Babylonische Grundschulkriege

This tag is associated with 2 posts

Bitte jetzt die nicht vorhandene Zukunft gestalten: trotz Ökozid, Facebookspionage und Arbeitslosigkeit

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Dienstag, 19.8.2014. Eifel. Haben Sie sich schon mal über die Zukunft Gedanken gemacht? Nein, nicht was Sie heute Abend im Fernsehen schauen. Auch nicht, wo Sie am Wochenende auf die Angebote der Bürgerbespaßungsindustrie zurückgreifen. Nein, selbst Weihnachten habe ich jetzt nicht im Blick, aber schön, dass Sie zu den Menschen gehören, die noch so weit voraus denken können. Ich meine die Zukunft ihrer Familie, die Zukunft der Menschen, die in Ihrer Straße wohnen, in Ihrer Gemeinde, Ihrer Stadt, Ihrem Landkreis, Ihrem Bundesland, Ihrem Staat, Ihrem Kontinent und Ihrer Welt – in zwanzig Jahren, in fünfzig Jahren, in hundert Jahren.

Zu schwer, sich so etwas vorzustellen? Für „primitive“ Indianerhäuptlinge war es Standard, Entscheidungen erst dann zu treffen, wenn durchdacht war, wie sich die Entscheidung in einhundert Jahren auf die Lebenswelt des Stammes auswirken würde.

Weise, oder? Oder – um es mal einfach zu sagen: ganz normal.

Ich möchte Ihnen ein wenig über die Zukunft erzählen: sie ist vorbei. Das wissen Sie ja auch: längst sind wir Gewalten ausgeliefert, die kein Mensch mehr steuern kann. Soll ich Ihnen ein paar nennen? Der bevorstehende Ökozid zum Beispiel ist einer davon, die massenhafte Vernichtung menschlichen Lebens durch Politik, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft. Wir hier in Deutschland werden von den Auswirkungen noch verschont – allerdings: so richtig viel Schnee wir vor 25 Jahren haben wir in der Eifel nicht mehr. Letztes Jahr hatten wir gar keinen mehr. Ich möchte Sie auch nicht traktieren mit Zahlen, Daten, Fakten – ich schätze mal Sie haben selbst schon mal mitbekommen, dass wir da ein kleines Problem haben, das Milliarden Menschen das Leben kosten wird – und schon jetzt kostet.

Ich möchte Ihnen diesbezüglich nur zwei Interviews ans Herz legen, die Dirk C. Fleck in seinem Buch Die Vierte Macht (Hoffmann und Campe, 2012) veröffentlicht hat – eins davon mit Frank Schirrmacher (Seite 305) und eins mit Dietmar Schumann (Seite 97), wobei Dietmar Schumanns Interview schon im Titel sagt, worum es geht: Planet Plastik: Vergiftet. Zubetoniert. Vollgemüllt.

Hoffnung auf Zukunft? Gibt es da keine. Der Grund ist von Frank Schirrmacher einfach benannt – er liegt in unseren handelnden Politikern: „Sie sind Roboter in einem System, das de facto längst kaputt ist. Aber diese Leute handeln wie Elektriker, die in einem völlig heruntergekommenen Haus noch schnell die Leitungen reparieren.“(a.a.O., Seite 6).

Seien Sie ehrlich: den Eindruck haben Sie doch auch, oder? Das ist der Grund, warum man wählen kann, was man will, aber immer dasselbe geliefert bekommt. Warum wir – gerade in Deutschland – nicht schon längst eine Koalition der Willigen haben, der empathischen, kreativen, leistungsbereiten, engagierten Menschen, liegt an der engen Verzahnung von Journalismus und weltlicher Macht, über die jetzt wieder eine neue Studie erschienen ist (siehe Heise):

Die Daten deuten darauf hin, dass sich Journalisten vielerorts in vertraulichen Runden mit den Mächtigen treffen. Und das steht in einem klaren Gegensatz zu der demokratietheoretisch begründeten Erwartung, Journalisten sollten Distanz zu den Mächtigen halten, um sie kritisieren und kontrollieren zu können.

Die Netzwerkverbindungen deutscher Spitzenjournalisten sind beeindruckend:

Ich habe eine Art Landkarte von Organisationen und Veranstaltungen erstellt, in denen sowohl Eliten aus Politik und Wirtschaft als auch führende deutsche Journalisten involviert sind: darunter etwa das Weltwirtschaftsforum in Davos, die Münchner Sicherheitskonferenz, die Trilaterale Kommission und die Bilderberg-Meetings, aber auch die sogenannten Hintergrundkreise in Berlin, Kulturstiftungen oder Akademien. Insgesamt habe ich 82 solche Eliten-haltigen Organisationen erfasst, und es waren 64 Journalisten dort unterwegs – außerhalb ihrer direkten beruflichen Pflichten wie Recherchen oder Interviews. Am auffälligsten war der Befund, dass vier leitende Journalisten der „Süddeutschen Zeitung“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, der „Welt“ und der „Zeit“ stark in US- und Nato-affinen Strukturen eingebunden waren.

Was heißt das für uns vor Ort? Für Sie, von dem ich gerade erst verlangt habe, sieben Generationen in die Zukunft zu planen?

Das die hilflosen Roboter ihre visionslosen Reperaturarbeiten als kraftvolle heldenhafte Schöpfungsarbeit verkauft bekommen.

Lohnt sich ja auch für den Einzelnen (siehe rp-online):

Für die Altersversorgung seines Intendanten Tom Buhrow hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) im vergangenen Jahr 1,779 Millionen Euro zurückgestellt. Das geht aus dem Geschäftsbericht für 2013 hervor. Der 55-Jährige verdient pro Jahr 367.232 Euro.

Alles zwangsweise eingetriebene Gemeinschaftsgelder. Bei dem Gehalt wird die Kanzlerin neidisch – und Sie verstehen die Welt nicht mehr.

Denken sie einfach ein wenig an die Titanic, jenen dann doch gesunkenen unsinkbaren Luxusliner, dessen Kapelle noch bis zum Untergang die Bürger bespaßte: wer kann, sammelt heutzutage Geld (in jeder Position) in der Hoffnung, sich damit einen Platz im Rettungsboot kaufen zu können. Nein – das ist nicht nur ein Vorwurf, das ist das Ergebnis einer älteren, aber immer noch aktuellen Studie (siehe Boell.de):

Viele Menschen reagieren auf die Krise, indem sie Heitmeyer zufolge eine pessimistische Erwartungshaltung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung einnehmen und zugleich auf der Vorstellung eines vermeintlich intakten privaten Umfelds beharren. Durch diese Differenzierung werde die gesellschaftliche Krise in Deutschland gewissermaßen „privatisiert“. Die aktuelle Studie hat ergeben, dass über 90 Prozent der Befragten in Zukunft mehr soziale Abstiege und Armut fürchten. Drei Viertel der Bevölkerung glaubt, dass die Bedrohung des Lebensstandards die Solidarität mit Schwachen verringert. Ein Drittel meint, dass wir es uns in der Wirtschaftskrise nicht mehr leisten können, allen Menschen gleiche Rechte zuzugestehen. 61 Prozent sind der Ansicht, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müssen. Gerade in der verunsicherten Mittelschicht gibt es offenbar zunehmend ein Bedürfnis nach Abgrenzung. Schwache soziale Gruppen, z. B. Langzeitarbeitslose, werden für ihr eigenes Schicksal verantwortlich gemacht, auch um die Möglichkeit des eigenen Scheiterns von sich zu weisen.

Erkennen Sie sich wieder – mit Ihren Meinungen?

Nein, keine Sorge: ich will Sie nicht verdammen oder verurteilen. Wenn die aktuellen Probleme (neben der Ökologie haben wir ja noch die Finanzwirtschaft, Kriegsgefahren, die kommende Verdrängung und Vernichtung von Millionen von Arbeitsplätzen durch Technik, die zunehmende Vernichtung des Mittelstandes durch Kreditvergabeauflagen der übermächtigen Banken) schon Spitzenjournalisten und Politiker überfordern – wie sollen Sie dann mutig in die Zukunft schauen können? Was meinen Sie, warum gerade jene „Roboter“ in der Politik aktuell planen, Ihre Internetaktivitäten durch Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst in Echtzeit zu überwachen (siehe Spiegel)?

Wer könnte es ihnen übel nehmen, dass sie nur noch bis zum nächsten Wochenende planen – wo doch jederzeit die Möglichkeit besteht, dass auch sie im nächsten Jahre durch knallharte Sparprogramme erfolgreicher Konzerne zu jenen gehören, die vom Arbeitsamt mit Lieferwagen zu Firmen gekarrt werden, in der Hoffnung, dass man die „viel zu vielen“ wenigstens dort noch mit viel Druck unterbekommt (siehe: Der Westen, eine nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnung der Veranstaltung würde ich gerne mal sehen). Aktuell präsentiert z.B. die Deutsche Bank  „Kostensenkung“ als erfolgreiches Geschäftsmodell der Zukunft (siehe Manager-Magazin) – ein Konzept, dass Staat, Kirchen, Gemeinden und Konzerne schon seit Jahren fahren und so Millionen und Abermillionen von Arbeitsplätzen vernichtet haben, was zu einer explodierenden Staatsverschuldung führte, während andererseits eine kleine Gruppe von Bürgern die unglaubliche Summe von 5200 Milliarden Euro als Vermögen vorweisen kann (siehe Spiegel) – darunter jene Mitarbeiter der Deutschen Bank, die trotz schlechtem Geschäftsergebnis Superboni eingefahren haben.

In Fergusson/Missouri/USA erleben wir gerade den Zusammenbruch des Hauses – wir kennen solche Szenen aus den USA. Schauen Sie genauer hin, wirklich, es lohnt sich: das sind die Folgen einer entsolidarisierten Gesellschaft, vor der Heitmeyer gewarnt hat. Wir haben diese Entwicklung der USA in den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrtausends nach Europa geholt, weshalb wir damit rechnen können, die Ergebnisse auch hier in Deutschland mit entsprechender Verspätung leibhaftig erleben zu können. Ja – was glauben Sie, warum Bundeswehr und BND in Zukunft Ihre Meinung bei Facebook genauer unter die Lupe nehmen wollen? Damit nicht auch hier die Bundeswehr der örtlichen Polizei bei Unruhen zu Hilfe kommen muss.

In Fergusson muss jetzt die Nationalgarde herangezogen werden (siehe Spiegel) – vom selben Gouverneur, der zuvor die schon paramilitärisch ausgerüstete Polizei entmachtet hatte. Auch deutsche Journalisten müssen mitlerweile dort mit Verhaftungen rechnen  und ziehen daraus interessante Schlußfolgerungen: Der Tag, an dem die US-Polizei meint Feind wurde (siehe Welt).

Wie es weitergeht? Wollen Sie wirklich wissen, wo eine entsolidarisierte Gesellschaft endet? Schauen Sie doch mal in die Ukraine, in den Irak, nach Libyen, Syrien oder in den Gaza-Streifen, Länder, denen wir die „Demokatrie“ gebracht haben bzw. bringen wollten, eine Demokratie, die schon im Mutterland der Demokratie – den USA – zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führt, für die die Polizei seit 1997 gezielt ausgerüstet wird.

Klar – die gut bezahlten Oberschichtsjournalisten werden Ihnen davon nichts erzählen. Die haben ein klares Ziel vor Augen: dicht ran an die Elite, soviel Euro wie möglich abgreifen, in Sachwerte umwandeln, um für den kommenden Crash bestmöglichst gerüstet zu sein. Eine verständliche Reaktion. Würden Sie doch auch so machen, wenn man Ihnen 367000 Euro im Jahr dafür anbieten würde, dass Haus so darzustellen, als könnte man mit dem Verlegen der elektrischen Leitungen das marode Mauerwerk wieder instand setzen.

Aber halt: bevor Sie jetzt zum Kühlschrank gehen und sich erstmal ein Bier aufmachen, möchte ich Sie auf des Ergebnis des Human Security Instituts hinweisen:

Dieses Institut hat festgestellt, dass die Kriege in den letzten zwanzig Jahren um neunzig Prozent zurückgegangen sind!

Die Friedensforscher dieses renommierten Instituts sagen, wir wären das erste Mal nach 8000 Jahren ständiger Kriege auf dem besten Wege, den Krieg abzuschaffen (siehe Fleck, Die vierte Macht, a.a.O. Seite 91).

Es kommt aber noch besser:

Die globale Zivilgesellschaft hat in den letzten zwanzig Jahren 97 Diktatoren gestürzt, sie sind alle friedlich beseitigt worden. (Fleck, a.a.O. Seite 92)

Erstaunlich, oder?

Ja – so etwas gibt es gerade schon: eine globale Zivilgesellschaft. Sie formt sich über verschiedene soziale Netzwerke und ist dabei, die gesamte Weltordnung umzubauen. Geseko von Lüpke referiert genau darüber (Fleck, a.a.O. Seite 83-96).

Und wissen Sie was? Sie können dabei sein.

Wie?

Nun – das ist ganz einfach: Suchen Sie mehr Gemeinsames mit den Menschen, die um Sie sind, als Trennendes, werden sie von einem unsolidarischen Wesen zu einem solidarischen. Glauben Sie mir: das macht viel mehr Spaß.

Und: Sie sind nicht allein. Gerade jetzt wird an einem neuen, stabilen, gesicherten und vor allem zinslosem Geld samt kooperativem Wirtschaftssystem gearbeitet (siehe Treeec.eu), an Gemeinschaften, die an der Strukturierung einer humaneren, stabileren Welt arbeiten (siehe Human Eden), an genossenschaftlichen Strukturen, die neue Formen der solidarisch gelebten, persönlichen Sicherheit ins Leben rufen wollen (siehe Res:Q) und ganz unpolitisch und ideologiefrei an einer nachhaltigeren, gemeinschaftlich orientierten Zukunft arbeiten.

Wie wäre es, sie stellen das Bier wieder zurück und überlegen, ob Sie nicht dabei mitmachen wollen?

Auch wenn wir in Zukunft vor Herausforderungen stehen, wie sie die Menschheit noch nie bewältigen musste, macht es mehr Sinn, sich diesen Herausforderungen im Verbund einer vielfältigen Kooperation von Menschen zu stellen denn als überfordertes Individuum, das schon ganz schnell daran scheitern würde, seine Ernährung zu sichern und diese Nahrung vor menschlichen und tierischen Räubern in Sicherheit zu bringen.

Oder sehen Sie das wirklich so anders – nachdem Sie sich mal konkrete Gedanken über IHRE Zukunft gemacht haben?

 

 

 

 

 

 

Warum Kriege geführt werden

Ja, natürlich für Frauen, für Brunnen und für Grundschulen. Wie zum Beispiel die babylonischen Grundschulkriege:
 






 

Video gefunden bei Stenor, dem Spezialisten für große und kleine Naturkatastrophen und natürlich auch für solche, die es noch werden wollen.

Die letzten 100 Artikel