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„The Secret“ – das Gesetz der Anziehung … ein tödliches Geheimnis.

eifelphilosoph_200

eifelphilosoph_200Sonntag, 26.10.2014. Eifel. Ja – Sonntag ist. Der Tag, der dem Gebet vorbehalten ist, der Ruhe, der Entspannung und der Besinnlichkeit. Es sei denn: man hat ein Handy und einen „engagierten“ Chef, E-Mail reicht auch … oder einfach Wochenenddienst. Ja – war doof, dass wir nicht gemerkt haben, dass Besinnlichkeit vor Arbeitsterror schützt – dafür wurde sie speziell geschaffen und mit harten Kämpfen gegen die Obrigkeit durchgesetzt. Bald wird der Sonntag ein Tag wie jeder andere sein: die Maschinen fordern ihn, die Rendite verachtet ihn, die Menschenfeinde genießen seine Demontage. Anstelle eines unsichtbaren, liebevollen, allmächtigen und sehr weisen Vaters (der im aramäischen Original noch Vater/Mutter war) haben wir nimmersatte Maschinen und virtuelle Werte zu Göttern erhoben … bzw. zu obersten, nicht mehr hinterfragbaren Instanzen.

Wir merken noch nicht mal mehr, dass wir direkt wieder in die selbstverschuldete Unmündigkeit marschieren, die wir während der Zeit der „Aufklärung“ verlassen haben, weil unsere Tage mit Lärm überfüllt sind (manches davon nennt man Musik, vertreibt aber auch die Gedanken), der unsere Besinnlichkeit zerstreut (die strikt Stille fordert – oder die seichte Geräuchkulisse des Sommerwaldes). Dieser Marsch führt uns direkt in primitivste magische Vorstellungen hinein, in Formen schwärzester Magie, vor der weise Menschen nicht umsonst schon seit Jahrtausenden warnen.

Nun – bevor wir uns aber dem Kernthema zuwenden, brauchen wir ein paar Vorbemerkungen, denn ich merke schon, wie die Anhänger des primitiven dogmatischen Materialismus sich die Hände reiben, weil sie sich erhoffen, dass die „Esoteriker“ wieder eine Abfuhr erteilt bekommen. Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, woraus diese „Materie“ besteht? Ja – da müssen Sie sich Gedanken machen, es ist im Kleinen wie im Großen: vertrauen Sie nur der reinen Anschauung, so ist die Erde eine Scheibe, um die sich die Sonne dreht (und diese Beobachtung ist enorm seriös: Milliarden von Menschen machen sie jeden Tag: die Sonne geht auf, zieht über uns hinweg und geht wieder unter – ein Narr, wer etwas anderes denkt) – und das ganze Firmament.

Ich war mal beim Institut für Hochenergiephysik in Österreich (ja, Internet macht´s möglich – auch ohne großen Reiseaufwand inklusive Umweltzerstörung), habe mich über das Atom aufklären lassen:

Allerdings wissen wir schon längst, dass ein Atom alles andere als unteilbar ist. Es baut sich auf aus einer Atomhülle, die je nach Element aus verschieden vielen Elektronen besteht, und einem Atomkern. Interessant sind dabei die Größenverhältnisse: während die Hülle (und damit das Atom selbst) typischerweise 10-10m durchmisst (das ist ein Zehnmillionstel Millimeter), ist der Kern noch etwa zehntausendmal kleiner. Wäre der Atomkern ein Fußball, so wäre die Atomhülle so groß wie etwa 440 Fußballfelder.

Also ist das Verhältnis Atomkern zu Atomhülle 1: 10000. 1 Teil Atom gegen 10 000 Teile gar nichts, bzw. keinerlei festen Substanz – das wollen wir erstmal festhalten.

Sicher, unsere Anschauung sagt uns, dass alles herum fürchterlich dicht und fest ist: aber zur Feststellung dieser (falschen) Tatsache verfügen wir nur über sehr grobschlächtige Instrumente („Augen“, zum Beispiel), die uns eine Illusion von Materie vermitteln, die genauso irreal ist wie die „Scheibenwelt“.

99,999 % der Welt bestehen aus … GAR NICHTS. Ein Wunder, dass wir nicht sofort zum Erdkern heruntersinken …. aber scheinbar gibt es da noch mehr Elemente als „Materie“, die wir zu berücksichtigen haben. Das zu erklären, wollen wir mal der Physik überlassen. Wir wollen aber mal eins festhalten: „Geist“ scheint in dieser Welt noch das Festeste zu sein, an das wir uns klammern können – der Rest scheint doch sehr hohl zu sein. Und weiter möchte ich folgern: wo Geist (mangels sonstiger fester Masse) auf einmal eine solche Dominanz erhält, ist Platz für viel echte Zauberei: da ist das „Über-Wasser-laufen“ noch eine der leichtesten Übungen.

Denken Sie selbst nach – und vertrauen Sie den nicht sektengebundenen Physikern (der „dogmatische Materialismus“ – gleichermaßen beliebt bei Kapitalisten und Kommunisten – ist eine Sekte … wie alles, was sich um ein religiöses Dogma schart) und ihre Messungen – sie werden sehen, dass sich Welten voller Zauber offenbaren: so impliziert doch die „viele-Welten-Interpretation“ der Beobachtungen des „Doppelspaltexperimentes“ das wir in jeder Millionsten Sekunde Billionen von Welten gebären:

Eine weitere Interpretation ist die sog. Viele-Welten-Interpretation. Dort geht man davon aus, dass sich unsere Welt zu jedem Zeitpunkt in unendlich viele parallele Welten aufspaltet, in denen jeweils ein bestimmter Ausgang des Experimentes realisiert ist (z.B. jeweils eine Welt für die Wege 1 und 2). Dies löst das Problem des Geistercharakters der Teilchen, da nun in jeder Welt die Position deterministisch bestimmt ist.

Völliger Irrsinn, oder? Und das ist nur der Anfang. Schon die Heisenbergsche Unschärferelation kam auf den „Wellencharakter der Materie“ … womit jede „feste Substanz“, die uns unsere primitiven Sinne täglich vorgaukeln, ins Reich der Phantasie verbannt wurde. Na ja – nicht umsonst haben Physiker eine mathematische Symbolsprache entwickelt, die außer ihnen keiner versteht: Anlagebetrüger arbeiten nach ähnlichem Muster.

Eine lange Vorrede – eine Vorrede, die zeigt, wie viel Platz für Magie und Zauberei in unserer Welt ist. Was mit Sicherheit „real“ ist, ist der menschliche Geist (ja, in der Tat auch sein Denken, aber nicht unbedingt sein denken in „Sprache“), er war nie etwas anderes als „Welle“, als Schwingung – als Geist, der im Moment des Todes lediglich die zeitlich sinnvoller Weise beschränkte Kooperation mit anders schwingenden Wellen beendet (die möglicherweise sogar nur durch seinen „Willen“ zusammengehalten worden ist, sich aber aufgrund ihres minderen Charakters nicht für längerfristigen Gebrauch eignen) und für sich auf anderen Ebenen des Seins weiterschwingt – wir werden noch ein paar Jahrhunderte brauchen, um hier klar sehen zu können, schätze ich mal.

Nun geschieht derzeit auf Erden etwas ganz Besonderes, ja, sogar historisch Einzigartiges: diese Welt der Magie, Mystik und Zauberei trifft auf das moderne „Ego“, eine künstlich in den fünfziger Jahren produzierte und der westlichen Menschheit mit großer Gewalt aufgedrückten Existenzform, die sich selbst als das einzig reale im Universum begreift.

Ja, genau: das hatten wir schon mal, diese Sichtweise erlebte schon unwillkürliche Höhepunkte bei den Denkern des Mittelalters, die sich als Zentrum des Universums sahen – aber halt nicht sich persönlich, sondern die Menschheit an sich. Heutzutage ist sogar dieses „Wir“ zuviel, heute gilt nur noch ein“Ich“.

Trifft nun dieses megagroße aufgeblasene aber kaum charakterlich ausgeformte „Ich“ auf die unfertigen Deutungen der Physik, geschieht etwas Besonders: eine absonderliche Mutation der Geschichte entsteht, eine verformte, deformierte und letztlich tödliche Religion erhebt ihr fürchterliches Haupt über die Welt um Tod und Verderben zu säen … und die Bande zwischen den Menschen zu zerschneiden.

Was es gemeint?

Nun – die US-amerikanische Kultur des Wunschdenkens. Sie kommt auf allen möglichen Wegen daher, dominiert auch die bundesdeutsche „Beraterkultur“ und „Selbsthilfeliteratur“ – mit erstaunlichen Ansprüchen (siehe sein.de):

 „Glücklich, so viel habe ich gelernt, bin ich dann, wenn ich das Leben mit allem, was es mit sich bringt, in die Arme schließe“, sagt Neale Donald Walsch in seinem neuen Buch „Glücklicher als Gott“.

Glücklicher als Gott. Vielleicht auch mächtiger als Gott?

Spinnen wir den Gedanken nicht weiter, bleiben wir bei der Technik: dem Gesetz der Resonanz oder der Anziehung.

Was es besagt?

Nun – das ist im Prinzip ganz einfach: man macht aus dem Spruch „Gleiches zieht Gleiches an“ ein Naturgesetz. Man könnte auch einen anderen Spruch nehmen und so eine andere Religion aufbauen („Ungleiches ergänzt sich gern“). Auch das Prinzip des Verkaufens dieser Botschaften (die in aller Regel enorm teuer sind) ist immer das Gleiche, auch wenn es sich unterschiedlich realisiert: man argumentiert mit Fallbeispielen.

Vor Jahrzehnten habe ich mal eine eigene Philosophie in dieser Hinsicht entwickelt (ein Spaß, den ich oft erzählt habe … bis ich germerkt hatte, dass andere ihn zu einem Lebenshilfebuch verarbeitet hatten): die Macht des Klopfens. Ja – genau, klopfen Sie drei mal auf den Tisch, wünschen Sie sich dabei etwas (sollte schon ein innigster Herzenswunsch sein) – uns schon geht ihr Wunsch in Erfüllung. Ja doch, machen Sie mal das Experiment – und beschreiben Sie mir den Erfolg.

Ja, sicher, bei vielen passiert gar nichts. Aber … gemäß den ehernen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit werden einige Erfolgsgeschichten mein zweites Buch füllen: dass nach dem Klopfen immer nur Negatives eintritt, ist extrem unwahrscheinlich. Nach dem zweiten Buch kommen dann Filme, Seminare, Vorträge. Wer keinen Erfolg hat, ist halt selbst schuld: falsch geklopft, falsch gewünscht, falsches Holz am Tisch, Menschen mit dunklen Gedanken im Zimmer – die Anzahl der Ausreden ist unendlich.

Das ganze reicht für ein paar Millionen Euro Umsatz … und eine Vielzahl von Menschen, die an ihrer Klopfunfähigkeit verzweifeln.

Auch die Philosophie des Herrn Walsch ist nichts Neues – schon seit Jahrtausenden empfehlen Herrscher den Untertanen ihr Schicksal zu aktzeptieren. In Deutschland ist eine Bärbel Mohr mit ihren „Bestellungen beim Universum“ berühmt geworden, leider verstarb sie früh (siehe Sein.de):

Was bedeutet es, wenn mit Bärbel Mohr eine der bekanntesten Protagonisten der „Bestellungen ans Universum“ an Burn-Out und Krebs verstirbt? Ein Einzelfall? Oder ist diese Philosophie vielleicht doch nur ein grandios gehypter Irrtum, der eine Menge Geld mit den Wunschträumen von Glückssuchern verdient? Was ist dran am Gesetz der Anziehung? Haben wir da was falsch verstanden?

Weniger egomane Kulturen hätten das als Wink der Geister, der Ahnen oder der Götter verstanden, den Lebensweg radikal zu ändern – nicht jedoch die „Gläubigen“, die wider aller Erfahrung der Geschichte … und wider alle Menschlichkeit, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft … ihren Alptraum weiter verbreiten wollen:

Dennoch glaube ich, dass diesen Theorien eine spirituelle Wahrheit zugrunde liegt. Dass Resonanz tatsächlich eines der grundlegenden Gesetze des Universums ist – gerade in unserer Zeit. Ich habe tausende Male erlebt, wie sich die äußere Realität nach inneren Durchbrüchen innerhalb kürzester Zeit radikal verändert hat. Wie durch das Begreifen bestimmter Lernaufgaben manche Situationen, (die sich vorher wie ein roter Faden durch mein Leben zogen) einfach nicht wieder aufgetaucht sind. Wie durch kleine Verschiebungen in meinem Inneren wahre Wunder im Äußeren passiert sind. Ich würde trotzdem niemals versuchen, solche Veränderungen mit meinem Willen „herbeizuführen“.

Die äußere Realität verändert sich in der Tat gerade in großem Ausmaß – weniger allerdings aufgrund der inneren Prozesse von David Rotter (Autor des Artikels zum Tode von Bärbel Mohr), sondern aufgrund von konkreten Entscheidungen von Menschen mit Macht – und hiermit sind wir beim zentralen Thema, denn darum geht es bei dieser Religion: um Macht und Selbstherlichkeit, um die Macht des Egos von David über den ganzen Rest des Universums.

Früher hatte man solche Typen „Schwarzmagier“ genannt, heute sind die Leitbild einer ganzen Kultur.

Natürlich hat David recht mit seiner Beobachtung: in der Tat geschehen manchmal auch positive Dinge um uns herum. Und manchmal geschehen sie sogar gleichzeitig mit Veränderungen im Inneren – nur ist der Schluß, dass das eine das andere bewirkt, sehr willkürlich. Ebenso können wir die Beobachtung machen, dass sich die Sonne um die Erde dreht: jeden Tag! Trotzdem ist das falsch.

Was aber viel schlimmer ist: völlig ausgeblendet wird in dieser Religion der „Andere“.

Kein Wunder: der Egomane hat keinen Blick für den anderen Menschen, hält ihn für eine Illusion – wie den Rest der Welt, ein belangloser Bestandteil eines Universums, das sich den eigenen Wünschen zu fügen hat. Der „Andere“ hat jedoch gelegentlich auch ganz eigene Wünsche … eigene, egomane Wünsche, kleine Träume von Reichtum durch Ramschpapiere, Waffenhandel, Frauenhandel, Drogenhandel und was es noch so an Ärgerlichkeiten gibt. Gelegentlich hat der Andere auch mal Lust auf Vernichtungslager oder Weltkrieg – da sind halt die Wünsche so verschieden, wie die Menschen, die sie haben.

Auch die großen Gurus der Selbsthilfeszene sitzen nicht glücklich im Wald herum und warten darauf, dass ihnen – wie im Schlaraffenland – die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, nein, sie arbeiten hart und diszipliniert an ihren Verkaufsgeschichten, schreiben Bücher, drehen Filme, veranstalten Seminare und halten Vorträge … alle mit dem völlig irrationalen Verkaufsversprechen, dass man nach Zahlung des Geldes Aladins Wunderlampe in Händen hält.

Und die Preise der Gurus sind saftig (siehe Süddeutsche):

Auf seiner Website sendet der selbsternannte Trainer der nächsten Erfolgsgeneration Grüße von Richard Bransons Privatinsel und lädt ein paar Klicks weiter nach Hawaii ein, zu seinem Seminar „Billionaire-Bootcamp“.

Na ja, nicht ganz, ohne Flug und Unterkunft kostet der Spaß 10995 US-Dollar. Meine Friseurin war in diesem Jahr dabei und musste, mit Blumengirlande behangen, auf dem fiesen Teppich eines Konferenzsaals herumkrabbeln, „Ich tue es!“ rufend.

Tja – und wenn dann der Zauber nicht klappt, war man halt selbst Schuld,

Je weniger er klappt, umso miserabler ist man selbst. Holocaust, Tsunami, Weltkrieg … das kleine Ego bekommt die Verantwortung für jedes kleinste Missgeschick der gesamten Weltgeschichte

Auf kritische Fragen, wie denn Opfer von Katastrophen oder despotischen Systemen und todkranke Kinder ihre Tragödie auf schlechte Gedanken zurückführen sollen, kontern die Muntermacher: „Der Einzelne oder eine ganze Gesellschaft haben sich wohl auf eine Frequenz gebracht, die mit Unglück auf der gleichen Welle schwingt.“ Sie schlagen vor, dass andere diese schlechten Nachrichten meiden sollen, um sich von den „bad vibes“ nicht anstecken zu lassen. Macht man das am besten auch mit Freunden, die in einer Krise stecken?

Alle Gauner, Lumpen, Mörder, Vergewaltiger und Zuhälter werden den Gurus zujubeln; endlich haben sie eine Welt, in der sie sich hemmungslos austoben können.

Nächstenliebe … ist etwas für Sozialromantiker.

Die Verantwortung für jede böse Tat – und sei sie noch so brutal, pervers und abartig – wir allein den Opfern zugeschrieben: das Paradies für brutale, perverse und abartige Menschen ist nah.

Es wird die Hölle auf Erden werden … und darum stehen diese Gedanken unter der Rubrik „Politik“.

„The Secret“ … und wie seine ganzen Abarten und Vorgänger auch noch heißen mögen … ist ein tödliches Geheimnis.

Und für religiöse, magische, mystische Menschen die dunkle Seite der Macht, der Teufel, Cthulhu persönlich, der Antichrist … oder einfach erschreckend dämlich.

Das Gegenteil des Geheimnisses „wünsch Dir was“ ( mit dem der Satan laut christlicher Legende schon den Sohn Gottes verführen wollte)?

Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.

Politisch gesehen: Sozialstaat für alle statt Vernichtungslager für die Minderwünscher, die es einfach nicht gebacken bekommen und der Welt nur auf der Tasche liegen.

Natürlich gibt es Menschen, die diese Religion gut finden: jeder, der was hat, wird zum Gott erhoben, jedem, der nichts hat, wird versprochen, dass er bald alles hat, was der hat, der schon jetzt was hat: eine irrationale Kultur grenzenloser Gier, für die wir im Prinzip wirklich jede Sekunde unendlich viele Universen entstehen lassen müßten.

Und was ist nun mit der wirklichen, echten, realen Zauberei?

Nun – die ist wohl ein wirkliches, echtes, reales Geheimnis. Ist ja auch logisch: wäre sie bekannt, wäre sie nicht mehr geheim.

Eine Tip möchte ich jedoch geben: es mag sein, dass alle Not nur dazu dient, den Charakter zu formen, ihn so stark zu machen, dass der Geist ohne Schmerzen über die Schwelle des Todes treten kann – in jenes lockerer gestrickte Reich, wo seine Gedanken Realität werden können … weshalb nur charakterlich starke Wesen Einlass finden – wie Gandhi, Alber Schweizer oder Mutter Theresa.

Doch hierüber sprechen wir ein ander mal.

 

 

 

Gedanken von Mutter Natur

Frustriert beäugte sie den Planeten. Ihr Gesichtsfarbe verblasste immer mehr, als sie einzelne Orte genauer betrachtete. Was ihre Augen sahen, verhiess nichts Gutes. Ab und an entdeckte sie Gebiete, die wenigstens ein kleines Lächeln in ihre farblosen Gesichtszüge zaubern konnte. Aber diese Momente waren dünn gesät und gingen in der Menge der überall sonst anzutreffenden Katastrophen unter. Am liebsten wäre sie spurlos verschwunden, hätte den Planeten seinem unglücklichen Schicksal überlassen. Aber so einfach war das nicht. Sie war von Anfang an dabei gewesen und musste es nun auch weiterführen. Gesetz ist Gesetz. Vor allem wenn es sich um Naturgesetze handelt.

Mutter Natur seufzte. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Sie wollte ein Paradies schaffen, unterschätzte aber die Eigendynamik der Entwicklungen, die sich hier vollzogen. Geplant war ein blauer Planet, der eigentlich noch über zwei Milliarden Jahre den verschiedensten Spezies als Lebensgrundlage dienen sollte. Gleichzeitig war er als Arche Noah des galaktischen Lebens gedacht. Eine einsame Insel der Fruchtbarkeit im leeren, kalten Weltraum. In seiner gesamten Lebensspanne hätte er so viele neue Planeten mit seinen Keimlingen besiedeln können. Aber aus der Hegemonie des Lebens wird in diesem Teil der Milchstrasse wohl nichts, dachte sie sich. Wie es aussieht, endet jegliche Existenz auf diesem Planeten viel früher als erwartet und die Ausbreitung des Lebens hier wird um Milliarden Jahre zurückgeworfen.

Bei dieser Erkenntnis schüttelte sie traurig den Kopf. Gut, es waren noch zwei Monde in Reserve. Io und Europa. Aber die wurden sprichwörtlich auf Eis gelegt, denn die Erde stellte ein Glücksfall dar und bot optimalste Bedingungen. Es gibt zwar unzählige Planeten in der Milchstrasse und viele können und sind mit verschiedensten Lebensformen besiedelt, aber die Erde ist in dieser galaktischen Ecke ein Sonderfall. Eine gutmütige Sonne, die eine gemässigte Strahlung hat und eine lange Lebensdauer, ein Mond der für Strömungen sorgt, ein Magnetfeld und eine Atmosphäre, die wie ein schützender Mantel die Erde umhüllt und so vor kosmischer Strahlung bewahrt, eine Rotation, welche die Temperaturunterschiede  auf dem Planeten  moderat hält und so weiter und so weiter. Im Umkreis von vielen Lichtjahren gibt es keinen Zweiten, der so viele optimale Bedingungen für die Entwicklung von Leben vorweisen kann. Umso tragischer ist  die Tatsache, dass diese einzigartige Arche nun vorzeitig untergeht, bevor sich der Samen auf andere Welten verteilte. Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen, wenn doch alle Voraussetzungen so erfolgsversprechend waren. Mutter Natur liess die irdische Entwicklung vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen.

Alles lief gut, die Ursuppe wurde genährt von kosmischen Mitbringseln in Form von Kometen und Meteoriten. Die ersten Lebewesen hatten einen riesigen Spielplatz und konnten sich mit ihrer genetischen Vielfalt austoben. Mutter Natur sorgte dafür, dass jeder genug Ressourcen zum Ausprobieren hatte. Ab und an vermieste ein kometenhafter Reisender die Idylle und verbreitete Chaos. Oder ein irdischer Pickel platzte mit viel Asche und Rauch. Aber die zeitlichen Räume zwischen den Katastrophen reichten, um die Entwicklung des Lebens voranzutreiben. Irgendwann kam der Zeitpunkt, wo das Gesetz der natürlichen Auslese von einer Spezies ausgehebelt wurde. Dem Menschen. Er entwickelte ein Denken, dass sich von allen Lebewesen auf der Erde grundlegend unterschied.  Zeitgleich passte sich sein Hirn den zusätzlichen Anforderungen an. Er konnte kognitiv mehr verstehen als die Tiere und dieses Wissen seinen Artgenossen sprachlich in irgendeiner Form weitergeben.  Diese Fähigkeit katapultierte den Homo Sapiens Erectus vom Mittelfeld an die Spitze der Nahrungskette. Er ist die einzige Spezies auf dem Planeten, der schwächeren Mitbewohnern aufgrund seines Intellektes ein Überleben ermöglichen kann. Hätte er diese  Fähigkeit nicht, würde die halbe Menschheit als Futter dienen. Sie hätte nie den Entwicklungsstand erreicht, den sie heute besitzt.

Nachdenklich kratzt sich Mutter Natur am Kinn. Hätte sie hier einschreiten sollen? Nein, denn irgendeine Spezies sollte ja den Samen auf andere Planeten bringen und so für die Ausbreitung des Lebens sorgen. Der Mensch mit seiner intellektuellen Entwicklung schien dafür prädestiniert. Er war auch auf gutem Wege, hatte schon seinen Trabanten besucht und andere Planeten und Monde mit Sonden erforscht. Bei jeder Mission schafften es während der Konstruktionsphase immer wieder ein paar Mikroben in die Satelliten und die wurden im Sonnensystem verteilt. Diese genetischen, organischen Bausteine des Lebens warten jetzt nur auf eine weitere Ursuppe, um aktiv zu werden. Doch das dauert wieder sehr lange. Zeit ist nicht das Problem, sinnierte Mutter Natur, es ist nur bedauerlich, dass die Entwicklung unzähliger Arten von nur einer einzigen Lebensform wieder zerstört wird. Lange hatte sie die Hoffnung, dass die Kollegin von der Abteilung Evolution die menschliche Entwicklung entsprechend lenkte, was sie auch tat. Aber schlussendlich musste sie sich ebenfalls eingestehen, dass die Dinge nicht so liefen, wie es gedacht war. Der menschliche Intellekt wuchs derart schnell, dass keine Zeit blieb, die alten Urtriebe abzulegen. So kam es, wie es kommen musste. Seit sich die menschliche Intelligenz ihrer bewusst ist, findet ein Kampf statt zwischen den Urtrieben mit all seinen zerstörerischen Kräften und dem fürsorglichen Miteinander, welches auf Güte und Nächstenliebe aufbaut. Einzelne Völker hatten den Kampf bereits hinter sich gelassen. Sie lebten Jahrtausende im Einklang mit der Natur und wären sie nicht ausgerottet worden, könnten sich die heutigen Menschen an ihnen orientieren und lernen wie ein umweltverträgliches Miteinander funktionieren kann. Aber leider sind nur noch Scherben übrig. Wenn die Urtriebe das menschliche Handeln bestimmen, bleibt nichts verschont. Sie überwalzen alles, was sich in den Weg stellt. Aber vielleicht könnte man alle Scherben zusammentragen und versuchen den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Hoffnung keimte in Mutter Natur auf. Aber im gleichen Moment erkannte sie, dass schon zu viel zerstört war, um es wieder aufzubauen. Der Mensch hat sich mittlerweile zu weit von der Natur entfernt. Er merkt nicht einmal mehr, wie er ihr mit seinem Handeln schadet. Innerhalb eines Jahrhunderts hat er es fertig gebracht, soviel zerstörerisches Potential zu entfesseln, dass die Erde mindestens für zehn Millionen Jahre damit beschäftigt ist, den ganzen Müll  wegzuräumen. Wenn der Mensch in absehbarer Zeit von der Bildfläche verschwindet, hinterlässt er ein strahlendes Erbe in Form von Atomruinen. Bis dahin hat er fast fünfhundert von den Reaktoren gebaut, obwohl er von Anfang an nicht wusste, wie man sich dem tödlichen Zeugs wieder entledigt. Er plante zwar Endlager, scheiterte aber an seinem Unvermögen, Zeiträume von Millionen von Jahren richtig einzuschätzen. In dieser Zeit wuchsen die Alpen kilometerweit in den Himmel. Solche Naturgewalten will der Mensch kontrollieren können? Mutter Natur schüttelte abermals den Kopf über so viel Grössenwahn. An die zehntausenden von Atombomben, die noch irgendwo rumstanden wollte sie gar nicht denken. Andere Arten waren da schlauer.

Mit Wehmut dachte sie an die schöne Zeit zurück. Vor vielen Millionen von Jahren entwickelten sich schon Hochkulturen. Sie lebten mit den Kräften der Natur, konnten mit ihr kommunizieren, waren mit dem Umgang verschiedenster Energieformen vertraut  und lebten mit dem natürlichen Einklang, dass man alles in gleichen Teilen gibt, wie man nimmt. So herrschte ein ausgeglichener Ressourcenhaushalt.  Leider beendeten Katastrophen kosmischen oder irdischen Ursprungs immer wieder den weiteren Aufstieg dieser Kulturen. Aber Mutter Natur war zuversichtlich, dass sich das Leben wieder erholte, diese positive Entwicklung sich fortsetzte  und so war es auch. Dank des umsichtigen Handelns der einzelnen Hochkulturen, waren die zig Millionen Jahre später folgenden neuen Lebensformen in der Lage, den Planeten weiter zu nutzen und zu gedeihen. Bis heute. Nach dem Menschen muss aber ein Entwicklungsstopp eingeschaltet werden. Erst wenn die letzte Verstrahlung und Verseuchung beseitigt ist, kann man der Abteilung Evolution wieder grünes Licht geben. Der Bauer pflanzt ja sein Saatgut auch auf gesunde Erde und nicht auf Müll. Eigentlich weiss der Mensch, wie es richtig gemacht wird, aber die Urtriebe gewinnen auch diese Schlacht.

Mutter Natur schaute wieder zur Erde hinab. Tränen füllten ihre gutmütigen Augen. Und jetzt bereitet der Mensch sein Finale vor. Auf der ganzen Welt injiziert er  Frack-Fluide in die Erde. Kilometertief. Presst giftige Substanzen in gesunden Boden, der in ernährt. Die Abscheulichkeit dieses Handelns lässt sie erschaudern. Ein Drittel der Oberfläche des blauen Planeten ist Land und dieses kleine Stückchen Erde, dass alle Landlebewesen beheimatet wird von einer einzelnen Lebensform so stark vergiftet, dass alle anderen auch daran zu Grunde gehen werden. Und nicht nur an der Oberfläche, sondern eben – kilometertief. Aber wie schon beim Atomproblem kann und will der Mensch die zukünftigen Konsequenzen seines Handelns nicht abschätzen. Wenn in zehn bis zwanzig Jahren die Gifte die Erdschichten durchwandert haben und alles Leben verseuchen, ist der letzte Akt irdischen Daseins eingeläutet. Wer nichts zu Essen hat, der verhungert. So wird es allen ergehen. Ein paar hartnäckige Überlebenskünstler werden sich gegenseitig auffressen aber das nützt trotzdem nichts. Sie vergiften sich mit der Beute und irgendwann sind auch  die alle weg.  Das war’s dann. Viren und Bakterien werden vermutlich als Letzte das irdische Lebenslicht ausknipsen, bevor auch sie die Bühne der Evolution verlassen. Dann herrscht Ruhe. Einzig die Abteilung Evolution arbeitet weiter auf Hochtouren. Sie versucht alle vom Menschen produzierten Substanzen und Strahlungen auf die neuen Lebensmodelle genetisch zu übertragen. Damit sollen den neuen Lebensformen grössere Chancen eingeräumt werden. Aber bei der Vielzahl von Schadstoffen ist es fast unmöglich einen Organismus zu kreieren, der resistent auf alles Schädliche ist, was der Mensch je hervorgebracht hat. Da stösst sogar die Schöpfung an ihre Grenzen. Wenn nichts funktioniert, muss die Erde ihre Generalreinigung arbeiten lassen und zwar so lange, bis alle jetzigen Landmassen zusammengeschmolzen wurden. Tektonische Bewegungen spielen sich im Millimeter bis Zentimeterbereich ab – pro Jahr.  Deshalb wird dieser Säuberungsprozess sicher hunderte Millionen Jahre dauern. Neu entstandene Landmassen sind dann sozusagen klinisch sauber und können wieder gefahrlos besiedelt werden.

Mutter Natur wurde wütend. Soviel Entwicklung in den letzten paar hundert Millionen Jahren und alles vergebens. Der Mensch entpuppt sich als grösster Fehlgriff in der Evolution und die Natur verzeiht keine Fehler. Zum Glück. Sonst würde diese Spezies noch andere Welten verseuchen und weitere Erfolge der Evolution mit seinem unnatürlichen Handeln zunichtemachen. Demzufolge wäre es besser, den Menschen zu entsorgen, bevor er noch grösseren Schaden anrichtet. Schadensbegrenzung eben. Mutter Natur dachte darüber nach, ob sie den Untergang der humanen Rasse forcieren sollte. Nach kurzem Überlegen kam sie zur Ansicht, dass es sogar sinnlos ist, Ressourcen für den Untergang zu mobilisieren, zu viel wurde für diese unfähige Gattung schon aufgewendet. Also übt sie sich in Geduld mit der Gewissheit, dass sich das Problem von selber erledigt. Er war bis anhin nicht in der Lage, sein Handeln ökologisch zu gestalten, also wird er es auch in der Zukunft nicht schaffen. Das Resultat liegt auf der Hand. Er zerstört seine eigene Lebensgrundlage und geht schlussendlich an seinen produzierten Giften und Müllbergen zugrunde. Und das wird nach dem Stand der Dinge nicht mehr lange dauern. Hundert Jahre hat er gebraucht, bis der Planet unrettbar verseucht war. In weiteren hundert Jahren wird er sich selber endgültig aus den Geschichtsbüchern löschen. Also muss sie nichts tun, ausser abwarten. Sie könnte in der Zwischenzeit der Evolutionsabteilung einen Besuch abstatten. Vielleicht sind Io und Europa doch bessere Kandidaten. Es ist zwar schwieriger  hier etwas Beständiges zu machen, aufgrund der Bedingungen, aber einen Versuch ist es sicher wert. Aber bevor sie sich einer anderen Baustelle widmet, sollte die Alte aufgeräumt werden.

Sie blickte auf das weite Blau der Ozeane. Hier hätte noch eine Möglichkeit bestanden, die Evolution voranzutreiben. Aber Gifte und Strahlung kennen keine Grenzen und so werden auch die Meere über kurz oder lang lebensfeindlich werden. Ein Wassertropfen braucht ungefähr tausend Jahre, bis er alle Meere mit all ihren Tiefen durchwandert hat. Somit haben die verbliebenen Meeresbewohner noch etwas länger Zeit. Aber bei den Unmengen an Abfall, die im Meer entsorgt wurden, könnte sich diese Zeitspanne erheblich verkürzen. Zudem kommt permanent tödliches Material vom Land her und beschleunigt die Ausrottung maritimen Lebens. Es nützt alles nichts.

Mutter Natur kann es drehen und wenden wie sie will. Es läuft immer auf das gleiche Resultat hinaus: die Erde stirbt. Eigentlich müsste der Mensch solange weiterexistieren und die ganze Tragödie miterleben. Das wäre eine entsprechende Strafe. Aber auch hier drückt er sich vor der Verantwortung und verschwindet als einer der Ersten von der Bildfläche.

Angewidert wendet sie sich ab. Das Experiment mit der Rasse Mensch dauert circa hunderttausend Jahre und verursacht einen Schaden von hunderten von Millionen, wenn nicht gar Milliarden von Jahren. Auf diese Leistung können die von der Evolutionsabteilung nicht gerade stolz sein. Aber wo gearbeitet wird, fallen bekanntlich Späne. Mutter Natur ist sich jedoch sicher, dass der Fehler nicht zweimal gemacht wird. Mit diesem hoffnungsvollen Gedanken widmet sie sich wieder ihrer Arbeit und umsorgt liebevoll all die Lebewesen im Universum, welche die Geschenke von Mutter Natur zu schätzen wissen und im Einklang mit ihr gedeihen.

Und in Fukushima qualmt es

Wo wir gerade beim Thema sind:

Sicherlich auch erstmal ganz harmlos… bis sich die Wahrheit nicht mehr verheimlichen lässt. Vielleicht sollte man doch alle Atomkraftwerke abschalten. Wobei, wie man bei Stuttgart 21 gerade sieht, hilft Grüne wählen da ja eher nicht. Na ja, ohne Atomstrom wären die ja auch obsolet. Und ganz komisch ist: in Italien funktioniert das. Ausgerechnet.

Der Heilige Geist, die Angst, Hartz IV und das Wohlstandsevangelium

Heute ist Pfingsten. Kaum einer weiß noch, was wir feiern, aber alle wollen Montag frei haben. Pfingsten ist - neben Ostern - das wichtigste Fest der Christenheit, die allerdings lieber Weihnachten feiern. Was Pfingsten ist, ist schwer zu erklären, ohne auf die weltfremde Terminologie der Christen selbst zurückzugreifen, die sie oft benutzen, wenn sich Worte machen wollen, ohne etwas zu sagen. Der Tag hat mit dem "Heiligen Geist" zu tun, eines jener Momente der "Heiligen Dreifaltigkeit" des christlichen Gottes, wird aber auch als Geburtstag der Kirche verstanden. Letzteres verstehen wir, Ersteres eher nicht.

Heute ist Pfingsten. Kaum einer weiß noch, was wir feiern, aber alle wollen Montag frei haben. Pfingsten ist – neben Ostern – das wichtigste Fest der Christenheit, die allerdings lieber Weihnachten feiern. Was Pfingsten ist, ist schwer zu erklären, ohne auf die weltfremde Terminologie der Christen selbst zurückzugreifen, die sie oft benutzen, wenn sie Worte machen wollen, ohne etwas zu sagen. Der Tag hat mit dem „Heiligen Geist“ zu tun, eines jener Momente der „Heiligen Dreifaltigkeit“ des christlichen Gottes, wird aber auch als Geburtstag der Kirche verstanden. Letzteres verstehen wir, Ersteres eher nicht.

Im Prinzip erlaubt der „Heilige Geist“ uns Menschen, Gott erfahren zu können – jedenfalls einen Teil von ihm, den er der Welt zu Verfügung stellt. Viele Menschen lehren (auch außerchristliche) Traditionen, in denen die direkte Erfahrung Gottes in der Welt möglich ist – wie zum Beispiel der Mönch Willigis Jäger, der östlichen Wegen der Meditation den westlichen Weg der Kontemplation entgegenstellt. Das ist ein Teil der Welt, in der wir leben: auf der einen Seite Atheisten, die die Existenz Gottes ablehnen, auf der anderen Seite Menschen, die Gott erfahren.

Mittendrin, völlig verwirrt: wir.

Prinzipiell möchte ich sagen, das ich dazu neige, eher den Theisten zu lauschen. Sie haben eine Theorie und führen täglich praktische Beweise für ihre Richtigkeit an. Einfach mal Willigis Jäger lauschen. Es wäre ja auch schön, wenn es im Jenseits oder am Urgrund des Seins etwas gäbe, das uns vor den Gewalten der Welt schützen kann – oder einfach über den Tod hinweg hilft. Und wenn man das persönlich erfahren kann – dann sehe ich den Beweis als gegeben an. Ich würde keinen Nutzen darin sehen, hier überkritisch zu werden, weil ich weiß, das der Verstand schon überfordert damit ist, die Existenz des Stuhles zu beweisen, auf dem ich sitze – einfach mal Descartes und Kant lesen, dann weiß man, welche Probleme da auf einen zukommen können.

In einer recht alten Schrift, an deren Titel ich mich nicht erinnern kann, wurde mir in meiner Jugend plausibel nahegelegt, das das Judentum in die Welt kam um den Menschen die Angst zu nehmen. Die Angst vor Göttern (denen damals noch wöchentlich geopfert wurde, gerne auch Kinder), aber auch die Angst vor den unbezähmbaren Mächten der Welt, die damals als erste militärische Großmächte anfingen, Angst und Schrecken zu verbreiten.

Diese Sichtweise fand ich ganz in Ordnung.

Heute sind es Christen selbst, die Angst und Schrecken verbreiten – oft völlig umsonst. Götter, die Menschenfrauen vergewaltigen, haben wir abgeschafft – oder sie mussten dem Einen weichen, lediglich der ägyptische Ritus der Freimaurerei gestattete noch Verkehr mit Engeln, jedenfalls bis Rudolf Steiner ihn offiziell abgeschafft hatte. Die Mächte der Welt jedoch … sind schlimmer geworden als je zuvor. Einfach mal aus dem Fenster schauen – selbst im superreichen Deutschland kann man es erkennen:

jeder Quadratzentimeter ist verteilt, jeder Apfel, jede Beere, jeder Bach gehört irgendjemandem. Und den vielen, denen nichts gehört, leben in ständiger Angst davor, das man ihnen das fortnimmt, was ihr Körper zum funktionieren braucht: der Horror des willkürlichen Hungertodes in diesem Land hat unter dem Stichwort „Hartz IV“ Gestalt angenommen.

Nun will man uns einreden, das die Angst der Deutschen so etwas wie ein genetischer Defekt ist, womit man natürlich nebenbei sagt: es gibt gar keinen Grund für eure Angst. Wer Angst hat, ist bescheuert.  Angst vor dem Atom ist ja gerade weit verbreitet, ebenso die Angst davor, was denn passiert, wenn das Atom keinen Strom mehr liefert, was für manche das Ende Deutschlands bedeuten könnte.

Was nun die genetische Disposition der Angst der Deutschen angeht, so kann ich den Streit der Genetiker vielleicht schlichten: ich zum Beispiel brauche keine Gene, die mir die Schrecken der NS-Zeit nahebringen, ich hatte genügend Verwandte in einer sehr großen Familie, die Liveberichte vor Ort von sich gaben – in einer Zeit, wo man sein Leben noch nicht vor dem Fernseher verbrachte, waren die Geschichten der Großväter oft das Nachtmittagsprogramm. Die Ängste, die sie erleiden mußten, konnten sich noch ungefiltert übertragen, der Geschichtsunterricht lieferte dann die passenden Rahmendaten dazu. Wer so etwas erleben durfte, braucht keine Gene mehr, die ihm sagen, was Lampenschirme aus Menschenhaut in Vernichtungslagern wirklich bedeuten … und das in dem Land, das sich kulturell so hochstehend wähnte. Wenn denen das passieren konnte … was bedeutet das erst für uns heute und den Rest der Welt?

Es kann jederzeit wieder geschehen. Keine große Entwicklung seit dem Zeitpunkt, als die ersten babylonischen und sumerischen Imperien die friedlichen goldenen Zeitalter beendeten … nur ist die Macht der weltlichen Gewalten viel größer geworden, der Wahnsinn hat Dimensionen angenommen, die wir uns früher nicht hätten vorstellen können. Man muss sich das mal überlegen: wie beziehen Energie durch die Spaltung von Atomen … und wissen bis heute eigentlich nicht, was das ist, so ein „Atom“. Wir wundern uns nur jedesmal aufs Neue, was sich darin alles so tummelt und wie weit wir uns von den Modellen von Nils Bohr eigentlich entfernt haben.

Und was geschah mit dem Christentum seitdem, mit der Bewegung, die die elitäre Stellung des Judentums auflösen und den Heiligen Geist für die gesamte Menschheit zugänglich machen sollte?

Sie machen auch Angst … mehr allerdings als nur durch Weltuntergangsphantasien.

Das „Wohlstandsevangelium“ prägt weite Teile der Christenheit in den USA, taucht in verschiedensten Formen auf (manchmal auch ganz unreligiös als Psychologie getarnt oder völlig esoterisch als Mischmasch aus Wunschdenken und Physik) und predigt eine Religion der Macht: wer immer auch Erfolg hat – vor allem finanziellen Erfolg – der hat den Segen Gottes. Im Umkehrschluss ist derjenige des Teufels, der arm ist. Es ist eigentlich DIE Religion der USA: der Erfolg gibt einem Recht.

Es ist auch die Religion, die sich mit Hartz IV in Deutschland ausgebreitet hat: wer keine Arbeit hat, ist selber Schuld; die Tatsache, das er sich mit zehn anderen Arbeitslosen um einen einzigen Arbeitsplatz kämpfen muss, spielt in diesem irrationalen Weltbild keine Rolle. Es ist kein Zufall, das der Chef der Bundesagentur für Arbeit – neben unserem Bundespräsidenten – in der US-gefärbten Bewegung „Pro Christ“ aktiv ist … im Gegenteil: man braucht so eine Religion, um die Irrationalität von Hartz IV ertragen zu können. Wer nun aber noch reale Erinnerungen an die NS-Zeit hat, bekommt zurecht Angst: das Wohlstandsevangelium befördert den Glauben an lebensunwertem Leben – und was damit im Rahmen eines naturwissenschaftlich orientiertem Weltbild geschehen kann, ist uns allen noch gut im Gedächtnis.

Dort, wo Leben nur noch Materie ist und seine ihm eigene Heiligkeit verloren hat, gibt es kaum noch einen Grund, es bei vermuteter Dysfunktionalität nicht aus dem Alltag wegzusperren und in Umerziehungslagern zu verwalten, bis einem die Endlagerung dann doch zu teuer wird.

Es kann einem da schon Angst und Bange werden, wenn man merkt, was sich da ganz nebenbei ganz offensiv in unserer Gesellschaft ausbreitet:

Pro Christ veranstaltet Mega-Events im Stil der amerikanischen Evangelikalen mit Tausenden von Teilnehmern und Satellitenübertragung. In den Leitlinien heißt es: „Wir beten kontinuierlich, damit wir erkennen, welche Wege und Methoden wir wählen sollen.“ Dazu gehört ein Gebetsnewsletter. Auch hier gibt es keine Berührungsangst gegenüber Geld: „Pro Christ for business“ wirbt dafür, Geschäftsfreunde mit Jesus bekannt zu machen, und schlägt dazu Veranstaltungen in edler Atmosphäre vor, als Beispiele werden genannt: „Bentley-Salon, Ferrari-Halle, Edel-Werkstatt, Oldtimer-Ausstellung.“

Vergleicht man ihre „Gebete“ mit denen von Willigis Jäger, so findet man zwei vollkommen verschiedene Welten, erkennt aber auch scharf ihre Abgrenzungen: die einen instrumentarisieren Gott für ihre Geschäfte, die anderen bitten um eine Gnade … um eine Begegnung mit dem heiligen Geist.  Hochmut und Demut in klarer Abgrenzung zueinander….und Hochmut ist in christlicher Sicht eine Hauptsünde … jene Sünde, die den obersten Engel Gottes zum Teufel (und Herren der Welt) werden ließ.

Wie man das nun als Christ leben kann, erschließt sich mir nicht, ich vermag aber schon zu sehen, welche Probleme die Philosophie des Wohlstandsevangeliums mit sich bringt: wenn es so ist, das der Erfolg einem Recht gibt … dann kann es doch nur der Wille Gottes sein, der die Symbole des Teufels in Brand setzt:

In diesem Jahr registrierte die Polizei in Berlin nach aktualisierten Angaben bereits 70 politisch motivierte Brandanschläge auf Autos in der Hauptstadt. Dabei seien 85 Wagen direkt angegriffen worden, 58 weitere Fahrzeuge, die etwa in der Nähe standen, wurden beschädigt. Die meisten Brandstiftungen gab es im Mai. Oft gehen hochwertige Limousinen oder Firmenwagen nachts in Flammen auf.

Sofern die Herren und Damen Brandstifter Erfolg haben und nicht erwischt werden, sind sie wohl vom heiligen Geist beseelt und tragen Gottes Segen in sich, was ja auch logisch ist: sie zerstören die Symbole des Hochmutes, die als solche nur dem Teufel dienen. Wenn die jetzt noch ein „Tue Buße“-Schild an jedem Wrack anbringen, dann könnten sie sich fast als Kreuzfahrer wider das Reich Satans ausgeben und ihrem Vandalismus einen heldenhaften Anstrich geben … solange der Erfolg auf ihrer Seite ist, versteht sich.

Lassen sie sich erwischen, entzieht auch das Wohlstandsevangelium ihnen seinen Segen … womit man sagen kann: es ist wohl nicht der „Heilige Geist“, der als Ausfluss Gottes in der Welt diese selbstgefällige Religionsform inspiriert hat.

Im Rahme der christlichen Theologie ist es eher der … Andere, der Gegenspieler und Widersacher. Und das der sein Evangelium nun sogar unserem Bundespräsidenten predigen darf, sollte zu denken geben – man weiß ja letztlich nie, was für „Antworten“ die auf ihre „Gebete“ erhalten, welche „Wege“ und „Methoden“ ihnen da eingegeben werden … Hartz IV scheint ja eine davon gewesen zu sein.

Vielleicht sollte ich doch deren „Gebetsnewsletter“ abonieren?

Man sollte sich ja vielleicht für den Zeitpunkt wappnen, an dem die beschliessen, das unwürdige Gesochse aus ihrem „Reich Gottes“ zu entfernen, damit das Paradies Einzug halten kann.

 

 

Fukushima, der Krebs und anderes Teufelszeug in Deutschland

Will man die Katastrophen der Gegenwart verstehen, so hat man ein Problem: man findet keine Schuldigen. Früher war das einfacher: da hatte jeder seine Uniform und man wusste, auf wen man zu schießen hatte, um seine eigenen Interessen zu wahren. Heute sehen alle gleich aus, keiner trägt Verantwortung ... und trotzdem verschlimmert sich die gesellschaftliche Lage von Tag zu Tag. Der menschliche Körper hat ähnliche Probleme, wenn er Krebs hat. Krebs ist ja eine moderne Krankheit. Soll früher komplett unbekannt gewesen sein. Sie ist auch unheimlich und stellt Ärzte vor unlösbare Probleme: man kann kaum etwas abschneiden, weil der Krebs quasi überall ist ... oder nirgends.

Will man die Katastrophen der Gegenwart verstehen, so hat man ein Problem: man findet keine Schuldigen. Früher war das einfacher: da hatte jeder seine Uniform und man wusste, auf wen man zu schießen hatte, um seine eigenen Interessen zu wahren. Heute sehen alle gleich aus, keiner trägt Verantwortung … und trotzdem verschlimmert sich die gesellschaftliche Lage von Tag zu Tag. Der menschliche Körper hat ähnliche Probleme, wenn er Krebs hat. Krebs ist ja eine moderne Krankheit. Soll früher komplett unbekannt gewesen sein. Sie ist auch unheimlich und stellt Ärzte vor unlösbare Probleme: man kann kaum etwas abschneiden, weil der Krebs quasi überall ist … oder nirgends.

Krebs und Zivilisation sind untrennbar miteinander verbunden – auch gesellschaftlich, siehe Ippnw:

Von der Tschernobylkatastrophe vor 25 Jahren sind über 600 Millionen Menschen in ganz Europa gesundheitlich betroffen. Das geht aus einer aktualisierten Studie der IPPNW Deutschland und der Gesellschaft für Strahlenschutz zu den gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl hervor. Die Autoren werteten wissenschaftliche Untersuchungen aus der ganzen Welt aus.

Die Studie belegt eine um 15,8 Prozent erhöhte Säuglingssterblichkeit in Skandinavien. In Deutschland stieg die Zahl der Trisomie 21-Fälle signifikant an. In Süddeutschland häufte sich ein bei Kindern sehr seltener Tumor, das Neuroblastom. Untersuchungen stellen einen Zusammenhang zwischen Tschernobyl und einer starken Zunahme von Diabetes Typ I bei Kindern und Jugendlichen her. Das Tschernobylministerium der Ukraine publizierte, dass 1996 nur noch 18 Prozent der evakuierten Bevölkerung gesund war. Besonders erschreckend: Von den Kindern, die nicht selbst vom Tschernobyl-Fallout betroffen waren, deren Eltern aber erhöhter Radioaktivität ausgesetzt wurden, sank in der Ukraine der Anteil der Gesunden von 81 Prozent im Jahr 1987 auf 30 Prozent im Jahr 1996.

Ein einziger Gau mit 600 Millionen Opfern. Das dürfte Regierung, Wissenschaft und Industrie schon lange bekannt gewesen sein. Dabei ist „Tschernobyl“ noch lange nicht vorbei, wie die Welt heute erwähnt:

Der Sarkophag in Tschernobyl schützt die Welt vor Strahlen aus dem 1986 explodierten Reaktor. Doch die Radioaktivität zersetzt den Beton, warnt der Ex-Direktor des AKW.

Wir hätten also auch ohne Fukushima eine strahlende Zukunft vor uns. Das ist so das Problem mit den atomaren Spielzeugen: Metallklumpen von 2700 Grad lassen sich schlecht beherrschen – auch nicht durch gezielte Pressearbeit. So erfahren wir durch Monitor von der größten nuklearen Katastrophe der Neuzeit, gegen die namhafte Unternehmensberater und PR-Agenturen seit Wochen erfolgreich ankämpfen:

Aber von der eigentlichen Bedrohung redet TEPCO nicht. Und die liegt besonders in Block 4. Nicht der Reaktorkern ist hier das Problem, der war nämlich zur Zeit der Katastrophe ausgelagert im Abklingbecken. Davon geht die Hauptgefahr aus: Denn das Becken ist voll noch mit anderen, abgebrannten Brennelementen, zusammen 1.331 Stück. Abgebrannt, das klingt harmlos, bedeutet aber, dass sich im Brennelement besonders viel hochradioaktives Plutonium und Cäsium befindet. Und das Abklingbecken wurde bei einer Explosion massiv beschädigt. Ohne Kühlung schmelzen die Brennstäbe und die radioaktiven Spaltprodukte werden freigesetzt. So sieht normalerweise ein Abklingbecken aus. Die heißen Brennstäbe lagern zum Abkühlen dicht an dicht, mindestens 5 Meter tief unter Wasser. Mit einem großen Kran werden die Brennstäbe hin und her transportiert. Und so sieht das Abklingbecken von Block 4 jetzt aus. Der grüne Kran ist ins Becken gefallen, überall Trümmer, es qualmt. Die Kernschmelze unter freiem Himmel hat längst begonnen, erklärt Arnold Gundersen. Der Atomingenieur hat über Jahrzehnte in leitender Position in der Nuklearindustrie gearbeitet.

Wir können davon ausgehen, das sich die Fukushimastrahlung  schon längst zur Tschernobylstrahlung dazugesellt hat. Für eine Reise nach Deutschland braucht sie nur zwei Wochen wie Luise Wagner in Suite101 schreibt:

Die radioaktiven Substanzen, die aus der Reaktorruine Fukushima in Japan nach dem Erdbeben am 11. März 2011 entwichen waren, haben sich in der nördlichen Hemisphäre innerhalb eines Zeitraumes von zwei Wochen verteilt. Das veröffentlichte die Vorbereitungskommission zum Vertrag über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization CTBTO) in einer entsprechendenPressemitteilung gestern in Wien .

Wir haben also in Fukushima eine Kernschmelze unter freiem Himmel, deren Strahlung uns seit drei Wochen auf den Kopf fällt. Hätten Sie´s gewußt? Will man so etwas wissen? Eigentlich doch nur, wenn man auch was dagegen tun kann. Können wir aber nicht, weil die Gesellschaft genauso vom Krebs zerfressen worden ist wie die Körper der nuklear verseuchten Rettungskräfte. Auch hier haben wir degenerierte Zellen, die sich wild vermehren, dem Körper in Massen Lebensenergie entziehen und ihn letztlich umbringen. Wir nennen sie „Reiche“, „Manager“, „Leistungselite“ und beten sie an, dabei sind sie es, die uns die Katastrophen eingebrockt haben – aus Kostengründen. Deshalb lagern (siehe Monitorbericht) auch in Deutschland die Brennstäbe kostengünstig in Abklingbecken anstatt relativ  sicher verwahrt zu werden (wobei „Sicherheit“ und „Kernspaltung“ zwei Begriffe sind, die oft zusammen genannt werden aber eigentlich nichts miteinander zu tun haben).

„Kostengünstig“ führt flächendeckend dazu, das die Krebszellen sich mit Lebenskraft vollsaugen, die dem Rest des Körpers entzogen wird. Das ist schädlich, selbst wenn diese Elemente Solarzellen auf dem Dach und Kraftwärmeanlagen im Keller haben.

Man kann über diese gesellschaftlichen Geschwüre und ihre Machenschaften auch ganz offen reden, siehe Spiegel:

Fleiß hin, Talent her – wichtige Entscheidungen der Wirtschaft werden in Geheimzirkeln getroffen. Ausländische Elitehochschulen sehen ihre Seilschaften als Aushängeschilder. Dagegen scheuen Deutschlands Topmanager die Öffentlichkeit und kungeln meist im Dunkeln, sagt der Elitenforscher Michael Hartmann.

Dort werden die Entscheidungen getroffen, die als „Hartz IV“, als „Leiharbeit“ oder „Rente mit 67“ dem gesunden Volkskörper die Lebenskraft aussaugen um sie in aller Öffentlichkeit sinn- und nutzlos auf den Kayman-Inseln zu verstecken. Auch das geschieht ganz öffentlich, wie Attac herausfand:

Attac hat eine Liste von Tochtergesellschaften, Zweckgesellschaften und assoziierten Unternehmen deutscher Banken in Steueroasen veröffentlicht. Die Ergebnisse der Attac-Recherche sind frappierend: So unterhält die Deutsche Bank in Georgetown auf den Cayman-Inseln, wo fast 10.000 Hedgefonds ihre Adresse haben, mehr Niederlassungen und Zweckgesellschaften als am Konzernsitz Frankfurt am Main. Im Steuerparadies Delaware in den USA ist die Deutsche Bank an mehr Unternehmen beteiligt, als in allen deutschen Städten zusammen. Insgesamt hat die Deutsche Bank mehr als die Hälfte (51,35 Prozent) ihrer Tochter- und Zweckgesellschaften sowie assoziierten Unternehmen in Steueroasen angesiedelt. Damit belegt sie den Spitzenplatz – gefolgt von der mittlerweile ebenfalls zur Deutschen Bank gehörenden Postbank (28,27 Prozent) und der Commerzbank (23,43 Prozent).

Da landet dann das ganze Geld, das man aus der Volkswirtschaft mit allen möglichen Methoden herausgesaugt hat – gerne auch unter dem Deckmäntelchen der Gesundheitsvorsorge. Und wenn man dann mal erwischt wird … kein Problem. An Geld herrscht ja kein Mangel, siehe Handelsblatt:

Um Korruptionsvorwürfe zu entkräften zahlt Johnson & Johnson rund 78 Millionen Dollar.

Mitarbeiter des US-Konsumgüter- und Pharmakonzerns sollen Ärzte oder Krankenhaus-Manager in Griechenland, Polen und Rumänien bestochen haben, damit diese Produkte von Johnson & Johnson verwenden. Überdies soll Geld an irakische Regierungsmitglieder geflossen sein, um an Aufträge aus dem Öl-für-Lebensmittel-Programm der Vereinten Nationen zu kommen.

Bei einem Gewinn von 15760 Millionen Dollar in 2009 (siehe Aktienanalyse), erzielt durch Korruption und überhöhte Preise auf Kosten auch des deutschen Beitragszahlers lassen sich solche Strafzahlungen aus der Portokasse bewältigen, zumal die Wachstumsaussichten (wie bei Krebs) phantastisch sind, siehe Krankenkassenratgeber:

Im Jahr 2009 sind die Gesundheitsausgaben in Deutschland wieder kräftig angestiegen. Gegenüber dem Jahr 2008 erhöhten sich die Ausgaben im Gesundheitssektor um 5,2 Prozent auf 278,3 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Besorgniserregend ist, dass sich der Anstieg im Vergleich zum Durchschnittswert vergangener Jahre fast verdoppelte. Jeder Bundesbürger hatte statistisch geehen 3400 Euro an Gesundheitsausgaben zu leisten. Der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandsprodukt stieg von 10,7 Prozent im Jahr 2008 auf 11,6 Prozent in 2009.

Das können wir uns nicht mehr lange leisten … erst recht nicht, wenn die Deutsche Bank den Abkassierern im Gesundheitswesen hilft, ihr Geld im Ausland in Sicherheit zu bringen. Doch nicht nur das Gesundheitswesen ist Teil des Krebsnetzwerkes, das die Volkswirtschaft zerfrisst. Auch die EU hat sich inzwischen zu einem profitablen Umverteilungsmotor entwickelt, der Geld in großen Mengen vom Volk hin zu den Netzwerkprofiteuren schafft, was selbst den oft unsinnigen Vordenkern des Neoliberalismus Sorgen bereitet, siehe DiePresse:

Hans-Werner Sinn, der nicht gerade öffentlichkeitsscheue Chef des Münchner Ifo-Instituts, schlägt in einem Interview Alarm: „Es reicht jetzt. Damit übernehmen wir uns. Das schaffen selbst wir nicht. Italien hat so viele Schulden wie Deutschland.“ Sein schlichtes Kalkül: „Je mehr Geld fließt, desto länger leben die überschuldeten Länder über ihre Verhältnisse, desto mehr ist verloren.“ Bald gebe es beim Aufkauf von Schulden „kein Halten mehr“, die Summen „werden laufend erhöht“. Die Politiker setzten „mit dieser Politik unsere Rente aufs Spiel“. Und: „Am Ende sind auch wir pleite.“

Am Ende werden wir sowieso Pleite sein. Machen wir uns doch nichts vor: vor der Altersarmut schützt uns doch eigentlich nur noch … der frühe Krebstod. 3400 Euro pro Kopf geben wir aus für ein Gesundheitssystem, das beständig mehr Kranke produziert. 2580 Euro geben wir aus für kleine Kinder von Langzeitarbeitslosen. Brauchen die eine Sonderernährung, bekommen sie sie nicht, weil sie nicht arbeitsfähig sind, werden daraufhin durch Mangelernährung krank und blähen den Kostenapparat des Gesundheitswesens erst recht auf.

Wir verstehen aber nun, wie ein Wolfgang Clement so vehement von „Parasiten“ schwadronieren konnte. Das es solche Parasiten in diesem Lande gibt, ist klar. Sie sind aber wohl nicht im Bereich jener zu suchen, die nur einen Bruchteil von dem verbrauchen, was das Krankheitssystem in Deutschland verschlingt. Insofern ist Fukushima Sinnbild auch für den Krebs in Deutschland. Es macht uns mal wieder darauf aufmerksam, das eine der Haupttodesursachen künstlich produziert wird, siehe Medizinauskunft:

Die Frage hat ihre Bedeutung: Hat es Krebs schon immer gegeben oder stellt diese Krankheit eine moderene Zivilisationskrankheit dar? Forscher behaupten nun, dass Krebs eine moderne Krankheit ist, die vor allem auf Umwelteinflüsse wie Verschmutzung, Ernährung und Lebensstil zurück zu führen sei. Sie suchten bis zurück in die Antike nach Hinweisen auf Krebs. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Krankheit früher extrem selten war und erst seit 300 Jahren zur heute zweithäufigsten Todesursache in Industrieländern aufstieg.

Es macht uns aber auch darauf aufmerksam, das es auch politisch eine Wurzel dieser Krankheit gibt: Netzwerke von asozialen Egomanen, die sich die Lebenskraft der Gemeinschaft mit aller Gewalt aneignen wollen – ohne Rücksicht auf Verluste. Ihre Werkzeuge? Konzerne wie Tepco, die uns jetzt aus Kostengründen den größten Nuklearunfall der Menschheit geschenkt haben. Ihre politische Ideologie? „Alles für mich, nichts für andere!“. So sammeln diese Nutzwerke den menschlichen Abschaum, tarnen sich mit Anzug und Krawatte und zerstören nachhaltig weltweit alle funktionierenden Volkswirtschaften.

In den USA standen sie gerade dicht davor, den Wirtskörper völlig vernichtet zu haben. Der hat jetzt noch eine Gnadenfrist bekommen. In Portugal, Irland, Griechenland war man ebenfalls fast erfolgreich.

Gäbe es nun eine Therapie?

Kaum. Krebs ist nicht heilbar – wenn er zu spät erkannt wurde. Irgendwann ist der Volkskörper voller Metastasen, die ganz schnell jede Aktion der Immunabwehr unterlaufen. Ist im Prinzip wie 33-45 in Deutschland. Allerdings trugen dort die Parasiten Uniform.

Gerne hätte ich nun auch einen Artikel der FTD zitiert, der von Indiens Aufstand gegen die Superreichen berichtet – damit man sieht, das wir in Deutschland nicht allein mit dem Problem sind. Leider ist dieser Artikel nicht mehr auffindbar, nur noch Reste liegen im Netz herum:

Das Parlament und das Volk haben ernste Fragen an die Superreichen des Landes. Wie kann es sein, dass ihre Unternehmen Indien um Milliarden geprellt haben?

Unser Parlament hat dazu keine Fragen. Sie verdienen mit an der kostengünstigen Verstrahlung des Volkes. Ob sie deshalb aus der Sicht der Kirche eher satanischen Bereichen zugeordnet werden müssen, wird die Kirche selbst entscheiden müssen. Zur radioaktiven Verseuchung gibt es laut Stern schon mal eine klare Meinung:

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, hat die Atomenergie als „Teufelszeug“ bezeichnet.

Kampagnenjournalismus, Verschwörungen, Medienversagen und Bürgerwut: Deutschland 2011

[local] 

Mal ehrlich: fühlen Sie sich gut informiert? Ich meine, gerade jetzt, angesichts der lebensgefährlichen Krisen, in denen wir uns befinden? Können Sie ihren Kindern morgens beim Frühstück noch eben erklären, was denn da gerade jetzt in Japan los ist und warum die Nato Al-Kaida in Lybien mit Waffen ausstattet, während die doch in Afghanistan bekämpft werden? Ja, Al-Kaida gehört mit zu den „Rebellen“ gegen Gaddafi – jedenfalls habe ich das gestern nebenbei in den Medien gehört … ich weiß schon gar nicht mehr, wo. Wäre mir auch kein weiteres Wort wert gewesen, deshalb habe ich mir die Quelle nicht gemerkt, aber heute kam es mir wieder in den Sinn – auch wegen der US-Krise. US-Krise? Ja, die große, welterschütternde Wirtschaftskrise in den USA, jenem Land, das – genauso wie Deutschland – seine Armutstoten schon in Massengräbern versenkt, siehe Welt:

In den USA hat die Polizei die schockierende Bestattungspraxis eines Armenfriedhofs aufgedeckt. Dutzende totgeborene Babys wurden gemeinsam in einer Holzkiste beerdigt, die Leichen von mittellos Verstorbenen wurden in Massengräbern übereinandergestapelt und notdürftig verscharrt.

Das sind Bilder, an die man sich gewöhnen muß. Oder man versteckt diese Nachrichten zwischen einem Dutzend Berichten über die letzten Blähungen der FDP, wie momentan praktiziert, denn mit der Wirtschaft der USA geht es steil bergab, siehe Swissinfo:

Der auf Anleihen spezialisierten US-Vermögensverwalter Pimco warnt vor einer Haushaltskrise in den USA. „Es besteht dann die Gefahr einer ähnlichen Situation wie nach dem Kollaps von Lehman Brothers 2008“, sagte Mohamed El-Erian, Pimco-Chef im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe). Noch in dieser Woche laufen die Zahlungsermächtigungen der US-Regierung nach dem aktuellen Haushaltsgesetz aus. Gelingt den Parteien im Kongress diese Woche nicht noch ein Kompromiss im Haushaltsstreit, fehlen der Regierung in Washington ab Freitag die Mittel, um die Arbeit von Ministerien und Behörden zu finanzieren. Die Regierung macht faktisch dicht. Zuletzt gab es dies in den 90er Jahren. Damals war das kein grosses Problem.
Wegen der hohen Verschuldung der USA wäre das dieses Mal jedoch anders, meint der ehemalige IWF-Topmanager El-Erian. „Angesichts der heutigen Rahmenbedingungen wäre das schlimmer, die Folgen unabsehbar.“

„Folgen unabsehbar“ muss man heutzutage vielleicht nochmal in Deutsch übersetzen: das Militär übernimmt dann die Macht. Ganz offiziell. Das dürfte viele Deutsche nicht stören, aber der DAX dürfte dann von 7000 auf 12 Punkte stürzen … das ist eine Sprache, die man dann doch deutlich versteht, oder? Noch sind die USA ein Haupthandelspartner. Ich hoffe, Ihr Anlageberater hat sie auf solche Möglichkeiten aufmerksam gemacht? Oder darauf, das wir offenen Auges in die Europleite marschieren, weil die Deutschen laut Süddeutsche Zeitung mit einer Irrsinnssumme haften:

Summa summarum liegen die Hilfszusagen für bedrängte Euroländer damit bei 1542 Milliarden Euro, und Deutschland haftet mit 391 Milliarden Euro.

Welche Bedeutung diese Summe für die Höhe Ihrer späteren Rente und die Dauer ihrer Lebensarbeitszeit hat, hat man Ihnen sicher mitgeteilt? Klar – sonst würden Sie sich ja nicht so gut informiert fühlen.

Oder diese Atomgeschichte in Japan. Ich weiß, man mag nichts mehr darüber hören. Ist medial abgearbeitet. Aber: fühlen Sie sich gut informiert darüber? So gut, wie der Autor bei Telepolis?

Eigentlich brauchte es kaum noch weitere Hinweise dafür, um die Vorgänge in Japan als kriminell zu bezeichnen. So hat japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag [extern] berichtet, es sei der japanischen Regierung und den Fukushima-Betreibern bekannt gewesen, dass es jederzeit, auch ohne Erdbeben und Tsunami, zu einer Kernschmelze in den Atomkraftwerken kommen kann. Schon zuvor war berichtet worden, dass [local] Notkühlprobleme bei diesem Reaktortyp seit 1971 bekannt sind. Kyodo zitiert niemanden anderes als der Leiter der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA). Demnach erklärte Nobuaki Terasaka schon im vergangenen Mai, dass es in dem Atomkraftwerk bei einem Stromausfall zu einer Kernschmelze kommen kann.

Da sieht mal einer an! Das ganze gibt es auch ohne Tsunami. Kann auch jederzeit in Deutschland geschehen. Schon gewußt?

Na ja, darum brauchen wir uns ja jetzt keine Sorgen mehr machen, wir haben grün gewählt und die werden das für uns schon richten, genauso, wie wir ja von den öffentlich-rechtlichen Medien umfassend informiert werden, nachdem alle Parteivertreter ihre Meinung zu den Beiträgen abgegeben und die systemtreuen Chefredakteure ihren Segen dazu gegeben haben. Nur Albrecht Müller glaubt nicht so richtig daran:

In den NachDenkSeiten hatten wir gelegentlich schon mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass selbst als kritisch geltende Medienschaffende die Lage der Medien in Deutschland freundlich sehen und deshalb unsere Sorgen wegen des „Versagens der Medien als kritischer Instanz“ nicht teilen. Jetzt erscheinen Plakate und Anzeigen von ARD und ZDF mit der Überschrift „Eine Demokratie ist so stark wie ihre Medien.“
und dem Text: „Deutschland hat eine der vielfältigsten und hochwertigsten Medienlandschaften der Welt.“ Überschrift und Text steht neben einem groß abgebildeten Berlusconi. Wir sollen lernen, dass Berlusconi weit weg ist und anders als in Italien die „Berlusconisierung“ bei uns nicht ansteht. Wer die Wirklichkeit mit wachen Augen beobachtet, wird sich über eine solch beschönigende Beschreibung der Medienlandschaft wundern.

Besonders drollig wird es, wenn man „offizielle Medienvertreter“ mit ihrer eigenen Arbeit konfrontiert, siehe Albrecht Müller:

Beim etablierten Teil der anwesenden Wissenschaftler und Journalisten löste der Hinweis und die Beschreibung mehrerer Kampagnen das übliche Kopfschütteln und den Vorwurf „Verschwörungstheoretiker“ aus. Das ist immer wieder erstaunlich, werden wir doch täglich mit clever geplanten Kampagnen und ihrer Umsetzung über die Medien konfrontiert.

Vielleicht sollte man den Damen und Herren aus Wissenschaft und Journalismus einfach mal den Harvard Business Manager ans Herz legen. Dort wird man detalliert darüber informiert, wie man als Manager die Vierte Macht gegen sich selbst richtet:

Bei einem anderen Vorfall aus dem Jahr 2009 verhielt sich der Ölriese Chevron regelrecht schurkisch. Die Manager des Konzerns wussten, dass das investigative Nachrichtenmagazin „60 Minutes“ an einer Sendung über eine Klage gegen Chevron in Ecuador arbeitete, bei der es um 27 Milliarden US-Dollar ging. Die Anschuldigung lautete, Chevron habe riesige Flächen im Regenwald vergiftet. Die Manager beschlossen, ihre Sicht der Dinge vorher zu veröffentlichen. Sie engagierten den ehemaligen CNN-Korrespondenten Gene Randall für einen Dokumentarfilm, der Chevron in einem besseren Licht darstellen sollte. Der Film wurde drei Wochen vor der Ausstrahlung der „60 Minutes“-Sendung auf der Website des Unternehmens und auf Youtube veröffentlicht. Die Dokumentation war wie eine konventionelle Sendung aufgemacht, und es wurde mit keinem Wort erwähnt, dass sie von dem Ölkonzern finanziert worden war. Chevron wurde deshalb zwar vorgeworfen, die Öffentlichkeit getäuscht zu haben, doch der Film kam für die Kritiker des Unternehmens überraschend und machte die Öffentlichkeit auf die Sichtweise von Chevron aufmerksam.

So macht man das … falls man nicht, wie Sebastian Heiser auf Meedia.de berichtet, gleich den ganzen Artikel kauft:

Über seine Story spricht heute die ganze Branche: taz-Redakteur Sebastian Heiser testete in einer aufwändigen Undercover-Recherche die Käuflichkeit von Print-Titeln (u.a. FR, WAZ, Spiegel). „Mich hat überrascht, wie geschäftsmäßig die Mitarbeiter vieler Anzeigenabteilungen mir Einfluss auf Artikel angeboten haben und wie üblich das offenbar ist“, sagt er gegenüber MEEDIA.

….wie üblich das offenbar ist. Man kann schon fast die Uhr danach stellen, so pünktlich starten die Kampagnen nach den Katastrophen. Information und Gegeninformation gehören hier zum Alltagsgeschäft, beides getragen von der gleichen Berufsgruppe. Mittendrin: der Bürger, völlig verwirrt. Obendrüber: der Manager. Ganz unten: die Leichen der Armen, deren  Geld mit großen Ölpumpen von unten nach oben gefördert wird. Arm in Arm mit dem Topmanagement: die Gewerkschaften, siehe Spiegel:

Auf die Arbeitnehmerbank und auf die Gewerkschaften sollte man schon gar nicht setzen. Für die ist die Bezahlung des Vorstands Sache des Kapitals, sie sehen die Aktionäre als Zahler, nicht die Beschäftigten – und halten sich weitestgehend raus. In einem Interview mit der „FAZ“ wurde kürzlich Bernd Osterloh, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von VW, gefragt, ob er die 9,3 Millionen Euro für Martin Winterkorn gerecht fände. Antwort: Der mache seinen Job „sehr gut. Deshalb sind wir uns auf der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat einig, dass er das Geld verdient hat.“ Deutschlands Top-Manager wissen schon, warum sie die Mitbestimmung in den Aufsichträten verteidigen.

Nun sollte man sich nicht mehr darüber wundern, das die LINKE immer zahnloser wird, je größer die Macht der Gewerkschafter in der Partei wird.

Wie groß die Macht der Lenker der Kampagnen des Kampagnenjournalismus ist, hat nun auch Jean Ziegler erfahren, der als Redner zu den Salzburger Festspielen eingeladen war … bis die Herren der Welt merkten, wer da über den „Aufstand des Gewissens“ reden wollte, siehe Salzburg.com:

Die Salzburger Festspiele sind eine heilige Handlung in Europa. Sie sind sündhaft teuer, und sie werden – wie Biennalen in Venedig und Golfturniere – mitfinanziert von Konzernen, darunter sind Credit Suisse, UBS und Nestlé.

Warum geben diese Geldsäcke Millionen? Nicht aus Liebe zur Kunst oder aus Liebe zu Frau Burgstaller oder zu Frau Rabl-Stadler, sondern weil sie ihren Großkunden – darunter Steuerbetrüger aus Florida oder sonstwo – Logenplätze schenken können. Genauso ist das beim Opernball in Wien oder beim Pferderennen in St. Moritz.

Und jetzt hören die plötzlich, der Ziegler redet dreißig Minuten lang zu ihren Großkunden. Da gehen die natürlich in die Luft.

Die gehen nicht nur in die Luft, die sorgen sogar dafür, das der nicht zu Wort kommt. So kommt es, das eine Landeshauptfrau (vergleichbar mit einem deutschen Ministerpräsidenten) ihre Einladung wieder zurücknimmt. Wir sehen hier deutlich, wie weit der Einfluss der Konzerne schon reicht. Sie dirigieren Öffentlichkeitsarbeit bis ins kleinste Detail und schrecken auch nicht davor zurück, ihre Macht im Notfall ganz öffentlich zu demonstrieren.

„Kündigt eure Jobs. Zahlt keine Steuern mehr. Kauft euch Waffen, und dann geht an die Arbeit und holt euch das Land zurück von diesen Kriminellen.“

So liest man heute in der FTD über einen offensichtlich durchgeknallten Hedge-Fonds Manager. Was genau nun den Mann so wütend gemacht hat, erschließt sich einem nicht genau.

CNBC berichtet, McCrudden werfe der Regierung in Washington nirgends direkt vor, hinter 9/11 zu stecken. Wer zwischen den Zeilen lese, verstehe ihn aber auch so ganz gut.

Und … fühlen Sie sich noch immer gut informiert? Sie können ganz beruhigt sein: sie erfahren über den Zustand der Welt genau das, was die Finanziers der Salzburger Festspiele sie wissen lassen wollen. Informationen, die nicht von diesen Kreisen abgesegnet worden sind, werden Sie auch erreichen … spätestens dann, wenn sie sich als Katastrophen nicht mehr vom Tisch reden lassen. Und selbst dann wird es für Sie schwierig werden, sich ein klares Bild von der Situation zu machen.

Eine Demokratie ist so stark wie ihre Medien„, so wirbt gerade der Behördenfunk für sich.

Was das nun für unsere Demokratie bedeutet … sage ich lieber nicht. Ich zitiere lieber mal das Handelsblatt:

Die Al-Kaida nutzt nach Angaben aus algerischen Sicherheitskreisen das Chaos in Libyen, um sich hochwertige Waffen zu beschaffen. Unter den entwendeten Waffen seien auch Flugabwehrraketen des Typs SAM-7, die von der Schulter aus abgefeuert werden können, sagte ein algerischer Sicherheitsbeamter, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Vor einigen Tagen sei ein Konvoi von acht Kleinlastern aus Ost-Libyen über den Chad und Niger nach Nord-Mali gefahren. „Und wir wissen, dass das nicht der erste Konvoi ist“, sagte der Beamte.

Und die Waffen können dann gegen US-Flugzeuge in der Eifel eingesetzt werden … oder gegen deutsche Soldaten in Afghanistan. Das erfährt man aber so nicht in der Tagesschau. Wäre auch zu kompliziert für den Bürger, dem man erklären müßte, auf welchen Umwegen die Waffen überhaupt nach Lybien gelangt sind, wer das ganze wirklich finanziert hat und wer alles Millionen daran verdient.

Ich denke, wir sollten nicht mit allzuviel Spott nach Japan blicken, wie es der Spiegel gerade vormacht:

Japans Journalisten können an der Apokalypse von Fukushima nur scheitern. Scharfe Kritik, harte, unabhängige Recherche oder die Enthüllung von Skandalen gelten als eher unschicklich oder sind gar verpönt. Eine der Ursachen: Chefredakteure verstehen sich als Teil des Establishments.

Das ist bei uns natürlich ganz anders … oder? Hier legt niemand Wert darauf, zum Bundespresseball eingeladen zu werden, weil wir ja die verschiedenen Mächte im Land fein getrennt halten wollen, siehe Tagesspiegel:

Gekommen waren die Minister Rainer Brüderle, Dirk Niebel, Peter Ramsauer, Philip Rösler, die Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir und Claudia Roth, Renate Künast und vor allem viele Chefredakteure und Geschäftsführer von Zeitungen und Zeitschriften aus dem ganzen Land. Auch zahlreiche Wirtschaftsgrößen und Vertreter des diplomatischen Corps waren dabei.

Rund 2500 Ballgäste kamen. Flanierkarten kosteten 350 Euro, für 590 Euro gab es Sitzplätze im Saal und ein viergängiges Gourmetmenü aus der Sterne-Küche von Thomas Kammeier.

Dort tanzen dann die, die es sich leisten können. Aber die reden dort  natürlich nicht miteinander, noch knüpfen sie irgendeine Form von persönlich nützlichen Kontakten oder sprechen über die neuen Beutezüge gegen den Steuerzahler, der letztlich die ganze Party bezahlt.

Die tanzen da nur.

 


 

 

 

Fukushima, Bombentote, Hartz IV: Wirklichkeiten ab 18

Am Wegesrand der Medienwelt blühen manchmal sonderbare Dinge, Dinge, die man fast tagtäglich wahrnehmen kann  und doch ... werden sie kaum bemerkt. So fand ich erst kürzlich die menschliche Seele und den menschlichen Geist, den es - jedenfalls bei Kindern - zu schützen gilt. 

Anliegen dieser Grundsätze ist die wirksame Durchsetzung der im Grundgesetz verankerten Meinungs- und Informationsfreiheit, insbesondere auch der Presse- und Kunstfreiheit, in Abwägung mit anderen Grundrechten, wie dem Grundrecht von Kindern und Jugendlichen auf körperliche, geistige und seelische Unversehrtheit.

Am Wegesrand der Medienwelt blühen manchmal sonderbare Dinge, Dinge, die man fast tagtäglich wahrnehmen kann  und doch … werden sie kaum bemerkt. So fand ich erst kürzlich die menschliche Seele und den menschlichen Geist, den es – jedenfalls bei Kindern – zu schützen gilt.

Anliegen dieser Grundsätze ist die wirksame Durchsetzung der im Grundgesetz verankerten Meinungs- und Informationsfreiheit, insbesondere auch der Presse- und Kunstfreiheit, in Abwägung mit anderen Grundrechten, wie dem Grundrecht von Kindern und Jugendlichen auf körperliche, geistige und seelische Unversehrtheit.

So die Absicht der FSK-Freigabe für Filme auf Spio.de. Man sah mich etwas verwundert angesichts dieser Zielsetzung, gibt es doch offensichtlich immer weniger Geist und eigentlich gar keine Seele in der materialistischen Weltsicht der Korporatokratie. Beides stört Aufschwung und Konsum. Wo kämen wir denn hin, wenn ganz Deutschland sich gegenseitig selbst geschriebene Gedichte vorlesen würde?  Nicht auszudenken, was das für den Binnenkonsum bedeuten würde. Und die Seele? Pures Gift für einen Leistungsträger. Wäre doch undenkbar, welche Auswirkungen die Existenz einer unsterblichen Seele für die alltägliche Geschäftspraxis hätte – nachher steht man im Jenseits noch all jenen gegenüber, denen man zum Wohle der Eigenkapitalrendite hinterrücks das Fell über die Ohren gezogen hat.

Natürlich gibt es die Unken, die uns laut Welt etwas anderes verkaufen wollen:

Auch seriöse Forscher behaupten: Die Seele gibt es wirklich, und das unsterbliche Bewusstsein ist genauso wie Raum, Zeit, Materie und Energie ein Grundelement der Welt.

Die haben sogar Geist gefunden, diese Physiker:

Auch Christian Hellweg ist von dem Quantenzustand des Geistes überzeugt. Der Wissenschaftler hat sich nach dem Abschluss seines Physik- und Medizinstudiums am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen jahrelang mit der wissenschaftlichen Erforschung der Hirnfunktionen beschäftigt. Seine These bringt er wie folgt auf den Punkt: „Die Eigenschaften des Geistigen entsprechen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen.“

Bewußtsein, Geist und Seele … Themen, die dank der freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft auf einmal doch noch Einlass in unser Denken finden. Gut zu sehen, das man auf das Wohl von Seele und Geist wenigstens an manchen Orten der Welt noch achtet, das nicht überall die materialistische Verrohung triumphiert, die es im Übrigen auch im edelgrünen Naturgewande gibt.

Schön wäre es, wenn es so etwas auch für die Wirklichkeit gäbe und nicht nur für die Unterhaltungsindustrie. Wenn Polizisten einen vierzehnjährigen Jungen erschiessen wollen, wozu es in der Welt ein Video gibt, dann wäre das doch wohl mindestens ab 18, wenn nicht sogar ab 21? Immerhin arbeiten Politik und Wirtschaft gezielt daran, das wir solche Verhältnisse auch in Deutschland bekommen: Hartz IV fiel ja nicht vom Himmel.

Wenn wir erfahren, wie die Binnenwirtschaftskriegstreiber mit ihren Informationen umgehen, dann sollte das auch ab 18 sein – siehe Spiegel:

„Herr Schnappauf hatte seinen Laden nicht im Griff“, schimpft ein BDI-Insider. „Er überschätzt sich maßlos.“ Ganz offenbar habe der Hauptgeschäftsführer die Brisanz des Protokolls nicht erkannt – und es bedenkenlos unterschrieben. „Er hätte die betreffende Passage streichen müssen.“

Wenn was nicht paßt: einfach aus dem Protokoll streichen – schon ist es nie geschehen. Tarnen, täuschen und vertuschen – das ist inzwischen so selbstverständlich wie die üblichen Verharmlosungen des nuklearen Supergaus in Fukushima. Gestern war laut Spiegel noch das Meerwasser verseucht:

Die radioaktive Verstrahlung der Küstengewässer vor Fukushima hat einen neuen Höchstwert erreicht: Die Belastung übertraf die zulässige Grenze um das 1250fache.

Würde ein Mensch einen halben Liter Wasser mit einer solchen Jodkonzentration trinken, dann hätte er auf einen Schlag die Menge an radioaktivem Jod zu sich genommen, die er in einem Jahr aufnehmen könne.

Na, das hört sich doch noch gut an. Wer trinkt auch schon einen halben Liter Meerwasser. Heute jedoch … hört sich das schon ganz anders an, ebenfalls Spiegel:

Die Lage an der japanischen Atomruine Fukushima gerät völlig außer Kontrolle: Die Radioaktivität an Reaktor 2 ist jetzt zehn Millionen Mal höher als normal, meldet Betreiber Tepco. Die Rettungsarbeiten an dem Meiler wurden unterbrochen.

Wieviele Liter sind das jetzt genau? Also, konkret gefragt: wieviele Wassertröpfchen muß ich aufnehmen, um meine Jahresdosis zu erhalten? Kann man das noch in Zahlen ausdrücken – oder reicht ein einziger Atemzug?

Man sollte sich auch mal daran erinnern, worum es hier konkret geht und warum immer mehr Redereien den Hafen von Tokio meiden.

Die Lämmer kamen ohne Augen oder ohne Mäuler zur Welt. Bei einigen waren die Beine grotesk zusammengewachsen, andere hatten gar keine Beine. Viele waren Totgeburten. Allein in einer Nacht starben 31 Jungtiere.

Zur gleichen Zeit fand sich auf einer Weide eine tote, steife Kuh, die Beine in den Wind gestreckt. Ganz in der Nähe zogen die Yakama-Indianer Lachse mit drei Augen aus dem tiefblauen Fluss. Forellen waren übersät mit Krebsgeschwüren.

Und dann wurden die Babys krank.

So berichtet der Spiegel über die Strahlenruine Hanford. Das sollte man sich einfach mal konkret als Bild übers Bett hängen, damit man weiß, worum es hier konkret geht – nicht nur um ein wenig theoretische Strahlung, sondern um nackten brutalsten Horror, der als Film mit Sicherheit ab 18 wäre. Da lauern Bilder, die nicht gesund sind für Seele und Geist. Kein Wunder, das Leistungsträger Brüderles Satz aus dem Protokoll streichen wollten, nachdem das AKW-Moratorium nur ein Wahlkampfgag ist.

Natürlich braucht sich die Atomlobby keine Gedanken darüber machen, das ihre 500-% – Rendite in Gefahr ist. Sie haben mittlerweile Mittel und Wege, ihre Entscheidungen ganz direkt umzusetzen, wie man bei diefreiheitsliebe.de findet:

Der englischen Sunday Times ist es gelungen einen europäischen Abgeordneten der Korruption zu überführen. Die englische Zeitung konnte den östereiichischen Abgeordneten dazu bringen, dass dieser vor der Kamera aussagt, dass er zusammen mit spanischen Abgeordneten für bestimmte Gesetze stimmen würde, wenn dafür nur das nötige Geld fliesen würde.

Der AbgeordneteErnst  Strasser spricht von Netzwerken und davon wie er den spanischen Abgeordneten einweihte um den Lobbyisten den Weg zu planieren. Das er bereits 5 zahlende Kunden hätte, die Ihm jeweils 100.000 Euro im Jahr zahlen würden um von Ihm vertreten zu werden. Von sich selbst sagt er, dass er ein Lobbyist ist. Nach der Veröffentlichtung des Videos musste der Abgeordnete der ÖVP zurücktreten, seine Aussagen zeigen allerdings, dass er nicht der einzige korrupte Abgeordnete im europäischen Parlament ist.

Da kann man dann demonstrieren, Intiativen gründen, Gesetzesvorschläge einbringen – aber abgestimmt wird nach Kassenlage. So macht man heute Politik. Man wählt nur noch den Zahlungsempfänger.  So braucht es auch nicht zu wundern, das wir auf einmal wieder Bomben schmeißen – mit den üblichen Folgen, wie die Berliner Umschau meldet:

Nach den Angriffen westlicher Staaten auf Libyen wächst offenbar die Zahl ziviler Opfer. Das Fernsehen in Tripolis meldete eine hohe Anzahl von Toten durch die Luftschläge. Westliche Reporter, die sich in der libyschen Hauptstadt aufhalten, bestätigten massive Luftangriffe. Zudem seien sie von Behördenvertreter in Krankenhäuser geführt worden, in denen Verletzte liegen. Regierungssprecher Mussa Ibrahim nannte die Zahl von Hunderten toten Zivilisten seit Kriegsbeginn. Eine unabhängige Einschätzung der Lage vor Ort ist nicht möglich.

Man fragt sich, wer dafür bezahlt hat: die Wasserlobby oder die Öllobby?

Als Film? FSK ab 18, überhaupt keine Frage. Das Vertrauen in die politische Wirklichkeit wird durch solche Geschichten massiv erschüttert und Gewalt als einziges Lösungsmittel dargestellt. Die Briten haben das jetzt verstanden, da kann man sehen, wohin das führt, siehe Welt:

Bei Protesten gegen die Sparpläne der britischen Regierung haben sich Randalierer in London am Wochenende heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Hunderte vermummte Demonstranten bewarfen Polizisten mit Feuerwerkskörpern, Molotowcocktails und Farbgeschossen. Mindestens 214 Menschen wurden festgenommen, 84 wurden verletzt.

Nun – für Bomben auf Zivilisten im Ausland ist ja genug Geld da, da kann man schon verstehen, das der Bürger etwas ungehalten wird.

Was – nach meinem Dafürhalten – auf jeden Fall ab 18 sein sollte, ist Hartz IV samt Folgen, so wird Oskar Negt im ORF zitiert:

Negt analysiert, was dem Einzelnen, aber auch der Gemeinschaft als Ganzer, geschieht, wenn Arbeitslosigkeit droht, wenn Arbeitslosigkeit grassiert. „Arbeitslosigkeit ist ein Gewaltakt“, sagt Negt, mit Folgen für die Psyche des Einzelnen, aber auch für das Vertrauen in die demokratischen Systeme.

Arbeitslosigkeit ist ein Gewaltakt. Atomare Strahlung auch. Bomben erst recht. Alles Ereignisse, die Geist und Seele nachhaltig schaden können. Nochmal die FSK:

Problematisch bleibt die Vermittlung sozial schädigender Botschaften. Nicht freigegeben werden Filme, die Gewalt tendenziell verherrlichen, einem partnerschaftlichen Rollenverhältnis der Geschlechter entgegenstehen, einzelne Gruppen diskriminieren oder Sexualität auf ein reines Instrumentarium der Triebbefriedigung reduzieren. Auch die Werteorientierung in Bereichen wie Drogenkonsum, politischer Radikalismus oder Ausländerfeindlichkeit wird mit besonderer Sensibilität geprüft.

Wäre schön, wenn man auch Wirklichkeiten sperren könnte, die Gewalt tendenziell verherrlichen, weil es gegen den bösen Diktator geht, die Arbeitslose diskriminieren, Prostitution samt Kokainkonsum, Korruption und Moslemfeindlichkeit leben.

Und auf einmal … sind wir wieder in der Welt der Leistungsträger.

 

 

 

 

 

 

 

Supergau in Fukushima, Bomben auf Lybien, verstrahlte „Wegwerfarbeiter“: das Vierte Reich marschiert weltweit

Wer hätte das gedacht? Das Jahr 2011 scheint alles auf den Kopf zu stellen. International geschieht so viel – und so schnell – das man gar nicht mehr hinterherkommt, die Entwicklung zu beobachten … geschweige denn, zu verstehen. Die gleichen Truppen, die in Bahrain Demonstranten töten, kämpfen bald in Lybien für die Demonstranten. Es gibt halt gute Diktatoren und böse Diktatoren, und welcher Diktator jetzt gerade gut oder böse ist … das können wir Normalbürger doch gar nicht entscheiden, das geht doch weit über unseren Horizont hinaus. Zwar gibt es mahnende Stimmen, die zeigen, das gerade eine neue weltweite Diktatur ihr fürchterliches Haupt erhebt, aber diese Stimmen gehen in dem Nachrichtengetöse unter, so wie diese hier bei N-TV:

Was die UN-Resolution an Gewaltanwendung erlaubt, überschreitet deutlich die Grenzen des Legalen und des Legitimen. Man kann nicht in einen Bürgerkrieg, der immerhin gewaltsam begonnen wurde, von außen mit Gewalt eingreifen und sich auf die Seite einer Partei schlagen. Die UN hat das Recht zu intervenieren, um Massenmord zu verhindern, aber nicht das Recht, beim Sturz einer Regierung mit kriegerischen Mitteln zu helfen.

Dieser neue Natokrieg ist ILLEGAL! Wir führen bald als westliche Wertegemeinschaft einen illegalen Krieg gegen ein anderes Land. Nach außen hin sind wir bald kaum noch von einem kriegslüsternen Diktator zu unterscheiden – auch wenn unsere Methoden oft diskreter sind und wir nicht wie Napoleon oder Hitler einfach alles erobern, was unter die Militärstiefel passt. Wir begnügen uns mit jenen Ländern, die Profite versprechen – ohne plünderbare Rohstoffe verlieren wir schnell das Interesse. Seltsam auch die Ausrüstung der „Aufständischen“ in Lybien, die sich sehr von der anderer Aufständischer unterscheidet: Kalaschnikows statt Spruchbänder, Panzerfäuste statt Transparente … das wirkt nicht sehr friedlich. Wie jungewelt erwähnt, können die auch noch mit mehr rechnen:

Neben Luftangriffen auf Stellungen der libyschen Regierungstruppen stehen Ghaddafi-Gegnern laut Spiegel online auch Waffenlieferungen via Ägypten in Aussicht – was, nur nebenbei bemerkt – gegen UN-Resolution 1973 verstößt.

Dafür braucht man die illegalen Waffenhändler, die man sonst so gerne anprangert. Es bleibt jedoch die Frage: wer organisiert den Transport, wer die Bezahlung, über welche Kanäle wird das alles abgewickelt? Über Amazon geht so etwas noch nicht.

Was derart „befreite Länder“ zu erwarten haben, erfährt man bei einem Blick in den Irak, hier ebenfalls jungewelt:

Acht Jahre nach Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion im Irak werden grundlegende Menschenrechte im Zweistromland systematisch verletzt, doch internationale Organisationen wie der UN-Sicherheitsrat, die Europäische Union oder die Arabische Liga schweigen. Die irakische Regierung reagiert mit Denunziation ihrer Kritiker, mit Parteiverboten und der Festnahme von Oppositionellen.

Gäbe es dort einen Aufstand, würde niemand die US-Bomber aufhalten, die zu seiner Niederschlagung herbeieilen. Es gibt halt gute Diktatoren und böse Diktatoren. Das sollte man schon wissen.

Wir denken nun: das alles spielt sich nur da draussen ab. In unserem Schlümpfeland passiert so etwas nicht. Unsere wohlmeinende Regierung sorgt dafür, das der Horror nicht aus den Fernsehbildschirmen in die Wirklichkeit herüberschwappt und wir unseren goldenen Käfig auch wirklich hemmungslos genießen können, während die Wirtschaft sich vorbildlich um unsere Versorgung kümmert und fürsorglich unsere Zukunft organisiert. Wir denken … all´ die Übel werden spurlos an uns vorbeigehen, weil wir das gottgewollte Privileg haben, Wirklichkeit nur noch via Bildschirm oder in der Fußballarena erleben zu müssen.

Schöne Träume … die leider nicht wahr werden. Die Prinzipien, die jetzt mit europäischen Steuergeldern in Lybien morden werden, wirken auch hier direkt vor Ort. Hierzu nochmal ein Griff in die Geschichte, gefunden bei nrhz:

Adolf Hitler hat davon gelernt und denselben Trick verwendet, um das Land geschlossen hinter sich zu bringen. Er nahm unter anderem die Idee des Antisemitismus auf, eine alte europäische Idee, die bis in die Zeit der Kreuzzüge zurückreicht, und brachte sie auf die Spitze. Außerdem gab er der Mehrheit die Kommunisten, Sinti und Roma, er gab ihnen die Homosexuellen, die allzu freien Künstler und die Kranken zum Hass frei. Und auch Hitler hatte damit Erfolg.

Dieser „Trick“ funktioniert gerade schon wieder. Heute sind es allerdings eher Moslems, „Sozialromantiker“, Arbeitslose (samt Kindern, da gibt es schon wieder Sippenhaft), Humanisten und … Alte, die zum Abschuss freigegeben werden. Merkt nur kaum jemand, weil man nicht genau hinschaut. In der RP steht es aber schon heute drin:

Aus Sicht der Arbeitgeber gibt es der OECD zufolge neben „subjektiven Vorurteilen“ gegen ältere Arbeitnehmer auch das Problem ihrer vergleichsweise höheren Bezahlung. „Es ist also zu fragen, ob Lohnsteigerungen, die ausschließlich auf dem Alter der Angestellten basieren, sinnvoll sind“, folgern die Wissenschaftler. Im Klartext: Die Gehälter älterer Arbeitnehmer sollten tendenziell sinken.

Ihr werdet länger arbeiten und dafür viel weniger Geld bekommen während sich die hochsubventionierten Bergbauarbeiter auch im Innendienst schon mit 48 auf die Couch legen dürfen. Dank der im Alter stattfindenden Gehaltskürzungen wird auch die folgende Rente niedriger sein: das kürzt dann auch die Restlebenszeit infolge von Mangelernährung. Gestützt wird dieses Programm durch ein flächendeckendes Programm „Vernichtung durch Arbeit“, über dessen Folgen das Handelsblatt aufklärt:

„Die Politik mit dem Grundsatz „Hauptsache Arbeit‘ basiert auf der Auffassung, dass jeder Job besser ist als keiner, weil er das wirtschaftliche wie auch das persönliche Wohl steigert“, schreiben die Forscher in der Zeitschrift „Occupational and Environmental Health“. „Aber die psychosoziale Qualität der Arbeit ist ein grundlegender Faktor, der bei der Planung und Ausführung der Beschäftigungs- und Sozialpolitik berücksichtigt werden muss.

Dank der weisen Kooperation von Politik und Wirtschaft dürfen viele unserer Brüder und Schwestern ihre krankmachenden Jobs bald bis 70 weitermachen – selbstverständlich bei ständig sinkender Bezahlung … und dafür soll man in diesem Land Mehrheiten bekommen?

Die Mehrheiten bekommt man … aber nur in der Sphäre der „Entscheider“, jener substanzlosen Funktionselite, die in den letzten Jahrzehnten im Schatten von Finanz- Wirtschafts- und Politikmacht herangewachsen ist und ein gemeinsames quasi parteipolitisches Ziel verfolgt: an das Geld der Steuerzahler, Bürger und Reichen heranzukommen. Über ihre Seilschaften informieren inzwischen viele Bücher, auf die bohmann.at hinweist:

Sie sitzen an den Hebeln der Macht und betreiben Machtmissbrauch. Ihre Gier nach Geld ist grenzenlos. Nepotismus gehört zu ihrem Alltagsgeschäft. Netzwerke sind ihr Rettungsring, wenn sie eines Tages ihre politischen Ämter aufgeben. Dann greifen sie auf ihr perfekt gestricktes Netzwerk zurück, kommen bei „väterlichen“ Freunden oder Konzernen unter, die sie vorher mit Millionensubventionen gefüttert haben. Die Rede ist von Politikern und Wirtschaftsbossen, die schamlos abkassieren und Steuergelder verzocken, die Wirtschaft des Staates an den Abgrund der Verschuldung bringen und so die demokratischen Strukturen gefährden.

Und das geschieht alles vor den Augen der Öffentlichkeit. So kommt es, das ein Sozialdemokrat Arbeitslose in nationalsozialistischer Manier als „Parasiten“ bezeichnen kann ohne sofort verhaftet zu werden, im Anschluß an seine politische Karriere aber sofort einen Aufsichtsratsposten nach dem anderen einfahren darf: solche Wunder geschehen, wenn man gut funktioniert und politische Gewalt missbraucht, um Geldgeber günstig zu stimmen.

Und da kommen wir von illegalen Kriegen gegen andere Völker über illegale Vernichtung älterer Menschen direkt zu den illegalen Atombomben, die wir zum Wohle der Finanzwelt überall herumstehen haben, siehe N-tv:

Modernisierung geschah nur auf dem Papier „Deutsche AKW sind Geldmaschinen“

Eigentlich hätten die deutschen Atomkraftwerke schon längst gegen Terroranschläge gesichert sein sollen. Aus einer viel gerühmten Vernebelungstechnik wurde eine Vernebelungstaktik.

Das Geld der Geldmaschinen wird aber dringend gebraucht, um das „Personal“ für den Demokratieabbau bezahlen zu können. Landesverrat, Verfassungsverrat, Verrat an der Menschheit … das alles hat seinen Preis.

Wenn man aber nun denkt: das war es nun an Grausamkeiten, die hinter der feinen aber zebröckelnden Fassade westlicher Demokratien ihr Eigenleben führen, der irrt. Das macht den Supergau in Fukushima auch so politisch: hier ist es ein hochindustrialisiertes demokratisches Land und nicht der „böse dumme Russe“, dem das Ungemach wiederfährt – und hier kann man im Detail erkennen, welche Zukunft die „Lumpenelite“ für uns alle plant … neben den vielen neuen Kriegen und der Vernichtung der Altersruhe, siehe Tagesanzeiger:

1999 wurde bekannt, dass Arbeiter in der Uranverarbeitungsanlage Tokaimura nordöstlich von Tokio Wiederaufarbeitung per Hand betrieben und Uran in Stahleimern mischten. Zwei Menschen starben später. Bei einer unkontrollierten Kettenreaktion wurden Hunderte verstrahlt und Tausende Anwohner evakuiert.

Im Jahr 1997 wurden bei einem Brand und einer Explosion ebenfalls in Tokaimura mindestens 37 Arbeiter leicht verstrahlt. Der Betreiber räumte später ein, Informationen über den Vorfall zunächst unterdrückt zu haben.

Tarnen, täuschen und vertuschen … hier wie in Japan. Dort hat es jedoch gerade mal nicht ganz so gut funktioniert und zeigt, welchen Wert Menschen in der Postdemokratie haben: sie werden „Wegwerfarbeiter“, siehe Telepolis:

Der ARD-Korrespondent in Japan, Robert Hetkämper, ist hingegen der Überzeugung, dass hier Menschen verheizt werden. Für gefährliche Arbeiten würden von Tepco gerne Obdachlose, Gastarbeiter, Arbeitslose und sogar Minderjährige ausgebeutet werden. Sie würden als „Wegwerfarbeiter“ bezeichnet, weil sie, wenn sie zu stark radioaktiv belastet sind, entlassen würden. Hetkämper habe mit einem Arzt gesprochen, der dies bestätigt habe. Diese „grausame Geschichte“ passiere nicht nur jetzt, sondern schon seit Jahrzehnten. Und sie erinnert, wie die WDR-Kommentatorin sagt, an die Hunderttausende von Liquidatoren, die in der Sowjetunion für den Bau des Sarkophags um den Tschernobyl-Reaktor eingesetzt und geopfert wurden. Seltsam ist dies in Japan, wenn man dort Menschen verheizt, obgleich man sonst gerne auf Roboter setzt, die in Fukushima aber nicht vorhanden zu sein scheinen.

Das alles geschieht vor aller Augen. Wir fallen – als angebliche Demokratie – immer weiter hinter den Sozialstandards des Deutschen Kaiserreiches zurück, verraten die Prinzipien, für die die Bonner Republik stand, fast täglich und leben nur noch für das Gebet: die letzte Waffe, der wir vertrauen können, das sie die Kraft hat, uns vor atomaren, sozialen oder wirtschaftlichen Katastrophen in Deutschland zu beschützen.

Was es wirklich bedeutet, wenn Menschen zu „Kosten auf zwei Beinen“ werden und dies als Prinzip das Handeln von Wirtschaft und Politik bestimmt, kann man in der Geschichte des Dritten Reiches studieren. Die neuen Hitlers, Himmlers und Heydrichs tragen zwar keine Uniformen mehr, aber sie sind nicht weniger grausam und unmenschlich … und wissen, das sie ihre Misswirtschaft nicht mehr lange verbergen können – siehe ftd:

Nach der Finanzkrise steckt die Welt nun in einer sich dramatisch verschlimmernden Atomkrise. Es sieht so aus, als würde unser gesamtes kapitalistisches System unter den von ihm generierten Krisen zusammenbrechen. Momentan stehen wir unter dem Schock dieser neuen Krise. Aber beide Ereignisse hängen zusammen. Die gesamte Finanzkrisenpolitik verläuft ähnlich wie der verzweifelte Versuch des japanischen Energiekonzerns Tepco, mit Meerwasser die Brennstäbe unter Kontrolle zu halten. Man fummelt an den Symptomen, kann aber das eigentliche Problem nicht lösen. Solche Strategien fliegen am Ende auf. Wir stehen in unserer Finanzkrise vor einer ähnlichen Situation wie in Fukushima: vor einer Kernschmelze – mit dem Unterschied, dass sie im Finanzsystem deutlich langsamer abläuft.

Sowas motiviert die Lumpenelite zur Eile. Nicht mehr lange und die Fernseher gehen aus, die Kaufhäuser schließen und die Bankautomaten geben kein Geld mehr aus … dann merken auch die letzten Schlümpfe, das die friedliche deutsche demokratische Zivilgesellschaft leise hinterrücks ermordet worden ist, weshalb man im Alter bald das Hartz-Modell fährt: für einen Euro einen Vollzeitsarbeitsplatz ausfüllen – vielleicht sogar als Wegwerfarbeiter im AKW.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Kriegszustand! Lumpenelite gegen Volk! Supergau und Kernschmelze der westlichen Kultur …

Krieg ist so ziemlich die hässlichste Sache der Welt. Da ist ein Supergau nichts gegen. Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche  – damit kann man klar kommen. Sicher, man kann daran sterben, es kann sehr schmerzhaft und unansehnlich sein, was da geschieht, offensichtlich ungerecht und gemein … aber es ist nicht zu verhindern und führt die Menschen wieder zusammen. Krieg ist da was anderes. Er wäre verhinderbar, er führt zwar auch Menschen zusammen … aber nur, um sich gegenseitig abzuschlachten. Das verleiht Kriegen eine besondere Note der Grausamkeit gegenüber anderen Katastrophen. Der Krieg hält keine helfende Hand des Mitmenschen bereit, sondern eine würgende Hand, auch hier in Deutschland … hören wir dazu Ines Eck bei Gegen-Hartz.de:

Das Hartz IV-System ist wie ein Offener Strafvollzug ohne Gerichtsurteil und Strafmaßende organisiert. Bürger verlieren Bürgerrechte wie Recht auf Privatsphäre, Datenschutz, Freizügigkeit. Sie werden in Ghetto ähnliche Wohnbedingungen gedrängt. Sie müssen in beständiger Angst vor Schikanen leben, ohne Situationen durch Arbeitsleistungen verändern zu können. Hartz4 wirkt wie tagtägliches Mobbing. Mobbing wirkt wie eine Körperverletzung. Sie macht krank, arbeitsunfähig.

Armut an und für sich ist nicht schlimm. Milliarden Menschen leiden darunter, Mönche suchen sie sogar. Im Vergleich zur vielen Menschen in der Geschichte sind Hartz-IV-Abhängige nicht absolut arm. Was das Leid erzeugt, ist der Kriegszustand, jene brutale, unmenschliche Skrupellosigkeit, die auch vor Kindern nicht halt macht, siehe die Welt:

Armen Kindern in Deutschland fehlt es laut einer Umfrage vor allen an der Möglichkeit, am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen. Die Grundversorgung sei beim Großteil der 1,72 Millionen Kinder in Hartz-IV-Haushalten allerdings gesichert, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit.

Das lernen jene Kinder: sie sind überflüssig, unerwünscht, wachsen in einer feindlichen Umgebung auf. Was lernen die Erwachsenen? Wenn das Verfassungsgericht das Leid der Kinder anmahnt, hat es … keinerlei Konsequenzen. Man darf dankbar sein, das die Politik darauf nicht mit erneuten Regelsatzkürzungen reagiert hat, so wie Gaddafi mit Luftangriffen auf Aufständische.

Wir Menschen sind soziale Wesen – es sei denn, man befindet sich unter Lumpen. Lumpen haben kein Gerechtigkeitsempfinden, kennen kein Mitleid und auch keine Gnade. Lumpen ist das Schicksal anderer egal, sie sind durch und durch asoziale Wesen, ihre Elite hat mitlerweile die Schalthebel der Macht vollkommen unter Kontrolle.  Wie man sich als Lumpenelite dort so aufführt, kann man jederzeit der Presse entnehmen, siehe freie Presse:

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer muss sich demnächst in einem Strafprozess vor dem Münchner Landgericht verantworten. Wie die Münchner Justizpressestelle mitteilte, ließ das Gericht die bereits im November 2009 erhobene Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Breuer wegen versuchten Betruges nun unverändert zur Hauptverhandlung zu.

Die Machenschaften der Lumpenelite erreichen teils Supergaudimensionen, siehe SZ:

Die Ermittler wähnen sich auf den Spuren einer gewaltigen Verschwörung. Mehrere Großbanken, so glauben sie, könnten einen Referenzwert des globalen Finanzsystems manipuliert haben – den sogenannten Libor-Zins. Zum Kreis der Verdächtigen gehört auch die WestLB.

Das Betrugssystem macht auch bei Nahrungsmitteln nicht halt … damit die verharzten Kinder auch ja möglichst wenig haben, siehe rp-online:

Die Lebensmittelkonzerne Dr. Oetker, Kraft und Unilever müssen Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 38 Millionen Euro zahlen. Der Grund: Sie sollen sich über ihre Preise für Süßwaren, Speiseeis, Tiefkühlpizza, Tiernahrung und Waschmittel ausgetauscht haben.

Insofern betrifft der Supergau in Japan auch uns: es ist die gleiche Lumpenelite, die dort für den Schaden sorgt und hier für die Armut. Die gleiche Arroganz, die gleiche Ignoranz, die gleiche Verantwortungslosigkeit und der gleiche Tonfall, siehe Tagesanzeiger:

Zum ersten Mal zeigt das japanische Fernsehen seinem Publikum die ganze Arroganz der technokratischen Macht, die sich bis jetzt gegen jede Kritik der wenigen Kernkraftgegner im Land verwahrte, diese sogar als subversiv abtat.

Als gestern Mittwoch im Morgengrauen im Reaktor Nummer 4 dort gelagerte Brennstäbe entflammten, weil sie nicht gekühlt wurden, gab Tepco geradezu zynisch bekannt, die Firma habe die örtliche Feuerwehr benachrichtigt.

Warum schickt man eigentlich nicht die Tepco-Manager in das Kernkraftwerk? Eimer in die Hand gedrückt, Meerwasser ist in der Nähe: da könnten sich die Täter doch auch mal nützlich machen? Aber … das geht ja nicht. Lumpenelite kann deshalb so arrogant und zynisch auftreten, weil sie inzwischen alle systemrelevanten Posten mit asozialen Geistern besetzt hat. Nur deshalb kann sich eine Raubkultur durchsetzen, die Krieg gegen das eigene Volk führt, es verarmen und notfalls auch verstrahlen lässt – in Japan und in Deutschland.

Welche Folgen die Renditegier der Lumpenelite praktisch hat, beschreibt Life-Gen anschaulich:

Welche Ausmaße die Folgen der zu erwartenden Kernschmelze haben, lässt sich anhand der Strahlungskarten nach dem AKW-Unglück in Tschernobyl ablesen. Dort hatte der Fallout – je nach Windrichtung – bis zu 300 Kilometer weit die umliegenden Gebiete verstrahlt. Noch heute lassen sich über 1,5 Millionen Hektar Wald und Land nicht nutzen. Für Japan gilt: Damit wäre im ungünstigsten Fall auf Tokio direkt betroffen. Was die Politik allerdings noch verschweigt: die Verseuchung hielte auch in der Hauptstadt Jahre oder Jahrzehnte an, eine Dekontamination ganzer Millionen-Metropolen gilt als unmöglich.

Das würde bedeuten, das Tokio zur Geisterstadt wird … und Japan im Prinzip weiträumig unbewohnbar, mal abgesehen von den Toten, die jetzt schon zu erwarten sind. Alles im Dienste der Rendite. Verluste werden von den Asozialen billigend in Kauf genommen. Sie wissen ja, das ihnen selbst kein Ungemacht droht: werden sie erwischt, geben sie einen kleinen Bruchteil ihres ergaunerten Vermögens ab … jeder Hartz IV-Abhängige wird schlimmer bestraft, ohne irgendeine Straftat begangen zu haben. Es findet der Supergau moralischer, ethischer, zivilisationstiftender Werte statt, die Kernschmelze der westlichen Kultur – mit Folgen für Andersdenkende, siehe Nrhz:

Warum also hassen wir sie? Weil wir ohne einen Feind kaum eine Identität haben. Wir benötigen nur deshalb Begriffe wie „Leitkultur“, weil wir im kulturellen Niedergang sind und das ahnen. Die Antrittsbemerkung des neuen Innenministers Friedrich, in der er den Islam von Deutschland distanziert, ist in diesem größeren Zusammenhang zu sehen, nicht nur in dem kleinen, in dem er durch gezielte gesellschaftliche Spaltung auf dubiosen Stimmenfang geht. Sie ist Ausdruck des geistigen Niedergangs einer Gesellschaft, die partout nicht aus der Geschichte lernen will. Der Gipfel der Perversion wird erreicht durch das Herbeiphantasieren einer „christlich-jüdischen Tradition“, womit man sich an den früheren Feind, die Juden, anbiedern will, um den nächsten Feind vor die Flinte zu bekommen.

Die neuen Opfer der Lumpenelite: der Islam. Und sein Öl natürlich. So versucht die Minderheit der Lumpenelite sich ständig hinter neuen Fronten zu verstecken, damit sie weiterhin ihren krummen Geschäfte nachgehen und die christliche Tradition in eine antichristliche umbauen kann. Es ist ein Krieg, der hier geführt wird – in erster Linie ein Krieg um Werte und Prioritäten, ein Krieg der Worte. Und hat man den Krieg der Worte gewonnen, können Bomben folgen wie in Lybien laut rian:

Frankreich sowie Großbritannien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate werden möglicherweise in wenigen Stunden Bombenangriffe auf Gaddafis Stellungen in Libyen fliegen.

Das meldete die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend unter Berufung auf französische diplomatische Quellen.

Wieder einmal befinden sich Natotruppen in einem „gerechten Krieg“.  Eigentlich weiß momentan niemand, was in den arabischen Ländern gerade los ist, aber wir werfen schon mal ein paar Bomben und stören uns nicht daran, das die Truppen von Katar und den Vereinten Arabischen Emiraten jetzt mit „uns“ gegen Gaddafi und für die Aufständischen marschieren, während sie in Bahrain gegen die „Aufständischen“ eingesetzt werden, siehe Berliner Umschau.

Gewöhnen wir uns doch jetzt schon mal an die Folgen jener Lumpenpolitik, über die uns diesmal RTL unterrichtet:

In Afghanistan hat es im vergangenen Jahr so viele zivile Kriegsopfer gegeben wie seit Jahren nicht mehr. „Im Jahr 2010 haben wir 2.777 Tote registriert, das ist ein trauriger Rekord der vergangenen Jahre“, sagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Staffan de Mistura, im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Die Zahl der Strahlentoten wird in diesem Jahr einen neuen Rekord erreichen, ebenso die Zahl der künstlich verarmten Kinder in „Wohlstandsnationen“ und die Zahl der getöteten Zivilisten bei „Friedensmissionen“ der Nato. Die ehedem als strahlender Leuchtturm für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit auftretende westliche Kultur, die einst der Hort von Demokratie und Menschenrechten war, erlebt ihre ideelle Kernschmelze, der die realen Kernschmelzen der kostenminimierend betriebenen Reaktoren der Atomwirtschaft folgen werden.

Und was machen wir Bürger? Wir gewöhnen uns daran. Stecken den Kopf in den Sand und hoffen, das wir dort sicher sind. Aber es geht hier um Krieg. Krieg einer asozialen Lumpenelite gegen das Volk. Ein weltweiter, totaler Krieg, der dort heiß wird, wo der Widerstand der Bürger zu groß ist.

Ich denke, das wissen auch die Bürger hierzulande – deshalb bleiben sie lieber ruhig, obwohl ihre Kultur gerade den Bach ´runtergeht.

 

 

 

 

 

 


Ja ja, diese spinnerten Musiker, was die sich immer ausdenken…

Supergau in Japan, Supergau in Deutschland – Ultragau weltweit 2012?

Jetzt ist es ja passiert: das Undenkbare, das Unmögliche, das, womit niemand hätte rechnen können: der Supergau. Wie wurden wir dereinst belächelt, als wir in den siebziger und achtziger Jahren gegen diesen Unfug demonstriert haben. „Träumer“, „Spinner“, „Romantiker“ hatte man uns genannt … aber wenigstens waren WIR keine IDIOTEN. Allen voran war da die publizisitische Waffen-SS der Konzernwirtschaft, die sich auch heute noch mit Supersprüchen hervortut, siehe Spiegel:

Drei-Punkte-Plan soll Unglücks-AKW retten

Was soll es da bitte schön noch zu retten geben? Eine Formulierung, die darauf hindeutet, das es sich hier um ein kleines Missgeschick handelt, so als sei ein Kind in einen Teich gefallen und man holt es schnell wieder heraus – und dann ist alles wieder gut.

Nicht ist gut.

Ich warte jetzt nur noch auf die Sprüche: „so ein bischen Radioaktivität hat noch keinem geschadet“, an Spottereien über „Gesundheitsromantiker“ oder den Hinweis darauf, das wir alle sowieso sterben müssen: „Aber wenn, dann bitte mit 100000 Kilowatt auf der Rechnung!“

Es geht doch hier auch gar nicht mehr um EIN Akw. Darf ich mal die Neue Züricher Zeitung zitieren? Die hat mitgezählt:
Die japanischen Behörden haben für drei Kernkraftwerke mit Siedewasserreaktoren nordöstlich von Tokio den atomaren Notstand ausgerufen. Beschädigt oder möglicherweise gefährdet sind zwölf Reaktorblöcke: sechs im AKW Fukushima Eins (Daiichi), drei in Fukushima Zwei (Daini) und drei in Onagawa.

Vielleicht gibt es einen Drei-Punkte-Plan, aber ich denke, er enthält vor allem drei altbekannte Argumente zur Rettung der Börse: TARNEN, TÄUSCHEN UND VERTUSCHEN.

Die Wahrheit ist: 2000 Grad heiße Brennstäbe lassen sich mit Wasser nicht kühlen. Die Lage ist völlig außer Kontrolle, die Reaktoren sind quasi sich selbst überlassen – was aber die Börse nicht toleriert hat. Darum ist jetzt Aktionismus angesagt, während eine gigantische humanitäre Katastrophe am Rande abläuft, die aber für die Herren der Wirtschaft nicht interessant ist – nur am Rande erfährt man von der Hoffnung auf ein Riesenkonjunkturprogramm, an dem man sich wieder eine neue goldene Nase verdienen kann.

Die ersten Unkereien der Atomwirtschaft kommen ja auch jetzt schon … womit wir zu dem nächsten GAU kommen – dem in Deutschland, hier mal in der SZ:

Während in Deutschland, 8900 Kilometer entfernt, eine in Anbetracht der vielen Tausend Opfer merkwürdig selbstbezogene Aufgeregtheit um die Atompolitik herrscht, erduldet die drittmächtigste Wirtschaftsnation der Erde ihr Schicksal – und versucht es zu wenden. Japan hat viele Naturkatastrophen erlitten und ist mit seinem Technik-Glauben auch immer wieder an ihnen gewachsen.

Der Technikglauben – der gute, alte Technikglauben – der rettet Japan und die ganze Welt. Wieder stehen auf der einen Seite die schlauen, cleveren Bastler, Tüftler und Schrauber, während auf der anderen Seite ihre verstrahlten Opfer als „Konjunkturprogramm“ herhalten dürfen.  Ohne die Technikgläubigkeit und die Skrupellosigkeit eines unmenschlichen Wirtschaftssystems hätten wir keinen Gau. Jede Dumpfnuss weiss, dass man einen heissen Topf nicht auf eine kaputte Herdplatte stellt, ebensowenig stellt man ein heisses AKW auf eine kaputte Erdplatte – woraus wir lernen, das Techniker und Wirtschaftsbosse noch dümmer als unsere dörflichen Dumpfnüsse sind … oder einfach boshafter.

Manche nicht, und deshalb bekommen wir NACH jeder Katastrophe auch immer solche Berichte zu lesen, Berichte, die zuvor niemand hören wollte, hier in der ftd:

Masashi Goto kennt den Unglücksreaktor, er kennt ihn von innen, kennt all seine Schwachstellen. Viele Jahre hat der Ingenieur, der im weißen Hemd und grauen Anzug dort oben auf dem Podium sitzt, für den Kraftwerksbauer Toshiba gearbeitet. Sein Spezialgebiet waren jene Sicherheitsbehälter, die auch das Herz des Reaktors in Fukushima umschließen, er war damals an ihrem Design beteiligt. Nun kann er nicht mehr an sich halten.
„Ich war damals davon ausgegangen, dass ich an der ultimativen Verteidigungslinie arbeite, am entscheidenden Werkstück, dass die Bevölkerung vor der Strahlung schützt“, sagt Goto. „Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass das nicht so ist, dass diese Behälter einer Katastrophe wie einem Erdbeben nicht standhalten.“

Und was machen wir jetzt hier in Deutschland aus der Katastrophe, von der man uns in den letzten Jahrzehnten so oft gepredigt hat, das sie unmöglich sei?  Wir schalten hier Reaktoren ab, die gestern noch als völlig unbedenklich galten. Nicht das ich denen nachtrauere, aber … Atomkatastrophen sind doch wohl nicht ansteckend, oder? Welchen rationalen Grund gibt es denn, ohne neuerliche Risikobewertung für Deutschland die Dinger von heute auf morgen abzustellen? Welchen ausser … blanker Panik? Und wenn „da oben“ auf einmal blanke Panik herrscht, weil man plötzlich und unerwartet über ein paar Atomkraftwerke im eigenen Land gestolpert ist … VON WELCHER QUALITÄT SIND DENN DANN EIGENTLICH UNSERE REGIERUNGSFUNKTIONÄRE?
Das ist der Supergau für Deutschland. In Japan platzte ein Reaktorkern, darin war Radioaktivität. In Deutschland platzte der Regierungskern, darin war geballte Inkompetenz … oder gähnende Leere, was den gleichen Effekt hat. Natürlich ist auch Wahljahr und man muß auf den Anti-Atom-Zug aufspringen, weil sonst die Grünen gewinnen und dann in Folge dieses Sieges Deutsche Soldaten in Lybien einmarschieren – wer will das schon.
Nun ist Kernenergie in Deutschland aber auch ein hochsubventioniertes Geschäftsfeld – und ein hochprofitables, wie man bei Eurosolar nachlesen kann:
Je älter ein Atomkraftwerk, desto störungsanfälliger, aber auch umso profitabler ist sein Weiterbetrieb. Die Bau- und Kapitalkosten sind gewöhnlich abgeschrieben, während die laufenden Betriebskosten verhältnismäßig gering bleiben. Voraussetzung ist, dass Nachrüstungen unterbleiben und ein Bestandsschutz gewährt wird, wie in Deutschland seit 2001 mit der Vereinbarung von Bundesregierung und Stromkonzernen über die Laufzeiten von
Atomkraftwerken, dem so genannten „Atomkonsens“. Die Erzeugungskosten einer Kilowattstunde Atomstrom können unter diesen Bedingungen auf bis zu 1 ct gesenkt werden und durch Verkauf zum Strombörsenpreis Gewinnmargen von bis zu 500% erzielt werden.

Für 500 % Gewinn gehen wir in Deutschland aber aufs Ganze. Wer alles bereit war, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Bevölkerung ganz tief in dessen Tasche zu greifen ist auch öffentlich, siehe Hintergrund:

Während noch diskutiert wurde, erhöhte RWE-Chef Jürgen Großmann den Druck mit einer bundesweiten Anzeigenkampagne – dem „Energiepolitischen Appell“. Vierzig Manager, unter ihnen die Chefs der vier großen Energiekonzerne, protestieren darin gegen die Brennelementesteuer, sprechen sich für Laufzeitverlängerungen und den Ausbau von Kohle aus. Andernfalls stellen die Unterzeichner eine preisgünstige Energieversorgung infrage. Unterschrieben haben neben dem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann einige Vertreter stromintensiver Industrien wie Ekkehard Schulz (Thyssen- Krupp), Werner Wenning (Bayer) oder Jürgen Hambrecht (BASF), der Manager der Fußballnationalmannschaft und Sohn eines früheren RWE-Vorstandes, Oliver Bierhoff, sowie Wolfgang Clement, Aufsichtsratsmitglied bei der RWE Power AG.

Da haben wir unter anderem auch führende Köpfe der Agenda 2010, die schon mit diesem Machwerk bewiesen haben, wie man aus Mitbürgern ganz schnell „Parasiten“ machen kann. Kein Wunder, das man auch keine Hemmungen hat, diese Parasiten im Dienste des Wachstums einer erhöhten Strahlendosis auszusetzen … Radioaktivität soll ja auch wachstumsfördernd sein.

Das große finanzielle Engagement der Deutschen Bank als Atomfinanzierer passt gut zu ihrem sonstigen Auftreten: Ihre Vertreter sprechen sich offen für eine „Renaissance der Atomkraft“ aus und passend dazu bietet die Deutsche Bank ihren Privatkunden gezielt radioaktive Investitionen an: Das „S-Box Nuclear Power Index Zertifikat“ bündelt die Erträge von 20 führenden Atomfirmen. An welchen verheerenden Umweltbelastungen und Gesundheitsgefährdungen von Menschen sich der Anleger hierbei beteiligt, verschweigt der Anlageprospekt.

Damit sich das Investment auch lohnt, muß man im Atombereich selbstverständlich die gleichen Maßnahmen ergreifen wie auf allen anderen Geschäftsfeldern auch:

Je länger ein Atommeiler am Netz ist, umso größer wird das Risiko von Unfällen durch Materialermüdung. Um Kosten zu sparen und Gewinne zu steigern, reduzieren die Energieversorger Reparatur- und Wartungsarbeiten. Mängel werden verspätet oder gar nicht erkannt. Wachsende Arbeitsbelastung führt zu verminderter Wachsamkeit während des Betriebes. All dies erhöht das Risiko für schwere Störfälle. „Somit ist klar, dass das Risiko eines nuklearen Unfalls mit jedem Jahr, das ein Atomkraftwerk über zwei Jahrzehnte hinaus in Betrieb ist, signifikant steigt.“

Womit man sagen kann: die Konzernwirtschaft in Deutschland arbeitet Hand in Hand mit den Banken am deutschen nuklearen Supergau, den wir dann nicht mehr so gemütlich auf der Talkshowcouch aussitzen könnten.

Und wenn in Deutschland was passiert … wer bezahlt dann eigentlich die Schäden?

Nun, die Gemeinschaft der Banken- Euroretter wird wieder mal einspringen, jene schwerreichen Menschen, die den Ackermann Tag für Tag neidisch werden lassen: der Ottonormalbürger. Atomgewinne werden privatisiert, die Risiken jedoch – wie im Bankwesen – sozialisiert. So macht man Riesenprofite von 500 % und kann den Privatflieger auf die Bahamas jederzeit abheben lassen, wenn mal was schiefgeht. Wir jedoch … dürfen dann zahlen, siehe Tagesspiegel

Atomkraftwerke sind bisweilen kaum versicherbar. Im Falle eines bewaffneten Konflikts oder einer schweren Naturkatastrophe kommen die Versicherer nicht für Schäden auf, bei Terroranschlägen hingegen schon.

Trotz der Atomunfälle in Japan wollen die Versicherer ihre Sicherheitsanforderungen an die deutschen Kernkraftwerke nicht verschärfen. „Die deutschen Auflagen sind sehr streng“, sagte Dirk Harbrocker, Geschäftsführer der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft (DKVG), dem Tagesspiegel. Zudem gebe es in Deutschland keine schweren Erdbeben. „Ein Störfall wie in Japan kann sich in Deutschland nicht ereignen“, betonte Harbrocker.

Asozialer geht´s kaum noch, die Japaner merken das laut Hintergrund gerade selbst:

Den größten Teil des Schadens dürfte dem Bericht zufolge auf die Betroffenen und die japanische Regierung entfallen. Die Folgen von Atomunfällen gelten in der Branche als nicht versicherbar. Die Schäden sind kaum zu kalkulieren, die Prämien für eine solche Versicherung würden unermessliche Höhen erreichen.

Der nukleare Supergau in Deutschland ist also vorprogrammiert, nur der Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest. Die Kraftwerke in Deutschland sind so „unzerstörbar und sicher“ wie die in Japan … einfach mal die Sprüche der Betreiberfirma VOR der Katastrophe abrufen. Da gibt es wahrscheinlich auch Broschüren mit Argumentationshilfen vom Weltverband der Atomeierleger.

Neben dem aktuellen nuklearen Supergau in Japan, dem baldigen nuklearen Supergau in Deutschland droht uns aber möglicherweise nächstes Jahr der Ultragau, der selbstverständlich genauso unmöglich ist wie der jetzige Supergau in Japan (warum man aber dann UNMÖGLICHE Riskien nicht trotzdem einfach mal versichert, verstehe ich dann nicht ganz. UNMÖGLICHE Risiken sollten doch in den Prämien sehr günstig liegen, sie treten doch einfach NIE ein. Offensichtlich ist der Supergau nicht mehr UNMÖGLICH, wenn es ums Geld geht).

Zum ULTRAGAU 2012 muß ich weiter ausholen. Das Datum 2012 ist natürlich „gefährlich“, weil … es esoterisch verseucht ist. Weltuntergänge werden erwartet. Ganz unesoterisch kommt die NASA daher, siehe shortnews vom Oktober letzten Jahres:

Die NASA warnte kürzlich in einer Studie vor einem gefährlichen Sonnensturm auf der Sonnenoberfläche, der die Erde treffen könnte. Nach neuesten Erkenntnissen wird er aber vermutlich so gewaltig sein, dass er eine Zerstörung der Stromnetze auf der gesamten Erde auslösen kann.

Die NASA erklärte, dass bereits in den Jahren 1859 und 1921 geomagnetische Stürme Telegrafenleitungen völlig außer Kraft setzten. Ein Sonnensturm mit größerem Kraftfeld könnte heute noch weitaus schlimmere Folgen haben. Menschen wären ohne Transportmöglichkeiten, Kommunikation und Strom.

Das wiederum hätte schwerwiegende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, denn dieser Zustand würde uns als Geiseln in einem elektrischen Kollaps festhalten. Der gegenwärtige Sonnenzyklus wird als einer der intensivsten bezeichnet, der je in den letzten 400 Jahren registriert wurde.

Wenn denn dann … alle Menschen keinen Strom mehr haben, ja sogar gar kein Strom mehr fließen kann, weil einfach die Leitungen kaputt sind … verwandeln sich dann nicht weltweit alle Nuklearrektoren in großer Verbrüderung in kleine Dreckschleudern, weil ALLE SICHERHEITSSYSTEME AUSFALLEN – wie jetzt in Japan?

Ich weiß, das kann nicht passieren. Der Drei-Punkte-Plan zur Rettung des Reaktors (tarnen, täuschen und vertuschen) wird verhindern, das wir überhaupt etwas darüber erfahren.

Und angesichts des moralischen und ethischen Supergaus, den wir momentan neben dem nuklearen Supergau hinsichtlich von Verantwortung und Kompetenz in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erleben, können wir zumindest sicher sein, das wir erst drei Jahre später über das Ende der Welt informiert werden – wenn überhaupt. Und möglicherweise spielen die Verantwortlichen gerade deshalb so enorm auf Zeit, legen ihre atombombensicheren Saatguttresore an und … kriegen dann doch Panik, wenn es jetzt schon losgeht.

Wahrscheinlich sind sie aber einfach nur dumm und gierig, denn laut Manager-Magazin planen sie ja in den USA schon ganz viele neue Reaktoren:

Der Bau neuer Kernkraftwerke ist eines der wenigen großen Vorhaben, auf die sich Demokraten und Republikaner derzeit in Washington ohne viel Gefeilsche verständigen können. Barack Obama hat in die Budgetvorlage für den Haushalt 2012 rund 36 Milliarden Dollar Kreditgarantien für den Bau neuer Atomkraftwerke eingeplant, mit Unterstützung der Republikanischen Opposition. Nach dem Unfall im Kraftwerk von Three Mile Island in Pennsylvania 1979 wurden 30 Jahre lang keine neuen Genehmigungen für den Bau solcher Kraftwerke erteilt.

Doch bis 2020 sollen vier neue Reaktoren in Georgia, Tennessee und South Carolina ans Netz gehen.

Wir kriegen schon noch unseren Weltuntergang (oder unser „Parasitenausrottungsprogramm“). Die „Heilige Allianz der Unfehlbaren“ aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik wird schon dafür sorgen – aber kurz bevor sie merken was läuft, kriegen sie dann doch wieder Panik.

Und schon weiß man, warum in Deutschland gestern noch „hochsichere“ Kernkraftwerke in Massen abgeschaltet werden.

Die waren nie sicher, die sind nicht sicher und die werden niemals sicher sein.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Atom: Deutschlands strahlende Zukunft und die Antiregierung

Mal ehrlich gesagt: diese Atomgeschichte ist doch nur noch peinlich, oder? Was haben wir uns Ende der siebziger Jahre die Füße plattgelaufen um diesen Unfug zu verhindern. Inzwischen weiß man, das Atomkraftwerke unglaublich teuer waren (nur die Kosten wurden anders definiert – wahrscheinlich waren Statistiker vom Arbeitsamt dran), das sie gefährlich sind (Tschernobyl, Harrisburg … ist ja alles nochmal gut gegangen – ja, wirklich, auch Tschernoby ist … relativ gutgegangen) und das man überhaupt nicht weiß, wohin man mit dem extrem giftigen Müll soll – von den Mißgeburten und Leukämiefällen in der Nähe der AKW´s mal ganz abgesehen.

In einer von Terror geprägten Welt – die man uns ja jetzt verkaufen will – sind diese Dinger nebenbei zusätzlich noch brandgefährlich, ihre Bewachung extrem teuer – gerade, wenn man kein Geld hat, ein Problem, dachte ich.

Was waren wir froh, als wie die Dinger los waren, noch bevor die BRD Atomwüste wurde.

Aber wenn es um Geld geht, dann kennen gewisse Individuen keine Grenzen mehr. Immerhin: über 100 Milliarden Euro bringt  der Deal mit unserer Sicherheit, unserer Gesundheit und unserer Gesellschaftsordnung den Betreibern. Die Kosten – tragen wieder wir, ist klar. Machen wir auch gerne.

Durch zwölf Jahre längere Laufzeiten fallen nämlich 6000 Tonnen mehr Atommüll an, rechnet Greenpeace vor. Bundesumweltminister Norbert Röttgen will den strahlenden Abfall am liebsten in Gorleben entsorgen und lässt die potenzielle Lagerstätte deshalb weiter erkunden. Damit aber bringt er die Anti-Atom-Bewegung gegen sich auf. Schon beim nächsten Castor-Transport soll es Großdemonstrationen geben. Folglich könnte der Transport nur durch ein Massenaufgebot an Polizisten gewährleistet werden.

Kein Wunder, das wir das nicht mögen.

Die Mehrheit der Deutschen sah dies freilich bereits vor der Entscheidung im Kanzleramt ganz anders. In einer Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“ von Infratest dimap sprachen sich 59 Prozent der Befragten gegen eine Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke um 10 bis 15 Jahre aus. Nur 37 Prozent waren für eine Laufzeitverlängerung.

Quelle: Welt

Afghanistan, Rente, Atomstrom, Verteilungsgerechtigkeit – überall das gleiche Bild. Das Volk will nicht, aber seine gewählten Treter schon. So war das wahrscheinlich gemeint mit diesen Ver-Tretern. Vertreter verkaufen einem ja auch immer Sachen, die man eigentlich gar nicht haben will. Es scheint inzwischen schon so, das die extra das genaue Gegenteil von dem machen, was wir so wollen würden, wenn man uns nur machen ließe.  Das muß denen doch mal auffallen … tut es wahrscheinlich auch, aber aus Parteidisziplin sagt man dann lieber doch nichts und läßt „die da oben“ machen. Eine richtige Anti-Regierung.

Nur – wenn wir dann freiwillig auf Lohn verzichten wollen, machen wir dann eine Ausnahme und kürzen doch, anstatt wie üblich paradoxerweise das Gegenteil zu machen: das merken die dann schon noch:

Eigentlich sind sich fast alle einig: Nach Jahren der Zurückhaltung sind nun die Arbeitnehmer dran, sie sollen durch spürbare Lohnerhöhungen vom Aufschwung profitieren. Allzu große Hoffnungen können sich die meisten Beschäftigten dennoch nicht machen.

Es hat sich herumgesprochen, dass die deutschen Arbeitnehmer „zu den bescheideneren in der Welt“ („Handelsblatt“) gehören. Hierzulande verdienen die Beschäftigten schon seit vielen Jahren nach Abzug der Inflation nicht mehr, sondern weniger. Sogar in den Boom-Jahren von 2004 bis 2008 sanken die sogenannten Reallöhne.

Quelle: Spiegel-online

Wir müssen ja jetzt auch den Atomdeal bezahlen, da ist für mehr Lohn nichts mehr drin in der Tüte.

Das wir aber jetzt auch noch als korrupte Bananenrepublik gelten, das ist doch wohl die Höhe:

Die Regierung muss für ihr Atompaket viel Kritik einstecken. Etwa: Der Staat schenke den Stromkonzernen den Großteil ihrer Riesenprofite aus längeren Laufzeiten. Das weist die Kanzlerin zurück. Ihr Finanzminister betont, er sei bei der Atomsteuer nicht eingeknickt. Für die Deutschland-Chefin von Transparency International, Edda Müller, ist die Sache klar: Angela Merkel ist gegenüber den Stromkonzernen eingeknickt.

Quelle: Handelsblatt

Gut, das die Kanzlerin den Vorwurf zurückgewiesen hat. Letztlich schenken wir den Konzernen wahrscheinlich alles und nicht nur den Großteil – und legen zusätzlich noch gut was drauf.  So machen wir das ja sonst auch.  Ich kenne auch schon die nächste Runde: neue Atomkraftwerke sind ja so viel sicherer als alte … wir wollen die zwar nicht, aber da die alten ja jetzt laufen dürfen … wären so ein paar nagelneue schon sicherer. Und hübscher.  Und … überhaupt,

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