Asozial

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Das Ende der sozialen Bewegungen, der Zivilisation und der Menschheit – und der Tod von OP 100

Gestern erfuhr ich nebenbei, das die Website "OP 100" vom Netz genommen wurde. Der Grund war rein technisch. "Nachrichtenspiegel-online" verursacht beim Server Kapazitätsprobleme, die durch die Verbindung zu "OP 100" potentiert wurden. Die Ursache für die Potenzierung der Probleme durch die Verbindung zwischen beiden Seiten zu finden, wäre sehr zeitaufwendig gewesen.  Bei zwei Seitenaufrufen pro Woche hat sich die Technik dann dazu entschieden, OP 100 zu löschen.

Gestern erfuhr ich nebenbei, das die Website „OP 100“ vom Netz genommen wurde. Der Grund war rein technisch. „Nachrichtenspiegel-online“ verursacht beim Server Kapazitätsprobleme, die durch die Verbindung zu „OP 100“ potentiert wurden. Die Ursache für die Potenzierung der Probleme durch die Verbindung zwischen beiden Seiten zu finden, wäre sehr zeitaufwendig gewesen.  Bei zwei Seitenaufrufen pro Woche hat sich die Technik dann dazu entschieden, OP 100 zu löschen.

Das ist nun die vierte soziale Bewegung, die ich initiiere oder mitinitiiere, die dritte im Internet. Neben „All-in-one – Soziale Innovation“ in Aachen ist es der „Menschenschutzbund“ bei Blog.de, die einmalige Solidarabgabe für Reiche und eben die Gründung einer Lobby für Arme: Operation 100. Das Echo ist immer … verhalten. Hundert Blogger tummeln sich beim Menschenschutzbund, doch sucht man welche, die auch bereit sind, die Idee durch Arbeit weiter zu entwickeln, dann merkt man schnell: es bleiben nur eine handvoll Menschen übrig, Menschen, die eigentlich durch Beruf und Privatleben schon völlig ausgelastet sind. Tatmenschen halt. Dabei wird gerade das ein Thema der Zukunft werden: den Schutz von Menschen in den Mittelpunkt politischen Handelns zu stellen. Mit wachsender Sorge beobachte ich die Meldungen, die auf eine zunehmend Brutalisierung der Gesellschaft hinweisen: immer öfter lese ich von grässlichen Morden unter Ehepartnern, von Gangs, die sich ihre Sexsklavinnen von der Straße holen, von sinnloser Brutalität an U-Bahnhöfen. Ich schreibe noch nichts darüber, beobachte den Prozess noch denn noch kann ich nicht beurteilen, ob die Verrohung des Mittelstandes sich schon in realer Tat austobt oder ob sie nur durch besondere Betonung in den  Nachrichten ihren Stellenwert erlangt.

Die einmalige Solidarabgabe für Reiche (gerne auch fünfzig Prozent des erbeuteten Vermögens) hätte auch eine Chance, sich durchzusetzen. Sie ist allemal angenehmer als eine dauerhafte Vermögenssteuer, senkt die Staatsschulden sofort auf einen Schlag und ist – dank Solidarzuschlag Ost – eine akzeptierte Form der Bürgerbeteiligung an den Kosten der Fehler der politischen Kaste. Es gab gerade mal fünfzig Menschen (von hunderten von Lesern) die bereit waren, das durch ihre Unterschrift zu unterstützen.

Dann OP 100 – die Karnevalsidee: Schaffung einer Lobbistentruppe zur Erhöhung des Arbeitslosenregelsatzes um 100 Euro als Ausgangspunkt für die Etablierung einer sozialen Lobby. Monatelang arbeiten wir nebenher an einer Gesellschaftsform, die verhindern soll, das das geschieht, was anderen Parteien und Bewegungen gerade widerfährt (sogar der großen und mächtigen SPD): die Unterwanderung durch Lobbyisten. Machen wir uns nichts vor: sobald ein Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe irgendwo herumliegt, kommen die Aasgeier, jene inzwischen sehr breite und gut vernetzte Schicht von Politprofis, die in den alten Parteien auf dem dritten Rang herumgammeln und an ihrem angestammten Platz bis zur Rente vergeblich auf ihre „ganz große Chance“ warten. In der Piratenpartei haben diese Ladenhüter gerade ihren großen Auftritt, bei den Linken tummeln sie sich schon etwas länger, die Grünen haben sie schon völlig eingesackt.

Zeit und Geld in den Aufbau einer Organisation zu stecken, die diesen Schmarotzern der politischen Kultur ein neues Werkzeug zur Selbstbereicherung bietet, war uns zuwieder. Sowohl Werner als auch ich kennen das Spiel schon und wollen deshalb mit absoluter Sicherheit ausschließen, das es sich wiederholt.  Aber der Aufbau einer GmbH (die einzig machbare Gesellschaftsform)  ist kostenintensiv – und das Geld brauchen wir für andere Optionen. „Nachrichtenspiegel-online“ wird bald ebenfalls kostenintensiv werden – hier lesen zuviel. Es wäre trotzdem sinnvoll gewesen, einfach mal hier anzufangen, wenn nicht … gerade mal fünf Freiwillige für die Mitarbeit vorhanden gewesen wären, neben einer ganzen Reihe von interessierten Menschen, die aber alle gut in Lohn und Brot stehen.

Angesichts des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmendaten des Jahres 2011 glaube ich nicht, das man noch viel Zeit hätte, eine soziale Bewegung über zehn Jahre hinweg aufzubauen. Bricht der Export Deutschlands weiter ein, wird man sich am Ende dieses Jahres schon in einer ganz anderen sozialen Realität wiederfinden, dann herrscht die Angst eines verrohten Mittelstandes über den Stammtischen; das sich China die militärischen Provokationen der USA ewig gefallen lässt (wie unsere Medien offenbar grundlos annehmen) glaube ich auch nicht unbedingt, ebenso ist fraglich, ob der Euro überhaupt das Jahresende erlebt und was danach mit der Währung geschieht.

Das sind keine guten Aussichten für soziale Bewegungen, weil die Zusammenhänge zu komplex sind, als das die Gefahren von breiten Mehrheiten zu erkennen sind. Die breite Mehrheit lebt – ganz vernünftig übrigens – nach dem „Prinzip Hoffnung“:  es ist noch immer gutgegangen. Stimmt zwar nicht, sagt sich aber leicht.

Die Menschen, die sehen, das alles auf ein Ende zuläuft, das schon Ende 2011 erreicht sein kann – oder eben erst 2022 – sind in allen sozialen Schichten vorhanden. Manche sind reich und benutzen ihren Reichtum, um sich vorzubereiten. Andere sind arm und genießen das Leben, solange es geht.  Beides akzeptable Strategien. In solche Zeiten aber zu erwarten, das es großes Engagement für andere gibt, ist wohl zuviel des Guten. Der „Andere“ kann bei den befürchteten und laufenden Verteilungskämpfen der vom Kapital vom übervollen Tisch geworfenen Essensreste ganz schnell der bitterböse Feind von Morgen werden.

Darüber hinaus … kommen auch meine persönlichen Bedenken ins Spiel. Ich finde es gut, das wissenschaftlicherseits mitlerweile die Mechanismen psychosozialer Zerstörung detalliert herausgearbeitet werden. Ich hatte sie im Personalmanagement von großen Konzernen beobachten dürfen, mir war klar, wohin die Reise geht, als ein Konzernpersonalchef eine Sozialreform gestaltete: man wollte die Prinzipien der Vernichtung auch auf arbeitslose Menschen ausdehnen.

Das ist ja dann auch geschehen.

Dieser Aspekt wird in der Kritik an Hartz IV selten benannt, aber durch die Reform kommen arbeitslose Menschen in einen Zustand, in dem sich der arbeitende Teil der Bevölkerung schon lange befindet: die sollen sich gefälligst auch herumquälen, so der generelle Tenor der Masse, die sich ebenfalls in einem äußerst unangenehmen Zustand befindet. Die psychosoziale Vernichtung beginnt nicht mit Hartz IV, Hartz IV stopft die letzten Fluchtmöglichkeiten. Der Umbau der Gesellschaft zu einem Arbeitslager ist in vollem Gange, das merkt eigentlich fast jeder. Auf wessen Kosten das geschieht, zeigt ein Blick in die eigene Geldbörse.

Was aber fehlt, sind die richtig „Bösen“ gegen die man vorgehen könnte. In dem Sinne wäre es schön, wenn es denn so richtig finstere Weltverschwörungen geben würde, denn dann hätte man einen richtig echten Feind, gegen den man sich vereinen könnte. Was aber heute Feind ist, ist keine Lehre (wie Kapitalismus oder Kommunismus) sondern lediglich eine psychopathische Organisationstruktur, welche wir – sehr verharmlosend – „Großkonzern“ nennen.  Ohne es zu wollen, haben wir künstliche Wesen erschaffen, die sich alles verschlingend durch die Wirtschaftwelt fräsen und dabei Millionen von Menschen gut ernähren. Sie vernichten reale Werte – Firmen, Wälder, Ländereien – zugunsten einer virtuellen Rendite, die schon jetzt Dimensionen angenommen hat, das sie niemals ausgezahlt werden könnte. Alles Geld der Welt würde dafür nicht reichen. Der Film „The Corporation“ beschreibt Geburt und Funktion dieser Ungeheuer (aufgrund ihrer psychopathischen Grundstruktur muss man sie so nennen), ich halte dieses Werk (neben den Veröffentlichungen von John Perkins, der die Arbeitsweise dieser Gewalten vor Ort beschreibt) für eines der wichtigsten Werke des 21. Jahrhunderts, das erste Mal wird der Feind der Menschheit des 21. Jahrhunderts konkret beschrieben, man bekommt ein Gefühl dafür, wie ein „Alien“ sich in die menschliche Gemeinschaft eingenistet hat, ein künstliches, von Menschenhand geschaffenes Ungeheuer – ein Unfall der Geschichte, der sich aufgrund seiner von Menschen geschaffenen Struktur in dem von Menschen geschaffenen Umfeld mit der Hilfe vieler kleiner Hände wie ein eigenständiges, alles vertilgendes Lebewesen bewegt. Es erinnert an die „Müllmonster“ alter japanischer Gruselfilme, leidet fehlt uns ein „Godzilla“, um sie zu besiegen.

Aktuell sind sie dabei, ganze Länder zu verschlingen. Griechenland steht ganz vorne auf der Speisekarte, selbst die antikapitalistische Kultur in China wird gerade von innen heraus aufgefressen, ohne das Widerstand überhaupt nur denkbar wäre. Korporatokratie vertilgt Marktwirtschaft, Kapitalismus sowie Kommunismus gleichermassen, mit der gleichen Effektivität, Geschwindigkeit und Unaufhaltsamkeit.

Die Vorstellung, man könnte diese tobenden Gewalten mit ein paar hunderttausend Menschen, die friedlich auf einem großen Platz demonstrieren, aufhalten, ist nur naiv zu nennen. Wer so denkt, hat nicht verstanden, wie groß die Gefahr ist, in der wir uns befinden, er hat die Struktur des Feindes noch nicht im Ansatz erkannt. „Konzerne“ haben mitlerweile nahezu 100 prozentigen Zugriff auf unsere Nahrung, sie arbeiten mit Hochdruck daran, diese Macht durch genverändertes Saatgut noch auszuweiten. Sie versorgen uns mit Strom, mit Benzin, mit Heizöl, haben Zugriff auf unser komplette Versorgung erlangt – und können bei kleinsten Anzeichen von erfolgreichem Widerstand ihr Kapital in sekundenschnelle aus dem betreffenden Land abziehen. Sie verhalten sich in der Tat wie lebendige Wesen – dazu sind sie ja auch geschaffen worden. Sie sollten Kräfte bündeln und Märkte erobern. Das machen sie jetzt gerade – unaufhaltsam, solange es noch Menschen gibt, die ihnen ihre Arbeitskraft schenken. In nicht mehr ganz so ferner Zukunft wird der Konzern wohl auch ohne Menschen auskommen. Dadurch, das er allen gehört, gehört er eigentlich niemanden – weshalb es auch niemanden gibt, der ihn einfach so abschalten kann. Erschwerend kommt hinzu, das all jene, die ihn (wenn auch als sehr heterogene Gruppe von Anteilseignern) abschalten könnten, momentan noch an den vernichtenden Exzessen verdienen – das motiviert erstmal nicht zur Tat. Erst dann, wenn man sieht, das das logisch zu Ende gedachte Wirken der Konzernwelt zu einer entvölkerten und toten Erde führt, in der alle realen Werte vollständig in virtuelle umgewandelt worden sind, die von Rechenmaschinen in Bunkern verwaltet werden, dann weiß man, das die Menschheit selber keine Zukunft mehr hat, läßt man diese Prinzipien weiter walten.

Insofern wundert es mich nicht, das man in den USA – dem Geburtsland des Konzerngedankens und jenem Ort, wo man sein Wirken am deutlichsten erforschen kann – an die Gründung klösterlicher Gemeinschaften als einzige Alternative glaubt. Religion – bzw. der transzendente „Ort des Religiösen“ jenseits der alltäglichen Wirklichkeit ist der letzte nicht einnehmbare Fluchtpunkt der Menschheit – alles andere wird über kurz oder lang dem „Wachstumswahn“ zum Opfer fallen, was in erster Linie Konzernwachstum bedeutet – nicht die Vermehrung von „Tante-Emma-Läden“.

Momentan feiert die Konzernwelt gerade wieder einen sehr großen Triumph: in Griechenland scheint es das erste Mal etwas zu gelingen, was in Bolivien am Widerstand der Bevölkerung scheiterte: Konzerne bekommen die Wasserversorgung in die Hand, danach gieren sie schon lange.

Operation 100 ist nun gedacht gewesen als erster Schritt einer Bewegung, die sich den Konzerngewalten entgegenstellen kann in dem sie eine der wenigen Schwachstellen angreift, die Konzerne noch haben. Noch – aber nicht mehr lange – brauchen Konzerne Personal. Selbst der gute alte Börsenhändler wird mehr und mehr von Computern ersetzt, mehr und mehr machen sich Konzerne von Menschen unabhängig. Der Kernbereich, das Herz das Kapitalismus ist schon längst kein feudalistisch auftretender Industriebaron mehr sondern … ein Hochleistungsrechner. Selbiger zeigt sich aber von noch so rührenden Demonstrationen in Hauptstädten (sofern diese überhaupt genehmigt werden) völlig unbeeindruckt. Operation 100 sollte Menschen ein Werkzeug geben, in die Machtstrukturen der Konzerne einzudringen genauso wie die Konzerne in die Verwaltungsstrukturen der Menschheit eingedrungen sind und dort Menschen beeinflussen – bzw. vor der Beeinflussung schützen. An und für sich … ging es nie nur darum, 100 Euro mehr für jeden Hartz-Abhängigen herauszuschlagen, das hätte zwar nebenbei passieren können, aber wenn man so weit gewesen wäre, hätte man auch das ganze miserable Gesetzeswerk eleminieren können – das wird nämlich nicht besser, nur weil man besser dafür bezahlt wird.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei all jenen bedanken, die Beiträge zu der Entwicklung geliefert haben – auch wenn diese Beiträge überwiegend sehr demotivierend waren, weil sie zeigte, wie sehr die Mechanismen der psychosozialen Zerstörung schon gegriffen haben, wie zerstört und desillusioniert jene Menschen schon sind, die am finanziellen Ende unserer Zivilisation dahinvegetieren. Gleichzeitig habe ich aber gemerkt, das es auch in etablierten Kreisen Interesse gibt, Widerstand zu leisten. Die Anzahl der Menschen, die merken, das die Menschheit als solche keine Zukunft mehr haben wird, wenn wir so weiter wirtschaften wie bisher wächst ständig – auch wenn sie insgesamt noch gering zu sein scheint.

Dem entgegen stehen … faule, besoffene Asoziale. In keiner anderen gesellschaftlichen Organisationsform sammeln sich so viele arbeitsscheue kriminelle Säcke wie in einem Konzern. Ordentlicher Kurzhaarschnitt, perfekt sitzender Anzug, tolle Seidenkrawatte … aber innerlich völlig der faule asoziale Sack, der keinerlei Hemmungen hat, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern und nichts so sehr scheut wie reale, echte Arbeit. Der Konzern, selbst – als Person gesehen – hochgradig psychopathisch, zieht Psychopathen an wie die Motten das Licht. Insofern überraschen die Zahlen zur Wirtschaftskriminalität nicht wirklich.

Ob die Vernichtung der Menschheit durch eine blosse Organisationsstruktur, eine Gestalt gewordene Wahnidee noch aufzuhalten ist, weiß ich nicht. Wir haben hier alle zusammen an einer schön alternativlosen Zukunft gebastelt. Ich wüßte aber auch nicht, wie das Ende des Wachstums ohne großen Knall zu denken wäre. Große Lust auf das ganze Theater haben nur noch wenige, immer mehr bereiten sich ganz praktisch auf ein desaströses Ende vor – eine Entwicklung, die ich mit Sorge beobachte. All jenes, was ich hier nun geschrieben habe, ist der Mehrheit des westlichen Menschen bekannt – zumindestens als „gefühlte Wahrheit“, die konkreten Prozesse in der Makroökonomie sehen wahrscheinlich nicht so viele, aber die über Jahrzehnte laufende beständige Abnahme von Lebensqualität bleibt halt nicht unbemerkt noch folgenlos.

Was nun uns hier vor Ort angeht, so haben wir beschlossen, die OP 100 nicht mehr künstlich am Leben zu erhalten. Die Arbeit überfordert unsere „Manpower“ um ein Vielfaches – und wir denken, das wir mit dem „Nachrichtenspiegel“ ebenfalls einen wichtigen (und ebenfalls sehr zeitaufwendigen) Beitrag leisten, den wir möglichst erhalten wollen.

Man kann halt nicht immer alles haben, nicht wahr?

Ansonsten gilt: alles immer der Reihe nach. Erst retten wir die Welt, dann machen wir eine soziale Bewegung. Umgekehrt … macht es weniger Sinn. Und vielleicht sollten wir uns im praktischen Leben ebenfalls wie der Rest der Welt auf Strategien verlegen, die erstmal ein Überleben der Menschheit ermöglichen: die Superreichen legen ihre Saatguttresore auch nicht umsonst an. Wie das Sammelverhalten der Eichhörnchen auf einen strengen Winter hindeutet, deutet das Sammelverhalten der Superreichen auf … die Erwartung schlimmster Zeiten hin.

Sie sollten auch am ehesten wissen, das sie im Prinzip unaufhaltsame Ungeheuer auf die Menschheit losgelassen haben, virenartige Wesen, die erst dann erlöschen, wenn die Menschheit gestorben ist … oder aber eben in Rechnern noch weiterleben und sich gegenseitig Marktanteile abjagen, bis letztendlich nur noch ein Megakonzern übrigbleibt, dem die ganze Schöpfung gehört, ein Megagedanke, der alle virtuellen Reichtümer in sich vereint.

Ausserhalb der Rechnernetzwerke wird es dann aber nur noch Wüste geben, die mit viel Arbeit wieder fruchtbar gemacht werden muss.

Aber vielleicht finden wir ja doch noch einen Weg, diese Entwicklung zu stoppen. Wäre schon zu peinlich, so ein Ende der Lebensform Mensch: erlegt durch ein künstlich produziertes Wirtschaftssubjekt, das schneller wuchs als man es aufhalten konnte.

 

 

 

 

 

 

Griechenland: die Hartzies der EU und Deutschlands Zukunft – Rente mit 75

Ich hätte da mal eine Frage. Aufgepasst: zur Beantwortung dieser Frage braucht man mindestens Abitur, besser noch ein abgeschlossenes journalistisches Studium. Man sollte sich ihr nicht leichtfertig mit seinem alltäglichen gesunden Menschenverstand nähern, man muss hier schon auf höherem Niveau abstrahieren können, sonst liegt man schnell falsch. Fairerweise sollte ich das hier sagen.

Ich hätte da mal eine Frage. Aufgepasst: zur Beantwortung dieser Frage braucht man mindestens Abitur, besser noch ein abgeschlossenes journalistisches Studium. Man sollte sich ihr nicht leichtfertig mit seinem alltäglichen gesunden Menschenverstand nähern, man muss hier schon auf höherem Niveau abstrahieren können, sonst liegt man schnell falsch. Fairerweise sollte ich das hier sagen.

Also: alles bereit? Vernunft aus- und Gehirn eingeschaltet?

„Was liegt faul auf dem Sofa, ist ständig besoffen und lebt auf unsere Kosten?“

Was höre ich da?

Der Hartz IV-Empfänger?

Ja … das hatte ich mir gedacht. Deshalb hatte ich gewarnt: nicht zu leichtfertig urteilen, denn: es ist nicht mehr der Hartz IV-Empfänger. Aktuell ist es … DER GRIECHE. Bald wird es DER PORTUGIESE sein, dann DER SPANIER, bevor wir wieder zu den Pigs, den Schweinen ins Inland schauen, die aktuell schon von der Polizei erschossen werden, wenn sie Geld wollen. Obdachlose … so sei zu diesem Fall gesagt … haben manchmal so ein Problem mit ihrem Konto, so wie Sachbearbeiter manchmal ein Problem mit ihrer Intelligenz haben, weshalb die Jobcenter in Zukunft an den Gerichtskosten beteiligt werden sollen.

Der Lumpenelite ist das sowieso egal. In den neunziger Jahren gab es in den Printmedien verstärkt Meldungen, wonach die Finanzmärkte nach den deutschen Sozialstaatsgeldern gieren. 2011 haben sie sie eingesackt, da wird der Arbeitslose uninteressant, der Grieche muss her, da ist noch was herauszuholen, die haben noch Volksvermögen, das privatisiert werden kann.

Über Griechenland wissen wir ja auch Bescheid. Die gehen mit fünfzig in Rente und verdienen sich dumm und dämlich.

Das ist natürlich gelogen. Das ist völlig falsch – aber das interessiert die Medien ja nicht. Der Durschnittsjournalist berichtet, was ihm vorgesetzt wird und in den momentanen Mainstream passt, in Folge gibt es dann auch folgenschwere politische Reaktionen, siehe Süddeutsche:

Norwegen stoppt alle Hilfszahlungen an das hochverschuldete Griechenland. Grund sei, dass Athen seinen Verpflichtungen nicht nachkomme, sagte der norwegische Außenminister Jonas Gahr Store. Er sei ‚traurig‘ über die Entscheidung, weil er die Situation nicht verschlimmern wolle, Norwegen habe aber keine andere Wahl.

Das ist die erste Regelsatzkürzung.

Wie es den Griechen wirklich geht – nun, das kann man einfach bei der für Hartz-abhängige zuständigen Agentur nachfragen, die kann auch dort weiterhelfen:

Die Lebenshaltungskosten sind im Durchschnitt etwas niedriger als in Deutschland. Preiswert ist vor allem das heimische Gemüse, dafür kosten Milch, Käse und Eier ein Drittel bis doppelt so viel wie in Deutschland und das Kilo Fleisch meist mehr als 8 €. Die Telefongebühren gehören zu den höchsten in Europa. Die Lebenshaltungskosten variieren je nach Region stark. Auf den Inseln sind die Preise höher als auf dem Festland – unter anderem wegen der Transportkosten. Die Mieten liegen in der Provinz unter deutschem Niveau, sind jedoch in den vergangenen Jahren stark gestiegen. In touristischen Gebieten fehlen oftmals Wohnungen; viele Vermieter ziehen es vor, Unterkünfte an Urlauber zu vermieten, und verknappen so das reguläre Angebot zusätzlich.

Kilo Fleisch acht Euro – für ein Land, das gerne Gyros isst, ein guter Preis. Und was verdient man so im Land der fiskalisch motivierten Vegetarier?

Das Lohnniveau ist in Griechenland sowohl im Vergleich mit anderen westeuropäischen Staaten als auch im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten recht niedrig. Dabei gibt es regionale Unterschiede: In Thessaloniki verdient man rund ein Viertel weniger als in Athen, im übrigen Land beträgt der Unterschied sogar 35 Prozent. Angestellte erhalten für einen Vollzeitjob im Durchschnitt gerade einmal 41 Prozent des Gehalts eines Angestellten in Deutschland. Innerhalb der Eurozone sind die Einkommen nur in Portugal noch niedriger. Ein Teilzeitjob reicht daher nicht aus, um die Lebenshaltungskosten zu bestreiten.

41 % eines Angestellten in Deutschland … das wird in der Medienhatz nicht gerade groß herausgestellt. Die arbeiten ja jetzt schon auf Leiharbeiterniveau. In konkreten Zahlen ausgedrückt, sieht das so aus:

Die höchsten tariflichen Mindestlöhne werden mit 1.080 € brutto pro Monat in der Branche Finanzdienstleistungen gezahlt; am wenigsten – rund 683 € – verdient man in den Branchen Maschinenbau sowie Elektro- und Elektronikindustrie (Stand: 2007). Branchenübergreifend und mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung erhält ein Ingenieur im Durchschnitt mindestens 1.034 € brutto pro Monat, ein Programmierer 702 €, ein Sekretär mit Fremdsprachenkenntnissen 717 €, ein Buchhalter 771 € und ein Fahrer 716 €.

Davon kann man nicht gerade gut über die Runden kommen, noch die Begehrlichkeiten der Finanzmafia befriedigen. Kein Wunder, das die auf die Straße gehen.

Wsws gibt uns einen weiteren Einblick in den griechischen Alltag, der vielleicht ja bald auch der deutsche Alltag ist, wenn der Geist, der uns Hartz IV beschert hat, sich weiter durchsetzt:

Die katastrophale Situation im Gesundheitswesen lässt die Korruption gedeihen. Weil Tausende Planstellen für Ärzte und Pflegepersonal in den staatlichen Krankenhäusern nicht besetzt werden und die Löhne zu gering sind, gehören Bestechungsgelder zum Alltag. Wer einen normalen Service oder einen raschen OP-Termin will, steckt dem behandelnden Arzt ein „Fakelaki“, einen kleinen Umschlag mit Geldscheinen zu.

„Die Geburt eines Kindes in einem öffentlichen Krankenhaus zum Beispiel muss mit 1.000 Euro geschmiert werden“, berichtete Ellen Katja Jaeckel, die Leiterin des Athener Büros des Goethe-Instituts, in einem Interview über die Proteste in Griechenland 2008.

Die Durschnittsfamilie schlägt sich mit 600-700 Euro im Monat durch, erfährt man dort weiter, wovon sie jährlich nochmal 1600 Euro Bestechungsgelder abzweigen muss, um über die Runden zu kommen. Man merkt: die Griechen haben trotz Arbeit schon Hartz IV-Niveau.

In der Welt der konzern- und parteiunabhängigen Blogs findet man dann auch die Korrektur der griechischen Rentenlüge, hier bei print-würgt:

Das durchschnittliche Rentenalter in Griechenland ist übrigens 61,4 Jahre (Deutschland 61,7), die Lebensarbeitszeit in Griechenland tendenziell aber höher, weil weniger Leute, die heute in Rente gehen, studiert haben. Und, wir ahnen es inzwischen, die gern verbreitete Zahl von angeblich 94,7 Prozent des letzten Nettolohnes, den die Staatsdiener als Rente kriegen, bezieht sich nur auf das Grundgehalt und nicht auf die Zuschläge, die einen großen Teil (in Extremfällen den Großteil) des Gehaltes ausmachen. Die deutschen Rentner wären auf griechische Renten nicht neidisch (sie liegen bei durchschnittlich 630 Euro), deshalb werden die absoluten Zahlen nie irgendwo erwähnt. Das ist selbstverständlich Absicht, und zwar eine böse.

Genau. Das ist böse. Menschen ohne Anlageberater haben da noch ein Gefühl für, ein Gefühl, das vermittelt, was notwendiger Anstand und Fairniss für ein friedliches Miteinander ist.  Andere sind da weniger sensibel, aber über die habe ich im Zusammenhang mit diesem Thema ja schon mal geschrieben.

Vergleicht man das Einkommen der Entscheidungsträger mit dem Einkommen der Bevölkerung, so kann einem nur schwindelig werden – man weiß aber sofort, woher die boshaften Tendenzen in der Berichterstattung kommen … da geht es um viel Geld, das die einen haben und die anderen niemals bekommen sollen. Das Manager Magazin nennt da mal aktuelle Zahlen aus den Sphären der Lumpenelite:

Die Chefs von Puma, VW und Axel Springer sind Deutschlands am besten bezahlte Konzernchefs 2010. Die Liste der europäischen Topverdiener führt jedoch der Lenker eines britischen Konzerns an. Insgesamt zahlten die 50 Stoxx-Konzerne ihren Vorständen 1,1 Milliarden Euro. Die Dax-Vorstände verdienten 519 Millionen Euro – ein Plus von 28 Prozent.

Ein Plus von 28 Prozent … wofür eigentlich?

Nun, letztendlich: dafür, das man in Deutschland die Durchschnittsgehälter so langsam auf griechisches Niveau senkt, siehe Statista:

Das höchste Durchschnittsgehalt im Ländervergleich der OECD wird in Luxemburg verdient. Dort beträgt das durchschnittliche Gehalt rund 36.000 US-$. Deutschland liegt mit einem Durchschnittsgehalt von rund 22.000 US-$ innerhalb der wichtigsten Industriestaaten auf Platz 15.

Man kann sich vorstellen, auf welchen Plätzen sich da der faule Grieche tummelt, dem jetzt eine ganz besondere Ehre zukommt. Sieht man den Trend an, den unsere Wirtschaftslenker für uns vorgesehen haben, dann können wir da einen Blick in unsere Zukunft erhaschen, siehe Westdeutsche Zeitung:

In Deutschland haben 57,7 Prozent der 55- bis 64-Jährigen eine Stelle, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat ermittelt hat. In Griechenland arbeiten lediglich 42,3 Prozent der Älteren, in Spanien 43,6 Prozent und in Portugal 49,2 Prozent.

Zum Vergleich: In Schweden sind 70,5 Prozent aller Menschen in dieser Altersgruppe erwerbstätig.

Im Nachrichtenticker des Stern findet sich ein kleiner Kommentar von Jürgen Trittin dazu, dem Helden der deutschen Dose:

Für die CDU-Vorsitzende lägen „die Griechen lieber unterm Olivenbaum statt ordentlich die Ärmel hochzukrempeln“, sagte Trittin. Dabei hätten die deutschen Banken jahrelang „prächtig“ an der Überschuldung von Ländern wie Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien verdient. Deutschland habe mehr als ein Viertel seines Außenhandelsüberschusses mit der schuldenfinanzierten Nachfrage aus diesen Ländern erwirtschaftet.

In der Tat … zu diesen deutlichen Zusammenhängen findet man weniger Material in deutschen Medien. Nicht nur die Banken haben daran verdient, auch unseren Aufschwung verdanken wir zu einem großen Teil jenen Ländern, die jetzt am Hungertuch nagen, weil ihre verarmte Bevölkerung nun die (Alp-)Traumzinsen der Lumpenelite bezahlen soll, die sich von dem Geld ein gutes Leben macht und ihre politischen Kontakte ausbaut, siehe z.B. Spiro Latsis und seine Gang.

Erst hat man unsere Arbeitslosen der psychosozialen Vernichtung preisgegeben, obwohl es sich bei ihnen hauptsächlich um Alte, Kranke, Behinderte oder Alleinerziehende handelt. Jetzt führt man die psychosoziale Vernichtung im großen Stil fort und dehnt sie auf ganze Länder aus, letztlich wird wohl der gesamte europäische Kontinent dran glauben müssen, derweil  die Mittäter ihre Heimatländer verlassen und auf tropischen Inseln ein luxuriöses Asyl finden.

Das Wissen um diese Zusammenhänge ist da. Die Folgen des Raubbaus an den europäischen Volkswirtschaften sind auch bekannt, das Handelsblatt berichtete schon 2006 darüber:

Griechen, die ab Mitte der 90er Jahre ins Berufsleben eingetreten sind, werden bis zum 75. Lebensjahr arbeiten müssen. Das bestehende Sozialversicherungssystem sei nicht mehr zu bewahren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Alpha-Bank, dem zweitgrößten Kreditinstitut Griechenlands. Doch wie auch in anderen Ländern Europas, fürchten sich die Politiker davor, dieses heiße Eisen anzupacken.

Wie üblich lassen wir uns aber einlullen von den skrupellosen Vergewaltigern des Medienauftrages, die uns täglich mit großem Getöse ihre Lügen präsentieren, die man als solche nur mit viel Mühe enttarnen kann. Darum ist „Beschäftigung“ soviel wichtiger als „Arbeit“ geworden. Die Leute müssen zu tun haben, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen.

Zum Beispiel einen Generalstreik ausrufen, die Beute der neoliberalen Raubzüge verstaatlichen und die Kosten dieser Raubzüge den Verursachern aufbürden.

Es gibt in dem Spiel nicht nur Opfer, sondern auch Täter.

Viele von ihnen haben ein Bundesverdienstkreuz.

 

 

Der Verfall der FDP

Der Verfall, Niedergang bzw. Verkommenheit in Moral und Anstand einiger Politiker gegenüber bedürftiger Menschen und deren Kinder ist unerträglich geworden.
Nach dem sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel bildungsferne Gedanken zu der sogenannten Unterschicht gemacht hat, sah sich wohl der Fraktionsvorsitzende der Berliner Landes-FDP, Christoph Meyer veranlasst, gleiches zu tun. Diese wiederum hat bei mir ein Ekel gegenüber diesen Politikern hervorgerufen, mit dem Ergebnis, Herrn Meyer von der FDP etwas in sein Parteibuch per Mail (christoph.meyer@fdp-berlin.de ) zu schreiben.

Sehr geehrter Herr Christoph Meyer!
Als Spitzenkandidat der FDP in der bevorstehenden Wahle in Berlin vertreten Sie die Spitze der FDP. Ich frage mich, wie verzweifelt muss die Lage der FDP in Berlin sein, einen Wahlkampf auf den Rücken bedürftiger Menschen und deren Kinder zu führen.
Sie drohen Eltern, die Hartz IV beziehen (in Berlin immerhin 200 000 ) mit harten Strafen wenn sie nicht Bildungsgutscheine, Almosen ist wohl die richtige Bezeichnung hierfür, beantragen. Ich möchte Ihnen dazu mal was in Ihr Parteibuch schreiben.
Sie sprechen von verantwortungslosen Eltern, sie unterstellen, beleidigen und diskriminieren Opfer von VERANTWORTUNGLOSER POLITIK UND POLITIKERN, welche den Banken Milliarden EURO in den Arsch blasen.
Wo bleibt Ihr Strafenkatalog für die TOTALVERSAGER in der WIRTSCHAFT UND DEN BANKEN. Wo bleiben Ihre Sanktionen gegen Politiker Ihrer Partei, welche mehr NETTO vom BRUTTO versprochen haben und dies nicht einhielten, gleichzeitig ALLES dafür tun das die SOLIDARGEMEINSCHAFT abgeschafft wird. Mehr NETTO für die BOSSE der Wirtschaft kennzeichnet den begrenzten Horizont der Politik der FDP. Ich möchte Sie nicht überfordern, aber nehmen Sie zur Kenntnis, dass ARGEN/JOBCENTER schlicht weg zur Zeit nicht in der Lage sind die Umsetzung der Neuorganisation der Armut sicherzustellen.
Und die von Ihnen vorgeschlagenen Kürzungen des Regelsatzes um rund 120 Euro trifft auch die Kinder, was zeigt, dass Sie KEINE AHNUNG haben. Ok, von dumm schwätzen schon.
Aber seien Sie beruhigt, Sie befinden sich in guter Gesellschaft,der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel hat, wie Ihnen sicher bekannt sein dürfte, erst kürzlich, ähnliche bildungsferne Gedanken zu bedürftigen Menschen, geäußert.

Bleibt festzustellen :
Wie ein Rudel Wölfe fallen Römisch Dekadente Politiker von CDU und FDP über den Sozialstaat her, zerfleischen ihn und werfen den Volk die übrig gebliebenen Knochen vor die Füße. Der Verfall, Niedergang bzw. Verkommenheit in Moral und Anstand einiger Politiker der angesprochenen Parteien gegenüber dem Volk und vor allem die von ihnen benannten Unterschicht, ist einfach nur unerträglich geworden.

Frank Ullrich
Dresdner Sozialwacht

Wie wäre es mal mit offenem anstatt verdecktem Bürgerkrieg?

Mit Arbeitslosigkeit haben wir ja kein Problem mehr, oder? Die BA baut 10000 Stellen ab, weil uns die Arbeitslosen abhanden gekommen sind. Die schmelzen hinweg wie Butter in der Sonne, diese Arbeitlosen. Weil wir sowenig davon haben, öffnen wir ja jetzt die Grenzen für neue Arbeitslose. Nur - was machen wir mit denen, wenn unsere BA keine Mitarbeiter mehr hat? Da hat Frau von der Leyen eine Idee, man privatisiert auch die BA

Mit Arbeitslosigkeit haben wir ja kein Problem mehr, oder? Die BA baut 10000 Stellen ab, weil uns die Arbeitslosen abhanden gekommen sind. Die schmelzen hinweg wie Butter in der Sonne, diese Arbeitlosen. Weil wir sowenig davon haben, öffnen wir ja jetzt die Grenzen für neue Arbeitslose. Nur – was machen wir mit denen, wenn unsere BA keine Mitarbeiter mehr hat? Da hat Frau von der Leyen eine Idee, man privatisiert auch die BA, siehe Neues Deutschland:

Ursprünglich waren die Ein-Euro-Jobs auch dazu gedacht, Langzeiterwerbslose wieder an Arbeit zu gewöhnen. Das sollen vermehrt private Vermittler übernehmen, deren Status aufgewertet wird: »Die privaten Arbeitsvermittler werden durch die Einbindung ihrer Leistungen in die Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung zu Partnern der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter.« Künftig soll der sogenannte Vermittlungsgutschein unbefristet gelten, um der Branche mehr »Planungssicherheit« zu geben.

Damit ist ein erster Schritt in die Privatisierung weiterer Elemente des Staats gemacht worden.  Die Bundesanstalt für Arbeit wird geschlossen, die Arbeit machen in Zukunft private Unternehmer – mit möglicherweise unangenehmen Folgen für die Betroffenen:

Als »Privatisierung der Arbeitsvermittlung« kritisiert dies die ehemalige DGB-Vizevorsitzende Ursula Engelen-Kefer. Die Privatagenturen könnten zukünftig auch für die Disziplinierung von Arbeitslosen zuständig sein, etwa mit Maßnahmen, »bei denen zunächst allein die Aktivierung im Vordergrund steht. Solche Maßnahmen können zum Beispiel einen Anteil an Elementen enthalten, die auf die Strukturierung des Tagesablaufs und die Orientierung auf eine Erwerbstätigkeit an sich abstellen. Die Betreuung in diesen Maßnahmen sollte zudem intensiver sein und kann auch aufsuchenden Charakter haben.« Der »aufsuchende Charakter« in Verbindung mit erfolgsabhängigen Prämien für die privaten Arbeitsvermittler lässt für die Betroffenen Unbill erwarten.

Das die Gewerkschaft kritisiert, ist löblich, man weiß aber aus Erfahrung, das sie sich im Ernstfall lieber hinter den schrumpfenden Rest von Vollzeitarbeitsplatzbesitzern versteckt, um nicht weiter aufzufallen. Für den Bürger sieht das dann so aus: morgens um sechs steht der (zuvor ebenfalls arbeitslose) private Vermittler vor der Tür, begleitet einen zur Dusche, zum Klo, zum Kühlschrank um ja die größtmöglichste Effektivität beim Zielobjekt zu erreichen. Gleichzeitig kann man auch ein paar Notizen zum Kühlschrankinhalt, zur Wohnungseinrichtung oder zum Bücherschrank machen – nachher liest das Zielobjekt was Falsche und schwächt seine Leistungsbereitschaft durch antineoliberale Phrasen. Das so etwas nicht geht, versteht sich von selbst.

In diese Bewegung passt die neue Medienkampagne zur Kriminalisierung der Langzeitarbeitslosen, siehe gegen-Hartz:

Ein besonders schlimmer und hetzerischer Vorschlag in Sachen Bildungspaket kommt mal wieder von Seiten der FDP. Der Berliner FDP Vorsitzende Christoph Meyer fordert angesichts der geringen Resonanz bei der Beantragung der Teilhabe Leistungen für Kinder aus Hartz IV Familien scharfe Sanktionen gegen Eltern, die keine Bildungsgutscheine für ihre Kinder beantragen.

Klar – wer den Bildungsgutschein nicht will, weil er kein Geld für die Fahrkosten zum Sportverein aufbringen und sich die teure Ausrüstung nicht leisten sowie Häme, Spott und Verachtung der anderen, frisch durch die Medien aufgestachelten Vereinsmitglieder nicht mehr ertragen kann, dem muss man erstmal das Essen streichen – was letztlich auch wieder den Kindern schadet.

Warum fordert man nicht einfach, Arbeitslosen die Kinder gleich ganz wegzunehmen? Viele Pädophilenringe haben zahlungskräftige Kunden -auch im Bundestag – da wäre für private Vermittler doch ein Riesengeschäft zu machen? Immerhin: gut geht es den Kindern in Armut nicht, siehe Süddeutsche:

Die Statistik ist eindeutig: Kinder aus benachteiligten Familien rauchen häufiger, ernähren sich schlechter und sind öfter gewalttätig. Es bleibt die heikle Frage, wen man für die Ungleichheit verantwortlich macht: die Betroffenen oder die Gesellschaft?

Da kann man doch als Pädophiler auch noch sehr sozial tun, wenn man sich um die in Folge staatlicher Willkür gestrandeten Kinder kümmert, oder? Natürlich könnte man auch den Empfehlungen der Experten folgen, ebenfalls Süddeutsche:

Wir brauchen eine Strategie, die auf den Abbau vonArmut setzt. Denn wir wissen: Kinder aus armen Familien sind deutlich häufiger krank als ihre wohlhabenden Altersgenossen. Sie leben seltener in einem Netzwerk sicherer Beziehungen und haben weniger Erfolgserlebnisse. Sie erhalten weniger Anregungen, entwickeln weniger eigene Ziele, sind dann schlechter in der Schule. Sie landen später bestenfalls in eher ungesunden Jobs und entwickeln schon ab Kindheit eine Lebensweise, von der wir wissen, dass sie zu mehr Krankheit und zu kürzerem Leben führt.

Abbau von Armut ginge einfach: wir könnten die Arbeitslosenversicherung wieder reaktivieren. Bevor die 2005 verstaatlicht wurde (mit Riesengewinnen für Staat und Wirtschaft) hatten wir keine Armut – nur ein paar Sozialfälle. Dann haben wir die Armut per Gesetz verordnet – und stöhnen jetzt über die sozialen Folgen, darüber, das Arbeitslose nicht mithilfe von Gebet und positivem Denken die Fehlbeträge bei den Regelsätzen (den „Beihilfen zum Lebensunterhalt“, mehr ist es ja nicht, den Rest gibt Oma) ausgleichen können. Selbst wenn die die geliebten Minijobs finden, wird denen von den paar Mickereuro noch etwas abgezogen, sie müssen dann erstmal ihre wohlgenährten Abgeordneten finanzieren, bevor sie was für ihre Kinder erübrigen dürfen.

Zustände wie im alten Rom kann man nur sagen. „Spätrömische Dekadenz“ – aber diesmal live im Bundestag.

Arbeitslosigkeit an sich macht krank. Das ist seit Jahrzehnten bekannt. Stress macht ebenfalls krank. Weiß man auch. Kombiniert man Arbeitslosigkeit mit Stress (das nennt man modern „Hartz IV“) und fügt noch etwas Angst durch soziale Verachtung hinzu, dann ist es ein Wunder, das die Arbeitslosen noch nicht alle tot in der Ecke liegen. Ebenfalls ist es ein Wunder, das so viele diese Zustände ohne Alkohol und Nikotin aushalten (für Kokain, das Wirtschaft und Politik leistungsfähig hält, ist halt kein Geld da).

Wir können natürlich auch den Prozess der Auslese, den wir gerade starten, etwas forcieren. Warum nicht? Es wird sowieso gerade existentiell, wir bekommen ganz neue Entwicklungen in diesem Land, siehe wieder Süddeutsche:

Diesen Krisenfall zu vermeiden, hat sich die Fachstelle zur Verhinderung von Obdachlosigkeit (FOL) des Diakonischen Werks zur Aufgabe gemacht. Dass im Landkreis Beratungsbedarf besteht, dokumentieren steigende Fallzahlen: Waren es 2009 noch 170 Wohnungsnotfälle, zählte die Fachstelle ein Jahr später bereits 205.

Nur ein paar kleine Änderungen im Grundgesetz – und wir bekommen wieder ganz natürliche Verhältnisse. Man könnte zum Beispiel das Verbot von Mord und Diebstahl offiziell aufheben – nicht nur für Staaten untereinander, wie wir es gerade weltweit erleben, sondern auch für Bürger. Dann dürften die deutschen Arbeitlosen mit der Kalaschnikow einkaufen gehen und so für sich selbst sorgen. Polizei? Sollten wir abschaffen. Haben wir sowieso zu wenig von – und zuwenig Geld für. Das Geld brauchen wir für andere, wichtigere Dinge wie Duschköpfe, siehe Welt:

Auf Grundeigentümer und Mieter könnten in den nächsten Jahren weitere milliardenschwere Belastungen zukommen. Die EU-Kommission will mit einer neuen Richtlinie zur Gebäudeeffizienz den Wasserverbrauch in den Mitgliedstaaten um bis zu 30 Prozent senken.

Überlegt wird dabei, Hausbesitzer und Vermieter zu verpflichten, bisherige Duschköpfe, Toilettenkästen und Wasserhähne durch solche zu ersetzen, die einen deutlich geringeren Wasserdurchfluss haben.

Oder für die Vernichtung von Kleinbauern, siehe TAZ:

Ein Kaffeeunternehmen betreibt eine Plantage dort, wo Bauern vertrieben wurden – unvereinbar mit Leitsätzen der OECD. Und das Wirtschaftsministerium deckt das sogar.

Oder für die Finanzierung der griechischen Staatspleite, siehe Spiegel:

Schon wieder kommt eine Hiobsbotschaft aus Griechenland: Das Haushaltsdefizit der Regierung hat im vergangenen Jahr 10,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erreicht. Die Neuverschuldung ist weit höher als erwartet – und dreieinhalb mal größer als es die EU erlaubt.

Da sieht man doch: für „Staat“ generell ist bald kein Geld mehr da, warum also noch großartig den Prozess hinauszögern? Man sollte den Vorschlag überdenken. Bewaffnen wir das Volk wie Gaddafi – und reißen auch noch die letzten Schranken von Menschlichkeit, Anstand und Gerechtigkeit nieder. Das wäre kurzzeitig schlecht … aber man bedenke, welche Weisheit die Väter des Grundgesetzes bewiesen hatten, nachdem sie die Hölle erlebt hatten. Da war sogar die CDU für Enteignungen.

Die jungen Wohlstandsschnösel in den Parlementen haben doch keine Ahnung was sie mit ihrer gedankenlosen Politik anrichten. Die plaudern beim Champagner doch noch stolz darüber, das sie jetzt mal knallhart die Regelsätze zusammengestrichen, die Renten gekürzt und Bomben aufs Ausland geschmissen haben, so als handele es sich dabei um persönliche Heldentaten, die nach Arien verlangen.

Gewisse Formen der systematischen Asozialität gedeihen halt nur in geschützten Bereichen, so wie Schimmelpilze sich nur dort bilden wo zu wenig geputzt wird.

Die FTD berichtet gerade über neuen Pilzbefall:

43 500 Zertifikate kamen allein in den letzten vier Wochen neu an den Markt, das sind 1450 pro Tag, 60 pro Stunde, eines in jeder Minute. Dabei liegt die Lehman-Pleite, als viele Anleger ihr Geld mit Zertifikaten verloren, gerade zweieinhalb Jahre zurück.

Da droht der neue Kollaps, der Armut, Hunger und Tod nach sich ziehen wird – doch alles das geht nur im Schutz der Zivilgesellschaft, deren Gesetze man gnadenlos zu seinem Vorteil ausnutzt. Vielleicht brauchen wir einfach mal eine gewisse Zeit, in der wir eine Welt jenseits der „Sozialromantik“ erleben können, eine Welt, in der Einkaufshäuser und Banken geplündert werden, Rathäuser und Parlamente brennen, Anlageberater und Steuereintreiber von den Laternen hängen und jeder Gang vor die Haustür den letzten Schritt des Lebens bedeuten kann.

Immer mehr Menschen leben schon heute so.  Für die wahren Parasiten der Gesellschaft wäre das schlecht. Im Kongo verkauft man keine Derivate, dort herrschen Banden, die ums Überleben kämpfen.

Für uns als Menschheit, als Bürger verspricht diese Zeit etwas Positives: die Rückkehr der Weisheit bei den Überlebenden. Und dann hätten wir wieder eine neue Chance, einen friedliche, freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat aufzubauen, diesmal mit noch mehr Sicherungen gegen die menschenfeindlichen Elemente in Wirtschaft und Politik.

Ein wenig jedoch habe ich Zweifel, das das funktionieren würde – einfach aus dem Grund, weil die Armen in der Gesellschaft nicht so asozial und degeneriert sind wie die Wohlstandsschnösel. Am unteren Ende der Gesellschaft findet sich zwar nicht der Adel der Familie, aber der Adel der Seele … der schlichtweg viele Chancen ausgelassen hat, sich auf Kosten der anderen zu bereichern – und dafür bitter büßen muss.



Landtagswahl Baden-Würtemberg und der Tod der „sozialen Frage“.

Die Wahl in Baden-Würtemberg habe ich verschlafen. Krankheitsbedingt. Ist ja auch nicht weiter schlimm, denn wie man hier schon nachlesen kann, geht es ja nur noch um die Verpackung, der Inhalt ist immer derselbe. Im Falle von Baden-Würtemberg heißt das: Stuttgart 21 wird gebaut, aber vielleicht grün angestrichen. Erste Vorbereitungen auf diese Entwicklungen kann man schon heute sehen, siehe Welt:

Die Wahl in Baden-Würtemberg habe ich verschlafen. Krankheitsbedingt. Ist ja auch nicht weiter schlimm, denn wie man hier schon nachlesen kann, geht es ja nur noch um die Verpackung, der Inhalt ist immer derselbe. Im Falle von Baden-Würtemberg heißt das: Stuttgart 21 wird gebaut, aber vielleicht grün angestrichen. Erste Vorbereitungen auf diese Entwicklungen kann man schon heute sehen, siehe Welt:

Eher zurückhaltend äußerte sich Grünen-Bundeschef Cem Özdemir. „Wir werden dafür sorgen, dass es zu einem richtigen, fairen Stresstest kommt, und werden dann schauen, ob das umgesetzt werden kann“, sagte er.

Ein „richtig fairer Streßtest“ hat auch jetzt schon ein feststehendes Ergebnis, denn ein Ende von Stuttgart 21 ist laut Spiegel unbezahlbar:

Bedeutet die grüne Revolution im Südwesten der Republik nun auch das Ende für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21? Im Wahlkampf standen die Grünen noch geschlossen an der Seite der S21-Gegner. Ihr Versprechen: Die Baden-Württemberger sollen über das Projekt abstimmen dürfen. Ein negatives Votum würde alles verändern.

Doch damit könnten auch die Grünen echte Probleme bekommen: Ein Stopp von Stuttgart 21 dürfte fast zwingend eine Schadensersatzklage der Bahn nach sich ziehen. Immerhin gibt es bindende Verträge. Für die Kosten müsste dann der Steuerzahler einspringen.

Der Steuerzahler wird´s schon richten – wie immer. Das ist das Angenehme an Geschäften mit dem Staat: führt man sie durch, verdient man sich eine goldene Nase, führt man sie nicht durch, auch. So wird man reicher Leistungsträger des von allen Politikern umworbenen Mittelstandes.

Die Landtagswahl Baden-Würtemberg hat deutlich gezeigt, das …. nicht das Land grün geworden ist, sondern die Partei so schwarz, das sie dort sogar die CDU ablösen konnte. Kann man ja auch so sehen. Es ist ja – so hört man allenthalben – gerade der gut verdienende Bildungsbürger, der jetzt grün wählt. Jener Bildungsbürger, der selbst wiederum hauptsächlich von Steuergeldern lebt, wie zum Beispiel der deutsche Gymnasiallehrer.  In einem Artikel der Zeitschrift „Psychologie Heute“ über Natur als neue Religion findet man Hinweise darauf, das die „grüne Bewegung“ eben nicht sonderlich sozial ist … sondern vielleicht sogar ausgeprägt asozial.  Das würde erklären, warum die „grüne Sensation“ in Baden-Würtemberg nicht nebenbei auch dazu geführt hat, das die Linke mal wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist.

Die soziale Frage in Deutschland ist tot, das zeigt die Wahl deutlich. Für ein paar Bäume zetteln wir einen Bürgerkrieg an, wenn aber Patienten in Altersheimen von Mäusen angefressen werden, dann zucken wir nur mit den Schultern:

Eine bewegungsunfähige 81-jährige Patientin aus Nordrhein-Westfalen konnte sich nicht wehren, als eine Maus sie nachts im Krankenhaus annagte.

So steht es in der Welt. Wer jetzt hier den Personalnotstand ins Gespräch bringen möchte, der wird kaum Gehör finden. Das ist einfach kein Thema, das zieht – sogar Hartz IV wird ja immer langweiliger, löst sich ja – siehe Welt – geradezu auf:

Laut Bundesagentur habe damit jeder fünfte arbeitsfähige Empfänger von Arbeitslosengeld II eine neue, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Nach Angaben der Arbeitsmarktexperten habe jeder zweite Vermittelte den neuen Job länger als sechs Monate behalten, heißt es in dem Bericht.

Die Zahl der Dauerarbeitslosen sei seit 2006 um 466.000 oder 37 Prozent auf 784.000 gesenkt worden, wobei die Zahlen der zugelassenen kommunalen Träger nicht berücksichtigt seien. Die Jugendarbeitslosigkeit sei im selben Zeitraum um 124.000 oder 41 Prozent auf 178.000 gesunken.

Am 9.12.2010 meldete die Welt jedoch was gänzlich anderes:

Zahl der Hartz-IV-Empfänger steigt auf 6,7 Millionen

Immer mehr Menschen gehören zu den Empfängern von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld – ein Viertel davon sind Kinder unter 15 Jahren.

Wenn also die statistischen Rekorde der jungen, dynamischen gut verdienenden grün wählenden Mathematiker in der BA nicht völlig gelogen sind, dann müssen Heerscharen von Menschen in Hartz IV abwandern, um den Anstieg trotz Vermittlungsrekorden erklären zu können.

Das passt dann auch zu einer weiteren Meldung der Welt:

Laut einer Studie haben 17 Prozent der Jugendlichen in Deutschland keine Jobperspektive. Forscher kritisieren nutzlose „Warteschleifen“.

„Insgesamt fällt auf, dass die Arbeitsmarkt- und Bildungsteilhabe in Deutschland mit zunehmendem Alter junger Menschen abnimmt“, sagt Eric Thode, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung. „Eine derart negative Entwicklung finden wir sonst nur noch in Tschechien.“

Jeder sechste Jugendliche steuert auf ein Leben als Hartz IV-Empfänger zu. Stört es jemanden? Die BA behauptet, sie hätte die Jugendarbeitslosigkeit um 41 % gesenkt. Vielleicht bei unter Dreijährigen?

Dafür nimmt die Aussonderung der Arbeitlosen immer wildere Züge an, siehe ebenfalls Welt:

Eine mehrtägige Reise zum Kirchentag könnte die berufliche Eingliederung der Frau behindern, so das Jobcenter.

Die Frau ist 59 Jahre alt. Wie hoch wäre denn ihre Vermittlungschance in Prozent ausgedrückt … oder müssen wir hier in Promille denken?

Das alles jedoch ficht einen echten Grünen nicht an. Sein Eigenheim hat Solarzellen auf dem Dach, die Toilettenanlage wird mit Regenwasser betrieben, man heizt die 180 m2 Wohnraum mit Pellets und streicht alle staatlichen Förderungen (Steuergelder) ein, die es dafür gibt. So lebt der grüne König der Welt, hier plant er neue Froschschutzzäune, schaut sich mit seiner Frau (gerne Grundschullehrerin) die digitalisierten Photografien der alten Demos an und diskutiert mit seinem Anlageberater seine Finanzoptimierungen.

Für Menschen … ist da wenig Platz. Für Kinder erst recht nicht. Die könnten bei der Trecking-Tour durch Neuseeland ja auch gar nicht mithalten. Für Sozialleistungen hat man in diesen Räumen auch wenig Interesse – sie könnten sich negativ auf die staatlichen Förderungen auswirken, was wiederum den Finanzoptimierer ungnädig stimmen könnte.

So hinterläßt der Wahltag – auch wenn man in verschlafen hat – im Nachhinein einen üblen Beigeschmack.

Die soziale Frage ist nur noch für eine verschwindend kleine Minderheit von Interesse.

Wir retten Bäume und vergessen Menschen.

Hoffentlich kommen die Mäuse jetzt nicht auf den Geschmack.

 

Supergau in Japan, Supergau in Deutschland – Ultragau weltweit 2012?

Jetzt ist es ja passiert: das Undenkbare, das Unmögliche, das, womit niemand hätte rechnen können: der Supergau. Wie wurden wir dereinst belächelt, als wir in den siebziger und achtziger Jahren gegen diesen Unfug demonstriert haben. „Träumer“, „Spinner“, „Romantiker“ hatte man uns genannt … aber wenigstens waren WIR keine IDIOTEN. Allen voran war da die publizisitische Waffen-SS der Konzernwirtschaft, die sich auch heute noch mit Supersprüchen hervortut, siehe Spiegel:

Drei-Punkte-Plan soll Unglücks-AKW retten

Was soll es da bitte schön noch zu retten geben? Eine Formulierung, die darauf hindeutet, das es sich hier um ein kleines Missgeschick handelt, so als sei ein Kind in einen Teich gefallen und man holt es schnell wieder heraus – und dann ist alles wieder gut.

Nicht ist gut.

Ich warte jetzt nur noch auf die Sprüche: „so ein bischen Radioaktivität hat noch keinem geschadet“, an Spottereien über „Gesundheitsromantiker“ oder den Hinweis darauf, das wir alle sowieso sterben müssen: „Aber wenn, dann bitte mit 100000 Kilowatt auf der Rechnung!“

Es geht doch hier auch gar nicht mehr um EIN Akw. Darf ich mal die Neue Züricher Zeitung zitieren? Die hat mitgezählt:
Die japanischen Behörden haben für drei Kernkraftwerke mit Siedewasserreaktoren nordöstlich von Tokio den atomaren Notstand ausgerufen. Beschädigt oder möglicherweise gefährdet sind zwölf Reaktorblöcke: sechs im AKW Fukushima Eins (Daiichi), drei in Fukushima Zwei (Daini) und drei in Onagawa.

Vielleicht gibt es einen Drei-Punkte-Plan, aber ich denke, er enthält vor allem drei altbekannte Argumente zur Rettung der Börse: TARNEN, TÄUSCHEN UND VERTUSCHEN.

Die Wahrheit ist: 2000 Grad heiße Brennstäbe lassen sich mit Wasser nicht kühlen. Die Lage ist völlig außer Kontrolle, die Reaktoren sind quasi sich selbst überlassen – was aber die Börse nicht toleriert hat. Darum ist jetzt Aktionismus angesagt, während eine gigantische humanitäre Katastrophe am Rande abläuft, die aber für die Herren der Wirtschaft nicht interessant ist – nur am Rande erfährt man von der Hoffnung auf ein Riesenkonjunkturprogramm, an dem man sich wieder eine neue goldene Nase verdienen kann.

Die ersten Unkereien der Atomwirtschaft kommen ja auch jetzt schon … womit wir zu dem nächsten GAU kommen – dem in Deutschland, hier mal in der SZ:

Während in Deutschland, 8900 Kilometer entfernt, eine in Anbetracht der vielen Tausend Opfer merkwürdig selbstbezogene Aufgeregtheit um die Atompolitik herrscht, erduldet die drittmächtigste Wirtschaftsnation der Erde ihr Schicksal – und versucht es zu wenden. Japan hat viele Naturkatastrophen erlitten und ist mit seinem Technik-Glauben auch immer wieder an ihnen gewachsen.

Der Technikglauben – der gute, alte Technikglauben – der rettet Japan und die ganze Welt. Wieder stehen auf der einen Seite die schlauen, cleveren Bastler, Tüftler und Schrauber, während auf der anderen Seite ihre verstrahlten Opfer als „Konjunkturprogramm“ herhalten dürfen.  Ohne die Technikgläubigkeit und die Skrupellosigkeit eines unmenschlichen Wirtschaftssystems hätten wir keinen Gau. Jede Dumpfnuss weiss, dass man einen heissen Topf nicht auf eine kaputte Herdplatte stellt, ebensowenig stellt man ein heisses AKW auf eine kaputte Erdplatte – woraus wir lernen, das Techniker und Wirtschaftsbosse noch dümmer als unsere dörflichen Dumpfnüsse sind … oder einfach boshafter.

Manche nicht, und deshalb bekommen wir NACH jeder Katastrophe auch immer solche Berichte zu lesen, Berichte, die zuvor niemand hören wollte, hier in der ftd:

Masashi Goto kennt den Unglücksreaktor, er kennt ihn von innen, kennt all seine Schwachstellen. Viele Jahre hat der Ingenieur, der im weißen Hemd und grauen Anzug dort oben auf dem Podium sitzt, für den Kraftwerksbauer Toshiba gearbeitet. Sein Spezialgebiet waren jene Sicherheitsbehälter, die auch das Herz des Reaktors in Fukushima umschließen, er war damals an ihrem Design beteiligt. Nun kann er nicht mehr an sich halten.
„Ich war damals davon ausgegangen, dass ich an der ultimativen Verteidigungslinie arbeite, am entscheidenden Werkstück, dass die Bevölkerung vor der Strahlung schützt“, sagt Goto. „Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass das nicht so ist, dass diese Behälter einer Katastrophe wie einem Erdbeben nicht standhalten.“

Und was machen wir jetzt hier in Deutschland aus der Katastrophe, von der man uns in den letzten Jahrzehnten so oft gepredigt hat, das sie unmöglich sei?  Wir schalten hier Reaktoren ab, die gestern noch als völlig unbedenklich galten. Nicht das ich denen nachtrauere, aber … Atomkatastrophen sind doch wohl nicht ansteckend, oder? Welchen rationalen Grund gibt es denn, ohne neuerliche Risikobewertung für Deutschland die Dinger von heute auf morgen abzustellen? Welchen ausser … blanker Panik? Und wenn „da oben“ auf einmal blanke Panik herrscht, weil man plötzlich und unerwartet über ein paar Atomkraftwerke im eigenen Land gestolpert ist … VON WELCHER QUALITÄT SIND DENN DANN EIGENTLICH UNSERE REGIERUNGSFUNKTIONÄRE?
Das ist der Supergau für Deutschland. In Japan platzte ein Reaktorkern, darin war Radioaktivität. In Deutschland platzte der Regierungskern, darin war geballte Inkompetenz … oder gähnende Leere, was den gleichen Effekt hat. Natürlich ist auch Wahljahr und man muß auf den Anti-Atom-Zug aufspringen, weil sonst die Grünen gewinnen und dann in Folge dieses Sieges Deutsche Soldaten in Lybien einmarschieren – wer will das schon.
Nun ist Kernenergie in Deutschland aber auch ein hochsubventioniertes Geschäftsfeld – und ein hochprofitables, wie man bei Eurosolar nachlesen kann:
Je älter ein Atomkraftwerk, desto störungsanfälliger, aber auch umso profitabler ist sein Weiterbetrieb. Die Bau- und Kapitalkosten sind gewöhnlich abgeschrieben, während die laufenden Betriebskosten verhältnismäßig gering bleiben. Voraussetzung ist, dass Nachrüstungen unterbleiben und ein Bestandsschutz gewährt wird, wie in Deutschland seit 2001 mit der Vereinbarung von Bundesregierung und Stromkonzernen über die Laufzeiten von
Atomkraftwerken, dem so genannten „Atomkonsens“. Die Erzeugungskosten einer Kilowattstunde Atomstrom können unter diesen Bedingungen auf bis zu 1 ct gesenkt werden und durch Verkauf zum Strombörsenpreis Gewinnmargen von bis zu 500% erzielt werden.

Für 500 % Gewinn gehen wir in Deutschland aber aufs Ganze. Wer alles bereit war, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Bevölkerung ganz tief in dessen Tasche zu greifen ist auch öffentlich, siehe Hintergrund:

Während noch diskutiert wurde, erhöhte RWE-Chef Jürgen Großmann den Druck mit einer bundesweiten Anzeigenkampagne – dem „Energiepolitischen Appell“. Vierzig Manager, unter ihnen die Chefs der vier großen Energiekonzerne, protestieren darin gegen die Brennelementesteuer, sprechen sich für Laufzeitverlängerungen und den Ausbau von Kohle aus. Andernfalls stellen die Unterzeichner eine preisgünstige Energieversorgung infrage. Unterschrieben haben neben dem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann einige Vertreter stromintensiver Industrien wie Ekkehard Schulz (Thyssen- Krupp), Werner Wenning (Bayer) oder Jürgen Hambrecht (BASF), der Manager der Fußballnationalmannschaft und Sohn eines früheren RWE-Vorstandes, Oliver Bierhoff, sowie Wolfgang Clement, Aufsichtsratsmitglied bei der RWE Power AG.

Da haben wir unter anderem auch führende Köpfe der Agenda 2010, die schon mit diesem Machwerk bewiesen haben, wie man aus Mitbürgern ganz schnell „Parasiten“ machen kann. Kein Wunder, das man auch keine Hemmungen hat, diese Parasiten im Dienste des Wachstums einer erhöhten Strahlendosis auszusetzen … Radioaktivität soll ja auch wachstumsfördernd sein.

Das große finanzielle Engagement der Deutschen Bank als Atomfinanzierer passt gut zu ihrem sonstigen Auftreten: Ihre Vertreter sprechen sich offen für eine „Renaissance der Atomkraft“ aus und passend dazu bietet die Deutsche Bank ihren Privatkunden gezielt radioaktive Investitionen an: Das „S-Box Nuclear Power Index Zertifikat“ bündelt die Erträge von 20 führenden Atomfirmen. An welchen verheerenden Umweltbelastungen und Gesundheitsgefährdungen von Menschen sich der Anleger hierbei beteiligt, verschweigt der Anlageprospekt.

Damit sich das Investment auch lohnt, muß man im Atombereich selbstverständlich die gleichen Maßnahmen ergreifen wie auf allen anderen Geschäftsfeldern auch:

Je länger ein Atommeiler am Netz ist, umso größer wird das Risiko von Unfällen durch Materialermüdung. Um Kosten zu sparen und Gewinne zu steigern, reduzieren die Energieversorger Reparatur- und Wartungsarbeiten. Mängel werden verspätet oder gar nicht erkannt. Wachsende Arbeitsbelastung führt zu verminderter Wachsamkeit während des Betriebes. All dies erhöht das Risiko für schwere Störfälle. „Somit ist klar, dass das Risiko eines nuklearen Unfalls mit jedem Jahr, das ein Atomkraftwerk über zwei Jahrzehnte hinaus in Betrieb ist, signifikant steigt.“

Womit man sagen kann: die Konzernwirtschaft in Deutschland arbeitet Hand in Hand mit den Banken am deutschen nuklearen Supergau, den wir dann nicht mehr so gemütlich auf der Talkshowcouch aussitzen könnten.

Und wenn in Deutschland was passiert … wer bezahlt dann eigentlich die Schäden?

Nun, die Gemeinschaft der Banken- Euroretter wird wieder mal einspringen, jene schwerreichen Menschen, die den Ackermann Tag für Tag neidisch werden lassen: der Ottonormalbürger. Atomgewinne werden privatisiert, die Risiken jedoch – wie im Bankwesen – sozialisiert. So macht man Riesenprofite von 500 % und kann den Privatflieger auf die Bahamas jederzeit abheben lassen, wenn mal was schiefgeht. Wir jedoch … dürfen dann zahlen, siehe Tagesspiegel

Atomkraftwerke sind bisweilen kaum versicherbar. Im Falle eines bewaffneten Konflikts oder einer schweren Naturkatastrophe kommen die Versicherer nicht für Schäden auf, bei Terroranschlägen hingegen schon.

Trotz der Atomunfälle in Japan wollen die Versicherer ihre Sicherheitsanforderungen an die deutschen Kernkraftwerke nicht verschärfen. „Die deutschen Auflagen sind sehr streng“, sagte Dirk Harbrocker, Geschäftsführer der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft (DKVG), dem Tagesspiegel. Zudem gebe es in Deutschland keine schweren Erdbeben. „Ein Störfall wie in Japan kann sich in Deutschland nicht ereignen“, betonte Harbrocker.

Asozialer geht´s kaum noch, die Japaner merken das laut Hintergrund gerade selbst:

Den größten Teil des Schadens dürfte dem Bericht zufolge auf die Betroffenen und die japanische Regierung entfallen. Die Folgen von Atomunfällen gelten in der Branche als nicht versicherbar. Die Schäden sind kaum zu kalkulieren, die Prämien für eine solche Versicherung würden unermessliche Höhen erreichen.

Der nukleare Supergau in Deutschland ist also vorprogrammiert, nur der Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest. Die Kraftwerke in Deutschland sind so „unzerstörbar und sicher“ wie die in Japan … einfach mal die Sprüche der Betreiberfirma VOR der Katastrophe abrufen. Da gibt es wahrscheinlich auch Broschüren mit Argumentationshilfen vom Weltverband der Atomeierleger.

Neben dem aktuellen nuklearen Supergau in Japan, dem baldigen nuklearen Supergau in Deutschland droht uns aber möglicherweise nächstes Jahr der Ultragau, der selbstverständlich genauso unmöglich ist wie der jetzige Supergau in Japan (warum man aber dann UNMÖGLICHE Riskien nicht trotzdem einfach mal versichert, verstehe ich dann nicht ganz. UNMÖGLICHE Risiken sollten doch in den Prämien sehr günstig liegen, sie treten doch einfach NIE ein. Offensichtlich ist der Supergau nicht mehr UNMÖGLICH, wenn es ums Geld geht).

Zum ULTRAGAU 2012 muß ich weiter ausholen. Das Datum 2012 ist natürlich „gefährlich“, weil … es esoterisch verseucht ist. Weltuntergänge werden erwartet. Ganz unesoterisch kommt die NASA daher, siehe shortnews vom Oktober letzten Jahres:

Die NASA warnte kürzlich in einer Studie vor einem gefährlichen Sonnensturm auf der Sonnenoberfläche, der die Erde treffen könnte. Nach neuesten Erkenntnissen wird er aber vermutlich so gewaltig sein, dass er eine Zerstörung der Stromnetze auf der gesamten Erde auslösen kann.

Die NASA erklärte, dass bereits in den Jahren 1859 und 1921 geomagnetische Stürme Telegrafenleitungen völlig außer Kraft setzten. Ein Sonnensturm mit größerem Kraftfeld könnte heute noch weitaus schlimmere Folgen haben. Menschen wären ohne Transportmöglichkeiten, Kommunikation und Strom.

Das wiederum hätte schwerwiegende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, denn dieser Zustand würde uns als Geiseln in einem elektrischen Kollaps festhalten. Der gegenwärtige Sonnenzyklus wird als einer der intensivsten bezeichnet, der je in den letzten 400 Jahren registriert wurde.

Wenn denn dann … alle Menschen keinen Strom mehr haben, ja sogar gar kein Strom mehr fließen kann, weil einfach die Leitungen kaputt sind … verwandeln sich dann nicht weltweit alle Nuklearrektoren in großer Verbrüderung in kleine Dreckschleudern, weil ALLE SICHERHEITSSYSTEME AUSFALLEN – wie jetzt in Japan?

Ich weiß, das kann nicht passieren. Der Drei-Punkte-Plan zur Rettung des Reaktors (tarnen, täuschen und vertuschen) wird verhindern, das wir überhaupt etwas darüber erfahren.

Und angesichts des moralischen und ethischen Supergaus, den wir momentan neben dem nuklearen Supergau hinsichtlich von Verantwortung und Kompetenz in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erleben, können wir zumindest sicher sein, das wir erst drei Jahre später über das Ende der Welt informiert werden – wenn überhaupt. Und möglicherweise spielen die Verantwortlichen gerade deshalb so enorm auf Zeit, legen ihre atombombensicheren Saatguttresore an und … kriegen dann doch Panik, wenn es jetzt schon losgeht.

Wahrscheinlich sind sie aber einfach nur dumm und gierig, denn laut Manager-Magazin planen sie ja in den USA schon ganz viele neue Reaktoren:

Der Bau neuer Kernkraftwerke ist eines der wenigen großen Vorhaben, auf die sich Demokraten und Republikaner derzeit in Washington ohne viel Gefeilsche verständigen können. Barack Obama hat in die Budgetvorlage für den Haushalt 2012 rund 36 Milliarden Dollar Kreditgarantien für den Bau neuer Atomkraftwerke eingeplant, mit Unterstützung der Republikanischen Opposition. Nach dem Unfall im Kraftwerk von Three Mile Island in Pennsylvania 1979 wurden 30 Jahre lang keine neuen Genehmigungen für den Bau solcher Kraftwerke erteilt.

Doch bis 2020 sollen vier neue Reaktoren in Georgia, Tennessee und South Carolina ans Netz gehen.

Wir kriegen schon noch unseren Weltuntergang (oder unser „Parasitenausrottungsprogramm“). Die „Heilige Allianz der Unfehlbaren“ aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik wird schon dafür sorgen – aber kurz bevor sie merken was läuft, kriegen sie dann doch wieder Panik.

Und schon weiß man, warum in Deutschland gestern noch „hochsichere“ Kernkraftwerke in Massen abgeschaltet werden.

Die waren nie sicher, die sind nicht sicher und die werden niemals sicher sein.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Ägypten, Wolfgang Clement und Deutschlands Zukunft nach dem Rentenklau

Blicken wir eigentlich noch durch, was in der Welt gerade so passiert? Ich meine – wir waren laut „Experten“ am „Ende der Geschichte“ angekommen, hatten die beste aller möglichen Welten erreicht und brauchten jetzt nur noch das System stabil halten, damit alle in Ruhe und Frieden ihr eigenes Leben leben dürfen.

Gut, man hatte nicht den Bürger gefragt. Es war zwar das Ende der Geschichte, der Kampf der Systeme war zugunsten der marktwirtschaftlich orientierten Demokratie entschieden worden, doch war dieses Paradies der Historie zugangsbeschränkt: nur der ewig junge, kerngesunde, ungebundene  gut ausgebildete Mann mit guten Beziehungen konnte alle Dimensionen dieses Paradieses ausloten, das normale Bauernkind mit Lernbehinderungen und sozialen Anpassungsschwierigkeiten blieb mit vielen Millionen anderer Menschen zusammen auf der Strecke.

Da alle Menschen mal alt werden – und die meisten auch krank – ist das System „Halbgott mit Mercedes und Rolex“ auch nur für ganz eingeschränkte Intelligenzkreise zufriedenstellend lebbar, vernünftige Wesen (und erst recht soziale) merken ganz schnell, das da eigentlich kein realer Gewinn für die Seele drinsteckt, aber viel Ablenkung für das Kind im Mann.

Das System „Halbgott mit Mercedes und Rolex“ ist momentan auch in Nordafrika sehr in Gefahr. Jahrzehntelang war Ruhe, es gab eine stabile, satte Oberschicht, die ihre Kinder auf Schulen in die USA und zum Einkaufen nach Paris und London schicken konnten – und den Rest, der von den Resten leben durfte.

Woher das Geld kommt? Nun – von uns. Unter anderem. Wir sind laut Manager Magazin dick drin in Nordafrika:

Öl, Südfrüchte, aber auch Bauteile für die Automobil- und Maschinenbauer: Die deutsche Industrie ist in vielfältiger Weise auf Produkte aus Nordafrika und dem Nahen Osten angewiesen. Unternehmensberater Marc Kloepfel erklärt im Interview, wie Firmen ihre Lieferketten in der Region sichern sollten.

Unternehmensberater Marc Kloepfel arbeitet mit Wolfgang Clement zusammen, dem Clement, der Mitbürger, die den Optimierungsprozessen der Unternehmensberater zum Opfer gefallen sind, zu „Schmarotzern“ erklärte, während er nun hilft, auch in Nordafrika mehr von diesen „Schmarotzern“ zu erzeugen, in dem Einkauf und Produktion „optimiert“ werden.

Wenn ein Unternehmen wirklich von einem Lieferanten abhängig ist, muss es von diesem Zustand wegkommen. Wenn es zum Beispiel um ein Aluminiumprofil geht, wird dafür wird ein Werkzeug gebraucht, es muss eine Oberfläche bearbeitet, es müssen Löcher hineingebohrt werden. Um unabhängiger zu werden, könnte ein Unternehmen diesen Prozess splitten und an mehrere Zulieferer vergeben. Denkbar wäre auch, eine andere Form der Oberflächenbearbeitung zu finden, die nicht nur ein einziger Lieferant beherrscht.

Billig, billig, billig zum Wohle des Halbgottes. Nur in der Welt der Halbgötter gilt „billig“ nichts, da wird es schnell teuer, siehe ebenfalls Manager-Magazin:

Nur zwei Jahre nach dem Beinahekollaps des Finanzsystems schwimmen die Banker an der Wall Street wieder im Geld. Die 25 größten US-Finanzfirmen haben laut „Wall Street Journal“ im  Vorjahr 135 Milliarden Dollar an ihre Mitarbeiter gezahlt. Das ist rund ein Drittel der gesamten Erlöse – und die Bezüge könnten bald noch weiter steigen.

Überrascht wie schnell man vom ägyptischen Bürgerkrieg aus ins Vorzimmer einer deutschen ARGE landet, weil die Boni in den USA steigen müssen? Das nennt man „Globalisierung“, läßt sich nur mit systemübergreifenden Denken verstehen. Deshalb kann man schon jetzt sagen, das die wirtschaftlichen Nöte der nordafrikanischen Staaten langsam auf Deutschland hinübergreifen, wie der „Entscheider“ im Manager-Magazin erfährt:

Das neue Jahr ist nur vier Wochen alt, aber schon tut sich neben Währungskapriolen und Schuldendramen ein weiteres Minenfeld auf: Vielen Unternehmen drohen aufgrund der anziehenden Inflation einbrechende Gewinnmargen – und das mitten im Aufschwung. Denn eskalierende Preise für Rohstoffe, Energie und Vorprodukte nehmen die Unternehmen und ihre Gewinnspannen in den Würgegriff. Und das weltweit.

Und jetzt kommt es zu einem interessanten Nebensatz. Für Entscheider ist der wichtig … für Politiker jedoch jenseits aller zumutbaren Realität:

Erzeuger und Handel können an ausgelaugte oder immer noch zur Vorsicht neigende Kunden die höheren Bezugspreise nur mühsam weitergeben, in vielen Fällen gar nicht. Das ist Gift für die Börsenrally und Kanonenfutter für die Rezessionspropheten.

Der deutsche Binnenmarkt, der „König Kunde“ … ausgelaugt? Also … Pleite? Kann es sein, das … wir in Deutschland genauso ausgeplündert wurden wie die in Nordafrika? Das kann nicht nur sein, das ist ganz sicher so. Hinter dem Aufschwunggerede der Halbgötter in Maßanzügen verbergen sich nicht nur die horrenden Staatsschulden, sondern auch eine geplünderte Rentenkasse, von der nun die TAZ berichtet:

Otto Teufel hat sich seit Mitte der 80er Jahre akribischer als jeder bezahlte Beamte in die Materie hineingearbeitet, hat die Finten und Rechentricks, die Lügen und Propagandafeldzüge der Lobbyisten, der Politiker und Medien entlarvt.

Hierbei hat er die Grunzüge der politischen Realität in Deutschland erkannt, die nicht weniger diktatorisch sind als die des ägyptischen Despoten – wir haben nur mehr davon:

Es ist erschreckend, mit welchem Selbstverständnis unsere staatlichen Eliten ein Zweiklassenrecht bei der Altersversorgung verinnerlicht und durchgesetzt haben. Der Gesetzgeber ist zugleich der Empfänger von Pensionen. Über Rentenfragen sprechen bei uns öffentlich in der Regel ausschließlich solche Personen, die davon in keiner Weise betroffen sind. Sie haben nicht das geringste Interesse, da was zu ändern, weil sie erheblich davon profitieren. Nicht umsonst haben Bundestag und Länderparlamente es immer wieder abgelehnt, ihre eigene Altersversorgung der gesetzlichen Rentenversicherung anzuvertrauen.

Da gibt es ein Millionenheer von „Nutznießern“…deren Pensionen wir nie mehr bezahlen können, genauso wenig wie unsere Rentengelder, die seit über fünzig Jahren geklaut werden:

Seit 1957 haben die verschiedenen Bundesregierungen rund 700 Milliarden Euro inklusive 300 Milliarden Zinsen quasi veruntreut. Sie wurden zweckentfremdet, für versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse in Anspruch genommen. Dieses Geld schuldet die Regierung unserer Rentenkasse und die Rentner und Beitragszahler bestehen auf Rückzahlung.

Ein Skandal der Extraklasse, ein Skandal, der sofort vierzig Millionen Deutsche auf die Straße scheuchen sollte, denn von dieser Pleite die sich schon jetzt durch ausgelaugte Kundenschichten ankündigt, werden wir alle betroffen sein, zumal der Klau immer weitere Kreise zieht:

Es ist immerzu die Rede von der drohenden Pleite der Rentenkasse wegen der demografischen Entwicklung. Diese Propaganda ist Teil des Konzepts der systematischen Demontage des Sozialstaats. Solche Schlagworte der Meinungsmanipulation dienen der gezielten Irreführung der Versicherten und der Öffentlichkeit.

Nun – irgendwoher muß das Geld je herkommen, das SPD-Funktionäre in Halbgötter umwandelt. Otto Teufel rechnet genau vor, wo es herkommt:

Aber die Leute lassen sich beeinflussen und haben zu Recht Angst. Arbeitnehmer erhalten schon lange keine angemessenen Renten mehr. Der durchschnittliche Rentenbetrag für Männer lag 2009 bei 931 Euro (für Frauen nur bei 521 Euro), während die durchschnittliche Beamtenpension bei 2.500 Euro lag (12,8-mal pro Jahr). Seit 2003 ist die Kaufkraft der Rente zurückgegangen, etwa um 20 bis 25 Prozent. Und es gibt keine Instanz oder Regierungspartei, bei der auf Hilfe zu hoffen wäre. Im Gegenteil, der Jens Spahn z. B. von der Union hetzt jetzt gerade besonders gegen Rentner, und auch die Linkspartei will sich das Thema eigentlich vom Hals halten und fasst die heißesten Kartoffeln gar nicht erst an.

Auf den eigenen Geldbeutel heruntergerechnet gehen einem schon die Augen auf: 521 Euro Rente – damit kann man wahrlich kein großes Faß aufmachen. Da aber alle Politiker von diesem System profitieren, wird es keine Mehrheit gegen dieses System im Parlament geben. So langsam kann man die Deformationen der SPD und auch der LINKEN verstehen – sobald die Leute in Berlin angekommen sind, wissen sie, das es ums nackte Überleben geht. Um ihr eigenes nacktes Überleben im Alter – und das ist ein Thema, das man besser nicht in der Öffentlichkeit präsentiert, die geschlossen auf eine Zukunft zumarschiert, in der Hunger, Durst und Kälte wieder Einzug in den Alltag halten.

Und in sofern beschreibt das Handelsblatt mit seinen Schilderungen der Zustände in Ägypten vielleicht auch einen Aspekt der Zukunft Deutschlands:

Offiziell ist Ausgangssperre, doch Anhänger des ägyptischen Despoten Hosni Mubarak schleudern immer neue Brandsätze auf die friedlich im Stadtzentrum Demonstrierenden. Deren Reihen haben sich merklich gelichtet. Nicht nur wegen der Angst vor den Schlägertrupps des Regimes. Von ihnen stellt sich immer mehr heraus, dass es zu einem großen Teil von der Geheimpolizei mit jeweils 50 ägyptischen Pfund (umgerechnet 6,30 Euro) bezahlte und zuvor aus Gefängnissen entlassene Straftäter sowie Angehörige der Staatssicherheit in Zivil sind.

Vielleicht läuft es in Deutschland so ab: nachdem die Lumpenelite gezielt ein hartz-abhängiges Prekariat geschaffen haben, werden die Opfer ab 2012 in Uniformen gesteckt (hatte die Frankfurter SPD schon mal gefordert), ab 2015 als Sicherheitspersonal eingesetzt (eine Forderung rechter Kreise) und dann mit Schlagstöcken und Brandsätzen gegen jene Bürger eingesetzt, deren Presse sie über Jahre hinweg entwürdigt, geschmäht, verleumdet und beleidigt hat.

Und auf einmal macht der Unsinn von Hartz IV einen ganz großen Sinn: man bastelt gezielt an einem kontollierbaren Hasspotential … das sich bequem entfalten läßt, wenn die Rentenlügen mal nicht mehr zu verbergen sind. So wäre sichergestellt, das der Anzug mit Wolfgang Clement drin weiterhin ungestört zur Aufsichtsratssitzung der neuen finsteren unmenschlichen Halbgötter gelangt und das System der Lumpenelite auch ägyptische Zustände übersteht. Geht ja in Tunesien laut Handelsblatt auch:

Die Unruhen in Tunesien dauern schon erheblich länger an als in Ägypten. Die Wirtschaft des Landes steht wegen wochenlanger Proteste auf der Kippe. Die Regierung versucht die Leute nun wieder zurück in die Betriebe zu beordern.

Egal was passiert: weiterarbeiten! Kommt mir bekannt vor.


Finanzbranche killt Euro, Realwirtschaft, Demokratie und Sozialstaat

Es ist eine Meldung, die wie eine Bombe einschlagen sollte, aber seltsam wenig Wellen schlägt: Deutschlands Spitzenrating ist … laut Welt eigentlich schon nicht mehr vorhanden:

Ablesen lässt sich das an den Staaten-Versicherungsprämien. Die sogenannten Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich Marktteilnehmer gegen einen möglichen Zahlungsausfall Deutschlands absichern, sind seit Ende Oktober 2010 um 100 Prozent in die Höhe geschossen und haben sich auf Niveaus etabliert, die keine Bestnote mehr rechtfertigen.

Trotzdem bekommen wir noch eine Bestnote – weil man die Wahrheit halt nie gerne hört. Irland hatte ja auch bis zuletzt noch eine Bestnote.

Das Handelsblatt berichtet derweil noch Notfallplänen der Bundesregierung, da Griechenland nicht auf die Beine kommt:

Die Sorge wächst, dass Griechenland von der immensen Schuldenlast erdrückt werden könnte. Angeblich wird in Berlin bereits an einem Notfallplan gebastelt. Noch dementiert die Bundesregierung. Doch ohne Umschuldung wird der Mittelmeerstaat wohl fallen. Die Folge wäre nach Meinung von Insidern eine weltweite Krise wie nach der Pleite der US-Investmentsbank Lehman Brothers.

Die Zeit berichtet Weiteres:

In der Bundesregierung kursieren Pläne für eine Umschuldung Griechenlands. Nach Informationen der Wochenzeitung DIE ZEIT soll den Griechen ermöglicht werden, ihre Staatsanleihen zurückzukaufen. Die nötigen Kredite dafür könnten aus dem Europäischen Stabilitätsfonds (EFSF) kommen, der dem Land dafür Kredite mit günstigen Zinskonditionen einräumen soll. Im Gegenzug will Berlin neue Zusagen für eine stabilitätsorientierte Politik fordern.

Die nationale Souveränität Griechenlands wird aufgekauft – ein Prinzip, das außereuropäische schon sehr erfolgreich angewendet worden ist, um demokratische Strukturen zugunsten der Finanzmärkte umzubauen.  Hätte man sich früher darum gekümmert, müßte man heute nicht so zittern, aber die bundesdeutsche Politik arbeitet seit Jahrzehnten ja lieber mit der Hoffnung auf den großen alles heil machenden Lottogewinn (gerne auch „Aufschwung“, „Fortschritt“, „Wachstum“ genannt) als Planungsgrundlage für die folgende Generation. Da der momentan ausbleibt, müssen wir uns das gewonnene Geld eben leihen – und das wird immer teurer, was unschön ist, da wir immer mehr davon brauchen.

Die Wirtschaft selbst – eigentlich die Abteilung, die den Staat mit Geld versorgen soll, sich aber mitlerweile lieber nur noch um sich selbst kümmert – sieht laut Managermagazin verzweifelt in die Zukunft, weil keiner weiß, wie es weitergehen soll – man braucht den Euro für die Firmengewinne, aber keiner weiß, wie man den Euro noch bezahlen soll:

Doch die scharfen Töne verdecken, dass Manager und Unternehmer zunehmend darüber verunsichert sind, welches Vorgehen ihnen und der gesamten Wirtschaft tatsächlich am besten hilft. Auf dem Spiel stehen immerhin nicht weniger als Qualität und möglicherweise Existenz der gemeinsamen Währung in Europa.

Breitet sich die Schuldenwelle auf weitere, bisher stabile Länder aus, droht Inflation, und der Euro könnte butterweich werden. Die Folge könnten Steuererhöhungen in Deutschland sein, die auch Firmen treffen. Alternativ dürften drastische Kürzungen im Sozialbereich zu Verwerfungen führen, die das Geschäftsumfeld der Unternehmen heftig durcheinanderbringen.

„Drastische Kürzungen im Sozialbereich“ – darauf wird man sich einstellen müssen.  Schöner formuliert nennt sich das „stabilitätsorientierte Politik“ – also genau das, was die Griechen jetzt noch stärker aufgedrückt bekommen wollen. Blinde, Taube, Rollstuhlfahrer, Kinder, Alte, Kranke – sie sollen jetzt europaweit die Rechnung der Finanzmafia zahlen, Arbeitnehmer dürfen sich mit der Fünfzig-Stunden-Woche und arbeiten bis zur Einbettung in den Gemeindefriedhof ebenfalls dran beteiligen, während die Verursacher der Krise Porsche gute Jahresgewinne ermöglichen und ihren Reichtum weiterhin ungestört vermehren, wie in der FAZ zu lesen ist:

Betrügerisches Verhalten der Führungsriege von Finanzunternehmen führte in die Finanzkrise, erklärt Professor James Galbraithvon der University of Texas in Austin. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sei noch lange nicht vorbei, da der konjunkturellen Erholung einige Hindernisse entgegenstünden.

Galbraith fragt sich, wieso es nicht längst zu einer massiven Klagewelle gegen jene Finanzinstitute gekommen ist, die schlechte Produkte auf betrügerische Art und Weise verkauften. Und wieso sind die deutschen Staatsanwälte nicht längst aktiv geworden?

Der Finanzsektor müsse außerdem stark restrukturiert werden, erklärt er weiter. Die Banken seien zu groß und betrieben in ihrer gegenwärtigen Form Raubbau an den verschiedenen Volkswirtschaften.

Klare Worte eigentlich. Auf der einen Seite eine Verbrecherkaste, die Traumrenditen mit Lug und Betrug erwirtschaftet, eine Räuberbande in Maßanzügen, die die Realwirtschaft so weit ausplündert, das vom Aufschwung beim Bürger nur noch Rechnungen ankommen, auf der anderen Seite die Notwendigkeit zu dringendem Handeln, sich das ergaunerte Geld zurückzuholen und damit die Staatsfinanzen zu retten. Worauf wartet man also noch?

Sogar die Realwirtschaft kommt langsam ins Grübeln, so der ehemalige Thyssenchef Professor Dieter Spethmann im Gespräch in der FAZ:

Der Finanzsektor ist in den vergangenen Jahren überproportional stark gewachsen. Die Gewinne der Unternehmen der Branche haben seltsamerweise stark zu genommen, sie konnten ihren Managern riesige Boni ausschütten – während in der Realwirtschaft solche Wachstumsraten gar nicht denkbar sind. Wie lässt sich das erklären?

Nur durch Missbrauch. Der wurde nur durch das Versagen der staatlichen Aufsicht möglich, das ist glasklar. Wir haben zu viele und zu große Banken. Wir brauchen diese Wertpapierhandelsfabriken nicht, sondern nur Finanzunternehmen, die die Realwirtschaft unterstützen. Grundsätzlich gibt es viel zuviel Papiergeld auf dieser Welt. Sie schwimmt im Papiergeld, dabei bräuchten wir nur eine begrenzte Menge, die nötig wäre, um die Realwirtschaf zu finanzieren.

Zu viele und zu große Banken. Und die Politik tut nichts. Wieso auch … sie sahnt laut einem älteren Artikel der  FAZ mit ab:

Die Finanzbranche gehörte in den vergangenen Jahren zu den wichtigsten Geldgebern der Parteien. Wie aus den Unterlagen des Deutschen Bundestags hervorgeht, spendete etwa die Deutsche Bank, die das Rettungspaket bislang nicht in Anspruch nimmt, noch im vergangenen Dezember größere Beträge – zu einer Zeit also, zu der die Finanzkrise schon voll durchschlug: Am 5. Dezember erhielt die FDP 200.000 Euro, drei Tage später ging bei der SPD immerhin die Hälfte dieses Betrages ein. Die CDU hatte die Bank schon am 6. Oktober mit 200.000 Euro bedacht. Die Commerzbank hatte noch im März vergangenen Jahres jeweils 100.000 Euro an CDU und SPD gespendet, die Privatbank Sal. Oppenheim überwies die gleiche Summe im August jeweils an CDU und FDP.

Die gleiche Branche bringt jetzt den Euro in Gefahr, weil sie einfach mal so, Aufgrund eines „Gefühls der Beunruhigung“, die Zinsen erhöht, sprich: noch mehr Geld aus den Volkswirtschaften saugt. Ein schönes, geschlossenes System, das weltweit für den Abbau der Demokratie und des Sozialstaates sorgt.

„Finanzbranche killt Euro, Realwirtschaft, Demokratie und Sozialstaat“ … wäre schön, wenn das nur eine Schlagzeile wäre. Aber … angesichts dieser breiten Front von Opfern sollte es doch möglich sein, das Problem schnell und unblutig zu lösen … bevor noch autokratische Strukturen in der EU mehrheitsfähig sind.

Wie man heute erfährt, wird die Zeit da laut Welt knapp:

Die EU richtet ihre Kraft auf die Rettung des Euro, verliert dabei andere Gefahren aus dem Blick. Gerade im Osten Europas erodiert die Demokratie.

Das alternativlose Ende des Kapitalismus … oder der Demokratie

Wirtschaftlich gesehen ist der momentane Zustand des Landes eigentlich erbärmlich – eigentlich, weil die Aufschwungjubelchöre alles überdecken. So berichtet heute die „Welt“:

Harte Arbeitswelt: Laut einer neuen Studie hat sich die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Zweitjob vervierfacht – innerhalb von nur zwei Jahren.

Da merkt so langsam jeder, was es heißt, nur noch für die Rendite anderer zu arbeiten: es bleibt für einen selber nichts mehr übrig, laut Frankfurter Rundschau noch nicht mal für die Autowartung:

Immer mehr Autofahrer vernachlässigen die Wartung ihres Autos. Dahinter steckt laut Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer der Mangel an Geld: Die schlecht gewarteten Autos seien ein Spiegel der Einkommensverteilung.

Man merkt: viele arbeiten bald nur noch, um sich das Auto leisten zu können, das sie für die Fahrt zu Arbeit brauchen. Und der Traum vom endgültigen Ende der Qual – die Rente – rückt laut FAZ in weite Ferne:

Die Älteren haben Schulden von 1,8 Billionen Euro für Bund, Länder und Gemeinden aufgetürmt. Werden die Jüngeren irgendwann fragen, warum sie diese Schulden bedienen sollen? Vielleicht können die nach Köpfen halbierten Kohorten nachwachsender Jahrgänge später sogar für die Rente der Babyboomer nicht mehr aufkommen.

In anderen Ländern sieht es ebenfalls nicht besser aus: man friert laut News.at in Österreich:

Gerade in eisigen Zeiten wie diesen ist die Zahl wirklich schockierend: 330.000 Menschen in Österreich können sich eine beheizte Wohnung nicht leisten. Vier Prozent der heimischen Bevölkerung, davon 58.000 Kinder, müssen laut Armutskonferenz in den eigenen vier Wänden bitter frieren.

Und in den USA, der stärksten Volkswirtschaft der Welt, wandert laut Süddeutsche Zeitung eine ganze Generation in die Armut:

Besonders betroffen sind die Jüngsten: Über ein Fünftel aller Kinder lebt danach in Armut.

Kein Wunder, das  laut Karl Weiss bei der Berliner Umschau die Zustimmung  zum Kapitalismus langsam sinkt:

Nur 15% der Deutschen meinen, die Politiker würden ihren Aufgaben gerecht und bei den „Wirtschaftslenkern“ sind es 26%. Doch zu einem Desaster wurde das Ganze bei der Frage, ob sich das Wirtschaftssystem Kapitalismus (das natürlich nicht so genannt wird) bewährt habe. Vor 16 Jahren noch sagten da 73% „ja“, doch dann begann diese Zustimmung Jahr für Jahr zu bröckeln. Im April 2010 war die Zustimmung auf 54 % gesunken. Dann aber, in den letzten Monaten, brachen die Umfragewerte regelrecht weg: Nur 6 Monate später finden nur noch 48%, der Kapitalismus habe sich bewährt und damit spricht sich zum ersten Mal eine Mehrheit der Bevölkerung gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem aus.

Als Lösung des Problems zieht nun Karl Weiss gleich ein besonderes Kaninchen aus der Tasche:

Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, der Kapitalismus ist nicht „unser“ System, der sitzt immer noch der Gehirnwäsche von Fernsehen, Zeitungen und Magazinen auf. Und viele Menschen begnügen sich nicht mehr damit, das bestehende für schlecht zu erklären, sie suchen auch nach Alternativen. Und da kommt dann immer wieder der gute alte Karl Marx ins Blickfeld. Nicht umsonst hat er bei der großen Umfrage vor einiger Zeit nach dem „bedeutendsten Deutschen“ den zweiten Platz gemacht. Wer weiss, demnächst steht er auf dem ersten.

So ist es mit den Menschen: immer, wenn es nicht mehr weiter geht, suchen sie einen Despoten, der ihnen das heilige Utopia fertig gebacken vor die Füße legt, gerne sind es magische Gestalten, die im unaufhaltsamen mechanischen Lauf der Geschichte quasi von der Vorsehung ausgewählt worden sind, ihre historisch unabwendbare Rolle in der Weltgeschichte zu spielen. Das die Rhetorik von Feudalisten, Nationalisten und Kommunisten da sehr ähnlich ist, verwundert niemanden.  Die Diktatur der eigenen Bande ist immer „gut“, die anderen Banden sind immer böse. Dabei scheint Marx mit einfachen Worten laut Wikipedia zu überzeugen:

Klassenherrschaft ist demnach für Marx keine zufällige, sondern eine gesetzmäßige Folge von Ausbeutung. Diese sei aber kein böser Wille der Kapitalisten, sondern ein Zwang: Um auf dem vom Kapital beherrschten Markt konkurrieren zu können, müssen sie lebendige Arbeit, die den Mehrwert produziert, ausbeuten. Die Konkurrenz führe zu immer größerer Kapitalkonzentration (Monopol– und Kartellbildung) und damit zwangsläufig zu Absatzkrisen und Kriegen. Sie zwinge die Kapitaleigner dazu, die Arbeitskosten so gering wie möglich zu halten und den größtmöglichen Profit anzustreben, um diesen in technologische Neuerungen investieren zu können. Dies wiederum führe zu einer immer stärkeren Bewusstwerdung der Notwendigkeit eines Umsturzes. Die sozialistische Revolution ist also nach Marx in den kapitalistischen Strukturen selbst angelegt. Damit erscheint die bürgerliche Gesellschaftsform nicht als moralisch zu verurteilende, sondern als nüchtern zu durchschauende Klassenherrschaftsform. Deren Analyse will die realen Ansatzpunkte zur Umwälzung der Macht- und Besitzverhältnisse erkennbar machen.

Es ist schön und tröstlich, wenn man als Junghegelianer christliche Heilserwartungen als automatischen Mechanismus auf die Geschichte überträgt – was jedoch, wenn Hegel falsch lag, was, wenn Ökonomie nicht alles ist, was das Handeln des Menschen bestimmt und was, wenn der Mensch an sich nicht so edel, gut und gerecht ist, wie er sein müßte, damit Marxismus funktioniert? Dann erleben wir, was wir erleben durften: der real existierende Sozialismus muß seine Bürger einsperren, damit sie nicht weglaufen, die Diktatur des Proletariats erzeugt Elend für alle, damit das Elend des Einzelnen nicht mehr so auffällt. Hebt man die Diktatur des Proletariats auf, blüht … unter anderem der Islam, nach sechzig Jahren Sowjeterziehung ein Phänomen, das viele für unmöglich gehalten haben.

Für Anhänger der marxistischen Theorie ist Geschichte nicht lebendig, sondern ein toter Mechanismus, in dem es keine Freiheit gibt und sich alles mit der Gesetzmäßigkeit von Automaten vollzieht.  Aus dieser Perpektive heraus ist Marxismus eine Lehre, die die Leblosigkeit der Welt verabsolutiert und als Dogma tyrannisch in die Massen preßt – obwohl es dazu keine Notwendigkeit gibt. Kommunismus und Religion paßten Jahrtausende lang gut zusammen:

Die beherrschende Produktionsweise der europäisch-vorderasiatischen Antike war die Sklavenhaltergesellschaft, die meist religiös begründet wurde. Ausnahme war im Vorderen Orient nur das frühe, als loserZwölfstämmebund organisierte Israel. Dessen Tora verlangt die regelmäßige Umverteilung des Bodenbesitzes zugunsten der Besitzlosen als Konsequenz des Glaubens an JHWH, den Sklavenbefreier (Lev 25). An dieses Recht erinnerten sozialkritische Propheten Israels bis hin zu Jesus von Nazaret (Lk 4,16 ff.), so dass die Jerusalemer Urgemeinde in Anknüpfung an jüdische Armenfürsorge eine urchristliche Gütergemeinschaft für ihre Mitglieder praktizierte.

Aber was von „den Juden“ kommt ist hierzulande nie gut angekommen – siehe Wikipedia:

Micha Brumlik schreibt unter Verweis auf Marx’ Briefe: „Marx war zeit seines Lebens – zumindest persönlich – ein glühender Antisemit.“ Jedoch fänden sich auch in seinem theoretischen Werk, so vor allem in Zur Judenfrage, antisemitische Thesen.[21]

Nun wird Marx mitlerweile auch sehr von Neoliberalen geschätzt, was manche nicht hindert, ihn bei jeder Gelegenheit als „Erlöser“ aus dem Hut zu zaubern. Was man ganz vergißt ist: der Klassenkampf selber existiert nicht mehr. Seine ökonomische Analyse des 19. Jahrhunderts greift nicht mehr, wenn es Rentenkassen und Versicherungen sind, die Kapitalbildung an vorderster Front betreiben und der idealisierte Herrenmenschentypus des „Proletariers“ einem landesweiten Bettlertum gewichen ist – Menschen, die von Sozialleistungen der Gemeinschaft abhängig sind.  War der Arbeiter noch ein Machtfaktor im Wirtschaftsprozess, so gehört er heute als „Arbeitsplatzbesitzer“ auf die andere Seite – die Seite der asozialen Ausbeuter und Egomanen. Seine Diktatur – deren Folgen vielen noch in deutlicher Erinnerung ist – verheißt nicht mehr Glück und Leben als die Diktatur des Kapitals. Die TAZ formuliert dies wie folgt:

Jene am Rand der Gesellschaft sind also angewiesen auf das politisch-solidarische Handeln institutioneller Akteure. Doch auf die war 2010 kein Verlass. Gerade die Gewerkschaften, die anlässlich des Sparprogramms der Bundesregierung einen heißen Herbst angekündigt hatten, haben ihre gesellschaftliche Aufgabe nicht wahrgenommen. Sie sind die Handelsvertreter der von der Bundesregierung vermeintlich verschonten Arbeitsplatzbesitzer.

In der leblosen Welt des Materialismus ist die Mechanisierung der Gesellschaft logische Konsequenz gesellschaftlicher Entwicklung und der Mensch wird zum „Kostenfaktor auf zwei Beinen“. Es ist betrüblich zu sehen, das – liest man die Kommentare zu dem TAZ-Artikel – immer noch Dogmen und Tabus das Denken beherrschen und Gewerkschaftskritik als solche schon gleich einen Platz auf der nachrevolutionären schwarzen Liste besorgt.

Dabei gibt es kein revolutionäres Potential mehr, das der kleinen Elite pseudolinker Führer einen sicheren Posten an den Fleischtöpfen der Maschinenwelt sichert – da gibt es nur noch „Lumpenproletariat“, das sich irgendwie über Wasser halten muß (zitiert bei Wikipedia):

Zu diesem „Auswurf, Abfall, Abhub aller Klassen“ zählte Marx „Vagabunden, entlassene Soldaten, entlassene Zuchthaussträflinge, entlaufene Galeerensklaven, Gauner, Gaukler, Tagediebe, Taschendiebe, Taschenspieler, Spieler, Zuhälter, Bordellhalter, Lastträger, Literaten, Orgeldreher, Lumpensammler, Scherenschleifer, Kesselflicker, Bettler, kurz, die ganze unbestimmte, aufgelöste, hin- und hergeworfene Masse, die die Franzosen la bohème nennen“ (MEW 8, 160f). Im Kommunistischen Manifest beschrieben Marx/Engels die subproletarischen Gruppen als „passive Verfaulung der untersten Schichten der alten Gesellschaft“.

Es ist kaum zu glauben, mit welcher Abscheu hier über Menschen gesprochen wird. Dort, wo der heilige Vollzeitarbeitsplatz abgeschafft wird, werden wir aber alle zu „Lumpenproletariat“ – und man bekommt eine Ahnung davon, das damals schon die Grundlage für den „Prolet-Arier“ geschaffen wurde, der sich von dem National-Arier in seiner Verachtung für Schwächere kaum unterschied. Was Marx früher „Lumpenproletariat“ nannte, nennt man heute „Hartz IV“. Es wird mit der gleichen Verachtung überzogen … und da wundert es nicht mehr, das in Wirklichkeit niemand sich für diese „Schicht“ interessiert, einer Schicht, der man gerne Marx als Opium (oder Karotte) vor die Nase hält.  Dabei wartet da auch nur kostenminimierende Lagerhaltung für menschlichen Sondermüll.

Der Ausdruck „Asoziale“ war hauptsächlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine politisch genutzte Sammelbezeichnung für als minderwertig eingeschätzte Menschen aus der sozialen Unterschicht. Als „Asoziale“ wurden und werden teilweise bis heute insbesondere BettlerLandstreicherObdachloseProstituierteZuhälterFürsorgeempfängerSuchtkranke (z. B. Alkoholiker), HomosexuelleZigeuner und andere Unangepasste bezeichnet. (siehe Wikipedia)

Das Ende des Kapitalismus ist alternativlos – in vielerlei Hinsicht. Einerseits ist er am Ende. Andererseits gibt es keine Alternative, solange man an den Grundparametern des Denkens nichts ändert: die Lagerhaltung von Menschen in Plattenbauten ist die Konsequenz des Materialismus ebenso wie die kostengünstige Herrschaftsform des Absolutismus, wobei es für uns Lumpen einerlei ist, ob dort oben ein König oder ein Generalsekretär diktiert, wie wir unseren Alltag zu gestalten haben.

Sicherlich kann Religion als Nebenwirkung die Eliminierung revolutionären Potentials innehaben. Aber „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist eine ethisch wertvollere Maxime als die Formulierung präfaschistischer Formate wie „Lumpenproletariat“ … eine Sichtweise, die in den Lagern des Dritten Reiches sehr häßliche Nebenwirkungen hatte und im Prinzip bis heute rechte wie linke politische Systeme infiziert.

Politische Utopien, die „Herrenmenschen“ – in welcher Form auch immer – „Untermenschen“ gegenüberstellen, sind niemals mit Menschenrechten kompatibel, auch wenn sie dieselben noch so groß auf ihre Fahnen schreiben.  Und wenn es nicht gelingt, konstruktive Alternativen zum Materialismus zu formulieren … dann wird der militante Islam die Alternative sein, die weltweit den dogmatischen Materialismus überwindet.

Demokratie jedoch … bleibt ein Traum aus dem alten Griechenland. Aber die waren ja auch schwul und somit asozial.



Deutsche Reiche: asozial ab 2500 Euro im Monat? Das Vierte Reich kriegt Personal.

Wenn man genauer hinschaut, ist es schon länger zu erkennen, spätestens seit dem Artikel von Arno Luik über den „Putsch von oben“. Es hat sich in den neunziger Jahren ein häßlicher Reflex auf die zunehmende Linksorientierung der Bundesrepublik entwickelt, der im neuen Jahrtausend zum Tragen kam. Eine Agenda 2010 fällt halt nicht vom Himmel, ebenso wenig die Deregulierung der Finanzmärkte – dahinter steckt ein Geist, der auf dem Rücken der Anderen zum Ferrari kommen will. Es ist ein Konsenz der Gierigen, die auch weiterhin SPD und CDU wählen werden, gerne auch FDP und Grüne. Es ist eine Schicht, eine Kaste, der man mit viel Mühe eingeredet hat, das sie ganz besondere Wesen seien, viel besser, nützlicher, sinnvoller als der Rest.

Jetzt bekommt man die Quittung. Das ist das ganze Geheimnis des fehlenden Widerstandes gegen Sozialabbau in Deutschland: die Mehrheit der Entscheider hat Freude daran, die Gesichter der Armen in den Dreck zu treten. Was sie mit Ausländern machen wollen, möchte ich mir nicht vorstellen. Hintergrund der Erkenntnis: eine Studie des IKG über „Deutsche Zustände“.

Die Bürgerlichkeit verroht, so das Fazit der Langzeitstudie „Deutsche Zustände“. Besonders gegenüber Armen und Muslimen steige die Aggressivität der Besserverdienenden … so die ZEIT.

Bei Yahoo findet man da deutlichere Worte:

Einer Studie zufolge ist in Deutschland eine „deutliche Vereisung des sozialen Klimas“ zu beobachten. Vor allem in höheren Einkommensgruppen gibt es eine Zunahme „abwertender, menschenfeindlicher Einstellungen“ gegenüber sozial schwachen Gruppen und Minderheiten, wie aus der am Freitag in Berlin veröffentlichten Untersuchung des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld hervorgeht. Fremdenfeindlichkeit und vor allem Islamfeindlichkeit nehmen bei den Besserverdienenden danach ebenso zu wie die negativen Einstellungen gegenüber Langzeitarbeitlosen, Obdachlosen oder Homosexuellen.

Da wird ein Westerwelle dazulernen können: Wenn man die Büchse der Pandora öffnet, sollte man sicher sein, das man dem rechten deutschen Geist keine Angriffsfläche bietet. Nun ist die Büchse offen, die Saat, die man jahrzehntelang gesät hat, geht auf: der neue Herrenmensch offenbart sich der Geschichte: der deutsche Reiche des 21. Jahrhunderts.

Ist es immer noch so unvorstellbar, das diese Entwicklung in Lager münden wird, in denen man „unwertes Leben“ zur Vernichtung einweist? Die obersten Prinzipien dazu haben wir schon abgenickt, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die wirtschaftliche Vernunft auch die letzten logischen Konsequenzen aufzeigen wird.

Laut „Welt“ denkt der CDU-Wirtschaftsrat schon laut über eine Rente mit 69 nach:

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, hält die Rente mit 67 lediglich für einen Zwischenschritt. „Um die Beiträge senken zu können und die gegenwärtige Rentenhöhe zu garantieren, müssen wir über die Rente mit 69 nachdenken“, sagte der CDU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Spanien ist laut dem Blog „spanienleben“ auf Druck der Finanzmärkte  schon mal dabei eine Vorreiterrolle für die EU zu übernehmen:

Die Regierung unter Zapatero hatte vor fast einem Jahr ein Sozialgeld eingerichtet. Die Langzeitarbeitslosen deren Ansprüche ausgelaufen waren,  wurde so ein weiteres halbes Jahr mit 426€ aus dem Staats-Säcklein pro Monat unter die „Arme“ gegriffen. Nach Angaben der Statistik-Zentrale „INEM“ bezogen rund 616.000 Personen diese Beihilfe und ca. 500.000 Haushalte stehen bereits ohne jegliches Einkommen im Land da.

Da – wie berichtet – die Märkte langsam anfangen kritisch auf die Kreditwürdigkeit Deutschlands zu schauen, kann man sich unschwer ausmalen, wie die deutsche Politik auf diese neue Herausforderung reagieren wird. Gibt es dann die ersten Diebstähle aus dem Kreis der Aussortierten wird man schnell auf die Idee kommen, die „von der Straße zu holen“ – aus sozialpädagogischen Erwägungen heraus. Diese Industrie will ja auch leben.

Dank SPD werden wir neben Kinderheimen, Altenheimen und Behindertenheimen dann auch endlich Armenheime haben …. oder Armenlager, denn von den Armen gibt es viele. Wenn die Ausländer und Schwulen Glück haben, kommen sie vorher auch noch ins Lager.

Entwicklungen dieser Art sind weder neu noch spezifisch deutsch. Der Hang des Menschen, sein Grundsätze seines zivilen Zusammenlebens in Notzeiten auf das Verhaltensniveau von Ratten zu senken, ist schon oft beschrieben worden – obwohl es auch anders geht. So eine Entwicklung ist nicht zwingend vorgeschrieben, man kann sich auch dagegen entscheiden – doch das ist für Reiche schwer.  Zum Reichtum gehört auch die völlig Abwesenheit von alltagstauglichen Fähigkeiten, je mehr Geld da ist, umso mehr Lebenskrücken ersetzen einst reale Fähigkeiten.  Vielleicht werden wir in Zukunft, wenn wir die nächsten Trümmer weggeräumt haben (von denen wir wieder einmal hoffen, das es nur „die Anderen“ trifft), den Lehrsatz aufstellen, das „Reichtum asozial macht“ … erst recht, wenn er in Gefahr ist.

Und die Gefahr wächst täglich – durch Wirtschaft und Politik. Die nächste Spendenaktion des Steuerzahlers für die Sucht der Reichen nach noch mehr Reichtum ist schon in Sicht, die Schattenbanken, die sich laut Handelsblatt zwecks Entzugs der neuen staatlichen Aufsicht gebildet haben, haben inzwischen eine enorme Größe erreicht:

Angaben der US-Notenbank belaufen sich die Verbindlichkeiten der Schattenbanken in den USA auf rund 16 Billionen Dollar und sind damit größer als die des traditionellen Banksektors.

Somit kann der deutsche Arme beruhigt sein, die internationale Finanzwelt arbeitet mit Hochdruck daran, den deutschen Reichen ärmer zu machen. Vielleicht wird ein Wettrennen daraus und die Geschichte entledigt sich des asozialen Reichen auf einfache Art: sie macht ihn arm.

Gleichzeitig erlaubt sich laut Focus die Politik , in dieser Gemengelage den Druck noch etwas zu erhöhen:

Bisher dürfen Firmen nur eine Fachkraft aus dem Ausland einstellen, wenn sich kein passender einheimischer Bewerber finden lässt. Bundesarbeitsministern von der Leyen möchte das für einige Berufe ändern.

Somit können immer mehr Deutsche in den Genuß staatlicher Zuwendungen kommen, die man dann irgendwann – nicht aus Bösartigkeit, sondern aus pädagogischen Sachzwängen heraus – einfach streichen kann.

Wie wäre es denn, wenn wir zum Schutz vor Asozialität einfach mal nicht nur über Mindeseinkommen reden, sondern auch über ein Höchsteinkommen? Wenn es einen klar belegbaren Zusammenhang zwischen Menschenfeindlichkeit und finanzieller Ausstattung gibt, dann darf man daran erinnern, das die finanzielle Ausstattung in einer Demokratie für alle Berufe und Ebenen des Verdienstes Vereinbarungssache ist – und kein Naturgesetz … das wurde die letzten Jahrzehnte nur etwas verdrängt durch die Marschmusik der Kolonnen, die ins neoliberale Wohlstandsparadies marschierten.

Insofern darf man wohl sagen: Einkommen über 2499 Euro netto im Monat machen Menschen gemeingefährlich. Je größer die Gruppe ist, die diese Einkommen erzielen, umso gefährdeter ist die Gemeinschaft, von der diese asozialen Elemente leben. Es ist schlichtweg das Notwehrrecht, das hier die Gemeinschaft der Bürger ausüben muß, um sich vor einer scheußlichen degenerierten Zukunft zu schützen, vor einer Widergeburt des Feudalstaates – nochmal die Zeit:

Heitmeyer kommt zu dem Schluss, das Bürgertum trage zu einer „Vereisung des sozialen Klimas“ bei. Die höhere durchschnittliche Bildung dieses Milieus wirke dem keineswegs entgegen. Heitmeyer spricht von einer „entsicherten wie entkultivierten Bürgerlichkeit“, die auch über „angeblich liberale Tages- und Wochenzeitungen“ verbreitet werde.

Die sozialpolitischen Kernansichten des Milieus lauten: Abbau des sozialsstaatlichen Unterstützungsanrechts, stattdessen Gnade durch Wohlhabende und Selbstverantwortung der sozial Schwachen.

„Entsichert“ … wie eine Waffe … „entkultiviert“ wie Barbaren … die Finanzgoten (ausgerüstet mit Prada – Handtaschen und Anzügen von Hugo Boss) stehen vor den Toren der dekadenten römischen Republik und wollen ein neues Reich, in dem Entwürdigung der Leibeigenen zum Zwecke der Belustigung des menschlichen Wohlstandsmülls wieder Alltag wird, ebenso wie Schwulenklatschen in der Mittagspause oder die konzentrierte Ausländerjagd am Wochenende.

Ist doch auch irgendwie geiler als Fußball, oder?


Heißer Herbst abgesagt! Obdachlosigkeit und Müllberge vorausgesagt!

Der deutsche Gewerkschaftsbund schrieb 2003 folgendes zur anstehenden Agenda 2010:

Positive Ansätze:Der DGB unterstützt einen Umbau der BA zu einem leistungsfähigenund kundenorientierten Dienstleister. Das Konzept der Job-Centerund einer verbesserten Betreuung aller Langzeitarbeitsloser “aus einerHand“ ist im Grundsatz richtig. Die Ansiedlung der Job-Center beider BA (neu: Bundesagentur für Arbeit) findet die Zustimmung des DGB, stößt aber – auch nach Vorlage des Gesetzentwurfes – noch auf Organisations- und Verfahrensfragen. Die Beauftragung der BA mit einer umfassenden Beratung, Betreuung und Vermittlung der bisherigen erwerbsfähigen Sozialhilfeempfänger sowie ihrer Familien droht die BA zu überfordern, wenn die Kommunen nicht ausreichend eingebunden sind (siehe Ausführungen im speziellen Teil). Der DGB begrüßt, dass der Gesetzentwurf ausdrücklich das Erfordernis von mehr Vermittlungs- bzw. Betreuungspersonal konstatiert, einschließlichdes anzustrebenden Fallschlüssels von 1:75. Damit wird in Übereinstimmung mit der Arbeitmarktforschung, den Erfahrungen in anderen EU-Staaten und den Empfehlungen der Hartz-Kommission eingestanden, dass eine aktive Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zunächst mit höherem Aufwand verbunden ist. Der DGB findet diesen höheren Betreuungs- und Aktivierungsaufwand aber in den Finanztableaus des Gesetzentwurfs nicht wieder. Hier steht die finanzielle Entlastung von Bund und Kommunen im Vordergrund.

Also – auf gut Deutsch gesagt – Hartz IV ist im Prinzip toll. Betreuungs- und Aktivierungsaufwand sind jedoch zu gering. Noch mehr gewerkschaftliche Seminare täten den Arbeitslosen sicher gut, noch mehr Kontrolle könnte sie aus der Passivität herausholen.

Nun hat ja mitlerweile auch der DGB gemerkt, das seine damalige bequeme Position (Im Prinzip JA, aber …) unbequem geworden ist. Ihm laufen die Mitglieder davon. Mitgliederschwund bedeutet Beitragsschwund, Beitragsschwund bedeutet weniger Geld für Gaudi. Das stört dann doch. Zudem haben jene Gewerkschaftler, die noch nicht ihr Gehirn an der Garderobe abgegeben haben gemerkt, das Hartz IV ja auch Nebenwirkungen hat: die Arbeitnehmer werden erpreßbar. Das sollte ja wohl auch so sein. Wäre Hartz IV ein Zuckerschlecken – dieses Land würde anders aussehen und ganz anders mit Steuer versorgt werden, weil die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze eben Grundlage unsere ganzen Systems sind und steigende Löhne braucht, um wachsen zu können.  Für diese Löhne könnte man kämpfen, anstatt die ganze Zeit vor der ARGE (d.h. dem naiven Bewerbungstraining vor laufender Kamera, den „Tschakka“-Seminaren, dem Ein-Euro-Job und dem Gabelstaplerfahrerschein) davon zu laufen.

Nun sollte ja der heiße Herbst kommen … und er läuft ja auch schon. Angeblich 100000 demonstrierten in Berlin gegen Atomkraft, immerhin 7000 (oder 1800) demonstrierten am 16.10 in Berlin gegen die Regierung.  Und dann war da ja noch diese hier:

Für den 10. Oktober ruft ein Bündnis aus Erwerbslosengruppen und gewerkschaftlichen Netzwerken zu einer bundesweiten Demo nach Oldenburg auf. Im Mittelpunkt soll die Forderung nach sofortiger Anhebung der Hartz-Regelsätze stehen.

Teilnehmerzahl: 3000.  Es gibt 6,5 Millionen Hartz IV-Abhängige in diesem Land … und ein weiteres Millionenheer, das ständig ´raus und ´reinrutscht.  Und dann kommen zur bundesweiten Demo nur 3000?

Die geplante Bankenblockade vom Georg Büchner Kreis wurde ganz abgesagt … die „physische Mobilisierbarkeit“ war ein Problem. Letztlich … interessiert sich kaum noch einer für die Krise. Niemand nimmt sie ernst. Die Krise  …. ist fort, woanders, draußen und war nie da.

Es ähnelt dem Verhalten der Bewohner einer belagerten Burg … der dekadenteren Bewohner einer belagerten Burg … die  – während der Feind schon durch Dorf und Burghof tobt – in ihrem Burgturm (dem Zentrum der Anlage) sitzen, fein speisen und plaudern und einfach davon ausgehen, das der Feind bis hier niemals durchdringt.

Den Stimmungswandel vor den Sommerferien (›Wir zahlen nicht für eure Krise‹) in die Zeit danach (›Die Krise ist vorbei‹), den auch wir zu spüren bekamen, fällt derzeit vielen AkteurInnen, die gegen das Verarmungsprogramm mobilisieren, in den Rücken – auch wenn die Fakten genau das Gegenteil belegen. Doch die Zeit, diese Verunsicherung auszuräumen, dieses Zögern zu überwinden, lief uns davon.

So die Stellungnahme vom Georg Büchner Kreis zur Absage der Bankenblockade.

Und damit ist der heiße Herbst … vorbei. Jetzt gibt es noch einen lustigen „Veranstaltungsreigen“ des DBG, so gefunden in den Lokalnachrichten aus Lüdenscheid:

„Gerecht geht anders!“ Unter diesem Motto kündigt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen „Heißen Herbst“ an. Wie DGB-Regionalvorsitzender Michael Hermund gestern sagte, sei ein „umfangreicher Veranstaltungsreigen vorbereitet“.

Hören wir nochmal die Aktionsgruppe Georg Büchner dazu, hier bei Jungle World:

Die Aktionsgruppe Georg Büchner sieht die Blockaden dagegen als Teil solcher Sozialproteste und hofft darauf, dass sie Nachahmer findet. Dass die Proteste aber wirklich genug Dynamik entwickeln, um »Druck auf einer ganz realen Ebene« zu erzeugen, wie Rätz es formuliert, scheint nicht eben wahrscheinlich. Zu viel hängt vom DGB ab, der zweifellos unter den Protestierenden über die meiste Macht verfügt. Doch anders als in den romanischen EU-Ländern wirkt der Gewerkschaftsapparat hierzulande zu angepasst, als dass er seine Mitglieder auch zu politischen Protesten animieren könnte.

Zudem ist das Verhältnis des DGB zu den sozialen Bewegungen nicht das beste. Häufig schreckt der Gewerkschaftsbund davor zurück, mit unabhängigen Organisationen zusammenzuarbeiten, und wo er sich doch auf sie einlässt, neigt die Bürokratie schnell dazu, die Bewegung zu vereinnahmen. Bei der letzten Kooperation zwischen DGB und Gruppen der sozialen Bewegungen bei der Stuttgarter Krisendemonstration im Juni erntete der DGB scharfe Kritik – auch aus den Reihen der Gewerkschaftslinken. Der Gewerkschaftsbund habe die Krisendemonstration dominiert, das Bühnenprogramm und das Demonstrationsbild beherrscht und gar einen Polizeieinsatz gegen wütende Demonstranten zu verantworten, sagen die Kritiker. Vor allem aber ist frappierend, dass ein hochprofessionalisierter Gewerkschaftsapparat knapp vier Monate benötigt, um seine Mitglieder zu nennenswerten Protesten zu bewegen. Wenn die Gewerkschaftsproteste stattfinden, ist das sogenannte Sparpaket so gut wie verabschiedet.

Na, politisch was bewegen möchte man ja auch nicht. So einen Veranstaltungsreigen machen, etwas Protest spielen … und das war es da schon.

Der Brüderle hat das verstanden und sorgt deshalb jetzt schon dafür, das der heiße Herbst ein laues Lüftchen wird, so gestern in der WELT:

Brüderle erwartet größtes Lohnplus seit 18 Jahren

Die Wirtschaft legt kräftig zu. Wirtschaftsminister Brüderle erwartet daher einen kräftigen Anstieg der Löhne und der Kauflaune.

Alle kriegen mehr, nur die aussätzigen Asozialen und ihre stinkenden Blagen nicht. Die haben es ja auch – seien wir mal ehrlich – nicht anders verdient.  Und damit die jetzt nicht auf die Idee kommen, völlig auszurasten wie die Franzosen, gibt Brüderle gleich noch eins drauf, ebenfalls in der WELT:

Brüderle verspricht Mini-Arbeitslosigkeit für 2011

Zuversicht ohne Ende: Wirtschaftsminister Rainer Brüderle glaubt, dass die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr so niedrig wie zuletzt 1992 sein wird.

Und während das Volk schon in einen tosenden Jubel ausbricht, setzt der Kauder heute im Spiegel noch einen drauf:

Die Wirtschaft wächst kräftig – das könnte sich auch auf den Gehaltszetteln bemerkbar machen. Unionsfraktionschef Kauder stellt mittelfristig Steuersenkungen in Aussicht und fordert im Interview mit SPIEGEL ONLINE ein ordentliches Lohnplus bei den nächsten Tarifrunden.

Das war es dann mit dem heißen Herbst….der laut Frankfurter Rundschau nächste Woche beginnen sollte:

Am kommenden Dienstag soll es losgehen mit der ersten Protestaktion in einem Metall-Betrieb. In welchem Unternehmen sie geplant ist, wollte Michael Erhardt von der Verwaltungsstelle Frankfurt der IG Metall allerdings noch nicht verraten. Dafür nennt er die folgenden Schauplätze: Einen Tag später, am 27. Oktober, wird es nach dem Willen der Gewerkschaft den Flugzeugzulieferer Nord-Micro in Bergen-Enkheim sowie den Bremsenhersteller Continental Teves in Frankfurt-Rödelheim treffen.

Wollen wir hoffen das der bunte Reigen etwas bringt. Es wäre die letzte Hoffnung für dieses Land, das in eine soziale Katastrophe schlittert, die Obdachlosigkeit für eine große, noch nicht nennbare Zahl von Menschen bringen kann. Noch spricht – seltsamerweise – kaum jemand davon.  Noch spricht man von anderen Dingen … die niemanden mehr interessieren, wie hier bei News.de :

Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, mahnte SPD und Grüne zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Reform. «Die Glaubwürdigkeit von SPD und Grünen misst sich jetzt daran, ob es zu einem gemeinsamen Vorgehen der Oppositionsparteien gegen die Hartz-IV-Pläne kommt.»

Als ob sich jemand noch für die Glaubwürdigkeit von Parteien interessieren würden, die dieses Monster ins Leben gerufen haben.  Als ob man noch viel von einer Gewerkschaft erwarten könnte, die dieses Monster begrüßt hat.  Als ob die deutschen Gewerkschaften nicht schon längst der verlängerte linke Arm der Korporatokratie wären, der jetzt ein schöne Marionettentheater aufführt um allen zu suggerieren: es ist alles fein in diesem Land, die soziale Gegenkontrolle der Macht funktioniert super. Wenn wir erstmal den Flugzeugzulieferer Nord-Micro in Bergen-Enkheim für eine Stunde blockieren, dann zuckt die Kaste der Ausbeuter sowas von zusammen, das wir schon gewonnen haben.

Dabei sind den deutschen Gewerkschaften laut Legal Tribune schon allein gesetzlich die Hände gebunden:

Das Streikrecht ist durch das Grundgesetz garantiert. Aus der Verankerung der Arbeitskampffreiheit in Art. 9 Abs. 3 GG ergibt sich, dass ein Streik nur um den Abschluss oder die Abwehr eines Tarifvertrages geführt  werden kann.

Um rechtmäßig zu sein, muss ein Arbeitskampf durch eine Gewerkschaft organisiert werden, das Kampfziel muss auf eine tarifvertragliche Regelung beschränkt sein und ein Streik darf nicht zu einem Zeitpunkt geführt werden, zu dem noch eine tarifliche Friedenspflicht zwischen den Parteien besteht.

Schließlich kann zu einem Arbeitskampf durch die Gewerkschaften erst aufgerufen werden, wenn alle anderen Möglichkeiten der Verhandlung mit den Arbeitgebervereinigungen ausgeschöpft sind.

Hier kann keine Gewerkschaft gegen Hartz IV kämpfen. Hartz IV kann nie Bestandteil eines Tarifvertrages werden – und für den Rest gibt es in Deutschland de Fakto ein Streikverbot.

Fern von dem heißen Herbst in Deutschland geht es in Italien laut Spiegel wirklich heiß her:

Im süditalienischen Terzigno lieferten sich Hunderte Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Sie protestieren gegen überlastete Mülldeponien, die den Nationalpark am Vesuv zu verpesten drohen. Profitgier und Mafiageschäfte stürzen die Region ins Chaos.

Das führt uns zum eigentliche Thema des nächsten Jahres:  der Pleitewelle der Kommunen … die letztlich auch uns Müllberge wie in Italien beschehren wird.  Noch sind es Meldungen, die man aktiv suchen muß und nicht groß in den Medien auftauchen … aber den Kommunen geht es schlecht, auch wenn die Bautätigkeiten ein anderes Bild zeichnen.  Unter anderem sind es die Mietkosten für Langzeitarbeitslose, die den Kommunen Sorgen bereiten … weshalb man sie ja schon mal auf 25 m2 lagern wollte.

Gibt es jetzt noch höhere Mieten dank Energiesanierung und weiterhin massiven Städterückbau, so wird der Wohnraum für Hartz IV Abhängige sehr knapp. Wer in dieser Situation mit offenen Augen in die Welt schaut, der weiß, das ihm kaum damit geholfen ist, wenn wohlversorgte Gewerkschaftler ein bischen Revolution spielen (in den erlaubten Grenzen, versteht sich): ihm droht Obdachlosigkeit und ein sehr kalter Winter.  Hoffnung … macht da nur der Brüderle, der ARBEIT und damit GELD verspricht.

Mit solchen Perspektiven vor Augen hat man was anderes zu tun, als Spielchen zu spielen um den Schein des funktionierenden demokratischen Sozialstaates zu wahren, während die Verursacher der Krise weiter gegen alle Regeln wirtschaftlicher Vernunft laut Handelsblatt an Macht und Einfluß gewinnen:

Von wegen Schrumpfkurs: Anstatt kleiner zu werden, wie weltweit von Regulierern gefordert, haben Europas Banken ihre Bilanzsummen im Vergleich zum Vorjahr kräftig erhöht – allen voran die Deutsche Bank.

Aber Hauptsache die Gewerkschaft kann ihr Gesicht wahren.

Na ja, nehmen wir noch ein wenig unsere Beruhigungspillen und warten weiter ab. Wird schon alles gut … und  immer schön lächeln.

Die „Mitte“ ist ein Arschloch und betet für den neuen Holocaust

Es gibt Artikel … die verbreiten nur noch Angst. Nein, nicht jene, in denen Merkel droht, sie würde jetzt anfangen zu regieren (obwohl das auch beunruhigen kann), sondern jene, die schon in sich den Hauch von Holocaust tragen. Einen von jenen gibt es heute bei Spiegel-Online:

Wieder einmal ist da ein Experte der sagt, was denn die Mitte so denkt. Ich finde das immer Klasse, das jemand mir sagt, wie ich zu denken habe – mir oder meinen Nachbarn. Ich dachte immer:  Mitte, die kenne ich. Wohne ja auch mittendrin. Aber die Experten machen mir klar, das die Mitte irgendwo ganz anders ist – und sie ist bösartig.

Aber während die Nachfrage nach Solidarität zugenommen habe, seien die tragenden Bedingungen solidarischer Zusammenschlüsse und Aktionen zuletzt erheblich erodiert – abgeschmolzen „wie Gletscher in den Zeiten globaler Erwärmung“, so der Politologe Herfried Münkler von der Berliner Humboldt-Universität.

So sagt da ein Experte. So hat die Mitte zu sein. Ein weiterer legt was obendrauf:

„Den Leuten gehen die Messer in den Taschen auf“, so Soziologe Heinz Bude, „wenn jemand Geld oder Ehre einsteckt, ohne etwas dafür getan zu haben.“

Scheint, als müßte man beständig mit bewaffneten Attacken rechnen. Nun – die Amokläufer der letzten Zeit kamen ja nicht gerade aus der Unterschicht … und eine Rechtsanwältin ist wohl deutliche Mitte.

Es ist nicht lange her, da waren Vorwürfe gegen „arbeitsscheues Gesindel“ wohlfeil, die dem Steuerzahler auf der Tasche lägen.

Nun, das stimmte für die Presse, aber vor Ort habe ich nie etwas davon vernommen – und durch eine weitreichende und kontaktfreudige Familie kann ich mich der „Mitte“ nicht verschließen. Hass auf Banken, Abscheu vor der SPD, Belustigung über Westerwelle – das sind erkennbare Trends. Aber Hass auf Arbeitslose? So blöd ist da keiner. Wer nicht Beamter ist, weiß, das er selbst im Alter da landen kann. Das geht schneller als einem lieb ist. Aber auch Beamte müssen nicht herzlos sein,  ebensowenig wie Ärzte.

Der letzte Experte, der Autor des Artikels selbst, legt dann noch etwas drauf, obwohl er der Mitte

Bezeichnend ist sicher auch, dass sich die soziale Mitte bildungs- und schulpolitisch keineswegs für das Modell erweiterter Chancen auch für Kinder des „sozialen Unten“ ins Zeug legt. Dabei zählen viele Mittezugehörige selbst zu Gewinnern der ersten Bildungsreform in den sechziger und siebziger Jahren. Doch gerade weil sie seinerzeit den Aufstieg von unten in die Mitte geschafft haben, gerade darum besitzen sie nun – ganz wie schon in früheren Jahrzehnten die etablierten Mittel- und Oberschichten – kein Interesse an weiteren Emanzipationsschüben von unten, da das für sie zusätzliche Konkurrenz, auch die Entwertung der eigenen, mühselig erworbenen Bildungsabschlüsse und Statusposition bedeuten würde. Soziologen bezeichnen einen solchen Vorgang als „soziale Schließung“.

Generell gilt: In der gegenwärtigen Druck- wie Konkurrenzsituation grenzen sich die verschiedenen Elternmilieus schroff voneinander ab, verhindern, dass ihre Kinder mit dem Nachwuchs der jeweils unter ihnen verorteten Schichten in Kontakt geraten. Das klassische Bildungsbürgertum achtet neuerdings mehr als in den vergangenen drei Jahrzehnten darauf, dass ihre Sprösslinge nicht mit den „Parvenüs“ aus dem Mittelstand ihre Freizeit verbringen. Und die kleinbürgerliche Mitte unterbindet entschlossen Begegnungen mit Familien aus der „Underclass“. Denn dort wittert sie kulturelle Verwahrlosung, haltlosen Konsumismus, Unheil stiftende Disziplinlosigkeiten.

Man weiß nicht, ob es die Träume und Wunschvorstellungen des Autors sind, die dort durchdringen. Meinen Erfahrungen entspricht es nicht … aber wenn er recht hat, bedeutet das das Ende der demokratischen Gesellschaft. Das muß im Anfang für den Einzelnen nicht schlimm sein. Viele haben im Dritten Reich mit konfisziertem Judenvermögen ein gutes Geschäft gemacht, viele schielen heute schon nach Israel, ob man nicht dort mit der Eliminierung des Staates ebenfalls ein gutes Geschäft machen könnte.

Ich denke, viele zwangsversteigerte Immobilien von Langzeitarbeitslosen haben heute auch schon neue glückliche Besitzer, anderen etwas wegzunehmen ist immer der sicherste Weg, es ohne Arbeit zu etwas zu bringen. Natürlich gibt es immer Kriegsgewinnler – es gibt auch immer Arschlöcher, aber eine ganze Schicht, ja sogar ein ganzes Volk als Volk von Arschlöchern zu bezeichnen … geht das nicht ein wenig zu weit?

Die zwei Drittel-Gesellschaft ist ja schon lange ein Traum der Funktionsoberkaste dieser Gesellschaft in Politik, Bildung und Wirtschaft. Einfach ein Drittel des Volkes auf Hartz IV setzen und sich von dem Rest fein die Taschen füllen lassen: der Traum eines jeden Chefredakteurs. Man klebt auf das letzte Drittel das Schild: „Faule dreckige Schweine“ und hofft, das jemand das Messer aus der Tasche holt und die Schweine endlich absticht. Dann hat man wieder eine gute Story, einen neuen Helden und Leben in der Bude.

Es würde auch funktionieren – je mehr Maschinen das Land bevölkern, umso weniger Menschen werden gebraucht. Da kann man ruhig mal ein paar Millionen aussondern, das stört nicht sonderlich.  Inzwischen jedoch … ist „die Mitte“ kleiner geworden. Sie schrumpft. Sollte sie so blöd sein, nicht zu merken, das ihre Rente gerade zur Finanzierung der HRE ausgegeben wird? 1400 Millionen … ist das eine zu große Zahl, als das es ein Mittehirn begreifen könnte?

Die Mitte merkt, wenn Straßen nicht repariert werden, Schulgebäude verfallen, der Onkel mit 45 wegen Krankheit entlassen wird. Die Mitte weiß, was es für ein Leben ist, sich vor dem Alter fürchten zu müssen … nicht vor der Rente, sondern vor den Jahren jenseits der 40, wenn jede Kündigung das berufliche Ende bedeutet.

Die Mitte weiß, das es mal den Beruf der „Hausfrau“ gab, jener Mittelpunkt einer jeden Familie, der haushalten und die Kinder erziehen konnte (und auch männlich sein durfte), weil ein einziges Gehalt ausreichte, die Familie zu ernähren. Die Mitte weiß sehr gut, das heute alle anschaffen gehen müssen, um über die Runden zu kommen – und ihre Eltern wissen noch, das das nicht immer so war.

Sicher, es gibt Erscheinungen, die geben einem zu denken – wie hier das Ossischießen, über das das Handelsblatt berichtet:

Ein Computerspiel zur innerdeutschen Grenze sorgt für Aufregung: Opferverbände laufen Sturm, weil Spieler in die Rolle eines DDR-Grenzsoldaten schlüpfen können, um auf Flüchtlinge zu schießen.

Auch Berichte des Westen scheinen nicht geeignet, die asoziale Tendenz im Lande zu widerlegen:

Die Bereitschaft der Deutschen zur umfassenden Betreuung ihrer pflegebedürftige Angehörigen geht deutlich zurück. Dies ergab eine neue Studie. Demnach würde jeder fünfte Bundesbürger ein Familienmitglied rund um die Uhr pflegen. Noch vor fünf Jahren wollten doppelt so viele die Rundum-Pflege übernehmen.

In Zeiten  knapper Kassen und drohender Staatspleiten kriegen natürlich gerade diejenigen Panik, die noch nicht genug für die Bahamas haben aber zuviel als das es in den Rucksack paßt. Hartz-Abhängige haben da nichts mehr zu verlieren, aber Universitätsprofessoren und sonstige vom Staat bezahlte Unselbständige schon. Darum wäre es für die schön, wenn der Deutsche so wäre wie sie ihn predigen: ein asoziales Arschloch das für den neuen Holocaust betet, der das letztes Drittel der Gesellschaft entsorgt.

Doch so blöd ist der Deutsche nicht – und wenn doch, dann werden chinesische Funktionäre und russische Mafia den maroden Rest übernehmen. Machen die indirekt ja jetzt schon.

Was mich nur zögern läßt, die Meinung des Professors in Bausch und Bogen zu verdammen ist … wir hatten das hier in Deutschland schon mal. Manche halten das Nazitum für eine spezielle deutsche Eigenschaft, die immer dann zum Tragen kommt, wenn keiner guckt. Der „Jude“ ist wieder Feindbild – nun als „Zionist“ in „Israel“ fein verpackt, aber mit dem gleichen Endziel der Auslöschung des Staates und seiner jüdischen Bewohner – natürlich nur zum Wohle der Palästinenser, nach denen ohne ein jüdisches Israel kein Hahn krähen würde.

Wenn dem aber so ist, wie der Professor sagt, dann brauche ich mich für meine harsche Wortwahl nicht zu entschuldigen: dann ist die Mitte ein Arschloch und betet für den neuen Holocaust. Dann müssen zur Beruhigung des deutschen Michel wieder ein paar Millionen vergast werden, denn im feinen, reinen, perfekten neuen Sauberenergiedeutschland ist kein Platz für unwertes Leben.

Dann möchte ich aber an dieser Stelle schon mal vorsorglich dafür plädieren, das dieses Volk nach dem nächsten Zusammenbruch komplett aufgeteilt wird – wie es nach dem Zeiten Weltkrieg schon mal angedacht war. Die scheinen dann wirklich … seltsam zu sein.

Ich halte jedoch den Deutschen weder für so blöd noch für so herzlos. Es ist seine Rente und die Zukunft seiner Kinder, die dort gerade verbraten wird. Es ist das nachvollziehbare Machtkalkül einer gewissenlose Funktionselite, die gezielt ein asoziales Bild vom Deutschen verbreitet – in der Hoffnung, das der Mittedeutsche ihre Fleischtöpfe mit seinem Leben verteidigt.

Der Mittedeutsche weiß jedoch eins:  er ist eine aussterbende Art. Von zehn schafft es noch einer nach oben, der Rest … hat ARGE Zukunftsprobleme. Und seine Kinder erst recht – für die kommt die ARGE gleich nach dem Praktikum.


Deutschland wird Türkei: getürkter Sarrazin, getürkte Integrationsdebatte, getürkter Aufschwung und Unruhewarnung für Deutschland von schweizer Armee

Kann sich jemand an den Ausdruck erinnern: einen Türken bauen? Mir selbst mit einem halben Jahrhundert Verfall auf dem Buckel ist er auch nur noch selten am Rande vorgekommen. Aber das Verb „getürkt“ ist noch in aller Munde:

Etwas türken ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für „etwas durch Manipulation des augenscheinlichen Sachverhaltes in Täuschungsabsicht unrichtig darstellen“. Möglicherweise ältere Versionen dieses Ausdrucks sind „einen Türken stellen“ bzw. „einen Türken bauen“, die aber heute beide nicht mehr umgangssprachlich sind.

Quelle: Wikipedia

Insofern nähern wir uns langsam türkischen Zeiten. Mehr und mehr stört mich diese künstliche Debatte um Sarrazin. „Huch, was hat der denn für eine Meinung?“ , „Huch, wie kann der sowas sagen?“, „Huch, wie kommt der denn in die Bundesbank?“, „Huch, was raucht der denn?“. Viel wichtiger als die Debatten über Sarrazin wären die Berichte über die Toten bei den Aufständen in Mozambique, wo unsere Börsenmauscheleien die Brotpreise explodieren lassen … aber so etwas will man uns ja nicht zumuten. Stattdessen werden alle Nachrichtenkanäle mit Sarrazin verstopft, man kann seinem Konterfei einfach nicht mehr entkommen.

Nun merke ich, mit meiner Verwunderung bin ich nicht mehr allein.  Der neue rheinische Zeitung sieht sogar eine finstere Absicht hinter der getürkten Debatte:

Während sich die Mehrzahl der Gefragten und Ungefragten auf den migrationspolitischen Teil der Auswürfe Thilo Sarrazins stürzt und damit in das aufgestellte Fettnäpfchen einer Integrationsdebatte hereinfallen, darf sich die Bundesbank freuen. Die Republik diskutiert über mögliche Wahrheitsgehalte der rassistischen Äußerungen – wie in “hart aber fair“ ohne soziologisches Fachwissen – und verinnerlicht dabei die ausgemachten Schuldigen für alles, was schief läuft. Die zweite Runde der Wirtschaftskrise kann also kommen. Wir sind bereit, die Bundesbank befreit. Die kann so weiter machen, wie es bisher schon nicht funktionierte. Denn die meisten werden fortan auf die falsche Seite der Gesellschaft schielen und dort nach Verantwortlichen für die Misere suchen.

Auf jeden Fall ist dies ein gelungener Schachzug, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu betäuben. Mich verwundert dann immer der verdrehte Spagat gewisser linker Kreise, die sich hier schützend vor den Türken stellen aber den „Zionisten“ aus Israel vertreiben wollen. Die Logik „Türke in Deutschland gut, Jude in Palästina böse“ erschließt sich mir noch nicht mal ansatzweise, aber ich bin ja auch kein Antisemit noch bekennender Islamhasser,  ich darf also alle kleinen Leute wohnen lassen wo sie gerade sind. Aber darüber diskutieren, wo die denn gefälligst sonst wohnen sollen – das gelingt in Deutschland vortrefflich. Und darüberhinaus vergißt man dann die wahren Häßlichkeiten, die um einen herum geschehen.

Die griechische Schuldenkrise und das Sparprogramm zur Rettung des Landes vor dem Bankrott treffen die Wirtschaft hart: Mehr als 375.000 kleine und mittlere Unternehmen in Griechenland sind einer Studie zufolge ins Wanken geraten. Mehr als 176.000 davon laufen demnach Gefahr, bis Ende 2011 schließen zu müssen. Rund 305.000 Arbeitsplätze seien gefährdet, ergab die Studie des Verbandes GSBEE, die in der griechischen Presse veröffentlicht wurde. In Griechenland gibt es rund 845.000 kleine Unternehmen, die etwa zwei Millionen Angestellte beschäftigen.

Quellle: t-online

Da stirbt eine alte europäische Nation vor unseren Augen … und wir diskutieren darüber,  ob unser Nachbar eventuell einen türkischen Großvater hatte. Komödienstadel Deutschland würde ich es nennen – wenn es nicht so ernst wäre, denn die Autorin des Hintergrund erwartet schon Progrome

Angesichts unser aller Vorgeschichte kann man sich nur wundern: Eine Wirtschaftskrise wiederbelebt den Antisemitismus und die rechtskonservativen Eliten sind froh, dass sich die Ressentiments der Bevölkerung auf eine bereits stigmatisierte Gruppe von Menschen umlenken lassen. 1874 traf es die Juden, 2008 trifft es noch eine sogenannte „jüdische Hochfinanz“, aber vor allem steht nun eine andere religiös markierte Gruppe im Fokus des Hasses. Nicht einmal das Faktum, dass ein Bundesbanker sich an die Spitze der antiislamischen Hetze in Deutschland stellt, scheint als entlarvendes Warnsignal über Ziel und Zweck der Strategie wirklich ernst genommen zu werden. Und historische Lektionen sind wohl in der sogenannten Bildungsreform verschütt gegangen.

Alles scheint so programmiert, dass der Hass weiter zunimmt, weil Rechtsgrundsätze offensichtlich keine Rolle mehr spielen sollen. So wird aus diesem Konflikt, wie aus vielen anderen auch, ein Religionskonflikt – zunächst herbei geredet und dann realiter, denn das ist die faktizierende Kraft der Worte. Wie die Progrome, die den jetzigen mehr oder weniger expliziten Aufrufen zu Hass und Gewalt folgen werden.

Das Rechtsgrundsätze keine Rolle mehr spielen, erlebt Israel tagtäglich, aber im gerechten Kampf gegen das Gespenst des „Zionismus“ ist das ja in Ordnung. Hass unterscheidet nicht zwischen gerecht und ungerecht, ihm ist es auch egal, welche Menschen er frißt, Hauptsache: er leidet nicht Hunger. Zur Not frißt die Revolution ihre Kinder. Stellt man dummerweise das Existenzrecht Israels in Frage, hat man einen schönen Sekundärgewinn: man darf dann auch mal fragen, was eigentlich die ganzen Türken in Deutschland machen … und sollte sich nicht wundern, wenn deren Existenzrecht dann ebenfalls angezweifelt wird.

Währenddessen lassen es sich andere gut gehen und kümmern sich einen Dreck um die Schranken von Religion, Nation, Kultur:

Athen (dpa) – Auf der kleinen griechischen Insel Spetses heiraten heute Prinz Nikolaos von Griechenland und die Schweizerin Tatiana Blatnik. Der 40-Jährige und die 29-Jährige kennen sich seit fast sieben Jahren, im Dezember vergangenen Jahres hatte sich das Paar verlobt. Auf der kleinen Insel sind bereits mehrere Kronprinzen und Prinzessinnen europäischer Königshäuser angekommen. Auch die spanische Königin Sofía und Kronprinz Felipe wurden gesehen. Nikolaos ist eines der bekanntesten Gesichter des internationalen Jet-Sets.

Quelle: t-online

Das sind die guten Menschen: der Jet-Set. Die haben Stil, die hassen niemanden und laden vielleicht noch ein paar Saudis ein um ihre Toleranz zu beweisen. Prinzessin Di hatte da ja auch keine Hemmungen. Aber unterhalb des Adels … suhlt sich der haßerfüllte Mob im Schlamm, da klaut der  Deutsche dem Griechen das Gyros vom Teller.  Jedenfalls … will man uns so sehen und so haben, damit man gerechterweise sagen kann: die MÜSSEN regiert werden, ohne die harte Hand des gebildeten und kultivierten Adels verwandeln die sich in blindwütige Bestien.

Damit wir uns aber auch gut den Türken zuwenden können und nicht beunruhigt sind über die Gewitterwolken in der Wirtschaft, baut man uns bei Arbeitslosigkeit und Aufschwung auch mal schnell einen.

Der deutsche Arbeitsmarkt erweist sich als überraschend robust: In der Rezession gingen nur wenige Stellen verloren, im Aufschwung sinkt die Zahl der Erwerbslosen weiter. Was ist der Grund für das Jobwunder? Eine wichtige Rolle spielen Demografie und Statistiktricks.

Quelle: Spiegel-online

Auch mit dem Aufschwung ist es nicht so weit her … die Deutschen sparen sogar am Essen:

Nach heutiger Meldung des Statistischen Bundesamts sank der Umsatz im Juli 2010 im Vergleich zum Juni 2010 unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten real um 0,3% (Abb. 04943). Eigentlich hatte das Statistische Bundesamt mit der Veränderung der Statistik die Ergebnisse verbessern wollen. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte dabei real 0,4% weniger um als im Juli 2009, der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln sogar 0,8% weniger.

Quelle: Jahnke.net

Dabei hatte man hier extra auch schon Statistik-Tricks angewendet, aber die Realität scheint schlimmer als befürchtet. Und während wir so ruhig vor uns hinhassen und uns auf jeden Brotkrumen stürzen, der den Hass nährt, sehen andere uns zusammen mit unseren jüdischen, palästinensischen und türkischen Brüdern in den Untergang marschieren  – zum Beispiel der schweizer Armeechef Blattmann:

Die Europa-Karte, die auch die an die EU grenzenden Länder enthält, zeigte ArmeechefAndré Blattmann im Rahmen einer Folienpräsentation der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) des Nationalrats. Gemäss mehreren Quellen taxiert sie neben Griechenland vier EU-Staaten als gefährdet: Spanien, Italien, Frankreich und Portugal. Sie listet mit Symbolen vier Kriterien auf – die den einzelnen Ländern zugewiesen werden:

Nuklearmacht: Wer über Atomwaffen verfügt oder auf dem Weg dazu ist.

Euro: Staaten, die die Kriterien der Eurozone nicht mehr oder bald nicht mehr erfüllen.

Unruhen: Staaten, in denen soziale Unruhen drohen.

Anschläge: Staaten, in welchen bereits Anschläge verübt worden sind.

Quelle: tagesanzeiger.ch

Auch wenn er in der Schweiz dafür gerügt wird, steht Blattmann doch nicht allein da:

FOCUS-Online: Konkret: In einem Kapitel der Bundeswehr-Studie heißt es in der Überschrift „Der Übergang von post-fossilen Gesellschaften führt zu ökonomischen und politischen Krisen“. Was lesen Sie aus dieser Aussage?

Ganser: Ökonomische Krisen bedeutet im Klartext, dass man Rezessionen und Arbeitslosigkeit erwartet. Politische Krisen kann vieles bedeuten. Zum Beispiel, dass die Bevölkerung nach schnellen Lösungen ruft, die Politiker, welcher Partei auch immer, diese aber auch nicht haben, weil alle im Erdölrausch der Nachkriegszeit sozialisiert wurden und keine Rezepte für die Zeit nach dem Erdölrausch haben. Dann werden die Politiker abgewählt, das sind milde politische Krisen. Schwere politische Krisen beinhalten gravierende Unruhen und Störungen der öffentlichen Ordnung bis hin zu Terror und Krieg.

Quelle: Focus-Online

Und wenn man schaut, wann denn dieser Erdölpeak kommt, wann denn diese Unruhen zu erwarten sind, so ist man überrascht:

In der vorläufigen Fassung einer Studie, die der Frankfurter Rundschau durch den unabhängigen Branchendienst Energy Comment zugeleitet wurde, hat das Zentrum für Transformation der Bundeswehr die Auswirkungen von Peak Oil untersucht. Aus der Auswertung ihrer Quellen schließt das Militär, dass es möglicherweise schon dieses Jahr zum globalen Peak Oil kommen könnte.

Quelle: Fr-online

Wir sollten also alle noch schnell ein letztes Mal tanken fahren.

Welche Gesellschaft dann auf uns wartet, hat die französische Schriftstellerin Vivianne Forrester schon mal in ihren politischen Büchern skizziert:

In den schönsten Gegenden der Welt, schon jetzt belegt vom Bilderbergerableger WWF, ziehen sich die Ultrasuperreichen gottgleich in ihre Luxusvillen zurück, beschützt von Kampfrobotern, die gerade jetzt mit großem Nachdruck entwickelt werden.  Einige Farmen im Umkreis sorgen für Nachschub an Essen und Organen. Der Rest der Menscheit stirbt aus oder vegetiert in den Ruinen vor sich hin, wo wildernde Banden einen ständigen Kampf ums Überleben führen.

So in etwa … leben wir dann wieder in der mythischen Welt des alten Griechenland. Im Olymp wohnen die allmächtigen Götter, deren Zorn wir jederzeit spüren können, die ab und zu unsere Frauen klauen oder unsere Städte einäschern … wenn wir nicht schnell genug beten.

Vielleicht ist das der Grund, warum alle so schnell nach dem Gelde rennen, mehr und mehr schneller und schneller: um in den Olymp zu kommen, bevor die Tore schließen.

Und vielleicht … sind unsere Mythen einfach nur Erinnerungen daran, das die Kultur der Menschheit schon mal so geendet hat. Aber denken wir mal nicht weiter in diese Richtung, sonst gibt es noch Ärger mit der Präastronautik, die für eine Vielzahl seltsamer Funde in der Archäologie schon eine andere Erklärung haben.

Sarrazin – die Elite kauft sich ein neues Volk

Wer ist eigentlich dieser Sarrazin … diese Frage stellt sich in Wirklichkeit keiner. Jeder kennt diesen neurotischen Stänkerer doch schon seit Jahren, seitdem die Presse seine Sprüche auch noch in die letzten Ecken der Republik transportiert hat. Als Dank für seine Sprüche ist er doch Bundesbanker geworden – so dachte ich jedenfalls. Wie sonst sollte ein kleiner beschäftigungsloser aber gut verdienender Finanzsenator aus dem chronischem Pleiteländchen Berlin so einen Posten bekommen?

Schaut man heute aber in die Presselandschaft, so dröhnt es überall aus allen Ecken: Sarrazin. Wie schlimm doch der Mann sein. Eigentlich ein widerliches Geschrei – war doch schon alles vorher bekannt. Wenn er über sieben Millionen Harzt-IV-Abhängige herzieht, über Alte, Kranke, Frauen und Kinder, dann ist das ok. Da hat kein Hahn nach gekräht. Wenn er durch die Bank Ausländer verunglimpft, hat es keinen interessiert.  Jetzt schreibt der ein Buch, von dem ich annahm, es würde auch keinen interessieren – aber nach dem Medienhype der darum gemacht wird, werden es wohl alle lesen. Gut für Sarrazin, da hat der bald genug zusammen um auch auszuwandern.

Spiegel-online sieht geradezu einen großen apokalyptischen Endkampf, in dem nur der Spiegel selber noch rettend eingreifen kann:

Denn die Diskutanten hat er in zwei Lager gespalten: in eine parteiübergreifende Entrüstungsfraktion, der sich Personen im öffentlichen Raum nur schwer entziehen können; und in den halböffentlichen Foren-und-Blogger-Stammtisch, der Sarrazin mehrheitlich Beifall zollt. Der Sache dienen beide Fraktionen nicht.

Ich wußte gar nicht, das Blogger Sarrazin mehrheitlich Beifall zollen – aber 1000 neue Blogs sind ja schnell neu angemeldet, 1000 neue Blogger lassen sich schnell einkaufen um die Zahlen zu korrigieren.  Nebenbei erfährt man wie „sozial“ dieses Land eigentlich international geworden ist:

Die Grenzen sind so gut wie dicht. Die Verschärfung des Asylrechts hat dazu geführt, dass auf diesem Weg praktisch niemand mehr nach Deutschland kommt. 2008 wurden noch ganze 233 Personen als Asylberechtigte anerkannt.

Die Menschen, die es am Meisten verdient hätten, die Menschen, die es am Dringensten bräuchten, lassen wir vor der Tür stehen. So asozial geben wir uns gerne. Auch im Inland, wie Spiegel-Online weiter berichtet:

Der Arbeitsmarkt löst einen zweiten Reflex aus, der sich auf die Kurzformel reduzieren lässt: Solange auch nur ein Arbeitsloser im Land herumläuft, brauchen wir keine Unterstützung aus anderen Ländern. Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesarbeitsagentur, erklärt uns immer wieder, wir müssten die stillen Reserven mobilisieren, unsere eigenen Leute besser qualifizieren. Nun ist es gewiss eine gute Idee, erst einmal die Hausaufgaben zu machen, bevor man Hilfe von außen ruft. Doch offenbar verpufft der Effekt der milliardenschweren Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsförderung, in denen nach Schätzungen bis zu eine Million nicht vermittelbare Personen geparkt sind. Die Stellen für Fachkräfte jedenfalls bleiben trotzdem offen.

Man könnte ja an dieser Stelle mal einhaken und fragen, warum da so ist.  Unter anderem hatte man die Rentengesetze geändert, wer früher wegen Krankheit als Frührentner in die Dauerarmut geschickt wurde, ist heute bei der ARGE aber deshalb noch nicht gesund. Dort muß er dann aber erstmal den Gabelstaplerfahrerschein machen … was sonst sollte man mit denen auch anfangen. Und der Sachbearbeiter selbst – oft befristet angestellt – muß selber Leistung zeigen.

Die Folterer lassen wir gerne rein, wie das Beispiel Ruanda gezeigt hat, die Opfer jedoch: sollen draußen bleiben. Die Familien der Türken auch. Was wir wollen sind: gut ausgebildete, alleinstehende junge Leute, die für ganz wenig Geld Arbeitsplätze in Deutschland besetzen. Regierung, Medien und Politik gieren danach.

Warum eigentlich?

Nun … zwischen Volk und Regierung besteht ja mitlerweile ein deutlicher Unterschied – und Gegensatz. Wir passen einfach nicht mehr zueinander. Zum Beispiel bei Thema Gerechtigkeit:

28 % der Bevölkerung über 16 Jahren halten die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland für gerecht, 56 % halten sie für ungerecht.  Fragt man aber „Mandatsträger“ so sieht die Welt gleich ganz anders aus: 60 % halten die Verteilung von Besitz und Einkommen  in Deutschland für gerecht, nur 28 % halten sie für ungerecht.

Quelle: Bertelsmannstiftung

Mit solchen Mandatsträgern wird man die Verhältnisse auch nur schwer ändern.  Volk und Politiker passen einfach nicht mehr zueinander. Bei Afghanistan ergibt sich ein ähnliches Bild. Was ist zu tun? Regierung ändern? Gott bewahre. Man macht es einfach wie Helmut Kohl mit den Russlanddeutschen: man holt einfach neue Bürger ins Land, während man die alten mit ärmlicher  Gabelstaplerfahrerscheinzukunft vergrault, kauft man sich einfach neue, zur Not auch mit Begrüßungsgeld.  (Nebenbei bemerkt: gibt es eigentlich auch „Verabschiedungsgeld“? Ich meine, wenn mal einer gehen möchte, der hier nur noch kostet: kann der sich ausbezahlen lassen um sich in der Karibik eine neue Existenz aufbauen zu können? Ich glaube – eher schickt die Arge denen zu diesen künstlichen Kaufläden wie in Hamburg, da kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Arbeitslosen sind beschäftigt und die Trainer haben einen Job.  So kann man Arbeitslosigkeit auch reduzieren)

Und schon haben wir eine Hypothese, die uns diese seltsame Front erklärt, die der Spiegel beschreibt: die Machthaber in diesem Land haben beschlossen sich nach US-amerikanischem Vorbild einfach ein neues Volk ins Land zu holen, das alte kann hingehen wo der Pfeffer wächst. Wen die dann wählen werden, hat man bei den Russlanddeutschen gesehen: auf jeden Fall jemand aus den Reihen derjenigen, die für den Afghanistaneinsatz sind und die Verhältnisse in Deutschland für völlig in Ordnung halten, weil sie so super dran profitieren.

Keine Frage darüber, warum wir eigentlich Auswanderungsland sind und deshalb Einwanderungsland werden müssen, keine Reflexion über die Entwicklung, die dazu geführt hat und erst recht kein Nachdenken darüber, wie man eigentlich das eigene Land für die eigenen Bürger attraktiver gestalten könnte, sondern einfach die Feststellung: da gibt es keine Alternative. Wie üblich.

Die Debatte um die Einwanderungspolitik ist ein Trauerspiel, weil sie am Kern des Problems vorbeizielt. Wir sind längst ein Auswanderungsland. Um das schleichende Ausbluten der Bundesrepublik zu verhindern, müssen wir neue Wege gehen.

Quelle: Managermagazin

Welche Wege das für uns Deutschen in unserer Heimat sind, ist klar: wir sind Auswanderungsland. Wir sind über, zu teuer, wir müssen ´raus. Im Ausland sind wir allerdings mitlerweile so uninteressant geworden, das wir Ausländer bezahlen müssen, wenn sie zu uns kommen. Eigentlich könnte man doch allen diese ganze Reiserei ersparen, oder?

Aber das geht nicht, denn wenn die Leute zur Ruhe kommen, dann merken sie vielleicht, das die „Elite“ dieses Landes mit dem viel-zu-vielen Geld anfängt, das sie sich jeden Monat abgreifen: sie geben es den Spekulanten, damit der Hunger in der Welt vermehrt wird:

Es ist ein Riesengeschäft für Spekulanten – und eine Katastrophe für die Ärmsten. Anleger stürzen sich wegen schwächelnder Aktien auf Agrarrohstoffe. Bei schlechten Nachrichten explodieren die Preise für Weizen oder Mais, für Entwicklungsländer sind sie kaum noch zu bezahlen.

Quelle: Spiegel-online

Unsere Elite geht bei der Jagd nach leistungslosem Einkommen durch krumme Kapitalgeschäfte buchstäblich über Leichen. Kein Wunder, das sie aus den Bewohnern des Landes gerne einen Wanderzirkus macht. Kein Wunder auch, das man soviel über Sarrazin redet, wo doch andere Nachrichten wichtiger sind … aber leider untergehen:

Teureres Öl und Gas haben die Einfuhrpreise im Juli so stark in die Höhe getrieben wie seit fast zehn Jahren nicht. Verglichen mit dem Vorjahr kosteten Importe 9,9 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Quelle: Welt

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Juli so stark gestiegen wie seit 19 Monaten nicht mehr. Die Produzenten von Energie, Lebensmitteln und anderen gewerblichen Erzeugnissen hoben ihre Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 3,7 Prozent an, teilte das Statistische Bundesamt mit. „Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember 2008“, sagte eine Statistikerin.

Quelle: Welt

Und während die „Welt“ hier noch mit Inflationsängsten spielt, meldet sie gleichzeitig:

Trotz explodierender Erzeugerpreise geht an den Märkten bereits die Angst vor Deflation um. Die Zinsen fallen auf Rekordtiefs.

Quelle: Welt

So sind halt unsere Experten: sie haben immer zwei gegensätzliche Meinungen parat, solange sie gut dafür bezahlt werden.  Die Energiepreise sind, wenn ich mich recht erinnere, aber auch aufgrund von Spekulationsgeschäften so hoch. Bei unseren Horrorsteueranteil dabei können wir uns darüber aber kaum noch beschweren.

Aber zum beschweren haben wir ja jetzt Sarrazin, der ist diesen Sommer zum Abschuß freigegeben, vielleicht auch, um davon abzulenken, das das Wetter auch immer verrückter wird:

Der August hat Deutschland so viel Regen beschert wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Im bundesweiten Durchschnitt fielen in diesem Monat 157 Liter Regen pro Quadratmeter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Dies ist mehr als doppelt so viel wie das langjährige Mittel von 77 Litern im August. Der 2010er August lag von der Regenmenge auch deutlich über dem bisherigen Rekordjahr 1960, damals waren 134 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Quelle: Yahoo

Ob man das inzwischen auch manipulieren kann, um uns aus unserem Land zu vertreiben?

Geistiges Eigentum, die ARGE und das BÜRGERGELD

Eigentum ist Diebstahl, legitimierte und vererbbare Räuberei.  Das hatten wir unlängst.  In dem Zusammenhang kam die Frage auf: was ist denn mit dem geistigen Eigentum?

Nun, geistiges Eigentum kann schon mal kein Diebstahl sein, noch legitimierte und vererbbare Räuberei. Ich kann zwar Materie gewordene Vervielfältigungen des geistigen Eigentums (Bilder, Bücher, Filme, Schallplatten) stehlen, aber die Quelle selbst nicht.

Ursprünglich gab es kein geistiges Eigentum – was daran lag, das die Krämerseelen nichts zu verkaufen hatten noch die Macht, Zugänge zu verhindern. Heute ist es ein Riesenthema und man fragt sich: warum?

Fangen wir  ganz von vorne an. Was braucht der Mensch zum Überleben? In erster Linie Wärme. Dann Nahrung (die, genau genommen, ebenfalls Wärme bedeutet) Möglichst ausgewogen inklusive Getränk. Da das nicht vom Himmel fällt, muß man es suchen oder jagen – je nach Einstellung zum Mitgeschöpf. Beides ist mit ARBEIT verbunden, weshalb man fairerweise auch das EIGENTUMSRECHT erfand. Wenn jemand den ganzen Tag fleissig gesammelt hatte, dann sollte er auch was davon haben – aber nie für sich allein. Wenn jemand das Glück hatte einen ganzen Heidelbeerberg zu finden, dann macht es auch wenig Sinn, wenn er die alle allein ißt. Das gibt Bauchschmerzen … und jede menschliche Gesellschaftsform (außer unsere Leistungsträger und die momentane Regierung der BRD) weiß, das es unanständig bzw. unsinnig ist, sammelunfähige Menschen verhungern zu lassen.  Im Alter ist man selbst auf Hilfe angewiesen und die Kinder …  sind Zukunft.

Niemand jedoch würde unserem Heidelbeersammler alles wegnehmen wollen,  noch hätte wohl jemand etwas dagegen, das er sich kugelrund an Heidelbeeren frißt….Bonuszahlungen gab es schon damals.

Doch schon hier … beim Eigentumsrecht … bekommen wir erste Probleme.  Wie kann jemand das Eigentum an Land beanspruchen? Das Land war schon da, bevor es Menschen gab – und es wird da sein, nachdem der letzte Mensch gestorben ist.  Gleiches gilt für die Früchte des Waldes, sie wuchsen schon, bevor die Natur überhaupt an Menschen dachte.  Man sieht also, wie der Rechtsanspruch von Großgrundbesitzern wie der Familie Guttenberg begründet ist: gar nicht. Es ist Raub. Anders als die Früchte seiner Arbeit (das Faß, die Harke, das Brot) hat der Großgrundbesitzer sein beanspruchtes Eigentum nicht aufgrund von Arbeit erworben. Land war vorher da – manches war weniger fruchtbar, manches war sehr fruchtbar und es ist genug davon da, zwölf Milliarden Menschen zu ernähren – sagt die UNO.  Er hat vielleicht etwas angepflanzt, aber gewachsen ist das von ganz alleine.  Eine Bonuszahlung könnte man dem fleissigen Pflanzer also ohne weiteres gewähren, aber Eigentumsrechte … an Land, Nahrung, Tierwelt? Da fing die Kirche ganz schnell an zu schreien, denn nur der Schöpfer kann das als Eigentum für sich beanspruchen.

Im Laufe der Zeit haben wir Arbeit aber geteilt.  Mehr als zuvor.  Wir wurden reich, unermesslich reich sogar.  Wir konnten es uns erlauben, wandernde Sänger zu unterhalten, Menschen, denen die lebensnotwendige aber stupide Feldarbeit zuwider war und die gelernt hatten, das man auch anders durchs Leben kommen kann. Der erste Sozialschmarotzer war geboren.  Heute ist er Model, Rockstar, Prostituierte, Autor, Journalist…. und was die Zeit sonst noch alles hervorgebracht hat.  Unser einfacher Barde jedoch lebte ganz gut – wenn er von Dorf zu Dorf zog  seine Geschichten erzählte und seine Lieder sang. Was aber nun, wenn er fortzog und die Dorfbewohner seine Lieder weitersangen? Waren sie nicht sein Eigentum? Doch …. wenn er nicht gewollt hätte, das andere sie singen, dann hätte er sie ja für sich behalten können.  Der väterliche Hof wartet bereits auf seine helfende Hand. Andererseits … was ist mit den Geschichten aus anderen Dörfern, die er erzählt.  Gehören die nicht den anderen Menschen? Immerhin ist es ihr Leben? Wir kommen in Gebiete, wo der Auslandskorrespondent den Diktator bezahlen muß, da die Geschichte des Militätputsches ohne ihn nicht existieren würde.  Autounfall auf der A44? Bericht nur gegen Bargeld an die Beteiligten.

Parlamentsdebatten wären aber gratis. Die haben wir schon bezahlt … und sind sowieso umsonst.

Es wird schwierig mit dem „geistigen Eigentum“ … und nie hätte es jemanden gekümmert. Sokrates und die Philosophen der Antike waren stolz, das sie ihr Eigentum teilen durften,  jeder Musiker freut sich über den Applaus der Menge. Geistiges Eigentum macht einen zu einem so reichen Menschen, das man keinerlei Geld mehr braucht, um glücklich zu sein.  Was man aber auch braucht ist: Wärme.  Und leider sind die Zeiten so, das die Krämerseelen nun alles vermarkten wollen. In ihrer widernatürlichen und perversen Sucht nach immer größeren Zahlen auf virtuellen Konten plündern sie alles aus, was man nur ausplündern kann….und darum müssen wir nun zur Klärung der Eigentumsrechte noch etwas tiefer graben, denn mir dünkt: je tiefer wir graben, umso weniger Wasser haben die Krämer auf ihren Mühlen.

Wir kommen hier in der Tag in die tiefsten Tiefen von Philosophie, wobei wir Religion und Mystik streifen – wir sind bei den Erkenntnistheorien angelangt.  Erst wenn ich weiß, wie ein geistiges Objekt erworben wurde, kann ich gerechterweise über das Eigentumsrecht entscheiden.

Newton fiel ein Apfel vom Baum, er hatte eine Erkenntnis. Beethoven konnte am besten komponieren, wenn ein fauliger Apfel neben ihm lag. Philosophen beschreiben das Problemfeld wie folgt:

Überlegungen der Erkenntnistheorie setzen sich mit gängigen Wissensbeständen, der Wissenschaftstheorie, den benachbarten Feldern der Philosophie, wie etwa der Metaphysik oder der Ethik sowie mit der eigenen erkenntnistheoretischen Diskussion auseinander. Betrachtete Erkenntnisvorgänge sind etwa Sinneswahrnehmung, logische Schlussfolgerung, Modellannahme mit Versuch und Irrtum, Erkenntnis derWahrheit durch Offenbarung und Reflexion angeborener Ideen und Kategorien. Typische Fragestellungen etwa: Können wir die Existenz materieller Gegenstände beweisen? Ist ein Satz wie „du sollst nicht töten“ auf ähnliche Weise „wahr“ wie eine Beobachtung aus der Astrophysik? Gibt es einen Beweis für die Existenz eines transzendenten Bereichs von Dingen, die sich der sinnlichen Wahrnehmung entziehen, wie etwa einLeben nach dem Tod oder Gott?

Konkrete Wissensbestände werden oft nur als Beispiele benutzt, um an ihnen grundsätzliche Annahmen zu diskutieren. Erkenntnistheoretische Diskussionen entwickeln gesellschaftliche Sprengkraft, wo immer sie Aussagen mit grundlegendem Wahrheitsanspruch in Frage stellen, wie z. B. im Fall des Positivismus oder des Induktionsproblems.

Es ist zum Teil eine Leistung der philosophischen Erkenntnistheorie, die naturwissenschaftliche Erkenntnis neben der theologischen für valide, wenn nicht universeller erklärt zu haben. Durchbrüchen in den Naturwissenschaften wie etwa der Relativitätstheorie gingen erkenntnistheoretische Erwägungen voraus. Aktuelle Fragen wissenschaftlicher Forschung sind noch immer zentral erkenntnistheoretisch: Können Computer übersetzen, falls sie Sprache nicht wirklich mit einem eigenen Bewusstsein verstehen können? Können sie denken und Bewusstsein entwickeln? Die Antworten hängen von grundsätzlichen Fragen der Erkenntnistheorie ab: Was ist Wissen? Woran erkenne ich, dass jemand mit Wissen über Gegenstände spricht, mit Erkenntnis?

Man merkt: ein enorm wichtiges Feld, das Menschen in vielen Alltagsentscheidungen berührt….seltsamerweise hat es aber in unserer Medienwelt keinen allzu großen Stellenwert. Manche Filme stoßen es an und werden berühmt … das war es dann auch.  Wem gehört Beethovens Musik? Wäre ihm wirklich damit gedient, wenn wir – solange wir um die Rechte streiten – seine Werke unter Verschluß halten und ihre Aufführung verbieten?

Sowohl sein komponieren als auch der Apfel Newtons (der daraufhin einen „Einfall“ hatte) berühren das Feld der „Erkenntnis durch Offenbarung“. Musik und Wissenschaft als Geschenke des Himmels, wie Äpfel Geschenke des Baumes sind.  Neben den Naturwissenschaften überlebt bei den Erkenntnistheoretikern auch die Theologie, denn:  Erkenntnis kommt oftmals als „Einfall“ daher … und dieser Einfall muß eine Quelle haben, die außerhalb von uns selbst liegt…..oder aber er entstammt der Ursuppe des Unterbewußtseins (womit nur gesagt wird: „Ich habe auch keine Ahnung wie das laufen soll aber GOTT war es AUF KEINEN FALL“.)

Ganz schnell stoßen wir hier an menschliche Grenzen … und lediglich einige Grenzerfahrungen zeigen uns, das es hinter der Grenze noch etwas gibt, das Ursache und Grund sein kann.

Nun, Theologie ist nicht mein Geschäft. Gibt es einen Gott, so hat er uns so mangelhaft ausgestattet, das wir ihn nicht (…oder nicht mehr, aber das ist ein anderes Thema) finden können, gibt es ihn nicht … braucht man ihn ebenfalls nicht suchen.  Wir können aber auch gut ohne ihn Leben, sollten uns aber immer vergegenwärtigen, das es die Ethik von Räubern ist, die hier Raum greift.

Das Land war vor uns da … und die Ideen kommen aus Räumen, die uns ebenfalls nicht zugänglich sind.  Solange wir aber über letzteres keine Zweifelsfreiheit haben, müssen die Krämer  mit ihrem Marktgeschrei aufhören.  Der Verkauf geistigen Eigentums ist Landraub der Seele, wie der Baum gerne Früchte bringt, so schafft der Künstler gerne Werke.  Selten, ganz ganz selten schafft es ein Künstler ohne Krämer reich zu werden.

Es ist also nicht das Problem der Künstler, sondern der Krämer.  Denen aber entgegenzuhalten „Ach, Mensch, müßt ihr das denn jetzt auch noch verkaufen wollen?“ ist als würde man dem Regen das Naß machen verbieten.

Mit diesen Worten könnte ich mich jetzt vornehm zurückziehen, denn es wäre wahrlich genug Wort gesagt.  In der Eifel kann man aber so als Philosoph nicht überleben, darum noch ein paar Takte meines geistigen Eigentums dazu: gratis und unverkäuflich.

Das Problem, das Künstler haben, ist die materielle Versorgung, für die sich einst der Adel verantwortlich fühlte.  Ich selbst kenne genug Künstler, die großzügig von der ARGE gesponsert werden und jeden Tag Panik haben, die ARGE könnte sie mit irgendeinem Mist von der ARBEIT abhalten … was sie oft genug tut.  Künstler können aber nicht nebenbei noch im Fachbereich „Laub fegen“ oder “ Altenbetüddelung“ Meisterschaften erzielen, auch – da bin ich fest von überzeugt – helfen ihnen mehrere Gabelstaplerfahrerscheine nicht wirklich weiter.

Inspiration erlangen ist ein schwieriges Geschäft, das wissen Künstler sehr gut. Kunst ist nicht beliebig reproduzierbar, wenn sie Meisterschaft erlangen soll (und dadurch die ganze Menschheit weiterbringt) erst recht nicht.  Viele Künstler wissen, das der Zugang zur Kunst in ihnen liegt, ihnen aber jederzeit verwehrt werden kann…und viele haben deshalb Respekt vor dem, was ihnen die Kunst zufließen lässt.

Und so argumentieren ja Krämer: geistiges Eigentum muß verkaufbar bleiben, damit die Künstler nicht der ARGE in die Hände fallen und ihr Genie beim Laubfegen vertrödeln.

Da haben die Krämer recht … und doch verdienen an einem Künstler tausende von Krämern, während als Folge davon für tausend andere Künstler kein Geld mehr da ist und die wieder auf der Straße landen … diesmal als Bürgerarbeiter der ARGE.  Wir sehen also: es besteht dringender Handlungsbedarf: wir brauchen mehr Adel im Alltag zur Rettung der Kunst, ohne den Adel wieder einzuführen.

Der Weg dahin ist einfach.

BÜRGERGELD statt BÜRGERARBEIT.  Wäre einen kurzen Moment sogar möglich gewesen, denn eine Partei, die Bürgergeld forderte (die EINZIGE) ist ja gerade auch in der Regierung.  Aber ich verstehe schon, das Bürgergeld Mist ist, weil es nicht von den Linken kommt.  Darum kriegen wir jetzt Bürgerarbeit, die ist sicher besser.

Innerhalb des jetzigen Systems muss ich Microsoft Recht geben: es ist notwendig, das geistiges Eigentum geschützt wird. Aber: das der wandernde Barde dafür herhalten muss, die Chinesen zu verklagen, weil sie den BMW nachbauen … das geht mir zu weit. Viel zu weit.

Autobau ist keine Kunst. Programmieren auch nicht (das ist eher Hexerei – und wie die heilige Mutter Kirche dazu steht, wissen wir ja).

Doch hören wir Microsoft dazu, die mit einer besonderen Form von geistigem Eigentum Milliarden und Abermilliarden verdienen:

Die Möglichkeit, aus der Verwertung kreativer Werke einen finanziellen Nutzen zu ziehen, ist ein großer Anreiz, überhaupt mit einer oft beschwerlichen Entwicklungsarbeit zu beginnen. Schöpfer können sich außerdem weiteren Erfindungen oder künstlerischen Werken widmen, wenn sie für ihre Erfindungs- oder Entwicklungsarbeit eine Vergütung erhalten. Von einer Entlohnung profitiert allerdings nicht nur der Schöpfer. Schließlich dienen viele Schöpfungen auch dem Gemeinwohl. Es liegt deswegen im Interesse aller, den Schöpfern ihre Tätigkeit zu ermöglichen und das geistige Eigentum zu schützen. Auf diese Weise sichert sich die Gesellschaft ihre Innovationskraft.

Die legen fest, das der Sänger des Liedes auch sein Schöpfer ist.  Das ist unwissenschaftlich und nicht beweisbar, wie uns der Ausflug in die Erkenntnistheorie zeigte. Dem wirklichen Sänger wäre das auch vollkommen egal, er singt nicht, um Millionär zu werden. Aber die Krämerkonzerne können heute mit Marktmacht aus jeder Hupfdohle einen Megastar machen – die Techniken setze ich mal als bekannt voraus, wir erleben sie seit dreissig Jahren täglich.  Wir bewegen uns hier aber auf einem Weg, den wir auf keinen Fall weitergehen dürfen:

– oder sollen in Zukunft nur noch jene über die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte reden dürfen, die dafür Lizenzgebühren bezahlen?

– müssen wir in Zukunft Dieter Bohlen schon deshalb bezahlen, weil er droht, er schreibt bald noch einen Song?

– wird jemand die Rechte an den Werken Platons erwerben, um fortan Lizenzgebühren für Gedanken über die Wahrheit, das Leben, den Staat, die Gerechtigkeit, die Liebe und den Tod verlangen zu können? (Platons Werke machen den Hauptteil dessen aus, was in der Philosophie jemals gedacht wurde … nebenbei bemerkt).

Schopenhauer unterteilte die Philosophen in zwei Gruppen.

Die einen leben von der Philosophie, die anderen für sie.

Diesen Satz kann man meines Erachtens übertragen.  Wer für die Kunst lebt, kommt gar nicht auf den Gedanken, Lizenzen haben zu wollen.

Wer aber von ihr lebt,  kann gar nicht genug davon kriegen.

Möglicherweise kann man sich ja in einem ersten Schritt auf Künstlerbürgergeld einigen, um im nächsten Schritt zu zeigen, das alle Bürger eigentlich Künstler geworden sind. Lebenskünstler.

Wir könnten eine so reiche und vielfältige Kultur haben, wenn … ja wenn die Sozialschmarotzer nicht wären, jene Zecken der Gesellschaft, die alles Geld,  allen Lebenssaft des Volkes für sich allein haben wollen und die – wenn man sie ließe – selbst für Gottes Wort Lizenzgebühren nehmen würden.  Wir stehen eigentlich schon wieder dicht davor, ein paradiesisches Leben auf Erden zu haben, wo – siehe Newton und Beethoven – der Apfel für jedermann zu haben ist.

Aber es gibt leider Kräfte, die wollen das Paradies nur für sich und können nur glücklich sein, wenn andere im Elend leben.

Und jene nennen wir zurecht: asoziale Sozialschmarotzer. … oder auch: Lumpenelite.

Da sie erfolgreich sind, in dem was sie tun, sind sie reich an Talern, wenn auch in der Seele arm.  Und so arm möchten sie uns alle sehen.

Und wie immer zeigt mir gerade der Word count:  Philosophie geht nicht kurz.

Ein Appell an die 7,8 Millionen ALG II- abhängigen

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Ich bitte euch zeigt mehr Eigenverantwortlichkeit, denn es kann nicht angehen das ihr von den 700 Milliarden Sozialbudget, stolze 5,4 % für euer dekadentes Leben in Anspruch nehmt,daher bitte ich euch zeigt Verantwortlichkeit dem Staat gegenüber, und auch den Leistungsträgern, denn sie sind es die euch füttern, und man sollte nie die Hand abschlagen die einen füttert.

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Bitte Bild anklicken!

Dann klappt es nämlich auch wieder mit dem Michel auf der Straße, denn er wird schon richtig sauer auf euch, kein Wunder, Chips fressend und mit der Dose Bier zwischen den Beinen, und sich’s gemütlich  auf Kosten der Leistungsträger auf der Couch machen, da können schon Aggressionen aufkommen.

Ihr 7,8 Millionen Hartz IV abhängige ihr seid selbst dran schuld, dass solche Aussagen kommen wie ich sie in einen Blog gefunden haben:

von AndreasK Pro @ 2010-07-02 – 20:28:01

„Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit.
Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.“

George Bernard Shaw

PS: Ob den meisten Hartzis noch genügend kleine graue Zellen verblieben sind, um Shaw zu verstehen?

Hier im Original zu lesen Klick

Und hier noch eines zum besten!

Verantwortung für sich selbst – das ist es, woran es Abertausenden Sozialschmarotzern zuallererst fehlt. Die anderen sind immer schuld, die Gesellschaft – wie billig, wie dümmlich, wie armselig!

Quelle

Ich bin davon überzeugt, dass Ihr  in der Lage seit,  diese 5,4 % die Ihr parasitär vom Staat abgreift auf unter 0 % zu drücken,dann klappt es auch wieder mit dem AndreasK

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