Banken

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Nachrichten am Dienstag

Heute mal ohne Ufo’s.

Griechenland Pleite? Nee, kann gar nicht sein:

Damit ist faktisch der längst überfällige Staatsbankrott Griechenlands vollzogen. Griechenland verabschiedet sich vom Euro und nimmt als Neustartgeschenk noch 130 Milliarden mit auf den Weg. Pustekuchen, nichts davon, jetzt ist laut den Eurokraten die Krise beendet, ab sofort geht’s aufwärts mit dem lebenden Leichnam, mit dem Zombie. Griechenland wird seine Staatsschulden wundersam auf lächerlich geringe 160 Prozent des BIP senken können, in 8 Jahren gar auf winzige 120 Prozent. Investoren werden Schlange stehen, die Arbeitslosigkeit wird schlagartig sinken, Rezession wird aus dem griechischen Wortschatz gestrichen. Empfänger von Sozialleistungen wie Rentner werden sich mit Oliven vollstopfen und Retsina übers Haupt giessen, die Steuerämter werden mit der noch effizienteren Einnahme von Abgaben gar nicht nachkommen, die Wirtschaft wird schlagartig chinesische Wachstumszahlen produzieren statt minus 7,5 Prozent.

WTF?

Die EZB war den Geschäftsbanken gegenüber bisher sehr entgegen kommend. […]
Außerdem wurde jede Anhebung [der Zinsen] im Vorhinein durch bestimmte Codewörter angekündigt, so dass die Banken sich darauf einstellen konnten. Es war fast schon Geldpolitik auf Ansage, niemals wurden die Institute überrascht.

Über den kommenden dritten Weltkrieg:

Was, wenn Meinungsforscher Bürgern der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union die folgende Frage stellen: “Was ist wichtiger, Islamisten die Freiheit zu geben, ein säkulares Regime in Syrien zu stürzen oder einen dritten Weltkrieg zu vermeiden?”
Ich wette, die Mehrheit wäre für die Vermeidung des 3. Weltkrieges. Natürlich, die Frage wird nie so gefasst werden. Das wäre eine “realistische” Frage und wir im Westen, von den Höhen unserer moralischen Überlegenheit haben keine Zeit für vulgären “Realismus” in der Außenpolitik (ausgenommen der exzentrische Ron Paul, der Rufer in der Wüste der republikanischen Vorwahlen).

Trau keinem Sachverständigen. Erst recht nicht, wenn er im Auftrage von Politikern lügt sachverständigt:

Wie die Stuttgarter grünen Abgeordneten Brigitte Lösch, Muhterem Aras und Nikolaus Tschenk mitteilten, sind sie von WikiReal auf einen Fehler in der Software „Railsys“ der Firma RMcon aufmerksam gemacht worden, die für den Stresstest von Stuttgart 21 verwendet wurde. Der Fehler bezieht sich auf den Zeitpunkt der Signalstellung bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof und wirkt sich insbesondere bei verspäteten Zügen aus. Die Folgewirkung ist eine Kapazitätssteigerung des Tiefbahnhofs in der Simulation. Aus Sicht der drei Stuttgarter Abgeordneten handelt es sich damit um eine berechtigte fachliche Frage, deren Auswirkungen aber derzeit nicht abgeschätzt werden können.
(Erinnert mich an die unappetitliche South Park Folge mit Apple.)

Und hier latscht Herr Kauder mal wieder in ein Fettnäpfchen:

Siegfried Kauder hatte die allerbesten Absichten. Als CDU-Rechtsexperte spezialisiert auf Internet-Unrecht aller Art, wollte der CDU-Bundestagsabgeordnete auf seiner zuletzt recht bekanntgewordenen Homepage einfach nur mal zeigen, wie schwer das Leben und Wirken eines gewählten Abgeordneten im Normalfall ist. Zu diesem Zweck zeigte der erfahrene Politiker im Internet, dem nach einer Analyse von BKA-Chef Ziercke „größten Tatort der Welt“, zahlreiche Bilder von Minderjährigen, die ihn während seiner aufreibenden Tätigkeit im deutschen Bundestag besucht hatten, um sich ein Bild zu machen über den „Ablauf der parlamentarischen Arbeit in Berlin“.

Nochmal über die Wahl in Russland, diesmal von Webster Tarpley:

Russia Today: Dies war bis jetzt Russlands transparente Präsidentschaftswahl. Glauben Sie, dass der Westen diese Ansicht teilen wird, sobald die offiziellen Ergebnisse verkündet sein werden?

Webster Tarpley: Nun, unglücklicherweise sind die Eliten hier in Washington darüber vor Wut kurz vor einem Herzinfarkt. Das ist nicht das Ergebnis, das sie sich gewünscht haben. Ich bin nicht sicher, was Sie sich wünschten, aber sicherlich nicht dies.

Hier lobt jemand Herrn Monti aus Italien. Nicht wegen seiner Arbeit sondern wegen seiner Schlagfertigkeit…

Kürzlich erregte „La Padania“ sogar ein bisschen Aufsehen. Die Zeitung schrieb auf der Frontseite, Mario Monti besitze eine Villa in Silvaplana im Engadin. Die Botschaft war klar: Im eigenen Land geht man gegen Steuerflüchtlinge vor, und der Herr Ministerpräsident wäscht sein Geld in der sauberen Schweiz. Einige andere Medien übernahmen diese Neuigkeit.

Der Ministerpräsident reagierte mit professoralem Sarkasmus. Auf die wenigen Leser der Bossi-Zeitung anspielend sagte Monti, er wende sich an „die eventuellen Leser der Zeitung La Padania“ („agli eventuali lettori della Padania“). „Eventuelle Leser“. Zynischer geht es nicht. Mit sanftem Spott fügt er bei: „Eine Behauptung im Artikel ist korrekt“. Was bedeutet, dass alle andern falsch sind.

Christliche Kannibalen

Eine “imitierte Eucharistiefeier” lässt die Religionspolizei des Vatikans auf den Plan treten, die bereits intensiv die Verdächtigen verhört hat.Man muss hier wissen, dass das Verabreichen einer Oblate unter den Bedingungen einer katholischen “Messe” zur “Transsubstantiation” führt, die Oblate sich also in Fleisch verwandelt. Fleisch von der Leich des Heilands. Auch der Wein wird zu Blut, aber das darf nur der Schamane trinken, der die Zauberformel spricht.

Wenn nun also Unbefugte das Ritual vollziehen, kann Schlimmes passieren: Das Fleisch kann erheblichen Qualitätsverlust erleiden, das Blut womöglich den falschen Gerinnungsfaktor haben oder sogar erhöhte Hämatokritwerte aufweisen. Leistungssportler etwa bringen sich damit in Teufels Küche. Und eben auch die Teilnehmer am illegalen kannibalischen Zeremoniell. Wer nämlich spirituelles Gammelfleisch sich verschafft und im Umlauf bringt oder gar vorsätzlich verköstigt, wird im günstigsten Fall mit einigen tausend Jahren Fegefeuer bestraft. Dies gilt allerdings nur in Verbindung mit der Todsünde einträglicher Zinsgeschäfte.

Ein Buch über Manipulation:

Wären Sie bereit, einem Videospiele-Hersteller „eine nicht übertragbare Option auf Ihre unsterbliche Seele“ zu gewähren? Nein? 88 Prozent der US-Kunden waren es. Und das liegt freilich nicht daran, dass man jenseits des großen Teichs mit seiner Seele allzu bereitwillig um sich wirft. Die Leute haben beim Einkaufen schlichtweg nicht aufgepasst – vom Lesen der Nutzungsbedingungen ganz zu schweigen.

Ferngesteuertes Töten:

Der Widerwille normaler Männer gegen das Töten kann überwunden werden durch intensives Training, direkte Befehle von Offizieren, weitreichende Waffen (wie Raketen, Drohnen etc.) und Propaganda, die die Sache des Soldaten glorifiziert und den Feind enthumanisiert. „Mit der entsprechenden Konditionierung und unter den entsprechenden Umständen sieht es so aus, dass fast jeder töten kann und töten wird,” schreibt Grossman. Viele Soldaten, die Feinde in der Schlacht töten, freuen sich anfänglich, sagt Grossman, aber später fühlen sie oft tiefgehenden Ekel und Reue, was sich in posttraumatisches Stressleiden und andere Krankheiten umwandeln kann. Grossman glaubt, dass in Wirklichkeit die Probleme vieler Kriegsveteranen der Beweis sind für einen „starken angeborenen Widerstand des Menschen gegen das Töten seiner eigenen Art.”

Für alle Spinner, die ihre Krankenversicherung verlassen weil die jetzt homöopathische Behandlungen zahlt:

Zusammenfassend könne gesagt werden, „dass die Beschwerdesymptomatik der Patienten unter der homöopathischen Behandlung wesentlich verbessert wurde, verbunden mit einer deutlichen Reduktion der Einnahme konventioneller Medikamente.“ Der gemessene Real-Life Effect weise demnach auf „die Möglichkeit einer therapeutischen Bereicherung und finanziellen Entlastung des Gesundheitssystems hin, ohne allerdings Aussagen über die Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung per se zuzulassen.“

Das liest sich so, als wenn „das Volk“ nicht über jeden Kram abstimmen sollte:

Am Abstimmungssonntag ist die Buchpreisbindung in der Schweiz endgültig gefallen. Die Vorteile werden geringer als erwartet sein, die Nachteile wiegen dagegen schwer.

 

Bewegte Bilder:

10 Minuten über die momentane Lage in Fukushima:

Nachrichten vom Wochenende

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff:

im folgenden eine Liste der Banker Ruecktritte…

Ein paar Videos zum Erfolg der Nato in Lybien:

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nichts mit dem Islam zu tun hat. Diese sogenannten Rebellen sind eine wilde Horde von Verrückten, mit den sich die USA ins Bett legte, um den Anschein eines angeblichen Volksaufstandes zu erzeugen, Gaddafi zu stürzen und so an die Ressourcen Libyens zu gelangen.

Herr Vetter aufgebracht:

Womöglich wird man bald Post von Christian Wulffs Anwalt erhalten, wenn man mit Blick auf den heutigen Tag in Großburgwedel das Wort Hausdurchsuchung in den Mund nimmt. Denn offenbar versuchen alle Seiten geradezu krampfhaft, das Unvermeidliche nicht mit einer richterlich angeordneten Zwangsmaßnahme zu verbinden. Trotzdem passierte heute nachmittag etwas: Freundliche Ermittler besuchten ohne Durchsuchungsbeschluss die Wulffs zu Hause und erhielten nach Medienberichten freiwillig Dokumente, Computer und Festplatten ausgehändigt.

 Karl Weiss fragt sich, ob Ron Paul ein Linker ist:

 Bereits seit geraumer Zeit fällt auf, wie die US-Medien einen grossen Bogen um Ron Paul machen, einer der vier verbliebenen Kandidaten der republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahlen Ende des Jahres. Auch in Deutschland wird Ron Paul eher ein wenig von oben herab behandelt. Tatsache ist, er ist bisher noch nicht abgeschlagen im Rennen der vier verbliebenen Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei der USA. Und besonders beeindruckend ist, wie viel jugendliche Amerikaner sich für die Kampagne Ron Pauls zur Verfügung stellen, der mit 76 Jahren natürlich nicht der automatische Kandidat der Jugend ist.

 Man mischt sich in den Wahlkampf in Frankreich ein:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und wichtige EU-Partner haben vereinbart, den französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande während des Wahlkampfes nicht zu empfangen. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Spiegel hervor. Der vertraulichen Absprache zwischen Merkel, Italiens Regierungschef Mario Monti und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy habe sich auch der britische Premier David Cameron angeschlossen, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Mit Kommentar von Herrn Mowitz:

Dennoch ist diese Aktion, unter Führung der ehemaligen Propagandasekretärin aus der untergegangenen DDR, Angela Kasner, heute Merkel, ohne Gegenstück im Nachkriegs-Europa. War man doch bisher immer bemüht so zu tun als seien Wahlen ausschließlich die inneren Angelegenheiten eines Landes sowie seines wählenden Volkes, in die sich das Ausland nicht einzumischen hat. Seit Übernahme der Staaten durch die Banken, nimmt man demokratische Gepflogenheiten sehr viel lockerer und kaum noch zur Kenntnis. In diesem Fall ist der Grund, dass Hollande, falls er gewählt wird, den gerade beschlossenen europäischen Fiskalpakt umverhandeln will. Sogar Großbritannien, obwohl es nicht den europäischen Fiskalpakt unterschrieben hat und auch nicht der Euro-Zone angehört, aber immer im Auftrag der City und US-Wall-Street als Brandstifter unterwegs ist, ließ seinen Premier David Cameron an diesen Affront gegen einen sozialistischen Demokraten gerne teilnehmen.

Hier konnte man sich nicht einmischen, daher ist das Ergebnis unbefriedigend:

Die Wahlbeteiligung im Iran lag laut der iranischen Nachrichtenagentur FARS gestern bei 66 Prozent die von der tendenziösen deutschen Politrukanstalt für Nachrichtenfälschung mit „bei mehr als 60 Prozent“ vermeldet wurde. Schnell schob man noch nach, dass die von der iranischen Regierung angestrebte starke Wahlbeteiligung, wohl doch nicht so toll gewesen sein konnte wie erhofft.

Und auch die Russen haben jemanden gewählt, der mißfällt:

Das Ergebnis ist keine Überraschung, Putins Sieg mit einem Wert, der sich bis zum Montagmorgen noch auf gut 63 Prozent steigerte, war die unspektakulärste und wahrscheinlichste Variante. Weit genug von einem Ergebnis unter 50 Prozent entfernt, das eine Stichwahl nötig gemacht hätte – das wäre eine Sensation gewesen und hätte Putin schmerzhaft geschwächt. Und auch weit genug von den 71 Prozent, die Putin noch bei den Präsidentschaftswahlen im März 2004 erhielt, zu den Hochzeiten seiner Popularität. Das hätte niemand geglaubt.

Ein Bericht über Sitzung der “Coalition of top tech & media companies to make [the] internet [a] better place for our kids“.

Mitglieder sind unter anderem solch ausschließlich am Wohlergehen der Allgemeinheit interessierte Unternehmen wie die Datenfresser und Privatsphärevernichter Facebook und Google. Nebst erklärten Gegnern von Netzneutralität wie der Deutschen Telekom und dem willfährigen Internetzensurgehilfen Vodafone befinden sich noch weitere Provider mit an Bord. Abgerundet wird diese illustre Runde durch die Teilnahme des Blackberry-Herstellers RIM, der bekanntlich repressiven Regierungen zwecks Ausspähung Zugriff auf die Gesprächs- und Datenleitungen seiner Kunden gewährt. Darüber hinaus sitzt mit Microsoft der weltweit schärfste Verfechter von OpenSource (Achtung, Ironie!) mit am Beratungstisch. Und um das Bild perfekt zu machen, darf Apple nicht fehlen. Apple ist ein Unternehmen, welches es für angemessen hält, seinen Kunden den Zugriff auf aus Apples Sicht “anstößige” Inhalte zu verbieten. Wenn es also eine Handvoll Unternehmen gibt, denen man vertrauensvoll Zensur- und Filtertechnologie an die Hand geben kann, dann sicherlich Unternehmen wie die zuvor genannten.
Ich habe mir die nun veröffentlichte Sitzung angehört und für die interessierte Öffentlichkeit meine persönlichen Highlights jeweils mit Zeitmarke herausgearbeitet.

Kunstgriffe, wie ich Gegner platt rede ohne selbst wirklich was zu sagen …

Oder so ähnlich kann ich mir vorstellen, was Politiker von Klein auf Lernen, um sich nach oben zu bekommen und wenn oben angekommen, auch oben zu verbleiben. Und bei wem sie in die Schule gegangen sein könnten? Schopenhauer hatte (vermutlich um 1830) einen Sack voll solcher Regeln zusammengetragen (Quelle), und wenn wir alle diese kennen, sollte ihre Wirkung verpuffen, oder?

So kenne ich das:

Eristische Dialektik (zu altgriechischeristiké téchne) ist der Name eines um 1830 entstandenen Manuskripts von Arthur Schopenhauer, in dem er als Eristik oder Eristische Dialektik eine Kunstlehre beschreibt, um in einem Disput „per fas et nefas“ (lat.; mit erlaubten und unerlaubten Mitteln) als derjenige zu erscheinen, der sich im Recht befindet. Zu diesem Zweck gibt er 38 rhetorischeStrategeme an, die also nicht der Wahrheitsfindung dienen, sondern dem Erfolg in einem Streitgespräch durch bestimmte argumentative Formen. Diesen Zweck haben auch klassische Sophismen. Einige davon werden von Schopenhauer ebenfalls aufgeführt. Er erwähnt das Manuskript 1851 in Parerga und Paralipomena. Dort distanziert er sich aber von diesem polemischen Ansatz.

Wem gehört eigentlich RTL?

Falls Sie schon immer mal wissen wollten, wem RTL „gehört”, empfehlen wir die Lektüre der jüngsten Pressemitteilung der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Dort wird nämlich deutlich, wie bestechend simpel die Zusammenhänge sind…

Und wer noch mehr lesen mag, schaut hier vorbei...

Bewegte Bilder:

Milch ist evtl. doch nicht so Gesund:

Ein Kälbchen, das die Milch seiner Mutter in pasteurisierter Version bekommt, stirbt nach allerspätestens einem halben Jahr, gelegentlich bereits innerhalb von drei Wochen.

 

Der übernächste Bundespräsident über Medien und Manipulation:

(Videos gefunden bei http://www.politaia.org

Nachrichten vorm Wochenende

So richtig viel gabs leider nicht…

 Dem kann man nichts mehr hinzufügen und sollte täglich in der Tagesschau vorgelesen werden:

Hätte die EZB dieses Geld (529,irgendwas Milliarden zu 1% Zinsen für Banken, Rb) den Nationalstaaten direkt für genau das eine Prozent oder sogar drei Prozent geliehen, wäre die Eurokrise erledigt. So gab es wieder nur Subventionen für das Großkapital. Warum demonstriert eigentlich niemand gegen die EZB und ihre Machenschaften? Es ist doch kaum vorstellbar dass da nicht Bestechungsgeld fließt. Solche irrsinnigen Entscheidungen sind sonst einfach nicht zu erklären.

Da können die Deutschen noch was lernen:

Hundert aufgebrachte Franzosen haben in der Stadt Bayonne im Baskenland der französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in arge Bedrängnis gebracht. Sie buhten ihn aus und riefen wütende Parolen. Schließlich drückte die Menschenmenge immer stärker gegen den Tross von Sarkozy, sodass dem Präsidenten keine andere Wahl mehr blieb als in einer Bar Schutz zu suchen.

 

 Wir werden alle sterben (Wenn wir zuviel ungesundes und schädliches Gemüse essen. Fast- und Mikrowellen- Food ist da sicherer). Komisch, ich dachte, jetzt kommt die Eichhörnchengrippe:

Ehec – dieses Kürzel hielt im vergangenen Jahr die Bundesbürger in Atem. Vor allem im Norden Deutschlands verbreitete sich der aggressive Darmkeim damals rasch. Bundesweit erkrankten 3800 Menschen, 53 starben. Nun sind in Hamburg innerhalb kurzer Zeit erneut fünf Infektionen mit dem Erreger aufgetreten, für ein Kind endete die Erkrankung tödlich. Droht eine neue Ehec-Welle?

Die Bilderberger haben es eilig. Sagt Herr Flegelskamp (passt im Groben und Ganzen übrigens auch zu Fulfords Aussagen):

Ich glaube allerdings nicht, dass bei den Bilderbergern ausgekungelt wird, was zu geschehen hat. Dafür sind die Treffen zu kurz. Wenn also die Besucher der Bilderbergveranstaltungen berichten, dass dort lediglich über das Geschehen in der Welt debattiert wird, glaube ich das. Na ja, fast, denn es dürften einseitige Debatten sein. Aus meiner Sicht sind die Bilderbergtreffen Veranstaltungen, die eher mit einem Befehlsempfang zu vergleichen sind. Dort bekommen Teile der Besucher gesagt, welche Schritte sie als nächstes einleiten sollen, welche Politiker sie pushen sollen, damit sie in führende Ämter gelangen und wie die Berichterstattung in den Medien aufgebaut werden soll, damit der dumme Pöbel nicht begreift, dass man ihn am Nasenring zur Schlachtbank führt. Die Debatten, wie man weiter vorgehen will, werden wohl in anderen Organisationen geführt, wie dem Council on Foreign Relations, dem European Council on Foreign Relations, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, dem Royal Institute of International Affairs, der Trilaterale Kommission, die Atlantikbrücke, dem Aspen-Institut und vermutlich einigen anderen (z. B. der INSM und der Bertelsmannstiftung), denn dort sind sie vereinigt, ein paar der Superreichen und ihre Handlanger aus den Bereichen der Wissenschaft, des Finanzwesens, der Politik und der Banken. Dass die noch verbliebenen Feudal-Herrscher sich damit verbrüderten, lässt den Schluss zu, dass sie ihre alte vergangene „Herrlichkeit“ zurück haben wollen.

Am Sonntag, den 11.02 schon was vor?

Am Sonntag, den 11. März 2012, ein Jahr nach Beginn der atomaren Katastrophe in Fukushima, wird es sechs große Demos und Aktionen in verschiedenen Städten und an Atomstandorten geben.
Wenn ja, wenigstens unterschreiben:
Als Privatperson unterschreiben

Als Organisation unterstützen

Big Brother is watching you

Bei den Beratungen über eine Neufassung des europäischen Datenschutzrechts machen die USA ein Mitspracherecht geltend. Im Anschluss an Gespräche mit der EU-Kommission in Brüssel sagte der Chefjurist im US-Wirtschaftsministerium, Cameron F. Kerry, am Mittwoch in Berlin, seine Regierung betrachte sich in diesem Prozess als berechtigten Interessenvertreter.

Das Rechtsgutachten der EU-Juristen zu ACTA (das, was wir nicht lesen sollen weil es die Unterzeichnung verhindern könnte). In zwei Fremdsprachen gleichzeitig (Englisch und Juristisch). Und nein, ich habs mir nicht angetan.

In einer gemeinsamen Rechtsmeinung stellen die EU-Juristen fest, dass es „keine rechtliche Voraussetzung gebe, dass ein internationales Abkommen kompatibel zu rechtlichen Beschlüssen von EU-Institutionen sein müsse. Ein von der Union unterzeichnetes internationales Abkommen kann tatsächlich zu Änderungen im Sekundärrecht führen.“ (Frage 2, c), Legal Opinion Seite 15)

Ist das ein neues Geschäftsmodell? Wo hat der Kunde denn 14,4% Zinsen bekommen? Bestimmt nicht auf seinem Girokonto.

Der frisch gebackene Millionär konnte sich jedoch nur wenige Stunden an dem Geldsegen erfreuen: Die Online-Bank forderte ihr Geld nach einem halben Tag zurück. Dem Kunden sei nur „aufgrund eines technischen Fehlers fälschlicherweise ein deutlich zu hoher Betrag als verfügbarer Betrag angezeigt“ worden, sagte ein Banksprecher am Donnerstag. Zusätzlich verlangte das Geldinstitut noch 14,4 Prozent Zinsen. Diese 12 000 Euro Aufschlag, den die Online-Bank von seinem Konto einbehielt, will der Hesse jetzt zurück. Über seine Klage verhandelt am 3. Mai das Landgericht Itzehoe.

Mach den Schäuble:

Ob wohl so auch die Rettungspakete ausgewürfelt werden?

Christoph Hörstel am 11.9.11 in Karlsruhe:

„Neues“ von der Wissensmanufaktur (was für ein fürchterliches Vorschaubild):

FNORD

Journalismus? So tot wie Griechenland, Bin Laden, Gaddafi und die Demokratie: die „höheren Menschen“ säubern das Land

Samstag, 18.2.2012. Eifel.  Sieht man sich diesen Beitrag mit Christoph R. Hörstel an, so kann verstehen, warum Menschen Verschwörungsängste entwickeln und panisch auf jede Andeutung reagieren, die Mächtigen dieser Welt würden sich jemals unterhalten, jemals Strategien entwickeln und Pläne schmieden um sich noch mehr Reichtum anzueignen.  Man hört dort ungeheuerliches aus dem Mund eines Mannes, der einen beachtlichen Lebenslauf hinter sich gebracht hat - die Piratenpartei als Projekt des Verfassunsschutzes ... ein ungeheuerlicher Vorwurf. Noch viel brisanter jedoch der Vorwurf, das der Journalismus tot ist. Natürlich darf auch nine-eleven nicht fehlen, das Flaggschiff aller Verschwörungstheorien. Aber mal ehrlich ... kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das eine Regierung, die unter Vorspielung falscher Tatsachen fremde Länder angreift, erobert und politisch unbequeme Mitmenschen im Ausland ermorden läßt, auch mal ein paar tausend Menschen im eigenen Land umbringt ... wenn es denn den großen Zielen der Wirtschaft nützt? Kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das der Verfassungsschutz, der jahrelang mordende Nazi-Todesschwadrone in einer von seinen eigenen Leuten völlig unterwanderten rechten Szene wirken lassen hat nicht auch mal eine Partei gründet, um präventiv und aktiv gegen mögliche zukünftige Verfassungsfeinde vorzugehen? Wäre es völlig undenkbar, das die Medien im Jahre 2012 nach jahrzehntelanger Wühlarbeit von Lobbyisten, Parteien und Konzernen (inklusiver beständiger Konzentration zwecks Auflösung der Konkurrenzsituationen) gar nicht mehr unabhängig berichten können, ohne persönlich  (in Form von Arbeitslosigkeit) Probleme mit Zeitungseignern, Werbekunden und Parteivertretern zu bekommen? Können wir es uns als friedliche Demokratie überhaupt leisten, das Risiko einzugehen, in dieser Hinsicht völlig blauäugig aufzutreten? Schauen wir uns hierzu einfach einmal ein paar Nachrichten an, zum Beispiel aus der TAZ:

Samstag, 18.2.2012. Eifel.  Sieht man sich diesen Beitrag mit Christoph R. Hörstel an, so kann verstehen, warum Menschen Verschwörungsängste entwickeln und panisch auf jede Andeutung reagieren, die Mächtigen dieser Welt würden sich jemals unterhalten, jemals Strategien entwickeln und Pläne schmieden um sich noch mehr Reichtum anzueignen.  Man hört dort ungeheuerliches aus dem Mund eines Mannes, der einen beachtlichen Lebenslauf hinter sich gebracht hat – die Piratenpartei als Projekt des Verfassunsschutzes … ein ungeheuerlicher Vorwurf. Noch viel brisanter jedoch der Vorwurf, das der Journalismus tot ist. Natürlich darf auch nine-eleven nicht fehlen, das Flaggschiff aller Verschwörungstheorien. Aber mal ehrlich … kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das eine Regierung, die unter Vorspielung falscher Tatsachen fremde Länder angreift, erobert und politisch unbequeme Mitmenschen im Ausland ermorden läßt, auch mal ein paar tausend Menschen im eigenen Land umbringt … wenn es denn den großen Zielen der Wirtschaft nützt? Kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das der Verfassungsschutz, der jahrelang mordende Nazi-Todesschwadrone in einer von seinen eigenen Leuten völlig unterwanderten rechten Szene wirken lassen hat nicht auch mal eine Partei gründet, um präventiv und aktiv gegen mögliche zukünftige Verfassungsfeinde vorzugehen? Wäre es völlig undenkbar, das die Medien im Jahre 2012 nach jahrzehntelanger Wühlarbeit von Lobbyisten, Parteien und Konzernen (inklusiver beständiger Konzentration zwecks Auflösung der Konkurrenzsituationen) gar nicht mehr unabhängig berichten können, ohne persönlich  (in Form von Arbeitslosigkeit) Probleme mit Zeitungseignern, Werbekunden und Parteivertretern zu bekommen? Können wir es uns als friedliche Demokratie überhaupt leisten, das Risiko einzugehen, in dieser Hinsicht völlig blauäugig aufzutreten? Schauen wir uns hierzu einfach einmal ein paar Nachrichten an, zum Beispiel aus der TAZ:

Gleichzeitig tobt ja ein Krieg gegen Syrien, der medial weitgehend verschwiegen wird und der deutschen Bevölkerung nicht bewußt ist: Ausländische Geheimkommandos und Söldnerscharen sickern über alle Grenzen nach Syrien ein, Ausrüstung und Kommunikation besorgen NATO-Staaten, auch Deutschland. Aus Syrien höre ich, daß drei BND-Agenten von syrischen Dienststellen gefaßt wurden – möglicherweise will die deutsche Seite hier Tauschmöglichkeiten aufbauen.

Wieder einmal Christoph R. Hörstel. Irgendetwas schrecklich Irrationales an dieser Aussage? In Afghanistan war das Alltag – man heuerte die „Warlords“ des Nordens an, bewaffnete sie und schickte sie in den Krieg gegen die Taliban, die man vorher angeworben, mit Waffen ausgerüstet und gegen die Sowjets geschickt hatte, die wiederum hauptsächlich dafür verantwortlich waren, das die Industrie am Kalten Krieg vorzüglich verdient hatte – auch wir Deutschen haben unseren Anteil daran. Den muss man in den Medien jedoch lange suchen, nehmen wir als Beispiel Griechenland. Griechenland ist ja so ein Dauerbrenner wie bei uns Hartz IV – und dank der griechischen Tragödie können wir ja bald dankbar sein, das wir Hartz IV haben. Schauen wir mal ins Handelsblatt, wie die griechischen Schulen überhaupt zustandekamen:

Die Griechen gäben seit Jahrzehnten mehr aus, als sie verdienten, lautet ein berechtigter Vorwurf. Doch daran haben die Deutschen besonders gut verdient. Miele-Waschmaschinen, Grundig-Radios, ein Opel Olympia: Das waren schon in den 60er-Jahren begehrte Statussymbole in Griechenland – auch wenn sie für die meisten Menschen unbezahlbar blieben. Mit dem Beitritt zur EWG 1981 schlug die große Stunde der deutschen Exporteure, die Zollschranken fielen. Die Einführung des Euros gab den Ausfuhren nach Griechenland noch einmal einen kräftigen Schub. Sie haben sich zwischen 2002 und 2008 mehr als verdoppelt.

Dieser Euro war für uns ein kleines Wirtschaftswunder … nebenbei zerschlug man die einheimischen Industrien bzw. man sorgte dafür, das die erst gar keine eigenen aufbauten. Wo wird das eigentlich bei der öffentlichen Verurteilung Griechenlands berücksichtigt?

Es kommt aber noch besser:

Auch die Vertreter der deutschen Rüstungsindustrie gaben sich in Athen die Klinke in die Hand. Die Griechen waren lange ihre besten Kunden: Panzer und Geländewagen, Unimogs und U-Boote, Fregatten und Granaten. Selbst als die griechische Finanzmisere längst offensichtlich war, kam Kanzlerin Merkel nach Athen und drängte den damaligen Premier Kostas Karamanlis zum Kauf milliardenschwerer Eurofighter. Und wenn die Griechen mit einem Kauf zögerten, halfen deutsche Firmen wie Siemens oder Ferrostaal mit Schmiergeldern nach. Die wurden auf die Rechnungen draufgeschlagen.

Was bezahlen wir also heute wirklich? Die Gier und die Skrupellosigkeit deutscher Konzerne, die zudem auch noch Schützenhilfe von seiten der Nato und der Bundeskanzlerin hatten. Wir zahlen für einen Moralkrebs, der unsere ganze Gesellschaft durchsetzt hat … inzwischen hat diese Gier sogar einen Bundespräsidenten aus dem Amt gejagt, der den vielen „Zuckerchen“ der Gierindustrie nicht stringent genug ausgewichen ist. Ja, bei diesem Präsidentengeschacher kommt die deutsche Bundeskanzlerin genauso ins Spiel wie bei der Zwangsverschuldung Griechenlands, das den „Zuckerchen“ ebenfalls nicht widerstehen konnte. Schauen wir nochmal ins Handelsblatt, in dem sich der Sohn Rudi Dutschkes zum Rücktritt des Bundespräsidenten äußert:

Angela Merkel hat dieses Amt wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Die Art und Weise wie sie schon 2004 zusammen mit Guido Westerwelle beim geselligen Abendessen einen Finanzbeamten ins oberste Staatsamt gehievt hat, war eine Dreistigkeit.

Horst Köhler war bis zu dem Zeitpunkt, als er als Kandidat präsentiert wurde, in der Bevölkerung völlig unbekannt. Was hat es noch mit Demokratie zu tun, wenn eine Kanzlerin und ihr Stellvertreter in ihrer Allmacht und mit Parteizwang eine solche Entscheidung treffen können? 

Ja, was hat das noch mit Demokratie zu tun? Und wenn so etwas geschieht – was sagt das über unsere Demokratie aus? Und warum sollen wir dann Verschwörungstheorien in Bausch und Bogen verdammen, wenn wir doch Tag für Tag mit der Tatsache konfrontiert werden, das hinter den Kulissen der  Supernachrichtenshow ganz knallhart Politik gemacht wird, ohne uns zu fragen?

Nun vielleicht sollte uns das alles auch egal sein, denn:  die Deutschen werden immer reicher. 8,5 Billionen Euro – so schätzt der Spiegel, auf zehn Billionen kommt das Handelsblatt. „Die Deutschen“? Nein, nur ein paar „höhere Menschen“, Menschen, die es in einer Demokratie gar nicht mehr geben dürfte, die es aber trotzdem auf einmal da sind – zum Beispiel beim Wiener Opernball, siehe Welt:

Zur Fächerpolonaise zogen sie ein, in der ersten Reihe jene höheren Töchter und Söhne, deren Eltern eine der bis zu 18.500 Euro teuren Logen gebucht haben, zur Polka française „Auf Wiener Art“ begannen sie zu tanzen.

Wenn es stimmt, das ein ARD-Korrespondent wie Christoph R. Hörzel gezwungen ist, seine vier Kinder mit Hartz IV über Wasser zu halten (ich habe jedenfalls eine Nebenbemerkung in dem oben genannten Interview so gedeutet), dann würde das in Zahlen bedeuten, das für einen Logenplatz vier Kinder EINTAUSENDSECHSHUNDERTFÜNFUNDACHTZIG TAGE auf ihr Essen verzichten müssten (oder eben ein Kind achtzehn Jahre): Verhältnisse wie zum Zeitpunkt der französischen Revolution. Wahrlich, wir sind kein reiches Land, wir  sind ein willenloses und hilfloses nacktes Stück Fleisch auf der Schlachtbank skrupelloser Menschenfeinde. Zu drastisch formuliert?

Keine Sorge – ich stehe gern zu meinem Wort und liefere noch etwas nach, damit man sieht, das es nicht nur fernen Syrern, Libyern, Afghanen, Irakern und Griechen schlecht geht. Hierzu reicht ein Blick in die Welt:

Gier der Zocker gefährdet deutsche Stromnetze

Die Bundesnetzagentur warnt vor gefährlichen Handelsgeschäften an der Strombörse. Bei extremer Kälte kann der Preispoker zum Blackout führen.

Man sollte sich das wirklich einmal deutlich vor Augen führen, was das heißt: viele Heizungen werden bei extremer Kälte ausfallen. ALLE Heizungen. Kein Licht, kein Telefon, bald auch kein Wasser, wenn die Pumpen ausfallen: die spielen mit unser aller Leben – genauso wie die Ärzteschaft, ebenfalls Welt:

In Deutschland sind im Jahr 2010 nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung 1712 Patienten durch Ärztepfusch oder mangelhafte Medizinprodukte ums Leben gekommen. Zum Vorjahr entspreche dies einem Anstieg der Todesfälle um fast 35 Prozent, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. Demnach stieg die Zahl der durch Ärztefehler verursachten Todesfälle besonders stark: von 551 auf 944.

Nehmen wir die Zahlen der Patientenorganisationen, so verzehnfacht sich die Zahl der Todesfälle … dafür haben wir aber auch das teuerste und ineffektivste Gesundheitssystem der Welt. Nirgendwo sonst gibt es so wenig Leistung für so viel Geld, was zeigt, das unsere Gesundheit zwar teuer ist, aber keinerlei Wert mehr hat.

Damit aber noch nicht genug – der übervolle Reichtum der viel-zu-wenigen geht auch auf anderem Gebiet auf Kosten der wachsenden Armenschicht, die zunehmend aus den Städten herausgedrängt wird, siehe Welt:

Preise für Wohneigentum in Metropolen explodieren.

Das heißt: die Reichen und ihre Lakaien werden bald unter sich sein: die „höheren Menschen“ säubern das Land. Der Rest kann nach Griechenland ziehen und dort ohne Hartz IV auf der Straße leben. Medizin, Wohnraum, Stromversorgung: sogar im angeblich reichen Deutschland ist die Grundversorgung in Gefahr. Wer wissen will, wo die Verursacher stecken, braucht nur das Handelsblatt zu lesen:

Die Ratingagentur Moody’s feuert einen Warnschuss auf die Banken ab. Diesmal trifft es nicht die Institute in den europäischen Schuldenstaaten, sondern alles was in der Branche Rang und Namen hat, weltweit. UBS, Credit Suisse und Morgan Stanley könnten bis zu drei Bonitätsstufen verlieren. Bei der Deutschen Bank, Goldman Sachs, JP Morgan und Citigroup droht Moody’s eine Herabstufung um zwei Noten an. Insgesamt stellt die Ratingagentur weltweit 17 Großbanken unter verschärfte Beobachtung.

Das heißt für uns alle: nach der augenblicklich laufenden Verteilungsmechanik wird für uns alles noch teurer und noch schlechter.

Die Begründung der Aktion fällt vage aus: Die Auswirkungen der Schuldenkrise sowie die sich allgemein verändernden Finanzmärkte seien der Grund, erklärte Moody’s in der Nacht zum Donnerstag 

Das reicht als Begründung inzwischen aus – und wird von allen gedeckt. Man könnte auch sagen: der Wind hat ihnen ein Lied geflüstert. Das Lied hören alle – außer den Opfern.

Warum zahlen eigentlich nicht die Kreditausfallversicherungen für Griechenland? Ich denke, diese Frage wird schon längst nicht mehr gestellt, weil alle die, die sie stellen könnten, schon längst in das  System der „höheren Menschen“ integriert wurden, wo man es sich dank luxuriösester Ausstattung sehr gut gehen lassen kann.

Anders sieht es bei den Griechen aus:

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung vor allem in Deutschland schultert die griechische Bevölkerung diese „Pakete“ bisher allein – die „Rettungsschirme“ sind durch Kredite und Bürgschaften unterlegt, deren Zinsen und Gebühren bisher alle pünktlich bedient wurden (im Moment ist der Saldo so, dass Griechenland einige hundert Millionen Euro an Deutschland bezahlt hat). Gleichzeitig funktioniert dieses Sparpaket nicht: die griechische Staatsverschuldung ist dadurch im Gegenteil so weit gestiegen, dass ein Stand von 120 Prozent im Verhältnis zum griechischen BIP im Jahr 2020 als wünschenswertes aber unrealistisches Ziel gilt – also ziemlich exakt der Schuldenstand, den Griechenland vor dieser Krise hatte. Das Sparpaket wird durchgesetzt von einer Regierung, die so nie vom griechischen Volk gewählt worden ist und das angeleitet wird von Mächten wie der Troika, die erst recht niemand in Griechenland oder im Rest von Europa gewählt hat. Der neueste Vorschlag dieser Mächte ist eben jenes durch „Sonderkonto“ das Haushaltsrecht. Ein griechischer Bürger hat also im Moment de facto keinerlei Einflussmöglichkeit mehr auf die Politik, die in seinem Land gemacht wird. Egal wie man es dreht und wendet, auch unabhängig von jeder Begründung – über die wir gleich noch reden werden – ist das die Abschaffung der Demokratie.

Dieser Auszug stammt aus einem Blog mit der treffenden Bezeichnung „Print würgt„. Der Autor ist Grieche – er weiß, wovon er spricht.  So tief muss man in der deutschen Medienlandschaft graben, um zu erfahren, was wirklich hinter der Griechenland-Misere steckt: eine brutale Bereicherungsaktion der „höheren Menschen“, die sich nicht scheuen, auch Ministerpräsidenten zu kaufen.

Nicht nur in Griechenland ist die Demokratie in Gefahr – das zeigt uns die Affäre Wulff in all ihren Dimensionen deutlich.

Aber:  warum erfahren wir das nicht?

Weil der Journalismus tot ist. Er ist „embedded“ in die Welt der „höheren Menschen“. Und darum glauben wir, das rundum uns herum alles in Ordnung ist, obwohl die US-Regierung internationales Menschenrecht ganz offen mit Füssen tritt, unsere Arbeit immer wertloser wird, unsere Lebenssituation immer prekärer und wir sogar im reichen Deutschland die Chance haben, im nächsten Winter frierend im Dunklen zu sitzen – alles im Dienste der Bereicherung der „höheren Menschen“.

Das man angesichts dieser Entwicklung dazu neigt, Theorien über Verschwörungen zu bilden, die Schuld haben an dieser Entwicklung, verwundert mich nicht. Anders kann man sich nicht plausibel erklären, wie sich denn all diese irrationalen, undemokratischen Elemente in die Alltagswirklichkeit einschleichen konnten.

Andererseits … kann ich auch verstehen, warum man diese Theorien fürchtet.

PS: nicht vergessen – am 4.Juli 2012 ist der erste nationale Kaufnixtag … jener Tag, an dem man den „höheren Menschen“ persönlich zeigen kann, das man auch gut ohne sie auskommt.

 

Der leise Weltkrieg der Banken und seine Opfer

9.1.2012. Montag. Vorbei die Weihnachtszeit, vorbei die Rauhnächte, in denen die Wilde Jagd die Gegend unsicher macht, vorbei die Schulferien, vorbei eine stille Zeit der Ruhe und des Friedens, die uns eine kleine Auszeit von dem gegönnt hat, was wir Alltag nennen. Wenn "Frieden" eine Ausnahmezeit von "Alltag" ist, heißt das für uns: Alltag ist Krieg. Ein schlimmer Zustand, der eigentlich sofort alle alarmieren sollte, die Bürgerwehr müsste ausrücken, um die schlimmsten Auswüchse des Krieges von Volk und Acker fern zu halten - aber nichts geschieht. Dabei lässt sich der Kriegszustand im Lande auch von den Medien nur schwer unterdrücken. Nehmen wir die gestrige Tötung einer Familie. Das rast ein Leistungsträger mit seinem Nobelhobel in eine Familie und löscht sie aus. Damit muss man in diesem Land jederzeit rechnen: Zeit ist Geld und Geld ist knapp. Für die Jagd nach dem knappen Gut unternehmen viele alles und kennen keine Grenzen mehr.

9.1.2012. Montag. Vorbei die Weihnachtszeit, vorbei die Rauhnächte, in denen die Wilde Jagd die Gegend unsicher macht, vorbei die Schulferien, vorbei eine stille Zeit der Ruhe und des Friedens, die uns eine kleine Auszeit von dem gegönnt hat, was wir Alltag nennen. Wenn „Frieden“ eine Ausnahmezeit von „Alltag“ ist, heißt das für uns: Alltag ist Krieg. Ein schlimmer Zustand, der eigentlich sofort alle alarmieren sollte, die Bürgerwehr müsste ausrücken, um die schlimmsten Auswüchse des Krieges von Volk und Acker fern zu halten – aber nichts geschieht. Dabei lässt sich der Kriegszustand im Lande auch von den Medien nur schwer unterdrücken. Nehmen wir die gestrige Tötung einer Familie. Das rast ein Leistungsträger mit seinem Nobelhobel in eine Familie und löscht sie aus. Damit muss man in diesem Land jederzeit rechnen: Zeit ist Geld und Geld ist knapp. Für die Jagd nach dem knappen Gut unternehmen viele alles und kennen keine Grenzen mehr.

Während diese Tötung wohl als „Unfall“ wegdefiniert wird, kann man das bei den neuen Tötungsakten der braunen Mörderbanden nicht mehr unterstellen: die rasen jetzt auch schon mal in Menschenmengen, die nicht parieren. Das gehört zu unserem normalen Alltag dazu – wie Nazi-Todesschwadrone, die vom Verfassungsschutz toleriert wurden, weil wir ihre Existenz per Definition ausgeschlossen hatten. Nur üble Verschwörungstheoretiker hätten so etwas für möglich gehalten.

Das Kriege heute in anderem Kleide daherkommen können als früher, zeigt ein Zitat bei „Gegenmeinung„:

„Wenn eine IWF-Delegation in ein Land kommt und den Abbau sozialer und wirtschaftlicher Einrichtungen als Voraussetzung für die Gewährung von Krediten verlangt, unterscheidet sich das nicht besonders von der physischen Zerstörung durch NATO-Bombenangriffe. Der IWF verlangt die Schliessung von Krankenhäusern, Schulen und Fabriken. Von den Kosten her ist das natürlich viel effizienter als die Bombardierung dieser Krankenhäuser, Schulen und Fabriken, wie sie es in Jugoslawien betrieben haben, aber das Ergebnis ist ziemlich gleich: die Zerstörung des Landes. Der IWF verfügt über das MAI – das Multilaterale Abkommen über Investitionen. Das ist das endgültige Abkommen betreffend Investitionen. Die Unterschrift unter dieses hat die wirtschaftliche Zerstörung des angepeilten Landes zur Folge. Und – Krieg ist einfach die letzte Konsequenz aus dem MAI.“ 

Sollte man sich mehrfach durchlesen und in die Küche an die Pinnwand hängen. Die haben jetzt billigere Möglichkeiten der Kriegführung entdeckt – so wie die Nazis früher detalliert ausrechneten, das das Erschießen der Juden viel zu teuer war und man mit Gas einen deutlich besseren Schnitt macht. Wir sind mittendrin im Dritten Weltkrieg – aber wir merken es nicht. Das liegt an unserer Definition von Krieg: wir brauchen Bomben, Granaten, Uniformen und eine offizielle Kriegserklärung, die von beiden Seiten unterzeichnet wird. Einfach so die Reichtümer eines Landes ohne Detonationen einsacken – das zählt nicht.

500 Milliarden Euro sind aus Deutschland im letzten Jahr „extrahiert“ worden, wie die Freie Welt heute angibt. 500 Milliarden Euro in nur einem Jahr! Wie lange wir das wohl noch aushalten? Ich schätze mal – nicht lange … wir müssen ja jetzt schon in den Zügen ohne Klopapier auskommen. 500 Milliarden Euro – die jetzt woanders sind. Bei Menschen, die sich davon deutsche Firmen kaufen können – und das alles ohne einen einzigen Schuss. Wikinger haben so auch Städte geplündert – ohne einen einzigen Tropfen Blut zu vergießen. Einfach vor die Stadt ziehen, Bedingungen stellen, Geschmeide und Gold einkassieren und wieder abwandern: ein sehr renditefreundliches Prinzip.

Die Räuber von heute haben keine Hörnerhelme, wie auch die echten Nazis von heute keine Hakenkreuze als Emblem benutzen noch an den gottgewollten Führer glauben und lieber grau als braun tragen – sich dafür aber die unbegrenzte Freiheit nehmen, jeden Mitbürger jederzeit zu „unwertem Leben“ erklären zu können. Die SPD macht das gerne – sie hat ja auch die neue deutsche Führung in Berlin etabliert:

Das Bundeskanzleramt, als nicht oberste, aber exekutiv wichtigste, daher komplex vernetzte und eingebundene Steuerungseinheit des Staates, entwickelt sich immer mehr zum Hauptquartier, das festungsartig ausgebaut ist. Zum Teil ist daran eine Entwicklung schuld, die viel mit der EU, mit Souveränitätsverschiebung und moderner Zentralisierung zu tun hat.

Diese Tendenz war ja auch schon zu Joschka Fischers Zeiten zu beobachten, in denen Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Außenminister ab und an und immer mehr durchaus lustvoll zum Kellner herunterstufte. Schon damals fiel ein recht freihändiger, hemdärmeliger Umgang mit den Institutionen auf, der im Bundeskanzleramt gepflegt wurde.

Wie es sich für ein Land im Krieg gehört, haben wir auch wieder einen Führungsbunker, von dem aus die Rahmenbedingungen für die Auslieferung des Volksvermögens bestimmt werden. Wer das Geld bekommt? Nun, wir kennen nur die Kassierer – die Banken. Die sollten ja auch nie wieder so groß werden, das sie Staaten erpressen könnten – aber dank der Führungsbunkerbesatzungen in aller Welt sind die jetzt nochmal gewachsen:

Die Branchenriesen konnten die Krise sogar nutzen, um noch größer zu werden. Die Deutsche Bank etwa übernahm die Postbank sowie die Bank Oppenheim, der US-Geldgigant JP Morgan schluckte neben Amerikas größter Sparkasse Washington Mutual gleich auch noch die Investmentbank Bear Stearns, während die Bank of America die drittgrößte Wall Street-Bank Merrill Lynch vereinnahmte. Das ging einher mit einer weiteren Vergrößerung des Einflusses der Finanzgiganten auf die Politik. In der Folge scheiterten alle politischen Initiativen für deren Teilung oder Schrumpfung auf ein marktverträgliches Maß.

Da wird die Bundesregierung ganz schnell zum Handlanger der wahren grauen Täter – und es wundert nicht mehr, das die EZB viel höhere Risiken auf sich genommen hat als bislang bekannt und Europa mit einer Rezession zu rechnen hat, die manche für Deutschland schon jetzt sehen.

„Die Volkswirtschaft sollte nicht zum Nutzen von Bankvorständen funktionieren“ – meint jetzt sogar ein Investmentbanker im Handelsblatt. Jeder weiß aber, das die Volkswirtschaften inzwischen nur noch Wirtskörper für Bankenzecken sind – und die Regierungen anstelle der Zeckenzange lieber Rettungschirme über die Zecken halten, damit sich die noch gemütlicher vollsaugen können. Für Griechenland wird das die Staatspleite bedeuten, für den Euro die Schwindsucht. Toll für Leute, die ihre Vermögen in Dollar angelegt haben – der steigt dann nämlich im Wert, was einen Dollarbesitzer letztendlich wieder arbeits- und leistungslos zum Supermillionär macht.

Am Beispiel Griechenland können wir sehen, wie der leise Krieg der Banken ein Land zerstört und eine Währung vernichtet. Natürlich gibt es auch im leisen Krieg Tote – die Verkehrstoten müssen wir dazurechnen. Zeitdruck ist tödlich im Straßenverkehr. Er steht in direktem Zusammenhang mit dem Renditewahn, der unstillbaren Sucht nach leistungslosem Einkommen auf Halbgottniveau.

Die gesamte Verrohung der Gesellschaft ist diesem Wahn zu verdanken, die Existenz rechtsradikaler Todesschwadrone ebenso wie die Zunahme an Amokläufen und Selbstmorden. Keine Kultur hatte eine so hohe Selbstmordrate bei Jugendlichen zu verzeichnen wie unsere, keine Kultur kannte soviel Drogenmissbrauch. Angesichts der verschwundenen Sprengmittel der der Bundeswehr werden wir da noch mit viel Aktivität rechnen dürfen, vor denen auch der Einsatz von Hartz-IV-Abhängigen als „Wachschützer“ nicht wirklich schützen kann.

Kann sich niemand mehr an den Aufruf der Neonazis an ihre Kameraden erinnern, nun geschlossen in die Bundeswehr zu gehen? Hat wahrscheinlich auch keiner nachgeforscht, wieviele dem Aufruf gefolgt sind und was die da jetzt so machen – ausser Waffen ausschleusen.

Und was machen unsere Politiker – jene Menschen, denen wir ein arbeitsfreies Leben bezahlen, damit sie uns vor den Gangstern schützen und bewahren? Sie greifen selber zu – wie dieser hier:

Dank der Großzügigkeit zweier lokaler Brauereien und eines Kaffeerösters war es Glogowski, der mit einem Jahresgehalt von 300.000 Mark (ca.150.000 Euro) auskommen musste, gelungen, die Kosten seiner Hochzeitsfeier um immerhin 2000 Mark zu drücken.

Fast wäre ihm ein ähnlicher Erfolg auch bei den Ausgaben für seine Hochzeitsreise nach Ägypten beschieden gewesen

Der Mann war Nachfolger des „Basta-Schröders“. Passt irgendwie.

In einem Artikel über Leichen von US-Soldaten, die kostengünstig auf der Hausmülldeponie entsorgt werden (in Kriegszeiten durchaus nicht unüblich – irgendwo müssen die ja hin), finden wir eine passende Beschreibung des politischen Charakters:

Der amerikanische Dichter E.E. Cummings hat einmal gesagt: »Ein Politiker ist ein Arsch, auf dem jeder schon mal gesessen hat, nur noch kein richtiger Mensch.« 

Mit solchen Menschen kann man umspringen wir mit seinem Dackel. Sogar der mächtigste Mann der Welt – der Präsident der USA – ist da keine Ausnahme: kühn droht ihm die Ölindustrie mit ernsten politischen Konsequenzen für seine politische Zukunft, wenn er nicht pariert.

Die sind da wir Neonazis, die mit dem Auto in die Menge rasen.

Politiker kennen diesen leisen Krieg, spielen den Arsch, auf den sich jeder mal setzen kann, wir Bürger leiden darunter. Mehr und mehr Menschen flüchten von den privaten Krankenkassen in die Kassen der GKV und machen so nach, was die Banken vormachen: nachdem man jahrzehntelang Superleistungen für Dumpingpreise genossen hat, soll nun im Krankheitsfalle die Allgemeinheit zur Kasse gebeten werden, damit man selber mehr vom Leben hat.

Normalerweise nennt man das asozial.

Wir zahlen das alles leise mit.

Was wäre nur, wenn wir einfach mal die Definitionen ändern, die aktuelle Lage als Krieg begreifen, die Angreifer mit der Zeckenzange entfernen und das gesamte Bankwesen verstaatlichen? Wir brauchen eigentlich keine Investmentbanken in der Volkswirtschaft – und wir können uns auch rein finanziell gesehen, solche Zeckenbanken nicht mehr leisten. Einen Alltag, in dem der Renditedruck alle Lebensbereiche zunehmen beschleunigt (mit tödlichen Folgen) und in Folge Armut, Krankheit und tödlichen Stress ebenso fördert wie vergiftetes Essen, sollten wir uns ebenfalls nicht lange zumuten – das verdrießt auf Dauer gewaltig die Laune.

Irgendwie passt es da, das wir die Schauspielerin, die uns als Momo einst vor den grauen Herren warnte, die uns unsere Zeit (bzw. unser Geld – im übertragenen Sinne) stehlen,  nun ins Dschungelcamp schicken.

Mir scheint, wenn wir den leisen Krieg der Banken nicht ernst nehmen, werden wir über kurz oder lang alle in solchen Camps landen – F-Bürger anstatt B-Promis, denen schlaue Bankberater und findige Politiker den letzten Cent aus der Tasche gezogen haben.

Vor lauter Hunger werden wir dann dankbar für den Würmerfrass sein, denke ich.

 

 

 

Wer hat Angst vor dem bösen Wulff? Hintergründe zum Präsidentenkegeln …

Donnerstag, 5.1.2012, Eifel. Die aktuellen Herbststürme – momentan in den Winter ausgelagert – verändern meinen Zeitplan und gönnen mir eine kleine Pause, in der ich mich den Katastrophen der Welt widmen kann. Es gibt ja viele Horrormeldungen momentan: China will keine deutschen Autos mehr (ich denke, kaum jemand weiß, was das für Deutschland bedeutet, wenn die damit ernst machen), Spanien will keine deutschen Autos mehr (-17,7% gegenüber dem Vorjahr) in den USA herrscht langsam ein dramatisches Wohlstandsgefälle, das wohl auch dazu geführt hat, das man – sicherheitshalber – ein neues Ermächtigungsgesetz ( und damit gleichzeitig alle demokratischen Prinzipien) verabschiedet … eine Entwicklung, die in Deutschland ab 1933 zu außergewöhnlichen Erscheinungen im menschlichen Umgang miteinander geführt hat. Wäre ja wichtig, sich darüber mal Gedanken zu machen, zumal man gerne übersieht, das Deutschland das erste Land war, was von den Nazis übernommen wurde – was wäre, wenn sie sich für 2012 ein ganz anderes, viel mächtigeres Land vorgenommen haben? Vielleicht ein Land, das (mal von Nordkorea abgesehen) großen Einfluss auf jene Länder hat, in denen die Christenverfolgung am schlimmsten ist:  Saudi-Arabien und Afghanistan? Das alles ficht den Deutschen jedoch momentan nicht an, selbst das Wunder, wie wir bei steigenden Arbeitslosenzahlen auch immer mehr arbeitende Menschen haben, lässt ihn kalt, die Rente mit 69 erschüttert ihn auch nicht – er fragt sich nur eins: wer hat Angst vor dem bösen Wulff?

In der Tat ist es müssig, sich über dieses Thema Gedanken zu machen – es überschwemmt trotzdem alle Nachrichtenmagazine. Süddeutsche Zeitung, Fokus, Wirtschaftswoche – alle wollen ihm an den Kragen, siehe Pressespiegel im Handelsblatt oder im Spiegel. Jetzt will die Bildzeitung sogar seine Mailbox-Nachricht veröffentlichen.

Das eigentliche Wunder dabei ist: Keiner fragt sich, warum die Elite der neoliberalen Klatschblätter auf einmal zum Präsidentenkegeln aufruft. Mal ehrlich: was soll denn das? Haben die die letzten Jahre verschlafen, ist der neoliberale Putsch, der Umsturz zugunsten des Geldadels denn spurlos an ihnen vorübergegangen? Wohl nicht, wenn ich die Welt lese:

Auch Christian Wulff gehört zu Deutschland. Fragt sich nur, zu welchem.Denn Deutschland ist ein tief gespaltenes Land. Nicht nur zwischen Arm und Reich, Bio-Deutschen und Deutschen mit Migrationshintergrund, Ost und West, sondern vor allem zwischen jenen, die arbeiten und denjenigen, die ihr Geld arbeiten lassen.

Zwischen den Schnäppchenjägern, die Geiz geil finden, und denjenigen, die wissen, dass Qualität ihren Preis hat; zwischen den Gutmenschen, die von einer Party zur nächsten hopsen, um sich gut zu fühlen, und den guten Menschen, die keine Charity-Galas und keine Benefiz-Konzerte besuchen, wenn sie hungernden Kindern in Afrika helfen wollen.

Dass dieses Land noch so erstaunlich gut funktioniert, hat es nicht den „Freunden“ von Christian Wulff zu verdanken, sondern den Müllmännern und den Feuerwehrleuten, den Polizisten und den Krankenschwestern, den Handwerkern und den Malochern auf dem Bau, den Arbeitern bei Ford und den Kassiererinnen bei Aldi.

Sprüche, die man eigentlich in der „Roten Fahne“ verorten würde, die gerade wieder einmal die Revolution der Werktätigen vorbereiten, nicht aber in einem Magazin, das gerne auch mal jene wirklichen Leistungsträger Deutschlands fallen lässt, wenn sie mal wieder arbeitslos werden, weil die Putschisten gerade eine neue Heuschrecke mit frischem Kapital füttern wollen.

Wenn Rechts und Links sich in ihrer Kritik immer ähnlicher werden, scheint das ein Indiz dafür zu sein, das man sich dem Kern des Problems jenseits aller Ideologien nähert: einem Putsch von oben, der sehr erfolgreich war. Insofern wundert es nicht, das Wulff – ohnehin in interessanten Kreisen verkehrt , Geld, Geschenke, Reisen und Urlaubsangebote bekommt, es verwundert viel mehr, warum man sich auf einmal so darüber aufregt.

Gut – die Welt hatte ebenfalls schon mal unangenehme Erfahrungen mit Wulff gemacht:

Um die Veröffentlichung eines Artikels zu verhindern, habe das Bundespräsidialamt laut „Welt“ massiv interveniert – nicht nur beim Chefredakteur, sondern auch an höchsten Verlagsstellen. „Einer der Autoren wurde in der Sache ins Schloss Bellevue gebeten“, heißt es in der Zeitung. Dort habe Wulff dem Redakteur persönlich mit „unangenehmen und öffentlichkeitswirksamen Konsequenzen“ gedroht, sollte der Artikel veröffentlicht werden. 

So etwas erwartet man vom Kreisvorstand der NPD – aber doch nicht vom Bundespräsidenten. Es sei denn … er ist so etwas gewohnt, er rechnet damit, das man – wie üblich – seinen Wünschen Folge leistet, wie im aktuellen Fall:

Schließlich rief er auch noch den Vorstandschef der Springer AG, Mathias Döpfner an und kontaktierte sogar Mehrheitsaktionärin Friede Springer selbst und bat um Intervention.

Das für Wulff augenscheinlich Unerwartete trat ein: Das Blatt druckte die Geschichte trotzdem, und am Ende gelangte auch noch der Inhalt der Mailbox-Aufzeichnung, für den sich Wulff zwei Tage später bei Diekmann entschuldigte, an die Öffentlichkeit. 

Das Unerwartete trat ein … und hier sind wir beim Kern des Problems. Jemand, der keine Probleme mit einer intimen Nähe zu Kapital, Glanz und Gloria hat, jemand, der seit jahrzehnten deutsche Innenpolitik erlebt und gestaltet hat, sollte, doch wissen, was geht … und was nicht.

Offensichtlich dachte er, das ginge jetzt mal locker eben durch.

Womit er nicht gerechnet hatte … das sich der Wind gedreht hat.

Erklärungsversuche hierzu füllen gerade das Netz. War es wirklich seine Verfassungstreuer, die ihn stürzen ließ? Oder hatte Merkel ihren letzten innerparteilichen Rivalen eliminieren wollen? Hat er beim Bundespresseball mit den falschen getanzt – oder war erst gar nicht erschienen?

Wulff ist der Präsident der Partyhopser, Schnäppchenjäger, Laumalocher – so soll ich das ja wohl verstehen. Warum lassen die jetzt einen der ihren fallen?

Der Welt fällt auch das auf – aber nur als rhetorische Frage:

Was für ein Menschenbild muss ein Bundespräsident haben, der ernsthaft glaubt, missliebige Journalisten könnten von der Suche nach der Wahrheit durch Intervention des Präsidenten beim Chef gebremst werden? Wer so denkt und handelt, interessiert sich nicht sonderlich für die Meinungsfreiheit und das mitunter unangenehme Wühlen einer unangepassten, freien Presse, sondern hat ein hierarchisches Verständnis von Gesellschaft.

Wer so denkt und handelt, dürfte es – gerade in dieser Stellung – für ganz normal halten, das er das tut, was andere vor ihm auch schon getan haben. Sogar die Kanzlerin hat – in großem Stil – direkt Einfluß auf viele Medien genommen, siehe Freitag:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten. 

Aber sonst  hat sich keiner über diese direkte Einflussnahme auf die gesamte Presse gewundert? Aber wenn der Bundespräsident dasselbe macht, gibt es einen Aufstand?

Wulff gilt als zielstrebig – und überraschte deshalb einst mit einer indirekten Absage für eine mögliche Kanzlerkandidatur. Dafür fehle ihm der „unbedingte Wille zur Macht und die Bereitschaft, dem alles unterzuordnen“.

So sieht es der Spiegel. 

Wenn ein Kanzler einen unbedingten Willen zur Macht braucht und die Bereitschaft dem alles unterzuordnen … wieso ist dann Mauerblümchen Merkel Bundeskanzlerin geworden? Ihre Karriere ist ja nicht gerade eine politische Bilderbuchkarriere – glänzt aber mit überraschender Förderung durch interessante Menschen.

Vielleicht hat aber auch niemand Angst vor dem bösen Wulff – zumindest die Presse hat deutlich demonstriert, das sie keine Angst vor ihm zu haben braucht, weder vor ihm, noch vor den Eigentümern der Zeitungen, deren Rechtsanwälten oder Chefredakteuren. Da wähnt man sich wohl sehr sicher. Vielleicht hilft uns ja ein Blick in die Rede des Herrn Ziegler, die Affäre Wulff zu verstehen – ja, jene nun preisgekrönte Rede, die er auf dem Ball der Putschisten nicht halten durfte … siehe Hintergrund:

In seiner 18-minütigen Ansprache erinnerte Ziegler daran, dass alle fünf Sekunden ein Kind verhungert und rund eine Milliarde Menschen permanent an Unterernährung leiden, obwohl die Weltlandwirtschaft heute problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren könnte – knapp das Doppelte der derzeit auf der Erde lebenden Bevölkerung. Die reichen Geberländer des UN-Welternährungsprogramms , vor allem die westlichen Demokratien, hätten ihre Unterstützung für die Hungerbekämpfung drastisch reduziert, einige sogar eingestellt, skandalisierte Ziegler, weil sie  tausende von Milliarden Euros an „Spekulanten und Halunken“ des Finanzkapitals zahlen müssten, obwohl der „Banken-Banditismus“ selbst für die Krise verantwortlich zeichne. „Die Verursacher dieser kannibalischen Weltordnung“, forderte Ziegler, gehörten vor ein „Tribunal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

So verfährt man mit wahren Kritikern des Systems – sie werden erst mal eingeladen … und dann wieder ausgeladen, weil man gewissen Dinge in gewissen Kreisen einfach nicht hören will. Wie Wulff – erst eingeladen, jetzt ausgeladen.

Das nun Wulff wegen kritischer Worte gehen mußte, denke ich nicht, auch wenn sie sich noch so wahr anhören:

Angesichts dessen müssen wir uns fragen: Leidet nicht die elementare Grundbedingung unseres Verfassungssystems – die
Rechtstreue der Bürger –, wenn rechtliche Bindungen beiseite geschoben werden, von Wirtschaftseliten Verträge missachtet werden
oder von der Politik bestehende Regeln ausgesetzt oder Fristen, die das Bundesverfassungsgericht setzt, nicht beachtet werden? Das
beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger.

Diese Worte schreibt er doch nicht selber – da gucken doch zehn Experten drüber, bevor er die vorlesen darf.

Was ich mir aber vorstellen kann, ist: der Mann ist einfach zu peinlich für den Bankenbanditismus geworden.

Ehrlich – was ist denn das für ein Präsident, der sich Geld leihen muss?

Was ist das in Zeiten der Schuldenkrise überhaupt für ein Symbol, wenn man einen Präsidenten hat, der sich wie ein ganz normaler Staat einfach verschuldet – und dann noch für einen geistlosen Klinkerbau?

Wulff wußte genau, wo er lebt: in jenem Land, das weniger Pressefreiheit hat als Bolivien. Er hat sicher auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung nachgelesen:

Medienbarone zeichnen sich dadurch aus, dass sie die eigenen, meist partikularen wirtschaftlichen sowie gesellschaftspolitisch konservativen Zielsetzungen in den Vordergrund rücken und unternehmerische Strukturen schaffen, welche – intern und extern – die Herausbildung von Medien- und Meinungsvielfalt erschweren. Die selektive Auswahl des Führungspersonals und die forcierte Durchsetzung von Loyalität im Arbeitsalltag führen zu einer durch Medienbesitz gesteuerten Pressefreiheit, die der modernen Demokratie massiven Schaden zufügt. 

Die forcierte Durchsetzung von Loyalität im Arbeitsalltag, die selektive Auswahl des Führungspersonals hat ihm die Sicherheit geben, zu tun, was er getan hat. Immerhin sind es nur noch vier große Verlagshäuser, die in Deutschland das Sagen haben, alle sind abhängig von guten Beziehungen zur Politik, die ja immerhin die Nachrichten erstmal produzieren muss, über die man dann schreiben kann.

Was er nicht wusste, war, dass es eine neue Devise der Putschisten gab, von denen die Journalisten wissen – nur er noch nicht:

Wer Schulden hat, fliegt ´raus. Das gilt für Spanien, Griechenland und Präsidenten. 

 

 

 

 

2012 – der Triumph der Feinde der Menschheit. Konzern frisst Staat, Mensch frisst Mensch. Alles wird toll.

Mittwoch, 14.12.2012. Eifel. Ein Blick in die Medien - und es graust. Es graust vor einer zunehmenden Degeneration des menschlichen Miteinanders, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Nehmen wir ein paar Beispiele: da lassen niederländische Moderatoren Fleisch aus sich herausoperieren um mal zu probieren, wie es schmeckt. Ärzte beteiligen sich kritiklos an dem Unternehmen - und wieder sieht man, das Ärzte alles machen, wenn sie nur gut dafür bezahlt werden. Auch: Menschen schlachten. Für Hypokrates wäre das nur undenkbar gewesen - der hätte keine sinnlosen Operationen gemacht, um kannibalistische Experimente zu ermöglichen. Der moderne Arzt sieht da kein Problem. In Belgien gab es fünf Tote und 120 Verletzte - darunter ein 18 Monate altes Kind - weil ein Mann mit Waffen und Granaten eine Menge angriff. Einfach mal so. Vielleicht - ist er Atheist und wollte vor den schlimmen Folgen Weihnachtens warnen. In Florenz erschießt man konkret Senegalesen, Breivik und der NSU werden Vorbild. In Griechenland gibt es Brandanschläge auf das Privatbüro des Justizministers, dem IWF sind die Reformen aber immer noch nicht genug. Immer noch zu wenig Tote - obwohl die Griechen ... als Niedrigverdiener - ohnehin schon ein Drittel weniger verdienen als zuvor, reicht es den Herren der Welt immer noch nicht. Die sollen gefälligst bluten und "Scheiße fressen" - dann erst, wenn der Spaß so richtig losgeht, wird man zufrieden sein in den Geldzentralen der Welt ... oder?

Mittwoch, 14.12.2012. Eifel. Ein Blick in die Medien – und es graust. Es graust vor einer zunehmenden Degeneration des menschlichen Miteinanders, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Nehmen wir ein paar Beispiele: da lassen niederländische Moderatoren Fleisch aus sich herausoperieren um mal zu probieren, wie es schmeckt. Ärzte beteiligen sich kritiklos an dem Unternehmen – und wieder sieht man, das Ärzte alles machen, wenn sie nur gut dafür bezahlt werden. Auch: Menschen schlachten. Für Hypokrates wäre das nur undenkbar gewesen – der hätte keine sinnlosen Operationen gemacht, um kannibalistische Experimente zu ermöglichen. Der moderne Arzt sieht da kein Problem. In Belgien gab es fünf Tote und 120 Verletzte – darunter ein 18 Monate altes Kind – weil ein Mann mit Waffen und Granaten eine Menge angriff. Einfach mal so. Vielleicht – ist er Atheist und wollte vor den schlimmen Folgen Weihnachtens warnen. In Florenz erschießt man konkret Senegalesen, Breivik und der NSU werden Vorbild. In Griechenland gibt es Brandanschläge auf das Privatbüro des Justizministers, dem IWF sind die Reformen aber immer noch nicht genug. Immer noch zu wenig Tote – obwohl die Griechen … als Niedrigverdiener – ohnehin schon ein Drittel weniger verdienen als zuvor, reicht es den Herren der Welt immer noch nicht. Die sollen gefälligst bluten und „Scheiße fressen“ – dann erst, wenn der Spaß so richtig losgeht, wird man zufrieden sein in den Geldzentralen der Welt … oder?

Sucht man nach der Ursache der Degeneration, so wird man ganz schnell fündig.

Ende des 19.Jhd. war die Geburtsstunde des größten Feindes der modernen Menschheit. Unter Ausnutzung des 14. Zusatzartikels der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, unter Inanspruchnahme eines Rechtes, das eigentlich für die befreiten Sklaven gedacht war, klagte sich dieser Feind ein Recht ein, das eigentlich nur für Menschen gedacht war.

Dieser Feind war aber kein Mensch.

Seit der Entscheidung des obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten von Amerika wurden Geschäftsbünde zu rechtlichen Personen.

Der „Konzern“ war geboren und eroberte sich in den nächsten Jahrzehnten eine unglaubliche Machtstellung in jeder Gesellschaft, mitlerweile dank Globalisierung eine Machtstellung, die die Macht von Nationalstaaten übersteigt.

Seitdem greift er nach allem, was seinem Ziel nutzt und was laut Gesetz sein einziges Ziel zu sein hat: Profit zu machen. Letztlich sogar in der Gestalt von Bechtel nach dem Regenwasser Boliviens, das er für 25% der Einkünfte der Bevölkerung an diese zurückverkaufen wollte. Der Versuch ist gescheitert, drei Tote, viele Verletzte.

Robert Hare, Psychologe und FBI-Berater kam nun auf eine interessante und letztlich furchteinflössende Idee.

Wenn ein Konzern, so seine Argumentation, als eine juristische Person angesehen werden will, dann ist es legitim, ihn den gleichen psychischen Kriterien zu unterwerfen wie … z.B. einem normalen Menschen.

Grundlage für den Test war:

Personality Diagnostic Checklist
WHO ICD 10
Manual of Mental Disorders DSM IV

Diese Standardkriterien sind auch jedem deutschen Psychiater geläufig.

Ziel war, zu sehen ob und bis zu welchem Grade Konzerne als „psychopathisch“ einzustufen sind. Bewertungskriterium war u.a., wie sie sich zu der Gesellschaft verhalten, in der sie ihre Geschäfte betreiben.

Folgende Kriterien wurden erfüllt:

1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen
3. Skrupellose Gefährdung anderer
4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden
5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen
6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften

Die herrschende Institution unserer Zeit, eine juristisch handelnde und mit größter Machtfülle ausgestatte Person glicht nicht nur ein bischen einem Psychopaten.

Das psychische Profil dieses Monsters gleicht dem eines Massenmörders. Mit allen Konsequenzen.

(Quelle: „The Corporation, M.Achbar, J.Abbot & J.Bakan, DVD, erhältlich nur bei „Zweitausendeins“)

Fazit: ein unmenschlicher Psychopath beherrscht unsere Wirtschaft, unsere Politik, unsere Kultur – und nach jahrzehntelanger Indoktrination durch eine gigantische und äußerst rafinierte Werbeindustrie das Denken der meisten unserer Mitmenschen sowie unserer Kinder. Man schaue sich nur an, mit welchen Werbelogos die sich alle freiwillig ausstatten. Früher wurde man dafür bezahlt.

Wen er an Politikern besonders mag: Benito Mussolini, Adolf Hitler, die Militärdiktaturen in der ganzen Welt – sie bieten optimales Klima für grenzenloses finanzielles Wachstum. Wie z.B. China, das Gesellschaftsmodell der Zukunft. Demokratien können ja auch nichts anderes als Schulden machen, das merken wir ja gerade.

Was er gern hätte – völlig egozentrische Individuen, die ihren Selbstwert nur noch von ihrer Konsumfähigkeit abhängig machen … sowie die uneingeschränkte Privatisierung aller natürlicher Ressourcen sowie aller gesellschaftlichen Institutionen, auch Schulen, Feuerwehr, Polizei, Krankenhäuser, Militär, Städteplanung und Städtebau (Disney hat in Florida z.B. schon den ersten Schritt gemacht: eine eigene Disney-Stadt aus dem Boden gestampft – leben wie in einem Disney-Film).

Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus, Schule … nur noch für jene, die zahlen können. Der Rest – soll sehen wo er bleibt. Aber gefälligst ohne Nahrung und Wasser. Die sind auch Privat.

Es sind – nebenbei gemerkt – genau jene konzerndeformierten Subjekte, die so gerne auf den „sozial Schwächerern“ (Renter, Arbeitslose, Kranke, Kinder) herumhacken…denn die haben keinen Porsche.

Und wer keinen Porsche hat, ist kein Mensch – überzogen gezeichnet.

Diese Egozombies kann man studieren – wie zum Beispiel in diesem Film über die Bankenkrise bei Spiegel-online: was sich dort jeden Freitag umgeben von halbnackten Tänzerinnen in den Kneipen tummelt, ist das Ergebnis jahrelanger Psychopathenzüchtung. Man braucht diese Menschen, um die Konzernmaschine am Laufen zu halten. Nebenbei … vernichtet man den innovativen, kreativen und produktiven wirtschaftlichen Mittelstand, wie der Film am Beispiel eines Automobilzulieferers aufzeigt. Die einen fördern Prostitution, die anderen verlieren ihre Häuser: die Herrschaft der Konzerne wirft ihre Schatten voraus.

Weniger kontrolliert zeigt die Psychopathenzüchtung der Konzerne andere Ergebnisse: Massenmord, Spaßkannibalismus, Amokläufe, eine ständige Abnahme der Moral auf allen Ebenen. Der Staat – einst Garant für den Frieden, Schutzmacht für den Bürger gegen die Gewalten der Welt – wird gezielt unterwandert und zerstört.

Das Managermagazin berichtet aktuell aus der Heimat der Konzerne:

Seltsames Ergebnis: Von 2008 bis 2010 zahlten diese Firmen mehr für Lobbyisten als an das Finanzamt. Obwohl sie in den drei Jahren bis 2010 zusammen 164 Milliarden Dollar Gewinne auswiesen, konnten die 30 Firmen zusammen elf Milliarden Dollar Steuernachlass geltend machen. 

In wenigen Worten erfährt man, wer die Regierungsgewalt wirklich innehat:

In den drei Jahren wandten sie zusammen mit 476 Millionen Dollar auf, um den Kongress günstig zu stimmen. In dieser Zeit gaben die beobachteten Firmen zusätzlich 22 Millionen Dollar in Form von Wahlkampfspenden aus. „Die Amerikaner wundern sich“, heißt es in dem Bericht der im Dezember herauskam, „warum der Kongress Gesundheitsleistungen und soziale Leistungen kürzt und gleichzeitig Steuergeschenke an Firmen verteilt, deren Chefs sich überzogene Boni auszahlen und Jobs nach Übersee verlegen“.

Für die Politik zahlt sich die Zusammenarbeit mit dem Konzern aus:

Für die mitarbeitenden Abgeordneten springen großzügige Einladungen, Golfturniere und andere Annehmlichkeiten heraus. Ganz zu schweigen die Chance, nach der politischen Karriere eine hochdotierte Lobbytätigkeit in der Industrie zu übernehmen.

In Deutschland undenkbar?

Schauen wir uns mal … Gerhard Schröder an:

Schröders oft kritisierte Steuerpolitik zugunsten der Industrie und der Vermögenden (Senkung des Spitzensteuersatzes um 10 %, Senkung der Körperschaftssteuer um 10%, Nichtverlängerung derVermögenssteuer, Senkung der Erbschaftssteuer, Steuerbefreiung für Unternehmensanteilsverkäufe etc.) war Gegenstand einer September 2011 veröffentlichten Studie des IMK (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Laut dieser Studie hat Schröders Steuerpolitik – von seinem Kanzleramtsantritt 1998 bis September 2011 gerechnet – Steuerausfälle von 386,3 Milliarden Euro für den Deutschen Staat zur Folge gehabt.

Und was  macht er danach?

Seit dem Ende seiner politischen Karriere ist er als Rechtsanwalt und Lobbyist sowie in verschiedenen Positionen in der Wirtschaft tätig. 

Weil wir in Deutschland sind, haben konzernfreundliche Politik und Karrieren bei Konzernen natürlich nichts miteinander zu tun.

Schröder „Superminister“ Clement, der aus Arbeitslosen Parasiten machte? Lobbyist.

Sein Aussenminister Fischer? Lobbyist. Ausgerechent für RWE:

Im Dezember 2010 ist RWE mit dem Worst Lobbying Award 2010 für unlautere Lobbyarbeit ausgezeichnet worden. Die Jury aus Mitgliedern nichtstaatlicher Organisationen kritisierte vor allem die Kampagnen des Konzerns zur Klimapolitik. 

Es fällt schwer, zu glauben, das die im Managermagazin geäußerten Vorwürfe über die Einflussnahme von Konzernen auf Politik nicht auch auf Deutschland zutrifft, zumal aktuell sogar unser Bundespräsident durch ungewöhnliche Praktiken auffällt, siehe Welt:

 Zwei Jahre ist es her, dass der Bundespräsident und seine neue Ehefrau Bettina ihren Weihnachtsurlaub in Florida verbracht haben, in einer Villa von Geerkens. Für den Flug dorthin hatte sich das Paar mit beiden Söhnen kostenlos von der Economy-Klasse in die Business-Klasse hochstufen lassen.

Das kam heraus, es brachte Wulff die „Air-Berlin-Affäre“ ein. Dass Air-Berlin-Chef Joachim Hunold zu Christian Wulffs persönlichen Freunden zählt, machte die Sache nicht besser. 

Der „merkwürdige Umgang mit wohlhabenden Freunden des Bundespräsidenten“ zeitigte noch andere Erscheinungen:

Die Wulffs erholten sich in der prächtigen Villa des Hannoveraner Finanzunternehmers und Multimillionärs Carsten Maschmeyer. Mit ihm und seiner Ehefrau Veronica Ferres ist das Ehepaar Wulff ebenfalls befreundet. 

Denke ich daran, das unser Bundespräsident als der politische Saubermann gilt, dann graut mir vor denen, die etwas schmutziger sind. Was die wohl alles machen?

Die Macht der Konzerne wächst derweil ins Unermessliche. Jetzt, wo sie den Staaten das Geld genommen haben, nehmen sie sogar die Raumfahrt in die eigene Hand, siehe Handelsblatt:

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat in diesem Jahr ihre veraltete Space-Shuttle-Flotte eingemottet. Sie setzt darauf, dass private Firmen Systeme für Weltraumreisen in der nahen Zukunft bauen, etwa für Flüge zur Internationalen Raumstation ISS.

Die Ausübung von Gewalt ist schon länger privatisiert: zunehmend übernehmen private Söldnerfirmen (z.B. XeServices, 40000 Mann, Aegis Defence Services, 20000 Mann) die Ausübung staatlicher Gewalt, Konzerne kaufen Kanalisation, Häfen, Straßenbahnen, Theater, Rathäuser …. und wollen noch viel mehr.

Wenn aber nun in Psychopath derartig großen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausübt, sich gleichzeitig die wirtschaftliche, technische und militärische Souveräniät aneignet, für die das Gemeinwesen kein Geld mehr hat – dann frisst der Psychopath das Gemeinwesen.

Konzern frisst Staat. Das erleben wir ja gerade … fein als „Schuldenkrise“ getarnt.

Das die Bürger dann folgen und wissen wollen, wie denn dann der Nachbar (oder man selber) schmeckt, ist infolge der fortlaufenden Erziehung durch Psychopathen in Schule, Wissenschaft und Medien kein Wunder, da wir es – kulturell oder religionswissenschaftlich betrachtet – mit einer ganz neuen Erscheinung zu tun haben:

dem Glauben an die Allmächtigkeit, die Herrlichkeit und Prächtigkeit des Konzerns, der uns alle glücklich macht, wenn wir ihm nur gut genug dienen.  Dafür macht er uns alle zu Psychopathen, die sein Werk verrichten können.

Und was machen jetzt die ganzen „Rettungsschirme“? Sie pumpen immer mehr Volksvermögen (Steuergelder) über Banken und Aktienmarkt in die Kassen der börsennotierten Konzerne. Die Regierungen opfern das Geld dem Moloch in der Hoffnung, das dann irgendwie alles wieder gut wird – quasi eine religiöse Opferhaltung, resultierend aus völliger Hilflosigkeit.  Das jetzt der Kollaps 2012 sogar Thema von Talkshows wird, kann dann nicht mehr überraschen.

Und das nur, weil wir einem künstlichen Konstrukt die Macht gegeben haben, sich hemmungslos über den Globus ausbreiten zu dürfen. Und wir Menschen werden in unserer ethischen Ausprägung unserem Feind, Vorbild, Gott und Führer immer ähnlicher:

1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen
3. Skrupellose Gefährdung anderer
4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden
5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen
6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften

Das sind doch alles Eckwerte für einen modernen „Leistungsträger“ – oder irre ich mich da?

Ein Autor von Horrorromanen hat unsere Gegenwart mal treffend beschrieben … in den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts:

„Dieser Zeitpunkt sei leicht zu erkennen, denn der Mensch sei dann wie die Großen Alten geworden, wild und frei jenseits von Gut und Böse, Gesetze und Moral wären dann niedergerissen, und alle Menschen brüllten, töteten und schwelgten in Lust. Dann würden ihnen die Großen Alten neue Wege zu brüllen, zu töten, zu schwelgen und zu genießen zeigen, und die Erde würde in Vernichtung, Ekstase und Freiheit flammen. In der Zwischenzeit müßte der Kult durch angemessene Riten die Erinnerung wachhalten und IHRE sichere Rückkehr prophezeien.“
(H.P.Lovecraft, Cthulhu Geistergschichten, Suhrkamp 1979, Seite 218)

Wer hätte gedacht, das die intelligente, aufgeklärte Menschheit ein solches Ende nimmt? Diesmal haben wir uns echte Götter geschaffen, die uns in eine ganz neue Zukunft führen.

Die wird sicher richtig toll …. für Psychopathen.

 

Weltuntergang 2012: die große politische Wende der Moderne und das unrühmliche Ende des deutschen Mittelstandes

Sonntag, 11.12.2011. Eifel. Draussen läuft gerade große Weltpolitik. Meint jedenfalls der<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,802957,00.html"> Spiegel</a>: von einer "<strong>großen politischen Wende</strong>" ist die Rede. Andernorts stellt das <a href="http://forum.spiegel.de/f5/l%E4sst-sich-die-macht-der-finanzm%E4rkte-brechen-49728.html">gleiche Nachrichtenmagazin</a> seinen Lesern eine interessante Frage:

<strong>Immer mehr Menschen fühlen sich von den Politikern im Stich gelassen, die in ihren Entscheidungen den Bedürfnissen der Finanzwelt folgen. Bürgerinnen und Bürger sehen hier eine einseitige Interessenvertretung zu ihren Ungunsten, doch der Einfluss der Wirtschaft siegt immer häufiger über die Politik. Lässt sich die derzeit übergroße Macht der Finanzmärkte brechen?</strong>

Sonntag, 11.12.2011. Eifel. Draussen läuft gerade große Weltpolitik. Meint jedenfalls der Spiegel: von einer „großen politischen Wende“ ist die Rede. Andernorts stellt das gleiche Nachrichtenmagazin seinen Lesern eine interessante Frage:

Immer mehr Menschen fühlen sich von den Politikern im Stich gelassen, die in ihren Entscheidungen den Bedürfnissen der Finanzwelt folgen. Bürgerinnen und Bürger sehen hier eine einseitige Interessenvertretung zu ihren Ungunsten, doch der Einfluss der Wirtschaft siegt immer häufiger über die Politik. Lässt sich die derzeit übergroße Macht der Finanzmärkte brechen?

Drei Leser hatten dazu eine Meinung – der Rest ist wohl der Überzeugung, das die Frage angesichts der momentanen politischen Entwicklung völlig überflüssig ist: wir würden ja auch nicht über die Bedeutung von Schwerkraft für die Erdanziehung diskutieren wollen.

Die große politische Wende ist: die übergroße Macht der Finanzmärkte läßt sich nicht brechen. Viel zu viele glauben, davon profitieren zu können, viel  zu wenige verstehen, was dort geschieht – dabei ist es im Prinzip einfach: ein Geldschein ist ein Anspruchsschein für Leistungen. Ich habe eine Stunde gearbeitet, bekomme dafür fünf Euro und gehe damit in die Gaststätte, um eine Bratwurst und ein Bier zu kaufen. Male ich mir einen eigenen Schein, so ist das Betrug – eigentlich an allen, die am Wirtschaftskreislauf teilhaben wollen.

Das geschieht aber jetzt europaweit. Natürlich sind es nicht fleissige Künstler oder kriminelle Eifelphilosophen, die Geldscheine anmalen, sondern praktischerweise Maschinen, die Geld in Massen drucken. Das Geld kriegen dann die Banken, die es für viel Gewinn weitergeben. Gearbeitet hat für dieses Geld niemand – es ist im Prinzip völlig wertlos. Das wissen die meisten Menschen, die mit Wirtschaft zu tun haben – und deshalb wissen sie auch, das man dieses Schundgeld ganz schnell in echte Werte umwandeln muss, wie der Bullionaer ausführt:

Schließlich hat die US-Dollar Marionetten-Regierung Schröder/Fischer während ihrer Regierungszeit das bisherige System der deutschen Vermögens-Beschützung – die sogenannte Deutschland AG – gezielt zerstört und so ihren atlantischen Herren die Möglichkeit eröffnet, deutsche Firmen und Immobilien gegen per Notenpresse geschaffene Dollar zu erwerben.

 Nachdem man dem angloamerikanischen Vermögens-Räubern schon vor mehreren Jahren die attraktivsten deutschen Vermögenswerte überlassen hatte, dürfen sich nun die Südländer der Euro-Zone mit ähnlichen Methoden an der deutschen Substanz bedienen. Dafür mussten sie zwar ihre eigenen Industrien opfern – aber die Methode andere Völker für sich arbeiten zu lassen, war ja schon zu den Kolonial-Zeiten sehr attraktiv gewesen.

Auf gut Deutsch: Die Anderen haben Geld aus dem Nichts geschaffen und dafür reale Vermögensgegenstände in Deutschland erwerben dürfen. Praktisch ohne Arbeitsleistung. Und die Deutschen haben sich einen Haufen Papier erschaffen für die von ihren produzierten Waren.

Der schimpft ganz schön auf unser Freunde jenseits des Atlantiks, oder? Die wiederum eröffnen ganz offen einen Wirtschaftkrieg gegen die Eurozone – so sind Freund eben. Gerade noch mit Hilfe von Schröder und Fischer deutsche Vermögenswerte beiseite geräumt, will man die Folgekosten ganz schnell wieder privatisieren – was heißt, das man den Bürger auf der Straße verhungern läßt, nachdem man ihm sein Geld geklaut hat.

Jede Wikingerhorde hatte ein höheres ethisches Niveau. Die kamen aber nicht im feinen Anzug dahei, weshalb man sie schneller als Volksfeinde wahrnehmen konnte.

Letztendlich hätte jedem klar sein müssen, das das Geld, das die Banken aus dem Nichts schöpfen, auch nichts Wert ist. Es hat keinen realen Gegenwert, keinerlei Arbeitsleistung steht gerade für die Anspruchsphantasien des Bankenmanagements. Merkt man aber erst, wenn Zahltag ist und abgerechnet wird. Bis dahin kann das leistungslose Geld weiterhin leistungsgerechtes Geld im Markt verwässern, was zu der absurden Erscheinung führt, das Arbeit und Waren immer weniger Wert werden, man aber mit willkürlichen leistungslosen Zinsansprüchen superreich werden kann.

Worin liegt jetzt die große politische Wende? Weil leistungsloses Geld (das im Prinzip nur Papierwert hat) und leistungsgerechtes Geld (das durch Arbeit entsteht) ununterscheidbar nebeneinander stehen, kann keiner mehr realistisch wirtschaften. Man stelle sich vor, das „Täuschgeld“ würde sich nach vier Wochen im Portemanee in Luft auflösen – dann würde jeder verstehen, was gemeint ist und es käme an der Kasse im Supermarkt zu amüsanten Momenten.

Und so ist die Regierungsgewalt an die übergegangen, die am schnellsten mit großen Haufen Täuschgeld arbeiten können – auf die Banken. Sie bekommen das Geld von den Regierungen geschenkt, um damit ihre Günstlinge mit immer mehr Anspruchsberechtigungen ausstatten zu können und sich so das Vermögen der Länder – Industrien, Infrastruktur, Universitäten, Autobahnen, Flug- und Seehäfen, Kanalisationen, Immobilien und ähnliche echte Werte ganz legal unter den Nagel reissen.

„The big bank robbery“.

Der große Bankraub.

Kein Wunder, das in solchen Zeiten politisch so harmlose Publikationen wie die Mittelstandsnachrichten auf die Barrikaden gehen:

Das vage Bekenntnis zur Haushaltsdisziplin reicht der EZB als Feigenblatt, um den europäischen Banken unbegrenzt Geld zu leihen. Die Banken werden ausdrücklich aufgefordert, mit diesem Geld Schrottpapiere zu kaufen. Europa sitzt seit Donnerstag auf einer tickenden Zeitbombe.

Sieht man dann noch, wie die Banken die Situation ausnutzen, könnte man vollends den Verstand verlieren: die hebeln gerade ihre Gewinne hoch – auf Kosten aller anderen, wieder Mittelstandsnachrichten:

Mehrere große europäische Banken wollen mit dem Zusammenbruch ihrer eigenen Staaten wenigstens vor dem Crash noch ein Geschäft machen: Sie haben damit begonnen, CDS zu verkaufen. Beobachter sagen: Wenn diese CDS ausgelöst werden, erleben wir ein Gemetzel.

Diese Geschäfte seien „pure Wetten“, sagte Gary Jenkins von Evolution Securities Ltd. In London, dem Nachrichtendienst Bloomberg: „Wenn europäische Staaten von der Größe Frankreichs und Italiens wirklich pleitegehen und damit die CDS ausgelöst werden, dann wäre das das totale Gemetzel und die Kernschmelze. Es wäre das Ende der Welt.“

Ärgerlich, oder? Da wettern viele schlaue Leute (zurecht) gegen den Weltuntergangsmythos 2012, aber die Banken arbeiten gezielt darauf hin? Kann schon im Februar losgehen, siehe Welt:

Am 1. Februar laufen italienische Anleihen im Wert von 26 Milliarden aus. Nur kurze Zeit später, am 29. Februar, folgt eine zweite Tranche, dann geht es um elf Milliarden Euro. Mindestens 37 Milliarden Euro an neuen Krediten muss der neue italienische Premier Mario Monti also allein im Februar an den Finanzmärkten aufnehmen, um seine auslaufenden Verbindlichkeiten gegenüber den Investoren zu decken.

Das wird der Lackmustest – nicht nur für Italien, sondern für die gesamte Euro-Zone.

Denn an dieser Anleihe-Auktion wird sich zeigen, ob die Reformanstrengungen der Regierung Monti die Investoren überzeugen.

„Ob Reformanstrengungen überzeugen“ ist eine so schöne Formulierung. Erinnert an die Sprüche der Nazis, als sie die Juden zum Vergasen aus den Städten holten – die haben ja auch nicht gesagt: „Abmarsch zum Massenmord„. Es ging um „Aussiedlungen„. „Überzeugende Reformanstrengungen“ bedeuten für den Bürger vor allem eins: er bekommt noch weniger als zuvor, konkret bedeutet das: Obdachlosigkeit, Hunger, Krankheit, Tod. Je mehr davon, umso überzeugender die Reformen – oder? Sieht man ja in Griechenland.

Die Länder mit dem höchsten Pro Kopf Einkommen der Welt? Die Länder, die keine „Reformen“ befürchten müssen?

Monaco, Lichtenstein und Bermuda, gefolgt von Norwegen, Katar und Luxemburg.

Was produzieren diese Länder, das ihre Bürger so reich sind? Gut – Norwegen und Katar haben Erdöl … aber die anderen?

Sie produzieren nichts, geben aber der Zukunft der Bankräuber ein Zuhause. Sie sind das, was Tortuga früher für Piraten war: ein sicherer Hafen für die Räuber. Nur wird diesmal nicht irgendwann die Royal Navy vorfahren und die Piratenlöcher ausnehmen – denn für das Wohlergehen der Piratenjäger wird umfänglich gesorgt, siehe Welt:

Einem Bericht zufolge sollen die Pensionen für Spitzenbeamte steigen. Die schwarz-gelbe Koalition möchte das Ruhegeld um mehr als 600 Euro anheben.

600 Euro mehr – im Monat. Für die langzeitarbeitslosen Globalisierungsopfer gab es fünf Euro, für ihre Kinder nichts (die sollten froh sein, das ihnen nicht noch etwas abgezogen wurde), für die (ebenfalls dann arbeitslosen) Politfunktionäre 600 Euro – für nichts.

Das ist die große politische Wende, die nun beschlossen wurde: die Politik stellt sich als ausführendes Organ auf die Seite des internationalen Finanzmolochs und bekommt dafür bis ins hinterste Glied den „goldenen Handschlag“.  Damit endet eine lange, erfolgreiche deutsche Tradition, die gerade wieder von sich reden macht, siehe Telepolis:

Deutschland steht für das Zeitalter der gebildeten Mittelschicht. 

Diese grundsätzliche Ernsthaftigkeit in Deutschland hatte im 19. Jahrhundert großen Erfolg, als die moderne Forschung und Wissenschaft entstanden. Man bedenke nicht nur die Bücher, die im 19. Jahrhundert verfasst wurden, sondern auch den wirtschaftlichen Fortschritt Deutschlands: die Erfindungen, die Patente. Dank des gebildeten Beamtentums hatte diese Vorgehensweise auch den Segen des Staates. Deutschland war in all diesen Hinsichten seiner Zeit weit voraus, und der Vorsprung zahlte sich etwa zwischen 1850 und 1933 mächtig aus. Das alles ist heute wieder auf dem Vormarsch, nicht nur seit 1945, sondern auch seit 1989.

Etwas, das wir ganz vergessen hatten: es gab auch positive Seiten an der deutschen Kultur – jenseits von Auschwitz und Theresienstadt. Darum müssen in der neuen politischen Wende wohl auch die Beamten vom Geldfluss der Banken profitieren, während den Unternehmen, die wirklich noch ernsthaft etwas produzieren, die Kreditklemme droht, siehe Wirtschaftsblatt:

Holger Bross, Investmentbank-Chef des Instituts in Deutschland, warnt vor gravierenden Folgen: „Was regulatorisch Sinn ergibt für die Banken, ist für das Wirtschaftswachstum Gift“, sagt er. Der Verkauf von Kreditpaketen und die Kürzung von Kreditlinien belaste die Konjunktur. Schwierig wird es vor allem für mittelständische Unternehmen, die nicht so einfach Anleihen oder Aktien am Kapitalmarkt begeben und sich damit alternative Finanzierungsquellen erschließen können. „Für große Konzerne mit viel Geld auf dem Konto ist das kein Problem, für alle anderen schon“, warnt Bross. Ohnehin seien Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise in Südeuropa bereits zu spüren, aber zunehmend auch in Deutschland. 

„Entweder, ihr gebt uns euer ganzes Geld, oder wir machen euren Mittelstand platt“. Wikinger argumentierten früher ähnlich – anstatt eine Stadt direkt zu plündern, lagerten sie auch gerne mal vor den Toren und stellten „Forderungen“. Kam man denen nach, war man arm, aber lebendig. Wenn nicht … dann wurde es blutig.

Was wäre wohl, wenn wir den Forderungen nicht nachkommen? Was würde geschehen, wenn wir alle Versicherungs- und Bankgeschäfte in Staatshand übergeben würden? Klappt bei der Renten- Arbeitslosen- und Sozialversicherung doch auch? Der Staat vergibt Kredite – zinslos – an den Mittelstand. Was könnten wir alles einsparen, wenn wir Monaco, Lichtenstein und Bermuda nicht noch mitfinanzieren müssten. Dann müssten diese Länder von dem leben, was ihre Wirtschaft erarbeiten kann – und wir könnten endlich von dem leben, was unsere Wirtschaft erarbeitet.

Welche Wikinger lagern eigentlich vor den Toren unserer Stadt, welche furchterregende Macht macht die politische Wende notwendig und „alternativlos“  – und warum sieht man die nie im Fernsehen?

Und was uns im Alltag droht, wenn wir zahlen oder nicht zahlen, sieht man jetzt schon in den USA:

USA: Feuerwehr lässt Haus niederbrennen weil Eigentümer Versicherung ($75) nicht bezahlt hatte

Das wird unausweichlich unsere Zukunft. Zur Finanzierung der optimierten Millionärszüchtung wird uns nichts anderes übrig bleiben, als mehr und mehr „öffentliche Dienstleistungen“ mit ständig steigenden Preisen zu belegen (das sind die „notwendigen Reformen“ auf deutsch) – für die, die an der Gelddruckquelle sitzen, kein Problem, für die die aufgrund politischer Entscheidungen als Deportierte fernab von den Geldflüssen leben müssen, das Todesurteil.

Für den Mittelstand in Deutschland bedeutet dies das unrühmliche Ende – mal wieder. 1933-1945 durfte man schon mal erleben, wie das dann aussehen kann.

Wann wohl EU-Kommissare die Notverwaltung unserer Gemeinden im Namen von Goldman-Sachs übernehmen? Und – kann man schon jetzt Wetten bei Banken darauf abschliessen, in welchem Jahr das sein wird?

 

Wie der häßliche Deutsche in sein Desaster rennt: über „Räubergrippe“ in Europa

Freitag, 9.12.2011. Eifel. Kindergärtnerinnen sind - so glaube ich - gute Seuchenkundler. Müssen sie ja auch sein: was immer gerade durch das Land wandert, schlägt bei ihnen deutlich sichtbar auf. Darum ist die aktuelle Variante vielleicht bemerkenswert: "sie sei ganz neu", so wurde mir versichert. Betreffe zuerst die Kinder, die sie nach zwei-drei Tagen wieder los sind, um sich danach bei den Erwachsenen richtig fest zu setzen. Die haben sie dann wochenlang. Fängt an im Magen-Darm-Bereich, arbeitet sich dann langsam bis zum Hirn hoch, befällt auf dem Weg dahin noch die Muskeln und tobt sich dann richtig aus. Wie ich aus eigener Erfahrung sagen darf: heftig. Wäre doch eine gute "Designergrippe", fiel mir dann ein, als ich neben den anderen Leichen dann auf der Vorführung des Kindergartens weilte: eine Grippe, die die Alten hinwegrafft, aber die Kinder für das "Neue Zeitalter" intakt lässt. Aber: das darf man ja nicht denken.

Freitag, 9.12.2011. Eifel. Kindergärtnerinnen sind – so glaube ich – gute Seuchenkundler. Müssen sie ja auch sein: was immer gerade durch das Land wandert, schlägt bei ihnen deutlich sichtbar auf. Darum ist die aktuelle Variante vielleicht bemerkenswert: „sie sei ganz neu“, so wurde mir versichert. Betreffe zuerst die Kinder, die sie nach zwei-drei Tagen wieder los sind, um sich danach bei den Erwachsenen richtig fest zu setzen. Die haben sie dann wochenlang. Fängt an im Magen-Darm-Bereich, arbeitet sich dann langsam bis zum Hirn hoch, befällt auf dem Weg dahin noch die Muskeln und tobt sich dann richtig aus. Wie ich aus eigener Erfahrung sagen darf: heftig. Wäre doch eine gute „Designergrippe“, fiel mir dann ein, als ich neben den anderen Leichen dann auf der Vorführung des Kindergartens weilte: eine Grippe, die die Alten hinwegrafft, aber die Kinder für das „Neue Zeitalter“ intakt lässt. Aber: das darf man ja nicht denken.

Denken, so merke ich zusehends, wird zu einer unerwünschten Tätigkeit. Gehorsam, Fleiß, Disziplin sind Atribute, die man inzwischen wieder durch Europa trägt, „DEUTSCHE WERTE“ von „häßlichen Deutschen„, an denen die Welt genesen soll. Selber Nachdenken? Wieso? Dafür gibt es doch den Regierungssprecher und die Pressesprecher der Konzerne, die mir sagen, was ich gerade zu glauben habe.  So habe ich Anfang des Jahres fleissig gehorsam und diszipliniert an den Aufschwung geglaubt und glaube nun an das Überleben des Euros – oder eben sein Ende, je nachdem, was gerade aktuell ist.

Aber was macht man, wenn man folgende Sätze aus dem Mund von „Experten“ vernimmt, siehe Spiegel:

„Ich habe Schiss“, sagt er. „Wir leben in einer Zeit, in der ich Risiken sehe, wie ich sie noch nie gesehen habe.“ 

So der Investmentprofi Frank Fischer, mit 47 Jahren schon ein älteres Exemplar der Branche. Wenn DIE schon Schiss haben … was sollten wir dann erst machen, die wir keine Ahnung haben?

Nun – in Wirklichkeit haben wir auch Schiss … wir können nur damit kein Geld verdienen. Dazu muss man mit feiner Kutte zu den Menschen fahren, die ihr Leben lang gespart haben und ihnen Lehmann-Zertifikate zur Sicherung ihrer Altersvorsorge andrehen. Wer so drauf ist … kommt noch eine Weile gut durch. Ebenso die, die den Bankstern Bier servieren und ihnen die Haare schneiden.

Eins der Risiken, die ganz aktuell wieder einmal aus der Versenkung auftauchen, ist der Krieg. Die Medien rücken ihn aber nicht so sehr in den Vordergrund, weil sie vor lauter Katastrophen nicht mehr wissen, wo sie zuerst anfangen sollen – ausserdem müssen sie ja auch Rücksicht auf Anzeigenkunden, Parteieninteressen und Regierungskompatibilität nehmen, sonst sieht es schlecht aus mit der Einladung zum Bundespresseball.

Nach der offenen Drohung Russlands gegen die USA legt Putin noch eins drauf, siehe Manager-Magazin:

Verbaler Angriff aus Russland: Regierungschef Putin hat die USA für die Demonstrationen gegen die Parlamentswahlen vom vergangenen Sonntag mitverantwortlich gemacht.

Würde ich denken dürfen, bekäme ich auch Schiss. Gut, das das jetzt nicht so erwünscht ist. Sehe ich dann Drohnen über dem Iran, kommt mir Putins Behauptung gar nicht mal so weit hergeholt her.

Oder nehmen wir das Atom – nach Fukushima dürfte wir ja eine Ahnung davon haben, das das vielleicht nicht ganz so sicher ist. Zwar wissen wir über Fukushima eigentlich immer noch nichts Genaues (die Rücksichtnahme der Medien, ich sagte es ja), aber wir sind auf jeden Fall aus der Atomenergie erstmal ausgestiegen, weil diese Atomkraftwerke irgendwie unsicher sind.

War auch teuer, dieser Ausstieg, siehe Managermagazin:

Es ist ein Zugeständnis mit Steuergeld: Zum Ausgleich für die Milliardenlasten infolge des Atomausstiegs hat die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg dem Energieunternehmen EnBW eine Kapitalspritze zugesagt. Insgesamt sollen EnBW 800 Millionen Euro zukommen. 

Mit Atomenergie sollte man ja dereinst dank hoher Subventionen des Staates gut verdienen können. Als Entschuldigung für die ausbleibenden Geldgeschenke des Verbrauchers bekommen die Herren das Geld jetzt einfach so geschenkt. Aber nicht nur das: sie bekommen auch ihre Atomkraftwerke – nur jetzt eben von der EU, siehe Welt:

Die EU befürwortet einem Zeitungsbericht zufolge trotz des deutschen Atomausstiegs den Neubau zahlreicher Atomkraftwerke. Im bislang vertraulichen Entwurf „Energy Roadmap 2050“ bezeichne EU-Energiekommissar Günther Oettinger die Atomkraft als „wichtigen Faktor“, heißt es in einem Vorabbericht der „Süddeutschen Zeitung“.

Unterhändlern zufolge sehen die Details mehrerer Szenarien den Neubau von 40 Kernkraftwerken allein bis 2030 vor, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Merkt man, warum Disziplin, Gehorsam und Fleiß als Werte des häßlichen Deutschen wieder so wichtig werden? Würde man eher selber nachdenken anstatt auf Konsumzombiemodus schalten, bekäme man Schiss – und der könnte die Designerjeans beschmutzen.

Mit so einem System kann jeder reich werden … der die nötigen Beziehungen hat. Der Staat hilft mir, ein Geschäft aufzubauen – und wenn das nicht läuft, gibt er mir die Gewinne einfach so.  So erklärt sich eine Entwicklung, die Frau Wagenknecht in der FAZ beschreibt:

Laut einer Studie gibt es in Deutschland derzeit etwa 830000 Geldmillionäre, deren Vermögen rasant zunimmt. Insgesamt verfügt diese schmale Schicht über ein Finanzvermögen von 2,2 Billionen Euro – mehr als Bund, Länder und Gemeinden zusammen an Schulden haben. Ähnliches gilt für die europäische Ebene. Der World Wealth Report misst Finanzwerte von über 10 Billionen Dollar in den Händen der europäischen Multimillionäre. Die Staatsverschuldung aller EU-Staaten liegt nur knapp darüber. Vor 13 Jahren war der europäische Geldadel übrigens erst halb so reich. Die Staatsverschuldung brauchte 15 Jahre, um sich zu verdoppeln.

Da sind sie, unsere Staatsschulden. Da liegt also unser Geld. Auf den Konten der Superreichen. Und die wollen noch viel mehr. Einfach so, weil es geil ist.  Wäre da nicht mal Zeit für einen Vermögensschnitt anstelle eines Schuldenschnittes?

So langsam dämmert einem, warum das Nachdenken so verpönt ist: wir haben gar keine Krise. Wir haben nur eine Infektion. Räuber haben sich so langsam von unten hochgearbeitet und befielen den ganzen Kopf. Wie eine Grippe. Eine Grippe mit bösen Folgen – hören wir nochmal Frau Wagenknecht:

Wem all das zu radikal erscheint, der sollte die Alternative bedenken. Sie besteht nicht darin, dass alles bleibt wie bisher, sondern dass Demokratie und Sozialstaatlichkeit in Europa endgültig zu Grabe getragen werden und der Wohlstand vieler Europäer auf brutale Weise zerstört wird.

Ja, so kann es kommen. Armut für alle, garniert mit einem kräftigen Schuss Radioaktivität, überzogen mit einem kurzen aber heftigen Krieg zwischen den USA und Russland auf deutschem Boden.

Das geschieht Gesellschaften, die sich nicht genug gegen unmoralische und unethische Elemente abgesichert haben, gegen jene Form krimineller Energie, die gerne hart an der Grenze zur Legalität arbeitet und danach trachtet, diese Grenze mit einer Horde von Anwälten ständig durchlässiger zu machen. Jene Form krimineller Energie, die nicht davor zurückschreckt, gewählte Politiker durch verschiedenste Manipulationstechniken „auf Kurs“ zu bringen, um noch mehr Geld aus den Taschen der Gemeinschaft aufs Privatkonto in der Schweiz fliessen zu lassen.

Und was geschieht, wenn man das System der privatwirtschaftlichen Selbstbereicherung aufhalten will? Wirtschaftsweiser Peter Bofinger sagt es uns – hier im Handelsblatt:

„Ich denke, wenn die EZB nicht handelt, und es keine Euro-Bonds geben wird, werden wir in ein wirkliches Desaster rennen. Wir würden einen Zusammenbruch der Finanzmärkte sehen und eine sehr, sehr starke Rezession in ganz Europa, eine lange Zeit der Arbeitslosigkeit, Banken die Bankrott gehen und Menschen, die ihr Geld verlieren.“

Geben wir den Räubern nicht weiter unser Geld … dann machen die uns richtig arm. Geben wir ihnen unser Geld – dann auch.

Kein Wunder, das diesem System keine Zukunft zugetraut wird und sich – nach den Konzernen – jetzt auch schon die Schweiz für das Ende des Euro wappnet.  Es hat die Prognose eines kranken Menschen, der von einer Virusgrippe dahingerafft wird. Die Viren plündern ihn so lange aus, bis er stirbt – erst dann gehen sie selbst auch zugrunde.

Europa hat kein wirtschaftliches Problem – es hat ein kulturelles Problem. Räuberethik hat sich breit gemacht – in allen gesellschaftlichen Schichten. Lobbyisten tragen die Erkrankung in die Parlamente und Versammlungen, die Infizierten fangen an, von Menschen als „Parasiten“ zu faseln und wollen ihnen nur noch dann was zu essen geben, wenn die ordentlich arbeiten, während das Geld mit Schaufelradbaggern in die Räuberhöhlen getragen wird.

Während der kriminelle Geist seine Energie früher eher auf der Straße entfaltete, lebt er nun in Parlamenten, Vorständen und Aufsichtsräten.

Dort, wo es sich entfaltet, muss man mit allem rechnen – unter anderem  mit dem sicheren, völligen Zerfall aller gesellschaftlicher Strukturen – und natürlich mit Krieg. Ist der kriminelle Geist mit einem Land fertig, muss schnell ein Krieg her, um die Spuren zu verwischen. Ein großer Krieg, den die Infizierten selbst aber gerne von Stränden im fernen Westen aus beobachten und an dessen Vorbereitung man schon jetzt gut verdient, siehe Hintergrund:

Der deutsche Export von Kriegswaffen hat einen Rekordwert erreicht: Die Rüstungsindustrie nahm im vergangenen Jahr mit dem Verkauf von Panzern, Kriegsschiffen oder Maschinengewehren 2,1 Milliarden Euro ein. Das sind rund 60 Prozent mehr als 2009. Seit 1997 wurden noch nie so viele Kriegswaffen aus Deutschland ins Ausland geliefert.

Man hätte früher Kindergärtnerinnen fragen sollen: die hatten als erste bemerkt, das die aktuelle Grippe etwas ganz Neues ist – „so, als ob alle Grippen der letzten Jahre sich zu einer großen Grippe vereinigt haben“.

Und so kommt mir das aktuell wieder hässliche Land der Deutschen auch vor: als ob sich alle Kriminellen in Wirtschaft, Politik und Medien zu einer konzertierten und konzentrierten Gemeinschaftsaktion versammelt haben, die dem alten Europa endgültig den Rest geben soll – und das auch noch ganz öffentlich, siehe Spiegel:

Van Rompuy gab auch einen zentralen Beschluss zur Privatgläubigerbeteiligung bei Staatspleiten bekannt. Demnach sollen private Gläubiger, etwa Banken, in Zukunft nicht mehr an einem Schuldenschnitt für angeschlagene Euro-Länder beteiligt werden. Das ist eine Abkehr von der bisherigen Strategie.

Das wird die Umverteilung in Zukunft wohl noch einmal potenzieren.

Und was macht der hässliche Deutsche persönlich?

Strammstehen, geradeaus gucken und jeden mit dem Ellenbogen in die Rippen hauen, der aus der Reihe treten und sich mal umschauen will.

Wir Deutschen, wir marschieren geschlossen in den Untergang, diszipliniert in Reih´ und Glied – egal, wie blöde oder hässlich wir dabei aussehen.

 

 

 

Weltbürgerkrieg 2012? Oder eigentlich schon jetzt …

Mittwoch, 7.12.2011. Eifel. Mistwetter. Schweinegrippe. Weltkrieg. So kurz kann man die aktuelle Lage charakterisieren - obwohl wir ja von dem Weltkrieg gar nichts mitbekommen. Ist doch alles in Ordnung da draussen, die Medien unterhalten uns vorzüglich und berichten uns alles, was für uns wichtig ist: wer beim Fussball gewonnen hat, wer bei "Wetten-Das" den Moderator ersetzt oder was Politiker für die Zeit nach der Wahl versprechen wie zum Beispiel dieser Obama, der jetzt mehr Gerechtigkeit möchte, siehe <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802153,00.html">Spiegel</a>:

Mittwoch, 7.12.2011. Eifel. Mistwetter. Schweinegrippe. Weltkrieg. So kurz kann man die aktuelle Lage charakterisieren – obwohl wir ja von dem Weltkrieg gar nichts mitbekommen. Ist doch alles in Ordnung da draussen, die Medien unterhalten uns vorzüglich und berichten uns alles, was für uns wichtig ist: wer beim Fussball gewonnen hat, wer bei „Wetten-Das“ den Moderator ersetzt oder was Politiker für die Zeit nach der Wahl versprechen wie zum Beispiel dieser Obama, der jetzt mehr Gerechtigkeit möchte, siehe Spiegel:

„Jene ganz oben werden immer reicher; aber alle anderen haben mit wachsenden Kosten und sinkenden Löhnen zu kämpfen.“ Die zunehmende Ungleichheit strafe das Versprechen des amerikanischen Traums Lügen, dass es jeder schaffen könne, wenn er nur wolle. Es gehe hier nicht um irgendeine politische Debatte, sondern um „die entscheidende Frage unserer Zeit“.

Das Volk habe jetzt die Wahl, wie damals, zu Teddys Zeiten: Sollten die Eisenbahnen nur ein paar Monopolisten gehören? Sollte Bildung nur den Reichen vorbehalten sein? 

Es stellt sich natürlich gleich die Frage, ob diese Positionen dann auch für Deutschland gelten sollen, das sich gerade in einen Vorgarten der US-Superklasse verwandelt – immerhin soll auch hier Bildung nur für Reiche sein und die Eisenbahn bald ein paar Kapitaleignern gehören.

Ganz unvermutet und offiziell stolpert man in der deutschen Presselandschaft über einen Artikel, der Obamas Sicht unterstützt und vertieft, sie FAZ:

Der Krieg der Banken gegen das Volk

Das Problem ist, dass Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen kann. Die EZB verlangt den Verkauf von Staatsbesitz – Land, Wasser, Häfen – sowie eine Kürzung von Renten und anderen Sozialleistungen. Die „untersten 99 Prozent“ sind verständlicherweise empört, wenn sie hören, dass die Spitzenverdiener 45 Milliarden Euro allein in Schweizer Banken geparkt haben sollen und damit weitgehend für das Haushaltsdefizit verantwortlich sind.

Man merkt: Haushaltsdefizite sind künstliche herbeigeführte Tatsachen – keine Naturereignisse. Ganz konkret benennbare Menschen haben – gegen geltendes Recht – ihre Stellung dazu missbraucht, die Volkswirtschaft auszuplündern. Und weil ein fauler Apfel einen ganzen Korb verderben kann, hatten wir gleich einen neue politische Bewegung, getragen von den Finanzverbrechern aller politischen Ausprägungen: Raubritter aller Länder, vereinigt euch!

Es ist bestürzend zu lesen, wie offensichtlich dieser Krieg abläuft, wie gezielt die Schachzüge geplant und wie konsequent sie durchgesetzt werden:

Es besteht keine technische oder ökonomische Notwendigkeit, dass die europäischen Finanzmanager weite Teile der Bevölkerung unter Druck setzen. Aber es gibt erhebliche Gewinnchancen für die Banken, die Einfluss auf die Wirtschaftspolitik der EZB erlangt haben. Seit den sechziger Jahren sind Haushaltskrisen eine gute Gelegenheit für Banken und Investoren, Kontrolle über die Fiskalpolitik zu erlangen – die Steuerlast wird auf die Arbeitnehmer abgewälzt, und die Sozialausgaben werden gekürzt, alles zum Vorteil ausländischer Investoren und der Finanzwirtschaft. Diese gewinnt durch Sparmaßnahmen, die den Lebensstandard verringern und Sozialausgaben einschränken. Eine Schuldenkrise ermöglicht es der lokalen Finanzelite und ausländischen Banken, den Rest der Gesellschaft zu verschulden, indem sie ihr Kreditprivileg nutzen, um sich Vermögen anzueignen und die Bevölkerung in Schuldenabhängigkeit zu bringen.

Dieser Krieg, der in Europa inzwischen ausgetragen wird, hat nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen. Es besteht die Gefahr, dass die hoffnungsvolle Epoche der letzten fünfzig Jahre zu Ende geht und ein neues Zeitalter der Polarisierung beginnt, wenn eine Finanzoligarchie demokratische Regierungen verdrängt und ganze Bevölkerungen in Schuldenabhängigkeit stürzt. 

Am Ende steht ein System, das aus 99 % der Menschheit Schuldsklaven macht, damit das vergoldete obere Prozent Wasserski fahren kann.

Es ist erschrecken zu lesen, das wir uns in einem Krieg befinden, der sich im Prinzip von keinem anderen Krieg unterscheidet – wenn man bedenkt, das es im Prinzip immer darum geht, sich die Ressourcen des Opferlandes einzuverleiben – wir aber so wenig davon hören. Gut – in den USA selbst – dem Vorreiterland dieser Raubritterbewegung – wird schon mit härteren Bandagen gekämpft, siehe Mittelstandsnachrichten:

Das harte Vorgehen der US-Polizei gegen die Occupy Wall Street Demonstranten war wohl erst der Anfang: Nun verschenkt das Verteidigungsministerium gepanzerte Fahrzeuge, Granatwerfer und Hubschrauber selbst an die kleinsten Polizeiwachen.

Kein Wunder, das man bei der aktuellen Politik seitens der Regierung Vorsorge trifft, siehe Seite3:

Der US-Senat hat anfangs Dezember beschlossen, dass das US-Militär nun das Recht bekommt, jeden amerikanischen Bürger ohne Anklage oder Gerichtsverhandlung zu verhaften und auf unbestimmte Zeit zu inhaftieren. So könnte in Zukunft also auch US-Bürgern dasselbe Schicksal drohen wie Guantanamo-Häftlingen.

Der Abschnitt 1867 des National Defense Authorization Acts, der im Senat mit 93 zu 3 Stimmen angenommen wurde, legitimiert das US-Militär jeden US-Bürger zu verfolgen und zu inhaftieren. Damit das Militär nicht durch die Städte kurvt und willkürlich Leute aufgabelt, sieht keiner der Senatoren ein Problem und lehnte einen entsprechenden Nachtrag fast einstimmig ab. Wird schon nicht soweit kommen, oder?

Das hört sich schon nicht mehr so nach einem theoretischem Krieg an, oder? Das riecht schon nach Militärjunta, Bürgerkrieg und „besetzem Land“.

Das ist der Unterschied zu früher, als Hunnen, Mongolen und Wikinger noch ganz offen in die Länder einfielen: heute sind sie schon lange mitten unter uns, waren früher mal angesehene Mitbürger – bis die Zeit reif war, die Maske fallen zu lassen und ganz offen einen „Putsch von oben“ im Namen der neuen, neoliberalen Religion zu starten.

Man hatte nicht das Land angegriffen, sondern einfach den König gekauft. Dauert dann ewig, bis das Volk merkt, das wirklich ein anderer Wind weht, denn von außen sieht ja immer noch alles ganz putzig aus.

Schaut man jedoch näher in – wie just in Großbritannien – merkt man, das schon längst andere bestimmen, was geschieht – uns was wir davon erfahren dürfen, siehe Netzpolitik:

Cameron soll auf Betreiben der Lobbyisten hin mit Chinas Premierminister telefoniert haben, um die Fälschung von Produkten eines Bell-Pottinger-Kunden zu unterbinden. Investigativen Journalisten, die sich als Vertreter Usbekistans ausgaben, soll angeboten worden sein, Google so zu manipulieren, dass unliebsame Berichte über Menschenrechtsverletzungen aus den Trefferlisten verschwänden. Und sogar die Manipulation von Wikipedia-Inhalten soll für Bell Pottinger kein Ding der Unmöglichkeit sein.

Damit jedoch nicht genug. Die mundgerechte Positionierung von Nachrichten hat in Europa schon lange Tradition: Natowahrheit wird inzwischen für uns eine akzeptierte Alternative zur Wirklichkeit, Ein Beispiel dafür liefert das Netzwerk Voltaire mit einem Beispiel über die aktuelle Lügenflut bezüglich Syrien, wo der Krieg eigentlich schon in vollem Gange ist – ohne das es jemand merkt.

Nun – der Krieg gegen den Iran ist ja möglicherweise auch schon voll entbrannt, ohne das man uns das offiziell gesagt hat. Aber die Russen reden darüber:

Das iranische Raketenprogramm hat offenbar einen herben Rückschlag erhalten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag. 

Das fanden US-amerikanische und israelische Experten nach einer Analyse von Satellitenfotos des größten iranischen Raketenforschungszentrums heraus. Sie sprechen sogar von einem verdeckten Krieg gegen die Islamische Republik.

Und die guten alten US-Drohnen sind wie zufällig direkt vor Ort:

Auffallend ist, dass nicht zum ersten Mal über den Abschuss einer Drohne und einem Zwischenfall im Iran berichtet wird. In der vorigen Woche hatte sich eine Explosion neben einem Urananreicherungszentrum in Isfahan ereignet. Insgesamt gab es in den letzten zwei Jahren etwa zwei Dutzende kaum erklärbare Vorfälle in Iran, die zum geheimen Kampf gegen das iranische Atom- und Raketenprogramm gehören könnten. 

Im vorigen Jahr waren zwei bekannte iranische Atomphysiker bei Attentaten getötet worden; ein weiterer Experte wurde schwer verletzt. Offenbar ein Signal für andere Wissenschaftler, dass sie aus den iranischen Forschungsprogrammen aussteigen sollten. 

Insofern ist es wohl nicht zu weit hergeholt, auch mal darauf hinzuweisen, wie genau das „Neue amerikanischen Jahrhundert“ auch bei uns aufschlägt, zumal es zu den jetzt bekannt gewordenen, weltweiten Abhörmassnahmen passt. Der kommende „Globale Kapitalkrieg“ der USA in 2012 wird dann wohl auch bei uns die letzten Reste des Sozialstaates tilgen – und dann wird der Moment gekommen sein, wo auch der deutsche Michel wach wird.

Einmal abgesehen von einigen zwecks Förderung des Aufschwungs noch zu führenden heißen Kriegen im Ausland wird der kommende Weltbürgerkrieg hauptsächlich im Inland ablaufen – konkret zwischen Menschen, die sich dem Kapital ausliefern und jenen, die ihm widerstehen wollen. Die bisher gemütliche Aufteilung in Deutschland, in der zwei Drittel relativ geborgen vor sich hin vegetieren, aber ein Drittel erstmal „ausgehartzt“ wurde, wird sich auf Dauer nicht durchhalten lassen – aber bei fünf Millionen Millionären in Zukunft wird das Kapital hier eine ordentliche Hausmacht haben, um soziale Unruhen im Keim zu ersticken oder daraus eine Reality-Show auf RTL zu machen.

Nicht umsonst sehen manche schon die komplette Enteignung Deutschlands zu Eurorettung voraus.

Merkt man jetzt, das Obama Recht hat?

Das es wirklich um die „entscheidende Frage unserer Zeit“ geht? Das es im Prinzip sogar um eine Frage mit größter kulturgeschichtlicher Relevanz geht?

Die Märkte sind überhaupt keine Subjekte, welche Entscheidungen treffen oder Gefühle haben. Märkte als Subjekte wahrzunehmen ist Teil der neoliberalen Umnachtung, gewissermaßen der Globalisierung der Köpfe mit einer marktreligiösen Theorie. Die wahren Subjekte sind Akteure welche jeweils Irrationalität folgen, seien es Hedgefonds oder Ratingagenturen. Die Interaktion ihres Verhaltens verursachte und vertieft die Krise, gewissermaßen eine „unsichtbare Hand“ der Unordnung. Es gilt daher, die „Spielanordnung“ so zu ändern, dass sich das Gewinnstreben wieder auf realwirtschaftliche Aktivitäten konzentriert. Sündenböcke benennen lenkt davon ab.

So der Ökonom Stephan Schulmeister im Standard.

Während sich alle Welt über den Papst lustig macht, stolpert man glubschäugig und mit offenem Mund einer neuen Religion hinterher, einer Religion, die Tod, Armut, Krankheit und Verderben bringt, aber den skrupellosesten Anbetern ein Leben auf Halbgottniveau verspricht … und dieses Versprechen auch einhält. Schon längst werden die Hohepriester dieser Religion zu politischen Gegenspielern des gesamten EU-Raums und erreichen eine Macht wie Päpste über die Mittelalterliche Gesellschaft.

Und Religionen – das wissen wir – geben immer eine gute Grundlage für einen zünftigen Bürgerkrieg ab.

Die Agenten der „Märkte“ haben in Italien einen ersten Schlag gegen das Volk geführt, siehe Spiegel:

Barzahlungen über 1000 Euro sind künftig verboten, um die Steuerhinterziehung einzudämmen.

Barzahlungen über 1000 Euro verboten – und – nebenbei gefragt – ab wann ganz?

So wird auf jeden Fall sichergestellt, das die Sparer nicht – wie in Griechenland – ihr Geld einfach abheben und sich damit was Schönes kaufen.

Das Geld gehört „den Märkten“ – und die reagieren nicht gut darauf, wenn man es für sich selber ausgeben will. Die … wollen nämlich was Anderes:

Eine Schuldenkrise ermöglicht es der lokalen Finanzelite und ausländischen Banken, den Rest der Gesellschaft zu verschulden, indem sie ihr Kreditprivileg nutzen, um sich Vermögen anzueignen und die Bevölkerung in Schuldenabhängigkeit zu bringen

Das wollten Hunnen, Goten und Wikinger im Prinzip auch. Vermögen aneignen und Volk versklaven. Und in diesem Prozess stecken wir gerade mittendrin.

 

 

Gedanken über das P-Konto

Man liest ja derzeit viel über das so genannte Pfändungssichere Konto auch bekannt unter „P-Konto“. Nun wird jedem Leistungsbezieher und Schuldner empfohlen sich bis Dezember diesen Jahres ein so genanntes P-Konto einzurichten. Mit der Begründung, weil ein normales Girokonto nicht mehr vor dem Gläubigern sicher ist und es auf Null gepfändet werden kann, selbst Sozialleistungen, Kindergeld usw.

Nur ein P-Konto gewährleistet eine Untergrenze von etwa 1000 € die unpfändbar sind.

Ich frag mich in diesem Zusammenhang, warum es nicht möglich sein soll auf jedem stinknormalen Girokonto ein Pfändungsfreibetrag von etwa 1000 € einzurichten. Warum müssen die Menschen zu ihren Banken marschieren und explizit solch ein Konto einrichten. Ein Konto für die so genannte Unterschicht? Ein Zweiklassensystem?

Wo ist denn eigentlich das Problem wenn auf einem Konto beispielhaft 10.000 € liegen der Gläubiger dementsprechend einen Pfändungs Auftrag gerichtlich erwirkt, nur 9000 € gepfändet werden dürfen?

Hängt die Banker???

29.11.2011. Dienstag. Eifel. Autor? Hat Magen Darm-Grippe. Zeit zum Denken. Zum Beispiel über die Forderung, jetzt erstmal ein paar Banker zu hängen. Ich bin mir sicher, das ich momentan für eine solche Forderung einige Mitläufer finden würde. Leute hängen kommt immer gut an - nicht nur in Deutschland. International machen wir ja gerade mit Begeisterung alle "Bösen" tot - Osama bin Laden, Gaddafi, 100000 "Terroristen" - alle einfach mal so ohne Gerichtsverhandlung über den Haufen geknallt, von Bomben zerfetzt, von Napalm verbrannt. Was spräche also dagegen, die gleiche Prozedur auch im Inland anzuwenden? Ich meine - wir haben hier doch eine zunehmende Verrohung der politischen Landschaft: Nazikommandos marschieren ungehindert mordend und plündernd durch das Land, Polizisten reiten mit brutaler Gewalt Demonstranten nieder, Journalisten werden mit Pfefferspray gejagt: Deutschland feiert eine Orgie der Gewalt, siehe Spiegel:

29.11.2011. Dienstag. Eifel. Autor? Hat Magen Darm-Grippe. Zeit zum Denken. Zum Beispiel über die Forderung, jetzt erstmal ein paar Banker zu hängen. Ich bin mir sicher, das ich momentan für eine solche Forderung einige Mitläufer finden würde. Leute hängen kommt immer gut an – nicht nur in Deutschland. International machen wir ja gerade mit Begeisterung alle „Bösen“ tot – Osama bin Laden, Gaddafi, 100000 „Terroristen“ – alle einfach mal so ohne Gerichtsverhandlung über den Haufen geknallt, von Bomben zerfetzt, von Napalm verbrannt. Was spräche also dagegen, die gleiche Prozedur auch im Inland anzuwenden? Ich meine – wir haben hier doch eine zunehmende Verrohung der politischen Landschaft: Nazikommandos marschieren ungehindert mordend und plündernd durch das Land, Polizisten reiten mit brutaler Gewalt Demonstranten nieder, Journalisten werden mit Pfefferspray gejagt: Deutschland feiert eine Orgie der Gewalt, siehe Spiegel:

„Der Hass und die Gewalt, die meinen Kolleginnen und Kollegen von einzelnen autonomen Gruppen entgegenschlugen, waren ohne Beispiel“, sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut. Der Transport müsse ein politisches Nachspiel haben, forderte er. Es sei „bedrückend, dass sich auch Politiker und Bürgerinitiativen nicht eindeutig von dieser Gewalt distanziert“ hätten. Die gegen Polizisten eingesetzten Waffen würden immer brutaler. 

Auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) kritisierte die seiner Einschätzung nach zunehmende Gewalt militanter Demonstranten am Rande des Castor-Transports. Beamte seien in „ziemlich brutaler Form“ attackiert worden. Das habe es in Castor-Zeiten „so noch nicht gegeben“. Etwa hundert Polizisten seien verletzt worden. 15 bis 20 seien außerdem dienstunfähig.

Also sollten wir auch Atomkraftgegner aufhängen … zumal ja diese ganze „Gegnerei“ nur eine kleine Minderheit betrifft, die Mehrheit hat ja jetzt gezeigt, auf welcher Seite sieh steht: Stuttgart 21 wird gebaut – und man zahlt auch gerne noch viel mehr dafür. Da hat wohl die Junge Union wieder einmal in einer konzertierten Aktion alle Altenheimbewohner und Russlanddeutschen zum Kreuzchenmachen mobilisiert.

Erstmal jedoch – zurück zu den Bankern. Die haben es doch wohl wirklich verdient, gehängt zu werden, oder? Die haben uns doch den ganzen Schlamassel eingebrockt – jedenfalls redet die Politik immer wieder gern darüber.

Bevor wir jedoch mit dem Strick losziehen, um noch mehr „Böses“ aus der Welt zu bringen, sollten wir einmal kurz innehalten.

Sicher – die Hedgefonds haben unser Land ziemlich ruiniert, die Heuschrecken haben viele Firmen ausgeschlachtet und sind für großflächige Vernichtung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze verantwortlich … aber würden wir wirklich einen Lehrer dafür bestrafen wollen, das er seinen Job besonders gut macht? Würden wir einen Busfahrer dafür bestrafen wollen, das er besonders gut Bus fährt – oder einen Bäcker, das er besonders gut backt?

Ein Banker soll Geld aus Geld machen – dafür hat man ihn von der Straße aufgelesen. Nein – wirklich. Manche dieser Manager haben absolut keine Ausbildung und kein Wissen darüber, was sie da eigentlich tun – können aber gut und schnell Knöpfe drücken.

Dafür, das er besonders gefährliche Knöpfe hat, ist der Banker vor Ort nicht verantwortlich. Das haben ganz andere so eingerichtet, siehe Deutschlandradio:

Die Befürchtung, ins Hintertreffen zu geraten, war auch in der SPD weit verbreitet. So gab der SPD-Banken- und Kapitalmarktexperte Hans-Martin Bury, einer der politischen Shootingstars in der Partei, 1998 eine klare Richtung vor. Bury war übrigens später Kanzleramtsminister unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und anschließend Bankmanager und Vorstand bei Lehman-Brothers.

„Deutschland ist unverändert ein Aktien-Entwicklungsland. Wenn wir nicht schleunigst beginnen, die Rahmenbedingungen internationalem Standard anzupassen, dann wächst die Gefahr, dass es dem Finanzplatz Frankfurt bald ebenso ergeht wie dem dortigen Fußballverein.“

Wie man sieht: die Banken konnten besonders großzügig zu Politikern sein, die ihnen den Weg zum deutschen Geld ebneten. Fortan konnten also auch in Deutschland die Lehman-Ramsch-Papiere verkauft werden – was vielen Leuten ihre Lebensarbeitsleistung gekostet hatte.  Wir wollen aber nicht vergessen, das es da einen Mann gab, der sich besonders aus dem Fenster gelehnt hatte:

Im November 2001 stellte der damalige Bundesfinanzminister Hans Eichel von der SPD dann den Entwurf für das Vierte Finanzmarktförderungsgesetz im Bundestag vor. Ziel des Vorhabens waren die Modernisierung und Förderung des Finanzplatzes Deutschland. 

Zwei Jahre später – im Jahr 2003 – ließ die rot-grüne Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder die heute so verachteten Hedgefonds, die „Heuschrecken“, an den deutschen Kapitalmärkten zu. 

Das Investmentmodernisierungsgesetz war ein wichtiger Schritt bei der Deregulierung des deutschen Finanzmarktes. Selbst das „Manager Magazin“ sprach damals allerdings bereits von einem Spiel mit dem Feuer.

Und im gleichen Jahr legte Finanzminister Hans Eichel einen Finanzmarktförderplan vor. Damit wollte er schrittweise moderne Anlageinstrumente einführen und Geldhäusern den Umgang mit Kreditrisiken erleichtern. Risiken und Forderungen sollten leichter als Wertpapiere am Kapitalmarkt gebündelt, verbrieft und in handelbare Anleihen umgewandelt werden können. Der deutsche Finanzplatz sei reif genug, um mit alternativen Anlageinstrumenten umgehen zu können, resümierte Eichel.

Ja, genau der Eichel, der mit 7100 Euro Rente nicht zufrieden war und nochmal 9640 Euro oben drauf wollte. Soll sich der Staat doch nur weiter verschulden, sollen die doch bei den Arbeitslosenkindern noch weiter das Essensgeld kürzen (eine Handvoll Reis am Tag reicht doch den chinesischen Wanderarbeitern auch), Hauptsache, der Eichel wird reich. Vielleicht so reich wie sein Deregulierungskanzler Schröder, der ja auch seine Million von dem Herrn Maschmeyer bekommen hat, welcher selber wiederum an rot-grünen Finanzprodukten  sehr gut verdiente:

Die Zuwendungen an Gerhard Schröder erweisen sich rückblickend als gute Investition für Carsten Maschmeyer. Einige Jahre nach dem Wahlsieg von 1998 wird es die Schröder-Regierung sein, die der Finanzdienstleisterbranche mit der Einführung der staatlich geförderten Riester-Rente ein Milliardengeschäft beschert. Der Erfinder dieser privatisierten Altersvorsorge, Arbeitsminister a.D. Walter Riester, zieht daraufhin nicht nur als gut bezahlter Werber für die Riester-Rente durch die Lande, sondern steht auch dem Vertreiber der Riester-Rente, Maschmeyers AWD, zu Diensten: Auf werbewirksamen Fotos posiert Riester mit AWD-Vertretern (s. rechts), mit denen diese später auf Kundenfang gehen

Solche echten Männerfreundschaften sind doch was Schönes, oder? Gibt auch ganz viele davon – wie das Handelsblatt gerade verrät: „die grossen Auftritte der Entscheider“ sind immer einen Artikel wert … noch wertvoller wäre es, zu sehen, wie wir alle diese luxuriösen Auftritte finanzieren.

Manche sind ja wirklich schon zu frech und haben diesen Schröder angezeigt – jedenfalls hatte Attac ihn mal vor ein Tribunal gezerrt – symbolisch, wohlgemerkt. Der hat aber so viele Freunde und so viel Geld, das der das gar nicht bemerkt hat.

Ja, der Herr Schröder ist beliebt in der Welt. Kaum war Angela Merkel Kanzler und er nicht, durfte der Deregulierer deutscher Finanzmärkte für eine Investmentbank als Berater tätig werden – siehe FAZ. Wieviel diese Bank an der Deregulierung des deutschen Anlagemarkte verdient hat, konnte ich nicht mehr in Erfahrung bringen – mir war schon schlecht wegen der Magen-Darm-Grippe und der Riesterrente, da wollte ich nichts riskieren.

Was ich aber riskiert habe ist einen Blick auf die Frankfurter Familie Rothschild – und ein Motto auf ihrer Webseite:

THE STRENGTH WHICH LIES IN UNITY.

Übersetzt etwa: die Kraft, die in der Einheit liegt.

Welche Kraft die Einheit von Politik und Bankgewerbe entfalten kann, erleben wir momentan an den nicht enden wollenden Krisen, die ganz Europa immer ärmer machen.

Moment?

Ganz Europa?

Nein. Eine kleine Schicht von Entscheidern – untereinander gut vernetzt – verdient sich dumm und dämlich. Und was diese Entscheider machen, ist auch politisch unheimlich. Ist es Zufall, das Hartz-Kanzler Schröder seine Partei in ihren Grundwerten so verraten hat, wie es Angela Merkel jetzt bei ihrer Partei macht? Das Schröder beim Wallstreet-Giganten Rothschild so gut im Kurs steht wie Merkel bei den radikalen Republikanern um Bush?

Wollen wir nicht weiter drüber nachdenken … wir geraten in Tabuzonen.

Banker hängen … wollen wir natürlich auch nicht – wir sind doch nicht die Nato. Wir leben korrekt und halten uns an bestehende Rechtsprinzipien. 200 000 von ihnen werden sowieso gerade weltweit in die Wüste geschickt: sie haben ihre Arbeit getan.

Wenn aber demnächst wieder ein Politiker gegen Banker wettert, sollten wir uns daran erinnern, das die niemals unser Tafelsilber hätten herausräumen können, wenn nicht andere ihnen die Türen weit aufgemacht hätten.

Und die anderen machen die Türen momentan immer weiter auf, siehe Handelsblatt und Schäubles wundersame Geldvermehrung, auf die die Ratingagenturen nicht sonderlich euphorisch reagieren:

Die Ratingagentur Moody’s erklärte, die Eskalation der Schuldenkrise und die Finanzierungsprobleme der Banken bedrohten inzwischen die Bonität aller europäischer Länder.

Warum das alles so läuft wie es läuft?

Na, einfach immer an Rothschild denken: THE STRENGTH WHICH LIES IN UNITY.

 

 

 

 

 

Wolfgang Schäuble auf dem European Banking Congress 2011

Wolfgang Schäuble auf dem European Banking Congress 2011. In seiner Rede gab Herr Schäuble ein Stelldichein, dass die Ohren wackelten. So gut wie nichts davon wird in den Medien gesendet werden. IKNews war mit einer Kamera vor Ort und stellte auch selbst noch eine wirklich wichtige Frage. Das Video mit einer kurzen Analyse wird in Kürze online sein.

Eilmeldung – frisch erkannt: wie das System – schon wieder – den deutschen Mittelstand vernichtet!

10.11.2011. Eifel. Wieder einmal etwas dazugelernt:  ich sollte keine Dokumentationen über die NS-Zeit schauen. So allgemein Nazis verdammen, das geht ja ganz gut, das haben wir gelernt, ist ja schon ein sprachlicher Reflex: versenkt man sich aber gedanklich in den Alltag jener Zeit, dann wird einem Angst und Bange, weil man merkt: der NS-Staat gilt zwar als "böse", weil er Juden statt Moslems in Massen vernichtete (während wir als "Nato" als "gut" gelten, weil wir Moslems statt Juden in Massen vernichten), aber seine Methoden, seine Werte, seine Ordnung, seine Prinzipien sind durchaus gesellschaftsfähig. Dort, wo der NS-Staat das Überleben der "reinen arischen Rasse" als höchsten Wert ansiedelte, haben wir uns die ständig steigende materielle Überversorgung unserer "Leistungsträger" als Ziel gesetzt - mit ähnlichen Folgen für jene, die andere Werte leben. Zwangsarbeit durch Arbeitssklaven - für uns schon längst Alltag, Stichworte sind hier "Hartz IV" und "Leiharbeit". Neue Juden? Als Moslems, Arbeitslose, "Parasiten" schon längst auf dem Schirm - aktuell ist es der Rentner, der ins Visier kommt, weil für die Leistungsträger beim Arbeitslosen kaum noch etwas abzukassieren ist, es sei denn, man setzt die bürgerliche Maske mal wieder für einen Moment ab und lässt ihn auf der Straße verhungern: er wird "Staatsfeind Nummer 1", weil er der größte Klimakiller der Welt ist - mit Abstand. Konkrete Maßnahmen werden in dem Artikel noch nicht gefordert, aber man merkt sich die Täter schon mal.

10.11.2011. Eifel. Wieder einmal etwas dazugelernt:  ich sollte keine Dokumentationen über die NS-Zeit schauen. So allgemein Nazis verdammen, das geht ja ganz gut, das haben wir gelernt, ist ja schon ein sprachlicher Reflex: versenkt man sich aber gedanklich in den Alltag jener Zeit, dann wird einem Angst und Bange, weil man merkt: der NS-Staat gilt zwar als „böse“, weil er Juden statt Moslems in Massen vernichtete (während wir als „Nato“ als „gut“ gelten, weil wir Moslems statt Juden in Massen vernichten), aber seine Methoden, seine Werte, seine Ordnung, seine Prinzipien sind durchaus gesellschaftsfähig. Dort, wo der NS-Staat das Überleben der „reinen arischen Rasse“ als höchsten Wert ansiedelte, haben wir uns die ständig steigende materielle Überversorgung unserer „Leistungsträger“ als Ziel gesetzt – mit ähnlichen Folgen für jene, die andere Werte leben. Zwangsarbeit durch Arbeitssklaven – für uns schon längst Alltag, Stichworte sind hier „Hartz IV“ und „Leiharbeit“. Neue Juden? Als Moslems, Arbeitslose, „Parasiten“ schon längst auf dem Schirm – aktuell ist es der Rentner, der ins Visier kommt, weil für die Leistungsträger beim Arbeitslosen kaum noch etwas abzukassieren ist, es sei denn, man setzt die bürgerliche Maske mal wieder für einen Moment ab und lässt ihn auf der Straße verhungern: der Rentner wird „Staatsfeind Nummer 1“, weil er der größte Klimakiller der Welt ist – mit Abstand. Konkrete Maßnahmen werden in dem Artikel noch nicht gefordert, aber man merkt sich die Täter schon mal.

Auch dem Ausland geht es wieder wie früher: ein übermächtiges Deutschland voller Elitedeutscher fällt über den Kontinent her, besetzt europaweit Immobilien und Strände. Wir machen uns gerade wieder sehr beliebt in Europa … und können uns dagegen nicht wehren.  Wie auch? Dank amerikanischer Konzerngelder und der fleissigen Wühlarbeit deutscher Konzerne gegen die Weimarer Republik konnte ein Österreicher sich hier ganz im Sinne der Selbstverwirklichung mal voll ausleben – die Folgen sind bekannt: es gab Lampenschirme aus Menschenhaut in der einst führenden Zivilisation der westlichen Welt. Ja – das waren wir einmal: Musik, Philosophie, Psychologie, Technik, Filmkunst – und nebenbei waren wir noch die „Apotheke der Welt“. Würde man sich heute aber zu Deutschland als Wert bekennen wollen, merkte man schnell: das geht nicht mehr: der „Führer“ hat dieses Land ins völlige Abseits geführt – und der Rest der Welt sorgt dafür, das Restdeutschland da nie mehr wieder herauskommt.

Das ist ja vielleicht auch gut so, solange man sich nicht ganz sicher ist, das „Faschismus“ nicht wirklich ein rein deutsche Eigenart ist. Folgt man dem Investmentbanker Hörhan, so ist – laut Welt – hier jedoch nichts mehr zu befürchten:

Nein, die heutige Jugend ist der ziemlich dekadente historische Sonderfall einer jungen Generation, die den Alten lieber hinten reinkriecht, als zu revoltieren. Für das System ist diese Lethargie natürlich sehr kommod.

Das „System“ reagiert ja auch schon entsprechend:

Es gibt natürlich ein paar fleißige junge Leute, übrigens vor allem unter den Migranten. Von denen haben viele noch richtig Hunger und Biss. Mehrere meiner Bekannten mit eigenem Unternehmen sortieren Bewerber ohne Migrationshintergrund gleich aus.

Würden seine Bekannten Juden oder Moslems aussortieren – der Aufschrei wäre riesig. Mit deutschen Bewerbern geht das. Dabei hätte man gerne andere Deutsche:

Mit harter Arbeit, Disziplin, Sparsamkeit und einem eigenen Unternehmen lassen sich verkrustete Strukturen überwinden.

Zäh wie Leder, Flink wie ein Windhund – das hatten wir schon mal.

 „[…] der deutsche Junge der Zukunft muß schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Wir müssen einen neuen Menschen erziehen, auf daß unser Volk nicht an den Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht.

Da wollte auch jemand eine Jugend mit „Hunger“ und „Biss“. Adolf Hitler hieß er – der Rest ist Geschichte, die sich jetzt wohl wiederholen soll. Ist das dann eigentlich der wirkliche Grund für die Mär vom Fachkräftemangel, der nur durch Einwanderung bewältigt werden kann: die Züchtung einer neuen Hunger- und Beiß-Elite?

Politisch gesehen werden die Forderungen nach einem „starken Mann“ wieder aktuell, nochmal Hörhan:

Die EU müsste dort einen Restrukturierungskommissar hineinschicken, so jemanden wie den US-Großinvestor Warren Buffett. Er könnte die heiligen Kühe schlachten und alles wieder auf Vordermann bringen.

Hörhan ist Österreicher. Wieso eigentlich immer Österreicher meinen, sie müssten erst der deutschen Jugend und dann dem Rest der Welt zeigen, wo es langgeht, erschließt sich mir nicht – dafür bin ich zu wenig Völkerkundler. Als Deutscher fände ich es aber gut, wenn die sich mal bei Briten, Franzosen oder Russen um Führungspositionen bewerben, wir finden immer noch Bomben vom letzten „Führer“ im Land.

Sicher ist es auch nur ein Zufall, das dieser Mensch Investmentbanker ist – aber man kann seine klare Sprache schätzen: „Ihr strampelt, wir werden reich!“

Gerald Hörhan ist Investmentbanker und geht auf Heavy-Metal-Festivals. Er ist reich. Und er tut Dinge, „von denen ihr nur träumt“, sagt er. Mit „ihr“ meint er die Mittelschicht. Jene, die schuften, während die Reichen immer reicher werden, sagt Hörhan. „Es wird wenige geben, die viel haben. Und es wird immer mehr Menschen geben, die nichts haben.“

Das globale ökonomische System war nie für eine Mittelschicht ausgelegt. Die Mittelschicht der vergangenen Jahrzehnte ist nur durch den Krieg zustande gekommen. Aber jetzt bricht sie auf, und mit jeder Wirtschaftskrise bleibt der Mittelschicht weniger übrig. Besonders nach dieser Finanzkrise. Die Reichen mehren ihr Vermögen schon lange wieder. Banker kassieren schon wieder üppige Boni. Und die Mittelschicht wird währenddessen mehrfach abgezockt.

Das System besteht aus den Staaten, den globalen Konzernen und den Medien. Es gaukelt vor, dass Schulden normal sind: „Lebe jetzt, spare irgendwann.“ 

Das geht auch noch deutlicher:

Weil sich das System nicht kontrollieren lässt. Es ist eine komplexe, globale und unübersichtliche Krake, die mit den kleinen Rädchen macht, was sie will. Das wird mit jeder Krise deutlicher werden. Der Staat hat keine Chance: Erhöht er die Steuern, verlagern die Reichen ihr Vermögen einfach in ein anderes Land. Das System ist seit Menschengedenken dasselbe – ob die Akteure nun Herren und Sklaven, Adelige und Bauern oder eben Kapitaleigner und Arbeitnehmer sind.

Wie gut, das wir aus der Geschichte gelernt haben. Jedenfalls wir Deutschen. Wir haben deshalb eine Verfassung – und wir waren die Ursache für die Einrichtung der Allgemeinen Menschenrechte. Man hatte gelernt, das man der politischen/wirtschaftlichen Entwicklung Grenzen setzen muss – und setzen kann, das sich die Zivilgesellschaft gegen bissige Hunde verteidigen muss – zur Not mit Waffengewalt.

Haben wir aber verstanden, das der „Nationalsozialismus“ auch das Ergebnis des „Systems“ war – und das „das System“ ihn jederzeit wieder aufleben lassen kann? Das der Herr Hörhan Recht hat mit seiner Einschätzung der Zukunft der bürgerlichen Gesellschaft?

Andere sehen es doch genauso, siehe Handelsblatt:

Eine Treibjagd auf unsere Wirtschaftsordnung ist in Gang gekommen. Als Anführer der Jagdgesellschaft tritt der Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Frank Schirrmacher, auf. Die moralischen Übereinkünfte der Nachkriegszeit seien im Namen einer höheren, einer finanzökonomischen Vernunft zerstört worden, schreibt er. Die Reaktion der Finanzmärkte und der politischen Eliten auf das angekündigte Referendum des griechischen Ministerpräsidenten seien „das Schauspiel einer Degeneration“, weil die Demokratie sich Ratingagenturen und Finanzmarktinvestoren untergeordnet habe. „Demokratie ist Ramsch“, so sein Diktum.

Wenn Demokratie Ramsch ist, nimmt man dem Mittelstand die Waffen aus der Hand und legt ihm Handschellen an. Es kommt aber noch besser – im gleichen Artikel werden ganz öffentlich die Verschwörungen gegen den Mittelstand aufgedeckt:

Der Gebe-Politiker und die „giergesteuerten Netzwerke“ (Peter Sloterdijk) der Banken bilden eine Art Geheimloge, deren Raffinesse darin besteht, dass man Hand in Hand arbeitet, ohne dass die Hände sich jemals berühren. Öffentlich bespottet, verachtet und bekämpft man einander, so dass niemand und schon gar nicht die Beteiligten selbst auf die Idee kämen, sie würden gemeinsame Sache machen.

„Das System“ ist also vielen bekannt. Seine Auswirkungen sind im Detail tagtäglich zu bemerken – schon längst ist der Tanz um den „Arbeitsplatz“ zu einem Kult verkommen, der durch staatlichen Befehl gepflegt wird – es erinnert an den Cargo-Kult:

Die Kultausübenden nahmen an, die Ausländer verfügten über einen besonderen Kontakt zu den Ahnen, die ihnen als die einzigen Wesen mit der Macht erschienen, solche Reichtümer auszuschütten. Indem sie die Ausländer nachahmten, hofften sie, auch ihnen möge ein solcher Brückenschlag gelingen. In einer Art der sympathetischen Magie bauten sie zum Beispiel lebensgroße Flugzeugmodelle aus Stroh oder schufen Anlagen, die den militärischen Landebahnen nachempfunden waren, in der Hoffnung, neue Flugzeuge anzuziehen.

Auch wir glauben noch – ganz im magischen Denken versunken – das wir durch tägliches Aufsuchen des Arbeitsplatzes trotz aller gegenteiliger Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zu Wohlstand und Reichtum kommen, während die „Geheimloge“ des „Systems“ sich vor Lachen über uns kaum noch halten kann.

Schon längst sind wir zu zombiehaften Marionetten verkommen, die teilnahmslos durchs Leben wandern, während das Leben selbst sinnlos aus uns herausrinnt und wir immer weiter in Armut versinken. Nur dieser Blödheit ist es zu verdanken, das das „System“ weiter läuft – und dabei die Grundlage jeglichen sinnvollen produktiven Wirtschaftens zerstört, nochmal Handelsblatt:

Jene bildungsfernen Schichten in den Handelssälen der Investmentbanken, die außer Hörweite des Sozialen ihren Geschäften nachgehen, werden gleichgesetzt mit dem Unternehmer, der forscht, herstellt und verkauft, der sich um seine Mitarbeiter kümmert, als seien sie Teil der eigenen Familie. 

Wohlstand, Demokratie, Bildung, Sicherheit, Glück werden beständig demontiert zugunsten eines Systems bissiger Hunde, die mit List und Tücke die Schwächen das Systems für sich ausnutzen:

Der alte Zusammenhang, dass sich Geld in einer Art chemischen Reaktion durch den Zusatz von „Arbeit“ und „Rohstoff“ in eine Ware verwandelt, bevor diese ihren Mehrwert in einem Grande Finale wieder in Geld ausdrückt, sollte verkürzt werden. Die Geldindustrie versuchte, Geld aus Geld zu schöpfen, und hat damit der Marktwirtschaft den bisher empfindlichsten Schlag versetzt.

Es ist eine Zeit, in der Linke, Rechte und die Mitte, Bürgerliche und Revolutionäre, Progressive und Konservative zusammenarbeiten müssten zur Rettung des Marktplatzes vor den Räubern …. stattdessen bekämpfen sie sich gegeneinander – ausser bei der Papstkritik.  Währenddessen wird Deutschland zum Mittelpunkt krimineller Aktivitäten, die deshalb „geil“ sind, weil sie Geld bringen, siehe Handelsblatt:

Nach Schätzungen einer Spezialagentur der Dachorganisation der wichtigsten Industrieländer OECD boomt deshalb die Schattenwirtschaft gerade in Deutschland. Sie wird von der OECD auf ein Volumen von 500 Milliarden Euro taxiert, der kriminell erwirtschaftete Gewinn auf jährlich 43 bis 57 Milliarden Euro. Weltweit geht es laut einem Bericht des Büros für Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UN) um mehr als eine Billion gewaschenes Geld.

Weiß man, wie das enden wird?

Natürlich. Gehört man nicht zu den „bildungsfernen Schichten“ der Mathematiker und Naturwissenschaftler in den Börsensälen, so kann man sich leicht ausrechnen, das erst wieder die Uniformen kommen werden – und dann die Lager … zum Beispiel für Rentner, die – je nach Sichtweise – die neuen Klimajuden oder Klimanazis werden.

Dagegen wehren können wir uns nicht – Politik und Medien sind unter vollständiger Kontrolle des „Systems“, die Konzerne sorgen dafür, das sie ausreichend mit Geld versorgt werden – oder glaubt jemand, es wurde per Los oder Ziehung von Lottozahlen entschieden, das Schauspieler, Musiker und Fussballspieler die bestbezahltesten Menschen auf der Welt sind?

Schon mal überlegt, wo das Geld dafür herkommt?

Alles Beute aus der aktuellen Ausplünderung des Mittelstandes.

Schon mal überlegt, welche Zivilisation auf einer einsamen Insel entstehen würde, wenn man dort nur Schauspieler, Musiker, Fussballspieler und Investmentbanker aussetzen würde … und wie lange die mit ihren Fähigkeiten dort überleben würden?

Deutschland hat zu wenig nationale Identität, um sich gegen die Entwicklung wehren zu können. Vielleicht war die Vernichtung dieser nationalen Identität der stärksten Nation Europas auch schon im Plan des Systems zur Vernichtung des europäischen Mittelstandes enthalten, einer Nation, die nun schon wieder Werkzeug zu ihrer eigenen Vernichtung (und zu der ihrer Nachbarn) wird.

Also – wiederholt sich gerade die Geschichte.

Man kann es aber auch positiv sehen: wir kriegen nochmal eine Chance, die Ära der Bücher- und Menschenverbrennung aufzuhalten.

Wäre doch unglaublich toll, wenn wir das mal hinkriegen würden, oder?

Geht auch diesmal ganz leicht: einfach konsequent und alternativlos auf die Einhaltung der sozialen Menschenrechte im Euroraum pochen, das ist Verfassungskonform, erlaubt und entspricht – weitgehend – geltendem Recht. Ausserdem … dürfen wir dann vielleicht auch unser Erspartes behalten, solange wir noch welches haben.

Solange wir uns aber gefallen lassen, das die Früchte des deutschen Idealismus als „Sozialromantik“ verbrämt werden, werden wir keine Chance haben, genügend Menschen zu versammeln, um den Prozess aufhalten zu können – und solange wir uns gegen ein bedingungslose Grundeinkommen wehren, werden wir keine Chance haben, der geplanten Verarmung zu entkommen … jedenfalls: die meisten von uns. Jene, die am System verdienen, werden das anders sehen.

Aber das ist verständlich.

 

 

 

 

 

 

 

Widerstand oder Hungertod: die Qual der Wahl für Menschen ohne Knopfloch

Glauben Sie an Verschwörungen? In echt jetzt? Nein? Ich auch nicht. Ich würde nie daran "glauben" - ich weiß, das es welche gibt. Ich war selbst an einigen beteiligt, andere habe ich beobachten dürfen, dritte wiederum wurden mir so detalliert geschildert, das ich sie für wahr halten muss. An Verschwörungen glauben würde ich nie - ist ja auch keine Frage der Religion - obwohl die Medien sie so behandeln. "Sind sie Verschwörungstheoretiker?" ist heute die Frage nach Ketzerei, Hexerei und Widergöttlichkeit. "Gott" sagt, wie die Wahrheit ist, wer daran zweifelt ... nun, der kann nur geistig krank sein. Das ist doch genau der schale Geruch, der dieses Wort begleitet - jener Geruch von Autismus, Demenz, Alzheimer und Schizophrenie, gedüngt mit anderem ketzerischem Aberglauben. Wir sind mitten in einer Religion - aber merken es nicht. Das ist neu gegen über den Hexenjagden der letzten Jahrhunderte - wir jagen smarter ... es sei denn, jemand tanzt aus der Reihe, wie dieser unsägliche Papandreou, der ja wohl den Knall nicht gehört hat: da will der Mann doch wirklich das Volk fragen, ob es sein Vermögen dem Bankenclan zur Verfügung stellen möchte.

Glauben Sie an Verschwörungen? In echt jetzt? Nein? Ich auch nicht. Ich würde nie daran „glauben“ – ich weiß, das es welche gibt. Ich war selbst an einigen beteiligt, andere habe ich beobachten dürfen, dritte wiederum wurden mir so detalliert geschildert, das ich sie für wahr halten muss. An Verschwörungen glauben würde ich nie – ist ja auch keine Frage der Religion – obwohl die Medien sie so behandeln. „Sind sie Verschwörungstheoretiker?“ ist heute die Frage nach Ketzerei, Hexerei und Widergöttlichkeit. „Gott“ sagt, wie die Wahrheit ist, wer daran zweifelt … nun, der kann nur geistig krank sein. Das ist doch genau der schale Geruch, der dieses Wort begleitet – jener Geruch von Autismus, Demenz, Alzheimer und Schizophrenie, gedüngt mit anderem ketzerischem Aberglauben. Wir sind mitten in einer Religion – aber merken es nicht. Das ist neu gegen über den Hexenjagden der letzten Jahrhunderte – wir jagen smarter … es sei denn, jemand tanzt aus der Reihe, wie dieser unsägliche Papandreou, der ja wohl den Knall nicht gehört hat: da will der Mann doch wirklich das Volk fragen, ob es sein Vermögen dem Bankenclan zur Verfügung stellen möchte.

Das Echo kam aber sofort: Merkel und Sarkozy verordnen sofort Hunger für das Volk. Schon die bloße Ankündigung von direkter Demokratie führt bei uns zu sofortiger Exekution und zu aufgeregten Talk-Shows, in denen diskutiert wird, ob „zuviel Demokratie unseren Wohlstand gefährdet„. Früher hätte allein schon eine solche Fragestellung den Verfassungsschutz alarmiert, heute schützt der wohl was anderes.

Von dem Putsch gegen Papandreou habe ich zuerst vor ein paar Tagen erfahren – im Pressespiegel des Handelsblattes. Da wusste offenbar schon mal wieder einer mehr als wir. Heute sind wir weiter – der Mann ist Geschichte. Hat den Knall zu spät gehört, zu spät seine dämliche Idee von Demokratie zurückgenommen – jetzt will Merkel „Taten sehen“ – und nebenbei erfahren wir auch, wie wirklich Politik gemacht wird:

In Cannes stellten Sarkozy und Merkel ungebrochenen Arbeitseifer unter Beweis, man pendelte zwischen offiziellen Meetings und sogenannten Vier-Augen-Gesprächen – jenen wirklich wichtigen Treffs, auf denen Kompromisse, Marschrouten und diplomatische Deals abgewickelt werden: die Lösung des Griechenland-Problems, so ließ Sarkozy durchblicken, inklusive. Vielleicht hätten die Hinweise aus Cannes ja als „positiver Elektroschock“ gewirkt.

„Vier-Augen-Gespräche“ … „jene wirklich wichtigen Treffs“ – bei denen keiner zuschauen darf, keiner erfährt, was wirklich gesprochen wurde, welche Marschrouten festgelegt, welche diplomatischen Deals abgeschlossen, welche Kompromisse auf den Weg gebracht werden … kurzum, welche Verschwörungen gerade aktuell laufen. Manche dieser Verschwörungen sind vielleicht auch zum Wohle des Bürgers – oder so gedacht. Andere sind zum Machterhalt des Parteienstaates gedacht, durch den die Klasse der Superreichen so schön Welt gestalten kann. Einfach mal ein paar Milliarden verschicken – schon knickt in Griechenland das Parlament ein … und der Papandreaou bekommt ganz andere Phantasien:

Nach Informationen des Staatsfernsehens NET soll Papandreou eine politische Regierung aus seiner sozialistischen Pasok und der ND anstreben, die für etwa ein halbes Jahr die Geschicke des Landes in die Hand nimmt. Bei hochrangigen ND-Quellen hatte es zunächst geheißen, die Übergangsregierung solle aus Experten und nicht aus Politikern bestehen. „Diese Regierung wird das Land nur solange führen, bis das Hilfspaket unter Dach und Fach ist.

Da rennt jetzt aber einer doppelt schnell – will wohl wieder was gut machen, der „positive Elektroschock“ hat gewirkt. Bevor die in Cannes seinen Kopf auf einer Stange durch Athen getragen sehen wollen, plädiert er selbst schnell für die völlige Übergabe der Regierungsgewalt an „Experten“, die ihm sicherlich sofort von „interessierten Kreisen“ zur Verfügung gestellt werden. In den USA nennt man das „Notstandsverwaltung“ und findet das das eine ganz tolle Alternative zur Demokratie ist.

Die Börse hat die Entwicklung freudig begrüßt – kein Wunder, ist sie doch die deutlich sichtbarste Demonstration von Allmacht des Bankenclans über die Zivilgesellschaft, die seit den Fuggern vorgeführt wurde: Hartz IV wird einem ganzen Land übergestülpt, nachdem der erste Feldtest mit deutschen Arbeitslosen positiv verlaufen ist. Deren Enteignung zugunsten der Überfütterung des Bankenclans wurde vom Volk widerstandslos geschluckt – man musste nur dafür sorgen, das genug Mitläufer daran verdienen, der Rest schweigt aus nackter Angst vor dem Hungertod.

Thema in den Medien … ist dies aber nicht. Die kümmern sich lieber um die geheimen Zeichen, an denen sich die Verschwörer erkennen:

Das Äußere entscheidet maßgeblich über die Karriere. Denn die Elite erkennt ihresgleichen an kleinen Zeichen wie den offenen Knopflöchern an den Ärmeln eines Maßjacketts. Schon ein zu billiger Aktenkoffer oder die falsche Uhr kann die Reputation erheblich beschädigen.

Wer dem Kult nicht frönt, die falsche Kutte trägt, die falschen Gebete auswendig herunterleiert, der … kann einfach nicht dazugehören. 90000 Euro für eine Uhr sollten da schon drin sein – bezahlt ja immerhin die breite Masse, auf die man dann so schön arrogant herunterlächeln kann, weil man weiß, das man sie nach dreissig Jahren Neoliberalismus völlig im Griff hat, man hat „seine Leute“ (die mit den „richtigen“ Kleidern, Schuhen und Uhren) an allen wichtigen Entscheidungspositionen in Partei, Wirtschaft und Gewerkschaft untergebracht, ein Netzwerk der Räuberethik geschaffen, das alte Orden vor Neid erblassen lassen würden – und, was noch besser ist, Millionen stehen vor der Tür und wollen dazu gehören.

Die kriegen aber nix – ihre Knopflöcher sind halt zu.

Wer das verstanden hat, wird zornig – sehr zornig. So zornig, das er anfängt in jener Sprache zu sprechen, die jene Leute verstehen, die gerne von „positiven Elektroschocks“ reden, als handle es sich hier um normale pädagogische Instrumente im diplomatischen Miteinander – was für Guantanamo ja in der Tat gilt: die Sprache der Gewalt:

Sie kamen zu Tausenden, kletterten auf Krananlagen, auf Container – und legten einen zentralen Handelsplatz der US-Westküste still: „Occupy“-Demonstranten haben in der Nacht Oaklands Industriehafen besetzt. In der Nacht kam es zu schweren Ausschreitungen, die Polizei setzte Tränengas ein.

Schlimm, katastrophal, unheimlich? Ja, sicher. Aber … konsequent. In einer Zeit, in der das Establishment demonstriert, das es mit gewählten Regierungschefs nach Gutdünken verfahren und die Politik in jede beliebige Richtung dirigieren kann, die „ihren“ Banken nützt, in der staatlich verordneter Hungertod als wirtschaftliches Heilmittel aus der Versuchsanstalt Deutschland hinaus in die Welt exportiert wird, sollte man sich nicht wundern, wenn der Bürger da anpackt, wo es weh tut: an der Infrastruktur.

Damit bahnt sich nun an, was keiner von uns will, aber immer mehr Beobachter kommen sehen: Das Ende kommt nicht mit Schrecken, sondern mit einem äußerst unappetitlichen Zusammenstoß. Die 1% werden sich dann wünschen, sie hätten sich beizeiten gemäßigt.

So Manfred Gärtner in seinem Blog über die „Konterrevolution“ im Bankenuniversum.

Es ist die Frage, die sich über kurz oder lang für jedes Volk  stellen wird: Widerstand oder Hungertod. Griechenland spielt das gerade durch:

Das Land steht kurz vor dem Zusammenbruch: Im kommenden Jahr wird jeder fünfte Grieche keine Arbeit haben, viele Staatsbeamte verlieren die Hälfte ihres Gehalts, der Grundlohn im öffentlichen Sektor liegt mittlerweile bei 780 Euro, das staatliche Gesundheitswesen zerfällt, die Zahl der Selbstmorde steigt.

Das heißt … mitmarschieren geht natürlich auch. Damit kann man die Antwort auf die Frage eine Weile hinausschieben … aber nur solange man die Eintrittsgelder für den Eliteclub noch bezahlen kann.

Die Preise kennt man ja jetzt.

Und bloß nicht das Knopfloch vergessen … sonst war alles umsonst.

 

 

 

Die Amerikanisierung Deutschlands: Geschichte, Täter, Motive, Folgen

Studiert man täglich die Nachrichten, so kann man nicht umhin, sich zu fragen: was soll das eigentlich alles? Wo soll das denn eigentlich alles hinführen, was wollen die eigentlich von uns? Mir schwirrt immer noch ein Spiegelartikel aus fernster Vergangenheit im Kopf herum, den ich zeitlich nicht genau einordnen kann, der aber eins deutlich aussagte: das die US-Fonds an das Kapital des deutschen Sozialstaates heranwollen. Heute, am 29.10.2011, wissen wir, das sie mit ihrem Plan Erfolg hatten: das ganze Land verwandelt sich in einen Hedge-Fond, nur versteht das keiner. Wir stehen vor den größten gesellschaftlichen Umwälzungen der menschlichen Geschichte, einer kompletten Zersetzung von staatlichen Strukturen weltweit zugunsten international operierender, höchst beweglicher Kapitalmengen die ihren sichtbaren Ausdruck in der beständigen Ausweitung der US-Konzernstruktur finden - aber scheinbar keiner bemerkt, was hier wirklich geschieht.

Studiert man täglich die Nachrichten, so kann man nicht umhin, sich zu fragen: was soll das eigentlich alles? Wo soll das denn eigentlich alles hinführen, was wollen die eigentlich von uns? Mir schwirrt immer noch ein Spiegelartikel aus fernster Vergangenheit im Kopf herum, den ich zeitlich nicht genau einordnen kann, der aber eins deutlich aussagte: das die US-Fonds an das Kapital des deutschen Sozialstaates heranwollen. Heute, am 29.10.2011, wissen wir, das sie mit ihrem Plan Erfolg hatten: das ganze Land verwandelt sich in einen Hedge-Fond, nur versteht das keiner. Wir stehen vor den größten gesellschaftlichen Umwälzungen der menschlichen Geschichte, einer kompletten Zersetzung von staatlichen Strukturen weltweit zugunsten international operierender, höchst beweglicher Kapitalmengen die ihren sichtbaren Ausdruck in der beständigen Ausweitung der US-Konzernstruktur finden – aber scheinbar keiner bemerkt, was hier wirklich geschieht.

Es geht ihnen wie Georg Diez im Spiegel, geschildert in dem bemerkenswerten Artikel über das Dogma der Doofheit:

Das sagte neulich ein Freund beim Spazierengehen: Alle haben gedacht, dass nach dem Ende des Kommunismus der freie Markt sich ausbreiten und aller Welt die Demokratie bringen würde – tatsächlich hat sich der freie Markt ausgebreitet und Europa in einen „failed state“ verwandelt. „Travels in the New Third World“, so nennt Michael Lewis seine Reportagen aus Island, Griechenland, Irland und Deutschland.

Eigentlich einfach zu verstehen, oder?

Wir werden die neue Dritte Welt, wir sind es eigentlich schon, merken es nur noch nicht.

Der Hebel also war nichts anderes als das, was mein Held Michael Lewis in „The Big Short“ beschrieben hat, seine Erklärung für die Finanzkrise 2008 – „Leveraging“, ein Teufelsinstrument, mit dem man Geld, das man nicht hat, vervielfacht, mit der Konsequenz, dass die Verluste, falls sie kommen, sich eben auch vervielfachen.

Ach, dachte ich, schau mal an, das kann doch gar nicht sein, dass die Politiker, die uns vor den Auswüchsen des Finanzkapitalismus warnen, uns davor mit Mitteln genau jenes Finanzkapitalismus retten wollen.

Und wo kommen diese Instrumente her? Reden wir lieber nicht darüber, das könnte in Verschwörungstheorien enden – und die sind ja seit einigen Jahren verboten und auf den Index gesetzt. Die Medien waren da sehr fleissig … wie auch bei der Aufklärung der Ursachen der Finanzkrise:

Die Medien, die selbst in einer strukturellen und in einer Sinnkrise sind, haben vor der Finanzkrise in weiten Teilen versagt, weil sie sich, aus Angst, aus Anpassung, zu sehr dem Denken der Märkte und der Marktakteure angepasst haben. Von „kognitiver Verengung“ spricht der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, der Journalist Dean Starkman spricht vom „Stockholm-Syndrom“.

Soviel Medienkritik im „Spiegel“ – das könnte Hoffnung machen, wenn … ja, wenn sie nicht viel zu spät kommen würde. Jetzt ist der Zug abgefahren, die Karten liegen auf dem Tisch, das Geld wandert zum großen Gewinner, wir dürfen nur noch zahlen – und erdulden mit erstaunlicher Gelassenheit die Entmachtung unseres politischen Systems. Darf ich mal einen Einsiedler zitieren, der hier regelmässig kommentiert:

Dazu passt es auch, dass eine effektive Staatsführung offensichtlich nur noch mit absolutistischen Strukturen möglich ist (Versuch der Installation eines “Neunerrates” anstelle des Bundestages, Errichtung eines Polizeistaates, systematische Herbeiführung des Staatsbankrotts zwecks Aushebelung der Verfassung und juristisch unanfechtbarer Abtretung der Herrschaft an das Finanzkapital).

An dieser Stelle: vielen Dank für den Kommentar – er könnte in die Geschichte eingehen wie der Artikel des Georg Diez oder jener des Arno Luik, der 2004 vor dem Putsch von ganz oben warnte:

Anders als noch in Zeiten der Systemkonkurrenz, also bis 1990, muss der Kapitalismus jetzt nicht mehr beweisen, dass er sozial, human und gerecht sein kann. Jetzt darf ein Spitzenmanager – ohne einen Aufschrei auszulösen – sagen: „Menschen? Das sind Kosten auf zwei Beinen.“ Roh ist diese Republik geworden.

Werden die Reformen umgesetzt – und die politisch Handelnden sind dazu verbissen entschlossen -, wird diese Republik eine radikal andere Gesellschaft sein: ein entkernter Staat ohne Gemeinsinn, eine entzivilisierte Gesellschaft. Anfällig für individuelle Aggressionen und für Rechtsextremismus.

Es ging um die Hartz IV-Reformen. Was ein Arno Luik noch nicht wußte, aber ein Georg Diez erschreckend bemerkt: es geht noch um viel mehr. Hartz IV war – wie zu vermuten – nur die Spitze eines Eisberges. Ist man jetzt versucht, die Amerikanisierung der Welt als Theorie zu formulieren, so wird man feststellen, das man viel zu spät kommt: zuerst wurde dieser Trend 1920 bemerkt … und ein Artikel bei Wikipedia zeigt auf, das die Tatmuster schon längst öffentlich bekannt sind:

Amerikanisierung bezeichnet Kulturtransfer in einem sehr weit gespannten Verständnis. Gegenstand dieses Transfers sind Amerikanismen, das heißt Institutionen, Normen, Werte, Gebräuche, Verhaltensweisen und Verfahrensformen, aber auch Symbole, “icons“ und Bilder, die vermeintlich oder tatsächlich aus den USA übernommen, auf jeden Fall aber als amerikanisch empfunden werden. Eines ist dabei entscheidend: Der als Amerikanisierung bezeichnete Kulturtransfer verläuft nur in einer Richtung, nämlich von den USA in andere Teile der Welt.

Diese Amerikanisierung ist allumfassend – und führt uns direkt wieder zu Hartz IV:

Die 1960er Jahre gelten als Wendepunkt des Westernisierungsgeschehens in Westdeutschland. Wie bereits erwähnt hatte die so genannte 68er-Bewegung keinerlei Probleme, ihre massive ideologische Kritik an den USA mit einer ebenso massiven Übernahme US-amerikanischer Kultur- und Verhaltensmuster zu verbinden. Auf institutioneller Ebene tritt besonders die sehr stark von den USA beeinflusste Westernisierung der Arbeiterbewegung hervor. Sowohl die SPD mit dem Godesberger Programm wie auch der DGB mit dem Düsseldorfer Programm akzeptierten nach langem internen Kampf und massiver Einflussnahme durch die Amerikaner die Soziale Marktwirtschaft, die Westbindung sowie die Orientierung an dem angelsächsischen Demokratieverständnis. Der unter anderem an dem New Deal angelehnte Konsenskapitalismus hatte damit auch in der deutschen Arbeiterbewegung seine Verankerung gefunden, was nichts anderes als einen fundamentalen Wandel vom Ziel des Systemwechsels hin zu einer systemkonformen Politik bedeutete.

(Die Hervorhebungen sind vom Autor dieses Artikels vorgenommen worden)

Vor diesem Hintergrund wird klar, warum drei Jahrzehnte später unter „rot-grün“ der deutsche Sozialstaat vernichtet und die deutschen Soldaten als Hilfstruppen der US-Regierung vermarktet wurden, es wird klar, warum US-Finanzinstrumente nun europaweit vor den Folgen vor US-Finanzinstrumenten schützen sollen – und warum der angebliche „Fachkräftemangel“ nur ein weitere Schritt in die Richtung ist, aus der Bundesrepublik Deutschland eine Filiale der US-Kultur zu machen, von der aus man den gesamten politischen Markt in Europa aufrollen kann.

Politischer Widerstand in Deutschland ist vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte unmöglich: jeder, der sich mit Berufung auf die deutsche Kultur (Beethoven, Goethe, Marx, Luther, Kant – um nur ein paar zu nennen) gegen die Amerikanisierung der deutschen Gesellschaft auflehnt, wird sofort eingereiht in die Linie der „wahren“ Deutschen: Hitler, Göring, Goebbels, Himmler, Eichmann, Mengele.  Dank Hollywood und US-Marketing sind sie die wohl bekanntesten Figuren in der deutschen Geschichte, die aus der deutschen Staatsbürgerschaft einen Tatbestand machen, für den man sich lebenslänglich schämen muss.

Je größer der Anteil an „Ausländern“ wird, je unsicherer der Tatbestand der „Staatsbürgerschaft“, umso schwieriger wird es zudem, Widerstand im Lande zu organisieren: wer jederzeit ausgewiesen werden kann, ist sehr systemtreu – das wissen Amerikaner besonders … immerhin ist bei ihnen eigentlich jeder ein Ausländer.

Die US-Kultur beruht auf dem größten Landraub der Geschichte, der Genozid an der ethisch hochstehenden nativen Kultur  wurde so erfolgreich aus der offiziellen Wahrnehmung verdrängt, wie der Holocaust hervorgehoben wurde, aktuell breitet sich diese Raubkultur in Europa aus. Wo das hinführt, wissen wir schon: die Finanzmärkte diktieren uns, alternativlos zum Spiegelbild der US-Kultur zu werden, deren Missionare uns schon mit Musik, Filmen und Büchern überschwemmt haben, damit der Widerstand möglichst gering bleibt.

Der Vorteil der US-Kultur liegt auf der Hand: sie haben Menschen aus allen Ländern in ihren Reihen, sind also auf eine gewisse Weise Heimat für jeden – und eignen sich jetzt die alten Heimatländer an, deren Schicksal in Zukunft wohl darin liegen wird, neue Bundesstaaten der US-Kultur zu werden … möglicherweise sofort unter „Notverwaltung“, weil wir hier einfach nicht wirtschaften können.

Jahrzehntelange Arbeit von Bilderbergern, Atlantikbrücke und anderen deutsch-amerikanischen Gesellschaften, die ihre Seilschaften in die Volkswirtschaft implementieren, zeigt nun ihren Erfolg.

Einen großen Plan dahinter dürfen wir jedoch nicht vermuten, obwohl die ersten Beobachtungen zur Amerikanisierung Europas aus den zwanziger Jahren stammen.

Worüber wir hier reden, hat eigentlich weniger mit Kapitalismus zu tun. Es hat vielmehr mit einer Lebensart zu tun, einer geistigen Unart, die zuerst die USA erobert hat und von dort aus auf den Rest der Welt übergreift. Die Überlebenden des indianischen Holocaust kennen sie gut und nennen sie Powaqqatsi:

Powaqqatsi ist ein Wort aus der Sprache der Hopi-Indianer, das so viel bedeutet wie „ein Wesen“, „eine Lebensart, die die Lebenskräfte anderer Wesen aufbraucht um sein eigenes Leben zu fördern/unterstützen“.

Das ist der eigentliche Gegner: eine besondere Art zu denken, eine besonders parasitäre Lebensweise, die viel nimmt und nichts gibt. Durch die Verwandlung Europas in einen Hedgefond wird diese parasitäre Lebensweise einem ganzen Kontinent übergestülpt … und man hofft sehr, das wir das zu spät merken.

Tun wir auch. Wir hätten damals zu Hartz IV konsequent „Nein“ sagen müssen. Es ist nicht des Deutschen Art, seinem Landsmann die Menschenrechte zu entziehen, nur weil dieser in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit keine Arbeit findet … jedenfalls ist es nicht die Art jener Deutschen, die kulturschaffend in die Geschichte der Menschheit eingegangen sind, bevor der nationalsozialistische Pöbel von 1933 – 1945 dafür gesorgt hat, das hier amerikanische Verhältnisse möglich werden und „deutsch sein“ ein Schimpfwort und fast schon ein Straftatbestand wurde.

Momentan bekommen wir als zentraler Angelpunkt der Unterwerfung des europäischen Kontinents noch ein paar Beruhigungspillen, ein paar „Zückerchen“ (viele Millionäre und jetzt sogar einen Mindestlohn), in Zukunft, wenn die Unterwerfung komplett ist, werden wir allerdings mit der Kürzung unserer Minirenten leben müssen wie jetzt die Griechen, die als erstes europäisches Land ganz öffentlich dem Finanzdiktat  unterstellt und als erster Dominostein fallen werden während ihre Milliardäre in den USA hochwillkommen sind … wie auch unsere eigenen deutschen Kriegsgewinnler dort eine sichere Heimstadt gefunden haben.

Die Unart des Powaqqatsi manifestiert sich auch – auf unbewußter Ebene – in der Populärkultur: das bald allgegenwärtige Bild des Zombies, des Vampires, des Kannibalen zeigt der Seele, welcher Art die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte sind, die unser Leben bestimmen, die gesellschaftskritische Dimension des Mythos, den George R. Romero ins Leben gerufen hat, wird hier gerne verdrängt: dabei konnte er doch die Wurzel des Übels an ihrer Quelle studieren.

Zurück zu Georg Diez – und der überraschenden Erkenntnis von Spiegel-Autoren, das auch ihre soziale Stellung durch die momentane Entwicklung massiv bedroht ist.

Er liest viel in englischer Sprache – und wundert sich darüber, das dort vieles klar ausgedrückt wird, was in Deutschland niemals seinen Weg zu Papier finden würde. Andererseits … überschwemmt die Kultur des Powaqqatsi unsere Kultur mit ihren Anglizismen, die überall Verwendung finden … vielleicht gerade, weil sie keiner versteht: nur ein Bruchteil der Deutschen versteht die englischen Werbesprüche korrekt, mit denen wir tagtäglich überflutet werden, die meisten haben noch weniger Ahnung als der Herr Diez.

Und darum droht uns nun das Schicksal der nordamerikanischen Indianer: verschlungen zu werden von einer Kultur, die nichts weiter kann als die Errungenschaften ihrer Mitmenschen zu verschlingen.

Auf gut deutsch: wir werden gefressen und als „Hartzies“ ausgeschissen.

Und das finden wir dann …. „cool“.

Noch ein Blick auf die Kultur, die uns nun droht? Der Spiegel berichtet aktuell über die wenig bekannten Schattenseiten der „Apple“-„iPod“-Kultur:

Stattdessen spricht der passionierte Journalist und Drehbuchautor nun über 13-jährige Kinder, die 16-Stunden-Schichten arbeiten und auf dem Fabrikboden schlafen. Er spricht von einer Selbstmordserie auf dem größten Fertigungsgelände für Elektronikgeräte der Welt, wo rund die Hälfte unserer kleinen Lieblingsspielzeuge herkommt. Er redet von alten Männern, deren Hände von der jahrelangen Akkordarbeit verkrüppelt sind und von Frauen, die unheilbar nervenkrank sind, weil sie jahrelang das Reinigungsmittel eingeatmet haben, mit dem iPod-Touchscreens poliert werden.

Auch für uns wird – siehe den Artikel von Arno Luik – der Ausbau des Niedriglohnsektors mit all seinen Folgen unverzichtbar sein … einem Sektor, der einfach  nur eine Falle für Bürger ist, die dem amerikanischen Geist des Powaqqatsi nicht stringend genug folgen.

 

 

 

 

 

 

Gaddafi, Hartz IV und Eurorettung: die „unsichtbare Hand des Marktes“ greift weiter hart durch – Polizeistaat Europa voraus

Freitag, 28.10.2011. Eifel. Noch. Heute soll ja wieder mal die Welt untergehen, ich habe die Einkäufe fürs Wochenende deshalb extra auf Morgen verlegt: man will ja nicht umsonst Geld ausgeben und vor der Endabrechnung noch ein paar Miese produzieren. Endabrechnung? Ja, darum geht es doch in der Religion der "Marktwirtschaft": der heimliche Glaube, das am Ende des Lebens der große Geist des Universums (die "unsichtbare Hand des Marktes") jede Seele danach beurteilt, wieviel Buchgeld sie auf dem Konto hat und was an Sach- und Geldwerten noch hinzukommt. Wer das Meiste hat, hat gewonnen. Was er gewonnen hat - weiß ich nicht, ich gehöre dieser Religion persönlich nicht an, ich leide nur unter ihrem Wahn ... zum Beispiel dem Wahn, das sie alle Werte dieser Welt unter ihre Kontrolle bringen möchte so wie die katholische Kirche alle Seelen vor dem Fegefeuer retten will.

Freitag, 28.10.2011. Eifel. Noch. Heute soll ja wieder mal die Welt untergehen, ich habe die Einkäufe fürs Wochenende deshalb extra auf Morgen verlegt: man will ja nicht umsonst Geld ausgeben und vor der Endabrechnung noch ein paar Miese produzieren. Endabrechnung? Ja, darum geht es doch in der Religion der „Marktwirtschaft“: der heimliche Glaube, das am Ende des Lebens der große Geist des Universums (die „unsichtbare Hand des Marktes“) jede Seele danach beurteilt, wieviel Buchgeld sie auf dem Konto hat und was an Sach- und Geldwerten noch hinzukommt. Wer das Meiste hat, hat gewonnen. Was er gewonnen hat – weiß ich nicht, ich gehöre dieser Religion persönlich nicht an, ich leide nur unter ihrem Wahn … zum Beispiel dem Wahn, das sie alle Werte dieser Welt unter ihre Kontrolle bringen möchte so wie die katholische Kirche alle Seelen vor dem Fegefeuer retten will.

Den Katholiken kann ich noch verzeihen … wenn man ihr System versteht, versteht man auch, das sie keine böse Absichten haben. Für die Religion „Marktwirtschaft“ kann ich das nicht sagen – aktuell ist ihr der libysche Sozialstaat zum Opfer gefallen. Wir hätten eher den Herrn Gaddafi retten sollen als die Deutsche Bank, da aber die Banken aktuell die wahre Macht auf diesem Planeten darstellen sollte es uns nicht wundern, das als Ergebnis des planlosen Natobombardements der Islamismus ein weiteres zivilisiertes Land überrollt … und nebenbei einer der letzten schuldenfreien Staaten von der Landkarte verschwindet.

Ein älterer Artikel von theintelligence weist darauf hin:

Gewiss, finanziell ist es den Libyern bis dato keineswegs schlecht ergangene. Doch was nützt schon Wohlstand ohne Demokratie, ohne internationale Konzerne, ohne Zusammenarbeit mit dem internationalen Bankenwesen, das bereitwillig Kredite zur Verfügung stellt und vielleicht auch Fabriken errichtet, damit die Leute, die bislang ohne Job auskamen, endlich Arbeit kriegen, damit sie Steuern zahlen können, um die Zinsen für die Kredite zu finanzieren?

 Libyen ist ein Beispiel dafür, was mit einem Land geschieht, das sich aus der internationalen Finanzdiktatur zu lösen versucht. 

Vergessen wir jedoch Gaddafi als Person, nehmen wir ein Land, das die Bodenschätze für den Staatshaushalt nutzt, anstatt sie internationalen Konzernen zu überlassen, das ein unabhängiges Geldwesen betreibt, das schuldenfrei ist und das es bislang unterlassen hat, seine Bürger in die Armut zu treiben. Was würde mit einem westlichen Staat wohl geschehen, der radikale Maßnahmen einsetzt, um die derzeitige Wirtschaftkrise zu überwinden? Ein Staat, dem das Wohlergehen der Bürger mehr bedeutet als das der Finanzlobby. 

Darf man so etwas noch schreiben? Das es ein Leben geben könnte, wo normale Bürger ohne Job durchs Leben kommen können? In Libyen ging das, in Deutschland werden solche Menschen als Parasiten beschimpft, mit dem Hungertod bedroht und mit Entzug der Menschenwürde bestraft:

Hinter dem, was auf den ersten Blick wie die Laune einer einzelnen Arbeitsvermittlerin anmutet, könnte tatsächlich ein bundesweites System stecken. „Seit dem Frühjahr beobachten wir verstärkt, dass die Vermittler in den Jobcentern und Agenturen in ganz Deutschland zum Teil schikanöse Maßnahmen anwenden, mit dem Ziel, die Arbeitslosen dazu zu bringen, sich aus dem Leistungsbezug abzumelden“, erzählt der Sprecher des Erwerbslosenforums in Bonn, Martin Behrsing.

Dabei würden jobsuchende Akademiker auch schon mal in Kurse gesteckt, wo ihnen tagelang die Grundrechenarten vorgekaut oder Hartz-IV-Bezieher zum Stricken und Montieren von Spielsachen verdonnert würden. „Die Bundesagentur muss sparen, und sie will jeden Monat eine schöne Statistik präsentieren“, erläutert Behrsing.

Wie man nun von Libyen auf Hartz IV kommt? Nun – es ist das gleiche System … und der gleiche Täter. Der internationale Bankenclan – die Kirche der Religion der „freien Marktwirtschaft“, die in etwa so frei ist wie die USA demokratisch – braucht zur Akkumulation von Kapital (also: zur Generierung von Spielgeld sprich Anlagekapital) das Geld in den Händen möglichst weniger Menschen. Damit aber einige wenige Menschen für einen Euro Leistung Millionenboni bekommen, dürfen Millionen von Menschen für hundert Euro Arbeitsleistung nur einen Euro Gehalt bekommen – sonst geht das nicht. Der Geldkreislauf ist ein geschlossenes System, was ich an einer Ecke aufhäufe, muss ich an den anderen Ecken abzweigen.

Die gleiche Hand, die hier den „Niedriglohnsektor“ gefordert und gefördert hat, hat in Libyen den Sozialstaat zerbombt und demonstrativ – unter Zuhilfenahme von geheimen britischen und us-amerikanischen Bodentruppen, die Gaddafi wochenlang einkesselten – einen der Widerständler durch die islamistische Söldnermafia hinrichten lassen.

Auch in Deutschland greift die harte Hand weiter durch – alternativlos, wie wir wissen. Zwei kleine Nachrichten am Rande offenbaren uns das System eines aufkeimenden Polizeistaates. Nachdem nun auch naturwissenschaftlich bewiesen ist, das Armut nicht gesund für kleine Kinder ist,  hat man die nötige reichsdeutsche Konsequenz aus dieser Erkenntnis gezogen:

Nach jahrelanger Debatte beschloss der Bundestag ein neues Kinderschutzgesetz. Jugendämter werden verpflichtet, Risikofamilien stärker zu kontrollieren. Bei klaren Hinweisen auf eine mögliche Gefährdung von Kindern soll es regelmäßige Hausbesuche geben. Ärzte und Psychologen können bei klaren Anhaltspunkten für Misshandlungen von sich aus ihre Schweigepflicht brechen und die Behörden einschalten.

Risikofamilien sind natürlich all diejenigen Familien, in denen der Haupternährer nicht mehr durch den Arbeitgeber (bzw. dessen Kreditgeber) kontrolliert werden kann, weil er in Folge von Alter und Krankheit aus dem System gefallen ist.

Was das nun alles mit der Eurokrise zu tun hat? Nun – es verdienen die gleichen daran, die auch an der Plünderung des libyschen Sozialstaates oder der Plünderung des deutschen Sozialstaates verdienen: der internationale Bankenclan, der jetzt schon einen Großteil der Weltwirtschaft dominiert.

Ist es Zufall, das nach dem griechischen „Haircut“ erstmal Zypern abgestuft wurde … jenem „Haircut“, der schon jetzt eine Mogelpackung ist, weil der fünzigprozentige Schuldenerlass de Fakto nur ein dreissigprozentiger ist – und man sowieso die Verluste von der Steuer abziehen kann? Fachleute wissen, das die Eurokrise nicht gelöst ist, das die Krise droht, noch „viel viel schlimmer“ zu werden, weil nun ganz Europa zu einem Hedge-Fond wird – mit völlig unkalkulierbaren Risiken für den normalen Wirtschaftsbürger. Der kann seine eigene Zukunft schon mal beispielhaft am Schicksal der US-Häuslebauer studieren:

Weite Teile der USA stehen „unter Wasser“. Damit ist gemeint, dass ein Haus weniger wert ist, als der Kredit, der auf ihm lastet. Ein Viertel aller US-Hausbesitzer ist auf diese Weise überschuldet, in den einstigen Boom-Staaten Florida, Arizona und Nevada sind es 50 Prozent und mehr. Viele geben auf und stellen ihre Ratenzahlungen ein. Die Banken ordnen eine Zwangsräumung an, die Häuserpreise fallen weiter und noch mehr Amerikaner drückt es unter Wasser.

Die Deutschen wissen das – auch wenn die Medien immer ein anderes, rosafarbenes, zweckoptimistisches Bild zeigen und die Wähler mit unbezahlbaren Rentensteigerungen und Weihnachtsgeldverdoppelungen für Beamte in beruhigt werden – so als hätten wir überhaupt keine Krise und würden wie Libyen in Geld schwimmen. Während die Politiker ihre Unglaubwürdigkeit und Machtlosigkeit immer deutlicher demonstrieren, gibt es in Deutschland aktuell einen „Crack-up-Boom“:

Eine aktuelle Studie des Versicherungsriesen Allianz beleuchtet das Sparverhalten in verschiedenen europäischen Ländern. In Deutschland gibt es erste Ansätze eines so genannten Crack-Up-Booms.

Konsumieren, solange das Geld noch etwas wert ist: Dieser Devise folgen laut einer aktuellen Studie des Allianz-Versicherungskonzerns bereits erstaunlich viele Menschen in Deutschland. 39 Prozent gaben im Rahmen einer Befragung an, mehr Geld auszugeben, weil sie steigende Inflation befürchten.

Leider … bekommen sie das Geld, das sie jetzt ausgeben, in Zukunft nicht wieder. Aber wenigstens haben sie dann drei Fernseher im Haus.

Eine der ausführenden Organe der „unsichtbaren Hand des Marktes“ ist der ehemalige Hartz-IV-Einführer Joschka Fischer, der aktuell mit besinnlichen Worten auf sich aufmerksam macht und interessante Perspektiven der Eurokrise aufzeigt:

Dieses Scheitern geschähe zudem während einer fundamentalen Neuordnung der Welt,  denn 200 Jahre westlicher Vorherrschaft gehen zu Ende. Macht und Reichtum verschieben sich nach Ostasien und in andere Schwellenländer, zudem wird sich Amerika an die Lösung seiner eigenen Probleme machen müssen und sich zugleich mehr dem Pazifik als dem Atlantik zuwenden. Um Europa wird es also einsamer und kälter werden. Wenn die Europäer daher jetzt nicht anfangen, sich um ihre Zukunft und ihre Interessen zu kümmern – wer denn soll es für sie tun? Niemand, lautet die schlichte Antwort.

Er weiß auch, worin das Übel der aktuellen Krise besteht und zeigt, das er scheinbar mehr weiß über die „fundamentale Neuordnung der Welt“, als wir Sparbürger, die gerade unsere Zukunft für neue Fernseher verschleudern:

Der Kern der europäischen Krise liegt nicht in drei Jahrzehnten Neoliberalismus, nicht im Platzen der Spekulationsblase, nicht in der Verletzung der Maastricht-Kriterien, nicht in der Staatsverschuldung und auch nicht bei den Banken und der allgemeinen Gier – allesamt wichtige Dinge – , sondern in der Politik. Genauer: im Fehlen einer gemeinsamen europäischen Regierung.

Dreissig Jahre Neoliberalismus war ok, Spekulationsblasen waren ok, überbordende Staatsverschuldung ist total in Ordnung, die Banken mit ihrer Gier nach immer mehr sind einfach nur putzig, aber das Fehlen der gemeinsamen europäischen Regierung hat uns an den Rand des Abgrundes gebracht. Wie gut, das der lange gezielt als Feindbild aufgebaute „Islamismus“ nun bis vor die Tore Europas gerückt ist und uns klar macht, wie allein wir in dieser kalten Welt sind, in der sich niemand um uns kümmert.

Merkt man, wie sich die von Joschka Fischer gepredigte „fundamentale Neuordnung der Welt“ nach einem Plan entfaltet – zufällig natürlich, weil die Herren des Geldes ihre Entscheidungen grundsätzlich nur auswürfeln und niemals taktisch und strategisch planvoll handeln – der langsam aber sich alternativlos wird … und aus Europa einen Polizeistaat macht, in dem Armut eine Straftat ist und mit regelmässigen Hausbesuchen der Behörden verknüpft sein wird.

Das sind natürlich alles nur Verknüpfungen eines Philosophen aus der Eifel, die nicht wahr sein können, weil es keine Verschwörungen gibt: das wissen wir ja seit dem 11.9.2001.

Wir wissen auch, das die Nato nur einige demokratische Wutbürger in Misurata vor den Luftschlägen Gaddafis geschützt hat – das hat man uns erzählt. Das man vor Ort andere Beobachtungen machen konnte, kann nicht sein, weil das ja Verschwörungstheorie wäre:

Es herrschte Krieg in Libyen. Jeden Tag wurden weitere Teile Tripolis‘ bombardiert. Am 6. August beschloss ich, meine Frau und den Rest der Gruppe zurück nach Italien zu schicken. Ich wollte noch einige Tage abwarten in der Hoffnung, das offizielle Schreiben mit Ghadhafis Unterschrift doch noch zu erhalten. Aber ich wartete vergebens und konnte auch niemanden mehr kontaktieren. Es gab keinen Strom, kein Wasser, und das Telefonnetz brach auch die ganze Zeit zusammen. 

Wieso es in Tripolis keinen Strom, kein Wasser und kein Telefon mehr gab (also: gezielte Terrorakte gegen die Zivilbevölkerung, vor denen man ja eigentlich die libysche Zivilbevölkerung schützen wollte), nur weil es eine Flugverbotszone gab und man die Rebellen vor Gaddafis Armee schützen wollte, erschließt sich nur den wahren Gläubigen der neuen Religion … immerhin wissen selbst Regierungsvertreter in Italien nicht, was in Libyen los war:

Sie schienen sehr interessiert, weil sie keine Ahnung über den Ernst der Lage hatten. Ich erklärte ihnen, dass humanitäre Hilfe dringend nötig war, zeigte Fotos von verletzten Zivilisten, Kindern, von vielen bombardierten Privathäusern und von Krankenhäusern ohne Strom und ohne Wasser. Sie versprachen mir, sich bald bei mir zu melden, doch natürlich hörte ich nichts. Warum hätten sie sich auch bei mir melden sollen? Als ich anrief, um mich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen, hiess es, dass sie nichts unternehmen könnten, da es sich um kein offizielles Schreiben handelte. Mir war klar, dass ich nichts mehr tun konnte.

Da geht es dem Handlungsreisenden wie uns und unseren Politikern. Gibt es eigentlich noch Fragen über den Ernst der Lage aus der Sicht der Politik, wenn ein werdender Vater lieber mit Merkel in Berlin über Geld redet als mal kurz bei der einzigartigen Geburt seines ersten Kindes zu sein? Kann man „getrieben sein“ noch besser illustrieren?

Wenn die „unsichtbare Hand des Marktes“ nun schon Präsidenten jagt … wie wollen wir uns da Hoffnung machen, den Polizeistaat Europa noch aufhalten zu können.

Er wird alternativlos sein … und wenn wir uns wehren, dann kommt eben der Moslem oder andere finstere Gestalten aus der kalten Welt da draussen, vor der uns der gute alte Joschka so eindringlich warnt.

 

Neulich im Bundestag (Sarah Wagenknecht und Gregor Gysi zum EFSF)

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Die kommende Enteignung Deutschlands … oder der Banken: über Raubwirtschaft und den großen Knall

Wenn Philosophen in die Wirtschaft gehen, wird es gefährlich. Sie gucken anders. Das hängt mit ihrem irrationalen Lebensgefühl zusammen, nicht ganz von dieser Welt zu sein - ist eine Nebenwirkung des Jobs. Wer die ganze Welt in theoretische Systeme packen möchte, der muss sich ziemlich weit von ihr entfernen, um einen Überblick zu bekommen ... je weiter weg, umso besser. Wirtschaft ist da anders - gerade die deutsche Betriebswirtschaftslehre:

Die deutsche Betriebswirtschaftslehre hat sich klar festgelegt. Ihr geht es nur um einen Zweck: die Gewinnmaximierung. Den Managern bleibt dann nur festzulegen, mit welchen Mitteln sie dieses Ziel erreichen.

Das ist eine sehr verengte Sicht von Wirtschaft und letztlich auch vom Menschen.

Wenn Philosophen in die Wirtschaft gehen, wird es gefährlich. Sie gucken anders. Das hängt mit ihrem irrationalen Lebensgefühl zusammen, nicht ganz von dieser Welt zu sein – ist eine Nebenwirkung des Jobs. Wer die ganze Welt in theoretische Systeme packen möchte, der muss sich ziemlich weit von ihr entfernen, um einen Überblick zu bekommen … je weiter weg, umso besser. Wirtschaft ist da anders – gerade die deutsche Betriebswirtschaftslehre:

Die deutsche Betriebswirtschaftslehre hat sich klar festgelegt. Ihr geht es nur um einen Zweck: die Gewinnmaximierung. Den Managern bleibt dann nur festzulegen, mit welchen Mitteln sie dieses Ziel erreichen.

Das ist eine sehr verengte Sicht von Wirtschaft und letztlich auch vom Menschen.

Das sagt Thomas Rusche, ein erfolgreicher deutscher Unternehmer, im Manager-Magazin. Ich gehe also davon aus, das diese Tatsache als bekannt vorausgesetzt werden kann: Gewinnmaximierung ist höchstes Ziel in Deutschland.

Philosophen gucken da schon streng: reine Gewinnmaximierung als Wert einer gesellschaftlichen Gruppierung ist … Räuberethik. Räubern ist es egal, was ihr , Geschäftszweig für Nebenwirkungen hat: Hauptsache, die Rendite stimmt. Von außen sieht man das sehr deutlich. Da wird für den Philosophen die Volkswirtschaft schnell zur Raubwirtschaft – und er freut sich, das er erkannt hat, worum es geht, denn unter dem Titel „Raubwirtschaft“ versteht man viele Erscheinungen der Zeit viel besser – wie zum Beispiel die Flut arbeitsloser Ingenieure, die uns gerade trotz „Fachkräftemangel“ erreicht:

Ich bewerbe mich und bekomme Absagen und bewerbe mich und bekomme Absagen. Das geht jetzt seit einem Jahr so, im nächsten Jahr würde mir Hartz IV drohen, dann müsste ich wirklich von der Substanz leben. Die wenigsten Firmen laden mich zum Gespräch ein, und wenn, dann ist es bisher auch negativ ausgegangen. Dabei sind meine fachlichen Referenzen alle gut, das sagt sogar der Fallmanager bei der Agentur für Arbeit. Ich unterstelle mal, es liegt am Alter. Man hört ja, dass manche Firmen schon keine Über-50-Jährigen mehr in ihren Reihen haben.

So Ingolf Schröder im Spiegel – nächstes Jahr als „fauler Sack“, „arbeitsloser Schmarotzer“ und „Parasit“ auf Hartz IV. Es sind solche Nachrichten, die sehr zornig machen, denn solche Schicksale sollte es in diesem Land nicht geben. Dafür haben wir den Sozialstaat. Wenn Firmen „durchdrehen“ (will heißen, wenn Volkswirtschaft sich in Raubwirtschaft verwandelt), springt der Staat ein um seine Bürger zu schützen, bis die Polizei, Gesetzgeber und Gerichte die Situation wieder unter Kontrolle haben.

Wir haben aber mit Hartz IV andere Zeichen gesetzt: wer Opfer des Bereicherungswahns wird, wird öffentlich abgestraft … und – nicht zu vergessen – auch enteignet.

Ausbildungsversicherung der Kinder, das Ersparte, Bausparverträge, Auto über 7000 Euro … das alles muss weg. Also, Ingolf Schröder: nach dreissig Jahren Maloche lernst Du jetzt wie Millionen andere Deutsche die politische Raubwirtschaft kennen. In dieser Raubwirtschaft ist es nicht verwunderlich, das Menschen, die politisch an der letzen Krise einen deutlichen Anteil hatten, jetzt Karriere in Europa machen. So berichteten wir unlängst über die Personalie Jörg Asmussen, einem Mann, der augenscheinlich aufgrund seiner Verfehlungen sogar zu einer Allianz von FDP, Grünen und Linken geführt hatte und nun – wen sollte das noch überraschen – wieder weiterbefördert wird.

Solche Wunderlichkeiten lassen sich nur in einem System erklären, das von Volkswirtschaft zur Raubwirtschaft mutiert ist.

Während die Täter nun schleichend und fast unbemerkt Karriere machen, wächst die Zahl der enteigneten Opfer ständig – nicht nur unter den arbeitslosen Ingenieuren.

Wie Anleger schleichend enteignet werden – lautet ein aktueller Artikel im Manager Magazin, der nichts mehr und nicht weniger aussagt als: jetzt werden die Sparer enteignet. 

Das werden sie sowieso – wenn sie Immobilienbesitzer sind: ein Luxus, den sich nur noch wenige leisten können. Wer so blöd war, sein Leben lang für eine Immobilie gespart zu haben wird nun merken, das die Finanzknappheit der Gemeinden ihn über die Beteiligung an Straßen- und Kanalsanierung in den Ruin treibt … es sei denn, er ist ein guter Räuber und schafft es, den Wertverlust durch leistungsloses Einkommen zu übertreffen. Wer jetzt weder durch Arbeitslosigkeit noch durch Steuern enteignet werden kann, den schafft die Inflation, die den Staaten die Gelegenheit gibt, ihre Schulden abzubauen, während die Banken sich Anteile an der Realwirtschaft sichern können.

Hier … sind wir dann mitten drin im Täterland, zu Gast beim Bandenchef: den Banken. Sie sind die treibende Kraft hinter all jenem Unwesen, ihre „spätrömische Dekadenz ist die Ursache des Kollaps unserer Volkswirtschaft. Hören wir dazu einen Experten im Handelsblatt:

Es liegt nicht an der Regierung, dass die Banken das Spiel so treiben, wie vor dem ersten Höhepunkt der Finanzkrise. Guido Westerwelle hat ja mal dieses Zitat der Dekadenz der deutschen Unterschicht geliefert. Das Zitat passte im Grundsatz, es unterstreicht nur sein fehlendes Geschichtsbewusstsein, dass er das mit dem Plebs in Verbindung brachte, und nicht mit der Elite. In Rom waren es schon die Eliten, die dekadent wurden – und heute sind es die Bankenvorstände. Und deswegen ist Besserung erstmal nicht in Sicht.

Und gerade weil eben keine Besserung in Sicht ist, ist die Enteignung des deutschen Bürgers eine unumkehrbare Tatsache:

Ludwig Poullain war als Chef der West LB einer der letzten echten Bankiers in Deutschland. Was seine Nachfolger in der Finanzindustrie anstellen, schockiert den Pensionär – und er findet klare Worte:

„Das endet mit dem großen Knall“

Darauf werden wir uns einstellen müssen: der große Knall scheint unabwendbar … es sei denn, die Politik findet den Mut, die großen Geschäftsbanken samt ihres Raubkapitals zu enteignen. Doch das … ist unvorstellbar.

Lauschen wir nochmal Ludwig Poullain:

Wir sehen eine unheilvolle Verquickung zwischen Banken und Staaten. Die ungeheuren Geldmengen, die durch die Notenbanken im Umlauf sind, schreien natürlich nach Verwendung. Deswegen schaffen die Banken ja synthetische Produkte. Um das, was die Notenbanken da machen, Geldpolitik nennen zu können, müsste man Satiriker sein.

Diese unheilvolle Verquickung kann man an Personen festmachen – zum Beispiel an der Person jenes Jörg Asmussen, der trotz aller Kritik immer weiter Karriere macht:

Was Asmussen als „moderne Kapitalmarktgesetze“ bezeichnete, ist die Grundlage für die aktuelle Bankenkrise in Deutschland. Auch Frau Merkel hat sich in ihrer Oppositionszeit für eine Deregulierung des Handels mit forderungsbasierten Papieren stark gemacht. Asmussen saß als Vertreter des Bundesfinanzministeriums im Aufsichtsrat der IKB, die durch Spekulationen mit ABS-Papieren als erstes deutsches Bankhaus Opfer der Krise wurde. Asmussen, der als Steinbrücks Ratgeber gilt, wurde von der Regierung für seine Fehler bei der IKB nicht etwa abgestraft, er wurde von Steinbrück sogar ins Amt des Staatssekretärs berufen.

Sowohl bei der Rettung der Hypo Real Estate, als auch bei der Ausarbeitung des FMStG gilt Asmussen als Spiritus Rector. Wer soll nun von dem Anwalt für kreatives Investmentbanking gesetzliche Regularien erwarten, die eben diese Auswüchse wieder verbieten?

Da wird der Bock zum Gärtner, wie Telepolis schreibt und wir merken, warum wir unserer Enteignung machtlos engegen dämmern. Niemand braucht diese Banken mehr – meint Ludwig Poullain. Vielleicht mit ein Grund, warum die jetzt zu großen Entlassungswellen neigen, obwohl sie noch vor kurzem mit ihren neuen Supergewinnen hausieren gingen.

Scheinbar können die nicht wirtschaften – jedenfalls nicht nachhaltig und zum Nutzen der Volkswirtschaft.

Thomas Rusche (siehe oben) hat etwas sehr Denkwürdiges gesagt:

Künstler spüren, was kommt. Sie sind Seismografen gesellschaftlicher Veränderungen, künden vom Guten und vom Schönen, zeigen den Dreck, die Perversion der Gesellschaft, des Lebens, der Zustände auf.

Ich dachte an … Filmkünstler. An die Flut von irrationalen Zombie- und Vampirmythen, die in vielen Filmen verarbeitet wird. Der Mythos von Dracula (einsamer blutsaugender Adeliger auf seinem Schloss) hatte politisch sehr reale Hintergründe: blutsaugende Adelige entsprachen der jahrhundertelangen Erfahrung der Menschen. Nun drängen sich neue Mythen auf, neue Bilder beschreiben emotionale Reaktionen auf eine rationale Realität:  die Raubwirtschaft der Vampirclans und Zombiehorden.

Man weiß, wo es endet: Vampire und Zombies vermehren sich mit jedem Infizierten, haben sie bald den letzten finanziell gesunden Bürger ausgesaugt und aufgefressen …. kommt der große Knall.

Raubwirtschaft ist nie von Dauer. Wenn es nichts mehr zu plündern gibt, geht die Kultur unter wie das römische Imperium.

Und hier wendet sich der Philosoph dann angewiedert ab und zieht sich zurück in seine Wälder: 2000 Jahre menschliches Drama … und alles wiederholt sich nur.

Wie langweilig.

Und grausam.

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