bringen?

Es wäre eine haltlose Spekulation, die als solche schon zu vermeiden ist – sie würde allerdings erklären, weshalb alle wie verrückt dem Geld hinterherrennen, so als wäre das Ende der Welt nah – nur nicht für jene, die genug Kapital haben, sich frei zu kaufen. Diese blinde Gier scheint mir nicht weniger verrückt zu sein als die verrücktesten Verschwörungstheorien … deren pauschale banale Ächtung durch den Milliardärsfunk eher darauf hindeutet, das sie mehr als ein Körnchen Wahrheit enthalten.

Warten wir also ab, ob man uns im Laufe des Tages noch für würdig erachtet, zu erfahren, ob es nun in einem oder zwei Reaktoren zu einem oder zwei kleineren oder größeren Kernschmelzen gekommen ist, oder ob man der Meinung ist, das wir noch nicht reif genug sind für solch wichtige Nachrichten. Sollen wir weiterhin glauben, das die am Besten gesicherten und kontrollierten Einrichtungen der westlichen Welt so unüberwacht sind, das wir uns nur mit Hilfe von Kristallkugeln und Tarotkarten der Wahrheit nähern können?

Wahrscheinlich wird man aber versuchen, die Meldungen über die Kernschmelze (eine, zwei oder … drei?) solange zurückzuhalten, bis sich gezeigt hat, das der Schwarze Montag vermieden werden konnte.

Mir würde das als „Verschwörungstheorie“ vollkommen reichen. Und das da jetzt ein Flugzeugträger herumschwimmt, der … nebenbei … dezent auf die Wünsche der Wall Street bezüglich der Informationspolitik der japanischen Regierung hinweist, wird auf einmal plausibel.

 


Die Guttenbergaffäre, das Sozialbudget, die Arbeitslosen, China und die USA

Hätte man das nicht sehen müssen? Den Aufstieg Chinas? Da gab es doch zur Jahrtausendwende ganz viele Überlegungen zum „Kampf der Kulturen“, dem kommenden, großen, vielleicht endgültig letzten Akt der Weltgeschichte, bevor die Menschheit dann bei Game- und Talkshows, gesättigt mit radioaktivem Biogemüse, Pestizidkartoffeln und antibiotikaverseuchtem Gammelfleich dem verlöschen der Sonne entgegendämmert. China wurde da überhaupt nicht erwähnt. Die hatten arm, rückständig und primitiv zu sein, eine sterbende, kommunistische Kultur, so eine Art Sondermüll der Weltgeschichte.

2011 greift der Sondermüll überraschenderweise zur Weltherrschaft. Es offenbart sich, das die Weltmacht Nr. 1, die USA, trotz aller Anstrengungen der letzten Jahre bankrott ist, innerlich aufgefressen von kapitalistischer Gier und … finanziell ziemlich in der Hand des Klassenfeindes. „Wohlstand“ wird wohl etwas sein, was 2050 nur noch das kommunistische China garantieren kann, das nun laut Spiegel Schritte unternimmt, die Weltherrschaft nicht nur wirtschaftlich an sich zu reissen:

China will mit aller Macht auch militärisch zur modernen Großmacht werden – und erhöht seine Verteidigungsausgaben nun wieder massiv. Um satte zwölf Prozent wächst der Etat, Japan reagiert nervös. Und die USA sind sicher: Die Zahlen, die Peking offiziell nennt, sind nur die halbe Wahrheit.

Nach Einschätzung der US-Regierung liegen die tatsächlichen Militärausgaben Chinas zwei- bis dreimal höher als offiziell angegeben. Viele Aufwendungen sind demnach in anderen Haushaltsposten enthalten.

Währenddessen geht den USA das Geld für ihre Lehrer und deren Rente aus, was jetzt die ersten häßlichen Konsequenzen nach sich zog, gefunden bei wsws:

Das Haushaltsparprogramm würde nicht nur zukünftige kollektive Tarifverhandlungen praktisch beenden, sondern es stellt auch existierende Tarifverträge zwischen den Kommunalregierungen und den Angestellten an öffentlichen Schulen im ganzen Land in Frage.

Am Freitag kündigte der Staatsanwalt von Milwaukee City, Grant Langley, an, ein Rechtsgutachten darüber erstellen zu lassen, ob der Staat bei der Stadt angestellte Arbeitnehmer zwingen könne, entsprechend der Gesetzesvorlage Zugeständnisse bei ihren Renten zu machen. In ihren aktuell gültigen Verträgen sind die Rentenbeiträge für viele Arbeiter Teil ihrer Entlohnung.

Das Haushaltsreparaturgesetz beinhaltet eine Reduzierung der staatlichen Hilfen für die kommunalen Schulen um 976 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren. Walker behauptet, dass – wenn die Tarifautonomie für die meisten Themen abgeschafft würde – die kommunalen Schulbezirke in der Lage sein werden, die eingesparten Subventionen durch Einschnitte bei den Gehältern, im Gesundheitswesen und bei den Aufwendungen für die Altersversorgung ihrer Angestellten wieder hereinzuholen.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb man inzwischen die Menschenrechte innerhalb des Landes mit Füssen tritt: eine sterbende Kultur schlägt wild um sich – und foltert laut Amnesty international jene, die mithelfen wollten, die Lügengespinste aufzudecken:

Seine Haftbedingungen „verletzen die Verpflichtungen der USA, Häftlinge menschlich zu behandeln“, sagt Susan Lee, Direktorin des Amerika-Programms im Internationalen Sekretariat von Amnesty International in London.

Für Manning – von dem keine Gewalttätigkeit bekannt ist und dem sein offizieller Militärpsychiater bescheinigt, keinen besonderen Schutz vor Selbstverletzung zu brauchen – gilt die höchste Sicherheitsstufe. Er bekommt weder Polster noch Decken, unterliegt Schlafbeschränkungen und wird alle fünf Minuten von einem Wächter angesprochen. Vergangene Woche wurden dem 23-Jährigen wegen angeblicher Suizidgefahr auch die Kleidung bis auf die Unterwäsche und seine Brille abgenommen.

Schlafentzug ist eine schreckliche Form von Folter. So kann man selbst stabilste Gehirne in Gemüse verwandeln, das letztlich alles gesteht, um nur die Augen zulassen zu dürfen.

Wer jetzt denkt: „Gut, das das alles weit weg ist und uns nicht interessieren braucht“ und sich klammheimlich freut, weil wir in China ja gute Geschäfte machen, der irrt.

Weil die amerikanischen Machteliten nicht blöde sind, tun sie das, was in Deutschland auch jeder kleine Handwerker machen muss, um zu überleben: sie versuchen, Einfluss zu gewinnen. Während der Handwerker in die CDU eintritt, beim Schützenverein und Karneval mitmarschiert um Aufträge zu erhalten, sind die Veranstaltungen auf internationaler Ebene in etwas anderem Rahmen vorhanden, wie Zeitgeist-online informiert:

Die Academies, Councils, Foundation und Panels tun alle recht unabhängig und independent, jedoch ist es mit dieser Unabhängigkeit voneinander gerade soweit her, wie bei King und Kong und Ping und Pong. Das ungenierte, sorgfältige Heranzüchten von deutschen „Führern“ und „Meinungsmachern“ im Sinne US-amerikanischer neoliberaler und neokonservativer Interessen wäre an sich völlig unproblematisch, wenn es denn von den Medien transparent gemacht und in der Öffentlichkeit diskutiert würde.Dieser Vorgang wird jedoch entscheidend erschwert dadurch, dass zukünftige Medien-„Führer“ und Journalisten ja ebenfalls die Trainingsprogramme durchlaufen, und finanzkräftige Kooperationspartner wie die Bucerius-Stiftung (ZEIT-Herausgeber) sorgen dafür, dass das in Deutschland auch so bleibt.

Dieser Auszug aus dem Guttenberg-Dossier sollte nicht weiter stören, wir sind hier weit entfernt von sogenannten „Verschwörungstheorien“. Wir bewegen uns hier auf dem Niveau eines Familienunternehmers, der den Fortbestand seines Unternehmens nach seinem Tode organisiert und für entsprechenden Nachwuchs sorgt: ein altbekanntes Vorgehen, bei dem manchmal die eigenen Kinder das Nachsehen haben, weil sie ausser Sportwagen fahren und Geld ausgeben nichts gelernt haben.

Auch im Ausland braucht man – für die Tochterunternehmen – manchmal vertrauensvolle Verbündete, Angestellte, auf die man sich verlassen kann.

Guttenberg kommt also neben seiner Herkunft aus altem, deutschen Adel noch aus einem anderen „Zuchtstall“, der ihn viel nachhaltiger geprägt hat, so steht zu fürchten. Wie zu lesen war, entspringt er einem sorgfältigen jahrelangen US-amerikanischen politischen Zöglingsprogramm für deutsche (und europäische) Eliten („Young Leaders“) und ist mittlerweile erfolgreich in einer „Leading Position“ implemetiert worden. Für Deutschland heißt es nach Merkel nun ein weiteres Mal: „Mission accomplished“.

Auch nur ein ganz normaler Vorgang. Darum schickt der Handwerker seine Ehefrau zum Ortsverein der „Landfrauen“, um im Gespräch zu bleiben und Aufträge zu ergattern. Oder er stellt eine der führenden Landfrauen für sein Büro ein, um … ihren Einfluss zu nutzen. Ist er noch schlauer, kauft er schon Geschenke für die Tochter des zukünftigen Bürgermeisters, damit die, wenn sie größer ist und bei ihm im Büro arbeitet, Papa dazu animiert, die Gemeindeaufträge ihrem Sponsor zu geben: „Eine Hand wäscht die andere“.  Die Scheibe Wurst oder das Gratisbrötchen für meine Kinder beim Metzger oder Bäcker haben das gleiche Prinzip im Auge, man sollte also nicht so tun, als würde man es nicht kennen und wäre über solche Praktiken erstaunt.

Nun hatte man viel investiert in diesen Guttenberg – Zeit und Geld – und ihn mit höchsten US-Kontakten ausgestattet, da fällt der auf einmal über eine kleine dumme Doktorarbeit. Als hätte er den Titel überhaupt noch nötig gehabt.

Doch nun: Fort ist der Lord, vom Thron der Baron.

Das stört. Eine unübersehbare Heerschar von Getreuen marschiert auf und fordert die Rückkehr des schwarzen Barons, der wenigstens offen sagt, das unsere Arbeitslosen in Zukunft freiwillig mit der Waffe in der Hand US-Interessen gegen China verteidigen sollen … bzw. „unsere Wirtschaftsinteressen im Ausland verteidigen“.  So schreibt der Spiegel:

Doktorwürde erschummelt? Glaubwürdigkeit passé? Was soll’s! Die Pro-Guttenberg-Welle rollt und rollt. Im Internet fordern Hunderttausende sein Comeback, am Wochenende wollen die Fans des CSU-Politikers auf die Straßen gehen. Der Hype nimmt bizarre Formen an.

Das ist schon sonderbar.

Das deutsche Volk wird ausgeplündert bis zum geht nicht mehr, immer weniger haben überhaupt noch ordentliche Arbeit, siehe Der Westen:

Etwa 55 Prozent der deutschen Erwerbstätigen arbeiten noch auf Stellen, die früher als „normal“ galten – unbefristet, sozialversichert, Vollzeit und staatlich nicht alimentiert. Die übrigen 45 Prozent der Beschäftigten haben Arbeitsplätze, die irgendwie flexibel und modern sind. Dazu gehören beispielsweise Teilzeitjobs, befristete Stellen, Zeit- und Leiharbeit sowie geringfügig bezahlte Tätigkeiten.

Früher war der Anteil der Normalarbeitsverhältnisse höher. Vor 15 Jahren betrug er rund 66 Prozent. Seitdem hat der Anteil der normalen Arbeitsplätze um ungefähr elf Prozentpunkte abgenommen.

Das Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit zu finanzieren, wird immer geringer, dafür plant die Regierung weiter eine deutliche Erhöhung der Kosten zu Gunsten der Reichen, wie die Welt berichtet:

Rösler hatte in einem Interview mit der „Ärztezeitung“ angekündigt, dass die Zahnärzte aus der Reform der Gebührenordnung ein Honorarplus von sechs Prozent erwarten könnten.

Den Zahnarzt wird es freuen, er hat mehr Geld, das sein Anlageberater in Aktien investieren kann. So fließt das Sozialbudget auf direktem Wege an die Börse, die trotz Wirtschaftskrise brummt. Wirklich brauchen würde der Zahnarzt das Geld nicht, glaubt man Gehalt-und-Besoldung:

Aus dem jüngsten Jahrbuch der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) lassen sich Umsatzsteigerungen um durchschnittlich vier Prozent pro Jahr errechnen. Nach Abzug der Kosten lagen die Einkommen (West) 2007 bei knapp 100 000 Euro. Das waren rund 8000 Euro mehr als 2006. So schlecht ist das nicht, zumal zu diesen Einkommen aus dem Geschäft mit der GKV auch noch die Honorare der Privatpatienten addiert werden müssen.

All diese Entwicklungen treiben das Volk nicht auf die Straße. All diese ungerechte und beschämende Umverteilung von unten nach oben, der anstands- und hemmungslose Griff in die Sozialkassen auf Kosten der Ärmsten, bequem ausgeführt durch Politiker, die mit plötzlichen Traumkarrieren in der Wirtschaft rechnen können, bringt das Volk nicht auf die Palme … aber wenn ein Freund der US-Wirtschaft vom Pöstchen geschubst wird, läuft es Amok?

Vielleicht … weil er sich so wohltuend von anderen Absahnern unterschied, weil die Hoffnung aufkeimte, man hätte – ausnahmsweise – mal nicht einen Politiker, der nur an seine eigene Brieftasche denkt, was er laut Spiegel auch weiterhin zu beweisen gedenkt:

Auch nach seinem Rücktritt ist Karl-Theodor zu Guttenberg auf große Gesten bedacht. Laut „Bild“ will der Ex-Minister seine noch ausstehenden Bezüge an Hinterbliebene getöteter Bundeswehrsoldaten spenden.

Das wäre eine schöne Geschichte. Der Adel schenkt dem Volk einen Führer, einen „guten König“, den Traum aller Witwen und Waisen, jener, die nun um ihre Zähne fürchten müssen. Nachdem das Geschenk des Kaisers – die Rente mit 65 – nun von Sozialdemokraten durch Einführung der Rente mit 67 in Gefahr geraten war, war es auch dringend an der Zeit, hier etwas zu unternehmen, um die hartz-gefährdeten Schichten der Bevölkerung (mitlerweile mindestens 45 % der arbeitenden Bevölkerung, wie man sehen konnte) vor der Gier der bösen Linken zu retten.

Andererseits … spricht manches dafür, das finanziell gut ausgestattete Kreise mit weitreichenden Einflüssen beim Landfrauenverband, bei den Kinderherzen und den Medien ihr Investment in Gefahr sehen und es mit aller Gewalt retten wollen, so jedenfalls resümiert der Medienstratege:

Die Medien gaukeln ihren Lesern eine Sympathiewelle für Guttenberg vor. Sie wird legitimiert durch angeblich 400.000 Menschen, die angeblich für seine Rückkehr sind. Das ist fahrlässig und gefährlich. Es bestehen erhebliche Zweifel an der Seriösität der Seite. Wir kennen nicht mal die Person, die hinter der Aktion steckt. Viel zu dünn, um zu titeln: “310.000 wollen Guttenberg zurück”.

So wenig wie die öffentlichen Medien uns vor der realen Macht Chinas gewarnt haben, sowenig nehmen sie die Macht der USA in Deutschland inklusive aller Netzwerke, Seilschaften und Verbindlichkeiten wahr. Und deshalb stehen wir verwundert vor solchen merkwürdigen Erscheinungen, das die Entthronung eines entlarvten Betrügers die Massen mobilisiert, während die Ausplünderung des Landes, der tägliche Verlust an Lebensqualität und der Verkauf unserer Zukunft kaum einen hinter den Sessel hervorlocken können – offiziell jedenfalls.

 


 

 

Bankenwelt

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Bankenwelt

© Jotha

18.Oktober. Georg Büchner AG blockiert Finanzplätze … und der bäuerliche Gesellschaftsvertrag

Nachdem es vor einem Jahr sehr niedliche Demonstrationen gab, in denen viele freundliche friedliche Menschen die Meinung vertraten: „Wir zahlen nicht für eure Krise“, hat sich etwas verändert in der Welt: der internationale Währungshandel hat noch einmal zugelegt:

Es sprengt menschliches Vorstellungsvermögen: Der internationale Währungshandel hat zwischen April 2007, vor Ausbruch der Krise, und April 2010 noch einmal um 20 % zugelegt und damit ein Tagesvolumen von rund 4 Billionen Dollar erreicht. Nun wird an jedem einzelnen Tag in Währungen soviel spekuliert, wie die gesamte Weltwirtschaft in mehr als drei Wochen an Wirtschaftsleistung erzeugt, oder die deutsche in mehr als eineinhalb Jahren. Weiter hier.

Quelle: Jahnke.net

Ein einem Tag die Weltwirtschaftsleistung von drei Wochen durch den Äther schicken … wenn da mal nichts schief geht. Und das ist noch nicht mal eine einmalige Transaktion … tags darauf beginnt alles wieder von vorne. Sowas hat natürlich Folgen, von denen unter anderem die Wirtschaftswoche berichtet:

Die Krise hat den traditionell spendablen US-Verbrauchern gründlich die Laune verdorben: Die Sparquote der privaten Haushalte explodiert, die Konsumausgaben schrumpfen. Amerikas Wirtschaft droht ein Rückfall in die Rezession – mit gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft.

Es ist kein Wunder, das hier eine neue Krise droht. Die größte Wirtschaft der Welt pumpt Geld in alle anderen Wirtschaften … bräche das weg, könnte auch der Jubel über China nicht helfen. Und den Amerikanern geht es zunehmend schlechter: die zahlen nicht mehr.

Jüngstes Beispiel ist Harrisburg. Die Hauptstadt des Bundesstaates Pennsylvania, deren Anleihen auch in den Büchern der Commerzbank liegen, hat am späten Dienstagabend angekündigt, bis auf weiteres ihre Anleihen nicht mehr zu bedienen. Experten sehen mit dem zweitgrößten Ausfall eines kommunalen Schuldners in diesem Jahr ein Problem auf den 2,8 Billionen Dollar großen Markt zurollen. „Das ist ein schlechtes Zeichen“, sagte Alan Schankel, Geschäftsführer beim Broker Janney Montgomery Scott. „So fängt es an.“ Je mehr Kommunen diesen Weg gingen, desto einfacher werde es für andere, sich ebenso zu verhalten.

Quelle: Handelsblatt

Wenn der Koloss wackelt, bebt die Welt. Die Wirtschaftswoche weiß das.

Ein Jahr nach dem Ende der großen Rezession droht der US-Konjunktur schon wieder die Puste auszugehen. Die Langzeitarbeitslosigkeit steigt, ein Rückfall in die Rezession droht. Bremst Amerika die globale Erholung aus?

Das könnten die auf jeden Fall. Groß genug dazu wären sie. Fast ein Jahrhundert lang dominierte diese Kolonie die Weltwirtschaft. Erst eroberten die Auswanderer die reichen Länder der indianischen Einwohner, dann kauften sie von dem Gewinn den Rest der Welt.

Düstere Wolken am Wirtschaftshorizont. Und wieder besteht die Antwort auf  „wir zahlen nicht für eure Krise“ in einem leisen, gemeinen, zynischen, kalt lächelndem: DOCH.

Mit getürkten Zahlen, Sarrazins Türkenhetze und Fußball versucht man in Deutschland das Volk ruhig zu halten…..was ja dank der jahrzentelangen Verblödungskampagnen gut funktionierte.  Doch jetzt … oh graus. Der Bürger wird wild. Jedenfalls eine kleine Gruppe von Bürgern, die in der Sintflut von Nachrichten auch jene Bröckchen finden, die tief blicken lassen:

Die deutsche Rentenversicherung kämpft mit den Folgen der Wirtschaftskrise: Die Sozialkasse steuert in diesem Jahr erstmals seit fünf Jahren auf ein Minus zu.

Quelle: Spiegel-online, Juni 2010

Die meisten der Bürger, die heute noch atmen, sind von diesen Geldern entweder jetzt schon abhängig oder in Zukunft. Diese Zukunft sieht aber sehr düster aus, weshalb immer mehr „Leistungsträger“ ihre Leistung darin sehen, so schnell wie möglich so viel wie möglich zusammenzuraffen und ins Ausland zu schaffen, wo man günstigerweise schon jetzt ein Haus stehen hat. Reiche aller Länder vereinigt euch! scheint die Devise des 21. Jahrhunderts.

Dieser Prozess soll jetzt aufgehalten werden.

Die Bundesregierung will heute ihr Milliarden-Kürzungspaket auf den Weg bringen. Der Entwurf für das Haushaltsbegleitgesetz sieht Einsparungen von rund 80 Milliarden Euro bis 2014 vor. Die größten Einschnitte müssen Sozialleistungsbezieher hinnehmen. So sollen Hartz IV-Bezieher künftig nicht mehr rentenversichert sein und der befristete Zuschlag beim Übergang vom Arbeitslosengeld I zumArbeitslosengeld II soll wegfallen. Zudem soll das Elterngeld von 300 Euro für Eltern in Hartz IV-Bezug gestrichen werden. Für alle anderen wird es leicht gekürzt. Wohngeldbeziehern wird der Heizkostenzuschuss gestrichen. Zudem soll die Arbeitslosenversicherung künftig ohne Zuschüsse vom Bund auskommen. Dafür muss die Bundesagentur für Arbeit ihre Leistungen zur Eingliederung nach eigenem Ermessen und Haushaltslage zahlen. Viele wichtige berufliche Weiterbildungen werden voraussichtlich nicht mehr angeboten werden können. Während die Bundesregierung zusätzliche Einnahmen durch den Wegfall der Ausnahmen bei der Ökosteuer bei Gewerben und Landwirtschaft und der Einführung einer Luftverkehrsabgabe erhofft, wird eine geplante Steuer auf atomare Brennelemente ausgeklammert. Dies geschah auf Druck der Energiekonzerne. Zudem will die Bundesverwaltung 10.000 bis 15.000 Stellen streichen. Menschen mit hohen Einkommen hingegen müssen keine Kürzungen befürchten.

Die Aktionsgruppe Georg Büchner bezeichnet das geplante Kürzungspaket als Affront gegen die ärmsten Menschen. „Nicht die Verursacher der gigantischen Staatsverschuldung würden zur Kasse gebeten, sondern ausgerechnet die Menschen, die jetzt schon kaum wissen, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Doch damit ist die Kürzungsorgie noch lange nicht vorbei. Auch in den Kommunen werden zahlreiche soziale Leistungen gestrichen oder erheblich gekürzt“, so Martin Behrsing, einer der Sprecher der Aktionsgruppe Georg Büchner. Karin Maler, ebenfalls Sprecherin der Gruppe Georg Büchner verzeichnet schon jetzt zunehmende Zustimmung und Teilnahmebereitschaft zu den am 18. Oktober geplanten Aktionen und Blockaden gegen wichtige Finanzknotenpunkte in Frankfurt am Main. „Die Massenblockade gegen Akteure und Profiteure wird ein Zeichen sein, dass wir nicht mehr bereit sind die Finanz- und Wirtschaftskrise der Reichen zu zahlen, während diese schon wieder in Partylaune sind“.

Auf der Aktionskonferenz ›Georg Büchner AG‹ wurde am 20. August von rund 200 Teilnehmern aus Gewerkschafts- und Linksparteikreisen, Jugendverbänden, ATTAC, der Interventionistischen Linken, Erwerbslosengruppen, Sozialen Bewegungen, sowie lokalen Krisenbündnissen beschlossen, dass am (Montag) 18. Oktober durch eine Aktion des zivilen Ungehorsams die Finanzknotenpunkte in Frankfurt blockiert werden sollen. Das Motto lautet: »Es reicht. Zentrale Akteure und Profiteure der Wirtschafts- und Finanzkrise blockieren«.

Hierzu gibt es auch noch einen Aufruf:

Beteiligt euch an den Blockaden zentraler AkteurInnen und ProfiteurInnen (Commerzbank, Deutsche Bank, EZB und andere)der Wirtschafts- und Finanzkrise am 18. Oktober in Frankfurt/Main.

Die Krise ist weltweit. Für den größten Teil der Menschheit bedeutet sie schon lange Hunger, Unterdrückung und Krieg. Nun ist sie in den Metropolen angekommen. Um das Überleben der Banken und Konzerne während und nach der aktuellen Krise zu gewährleisten, wurden weltweit mehrere Billionen Euro an Steuergeldern eingesetzt. Dieses Geld wird nun von den Kommunen, den abhängig Beschäftigten und den Erwerbslosen mittels immenser Kürzungs- und „Spar“programme abverlangt.

In Deutschland will die Bundesregierung den Staatshaushalt in den nächsten drei Jahren um ca. 80 Milliarden Euro kürzen. 37 Prozent der geplanten ›Einsparungen‹ betreffen den Sozialbereich.  Unsere Aktion bezieht sich ausdrücklich positiv auf bereits durchgeführte, bestehende und geplante Protestaktivitäten im kommenden Herbst. Wir werden ein Zeichen setzen, dass es an der Zeit ist den Widerstand auszuweiten und den nächsten Schritt zu gehen. Wir werden deshalb am 18. Oktober zentrale Institutionen des Finanzsektors lahmlegen. Unsere Position ist schlicht: Wir werden nicht weiter tatenlos zusehen! Stoppen wir die Umverteilung von unten nach oben! Ob das in Form von Vermögenssteuern, Finanztransaktionsteuern oder der Enteignung und Vergesellschaftung von Banken und Großkonzernen geschieht, ist dabei nicht vordergründig. Wichtig ist: Wir werden sie nicht in Ruhe lassen, wir werden wiederkommen, an vielen Orten, zu den unpassendsten Gelegenheiten und Zeiten!

Für den 18. Oktober in Frankfurt haben wir uns auf folgenden Aktionskonsens geeinigt:

Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen zentrale AkteurInnen und ProfiteurInnen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Wir werden entschlossen und vielfältig Zugänge blockieren und niemanden durchlassen. Unsere GegnerInnen sind nicht die Bankangestellten!Unsere Gegnerin ist nicht die Polizei! Unsere Massenblockaden sind Menschenblockaden. Von uns geht dabei keine Eskalation aus. Wir sind solidarisch mit allen, die unsere Ziele teilen. Für RassistInnen, FaschistInnen und AntisemitInnen ist bei uns kein Platz!

Quelle: AG Georg Büchner

Das Ziel ist eindeutig: den Betriebsfrieden aufkündigen:

»Die AG Georg Büchner hat sich absichtlich nicht für eines der vielen repräsentativen Events in der Banken- und Business-Welt entschieden, sondern für den Normalbetrieb von Geschäfts- und Investmentbanken. (Haupt-)Ziel ist es also nicht, die Repräsentanten zu stören und deren (Negativ-)Image zusätzlich zu schädigen, sondern der Wertschöpfungskette in die Quere zu kommen.

Im Kern geht es um einen Streik, einen gesellschaftlichen Streik, der den ›Betriebsfrieden‹ aufkündigt, in dem wir uns als ihren Mehrwert, als Quelle ihres Reichtums verweigern. In einer Wirtschaftsordnung, die uns nur als ›Kostenfaktoren‹ führt, wollen wir den Preis erhöhen – und in aller Bescheidenheit hinzufügen: Angesichts eines selbst erwirtschafteten Schaden von über einer Billion Euro, stellt jeder Tag, an dem dieses Bankengeschäft ruht, kein Verlust, sondern ein gesellschaftlicher Gewinn dar.

Bei der Überlegung, mit diesem Aktionsvorschlag dezentral oder bundesweit zu beginnen, entschieden wir uns für einen bundesweiten Auftakt: Wir glauben, dass ein bundesweites Startsignal, das erfolgreich ist, die lokalen und regionalen Gruppierungen stärkt, ähnliche Aktionen in ihrer Stadt, in ihrer Region zu planen und durchzuführen. Unser Ziel ist also nicht ein einmaliges Erlebnis, ein einmaligen Kraftakt, sondern eine Initialzündung für eine Kettenreaktion. Ein Lauffeuer, das sich nicht über gute Absichten, sondern über den gemeinsamen Erfolg ausbreitet.«

Quelle: Trueten

Nun … ich könnte mich zu dem Zeitpunkt zwei Dörfer weiter vor die Sparkasse setzen, die hat aber an dem Tag zu.  Aber ansonsten … freut es mich, davon zu hören.

Wir stellen der „Wirtschaft“ seit Ewigkeiten sehr viel umsonst zur Verfügung. Die gesamte Infrastruktur wurde von der Mehrheit der deutschen Bürger erarbeitet, einer Mehrheit, die in guten Glauben an die Zukunft, die Gerechtigkeit, die Fairniss aller Bürger untereinander und das gemeinsame Ziel „Mehr Wohlstand für alle“ eine enorme Leistung erbracht haben. Seit Schröder ist es deutlich geworden, das wir gewissen asoziale Kreise beherbergen, die uns Gastgebern nach dem Mahl das Tafelsilber klauen, die Einrichtung demolieren und sich mit den Vorräten aus dem Staub machen wollen, alles fein nach dem Mott: „Wohlstand für alle gibt es nicht … Wohlstand für mich aber schon“.

Wenn wir das nicht  bremsen … drohen uns häßliche Verhältnisse, die wir uns in unseren schlimmsten Horrorträumen nicht ausmalen können – und auf die wir sowenig vorbereitet sind wie die Bundeswehr auf einen echten Kriegseinsatz.

Wir werden in Zukunft den Gesellschaftsvertrag ändern müssen. Er muß weiser werden, weitsichtiger, umfangreicher, nachhaltiger, vielleicht: bäuerlicher. Wenn der Großvater in dem Unternehmen gearbeitet hat, der Vater in dem Unternehmen gearbeitet hat und der Sohn durch Chinesen oder Maschinen ersetzt worden ist … dann muß das Unternehmen dafür zahlen. Hätten Vater und Großvater nicht die Großzügigkeit besessen, für den Unternehmer die Firma aufzubauen und in völligem Vertrauen auf die Gerechtigkeit ihren Hof  aufgegeben, dann bräuchten wir jetzt kein Hartz IV und hätten alle wenigstens einen gut bestellten Hof: Obdachlosigkeit, Kälte und Hunger wären weit entfernt.  Wir bräuchten auch kein Rentensystem, denn auf dem Hof ist Platz genug. Das gesamte Elend wurde von jenen in die Welt gesetzt, die den Hals nicht vollkriegen konnten, jenen, die jetzt als Industrie- und Finanzbarone den Adel ersetzen … gerne auch politisch.

Gleichfalls kann gelten, das jeder Einwohner Landeigentümer wird und Besitz an Bundesland bekommt … denn es ist sein Land. Bei 229 Einwohnern pro km2 (sprich 1000000 m2) ist das ein schönes Grundstück von 4500m2, für das man Miete und Pacht bekommen kann … schon ist ein (winziges) Grundeinkommen vorhanden.

Ebenso denkbar wäre  eine Autobahnmaut für jeden, der nicht Eigentümer ist (und regeln nebenbei, das Konzerne nicht mehr als juristische Personen Bürgern gleichgestellt sind: dann können die auch bezahlen).  Es wird Zeit, das wir aufhören, alles umsonst herzugeben, was unser ist, denn so, durch Inanspruchnahme von großzügigsten Schenkungen … kann jeder Millionär werden, voraussgesetzt, er ist moralisch minderwertig und nimmt alles, ohne zu geben.

Anstelle von Wehr- und Zivildienst können wir gerne auch einen Regierungsdienst einführen, damit nicht nur die unfähigen und geldgierigen Karrierepolitiker in den Parlamenten sitzen.

Der Souverän dieses Landes  muß im Sinne einer demokratischen Gesellschaft mit allem ausgestattet sein, das ihm eine politische Willensbildung jenseits der Angst vor Hunger, Obdachlosigkeit oder Arbeitslosigkeit ermöglicht. Ein Wirtschaftssystem, das den Souverän mit Hunger, Obdachlosigkeit oder Arbeitslosigkeit bedroht, hat seine Verbindung zur Demokratie schon längst verloren und ist Wirtschaftsdiktatur geworden, die ständig mit der Waffe Hunger droht.

Vielleicht …. ist der 18. Oktober die letzte Möglichkeit,  einen Versuch zu wagen, eine falsche Entwicklung zu stoppen, bevor Wirtschaft, Industrie, Banken, Politik und Handel ganz viele „Fachkräfte“ ins Land holen, die eine gesellschaftliche Bewegung unmöglich machen … weil sie selbst zu der Fraktion „Reiche aller Länder vereinigt euch“ gehören möchten und diese nach Kräften unterstützen.

Sarrazin – die Elite kauft sich ein neues Volk

Wer ist eigentlich dieser Sarrazin … diese Frage stellt sich in Wirklichkeit keiner. Jeder kennt diesen neurotischen Stänkerer doch schon seit Jahren, seitdem die Presse seine Sprüche auch noch in die letzten Ecken der Republik transportiert hat. Als Dank für seine Sprüche ist er doch Bundesbanker geworden – so dachte ich jedenfalls. Wie sonst sollte ein kleiner beschäftigungsloser aber gut verdienender Finanzsenator aus dem chronischem Pleiteländchen Berlin so einen Posten bekommen?

Schaut man heute aber in die Presselandschaft, so dröhnt es überall aus allen Ecken: Sarrazin. Wie schlimm doch der Mann sein. Eigentlich ein widerliches Geschrei – war doch schon alles vorher bekannt. Wenn er über sieben Millionen Harzt-IV-Abhängige herzieht, über Alte, Kranke, Frauen und Kinder, dann ist das ok. Da hat kein Hahn nach gekräht. Wenn er durch die Bank Ausländer verunglimpft, hat es keinen interessiert.  Jetzt schreibt der ein Buch, von dem ich annahm, es würde auch keinen interessieren – aber nach dem Medienhype der darum gemacht wird, werden es wohl alle lesen. Gut für Sarrazin, da hat der bald genug zusammen um auch auszuwandern.

Spiegel-online sieht geradezu einen großen apokalyptischen Endkampf, in dem nur der Spiegel selber noch rettend eingreifen kann:

Denn die Diskutanten hat er in zwei Lager gespalten: in eine parteiübergreifende Entrüstungsfraktion, der sich Personen im öffentlichen Raum nur schwer entziehen können; und in den halböffentlichen Foren-und-Blogger-Stammtisch, der Sarrazin mehrheitlich Beifall zollt. Der Sache dienen beide Fraktionen nicht.

Ich wußte gar nicht, das Blogger Sarrazin mehrheitlich Beifall zollen – aber 1000 neue Blogs sind ja schnell neu angemeldet, 1000 neue Blogger lassen sich schnell einkaufen um die Zahlen zu korrigieren.  Nebenbei erfährt man wie „sozial“ dieses Land eigentlich international geworden ist:

Die Grenzen sind so gut wie dicht. Die Verschärfung des Asylrechts hat dazu geführt, dass auf diesem Weg praktisch niemand mehr nach Deutschland kommt. 2008 wurden noch ganze 233 Personen als Asylberechtigte anerkannt.

Die Menschen, die es am Meisten verdient hätten, die Menschen, die es am Dringensten bräuchten, lassen wir vor der Tür stehen. So asozial geben wir uns gerne. Auch im Inland, wie Spiegel-Online weiter berichtet:

Der Arbeitsmarkt löst einen zweiten Reflex aus, der sich auf die Kurzformel reduzieren lässt: Solange auch nur ein Arbeitsloser im Land herumläuft, brauchen wir keine Unterstützung aus anderen Ländern. Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesarbeitsagentur, erklärt uns immer wieder, wir müssten die stillen Reserven mobilisieren, unsere eigenen Leute besser qualifizieren. Nun ist es gewiss eine gute Idee, erst einmal die Hausaufgaben zu machen, bevor man Hilfe von außen ruft. Doch offenbar verpufft der Effekt der milliardenschweren Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsförderung, in denen nach Schätzungen bis zu eine Million nicht vermittelbare Personen geparkt sind. Die Stellen für Fachkräfte jedenfalls bleiben trotzdem offen.

Man könnte ja an dieser Stelle mal einhaken und fragen, warum da so ist.  Unter anderem hatte man die Rentengesetze geändert, wer früher wegen Krankheit als Frührentner in die Dauerarmut geschickt wurde, ist heute bei der ARGE aber deshalb noch nicht gesund. Dort muß er dann aber erstmal den Gabelstaplerfahrerschein machen … was sonst sollte man mit denen auch anfangen. Und der Sachbearbeiter selbst – oft befristet angestellt – muß selber Leistung zeigen.

Die Folterer lassen wir gerne rein, wie das Beispiel Ruanda gezeigt hat, die Opfer jedoch: sollen draußen bleiben. Die Familien der Türken auch. Was wir wollen sind: gut ausgebildete, alleinstehende junge Leute, die für ganz wenig Geld Arbeitsplätze in Deutschland besetzen. Regierung, Medien und Politik gieren danach.

Warum eigentlich?

Nun … zwischen Volk und Regierung besteht ja mitlerweile ein deutlicher Unterschied – und Gegensatz. Wir passen einfach nicht mehr zueinander. Zum Beispiel bei Thema Gerechtigkeit:

28 % der Bevölkerung über 16 Jahren halten die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland für gerecht, 56 % halten sie für ungerecht.  Fragt man aber „Mandatsträger“ so sieht die Welt gleich ganz anders aus: 60 % halten die Verteilung von Besitz und Einkommen  in Deutschland für gerecht, nur 28 % halten sie für ungerecht.

Quelle: Bertelsmannstiftung

Mit solchen Mandatsträgern wird man die Verhältnisse auch nur schwer ändern.  Volk und Politiker passen einfach nicht mehr zueinander. Bei Afghanistan ergibt sich ein ähnliches Bild. Was ist zu tun? Regierung ändern? Gott bewahre. Man macht es einfach wie Helmut Kohl mit den Russlanddeutschen: man holt einfach neue Bürger ins Land, während man die alten mit ärmlicher  Gabelstaplerfahrerscheinzukunft vergrault, kauft man sich einfach neue, zur Not auch mit Begrüßungsgeld.  (Nebenbei bemerkt: gibt es eigentlich auch „Verabschiedungsgeld“? Ich meine, wenn mal einer gehen möchte, der hier nur noch kostet: kann der sich ausbezahlen lassen um sich in der Karibik eine neue Existenz aufbauen zu können? Ich glaube – eher schickt die Arge denen zu diesen künstlichen Kaufläden wie in Hamburg, da kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Arbeitslosen sind beschäftigt und die Trainer haben einen Job.  So kann man Arbeitslosigkeit auch reduzieren)

Und schon haben wir eine Hypothese, die uns diese seltsame Front erklärt, die der Spiegel beschreibt: die Machthaber in diesem Land haben beschlossen sich nach US-amerikanischem Vorbild einfach ein neues Volk ins Land zu holen, das alte kann hingehen wo der Pfeffer wächst. Wen die dann wählen werden, hat man bei den Russlanddeutschen gesehen: auf jeden Fall jemand aus den Reihen derjenigen, die für den Afghanistaneinsatz sind und die Verhältnisse in Deutschland für völlig in Ordnung halten, weil sie so super dran profitieren.

Keine Frage darüber, warum wir eigentlich Auswanderungsland sind und deshalb Einwanderungsland werden müssen, keine Reflexion über die Entwicklung, die dazu geführt hat und erst recht kein Nachdenken darüber, wie man eigentlich das eigene Land für die eigenen Bürger attraktiver gestalten könnte, sondern einfach die Feststellung: da gibt es keine Alternative. Wie üblich.

Die Debatte um die Einwanderungspolitik ist ein Trauerspiel, weil sie am Kern des Problems vorbeizielt. Wir sind längst ein Auswanderungsland. Um das schleichende Ausbluten der Bundesrepublik zu verhindern, müssen wir neue Wege gehen.

Quelle: Managermagazin

Welche Wege das für uns Deutschen in unserer Heimat sind, ist klar: wir sind Auswanderungsland. Wir sind über, zu teuer, wir müssen ´raus. Im Ausland sind wir allerdings mitlerweile so uninteressant geworden, das wir Ausländer bezahlen müssen, wenn sie zu uns kommen. Eigentlich könnte man doch allen diese ganze Reiserei ersparen, oder?

Aber das geht nicht, denn wenn die Leute zur Ruhe kommen, dann merken sie vielleicht, das die „Elite“ dieses Landes mit dem viel-zu-vielen Geld anfängt, das sie sich jeden Monat abgreifen: sie geben es den Spekulanten, damit der Hunger in der Welt vermehrt wird:

Es ist ein Riesengeschäft für Spekulanten – und eine Katastrophe für die Ärmsten. Anleger stürzen sich wegen schwächelnder Aktien auf Agrarrohstoffe. Bei schlechten Nachrichten explodieren die Preise für Weizen oder Mais, für Entwicklungsländer sind sie kaum noch zu bezahlen.

Quelle: Spiegel-online

Unsere Elite geht bei der Jagd nach leistungslosem Einkommen durch krumme Kapitalgeschäfte buchstäblich über Leichen. Kein Wunder, das sie aus den Bewohnern des Landes gerne einen Wanderzirkus macht. Kein Wunder auch, das man soviel über Sarrazin redet, wo doch andere Nachrichten wichtiger sind … aber leider untergehen:

Teureres Öl und Gas haben die Einfuhrpreise im Juli so stark in die Höhe getrieben wie seit fast zehn Jahren nicht. Verglichen mit dem Vorjahr kosteten Importe 9,9 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Quelle: Welt

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Juli so stark gestiegen wie seit 19 Monaten nicht mehr. Die Produzenten von Energie, Lebensmitteln und anderen gewerblichen Erzeugnissen hoben ihre Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 3,7 Prozent an, teilte das Statistische Bundesamt mit. „Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember 2008“, sagte eine Statistikerin.

Quelle: Welt

Und während die „Welt“ hier noch mit Inflationsängsten spielt, meldet sie gleichzeitig:

Trotz explodierender Erzeugerpreise geht an den Märkten bereits die Angst vor Deflation um. Die Zinsen fallen auf Rekordtiefs.

Quelle: Welt

So sind halt unsere Experten: sie haben immer zwei gegensätzliche Meinungen parat, solange sie gut dafür bezahlt werden.  Die Energiepreise sind, wenn ich mich recht erinnere, aber auch aufgrund von Spekulationsgeschäften so hoch. Bei unseren Horrorsteueranteil dabei können wir uns darüber aber kaum noch beschweren.

Aber zum beschweren haben wir ja jetzt Sarrazin, der ist diesen Sommer zum Abschuß freigegeben, vielleicht auch, um davon abzulenken, das das Wetter auch immer verrückter wird:

Der August hat Deutschland so viel Regen beschert wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Im bundesweiten Durchschnitt fielen in diesem Monat 157 Liter Regen pro Quadratmeter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Dies ist mehr als doppelt so viel wie das langjährige Mittel von 77 Litern im August. Der 2010er August lag von der Regenmenge auch deutlich über dem bisherigen Rekordjahr 1960, damals waren 134 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Quelle: Yahoo

Ob man das inzwischen auch manipulieren kann, um uns aus unserem Land zu vertreiben?

Medien, Meinungen, Manipulationen, Mutter Merkel und der Tod der Demokratie

Medien sind der Tod der Demokratie.  Diese Meinung hörte ich letztens. Wenn man sie hört, ist man zuerst erschrocken.  Medien sind doch gut für die Demokratie … das haben wir gelernt. Als vierte Macht wachen sie über das Schicksal des kleinen Mannes, der ansonsten den drei Mächten Gesetz, Polizei und Gericht hilflos ausgeliefert wäre.

So jedenfalls das Märchen, das wir den Kindern erzählen, wenn die Fragen, warum Zeitungen früher mal Geld gekostet haben.

Der Mensch, der diese Meinung vom Tod der Demokratie durch die Medien beschrieb, begründete es mit einem Wort: Meinungsmache.

Dort, wo Meinungen gemacht werden, hat der Wille des Einzelnen keine Bedeutung mehr.  Die Demokratie stirbt, weil den Menschen die eigene Meinung genommen wird – was noch nicht mal in böser Absicht geschehen muß.  Und die Menschen finden das gut, das sie keine eigene Meinung mehr haben müssen. Ist ja auch viel bequemer so, wenn einer einem sagt, wo es langgeht. Darum sitzen die wohl immer länger vor dem Fernsehen, ein Medium, das mitlerweile die Zeitungen verdrängt hat.  Deshalb stöhnte die FAZ schon vor fünf Jahren über neue Rekorde:

Siebzig Tage im Jahr vor dem Schirm

Jetzt sind es 210 Minuten geworden, die der Bundesbürger durchschnittlich pro Tag vor dem Fernseher verbringt.

und der Trend hält an, so berichtet Noows:

Fernsehkonsum in Deutschland nimmt weiter zu

Die Deutschen haben im Jahr 2009 mehr Zeit vor dem Fernseher verbracht als im Jahr zuvor. Im Durchschnitt sahen die Bundesbürger 2009 täglich 212 Minuten fern, fünf Minuten länger als noch 2008. Das teilte Media Control heute in Baden-Baden mit.

Es gibt schöne und wichtige Dinge im Leben eines Menschen.  Essen zum Beispiel. Oder Sex. Wandern ist auch schön, Gespräche mit Freunden.

Aber der moderne Mensch sieht lieber aus der Ferne zu, wie andere das machen. Irgendwie armselig oder? Und hundsgemein … denn so sickert das eigene Leben nutzlos dahin. Andererseits öffnet man sich vollkommen der medialen Dirigentschaft und ihren Lügen, über die man inzwischen schon im Schulunterricht aufgeklärt wird:

Die Ausstellung ‚Bilder, die lügen‘, die bis 30. August jeweils von Dienstag bis Sonntag (09:00 bis 18:00 Uhr) im Museum im Zeughausin Innsbruck gezeigt wird, erweist sich als tolle Ergänzung zum Unterricht

Die Wanderausstellung wurde vom ‚Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland‘ konzipiert und von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt. Sie fragt nach der Objektivität von Bildern und zeigt Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern. Im Mittelpunkt steht die Bildmanipulation in Malerei, Plakat, Comic und Fotografie sowie in den heutigen digitalen Bildmedien. Aussagekräftige Beispiele zeigen, wie Bilder durch Veränderungen politisch instrumentalisiert werden.

In Hessen gibt es ein ganzes Online-Lernarchiv voll mit diesen Themen … das sich unter anderem auch fragt, was die Macht der Medien über uns persönlich anrichten kann:

Kaum jemand kann den medial standardisierten und optisch vermittelten Ansprüchen genügen. Das bedeutet: Wir können niemals unser Ich-Ideal erreichen. Die Folge: schämen uns. Denn Scham gilt als die verinnerlichte Verachtung, die aus der Diskrepanz zwischen Ich-ideal und Ich-Realität entsteht.

Wo das Ich-Ideal so unrealistisch hoch gehängt wird wie in unserer spätmodernen Wettbewerbsgesellschaft, da muss es permanent enttäuscht werden. So lauert hinter der schönen Fassade des souveränen Individuums dauernd die soziale Angst vor dem persönlichen Statusverlust.

Wenn so etwas in der Schule gelehrt wird, sollte man sich eigentlich ruhig zurücklehnen können.  Bedauerlicherweise … sind es nicht gerade diese Themen, mit denen die Medien uns im Leben unterstützen.  Gerade dort, wir richtig Geld gemacht wird – in der Medizin zum Beispiel – entdecken Kritiker Manipulationen zu Hauf:

Die Manipulation durch Medien nimmt immer bedenklichere Formen an. Nicht alles, was wir hören und sehen entspricht den Tatsachen. Wir stellen fest, dass Presseinformationen – ganz gleich, ob sie über die Printmedien oder über den Äther zu uns gelangen – häufig nicht mehr ausreichend recherchiert werden, bevor sie uns als „Wahrheit“ vermittelt werden.

Wir sind die konditioniertesten, programmiertesten Wesen, welche die Welt je gesehen hat. Nicht nur, dass unsere Gedanken und Einstellungen kontinuierlich geformt und gestaltet werden; unser ganzes Bewusstsein scheint subtil und unerbittlich ausgelöscht zu werden. Die Türen unserer Wahrnehmung werden sorgfältig und präzise kontrolliert.

Es ist eine erschöpfende und endlose Aufgabe, den Leuten ständig zu erklären, wie die meisten Dinge ihrer Alltagsweisheit wissenschaftlich über Tausend Medienclips in das öffentliche Bewusstsein gepflanzt werden.

Selbst Medien werden kontrolliert und manipuliert

Um Zeit zu sparen erfahren Sie nun als erstes ein wenig Hintergrundwissen über die Informationshandhabung in diesem Land. Sobald die Grundlagen, wie unser momentanes System der Medienkontrolle historisch erreichtet wurde, verdeutlicht wurden, werden Sie eher in der Lage sein, jeden beliebigen Bericht in den heutigen Nachricht in Frage zu stellen:

Wenn jedermann an etwas glaubt, ist es vermutlich falsch. Wir nennen das Alltagsweisheit. In Amerika ist Alltagsweisheit mit Massenakzeptanz – um es auf einen kurzen Nenner zu bringen – zumeist so entstanden:
Jemand hat dafür bezahlt!

Das ist natürlich eine ganz böse Sicht die keinem Medienschaffendem gefallen wird. Dabei wissen sie doch alle, wie unverzichtbar Medien für die Meinungsbildung sind. Und wir könnten auch wissen – wenn wir wollten – wie leicht es ist, damit Menschen zu manipulieren, denn dazu gibt es schon seit siebzig Jahren eine eigene Wissenschaft:

Aus Bernays eigener erstaunlicher Chronik mit dem Titel „Propaganda“ lernen wir, wie Edward L. Bernays die Ideen seines berühmten Onkels Sigmund Freud übernahm und sie auf die gerade entstehende „Wissenschaft der Massenbeeinflussung“ anwendete.
Der einzige Unterschied war, dass Bernays die Prinzipien nicht dazu benutzte, um verborgene Motive im menschlichen Unterbewusstsein aufzudecken, sondern um Absichten zu verkleiden und Illusionen zu schaffen, die rein zu Profitzwecken die Menschen betrogen und Tatsachen verfälschten.

Edward Bernay war in der Tat ein besonderer Mensch. Leider kennt ihn kaum jemand … leider wohl auch kaum ein Medienschaffender, obwohl doch der Erziehungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Medien direkt auf seinen Vorstellungen beruht.

Als Neueinsteiger beim Ausschuss für Öffentliche Informationen (Committee an Public Information) war einer seiner ersten Aufträge, der amerikanischen Öffentlichkeit den Ersten Weltkrieg mit der Vorstellung zu verkaufen, „die Welt sicher für die Demokratie zu machen.“ (Ein Prinzip, das seither von den Amerikanern für annähernd jeden ihrer Kriege herhalten musste: Vom zweiten Weltkrieg, über Vietnam- und Koreakrieg, bis in die neuesten Tage.

Nun, das kenne wir ja selbst. Afghanistan … ich würde gerne mal eine Umfrage sehen, wieviele Deutsche eigentlich noch wissen, warum wir eigentlich da sind. Neuerdings sind wir ja wegen der Frauenrechte da … und es werden sich sicher noch andere edle und plausible Gründe finden lassen.

Während der nächsten Jahrzehnte entwickelten Bernays und seine Kollegen die Prinzipien, mit denen Menschenmassen durch Nachrichten, die hunderte Male wiederholt werden, beeinflusst werden könnten.

Das Unterbewußtsein funktioniert in der Tat so, das es durch Wiederholungen konditionierbar ist – ob sie wollen oder nicht. Ein Beispiel?

Stellen sie sich vor, ihre Tochter kommt morgen mit ihrem neuen Freund nach Hause (geht auch mit Sohn und Freundin). Sie erfahren …. das die Eltern des neuen Schwarms Hartz-IV-Empfänger sind. Und jetzt mal ehrlich: wie fühlen sie sich.? Welche Bilder steigen in ihnen hoch? Automatisch die, die oft gepredigt wurden. Übrigens auch bei den Hartz IV-Abhängigen selbst, die sich aus diesem Grund durch die Bank fürchterlich fühlen, weil man sich selbst so schlecht entkommen kann.

Bernays Aufgabe war, Angelegenheiten zurechtzurücken, ein künstliches Bild zu erschaffen, das ein bestimmtes Produkt oder eine Idee in ein gewünschtes Licht rückt.
Bernays beschrieb die Öffentlichkeit als eine „Herde, die geführt werden muss“. Dieses herdenhafte Denken mache die Leute „empfänglich für Führung“ . Er wich dabei nie von seinem ersten Grundprinzip ab, „die Massen ohne ihr Wissen zu kontrollieren“. Die beste PR ist, wenn die Leute nicht bemerken, wie sie beeinflusst werden.

Stauber beschrieb Bernays Begründung wie folgt-“ Die wissenschaftliche Manipulation der Öffentlichen Meinung war notwendig, um Chaos und Konflikt in einer demokratischen Gesellschaft zu überwinden.“

(Besten Dank noch mal dem Leseraum des Zentrums für Gesundheit für diesen Text).

Siebzig Tage im Jahr schenkt der Bürger seine kostbare und wertvolle Lebenszeit dem Fernsehen, um sich nach Strich und Faden manipulieren zu lassen und glaubt in der Tat, er würde ein freies und selbstbestimmtes Leben leben.

Das Medien Waffe sind, wird im Zusammenhang mit dem Auslandsfunk gerne offen zugegeben, hier mal vom Bundestag selbst:

Zugespitzt formuliert: Warum wendet der Steuerzahler nach wie vor viel Geld für einen Sender wie die Deutsche Welle/DW (2007 immerhin 269 Mio. Euro) auf, obwohl der Kalte Krieg längst gewonnen ist, obwohl es in jedem guten Hotelzimmer rund um das Mittelmeer deutsches Kommerzfernsehen gibt und obwohl deutsche Zeitungsverlage ebenso wie öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten im Internet omnipräsent sind? Diese Frage verschärft sich noch, wenn man Auslandsmedien an ihrem Anspruch misst und wissen möchte, ob es ihnen in der Vergangenheit gelungen ist, Menschen außerhalb des eigenen Landes mit Informationen zu versorgen. Welchen Anteil hatten zum Beispiel die „freien Stimmen der freien Welt“ am Zusammenbruch des Ostblocks? Wer ist erreicht worden, und wie haben die Sendungen gewirkt?

Und da sollen wir wirklich glauben, man würde uns heute nicht mehr als Herde sehen, die man durchs Dorf treiben muß? Doch. Ganz gezielt … treibt man uns jetzt gerade dem Aufschwung entgegen.

Wir hier vor Ort haben von der Krise wenig gemerkt…..deshalb merken wir auch weniger vom Aufschwung. Arbeit gibt es sowenig wie vorher und wenn überhaupt, dann höchstens 400 Euro dafür. Zwangsversteigerungen gibt es mehr und mehr – einfach mal in den Kalender des Amtsgerichtes schauen – und immer häufiger bleiben Geschäftsräume unvermietbar – oder es setzt sich ein Friseur ´rein. Nicht mehr lange, und jedes Haus hat seinen eigenen Hausfriseur.

In den Medien aber tobt der Aufschwung ganz ungebremst. Gut – Arbeitslosigkeit wird zugegeben, der Einzelhandel geht zugrunde, die Autos bleiben im Geschäft stehen, aber der Aufschwung ist da, die Banken machen wieder Gewinne.  Zum Beispiel die Commerzbank, eine Bank, die der Steuerzahler mit ZEHNTAUSEND MILLIONEN EURO unterstützt hat, macht jetzt – nach zwei Verlustreichen Jahren- 352 Millionen Euro Gewinn.

Das sind drei Prozent. 3,52 Prozent, um genau zu sein. Hätten die Aktien gekauft (wie alle anderen auch) dann wäre der Gewinn höher ausgefallen.

Ein Beispiel?

Hier mal aus dem Investor-Verlag:

Die Kurs-Rally im Dax startete am 6. März 2009. Seither konnte der Dax (als Performance-Index) 53 Prozent hinzugewinnen, von 3.666 auf 5.620.

Die Spitzenreiter:

Name WKN Kurs-Entwicklung vom 6.03. bis 14.9.09
Commerzbank 803200 259,03%
Deutsche Bank 514000 162,37%
Deutsche Post 555200 86,13%
Deutsche Börse 581005 85,71%

Aktuell steht der DAX sogar auf 6300.  Hätte man die zehntausend Millionen Euro Unterstützung für die Commerzbank also in Commerzbankaktien angelegt, hätte man da 25000 Millionen Euro draus machen können … jedenfalls auf dem Papier. Aber als Nachricht sähe das sehr gut aus. Der Staat leiht Banken Geld für nahezu nichts, die kaufen davon Aktien, die steigen in Folge enorm an (weil es eine so große Nachfrage gibt scheinen die ja auch was wert zu sein…) und der Aufschwung ist da.

Jedenfalls in der Theorie … und auch nur solange, wie es keiner merkt. Ein einziger Tag reicht aus, die Börse auf nahezu Null zu fahren … wenn das Vertrauen der Anleger vollends geschwunden ist. Und weil das „Vertrauen der Anleger“ so wichtig ist, muß auf Biegen und Brechen über den Realzustand der Wirtschaft gelogen werden. Sie muß unter allen Umständen positiv ausfallen – und bei den Geldgeschenken an Banken ist das ja auch leicht zu fingieren.

Noch ein Beispiel?

Nehmen wir mal an, ich bin jetzt mal eine Bank, die zehntausend Millionen Euro vom Staat bekommt. Damit könnte ich zum Beispiel … griechische Staatsanleihen kaufen. Die bringen laut FAZ 6,2 %.  (Ich könnnte auch meine eigenen Aktien kaufen und die damit in unermeßliche Höhen treiben – aber das wäre zu auffällig).

Die neuen Schuldtitel Griechenlands stoßen auf rege Nachfrage. Was Wunder, bieten sie doch eine Rendite von 6,2 Prozent für fünf Jahre Laufzeit – mehr als Lettland oder Uruguay.

Schon habe ich … 6,2 % Gewinn gemacht. SECHSHUNDERTZWANZIG MILLIONEN EURO. Dann gebe ich dem Deutschen Staat sein Geld wieder zurück … und alle sind glücklich. So kann jeder Depp Multimillionär werden – und auf die Art werden ja Deppen zu Millionären, wo man früher noch kräftig für arbeiten musste.

Das das alles auf Luft und Sand gebaut wird, ist jeder Hausfrauklar … nur den Medien nicht, weshalb die jetzt vom deutschen Wunder reden, das wir hierzulande im Alltag leider nicht erleben. Mutter Merkel wird da plötzlich zum internationalen  Superstar, berichtet das Handelblatt:

„In den USA gibt es eine hohe Anerkennung für die schnelle wirtschaftliche Erholung in Deutschland“, sagt Smith. John Kornblum, Ex-Botschafter der USA, erinnerte an die Schlagzeile der „International Herald Tribune“: „Deutschland besiegt die Krise.“ Er sorge sich bereits, dass die deutsche Stärke erneut die Euro-Zone in Turbulenzen stürzen könne. Die deutsche Erfolgsgeschichte, so auch Pulitzer-Preisträger Thomas Friedman von der „New York Times“, sei dann „a really amazing story“ – eine wirklich beeindruckende Geschichte.

Welche wirtschaftliche Erholung? Fragt der Deutsche nervös mit bangem Blick auf die Stellenanzeigen in der Zeitung und dem sicheren Wissen, das nach der nächsten Kündigung für ihn nur noch eine Hartz-IV-Karriere inklusive Bürgerarbeit fällig ist … weil er über vierzig ist und damit als „unvermittelbar“ gilt.

Binnen kürzester Zeit haben es die Deutschen vom Buhmann zum Vorbild geschafft. Es gibt kein zweites westliches Industrieland, das die Finanz- und Wirtschaftskrise derart unbeschadet überstanden hat. Bei den anderen bessert sich die Lage, Deutschland boomt derweil. Niemand exportiert mehr. Nirgendwo wirkt der Arbeitsmarkt für Fachkräfte derart leergefegt. Deutschland sucht nicht länger den Superstar; Deutschland ist der Superstar.

Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen … so tönt die US-Presse. Aber was haben wir getan? Woran besteht unser Leistung? Wo haben wir denn wirklich gespart? Wir haben mehr Schulden als je zuvor, oder?

Dabei … könnten die es besser Wissen.

In den letzten zehn Jahren sei die deutsche Entwicklung trotz schwächerer Wachstumsraten solider gewesen als die der USA, sagt der Wirtschaftshistoriker Gary Herrigel von der University of Chicago. „Die Kalkulation des US-Wachstums war in hohem Maße von der Finanzblase verfälscht.“

Und was ist mit der Kalkulation des deutschen Wachstums und der Commerzbankblase?

Uninteressant. Die Krise hat vorbei zu sein, sie wurde unbequem. Lauschen wir nochmal dem Handelsblatt:

Die Wirtschaftskrise ist überwunden, die Konjunktur zieht wieder an, und vom Arbeitsmarkt hört man auch nur noch Gutes. Dass trotzdem keine Euphorie ausbricht, ist eigentlich verwunderlich, denn es gibt genügend Gründe optimistisch zu sein.

Es gibt auch gute Gründe, realistisch zu sein … jedenfalls wenn man dem Manager-Magazin glauben darf:

Viele Unternehmen rechneten allerdings mit Schwierigkeiten, neue Aufträge finanzieren zu können. Denn bei vielen Kreditverhandlungen kommen jetzt die Bilanzen des Krisenjahres 2009 auf den Tisch.

Aber wir haben das jetzt mal nicht gelesen, machen uns keine Gedanken darüber und jubeln weiter „AUFSCHWUNG! DEUTSCHLAND! MERKEL!“

Für die Deutschen selbst … noch ein Abschlußwort von der Börse – wieder Manager Magazin:

Die Rohstoffpreise ziehen an. Das ist nicht nur ein Thema für Spekulanten, sondern auch für Deutschlands Unternehmen. Zumal diese sich teilweise gar nicht gegen Preissteigerungen absichern können. Bayer und BASF etwa bereitet die Entwicklung Sorgen: Dabei geht es um Ölderivate wie auch um steigende Weizenpreise.

Auf Deutsch: das Leben wird teurer für die ohne Hotel.


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