Atomausstieg

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militante Atomkraftgegner?

von glamorama

Was es nicht alles gibt: Angeblich haben „militante Atomkraftgegner“ am heutigen Morgen mit einem Brandanschlag große Teile des Berliner S-Bahn-Verkehrs lahmgelegt.

Dass Atomkraftgegner ausgerechnet jetzt einen Anschlag verüben, wo die Grünen überall in der Republik Wahlsiege verbuchen und der Atomausstieg ohnehin so gut wie beschlossen ist, darf man getrost als äußerst eigenartiges Timing bezeichnen. Und warum sie ausgerechnet den öffentlichen Nahverkehr (und nicht etwa einen der Energiekonzerne) als Anschlagsziel gewählt haben, erklärt derzeit auch keines der deutschen Nachrichtenportale.

So ein Anschlag hat vermutlich nur einen Effekt: er rückt die Anti-Atomkraft-Bewegung in die Nähe von Terroristen. Wer daran ein Interesse haben könnte, mag sich jeder selber ausmalen. (Kleiner Tipp: die Anti-Atomkraft-Bewegung ist es nicht.)

 

glamorama.blog.de

 

Ein Stresstest für die Bürger

Der Stresstest der Reaktorsicherheitskommission liegt jetzt vor. Ob die deutschen Kernkraftwerke nun sicher sind oder nicht, ist, wie zu erwarten war, Ansichtssache. Während in dem Bericht darauf hingewiesen wird, dass alle Meiler zwar die gesetzlichen Sicherheitsstandards erfüllen, die von Schwarz-Gelb im Vorfeld der Laufzeitverlängerung entsprechend angepasst wurden, stellten die Prüfer darüber hinaus fest, dass keines der Kraftwerke jene Anforderungen durchgängig erfüllt, die das Expertengremium für wichtig erachtet. Gegen Flugzeugabstürze ist keine der überprüften Anlagen wirklich sicher.

Für Umweltminister Röttgen ist das aber kein Grund, entsprechende Schlüsse zu ziehen. Er muss den Bericht erst einmal eingehend prüfen und bewerten. Das finde ich immer wieder lustig. Politiker delegieren Prüfaufträge an externe Expertengruppen und Arbeitskreise, bekommen dann einen entsprechenden Bericht mit einem Ergebnis und fangen dann an, diesen selber zu prüfen. Aber vielleicht liegt es auch an den Berichten, die nicht wirklich Ergebnisse liefern, sondern ein sowohl als auch offenlassen.

Im Fazit des Berichts heißt es, die Bewertung der Kernkraftwerke bei den ausgesuchten Einwirkungen zeige, dass "abhängig von den betrachteten Themenfeldern über alle Anlagen kein durchgehendes Ergebnis in Abhängigkeit von Bauart, Alter der Anlage oder Generation nachzuweisen ist".

Quelle: Süddeutsche

Es sei nur daran erinnert, dass die Union immer davon faselte, dass kein Atomkraftwerk am Netz sein und bleiben könne, dass nicht 100 prozentig den Sicherheitsstandards genüge. Wenn man nun dieses Ergebnis richtig interpretiert, ist eine klare Aussage gar nicht möglich. Demzufolge müssten alle Meiler vom Netz, weil die Sicherheit gar nicht wirklich feststellbar ist.

Umweltminister Röttgen aber bleibt gelassen.

"Das ist kein Argument zu sagen, wir müssen da Hals über Kopf von heute auf morgen raus"

Welches Argument nun aber dafür spricht, die Anlagen länger laufen zu lassen, ist bis heute nicht erbracht worden. Zwar behaupten Atomkraftbefürworter und die großen Stromkonzerne, dass sich Deutschland einen schnellen Ausstieg gar nicht leisten könne und die Versorgungssicherheit bedroht sei, einen Beweis für diese Behauptung gibt es aber nicht.

Besonders interessant wird es, wenn die wachsende Abhängigkeit von ausländischen Stromlieferanten als Begründung gegen einen Ausstieg herangezogen wird. Dann sei man ja über Nacht von tschechischen Kohle- und französischen Atomkraftwerken abhängig, heißt es. Was wäre bei diesem Szenario gewonnen, fragen plötzlich die umweltbewussten deutschen Energiebosse. Die Energiebilanz würde sich ja auf einen Schlag verschlechtern, wenn man dreckigen Kohlestrom aus Tschechien importieren würde und gar der Gipfel der Scheinheiligkeit wäre es, wenn Atomkraftgegner es gut fänden, Atomstrom aus Frankreich zu kaufen.

Das darf natürlich nicht sein, deshalb plant der deutsche Energieversorger RWE in Holland ganz nah an der Grenze zu Deutschland, ein neues Atomkraftwerk zu bauen, mit dem er die widerspenstigen Teutonen auch weiterhin mit teuren Strom versorgen kann. In Tschechien besteht kein Bedarf, dort unterhält E.ON die stinkenden Kohlekraftwerke.

Sie sehen schon, dass es überhaupt nicht um die Frage geht, ob wir bei einem Atomausstieg auf Stromimporte zweifelhafter Herkunft angewiesen sein könnten. Der Verbraucher ist in jedem Fall von privatwirtschaftlich organisierten Monopolstrukturen abhängig. Demnach kann die Forderung nicht nur lauten, Atomkraftwerke stillzulegen. Viel wichtiger wäre es, das bestehende Energieoligopol endlich zu zerschlagen und sich einzugestehen, dass die Privatisierung der Energieversorgung ein schlimmer Fehler war. Erst dann kann man sich auch wieder ernsthaft über so etwas wie Sicherheit unterhalten.

Wie lautet der Standardspruch bei der Atomenergiefrage? Ruhe bewahren und darauf achten, dass Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie auch in Zukunft garantiert sind. Diesen Verdummungssatz haben sie exakt bei der Verlängerung der Laufzeiten im Herbst letzten Jahres gehört und sie hören ihn jetzt wieder, wenn es darum geht, einen Scheinausstieg zu organisieren. Er stammt von den Betreibern der Atomkraftwerke selber und bedeutet übersetzt, dass die Meiler solange laufen, wie sie Geld abwerfen oder aber eine andere Möglichkeit gefunden wird, Profite beim Verkauf von Strom zu erzielen.

In den Niederlanden sollen nun bis zu fünf Milliarden Euro für ein einziges Atomkraft verbaut werden, Entsorgungskosten für abgebrannte Brennelemente noch nicht eingerechnet. Das zahlen die von RWE sicherlich nicht selbst, sondern der Steuerzahler und die Verbraucher des angeblich so günstigen und sauberen Atomstroms.

http://tautenhahn.blog.de

Atomkraft voraus oder vorüber?

So ganz ist nicht klar, welcher Kurs in dieser Frage anliegt. Von der Steuerfrau des sinkenden Schiffes hört man in der Sache nichts Neues, außer dass sie entschlossen abwartet und guckt, wohin die Reise geht.

Atomausstieg? So schnell wie möglich! Das ist das Credo der Kanzlerin. Doch Angela Merkel meidet eine konkrete Jahreszahl, wartet ab und gibt keine Führung vor.

Quelle: Spiegel Online

Wie sagte Volker Pispers einst so treffend? Sie sieht das Problem auf sich zukommen, guckt wie sie immer guckt, um dem Problem ein Gesicht zu geben und wartet ab, bis sich alle anderen in Bewegung setzen, weil sie das Warten auf eine gemeinsame Lösung leid sind. Die Richtung ist dabei völlig egal. Dann setzt sich die Kanzlerin an die Spitze der Bewegung mit dem Ruf, mir nach, ich folge euch.

Bei der Atomkraft läuft es ganz genauso ab.

„Jetzt geht es darum, dass wir nicht als erstes immer nur Bedenken äußern, sondern dass man einfach sagt: Wir wollen das schaffen.“

Dafür hat sie einen Arbeitskreis aus Kirchgängern und abgehalfterten Politikern gebildet – in der Fachsprache sagt man dazu Expertengruppe -, die völlig talentfrei und bar jeder Sachkenntnis die schon längst beantwortete Frage erörtern sollen, ob oder wie schnell ein Ausstieg aus der Atomkraft wirtschaftlich und gesellschaftlich möglich ist oder so ähnlich. Es spielt ja keine Rolle, denn wir alle suchen eine gemeinsame Lösung. Das muss reichen. Zuletzt suchte die Regentin Verwalterin Verweserin das Gespräch mit den Ministerpräsidenten und heraus kam ein Potpourri der Sprechblasen, die sich im Kern auf die Botschaft konzentrieren, dass Dinosaurier zwar aussterben werden, aber zuvor ziemlich lange auf der Erde überlebten, bis ihnen eine globale Katastrophe zum Verhängnis wurde.

Mit anderen Worten, alle wollen aussteigen, aber nicht sofort. Die einen tun nur so, als würden sie schneller aussteigen wollen und die anderen tun so, als bräche die Katastrophe in Form höherer Strompreise gerade durch einen schnellen Ausstieg über uns herein.

Ich warte nur noch auf den PR-Slogan: „Mit Atomkraft steigt ihr Strompreis langsamer!“

Und was sagt eigentlich die FDP dazu?

Längst suchen die anderen Parteien die florierende Kostendebatte für sich zu nutzen. Philipp Rösler, designierter FDP-Chef, sagte der „Passauer Neuen Presse“, mit ihm werde es keine Steuererhöhung zur Finanzierung des Umstiegs auf erneuerbare Energien geben: „Ich bin gegen einen Energie-Soli.“

Da bin ich beruhigt, dass es mal nicht um ein einfaches, niedriges und gerechtes Steuersystem geht. Mit Rösler wird es keinen Energie-Soli geben. Stimmt, den haben ja Westerwelle und Brüderle mit der Erhöhung der Tabaksteuer neulich bereits eingeführt und zwar unter dem Motto: Rauchen für die Schwerindustrie, damit diese nicht auf ihre Steuerprivilegien (Ökosteuerrabatt) zu Gunsten des Jahrhundertsparpakets der schwarz-gelben Chaostruppe verzichten musste.

Aber das ist bereits Schnee von gestern, im Augenblick scheint es bei dem fingierten Streit, um eine konkrete Abzugsperspektive mit Zeitangabe zu gehen. Ich meine natürlich um einen konkreten Termin für den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft. Da werden allerhand Jahreszahlen genannt. Wahrscheinlich wird es in einem Gesetz dann lauten, dass der Ausstieg aus der Atomkraft im Jahr X beginnen und im Jahr Y abgeschlossen sein soll, sofern es die Sicherheitslage erlaubt. Ich meine natürlich, sofern es die Entwicklung des Strompreises erlaubt oder so ähnlich…

Sensation! Grüne retten AKW´s vor Abrissbirne Roland Koch! Kein Aprilscherz!

Heute ist für Nachrichtenleser ein besonders gefährlicher Tag. Irgendwo in der Welt der Medien lauern heute die ganz fiesen falschen Nachrichten. Wer mit der Sensation "MERKEL SCHWANGER" zum Bürofrühstück aufläuft, muss Tags später mit viel Spott rechnen. Oder wer der neuen Meldung der Agentur für Arbeitslose glaubt, siehe Welt:

Heute ist für Nachrichtenleser ein besonders gefährlicher Tag. Irgendwo in der Welt der Medien lauern heute die ganz fiesen falschen Nachrichten. Wer mit der Sensation „MERKEL SCHWANGER“ zum Bürofrühstück aufläuft, muss Tags später mit viel Spott rechnen. Oder wer der neuen Meldung der Agentur für Arbeitslose glaubt, siehe Welt:

Die Bundesagentur für Arbeit hat nach Informationen der „Berliner Zeitung“ im vergangenen Jahr so viele Hartz-IV-Empfänger beim Schummeln erwischt wie noch nie.

Manche mögen denken, dies sei ein neuer Schachzug der antisozialen Lobby dieses Landes, die versucht, das Problem der Arbeitslosigkeit als Problem jener genetisch minderwertigen Unterrasse der kriminellen, sozial schwachen „Minderleister“ darzustellen, ich jedoch halte es für den ersten Aprilscherz, den ich gefunden habe.

Hat man aber nun eine absonderliche Nachricht, die aber wichtig scheint, so hat man an diesem Tag ein Problem: niemand wird sie glauben. Alle würden sie als Witz abtun und sie gerät schnell in Vergessenheit. Es gibt aber solche Nachrichten, siehe Welt:

Die Beteiligung der baden-württembergischen Landesregierung am Energiekonzern EnBW könnte nach Ansicht des ehemaligen Grünen-Fraktionschefs im Bundestag, Rezzo Schlauch, für die zukünftige grün-rote Regierung teuer werden. In einem Interview mit dem Internetportal „Entermagazin“ sagte er: „Wenn Sie sich als Anteilseigner eines solchen Konzerns, der zu 50 Prozent von AKW abhängig ist, sofort radikal von Atomenergie verabschieden – was das Ziel ist und das Ziel sein muss –, dann vernichten sie Kapital“.

Ich hoffe, man kennt Rezzo Schlauch noch.

Nach der erfolgreichen Wiederwahl der rot-grünen Bundesregierung war Schlauch drei Jahre lang bis 2005 Parlamentarischer Staatssekretär für den Mittelstand im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit unter Wolfgang Clement (SPD). Heute arbeitet Rezzo Schlauch als Anwalt in Stuttgart.

Sein ehemaliger Chef Clement sitzt ja auch bei den Energieversorgern im Vorstand … und schon bekommt man einen kleinen Ausblick auf den Zusammenhang zwischen Hartz IV und Atomkraft.

Nun sitzt Rezzo Schlauch nicht mehr für die Grünen  in Amt und Würden irgendwo herum und verbraucht Steuergelder, aber als Grüner der ersten Stunde zeigt er schon an, wohin die Reise geht, setzt neue Maßstäbe: Atomausstieg nur, wenn´s nichts kostet. Die ersten Grünen fangen an, die Atomkraftwerke zu schützen. Und das hat einen guten Grund. Es könnte GELD fließen, siehe ZEIT:

Die Unterstützung durch die Unternehmen war seit jeher die Machtbasis der bürgerlichen Parteien. Nun fällt ausgerechnet die Wirtschaft vom Glauben ab.

Einer, der sich zitieren lässt, ist Patrick Adenauer, Chef der Kölner Baufirma Bauwens und Präsident des Verbands der Familienunternehmer. »Viele von uns Unternehmern haben durch die wankelmütige Politik der Bundesregierung ihre politische Heimat verloren«, sagt er.

Und es kommt noch besser:

Ebm-papst wird also ein Gewinner der Energiewende sein, und Firmenchef Hans-Jochen Beilke verheimlicht gar nicht, dass er die Grünen gut findet. »Ich hätte mir gewünscht, dass wir eine schwarz-grüne Regierung bekommen«, sagt er. Die Kombination ist gut fürs Geschäft.

Gut möglich, dass am Ende sehr viele Unternehmer in Deutschland ganz genauso denken.

Ja, da schau her! Die Unternehmer suchen eine neue politische Heimat, die Grünen suchen Macht und Geld … da läßt sich doch sicher was arrangieren? Zum Beispiel ein Atomausstiegsverlängerungsmoratoriumsstop. Wäre jedenfalls denkbar, wenn nicht … der Roland Koch schon andere Pläne hätte, siehe FAZ:

Der Umbau der deutschen Energieversorgung eröffnet dem Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger Chancen. Das machte der Vorstandsvorsitzende Herbert Bodner bei der Vorlage der Bilanz deutlich. Auf dem langen Weg in die regenerative Energieversorgung werde es viele neue Entwicklungen geben. Sowohl im Bereich Kraftwerksdienstleistungen als auch im Bereich Ingenieurbau würden sich dadurch auch in Zukunft „große Chancen“ eröffnen, sagt Bodner.

Mögliches Potential für den zweitgrößten deutschen Baukonzern sieht der scheidende Vorstandsvorsitzende auch in der Abschaltung von Kernkraftwerken auf seinem Heimatmarkt. „Geschäftsschädigend wäre das für uns nicht.“ Ein Rückbau könne mehr Geschäft zur Folge haben als die Arbeiten im Zusammenhang mit der Wartung und Instandhaltung. Der Konzern ist in den meisten Atommeilern in Deutschland tätig und erzielt damit rund 20 Millionen Euro Umsatz.

Roland Kochs neuer Konzern verdient super an den Atomeiern und will jetzt an dem Abriss auch noch verdienen. Ich sehe schon jetzt Grüne Bundestagsabgeordnete Menschenketten vor Atomkraftwerken bilden, um den von Roland Koch höchstpersönlich gesteuerten Abrissbagger aufzuhalten.

Das Atomkraft weiterhin die Zukunft der Menschheit bestimmen wird, steht indirekt schon längst fest, auch wenn jetzt die Grünen in Baden-Würtemberg den Ministerpräsidenten stellen werden. Lauschen wir doch mal der ehemaligen japanischen Verteidigungsministerin in der WELT:

Jetzt wissen wir, dass das Undenkbare möglich ist. In der Folge haben die Probleme in Fukushima Daiichi den weltweiten Boom der Stromerzeugung aus Kernkraft jäh gestoppt. Momentan gibt es auf der Erde 443 Atomkraftwerke – eine Zahl, die sich in den nächsten 15 Jahren hätte verdoppeln sollen.

„Hätte verdoppeln sollen“ hört sich positiv an, so als ob dies jetzt nicht geschehen würde. Weit gefehlt. Denn wenn man genauer hinhört, dann will man nur neue Richtlinien als Reaktion auf den nuklearen Supergau:

Allein China plante zusätzlich zu den bereits bestehenden 27 Kraftwerken den Bau von 50 weiteren. Japan, und insbesondere Politiker wie ich, sind nun dafür verantwortlich, dass unsere Erfahrung dazu beiträgt, Sicherheitsrichtlinien und -standards für den weltweiten Bau solcher Anlagen zu entwickeln.

Neue Vorschriften werden sicher dazu beitragen, das die Atomtechnologie sicherer wird. Vielleicht kann man diese Vorschriften auch zum Überdecken von nuklearen Lecks verwenden? Doch die ehemalige Ministerin gibt uns auch noch einen Rat mit auf den Weg, der uns wohl sagen soll, das wir uns ein Beispiel an den Japanern nehmen sollen:

Aber in der Arbeit auf eine Erholung hin hat Japan einen großen Vorteil. Der Schlüssel für eine solche Erholung wird im Japanischen Kizuna (Bindungen oder Bündnis) genannt. Sogar angesichts des riesigen Chaos dieser durch Erdbeben und Tsunami ausgelösten Katastrophe haben sich die Japaner im Sinne von Kizuna gegenseitig geholfen und unterstützt. Sogar als in der Region Stromsperren verhängt wurden und die Ampeln nicht mehr funktionierten, gab es beispielsweise kaum ernste Verkehrsunfälle.

Ich hoffe, dass eines Tages, wenn das momentane japanische Unglück Geschichte ist, der Begriff “Tsunami” in seiner Bekanntheit von “Kizuna” noch übertroffen wird.

Supergau? Egal – Hauptsache, die Bürger helfen sich nachher wieder untereinander. Warum auch Kriege verhindern, wenn man beim Aufräumen nachher so schön gemeinsam fegen kann?

Ich selbst zweifel langsam daran, ob diese Wesen oben an den Schalthebeln der Macht und wir hier unten überhaupt von der gleichen Rasse  sind.  Vielleicht ist Macht an sich auch wie eine Krankheit: sie verändert langsam das Wesen der Menschen, läßt sie wahnsinnig werden. Oder der Grund für meine Zweifel liegt anderswo, ich bin einfach zu alt für diese moderne Welt, siehe Welt:

Deutsche kommen täglich auf neun Stunden Medienkonsum. Während die Jugend mit der Informationsflut gut zu recht kommt, sind ältere Menschen oft überfordert.

Ich frage mich am Ende meines Medienkonsums nur: wie lange wird es dauern, bis die GRÜNEN sich der Alternativlosigkeit der Politik auch in ihrer zentralsten Frage – die nach dem endgültigen absoluten sofortigen Atomausstieg – ergeben werden?

Schon der letzte Ausstieg war ja sehr weich. Und wenn jetzt noch mehr GRÜNE merken werden, das das GELD kosten wird … na, wieviele werden dann wohl noch bei der Stange bleiben?

 

 

Some City Spirit

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SomeCitySpirit

© Jotha

1843 zeichen über den ausstieg aus dem ausstieg aus dem ausstieg

akw japan

unsere akws sind absolut sicher und es besteht kein grund zur beunruhigung, wenn die schrotthaufen von vattenfall, rwe und co. noch bis 2030 am netz bleiben. (über die beurteilung sogenannter störfälle habe ich mich ja bereits vor einiger zeit hier (klick!) ausgelassen.)
akw japan
akw deutschland
aber: neben super gau und super rtl haben wir ja auch noch super wahljahr. und deshalb hat unsere bundesregierung jetzt ein moratorium verkündet, welches über drei monate gehen soll. in dieser zeit möchte man überlegen,
ob man vielleicht doch den ausstieg aus dem ausstieg aus dem ausstieg vollziehen sollte.

grablichtschließlich muss man ja die s21 – prügel – junta in stuttgart an der macht halten. und wenn das jetzt schon wieder losgeht mit dem demonstrieren und der wählende normalbürger sich auf einmal an mahnwachen gegen den atomaren wahnsinn in dieser bunten replik beteiligt, da muss man ja mal zumindest überlegen und zwar so laut, das es für einen wahlsieg reicht.mit der dreimonatsfrist erkauft man sich immerhin ruhe für die wahlen in sachsen-anhalt, rheinland – pfalz und badem – württemberg.

temelinhinterher – kann man ja alles wieder vergessen und  durchprügeln. mit dem bahnhof in stuttgart hat das ja gut geklappt, herr sauerland (duisburg) ist auch noch im amt und nach einer fußball wm oder dem start der nächsten big brother staffel ist doch wieder alles vergessen,

und man kann sich wieder seinen lobby-freunden widmen oder den urlaub in mallorca verbringen.

es bleibt an dieser stelle eigentlich nichts, als an all die armen schweine in japan zu denken, die bislang auch dachten, das atomkraft todsicher ist. und dies jetzt gerade live erleben. ohne dazwischengeschaltetes tv, sondern in echt! und real! und… es bleibt zu hoffen, das zumindest einige wähler ihren stimmzettel zum denkzettel für frau merkel und konsorten machen!

Zwei Kommentare aus fremder Feder über unsere Atomkraftwerke

http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Fefe:

Mir tut ja die Merkel auch irgendwo ein bisschen leid. Die hat mir ihrer AKW-Laufzeitverlängerung voll ins Klo gegriffen und muss da jetzt peinlich rumlavieren. Und es gibt nichts, was sie sagen könnte, was nicht unglaublich offensichtlich hirntot rüberkommt. Das Niveau an Peinlichkeit wird eher noch steigen. Ich meine, bei Tschernobyl, da konnten wir uns noch einreden, naja, die Russen, die können halt nichts, das ist halt keine Hochtechnologie-Nation. Aber bei Japan? Es gibt nichts, was man da vorbringen könnte, um das für Merkels Atompolitik weniger desaströs zu machen. 

Das noch am wenigsten peinliche Argument, das sie gefunden haben (und jetzt auf allen Kanälen wiederholen), ist dass es bei uns ja keine Tsunamis gibt. Als ob das irgendeine Rolle spielt! Das ist eine der technologisch am weitesten entwickelten Nationen der Welt, die haben da drei-vier Lagen an Sicherheitsfeatures eingebaut, alle um zunehmend abwegige Angriffsszenarien zu überstehen. Das ist die Nation mit der meisten Erfahrung im Umgang mit Erdbeben. Keiner kann das besser als (oder auch nur ähnlich gut wie) die Japaner.

Und DENEN fliegen wegen eines Erdbebens ihre Atomkraftwerke um die Ohren!

Und wir wissen bereits, dass unsere Atomkraftwerke nicht ausreichend erdbebenfest sind, um auch nur die Beben sicher zu überleben, die wir schon hatten in der jeweiligen Gegend.

Es gibt nichts, was die vorbringen könnte, um die Situation weniger peinlich für sich zu machen. Sie kann es nichtmal auf die FDP schieben oder so! Oder auf eine Vorgängerregierung. Und schlimmer noch, wenn sie das Thema nicht schnell vom Tisch kriegt, dann fangen die Medien möglicherweise zu bohren an, und finden die ganzen Leichen in ihrem Keller. Für die unter uns, die sich für sowas interessieren, sind die Fakten ja eh seit Jahren bekannt. Merkel war die für die Endlagerwahl zuständige Umweltministerin, und hat mit der „Wahl“ von Gorleben nach Strich und Faden verkackt. Und das ganze Gerede, wir bräuchten den Atomstrom, ist auch Mumpitz, und auch das ist seit Jahren bekannt. Wir müssten keineswegs dann Atomstrom aus anderen Ländern importieren. Und wenn es hart auf hart kommt, kommt die Geschichte mit den Emissionszertifikaten auf den Tisch und die träge Bevölkerung merkt, wie sehr sie von der Merkel und der Energiemafia nach Strich und Faden verarscht wurden.

In diesem Sinne sollte jetzt unsere Hauptpriorität sein, diese Chance nicht verstreifen zu lassen und das Thema in der öffentlichen Diskussion zu halten.

Oh, übrigens, wer das „Statement“ der Merkel mitgekriegt hat, der wird sich angesichts der Dichte an Neusprech und Manipulationsversuchen in Schmerzen gekrümmt haben. Da liegt die Frage nahe, wie lange meine Kollegen vom Neusprechblog für ein Auskotzen brauchen werden. Und tatsächlich, der Schmerz war hoch genug, dass Martin Haase direkt eine längliche Zerpflückung gepostet hat. Viel Spaß bei der Lektüre!


Duckhome:

(aus: Aufgelesen und kommentiert 2011-03-14)

Bundesregierung will Sicherheitsstandards für deutsche Atomkraftwerke senken
Das war vor rund einem halben Jahr. Wenn Merkel also sagte, dass deutsche Atomkraftwerke „nach unseren Maßgaben sicher“ sind, dann ist das natürlich richtig. Diese Maßgaben werden ja schliesslich auch anhand der Höhe an geflossen Gelder ausgerichtet http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Drei Monate lang soll nun also der schwarz/gelbe Atomdeal ausgesetzt werden. Drei Atomreaktoren sollen ebenfalls vom Netz, obwohl man problemlos sogar sieben (von 17) Meiler sofort abschalten könnte. Im Grunde hätten auch drei Wochen gereicht, also bis zur finalen Auszählung der Landtagswahlen. Aber ich bin echt mal gespannt, ob der Pöbel in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg diese durchsichtige Verarsche durchschaut – oder doch wieder jubelnd ins Messer rennt.

Ach ja: Die ausgebremsten drei Monate werden nach einem CDU-Wahlsieg natürlich an die bereits erfolgte Laufzeitverlängerung hinten angehängt http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Bin ich eigentlich der Einzige, der die Abwiegelung „eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland nicht vorstellbar“ für äusserst zynisch hält? Ein Unglück passiert doch IMMER nur dann, wenn sich nicht vorstellbare Ereignisse aneinanderreihen. Bei Atomkraftwerken mit unvorstellbar schrecklichen Folgen, die bekanntermassen auch keine Versicherung übernehmen kann (und will).

Dazu gehört auch die Lagerung des Atommülls, die auch auf den Diskussionstisch gehört!

Zugegeben: In Deutschland ist die Gefahr eines Tsunami sicherlich gering. Aber bezüglich Erdbeben oder auch Hochwasser sieht es schon wieder anders aus. Auch ist vielleicht die Flugzeugabsturzgefahr grösser? Und möglicherweise gibt es ja auch beherzte V-Leute mit Anti-Atom-Gesinnung, die sich (ähnlich wie beim

target=“_blank“>Oktoberfestattentat damals) zu drastischen Aktionen genötigt sehen? http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif Ein deutscher GAU wird ganz sicher anders verlaufen als in Tschernobyl und Fukushima, aber die Folgen dieser Unglückskette sind genau das, weswegen Atomkraft unverzüglich abgeschafft gehört. Die Folgen sind einfach nicht hinnehmbar.

Etwas, was sich eigentlich auch auf das Finanzcasino übertragen lässt. Hier scheint es aber (unverständlicherweise) immer noch an der passenden Katastrophe zu fehlen, um mit gesellschaftlichem Druck die abgeschmierte Politik bewegen zu können. Dasselbe auch bei genmanipulierten Pflanzen und dem Überwachungswahn. Aber das nur am Rande.

Erstaunlich deutlich äussern sich die FAZ und Financial Times über Merkels Worte: „Bei der Sicherheit darf es keine Kompromissen geben. Das gab es nicht, das gibt es nicht und das wird es nicht geben.“ Denn exakt das Gegenteil ist der Fall. Bei der Sicherheit geht es NUR mit Kompromissen. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Auch wenn das sogenannte Restrisiko 10 hoch minus 6 ist (also sehr klein), so ist es eben nicht Null, sondern die Wahrscheinlichkeit ist eins. Es ist also nur die Frage, wann und wo es passiert. Man muss also nur lange genug warten, es kann aber auch morgen passieren. „Wer bei der Sicherheit von Atomkraftwerken keine Kompromisse machen will, darf Kernenergie gar nicht erst nutzen. Denn diese Konzepte beruhen stets auf einer Gegenrechnung: Wie viele Menschen sterben, beispielsweise, jährlich im Straßenverkehr? Und wie weit lässt sich diese Zahl durch Sicherheitsstandards und ihre Kontrolle reduzieren? Und ab welcher Schärfe verursachen die Standards Kosten, die die Gesellschaft nicht zu tragen bereit ist? Diese stets zynische Gegenrechnung funktioniert im Fall der Kernenergie nicht.“

Tja, und sorgenvoll schaut man nun aufs Wetter. Bleibt die aktuelle Windrichtung erhalten, dann weht die Strahlung aufs Meer. Gleichzeitig leitet man Meerwasser in die explodierten Reaktoren und das danach verstrahlte Zeugs hinten wieder zum Meer hinaus. Reaktor 3 soll sogar Plutonium (!) enthalten. Und Tumor ist, wenn man trotzdem fischt http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Falls die Atomlobby es nun schaffen sollte, Japan breitflächig unbewohnbar zu machen, werden sie es in Deutschland auch noch schaffen. Und wir können hoffen, dass die Afrikaner und Islamisten freundlicher mit uns als Flüchtlinge umspringen werden, als wir uns ihnen gegenüber präsentieren. Gerade gegen die Einwanderung durch CSU-Flachdenker könnten sie sich vielleicht „bis zur letzten Patrone“ wehren http://www.corsafan.de/forum/images/smilies/sarkasm.gif

Ach ja, haben sich eigentlich die 40 Manager und Promis, die letztes Jahr einen Pro-Atom-Brandbrief an Schwarz/Gelb sendeten, schon zum Aufräumen in Japan gemeldet? War ja eine wahrlich illustre Runde mit Ackermann, Maschmeyer, Clement, Merz, Lauk, Schily und Komplizen, die sich nach jahrzehntelangem parasitärem Schmarotzertum auch mal als nützlich für unsere Gesellschaft erweisen könnten.

Und um auch noch Positives zu berichten: Immerhin geht es wieder aufwärts.

target=“_blank“>So hoch flogen selten Trümmerstücke aufwärts. Und die PR-Agenturen können sich auf steigende Aufträgseingänge aus der Atomlobby einstellen. Ein Aufschwung XXL, würde Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) sagen. Selbst das ehemalige Nachrichtenmagazin hat dank explodierender Reakrtoren endlich mal eine Faktenbasis für ihre „Boom“ Meldungen, nachdem „Jobboom“ und „Einkaufsboom“ sich als reine Auftragspropaganda herausstellten. Und wie es sich für einen vorbildlichen Kapitalismus gehört, werden die Folgeschäden natürlich vom Pöbel abgetragen. Kein Milliardär (auch keiner der Atommafia) muss um sein Vermögen bangen. Einige Heuschrecken sollen bereits Finanzwetten laufen haben, um mögliche Dividendenverluste ihres Atomkonzern-Aktienpakets ausgleichen zu können. „Für Investoren, bei denen sich Mitgefühl mit den Opfern und ein rationales Kalkül bei der Geldanlage nicht ausschließen, eröffnen die zu erwartenden Abschläge durchaus Chancen“, schreibt die Financial Times. Seht ihr, somit hat alles Schlimme auch seine positiven Seiten.

Imho gibt es eigentlich nur eine vernünftige Forderung:

Die Teile SOFORT abschalten und den Rückbau auf Kosten derjenigen betreiben, die bisher die Milliarden damit verdient haben.

Beklemmende Kleidung

BeklemmendeKleidung.c_thumb.jpg

Beklemmende Kleidung.c © Jotha

Denkanstöße #2

In der Kolumne "Denkanstöße"  stelle ich hier in loser Folge einfach nur mal ein paar Fragen, die mir so durch den Kopf gehen.

Einfach die Frage in den Raum geworfen…

Denkanstoß vom 14.03.2011

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