Banken

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Phase 1 – Abnabelung vom System

Die Welt wird immer absurder, was hier auf nachrichtenspiegel.de wunderbar dokumentiert wird. Aufgrund der überwältigenden Informationsflut von Unstimmigkeiten, auf dieser eigentlich sehr schönen, einzigartigen Kugel im schwarzen Vakuum des Raumes, macht sich gerne ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit bei den Betroffenen breit. Bei mir ist es jedenfalls so. In Gesprächen mit Freunden/Bekannten erfahre ich, dass es ihnen ähnlich geht. Darum sind kreative Lösungen gefragt. In vielen Bloggs und sonstigen Webseiten veröffentlichen Leute ihre guten Ideen. Diese dann im Web zu finden, gestaltet sich  dann als eher schwierig. Eigentlich sollte es eine zentrale „Lösungsbibliothek“ geben. Jeder kann dort seine Lösungsmöglichkeit zu einem gesellschaftlichen Phänomen, oder auch persönliche, hinterlegen. Viele kluge Köpfe haben gute Ideen und andere, welche Optionen suchen, können so von den kreativen Gedanken profitieren. Je grösser die Auswahl ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, etwas Passendes für sich zu finden. Dies so als grundlegender Gedanke.

 

Phasen

In der ersten Phase stehen Veränderungen an, die den momentanen Status Quo einer Person nicht oder wenig tangieren. Sinn und Zweck von den verschiedenen Phasen ist die Tatsache, dass Veränderungen am besten gelingen, wenn sie mit Leichtigkeit in das bestehende Leben integriert werden können. Daher ist Phase 1 recht einfach umzusetzen. Nachdem der erste Schritt/Phase getan wurde, hat man sich schon an kleine Veränderungen im Alltag gewöhnt und die grösseren Schritte von Phase 2 können angegangen werden. Der letzte Abschnitt, Phase 3, bewirkt grosse Umstellungen. Aber aufgrund der Erfahrungen beim Durchleben der ersten zwei Abschnitte und damit erworbenen „Durchhaltevermögens“, stellt der letzte Schritt der Abnabelung nur eine logische Fortsetzung der vorangegangenen Phasen dar. Am Ende erreicht man eine Lebensqualität und finanzielle Unabhängigkeit, die gesellschaftlich, wirtschaftlich, sozial und kulturell verträglich ist.

 

Geld

Unser Finanzsystem hat einzig den Grund, jeden unter- und mittelständischen Menschen finanziell abhängig zu machen. Das heisst, sobald man einen Kredit von einer Bank bezieht, begibt man sich in die Abhängigkeit der Bank – finanziell, vertraglich, körperlich und geistig. Es spielt dabei keine Rolle ob es eine Hypothek, Kredit, Kreditkartenbelastungen oder Leasing ist. Aufgrund des Kreditvertrages müssen Sie arbeiten gehen (körperlich) um die Raten und Zinsen zahlen zu können (Vertrag). Wie oft denkt ein Kreditnehmer an seine Verpflichtung, vor allem wenn es mal finanziell eng wird(geistig)? Oder wenn er Ferien nötig hätte aufgrund seiner körperlichen und geistigen Verausgabung, sich aber wegen der Bankverpflichtung keine leisten kann (körperlich und geistig). Um diese Abhängigkeit noch näher zu erklären, habe ich hier ein Link zu einem kleinen Film:

Möglichkeiten

–          Beenden von Krediten/keine Neuen eröffnen

–          So oft als möglich Bargeld benutzen

–          Tauschgeschäfte suchen/kreieren

Personen, die eine oder mehrere Hypotheken laufen haben, ist das Beenden dergleichen nicht so einfach möglich. In der Schweiz wurde das Steuergesetz so gestaltet, dass jeder „Hüslibauer“ bis ans Lebensende verschuldet ist. Ansonsten könnte er sich ein Haus gar nicht leisten. Die Meisten jedenfalls nicht. Jeder muss  den Eigenmietwert seines Hauses versteuern. Also lässt man die Hypothek so hoch, dass die Zinsschuld den Eigenmietwert übertrifft. Zinsschulden kann man vom Vermögen abziehen. So manövriert der Staat mit seinen Steuergesetzen die Immobilienbesitzer in die Abhängigkeit der Banken. Genau betrachtet, gehört praktisch jedes Haus in der Schweiz einer Bank. Lebenslang!

 

Banken

Mittlerweile ist das Ansehen der Banken in die Jahre gekommen und die einst als schön wahrgenommene Fassade bröckelt zusehends ab. Ihr Geld ist nicht so sicher, wie es Ihnen die Banken versprechen. Tausende von Sparern haben das schon schmerzlich erfahren müssen. Man sollte sich bewusst sein: Ausnahmslos alle Banken sind privater Natur. Sogar die Staatsbanken, die heissen nur so. Die Verknüpfung der Banken untereinander ist derart gross, dass man eigentlich nur von einer „Weltbank“ spricht und alle anderen „Filialen“ in den einzelnen Ländern sind. Wer dies nicht glaubt, kann sich den Film „Goldschmied Fabian – Geld, Banken- und Zinssystem erklärt“ ansehen:

Wenn nun eine Bank Konkurs macht und politisch uninteressant ist, verlieren auch sämtliche Sparer ihr Geld. Das Gleiche ist es, wenn Sie ein neues Auto bestellen, Lieferzeit vier Wochen, bezahlen und nach zwei Wochen meldet die beauftragte Firma Konkurs an. Ihr Geld sehen Sie in der Regel nie wieder. Hier schützt der Staat die Konkursmacher mit einer Forderungspriorität der Gläubiger. Sie als Kunde stehen ziemlich weit hinten. Dasselbe ist es bei den Banken. Keine Bank bürgt für Ihr eingezahltes Geld zu 100 Prozent, obwohl sie damit wirbt. Sie kann es nicht einmal, wie die Erfahrung gezeigt hat. Würden nur zehn Prozent der Kontoinhaber ihr Geld abheben, käme(n) die Bank(en) in ordentliche Schwierigkeiten. Vom Gesetzt her muss sie nur zehn Prozent des eingezahlten Betrages zurückstellen. Mit dem Rest kann sie machen, was sie will.

Da die meisten Banken seltsamerweise mit Geld nicht umgehen können, bleibt eigentlich nur ein Weg. Heben Sie ihr Geld ab und bringen Sie es in Sicherheit. Der Tresor eines Notars ist immer noch billiger als der Verlust des Ersparten. Oder verstecken es zu Hause. Verzichten Sie auf die Zinsen. Ihr Wohlstand wird dadurch nicht verringert. Hier offenbart sich noch ein weiteres Problem. Bei manchen Menschen könnte man das abgehobene Geld in Kubikmeter zählen, selbst wenn man die grössten Banknoten nimmt. Es gäbe hier eine einfache Faustregel als Lösung. Jeder Mensch sollte nur soviel Geld besitzen, wie er körperlich tragen kann. Dies hätte mehrere positive Wirkungen. Einerseits würden die Leute viel mehr auf ihre Fitness und Gesundheit achten, damit sie möglichst viel Geldscheine tragen können und andrerseits hätte jeder Erdenbürger plötzlich genug ,um für sich ein Leben lang ausgesorgt zu haben. Aber dies nur so am Rande.

Wenn Sie Wertpapiere haben, sind Sie auf Gedeih und Verderb den Banken ausgeliefert. Die Wenigsten tätigen die Börsengeschäfte selber. Also vertrauen die Meisten auf ihren Anlageberater und vergessen dabei, dass er nur das Beste für sich will und nicht für den Kunden. Man kann dieses Verhalten den Bankmenschen nicht einmal vorwerfen. Es ist ein natürliches Verhalten: Aus meiner Tätigkeit möchte ich den grösstmöglichen Ertrag bekommen. Das war bei den Neandertalern so und ist bei jedem heute auch so. Also stufen Sie ihre Risikobereitschaft ein, einem wildfremden Menschen ihr Vermögen anzuvertrauen und bekommen dafür ein Blatt Papier in die Hände gedrückt, dass einen materiellen Gegenwert gegen Null besitzt. Zudem unterschreibt für die Bank ein Anlageberater, der Angestellter ist und nicht einmal finanziell fähig wäre und sein muss, eventuellen Schaden mit seinem eigenen Vermögen oder dem der Bank abzudecken. In der Regel verstehen und bekommen Sie als Kunde keine zehn Prozent von den Informationen, die Sie eigentlich verstehen und bekommen müssten. Es wird Ihnen niemand sagen können, wo ihr Geld genau liegt, wie es genau verwendet wird und ob es überhaupt noch da ist. Sie haben nur einen Zettel der belegt, dass Sie Geld eingezahlt haben. Der Rest ist Fiktion. Das kann jeder Börsencrash bestätigen. Wenn Sie zu den glücklichen gehören, die einen Gewinn mit Wertpapieren erzielt haben, dann haben Sie aus meiner Sicht nur Glück gehabt. Es fragt sich, wie lange dieses Glück anhält. Auch hier bezeugen diverse Börsenabstürze diese Fiktion des schnellen Geldes mit „Nichtstun“. Machen Sie ihre Papiere zu Bargeld oder Gold. Das sind die sichersten Anlagen, auch in Krisenzeiten.

 

 

Versicherungen

Diese Institutionen arbeiten mit dem Angst und Glauben-Prinzip. Angst daher, weil der Versicherer viele Szenarien beschreiben kann, welche die finanzielle und gesundheitliche Situation des Versicherten übersteigen respektive überfordern würde. Der Glaube basiert auf dem suggerierten Glaubenssatz „ich bin ja versichert, mir kann nichts passieren“. Zum Teil stimmt er auch. Bei einer richtig gewählten Versicherungspolice ist der finanzielle Schaden abgewendet. Hier stimmt der Satz „mir kann nichts passieren“, jedoch nur aus finanzieller Sicht. Vor einem Schadensereignis kann einen keine Versicherung beschützen. Ich vermute im Unterbewusstsein und Verständnis des Versicherten bezieht sich der Satz/die Versicherungspolice auch auf das unerwartete, negative Ereignis mit seinen körperlichen Konsequenzen. Einige Aussagen von Auto-Vollkasko-Versicherten lauten „ich kann fahren wie ich will; bin ja Vollkasko versichert“. Wenn dann ein Unfall durch Eigenverschuldung passiert, sind die Betroffenen überrascht, dass sie trotz Vollkasko einen Unfall bauten.

Wenn man(n)/frau rücksichtsvoll und umsichtig fährt, reduziert sich die Eigenverschuldung praktisch gegen null. Wenn dennoch ein Unfall passiert, ist in der Regel der Andere Schuld und die Versicherung des Verursachers kommt für den Schaden auf. Also macht dann eine Vollkaskoversicherung keinen Sinn mehr. Die Restrisiken wie Diebstahl, Einbruch, Steinschlag usw. zu versichern, sind nur bei einem Neuwagen im ersten Jahr sinnvoll. Wie viele Leute kennen Sie, die Opfer eines solchen Ereignisses wurden? Wie oft waren Sie selber Opfer? Und hätten Sie, angenommen Sie würden keine Voll- oder Teilkasko besitzen, den entstandenen Schaden mit dem Geld das sonst die Versicherung bekommen würde, die Wiederherstellungskosten des Fahrzeugs selber berappen können? Die meisten können dies mit „ja“ beantworten. Also, wie viel Kasko brauchen Sie?
Wenn Sie ihren Fahrstil auf Eigenverantwortung einstellen, sparen Sie Geld für die Police, schonen das Fahrzeug und die Umwelt, die Reifen halten länger, der Spritverbrauch geht zurück und Sie sind entspannter bei der Ankunft. Das heisst nicht, dass Sie jetzt nur noch im Schritttempo umhertuckern sollen, fahren Sie weiterhin zügig aber dies umsichtig und verantwortungsvoll. Sie sparen mindestens 1000 Franken pro Jahr bei durchschnittlich 10‘000 km/Jahr. Ich praktiziere diese Fahrweise ohne Kasko seit über zehn Jahren und bin bis jetzt sehr gut damit „gefahren“.

Leasing und Vollkaskoversicherung sind wahre Goldesel. Die Leasingkosten berechnen sich aufgrund des maximalen Einkaufwertes – keine Rabatte oder Prozente beim Kauf. Und etwas wird dabei gerne verdrängt. Das Fahrzeug gehört nie dem Käufer/Leasingnehmer. Er hat nur die Erlaubnis es zu benutzen. Die Leasingraten nicht bezahlen und der fahrbare Untersatz ist schnell weg und auch das bisher bezahlte Geld. Selbst wenn das Fahrzeug schon zum grössten Teil abbezahlt ist. Oder anders gesagt, wenn Sie ein neues Auto für 20‘000 Franken mit einem Kredit kaufen oder leasen, gehört es immer noch zu 100% der Bank auch wenn Sie bereits 19‘999 Franken abbezahlt haben. Die Bank holt sich nicht die abgetretene Fussmatte und beziffert sie mit dem fehlenden Franken, nein, sie holt den ganzen Wagen und ihre 19‘999 Franken sind futsch. Als Draufgabe durften Sie noch während der ganzen Abzahlungszeit noch den Geschäftspartner der Bank, nämlich die Versicherung mächtig finanziell unterstützen. Die meisten hätten die Versicherung nie gebraucht, weil sie mit einem Neuwagen tendenziell vorsichtiger fahren. Ich rede hier von den vernünftig fahrenden 90% des Strassenverkehrs.

Wenn Sie dieses Banken- und Versicherungssponsoring beenden möchten, bleibt eigentlich nur ein Weg. Sie geben den Leasingwagen zurück und/oder beenden den Leasingvertrag. Wenn der Wagen zwischen 500 und 1000 Franken Leasing pro Monat gekostet hat, ist in einem halben Jahr soviel Geld gespart für eine gebrauchte Schüssel. Oder verkaufen den mit Kredit erworbenen Wagen. Mit dem erhaltenen Geld können Sie die Restschuld begleichen und ein günstigeres Modell oder eine Occasion erwerben. Nur wäre da ein Problem denkt sich sicher der pflichtbewusste Kreditnehmer, ich darf kein Auto verkaufen, das nicht zu 100% mir gehört. Diese Klausel hat nur den Zweck, den Kreditnehmer solange wie möglich an die Bank zu binden. Wen kümmert es, wenn Sie das Auto vorher verkaufen, die Restschuld der Bank zahlen und somit wieder ein Stück Freiheit gewinnen? Niemanden! Die Bank hat ihr Geld wieder, basta! Verpflichtung erfüllt! Die Geldverleiher werden Sie zwar als Leibeigenen vermissen und immer wieder versuchen Sie erneut in die Abhängigkeit zu manövrieren, aber schlussendlich kann Sie nichts machen, was Sie nicht wollen.

Weitere Möglichkeiten beim Sparen von Versicherungen sind Sachwertpolicen. Vielen Menschen glauben, bei einem Verlust eines Sachwertes werde dieser von der Versicherung ersetzt. Wird er auch. Aber meistens nur der aktuelle Zeitwert. Beim Abschluss einer Police wird der Wert des/der Objekte(s) mit dem aktuellen Kaufpreis, in der Regel der Neupreis, festgelegt. Das heisst im Klartext, man zahlt die Versicherungsprämie in der entsprechenden Höhe des Kaufpreises mehrere Jahre lang. Der Wert des Objektes sinkt hingegen in dieser Zeit. Nach zehn Jahren ist eine teure Stereoanlage fast nichts mehr wert aber die Prämie ist immer noch so hoch als wäre die Anlage neuwertig. Die wenigsten Versicherungen passen die Prämien dem aktuellen Wert an. Sollte dann noch nach zehn Jahren die ehemals teuer erworbene Stereoanlage gestohlen werden, bekommt man nur den aktuellen Zeitwert vergütet. Obwohl Sie immer den versicherten Neuwert der Sache als Prämie bezahlt haben, bekommen Sie nur einen Bruchteil erstattet. Ausgenommen sind Dinge, die an Wert gewinnen wie Kunstobjekte, Raritäten und dergleichen. In diesem Fall passt sich die Versicherung nicht automatisch dem Zeitwert an. Bei Verlust des Objektes erhalten Sie den abgemachten Wert der Sache bei Vertragsabschluss, auch wenn er mittlerweile das Doppelte kostet. In diesem Fall wird der Zeitwert von der Versicherung nicht berücksichtigt.
Prüfen und/oder ändern Sie ihre Sachwertversicherungen und Sie werden auch hier Einiges einsparen können ohne den Lebensstandard zu ändern.

 

Krankenkassen

Die Prämien steigen Jahr für Jahr und die Politik schützt diese Entwicklung. Da man diesbezüglich von „Oben“ keine Hilfe erwarten kann, bleibt nur der Weg eine Eigeninitiative zu ergreifen. Ein gutes Mittel ist hier die Tatsache, dass Versicherungen sehr versicherungsfreudig sind. Nützen wir das doch einmal zu unseren Gunsten.

Ein elementarer Wert bei der Berechnung der Kassenprämie in der Schweiz ist die Höhe der Franchise, respektive des Selbstbehaltes. Setzt man diesen von 500 Franken auf 2500 Franken pro Jahr, reduziert sich die Prämie um fast die Hälfte. Wenn Sie dann die monatlich eingesparte Prämie mal zwölf rechnen, können Sie bei Bedarf den hohen Selbstbehalt meistens selbst decken. Aber eingespartes Geld möchte man ja zur Verfügung haben und nicht zur Seite legen müssen. Also nützen Sie die Versicherungsfreudigkeit diverser Anbieter. Versichern Sie den Selbsthalt. Ich selber bin mit meiner Franchise auf 2500 Franken und habe diese versichern lassen mit einer Prämie von 9 Franken im Monat. Egal mit welcher Zahl Sie hochrechnen, die Einsparungen sind enorm und der Lebensstandard wird wieder nicht beeinträchtigt.

 

Sie selbst

Die oben beschriebenen Möglichkeiten betreffen ihr Umfeld. Als letzten Punkt für die erste Phase gilt es noch die eigene Gedankenwelt mit ihren Normen und Werten zu überprüfen. Wie gestalten Sie ihr Leben und was ist wichtig für Sie. Wenn Sie ihr bisheriges Leben betrachten, können Sie dann lächeln? Möchten Sie lächeln können? Diese Fragen können eine Veränderung bewirken, welche das eigene Agieren und Reagieren im täglichen Leben positiv beeinflussen. Auch hier kann man seine Lebensgewohnheiten und Vermögen beibehalten. Es gilt einzig ein paar neue Lebensgewohnheiten in die Bisherigen zu integrieren. Hier ein paar Beispiele:

Schalten Sie im Haushalt alle elektronischen Geräte ganz aus, die Sie nicht gerade benutzen. Den Kühlschrank und Ähnliches benutzen Sie weiterhin – im Sommer. Im Winter können sie ihn ganz ausschalten. 3 – 4 Monate lang kommen die Lebensmittel auf den Balkon oder so ähnlich. In Wärmephasen kann man ihn ruhig benutzen.

Waschen Sie ihre Kleidung nur im Sparprogramm bei tiefen Temperaturen. Bei normal verschmutzter Wäsche reicht dies völlig. Ausserdem kann man gewisse Kleidungsstücke auch mehrmals tragen, bevor sie in der Waschmaschine landen.

Achten Sie beim Einkauf auf die Verpackung. Auf Aluminium und Plastik als Verpackungsmaterial wenn möglich verzichten. Alles in Glas Abgepackte ist in Ordnung, auch energietechnisch gesehen.

Herkunftsland der Ware berücksichtigen. Alles was weiter als 1000 Kilometer hergebracht werden muss, ist ökologischer Blödsinn.

Ferien in fernen Ländern kann man machen, muss man aber nicht. Auch hier kann der 1000 Kilometerradius angewandt werden. Er ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und bringt dem Feriengast sowie dem Anbieter der Region enorme Vorteile.

Bauen Sie die menschliche Eigenschaft „Bescheidenheit“ so oft wie möglich in den täglichen Ablauf ein.

Es gibt noch viele solcher Möglichkeiten, die nur entdeckt werden können. Betrachten Sie ihr alltägliches Leben. Machen Sie es sich bewusst. Sie werden sicherlich Einiges entdecken, das sinnvoll ist beibehalten zu werden und Anderes welches einfach verändert werden kann. Schlussendlich soll eine Veränderung eine positive Bereicherung in ihrer Gedanken- und Erlebenswelt sein, sowie einen wirtschaftlichen Nutzen bringen.

 

Schlusswort zu Phase 1

Wenn Sie alle oben beschriebenen Möglichkeiten voll ausschöpfen, haben Sie zusätzlich tausende von Franken oder Euro im Jahr zum Ausgeben. Oder Sie gewinnen Freizeit im entsprechenden Gegenwert. Ihr Status in der Gesellschaft oder ihr Vermögen bleiben unverändert. Es wird vielleicht nicht mehr so stark wachsen oder sogar stagnieren, aus zeitlichen Gründen. Stagnation wird heute aber weitgehend als negativ betrachtet. Ich finde den Erhalt eines Wertes über einen längeren Zeitraum ebenso lobenswert, wie das Erzielen eines ehrlichen Gewinns. Denn der Erhalt eines Vermögens bedingt ja mindestens ein Plus in der Höhe der betrieblichen Kosten. Also ist Stagnation ein Erfolg. Beim Integrieren von neuen Gedankenmustern die ökologisch wie ökonomisch wertvoll sind, stellt sich schnell eine tiefe, anhaltende Zufriedenheit und Ruhe ein. Geniessen Sie diese Momente, wenn sie Ihnen bewusst werden. Sie sind eine der Quellen für ein glückliches Leben.

Es liegt mir fern, die in der ersten Phase genannten Möglichkeiten als die ultimativen Lösungen darzustellen. Wie gesagt, es sind Möglichkeiten. Jeder kann das für sich nehmen/umsetzen, was für ihn realisierbar ist. Vor allem bin ich überzeugt, dass es noch unzählige Ergänzungen gibt. Jeder hat da so seine Erfahrung, wie er sich mit seinen verschiedensten Künsten durch den Alltag bewegt. Teilen sie dieses wertvolle Gedankengut mit ihren Mitmenschen, im Web und persönlich. So können wir uns entwickeln.

Phase 2 folgt

Das absurde Geldsystem – Interview mit Prof. Dr. Franz Hörmann

Ja ja, ich weiß, Alpenparlament. Nazis, Esoteriker, Scientologen, germanische Mediziner…
Ändert aber nichts an dem interessanten und nachdenkenswerten Interview.
[Video, bitte Beitrag anklicken]

Die Wahrheit und die Medienwelt: über die heimliche Desintegration des deutschen Mittelstandes

Montag, 10. Dezember 2012. Eifel. Wie haben wir eigentlich davon erfahren, das es in Deutschland eine geheime Allianz zwischen Regierung und sämtlichen Medien gibt? Durch Zufall. Jakob Augstein schrieb einen Artikel über die Zukunft des Journalismus in Deutschland und erwähnte - quasi nebenbei - das seit Oktober 2008 eine geheime Allianz zwischen Regierung und den führenden Medien besteht, die im Grunde besagt: das Deutsche Volk sei von der Wirklichkeit fern zu halten.  Das geschieht seitdem Tag für Tag - auch in der Eifel. Lokalblätter legen ihre politischen Artikel regelmäßig dem Bürgermeister zur Genehmigung vor, ohne sich etwas dabei zu denken - habe ich jetzt aktuell erfahren. Da geht sie hin, unsere gute alte Demokratie. Wie haben wir eigentlich von dem wirklichen Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland erfahren? Durch Zufall. Alan Posener schrieb in der Welt einen Artikel über Beamte, einer der Beamten - überzeugter Christ - erwähnte nebenbei eine Nebenwirkung des "perversen Systems": schon 42 Millionen Deutsche sind erfasst. Bei 40 Millionen arbeitender Menschen eine überzeugende Zahl - für die sich niemand weiter interessiert, weil das von Augstein beschriebene Bündnis wirkt: die gesamte Medienwelt ist zum Regierungsfunk verkommen. Beunruhigt das niemanden, das Wahrheit und Medienwelt immer weiter auseinanderdriften? Schnell stellt sich die Frage: wozu noch Medien?

Montag, 10. Dezember 2012. Eifel. Wie haben wir eigentlich davon erfahren, das es in Deutschland eine geheime Allianz zwischen Regierung und sämtlichen Medien gibt? Durch Zufall. Jakob Augstein schrieb einen Artikel über die Zukunft des Journalismus in Deutschland und erwähnte – quasi nebenbei – das seit Oktober 2008 eine geheime Allianz zwischen Regierung und den führenden Medien besteht, die im Grunde besagt: das Deutsche Volk sei von der Wirklichkeit fern zu halten.  Das geschieht seitdem Tag für Tag – auch in der Eifel. Lokalblätter legen ihre politischen Artikel regelmäßig dem Bürgermeister zur Genehmigung vor, ohne sich etwas dabei zu denken – habe ich jetzt aktuell erfahren. Da geht sie hin, unsere gute alte Demokratie. Wie haben wir eigentlich von dem wirklichen Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland erfahren? Durch Zufall. Alan Posener schrieb in der Welt einen Artikel über Beamte, einer der Beamten – überzeugter Christ – erwähnte nebenbei eine Nebenwirkung des „perversen Systems“: schon 42 Millionen Deutsche sind erfasst. Bei 40 Millionen arbeitender Menschen eine überzeugende Zahl – für die sich niemand weiter interessiert, weil das von Augstein beschriebene Bündnis wirkt: die gesamte Medienwelt ist zum Regierungsfunk verkommen. Beunruhigt das niemanden, das Wahrheit und Medienwelt immer weiter auseinanderdriften? Schnell stellt sich die Frage: wozu noch Medien?

Die Antwort kommt zum Beispiel von Steffen Grimberg von der TAZ:

Denn vor allem die Regionalpresse teilt schon jetzt das Schicksal der deutschen Brauereien: Immer mehr Journalismus kommt aus ein und demselben Redaktionskessel. Wie im Biermarkt wird am Ende die angebliche Angebotsvielfalt durch individuelle Etikettierung sichergestellt. Die Zahl der deutschen Zeitungstitel bleibt dabei mehr oder minder stabil. Die publizistische Vielfalt ist dagegen in den vergangenen dramatisch geschwunden.

Als Lösung des Problems empfiehlt Grimberg den Bezahljournalismus, der von der TAZ jetzt systematisch praktiziert wird: wer auf die Seite will, muss erstmal an einer PayWall vorbei: Wahrheit will bezahlt werden. Wer will aber schon für eine Wahrheit bezahlen, die von der Regierung willkürlich festgelegt wird? Wer will schon überhaupt für eine Wahrheit bezahlen? Wir kennen sie doch: Geld regiert die Welt – zum Beispiel in Griechenland, siehe Welt:

In keinem Land Europas ist die Korruption nach Einschätzung von Transparency International so verbreitet wie in Griechenland. Mit nur 36 von 100 möglichen Punkten bildet das hochverschuldete Land laut Korruptionsindex für das Jahr 2012 das Schlusslicht in Europa.

Die Folgen der Korruption sind klar erkennbar: die Mittelschicht in Griechenland löst sich auf – siehe Handelsblatt:

Tausende Griechen wie Karagaitanaki erfahren zurzeit, wie sich die Mittelklasse in ihrem Land auflöst. Lehrer, deren Gehalt um ein Drittel gesenkt wurde, stehlen Strom. In früher stabilen Stadtteilen steigt die Kriminalität und Familien haben Angst, mit ihren Kindern in den Park zu gehen.

Während wir in Deutschland noch von einem bedingungslosen Grundeinkommen träumen, hat in Griechenland die Desintegration des europäischen Mittelstandes begonnen.  Anhand des Beispiels von Frau Karagaitanaki erfahren wir auch, wie schnell das geht:

Als die frühere Café-Besitzerin Karagaitanaki ihren Laden eröffnete, betrug die Miete 400 Drachmen im Monat. Bis 2010 schnellte sie auf 3000 Euro hoch, zudem vervierfachten sich die Steuern und Nebenkosten allein seit 2000. Als Konsequenz musste sie die Preise anheben, woraufhin die Kunden wegblieben. Das Fass wurde zum Überlaufen gebracht, als ihr Vermieter erneut die Miete anhob und für einen 12-Jahres-Vertrag zusätzliche 40.000 Euro verlangte. Sie schloss das Café im Jahr 2010.

Man muss schon etwas länger suchen, um Informationen darüber zu finden, wie ein Nato-Staat vernichtet wird, ohne das die Bündnisgemeinschaft eingreift. Warum auch nicht: die Allianz zwischen Regierung und Medien trägt auch hier ihre Früchte. „Scharf-links“ gehört dieser Allianz wohl noch nicht an:

Der Kollege berichtete, daß sie mit einer entlassenen Oberschwester zur Apotheke„einkaufen“ gingen und diese ihnen berichtete, dass sie noch vor 2 Jahren niemals geglaubt hätte, dass sie mitten in Europa mit gesammelten Spendengeldern Medikamente für todkranke Menschen besorgen müsste.

Er berichtete auch von einem ehemaligen Berliner Busfahrer, der noch vor zwei Jahren in Berlin ca.2000 Euro verdient hätte und nun die gleiche Arbeit unter schlechteren Bedingungen in Athen für 480 Euro verrichtet, wovon er auch noch Steuern abzuführen hätte. 

Nachdenklich meinte der Referent, dass sie auf ihrer Reise viele griechische Gewerkschaftskollegen vor Ort kennengelernt hätten, die noch unter Schockwirkung standen. Die griechischen Kollegen schilderten ihre Lage und wunderten sich selbst darüber, wie in nur drei Jahren mitten in Europa derartige Zustände möglich wurden.

Schon längst müssten alle Journalisten den Aufstand proben, hier geschieht nichts weiter als die Etablierung der Agenda 2010 auf europäischer Ebene: mit Griechenland wird ein neuer europäischer Niedriglohnsektor geschaffen, der neue Maßstäbe für den europäischen Wirtschaftsraum setzen wird. Die Schlacht um Griechenland wird zum Angelpunkt einer Bewegung, die den gesamten europäischen Mittelstand binnen weniger Jahre aushebeln soll.

Wie bitte? Das gibt es nicht in Deutschland? Nur, weil wir es nicht erfahren, dafür sorgt Merkels Pakt mit den Chefredakteuren. Schaut man genauer hin, so haben wir schon lange eine Bewegung hin zu griechischen Verhältnissen. Schauen wir, was uns Kontraste vor zwei Jahren über Aushilfslehrer in Berlin berichtet hat:

Mit Nach -und Vorbereitung des Unterrichts arbeitet sie weit mehr als 20 Stunden in der Woche. Für sie ist es faktisch ein Halbtagsjob. Lohn erhält sie aber nur für die neun Stunden Unterricht. Dafür zahlt ihr der Staat gerade mal 600 Euro brutto im Monat.

Da haben wir eine jener 42 Millionen Jobcenterkunden, die in keiner Statistik auftauchen – und sie soll unsere Kinder zu Leistungsträgern erziehen? Quatsch – in politischen Kreisen weiß man schon längst, dass niemand mehr unsere Kinder braucht. Man braucht unser Geld – aktuell wieder einmal eine halbe Billion für die Bankenwelt (siehe Welt). Man gewöhnt sich schnell an solche Zahlen, oder? Man gewöhnt sich auch schnell an solche Horrormeldungen, wie sie Monitor vor einem Monat brachte:

Doch von einem Tag auf den anderen wurde alles anders. Da ging es um ihr Geld, Geld von Versicherten – und vor allem um ihr Zuhause. Die Bewohner bekamen Post vom Betreiber, der BonneVie Dottendorf GmbH. Die Miete des Heims sei teuer. Allen Bewohnern wurde der Umzug nahegelegt. Es herrschte Zeitdruck. Alte Menschen verschieben wie Lagerware?

Der Betreiber BonneVie Dottendorf habe über Monate keine Miete für das Haus bezahlt, erzählt man uns. Jetzt gab es eine Räumungsklage. BonneVie begann, das Haus zu räumen.

Schlecht bezahlte Lehrer, obdachlose Alte: Szenen einer sterbenden Gesellschaft – mitten in Deutschland. Es erwischt auch gehobene Schichten wie den Wirtschaftsanwalt Hans Scharpf, der einen klaren Blick für die Machtverhältnisse in Deutschland hat, siehe Geolitico:

„In meinen Augen sind die Banken Räuber“, sagt er. Sie würden den Staat erpressen. Er spricht von „Politik in den Fängen wirtschaftskrimineller Netze“ und fragt: „Was leisten die Banken eigentlich, dass sie soviel Geld von uns wollen?“ Gemeint sind Zins und Zinseszins. Mit letzterem steigen Vermögen oder Schulden nämlich gar exponentiell.

Das diese Entwicklung noch viel weniger finanzierbar ist als ein bedingungslose Grundeinkommen, dürfte auch jedem Menschen ohne Taschenrechner klar sein – aber wir reden nicht darüber.

„Ich verrate Ihnen jetzt mal etwas“, sagt Scharpf. Seine Augen funkeln, und es ist unzweifelhaft klar, dass er nun so etwas wie das unappetitliche Ergebnis einer schwierigen Obduktion auftischt. „Das ganze Bankwesen ist ein großer Betrug. Banken schaffen Geld aus dem Nichts. Sie geben es an ihre Kunden weiter und lassen sich das Nichts mit Zins und Zinseszins bezahlen“, sagt er. Das könne er nicht länger akzeptieren, weder für sich selbst, noch als Verteidiger des Rechtsstaates.

Das Schiff Europa gleicht Titanic – die deutschen 1.Klasse-Passagieren glauben aber noch, sie könnten dem Untergang entgehen, wenn sie nur ihre eigene Tür fest geschlossen halten oder möglichst hoch klettern, dabei ist jedem klar: Griechenland war nur das erste Finanzleck, dem schnell weitere folgten: langsam aber sicher versinkt der ganze Kontinent in einem unbeherrschbaren Schuldensumpf. Die deutsche Politik reagiert darauf bemerkenswert und stemmt sich mit aller Kraft gegen … neue Antikorruptionsgesetze für deutsche Abgeordnete, siehe Welt:

Für Bestechlichkeit werden Beamte hart bestraft, aber bislang sind alle Anläufe gescheitert, den Straftatbestand auf Abgeordnete auszuweiten. Die Volksvertreter wehren sich gegen eine solche Änderung des Strafgesetzbuchs mit dem Argument, in der Ausübung ihres Mandats beeinträchtigt zu werden.

Augenscheinlich stören Antikorruptionsgesetze schon heute die Ausübung des Bundestagsmandates – ein interessanter Aspekt, auf den ich von alleine gar nicht gekommen wäre.

„Wirtschaftskriminelle Netze“ schützen sich erfolgreich gegen eine Beeinträchtigung ihrer erfolgreichen Geschäftsstrategien – und forcieren so den Untergang des Kontinentes.

Natürlich trifft es inzwischen auch die reichen Deutschen und nicht nur die 42 Millionen Jobcenterkunden, über die nicht mehr gesprochen wird, weil sie mit viel Geld und ganz ausgefeilten statistischen Tricks unsichtbar gemacht worden sind. Man hört zwar schon das Plätschern der See im griechischen Quartier, glaubt aber noch dem Pressesprecher des Kapitäns, das dort Badetag ist. Währenddessen ist schon klar, das in Zukunft auch deutschen Millionären das Wasser bis zum Hals stehen wird, siehe Spiegel:

Die Deutschen sparen sich zu Tode – und bekommen immer weniger dafür. Wenn jemand selbständig ist und eine Million Euro fürs Alter zurückgelegt hat, dann hat er bisher gedacht, er bekommt vier Prozent Zinsen darauf, also 40.000 Euro im Jahr. Jetzt stellt er fest: In zehn Jahren sind es vielleicht nur noch 15.000 Euro. Und was macht er? Er spart noch mehr. Das ist ein Teufelskreis.

Und damit steht dieser eine Millionär nicht alleine da. Denken wir weiter: nehmen wir an, er schafft es, drei Millionen Euro an die Seite zu legen: damit hätte er dann 45 ooo Euro. Immer noch viel zu wenig, um den Altenheimplatz zu finanzieren, vor allem, weil an diesem Platz auch ganz viele Leute Geld saugen wollen, um sich selbst vor dem Schicksal jener Insassen zu schützen, die sie aktuell mangels Finanzmasse aus dem Heim verjagen.

Nicht vergessen: wir reden hier über das Schicksal von Menschen, die einen Gewinn von 3 Millionen Euro angesammelt haben. Über das Schicksal, das den 42 Millionen Jobcenterkunden droht, wollen wir gar nicht spekulieren. Wir brauchen auch gar nicht darüber zu spekulieren, wie wissen schon, das wir in Zukunft in Deutschland für sie wo wenig Platz haben werden wie die Griechen für heute für ihre Bevölkerung.

Schon heute ist klar, das der gesamte deutsche Mittelstand überhaupt keine Zukunft mehr hat. Sie ist schlichtweg nicht zu bezahlen. Selbst Multimillionäre kommen schon ins Schleudern, wenn sie versuchen, ihre eigene Altersversorgung zu sichern und machen die gleiche Erfahrung wie die Nobelpassagiere der Titanic vor hundert Jahren: es erwischt zwar die griechische Klasse zuerst – aber das schützt meine Nobelsuite nicht vor dem Untergang.

Zu drastisch, diese Vision?

Natürlich: deshalb gibt es doch diese Allianz zwischen Politik und Medienwelt. Wir empfinden solche Wirklichkeiten als drastisch, weil man uns mit „Infotainment“ rund um die Uhr einlullt, damit wir Nachrichten wie diese hier gar nicht mehr verstehen können, siehe Spiegel:

Der Metallkonzern Alcoa und der französische Einzelhändler PPR ziehen sich aus Südeuropa zurück – ohne Pläne zu haben, noch einmal zurückzukehren. Sie alle stehen für den Exodus der Unternehmen, der genau das Kapital, die Innovation und die Führungspersönlichkeiten abzieht, die Südeuropa dringend braucht, um Schuldenkrise und Rezession zu überwinden.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff – und zwar endgültig.  Wenn die gehen, kann man davon ausgehen, das der Wirtschaftsstandort wirklich tot ist – und wir sehen, wozu wir noch Medien brauchen: um den Untergang so lange wir möglich zu verschleiern.

Die Bürger Deutschlands und Europas müssen so lange beschäftigt werden, bis die findigen und kundigen Wirtschaftskriminellen ihre Beute in ihren Rettungsboote auf den Bahamas verstaut haben.

Wer da noch glaubt, ein bedingungsloses Grundeinkommen – die Rettungsweste des kleinen Mannes – sei die Lösung aller Probleme, hat schon den Untergang akzeptiert, ohne allerdings  zu realisieren, das man auch mit Weste in den eiskalten Gewässern der Globalisierung nicht lange überleben kann. Das Grundeinkommen von 1000 Euro wird mit Sicherheit kommen – und wenn es da ist, wird man von uns wie von Frau Karagaitanaki 40 000 Euro Miete verlangen – zusätzlich zu dem, was wir sonst schon bezahlen. Ebenso werden die Preise für Strom und Lebensmittel steigen, dafür sorgt aktuell die Lobby der Finanzindustrie in Brüssel, siehe Foodwatch:

Heute berichte ich Ihnen aus Brüssel, wo ich gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisationen versuche, die Verhandlungen zur Regulierung der Rohstoffbörsen zu beeinflussen. Leider muss ich erkennen:Noch immer stellt sich die übermächtige Finanzlobby der Regulierung des unmoralischen Zockens und Spekulierens uneinsichtig entgegen – als ob es die große Finanzkrise 2008, die uns alle an den Rand einer wirtschaftlichen Katastrophe brachte, als ob es die hochheiligen Versprechen der Banker, sich zu ändern und als ob es die Schwüre der Politiker, ein solches Desaster in Zukunft zu verhindern, nicht gegeben hätte.

Und die Finanzlobby wird – dank der Zineszinsautomatik – von Jahr zu Jahr stärker, während wir Bürger im gleichen Maße schwächer werden: mit jedem Euro für die Griechenlandrettung stärken wir jene Kräfte, die das Problem Griechenland überhaupt erst ins Leben gerufen haben.

Ist es nun verständlich, weshalb die Allianz zwischen Regierung und Medien alternativlos ist?

Es geht um die Plätze  in den Rettungsbooten. Je später wir erfahren, das das Schiff sinkt, umso mehr können sich besser informierte Mitwisser bequem aus dem Staub machen. Wir werden dann auch erleben, wohin uns der Bezahljournalismus führt: die Wahrheit wird dann sehr sehr teuer werden – die Wahrheit über den Untergang wird schlichtweg Summen kosten, die sich so schnell kein Normalbürger mehr leisten kann.

Aber das ist eigentlich schon heute so.

Ist der Untergang aber wirklich so unvermeidlich wie der der Titanic?

Ich denke – überhaupt nicht, wenn wir als Gesellschaft schnell genug handeln.

Dann stopfen wir das Leck, pumpen das Wasser heraus, lassen die Lumpen mit ihren Rettungsbooten im Eismeer treiben und sorgen dafür, das wir einen NEW DEAL bekommen:

Mit der massiven Interventionspolitik des Staates in fast allen Gesellschaftsbereichen gab der New Deal einer entmutigten, verunsicherten und richtungslosen Nation neue Hoffnung. Anders als im Deutschen Reich und in vielen anderen Ländern konnte die Demokratie in den Vereinigten Staaten durch die Phase der Weltwirtschaftskrise hindurch bewahrt werden. Die Marktwirtschaft wurde gerettet, indem vor allem durch Regulierung des Bankensystems und des Wertpapierhandels eine stabilere Wirtschaftsordnung geschaffen wurde.

Damit haben wir schon das Motto, das die partei-, klassen- und politikübergreifende Bewegung einen kann: New Deal.

Und damit sind wir noch nicht mal antiamerikanisch.

Jetzt brauchen wir nur noch die Medien dazu – und die Reise Europas kann doch noch weitergehen.

 

 

Völlig irrwitzige Vorschläge zur Finanzkrise

Nun, so wird es uns jedenfalls von unserer geliebten Bundesregierung verkauft. Urteilen Sie selbst:

 

Ein Interview mit Oskar Lafontaine bei N-TV (klick):

„Die Finanzmärkte spielen mit den Regierungen Katz und Maus. So bleiben wir in dem widersinnigen System stecken, dass die Staaten Geld drucken, das die EZB dann den Geschäftsbanken zu einem Zinssatz von 0,75 Prozent gibt. Die Banken geben dann den Staaten Kredite zu einem Zinssatz von sieben Prozent weiter. Das ist doch verrückt!“

Und seine Liebste, bewegt und in Farbe, über die Hilfen für die Gläubiger Griechenlands:

Wenn ein Unternehmen immer neue Schulden macht, um damit eine Zahlungsfähigkeit vorzutäuschen, die es längst nicht mehr gibt, dann nennt man das im realen Leben Konkursverschleppung. Und wer einen Konkurs verschleppt, der macht sich strafbar. Jeder weiß, dass Griechenland zahlungsunfähig ist und den riesigen Schuldenberg aus eigener Kraft unmöglich mehr bedienen kann.

Zum Schluß noch eine nicht ganz unwichtige Frage, die ich hier gefunden habe:

Wieso spricht keiner der Schauspieler in der Berliner Muppetsshow die 51 Billionen Kubikmeter Erdgas an – neben den übrigen Bodenschätzen Griechenlands, auf denen Griechenland sitzt? Das sind – bei einem Preis von nur 10 Cent/Kubikmeter – 5100 Milliarden Euro. Der Marktpreis beträgt derzeit 80 Cent/Kubikmeter. Die Antwort kann nur sein: Sie dürfen es nicht. Auch Wagenknecht nicht, deren Rede sonst sehr gut ist. Am Ende spricht sie von Marionetten im Reichstag und von Fassadendemokratie.

Der finanzielle Putsch

Video-Schnipsel zum Finanzwahnsinn:

[gefunden bei Politaia]

Warum etwas mehr Kommunismus in Zukunft das Leben von Rentnern und die Demokratie vor den Aufsichtsräten retten könnte

Freitag, 31.8.2012. Eifel. Die Welt ist in Ordnung. Das ist mal eine gute Nachricht. Jedenfalls ist die Welt der Reichen in Ordnung - und wer zu den Spitzenzeiten der Krise Aktien zu Billigstpreisen gekauft hat (also jene Leute, die sich den Verlust auch ohne drohenden Hungertod leisten konnten) hat jetzt trotz der gestrigen DAX-Schwäche seinen Einsatz verdoppelt: Geld verdienen ohne Arbeit macht die Welt halt noch schöner. Wie schön, zeigt die Seite "Rich Kids of Instagram, auf die die Welt aktuell hinweist.  Da sieht man, wo die Zinsen der Griechen bleiben: Luxusvillen, Nobelhobel, Goldgehänge und 107 ooo Euro für einen Einkauf in der Schampusbude - und das geben nur die Kinder aus. Die Rechnung der Erwachsenen will man gar nicht sehen. Natürlich fragt man sich: wo kommt das ganze Geld eigentlich her?

Freitag, 31.8.2012. Eifel. Die Welt ist in Ordnung. Das ist mal eine gute Nachricht. Jedenfalls ist die Welt der Reichen in Ordnung – und wer zu den Spitzenzeiten der Krise Aktien zu Billigstpreisen gekauft hat (also jene Leute, die sich den Verlust auch ohne drohenden Hungertod leisten konnten) hat jetzt trotz der gestrigen DAX-Schwäche seinen Einsatz verdoppelt: Geld verdienen ohne Arbeit macht die Welt halt noch schöner. Wie schön, zeigt die Seite „Rich Kids of Instagram, auf die die Welt aktuell hinweist.  Da sieht man, wo die Zinsen der Griechen bleiben: Luxusvillen, Nobelhobel, Goldgehänge und 107 ooo Euro für einen Einkauf in der Schampusbude – und das geben nur die Kinder aus. Die Rechnung der Erwachsenen will man gar nicht sehen. Natürlich fragt man sich: wo kommt das ganze Geld eigentlich her?

Die Antwort liefert unter anderem Karl Marx,  hier zitiert bei „2012MissionPhoenix„:

 „Durch industrielle Expansion und Vernichtung der Konkurrenz akkumuliert sich das Kapital der Besitzenden. Immer weniger Kapitalisten beuten immer mehr Lohnabhängige aus. Ihre immer größer werdende Macht erlaubt es ihnen, immer mehr Mehrwert“ –Mehrwert ist die überschüssige Produktionsleistung, welche nicht bezahlt wird- „an sich zu reißen. Es gibt immer weniger, aber umso kapitalstärkere Besitzende und immer mehr stetig verelende Arbeiter.“

Kommunismus scheint doch gar nicht so doof zu sein, wie er vielerorts gelebt wurde. Gut, das größte Elend steht uns noch bevor, und zwar dann, wenn die Rendite für die Belieferung der Supermärkte zu klein geworden ist und die Regale einfach mal leer bleiben, doch davon sind wir noch ein paar Monate entfernt.

Bleiben wir bei den Kindern der Superreichen. Wie wird man eigentlich superreich? Nun – ein Weg ist, im Aufsichtsrat großer Kapitalgesellschaften zu sitzen, dort, wo durch Konzentration der Geldflüsse (gern erzeugt durch permanente „Fusion“ ehemaliger Konkurrenten – die Banken ermöglichen hier wahre Wunder) soviel Geld zusammenkommt, das man ungeniert im großen Stil abgreifen kann. Wiwo berichtet hier von Steigerungen der Bezüge zwischen 7,6 % und 263 %.  Würden sich Gewerkschaften zu solchen Forderungen hinreißen lassen, wäre der Aufschrei der Kapitaldienstpresse riesengroß, Deutschland wäre in Gefahr, Europa stünde am Abgrund, die ganze Welt stünde vor dem Untergang.

Um genau zu wissen, wie die Reichen denn jetzt das Geld verdienen, muss man nur genauer hinschauen, was „Geschäftsleiter“ (CEO´s) in den letzten zwanzig Jahren geleistet haben – angeleitet durch führende US-Unternehmensberatungen. Welche Branche, welches Geschäftsprinzip, welche Rendite bislang in dem Unternehmen herrschte, spielt keine Rolle, das, was die neuen Herren gemacht haben, war: Massenentlassungen, Steigerung der Wochenarbeitszeit der Überlebenden und Einführung der unbezahlten Überstunden. 1000 Millionen unbezahlte Überstunden leisten die Deutschen so momentan (siehe FTD), macht bei einem Durchschnittsstundenlohn von 20 Euro 20 Milliarden Euro, die Jahr für Jahr über jene ausgegossen werden können, die ansonsten nichts zu tun haben, sich aber viermal im Jahr treffen, um zu kontrollieren, ob der aktuelle Geschäftsführer des Unternehmens auch genug Entlassungen zur Sicherung ihrer Bezüge vorgenommen hat.

Dazu kommen noch ungezählte Milliarden, die durch die Leiharbeit und die Enteignung der Arbeitslosen in den Markt gespült werden: kein Wunder, das die Zahl der Millionäre in Deutschland ständig steigt: wo Kinder 107000 Euro für ein paar Getränke ausgeben können, da können viele gerissene Hunde gut  verdienen. An den Arbeitslosen verdient man gleich doppelt: zum Einen hat man ihren Lohn eingespart (und ihr langjährig erspartes Eigentum günstig eingeheimst), zum Anderen kann man auch an ihrer Verwaltung gut verdienen – wie jetzt zum Beispiel in Aachen.

Dort wird ein neues Jobcenter von privaten Investoren gebaut. 250 Millionen soll es kosten, 370 Mitarbeiter finden dort bei schlechtem Wetter Unterschlupf, 52000 Hartz-Opfer werden von Ihnen in einer „Wohlfühlatmosphäre“ gepflegt (Quelle: „Super-Sonntag“, 26.8.2012).  Pro Arbeitslosen werden hier 5000 Euro investiert, eine Summe, von dem ihre Kinder sechs Jahre ernährt werden müssen – von einer Schampusrechnung der Krisenverursacher könnten sie sogar 130 Jahre leben.

Man sieht: Marx hatte doch Recht. Leider merken wir das viel zu spät. Noch später werden wir merken, das wir alle davon betroffen sind – nicht nur die Arbeitslosen. Unter dem Titel „Arbeiten bis ins Grab“ erläutert die Rote Fahne  gerade aktuelle Entwicklungen in der deutschen Rentnerszene: jedem dürfte klar sein, das die heute Fünfzigjährigen im Alter trotz aller Versprechen und Ansprüche im Alter arm dahinvegetieren werden, damit die selbsternannte Leistungselite und ihre politischen Speichellecker in Saus und Braus schwelgen dürfen: „spätrömische Dekadanz“ wird hier systematisch produziert.

Natürlich hat diese Bereicherungsmaschine auch ihre Nachteile: der Staat wird dadurch finanziell ausgetrocknet. Er braucht nämlich die vielen Millionen Arbeiter, die nicht nur hirnlos beschäftigt herumzappeln, sondern richtig gut verdienen, um richtig gut Beiträge und Versicherungen bedienen zu können. Es wäre der Job der Wirtschaft gewesen, dafür zu sorgen – die Wirtschaft und ihre Lenker haben sich aber anders entschieden.

Welche Zukunft auch uns Deutschen konkret praktisch droht, bekommen wir gerade am Beispiel des superreichen Staates Griechenland anschaulich demonstriert. Superreich? Ja, die Griechen verfügen über Erdgasvorkommen von 9000 Milliarden Euro (siehe Voltaire), ihr Alltag sieht aber ganz anders aus. Ein Grieche schildert gerade in der Zeit seine Eindrücke:

In den vergangenen Jahren wurde die Mehrheit der griechischen Bürger ärmer, arbeitslos oder obdachlos. Ein beträchtlicher Teil unserer Gesellschaft verfügt nicht mehr über die Mittel, um im bestehenden System überleben zu können. Mit Abstand am schlimmsten trifft es die Menschen in den Städten, die keine Möglichkeit haben, etwas Landwirtschaft zu betreiben.

Die Kürzungen im Gesundheitssystem treffen vor allem die chronisch Kranken. Sie sind die ersten Opfer einer nur an Zahlen und Statistiken, nicht aber an den Menschen ausgerichteten Politik. Man hört jetzt viel von Selbstmorden. Junge Menschen wandern aus, um Arbeit zu finden, und werden Sklaven des paranoiden Systems; sie kaufen sich Zeit von Ländern, die bald in der gleichen Lage wie Griechenland sein werden.

Ein weiser Mann, dieser Grieche.  Er sieht weiter als unsere Medien … aber ihm wurde wahrscheinlich auch nicht auferlegt, zurückhaltend über die Krise und ihre Folgen zu berichten. Die deutschen Medien sind da bekanntermaßen etwas gehandicapt, sie haben der Kanzlerin ihr Wort gegeben, die Krise weitgehend zu ignorieren. So ist der Deutsche wieder aufgerufen, selber zu denken – welch´ Abenteuer.

Schauen wir also einmal genauer hin, was uns in den nächsten zwei Jahren droht und welche Weichen schon heute unseren Zug Richtung Armut steuern.

Wir wissen ja, das neben Griechenland auch Portugal, Spanien, Italien und Irland einige Probleme haben – aus diesem Grund haben wir ja den Superrettungsschirm aufgefahren. Der wird aber nicht ausreichen – das hat jetzt laut deutschen Mittelstandsnachrichten die Credite Suisse ermittelt. Das die „privaten Investoren“ sich zunehmend aus den Krisenländern zurückziehen (siehe FTD) freut das Jobcenter Aachen, das dadurch einen neuen Prachtbau bekommt, aber es verschlimmert die wirtschaftliche Lage in den Krisenländern zunehmend, die ohnehin durch ihre „Zombie-Banken“ den europäischen Wirtschaftsraum massiv bedrohen (siehe Handelsblatt).

Nun – wir Deutschen könnten uns ja immer noch entspannt zurücklehnen, immerhin bezahlt man viele Journalisten fürstlich dafür, das sie uns täglich vor Augen führen, wie paradiesisch gut es uns doch geht – zum Beispiel im Vergleich zu den Spaniern: die Welle von Zwangsversteigerungen von privaten Immobilien in Spanien erreicht ständig neue Höhen – da 80 Prozent der Spanier in ihren eigenen vier Wänden lebten (siehe ZDF), sind das Vorzeichen einer neuen Völkerwanderung, deren Obdachlosigkeitsrekorde diejenigen Griechenlands in den Schatten stellen werden. Wir könnten uns entspannt zurücklehnen … wenn wir nicht im selben Boot sitzen würden – nur halt näher beim Kapitän – , was aber beim drohenden Untergang der Eurozone den Tod (und das Leiden) nur hinauszögert,  nicht aber aufhält.

Immerhin haben unsere Aufsichtsratsanwärter im Bundestag aktuell dem ESM einen Blankoscheck ausgestellt (siehe Handelsblatt), was bedeutet, das all jene Banken, die in den letzten Jahren mit massiver Werbung („Lebe heute, zahle später“) viel Kapital für den Umbau unserer Gesellschaft durch extreme Konzentration in der Wirtschaft und der in Folge der sinkenden Einkommensmöglichkeiten zur Erhaltung der von Werbewirtschaft und Illustrierten vorgegebenen sozialen (bzw. eigentlich finanziellen) Mindeststandards im Alltagsleben notwendig gewordenen Konsumkredite  ausgegeben haben, sich das nie vorhanden gewesene Geld jetzt vom deutschen Steuerzahler erstatten lassen.

Wir zahlen jetzt dafür, das wir die RTL-Sozialstandards mit Krediten finanzieren mussten, weil unser Einkommen das nicht mehr hergab. Anstatt aber das sich ein breites Bündnis von Schulen, Gewerkschaften, Universitäten und Medien gegen diese Sozialstandards einfindet, werden sie von Medien und vor allem von der Werbewirtschaft unter völliger Ignoranz der Intellektuellen der Gesellschaft kritiklos weitergereicht.

Das das nicht gut gehen kann, weil unsere Kinder niemals mit den goldenen Handys der Superklassekinder mithalten können, ist jedem normal wirtschaftenden Denker klar – und auch den Spitzen der US-Wirtschaft, die laut WSWS den Bankrott der gesamten Wirtschaftsordnung völlig vor Augen haben.

Eine Kultur, in der immer mehr Menschen auf ständig wachsendem Champagner- Rolex- und Ferrariniveau von anderen leben wollen, erschöpft sich halt ganz schnell – man braucht keinen Doktortitel in Wirtschaft, um das zu erkennen. Ich denke, das könnte der Grund sein, weshalb sich die Regierung (also konkret: die Primärkandidaten für Aufsichtsratsposten) nun ein  zusätzliches Reservistenheer aufbaut.

Dieses Heer entlockt Politikern große Begeisterung – siehe Neues Deutschland:

»Die flächendeckende Einführung der Zivilmilitärischen Zusammenarbeit im Inland stellt sicher, dass die Bundeswehr in unsrer Heimat jederzeit und an jedem Ort unseres Landes Hilfe und Unterstützung leisten kann.«

Wie diese Unterstützung aussehen kann, wird ebenfalls erläutert:

Spätestens am 29. August 2009 wäre folgende Schlagzeile in den Medien fällig gewesen: »Bundesregierung will mit Bundeswehr Streiks bekämpfen«. Eine Antwort der Bundesregierung an die LINKE vom 28. August legt den Schluss nahe, dass die Kampfbedingungen der Gewerkschaften eingeschränkt werden sollen. Denn zumindest im öffentlichen Dienst ist nun auch der Einsatz von Streikbrechern aus den Reihen der Bundeswehr denkbar geworden. Das Bundesverteidigungsministerium schließt in der Antwort nicht aus, dass Zivil-Militärische-Zusammenarbeits-Kommandos bei Demonstrationen zum Einsatz kommen.

Leider kam diese Meldung nicht in den Medien, so dass wir uns noch weiterhin im Traum der alten bundesrepublikanische Wirklichkeit befinden, während die Aufsichtsratskaste schon längst gezielt am Abbau der demokratischen Grundordnung des Landes arbeitet – letztlich bezahlt mit unseren neuen Schulden.

Man sieht hier, welche Zukunft konkret für uns geplant wird.

Ich warte nur auf die Einführung des Terminus „lebensunwertes Leben“ durch Medien und Politik, die Weichen dazu hat SPD-Promi Franz Müntefering durch seinen Spruch „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ ja schon gelegt. Sicher werden bald auch die Wirtschaftsweisen erkennen, das Rentner im Grunde gekommen auch nur Arbeitslose sind – wenn auch etwas älter. Nach entsprechender Rentnerhatz in den gleichgeschalteten Medien können die Reservisten dann im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit für die Beseitigung dieser Altlasten einer nicht marktkonformen Gesellschaft sorgen – wir hatten das in Deutschland schon mal.

„Arbeiten bis ins Grab“ ist aber für hunderttausende in Deutschland schon längst bittere Realität.

Vielleicht braucht Europa einfach mal eine dicke Prise Kommunismus, um Demokratie und Marktwirtschaft vor den Aufsichtsräten und ihren Lakaien zu retten – falls Marx´Methoden der Qualität seiner Analysen entsprechen.

Schon seltsame Zeiten, wo man den „Systemfeind“ anrufen muss um das System vor seinen meist de fakto arbeitslosen Gewinnern zu retten.

 

 

 

 

 

 

Über die Wertlosigkeit der Arbeit und die Arbeit der Zukunft: Zwangsarbeit und Rente mit 80

Donnerstag, 16.8.2012. Eifel. Der erste Tag, an dem ich mich gefragt habe, ob es Sinn macht, den Nachrichtenspiegel in bisheriger Form weiterzuführen. Nein, nicht das ich zu der „Vogel-Strauß“-Fraktion gewechselt bin, die der Meinung ist, das sich die aktuelle Krise am Besten dadurch bewältigen läßt, dass man den Kopf in den Sand steckt – wäre ich dieser Meinung, würde ich in die Politik gehen: „Vogel-Strauß“-Verhalten wird dort exzellent bezahlt. Es war ein anderes Erlebnis, das mir diese Gedanken eingab: zum ersten mal war ich auf eine Information gestoßen, die hochbrisant war – aber noch nicht veröffentlicht. Sie lag bei einer Nachrichtenagentur herum und musste bezahlt werden. Dem Philosophen stößt dies sauer auf – seit wann muss man für Wahrheit bezahlen? Und wenn man für Wahrheit bezahlen muss – was ja offensichtlich gerade der Fall ist – wieviel Wahrheit geht an uns vorüber, ohne das wir davon Kenntnis nehmen – einfach aus dem Grund, das niemand dafür bezahlen möchte? Die Allianz der Besserverdiener in den Redaktionen wird doch nicht das Geld ihrer Geldgeber investieren, um Nachrichten zu verbreiten, die dazu geeignet sind, die Gewinne dieser Geldgeber schmälern? Worum es bei dieser Nachricht ging? Nun – um die Zukunft unserer Arbeit, für die gerade jetzt neue Weichen gestellt werden.

Bevor wir jedoch auf die Zukunft zu sprechen kommen, ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Was war das eigentlich früher mal: Arbeit? Nun – in einer Gesellschaft ohne Räuber bedeutete Arbeit Investition von Leistung in Steigerung der Lebensqualität sowie Absicherung der Zukunft. Wer (im idealtypischen Zustand) ein Stück Land rodete, bepflanzte und Viehzucht betrieb, konnte seinen Kindern einen beachtlichen Betrieb hinterlassen – allerdings nannte man Betrieb damals noch „Familie“, was in erster Linie eine geschlossene Wirtschaftsgemeinschaft war, die sich zusammen gegen die Widerstände der Welt behaupteten: Winter, Wölfe und Erbschleicher.

Arbeit war immer und überall da, jederzeit konnte man Kraft und Zeit investieren, um Beeren zu sammeln, Saatgut zu filtern oder Tiere zu jagen. Muss ein tolles, beglückendes Leben gewesen sein – jedenfalls wenn man die Leute fragt, die noch im 19. Jahrhundert so leben konnten: die nordamerikanischen Indianer. Gut, die sind jetzt ausgerottet – aber da die USA diesen Krieg gewonnen haben, ist das ein Holocaust, über den nicht geredet wird.

Übernommen haben dieses Paradies die Farmer, die heutzutage komplett von wenigen Konzernen übernommen wurden (siehe hierzu: Food.inc). Wie das geschehen konnte? Banken haben zum Umbau dieser Gesellschaft Billionen Dollar (oder Euro) zur Verfügung gestellt – Billionen, die jetzt als faule Kredite in den Bilanzen auch europäischer Banken schlummern: der Umbau der Gesellschaft von einem Arbeitsparadies in ein Zinsparadies fand halt nicht nur in den USA statt, die Leitnation der westlichen Welt sorgte schon über viele Kanäle dafür, das auch hier Zucht und Ordnung herrschten.

Konkret ist unser idealtypischer Farmer heute mit 500 000 Dollar verschuldet und erwirtschaftet mit seinem Monokulturbetrieb (mit z.B. mehreren hundertausend Hühnern) in totaler Abhängigkeit von einem einzigen Kunden 18 00o Dollar im Jahr. Würde er auch nur die Hälfte seines Verdienstes zurücklegen um die Schulden abzubezahlen, so bräuchte er über ein halbes Jahrhundert, um seine Produktionsstätten abzubezahlen … die müssten dafür aber auch fünfzig Jahre ohne Reparaturen auskommen. So baut heute leider kein Mensch mehr.

Mal abgesehen davon, das wir durch dieses System mit der minderwertigsten Nahrung der Menschheitsgeschichte beglückt werden und Arbeit als Kapitalbildungsfaktor völlig vernichtet wurde, darf man auch nicht vergessen, das das ganze Geld, das dort von Banken verliehen wurde, überhaupt nicht existent war.  Nebenbei bemerkt man, auf welch wackeligen Beinen eigentlich die Ernährung unserer Bevölkerung steht, wenn man mal hinter die immer karger gefüllten Regale der Supermärkte schaut: eine gesunde Wirtschaft ist dort nicht zu entdecken.

Wer nun den Film „Food.inc“ mit anderen Augen betrachtet, wird schnell feststellen, das dort auch ungeblümt eine Umwertung der Arbeit zur Sprache kommt: man erfährt im groben Umriss, wie durch Bankenkredite aufgeblasene Großkonzerne die Arbeitsmärkte vernichtet haben. Menschen werden dort kaum besser behandelt als Schweine, ihre Arbeitskraft wird auf immer weniger Handgriffe reduziert. Der Mensch wird zum billigen, jederzeit beliebig ersetzbaren Roboterersatzstoff … und Arbeit als solche völlig wertlos.

Auch das alles finanziert mit Krediten von Banken, die niemals die gigantischen Summen besaßen, die sie verliehen hatten und für die heute der ganze Erdball Zinsen zahlen muss. Ja – wir zahlen Zinsen für Geld, das nie existierte. So schafft man leistungsloses Einkommen aus dem Nichts – kein Wunder, das Bankmanager sich wie Götter fühlen, denn die „Erschaffung aus dem Nichts“ war früher eine Qualität, die man nur den allerhöchsten Schöpfergöttern zutraute.

Nun – das die das Geld nicht hatten,  es aber trotzdem für jeden noch so windigen Konzernschachzug gerne als „Zahlungsversprechen“ das nie eingehalten werden konnte zur Verfügung stellten, merken wir gerade auch in Europa: eine Billion Euro fauler Kredite liegen auch hier in den Bilanzen der Banken herum (siehe z.B. Welt), die ständig steigenden Staatsverschuldungen der westlichen Industriestaaten spiegeln diese Megalumperei 1:1 wieder.

Was aber tun die Banken, um ihre Taten zu verschleiern? Einerseits haben sie sich in einem Ausmaß untereinander vernetzt, das keine einzige von Ihnen mehr fallen kann, ohne das das ganze globale Wirtschaftssystem zusammenbricht, siehe Deutsche Wirtschaftsnachrichten:

Eine Studie der ETH Zürich zeigt: Die internationalen Finanzinstitutionen haben die Krise genutzt, um sich noch stärker zu vernetzen. Durch die wechselseitige Abhängigkeit müssten daher auch kleinere Banken von den Notenbanken gerettet werden, weil heute praktisch jede Bank den totalen Crash auslösen könnte. Die Banken betreiben diese Strategie offenbar ganz bewusst, um auf jeden Fall durch einen Bailout abgesichert zu sein.

Das gleicht einem Einbrecher, der sich mit Dynamit behangen hat und droht, sich selbst und alles rundherum in die Luft zu sprengen, wenn jemand die Polizei informiert. Das ist … hochgradig psychopathisch.

Doch damit nicht genug: damit der Bürger nicht merkt, wie groß und umfangreich der Raubzug ist, den kriminelle Besserverdiener gerade inszenieren, wird er selber gejagt und wirtschaftlich vernichtet, in dem man ganz einfach das gezielt wertlos macht, was seine ureigene Stärke ist: seine Arbeitskraft. Das ist ja das zentrale Thema in unserer Krise. Nicht die Vernichtung von Ersparnissen und Kapital steht funktional im Mittelpunkt, sondern die Vernichtung der Arbeitskraft durch völlige Entwertung von „Arbeit“.

Millionen von kerngesunden, leistungswilligen, super ausgebildeten Jugendlichen in Europa können davon ein Lied singen: obwohl sie über ein enormes Arbeitskraftpotential verfügen, haben sie keinerlei Möglichkeit, dies in Kapital umzusetzen … weil für sie keine Zinsen gezahlt werden. Eingebildetes oder trickreich künstlich ausgedachtes Kapital  hat da bessere Chancen auf gesetzlich garantierte Supergewinne.

Folgen der Vernichtung des Wertes der Arbeit? Die Einführung von Arbeitspflicht zu Niedrigstlöhnen – in Deutschland „Hartz IV“ genannt. In der Welt finden wir in einem lobendem Artikel zu diesem Werk ein erstaunliches Zitat:

„Die Hartz-Reformen haben zu einer Verhaltensänderung geführt“, sagt Schneider. Die Angst vor dem sozialen Absturz bewirke, dass man auch Jobs annehme, die weniger gut bezahlt oder weniger angenehm seien. „Der Stress-Level ist selbst für diejenigen gestiegen, die objektiv gar nicht durch Arbeitslosigkeit gefährdet sind. Deshalb ist der Zorn in der Bevölkerung über die Reform trotz der Beschäftigungserfolge noch immer groß“, sagt der IZA-Experte. Tatsächlich aber sei die Angst positiv zu sehen, denn sie verhindere, dass immer mehr Menschen in die Falle der Langzeitarbeitslosigkeit tappten.

Natürlich tappen immer mehr Menschen in die Falle der Langzeitarbeitslosigkeit, was die Welt in einem anderen Artikel treffend beschreibt:

Trotz guter Arbeitsmarktlage haben viele Langzeitarbeitslose nach einem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ offenbar immer schlechtere Karten, einen Job zu finden. Der Anteil der Erwerbslosen, die bereits zwei Jahre und länger auf Hartz IV angewiesen sind, sei seit 2009 bundesweit um fünf Prozent auf 61 Prozent gestiegen, berichtet das Blatt unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Das heißt: Hartz IV hat eigentlich praktisch nichts gebracht – außer Lohnraub in einem nie dagewesenem Umfang und eine Erhöhung des „Stresslevels“ in der Gesellschaft …. etwas, das sonst nur Terroristen schaffen. Gegen den Terror des Bankenclans (der inzwischen weltweit als monolithischer Block auftritt, um sich der politischen Gewalt komplett entziehen zu können) sind wir aber noch machtloser als gegen islamistischen Terror – weil wir einfach nicht direkt darüber informiert werden. Ein unsichtbarer Terrorist ist halt viel gefährlicher als ein sichtbarer – und richtet schneller viel größeren Schaden an.

Praktisch gesehen geht der Terror aber weiter … nicht nur mit der Forderung, in Europa eine Wanderarbeiterkaste analog zu China oder den USA zu errichten.

Es sind die gleichen Agenten wie früher, die – ohne überhaupt noch eine sinnvolle gesellschaftliche Position inne  zu haben – als Sprachrohre des Bankenclans und seiner gesellschaftlichen Umbauträume ihren Weg in die Medien schaffen und nun unverblümt die Rente mit 80 fordern (siehe Wolfgang Clement in der Welt). Sowohl die Wanderarbeiteraktion sowie der Rentenvernichtungsvorst0ß sind Vorboten einer neuen von Banken iniitierten Welle der Arbeitsvernichtung, die beim europäischen Dackel der Konzernwirtschaft – Großbritannien – aktuell in seine Praxisphase tritt: laut „Junge Welt“ ist Zwangsarbeit in Großbritannien (sprich: sechs Monate 30-Stunden-Woche ganz ohne Bezahlung) jetzt höchstrichterlich abgesegnet … und dort finde ich auch die Information, für die ich andernorts viel Geld hätte bezahlen müssen:

So vermietet eine Haftanstalt in Wales Insassen für einen Stundenlohn von drei Pfund an die Firma »Becoming Green«, wo die Gefangenen im Call Center arbeiten. Dafür haben die vorher dort Angestellten ihren Job verloren.

Damit ist ein weiterer entscheidender Schritt zur Entwertung menschlicher Arbeitsleistung getan: Konzerne erhalten ihre Arbeiter einfach vom Staat, der auf ein wachsendes Heer von Straftätern zurückgreifen kann. Einfach mal mehr Leistungen gekürzt, so das die jugendlichen Arbeitskräfte ihren Hungertod mit Ladendiebstahl verhindern müssen: schon bekommt man Arbeitskraft zum Nulltarif: das Prinzip der Raubwirtschaft, das durch die Vernichtung und Enteignung der Ureinwohner Amerikas zu unglaublichem Reichtum gekommen ist, frisst nun seine Kinder.

Auch in Deutschland vernichten HartzIV-Flüchtige jene sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im großen Umfang, die die Grundlage unserer ganzen Sozialversicherungen sind: so gräbt sich der Staat durch seine eigenen Gesetze sein Wasser selbst ab und zeigt so deutlich, wer in diesem Land schon lange nicht mehr das Sagen hat – die Vernunft, der Mensch, der Bürger.

Halten wir den Prozess der Verdrängung der Realwirtschaft durch die Zinswirtschaft nicht auf, ist unsere Zukunft unaufhaltsam vorprogrammiert: da unsere Arbeitsleistung durch gesellschaftliche Verträge als „wertlos“ betrachtet wird, wird auch der Mensch als solcher wertlos … einmal abgesehen von den Papierwerten der allgemeinen Menschenrechte, die jederzeit im Interesse der marktkonformen Demokratie vernachlässigt werden können.

Auf uns wartet eine Welt, in der wir Luxuszinsen für betrügerisch erzeugtes Kapital mit Gratisarbeit erwirtschaften müssen – eine ganz neue Form von Sklaverei.

In den Medien wird aber kaum jemand für diese Informationen bezahlen, weil die „Vierte Macht“ aus jenen Besserverdienern besteht, die durch die Zinsknechtschaft gut verdienen – und die anderen werden das Geld nicht mehr haben, um sich solche Informationen leisten zu können.

So weicht das Zeitalter der Aufklärung dem Zeitalter der Verklärung.

Welch´ eine Blamage für die Gattung Mensch, die eigentlich über ein enormes Arbeitspotential verfügt, das nur gerade durch eine asoziale Raubwirtschaft komplett abgegriffen wird und so zu unglaublichen sozialen Degenerationen führt, die man zu Zeiten der Aufklärung völlig überwunden glaubte.

 

 

 

Die Ängste der Frau Merkel … und die dunkle Zukunft Deutschlands

4.7.2012. Eifel. Ein besonderer Tag. In den USA feiert man die Unabhängigkeit, den Verlust des kolonialen Status und die Erlangung der Freiheit. Für die einen waren es freie Menschen, die der Sklaverei des europäischen Feudalismus entkommen wollten - für die anderen (die, zugegebenermaßen nur selten zu Wort kommen) freimaurerische Schwarzmagier, die mit einem getürkten Krieg unter Verwendung ihrer freimaurerischen-magischen Baukunst ein Experimentierfeld für ihre Weltherrschaftsträume suchten. Letzteres ist sicherlich sehr phantastisch - aber einerseits sind Exemplare dieser Baukunst systematisch in Washington zu finden, andererseits hat die Geschichte diesen seltenen Stimmen recht gegeben: der Aufstieg der kleinen amerikanischen Kolonie war ähnlich wundersam wie die Blitzkriege Hitlers (dessen Förderer sich auch damit beschäftigten, mit welchen Tricks und Kniffen - auch in der Architektur) man das Schicksal gewogener stimmen kann. Wenn diese Leute Recht haben - so meine kritische Meinung zu dem Thema - dann wird Deutschland bald führende Nation in Europa, das jedenfalls sagte ich 2006 anlässlich einer Begehung des Regierungsviertels, in dem vielen ähnliche Strukturen zu erkennen sind, mit denen auch in Washington experimentiert wurde. Scheint so, das die Geometriezauberer doch Recht hatten.  Zu fremdartig? Ja, hier - nicht jedoch in Asien, wo die Wissenschaft des Feng Shui hilft, Konzernen zur Weltgeltung zu verhelfen.  Erleben wir auch gerade - aber erfahren nichts darüber. Doch auch für uns vom Nachrichtenspiegel ist heute ein besonderer Tag: zwei Jahre lang gibt es nun dieses Format, das Hilfe bei der Orientierung zwischen den blühenden Traumgebilden des öffentlich-rechtlichen Wohlfühlfunks und den Horroszenarien der privaten Nutzviehbespaßungsprogramme liefern möchte ... und gerade heute zu einer Widerstandsaktion der besonderen Art angeregt hat.

4.7.2012. Eifel. Ein besonderer Tag. In den USA feiert man die Unabhängigkeit, den Verlust des kolonialen Status und die Erlangung der Freiheit. Für die einen waren es freie Menschen, die der Sklaverei des europäischen Feudalismus entkommen wollten – für die anderen (die, zugegebenermaßen nur selten zu Wort kommen) freimaurerische Schwarzmagier, die mit einem getürkten Krieg unter Verwendung ihrer freimaurerischen-magischen Baukunst ein Experimentierfeld für ihre Weltherrschaftsträume suchten. Letzteres ist sicherlich sehr phantastisch – aber einerseits sind Exemplare dieser Baukunst systematisch in Washington zu finden, andererseits hat die Geschichte diesen seltenen Stimmen recht gegeben: der Aufstieg der kleinen amerikanischen Kolonie war ähnlich wundersam wie die Blitzkriege Hitlers (dessen Förderer sich auch damit beschäftigten, mit welchen Tricks und Kniffen – auch in der Architektur) man das Schicksal gewogener stimmen kann. Wenn diese Leute Recht haben – so meine kritische Meinung zu dem Thema – dann wird Deutschland bald führende Nation in Europa, das jedenfalls sagte ich 2006 anlässlich einer Begehung des Regierungsviertels, in dem vielen ähnliche Strukturen zu erkennen sind, mit denen auch in Washington experimentiert wurde. Scheint so, das die Geometriezauberer doch Recht hatten.  Zu fremdartig? Ja, hier – nicht jedoch in Asien, wo die Wissenschaft des Feng Shui hilft, Konzernen zur Weltgeltung zu verhelfen.  Erleben wir auch gerade – aber erfahren nichts darüber. Doch auch für uns vom Nachrichtenspiegel ist heute ein besonderer Tag: zwei Jahre lang gibt es nun dieses Format, das Hilfe bei der Orientierung zwischen den blühenden Traumgebilden des öffentlich-rechtlichen Wohlfühlfunks und den Horroszenarien der privaten Nutzviehbespaßungsprogramme liefern möchte … und gerade heute zu einer Widerstandsaktion der besonderen Art angeregt hat.

Ja, gerade heute ist der erste nationale Kaufnixtag, unsere Antwort auf das beständige Dauergenörgel, das man ja sowieso nichts tun kann. Heute kann jeder tun, woran ihn keiner hindern kann: einfach mal nichts kaufen. Ich selbst kaufe heute etwas (und bin da ein schlechtes Beispiel), weil ich den Strom brauche, um diese Zeilen niederzuschreiben. Ich habe auch eine Tiefkühltruhe, einen Elektrowecker, einen Kühlschrank – wahrscheinlich werde ich auch kochen. Aber Bargeld sieht heute keiner von mir, versprochen. Würde ganz Deutschland (oder einfach nur alle, die sich standardmäßig gerne empören) dem Beispiel folgen, könnte dieser Tag erneut in die Geschichte eingehen als der Tag, wo ein Volk einfach mal „NEIN“ gesagt hat. NEIN zu einem Leben, in dem man nur noch Bereicherungsobjekt für „Leistungsträger“ ist, die für die Vernichtung unserer Ersparnisse im Grandhotel dinieren und in Luxusbordellen fast zu Hause sind (siehe Handelsblatt) NEIN zu einem Leben, das im Alter nur noch den geglückten „Sturz aus dem Fenster“ als Altersvorsorge anzubieten hat (wie jetzt bei Margot Werner, siehe Spiegel),  NEIN zu einem Leben, in dem der Verfassungsschutz zum größten Feind der Bevölkerung wird (siehe Welt), NEIN zu einem Leben, in dem die Witwen von Systembütteln (mit 85 Tagen Jahresurlaub und einem Renteneintrittsalter von 55 gesegnet) vom Steuerzahler Fahrstühle für den Weinkeller bekommen (siehe Welt) , aber die Kinderarmut explosionsartig zunimmt.

So einen Tag könnten wir gebrauchen … denn es steht sehr schlimm um Deutschland. Dies sagen nicht etwa die vielgescholtenen Blogger, sondern eine Frau, die es wissen muss: Angela Merkel, ihres Zeichen nach Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, ausgestattet mit einem beispiellosen Macht- und Informationsapparat.

Natürlich sagt uns Frau Merkel das nicht direkt: man will uns nicht beunruhigen. Wie groß ihre Ängste wirklich sind, sieht man eher indirekt – aber dafür umso deutlicher. Das zeigt ein Artikel im Spiegel, der „Madame no“ von einer ganz anderen, besorgteren Seite zeigt:

Finanzkrise, taumelnde EU-Länder und ein bröckelnder Euro? Für viele Deutsche offenbar kein Grund zur Sorge. Für Kanzlerin Merkel dagegen schon – umso mehr überrascht sie der Optimismus ihrer Landsleute. Für diesen sieht die CDU-Chefin kaum zwingende Gründe.

Der Artikel hat neun meist kleine Sätze – aber offenbart große Dimensionen. Die Kanzlerin selbst treibt die Sorge um, wovon Deutschland in zehn Jahren leben soll, weil sie weiß, wie es um die Wirklichkeit bestellt ist. Sie wundert sich, das der Bürger ihr in ihrer Sorge nicht folgt … und vergisst dabei ganz ihre eigenen Anweisungen an die Presse, von der wir als Bürger nur zufällig erfahren haben. Ich habe diese paar Zeilen schon oft zitiert – und möchte gerne noch öfter machen, bis ich sicher sein kann, das sie auf jedem Frühstückstisch in Deutschland liegen. Jakob Augstein hat in seinem Freitag einen Artikel über die Zukunft des Journalismus etwas äußerst Brisantes ganz nebenbei erwähnt:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten.

Da wundert sich die Kanzlerin, das die Deutschen sich nicht sorgen – hat aber selbst darum gebeten, nichts zu veröffentlichen, was den Bürger in Sorge treiben könnte. Die haben sich daran gehalten – über den Putsch in Deutschland liest man nur noch selten, aber seine Folgen spüren alle: eine bösartig gewordene Wirtschaft schickt sich an, die Demokratie vollständig zu vernichten, um den Täter einen Dauerwohnplatz im Grandhotel inklusive Freikarte für das nächstgelegene Luxusbordell zu sichern. Die Medien jedoch schweigen zu diesen Zusammenhängen, folgen dem Wunsch der Kanzlerin, weil es in der Tat schlimme Folgen haben könnte, wenn die Bürger realisieren würden, das die Party Deutschland in zehn Jahren vorbei ist – ähnlich wie in Stockton, USA, der „bislang größten Kommunalinsolvenz in der amerikanischen Geschichte„, siehe Handelsblatt.

Die Pleite von Stockton ist bemerkenswert, weil sie zeigt, wofür wir wirklich in zehn Jahren kein Geld mehr haben werden: für Alte und Kranke. Stockton sind die heute schon zu teuer – aber die Lösung liegt nahe. Einfach mal Insolvenz machen und die Rentenansprüche gegen Null fahren: wo kein Geld ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.

Merkel weiß das … hat aber wohl vergessen, dass sie selbst den Wohlfühlfunk angeordnet hat – und die Mehrheit der Bürger folgt nur zu gerne der Einheitsjauche der  Einlullmedien: die Realität der alternativlosen Altersarmut und eines dreissigjährigen Siechtums am Ende eines harten Arbeitslebens ist für viele kaum zu ertragen. Ausserdem ist es ja nur zu schön, die Realität nur noch gefiltert durch den Bildschirm zu sich zu nehmen: gefällt einem die Realität nicht mehr, kann man einfach umschalten.

So einfach geht das.

Wir gleichen dem Deutschen im Jahr 1913, der sich nicht vorstellen konnte, das es jemals wieder zu einem Krieg in Europa kommt – die Kombination von Stacheldraht und Maschinengewehren würden einen solchen Krieg ja auch letztlich unführbar machen und Opfer fordern, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Außerdem waren Zivilisation und Vernunft so weit fortgeschritten, das man den Krieg als für immer und ewig erledigt ansah, er war eine hässliche Randerscheinung barbarischer Kulturen, nur was für „Neger“, „Mongolen“ und „Rothäute“, von der sich das zivilisierte Europa entgültig verabschiedet hatte.

1914 hat man dann gemerkt, wie sehr man sich da doch geirrt hat – mit ganz schlimmen Folgen für das Ansehen des „zivilisierten weißen Mannes“ in den Kolonien – einfach mal Gandhi lauschen, der völlig außer sich war, als er mitbekam, was da in dem von ihm bewunderten Europa für Massaker veranstaltet wurden.  Nach 1914 war die Legende von der „kulturellen Überlegenheit des weißen Mannes“ Geschichte – so wie bald die Legende von der deutschen Demokratie Geschichte sein wird.

Die „Auflösungserscheinungen der demokratischen Ordnung“ werden aktuell sogar von Günter Lachmann in der konservativen Welt wahrgenommen – sind somit nicht mehr nur Bestandteil von linken Dauernörglern. Er wählt harte Worte, die jeden Bürger in Angst versetzen sollten:

Der Bundespräsident, die Justizministerin und Altkanzler Schmidt bedrängen die Verfassungsrichter. Gleichzeitig steht der Verfassungsschutz unter Terrorverdacht – und die Parlamente sind ohnmächtig.

Altkanzler Schmidt hat sich für seinen Angriff auf die Unabhängigkeit der Gerichte ein feines Forum ausgesucht: die Atlantikbrücke, jene Institution, die gezielt daran arbeitet, das der Wille jener zweihundert superreichen Amerikaner, die die USA aktuell gestalten, auch in Deutschland umgesetzt wird:

Gerade auch für die Deutschen seien nun „Entschlusskraft und Opferbereitschaft dringend geboten“, sagte der 93-Jährige in einer Rede vor der Atlantik-Brücke in Berlin. Und: „Man muss sein Herz über die Hürde werfen. Das gilt ganz gewiss auch für uns Deutsche und ganz gewiss auch für das Bundesverfassungsgericht.“

Wer sein Herz über die Hürde wirft, ist bereit zu äußerst herzloser Politik. Das Sozialdemokraten darin ihre wahre Stärke sehen, haben wir an HARTZ IV erkennen können.

Nur ein paar Blicke in die Nachrichten, ein wenig umstrukturiert und in andere Zusammenhänge gebracht: schon sehen wir, warum Angela Merkel sich Sorgen macht. In spätestens zehn Jahren werden wir merken, in welchem Ausmaß uns „die Wirtschaft“ wirklich betrogen hat – und das nicht nur Banker und Versicherungsvertreter unser Vermögen im Bordell versoffen haben.

Wir werden sehen, das der Sozialstaat nicht mehr zu finanzieren ist … und das nur noch Millionäre eine Zukunft haben. Darum stellt sich für ganz Deutschland halt nur noch eine Frage: „Wer wird Millionär“ … und wer wird krank, hungernd und frierend auf der Straße landen, weil einfach kein Geld mehr für Renten, Pensionen und ärztliche Hilfe vorhanden ist – jedenfalls nicht für jene 99%, die den Millionären als „Kosten auf zwei Beinen“ das Leben bzw. die Rendite schwer machen.

Aber für die … wird man schon eine Lösung finden.

Eine Lösung, die für uns heute noch so undenkbar und unglaublich ist, wie ein vernichtender Weltkrieg mit Millionen Toter und Millionen gräßlich verstümmelter Veteranen für die Deutschen des Jahres 1913 galt.

Trotzdem kam der Krieg – und für die Millionäre folgten die „Goldenen zwanziger Jahre“.

Die anderen saßen ohne Kiefer, Beine und Augenlicht vor der Eingangstür und bettelten um Pfennige – was der Party keinen Abbruch tat.

So gesehen wird die Verwunderung der Frau Merkel über die optimistischen Deutschen mehr als verständlich.

Die glauben halt an das, was die von Merkel eingenordeten Medien tagtäglich predigen.

Nur die Kanzlerin selbst hat für einen kurzen Moment vergessen, das sie selbst es war, die die Predigten angeordnet hatte.

 

Warum aus der Bundesrepublik Deutschland eine verarmende unmenschliche Diktatur wurde …

Freitag, 29.6.2012. Eifel. Kürzlich machte ich eine erstaunliche Entdeckung auf unserem Dachboden: ein „Neues Testament“ aus  dem Jahre 1940. Es lag offen herum – gehört aber weder mir noch einem anderen Bewohner des Hauses. Jemand hat mit Pflastern einen Umschlag herumgebastelt und einige Notizen hinterlassen. Kurz aufgeschlagen fand ich folgende Textstelle, die wohl oft gelesen wurde. „Du sollst aber wissen, in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen kommen, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unkeusch, wild, ungütig. Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr Wollust lieben als Gott, die da haben den Schein des gottseeligen Wesens aber seine Kraft verleugnen sie und solche meide.“ Das stammt aus Paulus zweiten Brief an Timotheus – und ich frage mich: woher kannte der Paulus den Vatikan? Oder meinte er den Deutschen Bundestag?

Für den Vatikan spricht Einiges: immerhin hat der ordentlich Dreck am stecken – der Schein des gottseeligen Wesens verdeckt Geldwäscherei, Korruption und Mordkomplotte – siehe Spiegel. Auf einmal sind Verschwörungen keine Theorien mehr, sondern nackte Realität. Wenn so etwas im Vatikan möglich ist … wäre es dann nicht denkbar, das am 11.9.2001 interessierte Kreise ein Attentat auf die Demokratie verübt haben? Mit dem Zwecke, diese so umzubauen, das sie dem eigenen finanziellen Vorteil dient? Nun – das ist undenkbar. Jedenfalls – wenn man unter den „interessierten Kreisen“ jene versteht, die Macht, Geld, die Mittel, den Einfluss dazu und den Nutzen davon hatten, nierenkranken Flüchtlingen gelingt so ein Coup natürlich von jeder Höhle der Welt aus: so jedenfalls die offizielle Verschwörungstheorie.

Auch der Deutsche Bundestag rückt da ins Visier der paulinischen Kritik, macht er doch gerade wieder mal durch gespielte Empörung auf sich aufmerksam. Der Hintergrund? Eine Attac-Gruppe hatte den Fiskalpakt mit dem Ermächtigungsgesetz verglichen. Im Spiegel findet man dazu ein paar Töne, die bei mir große Besorgnis auslösen:

Im Bundestag ist die Empörung groß, insbesondere bei Politikern von SPD und Grünen. Denn sie werden nach langen Verhandlungen mit der schwarz-gelben Koalition wohl mehrheitlich dem Fiskalpakt zustimmen. Dass dieser in die Nähe des Nazi-Regimes gerückt wird, empfindet man als politische Geschmacklosigkeit. 

Was das mit dem Paulus-Zitat auf sich hat? Nun – bei den Worten Verräter, geizig, undankbar, ungeistig, lieblos, unversöhnlich, ungütig und aufgeblasen kam mir sofort HARTZ IV in den Sinn, ein geiziges Produkt, das Menschen, die sowieso schon nicht auf Rosen gebettet sind, lieblos, ungütig, undankbar abserviert wie es einst der Führer tat – nicht umsonst ist Franz Müntefering mit ihm einer Meinung, was den Zusammenhang von ARBEIT und ESSEN angeht.

Da aber … war der Bundestag ganz ruhig.  Ganz anders jetzt:

Die Postkarte sei „ungeheuerlich“ und zeuge „von erschreckender Geschichtsvergessenheit“, schimpft Grünen-Chefin Claudia Roth. „Ich bin immer offen für harte Kritik, aber diese Form der Relativierung und Geschichtsklitterung überschreitet ein Maß, das nicht hinnehmbar ist.“

Ich bin immer offen für harte Kritik, aber wenn sie kommt, ist das nicht hinnehmbar.

Den Vogel abgeschossen hat der Juso-Vorsitzende:

„Ich finde es unglaublich, einen ohnehin immer unpassenden historischen Vergleich auf diese komplexe Thematik zu übertragen.“

Einen „immer unpassenden historischen Vergleich“? Also wäre es eher besser, wir tun so, als sei das Dritte Reich nie geschehen und könne sich deshalb auch nicht wiederholen, obwohl wir heute schon wieder eine Gesellschaft haben, die bei Arbeitsverweigerung unter großem Jubel der Presse mit dem Hungertode durch Streichung des Regelsatzes droht? Und was wäre, wenn jemand den Frondienst am Kapital aus Gewissensgründen verweigert?

Denken wir lieber nicht weiter.  Die Jugend (zu der wohl auch der Juso-Vorsitzende gehört) hat erschreckend wenig Ahnung vom Nationalsozialismus, weshalb eine aktuelle Studie (auch im Spiegel) vom späten Sieg der Diktaturen spricht. Kann sich noch jemand daran erinnern, was die Abgeordneten zum EFSF wußten?

Nichts – siehe Panorama vom 29.9.2011 bei tube.  Auch heute noch haben 431 Abgeordnete keine Meinung zum ESM – werden ihn aber beschließen, siehe  Mittelstandsnachrichten.

Dürfen wir eigentlich schlussfolgern, dass – wenn sogar der „Heilige Stuhl“ vor Verschwörungen und Mordkomplotten nicht sicher ist – dies in umso größerem Maße für Gremien gilt, die einer deutlich geringeren moralischen Größe gegenüber verpflichtet sind? Immerhin erleben wir gerade einen beispiellosen Raubzug deutscher „Geschäftsleute“ im Ausland – die Krise erweist sich für viele Kriegsgewinnler als Goldgrube, siehe Manager-Magazin:

Spanische Unternehmen bekommen wegen der Bankenkrise kaum noch Kredite, die Kriegskassen deutscher Mittelständler hingegen sind gut gefüllt – und das nutzen die hiesigen Unternehmen jetzt aus: Sie ergreifen reihenweise die Chance zu Übernahmen in Spanien.

Zu Spottpreisen werden dort moderne Hochleistungsunternehmen verkauft. Die Methode dahinter? Ganz einfach: erstmal werden Land und Banken herabgestuft – wie der jüngste Rundumschlag gegen Spanien zeigte. Dann fahren die Banken (die im Auftrag aber nicht im Sinne der Gesellschaft die Geldgeschäfte erledigen) die Zinsen solange hoch, bis niemand sie mehr bezahlen kann – was jetzt nach Griechenland in Spanien der Fall ist. Das Geld für diese Kredite nehmen die Banken selbst von der EZB – womit der deutsche Steuerzahler direkt an der Vernichtung südeuropäischer Staaten und Volkswirtschaften beteiligt ist, in denen in Folge das Geld knapp und die Kronjuwelen damit spottbillig werden.

Alternativ könnten wir auch das Geld für ein Prozent nicht den Banken sondern den Ländern leihen …. aber aus Gründen, die wir „geschichtsvergessenen“ Kleinbürger nicht verstehen, geht das nicht: der Raubzug deutscher Unternehmen im Ausland wäre schlichtweg nicht möglich, die Souveränität von Staat und Regierung wäre unter diesen Umständen nicht angreifbar.

Im Prinzip stülpt gerade „schwarz-gelb“ dem Kontinent jenes HARTZ IV über, das „rot-grün“ in Deutschland eingeführt hat. Da sind die Reihen fest geschlossen. Hierzulande hat man sich Münzsammlungen, Sparverträge und Immobilien der Arbeitslosen angeeignet – im Ausland führt man das erfolgreiche Geschäftsmodell in großem Stil weiter – mit den Mitteln der deutschen Steuerzahler. Vielleicht ist das der Grund, weshalb der Deutsche Bundestag gegen Hitlervergleiche im Ausland nicht im gleichen Maße protestiert – und, mal ehrlich: wäre an dem Vergleich nichts weiter dran, würde sich doch auch keiner aufregen, oder?

Schauen wir doch mal genauer hin.

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung waren 2008 knapp 1,4 Millionen Deutsche in Parteien organisiert. Und wie stellen sich diese Parteien dar? Schauen wir nach Wikipedia:

Kritikpunkte sind:

  • der Fraktionszwang
  • die Parteienfinanzierung und Spendenskandale, allg. Korruption
  • Populismus, mangelnder Mut, eine Minderheiten-Meinung zu vertreten aus wahlkampftaktischen Gründen
  • Vetternwirtschaft
  • Entstehen einer Oligarchie
  • mangelnde innerparteiliche Demokratie
  • zu geringe Unterscheidung im politischen Handeln
  • Erschaffen von Feindbildern im Wahlkampf, um von eigenen Fehlern abzulenken / mangelnde Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen / Arroganz
  • Bereitschaft ökonomisch unsinnige Entscheidungen zu treffen, um damit den politisch nicht fachkundigen Teil der Bevölkerung zu überzeugen (Häufiger Kritikpunkt von Seiten der Ökonomen)

Obwohl sie sowieso nur knapp 1,75 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, bestimmen sie 100% der Politik. Aufgrund von Fraktionszwang, Rücksichtnahme auf Finanziers und mangelnder innerparteilicher Demokratie reduziert sich die Anzahl der Entscheidungsträger in Deutschland auf ein winziges Gremium, das mit der Hand am Geldhahn die Lebensbedingungen von 98,25 % der Bevölkerung bestimmt … jenen 99%, die in den USA noch auf die Straße gehen.

Die NSDAP – Sinnbild der politischen Diktatur – hatte 1933 2,5 Millionen Mitglieder, 1939 5,3 Millionen und 1945 8,5 Millionen, siehe Wikipedia.  Offenbar kamen die deutlich besser an – trotz Krieg.  Aber: dank der Hartz-Jusos brauchen uns diese Zahlen nichts zu denken geben – wir verdrängen die dunklen Jahre lieber und schauen noch vorne, um sie zu wiederholen.

Offiziell wird bezweifelt, das die Parteien jemals die Macht haben sollten, die sie heute ausüben. Hierzu findet man bei der Uni Münster einige Zitate:

„Mit dem Parteiengesetz verfügen die Parteien auf dem Umweg über den Gesetzgeber über sich selbst. Von ihren Rechten ist ziemlich eindrucksvoll die Rede, wenn auch der tatsächliche Umfang ihres Einflusses bei weitem nicht erfaßt ist. Die festgelegten Pflichten sind dürftig genug und beziehen sich im wesentlichen auf organisatorische Verfahrensfragen.“ [von Weizsäcker:1992, S. 140]

Damals hatten SPD und FDP noch Lob für diese Kritik über, eine Kritik, die heute undenkbar ist – erst recht, weil dank intensiver Vernachlässigung der politischen Bildung (auch durch die Parteien) kaum noch jemand weiß, was „Diktatur“ eigentlich ist … und welche Folgen sie für den Regelsatz (und später für die Renten) hat. Doch lauschen wir noch weiter:

Noch umfassender fällt die Kritik an den Parteien beim Verwaltungswissenschaftler von Arnim aus: „Die Bürger haben keine Möglichkeit, wirklich ihre Meinung kundzutun; sie werden eher entmündigt. An ihre Stelle sind die politischen Parteien getreten, die aber ihre Funktion als Sprachrohre des Volkes nicht erfüllen. Sie wirken nicht an der politischen Willensbildung mit, sondern beherrschen sie weitgehend und unterlaufen die Gewaltenteilung.“ [von Arnim: 1993, S. 7]

Schaut man weiter, wird es erst recht spannend … und man sieht, das „Partei“ schon längst wieder jene Macht inne hat, die sie 1933 – 1945 besaß – nur nicht mit so vielen Gefolgsleuten beim Volk.

 „Längst hinausgewachsen über ihre engeren politisch-parlamentarischen Funktionen, bestimmen die Parteiorganisationen durch die Besetzung von Rundfunk-und Fernsehräten über Personal und Programme der Rundfunkanstalten, über die Ministerialorganisationen in Bund und Ländern, über Spitzenpositionen im Versicherungs-,Banken-und Sparkassenwesen und über Positionen in Vorständen und Aufsichtsräten der größten Industrieunternehmen. Die Parteien sitzen auf allen Ebenen des politischen und ökonomischen, des sozialen und kulturellen Lebens fest im Sattel.“
[Guggenberger: 1986, S. 128]

Wundert man sich jetzt noch darüber, das diese Parteien – eng verbunden mit der Finanzwirtschaft – ein System etablieren, in dem Banken Billionen für ein Prozent geschenkt bekommen, um es dann – je nach Laune der Ratingagenturen – für sieben Prozent weiter zu verleihen?

Das ist ein spontanes SECHZIG-MILLIARDEN-GESCHENK an die Finanzwirtschaft … und an die Parteikassen. Da verwundert es nicht mehr, das BMW und Allianz regelmässige Spender der GRÜNEN sind – siehe Parteispenden.unklarheiten.de.

Insofern unterstütze ich Claudia Roth bei ihrer Empörung über die Geschichtsvergessenheit. Wir sind schon längst jenseits der Machtergreifung durch kriminelle Banden. Empört wird sich nur, wenn der Bürger das merkt.

Und wie geht es in den von uns so oft gescholtenen Diktaturen zu?

Dazu finde ich Interessantes im Manager-Magazin, in dem „China-Kenner“ Rolf Kremer über jene Kultur spricht, die sich unserer eigenen gerade als wirtschaftlich deutlich überlegen präsentiert:

Ich vermisse die chinesische Gesellschaft, die eine sehr weiblich geprägte ist. Sie hat weniger Macho-Elemente, die unsere westlichen Gesellschaften teilweise prägen. In China geht es oft pragmatischer und nachgiebiger zu. Das macht das Arbeiten in chinesischen Organisationen weniger konfrontativ und menschlich deutlich angenehmer.

Chinesische Firmen sind sehr stark von der einen Person an der Spitze geprägt und sehr hierarchisch aufgebaut. Aber innerhalb der Hierarchie werden viele Experten in Entscheidungen eingebunden. Es wird diskutiert und auf Konsens hingearbeitet. Das mag uns nicht immer als effizient erscheinen, aber es hält die Organisation zusammen.

Entscheidungen fallen dort nach langer Diskussion eher im Kollektiv. Man versucht, Verlierer zu vermeiden, so dass jeder sein Gesicht wahrt. Man ist auch nicht so hart, wie ich es nach meiner Rückkehr hier in Deutschland empfunden habe. Zum Beispiel, wenn es um den Abbau von Arbeitsplätzen geht.

Wenn Unternehmen in China oder auch in anderen asiatischen Ländern einen Mitarbeiter entlassen, dann in der Regel in einer so respektvollen Art und Weise, dass sie ihn in der nächsten Woche wieder einstellen könnten.

Das ist also „Diktatur“.

Aber nun wissen wir ja auch, warum das reale Leben in der „Demokratie“ so unschöne Ergebnisse im Alltag zeigt: wir haben schon längst keine mehr.

Wir haben die Diktatur des Adels durch eine Diktatur der Parteien ersetzt.

Nun – der Deutsche hält sich an der Empfehlung des Paulus für den Umgang mit asozialen Elementen: immer weniger Menschen gehen in die Parteien.

Immer weniger gehen wählen, denn: „Nur die dümmsten aller Kälber wählen ihre Schlächter selber“.

Wahrscheinlich haben wir trotz der politischen Arbeit der Parteien unglaublich viele echte Demokraten im Land – jedenfalls mehr, als die Kirche echte Gläubige hat.

Helfen wird das nicht viel, denn nach den aktuellen politischen Beschlüssen in der EU  (siehe Spiegel) schenken die Parteien den Banken wieder viel Geld der Steuerzahler, infolge dessen wir einige der heutigen Akteure morgen in den Vorständen wiederfinden werden.

Die Zeche zahlt der Bürger, dem jetzt – auch dank „Abwrackprämie“ – Werkschließungen drohen, siehe „Manager Magazin“.

Was mich nur interessiert: woher konnte der Paulus das wissen?

 

 

 

 

 

 

 

Deutschlands Lügen kotzen einen an – wie die Diktatur der Netzwerke Staat, Gesellschaft und Europa zersetzt

Donnerstag, 24.5.2012. Eifel. Ich schreibe zu lange Artikel, sagt man mir. Dabei gebe ich mir solche Mühe, mich kurz zu fassen. In einer personellen Diktatur wäre es auch einfach, sich kurz zu fassen: "Hitler ist doof" - und schon hat man die Lacher auf seiner Seite .... und die Polizei im Nacken. Wir haben aber keine personelle Diktatur, sondern eine unpersonelle, informelle Diktatur. Es ist nicht ein böser Pimpf, der uns das Leben schwer macht, sondern eine Allianz fluktuierender Netzwerke. Genau jene Gebilde, die für die Karriereentwicklung absolut lebensnotwendig sind, sind für die Mitmenschen ganz schnell tödlich. Darum verschwindet auch der Gewaltgedanke aus dem Widerstand: Diktatoren kann man töten, Netzwerke nicht.

Donnerstag, 24.5.2012. Eifel. Ich schreibe zu lange Artikel, sagt man mir. Dabei gebe ich mir solche Mühe, mich kurz zu fassen. In einer personellen Diktatur wäre es auch einfach, sich kurz zu fassen: „Hitler ist doof“ – und schon hat man die Lacher auf seiner Seite …. und die Polizei im Nacken. Wir haben aber keine personelle Diktatur, sondern eine unpersonelle, informelle Diktatur. Es ist nicht ein böser Pimpf, der uns das Leben schwer macht, sondern eine Allianz fluktuierender Netzwerke. Genau jene Gebilde, die für die Karriereentwicklung absolut lebensnotwendig sind, sind für die Mitmenschen ganz schnell tödlich. Darum verschwindet auch der Gewaltgedanke aus dem Widerstand: Diktatoren kann man töten, Netzwerke nicht.

Das besonders Ungesunde an Netzwerken ist: sie leben länger als ihre Mitglieder … und das ist dann das endgültige Ende kurzer Artikel. Der Grund, warum sie länger leben, ist einfach: als Kampfgemeinschaft zur Durchsetzung überdurchschnittlicher Versorgungsansprüche haben sie im Laufe der Zeit Kanäle aufgebaut, die auch funktionieren, wenn die Kernmannschaft aus Altersgründen ausfällt. Ganz schnell finden sich Freiwillige, die die leeren Stellen übernehmen – Netzwerke mögen wie die Natur kein Vakuum. Nicht umsonst filtert man schon im Kindergarten und der Grundschule besonders stark – undenkbar wäre es, wenn Personal die Netzwerke übernimmt, die auf einmal anfangen, von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit zu reden, von Gerechtigkeit, Edelmut und Mitleid. Solche unerwünschten Personen wären tödlich für das Netzwerk an sich … und da zeigt sich dann eine ganz andere Form von Schwarmintelligenz als die, die die Piratenpartei beständig anruft.

Wie solche Netzwerke funktionieren, sehen wir gerade deutlich an der Exekution Griechenlands. Die gleichen Banken, die über ihre Stellvertreter in der Politik (Merkel, Müntefering, Steinmeier, Fischer, Schröder, Clement und wie sie alle heißen) die Griechen zum Sparen (bzw. zur Einstellung aller Lebensfunktionen) auffordern, öffnen ihre Tore  (und Konten) weit, wenn die griechische Netzwerkallianz mit ihren Milliarden kommt. 72 Milliarden sind schätzungsweise schon von Griechenland aus auf die Konten europäischer Banken geflossen … viele davon nach Deutschland. Da steht keiner auf und sagt: wir wollen das Geld nicht, das soll mal schön in Griechenland bleiben und für Wachstum sorgen.

Ohne mit der Wimper zu zucken schaut man zu, wie die griechischen Netzwerke (intern nennt man sie wohl die „Drachmen-Gang“) ihre Beute aus dem Lande schaffen und das Land in Armut versinken lassen. Ohne sich zu schämen will man dann Rentner, Arbeitlose, Kinder, Angestellte und Arbeiter dafür bluten lassen, das die Reichtümer des Landes auf den eigenen Konten liegen.

Der Grund für diese Perversion der Menschlichkeit ist einfach: ein Netzwerk sticht dem anderen kein Auge aus – und für die Netzwerke sind die Folgen der Eurokrise „beherrschbar„.  Deutsche Netzwerke profitieren gerade mal wieder besonders: Null Prozent Zinsen zahlt man hier für Staatsanleihen. Wieviel davon von superreichen Griechen gekauft wurden, die ihre Raubbeute auf unsere Kosten in Sicherheit bringen wollen, erfahren wir nicht.

Wir erfahren dafür, wie das Leben ausserhalb der Netzwerke ist – zum Beispiel die Jungs und Mädels bei HP. 27000 dürfen jetzt gehen. Solche Zahlen hören wir oft. Ebenso oft hören wir, das wieder neue Leute eingestellt werden. Das beruhigt uns – was wir wiederum nicht erfahren ist: die neu eingestellten Mitarbeiter sind deutlich jünger als die entsorgten. So weiß ich aus internen Quellen, das die Telekom gerade alles über 50 entsorgt … heimlich, still und leise – und mit viel Geld. Dafür werden dann „High Potentials“ für ganz wenig Geld eingestellt – und weil sich „Telekom“ so gut anhört, arbeiten die fast für umsonst. Immerhin sind die gewohnt, als Praktikant für gar nichts zu arbeiten, die sind kleine Gehalts-Almosen schon ein Gewinn.

Was geschieht nun mit jenen Menschen, die über fünfzig sind?

Die Welt informiert uns über das Schicksal einer „Fachkraft“ im Lande des Fachkräftemangels:

Der gelernte Bauingenieur arbeitet inzwischen als  Lagerarbeiter, war aber von August 2005 bis Februar 2006 arbeitslos und beantragte daher Hartz IV. Mit Blick auf eine wertvolle  Münzsammlung verneinte das Jobcenter jedoch seine  Hilfsbedürftigkeit.

Nun – so ganz kann das nicht stimmen, das merkt man gleich. Als Bauingenieur hätte er noch ein Jahr ALG 1 bekommen müssen – aber hier sieht man halt die Ursache des deutschen Fachkräftemangels: die Netzwerke entsorgen ihre Konkurrenz. Wer über 50 ist und noch nicht in Staat, Partei oder Wirtschaft in einem Netzwerk sicher geborgen  ist, der wird gnadenlos entsorgt, muss alles zu Geld machen, was er bisher angesammelt hat.

Asozialer geht es wohl kaum noch … aber an solchen Beispielen sieht man gleichzeitig auch, das wir uns von „Demokratie“ weit entfernt haben. Wir leben in einer Oligarchie der Netzwerke, wo ein Maschmeyer, ein Schröder, ein Wulff, die Hell´s Angels und die Skorpions (um nur ein Netzwerk zu nennen) eine fest gefügte Front gegen die fünfzigjährigen Angestellten und Arbeiter bilden , die für die strukturelle Überversorgung der Netzwerke bluten müssen.

Ein weiteres Beispiel für die Diktatur der Netzwerke?

Frankreich will jetzt die Rente ab 60 einführen. Angesichts der Realitäten am Arbeitsmarkt müsste in Deutschland die Rente ab 50 dringend eingeführt werden – es gäbe dann auch auf einmal gar keine Langzeitarbeitslosen mehr. Widerstand gegen diese Pläne kommt aus Deutschland – aber nicht von einer Partei, sondern von den Vertretern der Netzwerke, die ihre Pfründe in Gefahr sehen: dadurch, das Arbeitslose nach 17 Jahren Hartz IV in die Altersarmut entlassen werden, haben die Selbstbereicherungsnetzwerke ganz viel Potential an Staatsgeldern, das sie für sich verbuchen können.  Das nennt der Müntefering dann „deutsche Interessen“ – womit konkret die Interessen der oben genannten Kampfgemeinschaften gemeint ist – Gemeinschaften, die sich quer durch die Parteien und gesellschaftlichen Gruppierungen bilden.

Selbst kleine, unbedeutende Lichter können im Netzwerknest  zu faschistoiden Ungeheuern mutieren – die Welt berichtet gerade über eins. Es sind Entgleisungen wie diese, die zeigen, wie selbstsicher die Elite der Selbstbereicherer schon geworden ist, jene „Leistungsträger“, die sich vor allem dadurch auszeichnen, das sie die Leistungen anderer Menschen davontragen um sie (völlig nutz- und funktionslos) auf eigenen Konten zu lagern.

Das gleicht den gesellschaftlichen Realitäten der Zeit von 1933 – 1945. Im Gegensatz zu heute trugen damals die Netzwerker noch Uniformen, und nach dem Krieg konnte man sie eindeutig indentifizieren und die Spuren ihrer hauptsächlich aus jüdischem Besitz stammenden Beute identifizieren.

Daraus haben sie gelernt.

Heute arbeiten sie nicht weniger öffentlich (eigentlich sogar erstaunlich offen, wenn man recht bedenkt), haben aber die gemeinsame Uniform oberflächlich abgelegt … aber auch wirklich nur oberflächlich. Schaut man genauer hin, so ist die Uniform schon längst wieder da:

Die Knopflöcher an den Jackett-Ärmeln, die Schuhsohlen, der Aktenkoffer oder die Armbanduhr – das äußere Erscheinungsbild ist entscheidend für den beruflichen Erfolg. Ein Mode-Fauxpas kann in der Upperclass schon das Karriere-Aus bedeuten. Denn die erfolgreiche Berufs-Elite scannt ihr Gegenüber genau und erkennt schon an kleinen Details, wen sie vor sich hat.

Und so erkennt die deutsche Elite schon nach kurzer Musterung ihre griechische Filliale … und hilft ihnen, ihr Vermögen in die Sicherheit der Berliner Republik zu bringen.

Und wer zahlt das alles?

Wie immer: der Jude. Der braucht heutzutage aber keinen Stern mehr – man erkennt ihn am Alter: 50 plus – und man ist automatisch draußen, wo heulen und zähneknirschen angesagt ist.

Was man vor sieben Jahren schon erkennen konnte: die Gier der Netzwerke würde bei der Ausplünderung von Arbeitslosen nicht aufhören, ihr Hunger nach strukturell gesicherter Überversorgung kann nicht nur allein durch gezielte Züchtung von Armut im eigenen Land gestillt werden, auf Dauer müssen da neue Quellen erschlossen werden – wie aktuell  unsere europäischen Brüder und Schwestern merken.

Was vorgestern noch die Juden und gestern die Arbeitslosen waren, sind heute die Griechen, während man gleichzeitig schon nach Portugal, Spanien und Italien schielt.

Die Diktatur der Netzwerke braucht ihre Juden – Männer, Frauen, Kinder – egal.

Hauptsache, da ist was zu holen, was die Netzwerke in die nächste Generation rettet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kurzer Nachrichtenüberblick – 2012.04.18

Es kann nicht immer viel sein…

 War klar, oder?

Die Finanzkrise sollte den Banken eine Lehre sein. Der Fiskus bittet die Branche seitdem zur Kasse. Eine Abgabe soll einen Rettungsfonds füllen, um ein Polster für neue Schieflagen zu bilden. Doch das Geld tröpfelt nur.

Na ja, sind dann ja nur 140 Jahre…

Fast vergessen:

Der französische Energiekonzern Total kommt nach eigenen Angaben beim Einsatz gegen das Gasleck an der havarierten Plattform “Elgin” in der Nordsee voran. Es gebe “deutliche Fortschritte”, teilte der Konzern am Samstag mit. Total will schweren Schlamm in das undichte Bohrloch pressen und außerdem Entlastungsbohrungen vorantreiben.

 Und das hier auch:

You already know that Fukushima’s fuel pool number 4 may be the single greatest threat, but that pool number 3 is very dangerous as well.

Soo viele gruselige Bilder

 Dann hoffen wir mal, daß Sarkozy auch bald vergessen wird:

Nicolas Sarkozy hat am Wochenende mit einer letzten Kraftanstrengung versucht, das Unmögliche doch noch möglich zu machen und den immer wahrscheinlicher werdenden Wahlsieg des Sozialisten François Hollande zu verhindern – ohne Erfolg.

 Die Wikipedia ist Böse™

Nun aber hat der unübersehbar geisteskranke Attentäter selbst offenbart, woher er seine Inspiration nahm: Wichtigste Quelle seiner Ideologie sei nicht Broders Schriftwerk, nicht das Blog eines nordischen Schwertmannesr und nicht Sarrazins „krude These“ (Der Spiegel) vom Untergang Deutschlands, sondern das Internet-Lexikon Wikipedia gewesen.

 Wie immer gibts hier schöne, aufgelesene und kommentierte Nachrichten. Das obligatorische Beispiel:

Bundespräsident Joachim Gauck: EU sollte mehr Macht haben
Und der Heini fordert sogar ein „uneingeschränktes Ja zu Europa“. Also im Klartext: Egal was es uns Steuerzahler kostet. Aber wenn man seine 200.000 Euro im Jahr lebenslang sicher hat, verliert man eben schnell jeglichen Kontakt zur Lebensrealität der normalen Leute.

Ach ja: Gaucks unermüdliches Freiheits-Geschwätz verträgt sich übrigens ganz hervorragend mit seinem „uneingeschränkten Ja zu Europa“, auch wenn die EU-Regierung derzeit flächendeckenden Demokratieabbau betreibt, die totale Überwachung anstrebt und auch vor dem Einsatz des Militärs nicht zurückschreckt, um die Interessen der Vermögenden durchzusetzen. Das alles ist KEIN Widerspruch. Gauck war schon immer ein Prediger der kapitalistischen Freiheit – und nicht etwa ein Prediger zugunsten der Freiheit des Pöbels.

 

 

Multimedia:

Für die gepflegten Vorurteile:
„Statt ungesunden Biokram gibts lieber frisch gekochte Pizza. Von Steinofen!“


[Ja ich weiß, Scripted Reality – aber dann wars eine beindruckende schauspielerische Leistung]

Eine Durchhaltesendung. Alles wird Gut™:

FNORD

Wie der EU-Rettungsschirm aus uns allen Neger macht: Deutschland 2012 wieder im Rausche des Biedermeier

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht - und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Samstag, 31.3.2012. Eifel. Gestern hatte ich ein einschneidendes Erlebnis, das uns Eifelern selten zuteil wird: ich war eine Weile in einem ausgedehnten Industriegebiet spazieren. Schon nach einer Stunde konnte ich konstatieren: diese Kultur kann nur untergehen. Mal abgesehen davon, das die Leblosigkeit der betonierten Areale normalerweise nur nach einem Vulkanausbruch oder auf dem Mond zu finden ist, überzeugte mich mehr das Verhalten der Menschen, das das Ende naht – und jeder es weiß. Wie anders will man es erklären, das sie enorme Energien investieren, um daheim ein kleines Stück heile Welt zu bauen, während ihre natürliche Umwelt in großem Maßstab vernichtet wird? Noch unheimlicher werden diese Häuslebauer, wenn man sich vor Augen führt, wo die Ursprünge ihres Reichtums zu suchen sind: buchstäblich pflastern sie ihren Hof mit den Knochen von Negern, düngen ihre Primeln mit deren Blut und vertilgen ihr Leben, um weiterhin mit ihren SUV´s Unmengen an nutzlosen Ramsch in ihre ganz individuell ausgestatteten Egotempel zu bringen, wo sie nichts anderes machen als den ganzen Tag zu feiern, wie toll sie sich selbst finden. Ist ja auch altbekannt, wo unser Reichtum herkommt, siehe Welt:

Wenn ein Kind jeden Tag zentnerschwere Säcke schleppen müsse. Über rutschige Halden, auf schlammigen Wegen. Kilometerweit durch den dichten Dschungel. Zwei Dollar pro Woche, die sieben Arbeitstage kennt. Und selbst davon habe er den Soldaten einen Teil geben müssen.

„In den Minen in Walikale“, sagt Merci und flüstert ängstlich, „da wohnt der Teufel. Und alle, die dort arbeiten, gehören ihm.“

Vielleicht denkt man mal an „Merci“, wenn man das nächste Mal von der Toprendite der Telekom-Giganten hört und Politiker von unglaublichen Vorzügen der globalisierten Welt faseln, die uns Reichtum und Wohlstand beschert hat. Was verschwiegen wird, ist:  Reichtum und Wohlstand haben wir aufgrund von Sklaverei, nicht aufgrund von Arbeit und Erfindungsreichtum.  Ein älterer Spiegelartikel über Berliner Mietskasernen erinnert uns daran, das diese Erscheinungen nicht neu sind:

In sieben Schlachten hatte Schuster G. für die Preußen gefochten. Dann, als Veteran, mußte er die bittere Erfahrung machen: „Man gibt uns keine Arbeit, verbietet das Stehlen und wirft uns ins Loch, wenn wir betteln.“

Sein Schicksal teilten Tausende am Stadtrand von Berlin.

Für ein Stück Brot oder eine Handvoll Hafergrütze suchten G. und seine Nachbarn in der Stadt Knochen zusammen, hackten Holz, trugen Torf. Die Ärmsten, die nichts als den Tag stehlen konnten, bekamen im Winter einen Schlag „Armensuppe“.

Es lohnt sich, dieses historische Dokument zu lesen, es stammt aus dem Jahre 1980, einem Jahr, in dem der deutsche Bürger noch politische Visionen haben durfte, ohne dafür zum Arzt zu müssen. Besonders gut gefällt mir dieser Abschnitt:

Das war — vor 150 und auch noch vor 100 Jahren — „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“, wie der verfemte Jurist und Schriftsteller Ernst Dronke es 1846 nannte: das Wohnelend in den ersten Berliner Mietskasernen.

Stellen wir uns mal vor, jemand würde heute das Wohnelend in den Hartz-Kasernen der Republik anprangern und es als „das Elend in seiner letzten, furchtbarsten Gestalt“ anprangern: wir würden diese Sozialromantiker sofort in die Schranken weisen – mit Hinweis auf die Stundenlöhne in Afrika. So was geht im Jahre 2012 wieder. Viele haben daran gearbeitet – und arbeiten weiter daran. Zum Beispiel der deutsche Finanzminister, ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, das Elend der Mietskasernen des 19. Jahrhunderts wieder flächendeckend zu verbreiten. Es ist nur noch peinlich zu nennen, wie man sieht, wie er in der Tagesschau die vielfältigen Schutzschirme erläutert und dabei erkennen lässt, das er noch nicht mal genau weiß, wie viele Milliarden er gerade aus dem Fenster wirft.

80 Milliarden oder 60 Milliarden oder 65 Milliarden und dann noch irgendwie 28% von 650 Milliarden und 40 Milliarden cash für den IWF:  – wenn ich so meinen Haushalt führen würde, wäre ich am Ende der Woche verhungert. Als deutscher Finanzminister geht das – weil man Leute hat, die einem sagen, wo es langgeht.  Die Financial Times Deutschland klärt über die Zusammenhänge auf:

Die Antwort sollte inzwischen klar sein: Interessengruppenpolitik und die Weltsicht politischer Eliten. Auch wenn das Risiko für das Finanzsystem minimal war, hatten Banken und Anleihegläubiger mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Sie liefen Gefahr, Milliarden zu verlieren und vielen Beschäftigten des Finanzsektors drohte der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Es ist also kaum verwunderlich, dass führende Banker, sowohl hinter verschlossenen Türen als auch öffentlich, Lobbyismus gegen eine Umschuldung betrieben.

So lässt etwa das Institute for International Finance, ein einflussreicher Lobbyverband großer Finanzinstitute mit Sitz in Washington D.C., regelmäßig verlauten: Helft uns aus der Patsche, oder ihr habt die Konsequenzen zu tragen. Mindestens ebenso wichtig, wie der Handlungsstrang, auf den sich der Verband geeinigt hat, ist seine politische Macht, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat – so sehr, dass sich alle wichtigen politischen Entscheidungsträger in den USA und in Europa um das Schicksal von Banken sorgen, auch wenn das keinen allgemeineren Einfluss auf die Wirtschaft hat.

Sogar jetzt werden viele der Verluste, die die Banken hätten tragen sollen, vom öffentlichen Sektor geschultert, unter anderem durch verschiedene Formen direkter Unterstützung und die außergewöhnlichen und riskanten Tätigkeiten der Europäischen Zentralbank.
Dies sollte man in jeder Tageszeitung, jedem Nachrichtenformat und allen Nachrichtensendungen öffentlich-rechtlicher Anstalten tagtäglich verbreiten, bis auch jeder deutsche Schrumpfkopf begriffen hat, worum es hier geht: einen gigantischen globalen Betrug durch eine Branche, die eigentlich niemand braucht, Millionen von Arbeitsplätzen, die eigentlich nichts Sinnvolles leisten aber ein leistungsloses Einkommen in Millionenhöhe kassieren.  Schauen wir uns die Schicksale doch mal im Detail an – nur eins, das reicht schon. Eine ganz normale Angestellte der Finanzindustrie – eine „Zerstörerin der Welt“, siehe Wirtschaftsblatt:
Nach Abschluss des Ökonomiestudiums in Cambridge war Masters Anfang der 1990er-Jahre in London Teil eines Teams, das Ideen entwickelte, wie man Risiken auf dritte Parteien übertragen konnte: Es war die Geburtsstunde der Kreditderivate. Sehr komplex waren sie strukturiert, Hypotheken lagen ihnen als Basiswert zugrunde. Investoren konnten Long-und Short-Positionen eingehen. Kunden bewegten so gewaltige Summen mit verhältnismäßig kleinem Einsatz, was gewaltige Chancen, aber auch Risiken beinhaltete.

Als die Immo-Blase platzte, fiel das Kartenhaus zusammen. Masters wechselte während des Booms nach New York, wo die 42-Jährige bis heute für JP Morgan arbeitet. Während der Finanzkrise erhielt sie stets Rückendeckung von ihren Chefs. Derzeit leitet sie den globalen Rohstoffhandel. Bei Anhörungen der Regierung tritt sie schon mal als Expertin auf. Unumwunden gab sie zu, dass die Kreditderivate Schwächen aufwiesen. Der „New York Oberserver“ bezeichnete Masters als „einen Zerstörer der Welt“.

Heute leitet diese Frau den globalen Rohstoffhandel – womit wir wieder bei den Negern sind … bzw. ihren Rohstoffen und renditefreundlichen  Produktionsmethoden, bei unseren Horrorbenzinpreisen und dem EU-Rettungsschirm. Aktuell merken wir ja, das der Rettungsschirm ja gar nicht groß genug sein kann – Griechenland braucht ein neues Hilfspaket, Spanien könnte noch viel mehr brauchen  und wenn wir erstmal die Bankengewinne in Italien sichern müssen, reicht alles Geld der EU nicht mehr aus.
Deshalb ist es weise, sich das Leben der Kinder im Kongo anzuschauen – es wird die Zukunft unserer Kinder sein. Ich nenne sie „Neger“, weil ich die Heuchelei nicht mehr mitmachen möchte. Ich weiß: politisch korrekt wären andere Bezeichnungen. Da wir sie aber behandeln wie „Neger“, möchte ich auch, das sie wieder so genannt werden. Wie im Bericht über Preußen im 19. Jahrhundert schon beschrieben, können wir alle jederzeit „Neger“ werden – einige Millionen von uns sind es schon … man vergleiche nur die Pressekommentare über Hartz-IV-Abhängige mit den Beschreibungen der Bewohner der preussischen Mietskasernen:
Die Grunholzer-Protokolle erwiesen sich schon deshalb als so wertvoll, weil die Bourgeoisie des Biedermeier für Armut und Elend gemeinhin nichts als Verachtung hegte. Entsprechend tendenziös wirkten Berichte von Polizisten und auch Pastoren, die in den Voigtländern nur „räuberisches Gesindel“ und „derartiges Gelichter“, „die tiefste Hefe des Volkes“ und Menschen in ihrem „rein tierischen Zustande“ sahen.
Deshalb bekommt der öffentliche Dienst ja jetzt auch ein sattes Lohnplus: die stammelnden Marionetten der Bankenlobby kaufen sie Freunde, Freunde, die sie dringend brauchen werden, wenn unsere Kinder Arbeitsbedingungen wie im Kongo haben. Undenkbar? Einfach mal in den Wohnsilos der sozial Schwachen vorbeischauen – wobei dieser Begriff schon eine Schande an sich ist. Aber so nennen wir halt unsere eigenen neuen Neger – und ihre Lebensqualität ähnelt eher denen der Berliner Mietskasernen.
Darum wundert es mich nicht, das jene Deutschen, die es sich – noch – leisten können, sich ihre eigenen, kleinen Paradiese bauen. Ich denke, sie merken schon, das der Teufel nicht nur in den Minen des Kongo herrscht, sondern sich gerade anschickt, das ganz große Ding zu drehen: also baut man sich sein Mäuseloch und hofft, das der Herr der Finsternis am eigenen Haus einfach vorübergeht.
Leider wird er das nicht tun … und das weiß man auch – weshalb schon kleine Beunruhigungen zu Panikkäufen verleiten.  Wo so schnell Panik entsteht, muss ganz viel Angst herrschen – und an einem aktuellen Beispiel sehen wir dann auch, was geschieht, wenn wir von unserem Recht des käuflichen Erwerbs von Benzin Gebrauch machen: die Polizei schließt zur Not einfach die Tankstellen, wenn wir versuchen, die letzten Tropfen Billigsprit zu erwerben.
Nun beantwortet sich auch leicht die Frage, warum der Deutsche sich all dies so widerspruchslos antut: nicht nur die Verachtung für Armut und Elend erinnert an die Zeit des Biedermeier – auch sonst verhalten wir uns nach klar erkennbaren Mustern:
Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z. B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur und auch in der Mode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die beide oft mit dem Etikett „hausbacken“ und „konservativ“ versehen werden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private. 
In der Biedermeierzeit erlebte auch das Theater einen Aufschwung, doch statt Belehrung war Unterhaltung gefragt, also eine Abkehr von den Idealen der Aufklärung.
Einfach mal ins heutige Abendprogramm schauen und alle Sendungen, die der Aufklärung über Ausbeutung, über die realpolitische Machtverhältnisse jenseits der Demokratieillusion und die Folgen der aktuellen politischen Prozesse für unsere Zukunft dienen rot anstreichen – der Stift wird sehr trocken bleiben.
Somit sind wir 2012 wieder da, wo wir 1812 schon mal waren.
Erstaunlich, oder?
Der Eu-Rettungsschirm macht aus uns allen Finanzneger, Schuldsklaven und Biedermeierschnepfen, deren höchstes Glück es ist, sich hinter den eigenen vier Wänden vor der Tatsache verstecken, das die Kinder Afrikas ihr Blut für unsere Handykultur geben – und die Kinder Deutschlands ihr Blut für die staatliche garantierten Gewinne der Großbanken geben müssen.
Mir dünkt, nicht nur in den Minen Afrikas wohnt der Teufel. Langsam habe ich den Verdacht, das ihm Deutschland auch gehört – und zunehmend der Rest der Welt ebenso.

ESM – der Selbstbedienungspakt: US-Gouverneure übernehmen offiziell die Kontrolle über Europa – oder?

14.3.2012. Mittwoch. Eifel. Einiges deutet momentan auch auf eine Neuwahl hin. Wie ich aus aktueller Quelle erfahren habe, will "Merkel in Afghanistan bleiben und kämpfen" um "ihre Freiheit am Hindukusch zu verteidigen". Das nenne ich mal beispielhaft. Das Deutschland mal eine Kanzlerin in die Wüste schickt, ebenfalls.  Ich denke, das ist auch ein konsequentes Verhalten, denn wenn die Deutschen wirklich erfahren, was im ESM - Vertrag steht und was das für uns auf der Straße und im Büro bedeutet, wird sie ihre Freiheit sowieso mit der Waffen verteidigen müssen, denn sonst droht wohl Kerkerhaft.  Doch bleiben wir erstmal beim ESM-Vertrag - einem 700-Seitenwerk in Fachidiotisch, das niemals jemand lesen wird. Darum ist es ja auch so geschrieben worden: Abschreckung ist schon lange ein erfolgreiches Prinzip in der Wirtschaft.  Der europäische Bund der Steuerzahler hat aber jetzt doch mal nachgelesen - und eine Kurzfassung geliefert, damit auch jene wissen, was dort gemauschelt wurde, die vor lauter Arbeit gar keine Zeit haben, sich um einen solchen Mist zu kümmern.

14.3.2012. Mittwoch. Eifel. Einiges deutet momentan auch auf eine Neuwahl hin. Wie ich aus aktueller Quelle erfahren habe, will „Merkel in Afghanistan bleiben und kämpfen“ um „ihre Freiheit am Hindukusch zu verteidigen“. Das nenne ich mal beispielhaft. Das Deutschland mal eine Kanzlerin in die Wüste schickt, ebenfalls.  Ich denke, das ist auch ein konsequentes Verhalten, denn wenn die Deutschen wirklich erfahren, was im ESM – Vertrag steht und was das für uns auf der Straße und im Büro bedeutet, wird sie ihre Freiheit sowieso mit der Waffen verteidigen müssen, denn sonst droht wohl Kerkerhaft.  Doch bleiben wir erstmal beim ESM-Vertrag – einem 700-Seitenwerk in Fachidiotisch, das niemals jemand lesen wird. Darum ist es ja auch so geschrieben worden: Abschreckung ist schon lange ein erfolgreiches Prinzip in der Wirtschaft.  Der europäische Bund der Steuerzahler hat aber jetzt doch mal nachgelesen – und eine Kurzfassung geliefert, damit auch jene wissen, was dort gemauschelt wurde, die vor lauter Arbeit gar keine Zeit haben, sich um einen solchen Mist zu kümmern.

Wir erkennen auf den ersten Blick ganz wichtige Prinzipien des Paktes, ich zitiere aus der „Ultrakurzfassung“:

Die Gouverneure setzen sich ihr Gehalt und das ihrer Direktoren geheim in unbekannter
Millionenhöhe selbst fest (Art. 5 Abs. 7 (n), Art 34).

Das ist doch schon mal schön, oder? Wer möchte das nicht gerne – sein Gehalt ganz geheim selber bestimmen? Wäre ja auch langsam mal nötig, denn wenn man genau hinschaut, wird Deutschland West gerade ein Niedriglohnland. So hatten wir uns die Angleichung ostdeutscher Verhältnisse nicht vorgestellt, aber mit einer kompletten Ost-Führungsriege sollte das nicht weiter verwundern.

Natürlich hat der ESM-Vertrag auch eine Sicherheitsklausel, um der Gefahr, die aus einer solchen Selbstbedienungsklausel entsteht, zu begegnen:

In ihrem Interesse genießen alle Gouverneure (incl. Dr. Schäuble), Direktoren etc. pp
Immunität hinsichtlich ihrer geschäftlichen Tätigkeit für die ESM-Bank, gleich ob hunderte
Milliarden Euro verschleudert, vernichtet, oder veruntreut werden (Art. 35).

Das heißt: auch wenn die sagen: die „Gouverneure“ teilen alles Geld unter sich auf, ist das ok. Uns halbiert man das Arbeitslosengeld – wie der Monti gerade in Italien – aber die können sich jede fiese Tour leisten und auch noch bestimmen, was es ihnen einbringt.

Cool, oder?

Natürlich gibt es auch eine gewisse Kontrolle, wäre in einer Demokratie ja auch undenkbar, das es das nicht gäbe:

Die jeweiligen Finanzminister (für die BRD: Dr. W. Schäuble) bilden den Gouverneursrat
(BoG) der ESM-Bank. Der BoG und die Räte sind rechtlich unantastbar, haben die totale
Kontrolle und letzte Entscheidungsmacht in allen finanziellen, sachlichen und personellen
Dingen der ESM-Bank. (Art. 5).

Das heißt: die machen mit unserem Geld was sie wollen. Schaut man sich den europaweiten Steueranteil an Benzin an, weiß man auch, das die genug von unserem Geld haben – aber gar nicht genug davon kriegen können. Europa ächzt, seine Volkstreter feiern. Nein – da ist jetzt kein Rechtschreibfehler drin.

Das sieht jetzt schon übel aus, oder? Wir kriegen eine Europaregierung, die unkontrollierbar und völlig haftungsfrei mit gigantischen Geldsummen jonglieren darf – früher nannte man das Absolutismus. Kommt aber noch besser.

Vielleicht hat sich jemand gedacht – gut, da müssen wir jetzt halt durch. War ein Versehen mit Griechland, kommt nicht wieder vor. Leider ist das ein Irrtum, denn aktuell wurde gerade Zypern der Ramsch-Status verpasst. Nebenbei wappnet sich die Bundesbank gegen Staatspleiten, was einen nicht sonderlich optimistisch in die Zukunft schauen läßt.

Weil das System aber jetzt schon unheimlich ist, wurde heimlich noch eine kleine Sicherung eingebaut, damit es weiter laufen kann:

Das Aktien-Haftungs-Kapital der ESM-Bank beträgt (zunächst) € 700 Mrd. aufgeteilt in
(a) € 80 Milliarden einzuzahlende Aktien und (b) € 620 Milliarden abrufbare Aktien. (Art.
8 Abs. 1). Das Haftungs-Kapital kann ggf. durch Ausgabe neuer Aktien (auch höheren
Nennwerts!) bis in Billionenhöhe (c) beliebig erhöht werden (Art. 8 Abs. 2, Art. 10 Abs. 1).

Also … wenn der Schäuble mit 700 Milliarden Euro nicht auskommt, dann kann der sich eben sofort mehr besorgen. Wer haftet? Jeder Deutsche, mit all seinem Geld:

Die Deutschen haften (Ziff. 6), für (Minimum) 27 % – 100 % (Maximum) aus € 700 Mrd.
Wird das Aktien-Haftungs-Kapital erhöht (Art. 8, Art 10), kann sich daraus erhöhte
Haftung über € 700 Mrd. hinaus ergeben (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

Ja, das wird gerade wirklich beschlossen. Kein Wunder, das die diese Wahrheiten gut verpackt haben: niemand würde gerne freiwillig seiner kompletten Enteignung zustimmen. Da waren sicher professionelle Anlageberater am Werk, Leute, die schon an den Lehmann-Papieren gut verdient haben

Wenn die Gouverneure nun neues Geld brauchen, müssen sie sich auch nicht darum sorgen, das es große Debatten gibt: hier gibt es eine Bringschuld der Steuerzahler, die sich mit fünf kleinen Buchstaben ausdrücken lässt –  „flott“:

Im Ernstfall muss ESM-Haftungskapital binnen 7 Tagen eingezahlt werden oder wird auf
die übrigen Aktionäre umgelegt (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

Was geschieht aber nun, wenn die Gouverneure ihr Geld nicht absolut flott kriegen – wenn vielleicht eine zukünftige Regierung aus ganz neuen Parteien sagt: „Nein, danke, wir wollen nicht mehr für die Rendite von Großbanken zahlen“? Rollen dann die Panzer?

Klar, ich kann auch jetzt schon sagen, welche. Die Gouverneure haben nämlich ganz klar die Interessen der neuen Eigentümer Europas zu vertreten:

Die ESM-Kredite (Art. 14, 15, 16) haben im Konkurs eines Eurolandes Nachrang gegenüber
IWF-Krediten. Daraus folgt ein massiv erhöhtes Haftungs-Risiko (Präambel, Abs. 13, 14)

Also: Goldman Sachs bzw. der von den USA kontrollierte IWF bekommt auf jeden Fall erstmal sein Geld.  Die können in Zukunft wieder unbegrenzt Kredite vergeben, um US-Waffenverkäufe an Griechenland zu finanzieren. Gehen die Griechen daran zu Grunde, zahlt der Deutsche.

Klug, oder?

Nein, noch klüger: damit niemand dahinter kommt, was dort gespielt wird, sind auch jedwede Kontrollen von vornherein ausgeschlossen:

Die zahlenden und haftenden Bürger haben keine Möglichkeit die Geschäfte der ESM-Bank
durch Bestellung unabhängiger externer Prüfer auf ordnungsgemäße, sachliche und rechnerische Richtigkeit zu prüfen. Solche Prüfungen sind ausgeschlossen (Art. 26 – 30).

Der europäische Bund der Steuerzahler findet dafür drastische Worte:

Der ESM-Vertrag ist eine Verhöhnung und Verspottung des gesunden Menschenverstandes und
der europäischen Rechtstradition schlechthin. Schon das Ansinnen der Regierenden, die
Einrichtung der ESM-Bank durch das deutsche Parlament absegnen zu lassen, ist der schwerste
Anschlag gegen die Demokratie und die deutsche Nation seit 1933. Mit dem ESM-Vertrag
putscht eine kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk.

Soweit die Meinung des europäischen Bundes der Steuerzahler. Ob man diese Meinung übernehmen darf?

Wenn ja, dann würde das bedeuten, das wir jetzt sofort in unser Auto steigen, bis zur nächsten Autobahn fahren und uns dort quer stellen, auch wenn es nicht erlaubt ist. Wenn diese Sichtweise stimmt, dann verstehe ich, warum Angela Merkel ihre Freiheit am Hindukusch verteidigen will: das gibt ihr einen deutlichen Vorsprung vor der Verfolgung durch deutscher Steuerzahler.

Sollte diese Sichtweise stimmen … dann müsste man sich überlegen, das im Grundgesetz verankerte Widerstandsrecht in Anspruch zu nehmen.  Sehen wir mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung nach:

im engeren Sinn ein Abwehrrecht des Bürgers gegenüber einer rechtswidrig ausgeübten Staatsgewalt mit dem Ziel der Wiederherstellung des (alten) Rechts. Im engeren Sinn richtet sich das Widerstandsrecht auch gegen Einzelne oder Gruppen, wenn diese die Verfassung gefährden; es dient dann der Unterstützung der Staatsgewalt, etwa wenn diese zu schwach ist, die verfassungsmäßige Ordnung aufrechtzuerhalten („Verfassungshilfe“).

Dürfen wir erwägen, das eine „kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk putscht“ – und unsere Verfassung unsere Hilfe braucht?

Hören wir dazu den Herrn Junker, hier bei Wiwo:

Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker hat den europäischen Entscheidungsprozess einmal in zwei Sätzen prägnant skizziert. „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert“, sagte der dienstälteste Regierungschef der EU. „Wenn es dann kein Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Wer solche Worte von sich gibt … macht nicht den Eindruck, als würden ihn bestehende Verfassungen kaum noch kümmern, sondern eher den Eindruck, als würde man den großen Putsch ganz bewußt in kleinen Schritten vollziehen wollen. Die Taxpayers Association of Europe ( TAE) e. V. steht mit  ihrer Kritik nicht ganz alleine da, siehe Wikipedia:

Der Innsbrucker Europarechtler Walter Obwexer kritisiert das Folgende: „Im Gegensatz zu anderen EU-Institutionen, wie der EU-Kommission, ist keine parlamentarische Kontrolle vorgesehen. Es gibt auch keinen parlamentarischen Einfluss auf sein Wirken. Der ESM wird mit wenigen Ausnahmen (z. B. EuGH-Zuständigkeit bei Schlichtungsverfahren) in kein vorhandenes System der Gewaltenteilung eingebunden. Seine Tätigkeit ist nicht öffentlich und nicht transparent.“ Das Direktorium würde somit das eingezahlte Grundkapital nach eigenem Ermessen veranlagen. Der ESM hätte zudem die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen. Obwexer kritisiert, dass trotz dieser erlaubten Finanzgeschäfte keine Prüfung durch den EU-Rechnungshof vorgesehen ist. Die Rechnungsprüfung erfolge laut Vertrag durch externe Prüfer, die vom Gouverneursrat beauftragt würden.

Und aus diesem System kommen wir auch nicht mehr heraus – siehe occupydeutschland:

Kein Austrittsrecht für ESM-Mitgliedstaaten

Wie es aussieht, kriegen wir gerade ein neues Ermächtigungsgesetz. Aber Leute, die mit fünf Euro Stundenlohn Spritpreise von 1,69 Euro stemmen müssen, haben aktuell in ihrem Alltag ganz andere Sorgen, als sich um Europapolitik mit Milliardenrisiken oder den programmierten Finanzkollaps zu kümmern.

Sie müssen sich um neue Kredite kümmern, um weiterhin die Fahrt zur Arbeit bezahlen zu können.

Nachrichten am Dienstag

Heute mal ohne Ufo’s.

Griechenland Pleite? Nee, kann gar nicht sein:

Damit ist faktisch der längst überfällige Staatsbankrott Griechenlands vollzogen. Griechenland verabschiedet sich vom Euro und nimmt als Neustartgeschenk noch 130 Milliarden mit auf den Weg. Pustekuchen, nichts davon, jetzt ist laut den Eurokraten die Krise beendet, ab sofort geht’s aufwärts mit dem lebenden Leichnam, mit dem Zombie. Griechenland wird seine Staatsschulden wundersam auf lächerlich geringe 160 Prozent des BIP senken können, in 8 Jahren gar auf winzige 120 Prozent. Investoren werden Schlange stehen, die Arbeitslosigkeit wird schlagartig sinken, Rezession wird aus dem griechischen Wortschatz gestrichen. Empfänger von Sozialleistungen wie Rentner werden sich mit Oliven vollstopfen und Retsina übers Haupt giessen, die Steuerämter werden mit der noch effizienteren Einnahme von Abgaben gar nicht nachkommen, die Wirtschaft wird schlagartig chinesische Wachstumszahlen produzieren statt minus 7,5 Prozent.

WTF?

Die EZB war den Geschäftsbanken gegenüber bisher sehr entgegen kommend. […]
Außerdem wurde jede Anhebung [der Zinsen] im Vorhinein durch bestimmte Codewörter angekündigt, so dass die Banken sich darauf einstellen konnten. Es war fast schon Geldpolitik auf Ansage, niemals wurden die Institute überrascht.

Über den kommenden dritten Weltkrieg:

Was, wenn Meinungsforscher Bürgern der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union die folgende Frage stellen: “Was ist wichtiger, Islamisten die Freiheit zu geben, ein säkulares Regime in Syrien zu stürzen oder einen dritten Weltkrieg zu vermeiden?”
Ich wette, die Mehrheit wäre für die Vermeidung des 3. Weltkrieges. Natürlich, die Frage wird nie so gefasst werden. Das wäre eine “realistische” Frage und wir im Westen, von den Höhen unserer moralischen Überlegenheit haben keine Zeit für vulgären “Realismus” in der Außenpolitik (ausgenommen der exzentrische Ron Paul, der Rufer in der Wüste der republikanischen Vorwahlen).

Trau keinem Sachverständigen. Erst recht nicht, wenn er im Auftrage von Politikern lügt sachverständigt:

Wie die Stuttgarter grünen Abgeordneten Brigitte Lösch, Muhterem Aras und Nikolaus Tschenk mitteilten, sind sie von WikiReal auf einen Fehler in der Software „Railsys“ der Firma RMcon aufmerksam gemacht worden, die für den Stresstest von Stuttgart 21 verwendet wurde. Der Fehler bezieht sich auf den Zeitpunkt der Signalstellung bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof und wirkt sich insbesondere bei verspäteten Zügen aus. Die Folgewirkung ist eine Kapazitätssteigerung des Tiefbahnhofs in der Simulation. Aus Sicht der drei Stuttgarter Abgeordneten handelt es sich damit um eine berechtigte fachliche Frage, deren Auswirkungen aber derzeit nicht abgeschätzt werden können.
(Erinnert mich an die unappetitliche South Park Folge mit Apple.)

Und hier latscht Herr Kauder mal wieder in ein Fettnäpfchen:

Siegfried Kauder hatte die allerbesten Absichten. Als CDU-Rechtsexperte spezialisiert auf Internet-Unrecht aller Art, wollte der CDU-Bundestagsabgeordnete auf seiner zuletzt recht bekanntgewordenen Homepage einfach nur mal zeigen, wie schwer das Leben und Wirken eines gewählten Abgeordneten im Normalfall ist. Zu diesem Zweck zeigte der erfahrene Politiker im Internet, dem nach einer Analyse von BKA-Chef Ziercke „größten Tatort der Welt“, zahlreiche Bilder von Minderjährigen, die ihn während seiner aufreibenden Tätigkeit im deutschen Bundestag besucht hatten, um sich ein Bild zu machen über den „Ablauf der parlamentarischen Arbeit in Berlin“.

Nochmal über die Wahl in Russland, diesmal von Webster Tarpley:

Russia Today: Dies war bis jetzt Russlands transparente Präsidentschaftswahl. Glauben Sie, dass der Westen diese Ansicht teilen wird, sobald die offiziellen Ergebnisse verkündet sein werden?

Webster Tarpley: Nun, unglücklicherweise sind die Eliten hier in Washington darüber vor Wut kurz vor einem Herzinfarkt. Das ist nicht das Ergebnis, das sie sich gewünscht haben. Ich bin nicht sicher, was Sie sich wünschten, aber sicherlich nicht dies.

Hier lobt jemand Herrn Monti aus Italien. Nicht wegen seiner Arbeit sondern wegen seiner Schlagfertigkeit…

Kürzlich erregte „La Padania“ sogar ein bisschen Aufsehen. Die Zeitung schrieb auf der Frontseite, Mario Monti besitze eine Villa in Silvaplana im Engadin. Die Botschaft war klar: Im eigenen Land geht man gegen Steuerflüchtlinge vor, und der Herr Ministerpräsident wäscht sein Geld in der sauberen Schweiz. Einige andere Medien übernahmen diese Neuigkeit.

Der Ministerpräsident reagierte mit professoralem Sarkasmus. Auf die wenigen Leser der Bossi-Zeitung anspielend sagte Monti, er wende sich an „die eventuellen Leser der Zeitung La Padania“ („agli eventuali lettori della Padania“). „Eventuelle Leser“. Zynischer geht es nicht. Mit sanftem Spott fügt er bei: „Eine Behauptung im Artikel ist korrekt“. Was bedeutet, dass alle andern falsch sind.

Christliche Kannibalen

Eine “imitierte Eucharistiefeier” lässt die Religionspolizei des Vatikans auf den Plan treten, die bereits intensiv die Verdächtigen verhört hat.Man muss hier wissen, dass das Verabreichen einer Oblate unter den Bedingungen einer katholischen “Messe” zur “Transsubstantiation” führt, die Oblate sich also in Fleisch verwandelt. Fleisch von der Leich des Heilands. Auch der Wein wird zu Blut, aber das darf nur der Schamane trinken, der die Zauberformel spricht.

Wenn nun also Unbefugte das Ritual vollziehen, kann Schlimmes passieren: Das Fleisch kann erheblichen Qualitätsverlust erleiden, das Blut womöglich den falschen Gerinnungsfaktor haben oder sogar erhöhte Hämatokritwerte aufweisen. Leistungssportler etwa bringen sich damit in Teufels Küche. Und eben auch die Teilnehmer am illegalen kannibalischen Zeremoniell. Wer nämlich spirituelles Gammelfleisch sich verschafft und im Umlauf bringt oder gar vorsätzlich verköstigt, wird im günstigsten Fall mit einigen tausend Jahren Fegefeuer bestraft. Dies gilt allerdings nur in Verbindung mit der Todsünde einträglicher Zinsgeschäfte.

Ein Buch über Manipulation:

Wären Sie bereit, einem Videospiele-Hersteller „eine nicht übertragbare Option auf Ihre unsterbliche Seele“ zu gewähren? Nein? 88 Prozent der US-Kunden waren es. Und das liegt freilich nicht daran, dass man jenseits des großen Teichs mit seiner Seele allzu bereitwillig um sich wirft. Die Leute haben beim Einkaufen schlichtweg nicht aufgepasst – vom Lesen der Nutzungsbedingungen ganz zu schweigen.

Ferngesteuertes Töten:

Der Widerwille normaler Männer gegen das Töten kann überwunden werden durch intensives Training, direkte Befehle von Offizieren, weitreichende Waffen (wie Raketen, Drohnen etc.) und Propaganda, die die Sache des Soldaten glorifiziert und den Feind enthumanisiert. „Mit der entsprechenden Konditionierung und unter den entsprechenden Umständen sieht es so aus, dass fast jeder töten kann und töten wird,” schreibt Grossman. Viele Soldaten, die Feinde in der Schlacht töten, freuen sich anfänglich, sagt Grossman, aber später fühlen sie oft tiefgehenden Ekel und Reue, was sich in posttraumatisches Stressleiden und andere Krankheiten umwandeln kann. Grossman glaubt, dass in Wirklichkeit die Probleme vieler Kriegsveteranen der Beweis sind für einen „starken angeborenen Widerstand des Menschen gegen das Töten seiner eigenen Art.”

Für alle Spinner, die ihre Krankenversicherung verlassen weil die jetzt homöopathische Behandlungen zahlt:

Zusammenfassend könne gesagt werden, „dass die Beschwerdesymptomatik der Patienten unter der homöopathischen Behandlung wesentlich verbessert wurde, verbunden mit einer deutlichen Reduktion der Einnahme konventioneller Medikamente.“ Der gemessene Real-Life Effect weise demnach auf „die Möglichkeit einer therapeutischen Bereicherung und finanziellen Entlastung des Gesundheitssystems hin, ohne allerdings Aussagen über die Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung per se zuzulassen.“

Das liest sich so, als wenn „das Volk“ nicht über jeden Kram abstimmen sollte:

Am Abstimmungssonntag ist die Buchpreisbindung in der Schweiz endgültig gefallen. Die Vorteile werden geringer als erwartet sein, die Nachteile wiegen dagegen schwer.

 

Bewegte Bilder:

10 Minuten über die momentane Lage in Fukushima:

Nachrichten vom Wochenende

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff:

im folgenden eine Liste der Banker Ruecktritte…

Ein paar Videos zum Erfolg der Nato in Lybien:

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nichts mit dem Islam zu tun hat. Diese sogenannten Rebellen sind eine wilde Horde von Verrückten, mit den sich die USA ins Bett legte, um den Anschein eines angeblichen Volksaufstandes zu erzeugen, Gaddafi zu stürzen und so an die Ressourcen Libyens zu gelangen.

Herr Vetter aufgebracht:

Womöglich wird man bald Post von Christian Wulffs Anwalt erhalten, wenn man mit Blick auf den heutigen Tag in Großburgwedel das Wort Hausdurchsuchung in den Mund nimmt. Denn offenbar versuchen alle Seiten geradezu krampfhaft, das Unvermeidliche nicht mit einer richterlich angeordneten Zwangsmaßnahme zu verbinden. Trotzdem passierte heute nachmittag etwas: Freundliche Ermittler besuchten ohne Durchsuchungsbeschluss die Wulffs zu Hause und erhielten nach Medienberichten freiwillig Dokumente, Computer und Festplatten ausgehändigt.

 Karl Weiss fragt sich, ob Ron Paul ein Linker ist:

 Bereits seit geraumer Zeit fällt auf, wie die US-Medien einen grossen Bogen um Ron Paul machen, einer der vier verbliebenen Kandidaten der republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahlen Ende des Jahres. Auch in Deutschland wird Ron Paul eher ein wenig von oben herab behandelt. Tatsache ist, er ist bisher noch nicht abgeschlagen im Rennen der vier verbliebenen Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei der USA. Und besonders beeindruckend ist, wie viel jugendliche Amerikaner sich für die Kampagne Ron Pauls zur Verfügung stellen, der mit 76 Jahren natürlich nicht der automatische Kandidat der Jugend ist.

 Man mischt sich in den Wahlkampf in Frankreich ein:

Bundeskanzlerin Angela Merkel und wichtige EU-Partner haben vereinbart, den französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande während des Wahlkampfes nicht zu empfangen. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Spiegel hervor. Der vertraulichen Absprache zwischen Merkel, Italiens Regierungschef Mario Monti und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy habe sich auch der britische Premier David Cameron angeschlossen, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Mit Kommentar von Herrn Mowitz:

Dennoch ist diese Aktion, unter Führung der ehemaligen Propagandasekretärin aus der untergegangenen DDR, Angela Kasner, heute Merkel, ohne Gegenstück im Nachkriegs-Europa. War man doch bisher immer bemüht so zu tun als seien Wahlen ausschließlich die inneren Angelegenheiten eines Landes sowie seines wählenden Volkes, in die sich das Ausland nicht einzumischen hat. Seit Übernahme der Staaten durch die Banken, nimmt man demokratische Gepflogenheiten sehr viel lockerer und kaum noch zur Kenntnis. In diesem Fall ist der Grund, dass Hollande, falls er gewählt wird, den gerade beschlossenen europäischen Fiskalpakt umverhandeln will. Sogar Großbritannien, obwohl es nicht den europäischen Fiskalpakt unterschrieben hat und auch nicht der Euro-Zone angehört, aber immer im Auftrag der City und US-Wall-Street als Brandstifter unterwegs ist, ließ seinen Premier David Cameron an diesen Affront gegen einen sozialistischen Demokraten gerne teilnehmen.

Hier konnte man sich nicht einmischen, daher ist das Ergebnis unbefriedigend:

Die Wahlbeteiligung im Iran lag laut der iranischen Nachrichtenagentur FARS gestern bei 66 Prozent die von der tendenziösen deutschen Politrukanstalt für Nachrichtenfälschung mit „bei mehr als 60 Prozent“ vermeldet wurde. Schnell schob man noch nach, dass die von der iranischen Regierung angestrebte starke Wahlbeteiligung, wohl doch nicht so toll gewesen sein konnte wie erhofft.

Und auch die Russen haben jemanden gewählt, der mißfällt:

Das Ergebnis ist keine Überraschung, Putins Sieg mit einem Wert, der sich bis zum Montagmorgen noch auf gut 63 Prozent steigerte, war die unspektakulärste und wahrscheinlichste Variante. Weit genug von einem Ergebnis unter 50 Prozent entfernt, das eine Stichwahl nötig gemacht hätte – das wäre eine Sensation gewesen und hätte Putin schmerzhaft geschwächt. Und auch weit genug von den 71 Prozent, die Putin noch bei den Präsidentschaftswahlen im März 2004 erhielt, zu den Hochzeiten seiner Popularität. Das hätte niemand geglaubt.

Ein Bericht über Sitzung der “Coalition of top tech & media companies to make [the] internet [a] better place for our kids“.

Mitglieder sind unter anderem solch ausschließlich am Wohlergehen der Allgemeinheit interessierte Unternehmen wie die Datenfresser und Privatsphärevernichter Facebook und Google. Nebst erklärten Gegnern von Netzneutralität wie der Deutschen Telekom und dem willfährigen Internetzensurgehilfen Vodafone befinden sich noch weitere Provider mit an Bord. Abgerundet wird diese illustre Runde durch die Teilnahme des Blackberry-Herstellers RIM, der bekanntlich repressiven Regierungen zwecks Ausspähung Zugriff auf die Gesprächs- und Datenleitungen seiner Kunden gewährt. Darüber hinaus sitzt mit Microsoft der weltweit schärfste Verfechter von OpenSource (Achtung, Ironie!) mit am Beratungstisch. Und um das Bild perfekt zu machen, darf Apple nicht fehlen. Apple ist ein Unternehmen, welches es für angemessen hält, seinen Kunden den Zugriff auf aus Apples Sicht “anstößige” Inhalte zu verbieten. Wenn es also eine Handvoll Unternehmen gibt, denen man vertrauensvoll Zensur- und Filtertechnologie an die Hand geben kann, dann sicherlich Unternehmen wie die zuvor genannten.
Ich habe mir die nun veröffentlichte Sitzung angehört und für die interessierte Öffentlichkeit meine persönlichen Highlights jeweils mit Zeitmarke herausgearbeitet.

Kunstgriffe, wie ich Gegner platt rede ohne selbst wirklich was zu sagen …

Oder so ähnlich kann ich mir vorstellen, was Politiker von Klein auf Lernen, um sich nach oben zu bekommen und wenn oben angekommen, auch oben zu verbleiben. Und bei wem sie in die Schule gegangen sein könnten? Schopenhauer hatte (vermutlich um 1830) einen Sack voll solcher Regeln zusammengetragen (Quelle), und wenn wir alle diese kennen, sollte ihre Wirkung verpuffen, oder?

So kenne ich das:

Eristische Dialektik (zu altgriechischeristiké téchne) ist der Name eines um 1830 entstandenen Manuskripts von Arthur Schopenhauer, in dem er als Eristik oder Eristische Dialektik eine Kunstlehre beschreibt, um in einem Disput „per fas et nefas“ (lat.; mit erlaubten und unerlaubten Mitteln) als derjenige zu erscheinen, der sich im Recht befindet. Zu diesem Zweck gibt er 38 rhetorischeStrategeme an, die also nicht der Wahrheitsfindung dienen, sondern dem Erfolg in einem Streitgespräch durch bestimmte argumentative Formen. Diesen Zweck haben auch klassische Sophismen. Einige davon werden von Schopenhauer ebenfalls aufgeführt. Er erwähnt das Manuskript 1851 in Parerga und Paralipomena. Dort distanziert er sich aber von diesem polemischen Ansatz.

Wem gehört eigentlich RTL?

Falls Sie schon immer mal wissen wollten, wem RTL „gehört”, empfehlen wir die Lektüre der jüngsten Pressemitteilung der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Dort wird nämlich deutlich, wie bestechend simpel die Zusammenhänge sind…

Und wer noch mehr lesen mag, schaut hier vorbei...

Bewegte Bilder:

Milch ist evtl. doch nicht so Gesund:

Ein Kälbchen, das die Milch seiner Mutter in pasteurisierter Version bekommt, stirbt nach allerspätestens einem halben Jahr, gelegentlich bereits innerhalb von drei Wochen.

 

Der übernächste Bundespräsident über Medien und Manipulation:

(Videos gefunden bei http://www.politaia.org

Nachrichten vorm Wochenende

So richtig viel gabs leider nicht…

 Dem kann man nichts mehr hinzufügen und sollte täglich in der Tagesschau vorgelesen werden:

Hätte die EZB dieses Geld (529,irgendwas Milliarden zu 1% Zinsen für Banken, Rb) den Nationalstaaten direkt für genau das eine Prozent oder sogar drei Prozent geliehen, wäre die Eurokrise erledigt. So gab es wieder nur Subventionen für das Großkapital. Warum demonstriert eigentlich niemand gegen die EZB und ihre Machenschaften? Es ist doch kaum vorstellbar dass da nicht Bestechungsgeld fließt. Solche irrsinnigen Entscheidungen sind sonst einfach nicht zu erklären.

Da können die Deutschen noch was lernen:

Hundert aufgebrachte Franzosen haben in der Stadt Bayonne im Baskenland der französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in arge Bedrängnis gebracht. Sie buhten ihn aus und riefen wütende Parolen. Schließlich drückte die Menschenmenge immer stärker gegen den Tross von Sarkozy, sodass dem Präsidenten keine andere Wahl mehr blieb als in einer Bar Schutz zu suchen.

 

 Wir werden alle sterben (Wenn wir zuviel ungesundes und schädliches Gemüse essen. Fast- und Mikrowellen- Food ist da sicherer). Komisch, ich dachte, jetzt kommt die Eichhörnchengrippe:

Ehec – dieses Kürzel hielt im vergangenen Jahr die Bundesbürger in Atem. Vor allem im Norden Deutschlands verbreitete sich der aggressive Darmkeim damals rasch. Bundesweit erkrankten 3800 Menschen, 53 starben. Nun sind in Hamburg innerhalb kurzer Zeit erneut fünf Infektionen mit dem Erreger aufgetreten, für ein Kind endete die Erkrankung tödlich. Droht eine neue Ehec-Welle?

Die Bilderberger haben es eilig. Sagt Herr Flegelskamp (passt im Groben und Ganzen übrigens auch zu Fulfords Aussagen):

Ich glaube allerdings nicht, dass bei den Bilderbergern ausgekungelt wird, was zu geschehen hat. Dafür sind die Treffen zu kurz. Wenn also die Besucher der Bilderbergveranstaltungen berichten, dass dort lediglich über das Geschehen in der Welt debattiert wird, glaube ich das. Na ja, fast, denn es dürften einseitige Debatten sein. Aus meiner Sicht sind die Bilderbergtreffen Veranstaltungen, die eher mit einem Befehlsempfang zu vergleichen sind. Dort bekommen Teile der Besucher gesagt, welche Schritte sie als nächstes einleiten sollen, welche Politiker sie pushen sollen, damit sie in führende Ämter gelangen und wie die Berichterstattung in den Medien aufgebaut werden soll, damit der dumme Pöbel nicht begreift, dass man ihn am Nasenring zur Schlachtbank führt. Die Debatten, wie man weiter vorgehen will, werden wohl in anderen Organisationen geführt, wie dem Council on Foreign Relations, dem European Council on Foreign Relations, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, dem Royal Institute of International Affairs, der Trilaterale Kommission, die Atlantikbrücke, dem Aspen-Institut und vermutlich einigen anderen (z. B. der INSM und der Bertelsmannstiftung), denn dort sind sie vereinigt, ein paar der Superreichen und ihre Handlanger aus den Bereichen der Wissenschaft, des Finanzwesens, der Politik und der Banken. Dass die noch verbliebenen Feudal-Herrscher sich damit verbrüderten, lässt den Schluss zu, dass sie ihre alte vergangene „Herrlichkeit“ zurück haben wollen.

Am Sonntag, den 11.02 schon was vor?

Am Sonntag, den 11. März 2012, ein Jahr nach Beginn der atomaren Katastrophe in Fukushima, wird es sechs große Demos und Aktionen in verschiedenen Städten und an Atomstandorten geben.
Wenn ja, wenigstens unterschreiben:
Als Privatperson unterschreiben

Als Organisation unterstützen

Big Brother is watching you

Bei den Beratungen über eine Neufassung des europäischen Datenschutzrechts machen die USA ein Mitspracherecht geltend. Im Anschluss an Gespräche mit der EU-Kommission in Brüssel sagte der Chefjurist im US-Wirtschaftsministerium, Cameron F. Kerry, am Mittwoch in Berlin, seine Regierung betrachte sich in diesem Prozess als berechtigten Interessenvertreter.

Das Rechtsgutachten der EU-Juristen zu ACTA (das, was wir nicht lesen sollen weil es die Unterzeichnung verhindern könnte). In zwei Fremdsprachen gleichzeitig (Englisch und Juristisch). Und nein, ich habs mir nicht angetan.

In einer gemeinsamen Rechtsmeinung stellen die EU-Juristen fest, dass es „keine rechtliche Voraussetzung gebe, dass ein internationales Abkommen kompatibel zu rechtlichen Beschlüssen von EU-Institutionen sein müsse. Ein von der Union unterzeichnetes internationales Abkommen kann tatsächlich zu Änderungen im Sekundärrecht führen.“ (Frage 2, c), Legal Opinion Seite 15)

Ist das ein neues Geschäftsmodell? Wo hat der Kunde denn 14,4% Zinsen bekommen? Bestimmt nicht auf seinem Girokonto.

Der frisch gebackene Millionär konnte sich jedoch nur wenige Stunden an dem Geldsegen erfreuen: Die Online-Bank forderte ihr Geld nach einem halben Tag zurück. Dem Kunden sei nur „aufgrund eines technischen Fehlers fälschlicherweise ein deutlich zu hoher Betrag als verfügbarer Betrag angezeigt“ worden, sagte ein Banksprecher am Donnerstag. Zusätzlich verlangte das Geldinstitut noch 14,4 Prozent Zinsen. Diese 12 000 Euro Aufschlag, den die Online-Bank von seinem Konto einbehielt, will der Hesse jetzt zurück. Über seine Klage verhandelt am 3. Mai das Landgericht Itzehoe.

Mach den Schäuble:

Ob wohl so auch die Rettungspakete ausgewürfelt werden?

Christoph Hörstel am 11.9.11 in Karlsruhe:

„Neues“ von der Wissensmanufaktur (was für ein fürchterliches Vorschaubild):

FNORD

Journalismus? So tot wie Griechenland, Bin Laden, Gaddafi und die Demokratie: die „höheren Menschen“ säubern das Land

Samstag, 18.2.2012. Eifel.  Sieht man sich diesen Beitrag mit Christoph R. Hörstel an, so kann verstehen, warum Menschen Verschwörungsängste entwickeln und panisch auf jede Andeutung reagieren, die Mächtigen dieser Welt würden sich jemals unterhalten, jemals Strategien entwickeln und Pläne schmieden um sich noch mehr Reichtum anzueignen.  Man hört dort ungeheuerliches aus dem Mund eines Mannes, der einen beachtlichen Lebenslauf hinter sich gebracht hat - die Piratenpartei als Projekt des Verfassunsschutzes ... ein ungeheuerlicher Vorwurf. Noch viel brisanter jedoch der Vorwurf, das der Journalismus tot ist. Natürlich darf auch nine-eleven nicht fehlen, das Flaggschiff aller Verschwörungstheorien. Aber mal ehrlich ... kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das eine Regierung, die unter Vorspielung falscher Tatsachen fremde Länder angreift, erobert und politisch unbequeme Mitmenschen im Ausland ermorden läßt, auch mal ein paar tausend Menschen im eigenen Land umbringt ... wenn es denn den großen Zielen der Wirtschaft nützt? Kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das der Verfassungsschutz, der jahrelang mordende Nazi-Todesschwadrone in einer von seinen eigenen Leuten völlig unterwanderten rechten Szene wirken lassen hat nicht auch mal eine Partei gründet, um präventiv und aktiv gegen mögliche zukünftige Verfassungsfeinde vorzugehen? Wäre es völlig undenkbar, das die Medien im Jahre 2012 nach jahrzehntelanger Wühlarbeit von Lobbyisten, Parteien und Konzernen (inklusiver beständiger Konzentration zwecks Auflösung der Konkurrenzsituationen) gar nicht mehr unabhängig berichten können, ohne persönlich  (in Form von Arbeitslosigkeit) Probleme mit Zeitungseignern, Werbekunden und Parteivertretern zu bekommen? Können wir es uns als friedliche Demokratie überhaupt leisten, das Risiko einzugehen, in dieser Hinsicht völlig blauäugig aufzutreten? Schauen wir uns hierzu einfach einmal ein paar Nachrichten an, zum Beispiel aus der TAZ:

Samstag, 18.2.2012. Eifel.  Sieht man sich diesen Beitrag mit Christoph R. Hörstel an, so kann verstehen, warum Menschen Verschwörungsängste entwickeln und panisch auf jede Andeutung reagieren, die Mächtigen dieser Welt würden sich jemals unterhalten, jemals Strategien entwickeln und Pläne schmieden um sich noch mehr Reichtum anzueignen.  Man hört dort ungeheuerliches aus dem Mund eines Mannes, der einen beachtlichen Lebenslauf hinter sich gebracht hat – die Piratenpartei als Projekt des Verfassunsschutzes … ein ungeheuerlicher Vorwurf. Noch viel brisanter jedoch der Vorwurf, das der Journalismus tot ist. Natürlich darf auch nine-eleven nicht fehlen, das Flaggschiff aller Verschwörungstheorien. Aber mal ehrlich … kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das eine Regierung, die unter Vorspielung falscher Tatsachen fremde Länder angreift, erobert und politisch unbequeme Mitmenschen im Ausland ermorden läßt, auch mal ein paar tausend Menschen im eigenen Land umbringt … wenn es denn den großen Zielen der Wirtschaft nützt? Kann man wirklich mit Sicherheit ausschließen, das der Verfassungsschutz, der jahrelang mordende Nazi-Todesschwadrone in einer von seinen eigenen Leuten völlig unterwanderten rechten Szene wirken lassen hat nicht auch mal eine Partei gründet, um präventiv und aktiv gegen mögliche zukünftige Verfassungsfeinde vorzugehen? Wäre es völlig undenkbar, das die Medien im Jahre 2012 nach jahrzehntelanger Wühlarbeit von Lobbyisten, Parteien und Konzernen (inklusiver beständiger Konzentration zwecks Auflösung der Konkurrenzsituationen) gar nicht mehr unabhängig berichten können, ohne persönlich  (in Form von Arbeitslosigkeit) Probleme mit Zeitungseignern, Werbekunden und Parteivertretern zu bekommen? Können wir es uns als friedliche Demokratie überhaupt leisten, das Risiko einzugehen, in dieser Hinsicht völlig blauäugig aufzutreten? Schauen wir uns hierzu einfach einmal ein paar Nachrichten an, zum Beispiel aus der TAZ:

Gleichzeitig tobt ja ein Krieg gegen Syrien, der medial weitgehend verschwiegen wird und der deutschen Bevölkerung nicht bewußt ist: Ausländische Geheimkommandos und Söldnerscharen sickern über alle Grenzen nach Syrien ein, Ausrüstung und Kommunikation besorgen NATO-Staaten, auch Deutschland. Aus Syrien höre ich, daß drei BND-Agenten von syrischen Dienststellen gefaßt wurden – möglicherweise will die deutsche Seite hier Tauschmöglichkeiten aufbauen.

Wieder einmal Christoph R. Hörstel. Irgendetwas schrecklich Irrationales an dieser Aussage? In Afghanistan war das Alltag – man heuerte die „Warlords“ des Nordens an, bewaffnete sie und schickte sie in den Krieg gegen die Taliban, die man vorher angeworben, mit Waffen ausgerüstet und gegen die Sowjets geschickt hatte, die wiederum hauptsächlich dafür verantwortlich waren, das die Industrie am Kalten Krieg vorzüglich verdient hatte – auch wir Deutschen haben unseren Anteil daran. Den muss man in den Medien jedoch lange suchen, nehmen wir als Beispiel Griechenland. Griechenland ist ja so ein Dauerbrenner wie bei uns Hartz IV – und dank der griechischen Tragödie können wir ja bald dankbar sein, das wir Hartz IV haben. Schauen wir mal ins Handelsblatt, wie die griechischen Schulen überhaupt zustandekamen:

Die Griechen gäben seit Jahrzehnten mehr aus, als sie verdienten, lautet ein berechtigter Vorwurf. Doch daran haben die Deutschen besonders gut verdient. Miele-Waschmaschinen, Grundig-Radios, ein Opel Olympia: Das waren schon in den 60er-Jahren begehrte Statussymbole in Griechenland – auch wenn sie für die meisten Menschen unbezahlbar blieben. Mit dem Beitritt zur EWG 1981 schlug die große Stunde der deutschen Exporteure, die Zollschranken fielen. Die Einführung des Euros gab den Ausfuhren nach Griechenland noch einmal einen kräftigen Schub. Sie haben sich zwischen 2002 und 2008 mehr als verdoppelt.

Dieser Euro war für uns ein kleines Wirtschaftswunder … nebenbei zerschlug man die einheimischen Industrien bzw. man sorgte dafür, das die erst gar keine eigenen aufbauten. Wo wird das eigentlich bei der öffentlichen Verurteilung Griechenlands berücksichtigt?

Es kommt aber noch besser:

Auch die Vertreter der deutschen Rüstungsindustrie gaben sich in Athen die Klinke in die Hand. Die Griechen waren lange ihre besten Kunden: Panzer und Geländewagen, Unimogs und U-Boote, Fregatten und Granaten. Selbst als die griechische Finanzmisere längst offensichtlich war, kam Kanzlerin Merkel nach Athen und drängte den damaligen Premier Kostas Karamanlis zum Kauf milliardenschwerer Eurofighter. Und wenn die Griechen mit einem Kauf zögerten, halfen deutsche Firmen wie Siemens oder Ferrostaal mit Schmiergeldern nach. Die wurden auf die Rechnungen draufgeschlagen.

Was bezahlen wir also heute wirklich? Die Gier und die Skrupellosigkeit deutscher Konzerne, die zudem auch noch Schützenhilfe von seiten der Nato und der Bundeskanzlerin hatten. Wir zahlen für einen Moralkrebs, der unsere ganze Gesellschaft durchsetzt hat … inzwischen hat diese Gier sogar einen Bundespräsidenten aus dem Amt gejagt, der den vielen „Zuckerchen“ der Gierindustrie nicht stringent genug ausgewichen ist. Ja, bei diesem Präsidentengeschacher kommt die deutsche Bundeskanzlerin genauso ins Spiel wie bei der Zwangsverschuldung Griechenlands, das den „Zuckerchen“ ebenfalls nicht widerstehen konnte. Schauen wir nochmal ins Handelsblatt, in dem sich der Sohn Rudi Dutschkes zum Rücktritt des Bundespräsidenten äußert:

Angela Merkel hat dieses Amt wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Die Art und Weise wie sie schon 2004 zusammen mit Guido Westerwelle beim geselligen Abendessen einen Finanzbeamten ins oberste Staatsamt gehievt hat, war eine Dreistigkeit.

Horst Köhler war bis zu dem Zeitpunkt, als er als Kandidat präsentiert wurde, in der Bevölkerung völlig unbekannt. Was hat es noch mit Demokratie zu tun, wenn eine Kanzlerin und ihr Stellvertreter in ihrer Allmacht und mit Parteizwang eine solche Entscheidung treffen können? 

Ja, was hat das noch mit Demokratie zu tun? Und wenn so etwas geschieht – was sagt das über unsere Demokratie aus? Und warum sollen wir dann Verschwörungstheorien in Bausch und Bogen verdammen, wenn wir doch Tag für Tag mit der Tatsache konfrontiert werden, das hinter den Kulissen der  Supernachrichtenshow ganz knallhart Politik gemacht wird, ohne uns zu fragen?

Nun vielleicht sollte uns das alles auch egal sein, denn:  die Deutschen werden immer reicher. 8,5 Billionen Euro – so schätzt der Spiegel, auf zehn Billionen kommt das Handelsblatt. „Die Deutschen“? Nein, nur ein paar „höhere Menschen“, Menschen, die es in einer Demokratie gar nicht mehr geben dürfte, die es aber trotzdem auf einmal da sind – zum Beispiel beim Wiener Opernball, siehe Welt:

Zur Fächerpolonaise zogen sie ein, in der ersten Reihe jene höheren Töchter und Söhne, deren Eltern eine der bis zu 18.500 Euro teuren Logen gebucht haben, zur Polka française „Auf Wiener Art“ begannen sie zu tanzen.

Wenn es stimmt, das ein ARD-Korrespondent wie Christoph R. Hörzel gezwungen ist, seine vier Kinder mit Hartz IV über Wasser zu halten (ich habe jedenfalls eine Nebenbemerkung in dem oben genannten Interview so gedeutet), dann würde das in Zahlen bedeuten, das für einen Logenplatz vier Kinder EINTAUSENDSECHSHUNDERTFÜNFUNDACHTZIG TAGE auf ihr Essen verzichten müssten (oder eben ein Kind achtzehn Jahre): Verhältnisse wie zum Zeitpunkt der französischen Revolution. Wahrlich, wir sind kein reiches Land, wir  sind ein willenloses und hilfloses nacktes Stück Fleisch auf der Schlachtbank skrupelloser Menschenfeinde. Zu drastisch formuliert?

Keine Sorge – ich stehe gern zu meinem Wort und liefere noch etwas nach, damit man sieht, das es nicht nur fernen Syrern, Libyern, Afghanen, Irakern und Griechen schlecht geht. Hierzu reicht ein Blick in die Welt:

Gier der Zocker gefährdet deutsche Stromnetze

Die Bundesnetzagentur warnt vor gefährlichen Handelsgeschäften an der Strombörse. Bei extremer Kälte kann der Preispoker zum Blackout führen.

Man sollte sich das wirklich einmal deutlich vor Augen führen, was das heißt: viele Heizungen werden bei extremer Kälte ausfallen. ALLE Heizungen. Kein Licht, kein Telefon, bald auch kein Wasser, wenn die Pumpen ausfallen: die spielen mit unser aller Leben – genauso wie die Ärzteschaft, ebenfalls Welt:

In Deutschland sind im Jahr 2010 nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung 1712 Patienten durch Ärztepfusch oder mangelhafte Medizinprodukte ums Leben gekommen. Zum Vorjahr entspreche dies einem Anstieg der Todesfälle um fast 35 Prozent, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. Demnach stieg die Zahl der durch Ärztefehler verursachten Todesfälle besonders stark: von 551 auf 944.

Nehmen wir die Zahlen der Patientenorganisationen, so verzehnfacht sich die Zahl der Todesfälle … dafür haben wir aber auch das teuerste und ineffektivste Gesundheitssystem der Welt. Nirgendwo sonst gibt es so wenig Leistung für so viel Geld, was zeigt, das unsere Gesundheit zwar teuer ist, aber keinerlei Wert mehr hat.

Damit aber noch nicht genug – der übervolle Reichtum der viel-zu-wenigen geht auch auf anderem Gebiet auf Kosten der wachsenden Armenschicht, die zunehmend aus den Städten herausgedrängt wird, siehe Welt:

Preise für Wohneigentum in Metropolen explodieren.

Das heißt: die Reichen und ihre Lakaien werden bald unter sich sein: die „höheren Menschen“ säubern das Land. Der Rest kann nach Griechenland ziehen und dort ohne Hartz IV auf der Straße leben. Medizin, Wohnraum, Stromversorgung: sogar im angeblich reichen Deutschland ist die Grundversorgung in Gefahr. Wer wissen will, wo die Verursacher stecken, braucht nur das Handelsblatt zu lesen:

Die Ratingagentur Moody’s feuert einen Warnschuss auf die Banken ab. Diesmal trifft es nicht die Institute in den europäischen Schuldenstaaten, sondern alles was in der Branche Rang und Namen hat, weltweit. UBS, Credit Suisse und Morgan Stanley könnten bis zu drei Bonitätsstufen verlieren. Bei der Deutschen Bank, Goldman Sachs, JP Morgan und Citigroup droht Moody’s eine Herabstufung um zwei Noten an. Insgesamt stellt die Ratingagentur weltweit 17 Großbanken unter verschärfte Beobachtung.

Das heißt für uns alle: nach der augenblicklich laufenden Verteilungsmechanik wird für uns alles noch teurer und noch schlechter.

Die Begründung der Aktion fällt vage aus: Die Auswirkungen der Schuldenkrise sowie die sich allgemein verändernden Finanzmärkte seien der Grund, erklärte Moody’s in der Nacht zum Donnerstag 

Das reicht als Begründung inzwischen aus – und wird von allen gedeckt. Man könnte auch sagen: der Wind hat ihnen ein Lied geflüstert. Das Lied hören alle – außer den Opfern.

Warum zahlen eigentlich nicht die Kreditausfallversicherungen für Griechenland? Ich denke, diese Frage wird schon längst nicht mehr gestellt, weil alle die, die sie stellen könnten, schon längst in das  System der „höheren Menschen“ integriert wurden, wo man es sich dank luxuriösester Ausstattung sehr gut gehen lassen kann.

Anders sieht es bei den Griechen aus:

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung vor allem in Deutschland schultert die griechische Bevölkerung diese „Pakete“ bisher allein – die „Rettungsschirme“ sind durch Kredite und Bürgschaften unterlegt, deren Zinsen und Gebühren bisher alle pünktlich bedient wurden (im Moment ist der Saldo so, dass Griechenland einige hundert Millionen Euro an Deutschland bezahlt hat). Gleichzeitig funktioniert dieses Sparpaket nicht: die griechische Staatsverschuldung ist dadurch im Gegenteil so weit gestiegen, dass ein Stand von 120 Prozent im Verhältnis zum griechischen BIP im Jahr 2020 als wünschenswertes aber unrealistisches Ziel gilt – also ziemlich exakt der Schuldenstand, den Griechenland vor dieser Krise hatte. Das Sparpaket wird durchgesetzt von einer Regierung, die so nie vom griechischen Volk gewählt worden ist und das angeleitet wird von Mächten wie der Troika, die erst recht niemand in Griechenland oder im Rest von Europa gewählt hat. Der neueste Vorschlag dieser Mächte ist eben jenes durch „Sonderkonto“ das Haushaltsrecht. Ein griechischer Bürger hat also im Moment de facto keinerlei Einflussmöglichkeit mehr auf die Politik, die in seinem Land gemacht wird. Egal wie man es dreht und wendet, auch unabhängig von jeder Begründung – über die wir gleich noch reden werden – ist das die Abschaffung der Demokratie.

Dieser Auszug stammt aus einem Blog mit der treffenden Bezeichnung „Print würgt„. Der Autor ist Grieche – er weiß, wovon er spricht.  So tief muss man in der deutschen Medienlandschaft graben, um zu erfahren, was wirklich hinter der Griechenland-Misere steckt: eine brutale Bereicherungsaktion der „höheren Menschen“, die sich nicht scheuen, auch Ministerpräsidenten zu kaufen.

Nicht nur in Griechenland ist die Demokratie in Gefahr – das zeigt uns die Affäre Wulff in all ihren Dimensionen deutlich.

Aber:  warum erfahren wir das nicht?

Weil der Journalismus tot ist. Er ist „embedded“ in die Welt der „höheren Menschen“. Und darum glauben wir, das rundum uns herum alles in Ordnung ist, obwohl die US-Regierung internationales Menschenrecht ganz offen mit Füssen tritt, unsere Arbeit immer wertloser wird, unsere Lebenssituation immer prekärer und wir sogar im reichen Deutschland die Chance haben, im nächsten Winter frierend im Dunklen zu sitzen – alles im Dienste der Bereicherung der „höheren Menschen“.

Das man angesichts dieser Entwicklung dazu neigt, Theorien über Verschwörungen zu bilden, die Schuld haben an dieser Entwicklung, verwundert mich nicht. Anders kann man sich nicht plausibel erklären, wie sich denn all diese irrationalen, undemokratischen Elemente in die Alltagswirklichkeit einschleichen konnten.

Andererseits … kann ich auch verstehen, warum man diese Theorien fürchtet.

PS: nicht vergessen – am 4.Juli 2012 ist der erste nationale Kaufnixtag … jener Tag, an dem man den „höheren Menschen“ persönlich zeigen kann, das man auch gut ohne sie auskommt.

 

Der leise Weltkrieg der Banken und seine Opfer

9.1.2012. Montag. Vorbei die Weihnachtszeit, vorbei die Rauhnächte, in denen die Wilde Jagd die Gegend unsicher macht, vorbei die Schulferien, vorbei eine stille Zeit der Ruhe und des Friedens, die uns eine kleine Auszeit von dem gegönnt hat, was wir Alltag nennen. Wenn "Frieden" eine Ausnahmezeit von "Alltag" ist, heißt das für uns: Alltag ist Krieg. Ein schlimmer Zustand, der eigentlich sofort alle alarmieren sollte, die Bürgerwehr müsste ausrücken, um die schlimmsten Auswüchse des Krieges von Volk und Acker fern zu halten - aber nichts geschieht. Dabei lässt sich der Kriegszustand im Lande auch von den Medien nur schwer unterdrücken. Nehmen wir die gestrige Tötung einer Familie. Das rast ein Leistungsträger mit seinem Nobelhobel in eine Familie und löscht sie aus. Damit muss man in diesem Land jederzeit rechnen: Zeit ist Geld und Geld ist knapp. Für die Jagd nach dem knappen Gut unternehmen viele alles und kennen keine Grenzen mehr.

9.1.2012. Montag. Vorbei die Weihnachtszeit, vorbei die Rauhnächte, in denen die Wilde Jagd die Gegend unsicher macht, vorbei die Schulferien, vorbei eine stille Zeit der Ruhe und des Friedens, die uns eine kleine Auszeit von dem gegönnt hat, was wir Alltag nennen. Wenn „Frieden“ eine Ausnahmezeit von „Alltag“ ist, heißt das für uns: Alltag ist Krieg. Ein schlimmer Zustand, der eigentlich sofort alle alarmieren sollte, die Bürgerwehr müsste ausrücken, um die schlimmsten Auswüchse des Krieges von Volk und Acker fern zu halten – aber nichts geschieht. Dabei lässt sich der Kriegszustand im Lande auch von den Medien nur schwer unterdrücken. Nehmen wir die gestrige Tötung einer Familie. Das rast ein Leistungsträger mit seinem Nobelhobel in eine Familie und löscht sie aus. Damit muss man in diesem Land jederzeit rechnen: Zeit ist Geld und Geld ist knapp. Für die Jagd nach dem knappen Gut unternehmen viele alles und kennen keine Grenzen mehr.

Während diese Tötung wohl als „Unfall“ wegdefiniert wird, kann man das bei den neuen Tötungsakten der braunen Mörderbanden nicht mehr unterstellen: die rasen jetzt auch schon mal in Menschenmengen, die nicht parieren. Das gehört zu unserem normalen Alltag dazu – wie Nazi-Todesschwadrone, die vom Verfassungsschutz toleriert wurden, weil wir ihre Existenz per Definition ausgeschlossen hatten. Nur üble Verschwörungstheoretiker hätten so etwas für möglich gehalten.

Das Kriege heute in anderem Kleide daherkommen können als früher, zeigt ein Zitat bei „Gegenmeinung„:

„Wenn eine IWF-Delegation in ein Land kommt und den Abbau sozialer und wirtschaftlicher Einrichtungen als Voraussetzung für die Gewährung von Krediten verlangt, unterscheidet sich das nicht besonders von der physischen Zerstörung durch NATO-Bombenangriffe. Der IWF verlangt die Schliessung von Krankenhäusern, Schulen und Fabriken. Von den Kosten her ist das natürlich viel effizienter als die Bombardierung dieser Krankenhäuser, Schulen und Fabriken, wie sie es in Jugoslawien betrieben haben, aber das Ergebnis ist ziemlich gleich: die Zerstörung des Landes. Der IWF verfügt über das MAI – das Multilaterale Abkommen über Investitionen. Das ist das endgültige Abkommen betreffend Investitionen. Die Unterschrift unter dieses hat die wirtschaftliche Zerstörung des angepeilten Landes zur Folge. Und – Krieg ist einfach die letzte Konsequenz aus dem MAI.“ 

Sollte man sich mehrfach durchlesen und in die Küche an die Pinnwand hängen. Die haben jetzt billigere Möglichkeiten der Kriegführung entdeckt – so wie die Nazis früher detalliert ausrechneten, das das Erschießen der Juden viel zu teuer war und man mit Gas einen deutlich besseren Schnitt macht. Wir sind mittendrin im Dritten Weltkrieg – aber wir merken es nicht. Das liegt an unserer Definition von Krieg: wir brauchen Bomben, Granaten, Uniformen und eine offizielle Kriegserklärung, die von beiden Seiten unterzeichnet wird. Einfach so die Reichtümer eines Landes ohne Detonationen einsacken – das zählt nicht.

500 Milliarden Euro sind aus Deutschland im letzten Jahr „extrahiert“ worden, wie die Freie Welt heute angibt. 500 Milliarden Euro in nur einem Jahr! Wie lange wir das wohl noch aushalten? Ich schätze mal – nicht lange … wir müssen ja jetzt schon in den Zügen ohne Klopapier auskommen. 500 Milliarden Euro – die jetzt woanders sind. Bei Menschen, die sich davon deutsche Firmen kaufen können – und das alles ohne einen einzigen Schuss. Wikinger haben so auch Städte geplündert – ohne einen einzigen Tropfen Blut zu vergießen. Einfach vor die Stadt ziehen, Bedingungen stellen, Geschmeide und Gold einkassieren und wieder abwandern: ein sehr renditefreundliches Prinzip.

Die Räuber von heute haben keine Hörnerhelme, wie auch die echten Nazis von heute keine Hakenkreuze als Emblem benutzen noch an den gottgewollten Führer glauben und lieber grau als braun tragen – sich dafür aber die unbegrenzte Freiheit nehmen, jeden Mitbürger jederzeit zu „unwertem Leben“ erklären zu können. Die SPD macht das gerne – sie hat ja auch die neue deutsche Führung in Berlin etabliert:

Das Bundeskanzleramt, als nicht oberste, aber exekutiv wichtigste, daher komplex vernetzte und eingebundene Steuerungseinheit des Staates, entwickelt sich immer mehr zum Hauptquartier, das festungsartig ausgebaut ist. Zum Teil ist daran eine Entwicklung schuld, die viel mit der EU, mit Souveränitätsverschiebung und moderner Zentralisierung zu tun hat.

Diese Tendenz war ja auch schon zu Joschka Fischers Zeiten zu beobachten, in denen Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Außenminister ab und an und immer mehr durchaus lustvoll zum Kellner herunterstufte. Schon damals fiel ein recht freihändiger, hemdärmeliger Umgang mit den Institutionen auf, der im Bundeskanzleramt gepflegt wurde.

Wie es sich für ein Land im Krieg gehört, haben wir auch wieder einen Führungsbunker, von dem aus die Rahmenbedingungen für die Auslieferung des Volksvermögens bestimmt werden. Wer das Geld bekommt? Nun, wir kennen nur die Kassierer – die Banken. Die sollten ja auch nie wieder so groß werden, das sie Staaten erpressen könnten – aber dank der Führungsbunkerbesatzungen in aller Welt sind die jetzt nochmal gewachsen:

Die Branchenriesen konnten die Krise sogar nutzen, um noch größer zu werden. Die Deutsche Bank etwa übernahm die Postbank sowie die Bank Oppenheim, der US-Geldgigant JP Morgan schluckte neben Amerikas größter Sparkasse Washington Mutual gleich auch noch die Investmentbank Bear Stearns, während die Bank of America die drittgrößte Wall Street-Bank Merrill Lynch vereinnahmte. Das ging einher mit einer weiteren Vergrößerung des Einflusses der Finanzgiganten auf die Politik. In der Folge scheiterten alle politischen Initiativen für deren Teilung oder Schrumpfung auf ein marktverträgliches Maß.

Da wird die Bundesregierung ganz schnell zum Handlanger der wahren grauen Täter – und es wundert nicht mehr, das die EZB viel höhere Risiken auf sich genommen hat als bislang bekannt und Europa mit einer Rezession zu rechnen hat, die manche für Deutschland schon jetzt sehen.

„Die Volkswirtschaft sollte nicht zum Nutzen von Bankvorständen funktionieren“ – meint jetzt sogar ein Investmentbanker im Handelsblatt. Jeder weiß aber, das die Volkswirtschaften inzwischen nur noch Wirtskörper für Bankenzecken sind – und die Regierungen anstelle der Zeckenzange lieber Rettungschirme über die Zecken halten, damit sich die noch gemütlicher vollsaugen können. Für Griechenland wird das die Staatspleite bedeuten, für den Euro die Schwindsucht. Toll für Leute, die ihre Vermögen in Dollar angelegt haben – der steigt dann nämlich im Wert, was einen Dollarbesitzer letztendlich wieder arbeits- und leistungslos zum Supermillionär macht.

Am Beispiel Griechenland können wir sehen, wie der leise Krieg der Banken ein Land zerstört und eine Währung vernichtet. Natürlich gibt es auch im leisen Krieg Tote – die Verkehrstoten müssen wir dazurechnen. Zeitdruck ist tödlich im Straßenverkehr. Er steht in direktem Zusammenhang mit dem Renditewahn, der unstillbaren Sucht nach leistungslosem Einkommen auf Halbgottniveau.

Die gesamte Verrohung der Gesellschaft ist diesem Wahn zu verdanken, die Existenz rechtsradikaler Todesschwadrone ebenso wie die Zunahme an Amokläufen und Selbstmorden. Keine Kultur hatte eine so hohe Selbstmordrate bei Jugendlichen zu verzeichnen wie unsere, keine Kultur kannte soviel Drogenmissbrauch. Angesichts der verschwundenen Sprengmittel der der Bundeswehr werden wir da noch mit viel Aktivität rechnen dürfen, vor denen auch der Einsatz von Hartz-IV-Abhängigen als „Wachschützer“ nicht wirklich schützen kann.

Kann sich niemand mehr an den Aufruf der Neonazis an ihre Kameraden erinnern, nun geschlossen in die Bundeswehr zu gehen? Hat wahrscheinlich auch keiner nachgeforscht, wieviele dem Aufruf gefolgt sind und was die da jetzt so machen – ausser Waffen ausschleusen.

Und was machen unsere Politiker – jene Menschen, denen wir ein arbeitsfreies Leben bezahlen, damit sie uns vor den Gangstern schützen und bewahren? Sie greifen selber zu – wie dieser hier:

Dank der Großzügigkeit zweier lokaler Brauereien und eines Kaffeerösters war es Glogowski, der mit einem Jahresgehalt von 300.000 Mark (ca.150.000 Euro) auskommen musste, gelungen, die Kosten seiner Hochzeitsfeier um immerhin 2000 Mark zu drücken.

Fast wäre ihm ein ähnlicher Erfolg auch bei den Ausgaben für seine Hochzeitsreise nach Ägypten beschieden gewesen

Der Mann war Nachfolger des „Basta-Schröders“. Passt irgendwie.

In einem Artikel über Leichen von US-Soldaten, die kostengünstig auf der Hausmülldeponie entsorgt werden (in Kriegszeiten durchaus nicht unüblich – irgendwo müssen die ja hin), finden wir eine passende Beschreibung des politischen Charakters:

Der amerikanische Dichter E.E. Cummings hat einmal gesagt: »Ein Politiker ist ein Arsch, auf dem jeder schon mal gesessen hat, nur noch kein richtiger Mensch.« 

Mit solchen Menschen kann man umspringen wir mit seinem Dackel. Sogar der mächtigste Mann der Welt – der Präsident der USA – ist da keine Ausnahme: kühn droht ihm die Ölindustrie mit ernsten politischen Konsequenzen für seine politische Zukunft, wenn er nicht pariert.

Die sind da wir Neonazis, die mit dem Auto in die Menge rasen.

Politiker kennen diesen leisen Krieg, spielen den Arsch, auf den sich jeder mal setzen kann, wir Bürger leiden darunter. Mehr und mehr Menschen flüchten von den privaten Krankenkassen in die Kassen der GKV und machen so nach, was die Banken vormachen: nachdem man jahrzehntelang Superleistungen für Dumpingpreise genossen hat, soll nun im Krankheitsfalle die Allgemeinheit zur Kasse gebeten werden, damit man selber mehr vom Leben hat.

Normalerweise nennt man das asozial.

Wir zahlen das alles leise mit.

Was wäre nur, wenn wir einfach mal die Definitionen ändern, die aktuelle Lage als Krieg begreifen, die Angreifer mit der Zeckenzange entfernen und das gesamte Bankwesen verstaatlichen? Wir brauchen eigentlich keine Investmentbanken in der Volkswirtschaft – und wir können uns auch rein finanziell gesehen, solche Zeckenbanken nicht mehr leisten. Einen Alltag, in dem der Renditedruck alle Lebensbereiche zunehmen beschleunigt (mit tödlichen Folgen) und in Folge Armut, Krankheit und tödlichen Stress ebenso fördert wie vergiftetes Essen, sollten wir uns ebenfalls nicht lange zumuten – das verdrießt auf Dauer gewaltig die Laune.

Irgendwie passt es da, das wir die Schauspielerin, die uns als Momo einst vor den grauen Herren warnte, die uns unsere Zeit (bzw. unser Geld – im übertragenen Sinne) stehlen,  nun ins Dschungelcamp schicken.

Mir scheint, wenn wir den leisen Krieg der Banken nicht ernst nehmen, werden wir über kurz oder lang alle in solchen Camps landen – F-Bürger anstatt B-Promis, denen schlaue Bankberater und findige Politiker den letzten Cent aus der Tasche gezogen haben.

Vor lauter Hunger werden wir dann dankbar für den Würmerfrass sein, denke ich.

 

 

 

Wer hat Angst vor dem bösen Wulff? Hintergründe zum Präsidentenkegeln …

Donnerstag, 5.1.2012, Eifel. Die aktuellen Herbststürme – momentan in den Winter ausgelagert – verändern meinen Zeitplan und gönnen mir eine kleine Pause, in der ich mich den Katastrophen der Welt widmen kann. Es gibt ja viele Horrormeldungen momentan: China will keine deutschen Autos mehr (ich denke, kaum jemand weiß, was das für Deutschland bedeutet, wenn die damit ernst machen), Spanien will keine deutschen Autos mehr (-17,7% gegenüber dem Vorjahr) in den USA herrscht langsam ein dramatisches Wohlstandsgefälle, das wohl auch dazu geführt hat, das man – sicherheitshalber – ein neues Ermächtigungsgesetz ( und damit gleichzeitig alle demokratischen Prinzipien) verabschiedet … eine Entwicklung, die in Deutschland ab 1933 zu außergewöhnlichen Erscheinungen im menschlichen Umgang miteinander geführt hat. Wäre ja wichtig, sich darüber mal Gedanken zu machen, zumal man gerne übersieht, das Deutschland das erste Land war, was von den Nazis übernommen wurde – was wäre, wenn sie sich für 2012 ein ganz anderes, viel mächtigeres Land vorgenommen haben? Vielleicht ein Land, das (mal von Nordkorea abgesehen) großen Einfluss auf jene Länder hat, in denen die Christenverfolgung am schlimmsten ist:  Saudi-Arabien und Afghanistan? Das alles ficht den Deutschen jedoch momentan nicht an, selbst das Wunder, wie wir bei steigenden Arbeitslosenzahlen auch immer mehr arbeitende Menschen haben, lässt ihn kalt, die Rente mit 69 erschüttert ihn auch nicht – er fragt sich nur eins: wer hat Angst vor dem bösen Wulff?

In der Tat ist es müssig, sich über dieses Thema Gedanken zu machen – es überschwemmt trotzdem alle Nachrichtenmagazine. Süddeutsche Zeitung, Fokus, Wirtschaftswoche – alle wollen ihm an den Kragen, siehe Pressespiegel im Handelsblatt oder im Spiegel. Jetzt will die Bildzeitung sogar seine Mailbox-Nachricht veröffentlichen.

Das eigentliche Wunder dabei ist: Keiner fragt sich, warum die Elite der neoliberalen Klatschblätter auf einmal zum Präsidentenkegeln aufruft. Mal ehrlich: was soll denn das? Haben die die letzten Jahre verschlafen, ist der neoliberale Putsch, der Umsturz zugunsten des Geldadels denn spurlos an ihnen vorübergegangen? Wohl nicht, wenn ich die Welt lese:

Auch Christian Wulff gehört zu Deutschland. Fragt sich nur, zu welchem.Denn Deutschland ist ein tief gespaltenes Land. Nicht nur zwischen Arm und Reich, Bio-Deutschen und Deutschen mit Migrationshintergrund, Ost und West, sondern vor allem zwischen jenen, die arbeiten und denjenigen, die ihr Geld arbeiten lassen.

Zwischen den Schnäppchenjägern, die Geiz geil finden, und denjenigen, die wissen, dass Qualität ihren Preis hat; zwischen den Gutmenschen, die von einer Party zur nächsten hopsen, um sich gut zu fühlen, und den guten Menschen, die keine Charity-Galas und keine Benefiz-Konzerte besuchen, wenn sie hungernden Kindern in Afrika helfen wollen.

Dass dieses Land noch so erstaunlich gut funktioniert, hat es nicht den „Freunden“ von Christian Wulff zu verdanken, sondern den Müllmännern und den Feuerwehrleuten, den Polizisten und den Krankenschwestern, den Handwerkern und den Malochern auf dem Bau, den Arbeitern bei Ford und den Kassiererinnen bei Aldi.

Sprüche, die man eigentlich in der „Roten Fahne“ verorten würde, die gerade wieder einmal die Revolution der Werktätigen vorbereiten, nicht aber in einem Magazin, das gerne auch mal jene wirklichen Leistungsträger Deutschlands fallen lässt, wenn sie mal wieder arbeitslos werden, weil die Putschisten gerade eine neue Heuschrecke mit frischem Kapital füttern wollen.

Wenn Rechts und Links sich in ihrer Kritik immer ähnlicher werden, scheint das ein Indiz dafür zu sein, das man sich dem Kern des Problems jenseits aller Ideologien nähert: einem Putsch von oben, der sehr erfolgreich war. Insofern wundert es nicht, das Wulff – ohnehin in interessanten Kreisen verkehrt , Geld, Geschenke, Reisen und Urlaubsangebote bekommt, es verwundert viel mehr, warum man sich auf einmal so darüber aufregt.

Gut – die Welt hatte ebenfalls schon mal unangenehme Erfahrungen mit Wulff gemacht:

Um die Veröffentlichung eines Artikels zu verhindern, habe das Bundespräsidialamt laut „Welt“ massiv interveniert – nicht nur beim Chefredakteur, sondern auch an höchsten Verlagsstellen. „Einer der Autoren wurde in der Sache ins Schloss Bellevue gebeten“, heißt es in der Zeitung. Dort habe Wulff dem Redakteur persönlich mit „unangenehmen und öffentlichkeitswirksamen Konsequenzen“ gedroht, sollte der Artikel veröffentlicht werden. 

So etwas erwartet man vom Kreisvorstand der NPD – aber doch nicht vom Bundespräsidenten. Es sei denn … er ist so etwas gewohnt, er rechnet damit, das man – wie üblich – seinen Wünschen Folge leistet, wie im aktuellen Fall:

Schließlich rief er auch noch den Vorstandschef der Springer AG, Mathias Döpfner an und kontaktierte sogar Mehrheitsaktionärin Friede Springer selbst und bat um Intervention.

Das für Wulff augenscheinlich Unerwartete trat ein: Das Blatt druckte die Geschichte trotzdem, und am Ende gelangte auch noch der Inhalt der Mailbox-Aufzeichnung, für den sich Wulff zwei Tage später bei Diekmann entschuldigte, an die Öffentlichkeit. 

Das Unerwartete trat ein … und hier sind wir beim Kern des Problems. Jemand, der keine Probleme mit einer intimen Nähe zu Kapital, Glanz und Gloria hat, jemand, der seit jahrzehnten deutsche Innenpolitik erlebt und gestaltet hat, sollte, doch wissen, was geht … und was nicht.

Offensichtlich dachte er, das ginge jetzt mal locker eben durch.

Womit er nicht gerechnet hatte … das sich der Wind gedreht hat.

Erklärungsversuche hierzu füllen gerade das Netz. War es wirklich seine Verfassungstreuer, die ihn stürzen ließ? Oder hatte Merkel ihren letzten innerparteilichen Rivalen eliminieren wollen? Hat er beim Bundespresseball mit den falschen getanzt – oder war erst gar nicht erschienen?

Wulff ist der Präsident der Partyhopser, Schnäppchenjäger, Laumalocher – so soll ich das ja wohl verstehen. Warum lassen die jetzt einen der ihren fallen?

Der Welt fällt auch das auf – aber nur als rhetorische Frage:

Was für ein Menschenbild muss ein Bundespräsident haben, der ernsthaft glaubt, missliebige Journalisten könnten von der Suche nach der Wahrheit durch Intervention des Präsidenten beim Chef gebremst werden? Wer so denkt und handelt, interessiert sich nicht sonderlich für die Meinungsfreiheit und das mitunter unangenehme Wühlen einer unangepassten, freien Presse, sondern hat ein hierarchisches Verständnis von Gesellschaft.

Wer so denkt und handelt, dürfte es – gerade in dieser Stellung – für ganz normal halten, das er das tut, was andere vor ihm auch schon getan haben. Sogar die Kanzlerin hat – in großem Stil – direkt Einfluß auf viele Medien genommen, siehe Freitag:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: „Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten. 

Aber sonst  hat sich keiner über diese direkte Einflussnahme auf die gesamte Presse gewundert? Aber wenn der Bundespräsident dasselbe macht, gibt es einen Aufstand?

Wulff gilt als zielstrebig – und überraschte deshalb einst mit einer indirekten Absage für eine mögliche Kanzlerkandidatur. Dafür fehle ihm der „unbedingte Wille zur Macht und die Bereitschaft, dem alles unterzuordnen“.

So sieht es der Spiegel. 

Wenn ein Kanzler einen unbedingten Willen zur Macht braucht und die Bereitschaft dem alles unterzuordnen … wieso ist dann Mauerblümchen Merkel Bundeskanzlerin geworden? Ihre Karriere ist ja nicht gerade eine politische Bilderbuchkarriere – glänzt aber mit überraschender Förderung durch interessante Menschen.

Vielleicht hat aber auch niemand Angst vor dem bösen Wulff – zumindest die Presse hat deutlich demonstriert, das sie keine Angst vor ihm zu haben braucht, weder vor ihm, noch vor den Eigentümern der Zeitungen, deren Rechtsanwälten oder Chefredakteuren. Da wähnt man sich wohl sehr sicher. Vielleicht hilft uns ja ein Blick in die Rede des Herrn Ziegler, die Affäre Wulff zu verstehen – ja, jene nun preisgekrönte Rede, die er auf dem Ball der Putschisten nicht halten durfte … siehe Hintergrund:

In seiner 18-minütigen Ansprache erinnerte Ziegler daran, dass alle fünf Sekunden ein Kind verhungert und rund eine Milliarde Menschen permanent an Unterernährung leiden, obwohl die Weltlandwirtschaft heute problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren könnte – knapp das Doppelte der derzeit auf der Erde lebenden Bevölkerung. Die reichen Geberländer des UN-Welternährungsprogramms , vor allem die westlichen Demokratien, hätten ihre Unterstützung für die Hungerbekämpfung drastisch reduziert, einige sogar eingestellt, skandalisierte Ziegler, weil sie  tausende von Milliarden Euros an „Spekulanten und Halunken“ des Finanzkapitals zahlen müssten, obwohl der „Banken-Banditismus“ selbst für die Krise verantwortlich zeichne. „Die Verursacher dieser kannibalischen Weltordnung“, forderte Ziegler, gehörten vor ein „Tribunal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

So verfährt man mit wahren Kritikern des Systems – sie werden erst mal eingeladen … und dann wieder ausgeladen, weil man gewissen Dinge in gewissen Kreisen einfach nicht hören will. Wie Wulff – erst eingeladen, jetzt ausgeladen.

Das nun Wulff wegen kritischer Worte gehen mußte, denke ich nicht, auch wenn sie sich noch so wahr anhören:

Angesichts dessen müssen wir uns fragen: Leidet nicht die elementare Grundbedingung unseres Verfassungssystems – die
Rechtstreue der Bürger –, wenn rechtliche Bindungen beiseite geschoben werden, von Wirtschaftseliten Verträge missachtet werden
oder von der Politik bestehende Regeln ausgesetzt oder Fristen, die das Bundesverfassungsgericht setzt, nicht beachtet werden? Das
beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger.

Diese Worte schreibt er doch nicht selber – da gucken doch zehn Experten drüber, bevor er die vorlesen darf.

Was ich mir aber vorstellen kann, ist: der Mann ist einfach zu peinlich für den Bankenbanditismus geworden.

Ehrlich – was ist denn das für ein Präsident, der sich Geld leihen muss?

Was ist das in Zeiten der Schuldenkrise überhaupt für ein Symbol, wenn man einen Präsidenten hat, der sich wie ein ganz normaler Staat einfach verschuldet – und dann noch für einen geistlosen Klinkerbau?

Wulff wußte genau, wo er lebt: in jenem Land, das weniger Pressefreiheit hat als Bolivien. Er hat sicher auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung nachgelesen:

Medienbarone zeichnen sich dadurch aus, dass sie die eigenen, meist partikularen wirtschaftlichen sowie gesellschaftspolitisch konservativen Zielsetzungen in den Vordergrund rücken und unternehmerische Strukturen schaffen, welche – intern und extern – die Herausbildung von Medien- und Meinungsvielfalt erschweren. Die selektive Auswahl des Führungspersonals und die forcierte Durchsetzung von Loyalität im Arbeitsalltag führen zu einer durch Medienbesitz gesteuerten Pressefreiheit, die der modernen Demokratie massiven Schaden zufügt. 

Die forcierte Durchsetzung von Loyalität im Arbeitsalltag, die selektive Auswahl des Führungspersonals hat ihm die Sicherheit geben, zu tun, was er getan hat. Immerhin sind es nur noch vier große Verlagshäuser, die in Deutschland das Sagen haben, alle sind abhängig von guten Beziehungen zur Politik, die ja immerhin die Nachrichten erstmal produzieren muss, über die man dann schreiben kann.

Was er nicht wusste, war, dass es eine neue Devise der Putschisten gab, von denen die Journalisten wissen – nur er noch nicht:

Wer Schulden hat, fliegt ´raus. Das gilt für Spanien, Griechenland und Präsidenten. 

 

 

 

 

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