Beerdigung

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Wenn die Kinderseele zum „Amtsfall“ wird !

Am 04. Januar 2011 (!!!!!) kam die kleine Joel zur Welt, ihr Leben dauerte nur wenige Sekunden. Ihre Mutter erstickte den Säugling unmittelbar nach der Geburt und wurde hierfür zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Wie nun die Dresdner MOPO berichtet, ist Joel noch immer nicht beerdigt, ihr Leichnam liegt bis heute in der Chemnitzer Rechtsmedizin. Als Grund hierfür werden „fehlerhafte ausgefüllte Unterlagen zur Geburt, durch die Mutter“ als Begründung durch die zuständigen Ämter angegeben. WOCHEN, nachdem die Mutter ihr Kind umbrachte, musste sie ihren Kind erst einen Namen geben, eine zwingend notwendige VORSCHRIFT deutscher Bürokratie. Im weiteren, fehlten die Angaben über die Vaterschaft. Darüber konnte die Mutter aber keine Angaben machen, da sie von Anfang an beteuerte, dass sie selbst nicht wisse, wer als Vater in Frage kommt. Und so lange die Unterlagen nicht gemäß deutscher Bürokratie ausgestellt worden sind, findet die Kinderseele keine Ruhe, denn wer OFFIZIELL NICHT GEBOREN WORDE, kann OFFIZIELL NICHT GESTORBEN SEIN. Somit kann auch keine SOZIALBEERDIGUNG geplant werden. Willkommen in Deutschland-Bürokratie macht es möglich. Aber vielleicht ist das gar nicht der wirkliche Grund, wenn man die Presseberichte in diesen Fall zu Ende liest. Denn noch unklar ist, wer die KOSTEN für die Beerdigung trägt. Dies war auch Grund dafür, dass ein Mitarbeiter des Landratsamtes den Prozess verfolgte, in der Hoffnung die VATERSCHAFT klären zu können. Ob der Mitarbeiter des Landratsamtes, auch Anteil am Schicksal der kleinen Joel genommen hat? Wer weiß das schon. Wenn nicht, dann wäre das nachvollziehbar, weil er ja eine andere Aufgabe zu erfüllen hatte, nämlich die Klärung der Kostenfrage für eine Sozialbeerdigung. Ich schäme mich hier von einer Sozialbeerdigung zu schreiben. Der verantwortliche Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) geht nun  eben von  einer Sozialbeerdigung aus. Was für eine makabere Behördenposse, wenn eine Babyleiche zum Verwaltungsakt wird.

Ich kann nur hoffen dass die kleine Kinderseele bald ihren Seelenfrieden finden wird!

Frank Ullrich

Soziale Massengräber – wenn Armut verscharrt wird

Ruth Tietz aus Leverkusen schildert in der online Zeitung „scharf – Links „ am 29.03.2011
unter der Überschrift „ Nachruf für Herrn H. „ ihre Eindrücke einer sog. „Armenbestattung“. Dieser Beitrag hat mich nicht los gelassen, zeigt er beeindruckend, wie es mit der WÜRDE DES MENSCHEN in unserer Gesellschaft bestellt ist und zwar mit der WÜRDE VON ARMEN MENSCHEN.

Am 7. Feb. 2011 ( !!!!) verstarb Herr H, welchen Ruth Tietz zwei Jahren lang Hilfe und Unterstützung gab, erst bei Hartz 4, dann Grundsicherung. Sie begleitete den Mann beim aufsuchen zuständiger Ämter, weil Herr H sehr krank gewesen  war. Nun also verstarb Herr H und am 29.03.2011 (!!!!) fand nun die „Beisetzung“ statt.

Frau Tietz beschreibt die Situation so :

„ Zuerst einmal erhielt man kaum Informationen wo das Begräbnis stattfinden sollte, dann schließlich, über den Anruf beim Bestatter, fanden wir den Weg, wo sich eine ganze Menge Menschen einfand. Ein eingezäuntes kleines Waldstück, aus dessen Boden einige Holzpflöcke ragten, eine kleine Grube, ein Handkarren, auf dem in erster Reihe 8 Urnen standen, dahinter 16 andere noch in Pappschachteln. Daneben zwei Angestellte des Friedhofes.

Pünktlich begann man die Urnen mit einem Gerät in die Grube zu stellen, wobei die Gäste an die Grube treten konnten, kein Wort wurde gesprochen. Blumenschmuck und Kerzen sind verboten! Danach warteten die nächsten Urnen um auch in die Grube versenkt zu werden, so dass 24 Urnen in ein Grab kommen. Ich erfuhr auch, warum es solange dauerte bis der Verstorbene endlich beerdigt würde! Es wird solange gesammelt bis genügend Verstorbene zusammen sind. Die Holzpflöcke kennzeichnen andere Massengräber.
Es wurde mir auch erzählt, dass das Ganze 1600 € kostet.“

Und weiter führt Ruth Tietz aus:

„ Eine Frau sagte zu mir: „So manches Tier wird besser beerdigt“!

Kein tröstendes Wort – verscharrt im Massengrab, das ist das was am Ende der Armut in unserer Gesellschaft steht …..“

Ja so ist das in der Sozialen Marktwirtschaft. Einen ARMEN MENSCHEN eine WÜRDIGE BEISETZUNG sicherzustellen, rechnet sich nicht, SOZIALE MASSENGRÄBER gewährleisten Profit. Die VERROHUNG der Gesellschaft wird an diesen Beispiel einmal mehr sichtbar. Menschen werden erst in Armut per Gesetz getrieben und ihnen ein WÜRDEVOLLES Leben versagt. Als wäre dies nicht genug, beraubt man die ARMEN, selbst nach Ende des Lebens,
eine Beisetzung in WÜRDE ! Sterbliche Überreste entsorgt in Pappschachteln, weil es kostengünstiger ist. Der ARME MENSCH in Deutschland als Ware.

Das scheinheilige Geschwätz der Parteien, im Vordergrund stünden soziale Verantwortung, Christlichen Sozialethik, Würdevoller Umgang mit jedem Einzelnen ist angesichts der oben genannten Realität nichts anderes als LÜGE, VERHÖHNUNG der Menschen und vor allem aber der ARMEN MENSCHEN in Deutschland.

Erinnert sei noch einmal an die Aussage einer Frau während der Beisetzung:
„ SO MANCHES TIER WIRD BESSER BEERDIGT“ !

Bleibt festzuhalten: Wenn Du kein Geld hast, darf ein Angehöriger nicht sterben, auch wenn er sein ganzes Leben lang sich den Rücken krumm gearbeitet hat. Arme Verstorbene und ihre Angehörigen, werden abgefertigt ohne Würde und Anstand.
Ach ja, die Kirchen sprechen von „Entsorgungsmentalität“ und wünschen sich einen würdigeren Umgang mit den Toten. Die Wünsche der Kirche dürfte die Politik wenig beeindrucken.

Frank Ullrich
Dresdner Sozialwacht

Grablicht

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Grablicht

© Jotha

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