Asien

This tag is associated with 3 posts

Der einsame Kampf gegen die NWO

Herr Fulford mit einem neuen Update. Ich weiß auch nicht genau, was davon nun Wahr™ ist, interessant und phantasievoll ist es allemal:

Berichte von den philippinischen Stämmen und von Mitgliedern der White Dragon Society deuten auf eine verfahrene militärische Situation im Südchinesischen Meer und auf den Philippinen hin; es geht um die Kontrolle der Goldlager in der Region. Eine Flotte von 8 Kriegsschiffen steht einer chinesisch-russischen Flotte in dem Gebiet gegenüber. Die Chinesen haben öffentlich angekündigt, dass sie bereit sind,  über die Angelegenheit einen Krieg zu riskieren. Die Anwesenheit der US-Kriegschiffe ist laut Aussagenvon CIA-Quellen mit einem Mann namens Rosenberg (Vorname unbekannt) verbunden. Man glaubt, Rosenberg suche das physische Gold, um es im Auftrag der Eigentümer der sabbatäischen Nazi-Kabale des Federal Reserve Boards zu stehlen. In der chinesischen Regierung und im westlichen Propagandaapparat wird der Konflikt als Streit zwischen China und den Philippinen um die Huangyan Inseln (im Westen unter  dem Namen Scarborough Shoal geläufig) dargestellt. Das Gebiet wird von Google Earth geblockt.

Hier weiterlesen…

Koreakrieg 2.0, Weltkrieg 3.1 und unbequeme Wahrheiten über deutsche Soldaten in China

Es ist jetzt über fünzig Jahre her, da hatten wir eigentlich schon den dritten Weltkrieg. Nach dem Sieg über Nationalismus und Nationalsozialismus führten Kapitalismus und Kommunismus Krieg in Korea. Der Krieg breitete sich zwar nicht weltweit aus, dafür war aber die Welt beteiligt. Auf der einen Seite: China, Russland und Nordkorea, auf der anderen Seite Südkorea und die UN.

Der Krieg dauert bis heute an, es gibt im Prinzip – wie auch bei den Feinden des zweiten Weltkrieges – nur einen Waffenstillstand. Wird der Waffenstillstand durch Waffengewalt gebrochen, kann man also zu Recht wieder davon sprechen, das Krieg ist.

Die vor kurzem versenkte Fregatte war noch mit Mühe und Not als Unfall, als Irrtum oder als einzelgängerischer Akt eines verwirrten U-Boot-Kapitäns durchgegangen. Zu groß wäre der Schaden für die Börse, wenn man sich der Wahrheit stellen würde, das dort unten wieder ein Krieg ausbricht. Dabei waren Kriege für die Wirtschaft der USA immer ein großer Gewinn, ja, man kann sagen: dieses Land ist durch seine Kriege überhaupt erst zur Weltmacht geworden. Ist ja auch eine Eroberernation, da liegt das kriegerische Element schon im Blut.

Kein Wunder also, das Obama laut Tagesschau gleich an die Seite seiner Verbündeten eilt:

US-Präsident Obama ist empört über den nordkoreanischen Artilleriebeschuss der Insel Yeonpyeong. Er will den Konflikt aber offenbar nicht anheizen und beordert vorerst keine weiteren Truppen in die Region. Doch er sicherte Südkorea vollen Rückhalt zu.

Nun – er hat ja auch keine Truppen mehr.  So oft, wie erwähnt wurde, das die USA neben Afghanistan und Irak keinen weiteren Einsatz mehr aushalten, dürfte das auch in Nordkorea angekommen sein. Man schießt ja auch nicht umsonst auf Spaß auf ein anderes Land, mit dem man sich noch im Krieg befindet.

Die FAZ blickt deshalb voller Hoffnung nach Peking – was man von Deutschland aus ja immer gerne tut.

Die militärische Provokation Nordkoreas könnte Ergebnis ungeklärter Machtverhältnisse im kommunistischen Regime sein. Die Führung scheint in deutlich kriegerischerer Stimmung zu sein als in der jüngeren Vergangenheit. Die Lösung für den Konflikt liegt in Peking.

Da schlägt die ZEIT schon ganz andere Töne an

Es ist die wohl gefährlichste Krisensituation seit dem Ende des Koreakrieges 1953: Nordkorea hat mindestens 200 Granaten auf die grenznahe südkoreanische Insel Yeonpyeong im Gelben Meer gefeuert. Zwei südkoreanische Soldaten starben, mehrere wurden verletzt, zahlreiche Häuser gerieten in Brand. Unmittelbarer Auslöser für den nordkoreanischen Beschuss dürfte ein Manöver Südkoreas vor der Westküste gewesen sein. Dabei seien laut einem südkoreanischen Militärvertreter Dutzende Geschosse getestet worden, diese hätte man jedoch in Richtung Westen und nicht in Richtung Norden abgefeuert. Pjöngjang soll mehrere Protestnoten gegen die Übung der Kriegsmarine an Seoul geschickt haben.

Das südkoreanische Manöver begann am Montag, nur drei Kilometer von der Seegrenze zum Norden entfernt. Diese sogenannte Northern Limit Lineist umstritten zwischen den beiden Staaten, die offiziell immer noch im Kriegszustand sind. Sie wurde nach dem Ende des Koreakrieges 1953 von den UN festgelegt, da es keinen Friedensvertrag gab. Allerdings hat Nordkorea die Grenze nie akzeptiert. Mit dem Beschuss Yeonpyeongs erhofft sich das Regime möglicherweise, seine Position für spätere Verhandlungen um einen Friedensvertrag zu stärken.

Ein paar hundert Granaten abzuschießen dient nicht immer dem Frieden, denke ich. Man hat normalerweise was anderes im Sinn, wenn man Granaten auf ein verfeindetes Land schießt.

Natürlich denkt man: keiner wird doch so blöde sein, einen Krieg zu wollen – mitten in der Wirtschaftskrise. Nun – der Nutzen für die USA liegt klar auf der Hand: das gibt wieder Aufschwung. Und die USA sind seit einigen Jahren eine Nation, die schon mal gerne grundlos in andere Länder einmarschiert, einfach … weil manes kann und weil gewisse wahlkampffinanzierende Kreise sich eine goldene Nase daran verdienen können.

Zudem wird China frech. Das deutsche Bild vom freundlich konsumierenden, ewig lächelnden Chinesen ist da etwas einseitig. China hat als Nation eine lange, imperiale Tradition. China ist eine der ältesten Kulturnationen der Menschheit … eigentlich DIE älteste Kulturnation der Menschheit. Aus der Sicht vieler chinesischer Gelehrter sind wir … schlichtweg Barbaren. Wir waren früher Barbaren, wir sind heute Barbaren und werden es immer bleiben.  Allein schon, wie wir Akupunktur betreiben … einfach barbarisch.

Selbst wenn die kommunistische Partei Chinas ihr kommunistisches Sendungsbewußtsein verkauft haben sollte (wovon ich persönlich erstmal nicht ausgehen würde), so hat man es immer noch mit einem gestiegenem Nationalbewußtsein zu tun … und einer Nation, die (hier bei OpenPr) auf sanfte Weise sehr aggressiv ist:

Nun, wo China in großem Umfang seine Staudämme baut und Wasserkraftwerke betreibt und seine Autorität geltend macht, wird dies, so Solomon, größere Auswirkungen auf das jahreszeitlich bedingte Wasservolumen, die Wasserqualität und das Ökosystem der Flüsse weiter abwärts haben, und damit auf die Nahrungsmittelsicherheit, die Energiegewinnung und die politische Stabilität ihrer Anrainerstaaten.

Insbesondere beobachtet Indien mit großem Argwohn, wie China riesige Staudämme am Brahmaputra (2) baut, und ist – all den gegenteiligen Behauptungen und Beschwichtigungen Pekings zum Trotz (3) – sehr besorgt, daß China Wasser aus diesem Fluß ableiten könnte, um sein gigantisches Nord-Süd-Wasser-Umleitungsprojekt zu speisen.

Welch´ Zufall, das man sich das tibetische Hochland früh genug gesichert hat, in dem man diese Projekte jetzt durchführen kann. Da hat man den Satz, das zukünftige Kriege um Wasser geführt werden,  sehr ernst genommen. Es geht aber noch nicht um Wasser. Es geht erstmal noch und wieder  (AG Friedensforschung) ums Öl … und Saddam Hussein könnte ein Lied davon singen, was geschieht, wenn man zwischen die Amerikaner und ihr Öl gerät – wenn er denn noch singen könnte.

In seiner Konferenzrede bezeichnete der US-amerikanische Verteidigungsminister das Südchinesische Meer als »Gebiet wachsender Besorgnis«. Seine Regierung sei gegen »Aktionen, die die Freiheit der Schiffahrt behindern«. Außerdem widersetze sie sich »jedem Versuch, auf Unternehmen der USA oder irgendeiner anderen Nation, die legitime wirtschaftliche Aktivitäten betreiben, Druck auszuüben«. Gates spielte damit auf ein Problem an, das im Juli 2009 zu Spannungen zwischen Washington und Peking geführt hatte. Die chinesische Regierung hatte damals US-Firmen verwarnt, die in einem gleichermaßen von China wie Vietnam beanspruchten Seegebiet mit vietnamesischer Genehmigung Ölbohrungen durchführen wollten. Der »Druck« bestand lediglich in der Ankündigung, daß diese Unternehmen bei Fortsetzung ihrer Tätigkeit mit Nachteilen auf dem chinesischen Markt rechnen müßten. Der US-Regierung, die selbst in großem Maßstab mit Sanktionen gegen ausländische Firmen agiert, scheint diese Reaktion bis heute unerträglich.

Sowas geht in der bundesdeutschen Öffentlichkeit schnell unter – weil es ja auch die schöne deutsche Handelswelt gefährden könnte. Dabei ist die Situation aus der Sicht der Chinesen sehr ernst … und ist sicher seit dem Irak-Krieg, der zeigte, das die USA mitlerweile auch aggressiv militärisch agieren, nicht beruhigender geworden, siehe AG Friedensforschung:

Die New York Times nahm die Ereignisse am 23.April zum Anlaß für einen großangelegten Alarmruf unter dem Titel »Die chinesische Seemacht dehnt sich auf von den USA beherrschte Gewässer aus«. Zwar enthält dieser Artikel mittendrin auch die sachlich schwer zu bestreitende Feststellung: »Die Ausdehnung auf den Meeren wird China in naher Zukunft nicht zu einem ernsthaften Konkurrenten der amerikanischen Seeherrschaft machen. Es gibt wenig Anzeichen, daß China aggressive Absichten gegen die USA oder andere Staaten hat.« Ansonsten war der Artikel aber eher auf das Produzieren von Aufgeregtheit angelegt.

In diesem Zusammenhang wurde Robert F. Willard, der Chef der US-Marine im Pazifik, zitiert. Der Admiral hatte während eines Ausschuß-Hearings im Abgeordnetenhaus am 23. März die Entwicklung der chinesischen Streitkräfte als »ganz schön dramatisch« bezeichnet. Insbesondere hatte Willard den für das US-Denken bezeichnenden Vorwurf erhoben, China entwickle militärische Kapazitäten, die offenbar darauf gerichtet seien, »die Handlungsfreiheit der USA in der Region in Frage zu stellen«. Das Militär der Vereinigten Staaten spricht von »anti-access and area denial strategies«, also von Strategien, deren Ziel es sei, den US-Streitkräften den »Zugang« zu bestimmten Gebieten – wohlgemerkt in unmittelbarer Nähe des chinesischen Festlands – streitig zu machen. Das gilt aus vorherrschender amerikanischer Sicht als unzulässig und nicht hinnehmbar.

Der Anspruch der US-Marine, ständig und überall jederzeit landen zu können wie es ihnen gefällt, ist für die USA selbstverständlich. Selbstverständlich wird damit auch den Chinesen das Recht abgesprochen, ihre Küsten verteidigen zu dürfen – was schon ziemlich nerven kann, wenn man Chinese ist. Denkt man aber noch weiter, wird es richtig windig:

Indessen haben die herrschenden Kreise der USA auf Chinas »Kernfragen« niemals viel Rücksicht genommen. Sie beliefern Taiwan massiv mit Waffen und unterhalten regelmäßige gute Beziehungen zu den tibetischen Separatisten. Auch die explizite Drohung von US-Präsident Barack Obama vor einigen Wochen, Atomwaffen gegen Nordkorea, also in unmittelbarer Nähe des chinesischen Festlands, einzusetzen, demonstriert den völligen Mangel an Respekt gegenüber China. Trotzdem hat die chinesische Regierung gegen diese Äußerung nicht einmal protestiert.

Auch zu den Raketenabwehrplänen der USA hält Peking sich mit Kritik zurück, obwohl diese für China weitaus gefährlicher sind als für Rußland. Denn da die chinesischen Streitkräfte nur über sehr wenige Raketen verfügen, die Atomsprengköpfe bis in die USA tragen könnten – vermutlich deutlich weniger als 100 –, droht eine funktionierende amerikanische Raketenabwehr, Chinas ohnehin nur geringe nukleare Zweitschlagskapazität mehr oder weniger vollständig auszuschalten. Das könnten die USA als Einladung zu einem massiven Atomangriff gegen das chinesische Festland verstehen. China hat als einzige der Atommächte von Anfang an unmißverständlich erklärt, daß es niemals und unter keinen Umständen als erste Nuklearwaffen einsetzen wird.

Selbst wenn man an ein friedliches Krämerseelenchina glaubt, wird es langsam klar, das es manchen chinesischen Politiker das Gefühl beschleichen kann, das einem das Wasser bis zum Hals steht, erst recht, wenn man mal weiter in die US-Politik schaut:

Trotz der chinesischen Zurückhaltung verstärken sich in den USA einflußreiche Stimmen, die für einen aggressiven Konfrontationskurs plädieren. Im Kongreß könnte sich dafür wahrscheinlich eine bequeme Mehrheit finden lassen. Jeder feindselige Antrag gegen China wird dort von mindestens 95 Prozent der Abgeordneten und Senatoren beider großen Parteien durchgewinkt. An der Spitze der propagandistischen Scharfmacherei stehen schon seit Jahren Politiker wie der demokratische Senator Charles Schumer und die republikanische Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen, die zugleich auch führende Vertreter der Pro-Israel-Lobby sind.

Dieser Artikel (ursprünglich von Knut Mellenthin in der jungen Welt veröffentlicht) stammt vom Mai 2010. Am 7.November meldete unter anderem der Standard, das die USA in Zusammenarbeit mit ihren Verbündeten vor Ort ihre Militärpräsenz in Asien ausbauen wollen.

Die Berliner Zeitung zeigt vielleicht deutlicher, wie es in Peking gerade aussieht … und warum die vielleicht gar nicht so friedlich gestimmt sind, wie BMW und DaimlerBenz es gerne hätten:

Viel deutlicher hätte Washington nicht machen können, dass die Terrorismusbekämpfung in Asien eng mit einem anderen strategischen Interesse verknüpft ist – der Einkreisung Chinas. Seit dem Tag der Attentate in den USA am 11. September 2002 glückte den USA ein Unterfangen, das als schier unmöglich galt: die Etablierung von Militärbasen beziehungsweise Militärberatergruppen von Zentralasien über Afghanistan bis hin nach Indonesien und die Philippinen. Im Osten Asiens setzt sich der Bogen um China mit den schon im Kalten Krieg geschaffenen US-Basen im Pazifik, in Südkorea und Japan fort.

Und je besser man sich mit Russland versteht umso enger wird der Ring um China.

„Die Lösung für den Konflikt liegt in Peking“, sagt die FAZ. Vielleicht teilt man aber angesichts der geostrategischen Offensive der USA nicht die Friedenssehnsucht der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sondern bekommt schlichtweg gerade Panik, was erst geschieht, wenn der Raketenschutzschirm steht …. und die USA ihre Wirtschaftsinteressen (dann wohl – dank Guttenberg – mit deutscher Hilfe) in China und Asien mit ganz anderen Mitteln durchsetzen können.

Aus der chinesischen Perspektive ist es vielleicht ganz nützlich, mal wieder den kleinen nordkoreanischen Kampfhund von der Leine zu lassen. Dann können sich amerikanische und chinesische Truppen wieder direkt bekämpfen, ohne das sich der verdeckte Krieg der USA gegen China in einen offenen Krieg verwandelt.  Ach – und wie schön, das da ja eigentlich auch noch offiziell Krieg ist, da muß man nicht noch umständlich diplomatische Noten austauschen.

Für Deutschland wäre natürlich die Wahrheit angenehmer, das man es  mit Wahnsinnigen in Korea zu tun hat – wie es auch die Welt formuliert:

Die irrlichternde Führung um Diktator Kim Jong-il zeigt schon lange keine rationalen Züge mehr.

Dabei … was haben die schon zu verlieren? Was kann ein hungerndes Volk mit Atombomben schon groß in einem Krieg gegen ein reiches Volk ohne Atombomben verlieren? Und welches Interesse sollte China schon groß an einer unbegrenzten Ausweitung der US-amerikanischen Militärbasen haben?

Seltsam übrigens, das die Installierung chinesischer Militärbasen in Südamerika nicht so groß ins Gewicht fällt … die gibt es einfach nicht.  Aber einen immer unangenehmeren Wirtschaftskonkurrenten der USA auf den Weltmärkten. Aber das die USA zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen Militär einsetzen, ist in einem demokratischen Rechtsstaat undenkbar, an so etwas denkt nur ein Adeliger wie zum Beispiel der Herr Guttenberg. Ups … moment … sie haben ja schon zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen Militär eingesetzt. Was heißt denn das jetzt eigentlich für die Qualität der Demokratie in den USA … und die Qualität jener Demokratie, die Guttenberg für Deutschland will?

Ich schreibe mal lieber nicht weiter, sonst bin ich noch wegen „Wehrkraftzersetzung“ dran. Und ich sage auch nichts mehr zu dem Thema „Barbaren“.

Revolution in Deutschland? Eher Versailles 2010….und die Sucht nach Freiheit

Es gibt einfache Wege sich sehr unbeliebt zu machen: einfach mal zur Revolution aufrufen – oder zur friedlichen Änderung der Verhältnisse.  Sicher … Gemecker über die Verhältnisse gibt es viel. Sehr viel, an allen Ecken. Das Volk wagt es sogar schon in einigen wichtigen Fragen wie soziale Gerechtigkeit und Einsatz der Bundeswehr im Ausland völlig anderer Meinung zu sein als die Abgeordneten … dabei sollte das Volk doch wissen, das es genau diese Abgeordnete in den Bundestag gewählt hat. Na ja, ich kenne Rentner, die wählen Politiker nach ihrem Aussehen, weil sie gerne mal ein hübsches Gesicht im Fernsehen sehen würden, wenn über Politik berichtet wird. Darf man ja auch – ist freie und geheime Wahl.

Man kriegt natürlich sofort Ärger mit jenen die meinen: es ist doch alles in Ordnung. Wir werden von den fähigsten Experten regiert, die die unsichtbare Hand des Marktes hergibt.  Von jenen Exemplaren dürfte es nur noch wenig geben uns sie sind eine ständig schrumpfende Minderheit, aber es gibt sie noch, die Darwinisten unter den Wählern: der Fähigste wird sich schon durchgesetzt haben.

Dann gibt es natürlich noch jene, die Nutznießer des Systems sind. Mit ihnen kriegt man später Ärger. Viel später, dafür immer mehr.

Nehmen wir zum Beispiel die BRD. Hier läuft einiges schief. Wer nichts hat, kriegt immer weniger, wer viel hat, bekommt via Kapitalmarkt ein leistungsloses Luxuseinkommen auf Kosten der restlichen Welt – was vielerorts zu Hunger und Kriegen führt. Andere kriegen sogar die Menschenrechte gekürzt – siehe Hartz IV, das ja bald Basisgeld heißen soll. Das gibt es dann für alle, die jetzt noch unter Fünfzig sind auch als Rente … das und noch zwanzig Jahre lang Versprechungen, das es nie soweit kommen wird, obendrauf.

Käme man jetzt aber auf die verruchte Idee, etwas ändern zu wollen … merkt im selben Augenblick jeder, wieviel er eigentlich noch hat. Das will man dann auch nicht aufs Spiel setzen – so als Hartz IV-Abhängiger.  Das ist auch in Ordnung, zeigen uns doch friedliche und unfriedliche Revolutionen der letzten tausend Jahre, das man nichts anderes ändert als die Farbe der Unterdrückung. Selbst Gottes Sohn persönlich hat das nicht ändern können, sein Erscheinen und seine Predigt für mehr ganz normale Menschlichkeit führte zur katholischen Kirche, dem direkten Gegensatz zur Botschaft Christi – aber auch diese offensichtlichste aller Kröten schluckt man ja gern, wenn man dafür ins Himmelreich kommt.

Zwischen unseren Hartz-IV-Abhängigen, unseren Minilohnempfängern, unseren Minirentnern und den Angestellten von erfolgreichen Weltkonzernen in Indonesien besteht in der Tat noch ein Unterschied: jene schuften zwölf Stunden am Tag unter entwürdigensten Bedingungen, um anschließend in einem fensterlosen Betonloch zu wohnen, das westliche Konzerne für sie als Unterkunft konstruiert haben. Nach Abzug der Horrormiete müssen zwei Hände voll gesalzenem Reis pro Tag  reichen. Urlaub gibt´s nach Kündigung, wer krank wird, darf sterben, Rente ist ein Mythos aus dem Westen – das ist aus unseren sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen geworden aber auch unsere Kinder wollen ja gerne bezahlbare Schuhe von NIKE tragen.  Viele dieser entwürdigenden Arbeitsplätze haben wir mit unseren Steuergeldern bezahlt – und gleichzeitig müssen wir mit ihnen konkurrieren.

Im Vergleich zu jenen, die nun unsere Arbeitsplätze haben, ist das Basisgeld purer Luxus. Man wohnt in einem geheizten Raum mit Fenstern, hat genug zu essen (vorausgesetzt, man kann mit dem Geld haushalten), es gibt fließend warmes Wasser und elektrischen Strom. Für die absolute Mehrheit der Menschheit ist das Luxus pur – und ich habe ein wenig Verständnis dafür, das Menschen, die die Armut in Afrika, Amerika und Asien erlebt haben und dann die Klagen unserer Frührenter hören, das das größte Unrecht der Welt ist, das sie nur alle drei Tage mal zwei Industrieschnitzel auf einmal essen können nur noch voller Abscheu und Verachtung auf diese Anspruchswelt reagieren können.

Verständnis – weil es menschlich ist so zu reagieren. Politisch gesehen ist es unmenschlich, aber dafür muß man weit über den Tellerrand hinausschauen. Politisch gesehen sollte man den Konzernen nicht auf den Leim gehen, die die Armut in Asien zum Standard für die Bürger der Welt machen wollen, damit für sie mehr übrig bleibt.

Politisch gesehen, sollte man das Elend der Welt tagtäglich in den Nachrichtensendungen bringen … solange, bis es abgeschafft ist. Dann wäre Zeit für Musikantenstadel, für Big Brother und die Supernanny. Aber wer würde das schon sehen wollen? Unsere zarten Seelchen flüchten sich deshalb lieber professionell in Ignoranz … zumal sie ja auch wissen, das das wenige, das sie haben, ganz schnell auch noch fort sein kann.

Ich höre manchmal die Klagen, warum sich denn der Deutsche angesichts der Ungerechtigkeit nicht erhebt, einer Ungerechtigkeit, die ihm selbst jedes Jahr weiter zusetzt. Millionen von Menschen leben in prekären Verhältnissen …. wieso erheben die sich nicht.

Nun, vielleicht hilft eine Geschichte aus der Vergangenheit. Das Schloß Versailles, gebaut zur Verherrlichung des „Sonnenkönigs“,  ist sicher bekannt.

Am Ende des Ancien Régime umfasste der Hofstaat rund 10.000 Personen, von denen bis zu 5.000 direkt im Schloss lebten.[51][55] Die eigentlichen Höflinge machten davon rund 1.000 Personen aus, hinzu kamen Kammerfrauen, Köche, Leibwachen und andere Bedienstete. Der Palast war eine Stadt unter einem großen Dach, mit Wohnungen, Arbeitsräumen und Vergnügungsstätten. Auf den Gängen und Höfen ließen sich Händler nieder.[56] Das Schloss war fast ständig überbelegt[55][57], und die Aristokratie, so sie nicht zur königlichen Familie gehörte, war zum Teil verarmt und hauste sogar in den engen Dachkammern der oberen Geschosse.[57] Victor Hugobezeichnete das Gebäude später als eine einzige Höflingskaserne.[39]

Das Leben bei Hof bedeutete Verzicht auf Privatsphäre. Die Königsfamilie nahm selbst gewöhnliche Mahlzeiten vor Publikum ein[28] und auch die Niederkünfte der Königinnen waren innerhalb der Hofgesellschaft traditionell öffentliche Ereignisse − so sehr, dass Marie Antoinette während der Geburt ihres ersten Kindes in Lebensgefahr geriet, als sich zu viele Menschen in ihrem Schlafzimmer aufhielten. Trotz der prunkvollen Ausstattung war Versailles ein unkomfortables Schloss. Die en filade gereihten, zugigen und hohen Räume ließen sich schlecht heizen, und Madame de Maintenon beklagte, „man erträgt lieber die Zugluft durch die Türen […], man muss in Symmetrie zugrunde gehen“.[58] Im strengen Winter 1709 platzten sogar Likörflaschen durch die Kälte.[59]

Es gab, wie damals in ganz Europa üblich, im ganzen Schloss weder fließendes Wasser noch fest installierte Toiletten.

Das alles noch geregelt von strengsten Regeln, die sich kein Hartz – IV-Abhängiger vorstellen kann und die zu Ereignissen führte, über die wir uns zurecht zutiefst echauffieren würden:

„Das Lever der Königin vollzog sich analog dem Lever des Königs. Die Hofdame vom Dienst hatte das Recht, der Königin beim Ankleiden das Hemd zu reichen. Die Palastdame zog ihr den Unterrock und das Kleid an. Kam aber zufällig eine Prinzessin der königlichen Familie dazu, so stand dieser das Recht zu, der Königin das Hemd überzuwerfen. Einmal also war die Königin gerade von ihren Damen ganz ausgekleidet worden. Ihre Kammerfrau hielt das Hemd und hatte es soeben der Hofdame präsentiert, als die Herzogin von Orléans eintrat. Die Hofdame gab das Hemd der Kammerfrau zurück, die es gerade der Herzogin übergeben wollte, als die ranghöhere Gräfin von Provence dazukam. Nun wanderte das Hemd wieder zu der Kammerfrau zurück, und erst aus den Händen der Gräfin von Provence empfing es endlich die Köngin. Sie hatte die ganze Zeit nackt, wie Gott sie geschaffen hat, dabeistehen und zusehen müssen, wie die Damen sich mit ihrem Hemd überkomplimentierten.“

– Madame Campan[67]

Das was Versailles früher für Frankreich war, ist „der Westen“ heute für die Welt. Auch unser hauptsächliches Ziel ist: unterhalten zu werden. Wir wohnen im Schloß, wie die verarmten Adeligen unter dem Dach … aber wir kämen nie auf die Idee, Revolution zu machen. Das machen die Leute draußen, die, die wirklich nichts mehr zu verlieren haben und denen zur Not der Tod lieber ist als ein erbärmliches Leben.  Wir haben anderes im Sinn … und wollen doch wirklich von der Welt „dort draußen“ nichts wissen.

Der aufgabenlose Hofadel musste beschäftigt werden, und zum Programm von Versailles gehörten zu diesem Zweck prächtige Bälle, Feste und Turniere. Der König selbst veranstaltete regelmäßig Spieleabende in seinen Appartements.[71] Neben den ständigen Banketten, Maskenbällen und Opernaufführungen gab es verschiedene mehrtägige Feste, die durch ihren Prunk und die Anzahl der geladenen Gäste den Ruhm des Königs steigern sollten.

Quelle: Wikipedia

„Aufgabenlosen Hochadel“ haben wir genug, insofern, das in der Demokratie eigentlich jeder Souverän ist und JEDER zum Hochadel gehört. Die absolute Mehrheit des Volkes lebt aber arbeitslos vor sich hin, nur wenige kennen noch den 14-Stunden-Tag ohne Wochenende, Feiertage und Urlaub, den jeder Bauer hat, weil Kühe und Feld nicht pausieren. Konsequenterweise haben wir ja auch nicht ARBEIT als Ziel, sondern „BESCHÄFTIGUNG“. Das ist dann mal … sehr ehrlich.

Wir zahlen für diesen Wohlstand auch den Preis eines jeden Höflings (und zwar jeder in jeder Position): die absolute Abhängigkeit. Und nichts degeneriert den Menschen mehr als dies: zu wissen, das andere mit einem Federstrich die komplette eigene Existenz vernichten können. Das ist ein Sklavenleben, auch wenn der Luxus noch so groß ist, den man als Ersatz für seine Freiheit bekommt. Das ist im Rest der Welt etwas anders: dort, wo nicht jeder Quadratzentimeter Land irgendwie verteilt ist, lassen sich schnell eigene Häuser bauen, schnell ist ein kleiner Selbstversorgergarten angelegt … und man fühlt sich nicht mehr ganz so abhängig. Ein winzigkleiner Vorteil … aber ein Vorteil.

Und als armer aber freier Mensch läßt sich auch leichter Revolution machen: man hat den ganzen Ballast nicht, den Höflinge mit sich herumschleppen, die ganzen Eitelkeiten, den Hochmut, die Unfähigkeit zu Loyalität, die kleinliche Sucht nach dem kleinsten eigenen Vorteil und die Unfähigkeit sich zu bremsen, wenn der Vorteil risikolos vor einem liegt … alle jene Höflingsattitüden (die wir ja schon „normal“ nennen würden, weil wir uns so sehr daran gewöhnt haben), mit denen man sich selbst sehr erfolgreich im Weg herum steht und mit denen man zu einem absolut nutzlosen Individuum wird – und eine Gefahr für jede Art von Gemeinschaftsunternehmen.

Man stelle sich mal vor, es würde sich jemand auf die Straße stellen und zur Revolution aufrufen, es würde ihm gelingen, die Vision einer Utopie zu erwecken, wo Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit lebendige Wirklichkeit werden und ein freies, glückliches Leben winkt … und dann würde er verkünden, das mehr als vier Euro am Tag für jeden Bürger auf der Welt nicht machbar wären, da die Ressourcen begrenzt sind.  Und Schnitzel gibt es nur noch zu Weihnachten, weil der Verbrauch an Essen zur Produktion von einem einzigen Schnitzel andere Menschen tagelang ernähren kann.

Unser Revolutionär würde … sehr lange alleine dort stehen.

Einzig die Sucht nach Freiheit könnte uns noch dazu antreiben, etwas ändern zu wollen, weil Freiheit glücklicher macht als Reichtum – doch es sind wohl nur eine Handvoll, die wissen, was das ist.

Freiheit ist …. solange schlafen zu dürfen, wie es der Körper verlangt.

Freiheit ist … die Arbeiten zu tun, für die man sich gerade am Besten geeignet fühlt.

Freheit ist … schlafen zu gehen, wenn man Müde ist.

….um nur einige Beispiele zu nennen.

Wer nennt sich jetzt noch frei in diesem Land?

Aber eine Änderung der Verhältnisse … wer sollte daran Interesse haben? Und wer will schon sein Leben riskieren, damit andere garantiert mindestens  zwei Ökoschnitzel am Tag anstatt vier Industrieschnitzel die Woche essen können?

Letztlich kann man vielleicht einen Satz Schopenhauers  auf Revolutionen ummüntzen: alle Versuche, den Regierungsterror abzuschütteln, führen nur dazu, das er seine Farbe ändert. Also richtet man sich lieber im Schloß ein … und genießt das Leben, bis das Unvermeidliche eintritt: die Revolution fegt einen weg …  oder?

Vielleicht wird man auch erst sich selbst ändern müssen, bevor man sich daran wagen kann, die Verhältnisse zu ändern. Doch möglicherweise hat man dann … keine Interesse mehr daran, Arbeit in die Veränderung von Verhältnissen zu stecken, weil man sich dem neuen Faschismus kaum entziehen kann:

Es ist der „American Way of Life“, die einzige räuberische Ideologie, die bestreitet, eine Ideologie zu sein. Die mit mächtigen Fangarmen weltweit operierenden Konzerne, die diktatorisch nach eigenen Gesetzen herrschen, das Militär, das zu einem Staat im Staate geworden ist, die hinter der Fassade der (angeblich) besten Demokratie der Welt in Washington agierenden 35.000 Lobbyisten, die Politiker kaufen, und eine Popkultur, die nur ablenken und verdummen soll, prägen ein System, das es so bisher nicht gab.

Quelle: John Pilger bei der Geheimrätin

Und in diesem System haben wir alle … die Uniform der Partei an. Und außerhalb der Uniform … gibt es kein Leben. Schlau eingefädelt, oder?

Entweder man meuchelt mit – oder man verhungert.

Wie in Versailles.

Die letzten 100 Artikel