Behördenirrsinn

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Von politischen Narren in Sachsen im Speziellen und Behördenirrsinn im Besonderen

Ach was war das für ein Monat August, der Sommer ist weitgehend ausgefallen und auch sonst gäbe es nichts, was es wert wäre, darüber zu berichten. Über Schuldenkrise, Euro-Rettung und andere wichtige politische Themen mag ich nicht reden, weil ich das ALLES nicht „mehr hören kann“ und auch bei intensiven nachdenken nicht mehr verstehe. Was mich tröstet ist, dass es unseren höchsten Volksvertreter auch so zu gehen scheint.
Gut das es noch Politiker und Behörden gibt, deren Arbeit auch der „letzte Hauptschüler“ beurteilen kann, bei uns in Sachsen jedenfalls. Und davon gab es im Monat August so EINIGE, welche getroffen, oder bekannt worden, über welche ich Euch heute berichten möchte. Sie handelt von Narren im Sächsischen Landtag und Kommunalpolitkern der Stadt Dresden, von Behördenirrsinn auf breiter Front.  Beginnen möchte ich mit unseren Landespolitikern, welche sich im Parlament eine sinnlose Schlacht mit „kleinen Anfragen“ liefern.

Ausgangspunkt für dieses Kasperletheater war eine Politikerin von den Grünen, welche 120 „kleine Anfragen“ zu einer relativ unbedeutenden Mülldeponie stellte, was den Steuerzahler letztlich 95000 EURO kostete.

Offensichtlich, war das Ansporn für den FDP Politiker und Abgeordneten Tino Günther eben auch mal sich mit „kleinen Anfragen“ zu Wort zu melden. Er stellte dann gleich mal 12 „kleine Anfragen“ und vier Einzelfragen u.a. verlangte er Auskunft wie SCHULEN, KRANKENHÄUSER, TALSPERREN, vor FLUGZEUGABSTÜRZEN geschützt seien (hatte wohl den 11.September im Kopf).

Diese „sinnvolle“ Anfrage brachte den SPD Politiker Holger Mann auf die Idee bei diesen Blöööödsinn mitzumachen und eine Anfrage an den FDP-Wirtschaftsminister Morlok zu stellen. Herr Mann von der SPD wollte nun wissen, wie und ob die FDP-PARTEIZENTRALE in Dresden vor Flugzeugabstürzen geschützt ist und ob eine „ERHÖHTE STRAHLENBELASTUNG“ in selbiger festzustellen sei.

Die Antwort hätte auch ein Schulabbrecher der fünften Klasse geben können, alle genannten Objekte sind nämlich gar nicht ausreichend gesichert. Da aber jede Anfrage im Landtag beantwortet werden muss, entstehen dadurch Kosten, zur Freude oder auch nicht. Die zahlt natürlich der Steuerzahler.

Aber auch die Stadt Dresden ist immer für eine Überraschung gut. 28 Millionen Euro hat ein Feuerwehrneubau gekostet, eigentlich nichts aufregendes, sollte man meinen, Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Was man aber offenbar bei der Auswahl des Standortes nicht beachtet hatte, ist die Tatsache, dass eben der Feuerwehrneubau quasi auf eine Insel gebaut worden ist. Bei einem verheerenden Hochwasser, wie 2002, wäre wohl die Einsatzfähigkeit in Frage gestellt, meint der Landesrechnungshof. Zudem ist der Landesrechnungshof mit dem Flächenbedarf nicht einverstanden und stellte Fehler beim Vergabeverfahren für Planung und Bauleitung fest. Die Stadt kann die Kritiken nicht nachvollziehen. „Der Standort ist trotz Insellage im Falle eines Hochwassers wie 2002 sehr wohl tauglich“, so Stadtsprecher Kai Schulz.

Selten so gelacht, über solch eine Feststellung. Nun ja, an Wasser wird es wohl nicht fehlen und man könnte ja noch ein paar Boote anschaffen, sicherheitshalber. Und mit dem Wasser scheint die Stadt Dresden so seine Probleme zu haben, denn das Rathaus jagt die „Schwarzbader in der Kiesgrube Leuben“, was vierzig Jahre KEINEN gestört hat. Es herrscht „Krieg an der Bikinifront“, denn es soll saftige Strafen geben, bis 50 000 EURO, wenn weiterhin gebadet wird. Und um ganz sicher zu gehen, haben diese „Bürgerfreundlichen Bürokraten“ dann gleich mal Schilder aufstellen lassen, wo drauf steht: „BADEN UND EISSPORT VERBOTEN“, denn es könnte ja sein, dass die „Pfütze“ über Nacht zufriert. Ist das nicht SUPER.

Doch meine persönliche NUMMER 1 des Monats August, ist dass Ordnungsamt Leipzig, denn Ordnung muss sein, in Deutschland und natürlich auch in Sachsen. Zur Aufgabe der Behörde gehört unter anderem auch, dafür zu sorgen, dass ALLE der Schulpflicht nachkommen. Mit deutscher Gründlichkeit versteht sich. Das hätte Leon Alexander und seine Mutter eigentlich wissen müssen. Und weil der kleine Leon Alexander keinen Bock auf Schule hatte, flatterte ein Schreiben ins Haus, mit der Androhung eines Busgeldes in Höhe von 1250,00 Euro, sollte der Schulpflicht nicht unverzüglich nachgekommen werden. Außerdem wurde mitgeteilt, dass gegen die „Mutter ermittelt wird und ein Verfahren eingeleitet wurde“. Ich bin mir sicher, dass Leon Alexander gerne in die Schule gehen würde, wäre er am 9. August 2011 nicht erst EIN JAHR alt geworden. So gesehen wünsche ich EUCH ALLEN ein schönen September 2011.

 

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