Billiglöhne

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Arbeitnehmer: Von der Politik verkauft – Von Gewerkschaften verraten

Über Löhne für Arbeitnehmer, von den man (nicht) leben kann, war bereits mehrfach ein Thema im Nachrichtenspiegel, bleibt aber ein Dauerbrenner, schon deshalb weil die Arbeitgeber sich immer etwas neues einfallen lassen um ihren Profit gnadenlos zu erhöhen, zu Lasten von Arbeitnehmern. Möglich ist das geworden, weil  die Gewerkschaften  mit der Agenda 2010, gleich mit über den Tisch gezogen worden sind. Es gibt nicht mehr viele Arbeitnehmer, welche sich von den Gewerkschaften im Kampf für anständige Löhne vertreten fühlen. Heute nutzen die Arbeitgeber die Schwäche der Gewerkschaften aus, um ihre eigenen Modelle von Gewerkschaften zu installieren.

Da sind Gewerkschaften tätig, die „Tariflöhne“ abschließen, die dem Arbeitgeber gefallen, tolle Sache, solch ein Gewerkschaftsmodell. Und den Arbeitgeber gefällt das so gut, dass sie die „Mitgliederwerbung für solche Gewerkschaften“ gleich mit übernommen haben sollen, was natürlich durch die Arbeitgeber, beharrlich bestritten wird.

Gunter Smits von der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften Zeitarbeit, sagt zur Mitgliederwerbung durch Arbeitgeber: “ Es findet nicht statt“. Und zum Vorwurf  „ob es bei den Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften Zeitarbeit „Zwangsmitgliedschaften“ gäbe“, antwortete der Herr Smits mit „Nein“. Was soll er auch anderes sagen. Leiharbeiter, welche über solche Praktiken berichten, dass ihnen der „Mitgliedsbeitrag direkt vom Lohn, den sie erzielt haben abgezogen wird“, wird durch den Herrn Smits bestritten. Von den ARD Mitarbeitern, Thomas Dauser und Beate Klein darauf angesprochen, äußerte Smits vielsagend: „Ich kann Ihnen zu dieser Praxis hier keine Auskunft geben“. Überhaupt muss man feststellen, dass auf konkrete Fragen, wie „Bruttostundenlöhne von 4,80 – 4,88 Euro“, oder „Niedrigtarifverträge“, „Haustarifverträge“ , „Anzahl der Mitglieder solcher Gewerkschaften“, ist die Antwort auch klar und eindeutig: „Dazu gebe ich…. keine Auskunft“. Muss man auch nicht, jeder weiß doch, was abläuft bei den (u.a.) Christlicher Gewerkschaften. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Gewerkschaften allgemein dazu beigetragen haben, dass Exzesse auf den Arbeitsmarkt stattfinden können.

Prof. Peter Schüren, von der Universität Münster sagt deutlich was da abläuft: „Unter dem Deckmantel eines Tarifvertrages wird der Billigstlohn realisiert. Mehr nicht. Eine solche Vergütung kann eigentlich nur dann entstehen, wenn Arbeitgeberträume auf der Stelle erfüllt werden.“

Arbeitsklaven mit Billiglöhne, „Wir machen den Weg frei-Ihre Gewerkschaft“, ist doch toll, hat aber nichts mit gerechten Löhnen, Arbeitnehmerrechten zu tun und christlich kann man das wahrlich nicht nennen.

Es fällt ja heute schon nicht leicht, alle die Möglichkeiten aufzuzählen, wie Arbeitnehmer beschissen und ausgebeutet werden, möglich gemacht durch Schröder und Genossen. Jeder hat schon irgendwann mal was von Niedrigtarifverträge – Haustarifverträge – Werksverträgen gehört, vielleicht war der Eine, oder die Andere, davon betroffen und könnte darüber berichten. Und viele Arbeitnehmer müssen von Zeitarbeit und Leiharbeit mit Billiglohn leben. Ja sogar Tagelöhner gibt es in Deutschland mehr  als man glauben mag, was für eine „schöne neue Arbeitswelt“ in Deutschland.

Aber wie ich bereits erwähnte lassen sich Arbeitgeber immer was neues einfallen. Neben Zeitarbeit, Leiharbeit und Tagelöhner, gibt es noch das Modell von Arbeitsverträgen, die KRANKHEITSVERTRETUNGSANSTELLUNG, von den Arbeitgeber als befristet begründet ausgewiesen, ich konnte es gar nicht glauben, wenn ich einen solchen Arbeitsvertrag nicht selbst gesehen hätte. Dieses Arbeitsvertrag Modell wird von Arbeitgeber immer mehr genutzt, denn der „Arbeitsmarkt“ ist voll von Rechtlosen Arbeitnehmern, welche in solche Arbeitsverhältnisse, mit  „freundlicher Unterstützung durch die Behörden für Armut“, gezwungen werden, weil gut für die Arbeitslosenstatistik.

Und für Arbeitgeber bringen solche Arbeitsvertrags Modelle nur Vorteile, getreu nach dem Motto, heute angeheuert und morgen wieder gefeuert, ohne den Widerstand durch die Arbeitsklaven und Gewerkschaften zu befürchten. Und das dies so bleibt, dafür sorgen Beraterfirmen, welche die „Lohndrücker“ beraten und kümmern sich gerne um die „rechtssicheren Formulierungen“ von solchen Arbeitsvertrags Modellen, um den Rest kümmert sich die Politik, welche die „Rahmenbedingungen“ für solche Ausbeutungmodelle sicherstellt.

Denn die Politik meint ja bekanntlich, „SOZIAL IST WAS ARBEIT SCHAFFT“, billig, billiger, arbeiten für Lau. Für den Betroffenen Arbeitnehmer ist diese Entwicklung eine Katastrophe, ohne Hoffnung auf Änderung,  je wieder eine Arbeit zu finden, von der sie und ihre Familien leben können. Hinzu kommt die Angst von den Betroffenen welche ihren Alltag bestimmt. Hinzu kommt der Frust über die „Behörden für Armut“ die durch bürokratischen Auffand, bei der Bearbeitung von Anträgen auf Aufstockung der „Sklavenlöhne“, vielen den Rest an Lebensfreude nehmen.

Die Zukunft läßt wenig Hoffnung  und dürfte nicht all zu groß sein, dass diese Willkür auf dem Arbeitsmarkt beseitigt wird. Die Verrohung der Gesellschaft, die Missachtung der Würde des Menschen, scheint gesellschaftsfähig geworden zu sein. Der Mensch wird heute immer mehr an seiner Leistungsfähigkeit beurteilt, Schwache, Kranke und Alte sind Störfaktoren und sind in der globalen Welt allenfalls ein Kostenfaktor, der nach Möglichkeit so gering wie möglich gehalten werden muss. Es herrscht „Klassenkampf von oben“, mit dem Ziel, einer weiteren fortwährenden Machterweiterung des Kapitals, der Wirtschaft und weiteren Einschränkung der Rechte von Arbeitnehmern. Und das dieser Krieg  durch das Kapitals, der Gier und Wirtschaft gewonnen wird ist so unwahrscheinlich nicht, denn es gibt so gut wie keine Gegner mehr auf der anderen Seite. Schwache Gewerkschaften, Ausgebeutete und entrechtete Arbeitnehmer haben, so scheint mir, ihren Widerstand bereits aufgegeben, bzw. besitzen nicht mehr die Kraft, die Massen dazu zu bringen, sich zur Wehr zu setzen.

Blieben da noch die Schwachen, Kranke, Alte, die von der Politik, der Wirtschaft, Teilen der Gesellschaft und einen Teil der Medien umgangssprachlich als „Sozialschmarotzer“ genannt werden, welche keine Lobby haben. Sie dienen den Mächtigen als „propagantisches Kanonenfutter“, mit dem Ziel , dass die Gräben der Gesellschaft noch breiter und tiefer werden und um ihr handeln und tun zu rechtfertigen. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass die Mächtigen und die Wirtschaft ernsthaft Interesse daran hat, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Nein das ist nicht so, denn die benachteiligte der Gesellschaft sind der Garant für die Durchsetzung von Interessen der Wirtschaft, denn der „natürliche Feind des Kapitalismus“ ist eine starke und solidarische Gesellschaft.

Auch müssen die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft die durchaus existierende Sozialbewegung, in all ihren Formen nicht fürchten, weil diese in der derzeitigen Gesamtheit von der Gesellschaft kaum wahrgenommen wird, aber vor allem ist die Sozialbewegung, zerstritten und führen zum Teil „Krieg, schüren Missgunst“ gegen einander selbst. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich für diese Einschätzung heftiger Kritik ausgesetzt werde, aber ich komme zu keinen anderen Ergebnis. Und ich bin ehrlich, wenn es darum geht die Frage zu beantworten, wie man das ändern könnte, ich weiß es nicht. Vielleicht bei den anstehenden Wahlen der Partei die Stimme zu geben, welche eine gerechte Gesellschaft wichtiger ist als die Gier und Macht einzelner, aber welche Partei soll das sein, welche Partei steht für eine solche Gesellschaft? Wer hat die Kraft, die Möglichkeiten und den Mut den Kampf gegen Finanzmärkte und Wirtschaftbosse aufzunehmen? Zur Zeit reden uns alle Parteien ein, dass nur sie das könnten, wahrlich ein schlechter Witz.

Natürlich kann man zur Auffasung gelangen, dass es uns, gesehen an der wirtschaftlichen Situation von Menschen in anderen Staaten, noch gut geht. Mag so sein, aber es kann nicht das Ziel einer Gesellschaft sein, sich an der Armut und der Lebenssituation in anderen Staaten zu orientieren. Was mich nachdenklich stimmt ist die Aussage des chinesische Ministerpräsident Li Keqiang  in der Zusammenarbeit mit Deutschland von einem “ Traumpaar“ spricht. „Chinesische Verhältnisse“ für Arbeitnehmer in Deutschland, da wären die heutigen bestehenden Niedrigtarifverträge – Haustarifverträge – Werksverträgen- KRANKHEITSVERTRETUNGSANSTELLUNG – Arbeitsklaven mit Billiglöhne „das kleinere Übel“, ODER?

PS: Ich würde Euch noch kurz den Herrn Gunter Smits vorstellen:

 

 

 

 

 

 

 

JOBWUNDER – DU SOLLST NICHT LÜGEN UND STEHLEN

Wenn die Bundesagentur für Arbeit, wie jeden Monat, die Arbeitslosenzahlen bekannt gibt, dürfte wieder die Rede sein, vom deutschen Jobwunder. Die Arbeitslosenzahlen sinken von Monat zu Monat, so hört man aus Nürnberg. Fakt ist aber, dass zu einem großen Teil das Beschäftigungswunder auf einer Ausweitung des Niedriglohnsektors und unsicherer Beschäftigung beruht. Der Niedriglohnsektor ist dreimal so schnell gewachsen wie die Beschäftigung oberhalb der Niedriglohnschwelle.

Unter den sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten stieg die Anzahl der Niedriglöhner nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) von 2005 bis 2010 um 13,5 Prozent auf rund 4,278 Millionen. Die Zahl der besser Bezahlten stieg nur um 4,5 Prozent. Somit fanden 42 Prozent des Beschäftigungsaufbaus für reguläre Vollzeitjobs im Niedriglohnsektor statt (Quelle: fr- online).

Diese Tendenz ist auf eine gelungene Lobbyarbeit der Wirtschaft auf die Politik zurückzuführen. Die Wirtschaft und so mancher Politiker finden es eben gut wenn man eine schlecht bezahlte Arbeit hat, als gar KEINE.

Wenn einer lügt ist es eine Lüge – Wenn Alle lügen ist es Wahrheit.

Und weil das in Deutschland so gut funktioniert, ist es nur logisch, dass man den Sklavenmarkt auf den Rest der EU-Staaten überstülpen will, ganz im Sinne von Wirtschaft, Banken und Finanzmafia. Besonders gut funktionierte die Sklaverei, in der Geschichte, im alten Rom und vor allem auch in Griechenland. Und weil einige Länder in der EU eben so ihre schlechten Erfahrungen mit Sklaverei und Ausbeutung haben, ist der derzeitige Protest um zu verständlicher.

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