Bewußtsein

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Quantum effects underlie brain processes, produce consciousness – researcher

and now for something completely different…

Humanity has been searching for the seeds of consciousness for thousands of years. Dr Stuart Hameroff, anesthesiologist and director of the Center for Consciousness Studies, believes we might finally be on the path to finding them.

Das Bewußtsein schafft Realität – oder nicht?

Das Bewußtsein schafft Realität - oder nicht?

Dienstag. 18.3.2014. Eifel. Bin heute mal wieder hereingefallen – auf den Spiegel. Behauptet der doch, bei einem Talk von Günter Jauch sein von einer ehemaligen Justizministerin zwischen zwei Arten von Sozialschmarotzern unterschieden worden: den guten Millionären und den bösen Hartz IV-Empfängern. Wäre das so – es wäre in der Tat wieder ein Skandal. Leider war das eine Lüge. Die SPD-Frau hat nur darauf hingewiesen, dass der parasitäre Millionär wahrscheinlich im Gefängnis anders behandelt wird als der Hartz IV-Schwindler. So leicht kann man in die Irre geführt werden … und so leicht kann man mich dazu bringen, eine erbärmliche Talk-Show zu gucken. Natürlich werden Menschen aus dem Opfermilieu der Kranken, Alten, Ausgebrannten, mit Familie belasteten Untermenschen von denen, die noch nicht krank, alt, ausgebrannt oder mit Familie (pflegebedürftige Eltern oder Kinder) belastet sind, anders behandelt.

Erst gestern habe ich zu dem Thema eine E-Mail bekommen: eine Frau mit Vermittlungshemmnissen (was ich mal voraussetze, denn JEDER, der in Hartz IV landet, hat solche – sonst hätte er schon längst wieder eine Anstellung) will ihren Sohn besuchen – und dazu ihr Dorf verlassen. Dazu braucht sie – als per Willen der Regierung Ausgestoßene – eine Reisegenehmigung vom Jobcenter, einen Passierschein, sozusagen. Kehrt sie zurück in ihr kleines Paradies, muss sie sich persönlich bei der Behörde zurückmelden … wie Strafgefangene beim Bewährungshelfer.

Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Hoeneß und dem Rest der Welt: die Nicht-Millionäre stehen schon mit einem Bein im offenen Strafvollzug, nur weil sie normale Arbeitnehmer mit dem Risiko der Arbeitslosigkeit sind – und dieses Land nennt sich ernsthaft noch „demokratisch“.

Nun gibt es Menschen, die haben eine ganz hervorragende Idee gehabt, diese Idee im Kreise des Managementes diskutiert und viel Geld dafür bekommen, sie unters Volk zu bringen.

Die Idee war einfach: man schenkt dem Volk eine neue Philosophie – die US-Philosophie des „positiven Denkens“. Jeder kann es schaffen, jeder ist Millionär, jeder schafft mit der Kraft des eigenen Bewusstseins seine eigene Umgebung., seine eigene Realität, seine eigene Wirklichkeit. Nichts soll den neuen „Göttern des reinen Geistes“ unmöglich sein – so das Versprechen der Heilsbringer.

Die Reichen finden diese Philosophie klasse, zeigt doch ein Blick auf ihren Kontostand, dass sie wirklich zu den Auserwählten gehören, zu den Lieblingskindern ihres Gottes, ja, dass sie selbst zurecht die neuen Götter auf diesem Planeten sind, eine neue Spezies, die die alte zurecht verdrängt … und möglicherweise auch drastisch dezimieren wird, jenes unwerte Leben, das noch nicht mal richtig denken kann.

Und nebenbei hat diese Philosophie auch noch einen sehr angenehmen Nebeneffekt: anstatt nach möglichen Ursachen einer ungerechten Reichtumsverteilung zu schauen (purer Raub oder Betrug sind hier oft die einzigen Ursachen – auch wenn er vor langer Zeit geschah: der in Großbritannien zirkulierende Reichtum stammt auch heute immer noch aus den Taschen Millionen opiumsüchtiger Chinesen – wie auch der Reichtum Europas, auf den wir oft so stolz sind, noch aus den Kolonien stammt), schaut der Bürger nur noch auf sich und die Minderwertigkeit seines eigenen Denkens, seines Lebens und seines Seins – einer Minderwertigkeit, die sich zurecht in einer finanziellen Minderausstattung zeigt.

Man weist auch auf Erfolge hin – zum Beispiel in der Krebsbehandlung. Louise L. Hay ist da eine der führenden Autorinnen – geboren 1926, an Krebs erkrankt und immer noch lebendig, scheint sie in der Tat den Krebs überwunden zu haben … nur durch Änderung ihrer Gedanken. In Deutschland ist „Psychoonkologie“ zur Sterbebetreuung degradiert worden, man akzeptiert keine Zusammenhang zwischen der menschlichen Psyche und Krankheit- als Mann vom Fach kann ich garantieren, dass das die Pharmaindustrie auch nie zulassen würde: blühender Krebs ist ein Milliardengeschäft, das man sich nicht durch systematisierte „spontane Selbstheilung“ von Krebs kaputt machen läßt. Die „Spontanheilung“ bleibt so für die deutsche Medizin ein Wunder, das gelegentlich den Therapieplan versaut und Abrechnungsmöglichkeiten ruiniert … mit empfindlichen finanziellen Einbußen für den behandelnden Arzt.

Aufbauend auf die Theorien der Psychoimmunologie (die im Prinzip besagen, dass das Immunsystem durch die geistige Befindlichkeit des Menschen so weit gesteuert werden kann, dass es auch bösartigste Tumor in Nichts auflöst – ein interessanter Ansatz, der meinem Vater fünf Jahre Leben schenkte, während die Schulmedizin ihm noch drei Wochen gab … allein die Nebenwirkungen der Medikamente waren schon schwer zu ertragen) hat Frau Hay mit ihren Kameraden gleich ein neues Weltbild, eine neue Physik, eine neue Religion erschaffen: „gutes“ Denken erschafft ein „gutes“ Leben, „schlechtes“ Denken erschafft ein problematisches Leben.

Die Politik und die Konzerne jubeln. Sie bauen Mist – der Bürger hat Schuld.

Weltkrieg?

Schlecht gedacht.

Hugersnot?

Schlecht gedacht.

Weltwirtschaftskrise?

Schlecht gedacht.

Hartz IV?

Ein Anzeichen von Geisteskrankheit, völliger Lebensuntüchtigkeit aufgrund der gezielten Pflege unreiner Gedanken.

Genmais in Deutschland, Deutsche Soldaten in Afghanistan, NSA-Spione im Wohnzimmer, Weltkrieg durch Problem in der Ukraine, beständiges Absinken der Lebensqualität an allen Lebensbereichen?

Nun – die Antwort kennen Sie schon. Sie finden sie im Spiegel Ihres Badezimmers.

Andererseits … ist die Philosophie, die die USA hier weltweit vermarkten, schon länger bekannt – und findet möglicherweise Bestätigung in der modernen Quantenphysik, wobei ich hier an die Interpretation der Physik des Burkhard Heim durch Illobrand von Ludwiger denke: demnach gibt es zwölf Dimensionen (von denen sechs nur rein mathematisch notwendig sein sollen). Die ersten vier setze ich mal als bekannt voraus – sie bilden in ihrer Gesamtheit die Raumzeit, die unseren Lebensalltag bestimmt. In der fünften Dimension (entsprechend der Ideenlehre Platons) finden wir das Reich der Formen – hier ist der Mensch als einziges Wesen auf der Erde bewusst schöpferisch aktiv (was Computer niemals können werden), er bringt Formen in die Raumzeit, die es so vorher hier nicht gab (Autos, Flugzeuge, Schiffe – um nur ein paar zu nennen), in der sechsten Dimension hingegen finden wir eher „Geschichten“, also Lieder und Melodien, die die Art des Zusammenspiels der fünf Dimensionen bestimmen … so, wie es ältestes mythisches Denken der Menschheit schon immer behauptet hat.

Emanuel Swedenborg hat diese Kraft am Beispiel von „Engeln“ verdeutlicht, welche er im Jenseits beobachtet haben will: sie sind in der Lage, um sich herum Eigenrealitäten zu schaffen, in denen sie fünf- und sechsdimensionale Gegebenheiten selbst definieren können.

Und haben nicht Luther und Marx gezeigt, wie sehr ein paar Gedanken die Welt verändern …. und ihre Geschichte umschreiben können?

Verführerische Gedanken – mit dem Versprechen der Gottähnlichkeit und Unsterblichkeit versehen.

Und stimmt es nicht, dass für den einen das Glas halb voll ist – und für den anderen ist es halb leer?

Ja, das stimmt – aber die Bedeutung das Glases ändert nichts an seinem Inhalt: es bleibt halb leer und wird dem Körper deutlich weniger Flüssigkeit zur Verfügung stellen können, es als ein volles Glas täte – was dazu führt, dass er früher verdurstet, wenn er das Problem des Wasserverlustes nicht in den Griff bekommt.

Andererseits – wenn das Bewusstsein der deutschen Bevölkerung ihre Realität bestimmt, wenn mein Bewusstsein meine Realität bestimmt – warum kostet der Sprit dann nicht 10 Cent pro Liter und wird aus Wasserstoff gewonnen … um nur ein Beispiel zu nennen?

Nun – die Antwort ist klar: das Volk denkt falsch. Würde es richtig denken – der Traum vom Wassersprit wäre schon längst Realität.

Wie denkt man richtig?

Einfach auf die Promis schauen – wie bei Jauch: die sind alle reich und berühmt, als werden sie schon richtig denken: trotz unterschiedlichster politischer Positionen.

Nebenbei bemerkt: es ist eine Vorform des massenvernichtenden Faschismus, die wir hier wachsen sehen: von dem Ruf nach der Vernichtung des unwerten Lebens nur noch einen Schritt entfernt; der grauenhafte, jedes Mitleid und jede Nächstenliebe negierende Kampfbegriff „Sozialromantik“ entspringt direkt aus dem Herzen dieser Philosophie, die im Grunde ihres Herzens – aus ethischer Sicht – nur teuflisch und satanisch genannt werden kann oder – aus medizinischer Sicht – psychopathisch.

Über die Gründe der Spontanremissionen bösartiger Tumore können wir hier nicht urteilen – sollten uns aber beständig daran erinnern, dass es so etwas gibt … und das kaum jemand Geld dafür ausgibt, dieses Wunder der Natur zu erforschen – und das obwohl die Zahl der Krebstoten jährlich steigt.

Über die Gründe des Zustandes der ganzen Welt können wir aber schon urteilen – auch in diesem Kontext.

Darf ich nochmal daran erinnern?

In den letzten vierundzwanzig Stunden sind auf unserem Planeten 80000 Hektar Regenwald zerstört worden. Volle 13000 Tonnen giftiger Chemikalien wurden in unsere Umwelt entlassen. Mehr als 45 000 Menschen sind verhungert, davon 38000 Kinder. Und mehr als 130 Pflanzen- oder Tierarten sind durch menschliches Handeln ausgelöscht worden. (Ein Artensterben von diesen Ausmaßen fand zuletzt beim Untergang der Dinosaurier statt).

(Aus: Thom Hartmann, Unser ausgebrannter Planet, Riemann Verlag, 2000, Seite 23 – dort findet sich auch des Zitat des erfolgreichen Pazifikkriegers).

Natürlich kann ich positiv denken, „Reichtumsbewusstsein“ demonstrieren und sagen: aha – es sind also noch Arten da, die aussterben können – und Kinder, die verhungern können.

Natürlich sind alle diese Entwicklungen Folgen von Entscheidungen und somit Folgen von Gedanken – Folgen der Entscheidung von Menschen für ein Wirtschaftssystem, dass den an sich gesunden marktwirtschaftlichen Wirtschaftskreislauf in ein tödliches Haifischbecken verwandelt, in dem ein Vernichtungskampf aller gegen alle stattfindet … zugunsten einiger weniger, die Zeit und Muße haben, abends bei Jauch in gemütlicher Runde über die Welt zu philosophieren. Es sind bewusste Entscheidungen, zum Zwecke der Machtentfaltung Genpflanzen auf den Markt zu bringen, die Bauern für immer und ewig in die Abhängigkeit von Konzernen bringen – weil auch die so indirekt erzeugten resistenten Schädlinge das besonder Gift des Konzerns brauchen. Es ist eine bewusste Entscheidung, durch den Einsatz chemischer Massenvernichtungswaffen Krieg mit der Natur zu führen, anstatt harmonischere Wege zu erforschen, die viele Kleingärtner noch kennen.

Es sind auch bewusste Entscheidungen, die die Welt im März 2014 wieder an den Rand eines längst überwunden geglaubten nuklearen Armageddons führt.

Aber – jetzt sind wir irritiert?

Wie kann das gehen?

Es sind doch die Erfolgsmenschen (siehe: Kontostand!) mit dem „reinen Geist“, die die Entscheidungen treffen, die die Umwelt verseuchen, aus Arbeitlosen Strafgefangene machen, tägliches Massensterben von Kindern zugunsten goldener Wasserhähne im eigenen Bad billigend in Kauf nehmen und auch mit Hochdruck (siehe: Rüstungsausgaben) an der Vernichtung der gesamten Menschheit arbeiten. Wie kann ihr „reiner Geist“ solche Erfolge erzielen – obwohl sie doch durch ihre politische Macht (Gewehre), ihre wirtschaftliche Macht (Geld) und ihre wissenschaftliche Macht (Medien und Experten) ALLE Hebel in der Hand hätten, sich gegen die minderwertigen Übeldenker durchzusetzen?

Diese Frage … wird nicht gestellt.

Es geht ja auch niemand der Frage nach, warum die Spitzen der US-Gesellschaft so eigenartige magische Riten pflegen, siehe Prof. G. William Domhoff, Who rules America – wobei zu bemerken ist, dass jener Erforscher der Elitenkaste auch als Traumforscher bekannt ist uns sich somit auch auf ander Formen der Erforschung von Magie und Zauberei verlegt hat.

Magie und Zauberei?

Ja. Mit dem „positiven Denken“ sind wir mitten drin in der Welt magischen Wunschdenkens, in der Vorstellung, durch bloße Gedankenkraft (unterstützt durch Rituale, wie sie unter anderem die US-Elite jeden Sommer für zwei Wochen abhält – siehe Domhoff) die Wirklichkeit beherrschen zu können bzw. durch die Vorstellung, das arme, alte, kranke und ausgebrannte Menschen in Wirklichkeit nur schlechte Zauberer sind.

Überraschenderweise verlässt sich die führende Nation des positiven Denkens nicht allein auf die sorgenbefreienden Rituale des Bohemian Grove, Nuklearraketen, Nuklear-Träger und Atom-U-Boote sichern den Erfolg der Rituale gründlich ab.

Hätten die Armen dieser Welt ein solches Arsenal – ihr Kontostand sehe auch anders aus.

Und ja: da formt ein Geist die Welt. Der gleiche Geist formt aber auch … welch´ Überraschung – das Bewusstsein … von dem wir bislang annahmen, es forme nur selbst. Ganze Armeen von Unternehmensberatern, Entertainern, Experten, Wissenschaftlern, Journalisten und Publizisten sind minütlich dabei, dieses Bewusstsein, welches für alles verantwortlich sein soll, zu formen, damit es sich anders verhält, als es zu erwarten gewesen wäre anders, als es menschlich wäre.

Eine gezielte Umerziehung zum Unmenschentum, beginnend im Kindergarten.

Was nützt mir die Erkenntnis, dass das Bewusstsein die Realität verändern kann … wenn die „Mächte und Gewalten“ dieser Welt beständig mein Bewusstsein manipulieren?

Und warum tun dies diese „Erfolgsmenschen“ und „reinsten Denker“?

Vielleicht, weil die Herrschaft über das Bewusstsein der Bürger erfolgreich verhindert, dass diese Bürger ebenso erfolgreich werden wie man selbst? Immerhin: es ist nicht genug Geld auf der Welt vorhanden, um jeden zum Millionär zu machen. Der Egoist bemerkt das erst spät – wenn überhaupt – dem mündigen Weltbürger jedoch ist dies sofort klar: was ich mir Kraft meines Denkens zuviel an mich ziehe, fehlt den anderen. Machen das unendlich viele Menschen, sterben täglich 38000 Kinder.

„Positiv Denken“ schützt also noch nicht mal vor Massenmord an Kindern … wenn es nur dem eigenen Reichtum dient.

Kehren wir zurück zu unserer von dem üblen Schicksal der Arbeitslosigkeit gezeichneten Frau, die mit Hilfe ihres Denkens in der Lage sein soll, das Joch des Hausarrestes los zu werden. Was wäre … wenn die Regierung einfach den Hausarrest für Arbeitslose per Dekret aufheben würde? Könnte sie dann nicht frei und ungebunden reisen – unabhängig davon, wie sie gerade gedacht hat?

Was ist, wenn es im Universum auch „kranken“ Geist gibt? Psychopathisches Bewusstsein? Welche Realität würde dieses Bewusstsein schaffen … und, mal Hand aufs Herz: ähnelt unsere Gesellschaft mit ihrer Tendenz zur Massenvernichtung allen Lebens nicht dem Produkt eins sehr kranken wenn nicht sogar zutiefst bösen Geistes? Wäre das nicht eine plausible Erklärung dafür, dass wir – trotz aller Anstrengungen des 18. und 19. Jahrhunderts, möglichst gut, edel und gerecht zu denken auch in der Staatsform „Demokratie“ am Rande der Selbstvernichtung durch Krieg, Gift und Verteilungsungerechtigkeiten stehen?

Tja – da macht man die Kiste des „postiven Denkens“ auf … und auf einmal springt der Satan persönlich heraus.

Dabei waren wir uns doch sicher, dass er nicht existiert.

Braucht er auch nicht. Wenn die Elite der Gesellschaft – also jene Menschen, die an den Schalthebeln politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlich-medialer Macht sitzen – seinen Werten folgen, dann formt sich die Welt nach dem Willen des Antichristen – egal, ob es ihn gibt oder nicht.

Doch selbst wenn wir den modernen Zauberpredigern folgen wollen und als Menschen in der Tat in der Lage sein sollten, per gezieltem Zugriff auf den sechsdimensionalen Raum – wozu für fähig sein sollen – Realität zu gestalten … ändert das nichts an der Realität, dass es andere Denker gibt (mit hohem Kontostand), die ebenfalls der Wirklichkeit ihren Willen aufzwingen wollen und alles in ihrer Macht stehende tun, um uns unbewusst, dumm und blöd zu halten – weil sie unsere billige Arbeitskraft für die Erfüllung ihrer Träume brauchen.

Und darum kann unsere anfangs zitierte Frau so positiv denken, wie sie will: es gibt Menschen, die mit aller Macht dagegen denken.

Und das ist – jenseits aller Zauberei – das eigentliche Problem … das Problem, dass es ohne die großen Sozialschmarotzer die kleinen womöglich gar nicht geben würde – und das wir ohne ihre Machtausübung womöglich gar keine Zauberei bräuchten, um unser Leben glücklich und in Frieden zu leben.

Und selbst wenn Zauberei hülfe … die Herrenmenschen dieser Welt sind allemal geschickter darin, sie anzuwenden: siehe Kontostand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Angst vor der Krise!

Dienstag, 8.10.2013. Eifel. Ich gebe zu: ich bin ein Optimist - und was kaum einer ahnt: oft gut gelaunt. Manche machen sich schon Sorgen, wie ich mit all´ den dunklen Themen so zurechtkomme oder ob meine Psyche nicht darunter leidet, doch ich kann Euch beruhigen: meine Psyche soll nach Angaben von Fachleuten sehr stabil sein - im Streit um das Sorgerecht für meine Kinder wurde die gründlich durchleuchtet. Sicher gehen mir viele Dinge nahe - aber das ist Leben. Leben heißt vor allem: "erleben" - und auch wenn es trivial klingt: ohne Leid erhält das Leben keine Tiefe und der Charakter keine Kontur. Was jedoch die Zukunft der westlichen Zivilisation angeht: da kann ich mir keinen Optimismus leisten - das wäre eine Lüge. Ich sehe schlichtweg keine, weil die Probleme, die uns der Materialismus samt seinen "Wissenschaften" eingebrockt hat, so vielfältig sind, dass ich nicht wüßte, wie sie zu lösen sein sollten. Gifte in der Nahrung, Medikamente im Wasser, Abgase in der Luft, Gifte in Baumaterialien, Essgeschirr und Möbeln, ein auf Luft und eingebildetem Geld aufgebautes (und aufgebauschtes) Wirtschaftssystem, eine Führungskaste, die nur noch an sich selbst denkt und eine Bevölkerung, die "Reality-Dokus" für die höchste Form von Wirklichkeit hält: das sind nur ein paar jener Riesen, die unserer Zivilisation jederzeit die Vernichtung bringen können. Eine neue Dimension des Terrors der Ökonomie wird gerade in den USA erprobt: ein ganzer Staat macht dicht - mal schauen, was passiert.

Dienstag, 8.10.2013. Eifel. Ich gebe zu: ich bin ein Optimist – und was kaum einer ahnt: oft gut gelaunt. Manche machen sich schon Sorgen, wie ich mit all´ den dunklen Themen so zurechtkomme oder ob meine Psyche nicht darunter leidet, doch ich kann Euch beruhigen: meine Psyche soll nach Angaben von Fachleuten sehr stabil sein – im Streit um das Sorgerecht für meine Kinder wurde die gründlich durchleuchtet. Sicher gehen mir viele Dinge nahe – aber das ist Leben. Leben heißt vor allem: „erleben“ – und auch wenn es trivial klingt: ohne Leid erhält das Leben keine Tiefe und der Charakter keine Kontur. Was jedoch die Zukunft der westlichen Zivilisation angeht: da kann ich mir keinen Optimismus leisten – das wäre eine Lüge. Ich sehe schlichtweg keine, weil die Probleme, die uns der Materialismus samt seinen „Wissenschaften“ eingebrockt hat, so vielfältig sind, dass ich nicht wüßte, wie sie zu lösen sein sollten. Gifte in der Nahrung, Medikamente im Wasser, Abgase in der Luft, Gifte in Baumaterialien, Essgeschirr und Möbeln, ein auf Luft und eingebildetem Geld aufgebautes (und aufgebauschtes) Wirtschaftssystem, eine Führungskaste, die nur noch an sich selbst denkt und eine Bevölkerung, die „Reality-Dokus“ für die höchste Form von Wirklichkeit hält: das sind nur ein paar jener Riesen, die unserer Zivilisation jederzeit die Vernichtung bringen können. Eine neue Dimension des Terrors der Ökonomie wird gerade in den USA erprobt: ein ganzer Staat macht dicht – mal schauen, was passiert.

Die Bürger zahlen weiterhin ihre Steuern – aber die Leistungen werden einfach einbehalten. Das ist das Prinzip des sterbenden Kapitalismus, das Prinzip eines Sytems, dass ohne Betrug keinen Profit mehr machen kann: Cash ohne Gegenleistung ist die letzte Stufe der Renditegewinnung. Gestartet wurde das in Deutschland durch Hartz IV: weiterhin wird jahrzehntelang Arbeitslosenversicherung kassiert, doch Gegenleistung gibt es nur noch für ein paar Monate, dann greift man sich Haus, Auto und die Briefmarkensammlung. Ebenso im Aktienhandel: bezahlen für Schrott hat viele um ihre Altersversicherung gebracht. Auf die Lebensversicherungen signalisieren schon: eventuell wird´s nichts mit dem Geldsegen.

Bei luxuriösen Schlaraffenlandrenditen von 8-10% im Jahr bleibt einem auch nichts anderes übrig: wie soll man Kapital sonst in zehn – zwölf Jahren ohne Arbeit verdoppeln?

Ich denke, man kann ausrechnen, wann dieses System endgültig zu Ende geht – selbst ohne Klimakatastrophe, Weltkrieg oder Selbstmordgene von Monsanto.

Aber was weiß ich schon? Bei der Bundestagswahl habe ich mich auch verschätzt – ich hätte mit mehr Nichtwählern, weniger Stimmen für die CDU und mehr Stimmen für Kleinparteien gerechnet und lag damit voll daneben.

Meine Fähigkeit zum Irrtum ist mein größter Trost – und vielleicht irre ich mich ja bei der Betrachtung der Gegenwartswirren. Wäre toll – ich habe Kinder und das Leben ist schön.

Heute morgen fand ich auf der Facebookseite von  Nina Hagen ein Zitat von Rudi Dutschke:

„Es gilt erst mal, ein Bewußtsein des Mißstandes zu schaffen…Ein Dutschke will keine Antwort geben. Denn was soll es bedeuten, als einzelner Antworten zu geben, wenn die gesamtgesellschaftliche Bewußtlosigkeit bestehen bleibt? Die muß durchbrochen werden – dann können Antworten gegeben werden!“ 

Ein gruseliges Zitat, oder? „Gesamtgesellschaftliche Bewußtlosigkeit“ – so könnte man den momentanen politischen Zustand des Landes und seiner Bevölkerung gut beschreiben, aber während früher wenigstens die Langeweile auf die Straße trieb, wird der Bürger heute durch immer brillantere Bilder direkt im Zustand des Dauerkomas gehalten, fühlt sich super informiert und wird ausgeplündert wie nie zuvor seit der Geschichte der Bundesrepublik – seit Jahrzehnten schon … alles im Dienste einer Klasse, die „Zinsen“ für die einzige reale Arbeit hält, die sie zu leisten hat und den Rest des Volkes gerne zur entgeldlosen Zwangsarbeit verpflichten möchte, damit das auch so bleibt.

Es gibt aber nach wie vor Menschen, die lassen sich von der düsteren Perspektive nicht unterkriegen und sehen selbst in der größten Krise eine Chance. Einige von ihnen treffen sich jetzt in Österreich – zum Wirtschaftsforum Finanzkultur. Und was dort besprochen wird, macht Hoffnung, dass einige Menschen den Zustand der Bewußtlosigkeit hinter sich gelassen haben.

Mir gefällt besonders die Einladung zum Vortrag von Professor Berger:

Globalisierte Finanzmärkte haben das Tauschmittel Geld in ein Rauschmittel verwandelt und ersetzen Wertschöpfung durch Abschöpfung. Der Glaube, dass die Finanzmärkte ohne Einschränkungen walten und schalten sollten, hat die Wissenschaft, die Presse und die öffentliche Meinung erobert. Arbeitnehmer profitieren nicht mehr von dem Produktivitätszuwachs, den sie erarbeiten. Es sieht so aus, als befänden wir uns in einem Teufelskreis aus wirtschaftlichen Sachzwänge und globalen Abhängigkeiten. Aber es gibt es eine menschlichere Marktwirtschaft!

In wenigen Worten das ausgedrückt, was wirtschaftlich am Meisten drückt: Arbeit wird immer weniger Wert, aber Geld allein erntet keine Nahrung, baut keine Häuser und pflegt keine Menschen, denkt man den laufenden Prozess in die Ewigkeit weiter, so erwartet uns ein toter, zubetonierter Planet, dessen „Werte“ sicher auf der Festplatte eines Satelliten gespeichert sind. Vielleicht werden sogar noch neue Zahlen erfunden, um die Werte ausdrücken  zu können – und neue Märkte geschaffen, dass sich das Geld sogar in dem Banksatelliten noch vermehrt.

Das Forum präsentiert auch gelebte Alternativen zum bisherigen System: konkurrenzfähige Textilproduktion in Europa, Regionalgeld, werteorientiertes, soziales Bankenwesen – oder auch gleich ein ganz anderes Wirtschaftssystem siehe Paul J. Ettl:

Unser gegenwärtiges Wirtschaftsmodell misst den Erfolg von Firmen und den Erfolg des Staates in Geldwerten (Firmenbilanz und Bruttoinlandsprodukt). Entlassungen von Mitarbeitern in Firmen und Katastrophen wie ein Hochwasser erhöhen damit den wirtschaftlichen Erfolg. Aber ist das wirklich das , wofür wir arbeiten und wirtschaften? Das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie zeigt einen Weg, wie die Werte, die unser zwischenmenschliches Zusammenleben gelingen lassen, auch in der Wirtschaft gelebt, dargestellt und schließlich auch wirtschaftlich belohnt werden können.

Die Entlassung von Mitarbeitern ist stets ein sicheres Mittel, den Aktienkurs steigen zu lassen – aber wer traut sich schon noch, diesen Krieg der Wirtschaft gegen die Gemeinschaft offen zu beschreiben?

Na – besser ist ja auch: man würde ihn beenden und eine tragfähige Alternative schaffen.

Veranstaltungsort ist ein Gymnasium. Eintritt: 20 Euro. So etwas würde ich mir in jedem Gymnasium in Deutschland wünschen – aber scheinbar geht das nur in Österreich.

Vielleicht irre ich mich ja – und die Krise enthält doch eine große Chance. Wie man diese Chance mit desinteressiertem, bewusstlosen Pöbel wahrnehmen soll, erschließt sich mir nicht – aber vielleicht ist das Volk gar nicht so, wie es scheint, sondern meine Perspektive ist falsch.

Oder der Österreicher ist einfach kritischer und bewusster als der Deutsche, mehr Gestalter als Dulder.

Na ja – mal ehrlich: wir Deutschen haben uns doch sogar einen Diktator von dort geholt, noch nicht mal das hat das Volk der Biedermeierduckmäuser aus eigenen Reihen hinbekommen. Diesmal könnten wir uns doch mal ein paar positive Impulse von dort holen, anstatt die üblichen Lösungen zu praktizieren: einfach mal ein paar Aufmüpfige vergasen, erschießen oder verhungern lassen, schon läuft der Laden wieder. 

Doch doch – so etwas hört man in deutschen Mietskasernen wieder, eindrucksvolle Berichte dazu liegen der Redaktion vor und tragen zu meiner Einschätzung der Situation des Landes bei.

Leider.


 

 

 

Die kontrollierte Obsoleszenz des menschlichen Verstandes

Der Mensch wird immer dümmer.
behauptet der Entwicklungsbiologe Gerald Crabtree von der kalifornischen Stanford University. Als wir Menschen noch in Höhlen hausten, war die Intelligenz überlebenswichtig bei der Nahrungssuche, dem Kennen der Tierwelt und dem Einschätzen von Gefahren. Zudem war der gesunde Menschenverstand (GMV) massgeblich an der Entwicklung von Werkzeugen, sozialer Strukturen und dem Entstehen der menschlichen Zivilisation beteiligt. Heute hingegen wird der menschliche Intellekt nur noch selten als „Überlebenswerkzeug“ eingesetzt. Wir benutzen unsere Intelligenz hauptsächlich für das Zurechtfinden in der technisierten Welt, das Filtern von permanent empfangenen „kauf mich“-Botschaften oder das Agieren/Reagieren im sozialen Umfeld. Diese Verlagerung/Verdummung des GMV passierte nicht von selber, sondern hat Methode.
Der Begriff Obsoleszenz stammt aus dem lateinischen (obsolescere) und bedeutet sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren. Als der praktische Erfinder der geplanten Obsoleszenz gilt Alfred P. Sloan, welcher in den 1920er Jahren in seiner Funktion als GM-Präsident (General Motors) annuelle Konfigurationsänderungen und Veränderungen an Automobilen einführte und damit Kunden zum vorzeitigen Neukauf animierte. Ein weiteres Beispiel ist das Phoebuskartell. Dieses legte fest, dass Glühlampen eine Lebensdauer von maximal 1000 Betriebsstunden erreichen dürfen. Die ursprünglichen Glühbirnen hielten enorm lange, die Älteste der Welt beleuchtet seit 1901 nahezu ununterbrochen eine Feuerwache in Livermore (US-Bundesstaat Kalifornien). Eine solche Lebensdauer wäre bei vielen anderen Produkten auch möglich und technisch realisierbar.
Grundsätzlich ist gegen verschiedene Produktqualitäten nichts einzuwenden. Der Hobbybastler kauft sich eher selten eine Bohrmaschine für 500 Euro, sondern eine für die Hälfte des Preises oder noch weniger. Diese Maschine reicht völlig für seine Ansprüche aus und hält auch lange, da er sie nur sporadisch benutzt. Der Profi hingegen muss sich auf sein Werkzeug verlassen können, wenn es täglich im Einsatz ist. Er entscheidet sich daher eher für die teure Variante. In diesem Fall machen verschiedene produzierte Qualitätsstufen Sinn, wenn man beim Einkauf die Art, Dauer und Menge der Maschinenverwendung berücksichtigt und aufgrund dessen die Qualität des Produktes auswählt.

Ressourcenverschleudern für’s Prestige
Was bedeutet dies für die Umwelt. Nehmen wir als Beispiel die Handy’s respektive Smartphones. Jedes Jahr kommen neue Modelle auf den Markt ob man will oder nicht. Die Änderungen zu den Vorgängermodellen sind in der Regel minimal und verdienen das Prädikat „neu“ eigentlich gar nicht. Es sind keine innovativen, neuen Technologien vorhanden, sondern einzig diverse Abmessungen variieren im Millimeterbereich, neue Software ist installiert oder das Design hat sich minimal verändert. An den Grundfunktionen hat sich aber nichts getan. Man kann immer noch „nur“ telefonieren, surfen, terminieren, notieren, fotografieren und Daten austauschen. Das konnte man schon vor fünf Jahren. Aber zwischenzeitlich hat man das Gerät jährlich gewechselt, das Fünffache an Ressourcen verschleudert und genauso viel Müll produziert. Dafür glaubt man eine neue technologische Errungenschaft in den Händen zu halten, dabei kann man immer noch nicht mehr mit dem Teil machen wie vor fünf Jahren. Einzig die Anzahl respektive Verfügbarkeit der sogenannten „Apps“ hat sich vervielfacht und bieten Dienste an, die aus normal denkenden,
erwachsenen Menschen schnell verdaddelte, vorpupertäre Teenager machen, die gerne ihr Selbstwertgefühl und Sozialkompetenz anhand der Anzahl Apps auf ihrem Smartphone definieren.

Faulheit als Marketingstrategie
Hier zeigt sich das wahre Ausmass der menschlichen Verblödungstaktik. Der Verbraucher glaubt heute immer noch, wenn auf der Packung „neu“ steht, dass dieses Produkt wirklich neu oder sonst was ist. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es keine Werbung mehr. Würde jeder Konsument seinen Einkauf nach ökologischen Kriterien durchführen und den normalen gesunden Menschenverstand bei der Produkteauswahl gebrauchen, wären Marktstrategen und Werbeindustrie machtlos. Aber sie können sich auf eine menschliche Eigenschaft berufen, die ihnen seit je her immer wieder neue Konsumenten zuschanzt – die menschliche Faulheit. Sie ist die ältere Schwester der Bequemlichkeit und begleitet uns seit Menschengedenken durch unser (Konsum)verhalten. Faulheit ist grundsätzlich nützlich. Unsere Urahnen mit Keulen und Lendenschurz wussten schon mit Hilfe von Faulheit ihre überlebenswichtigen, körperlichen Ressourcen zu schützen. Sie wollten sich nicht unnötigerweise vorzeitig, aufgrund sinnloser Aktivitäten zuvor, auf neue Nahrungssuche begeben und somit neuer Gefahren aussetzen. Also blieben sie so gut es ging inaktiv und schonten ihre Kräfte, wenn der Magen voll war. Diese ressourcenschonende Eigenschaft der Faulheit wird in der heutigen industriellen Welt fast vollständig ignoriert. Ergänzend bleibt zu erwähnen, dass physische Untätigkeit nicht gleichbedeutend mit psychischer Inaktivität ist. Ein bekannter Spruch lautet: Faulheit ist die Quelle grossartiger Ideen. Leider wird dies allzu oft übersehen.
Die jüngere Schwester der Faulheit, Namens Bequemlichkeit, verleitet uns manchmal zu sonderbaren Kaufentscheiden. Sehr viele (sinnlose) Produkte zielen darauf ab, uns das Leben einfacher zu machen. Oberflächlich betrachtet mag das stimmen. Schaut man aber den ganzen energietechnischen Aufwand/Prozess eines Produktes an, angefangen bei der Rohstoffförderung, der Herstellung, der Vermarktung und Verteilung, dem Aufwand des Konsumenten das Produkt zu erwerben, das heisst, er musste Arbeitsleistung erbringen um Geld zu verdienen, damit er es sich leisten kann, bis hin zum eventuell benötigten Unterhalt des Artikels, dann schneiden etliche Produkte in der Energiebilanz über Aufwand und Ertrag sehr schlecht ab. Am Ende der Artikellebensdauer wird das (defekte) Produkt weggeschmissen. Dadurch wächst das Müllvolumen und der rohstoffliche Energiewert geht verloren, sofern er nicht einem sinnvollen Recyclingsystem zugeführt wird. Hier kann sich jeder Fragen, ist der energietechnische Aufwand für, zum Beispiel, einen elektrischen Büchsenöffner gerechtfertigt, bei einer Person mit zwei gesunden Händen?
Sollte dieses Gerät als Erleichterung im Leben eines gesunden Menschen angesehen werden, dann ist Leichtgläubigkeit ein ideales Fundament für das Haus der Dekadenz. Als Dach bekommt die Hütte noch ein überbordendes Konstrukt aus Labilität wobei jeder einzelne Dachziegel für mindestens eine erfolgreiche Manipulation der Erzeugnishersteller steht. Es ist erwiesen, dass der Endkonsument über 90% seiner Produkte aufgrund einer Werbe-Botschaft kauft. Sei es Mund-zu-Mund-Propaganda oder die herkömmliche Werbeberieselung. Das gilt auch für Produkte, die schon jahrelang erworben und somit bald als „eigene Entscheidung“ betrachtet werden. Aber das stimmt so nicht. Irgendwann, vor Jahren, vernahm der Konsument eine Botschaft, die ihn zum Kauf animierte oder später animieren wird. Jeder, der zum ersten Mal eine eigene Wohnung bezogen hat und vor dem ersten „Haushaltseinkauf“ stand, orientierte sich an  Produkten, die er bei den Eltern kennen lernte und die nächste Generation orientiert sich an deren Eltern undsoweiter undsoweiter. Willkommen in der Markenbindung für’s Leben.
Bedient wird der „Faulzeit-Konsument“ mit den Grossverteilern und Handelsketten. Dort wird man durch alle Erwerbsmöglichkeiten suggeriert und hat am Ende weniger Geld als gerechnet und mehr Artikel als geplant. Das passiert im “Laden um die Ecke“ nicht oder eher selten. Die Preise sind dort oft höher und die Auswahl kleiner. Dafür stammen die Produkte meist aus der Region, haben dadurch kleine Transportwege, der persönliche Kontakt im Laden ist intensiver und man bekommt viel eher die Möglichkeit für den einen oder anderen „Sonderwunsch“. Zudem wird man nicht permanent dem penetranten Dauerwerbebombardement der Supermärkte ausgesetzt, das ziemlich nerven kann. Die kleinen Läden haben höchstens mal farbige Preisetiketten. Hier kauft man viel bewusster ein und hat schlussendlich, energetisch gesehen, die Umwelt sowie das Portemonnaie mit weniger Rohstoffbedarf belastet. Bewusster Konsum ist Arbeit und erfordert Zeit, aber der Gewinn von Lebensqualität gleicht den Einsatz mehr als aus.

Staatsreligion: Materialismus
Ein weiterer Aspekt der Verstandes-Obseleszenz ist die gesellschaftliche Hörigkeit an Prestige und Materialismus. Wie hoch wird der gesunde Menschenverstand bei einer Person bewertet, wenn diese tage- und nächtelang vor einem Shop ausharrt, um einer der Ersten zu sein, die ein neues Produkt erwerben können. Wie hoch ist die Hörigkeit an Materialismus in dieser Person? Jeder hat seine eigenen Dinge, auf die er „wert“ legt. Diese mal öfters zu hinterfragen, ob sie wirklich für das eigene Wohlbefinden nötig und ökologisch wie ökonomisch überhaupt sinnvoll sind, ist eine erfolgreiche Möglichkeit, die Geldbörse, die Umwelt und zuletzt schliesslich sich selbst zu schonen/schützen.
Die Strategen des freien Handels verfolgen mittlerweile ein neues Ziel. Es dauert den Herstellern zu lange und verhindert Umsatz, wenn ein Konsument Geld spart um sich etwas leisten zu können. Geld sparen bedeutet Zahlungsmittel zu horten, respektive eine gewisse Zeit aus dem Markt zu nehmen. Ein potentieller Kunde der kein Geld ausgibt ist ein schlechter Kunde. Also verbrüderten sich die Hersteller noch enger mit den Geldinstituten mit dem Ziel, den Konsumenten früher als sonst zum Kaufen zu animieren. Dies haben sie erfolgreich durchgesetzt. Jetzt kann man die meisten Artikel sofort haben und bezahlt diese erst später. Zwei Fliegen mit einer Klatsche. Einerseits können die Hersteller momentan mehr Produkte verkaufen, weil sie nicht mehr warten müssen bis der Kunde das Geld zusammen gespart hat und andrerseits begibt sich der Endkonsument in die Abhängigkeit der Banken, indem er sich bei ihnen verschuldet. Als „Verdienst-Sahnehäubchen“ können noch zum Kaufpreis die Zinsen, Ratenzahlungsgebühr, Verwaltungskosten und ähnliche Geldbeschaffungs-massnahmen verrechnet werden. So verteuert sich das Wunschobjekt bis zu 30% des ursprünglichen Preises. Dem Kunden wird aber suggeriert, er kauft z.B. einen Fernseher für 99.99 Euro pro Monat. Dass der Konsument dies bis zu 48 Mal machen muss ist ihm meist nicht richtig bewusst. Zeit kann sich der Mensch nicht vorstellen, höchstens spüren anhand der inneren Uhr. Er kann sie sonst nur messen und berechnen. Daher sind sich die meisten gar nicht bewusst was es heisst, sich für viele Jahre einer oder mehreren Banken auszuliefern. Man sieht nur die 99.99 Euro. Solange alles gut geht und man regelmässig bezahlt hat man seine Ruhe und die Bank kann reale Werte abschöpfen. Zahlt man nicht mehr, werden Konsequenzen möglich, wie sie zur Zeit in Spanien an der Tagesordnung sind – ca. 500 Zwangsräumungen…täglich. Also auch hier stellt sich die Frage, ist es nötig, sich mit
dem neuen Fernseher oder sonst was auf Jahre zu verschulden und somit ein Stück Freiheit abzugeben? Für ein Gerät, das vermutlich nicht mal die 48 Monate durchhält?
Leider hat auch hier die kontrollierte Obsoleszenz des Verstandes schon erschreckende Ausmasse erreicht und es werden mehr Krediteinkäufe getätigt, als sich der Mensch leisten kann. Würde hier der gesunde Menschenverstand gute Arbeit leisten können, wären die Banken sehr schnell, sehr viele „Kunden“ los. Aber die Dauerberieselung trägt Früchte und der Konsument braucht immer weniger seinen Verstand zum Einkaufen. Hier kommt wieder die Faulheit oder Bequemlichkeit ins Spiel. Er lässt sich viele Entscheidungen abnehmen, weil es auf Dauer einfach zu mühsam, schlicht unmöglich ist, sich ständig gegen das Angebotsbombardement zu wehren. Zahlen Sie bar oder mit Kreditkarte?

Soziale Obsoleszenz
Der Mensch ist von Natur aus ein mitfühlendes, sensibles Wesen. Aber in der suggestiven Medienwelt wird oft das Gegenteil gezeigt. Jeden Abend werden Menschen in gewaltverherrlichenden Szenen dargestellt. Dies wird gesellschaftlich als „Unterhaltung“ angesehen. Auch wenn im Fernsehen alles (meistens) gestellt ist, so ist die Symbolik des Tötens gleichbedeutend mit dem echten Töten. Das Gehirn kann nach 12 Minuten nicht mehr unterscheiden, ob eine Szene echt oder gestellt war. Nur der Verstand kann dies noch. Also ist die synaptische Verbindung einer „Tötungserinnerung“ vorhanden und wird, zum Glück in den meisten Fällen, vom Verstand verwaltet. Wenn viele solcher Verbindungen, aufgrund regelmässigen Gewaltkonsums, entstanden sind, färbt das automatisch auf die Persönlichkeit ab und man sieht die Gewalt immer mehr als „normal“ an. Wenn der GMV sozial verträglich arbeitet, wird der Gewaltkonsum nicht lebensbestimmend oder bedrohlich für das Umfeld. Doch leider hört man immer wieder von tragischen Ereignissen, bei denen der GMV scheinbar nicht mehr „normal“ funktioniert. Bei einem Mörder muss im Vorfeld seiner Tat die persönliche Hemmschwelle für Gewalt entsprechend heruntergesetzt worden sein. Wann, wo und wie lässt sich meist nur mit intensiver Persönlichkeitsarbeit ermitteln.
Das Phänomen der gesellschaftlichen Verrohung entstand nicht einfach so. Viele Staaten hatten seit Generationen keinen Krieg im eigenen Land. Die ältere, kriegserfahrene Generation stirbt langsam aus, was einen hohen Verlust an sozialer Kompetenz und Erfahrung darstellt. Ein Kriegsveteran wird eher kein Computerspiel benutzen, bei dem er in fast fotorealistischer Umgebung, an identischen Schauplätzen seiner Einsätze die Grausamkeiten eines Krieges nachspielen kann. Auch andere Menschen, die Gewalt persönlich in irgendeiner Form erlebt haben werden kaum etwas Mediales konsumieren, welches sie an das Erlebte erinnert. Die jungen Generationen haben keinen Krieg erlebt und kennen diesen höchstens virtuell aus Nachrichten und Computerspielen. Es ist also kein echter Realitätsbezug/Erfahrung vorhanden, der den Gewaltkonsumenten schützen könnte. So „amüsiert“ er sich in virtuellen Kriegsschauplätzen oder sonstige Metzeleien und hat immer weniger moralische Bedenken in seinem Tun.
Die Gewaltpropagierung durch die Medien hat die Konsumenten schon entsprechend dorthin manipuliert, wo sie sie haben wollen. Das Ausweiden eines Menschen wird mit einer Packung Popcorn genossen und beim Anblick nackter Brüste schickt man die Kinder auf’s Zimmer.
Wenn ein Geschlechtsteil auf der Mattscheibe zu erkennen ist, schlagen die Wogen hoch und alle Welt ist entrüstet. Haben diese Menschen vergessen, dass gewisse Körperteile dazu da sind, freudige Gefühle zu empfinden und Leben zu schaffen. Man spricht nicht umsonst von fast einem göttlichen Akt. Das ist die eigentliche Natur des Menschen. Nicht das Töten.
Das Verwenden von Gewalt zum Erreichen seiner Ziele ist wieder gesellschaftsfähig geworden. Dies wird politisch schon lange praktiziert und im Sport symbolisch wie auch tätlich eingesetzt. Man schaue sich Boxen, Fussball, Eishockey usw. an. Würden die Massenmedien nur auf das Positive der Menschen reagieren, wäre die gesellschaftliche Hemmschwelle für den „legitimen“ Einsatz von Gewalt deutlich höher. Kein Staatsmann könnte noch einen Krieg anzetteln – keiner ginge hin. Aber auch hier trägt die Dauerberieselung von Gewalt Früchte und der Einzelne verliert immer mehr die Anteilnahme und Mitgefühl zu seinen Mitmenschen. Die Kriegs- und Gewaltbereitschaft steigt, was den Verteidigungsministern viele neue Rekruten verspricht. Zudem schürt das permanente Ausstrahlen von Gewalt die Angst. Unsichere Menschen sind leichter manipulierbar. Profiteure der „Bevölkerungsangst“ sind die Versicherungen, Banken, Rüstungs- und Sicherheitsindustrie, Politiker mit ihren Wahlversprechungen und schlussendlich die staatlichen Gewaltorgane wie Militär, Polizei und Geheimdienste. Man sieht, dass die Gewaltverherrlichung in den Medien durchaus Ziele verfolgt, wie Macht- und Konsumsteuerung, und deshalb nicht dem Zufall überlassen wird.
Wie weit die soziale Obsoleszenz bei einem fortgeschritten ist, kann jeder ganz einfach selbst überprüfen: Wann haben Sie zum letzten Mal aus reiner Selbstlosigkeit etwas Gutes getan?

Und nun die Wettervorhersage…
Das moralische Hochdruckgebiet der menschlichen Gesellschaft verlagert sich langsam und macht einem grossen obsoleten Tief Platz, dass vermutlich in der nächsten Zeit wetterbestimmend sein wird. Dies kann zu lokalen Entladungen führen in Form von sintflutartigen Wutausbrüchen des Volkes, welche die betroffenen Behörden in den Regionen schnell an ihre Leistungskapazität bringen werden. Die Bevölkerung ist aufgerufen Ruhe zu bewahren und mit Hilfe des GMV wieder Ordnung und Normalität in den betroffenen Gebieten herzustellen. Alle Nichtbetroffenen werden gebeten sich solidarisch zu zeigen, indem sie ihren Mitmenschen Güte und Mitgefühl schenken. Mit diesen Massnahmen sollte die obsolete Schlechtwetterfront nur geringe gesellschaftliche Schäden anrichten können. Zusätzlich ist jeder Einzelne für eine zukünftige Sturmfront besser gewappnet.

Mit Dank an Zigorio.

Vampire und Zombies

Manchmal beschreitet man seltsame Wege, angestoßen durch Dinge, die man sich nicht erklären kann.

Eines, was mich angestoßen hatte, war die Angst eines Schulfreundes vor Vampiren. Nicht, das er an sie „geglaubt“ hätte, wir man heute neudeutsch so schön formuliert, ohne etwas damit auszusagen.

Nein … er hat sich nur vor ihnen gefürchtet. Sehr sogar. Was wäre wenn … so sein Standpunkt.

Und ich … überhaupt nicht. Auch nicht: wenn … Und so fragte ich mich: warum ist das so.

Wollte mich aber nicht mit seichten Sprüchen zufrieden geben, sondern wie gehabt der Sache soweit auf den Grund gehen, das mich die Erkärung auch wirklich zufrieden stellt.

Hätte ich vielleicht lassen sollen, denn es wurde ein sehr weiter Weg.

Zum erstenmal fündig wurde ich bei einer psychologischen Analyse des Schauerromans „Dracula“ Stoker.
Dort wurde die Wirkung jenes rein künstlich konstruierten Vampirbildes gesellschaftskritisch analysiert.

Einsamer Graf, klaut Frauen, tötet Kinder zum Spaß, Blutsauger, unheimlich, kultiviert … das war keine neue Erfahrung für die Menschen. Hunderte ihre Vorfahren hatten tagtäglich Erfahrungen mit „Adel“ gemacht … und Graf Dracula konzentrierte diese Erfahrungen als … „Angstbild“. Darum wurde er so erfolgreich, weil er auf einer „emotionalen Ebene“ „echt“ war.

Auf der gleichen Ebene, auf der auch Märchen wirken und therapeutisch mit großem Erfolg eingesetzt werden können … u.a. um Kinder von chronischen Alpträumen zu befreien.

Hach … fand ich das spannend. Mythen als Spiegelbilder seelischer Prozesse und gesellschaftlicher Mächte, die Angst erzeugen…..aber durch die Realisierung als Bild auch bewältigbar wurden.

Forschte weiter, betrat ein wunderbares … und auf der psychischen Ebene völlig reales Universum.

Moderne Mythen wurden mein liebstes Hobby. Und die alten dann auch.

Bis der Tag kam, da wurden die ältesten Flüche der babylonischen Göttin Ereschkigal war: die Toten stiegen aus den Gräbern und fraßen die Lebenden … und zudem sah ich mich wieder mit den chronischen Alpträumen meiner Kindheit konfrontiert.

Auf einmal gab es … Zombies. Nicht die blöd glotzenden dienstbeflissenen untotsklaven haitianischer Plantagenbesitzer … sondern eine ganz neue Qualtität an Mythenbildern eroberte die Welt.

Und anders als andere Versuche (die, wie der „Blob“, kläglich gescheitert sind) wurden sie … adaptiert.

Akzepitiert.

Heerscharen zerfallender, toter, häßlicher Menschen in normaler Alltagskleidung zogen eine blutige Spur durch Literatur und über Leindwände. Die Menschen schienen gar nicht genug von ihnen bekommen zu können.

George R. Romero, der „Erfinder“ jenes Horrors, gestand einmal, wann er denn das erstemal die Idee dazu hatte:

In einem Einkaufszentrum, als er gemütlich Kaffee trinkend dem Volk beim „shoppen“ zusah. Da liefen vor seinem geistigen Auge das erste Mal diese Bilder ab, die er dann auf die Leinwand brachte. Er brauchte sie nur noch äußerlich in einen Zustand zu versetzen, in dem sie sich innerlich schon längst befanden.

Der französische Zeichner Gaza hat sich daran angeschlossen … seine Zombies strömten aus den Wohnungen, als versehentlich einmal der Fernseher ausfiel. Sein Held wurde im letzten Moment gerettet, als
die Kisten wieder ansprangen und die Horden zurück zu ihrem Gott schlurften, der dann doch wieder ihr leeres Hirn mit Bildern füllen konnte.

Gaza und Romero fielen mir spontan ein, als ich dachte … was wird wohl diese Krise, die Köhler beschrieb, mit den Menschen anstellen, deren größtes Interesse bislang darin bestand, wer der nächste Superstar ist und was wohl bei Gottschalk passiert.

Zombies?

Diktatur der Bedürfnisse

Weil´s gerade so schön in die Reihe paßt, noch eine Diktatur: die Diktatur der Bedürfnisse.

Sie ist noch relativ neu in diese in die Welt gekommen, als die Konzerne vor allem eins brauchten:
zahlende Kunden.

Diesen Kunden mußte man einreden, das das ganz natürlich sei, wie sie dort durchs Leben gejagt wurden, sonst hätte man ihnen nicht soviel verkaufen können.

Obwohl der Philosoph Simmel schon früher die Folgen der „Urbanisierung des Bewußtseins“ erkannte und vor den notwendigen psychischen Folgen warnte, ignorierte Maslow dies erstmal vollkommen (eine übliche Vorgehensweise bei Psychologen, sich außerhalb der Philosophie zu bewegen, obwohl sie vollständig mit irgendeiner … meisten unreflektierten … Philosophie verbandelt sind) und baute seine allseits bekannte Bedürfnispyramide auf, mit deren Hilfe uns nun seit einigen jahrzehnten diktiert wird, was wir brauchen und was nicht.

Gut – es gibt ein paar Sachen, ohne die fällt man tot um. Essen, Trinken, Schlafen, Wärme. Sex nicht.
Auch wenn´s manch einem Mann so vorkommt – Sexabstinenz ist nicht tödlich. Für manche Lebensentwürfe ist es sogar notwendig, dieses Bedürfnis einfach auszulöschen. Und das geht.

Freiheit … ist ein schönes Schlagwort, doch wenn der „feste Arbeitsplatz“ schon in der nächsten Bedürfnisstufe unverzichtbar wird, ist es essig mit der Freiheit – es sei denn, „Arbeit macht frei“.
Tut sie aber meistens nicht.

Sicherheit, Recht und Ordnung, Absicherung, Schutz vor Gefahren folgen nach. Die polizeilich streng observierte Mietskaserne als menschliches Paradies? Wurde das schon mal mit einem Wikinger diskutiert, der sich in seiner Nußschale auf den endlosen Ozean gewagt hat? Oder mit einem Astronauten? Was würde Ganhi dazu sagen? Mutter Theresa? Albert Schweitzer? Wie gut, das die Maslow nicht kannten. Che Guevarra hätte wahrscheinlich sofort geschossen, wenn man ihm das um die Ohren gehauen hätte.

Soziale Beziehungen – die nächste Stufe. Wieder Werte, die in Käfighaltung prima verwirklicht werden können: Familie, Partner, Liebe, Freunde, Intimität, Kommunikation. Also … ich kenne Mönche, die werden ohne dies glücklich. Aber wieder ein Plädoyer für die Mietskaserne … Intimität und Kommunikation kann man dort kaum entkommen, fällt mal eine Flasche um, dann hört´s man´s gleich drei Wohnungen weiter.
Das folgende Gemecker der Nachbarn auch.

Soziale Wertschätzung – Anerkennung, Lob, Geld, Einfluß … all das, was andere als EGO-Problem minimieren wollen, weil es dem Wohlbefinden massiv entgegensteht. Das schon mal mit einem Einsiedler diskutiert? Mit jemandem, der sein Leben der Erforschung von Gorillas widmet, dem Studium gnostischer Mystik oder der Sammlung von UFO-Sichtungen? Ach ja, nach Wikipedia kommt jetzt auch mentale und körperliche Stärke ins Spiel … nur ein Stadtbewohner kann es sich erlauben, so lange darauf zu verzichten. Das blöde schwache Landei wäre jetzt schon längst tot. Verhungert.

Selbstverwirklichung – die letzte und höchste Stufe angewandter Egomanie. Individualität, Perfektion, Talententfaltung, Erleuchtung (???).

Ich weiß nicht, wie lang letztendlich die Liste der Kulturen werden würde, die mit diesen Bedürfnissen nichts anfangen könnten und trotzdem glücklich waren … zu lang auf jeden Fall für einen Blog.

Seltsamerweise findet man zur Urbanisierung des Bewußtseins (einen künstlich gezüchteten Zustand mit künstlich gezüchteten Bedürfnissen) so gut wir gar nichts im Netz … Maslow wird hingegen massiv gefördert. Nun … würde man sich künstlich gezüchteter Bedürfnisse bewußt werden, könnte man sie ihrer leicht entledigen. Das würde manchen Konzern auch ohne Bankenkrise bankrott gehen lassen.

Und dann gibt es einen Herrn Frankl (mitlerweile von den Psychologen auch mit Maslow zusammen zur humanistischen Psychologie gezählt), der im Konzentrationslager lebt und dort etwas findet, was ihn über die Maslow´schen Bedürfnisse weit hinaus hebt: Sinn.

Hat das Leben einen Sinn, wird der Rest nebensächlich.

Hat es keins … kann Maslow einen lebenslänglich beschäftigen, danach zu suchen. Und dazu motivieren, viel Unsinn anzustellen und zu erleben.

In Zeiten knapperer Ressourcen (Umwelt, Geld, Menschlichkeit) scheint es mir hilfreich, sich darauf zu besinnen, was für einen selbst wirklich wichtig ist.

Und einen Punkt zu finden, der mehr gibt, als Maslow zugestehen wollte (obwohl er sich ständig drumherum dreht): Geborgenheit. Und die kann nicht mit noch so großem Aufwand künstlich konstruiert werden.

Die findet der Einsiedler in der Natur, der Mönch in seiner Zelle, der sinnenfreudige Mensch bei dionysischen Festen, der Bauer auf dem Feld, der Idealist im Gedanken … hält über all da, wo man Liebe erfahren und erleben kann.

Aber „Liebe“ ist auch so ein Begriff, den man in unserer Zeit eigentlich gar nicht mehr verwenden darf, weil er mißbraucht, vergewaltigt, beschmutzt und entwertet worden ist.

Aber … so früh am Morgen fällt mir kein anderer ein.

Vielleicht … versteht man´s trotzdem.

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