Beamte

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Der neue Bürgerkrieg, die Flüchtlingsfrage – und Madame Che.

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Dienstag, 27.6.2018. Eifel. Lesen Sie eigentlich mal in der Bibel? Wahrscheinlich nicht. Ist ja ein verpöntes Buch. Nun – eigentlich sind es viele verpönte Bücher, doch das erfährt man nur, wenn man sich damit beschäftigt. Es sind Schriften von Menschen, 3000 Jahre alt – und es gibt hunderte Versionen von ihnen. War eine Riesenarbeit, aus all´ den vielen Bibeln eine zu erstellen, in der all´ das herausgenommen wurde, was Könige und Päpste haben hineinschreiben lassen. Manches wurde herausgenommen, obwohl es wahrscheinlich echt war – aber die Lehre der Kirche und ihre Tradition standen da der Wahrheit sehr im Wege. Ich lese Ihnen mal etwas vor aus dieser Bibel, die aus tausenden von Papierfetzen mühevoll zusammengebastelt wurde:

Samuel teilte dem Volk, das einen König von ihm verlangte, alle Worte des Herrn mit. Er sagte: Das werden die Rechte des Königs sein, der über euch herrschen wird: Er wird eure Söhne holen und sie für sich bei seinen Wagen und seinen Pferden verwenden und sie werden vor seinem Wagen herlaufen. Er wird sie zu Obersten über Abteilungen von Tausend und zu Führern über Abteilungen von Fünzig machen. Sie müssen sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen. Sie müssen seine Kriegsgeräte und die Ausrüstung seiner Streitwagen anfertigen. Eure Töchter wird er holen damit sie ihm Salben zubereiten und kochen und backen. Eure besten Felder, Weinberge und Ölbäume wird er euch wegnehmen und seinen Beamten geben. Von euren Äckern und euren Weinbergen wird er den Zehnten erheben und ihn seinen Höflingen und Beamten geben. Eure Knechte und Mägde, eure besten jungen Leute wird er holen und für sich arbeiten lassen. Von euren Schafherden wird er den Zehnten erheben. Ihr selber werdet seine Sklaven sein. An jenem Tag werdet ihr wegen des Königs, den ihr euch erwählt habt, um Hilfe schreien, aber der Herr wird euch an jenem Tage nicht antworten. (Aus: Die Bibel, Einheitsübersetzung, Herderverlag 1980, Seite 277)

Samuel war ein Prophet, wurde nach seinem Tod noch einmal von einer Totenbeschwörerin aus der Unterwelt geholt, um dem König Rat zu erteilen (ja: reinste Fantasyliteratur) und sprach regelmäßig mit Gott, der ihm klar sagte: „Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich  haben sie verworfen: ich soll nicht mehr ihr König sein“.

Klar, wir lachen darüber. Wir sind ja „aufgeklärt“. Nur 2800 Jahre nach dem Tode Samuels kamen die Franzosen auf die Idee, dass Könige in der Tat eine sehr unnütze Einrichtung sind und schmissen sie ´raus. Seitdem machen wir alles anders. Wir wählen unsere Könige selbst – auf Zeit. Wir hatten viele Jahre immer die Wahl zwischen zwei Königen: dem roten oder dem schwarzen. Natürlich taten unsere Könige dasselbe, dass auch Samuel angekündigt hatte: sie nahmen uns das Beste weg und gaben es ihren Beamten. Deshalb sind die Beamten auch die treuen Wähler Merkels (siehe Handelsblatt), denn sie wissen: von der Königin gibt es am Meisten. Die neue Arbeiterpartei … nun, das ist aktuell die AfD (siehe Spiegel).

Was würde wohl Samuel davon halten, würden wir ihn nochmal aus der Unterwelt heraufbeschwören? Nun – er würde das Handelsblatt aus seinem Umhang ziehen und uns vorlesen, dass die Staatsverschuldung inzwischen – dank planloser Selbstvereicherung der Könige und ihrer Vasallen – bei sage und schreibe 5 Billionen Euro liegt. das sind 260 Prozent. (siehe Handelsblatt). Aktuell sind es 200 Prozent, von denen Sie aber noch nichts mitbekommen, weil man ihnen nur einen Teil der Staatsschulden mitteilt. Sie sind zwar Sklave … aber man hat die französische Revolution noch in guter Erinnerung.

Nun – der Herr wird uns jetzt nicht mehr antworten, wenn wir herumschreien und uns darüber beschweren, dass wir innerhalb einer fein ausgetüftelten Demokratie doch nur Sklaven sind, die anzuziehen haben, was der Markt verlangt, die Musik zu hören haben, die der Markt vorgibt, die Frisur schneiden lassen, die der Markt empfiehlt, die Wohnungseinrichtung gestalten, wie der Markt es wünscht und so lange für andere arbeiten, wie der Markt befiehlt. Verstößt jemand gegen diese Regeln … die tief in das Privatleben hinein schneiden, was die meisten nur nicht merken, weil sie schon längst stramm stehen, noch bevor der Markt um die Ecke kommt … dann droht der Tod. Ja – das ist in Deutschland inzwischen möglich, die Beamtenkaste hat hintenrum die Todesstrafe bei Arbeitsverweigerung eingeführt. Wir reden natürlich vornehm, untermautert mit vielen von den Beamten selbst geschriebenen Gesetzestexten – doch wer sagt: ich mache nicht mehr mit bei einem System, das die ganze Welt vernichtet, die Meere verseucht, die Äcker vergiftet, die Luft verpestet, ein System, das das größte Artensterben seit Samuels Zeiten hervorgebracht und und das jedes Jahr die Fläche des Saarlandes zubetoniert, der … begegnet schnell der dämonischen Fratze hinter der bunten Tchibo-Fassade.

Nun, ich denke: Samuel … würde angesichts dieser Realitäten einfach zurück in die Unterwelt gehen, weil die ihm lebendiger scheint als die industrialisierte Schweinewelt.

Wir brauchen ja auch keinen Samuel. Wir haben ja Paulus. So tausend Bibelseiten nach Samuel kam jener Herr, der – wie Philosophen sagen – aus Christi Lehre das Gegenteil machte, es mit Gewalt in die Gemeinden drückte und so einen Götzen der besonderen Art erschuf: die Kirche. Ich höre aber mal besser auf, hier ins Detail zu gehen, habe ja jetzt schon Theisten und Atheisten als Feinde, Könige und Priester als Verfolger, nur, weil ich hier auf Genauigkeit der Schrift wert lege. Dabei habe ich noch gar nicht richtig angefangen.

Nun: erstmal zu Paulus. Kaum zweitausend Jahre alt, also noch ein ganz junger.

„Das sollst Du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegenüber ihren Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, roh, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt. Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen. Wende dich von diesen Menschen ab.“ (Bibel, a.a.O., Seite 1346).

Die Frage, die sich stellt: woher kannte Paulus die sozialen Qualitäten der bundesdeutschen Wohlstandsblase?

Nun – wir wissen ja gar nicht, ob es die letzten Tage sind. Sicher: die Böden werden immer unfruchtbarer, die Luft immer verseuchter, das Wasser immer ungenießbarer (obwohl man Mikroplastik ja gar nicht schmecken kann), das Klima scheint außer Rand und Band – aber das sind ja vielleicht nur kurzfristige Erscheinungsformen einer außer Kontrolle geratenen Industrie und Wissenschaft, die mehr an den Zauberlehrling erinnern, der aus völliger Unkenntnis der größeren Zusammenhänge mit den Grundfesten der Schöpfung spielt … und mit den Nebenwirkungen dieses Spielens völlig überfordert ist.

Aber die Menschheit um uns herum: wer will aufstehen und sagen: die sind nicht so! Gut – mit dem Begriff „Gott“ haben wir so unser Problem. Nur: der alttestamentarische Mensch hatte ein ganz anderes Bild (bzw. gar keins, denn Bilder waren ja – zurecht – allerstrengstens verboten) von diesem „Gott“. Kurz gefasst … ist es nur die Beschreibung von „Lebendigkeit“ als eigenständiger Kraft im Universum, vor der man etwas Respekt und Ehrfurcht haben sollte, denn: Lebendigkeit können wir, die wir Atome spalten und zum Mond fliegen können, noch nicht erzeugen. Wir haben ja auch noch nicht mal im Ansatz verstanden, was dies eigentlich sein könnte, spielen nur ein wenig mit Lebewesen herum – oft auf üble Art und Weise. Fragen sie mal Tierschützer zu diesem Thema.

Nun steht ja Bürgerkrieg im Titel … und natürlich fühle ich mich verpflichtet, dem Titel Recht zu geben. Aber wahrscheinlich haben Sie schon selbst nach den paar Zeilen eine Ahnung entwickelt, wie dieser Bürgerkrieg wirklich aussieht. Er läßt sich direkt auf die Worte des alten Propheten Samuel zurückführen: es ist der Krieg der Beamten gegen die Sklaven – kurz gefasst. Jener Beamte (und Regierungsvertreter), die die ungebremste Wucht der Finanzmärkte über unser kleines Land gebracht haben und so die Macht im Staate dem Bürger entzogen und sie namenlosen Geldherren übertragen haben. Jede Regierung – auch die von „Linken“ oder „AfD“ – muss sich dem Urteil der Ratingagenturen unterziehen – sieht dieses Urteil schlecht aus, fällt das Rating, dann explodieren unsere Staatsschulden und auf dem Rentenbescheid am Ende des Arbeitslebens werden wir den Satz finden: „von Ihnen zu zahlender Betrag“. Falls Sie das Ende Ihres Arbeitslebens überhaupt erleben werden: die gigantische Nachhaltigkeitslücke im Schattenhaushalt der Republik wird zu einer immer weiter fortschreitenden Erhöhung des Rentenalters führen. 70 Jahre, 80 Jahre, 90 Jahre – Sie werden noch erleben, was es heißt, Sklave zu sein.

Der Deutsche Beamtenbund wird dem natürlich widersprechen. Ist ja auch sein Job. Wir wollen hier auch nicht zum Beamtenbashing aufrufen, denn dies ist nur ein Aspekt einer modernen Entwicklung, die 1989 mit dem Zerfall der Sowjetunion begann (siehe Zeit):

Bis 1989, so geht die Pointe, war der Kalte Krieg „draußen“, aber als die Spieltheoretiker überall an Boden gewannen und den Typus des rationalen Egoisten durchsetzten, verwandelten sie die Gesellschaft in ein Kriegsgebiet. Neoliberale Ökonomen, Computerfreaks, Informationstheoretiker, die ganze digitale Elite von Silicon Valley, sogar ein Soziobiologe wie Richard Dawkins (Das egoistische Gen) – alle waren heimliche Spieltheoretiker und träumten in ihrer Weltbildfabrik vom Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Ineffizienz, kurz: vom Informationskapitalismus. Für Schirrmacher ist das – nach Faschismus und Kommunismus – schon wieder ein soziales Großexperiment am lebenden Menschen, und zwar mit dem Ziel, jede individuelle Regung durch eine „soziale Physik“ zu berechnen und zu kontrollieren.

Die Elite von Silicon Valley – folgt einem seltsamen Aberglauben: die Erde, der Planet, die Schöpfung ist nur … sowas wie ein Videospiel. Sie ist nicht real, sie existiert nur virtuell. Das glauben … führende Milliardäre des Silicon Valley (siehe Welt). Wissenschaft im Dienste der Egoisten: wenn alles nur Show ist, muss uns das Schicksal von 30 Millionen Kindern, die gerade auf der Flucht sind (siehe Unicef), nicht kümmern.

Ach ja: Flucht. Flucht – und Flüchtlinge. Nehmen wir das mal als Beispiel des aktuellen Bürgerkrieges der Egoisten. Grob gesagt, haben wir da zwei Fronten: die Gutmenschen und die „Nazis“. Der Gutmensch möchte gerne sich selbst als gut beweisen und öffnet seine Grenzen schrankenlos für jeden, der Einlaß begehrt. Natürlich kümmern sich die wenigsten selbst um die Menschen, die da zu uns kommen. Niemand denkt daran, dass Übervölkerung von Siedlungsgebieten problematisch ist, zu psychischen Krankheiten führt (siehe Spiegel). Niemand denkt überhaupt noch vernünftig, Überlegungen, ob man nicht lieber die ganzen Kinder aufnehmen möchte, die gerade verhungern, ob man nicht die geflüchteten Menschen lieber – nach Not sortiert – aus den Krisenländern selbst abholen möchte, ob es wirklich weise ist, im verarmten und verschuldeten Bundesland Nordrhein-Westfalen mehr Flüchtlinge unterzubringen als in ganz Italien (siehe Welt) – alles egal, Hauptsache: man fühlt sich selbst gerade gut. Auf der Gegenseite: jene, die glauben, die Flüchtlinge würden ihnen die Butter vom Brot nehmen, den Arbeitsplatz stehlen, ihre Häuser plündern, die Frauen schänden und Kinder köpfen. Auch die „Nazis“ wollen nur eins: an sich selbst denken. Und natürlich auch … „gut“ dastehen. Als Helfer armer Witwen und Waisen mit heller Haut, während die anderen als Helfer armer Witwen und Waisen (bzw. aktuell mehr junger Männer) mit dunkler Haut glänzen wollen.

Groß ist da Geschrei, wenn wirklich eine Dunkelhaut mal wieder eine Weißhaut getötet oder vergewaltigt hat. Sicher – die andere Seite brüllt gleich los: das machen deutsche Männer auch! Nur: das rechtfertigt nicht, dass man noch mehr Männer ins Land holt, wir haben ja mit den deutschen Männern schon Probleme genug – oder? Wie wäre es denn mal mit einer bösen Gegenfrage: wie viele Menschenleben sind denn für das eigene „Gutsein“ tolerabel? Zehn? Hundert? Die Frage muss man an beide Seiten stellen, denn: auch weiße Männer töten braune Menschen. Schauen wir nach Afghanistan, Syrien oder dem Irak, wissen wir, dass da ganz andere Opferzahlen produziert werden. Bevor die Flüchtlinge kamen, war „Ausländer klatschen“ ein Volkssport des weißen Mannes (siehe opfer-rechter-gewalt). Gerne übrigens im Nachklang zu einem Fußballspiel, einer Sportart, deren Gewaltverherrlichung niemand groß in Frage stellt, da herrscht einhellig Jubelverpflichtung fürs Nationale!

Wird Ihnen übel dabei? Lachhaft. Wir opfern jedes Jahr tausende von Menschen, ohne dass ein Hahn danach kräht, einige verbrennen bei lebendigem Leibe, andere werden grauenhaft zerfetzt, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt … und nie wird ein Wort darüber verloren, im Gegenteil: wir brüsten uns damit, dass wir heute nur noch 4000 im Jahr opfern, während es früher 13000 waren. Ja – so würde Samuel schauen: wir diskutieren über jedes kleine Opfer von Ausländergewalt oder ausländerfeindlicher Gewalt, während unser „Straßenverkehr“ jedes Jahr mehr Opfer fordert als der Angriff am 11.9.2001. Und wie viele Menschen die 34000 Totalsanktionen des Beamtenstaates in Hartz IV überlebt haben, wird gar nicht mehr gezählt.

Der Bürgerkrieg, der wirklich wichtig ist: über den reden nur wenige. Außenseiter. Spinner. Verschwörungstheoretiker. Ganz wie Paulus vorhergesagt hat: die Gerechten werden in der Endzeit verfolgt werden – von allen. Immer wieder werden wir mit Schablonen überhäuft, damit wir die politische Gegenwart gefälligst in vorgegebene Kategorien einordnen, um uns den jeweiligen Truppenteilen anzuschließen, die gegeneinander marschieren. Links gegen rechts, arm gegen reich, jung gegen alt, Frau gegen Mann, Kinder gegen Eltern … Kriege werden genug angezettelt. Bald wohl auch wieder international, gezündelt wird ja in den Medien schon genug.

Aber der wahre Bürgerkrieg der Gegenwart ist ein anderer. Es sind … die Sozialen gegen die Asozialen. Die Siedler gegen die Räuber. Und die asozialen Räuber gewinnen gerade – auf breiter Front, quer durch alle sozialen Strukturen. Das Räuberleben ist ja auch leicht: es geht viel schneller, anderen etwas weg zu nehmen als selbst etwas aufzubauen. Die Verführung zur Asozialität ist da groß – bei Rechten wie bei Linken, bei Armen und Reichen, bei Alten und Jungen.

Umso erstaunlicher ist es, wenn man feststellt, dass es auch anders geht. Ganz anders.

Kürzlich bat ich – als letzte Möglichkeit, in ziemlicher Verzweiflung – um eine Spende für einen in Not geratenen Menschen. Was daraus wurde … war ein Wunder.

In dieser Aktion trafen sich … Unternehmer, Arbeitslose, Rentner, Arme, Reiche, Alte, Junge … zu einem selbstlosen Ziel: ein Menschenleben zu retten. Gegen jeden Egoismus, denn: niemand kennt Madame Che persönlich, niemand kennt ihr Leben, ihre politische Überzeugung, ihre religiöse Einstellung oder ihre Alltagsentscheidungen, niemand weiß, ob sie nun Veganerin ist, Wolfskuschler, links oder rechts. Aber alle halfen – ohne je eine Möglichkeit zu haben, sich deshalb irgendwo als „gut“ positionieren zu können. Es war ein sehr eindrucksvolles Erlebnis … für mich. Habe selbst dadurch Menschen kennen gelernt, die … mir Hoffnung auf die Zukunft geben.

Und Hoffnung darauf, dass möglicherweise doch noch eine „Gegenfront“ gegen die Asozialen möglich ist. Widerstand – haben wir alle zusammen jetzt geleistet. Über den Erfolg – wird noch zu schreiben sein. Soviel sei gesagt: wie es aussieht, wurde ein Leben gerettet. Für länger. Es ist noch viel Arbeit – aber die Kraft, die die Erkenntnis gibt, dass da draußen – im Meer der Asozialen – noch soziale Wesen leben, die sich mutig zu ihrem Anderssein bekennen, ist groß.

Es hängt viel davon ab, dass die Sozialen gewinnen. Ich wage zu sagen: das Schicksal des ganzen Planeten. Auf jeden Fall: das Schicksal der Menschlichkeit, denn … der Mensch an sich ist keine asoziale Bestie, zu der wir seit einiger Zeit erzogen werden. Wir sind soziale Wesen – so haben wir die Herausforderungen der Umwelt gemeistert … nicht als unbezwingbare Supermänner, die uns die Medien in Serie präsentieren, sondern als … gemeinschaftliche und gemeinschaftsfähige Wesen, die durch gemeinsames Handeln eine Kraft erschaffen,d ie viel größer ist als die Summe der Teile.

Der Spender, der prozentual am meisten gab? Ein vorbestrafter Krimineller, nach eigenen Angaben jemand, der auch „täglich auf der Fensterbank“ steht, um seinem Leben ein Ende zu setzen, verurteilt wegen dem Wurf eines Molotowcoctails. Lebt von Hartz IV … und gab 150 Euro, weil ihm Geld nichts bedeutet. Ich denke … Samuel und Paulus würden da von einem „heiligen Mann“ sprechen, einem heiligen Mann der Taten, nicht der Worte. Ich würde gerne  mal seine Geschichte erzählen.

Von ihm kam auch ein Vorschlag:

„Ich bin am überlegen ob ich dir nicht öfters einen Kleinbetrag überweisen sollte, also so wie ich es ermöglichen kann.
Denn scheinbar ziehst du ja Menschen in Not geradezu an, da wäre ein Notfall- Depot vielleicht nicht die schlechteste Idee.“

Eine edle Idee … die ich ablehnen muss. Aus vielen Gründen. Dafür reichen ganz einfach unsere Verwaltungsressourcen nicht aus, wir können dem Großreich der Asozialen nur hier und da spontan einen Stich versetzen, bei günstiger Gelegenheit den einen oder anderen Menschen mal heraushauen, aber sonst – müssen wir erstmal bei Worten bleiben. Reinweg … weil das Personal fehlt.

Wissen Sie, was diesen großzügigen Menschen noch umtreibt? Eine Frage, die wir uns alle stellen dürfen:

Es ist erstaunlich wie sehr der Neoliberalismus und seine Verrohung sogar meine eigene Moral angreift.

Und es ist erstaunlich, wie viele Menschen sich diesem Angriff noch erfolgreich widersetzen können.

Ein wirklich wunderbares Erlebnis, dass die Hoffnung weckt, dass der als großes Sozialexperiment aufgezwungene Bürgerkrieg vielleicht doch noch … von der Menschheit gewonnen werden kann.

Die Sonderrechte der Alliierten für die Überwachung der BRD-Bürger – Frontal21 vom 20.11.2012

Die Regierung will doch nur wissen, was du denkst, mehr nicht? – 19.11.2012

 

 

Von politischen Narren in Sachsen im Speziellen und Behördenirrsinn im Besonderen

Ach was war das für ein Monat August, der Sommer ist weitgehend ausgefallen und auch sonst gäbe es nichts, was es wert wäre, darüber zu berichten. Über Schuldenkrise, Euro-Rettung und andere wichtige politische Themen mag ich nicht reden, weil ich das ALLES nicht „mehr hören kann“ und auch bei intensiven nachdenken nicht mehr verstehe. Was mich tröstet ist, dass es unseren höchsten Volksvertreter auch so zu gehen scheint.
Gut das es noch Politiker und Behörden gibt, deren Arbeit auch der „letzte Hauptschüler“ beurteilen kann, bei uns in Sachsen jedenfalls. Und davon gab es im Monat August so EINIGE, welche getroffen, oder bekannt worden, über welche ich Euch heute berichten möchte. Sie handelt von Narren im Sächsischen Landtag und Kommunalpolitkern der Stadt Dresden, von Behördenirrsinn auf breiter Front.  Beginnen möchte ich mit unseren Landespolitikern, welche sich im Parlament eine sinnlose Schlacht mit „kleinen Anfragen“ liefern.

Ausgangspunkt für dieses Kasperletheater war eine Politikerin von den Grünen, welche 120 „kleine Anfragen“ zu einer relativ unbedeutenden Mülldeponie stellte, was den Steuerzahler letztlich 95000 EURO kostete.

Offensichtlich, war das Ansporn für den FDP Politiker und Abgeordneten Tino Günther eben auch mal sich mit „kleinen Anfragen“ zu Wort zu melden. Er stellte dann gleich mal 12 „kleine Anfragen“ und vier Einzelfragen u.a. verlangte er Auskunft wie SCHULEN, KRANKENHÄUSER, TALSPERREN, vor FLUGZEUGABSTÜRZEN geschützt seien (hatte wohl den 11.September im Kopf).

Diese „sinnvolle“ Anfrage brachte den SPD Politiker Holger Mann auf die Idee bei diesen Blöööödsinn mitzumachen und eine Anfrage an den FDP-Wirtschaftsminister Morlok zu stellen. Herr Mann von der SPD wollte nun wissen, wie und ob die FDP-PARTEIZENTRALE in Dresden vor Flugzeugabstürzen geschützt ist und ob eine „ERHÖHTE STRAHLENBELASTUNG“ in selbiger festzustellen sei.

Die Antwort hätte auch ein Schulabbrecher der fünften Klasse geben können, alle genannten Objekte sind nämlich gar nicht ausreichend gesichert. Da aber jede Anfrage im Landtag beantwortet werden muss, entstehen dadurch Kosten, zur Freude oder auch nicht. Die zahlt natürlich der Steuerzahler.

Aber auch die Stadt Dresden ist immer für eine Überraschung gut. 28 Millionen Euro hat ein Feuerwehrneubau gekostet, eigentlich nichts aufregendes, sollte man meinen, Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Was man aber offenbar bei der Auswahl des Standortes nicht beachtet hatte, ist die Tatsache, dass eben der Feuerwehrneubau quasi auf eine Insel gebaut worden ist. Bei einem verheerenden Hochwasser, wie 2002, wäre wohl die Einsatzfähigkeit in Frage gestellt, meint der Landesrechnungshof. Zudem ist der Landesrechnungshof mit dem Flächenbedarf nicht einverstanden und stellte Fehler beim Vergabeverfahren für Planung und Bauleitung fest. Die Stadt kann die Kritiken nicht nachvollziehen. „Der Standort ist trotz Insellage im Falle eines Hochwassers wie 2002 sehr wohl tauglich“, so Stadtsprecher Kai Schulz.

Selten so gelacht, über solch eine Feststellung. Nun ja, an Wasser wird es wohl nicht fehlen und man könnte ja noch ein paar Boote anschaffen, sicherheitshalber. Und mit dem Wasser scheint die Stadt Dresden so seine Probleme zu haben, denn das Rathaus jagt die „Schwarzbader in der Kiesgrube Leuben“, was vierzig Jahre KEINEN gestört hat. Es herrscht „Krieg an der Bikinifront“, denn es soll saftige Strafen geben, bis 50 000 EURO, wenn weiterhin gebadet wird. Und um ganz sicher zu gehen, haben diese „Bürgerfreundlichen Bürokraten“ dann gleich mal Schilder aufstellen lassen, wo drauf steht: „BADEN UND EISSPORT VERBOTEN“, denn es könnte ja sein, dass die „Pfütze“ über Nacht zufriert. Ist das nicht SUPER.

Doch meine persönliche NUMMER 1 des Monats August, ist dass Ordnungsamt Leipzig, denn Ordnung muss sein, in Deutschland und natürlich auch in Sachsen. Zur Aufgabe der Behörde gehört unter anderem auch, dafür zu sorgen, dass ALLE der Schulpflicht nachkommen. Mit deutscher Gründlichkeit versteht sich. Das hätte Leon Alexander und seine Mutter eigentlich wissen müssen. Und weil der kleine Leon Alexander keinen Bock auf Schule hatte, flatterte ein Schreiben ins Haus, mit der Androhung eines Busgeldes in Höhe von 1250,00 Euro, sollte der Schulpflicht nicht unverzüglich nachgekommen werden. Außerdem wurde mitgeteilt, dass gegen die „Mutter ermittelt wird und ein Verfahren eingeleitet wurde“. Ich bin mir sicher, dass Leon Alexander gerne in die Schule gehen würde, wäre er am 9. August 2011 nicht erst EIN JAHR alt geworden. So gesehen wünsche ich EUCH ALLEN ein schönen September 2011.

 

Die Grünen: die neue deutsche Staatsreligion

Will  man den Nationalsozialismus als rein politische Bewegung begreien, so stößt man schnell an Grenzen des rationalen Weltverständnisses. Das jedenfalls glaubte ich bemerkt zu  haben, als ich mich in den siebziger Jahren damit beschäftigte und bei älteren Menschen immer noch eine unheimliche Faszination für "die Bewegung" feststellen mußte. Später habe ich dann die Perspektive etwas verändert und die "Bewegung" als Religion begriffen .... schon lösten sich viele Fragen in Luft auf. Es freut mich zu sehen, das diese Interpretation inzwischen weitläufiger vorgenommen wird, siehe Landeshauptarchiv:

Will  man den Nationalsozialismus als rein politische Bewegung begreien, so stößt man schnell an Grenzen des rationalen Weltverständnisses. Das jedenfalls glaubte ich bemerkt zu  haben, als ich mich in den siebziger Jahren damit beschäftigte und bei älteren Menschen immer noch eine unheimliche Faszination für „die Bewegung“ feststellen mußte. Später habe ich dann die Perspektive etwas verändert und die „Bewegung“ als Religion begriffen …. schon lösten sich viele Fragen in Luft auf. Es freut mich zu sehen, das diese Interpretation inzwischen weitläufiger vorgenommen wird, siehe Landeshauptarchiv:

Als totalitäres System, das den Menschen in seiner Gesamtheit zu erfassen suchte, stand der Nationalsozialismus naturgemäß in Gegnerschaft zu den christlichen Konfessionen. Um die Lücke zu füllen, welche die zurückgedrängten Kirchen in der Gesellschaft hinterließen, wurde die national­sozialistische Weltanschauung zu einer politischen Ersatzreligion überhöht. An die Stelle des christlichen Erlösers trat der Führer Adolf Hitler als Retter des deutschen Volks. Eine wichtige Rolle bei dieser Sakralisierung von Politik spielten Rituale und Feste. Ein solches Fest war die Sonnenwendfeier.

Die „Bewegung“ verband viele einzelne, kleine Gruppierungen, die sich vom „Mainstream“ abgelöst hatten, viele alternative Experimente der zwanziger Jahre fanden in der „Bewegung“ eine Heimat … darunter auch jene, die wir heute als „grün“ bezeichnen würden, damals jedoch unter dem Begriff Lebensreform heranwuchsen. Man findet dort viele Ansätze, die auch in der alternativen Basis eine Rolle gespielt haben.

„Grün“ zu sein ist heute eine elegante Form, Politik zu machen, ohne wirklich politisch zu sein. Bequem laviert man zwischen allen althergebrachten politischen Stühlen angebunden an ein Thema, das allen heilig zu sein hat, weil es ohne sie kein Leben gäbe: der „Natur“. Zur „Natur“ gibt es auch keine Gegenposition, sie ist – in dieser Form verstanden – eine Form von „Gott“. So finden wir beim „Wettermann“ auch erste Kritik zu dieser Sicht, eine Warnung vor „grünen Pseudoreligionen“:

Klimaschutz ist somit nicht nur nicht Schöpfungsschutz, Klimaschutz ist Ausdruck eines atheistischen anthropozentrischen Größen- und Machbarkeitswahns.

Und  genau dieser Atheismus hat Folgen, die der Wirtschaft gut passen:

Es geht an die Substanz, wenn in der Wirtschaftswoche Nummer 45 in einem Interview „Moral ist Gift für die Gesellschaft“ Bernd-Olaf Küppers mehr oder weniger die Abschaffung der Religion fordert, weil sie einer Wissensgesellschaft im Wege steht.

Auch bedeutende europäische Politiker wie Vaclav Claus sehen hier eine neue Bedrohung heranwachsen:

Das Thema der globalen Erwärmung entwickelt sich mehr und mehr zum grundsätzlichen ideologischen und politischen Konflikt unserer Gegenwart. Der Träger dieses Themas – der Environmentalismus – wurde zur dominanten Alternative zu den konsequent und primär an der Freiheit des Menschen orientierten Ideologien. Er ist eine Weltanschauung, die radikal und um jeden beliebigen Preis (also um den Preis der Einschränkung der menschlichen Freiheit und um den Preis von Menschenleben) die Welt verändern will, eine Anschauung, die den Menschen, sein Verhalten, die Gesellschaftsordnung, das Wertesystem ändern will.

Und mit diesen Befürchtungen stehen die konservativen Freunde der „unsichtbaren Hand des Marktes“ nicht allein da, siehe Cicero:

In den säkularen westlichen Gesellschaften ist der Ökologismus zu einer neuen Glaubenslehre herangereift. Die Natur ist gut, der Mensch ist schlecht. Die grünen Hohepriester dulden keinen Widerspruch mehr – höchste Zeit für eine Trennung zwischen Religion und Staat.

„Der Ökologismus ist heute eine der einflussreichsten Religionen der westlichen Welt“, diagnostiziert Michael Crichton, der in seinen Thrillern („Jurassic Park“, „Congo“, „Enthüllung“) immer ein Gespür für die Befindlichkeit der westlichen Zivilisation bewiesen hat: „Es scheint die bevorzugte Religion urbaner Atheisten geworden zu sein.“

Es scheint sich hier um die gleiche Form von „Atheismus“ zu handeln, die  auch den Nationalsozialismus bestimmt hat: problemlos konnte man gegen Religion sein, aber den von der „Vorsehung“ bestimmten „Führer“ kritiklos akzeptieren. Auch in der grünen Ideenwelt existieren solche Paradoxien, da wird Mülltrennung zum Gottesdienst:

Wie im Christentum rankt sich die Vorstellungswelt des Ökologismus um die Erwartung einer Endzeit, auf die man sich durch Verzicht und Buße vorbereiten soll. Das Schrifttum zur „Klimakatastrophe“ steckt für jedermann erkennbar voll solcher Motive. Viele Leitmedien bedienen sich dieser Bilder so unkritisch, als seien sie die Hauspostille des Vatikan. Die überlieferten religiösen Muster erfahren im Ökologismus Bedeutungsverschiebungen, bleiben jedoch in ihrer Symbolkraft bestehen. Die Natur ist gut, der Mensch ist schlecht. Und wenn der Mensch nicht gehorcht, droht ihm „die Rache der Natur“. Die erzürnte Naturgöttin verlangt Beschwichtigungsrituale (was die Inbrunst erklärt, mit der viele ihren Müll sortieren).

Der Mensch …. ist schlecht. Das ist eine der unheimlichen Basisüberzeugungen der grünen Bewegungen, weshalb ihnen Hartz IV so leicht über die Lippen kam. Wären Menschen Hühner, so wäre diese Form der Käfighaltung nicht mit grünen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Aber leider … sind Menschen keine Hühner.

Zeit, sich einfach mal um die Partei zu kümmern. Wer ist da eigentlich Mitglied? Die Bundeszentrale für politische Bildung klärt auf:

Mit fünf Prozent haben Bündnis 90/Die Grünen zudem den niedrigsten Rentneranteil unter den Bundestagsparteien. Dieser liegt auch weit unter dem Rentneranteil an der Bundesbevölkerung von 30 Prozent.

Weitere 37 Prozent der Parteimitglieder sind Beamte bzw. Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Dieser Wert überschreitet den Bundesdurchschnitt von sechs Prozent weit und liegt auch deutlich über dem Durchschnitt aller Parteimitglieder (20 Prozent). Angestellte machen mit 17 Prozent die zweitgrößte Berufsgruppe aus.

52 Prozent der Mitglieder schätzen sich als mittlere Mittelschicht ein, was etwa dem Bundesdurchschnitt (54 Prozent) und dem Durchschnitt aller Parteien entspricht (50 Prozent). 32 Prozent bezeichnen sich als Teil der oberen Mittelschicht, 14 Prozent als Teil der unteren Mittelschicht. Zwei Prozent ordnen sich der Unterschicht und ein Prozent der Oberschicht zu.

58 Prozent der Mitglieder haben ein Studium abgeschlossen, das ist der höchste Anteil unter den Bundestagsparteien. Abitur haben 22 Prozent der Parteimitglieder, die mittlere Reife 14 Prozent. Über einen Hauptschulabschluss verfügen sechs Prozent und ein Prozent hat keine Schulform abgeschlossen.

Der Anteil der konfessionslosen Mitglieder liegt mit 41 Prozent ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt und dem Durchschnitt aller Parteimitglieder (jeweils 21 Prozent).

Die gebildete, verbeamtete atheistische Mittelschicht … deren Parteiprogramm eine seltsame, fast unbemerkte Wende durchlaufen hat, sie Bundeszentrale für politische Bildung:

Ökologie steht im Zentrum grüner Politik und wird häufig mit dem Begriff der Nachhaltigkeit verbunden. Andere Ziele wie Gewaltfreiheit oder Basisdemokratie spielen heute eine geringere Rolle als in den ersten Jahren.

Im Zuge der Vereinigung von Die Grünen und Bündnis 90 wurde eine Neubestimmung des politischen Standorts notwendig. Diese geschah mit dem Grundkonsens von 1993.

Die soziale Komponente trat in den Hintergrund, nicht zuletzt, weil viele Ökosozialisten die Partei mittlerweile verlassen hatten. Die anfangs so wichtige Basisdemokratie war sogar nur noch in der Satzung der Partei als Begriff zu finden; der Grundkonsens sprach lediglich vom „Grundwert der Demokratie“.

2002 erkennen Bündnis 90/Die Grünen erstmals auch in einem Grundsatzprogramm den Krieg als (letztes) Mittel der Politik an. Gewalt sei nicht immer auszuschließen, heißt es. Basisdemokratie spielt in der Programmatik der Grünen kaum noch eine Rolle, findet aber seinen Niederschlag weiterhin in der Organisation der Partei.

„Gewalt sei nicht immer auszuschließen“ … oder, einfacher gesagt: wir bomben, wenn es uns paßt. Im Programm der Bundespartei finden wir auch – neben vielen löblichen Ansätzen zur Korrektur der Hartz IV-Gesetzgebung  – einen entscheidenden Satz:

Natürlich, wer eine Grundsicherung erhält, muss bereit sein, der Gesellschaft etwas zurück zu geben.

„Natürlich“ … der Natur entsprechend. Wer zahlt, befiehlt, und wer vom Staat bezahlt wird, sollte ihm auch etwas zurückgeben. Arbeitskraft zum Beispiel – zum Hundekot aufsammeln. Dem Grünen in gehobenem Beamtenstatus ist die Lebenswirklichkeit der Normalbürger recht fremd, er sieht sich selbst gerne als neuer globaler Adel einer neuen Religion, dank Verbeamtung ist ihm die Welt von Arbeitslosigkeit, Bewerbung, unbezahlter Überstunden und Leistungsstreß fremd, er lebt im Paradies der staatlichen Rundumvollversorgung, das durch allzuviele Sozialleistungen nur in Gefahr gerät. „Wir hier drinnen“ und „die da draußen“ müssen fein säuberlich getrennt bleiben, auch, damit die eigenen Walldorfschulkinder nicht in harter Konkurrenz mit der Hartz-Brut treten müssen.

Harte Worte?

Hören wir mal die Grünen zum Thema Bürgerrechte:

Die Bürger- und Menschenrechte stehen im Zentrum grüner Politik. Unser Ziel ist die Stärkung des liberalen, demokratischen Rechtsstaates. Er ist Garant für Freiheit, Gleichheit und sozialen Ausgleich. Sicherheit ist eine unverzichtbare Voraussetzung für eine freizügige Gesellschaft.

Hören wir weiter zu:

Ohne Sicherheit ist Freiheit wenig Wert. Dennoch darf Sicherheit nicht zu Lasten von Freiheit entstehen. Eine Gesellschaft ist nicht freier, je intensiver ihre Bürger überwacht, kontrolliert und beobachtet werden. Freiheit und Sicherheit müssen sorgsam ausbalanciert werden. Das gelingt nur durch eine intelligente Innenpolitik, die auf erhältnismäßigkeit achtet. In den letzten elf Jahren haben die Regierungen … immer mehr Freiheitsbeschränkungen durchgesetzt.

Seit 1998 hat ein dramatischer Abbau von Bürgerrechten stattgefunden. Das Bundesverfassungsgericht musste als Reparaturbetrieb eines grundrechtsblinden Gesetzgebers zahlreiche Gesetze stoppen oder gar aufheben.

Noch härtere Worte … doch diesmal von der FDP. Inklusive Rechtschreibfehler. Der „dramatische Abbau von Bürgerrechten“ fand unter rot-grün statt … wird aber von den Grünen selbst kaum bemerkt. Die widmen sich lieber dem internationalen Terrorismus:

Der Staat hat die Aufgabe, seine Bürgerinnen und Bürger vor Kriminalität und Gewalt zu schützen. Auf den internationalen Terrorismus muss entschlossen und besonnen reagiert werden, mit gezielten und verhältnismäßigen Maßnahmen.

An dieser Formulierung haben sicher drei Arbeitsgruppen acht Wochen lang gearbeitet. Leichter kommen da schon die Bekenntnisse zum Klimaschutz über die Lippen:

Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Er ist zu einer ernsten Bedrohung für den Erhalt der Schöpfung geworden und gefährdet die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen. Phänomene wie Schmelzprozesse in der Antarktis, Dürren oder Überschwemmungen zerstören nicht nur Lebensräume für Mensch und Tier, sondern bringen massive politische, soziale und wirtschaftliche Verwerfungen mit sich.

Reine, grüne Themen. Oh … falsch. das war nicht von den Grünen. Das stammt von der CDU. Bei den Grünen hört sich das anders an:

Wir Grüne sind die Vorreiter für Klimaschutz und nachhaltige Energiepolitik. Die Zeit ist vorbei, in der „Reichtum“ mit der Verbrennung fossiler Energienträger verbunden zu sein schien. Wir streiten für eine energieintelligente Kultur und zeigen nicht zuletzt mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, wie Klimaschutz zum Wachstumsmotor wird.

Dabei können wir die Jahrhundertaufgabe des Klimaschutzes nicht allein der Politik überlassen. Die Grünen setzen auf eine starke Bürgerbewegung für den Klimaschutz, die Wirtschaft und Politik zum Handeln antreibt.

Für die CDU scheint Klimaschutz Selbstzweck zu sein, bei den Grünen ist es ein „Wachstumsmotor“, man sieht sich Hand in Hand mit Aktionären und Spitzenmanagern an vorderster Front eines neuen Aufschwungs für Deutschland. Und da … wird mir der Begriff der „Bürgerbewegung“ auf einmal sehr unheimlich. Eine „Bewegung“, die Wirtschaft und Politik „antreiben“ wollte, hatten wir schon mal. Solche Formulierungen stoßen übel auf. Irgendwie sehe ich auf einmal eine „Klimapolizei“ vor mir, die die Fügsamkeit der Bürger kontrolliert … und ihre Heizgewohnheiten:

International streben wir eine gerechte Verteilung der Klimaschutzaufgaben und gleiche Emissionsrechte pro Kopf an.

Man fragt sich schon: wie sieht das dann konkret aus? Wie wirken sich die „gleichen Emissionsrechte pro Kopf“ praktisch aus, wenn ich als Europäer mit kalten Wintern mit Einwohnern der Bahamas konkurrieren soll? Ab wann wird der Mensch (für die Wachstumsideologen sowieso schon in Form von  „Kosten auf zwei Beinen“ als „unwertes Leben“ deklassiert) zum „Klimarisiko auf zwei Beinen?“ Und ab wann würde die grüne Religion Gewalt einsetzen, um die Natur vor dem Menschen zu schützen … natürlich „entschlossen und besonnen“, „gezielt und verhältnismäßig“ … aber eben Gewalt?

Hören wir nochmal einen der grünen Umweltschützer:

Außenminister Westerwelle betonte in seiner Rede am Samstag, dass die Bekämpfung des Klimawandels eines der „zentralen Themen des 21. Jahrhunderts“ sei. Er bedrohe das Recht des Menschen auf ein Leben in einer gesunden Umwelt und beeinträchtige die Stabilität von Staaten und das Zusammenleben der Völker durch Wassermangel, Krankheiten und Nahrungsmittelknappheit.

Im Klimawandel sieht Westerwelle aber auch eine Chance. Durch Investitionen in nachhaltiges Wachstum, Bildung und Forschung könne globale eine moderne Industrie entstehen, „die sauber produziert, Wachstum und Innovation ermöglicht und Arbeitsplätze schafft“.

So kann „Klimaschutz“  zum „Wachstumsmotor“ werden. Eigentlich … die gleiche Zielrichtung wie bei den „Grünen“ – nur mit einem Unterschied. Die FDP ist nicht „gut“. Sie hat – wie die CDU – keinen  Anteil an der neuen grünen Staatsreligion, auch wenn sie ihre Lehrsätze so rein predigt wie nur möglich. Der „gute“ Grüne ist studiert, konfessionslos und verbeamtet. So steht er deutlich über den alltäglichen Strukturen der Lebenswirklichkeit der Normalbürger. Er stellt eine eigenständige, staatstragende Elite da, die, ausgestattet mit allerhöchsten pseudoreligiösen Werten keinerlei menschlicher Moral mehr verpflichtet ist … weshalb der Griff zur Waffe leicht fällt.

Im heiligen Dienst an der Göttin Natur fallen schnell alle menschlichen Hemmungen … wozu „heiliger Dienst an einer großen Sache“ fähig ist, haben gerade in diesem Land die „Fans“ des „Führers“ detalliert vorgelebt. Wer eine Wiederholung der Geschichte für unmöglich hält, sollte die grüne Botschaft vor dem Hintergrund der emotionalen Mangelgesellschaft betrachten:

Er prägte den Begriff der „Emotionalen Mangelgesellschaft“, mit ihren Folgen für die Menschen: EinsamkeitVerzweiflungGefühllosigkeit und Beziehungslosigkeit. Menschen, die gehalten, angeschaut und angehört werden, die sichere Bindungen eingehen und vertrauensvolle Nähe zu Anderen aufbauen können, sind belastbarer in Krisen und widerstandsfähiger gegenüber Erkrankungen, Süchten oder destruktivem antisozialem Verhalten.

Bleibt nur zu hoffen, das Daniel Castiel mit seiner Einschätzung der Entwicklungen der modernen Gesellschaft falsch liegt, denn Gefühllosigkeit und Beziehungslosigkeit (gerne auch „Verrohung des Mittelstandes“ genannt) in Verbindung mit einer grünen Staatsreligion kann zu Säuberungen ganz neuer Dimensionen führen … zum Schutz des Eigenheimbiotops der verbeamteten unmoralischen Ökoaktivisten.

Darf ich in dem Zusammenhang noch mal an die aktuellen „Deutschen Zustände“ erinnern, hier bei Telepolis:

Kann sich Geschichte wiederholen? Die Krise hat Deutschland getroffen und das Bürgertum setzt seine hässlichste Fratze auf: Sozialdarwinismus, Fremdenfeindlichkeit und die Ablehnung der Demokratie.

Und all das entwickelt sich prächtig unter dem Banner einer neuen, grünen Staatsreligion in der der Staat die Natur vor dem Menschen schützen muss.

Nochmal was von den Grünen? Zur Kontrolle der Arbeitslosen ist man auch zum Angriff auf das Grundgesetz bereit:

Die Jobcenter müssen erhalten bleiben, denn wir wollen Arbeitssuchenden Unterstützung aus einer Hand anbieten. Damit die Zuständigkeit der Kommunen für soziale Hilfe mit der Zuständigkeit der Bundesarbeitsagentur für Förderung und Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt verbunden werden kann, muss das Grundgesetz geändert werden.

Das scheint der FDP recht zu geben mit ihrer Auffassung vom „grundgesetzblinden Gesetzgebers“.

Wollen wir hoffen und beten … das die Mär von der grünen Staatsreligion nur ein Märchen bleibt. Wenn ich allerdings sehe, wie sie ihre neuen Egotempel in die bislang unverbauten Landschaften der Eifel setzen um ihren privaten Traum vom Ökoparadies umzusetzen, habe ich so meine Zweifel an der Nachhaltigkeit der neuen Bewegung.

 

Thomas Wieczorek, Oswald Metzger und das INSM: Bürgerkrieg in Deutschland 2010

Es gibt ja Bücher, bei denen sollte eine Leseempfehlung stehen: nur ab 18,  nur in Begleitung der Eltern, niemals mit gesundheitlichen Einschränkungen, auf gar keinen Fall mit Herzproblemen … denn die Lektüre kann tödlich enden.  Für Filme gibt es so etwas, aber für Bücher?

Dabei können Bücher genauso gefährlich sein – wie z.B. die von Thomas Wieczorek. Das sind so Werke, da greift man schon während der Lektüre nach der Muskete und will nach Berlin marschieren (…bis man merkt, das es zu Fuß ziemlich weit ist und Musketen im Flieger verboten sind) – wobei man ja in guter Gesellschaft wäre, denn Amerikaner, Russen, Engländer, Franzosen, Belgier, Holländer, Australier, Griechen, Polen, Neuseeländer, Marokkaner  und viele andere mehr sind ja auch schon mal nach Berlin marschiert.  Die hatten aber Panzer und eigene Flugzeuge.

Viele halten ja Thomas Wieczorek für einen Linken. Er selber nicht, wie er auf  „gute-Frage-net“ beschreibt:

Lieber Canifex, ich bin dieser Thomas Wieczorek und verstehe mich keineswegs als „Linken“, schon gar nicht im Sinne von Rot-Grün oder Linkspartei“, sondern als „radikalen Humanisten“ – sogar mit teilweiser Anlhenung an die „Bergpredigt“. Meine aktuellen Lieblingspolitiker sind Uwe Schummer (MdB) und Heiner Geißler – also CDU-Leute. Nun wird man natürlich gerade von den Leuten, deren Partei oder politisch-moralische Einstellung man angreift, als „linksradikal“ beschimpft – aber da muss man durch. Jedenfalls bemühe ich mich, anders als vielleicht Deine Lieblingsautoren – meine Aussagen möglichst akribisch zu belegen. Schöne Grüße Thomas Wieczorek Mail: wieczo72@t-online.de

Man kann ihm also auch persönlich schreiben und seine Meinung sagen. Was sich der gute Mann da alles anhören muss, möchte ich allerdings gar nicht wissen. Leute wie er leben gefährlich … er war mal bei der Bildzeitung.  Und hält die Republik für so verblödet, das er sogar ein Buch darüber geschrieben hat:

So wenig Niveau war nie! Selbst Qualitätsmedien berichten ausführlich und mit Hingabe vom Dschungelcamp oder Deutschland sucht den Superstar. Gleichzeitig dürfen von der Wirtschaft finanzierte Professoren auch in der Tagesschau dreist als unabhängige Experten auftreten. Ihre Phrasen werden uns als alternativlose Wahrheiten verkauft – während kritische Politsendungen im Nachtprogramm verschwinden. In seinem neuen Buch deckt Thomas Wieczorek die Auswüchse der allgemeinen Massenverblödung auf. Und er geht der Frage nach: Wird sie bewusst betrieben? Und von wem? Und mit welchem Ziel? Das Ergebnis seiner Recherchen ist Aufklärung im besten Sinne.

Quelle: Buchredaktion

Ich brauche das Buch nicht zu lesen um zu wissen, das die Verblödung bewusst betrieben wird.  Wer offenen Auges durch diese Republik zieht, sieht, das eine Superreichenelite und ihre Anhängsel gezielt politische Rückbildung auf breiter Front betreiben – mit Erfolg.  Und das Volk jubelt. Fühlt sich bestens unterhalten.  Römische Verhältnisse waren halt für die Zuschauer im Kolosseum ein Riesengaudi. Da wurden Langzeitarbeitslose noch von Löwen aufgefressen, da durfte man noch sagen: Das haben die verdient!

Heute macht man das subtiler….manche Dinge ändern sich eben. Wir bauen ja auch keine Belagerungstürme mehr, um damit Burgen zu erobern. Heute kommen die Opfer nicht ins Kolosseum, sondern ins Fernsehen, wo Supernannys,  Superputzfrauen und Superidioten sie in aller Öffentlichkeit bloßstellen, ebenso wie die verbrauchten Aussortierten der Unterhaltungselite nochmal im Dschungelcamp verheizt werden … und sich verheizen lassen um bloß noch ein einziges Mal im Rampenlicht stehen zu dürfen – wohl eine Sucht, die nur Medienmenschen verstehen können.

Man braucht auch die verblödete Republik um die Macht zu übernehmen. Sowas macht man heutzutage ja auch anders als früher. Früher marschierte man mit Musketen gegen Berlin, heute …. kauft man Medien. Wir leben in einer Demokratie, man braucht den König nicht mehr zu erschiessen, man kann ihn abwählen.  Ist insgesamt auch kostengünstiger und man kommt dafür nicht ins Gefängnis, wenn´s mal schiefgeht.

Nur in einer blöden Republik kann ein Verbund von Putschisten offen eine andere Republik fordern und mit beispiellosen Medienoffensiven und Wortverdrehungen Mehrheiten für sich aufbauen … Mehrheiten, die gar nicht mehr wissen, wofür sie da eigentlich stimmen.

Die INSM verfügt über eine breite Medienbasis, sogenannte „Medienpartnerschaften“:

Die INSM unterhält Medienpartnerschaften. Bisher gab es Medienpartnerschaften zwischen der INSM und der Financial Times Deutschland, der Wirtschaftswoche, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dem Focus, dem Handelsblatt und der Fuldaer Zeitung. Im Handelsblatt erschien zeitweise eine regelmäßige Kolumne des Kuratoriumsvorsitzenden der INSM, Hans Tietmeyer, und des KuratoriumsmitgliedsOswald Metzger.

Die Kooperation mit den Medien funktioniert ja auch aus Kostengründen sehr gut:

Die ARD-Sendung Monitor moniert „kritisch-selbstkritisch“ ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Journalismus und Public Relations (PR). [3] Der Medienwissenschaftler Siegfried Weischenberg sagte in dieser Sendung:„Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist höchst erfolgreich, weil es ihr gelungen ist, so einen neoliberalen Mainstream in den Medien durchzusetzen. Und das konnte auch leicht gelingen, weil die Medien kostengünstig produzieren müssen. Sie sind sehr darauf angewiesen, dass ihnen zugeliefert wird, hier gibt’s eine Lobby, die sehr wohlhabend ist. Das ist natürlich eine sehr, sehr problematische Geschichte, weil die Medien nicht das tun, was sie tun sollen. Die Journalistinnen und Journalisten fallen sozusagen aus der Rolle, weil sie nicht kritisch kontrollieren, weil sie die Interessen nicht transparent machen.“

Quelle: Wikipedia

So kann man also Meinungen kaufen … und das ohne große Anstrengung.  Dabei ist das Ganze nicht ungefährlich, denn: es sterben Menschen dabei.  In der Tat … Hartz IV überlebt nicht jeder. Das muß man in diesem Land noch  sagen dürfen.  Manche verhungern,  manche halten den Druck nicht aus, manche die Verachtung.  Es gibt noch keine Leichenberge … aber um die zu verhindern, haben wir ursprünglich die ganzen Geisteswissenschaften geschaffen. Weiß auch kaum noch einer.  Kriege … können im Handumdrehen alles vernichten was wir aufgebaut haben.

Die Väter des Grundgesetzes haben noch einen erlebt, sie wußten, wovon sie sprachen. Sie wußten auch, wie gefährlich ein verblödetes Volk ist – und haben deshalb sie Volksabstimmungen nicht vorgesehen. Aber je blöder das Volk wird,  umso lauter wird der Ruf nach Volksabstimmung.

Tödlich können auch die Forderungen des Oswald Metzger werden, die er momentan bei der INSM verbreiten darf.

Über Oswald Metzger habe ich ja schon mal was geschrieben, da möchte ich mich nicht wiederholen. Er ist so eine Art politischer Wanderpokal, von dem ich erwarte, das er bald bei der Piratenpartei auftaucht, weil ihn sonst keiner mehr haben will.  Ein Mann ohne abgeschlossene Berufsausbildung auf der ständigen Suche nach leistungslosem Wohlstand auf Kosten des Steuerzahlers, wäre er nicht bei der  INSM, wäre er ein Fall für die ARGE und den allseits beliebten Gabelstaplerfahrerschein.

Doch lauschen wir Metzger und dem INSM:

Die Demokratien in Europa befinden sich in einer Verschuldungsfalle – auch wir in Deutschland. In dieser Dekade muss Staatsverschuldung strukturell überwunden werden. Aber: Lassen Lobbys, Medien und wir Wählerinnen und Wähler es in der Demokratie überhaupt zu, öffentliche Leistungen einzuschränken, soziale Besitzstände zu reduzieren? Für die dringend notwendige nationale Konsolidierungsstrategie muss die Politik von einigen Lebenslügen Abstand nehmen, schreibt Oswald Metzger in einem Beitrag für den ÖkonomenBlog der INSM.

Schon diese Einstiegsformulierungen sind … ungeheuerlich.  Die gute wirtschaftliche Vernunft auf der einen Seite … die bösen Medien, Wähler und Wählerinnen auf der anderen Seite – heißt im Klartext: schafft die Demokratie ab. Sagen die ganz offen, ohne das die Polizei kommt.  Darum ist Verblödung zu wichtig für die.  Doch kommen wir zu Oswald selbst.  Was ist zu tun?

Der Staat muß weg. Bildung, Beamte, Rentner … alle müssen zur Kasse gebeten werden.  Vor allem das mit den Rentner geht nicht so weiter:

Hier geht’s um die höchste Einzelausgabe im Bundeshaushalt: 80,8 Milliarden Euro fließen dieses Jahr als Zuschuss an die Rentenversicherung. Die Großzügigkeit“ der Politik muss bezahlt werden von allen Steuer- und Beitragszahlern. Beispiel Rentengarantie. Während die Bruttoeinkommen sinken, bleiben die Renten verschont. Ergebnis: weniger Netto vom Brutto. Auch die Krankenversicherung wird zu einem Fass ohne Boden. Wer hier nicht handelt, treibt die Beitragszahler in die nächste Abgabenerhöhung. Arbeit wird teurer – und der Sozialstaat fetter.

Die Agenda 2010 wurde medial ähnlich vorbereitet.  Ein Jahr später wird das dann als „alternativlos“ akzeptiert.  Und da soll man nicht meinen, das man in einer verblödeten Republik lebt. Die Bürger werden gerade von einer gewissenlosen Clique verraten und verkauft, während sie den Superstar suchen, schaffen gewissenlose Lumpen ihre Rente beiseite….man muß schon schön blöd sein, um solche Prioritäten zu setzen.

Nun erwähnt Metzger auch, das Kapitalerträge und Erbschaften mehr besteuert werden sollten. Auch das … verwundert nicht.  Sind Renter,  Jugend und Beamte genügend ausgeplündert, bleibt für das Feigenblatt genug Geld über … falls es dann nicht wieder heißt: Leistung muß sich wieder lohnen.  Aber auch ansonsten: kommen die anderen Vorschläge politisch durch, wird die Inflation zurückgefahren und somit das Vermögen derjenigen, die zuviel  haben, automatisch geschont.

Also … die Rente ist fort.  Das sollte man schon mal überall verkünden.  Die Demokratie auch.

Es wird Tote geben … wie schon bei der Agenda 2010 … und diesmal werden es mehr werden. 20 Millionen Rentner, die am Hungertuch nagen?

Was tun wir nicht alles für den Aufschwung … des Oswald Metzgers. Und damit auch alles reibungslos klappt, schaffen wir gleich die Demokratie mit ab, denn … das das Volk zu blöde ist,  zu verstehen, was vor sich geht, meint ja neben Wieczorek auch das INSM.

Oswald Metzger hat über die bösen Bürger sogar mal ein Buch geschrieben:

Aufgrund langjähriger Erfahrungen im Politikbetrieb und anhand vieler Beispiele zeigt Oswald Metzger, dass es fast unmöglich geworden ist, in Deutschland notwendige Veränderungen durchzusetzen: weil in den Parteien der Opportunismus regiert und wir Bürger unbequeme Wahrheiten gar nicht erst hören wollen. Eine furiose Kritik an der herrschenden demokratischen Kultur – und ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Verantwortungsgefühl und Augenmaß in der Politik.

Oder der Ruf nach der Diktatur der wirtschaftlichen Vernunft gegen den Egoismus von Bürger und Partei.

Mir scheint, es herrscht Krieg in Deutschland. Bürgerkrieg. Es sterben auch schon Menschen …. obwohl nicht mehr geschossen wird. Es wird entwürdigt und erhungert.  Der politische Wille für die Todesstrafe bei Arbeitslosigkeit ist zu erkennen. Und das alles ist … alternativlos.

Die Fronten dieses Krieges laufen allerdings quer durch alle Parteien … dafür ist die moralische Zuordnung einfacher.

Die Guten gegen die Bösen sind diesmal: Humanisten gegen Plünderer.    Nochmal Thomas Wieczorek in der TAZ:

Was für ein Bild der führenden Elite haben Sie?

Es ist schwierig, Elite zu personifizieren. Wenn diese Leute erst einmal in einem System drin sind, dann haben sie relativ wenig eigene Entscheidungsmöglichkeit. Es sei denn, sie sind so ein Typ wie Obama. In der Regel arbeiten die Politiker aber für das System, und zwar auf eine Art, wie andere für Lidl jobben.

Sie meinen, die tauchen morgens auf, tun, was ihnen aufgetragen, und wollen am Monatsende ihr Geld aufs Konto?

Ja, und wie bei Lidl müssen sie genau wissen: Was darf ich sagen, um keinen Ärger zu kriegen. Das Hauptproblem ist, dass das meiste Geld bei uns verdient wird durch leistungsloses Einkommen. Die, die die Kohle abgreifen, die arbeiten gar nicht.

Und Ihre Gesamtthese ist: Die führenden Eliten leisten nichts und werden trotzdem bezahlt?

Innerhalb ihres Systems erfüllen sie ihre Pflicht. Die Frage ist, ob das System ein richtiges ist.

Da habe ich jetzt … keine weiteren Fragen,  merke nur … das wir vom blutigen Teil des Bürgerkrieges vielleicht gar nicht mehr weit weg sind.  Auf der Seite der Armen gibt es ja schon Tote – und eine Riesenzahl seelisch verletzter und durch gezielten Psychoterror emotional verkrüppelter Kriegsopfer, die ihres Lebens nicht mehr froh werden.

Wir sollten es  schon jetzt Bürgerkrieg nennen, damit auch dem Blödesten klar wird, das es ernst ist.  Wenn´s erst mal richtig brennt, ist´s  zu spät für den Rauchmelder.

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