Armut

This tag is associated with 89 posts

Die Gier der Reichen

[Video, bitte Beitrag anklicken]

Wenn es nach der UBS & Co, ginge, würde niemand diesen Film zu sehen bekommen.

Unbedingt anhören! Hartz IV: Thomas Kallay im Gespräch mit LaberrhabarberPF

Ein ganz großen Dank an LaberrhabarberPF und Thomas Kallay.

Ich denke, es ist in diesem Interview alles gesagt, was gesagt werden muss. Schaut es Euch an!
Besonders die Befürworter der Hartz IV Gesetze sollten hier genau hin hören! Vielleicht solltet ihr mal in euch gehen und endlich den Blick über den Tellerrand wagen. Die wahren Schmarotzer sitzen nicht da, wo ihr es vermutet!

 

Vom Mittelstand ab nach Hartz IV: ein typisch deutsches Schicksal, von dem wir nie erfahren sollten

Vom Mittelstand ab nach Hartz IV: ein typisch deutsches Schicksal, von dem wir nie erfahren sollten

Donnerstag, 13.12.2012. Eifel. Ich möchte heute eine Geschichte vorstellen. Sie ähnelt ein wenig meiner eigenen, persönlichen Geschichte, in vielen Episoden habe ich mich wiedererkannt. Diese Geschichte verdient meines Erachtens eine möglichst weite Verbreitung. Sie wurde von einer Leserin als Kommentar bei uns abgegeben – und ich fürchte etwas, das sie dort untergeht. Diese Geschichte stammt von einer bewundernswürdigen Frau, einer starken, leistungswilligen, kreativen und sprachlich sehr begabten Frau. Es ist eine Geschichte, die es gar nicht geben darf – so jedenfalls sagen es uns die Medien, denn der Mittelstand, ja, der ist sicher vor Hartz IV. Kaum nur, ganz selten, fällt jemand durch die sozialen Netze, so heißt es: eine glatte Lüge. Es reicht schon, viele Kinder zu haben – oder überhaupt Kinder zu haben – und schon steht man auf der Abschussliste.

Eltern wissen, was ich meine. Man bekommt keine Mietwohnung, braucht Eigentum, die Schulen erwarten umfassende Hausaufgabenbetreuung und elterlichen Nachhilfeunterricht in großem Umfang. Ehrlich – ich habe noch (in meiner Privatsammlung: Dokumente des deutschen Schwachsinns) das Schreiben eines Lehrers an die gesamte Elternschaft, worin er die Eltern darum bat, den Schülern eine Reihe mathematischer Fertigkeiten beizubringen: ihm war es im Unterricht nicht gelungen. Nur ein Beispiel dafür, wie Arbeit in großem Umfang dank der Intervention der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft („Arbeitet Euch nicht kaputt, bezieht die Eltern mit ein!“) auf Eltern verlagert wird.

Die Geschichte ist eine schrecklich normale Geschichte, sie ergibt sich direkt aus dem Einfluss von McKinsey und Konsorten auf unseren Arbeitsalltag – aber das haben viele von euch leider nicht mitbekommen. Ich schon – ich war dabei, als diese Leute am offenen Herzen der Gesellschaft herumexperimentierten. Klingt ganz harmlos: „Führen mit Zielen“. Heißt aber nichts anderes, als das der Arbeitnehmer ausgequetscht wird bis an das absolute Ende seiner Leistungsfähigkeit. Die Zunahmen von „burn out“ konnte man schon in den neunziger Jahren prognostizieren: soll die Arbeitsleistung jedes Jahr um 10 % steigen, arbeiten wir in zehn Jahren doppelt soviel wie jetzt … bei altersbedingter nachlassender Leistungsfähigkeit. Anfang der neunziger wurde das eingeführt – jetzt kriegen die Krankenkassen die Rechnungen dafür präsentiert.

Will der Ackermann 25 % Rendite, dann müssen irgendwo im System 25% Leistungssteigerung erwirtschaftet werden – und das geht nur doch die komplette physische und psychische Ausbeutung.

Eine ganze Generation wird so verheizt – und die Renten- und Krankenkassen bis an die Grenze ihrer natürliche Belastungsfähigkeit in Anspruch genommen: zum Wohle der Rendite.

So ein Wahnsinn begegnet einem Menschen sonst nur noch in den düsteren Abgründen der finsteren Phantasien abgedrehter Autoren von unheimlichen Schauergeschichten – und doch bestimmt er unseren Arbeitsalltag. Und darum geht es primär in dieser Geschichte: um unseren Arbeitsalltag – und wie er uns kaputt macht.

Langsam, kaum merklich, schleichend – aber todsicher.

Betrifft Millionen und Abermillionen von Menschen – weshalb es mich nicht wundert, das aktuell von 42 Millionen Menschen Datensätze in den Computern der Jobcenter liegen. Irgendwann erwischt es jeden, der es nicht schafft, eine kleine Lücke im System zu finden, weil kein Mensch in der Lage ist, jedes Jahr 10 % mehr Leistung zu bringen.

Darum ist das Schicksal von Alexandra kein „bedauernswertes Einzelschicksal“ – wie einem die Presse so etwas gerne serviert – sondern ein typisch deutsches Schicksal im 21. Jahrhundert, das Schicksal eines normalen Deutschen mit Haus, Hund und Eigenheim: ein Paradies, das mit zunehmenden Jahren von immer mehr dunklen Kräften belagert wird, bis es zusammenbricht.

Doch hier erstmal … die Geschichte:

Die Vorgeschichte.

1987 geheiratet. 1988 Geburt der ersten Tochter, 1989 und 1991 nochmal zwei Mädels, 1994 Geburt meines Sohnes…

1991 Umzug ins Haus… schöne heile Mittelstandswelt – glaubt mancher noch heute…

1995 zog ich die Reißleine – wer mag, kann über Borderline-Persönlichkeiten nach lesen… es gibt Menschen, die mit Borderline-Persönlichkeiten (gut) leben können… ich schaffte es nicht, ich wurde in acht Ehejahren immer weniger.

Mit einer hochdramatischen Aktion endete die Ehe… ich blieb mit vier kleinen Kindern im Haus zurück. Keine Zeit für „Aufarbeitung“ – – – Ein Jahr verging wie in Watte gepackt, LEIDER bat ich in dieser Zeit die Rentenversicherungsanstalt um Auszahlung meiner bis dahin angesammelten Rentenanwartschaften… damals Not-wendig, jetzt einfach nur fatal…

Die furchtbaren Nachwehen seitens des Vaters meiner Kinder – habe ich pragmatisch weg gesteckt… keine Zeit für Aufarbeitung – ebenso fatal.
Aber wir lebten und langsam konnte ich wieder atmen.

1998 begann ich bei einem Bekannten einmal pro Woche „Raumpflegearbeiten“ – Kindergeld und Kindesunterhalt reichten einfach nicht…

2001 begann ich – durch Zufälle oder auch nicht – meine Zeit als Redaktionsmitarbeiterin, halbtags.
Eine wunderbare Zeit… unsere beste… ich arbeitete gern, weil mein Beruf eines meiner Hobbys war… aber in einer katholischen Tageszeitung geht die Pressefreiheit nicht so weit wie man glaubt…

Bei den Redakteuren war das alles kein Thema, aber die Leitung fand, dass wirtschaftliche Gründe es dringlich erforderlich machen würden, mir zu kündigen.

Mal eben so… ohne den Personallrat zu informieren, ohne Sozialplan…

2004 war das.
Schon lange hatte ich nebenbei und aus gegebenem Anlass (ich musste mir allen familiären Schreibkram den früher der Vater meiner Kinder erledigte inklusive allen möglichen Versicherungskram aneignen) gemeinsam mit dem Bekannten, dessen Büro ich geputzt hatte, viel über Versicherungen gelernt… und über schwarze Schafe der Branche…

DAS wollte ich machen… selbstständig werden und KEIN schwarzes Schaf sein…
Lautere Absichten.

Wo mir die einen halfen, in einem Männerberuf Fuß zu fassen, legten mir die anderen Steine in den Weg – ich wollte nicht mehr MIT einer Agentur zusammen arbeiten… ich wollte unabhängig von allem sein…

Laut EU-Richtlinen ging das nun ohne Schein nicht mehr…. eine Ausbildung also.
Anfang 2006 inzwischen…. und parallel dazu – machte mein Sohn Schwierigkeiten, vielmehr seine AD-Syndrom. Schon im Kindergarten war alles extrem schwierig geworden, aber nun eskalierten die Tage immer häufiger. Lehrer fragten MICH um Rat, Arztbesuche… eine andere Schule mit intensiverer Betreuung?! Suchen… Stunden nebenher – dazu Stunden… Hilfe beim Jugendamt gesucht und gefunden… dennoch: der Stress blieb ja. Zur genauen Diagnose, zur medikamentösen Einstellung – oder vielleicht doch nicht, stationäre Behandlung…
Nebenbei Arbeit, aber mir ging es schon schlecht…

NUR: wer sich richtig anstrengt, wer sich durch beißt und Knoten ins Kreuz macht… schafft das! Auch das: fatal!

Eine Einrichtung in Baden Württemberg für Gabriel gefunden… mit Pferden, Hühnern… nur für Jungs…
Eine Ausbildung für mich gefunden… ab August 2007. Jedes Wochenende, manchmal von Donnerstag bis Samstag… morgens nach Stuttgart, abends zurück…

Aber ich bin gern auf der Autobahn… ich fahre gern Auto… und wenn ich mich richtig anstrenge, dann werde ich das alles schaffen, im Winter die Prüfung machen und richtig durchstarten…

Die von einander unabhängigen Warnungen zweier Ärztinnen „Sie MÜSSEN jetzt etwas für sich tun!“ kann ich doch JETZT nicht beachten!

Die Story

Am Prüfungsmorgen im Dezember 2007 KANN ich nicht auf stehen. Ich kann nicht. Ich kann die Arme kaum heben. Und ein sonderbares Gefühl steckt in mir fest: es IST MIR EGAL. Das rein gesteckte Geld, diese Prüfung mit der ich doch durchstarten wollte…
Mein Kopf beschließt gegen 9 Uhr… okay, ich mache die Prüfung im Sommer mit der des nächsten Kurses nach. Ganz sicher. Auch eine Möglichkeit… und kann dann doch auf und nach unten.
Und arbeiten… im „Home-Office“ – später fahre ich in mein Büro in der Agentur (die Agentur brauche ich noch, solang ich keine Prüfung habe… um arbeiten zu können…)

Ich habe nicht bemerkt WARUM die beiden noch zu Hause lebenden Töchter so rebellieren.
Habe es nicht begriffen.
Über ein Jahr später erklärt mir meine Hausärztin schlüssig, dass es wohl Hilfeschreie auf mein „Nicht-mehr-Können“ hin waren.

Wieso? Ich kann doch… ich MUSS doch weiter.
Ja – seit einem Jahr ist meine älteste Tochter ausgezogen, in die Nähe ihres Gymnasiums wohnt sie zusammen mit ihrer Kusine in einer WG…
Die beiden anderen Mädchen – helfen mir nicht mehr im Haushalt. Müll wohin ich sehe… NICHT nur in ihren Zimmern… ich weiß an den Wochenenden oft nicht, wo sie sind… sie sagen sie wären beim Vater…
Das Jugendamt schalte ich selber ein… ich komme an beide nicht mehr ran…

Ich komme auch mit den mageren Einnahmen nicht mehr hin… kann immer weniger arbeiten. Dann steht fest, beide Mädchen wollen in eine eigene Wohnung ziehen – mit Betreuung durch die Jugendhilfe…
Was da genau abläuft… realisiere ich nicht. Fatal…

Aber: wenn nun alle weg sind und ich ohnehin das Haus – es müsste langsam mir Renovierungsarbeiten beginnen – zu teuer und zu groß ist… ich werde es verkaufen.
Werde weg ziehen, näher an die Argentur…
JA – ich werde hier ein break machen, weg gehen… und finde ein älteres kleines Häuschen mit Garten zur Miete! DAS wäre es, auch für die Hunde… und mit dem Auto zehn Minuten ins Argentur-Büro… okay: Haus verkaufen, weg ziehen, Prüfung nach machen… ALLES wird gut! Ich werde mich noch ein paar Monate viel mehr anstrengen müssen, bin euphorisch… fatal!

Frühjahr 2008 – Freunde helfen mir, für einen normalen Umzug habe ich kein Geld. Ich lasse einen Container kommen und schrumpfe über fünf Tage hinweg einen ehemals auf sechs Personen ausgerichteten Haushalt. Dass das auch psychische Schwerarbeit für mich ist… bemerke ich gar nicht.

Der neue Vermieter duldet Hunde… im Garten. Okay. Drei Interessenten wollen mein Haus kaufen. Was so einfach nicht ist, denn ich hatte in den Notjahren den Grund an eine Stiftung verkauft und dann darauf Erbpacht bestellt… so hatten wir Luft, alle Haus-Kredite abgelöst!
Aber ein Haus mit Erbpacht… verkauft sich so leicht nicht.
Eine kleine Familie will es aber kaufen… das ist im April. Perfekt. So ist selbst wenn ich den Vater meiner Kinder noch zu einem Teil auszahlen müsste, bis zum Sommer Miete und alles weitere gesichert.

Da erreicht mich eine Mail aus meiner Argentur: „Wenn ich weiterhin so große private Probleme hätte, sollte ich mir überlegen, mein Büro zu räumen“!

Nun bin ich dabei – eigens dorthin! zu ziehen… ich muss doch noch unter dem Dach der Argentur arbeiten… bis ich Prüfung machen werde… im Sommer!

Egal, wenn das Haus verkauft ist… wird es bis zum neuen Prüfungstermin auch so gehen. Und DANN bin ich alleine auch jemand. Habe von einem älteren Kollegen einen alten Kundenbestand übernommen… einen Teil davon. Und ich werde die Zeit bis zum Sommer nutzen um nach zu lernen und mich in der neuen Umgebung einzurichten… ALLES wird gut.

Am ersten Mai 2008 bin ich mit der Hilfe vieler Freunde umgezogen.
Der Vermieter zeigt sich hilfreich: klar, bis der Hausverkauf unter Dach und Fach ist, würde er auf die Miete auch warten…

Eine Woche später sagt mein Käufer ab.
Ich sehe nicht mehr, fühle nicht mehr… ich weiß nichts mehr… kein Geld, mein Plan im Eimer und ich bin so kraftlos…
Später geben sich Freunde von mir die Schuld: sie werden sagen „wir hätten deutlicher zu dir sein müssen. Hätten sagen müssen, dass das alles zu viel wird. Kräfte mäßig, finanziell….

Ich gehe nur noch mit den Hunden nach draussen. Leere den Postkasten nicht oder lege alle Post einfach auf den Schuhschrank… klassisch!
Meine Hausärztin will dass ich sofort! In eine Klinik gehe.

Ich raffe nochmals alles zusammen… beginne Saisonarbeit in der Lebkuchenfabrik. Verkaufe mein schönes Auto… um ein paar Mieten zahlen zu können… fahre mit dem Rad zur Spätschicht – – –
Alles nur vorübergehend… ich muss mich nur noch eine kleine Weile über Wasser halten und anstrengen – dass ich ohne Auto auch nicht mehr arbeiten kann… fällt mir überhaupt nicht auf.
Zur Saisonarbeit fahre ich über eine halbe Stunde mit dem Rad quer durch die Stadt in den nächsten Ort.

Dann stellt man mir Telefon und Internet ab. Danach den Strom. Es ist Sommer. Und ich arbeite von 15.30 bis 22 Uhr. Komme um 23 Uhr nach Hause… wenn ich weg gehe am Nachmittag, lege ich schon Feuerzeug und Teelichte bereit, dass ich nicht im Dunkeln tappe, wenn ich nach Hause komme.

Dann sind die Hunde meine Welt… meine Zuflucht, meine Hilfe zum Leben.

Der Vermieter fängt an übel zu fragen… aber nicht wegen der Miete zunächst, sondern wegen meiner Hunde. Ich gabe einen weiteren Hund für die Dauer ihres Urlaubs von einer Freundin für drei Wochen in Pflege…

Auf den AB spricht er mir. Ungehalten und „er habe Zeugen hier am Tisch gegen über, er kündige mir, denn er habe mir nur drei Hunde erlaubt.“
Ein Bekannter Rechtsanwalt erklärt mir , dass er DAS nicht könne.
Ist aber ohnehin relativ egal… er wird nun auch wegen der Miete ärgerlich. Und habe festgestellt, das ich keinen Strom mehr hätte.

Und mit Mietnomaden hielte er sich nun schon gar nicht auf.
Ich mache überhaupt keinen Erklärungsversuch… muss die Saisonarbeit vorzeitig beenden, habe mir einen Bandscheibenvorfall geholt.

Muss dringend sehen, wie ich es schaffe, eine Wohnung zu finden… Alg2 beantragen… ich kann kaum irgendetwas.
Noch heute kann ich nicht beschreiben, welcher Art DIESE Kraftlosigkeit ist. Sie IST in jedem Fall umfassend und kaum zu durchbrechen… weil man dazu ja wieder Kraft bräuchte…

Ein anderer Bekannter erinnert sich daran, dass die GBW in der Stadt einige Wohnungen hat… womöglich wäre dort etwas zu finden… Mein Vermieter hat mich raus geklagt… mit letzter Kraft erkläre ich, dass ich zwei Wochen über den Zwangsräumungs-Termin brauche… denn ich hätte eine Wohnung gefunden, aber könne erst Mitte Dezember einziehen…

Die Hausärztin ist nun riguros – Sie schickt mir die Einweisung in die Psychosomatische Klinik – Ende September soll ich einpassieren… Das geht nicht… ich ziehe gerade erst um… ich muss eine Menge Dinge erledigen bevor ich vier Wochen weg bin…

Sie lässt sich erweichen… 29. Oktober!

Wieder helfen – nur noch wenige – Freunde alles wieder in verschiedene Autos zu wuchten… mein Sohn hilft auch… damals gerade 14 hält er die Stellung allein in der neuen Wohnung, wenn sie mit den Kisten und Möbelteilen an rücken… Nachkriegswohnung. Drei Zimmerchen. Ein Bad mit Energie fressendem Heizgebläse… zwei Gasöfen. Einer Küche… so klein, dass nichts unterzubringen ist…

Wenigstens hat die ARGE die Kaution vor gestreckt.

Ich sitze mit dem Bekannten, der mir zur Wohnung verholfen hatte bei der ARGE.
Mein Sachbearbeiter erklärt, dass ich in einer zu großen Wohnung wohne.

Aber mein Sohn kommt doch immer am Wochenende – er braucht ein eigenes Zimmer!
Ausserdem wäre ich nun einige Wochen in der Klinik, und möche deshalb bitten, dass Miete und Energiezahlungen direkt von der ARGE an die GBW und den Energieversorger gehen….

Ein Gezerre, ich kann nicht mehr argumentieren, will aber zur Vorgesetzten…
Ohne Termin? Das ginge ja gar nicht. Mein Bekannter drängte darauf… ich würde ja nun bald in die Klinik gehen und hätte dann keine Zeit mehr.
Wir gehen einen Stock nach oben…
Mein Bekannter trägt mein Anliegen vor…
Okay – ich solle drei Abtretungserklärungen verfassen, sie herein reichen und somit würde sowohl die restliche Kaution, als auch Miete und Energie direkt jeden Monat überwiesen….

Ich bin ein schreibfreudiger Mensch. Nie um den Stil und die Worte verlegen gewesen…

Ich brauchte für jene Abtretungserklärungen fast vier Tage!

Und der Leser merke sich die Sache mit den Abtretungserklärungen!!!

Wer jemals zu einer Kur fahren durfte… weiß, was man dafür alles braucht. Und wie viel Stress es für einen Gesunden macht, diesen Kram zusammen zu packen.

Decken, Badezeug, Jogginganzug, feste Schuhe, Sportschuhe für drinnen, für draussen…
Die Hunde mussten untergebracht werden…
Ohne die Regelmäßigkeit die die Hunde mir aufzwangen… hätte ich nichts mehr geschafft.

Ich musste eine Bleibe für sie finden…

Nochmals zu Ärzten und ich hatte plötzlich Schmerzen in der Brust… und Panik…

Und Anfang Oktober war draussen im Treppenhaus Geräusch zu hören… dann war der Strom weg.
Wieder Panik… ich brach heulend im Bad zusammen… unfähig etwas zu unternehmen. Rief einen Freund an… jener, bei dem ich vor Jahren die Büroräume putzte…

Der Energieversorger war darauf gekommen, dass ich ja noch Schulden aus der alten Wohnung hätte… deshalb: Safte weg…

Der Freund – ohnehin aussendienstlich unterwegs… raffte provisorisch die 200 Euro vom Sparkonto seiner beiden Kinder – fuhr direkt vor Ort und bezahlte. Jaaaa – aber das Wiederanstellen? Das koste extra… und auf das Geld vom September warte man auch noch!

Ich hatte ja noch gar kein Geld von der ARGE überwiesen bekommen! Selbst wenn ich die Energiekosten selber überweisen würde… könnte ich nicht, ich hätte kein Geld! Dazu käme die Abtretungserklärungen, das hätte ich erst vor zwei Wochen – Mitte September – fest gemacht!

Mitte Oktober habe ich noch immer kein Geld von der ARGE.

Mit einem meiner drei Hundenasen mache ich mich auf – Mitte Oktober – und laufe die vierzig Minuten zur ARGE, um die Abtretungserklärungen selbst dort einzuwerfen.

Und GLAUBE, damit vorgesorgt zu haben, wenn ich während meiner Abwesenheit nicht alles selbe regeln könne.

EINE Woche vor meiner Abreise erhalte ich eine Vorladung der ARGE für den 29. Oktober…
Weil man bei dieser ARGE so gut wie NIE mit dem Telefon durch kommt… schreibe ich vor Verzweiflung heulend einen Brief: es wäre doch in den vergangen Wochen immer wieder davon die Rede gewesen, dass ich ab 29. Oktober in der Klinik wäre… ich müsste bis spätestens 13 Uhr da sein und könne unmöglich vorher noch kommen!

Herbstferien, 28. Oktober – mein Sohn und ich bringen zu Fuß die Hunde in eine Tierpension im Nachbarort… ich bin so am Ende, dass ich den gesamten Rückweg nur heule….
In der Tierpension musste ich ohnehin betteln… es stünde mein gesamtes Geld ab 28. August von der ARGE noch aus… in der Klinik bräuchte ich ja von dem Geld kaum etwas… so könne ich bezahlen sobald das Geld da wäre…

Mein Bekannter wird mich in die Klinik fahren…
Aus dem Postkasten ziehe ich eine EINLADUNG der ARGE! Für den 10. November.

Mein Bekannter verspricht mir, gleich anderntags selber bei der ARGE vorbei zu fahren und nochmals mit Nachdruck klar zu machen… ich WÄRE NUN WEG.

In der Klinik gehen die ersten zwei Wochen an mir vorüber – irgendwie dumpf und durch Watte.
Ich will ja spätestens nach vier Wochen wieder heim… und merke, dass daraus nichts werden kann.

Ich habe dort einen von unzähligen Terminen im Psycho-Sozialen Dienst… Glück im Unglück!
In der dritten Novemberwoche wage ich einen Gang in die Stadt und will zur Bank…
und meine Karte bleibt – – – im Automaten.

WARUM!!!
WAS ist nun wieder los… es muss doch Geld da sein.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen durch die Sozialdienst-Mitarbeiterin, die ARGE telefonisch zu erreichen… erfahren wir dies:

Man habe doch die Miete für September, Oktober und November an mein Konto überwiesen!
Die regulären Zahlungen allerdings seien sanktioniert, da ich die Einladungen vom 29. Oktober und 10. November nicht wahrgenommen habe!

1. Auf diesem Konto – das früher mein Geschäftskonto gewesen war – waren noch etwa 2000 Euro Soll…
2. fiel der Sparkasse just in dem Moment als drei Monatsmieten und das bisschen Rest des Alg2 auf dem Konto eingingen… und auch nicht sofort abgehoben wurden – ein, dass man wohl bei meiner Lage nie wieder zu Geld kommen würde, füllte man das Soll damit auf und strick ratzfatz den Dispo…
3. wofür hatte ich nun die Abtretungserklärungen geschrieben?

Zeitgleich steckte zu Hause in meinen Postkasten – den mein Bekannter leerte – die Räumungsklage der GBW weil ja schon die dritte Monatsmiete fehlte…

Der Zähigkeit dieser Klinik-Sozialarbeiterin ist es zu verdanken, dass die Räumungsklage abgewandt werden konnte…

Nachdem eine Aufenthaltsbestätigung der Klinik auf unbestimmte Zeit per Einschreiben UND Fax an die ARGE ging… wurden die Sanktionen aufgehoben…

Aber nur auf dem Papier.
DENN: ich wäre ja nun in der Klinik und deshalb dürften werweißwieviel Euro einbehalten werden…

Nur um mal eben einen Schnitt zu machen und sich darüber klar zu werden:
eigentlich war ich in der Klinik um in Ruhe mit meinem Zusammenbruch, den oberflächlichen und tieferen Gründen die dazu geführt hatten, klar zu kommen.

Stattdessen lieferte mir der Klinikaufenthalt durch die tolle Mithilfe der ARGE stetig neue Aufreger!

Ja – es holte mich auch all die lange nicht geöffnete Post ein…
Schulden, die sich aufgehäuft hatten… aber all diese Dinge waren in der Klinik und mit Hilfe der Menschen dort verhältnismäßig leicht zu händeln im Gegensatz zu den Böcken, die die ARGE auf Lager hatte.

Laut mehreren Gerichtsurteilen allein in 2008 darf die ARGE die Alg2 Leistungen NICHT aufgrund eines Klinik-Aufenthaltes kürzen.
Was der ARGE wohl komplett durch die Lappen gegangen war.

Dies versuchte die Sozialdienst-Mitarbeiterin im Lauf des Dezembers mehrfach zu erklären… hatte aber bis Weihnachten nichts erreicht…

So musste ich mir von Mitpatienten leihen oder schenken lassen:
Geld für neue Socken,
etwas Weihnachts-Deko,
Briefmarken,
Toilettenartikel, Briefkuverts… Instant-Kaffee,
ein Wasserglas fürs Zimmer,
warme Strumpfhosen, ein Paar Feinstrumpfhosen – da Weihnachten…
Papiertaschentücher,

Von der Klinik erhielt ich aus einem Spendentopf noch 20 Euro…

Aufgrund meiner Diagnosen und des zu Ende gehenden Klinikaufenthaltes gegen Ende Januar – empfahl man mir, baldmöglichst für die aufgelaufenen Ämterangelegenheiten einen Betreuer zu bestellen…
was ich zugegebenermaßen nicht ganz frei dann auch entschied, zu tun.

Im Januar endlich gab die ARGE klein bei, die Kürzungen seien unrechtmäßig… Geld kam aber immer noch keines.

So wurde ich – mit Besorgnis seitens der Oberärztin, denn ich wurde nur entlassen, weil die Krankenkasse einen weiteren Aufenthalt nicht genehmigte – bereits mit einer Vorladung am ANDEREN TAG!!!! bei der ARGE – entlassen.

Vom Frühstücksbuffet nahm ich noch zwei Brötchen und etwas Butter mit… denn ich würde in einen leere Küche mit nur einem Rest Kaffeepulver kommen…. ohne Geld.

Wie sich ein Mensch, der nach knapp drei Monaten Psychosomatischer Klinik wieder zu Hause ankommt, fühlt – – – beschreibe ich hier nicht, dafür gibt es keine Pauschalbeschreibung! Kann ja nicht.
Wie sich ein Mensch fühlt, der dazu keinen Cent Geld aber keine Lebensmittel zu Hause hat, dafür aber am nächsten Tag bereits zur ARGE traben darf – – – mit tausend Ängsten im Gepäck – darf sich jeder selbst ausmalen…
Die angegebene Zimmernummer kenne ich nicht… ich laufe im Irrgarten ARGE hin und her… in der Anmeldung fragen darf ich nicht… dort ist „rot“ … endlich treffe ich zwei Personen im Flur und frage nach der Nummer… beide ARGE-Mitarbeiter gucken sich an … wissen nichts.

Derweilen bin ich zehn Minuten über der Zeit, was eine weitere Mitarbeiterin auch nicht mehr raus reißt, die dann weiß, in welchem Winkel ganz vorn leicht zurückgesetzt neben der Putzkammer DAS Büro ist…

Am Schreibtisch sitzt ein vernichtender Blick.

Ich sei zu spät! Ich sage nichts.
Ich müsse zur ämtsärztlichen Untersuchung wegen Arbeitsfähigkeit.
Dazu bekäme ich aber noch einen Brief.

Ich frage, warum ich noch immer kein Geld auf dem Konto hätte… ich hätte nach drei Monaten Klinik überhaupt nichts zu Essen zu Hause!

„dann gehe Se halt zur Dafel!“

Damit klappte das Visier runter… Keine Antwort mehr auf meinen Einwand, die Tafel habe ja nur zwei Tage in der Woche geöffnet und heute eben nicht!
Visier unten.

Dafür war ich 40 Minuten her gelaufen.

Ich bestelle einen Betreuer.
Bis April dauert das Verfahren… derweilen rät mir der (wirklich sehr nette!) Gerichtsvollzieher in meinem Fall unbedingt, Privatinsolvenz anzumelden. Erklärt mir, was zu tun sei. Wohlgemerkt im Frühjahr 2009!

Mein Betreuer „scheint“ fähig zu sein.

Ich habe eine Klage meines Häuschen-VErmieters am Hals „wg. Betrug“. Sachverhalt bekannt.
Ich habe Mahnungen am Hals wegen Zahlungsverzug der ersten drei Monatsmieten! Sachverhalt bekannt.

Ich soll das vorgestreckte Kautionsdarlehen zurückzahlen… heute weiß ich, dass ich das überhaupt nicht gemusst hätte (Az: L 6 AS 145/07- veröffentlicht am 13.09.07) MEIN Betreuer hat mich darauf NICHT hingewiesen…

Ich gehe wöchentlich zur Psychotherapie… soll mich damit abfinden, dass nun alles anders laufen wird.

Und es läuft anders… ich kann mich bis zum heutigen Tag nicht mehr auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren… nix mit Mulit-Tasking!

Kann kein Buch mehr lesen – bekomme grade so meinen Haushalt geregelt. Mein Körper reagiert auf Stress – mit Panikattacken: „Festplatte voll“

Mein Leben ist bis zum heutigen Tag sehr langsam geworden. Ich muss mir alles genau einteilen.

Große Termine nur einen am Tag… danach immer ein Tag mit nichts… Ist mein Sohn am Wochenende da – bin ich zu nichts außer den Hunderunden fähig…

Es kommt vor, dass ich einen Augenarzt-Termin zur Kontrolle mache und am nächsten Morten es nicht schaffe, hinzugehen….

Die Klinikwochen haben mich jede Menge Energie gekostet.
Anfang Februar kommt endlich das Geld…
Mein Betreuer verfasst eine Erklärung zum Betrugs-Klage… hilft nix. Rechtsanwalts-Post.

Ich will auch beim Sozialgericht klagen wegen den Mietrückständen die ich der ARGE wegen habe.
Um derartiges zu vermeiden, hatte ich schließlich die Abtretungserklärungen geschrieben!

Im Herbst 2009 schmettert das Sozialgericht meine Klage ab mit der Begründung, dass Abtretungserklärungen erst nach drei Monaten wirksam würden!

Ich wende ein, dass mir das niemand gesagt habe. Die Leiterin der ARGE (kaspert lustig immer mal wieder mit ihrer Anwältin) sagt, ja sie könne sich daran erinnern dass ich bei ihr im Büro gewesen sei. Schon deshalb,weil sie meine ACHTUNG! Geschichte SO BEEINDRUCKT HABE, ob auch über Abtretungserklärungen gesprochen worden sei, wisse sie nun nicht mehr zu sagen.

Ich wende ein, dass ich gar keine geschrieben hätte… hätte ich von der Dreimonatsfrist gewusst!

Die ARGE musste also nicht für die drei Monatsmieten auf kommen…
Ich konnte es aber nicht.

Dazu kam, dass ich nach den drei Monaten meine beiden Windhunde völlig abgemagert in der Tierpension vorfand, meine Mischlingshündin dagegen – – – dick.

Haltungsfehler… Unwissenheit bei Windhunden gibt es oft… nur zugeben müsste man es auch…
Den Sommer über brauchte ich, um sie einigermaßen wieder hinzubekommen.
Wurde allerdings in dieser Zeit beim Amtsveterinär angezeigt – – –

Vermutlich durch eine Mitarbeiterin der Orga, von der ich die Windhunde hatte.
Ich lud den AmtsTA sofort ein, hatte mir nichts vorzuwerfen… hatte allerdings im Januar nicht den Zustand der Windhunden dokumentiert.

Ich erklärte auch, wenn ich die Hunde schlecht halten würde, dann wäre ja die Mischlingshündin auch dünn…
Der Amts-Vet war trotz allem kooperativ… bei der Orga war ich allerdings weiter auf dem Schirm… was ich erst einige Monate später fest stellen konnte. Wir kamen überein, er würde mich im Januar 2010 nochmals besuchen…

Ich bitte meine Therapeutin um eine Einweisung in die Klinik für Januar 2010 – ich kann einfach nicht mehr. Habe auch das Gefühl, es wäre aus dem ersten Aufenthalt noch vieles offen, dass irgendwie „abgerundet“ werden müsse.

Sie gibt mir sofort Recht, macht mir einen Termin für den 10. Januar 2010 – weil aber die Schweinegrippe grassiert und ich erkältet bin, soll ich lieber nicht einpassieren…

So warte ich. Mit dem Rücken zur Wand… denn die GBW will nun ENDLICH den Mietrückstand aus 2008, den die ARGE verschuldete… mein Betreuer schrieb mir dazu nichts weiter, als dass ich halt Raten zahlen sollte.
Von Alg2. Inzwischen – seit Herbst 2009 – war mir endgültig das dritte Zimmer gestrichen worden… wenn ich in der Wohnung bleiben wolle, müsse ich es selber zahlen… das dritte Zimmer.

Also 220 Euro für mich. Jeden Monat.

Ich zahle ja schon die Kaution zurück… nochmals Raten davon weg?

Im Januar sitze ich mit Erkältung und Räumungsklage – wieder einmal – auf dem Sofa… jeden Tag. Und denke mir: wenn mich diese Gesellschaft so offensichtlich nicht haben möchte. Und so offensichtlich nicht gesund werdend und lebensfroh….
dann habe ich immer noch den Gashahn in der Wohnung!

Der Betreuer schafft es nicht, die Sache mit der GBW zu regeln… Statt Klinik wieder ne Gerichtsverhandlung. Ich gehe nicht hin, sage dass ich eigentlich in der Klinik wäre… denke, mein Betreuer geht stattdessen.

Tat er nicht.

Pfff – wozu hab ich den eigentlich?
Immerhin bestand er darauf mir das Geld für eine Ikea-Küche vorzustrecken… ganz wohl war mir bei der Sache nicht… aber ich hatte ja nichts in meiner Küche ausser deinem Gefrierschrank und einer Mikrowelle sowie zwei Herdplatten nebst Kaffeemaschine.

Ich wies in darauf hin, dass er meine Lage ja kenne und dass es lange dauern könne, bis er sein Geld wieder sehen würde…
HEUTE WEISS ICH, dass das verboten ist. Er hätte beim Amtsgericht anmelden müssen, mit mir einen Vertrag über die Gewährung eines Kredites zum Küchenkauf abzuschließen…

Meine Hunde sind inzwischen wieder so weit aufgefüttert. Der AmtsTA ist zufrieden. Ich sage, dass ich im März nun in die Klinik gehen werde… er will die Woche davor noch mal gucken, damit nicht wieder was schief geht…

Eine – wie ich glaubte!!!! Freundin aus früheren Tagen, Hundepsychologin, betrieb damals noch (man beachte!!!) seit kurzem ein Tierhotel in NRW, bot mir an alle drei bis Ende Mai für einen geringen Festpreis zu nehmen… .

Am 18. März 2010 kontrollierte wie vereinbart der Amtsveterinär meine Hunde… OHNE Beanstandung! Am selben Tag abends hatte ich Termin bei meiner TÄ zum impfen fürs Tierhotel, dort wurden auch alle drei Hunde gewogen und alles war bestens!
Ich sollte nur mit meinem Galgo-Rüden nach meiner Rückkehr zum Zahnstein entfernen kommen…

Am 21. März fuhr mir eine Hunde-Freundin meine drei nach NRW… meinen Galgo-Buben und die Greyhündin sollte ich nicht mehr wieder sehen…

Am 23. März kam ich in die Klinik und wurde in der zweiten Mai-Woche entlassen – die letzte Maiwoche sollte ich in Norwegen sein..
Meine älteste Tochter lebte 2010 gerade in Norwegen und sie lud mich für die Zeit nach der Klinik zu einer Woche Norwegen ein… und schenkte mir den Flug!
.
Frisch aus der Klinik ging ich zur Bank, meine monatlichen Überweisungen – auch die Futterbestellung für meine zwei in NRW – zu bezahlen… schwache 90 Euro auf meinem Konto… Hundefutter, Hundehalterhaftpflich und das Geld für die Fahrkarte zum Flughafen… kein Geld mehr für mich übrig… für Lebensmittel bis zum Abflug… ich hatte 50 Euro Geschenk für „Norwegen“ bekommen… um halt mal was zu kaufen, einen Kaffee zu trinken…. das ging nun erst mal für Lebensmittel drauf…

Hektische E-Mail an meinen Betreuer, was die ARGE nun schon wieder geleistet hätte….

Antwort:
Er sei enttäuscht von mir, ich habe seit Wochen nichts darüber verlauten lassen, wann ich das Geld – 800 Euro – für die Küche zurückzuzahlen zu gedenke…
Nun habe der Energieversorger eine Rückzahlung von 300 Euro an mich überweisen wollen… die habe er nun auf sein Konto umgeleitet!

Und die ARGE habe – anteilig!!! – wegen der Rückzahlung das Alg2 gekürzt!

Tja… soviel zum Roman-Klischee vom Betreuer…

Ich weise einfach mal noch darauf hin, dass ich seit meinem 12. Lebensjahr nicht mehr geflogen bin… dass ich trotz meiner Erkrankung nach langer Zeit wieder mal reisen werde…
Und dies nun OHNE Geld auf dem Weg zu bewerkstelligen habe… das heißt, ich muss mit allem meiner Tochter auf der Tasche liegen…

Bedrückt ja alles überhaupt nicht…

Im Sommer 2010 wechselte ich den Betreuer… dem Amtsgericht liegt der gesamte Sachverhalt vor… Original-E-Mails habe ich noch – – – der Betreuer arbeitet munter weiter und ist guter Dinge… einzig die fehlenden 500 Euro werden ihm nach meiner Lage wohl auch weiter fehlen…

Während ich in Norwegen bin, erfahre ich, dass am Sonntag für den die Rückholung meiner Hunde geplant war (ich würde am FREitag zurück kehren), der Abholer „nicht könne“…

Fieberhaft beginne ich – per Internet nach Menschen zu suchen, die mir aushelfen könnten. Aber Leute die ich gut kenne, haben entweder nur einen Hund und ein zu kleines Auto oder gar keinen Hund und wollen nicht drei in ihr Auto lassen oder wohnen zu weit weg…

Und ich bin nicht kräftig genug… und kann auch niemandem sagen: da haste 100 Euro dafür….
Ich maile meiner „Freundin“, dass ich nach Ersatz fürs Abholen suche… aber am Sonntag… das würde nicht klappen. Bis Mittwoch – bereits Juni dann – müssten sie noch aushalten… bitte.

Am Dienstag bekomme ich einen frostige E-Mail, sie habe meine Windhunde an den Verein zurückgegeben… die Mischlingshündin würde sie behalten.. mich würden ja sowieso immer nur die Windhunde interessieren…

Ich glaube an das Gute im Menschen.

Deshalb und weil ich auch schon für diesen Verein arbeitete, dachte ich… gut, dann frage ich dort nach, ob man mir eine Fahrkette bildet… die beiden herunter bringt und mir bitte auch die Mischlingshündin mit holt…

Was dann folgte, war an Schmerz und Verleumdung nicht zu überbieten… E-Mails habe ich alle noch!!!

Ich bin da wohl ein weiteres Mal zusammen gebrochen.
Wo meine beiden Windhunde seither leben – weiß ich nicht und Freunde die es für mich heraus finden wollten… haben aber auch was erlebt…

Meinen dritten Hund holte mir dann liebenswürdiger Weise jemand heim… allerdings erst im Juli 2010…

Im Winter 2010/11 strengte das AG eine ärztliche Beurteilung meines Gesundheitszustandes 2008! an… hm!

Obwohl es ja möglicherweise ausgeschlossen sein könnte, beinahe drei Jahre später noch auf meinen unbehandelten Gesundheitszustand schließen zu können, gab sich der Arzt viel Mühe und verwandte viel Zeit auf die Begutachtung und auf das Gutachten selbst.

Dennoch kam das AG zu dem Schluss, ich habe mit Abschluss des Mietvertrages für das Häuschen im Februar 2008 den Vermieter betrogen und hätte nun nach Kräften Wiedergutmachung zu leisten.

Zumindest eine Geldstrafe von soundsoviel Tagssätzen…

Das Argument meines Anwaltes, dass ja dann wieder das Geld fehlen würde und ich ja schon die Klage hätte, weil ich eben zahlungsunfähig gewesen wäre, griff das Gericht auf und verwies darauf, ich hätte mich in den kommenden Monaten zu melden und den Willen zur Wiedergutmachung zu zeigen… die Kosten des Verfahrens…. blablabla… kann ja nicht…

Im November 2011 wurde man ungeduldig, weil ich zwar einen Brief an den Vermieter verfasst hatte… wie vom Gericht so erwartet… aber nun noch Taten sehen wollte.

Also wurde ich zu Arbeitsdienst – vier Stunden wöchentlich – verdonnert. Zu dieser Zeit ging ich wöchentlich einmal hier über die Straße ins AWO-Heim mit meiner Mischlingshündin zum Hundebesuch… dazu hatte ich mich aufgerafft… lange Anlauf genommen, aber dort auch erzählt, was mit mir los ist, warum ich nicht viel kann aber doch den Leuten diese Möglichkeit des Hundebesuchs geben möchte… so hilft diese Stunde mir nämlich auch, vor allem weil ich nur über die Straße muss.. und für mich ist sehr schlimm immer der WEG… das draussen sein, verletzbar sein… angesprochen zu werden…

Ich bot dem Gericht an, diesen Hundebesuch anzurechnen…
Nein, vier Stunden die Woche…

Ich nahm allen Mut zusammen, outete mich im Heim… und fragte, welche Möglichkeiten es da noch gäbe und man erbot sich, mir diese vier Stunden in der Wäscherei machen zu lassen… allerdings alle vier Stunden am Stück.

Im Dezember sollte ich den Einsatz beginnen – einen Tag davor ging es mir derart schlecht – ich fühlte mich so hilflos und fehl am Platz… so unverstanden auch.

Meine Ärzte bläuen mir regelrecht seit Monaten ein, ich müsste auf mich achten, ich könne nun mal nicht mehr das, was ich früher geleistet hätte…. und wahrscheinlich hätte ich das auch früher schon alles nicht leisten könne…. nur habe es keiner bemerkt…

Und nun entschied man hier einfach über mich hinweg…
Ich sagte ab, mit der Begründung, ich sei ja nicht ohne Grund nur unter drei Stunden arbeisfähig… und könne dies nun nicht…
Auf meine Beschwerde beim Landgericht im Frühjahr hierzu erhielt ich die Antwort, es wäre ohnehin nicht rechtens gewesen, die Auflage einfach so in einen Arbeitsdienst um zu deuten.

Worauf das Amtsgericht nun im Oktober acht Monatsraten zu 20 Euro ans Rote Kreuz zu zahlen, fest setzte…

IMMER wird in den Schreiben und Beschlüssen der Sachverhalt dahin gehend dargestellt, dass ich nicht „Willens“ oder „bereit“ sei, Wiedergutmachung zu leisten…

Was so nicht stimmt.
Ich bin seit Februar 2012 offiziell erwerbsunfähig mit Schwerbehindertenausweis.
Zur psychischen Erkrankung kommen noch kaputte Hüften, Knie und zwei Bandscheibenvorfälle… bin heilfroh, wenn ich meinen Haushalt schaffe, alles geht extrem langsam von statten. Ich kann keinen Arbeitsdienst leisten, zu dem ich weit gehen oder fahren müsste…

Und 20 Euro von meinen 220 Euro nach Miete und Energie… das kann nun auch nicht sein, das würde ja gesetzeswidrig meine Grundsicherung schmälern.

Denn EU-Rente bekomme ich ja nicht – – – mir fehlen die 1995 ausgezahlten Anwartschaften!

Das also wird meine Antwort diesbezüglich ans AG sein, denn auf meinen letzten Einwand, dass ich nicht nochmal 20 Euro abknapsen könne, kam vergangene Woche wieder ein Schrieb mit dem Vorwurf, ich wäre nicht Willens und man würde mich nun für den 2. Januar zur Anhörung vor laden!

Wohin ich nicht gehen werde, denn ich behalte mir vor, die Vorgehensweise jetzt mit meinem Anwalt zu besprechen, der hat aber vor Weihnachten keinen Termin mehr… und gegebenenfalls beim Sozialgericht zu klagen.

Das Jetzt

Ich bin nun fast 49 Jahre alt, erwerbsunfähig, soll im nächsten Sommer meine Hüfte operieren lassen… erhalte auf meinen Schwerbehindertenausweis kein G – muss alle Zusatzzahlungen zu Schuhzurichtungen, Massagen, Krankengymnastik usw. bezahlen.

Zahle das Zimmer für meinen Sohn immer noch selber… weil das Jugendamt es nicht schafft, eine Begründung als Rückzugsmöglichkeit für meinen Sohn beispielsweise – zu formulieren. Und dass der Vater meiner Kinder in seiner Eigentumswohnung!!! ja kein Zimmer für seine Kinder vorgesehen habe…

Soll für notwendigen Zahnersatz links 300 Euro bezahlen… und 300 Euro rechts… Dürfte dies auch auf Raten bezahlen… ABER die Raten sollen nicht unter 50 Euro liegen…

was also so schon gar nicht geht… Kein Zahnersatz – warum auch!

Ich habe keine Unterstützung für Fahrgeld – Mobilität kann ich mir nicht leisten…
Schwimmbad kann ich mir nicht leisten…
Wenn ich mich an manchen Tagen gut fühle – kann ich mich nicht mit einer Freundin in WÜ treffen… kostet 11,50 – und ich brauche das Geld für die zwei Fahrten zur Therapie in WÜ… (O-Ton Amt: „dann gehe se halt hier zur Derabie!“
Soviel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und zur Freien Arztwahl!
Meine Privatinsolvenz liegt auf Eis, weil ich sobald der Antrag gestellt ist, keine Gläubiger mehr bedienen darf…
ABER dann dürfte ich auch der GBW die Mietschulden von 2008, von der ARGE verschuldet – wir erinnern uns – in 10 Euro-Raten nicht bezahlen… Die GBW signalisierte aber schon, dass sie mich dann raus wirft…

Wobei es meinem derzeitigen Betreuer nicht gelingt in Erfahrung zu bringen, ob das überhaupt ginge… denn ich bin ja schwerbehindert… das müsste ich nun wieder selber recherchieren….

Ich hätte so gern einen sauberen Schnitt!!!

Ich hätte liebend gern ein Auto. Das geht natürlich nicht… denn Menschen wie ich brauchen kein Auto.
Mir würde es so vieles erleichtern… grade auch wenn ich Mühe habe aus psychischen Gründen einen Weg zu nehmen… ins Auto gesetzt und „geschützt“ von A nach B kommen…

Von Einkäufen und anderen Erleichterungen, wenn die Hüften schmerzen… ganz abgesehen.

Die Tiere – ja ich habe wieder drei Hunde… es gibt noch Menschen mit Hirn und Herz – sind zwar wissenschafltich als hilfreich anerkannt… aber was stört das die Gesetzgebung!!!

Futterunterstützung von einer Frau aus der Nachbarschaft…

Ein Garten wäre ein Königreich für mich… Selber Gemüse und Obst haben… Sowas ist für eine wie mich nicht vorgesehen..

Es gibt Kulturen – – oder gab sie – die pfleg(t)en ihre Kranken! Und lassen oder ließen ihnen Fürsorge angedeihen…

Hier gilt nur: geh zur Tafel… hast Du keine Freunde die dir helfen?

Ich lebe in dieser Nachkriegswohnung mit zugigen Fenstern. Energietechnisch eine Katastrophe… was den Vermieter nicht stört, die Heizkosten fallen ja bei mir an… im letzten Frühjahr Nachzahlung…

Ich würde gern einfach Socken stricken… öfter mal. Wenn ich sonst schon ausgelaugt bin. Aber Sockenwolle ist teuer.

Ich kann „hund“ und ich würde gern mit meinem jüngsten Hund, den ich seit Januar habe Therapiehundarbeit machen. Ich muss Dinge tun, bei denen ich Sicherheit habe.

Aber eine Ausbildung für den Hund kann ich mir im ganzen Leben nicht leisten… so wie es grade aussieht.
Aber nur mit Ausbildung und Prüfung könnten wir dann einen Obulus für eine Stunde verlangen… so hätten wir bei einer Stunde die Woche im Monat vielleicht 50 Euro Taschengeld… wäre doch toll.

Ich bin es im Grunde müde, zu kämpfen für die Verwirklichung kleiner Träume…
Ich fand ein altes Häuschen mit Garten, der Mann der es vermieten wollte, meinte – er wäre froh, das Haus habe seiner Schwester gehört und er hätte so viel Last damit… wenn jemand im Garten ein bisschen was täte – und es mir Recht wäre, dass nur gestrichen wird aber nicht renoviert… aber die Miete hätte warm nochmal 50 Euro als die jetzige Miete gekostet… DAS darf ich nicht. Sagt das Amt.

Ich möchte niemanden erschrecken, aber nach wie vor ist für mich die Möglichkeit mein Leben zu beenden, wenn ich hier weiterhin nur reduziert auf ein bisschen Essen und Schlafen existieren darf, in einem reichen Land, das Armutsberichte schönt…, eine ganz nüchterne logische Handlungsweise.

Wenn mir diese Gesellschaft, diese Regierung mit ihren zweifelhaften Vertretern und Apparaten, ihrer Klüngelei und Wirtschafts-Hörigkeit nichts weiter zugesteht als Verachtung, sogar Mißachtung,
dann muss ich hier auch nicht leben. Wäre ich ja dumm… DAFÜR??? Um mir dauernd alles zu erkämpfen, zu erstreiten und zu erboxen, hinter allem herzurennen und ständig alles zu erbetteln? Dafür bin ich zu friedliebend, bin ich mir zu schade…

Noch geht es. Noch glimmt ein bisschen Rachelust… noch.

Der Autorin vielen Dank für diese Worte – und dem Leser vielen Dank für seine Geduld, bis hierher gefolgt zu sein.

Diese Geschichte ist kein Einzelfall – sie ist ein typisches Systemschicksal. Schon die geringste Schwäche führt heutzutage auf einen abschüssigen Weg, von dem es kein Entrinnen mehr gibt – soviel man auch strampeln mag. Immer wieder im Blick: die Ärzte, die verzweifelt versuchen, die Wunden zu heilen, die die Gesellschaft tagtäglich schlägt. Sie wissen, das das, was wir Arbeitsleben nennen, ein Programm zur Selbstverstümmelung ist – ein Programm, dem wir begeistert folgen, um bloß nicht in Hartz IV zu landen und von den Medienhyänen im Anschluss zerrissen zu werden.

Leider macht unsere Biologie dabei nicht mit. Wir werden schwächer im Alter – zu schwach für das Hamsterrad der Neoliberalen, die uns am Liebsten schon mit 35 aussortieren würden … uns aber gnädigerweise noch bis 40 durchfüttern, dann aber müssen wir endlich mal selbst sehen, wie wir über die Runden kommen.

Wie lange wird es dauern, bis wir verstehen, das nicht nur die Dritte Welt ausgebeutet wird? Das ein bisschen mehr Hartz IV oder ein Grundeinkommen nur noch an den Symptomen herumschrauben (und immer ganz vergessen, das erst nochmal 2 Billionen Euro an Schulden abbezahlt werden müssen, bevor das alternative System starten kann), während es aber dringend die Krankheit zu heilen gilt?

Besonders pervers: niemand kann Alexandra helfen – oder den Millionen anderer künstlich verarmter Menschen. Selbst wenn es jetzt einen Mäzen gäbe, der ihre kreative Ader zu schätzen weiß (ihre umfangreiche Webpräsenz befindet sich hier): alle Spenden gelten als Verdienst und versickern in dem Monster Hartz IV, denn DER STAAT WILL ARMUT.

Das sagt er uns nur nicht so deutlich – aber ohne die gewaltsam verursachte Armut rennen die Niedriglöhner nicht so schnell, wie es der Renditewunsch der Anleger verlangt.

„Sie müssen jetzt was für SICH tun“ … diese Warnung der Ärzte kenne ich selbst nur zu gut – und habe sie ignoriert, mit hässlichen Folgen. Ich kenne persönlich schon Dutzende, denen es so geht. Nicht alle landen beim Jobcenter, ältere kriegen  noch Renten, die heute im Sinne der Armutszüchtung abgeschafft wurden – aber jeder, der eine Familie ernähren muss und einen Vollzeitarbeitsplatz hat, weiß, das „für sich“ nie Zeit da ist.

Die gehört den Anlegern.

Menschen mit einem solchen Hintergrund, einem solchen Leben möchte ich im Bundestag sehen – keine weltfremden Juristen, Lehrer und Historiker, die Leben nur durch Buchstaben erfahren. Damit wären wir schon einen Schritt weiter.

Und desweiteren möchte ich Alexandras Schicksal einfach mal allen vor die Nase halten: für die Produktion solcher Schicksale, solcher Lebensumstände zahlen wir wirklich JEDEN ZWEITEN EURO unseres Staatshaushaltes? Für solche Ergebnisse der Arbeit von Vermittlern, Helfern, Richtern, Anwälten und Beratern würde eine normale Firma keinen Cent vom Kunden sehen … und „Staatskunden“ sind wir ja seit der Einführung von Hartz IV alle. Manche haben nur augenblicklich noch Geld genug, das sie das nicht merken brauchen. Wenn ein Mensch Hilfe braucht, sollte er die Hilfe auch bekommen – und (wichtige Notiz für die Zukunft) selbst bestimmen, ob die Helfer ihr Geld auch wert waren.

Was ich hier sehe (als Mensch, der auch mal Personalverantwortung hatte) ist eine willensstarke, leistungswillige, engagierte und couragierte Frau, die die ganze Hilfe unseres „Sozialstaates“ erhalten hat – aber anstatt als selbstständige Versicherungsmaklerin arbeiten zu können nun als verarmte Suizidkandidatin endet … trotz des Einsatzes von großen Mitteln seitens der Versicherungen.  Deutlicher  kann man die erbärmliche Ineffektivität unseres Sozialstaates kaum beschreiben – das Geld wäre als Grundeinkommen besser angelegt, würden wir nicht alle damit beglücken, könnten wir uns Regelsätze von 3000 Euro leisten – im Monat, solange, bis der Mensch wieder auf eigenen Beinen stehen kann.

Zuviel Geld? Nicht mit Kinder – pro Kind würde ich nochmal minimal 1000 Euro drauflegen: Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung, Krankennotdienst, Fahrten zu Ärzten, Freunden, Vereinen, Arbeitsgemeinschaften: einen Leistungsträger zu produzieren und seine ganzen Kräfte zu entfalten ist sehr sehr teuer – und allein kaum zu schaffen.

Wir sollten aus diesem Schicksal etwas lernen, damit das Leid nicht umsonst in die Welt gesetzt wurde. Vor allem sollten wir daraus lernen, das Armut künstlich produziert wird, weil man in Wirklichkeit keine Hilfe bekommt – sondern mit aller Macht in die wirtschaftliche Vernichtung gedrängt wird. Ich will da jetzt auch kein Gemaule hören „die Frau ist ja krank“ und deshalb nicht der Regelfall: das Gegenteil ist die Regel – die beständige Bedrohung der Person durch wirtschaftliche Zwänge macht auch den Körper krank – gerade Rücken und Gelenke protestieren dagegen … und da der Mensch in Wirklichkeit doch keine Maschine ist, reagiert auch die Psyche irgendwann und zieht den Saft aus der Batterie (vor allem, wenn der Mensch so einen Unfug macht wie „arbeiten gehen unter Zielvereinbarungen“).

Ärzte wissen das – darum raten sie erstaunlich früh zu einer Schonung, die uns Staat und Wirtschaft aber ums Verrecken nicht gönnen wollen: sie verheizen uns lieber.

Darum zahlt der Staat den Ärzten aber auch fürstliche Honorare, würden die den Eid des Hypokrates ernst nehmen, so hätten sie schon längst zur Revolution auffordern müssen: unser Arbeitsleben macht uns nur krank, unser Arbeitslosigkeit macht uns nur noch kränker und irgendwann können die Krankenkassen das nicht mehr bezahlen.

Das sind die Tatsachen, denen wir uns Auge sehen müssen, wenn wir dieses Programm zum großen volkswirtschaftlichen Suizid im Dienste der Rendite der kolumbianischen Drogengelder (um es mal deutlich zu sagen) stoppen wollen.

Wenn nicht – werden wir Alexandra folgen, auf die eine oder andere Art und Weise.

Übrigens: es ist jetzt Weihnachten. Alexandra hat Bücher geschrieben – vielleicht braucht noch jemand ein Weihnachtsgeschenk. Dies wäre sogar ein Geschenk mit einer ganz besonderen Hintergrundgeschichte, die es noch wertvoller macht – weil es ein ganz besonders wertvoller Mensch ist, der dahinter steckt.

 

 

 

 

Hartz IV tötet immer noch – auch ganze Familien. Über die Opfer der Sanktionen gegen Deutschland.

Mittwoch, 28.11.2012. Eifel. Ich weiß, das ganze Geschreibsel über Hartz IV stört jetzt schon einige Leser. Habe ich schon mitbekommen. Aber nur weil Krieg und Goldpreis viel unterhaltsamer sind, verschwindet dieses Gräuel doch nicht einfach. Zudem ist es nur ein Ausdruck, eine Ausformung einer weltumspannenden Bewegung, die nichts weniger im Sinn hat als die Vernichtung der Lebensqualität und Lebensgrundlage vieler zugunsten der Fettlebe einiger weniger: ein Wahnsinnskrieg tobt da gerade, ein Krieg, der hauptsächlich erstmal wirtschaftlich geführt wird. Ja, Hartz IV stellt politische Sanktionen gegen das deutsche Volk dar - wir unterscheiden uns in dieser Hinsicht kaum von dem Iran, nur redet man mit uns nicht so deutlich darüber. Selbstverständlich sterben auch hier Menschen. Frank Schönwetter zum Beispiel, jener Aktivist, über den wir kürzlich geschrieben hatten: der wird übermorgen obdachlos, hat jetzt schon kein Geld mehr für Briefmarken. Den ersten Advent feiert Frank auf der Straße - bei Minus 10 Grad. Ja, ich weiß: er hatte uns versprochen, das das nicht geschehen wird. Er hat sich aber geirrt. Kann ja mal vorkommen.

Mittwoch, 28.11.2012. Eifel. Ich weiß, das ganze Geschreibsel über Hartz IV stört jetzt schon einige Leser. Habe ich schon mitbekommen. Aber nur weil Krieg und Goldpreis viel unterhaltsamer sind, verschwindet dieses Gräuel doch nicht einfach. Zudem ist es nur ein Ausdruck, eine Ausformung einer weltumspannenden Bewegung, die nichts weniger im Sinn hat als die Vernichtung der Lebensqualität und Lebensgrundlage vieler zugunsten der Fettlebe einiger weniger: ein Wahnsinnskrieg tobt da gerade, ein Krieg, der hauptsächlich erstmal wirtschaftlich geführt wird. Ja, Hartz IV stellt politische Sanktionen gegen das deutsche Volk dar – wir unterscheiden uns in dieser Hinsicht kaum von dem Iran, nur redet man mit uns nicht so deutlich darüber. Selbstverständlich sterben auch hier Menschen. Frank Schönwetter zum Beispiel, jener Aktivist, über den wir kürzlich geschrieben hatten: der wird übermorgen obdachlos, hat jetzt schon kein Geld mehr für Briefmarken. Den ersten Advent feiert Frank auf der Straße – bei Minus 10 Grad. Ja, ich weiß: er hatte uns versprochen, das das nicht geschehen wird. Er hat sich aber geirrt. Kann ja mal vorkommen.

Aktuell macht ja das Jobcenter Witzenhausen von sich reden. Dort berichtet Antenne Hessen über ganz neue Auswüchse der neudeutschen Asozialenkultur:

Ein weiterer Fall ist bekannt, wo man von einem hochschwangeren Teenager verlangt, trotz Mutterschutz einer Arbeit nachzugehen. Da dies durch die Schwangerschaft nicht möglich ist, sanktioniert Frau S. den 16-Jahre jungen Teenie mit 30% der Leitungen. Eine Katastrophe für die werdende Mutter.

Klar – mit 16 Mutter werden ist schon nicht gerade toll. Sich trotzdem für das Kind zu entscheiden, eine kleine Heldentat, denn: das eigene Leben ist dann im Eimer – für immer, denn die Zeit, die man wegen Geburt und Erziehung nicht im Hamsterrad mitrennt, holt man nie wieder auf. Was Antenne Hessen nicht weiß, aber mir aus verlässlicher Quelle zugetragen worden ist: Schwangere arbeiten zu schicken gehört zu den Richtlinien der Mitarbeiter. „Schwangerschaft ist keine Krankheit“, so der Leitsatz der Bundesagentur für Arbeit – Fehlgeburten durch Überlastung werden billigend in Kauf genommen.

Bei diesen Zuständen denkt man unwillkürlich an die Arschlochbeseitigungsinstrumente der französischen Revolution, bevor man sich wieder im Griff hat und vermeidet, auf das gleiche Niveau zu sinken wie der deutsche „Sozialstaat“.

Wen wollte man auch beseitigen? Die Mitarbeiter? Hören wir nochmal Antenne Hessen:

84 von 100 getesteten Sachbearbeitern / Jobcenter, waren überfordert mit Stresssituationen oder konnten einige Aufgaben nicht richtig lösen. So reagierte man auf gereizte Situationen, mit Ausbrüchen und Drohungen. Oftmals wollte man unserem Probanden das gesamte Geld Streichen, wenn er sich nicht sofort beruhigen würde.

Das sind die Kennzeichen eines Terrorregimes, das immer gerne die unfähigsten Dödel von der Straße holt, sie mit Macht ausstattet und dann auf die Bürger loslässt. Bei uns nannte man das früher mal die „SA“, wo der Krieg offener geführt wird, nennt man sie die „Todesschwadrone“.  Was hier perfide ist: erfüllen die Sachbearbeiter nicht ihre Zielvorgaben (die Sanktionierungsquote), kommen sie selbst ins Ghetto der Entrechteten.

Richtige Todesschadrone brauchen wir noch nicht. Das erledigen die Leute bei uns schon selber, siehe Welt:

Sie tötete ihre drei Kinder, schickte dem Vater SMS über die Morde. Später wollte sich die 38-Jährige auf der Autobahn umbringen. 

Ein Drama, über das die Welt oft berichtet. Man hätte die Geschichte auch anders schreiben können. Das Unternehmen des Vaters war insolvent, er war depressiv (ein Zustand, der immer mehr Menschen in Deutschland ergreift, auch ohne das das Jobcenter willkürlich ihre Restexistenz vernichtet) und … auf Hartz IV angewiesen. Dort landen Unternehmer immer sofort. Vater in der Klinik, Mutter mit drei Kindern vor der überforderten Sachbearbeiterin – noch Fragen? Ich höre bis hier das eifernde Gekeife „Nu machen Sie doch mal die Kinder ruhig„.

Hat sie gemacht. Die sind jetzt ruhig.

Ist natürlich alles nur Vermutung, vielleicht schwammen die auch in Geld.  Ich kenne selbst einen Unternehmer, der hat mehrere Mietshäuser, ein gut gehendes Geschäft mit Partybedarf, einen Mercedes-Benz der Luxusklasse und bezieht Hartz IV. Man muss halt wissen, wie das geht – und der Schritt vom Geschäftsmann zum Betrüger wird immer kleiner, je asozialer die Gesellschaft wird. Man weiß ja, wovor man fliehen muss.

Es gibt aber Studien, die belegen, das viele ihre Chancen in diesem System ganz realistisch sehen, siehe Handelsblatt:

Mehr als die Hälfte der aus einfachen Verhältnissen stammenden Menschen unter 30 Jahren glaubt nicht, dass in Deutschland ein Aufstieg in eine höhere soziale Schicht möglich ist. Einer neuen Studie zur Chancengerechtigkeit zufolge ist mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung überzeugt davon, dass Leistung sich nicht lohnt und allein das Elternhaus zählt. Der Glaube, sich durch Leistung verbessern zu können, sei aber eine Grundvoraussetzung dafür, sich verstärkt zu engagieren, sagte die Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts.

Hier ist es mal sehr wichtig, auf den Sprachgebrauch zu achten. „Aus einfachen Verhältnissen“ stammen dort die Menschen, während der Spiegel im gleichen Fall anders argumentiert:

Einmal arm, immer arm: Davon ist in Deutschland die Mehrheit der jungen Leute aus sozial schwachen Verhältnissen überzeugt.

„Sozial schwach“ sind Menschen mit einer Schwäche der Gemeinschaftsfähigkeit – Mörder, Diebe, Zuhälter, Vergewaltiger, Neoliberale oder Ausbeuter. Was der Spiegel meint, wenn er dieses Kampfwort der Unmenschen gebraucht, ist der Begriff „arm“ – also finanziell schwach. Das sollte der Spiegel aber wissen, denn er berichtet ja selbst darüber:

Dabei liegen die Karten seit Jahren offen auf dem Tisch. Der im Namen einer nebulösen Wettbewerbsfähigkeit in die Wege geleitete soziale Kahlschlag beispielsweise in Deutschland zeigt erste Effekte. Die Wirtschaft tut das, was man gerne „brummen“ nennt, mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,6 Billionen Euro ist das Land eine der größten Volkswirtschaften der Welt, die mit Abstand größte in Europa allemal. So reich ist unser Land, dass es sich sogar etwas so Unbezahlbares wie die Armut leistet. Nirgendwo in Europa – ausgenommen in Rumänien und Bulgarien – ist die Armut zuletzt schneller gewachsen. Fast drei Millionen Kinder leben unter der Armutsgrenze

Deutschland ist einer der weltweit führenden Armutsproduzenten!

Da werden die Agentenführer der deutschen Regierung begeistert sein, die Lobbyisten der Asozialen jubeln: Umbau Deutschland wird ein voller Erfolg. Wie der Iran bekommen wir Sanktionen aufgebrummt, aber anders als der Iran können die Bürger dieses Landes nicht hintenherum Geschäfte mit Gold machen, siehe Spiegel. Daran sieht man auch, wie ernst die „westliche Wertegemeinschaft“ ihre Gemeinschaft und ihre Werte nimmt: winkt einer mit Gold, dann ist der politische Sanktionswunsch sofort zweitrangig. Warum erklärt man das nicht unseren Arbeitslosen?

Ach ja – die mussten ihr erspartes Gold schon vorher abgeben, die leben eher unter den Bedingungen eines besetzten Landes – in einer der größten, brummenden Volkswirtschaften der Welt.

Irre, oder?

Nein, nicht irre. Deutschland hatte schon in den siebziger Jahren gestört. Die Gewerkschaften, die politischen Demonstrationen, die Bewegung der Grünen: da drohte Gefahr an der Ostfront der USA, das durfte so nicht lange weitergehen. Also erschuf man sich ein paar Instrumente, bestach ein paar hundert Politiker, Showmaster, Parteifunktionäre und Intellektuelle, um ein Klima zu schaffen, das wieder für Disziplin im Lande sorgte. Es wäre undenkbar gewesen, wenn die Bundesrepublik im Strudel des ökonomischen Putsches auf einmal zur Insel der Glückseligen geworden wäre, die fernab von aller Ausbeuterei ein funktionierendes alternatives demokratisches Wirtschaftssystem etabliert hätten – da musste dringend sanktioniert werden, sonst wäre das ganze Gerede von der Alternativlosigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung ja völlig unsinnig gewesen.

Die deutschen Bürger selbst – braucht man nicht mehr. Die sind über – weil demokratieverseucht. Die haben das Gerede nach dem Krieg über Menschenrechte und Demokratie  zu ernst genommen – und fühlten sich noch gut und edel dabei. Die will man nicht mehr, die sind zu teuer, ihre Gewerkschaften zu aufmüpfig, die Ausbeutungsquote der Bürger zu gering.

Nun – das ändert sich ja gerade im großen Stil – auch dank der von Goldman-Sachs konstruierten Euro-Krise, siehe Handelsblatt:

Statt Griechenland einen offenen Schuldenschnitt zu gewähren gibt es ein Bündel verschiedener Maßnahmen, die den Steuerzahler alle Geld kosten werden, die aber nicht so leicht zu durchschauen sind.

Wo der Steuerzahler für dumm verkauft wird, wird die Regierung zum Feind und Verräter – aber solche Worte benutzen wir hier nicht mehr, weil wir schon längst in der Sphäre der Alternativlosigkeit geistlos dahinvegetieren. Wir würden auch sonst merken, wohin die Reise geht, siehe Handelsblatt:

Im Wahljahr steigen die Renten, die Parteien beglücken die Ü65-Generation mit der Aussicht auf Mindestrente (SPD) oder Lebensleistungsrente (CDU). Dabei sagen Experten, dass das aktuelle Rentensystem keine Zukunft hat.

Wir können Europa nicht mehr bezahlen, wir können die Rente nicht mehr bezahlen – aber wir reden lieber nicht darüber, um die Konsumlaune nicht zu trüben. Das könnte ja dem Einzelhandel das Weihnachtsgeschäft vermiesen, bei dem man gerade (siehe Spiegel und Handelsblatt) ein dickes Plus erwartet, obwohl die Konsumlaune schon getrübt ist.  Das man von dem Geld dann mit Mineralöl verseuchte Schokolade kauft (siehe Spiegel) interessiert nur am Rande. Wir haben uns schon längst daran gewöhnt, von der Industrie nur noch mit fein verpackten Abfällen gefüttert zu werden. Fröhliche Weihnachten – an dem man Benzin nicht nur im Tank, sondern auch im Magen hat.  Für Leute mit „Benzin im Blut“ ein Superfest.

Unter den Sachbearbeitern, die gezwungenermaßen als Vollzugsbeamte der Armutvollstreckungsbehörden arbeiten, befinden sich auch Menschen mit einem Gewissen – und einem entsprechendem Urteilsvermögen, siehe Welt:

Dummerweise haben sie, als sie noch arbeiten konnten, ein Haus gekauft. Das müssten sie, nach dem Buchstaben des Sozialgesetzbuchs, verkaufen und den Gewinn erst einmal aufzehren, bevor sie Geld vom Staat bekommen. Jacobi ist vorhin vorbeigefahren und hat Fotos gemacht. Traurig betrachtet er das liebevoll restaurierte, wärmegedämmte Bauernhaus mit den Geranien vor den Fenstern. Ein Gesetz, das diesen Leuten nicht anders als durch Enteignung zu helfen weiß, nennt der gläubige Katholik „eine Perversion“.

Noch ein mutiger Mensch, der offen ausspricht, was alle denken, während die Medien das Gegenteil propagieren. Wir erfahren in dem Artikel auch nebenbei, wie viele Menschen schon als Opfer der Sanktionen gegen Deutschland in die Fänge der Armutsbehörde geraten sind:

Herr Jacobi hat via Computer den Zugriff auf 42 Millionen Datensätze. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung. Wer staatliche Leistungen beantragt, verzichtet faktisch auf die Privatsphäre. Da ist es für den gläsernen Bürger ganz gut zu wissen, dass er es mit einem Mann zu tun hat, der nicht nur gewissenhaft ist, sondern auch ein Gewissen hat.

Das erste Mal erfahren wir, wie viele Deutsche schon erfasst worden sind:

ZWEIUNDVIERZIG MILLIONEN!!!

Mal ein Grund, Farbe und Wortgröße deutlich zu verändern. Zweiundvierzig Millionen Deutsche – weit mehr als die Hälfte – sind von der Armutsvollzugsbehörde erfasst worden, ihre Vermögen sind registriert und zum Einzug vorbereitet. Zweiundvierzig Millionen Deutsche leben in einem von Arbeitslosigkeit verseuchten Umfeld. Sie sind halt nicht immer alle gleichzeitig arbeitslos – aber wir können doch wohl zurecht formulieren, das zweiundvierzig Millionen Deutsche in „ungesicherten Verhältnissen“ leben – und sei es auch nur, weil die Tochter mal drei Monate arbeitslos war.

Da die Jobcenter alle Daten erheben – unter Androhung drakonischer Strafen – haben wir also aktuell 42 Millionen gläserne Bürger … und nicht nur die drei- bis sieben Millionen Arbeitslosen, die man gelegentlich offiziell zugibt.

42 Millionen Bürger, die bis aufs Hemd ausgezogen werden, mit Müll gefüttert werden, sich das teuerste Gesundheitssystem der Welt leisten – mit äußerst miserablen Leistungen – und jetzt auch noch von ihren Ärzten verlassen werden, siehe Ärztezeitung:

Das Modell, die Kassenpraxis zwei Tage in der Woche zu schließen und in der Zeit in Teilzeit als Honorararzt oder in der Schweiz zu arbeiten, werde immer häufiger von Ärzten umgesetzt

Das sind die bestbezahltesten Ärzte Europas, laut Stepstone (wir berichteten) die Spitze der Besserverdiener in der BRD – und nachdem sie das alles abgeräumt haben, machen sie die Praxis dicht und verdienen zusätzlich noch im Ausland, während die Beiträge der Steuerzahler weiter in ihre Taschen fließen.

Unsere medizinische Versorgung gleicht bald der in einem sanktioniertem Land – aber wir wollen und dürfen das nicht so sehen. Eben sowenig wie die Gewalt in Altenheimen, siehe Ärztezeitung:

Gabriele Wilkens, Dozentin für Altenpflege an der Berufsfachschule in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen, schätzt die Dunkelziffer bei Gewalt in der Pflege „relativ hoch“ ein

Den letzten beißen die Hunde – schon jetzt kann man sehen, was für eine Welle an Gewalt über Deutschland hereinbrechen wird, wenn die 42 Millionen sanktionierten Deutschen in den Ruhestand gehen wollen und sich in einer erbärmlichen Altersarmut wiederfinden.

Schlechte medizinische Versorgung, grassierende Armut, minderwertige Nahrung: Kennzeichen eines sanktionierten Landes, die gekrönt werden von den Sanktionen der Atomlobby, die uns als Strafe für die Ausstiegsphantasien die Preise hochtreibt und den Strom abstellt, siehe Welt.

Wie das funktioniert in einem Land mit hochintelligenten Menschen? Nun – manchmal erfahren wir davon. Nicht immer, aber manchmal. So hat man auch die ganze deutsche Ärzteschaft bekommen und zu Geldsaugern umgebaut – und so bekommt man jeden, der an anderen Schaltstellen der Macht steht, siehe Handelsblatt:

Die abgewickelte WestLB hat Sparkassen-Chefs, Stadtwerker und Beamte auf Weltreise geschickt. Der Vorgang hätte ein Fall für den Staatsanwalt werden können, wenn die Bank nicht eine stille Lösung bevorzugt hätte.

„Stille Lösungen“ gibt es im ganzen Land – sonst würden ja die Zeitungen brennen müssen vor lauter Warnmeldungen. Wir finden diese Meldungen nur in der alternativen Presse, die täglich gegen die von der Regierung angeordneten Alternativlosigkeit anschreibt, siehe Hintergrund:

Jüngste Berichte, denen zufolge der taiwanesische Konzern Foxconn Fabriken in den USA errichten will, verdeutlichen, dass das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ nun in die vierte Phase eines Prozesses eingetreten ist, den man als eine „Rekolonialisierung“ bezeichnen könnte, der die USA wirtschaftlich auf einen „Dritte-Welt“-Status degradiert.

Das ist eine sehr gut Nachricht, die uns zeigt, welche Zukunft uns in Deutschland erwartet:

Foxconns Arbeiter hausen in überfüllten Schlafsälen, die sich auf dem Werksgelände befinden. Sie arbeiten in 12-Stunden-Schichten und sind üblicherweise gefährlichen Bedingungen ausgesetzt. Jüngst erkrankten 137 Arbeiter, nachdem sie iPads mit giftigen Chemikalien reinigen mussten. In den letzten fünf Jahren haben sich 17 Foxconn-Beschäftigte während der Arbeit das Leben genommen. Netze wurden rund um das Werk installiert, um jene Arbeiter aufzufangen, die aus den Fenstern springen.

Das ist unsere Zukunft, auf die wir mit großen Schritten zumarschieren. Die Altenheime dieser Zukunft werden – aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen, die mit Faschismus nichts zu tun haben – alternativlos an Konzentrationslager erinnern (falls sich dann überhaupt noch jemand an diese Todesfabriken erinnern kann). Die Zustände für Arbeiter und Angestellte werden kaum besser sein – aber ihre Lager liegen näher am Büro.

Das ist politisch so gewollt – und an vielen Dritte- und Zweite-Welt Ländern erfolgreich erprobt worden, bis man sich traute, das auch an der ersten Welt auszuprobieren – wir stehen ja nicht allein an dieser Front, sondern gehören – wie die USA selbst – zu den Opfernationen, die zur Ausschlachtung freigegeben worden sind.

Das Prinzip ist immer das Gleiche: man finanziert durch massive Verschuldung des Staates eine „Herrenkaste“, die dann – finanziell super ausgestattet, aber im sozialen Bereich ausserordentlich schwach ausgebildet – zum Melken der Eingeborenen antritt.

In Deutschland hat diese Bewegung einen Namen: Hartz IV.

Manche denken immer noch, es ging um die harmlose Zusammenlegung von Arbeits- und Sozialhilfe – das sind die, die auch dachten, in der Weihnachtsschokolade sei kein Mineralöl.

Dabei geht es um nichts anderes, als das, was man im Umgang mit feindlichen Nationen immer macht: das Volk durch Sanktionen in die Knie zwingen.

Alle Völker – der ganzen Erde.

 

 

 

 

 

 

Deutsche Presse verkündet das Ende Europas und die Existenz von Verschwörungen

Freitag, 16.11.2012. Eifel. Während draußen in der Welt alles in Ordnung ist, ist hier die Hölle los. Unser Anglergeschäft schließt - mitten im deutschen Riesenaufschwung. Eine kleine Katastrophe für unser Ländchen. Wie gut, das viele wegziehen wollen, weil sie die Kanalanschlußgebühren nicht bezahlen können oder die hohen Wasserkosten, die wir solidarisch für die Versorgung von Aachen und Köln bezahlen. Ja - wir haben hier mit die höchsten Wasserkosten in Deutschland. Wir haben ja auch das meiste Wasser in Deutschland. Das ist Kapitalismus  - wir subventionieren seit Jahrzehnten die reichen Großstädte, während unsere Straßen zerfallen. Aber natürlich ist die Welt draußen auch nicht in Ordnung, die Lumpenmedien verstecken die Wahrheit nur geschickter. Lediglich den konservativen Journalisten rutscht manchmal noch ein wahres Wort heraus: sie sitzen schon im sicheren Boot und müssen sich nicht mehr so anbiedern wie ihre linken Kollegen. Um heute zur Wahrheit zu kommen, müssen wir jedoch ein wenig ausholen - bis nach Nordkorea. Wer berichtet aktuell darüber? Die konservative Welt:

Freitag, 16.11.2012. Eifel. Während draußen in der Welt alles in Ordnung ist, ist hier die Hölle los. Unser Anglergeschäft schließt – mitten im deutschen Riesenaufschwung. Eine kleine Katastrophe für unser Ländchen. Wie gut, das viele wegziehen wollen, weil sie die Kanalanschlußgebühren nicht bezahlen können oder die hohen Wasserkosten, die wir solidarisch für die Versorgung von Aachen und Köln bezahlen. Ja – wir haben hier mit die höchsten Wasserkosten in Deutschland. Wir haben ja auch das meiste Wasser in Deutschland. Das ist Kapitalismus  – wir subventionieren seit Jahrzehnten die reichen Großstädte, während unsere Straßen zerfallen. Aber natürlich ist die Welt draußen auch nicht in Ordnung, die Lumpenmedien verstecken die Wahrheit nur geschickter. Lediglich den konservativen Journalisten rutscht manchmal noch ein wahres Wort heraus: sie sitzen schon im sicheren Boot und müssen sich nicht mehr so anbiedern wie ihre linken Kollegen. Um heute zur Wahrheit zu kommen, müssen wir jedoch ein wenig ausholen – bis nach Nordkorea. Wer berichtet aktuell darüber? Die konservative Welt:

Der neue Seitenhieb auf die Armee im Pjöngjanger Sportschießstand passt deshalb zu den seltsamen Meldungen über Kim Jong-un, den jungen Killer, der einen Vize-Verteidigungsminister sogar auf besonders bestialische Weise habe hinrichten lassen – als Zielscheibe für eine Granatwerferübung.

Grausam, oder? Kommt aber noch besser:

Deshalb machte die in Seoul lancierte Meldung Furore, dass der im Juli abgesetzte Generalstabschef Ri Yong-ho bei seiner Festnahme in einem Feuergefecht schwer verwundet oder sogar umgekommen sei, zusammen mit 20 bis 30 seiner Leibwächter.

Man muss schon genau hinhören, um die politischen Feinheiten der Argumentation herauszuhören:

 Zur selben Zeit verschwand Kim Jong-un für vier Wochen aus der Öffentlichkeit. Kurz nach seinem Wiederauftauchen wurde die Absetzung Ri Yong-hos „aus gesundheitlichen Gründen“ bekanntgegeben. Gesundheitliche Gründe? Das war für manche Beobachter zu wenig.

„Seltsame Meldungen“, „lancierte Meldungen“, Beobachter, die der Regierung Lügen unterstellen: wissen Sie, was wir hier haben? Eine astreine Verschwörungstheorie über einen geheimen Machtkampf in Nordkorea.

Wie kann das sein?

Wir wissen doch, das Verschwörungstheorien verboten sind! Das ist doch was für irre Selbstdarsteller, die von geheimen Plänen der Weltelite fantasieren und den „demokratisch“ bestimmten Regierungen nicht gehorchen wollen! Wieso darf man das jetzt ganz offiziell so machen?

Nun – es geht um die Elite eines Feindlandes. Da darf man das. Die sind „böse“, die machen so etwas. Wir sind „gut“, wir machen so etwas nicht – das ist jedenfalls die Vorgabe, an die sich die Lumpenpresse Tag für Tag halten muss. Wir lügen auch nicht offensichtlich, wir schummeln uns eher an der Wahrheit vorbei, in dem wir die Bürger mit so vielen Nachrichten überschütten, das sie zwei Wochen bräuchten, um alleine die Meldungen eines Tages zu verarbeiten. Dann bringen wir noch alles kunterbunt durcheinander, so dass schon alleine das Sortieren Tage in Anspruch nehmen würde … und in diesen Tagen bringen wir noch viel mehr Müll, durch den sie sich wühlen müssen. So kommt niemand auf die Idee, das es völlig legitim und legal ist, sich über „Verschwörungen“ (also mit Absicht und Plan unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgezogene Politik mächtiger Interessengruppen) Gedanken zu machen – vor allem nicht über die Spielereien der mächtigsten Interessengruppe der Welt: der US-amerikanischen Konzerne und ihrer Nutznießer.

Ein Beispiel für die Art und Weise, mit der unsere Lumpenmedien (also die Medien der Lumpenelite) die Interessen und Aktionen ihrer Finanziers verschleiern, erleben wir aktuell: die größte europäische Demonstration gegen die Politik der Lumpenelite seit Beginn der „Krise“ taucht nur ganz kurz in den Medien auf. „Halb Europa protestiert gegen das Kaputtsparen„, titelt die Welt und stellt heraus, weshalb wir hier einen historischen Zeitpunkt erlebt haben:

Es ist eine bislang einmalige Aktion: Millionen Arbeiter in den EU-Krisenländern streiken zeitgleich gegen die Sparpolitik ihrer Regierungen. Der Flug- und Zugverkehr ist erheblich beeinträchtigt. 

„Eine bislang einmalige Aktion“ … von der heute schon niemand mehr spricht.

Millionen Europäer protestieren mit Streiks und Kundgebungen gegen die Sparpolitik in ihren Ländern. In Spanien und Portugal fuhr kaum noch ein Zug. Hunderte Flüge wurden gestrichen, und Fabriken blieben geschlossen.

So die Welt in einem weiteren Artikel, während der Spiegel – hier ganz Regierungsorgan – zur gleichen Zeit beruhigend schreibt, das die Streiks nur die südeuropäischen Länder betreffen und die „Zusammenstöße“ (ein Wort, das eher für Unfälle als für Bürgerkriege steht) in einem weitern Artikel als ein auf Spanien beschränktes Phänomen darstellt – jedenfalls in der Überschrift. In der linken TAZ oder dem linken „Neuen Deutschland“ wird dieser historische Kampftag europäischer Gewerkschaften heute mit keinem Wort mehr gewürdigt, dafür erfahre ich etwas über Ökostrom aus Koks und die „Damenschachgala“ des Neuen Deutschland – und merke, das ich weiß, warum ich da eigentlich gar nicht  mehr lese.

Dafür finde ich heute eine entsprechende Würdigung der aufgeführten Dramen in der Welt:

In Madrid ging die Polizei mit Schlagstöcken und Gummigeschossen gegen Demonstranten vor, die nichts verbrochen hatten, außer dass sie lautstark gegen die Sparpolitik der Regierung demonstrierten.

Wer die Bilder der prügelnden Polizisten im Fernsehen sah, die wahllos auf die demonstrierenden Madrider Bürger eindroschen und auch nicht aufhörten, wenn diese schon auf dem Boden lagen, der musste befürchten, der 1975 verstorbene Diktator und General Francisco Franco sei wieder auferstanden und habe das Kommando über seine Guardia Civil übernommen.

Aus Brüssel, wo man gern über Menschenrechte im Zusammenhang mit Themen wie Geldwäsche und Emissionshandel redet, kam kein Wort des Entsetzens, nicht einmal ein Wörtchen des Mitgefühls für die Opfer der spanischen Staatsgewalt.

Deutliche Worte oder? Titel des Artikels:

Der Anfang vom Ende der Europäischen Union

Die europäische Union, zusammengeprügelt von der spanischen Polizei, die nach aktueller Rechtslage auch in Deutschland hilfsweise eingesetzt werden könnte. Wenn wir uns jetzt kurz mal erlauben, jenen Blick, den „Beobachter“ auf Nordkorea werfen auf Europa zu lenken – mit den gleichen Methoden – was sagt uns dann das bisher Erkannte?

Das weite Teile der linken Presse lahmgelegt sind (über die Methoden darf man dann noch gesondert berichten) und das das „Establishment“ eine konzertierte Strafaktion gegen Spanien und Portugal verhängt hat. Merkwürdigerweise kam es nur dort zu „Eskalationen“, die konservative Autoren an die Widergeburt des Faschismus erinnern, während linke Autoren sich mit Nachrichtennippes beschäftigen.

Der Grund ist einfach, siehe Tagesschau: in Spanien und Portugal gab es Generalstreiks – die einzige Waffe, die den neuen Faschismus in Europa entlarven und bremsen kann …  und deshalb musste dort ein Exempel statuiert werden. Jedenfalls würden wir dies lesen, wären diese Phänomene in Nordkorea beobachtet worden – jenem Land, bei dem wir noch über die Politik der Mächtigen nachdenken dürfen.

Kanzlerin Merkel unterrichtet uns auch über die Grenzen und Möglichkeiten der neuen postdemokratischen Ära – in aller Öffentlichkeit, siehe Welt (die in dem Artikel bezeichnenderweise erwähnt, das Merkel auch auf „seltsame“ und „skurrile“ Fragen antwortet):

Dass in Portugal und Griechenland demonstriert werde, wenn sie komme, könne sie gut verstehen. „Das ist schwer für die Menschen dort. Wenn auch nur die Hälfte davon bei uns umgesetzt würde, da wäre ganz schön was los, das sage ich Ihnen.“ Sie, die 37 Jahre in einer Diktatur gelebt habe, finde die Demonstrationen sogar gut: „Ich bin heilfroh, dass die demonstrieren dürfen.“

Ja, demonstrieren dürfen die – aber nichts ÄNDERN. Ein bisschen Trillerpfeifenmarsch, ein paar bunte selbstgemalte Bilder hochhalten, mächtige Wort machen: das ist alles erlaubt. Generalstreik aber … der ist verboten und wird mit Gummiknüppel, Gas und Gummikugeln niedergeschlagen. Generalstreik könnte halt was ändern – da kommt dann schnell die grobe Kelle. Keiner macht sich Gedanken über die seltsamen Nachrichten aus Portugal, wo kürzlich erst Polizei und Militär gegen den Terror durch Sparmaßnahmen demonstriert haben, jetzt aber von einer kleinen Gruppe Unbekannter mit Steinen und Flaschen beworfen werden … das würde im Lande der Nelkenrevolution doch kein vernünftiger Demonstrant tun. Aber – so folgert unser gedachter  „Beobachter“ – dafür kann man ja auch Leute bezahlen. Für die Unterdrückung von Generalstreiks darf einem nichts  zu teuer sein, das weiß man in den Planungsabteilungen der Konzernverbände.

Zurück nach Deutschland – jenem Land, in dem nur noch sehr verhalten demonstriert wird. Das hat – so weiß unser Beobachter, der seinen Blick jetzt mal von Nordkorea und Europa ab- und Deutschland zuwendet – auch seine Ursachen. Demonstrieren können in Deutschland nur Studenten, Schüler, Rentner und Arbeitslose, die anderen stehen schon unter kontinuierlicher Beobachtung der „Arbeitgeber“, die durch McKinsey und Konsorten durch jahrzehntelange Wühlarbeit auf Kurs gebracht worden sind. Nach einem aktuellen Gerichtsurteil können die noch nicht mal mehr einen Krankentag vortäuschen, um an Demonstrationen teilzunehmen (siehe Welt) – und offiziell einen Urlaubstag einzureichen, um an einer Demonstration teilzunehmen, dürfte den Allermeisten schon zu riskant sein: ganz schnell landet man ohne Wohnung und Nahrung in der Unrechtshölle von Hartz IV, gejagt von der gesamten deutschen Presse. Das kann man nicht riskieren, vor allem, wenn man Verantwortung für Kinder hat.

Dabei müsste man gerade wegen der Kinder Deutschland durch einen Generalstreik lahmlegen, denn auf die meisten von denen wartet keine schöne Zukunft: es zerbricht ja nicht nur die demokratische Zukunft des politischen Europa, auch die wirtschaftlichen Grundlagen brechen weg. Auch in Deutschland gibt es erste Anzeichen für eine Immobilienblase, die die gesamte Finanzstabilität zusätzlich in Gefahr bringt (siehe Handelsblatt), erneut eskalieren Immobilienpreise, ohne das ein wirklicher Wert dahinter steht. Die „liberalisierten“ Strommärkte haben aktuell 700 000 Kunden um ihr Geld gebracht (siehe Welt), ein groß angelegtes „täuschen und tricksen“ macht den Verbraucher zum Freiwild der Konzerne, die – wie wir jetzt in München gesehen haben (siehe Welt) – auch mal den „Blackout“ demonstrieren, damit der Bürger weiß, wo der Hammer hängt und merkt, das man ihm das Stilllegen der Atomkraftwerke nicht straflos durchgehen lässt. Auch preislich wird er dafür sanktioniert, das er es gewagt hat, Hand an die hoch subventionierte Goldene Kuh der Energiewirtschaft zu legen: Preissteigerungen von 13% im nächsten Jahr sind erst nur der Anfang einer Entwicklung, die einen neuen Begriff in Deutschland hervorgebracht hat – die STROMARMUT – siehe Welt:

In der Tat gewinnt die Debatte um Stromarmut an Fahrt. Verbraucherschützer und Sozialverbände weisen darauf hin, dass beispielsweise Mieter bei der Finanzierung der erneuerbaren Energien übermäßig belastet werden. Mit ihrer Stromrechnung sind sie gezwungenermaßen Co-Finanzier der Besitzer von Photovoltaikanlagen.

Leben ohne Strom wird für viele Deutsche im reichen und hochindustrialisierten Deutschland Alltag werden, die Folgen der gesetzlich zementierten Umverteilung der Vermögen der Armen auf die Konten der Reichen zeigen immer deutlichere Wirkungen. Während hochbezahlten Fernsehclwons ihre von GEZ-Gebühren bezahlte Luxusschlösser am Rhein aus Spaß verkaufen (siehe Welt) nimmt die Armut jener, die diese Schlösser finanzieren mussten, immer weiter zu, siehe Welt:

In Leipzig, Dortmund, Duisburg, Hannover, Bremen und Berlin lebt demnach zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Währenddessen erwähnt der Spiegel ein Phänomen, das sich die Wissenschaftler nicht erklären können:

Das Ergebnis zeigt, dass zwar in den meisten Großstädten – wie im gesamten Bundesgebiet – der Anteil der Menschen sinkt, die Hartz IV beziehen.

Besonders irritierend sei, dass die Armut weiter gestiegen ist, obwohl die Arbeitslosigkeit zurückging. Als ein möglicher Grund wird der gewachsene Niedriglohnsektor genannt. Denkbar sei, dass bei einer wachsenden Gruppe von Beschäftigten das Einkommen gerade über der Hartz-IV-Grenze liegt.

Kaum jemand denkt daran, das vielleicht auch die ständig neuen Rekorde von Sanktionen bei Hartz-IV-Abhängigen (zusätzlich zu den bekannten statistischen Tricks der Bundesagentur für Arbeit, mit denen die Statistiken schöngerechnet werden) für sinkende Zahlen sorgt – wobei die Anzahl jener Arbeitslosen, die von Opa, Oma oder ihren Eltern (auch im Rahmen der „Bedarsgemeinschaft“, die die Arbeitslosenversicherung den Eltern aufbürdet, während ihre eigenen Beiträge für die Arbeitslosenversicherung ohne jede Gegenleistung weiterlaufen) OHNE JEGLICHE ZUWENDUNG VON STAATLICHER SEITE finanziert werden und in Arbeitslosigkeit verharren nie berücksichtigt wird. Im Umfeld meiner Verwandschaft sind das gut ein dutzend Jugendliche, die so dahinvegetieren – aber niemals als „Leistungsempfänger“ auftauchen noch irgendwelche Förderung erhalten.

Wir sehen: wir hätten Grund genug, ebenfalls zum Generalstreik anzutreten – auch wenn der in Deutschland verboten ist. Deutschland ist jener Angelpunkt, von dem man aus ganz Europa aushebelt, durch die Demoralisierung der politischen Kaste sind die politischen Parteien (unabhängig von ihrer politischen Farbenwahl) völlig kraft- und machtlos geworden – was man auch täglich in den Medien erkennen kann. So liest man in der Welt einen Kommentar, der die Affäre um einen grünen Schatzmeister auf den Punkt bringt:

Der Vorzeige-Grüne hat
1. Als Zuhälter Immigrantinnen auf den Strich geschickt
2. Sozialbetrug begangen
Das ist ja nunmal sowas von Wasser-predigen-Wein-saufen-Grün!
Dass er aber die verkommenste Partei Deutschlands betrog und schädigte sollte strafmindernd behandelt werden.

Ein weiterer Kommentator bringt das deutsche Politik-System auf einen kleinsten, gemeinsamen Nenner:

Auch Steinbrück nimmt die staatlichen Transfergelder für den Grundbedarf und verdient sich durch selbstständige Tätigkeiten ein wenig hinzu. Das ist das Geheimnis des Erfolges: gesichertes, bedingungsloses Grundeinkommen vom Staat beflügelt zur zusätzlichen Kreativität.

Dieser offiziell ausgelebte Kult der Selbstbereicherung durch geschickte Ausnutzung der Ämterwürde ist nicht gerade neu – wäre hier Nordkorea, würden die Medien Zeter und Mordio schreien über das korrupte System … und sie würden sehr sensibel auf die Äußerungen eines Michail Gorbatschow reagieren, der aktuell den Zerfall der Sowjetunion bedauert und nebenbei auf einen sehr bedenklichen „Maulkorberlass“ hinweist, siehe Welt:

Auf der Präsentation am Dienstag verzichtete er allerdings auf eine direkte Kritik des modernen politischen Systems in Russland und verwies nur auf seine früheren Aussagen, sowie darauf, dass Putin ihm mitteilen ließ, er solle besser seinen Mund halten.

Für den heimlichen Beobachter Nordkoreas, der nun seinen Blick auf Europa lenkt, bahnt sich Unheimliches an, weiß er doch, das Putin ein guter Freund von Gerhard Schröder und Berlusconi ist, problemlos erkennt man Machtkonstellationen, die die gesamte europäische  Demokratie erfolgreich untergräbt, um sich gleich mehrere goldene Nasen zu verdienen. Jede linke Zeitung – wenn es denn noch welche gäbe – würde sich auf diesen Sachverhalt stürzen, zeigt er doch, das die wahre Schutzmacht des europäischen Bürger die Sowjetunion war, die als wirksame Gegenmacht dem Staats- und Konzernterror durch ihre bloße Präsenz Einhalt gebot.

Was haben wir stattdessen?

Wer die Bilder der prügelnden Polizisten im Fernsehen sah, die wahllos auf die demonstrierenden Madrider Bürger eindroschen und auch nicht aufhörten, wenn diese schon auf dem Boden lagen, der musste befürchten, der 1975 verstorbene Diktator und General Francisco Franco sei wieder auferstanden und habe das Kommando über seine Guardia Civil übernommen.

So der konservative Journalist Hendry M. Broder, nach Wikipedia einer der führenden deutschen Journalisten und Meinungsmachern, dessen Eltern zu den Überlebenden deutscher Konzentrationslagern gehörten – der Mann weiß, wann Politik ernst wird.

Leider dürfen wir die Methoden, mit denen wir die Machtkämpfe in Nordkorea analysieren, nicht auf die aktuellen Geschehnisse in Europa übertragen – und wir merken jetzt auch, warum das so ist:

uns würde Angst und Bange werden vor dem, was sich dort demaskieren ließe … nichts weniger als das Ende des demokratischen Europas und die Existenz von effektiven und erfolgreichen Verschwörungen.

 

 

 

 

 

Deutschland im Herbst: Geld für Gierige, Psychiatrie für Hartz IV – Kritiker, Tod für Arme – und eine Rüge der UN.

Deutschland im Herbst: Geld für Gierige, Psychiatrie für Hartz IV - Kritiker, Tod für Arme - und eine Rüge der UN.

3.November 2012. Eifel. Im Prinzip ist das Leben wunderbar. Einfach mal auf den Klang der Erde hören – den gibt es hier, Details zum Klang hier. Erinnert an Vogelgezwitscher. Jetzt weiß man endlich, woher die fliegenden Künstler die Inspiration für ihre Gesänge her haben. Das gibt Aussicht auf eine große Harmonie, die auf Erden herrscht – eine Harmonie, die schnell durchbrochen wird, wenn man sich das Treiben der Menschen anschaut. Wie erwartet, wird ein neuer politischer Mord offenbar: war wohl doch eine Bombe an Bord der Maschine, die Polen 2010 kopflos gemacht hat. Auch Turgut Özal, türkischer Ministerpräsident/Staatspräsident soll 1993 ermordet worden sein, wie aktuelle Untersuchungen nahelegen.  In Syrien wird auch gemordet.  Al Kaida ruft dazu auf, das noch viel intensiver zu tun, Frankreich, Großbritannien und die USA geben offiziell 40 Millionen Dollar dazu, mit deren Hilfe der Widerstand Massenerschießungen an Soldaten vornimmt, die sich schon ergeben hatten.  Man fragt sich: was finanzieren die eigentlich alle sonst noch so – und über welche Kanäle? Die Franzosen geben es bar an Gewährsleute, die es dann verteilen. So läuft das – international. So macht man erfolgreich Politik, ohne auf Wahlergebnisse zu warten. Manchmal sieht man schon im Vorfeld einen geeigneten Kandidaten, den man dann mit „aufbaut“. Eine Investition, die sich lohnt – folgen doch nach dem Aufbau kleine Freundschaftsdienste, die sich lohnen. Doch genug von der schmutzigen, bösen Weltpolitik, hin zum sauberen Deutschland, jener Insel der Glückseligen,  die ihre Aussenwelt zunehmend nur noch über Bildschirme wahrnehmen und somit von vielen häßlichen Wahrheiten verschont bleiben.

In Deutschland macht gerade ein Kanzlerkandidat von sich reden: Peer Steinbrück. Ein Mann, der laut Wikipedia in seinem Leben immer nur vom Steuerzahler gelebt hat und das jetzt – als Vorbild für andere Arbeitslose –  mit aller Gewalt ändern will. Deshalb hält er ganz viele Vorträge und wird dafür vorzüglich von Gewährsleuten bezahlt – unter anderem von den Bochumer Stadtwerken.  Laut Tagesschau haben weder Steinbrück noch SPD jemals Kontakt mit den Bochumer Stadtwerken gehabt – die verteilen das Geld der Stromkunden einfach so unter die Leute: Fischer und Gauck haben auch dicke was bekommen. Die SPD ist darauf sogar noch stolz – denn nur so kann sie sich herausreden, das der Steinbrück das Geld selbst eingestrichen hat, obwohl es angeblich für Spendenzwecke zur Verfügung gestellt wurde – aber auch das ist jetzt unsicher, denn die Stadtwerke wollen sich nach einer aktuellen Meldung zu dem Fall nicht mehr äußern. Fraglich bleibt: warum kriegt der überhaupt soviel Geld? Und was ist mit dem Verdacht, das er vor der Wirtschaftselite (wie aktuell in Frankfurt, siehe FTD) anders redet als vor der Parteibasis, die ihn – nebenbei bemerkt – nie gewählt hat? Was ist an dem Vortrag in Bochum 25 000 Euro wert gewesen? Das fragen sich auch die Grünen in NRW, siehe Welt:

Für die Grünen im NRW-Landtag ist das Verhalten der Stadtwerke schlicht nicht nachvollziehbar. In einem Brief an die Stadtwerke drängt Grünen-Fraktionschef Reiner Priggen: Er könne „die Beweggründe für derartige großzügige Honorierung nicht nachvollziehen“.

Ganz anders natürlich die Oberbürgermeistersozialdemokratin aus Bochum:

Also fragte die „Welt“ Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD), die auch Aufsichtsratschefin der Stadtwerke ist. „In der Regel, wenn sie zum Beispiel bestimmte Sponsoring-Maßnahmen haben in einer bestimmten Größenordnung, dann ist das Sache der Stadtwerke. Das finde ich auch richtig so“, antwortete sie. „Wenn ein Unternehmen entscheidet, dass es wichtigen Kunden einfach einen interessanten Abend mal bietet, dann finde ich das völlig in Ordnung.“

Wie nennt man das, wenn man wichtigen Kunden einen interessanten Abend bietet? Marketing – oder Korruption, je nach Perspektive. Ich frage mich, wann ich mal zu einem interessanten Abend eingeladen werde – immerhin bezahle ich auch Strompreise … und zwar jedes Jahr mehr. Viele können die Strompreise schon nicht mehr zahlen. Denen wird der Strom dann abgestellt, anstatt dass man aus sozialen Gründen andere Möglichkeiten sucht – das das nicht geht, versteht jeder, der Steinbrücks Honorare sieht – Fischer und Gauck kommen sicher auch nicht nur für Bockwurst mit Brötchen. „Strom abstellen“ hört sich so einfach an … dabei hat es tödliche Folgen. Man kann eine Woche ohne Essen überleben, drei Tage ohne Wasser und einen Tag ohne Wärme, bläute mir einst ein Überlebenstrainer ein, während er mir beibrachte, mit Steinen und Birkenrinde Feuer im Wald zu machen.  Es nützt auch nichts, wenn das Jobcenter theoretisch die Heizkosten übernimmt, die Ölheizung aber mangels Strom für die Zündung gar nicht mehr anspringt.

Das so etwas Armen dann das Leben kostet – jenseits der großen Medienöffentlichkeit – wird selten vergegenwärtigt. Dabei nimmt die Zahl der Todesfälle zu, wie gegen-hartz informiert:

In dieser verzweifelten Lage versuchen Betroffene den fehlenden Strom nach einer Abschaltung mit Kerzen, Campingkochern oder Notstromaggregaten in den häuslichen vier Wänden auszugleichen. Dabei kommt es nicht selten zu folgenschweren Unfällen. Im August verbrannten beispielsweise vier Kinder nach einem Kerzenbrand in Saarbrücken, in Bochum erlitt ein Elternteil schwere Verbrennungen, das Kind erlitt glücklicherweise nur leichte Verletzungen nach dem Handtieren mit einem Campingkocher. In Niedersachsen starben Menschen, die aufgrund der Stromabschaltung sich mit einem Stromaggregaten beholfen hatten.

In einem aktuellen Fall in Thüringen starb ein Vater und seine drei Kinder. Der Vater der Familie hatten ebenfalls einen Notstromaggregat betrieben, weil die Stadtwerke den Strom abgeschaltet hatten. Dabei hatten sich giftige Gase in der Wohnung verteilt, woraufhin vier Menschen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung verstarben.

So starben die Leute früher auch – deshalb haben wir überall diese Leitungen aufgehängt, damit jeder von diesem Strom etwas abbekommen kann. Leider ist der inzwischen so teuer (weil man ja wichtigen Kunden teure Referenten bieten muss), das man wirklich nicht mehr jeden Depp damit beliefern kann. Die äschern sich dann lieber selbst schnell ein anstatt einen fiesen Kältetod zu sterben.

So ist das halt mit Hartz IV: wer nicht schnell genug rennt, stirbt. Oder kommt in die Psychiatrie. Dem Nachrichtenspiegel liegt ein Urteil des Sozialgerichtes München vor, in dem eine Totalsanktionierung aufgehoben wurde (Aktenzeichen S 16 AS 421/12 ER). Hintergrund der Sanktionierung: der Arbeitslose war durch „Verunglimpfungen“ der Arbeitsagentur auffällig geworden, diese schickte ihn umgehend zu ihren Psychiatern. Er ging nicht hin (wer lässt sich schon gerne für „bekloppt“ erklären, um anschießend nicht mehr arbeiten zu können?), worauf man ihm seine komplette Grundsicherung strich. Das war natürlich Mumpitz, aber zeigt, was inzwischen möglich ist.  Ich habe eine schriftliche Stellungnahme des Sanktionierten, der seine Meinung zum Jobcenter im Originalton wiedergibt:

Außerdem hatte ich zu meine Zeiten als Taxler von diversen Fahrgästen Geschichten bezüglich des Hartz 4 System gehört die ich zu dem Zeitpunkt gar nicht glauben konnte, heute weiss ich es besser….meiner Ansicht nach handelt es sich hier tatsächlich um staatlich organisierten Menschenhandel also eine moderne Form des Sklavenhandels und die modernen Sklavenhändler heißen Zeitarbeitsfirmen, die ja auch oft genug von ehemaligen Politikern betrieben werden….

Nun – wer eine solche Meinung hat, hat scheinbar in Deutschland nichts mehr zu suchen – und kriegt noch nicht mal Geld für Campingkocher oder Teelichter, mit denen er dann seine Wohnung anzünden kann.

Dabei hat er noch Glück gehabt. Seine Richterin wandte die Sanktion ab (wir werden über diesen Fall noch detalliert berichten). Anderen in Deutschland geht es nicht so gut, wie die Tagesschau meldet:

Die Studie kommt auch zum Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Anwälte davon ausgehen, dass ihre Mandanten falsche Geständnisse ablegen, um einer drohenden höheren Strafe zu entgehen. Sobald eine Bewährungsstrafe angeboten werde, ließen sich die Angeklagten häufig auf den „Deal“ und ein Geständnis ein.

Sie haben den Mord vielleicht wirklich nicht begangen, aber wenn Sie geständig sind, bekommen Sie nur 20 Jahre anstatt lebenslänglich!“ – wer würde ein solches Angebot schon ausschlagen? Was manchem vielleicht harmlos vorkommt, erscheint aus anderem Blickwinkel höchst gefährlich – die ersten Anzeichen einer Willkürjustiz machen sich breit – nicht nur im Jobcenter, sondern auch im Gerichtswesen.

Sieht man sich diese Fälle im Einzelnen an, so wirken sie alltäglich. Ihre Brisanz bekommen sie dadurch, das man sie zusammenbringt. Erst dann merkt man, wohin die Reise geht. Deutschland im Herbst 2012 liefert ein Bild von sich ab, mit dem man keinen großen Blumentopf gewinnen kann – das sagt jetzt auch die UN, siehe Lebenshaus Alb:

Ferner äußern sich die UN-Experten „besorgt über ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen von Polizisten gegen Verdächtige und von Gefängniswärtern gegen Häftlinge“. Der UN-Menschenrechtsauschuss beklagt auch unhaltbare Zustände in Pflegeheimen für ältere Menschen. Demenzkranke würden an ihre Betten gebunden oder in abgeschlossenen Räumen quasi gefangen gehalten.

Wie gut, das wir die Alten bald ins Ausland verschicken können – da sind wir dann die UN-Beobachter los. Vielleicht machen die Richter mit denen dann auch einen Deal: „Gut, wenn Sie nicht nach Weißrussland wollen, dann schicke ich sie eben in die Ukraine. Oder sie sperren sich ganz, dann geht es ab nach Thailand“.

Schöne Zukunftsmusik, oder?

Und das scheint unausweichlich zu sein, denn im Alter werden wir alle Arm werden. Eine „giftige Finanzrepression“ vernichtet heimlich unser ganzes Geld, sagt die Welt – und weist schon mal vorsorglich auf die Folgen hin, die denen einer Hyperinflation gleichen:

Die Weimarer Hyperinflation hat den deutschen Mittelstand zerstört und maßgeblich mitgeholfen, die NSDAP groß zu machen. Deutsche Anleger sind deswegen historisch darauf geeicht, inflationäre Gefahren frühzeitig zu erkennen. Es stellt sich damit aber die Frage, ob wir in der Euro-Krise Anzeichen für eine Hyperinflation suchen, die es gar nicht gibt?

Offensichtlich unterschätzen wir die derzeitige Finanzrepression. Oder ist sie gar gewollt? Finanzrepression wie Hyperinflation sind in ihrer Wirkungsrichtung identisch: sie entschulden den Staat, enteignen die Vermögenden und bewirken eine Umverteilung vom Sparer zum Schuldner.

Darf man das noch fragen: ist sie gewollt? Darf man überhaupt noch darüber spekulieren, welchen Willen die Herrschenden haben, die Politiker, die Banker, die Manager, die Parteibosse … oder ist das nicht schon ein Bruch des Verschwörungstabus? Eine mutige Frage, heutzutage. Die Zerstörung des Mittelstands schreitet täglich weiter fort, die Zerrüttung der Demokratie ist schon soweit fortgeschritten, das sogar Bundestaaten in den USA (hier: Texas) Wahlbeobacher ablehnen.

Man kommt sich vor wie in einem Dritte-Welt-Land – aber wenn man das dann mal zur Sprache bringt, kommt man erstmal in die Psychiatrie, wo geklärt wird, ob überhaupt noch ein Arbeitsberechtigungsschein ausgestellt werden darf oder ob man besser gleich jener Kategorie Menschen zugeordnet wird, der die Jugend heute den schönen Begriff „Gammelfleisch“ zugedacht hat.

Der Kurs, den wir hier einschlagen, ist auf jeden Fall mehr als bedenklich – und der Strom der Nachrichten, die zeigen, das wir in einer riesigen Krise stecken, ebbt einfach nicht ab.

Warum die Menschen nichts dagegen tun?

Nun – politisches Wohlverhalten (oder auch einfach die staatlich gewünschte Ignoranz jeglichen politischen Treibens zugunsten einer hochgezüchteten Konsummentalität) wird für die Erlangung eines Arbeitsplatzes vorausgesetzt – für seinen Erhalt ebenfalls. Wer hier aus der Reihe tanzt, wird schnell merken, das der Chef Gründe genug findet (oder von Detektiven konstruieren lässt), einen vor die Tür zu setzen. Das weiß inzwischen jeder Arbeitnehmer – und jede Gewerkschaft. Darum kümmern sich letzte nur noch um die, die es schaffen, im System drin zu bleiben (und Beiträge zu bezahlen).

Der Rest kann sehen, wie er mit Teelichtern die Bude warm bekommt oder in der Psychiatrie dem Haldol entkommt. So ruhiggestellt, kann er dann vor sich hinvegetieren, bis er in den ersehnten Ruhestand im albanischen Pflegeheim antreten kann.

Aber halt: dafür braucht man gar nicht in die Psychiatrie! Das machen die Deutschen schon selbst – von ganz allein, siehe Spiegel:

Deutschlands Ärzte verordnen ihren Patienten eine Rekordmenge an Schmerzmitteln. Laut Arzneiprüfungsinstitut waren es zuletzt 6,3 Millionen Packungen im Jahr – 50 Prozent mehr als 2005. Experten warnen vor Medikamentenabhängigkeit.

Die Deutschen sind gar nicht so doof, wie alle immer denken … die sind nur voll zugedröhnt, weil sie den Zirkus nicht mehr aushalten.

Deutschland im Herbst 2012? Ein Trauerspiel.

Nun wissen wir immer noch nicht, wofür der Steinbrück (und die anderen Führungskader der Konzernwirtschaft) soviel Geld bekommen.

Darf man mutig sein und fragen … ob die vielleicht genau für dieses Trauerspiel bezahlt werden? Oder komme ich dafür jetzt auch erstmal in die Psychiatrie, weil ich einem „unangemessenen kulturellen Wahn“ verhaftet bin … nur weil ich es in einer Welt, in der Staatspräsidenten ermordet werden und Staaten ihre eigenen Feinde finanzieren für möglich halte, das gewisse Gelder auch in Deutschland für gewisse Effekte sorgen?

1,25 Millionen Euro hat der Steinbrück mit 80 Vorträgen verdient. Macht pro Vortrag: 15625 Euro. Davon kann ein Hartz-IV-Abhängiger 41,6 Monate leben – dreieinhalb Jahre.

Für nur einen Vortrag – einmal heiße Luft. Ich war mal bei einem Vortrag von Willy Brandt – der hat umsonst gesprochen, war halt Reklame von ihm für ihn.

Die Zeiten haben sich wohl geändert. Also – warum bekommt man für einmal seine Meinung sagen soviel Geld?

Aber … wäre das nicht die Lösung unseres Arbeitslosenproblems? Sagen wir mal – wir verpflichten die Geldgeber, Arbeitslose einzuladen. Jeder bekommt den Steinbrückbonus – und hat dafür ein Jahr Ruhe vor dem Amt. Schon hätten wir Grundeinkommen, Bürgergeld – und keinen einen einzigen Arbeitslosen mehr!

Superidee.

Wer zahlt für die Vorträge darüber?

 

 

 

Akute Warnmeldung: Ausbürgerung von hilflosen Armen in großem Stil geplant!

Sonntag, 28.Oktober 2012. Eifel. Der Eifelphilosoph ist heute außerordentlich angefressen - was selten geschieht. In der Regel pflege ich nicht, meine Seelenruhe durch politischen Alltagsmist zu verlieren und hege meine "heiligen Zeiten" mit großer Bedacht, jene Zeiten, an denen man Abstand nimmt vom politischen Tageseinerlei und sich den wirklich wichtigen Themen des Lebens zuwendet: der Sonne, der Natur, dem Wind, der durch die Bäume zieht, dem Licht, das sich in kleinen Flüssen bricht, dem Plätschern des Baches auf steinigem Grund und tausend anderen Dinge, die Freude bringen und glücklich machen. Glück ist nach wie vor die beste Waffe gegen den um sich greifenden Wahn und hilft enorm, den politischen Scheißesturm zu ertragen, der Tag für Tag via Medien über einen hereinbricht. Ich dachte auch, 15 Jahre Management- und Konzernerfahrung haben mich hinreichend gestählt, um selbst widerwärtigste gesellschaftliche Erscheinungen vorausahnen zu können, alldieweil Zeit genug war, das Wirken finsteren Geistes im Detail zu studieren - trotzdem gelingt es der degenerierten Führungskaste dieses Landes immer noch, mich zu überraschen.

Sonntag, 28.Oktober 2012. Eifel. Der Eifelphilosoph ist heute außerordentlich angefressen – was selten geschieht. In der Regel pflege ich nicht, meine Seelenruhe durch politischen Alltagsmist zu verlieren und hege meine „heiligen Zeiten“ mit großer Bedacht, jene Zeiten, an denen man Abstand nimmt vom politischen Tageseinerlei und sich den wirklich wichtigen Themen des Lebens zuwendet: der Sonne, der Natur, dem Wind, der durch die Bäume zieht, dem Licht, das sich in kleinen Flüssen bricht, dem Plätschern des Baches auf steinigem Grund und tausend anderen Dinge, die Freude bringen und glücklich machen. Glück ist nach wie vor die beste Waffe gegen den um sich greifenden Wahn und hilft enorm, den politischen Scheißesturm zu ertragen, der Tag für Tag via Medien über einen hereinbricht. Ich dachte auch, 15 Jahre Management- und Konzernerfahrung haben mich hinreichend gestählt, um selbst widerwärtigste gesellschaftliche Erscheinungen vorausahnen zu können, alldieweil Zeit genug war, das Wirken finsteren Geistes im Detail zu studieren – trotzdem gelingt es der degenerierten Führungskaste dieses Landes immer noch, mich zu überraschen.

„Even the worst case“ ist das Motto, unter dem ich diese Artikel im Nachrichtenspiegel schreibe und mir Mühe gebe, gesellschaftlich jenen Job zu machen, den jeder Konzern in der Planungsabteilung als zwingend notwendig erachtet: jene Menschen, die analysieren, was bei zukünftigen Geschäften schief gehen könnte, sind in Firmen für die Entwicklung von Notfallplänen unverzichtbar, aber gesellschaftlich und politisch seltsamerweise nahezu völlig von der Bildfläche verschwunden sind, weshalb der kleine Mann das selber in die Hand nehmen muss, um Schlimmeres verhüten zu können. Das ist ja auch nicht schwer – noch unmöglich zu tun. Es ist sogar relativ einfach, wenn man nur genau hinhört – und fein jegliche Nachrichten aussortiert, die nur der Unterhaltung aber nicht der Aufklärung dienen. So kann man in aller Öffentlichkeit einen Putsch der Reichen in Deutschland durchziehen, ohne das es einer merkt: man wird halt überflutet von bedeutungslosen Nachrichten, hinter denen sich die grauenvollen Neuigkeiten geschickt verstecken können. So kann man sogar einen weltweiten ökonomischen Putsch durchziehen, ohne das sich groß Widerstand regt: die meisten wissen gar nicht, was das bedeutet.

Die wenigsten haben auch verstanden, was Hartz IV wirklich bedeutet – und was jene Weichenstellung auch für die Zukunft bewirken wird. Kaum jemand hat gemerkt, das es hier einen radikalen Paradigmenwechsel gab. Aufmerksamer Zuhörer von WDR 5 konnten das schon Anfang 2000 mitbekommen, als Friedhelm Fahrtmann in einem Interview ganz offiziell den typischen deutschen Häuslebauer als „hochverschuldet“ darstellte und damit das klassische deutsche Vermögensbildungsmodell als fiese Armutsfalle darstellte – und jeden, der eine Hypothek am Laufen hatte, als fiesen, dummen, gemeingefährlichen und größenwahnsinnigen Emporkömmling erscheinen ließ, der sich einfach übernommen hatte. Das war für mich der Beginn der Kriegserklärung der politischen Kaste an das Volk, das zuvor großzügig in den Immobilienkauf gelockt wurde, nur zum letztlich zu sehen, das das, was sie gekauft hatten, das Geld nicht wert war, das sie dafür zahlten. Nachdem man ihnen jahrelang die Vorzüge des Eigenheimerwerbs gepredigt hatte, lies man sie (angesichts einer Krise, über deren Erscheinen die Politiker Jahre vorher informiert waren) im Notfall im Regen stehen: schon da war klar, das man den Mittelstand der Vernichtung preisgegeben hatte.

Der Paradigmenwechsel besagte eigentlich nur eins: nachdem wir jahrzehntelang eure Beiträge kassiert haben, möchten wir euch nun im Regen sehen lassen und auch dazu anhalten, das ihr euch ab heute mal um euch selber kümmert: wir machen uns derweil mit euren Versicherungsgeldern einen schönen, mit Diäten prall gefüllten Lebensabend. Ein sehr bösartiger Geist hatte Einzug in das Denken der Menschen gehalten und wurde systematisch von Unternehmensberatungen bis in den letzen Winkel des Landes getragen, unterstützt von jenen Banken, die erst Kredite gewährten, wenn McKinsey den Betrieb auf Kurs gebracht hatten.

Das war kein Zufall, dahinter steckte Plan und Absicht: die Gleichschaltung weiter Teile der politischen, wirtschaftlichen und medialen Welt (gefördert durch einen beispiellosen Konzentrationsprozess, an dem Banken, Versicherungen, Politiker und Unternehmensberater super verdient haben – jeweils deutlich auf Kosten der Leistungsfähigkeit und des Wertes der konzentrierten Unternehmen) zwecks Ausplünderung des westdeutschen Mittelstandes im Dienste internationaler Kapitaleigner (u.a. erfolgreiche Drogenbarone, Waffen- und Menschenhändler sowie der gesamten Mafia), die Zerschlagung oder Gleichschaltung der Gewerkschaften und die Unterdrückung der gesamten demokratischen Gesellschaft durch liberalisierte Arbeits – und Finanzgesetze und die Schaffung einer Behörde, die jederzeit in einen gestapo-ähnlichen Apparat umgewandelt werden kann … wenn nur der Widerstand im Volke groß genug ist.

Wir reden hier von jenem bösartigen Geist, der nur an sich selbst denkt, an seine persönliche Bereicherung und an sein eigenes Fortkommen – und dort, wo dieser Geist herrscht, brauchen wir uns auch zusätzlich keine komplizierten politischen Verschwörungen zu denken – es reicht ein gewisser Konzentrationsgrad von kriminellen „Asozialen“ an den entsprechenden Schaltstellen der Macht, um die gesamte Gemeinschaft ins Chaos zu stürzen. Üben konnte er bei der feindlichen Übernahme der DDR, wo wertvollstes Volksvermögen (z.B. 800 000 Hektar Wald) zu Schleuderpreisen an reiche Wessis verramscht wurde: da konnten sich die erfolgreichen Selbstbereicherungsseilschaften bilden und austoben, die danach ihre gierigen Klauen nach dem goldenen Westen ausstrecken konnten – mit großem Erfolg, wie die aktuelle Staatsverschuldung zeigt.

Gerade wir in Deutschland müssten außerordentlich sensibel auf diese Vorgänge reagieren, denn wir haben ALLE leibhaftig erlebt, was einem Volk geschieht, wenn die Asozialen sich organisieren und sich konzentriert an den Schaltstellen der Macht sammeln: das DRITTE REICH war ein lebendiges Beispiel dafür, wie letztlich alle dadurch verlieren – auch die ekelhaftesten Mitläufer. Gelernt haben daraus nur die Wenigstens, wie Berichten aus der Zeit zu entnehmen ist:

»Anne Will, Kerner, die ganzen Talkshows haben in den vergangenen Tagen bei mir angerufen«, sagt Kallay. »Ich habe abgesagt. Sonst geht der ganze Zirkus wieder von vorne los.« Mit »Zirkus« meint er die Beschimpfungen, die seine Familie erduldet hat. Als auf allen Sendern über sie berichtet wurde, erhielten die Kallays wochenlang E-Mails mit wüsten Beleidigungen, sie wurden am Telefon bedroht und beim Einkaufen beschimpft. Einmal hätten Unbekannte auf das Auto geschlagen, erzählt Kallay, mit dem seine Frau und seine Tochter vor Schmähungen geflüchtet seien.

Sicher, das war 2011 – und die Kommentare zu dem Artikel zeigen, das scheinbar immer mehr Menschen verstehen, was Hartz IV aus diesem Land macht … und wo es hinführen kann, wenn wir diesen Prozess nicht stoppen – inklusive der Vernichtung unserer Staatsfinanzen zugunsten der Konzernbilanzen, die durch Leiharbeit in wachsendem Ausmaß vorgenommen werden.

Der Angriff auf unser bürgerliches Leben ist so total geworden, das sogar konservative Politiker wie Norbert Blüm außer sich vor Entsetzen sind und zu einem bedrohlichen Vokabular greifen, um zu beschreiben, was mit uns gerade geschieht – siehe seinen Artikel in der Zeit:

Doch die Programme zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf drohen die Familie sanft, aber bestimmt unter die Knute der Erwerbsgesellschaft zu stellen. Beide Ehepartner sollen in Lohnarbeit stehen. Der Störfaktor Kind soll möglichst früh der staatlichen Erziehungsarbeit übergeben werden. An die Stelle der Amateure »Mama und Papa« tritt eine professionalisierte Elternschaft namens »Schule«. Die Arbeit der Mütter wird erst dann anerkannt, wenn sie fremden Kindern gilt; das ist das System »Tagesmutter«. Wir könnten die Abschaffung der Elternschaft konsequenterweise bis hin zum staatlichen Brutkasten betreiben. Dann würden auch Schwangerschaft und Mutterschutz die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht länger stören.

Es geht hier um die systematische und gezielte Vernichtung der Keimzelle der Gesellschaft, die eigentlich per Grundgesetz besonders geschützt ist:

Die Erwerbsgesellschaft ist imperialistisch und schickt sich an, die Familie zu erobern. Mit dem Programm Kinderhort, Kindertagesstätte, Kindergarten, Ganztagsschule, Ferienbetreuung ist die Kindheit nahezu vollkommen verstaatlicht. Nur noch die Schlafzeit ist fest in Händen der Familie. Wahrscheinlich kommt der aufgeregte Eifer der Schulreformen erst dann zur Ruhe, wenn das ganze Leben – von der Wiege bis zur Rente – in ein staatliches Rundum-Internat gezwängt ist.

Hier spricht kein Linker, sondern ein CDU-Mann, dem die Vernichtung der gesellschaftlichen Grundlage unsere Gemeinschaft klar vor Augen steht – und der auch nicht anders kann, als zu Bildern von einem großen, gezielten und für den Einzelnen apokalyptischen Putsch Zugriff zu nehmen:

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine Große Koalition des vermeintlichen Fortschritts mit enormem Fleiß die Ehe und die Familie zermürbt, auf dass die ungebremste neoliberale Verwirtschaftung das ganze Leben in seinen Strudel reißt.

Politisch gesehen: eine Sensation. Was könnte uns der Neoliberalismus eigentlich noch anhaben, wenn die klassischen Linken Parteien mit CDU und CSU zusammen gegen den neoliberalen Banditenhaufen vorgehen? Das Entsetzen über die Degenerationserscheinungen der Gesellschaft ist im Prinzip in allen Parteien gleich groß (sogar in der FDP – auch wenn das kaum einer hören will, weil wir gerne „Schuldige“ haben) – nur in den Spitzen der Parteien denkt man anders.

Und nicht nur dort. Während wir vor Ort noch den „worst case“ analysieren, wird in den Chefetagen (fein vernetzt durch Seilschaften, Freundschaften, Freundeskreisen, Golfclubs, Wandervereine, Rotariertreffen und ähnlichem unauffälligem Mumpitz) der nächste Coup geplant – wie üblich, in aller Öffentlichkeit.

Zuerst meldet dies die Welt:

Vor diesem Hintergrund wird in der Pflegebranche zunehmend darüber diskutiert, dass die deutsche Pflegeversicherung künftig mit Altenheimen im Ausland kooperieren könnte. Mit Rehakliniken existieren solche Verträge bereits. Sowohl AOK als auch Barmer BEK signalisierten auf Anfrage, man sei offen für Modelle, in denen Deutsche im Ausland versorgt würden.

Pflege ist in Deutschland nicht mehr bezahlbar“ – so der Titel … und die unterschwellige Botschaft.

Der Spiegel legt einen Tag später nach:

400.000 Senioren können Altenheim nicht mehr zahlen

Beide Quellen nennen jene Senioren, die aus Kostengründen in Osteuropa, Spanien oder Thailand Zuflucht suchen – was bei dem Leser schnell zu dem Traumbild eines reichen Ruhestandes umgeben von thailändischen Schönheiten führt. So hirnvernebelt legt man das Thema schnell zur Seite … und denkt nicht drüber nach, das beide Artikel das gar nicht aussagen.

Es geht um die PFLEGEVERSICHERUNG – nicht um jene rüstigen Rentner, die im Alter noch ausziehen, die Welt zu erobern. Es geht gerade um jene Menschen, die sich nicht mehr selber helfen können, kein Geld mehr haben (was oft kein Wunder ist, wird doch in Deutschland nur noch jede zweite Überstunde bezahlt – und das auch noch sehr schlecht) und dann als Ausschußware ins Ausland exportiert werden sollen.

Wir planen, nicht nur unseren Sondermüll im Ausland zu lagern, sondern auch  unseren Menschenmüll. Wie es den hilf- und wehrlosen Alten dann im ausländischen Exil wirklich geht, kann man sich an drei Fingern abzählen: es wird kein Geld für Kontrollen da sein – und schon jetzt kann man jene entsetzten Berichte über Kannbalismus in Altenheimen erahnen, wie es sie einst aus osteuropäischen Kinderheimen gab – tagelanges Siechtum aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung, mangelnder Ernährung und mangelnder Hilfe bei einfachster Körperhygiene inklusive.

Die so entsorgten Alten werden hungernd und durstend in ihrer eigenen Scheiße liegen und von ihr verdaut werden – bei lebendigem Leibe. Viele Pfleger werden sich vielleicht auch noch besondere Späße mit jenen rechtlosen Gestalten erlauben, die ihr Heimatland verlieren, weil sie absolut nie mehr für Kapitalrendite verwertbar sein werden: immerhin macht sich „der Deutsche“ gerade wieder besonders unbeliebt, da kann man an den den „Entsorgten“ grausam Rache üben.

Der Zweck und der Plan hinter diesen Vorstellungen ist klar: unter der gnadenlosen Knute der extremen Kostenreduzierung wird – wie auch durch Hartz IV – ein enormer Druck auf die Deutschen ausgeübt: immerhin gilt es, mindestens 3400 Euro pro Person pro Monat zu erwirtschaften. Soviel kostet ein Pflegeheimplatz im Durchschnitt. Die Durchschnittsrente von 1800 Euro reicht hier bei weitem nicht aus, um dem Gammelfleischexport zu entkommen und ist man erstmal Pflegefall (oft auch noch ohne Kinder, die sich um einen kümmern, ohne Angehörige, die in der Nähe über einen wachen), dann merkt man erst, wie schnell man entmündigt werden kann, wie schnell das Vermögen dahinschmilzt, um die Rendite der Pflegeindustrie zu bezahlen … und wie schnell man in „Altenheimen“ im fernen Osten landet: hilflos, rechtlos und grenzenlos allein den Launen jener Pfleger ausgeliefert, deren Sprache  man noch nicht mal versteht.

Mit solchen Entwicklungen hätte selbst ich nicht so schnell gerechnet … aber es zeigt deutlich auf, das jener böse Geist, der uns Hartz IV eingebrockt hat, immer schneller immer größere gesellschaftliche Schichten erreicht.

Wen es betrifft? Nun … das kann  sich jeder selbst ausrechnen.

Für ein Ehepaar sind das 6800 Euro im Monat. Wer das zahlen kann – bleibt in Deutschland.

Wer das nicht zahlen kann – kommt mit dem Gammelfleischexpress in die Altenlager im Osten … jenen Lagern, aus denen man nie wieder etwas hört.

Wie schön für unsere Reichenkinder! Was haben sie dann für ein schönes Land für sich, nachdem man 50 Millionen überalterte Deutsche ins Ausland verschickt hat. Die Autobahnen leer, Grundstücke spottbillig ohne Ende – und die problematische deutsche Alterspyramide ganz bequem bewältigt, Sozialausgaben nahe Null.

Schade nur, das solche Überlegungen nicht als Kommentare den großen Nachrichtenmedien zugefügt werden, das diese Meldung nicht in die Tagesschau kommt. Käme sie es – wir hätten die Grundlage für wehrfähige Bürgerallianzen von Rechts bis Links, denn die Preise – die in Zukunft noch deutlich steigen werden – kann sich in Deutschland nur noch ein Millionär leisten … einfach mal ausrechnen, wie viel Kapital man braucht, um bei sicheren 1% Zinsen pro Jahr nur die Grundversorgung bezahlen zu können: da merkt man, das eine Million freies Kapital nicht mehr ausreicht.

Wenn wir diesen Kurs nicht ändern, werden die meisten von uns noch Zeiten erleben, die das Potential in sich tragen, das Dritte Reich noch zu toppen – ganz ohne Uniform und Asozialenpartei.

Es wird auch viel von geneigter Seite getan, unseren Blick von diesen Entwicklungen abzulenken: Firmenwagen für Alle ist das Motto, mit dem die Putschisten von der grausamen Zukunft ablenken wollen. Das reduziert schön das Einkommen, das man dringend braucht, um für das eigene Alter vorzusorgen.

Aber das braucht man ja nicht mehr, denn wie sich zeigt, gibt es für unseren Ruhestand schon ganz konkrete Pläne der Großen Koalition der nationalen Spitzenverdiener.

Und weil wir eine Demokratie sind, sagt man uns das auch ganz offen. So weiß jeder, das alles seine Ordnung hat.

 

 

Deutschland 2012: Edle Menschen und hässliche Wahrheiten über Armut, Putsch und Widerstandsrecht

Donnerstag, 6.9.2012. Eifel. Mein Nachbar verkauft sein kleines Haus. Mir gefällt es sehr. Bescheiden, hell, kaum Garten aber eine sehr effektive Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Sehr liebevoll restauriertes Fachwerk. Ein netter Mensch, mein Nachbar. Vor allem: ein edler Mensch. Seinen Namen möchte ich nicht nennen, aber seine Geschichte erzählen. Wir haben uns ab und zu beim Wandern getroffen und ein paar Worte ausgetauscht - so habe ich sie erfahren. Sein Sohn hat Krebs. Unheilbar. Die Krankenkassen bezahlen seine Medikamente nicht mehr - er stirbt sowieso sagen sie. Sie haben aktuell Überschüsse von 21,8  Milliarden Euro, sagt die Berliner Zeitung. Die Ärzte, die den Sohn meines Nachbarn behandeln, verstecken anlässlich einer Demonstration über ihre finanziell so missliche Lage ihre Luxusmobile in Seitenstraßen, um noch viel mehr Geld einzuklagen. Was tut mein Nachbar nun - weshalb ich ihn "edel" nenne?

Donnerstag, 6.9.2012. Eifel. Mein Nachbar verkauft sein kleines Haus. Mir gefällt es sehr. Bescheiden, hell, kaum Garten aber eine sehr effektive Ausnutzung der vorhandenen Fläche. Sehr liebevoll restauriertes Fachwerk. Ein netter Mensch, mein Nachbar. Vor allem: ein edler Mensch. Seinen Namen möchte ich nicht nennen, aber seine Geschichte erzählen. Wir haben uns ab und zu beim Wandern getroffen und ein paar Worte ausgetauscht – so habe ich sie erfahren. Sein Sohn hat Krebs. Unheilbar. Die Krankenkassen bezahlen seine Medikamente nicht mehr – er stirbt sowieso sagen sie. Sie haben aktuell Überschüsse von 21,8  Milliarden Euro, sagt die Berliner Zeitung. Die Ärzte, die den Sohn meines Nachbarn behandeln, verstecken anlässlich einer Demonstration über ihre finanziell so missliche Lage ihre Luxusmobile in Seitenstraßen, um noch viel mehr Geld einzuklagen. Was tut mein Nachbar nun – weshalb ich ihn „edel“ nenne?

Er verkauft sein Haus, um die Medikamente bezahlen zu können. Er und seine Frau sind ausgezogen – jedenfalls vermutet das der Makler. Sie sind auch für ihn nicht zu erreichen. 59000 Euro soll es kosten. Davon kann man die Behandlung des Sohnes ein paar Jahre verlängern. Das Enkelkind ist Autist, es braucht den Vater dringend, würde nie verstehen, warum er nicht mehr da ist.

Es ist – wie gesagt – ein bescheidenes Haus. Wäre ich reich, würde ich es ihm abkaufen – zu einem deutlich höherem Preis, weil es in der Tat sicher viel mehr Wert ist  – und ihn umsonst darin wohnen lassen. Er hat genug mit sich herum zu schleppen, es kann nicht gesund sein, dann noch als unerwünschter armer Mieter durch die Gegend ziehen zu müssen.  Nein, besser noch: ich würde ein Krankenhaus bauen, in dem ich seinen Sohn umsonst behandeln würde – mit allem Komfort, den man für Geld kaufen kann. Natürlich darf die Familie bei ihm wohnen.

Nur – ich habe kein Geld. Ich wüsste noch nicht mal, wie ich ihn erreichen kann. Wie viele Arme in diesem Land muss auch er sich jetzt vor der Öffentlichkeit verstecken, obwohl er ein edler Held ist, eine jener Gestalten, denen die alten Griechen einen Epos gewidmet  hätten. Aber Helden … mag man hier nicht so. Was er beruflich macht? Unternehmer. Hatte mehrere Läden in der Nähe, aber keinen großartigen Gewinn. Aldi, Lidl, Netto und Norma überfluten den Markt mit Billigprodukten, da können kleinere Händler nicht mehr mithalten, auch nicht, wenn sie den ganzen Tag arbeiten. „Vernichtung durch Arbeit“ kennt viele Facetten – die Banken bezahlen mit Geld, das sie sich jetzt nachträglich vom Staat holen, den Erfolg von Megakonzernen, deren Arbeit neben Arbeitsplätzen auf Kleinunternehmer vernichtet. Dafür kassieren die „großen Arbeitgeber“ noch kräftig Prämien vom Staat, weil sie wenigstens noch die Hälfte der Arbeitnehmer beschäftigen, die früher am Markt Arbeit fanden.

Die anderen werden vom Jobcenter in die Leiharbeit gejagt.

Vielleicht würde es meinem Nachbarn helfen, wenn er reich wäre. Reiche Menschen werden in allen Arztpraxen besonders gut behandelt, bekommen bessere Medikamente und auch viel eher ein Organ, wenn das alte mal völlig zugekokst ist – das jedenfalls liest man aktuell in der Welt. Vielleicht lässt man den Sohn meines Nachbarn auch bewusst sterben, weil da ein Reicher gerade ein Organ braucht? Da viele große  Religionen der Welt den Reichen eine sehr schäbige Zeit nach ihrem Ableben prophezeien (was Einzelfälle im Rahmen der Nahtodesforschung bestätigen, auch wenn daraus noch kein Trend abzulesen ist), haben die allen Grund, ihr erbärmliches Dasein auch durch Organraub zu verlängern. Für kurze Zeit kann man ja vielleicht auch ein billiges Krebsorgan einbauen, bis man ein Neues bekommt. Gibt ja genug Arme, von denen man es nehmen kann.

Zu düster gedacht?

Nein. Die Wahrheit ist noch viel hässlicher, noch kannibalistischer, wie ich in einer normalen Klassenpflegschaftsversammlung einer höheren weiterführenden Schule erfahren durfte.  Dort forderte die dynamische Mutter eines (wegen brutaler Angrifffe auf Mitschüler polizeibekannten) Kindes, das der Selektionsdruck auf die Schüler erhöht werden soll. Anstelle des gemeinsamen Aufschreibens der Hausaufgaben an die Tafel soll jeder selbst dafür verantwortlich sein, das er seine Aufgaben durch bloßes Zuhören erfährt. Die Klasse ist eh´ zu voll, da kann man nicht noch jeden Hansel mitschleppen, der sich bei der Verkündigung der Hausaufgaben gerade mit seinen Nachbarn unterhält. Die Reaktion der Elternschaft? Breite Zustimmung.

Zufall?

Nein.

Das wurde gezielt gezüchtet. Die Ellenbogengesellschaft wurde von „oben“ mit Gewalt durchgedrückt – absichtlich, eiskalt berechnet und mit großem Personalaufwand betrieben. Seit dreissig Jahren bringen „Unternehmensberater“ die Gesellschaft gezielt auf Kurs und formen die menschliche Gemeinschaft zu einem Kollektiv um, das neben der maximierten Produktivität keinerlei Menschlichkeit mehr kennt. Aktuell gibt es ein mutiges  Radiofeature, das die Hintergründe aufgreift (meinen Lesern vielen Dank für diesen Tipp). Sicher – viele dort erwähnte Fakten sind schon längst bekannt. Vieles haben wir hier an diesem Ort in den letzten Jahren schon angerissen – wir und viele andere engagierte Bürger ebenfalls, aber das sich nach Arno Luik noch einmal jemand um den Putsch gegen die demokratische Bundesrepublik Deutschland kümmert, hätte man nicht glauben mögen. Hören wir dazu das Deutschlandradio:

Seit Jahrzehnten befinden sich Politiker im Bann neoliberaler Heilsverkünder. Wie entstand dieses heute unumstößlich scheinende System? Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault aus den 70er- und 80er-Jahren machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen. Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und
Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch, der heute den militärischen coup d’état abgelöst und eine globale Disziplinierung geschaffen hat.

Das ist unsere neue Erfahrung: ein Putsch kann auch ohne Militäreinsatz durchgeführt werden … allerdings wissen wir auch, das die Bundeswehr in Deutschland zunehmend auf Einsatz im Inneren getrimmt wird … ebenso wie die Reservisten. Man will vorbereitet sein, wenn die Bürger merken, was gespielt wird. Sicher – groß wird der Widerstand nicht sein. Die Konzerne haben längst einen neuen Menschen geschaffen – den Konsumzombie, der nach dem Motto lebt: ich kaufe, also bin ich.

Kritische, selbstbewusste Bürger sind absolut in der Minderheit – und werden schon längst in Unternehmen, Behörden, Schulen, Universitäten und anderen Arbeitgebern aussortiert. Gewünscht ist das Modell „Arbeitsameise“, das nicht aufmuckt, sich hauptsächlich von primitiven Trieben leiten lässt, keinerlei demokratische Werte mehr verinnerlicht hat, zu einer enormen sozialen Verrohung neigt und völlig heimatlos jederzeit von seiner Leihfirma weltweit versandt werden kann.

Die bürgerliche Zivilgesellschaft, die in den siebziger Jahren als Modell der Zukunft entwickelt wurde (sogar die SPD wollte damals mehr Demokratie wagen und sich nicht nur den neuen Finanzdiktatoren durch Sozialabbau anbiedern), liegt auf allen Ebenen im Sterben. Die menschliche Solidargemeinschaft wird Betrieb, der für Kranke, Alte, Behinderte, Kinder und Denker keinen Platz mehr hat. Alle bejubeln die Leistungsfähigkeit der neuen Ellenbogengesellschaft … und werden erst im Alter erfahren, wie gut Ellenbogen Menschen pflegen können.

Ansätze dazu erlebt man schon heute. Da kenne ich ein Altenheim, das in der obersten Etage Menschen lagert, um die sich kein Pfleger mehr kümmert. Dort landen die, die keine Verwandten haben, die täglich kontrollieren, wie es ihren Anverwandten geht. Dort liegen sie stundenlang in ihren Exkrementen, haben Hunger, Durst und einfach auch das Bedürfniss nach menschlicher Nähe. Die Pfleger? Durch betriebswirtschaftlich effektiven Personalschlüssel hoffnungslos überfordert und hauptsächlich damit beschäftigt, die „überwachten“ Alten nicht zu vernachlässigen. Man sollte auch nicht glauben, das Reichtum vor dieser Zukunft schützt: man muss schon reich sein, um in diesem Heim einen Platz zu erhaschen.

Aus einem anderen Heim kenne ich das Schicksal eines Apothekers … eines sehr reichen Apothekers, der seinen Kindern (wohlerzogene Leistungsträger) etwas zu früh seine Apotheken überschrieben hatte. Plötzlich fand er sich mit seiner Frau im Altenheim wieder (dann auch noch in einem recht billigen der Arbeiterwohlfahrt), schaute sich kurz auf der Station um, fuhr mit dem Fahrstuhl auf die oberste Etage und … sprang hinaus.

Er war sofort tot.

Seine Kinder hatten ihn betriebswirtschaftlich günstig entsorgt – das ist halt die Konsequenz aus einer Erziehung, die nur darauf bedacht ist, einen möglichst effektiven Ellenbogenkrieger zu erziehen: ist man selber irgendwann zu alt zum kämpfen, bekommt man eben diese Ellenbogen zu spüren … mitten ins Gesicht.

Das ist ein zivilisatorischer Rückschritt, wie wir ihn seit Jahrtausenden nicht erlebt haben, einer solchen bewussten und absichtlichen  Zerrüttung jeglicher sozialer Strukturen musste sich die Menschheit bislang noch nicht stellen.

Was uns als alternativloser Automatismus der Geschichte verkauft wird, ist ein groß angelegter Angriff auf die Menschheit selbst. Die Akteure sind bekannt, das Radiofeature benennt sogar ihr Hauptquartier: die International Swaps und Derivates Association , die eine erstaunliche Machtkonzentration offenbart (siehe Wikipedia):

Auf Kritik stieß die ISDA im Zuge der Griechischen Finanzkrise für ihr Verfahren bei der Bestimmung von credit events im Rahmen des CDS-Instrumentariums. Im Fokus steht dabei insbesondere die Tatsache, dass die Kompetenz, ob durch Restrukturierungsmaßnahmen auf griechische Staatsanleihen ein credit event – und damit die Auszahlung der CDS-Prämien – ausgelöst wurde, schlussendlich bei 15 Vertretern der Finanzindustrie lag, die im europäischen Determination Commitee vertreten sind. Kritiker fürchten unter anderem, dass es dadurch zu Interessenskonflikten kommen kann.

Dabei kann kaum ein normal gebildeter Bürger noch verstehen, worüber da eigentlich verhandelt wird. Man hat ja auch jahrzehntelang an hoch komplizierten Mechanismen gearbeitet, die den „großen Coup“, den gezielten Angriff auf die Reichtümer der Volkswirtschaften, möglich machen sollten, ohne das sofort alle merken, was los ist.

Die aktuelle Situation unterscheidet sich im Prinzip überhaupt nicht von einem gemeinen Bankraub im Wilden Westen. Dort hatten Bürger ihre Ersparnisse in den (teuren) Tresor der örtlichen Sparkasse untergebracht, um sie vor Räubern zu schützen. Die Räuber wiederum rotteten sich gern zu Banden zusammen, um die gesammelten Vermögen trotzdem erbeuten zu können.

Heute nennen sich die Banden „Netzwerke“ oder „Seilschaften“ und werden von führenden deutschen Wirtschaftsblättern bewundert und hoch geachtet, beinhalten grundsätzlich auch hochrangige Akteure aus der Politik, dem Sport und der Medienwelt. Die Spareinlagen werden via Eurorettungsschirm direkt aus dem Tresor in die Lager der Banditen geliefert, was sogar konservative Blätter wie die Welt zu der Frage verführt, ob das Bundesverfassungsgericht den Mut aufbringt, die Verfassung und die Bürger vor der Politik zu schützen?

Merkt man eigentlich, wie degeneriert unser Land schon jetzt ist, das wir solche Fragen derart stellen müssen? So degeneriert, das wir Rekordsummen als Ablöse von Fussballern zahlen (siehe Oliver Kahn bei Yahoo), es als großen Erfolg ansehen, wenn Bioprodukte zu einer  geringeren Pestizidbelastung bei Kindern führen als der für den Durchschnittsbürger produzierte Normalfraß (siehe Welt) und uns in Deutschland auf ein Massensterben von Alten, Kranken und Kindern einstellen (siehe Spiegel), wenn nicht die beständig schwächer werdenden sozialen Netzwerke die Folgen des Klimawandels auffangen.

Noch nie in ihrer Geschichte war die Menschheit von so vielen Feinden gleichzeitig bedroht – und noch nie in ihrer Geschichte war sie so hilflos. Anstatt das wir uns um die Rettung der Alten, Kranken und Jungen kümmern, um das Ausbremsen der Klimakatastrophe, die Inhaftierung der Finanzbanden und ihrer Komplizen in Politik und Medienwelt sowie um die Auslöschung der vielfältigen Umweltgifte, die renditefreundliche Produktionsmethoden so nach sich ziehen, ist unsere größte Sorge, „fit for the job“ zu sein. Wir arbeiten Tag für Tag an der Optimierung unserer Ausbeutbarkeit statt an der Optimierung unserer Lebensqualität, marschieren mit großen Schritten in eine Altersarmut, die die Dimensionen des Holocaust um ein vielfaches Übertreffen kann (und übertreffen wird, wenn wir die Räuberbanden nicht dingfest machen), sorgen mit unserer ganzen Arbeitskraft für die Vernichtung der sozialen, biologischen und kulturellen Lebensgrundlagen der Menschheit.

Man möchte schon meinen, das eine solche Spezies, die sich dermaßen dummdreist verhält, nichts anderes als einen katastrophalen Untergang verdient hat.

Was wir dagegen tun können?

Nun, das, was die Bürger auch im Wilden Westen getan haben. Einen Sheriff wählen, der die Bürger zu den Waffen ruft, Notverwaltungen installieren, die die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt, eine alternative Übergangsregierung wählen, die den korrupten und von Banklobbyisten durchsetzten Regierungsapparat ersetzt, bis die Justiz die Täter international dingfest gemacht hat und freie und geheime Wahlen eine neue, unabhängige und nur dem Grundgesetz verpflichtete Regierung installiert hat, die sich nicht gezwungen sieht, die Geburtstage von Finanzdiktatoren im Kanzleramt zu feiern. Unser Grundgesetz erlaubt uns solche Taten, siehe Wikipedia:

Das in Art. 20 Abs. 4 GG gewährte Recht zum Widerstand ist Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und gilt als grundrechtsgleiches Recht. Dieses Recht – 1968 im Zuge der Notstands-Gesetzgebung eingefügt – lautet in seinem Verfassungstext:

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Und bevor die herrschende Junta Polizei und Militär in Gang setzt, sollte man diesen vielleicht kurz vor Augen führen, das auch für sie in einem neoliberalen System kein Platz vorhanden ist: in Griechenland sind die Einkünfte der Polizisten auf 610 Euro im Monat geschrumpft, siehe Spiegel. Tendenz: weiter fallend.

Der ökonomische Putsch zielt darauf hinaus, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu ersetzen. Mehr noch: er fördert eine Umerziehung der gesamten Menschheit zu asozialen Wesen, die sich gegenseitig nur für ein teureres Handy das Leben zur Hölle machen. Das sollte selbst die Kirchen auf den Plan rufen, rüttelt doch dieser Putsch an den Grundwerten des ganzen christlichen Abendlandes und fördert Verhaltensweisen, die man sonst nur dem Teufel selbst zuschreibt.

Nun, wie wir dank des Radiofeatures  (hier bei SWR 3 im Volltext) wissen, haben wir es hier mit einem „deutschen Modell“ zu tun, das international Raum greift:

Paris 1979: der Philosoph Michel Foucault hält seine Vorlesung «Die Geburt der
Biopolitik», eine Geschichte der Kunst des Regierens. Foucault merkt, dass ein
grundlegender Wandel in der Welt vor sich geht, eine Machtergreifung, der viele erst
dreißig Jahre später gewahr werden. Der Philosoph analysiert das dominant
werdende ökonomische Denken seiner Zeit, den Neoliberalismus, eine Denkweise
und ein Ordnungsprinzip, nach dem Politik, Gesellschaft und Individuen sich richten
sollen. Foucault nennt es «das deutsche Modell».

Wir hatten schon mal so ein „deutsches Modell“, das 1933-1945 internationalen Einfluss wollte. Damals hat es verloren – was für uns sehr gut wahr. Wir haben auf den Trümmern des Dritten Reiches einen der demokratischsten Staaten der Welt entwickelt, der jetzt gezielt von einer Hand voll politischer Marionetten und ihren Finanziers abgebaut wird.

Vielleicht gelingt es uns hier in Deutschland diesmal, genug Widerstand im Inneren zu leisten, vielleicht ein deutsches Gegenmodell zu schaffen, das Wirtschaftswunder mit sozialen Wundern vereint.

Das hatten wir auch schon mal.

Nun – meinem Nachbarn wird das jetzt nicht helfen. Sein Haus wird verramscht – und ich weiß nicht, wie lange er davon die teuren Krebsmedikamente privat bezahlen kann.

Sein Schicksal mag aber viele Menschen zum Nachdenken anregen … auch jene, die jetzt noch in ihren fein gepflegten Eigenheimen hocken und sich als Beherrscher der Welt fühlen, weil sie ein SUV fahren.

Auch sie werden mal … alt, krank, schwach und … überflüssig.

Dann jedoch ist es zu spät, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.

Und im Dreck steckt sie.

Einfach mal meinen Nachbarn fragen, dessen Sohn Klagen gegen die Politik der Krankenkasse nicht überleben würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Augen zu und durch – Durchgereicht und Abgehängt

Bittschriften, an die Regierenden, dieser untertänige Versuch an die Obrigkeit, bewirkten in Monarchien, Diktaturen, ja selbst in demokratischen Gesellschaften, wie unserer herzlich wenig. Auch wenn knallharte Fakten vorliegen, welche die Obrigkeit eigentlich zum handeln zwingen müsste, dafür sind sie doch gewählt, oder ? Das gleiche gilt für Anträge, vor allem, wenn es sich um die Verbesserung sozialer Belange für Bürger geht.

Und selbst von Gerichten gefällte Urteile interessiert die Obrigkeit nicht immer, vor allem dann, wenn die Richter zu Gunsten des Volkes urteilten. So zum Beispiel urteilte das Landessozialgericht Dresden rechtskräftig, dass Dresden kein schlüssiges Konzept für Hartz-IV-Wohnkosten hat. Wohl bemerkt, es handelt sich um ein rechtskräftiges Urteil. Das Gericht gab der Stadt Dresden den Rat hier tätig zu werden.

Ein dementsprechender Antrag von einigen Dresdner Stadträten wurde aber, nicht zum ersten mal, von SCHWARZ-GELB und BÜRGERFRAKTION abgelehnt. Nun, dass dürfte die Mehrheit der Leser nicht wirklich wundern. Ein Skandal ist es jedoch, wenn eine Stadträtin der CDU, öffentlich, das beschriebene Urteil nicht anerkennt. Zitat von der CDU-Stadträtin Angela Malberg in der Dresdner Morgenpost: „Wir haben ein schlüssiges Konzept, es jetzt zu ändern, käme einer Geisterfahrt gleich“. Der Richter ist also ein Geisterfahrer ? Es ist eine Schande, dass Stadträte und Stadtführung von Dresden, Urteile des Landessozialgerichts einfach missachtet. Von Hartz-IV Empfängern verlangt man, dass sie die Gesetze achten, was für Politiker offenbar nicht zu gelten scheint. Welch Rechtsbewusstsein haben eigentlich solche Politiker, dass muss gefragt werden, was die Dresdner Sozialwacht weiter tun wird.

Nun bleiben wir bei (keinen) Konzepten in der Sozialpolitik in Dresden. Kein Konzept gibt es auch bei der Bekämpfung der Altersarmut. Derzeit sollen laut vorliegender Taten, 1500 Senioren in Dresden, in Armut leben. Laut einer Studie sollen es bald 5500 sein. Ein Antrag, ein Konzept zu erarbeiten, wie man dieser Tendenz entgegenwirken will, wurde ebenfalls von SCHWARZ-GELB und BÜRGERFRAKTION abgelehnt.

Das gleiche gilt gilt auch einen „Heim-TÜV“ zur Prüfung der Qualität von Dresdens Asylbewerberheimen lehnten die Mehrheit ab und auch eine Offensive, beim Land Sachsen mehr Geld für Schul -und Kita Bauten einzufordern, wurde abgelehnt.

Es ist eben so wie immer, Hartz-IV Empfänger, Senioren und Kinder kosten Geld. Und wer Geld kostet hat keine Lobby, auch in Dresden offenbar nicht. Denn Geld ist ja eh keines da, sagen die Politiker und sparen bei denen ganz unten ist doch immer das einfachste.

Das Geld was da ist, braucht man für die wirklich wichtigen Dinge.

So zum Beispiel, 81,5 Millionen Euro teuren Umbau des Dresdner Kulturpalastes, rund 90 Millionen Euro teure Kulturkraftwerk, 2,6 Millionen will der Stadtrat von Dresden für neue Radwege ausgeben.

All diese wichtigen Vorhaben geraten in Gefahr, wenn man 400,00 Eure Miete für Hartz-IV Bezieher ausgeben müsste, Urteil hin oder her, Geld für Schul – und Kita Bauten bereitstellen müsste und finanzielle Mittel gegen Altersarmut in die Hand nehmen müsste.

WO KOMMEN WIR DENN DA HIN ?

Die Ausgestoßenen – Form der „Gesellschaftlicher Verwahrlosung“

Fast täglich habe ich es mit Menschen zu tun, welche ihre Arbeit verloren haben und Sorgen und Ängste ihren Alltag bestimmen. Neben der Enttäuschung und der Hoffnungslosigkeit, kommt in viele Menschen die Wut hoch, wie sie in der Öffentlichkeit, durch Gesellschaft, Politik und den Medien dargestellt werden.

Für die Meisten ist es nur schwer zu ertragen, dass sie als „Sozialschmarotzer, Unterschicht, Bildungsfern“ dargestellt werden. Die Gesellschaft macht keinen Unterschiede mehr, in der Beurteilung des Einzelnen. Wer in Hartz IV landet, ist eben ein „Sozialschmarotzer, zu faul zu arbeiten, unfähig seine Kinder zu erziehen“, man zählt eben zu der „bildungsfernen Unterschicht“, egal welche Bildung man hat. Wer Hartz IV bezieht, ist naturgemäß „blöd und faul“.

Diese Diskriminierung ist für die Betroffenen schwer zu ertragen und nicht wenige drohen daran zu zerbrechen.

Besonders unerträglich ist für Betroffene, dass ihre Kinder dieser Diskriminierung mit ausgesetzt sind und es zu spüren bekommen, mit fatalen Folgen, für die Kinder. Wenn ein zehn jähriges Kind, von seinen Mitschülern nicht mehr mit seinen Namen angesprochen wird, sondern mit „Hartzi“ und solche Demütigungen von der „pädagogischen Lehrerschaft“ als nicht so „tragisch“ empfunden wird, dann zeigt es doch das Werte, wie Achtung, Respekt und Menschlichkeit offenbar keine Rolle mehr spielen.

Und diese Demütigungen und Diskriminierungen werden fast täglich durch Vertretern von Politik, Gesellschaft und Medien durch Meinungsäußerungen und Beiträgen angeheizt. Schlimm scheint mir zu sein, dass diese Erscheinungsformen, „Gesellschaftlicher Verwahrlosung“, als normal hingenommen werden und mit der Armut der Menschen gutes Geld verdient wird. Sei es mit bekannten Medienbeiträgen in Fersehen zu Hartz IV, bis hin zu verfassten „geistigen Dünnschiss“ in Buchform zum Thema „bildungsferne Unterschicht“ und „schmarotzende Hartz IV Empfänger“. Und alle, welche bereit sind diese „Gesellschaftliche Verwahrlosung“ nicht hinzunehmen, sind aufgerufen dagegen anzugehen und vor allem auf diese Missstände zu erinnern.

Nun gehören auch viele Angestellten von Schlecker zu den „Ausgestoßenen“, sie wurden zur weiteren Verfügung an die Arbeitsagenturen und Jobcenter übergeben. Bleibt nur zu hoffen, dass sie die Kraft haben, Diskriminierungen und Ausgrenzungen, zu verkraften und diesen entgegen zu treten. Die „Gesellschaftlicher Verwahrlosung“ geht immer weiter, die Zerschlagung des Sozialstaates ist noch lange nicht zu ENDE.

Nationaler Kaufnix-Tag – nur noch vier Wochen! Ein kleines Signal … in einem sterbenden Land.

4.6.2012. Eifel. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Nur noch vier Wochen bis zum ersten nationalen Kaufnixtag, dem 4.Juli 2012. War mal so eine Idee von mir. Eine andere war ... der Menschenschutzbund. Nicht, das ich selbst einen gründen wollte (zum Henker: wann denn noch?) - aber mir kam die Idee aufgrund eines Artikels über die Behandlung von Schauspielern bei der Fortsetzung des Filmes "V"... ja, das ist der Film mit der Occupy-Maske. So wie die behandelt wurden, wäre kein Tier behandelt worden. Bei Menschen macht man das - die können sich "freiwillig" selbst Gewalt antun. Leider hat der Mensch an sich zu wenig Freunde - und als es dann Partei werden sollte, war alles endgültig vorbei. OP 100 war auch so eine Idee - animiert durch das beständige Geklage "wir können ja sowieso nichts tun". Klar kann man was tun - dort, wo Politik käuflich wird, kann man zusammenlegen und gute Lobbyisten mit dem Auftrag losschicken, eine Hartz-IV-Erhöhung durchdrücken. Gibt jeder Arbeitslose nur einmal einen Kleckerbetrag, hätte man schon eine ordentliche Kriegskasse beisammen.

4.6.2012. Eifel. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Nur noch vier Wochen bis zum ersten nationalen Kaufnixtag, dem 4.Juli 2012. War mal so eine Idee von mir. Eine andere war … der Menschenschutzbund. Nicht, das ich selbst einen gründen wollte (zum Henker: wann denn noch?) – aber mir kam die Idee aufgrund eines Artikels über die Behandlung von Schauspielern bei der Fortsetzung des Filmes „V“… ja, das ist der Film mit der Occupy-Maske. So wie die behandelt wurden, wäre kein Tier behandelt worden. Bei Menschen macht man das – die können sich „freiwillig“ selbst Gewalt antun. Leider hat der Mensch an sich zu wenig Freunde – und als es dann Partei werden sollte, war alles endgültig vorbei. OP 100 war auch so eine Idee – animiert durch das beständige Geklage „wir können ja sowieso nichts tun“. Klar kann man was tun – dort, wo Politik käuflich wird, kann man zusammenlegen und gute Lobbyisten mit dem Auftrag losschicken, eine Hartz-IV-Erhöhung durchzudrücken. Gibt jeder Arbeitslose nur einmal einen Kleckerbetrag, hätte man schon eine ordentliche Kriegskasse beisammen.

Die Resonanz war groß für einen Blog …. aber viel zu klein für eine Bewegung. Gut – das ist auch eigentlich nicht die Aufgabe von Philosophen. Wir sollen Wegweiser sein – und kein Wegweiser geht selbst den Weg, den er weist.

Ich habe dann etwas nachgedacht und gleich gemerkt, woran es hakt.

Erstens will niemand Arbeit investieren. Gut,  nicht wirklich niemand – aber zu wenig um handlungsfähige Strukturen aufzubauen.

Zweitens will niemand Geld investieren. Gut, das sollte man auch eigentlich nie mit einplanen – manche haben wirklich extrem wenig davon.

Da kam dann die Idee des „nationalen Kaufnixtages“. Einen Tag lang nichts zu kaufen kostet nichts (man spart sogar viel) und ist auch keine Arbeit (im Gegenteil – man hat etwas weniger davon).  Die Idee verbreitete sich schon weiter als die vorherigen.

Was war das für eine schöne Vision: am jenem Tag, an dem die nordamerikanische  Kolonie ihre Unabhängigkeit von der übermächtigen Kolonialmacht erklärte, erklärt der Souverän der Bundesrepublik Deutschland seinen eingebildeten Herren einfach mal, was sie ihn können: gern haben.

Die Verkäufer und Verkäuferinnen stehen in den Geschäften und haben viel Zeit, sich auszuruhen. In den Bars, Cafés und Kneipen herrscht gähnende Leere, ebenso bei McDonalds, im Kinopark, im Museum, im Zoo. Schön wäre es, wenn auch der Fernseher ausbliebe: eine garantierte Quote von null Prozent wäre auch für Talkmaster mal ein nachdenkenswerter Moment. Die Straßen wären so still, das man darauf tanzen könnte – und vielleicht sollte man das auch einfach mal tun.

Lieber wäre mir aber Stille. So eine Art High-Noon-Western-Stille, die immer dann eintritt, wenn man weiß, das gleich der weiße Hut auf den schwarzen Hut trifft. Die Krönung wäre natürlich etwas Wüstengras, das der Westwind durchs Regierungsviertel treibt … aber das ist vielleicht nicht machbar.

Die Tankstellen könnten dreimal täglich ihre Preise erhöhen, ohne das auch nur ein einziger Liter aus dem Schlauch kommt: das erleichtert die Abrechnung am Abend. Im Lager von Amazon würden die Packer Zeit für Kartenspiele haben, Prostituierte könnten sich mal um eine Fortbildung kümmern und Regierung und Wirtschaft könnten jenen Zustand erleben, von dem sie schon ewig lange träumen: endlich mal ein Leben ohne das dämliche Volk.

Leere Busse, leere Züge, leere Flugzeuge, leere Schiffe – was spart man da Sprit, wenn die sich gar nicht erst bewegen.

Auch die Arztpraxen wären leer, ebenso die Apotheken. Man sollte fein auf die Statistiken zu diesem Tag achten: es werden plötzlich weniger sterben als sonst.  Wir hatten das schon mal … und zumindest Volker Pispers hatte das bemerkt.

Cool wäre auch, wenn man an dem Tag den Verbrauch an Strom, Gas und Wasser auf Null fahren kann. Wichtig ist nur die Zahl auf dem Schreibtisch der Chefs: die muss NULL sein.

Nun gut – zehn Jahre später wird das dann wieder ein Feiertag, den sich die SPD auf die Fahne schreibt.

Wird das was bringen, werden sich manche fragen.

Klar. Wenn es am 4.7.2012 soweit kommt, werden die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik merken, das das Volk sich seiner selbst und seiner Kraft bewusst geworden ist.  „Käufer, wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still“.

Steht die NULL eine Woche lang da, wird es richtig schmerzhaft: die ersten Geschäfte verzeichnen Verluste bei verderblicher Ware – aber so weit wollen wir ja gar nicht gehen.  Es landet sowieso zuviel auf dem Abfall: ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion landet auf dem Müll (Quelle: Test.de) – was für uns heißt: wir könnten 10 Milliarden Menschen locker ernähren. Da hätten wir schon was zu tun an dem Tag: einfach mal Gedanken über den disziplinierten Umgang mit Essen machen. Das wäre auch für alle ein Gewinn.

Schön wäre die Null natürlich an den Börsen – aktuell würden die sich über eine Null sogar freuen … wenigstens kein Minus.

Leider ist der Name nicht so schön geworden – es könnte Verwechslungen zum internationalen Kaufnixtag geben, der nur ein konsumkritischer Tag im November ist. Der nationale Kaufnixtag sollte mehr ein politischer Tag sein, ein Signal, das vielen Menschen zeigt, das sie nicht allein sind mit ihrem Frust, ihrer Verbitterung, ihrer Enttäuschung und ihrer Angst, was denn die Zukunft so bringen mag.

Gutes wird sie nicht bringen.

Heute, am 4.6.2012, erlaubt sich die Presse schon ganz wundersames: sie ruft offen das Ende der Bundesrepublik Deutschland aus, ich zitiere aus der Welt:

Begonnen hat der Prozess freilich schon vor Jahren. Als sich Gerhard Schröder im Frühjahr 2005 vor den Bundestag stellte und seine Agenda 2010 verkündete, markierte dies das Ende einer Gewissheit, die vielen Deutschen die wichtigste überhaupt war: Dass der Staat gesellschaftliche Gegensätze ohne Rücksicht auf die Kosten mit sozialen Leistungen zukleistert und einer breiten Mittelschicht steigenden Wohlstand zur Not auf Pump garantiert. Schröder kündigte den Gesellschaftsvertrag der alten BRD (wie sich nun herausstellt mit gutem Grund und enormem Erfolg).

So etwas kann man  heute schreiben – ganz offen. Ich übersetze das gerne mal auf Umgangsdeutsch: die Agenda 2010 hat den ersten offenen deutschen Sezessionskrieg ausgerufen – nicht Nord gegen Süd, sondern Reich gegen Arm.

Und damit es sich richtig lohnt, hat man erstmal Arme herangezüchtet – ein Millionenheer von verhartzen Kindern steht für die Zukunft bereit, Menschen, die Ingenieure, IT-Nerds, Ärzte und Erfinder hätten werden können … genau jene Menschen, die wir ja angeblich so dringend brauchen.

Deutschland stirbt. Wir bewusst und absichtlich zugrunde gerichtet.

Während die Kinder (und auch die Jugend) auf ein Leben mit staatlich subventionierten Minijobs, Praktika und immer wieder neu befristeten Stellen hin trainiert werden, sind für Luxusartikel 19 Milliarden Euro jährlich locker drin: Lippenstifte, Kunst und Designermöbel sind im Aufwind. Weniger als 2 Milliarden investieren wir im Jahr in die Ernährung der Kinder von Arbeitslosen, mit 96,55 Euro im Monat müssen die auskommen, ist am Ende des Geldes noch Monat übrig, steht Hunger ins Haus.

Und wir?

Wir laufen alle mit, jeder, jeden Tag.

Der verharzte Teil der Bevölkerung macht da keine Ausnahme, viele gleichen in ihren Forderungen dem Topmanagement und langweilen so die Republik: MEHR GELD will wirklich jeder, die Forderung als solche hat leider keinerlei revolutionäre Brisanz sondern ist im Grunde erzkapitalistisch … vielleicht der Hauptgrund, warum die Partei „DIE LINKE“ während der Krise des Kapitalismus nicht auf die Beine kommt.

Es wäre angesichts der kommenden Weltwirtschaftskrise (laut Joschka Fischer schlimmer als alles, was wir je erlebt haben – siehe Welt) doch toll, wenn wir einfach mal aufhören würden, mitzulaufen.

Erstmal einen einzigen Tag.

Nur den.

Und wieder hat man etwas zu tun: einfach mal einen Tag im Jahr schauen, was man selbst vom Leben will. Welchen Sinn man dem eigenen Jahren geben will, bevor es vorbei ist – und auf was man wirklich selbst stolz sein würde, wenn man im Alter auf sein Leben zurückschaut. Wir könnten sogar supermutig werden und uns dem absoluten Reichtum  hingeben, dem einzigen sicheren Reichtum, der für Menschen erhältlich ist, ein Reichtum, den uns niemand nehmen kann und der sogar sehr glücklich machen soll … jener Reichtum, der merkt, das er reich ist WEIL ER NICHTS BRAUCHT.

Und wer merkt, das er nichts braucht, wirklich gar nichts von dem, was gerade im Angebot ist, ist der erste Mensch, der hinreichende Qualitäten für einen neuen Bundestag hat: kein Lobbyist könnte ihn steuern. Wer nichts braucht ist so reich, das er sogar für die deutschen Lobbyisten unbezahlbar ist.

Diese Besinnung an jenem Tag ist – wie man sehen kann – sogar mehr als Gold wert. Sie könnte uns sogar jene Politiker bescheren, die wir dringend brauchen, jene wackeren Menschen, die sagen „Diäten – brauch´ ich nicht. Bin ja reich“.

Das wäre der Beginn einer neuen politischen Kultur, die das Land voran bringen könnte.

Viel Zeit, diese Kultur ins Leben zu rufen, scheint nicht mehr zu sein – „Spiegel-Online“ redet aktuell von wieder von Opfern, die Deutschland bringen muss.

Ratet mal, wer dann auf einmal wieder „Deutschland“ ist und die Opfer bringen darf?

Ich schätze mal … 2013 reden wir über eine Kürzung des Hartz-Regelsatzes um 50% (wegen der Märkte und weil das „aus gutem Grund“ und „mit Erfolg“ geschieht), 2015 über eine 50-prozentige Kürzung der Renten und 2022 wird es soviele unfreiwillige Kaufnixtage geben, das man sich gewünscht hätte, zehn Jahre zuvor einfach mal mitgemacht zu haben bei jenem Tag, wo jeder Mensch mal seine eigene persönliche Unabhängigkeitserklärung abgeben konnte.

Ich denke aber … real werden das mal wieder ganz ganz wenig sein, oder?

 

 

Deutschland geht es gut und Menschen haben Hunger

Ja das hören wir ja fast jede Woche von den Politikern und Lobbyisten der Wirtschaft, Deutschland geht es gut.

Gemeint sind die Manager und Bosse der Wirtschaft und Banker, welche es gut finden, wenn man von seiner Arbeit nicht mehr leben kann und Arbeiten muss, bis zum umfallen. Der Mensch der dahinter steht, spielt schon lange keine Rolle mehr, er ist zum Werkzeug geworden, von Macht und grenzenloser Gier.

Mit einer ungeheuerlichen Dreistigkeit, feiert die Politik diese Ausbeutung und Versklavung von Menschen auf den Arbeitsmarkt. Das diese hemmungslose Ausbeutung von Menschen, zwangsläufig zu Armut führt, wird völlig bestritten und ignoriert, denn Hauptsache Arbeit, egal für welchen Lohn.

Da arbeiten Menschen 50 Stunden in der Woche und müssen dann auch noch beim Amt für Armut um Aufstockung betteln. Und wenn das immer noch nicht reicht, dann bleibt ja noch der Gang in die Armenküchen und Ausgabestellen der Tafeln. Ja, Deutschland geht es gut, es kommt immer auf die Sichtweise an und wer es sagt.

Das mitten in Deutschland Menschen sich von ihren Einkünften nicht mehr ernähren können, stört die Politik nicht wirklich und hat die Wirtschaft noch nie gestört.

Und es ist den Lobbyisten der Wirtschaft und der Politik gelungen die Gesellschaft weiter zu spalten, in gute Hartz IV Empfänger, welche für einen Hungerlohn arbeiten und den schlechten Hartz IV Empfängern, welche sich nicht genug anstrengen um sich dann auf Kosten der Gesellschaft, einen schlanken Fuß machen.

Und es ist der Politik auch gelungen, die Diskussion über soziale Gerechtigkeit nahezu zu ersticken und ein Klima der sozialen Gleichgültigkeit zu schaffen. Das führt dazu, dass es vorrangig darum geht, rette sich wer kann, jeder ist sich selbst der Nächste.

Die da hungern, ob Rentner, Kinder, oder ganze Familien werden schon lange nicht mehr wahrgenommen, sie werden weiter abgehängt, ausgegrenzt. Und außerdem geht es ja jeden Leistungsbezieher in Deutschland, weit aus besser, als das, was die Bürger von Griechenland, zur Zeit mitmachen müssen und ihnen noch bevor steht, einfach WIDERLICH solche Argumente.

Hauptsache ist doch, dass es Deutschland gut geht, oder etwa nicht ?

Kriegsberichterstattung: Griechenland exekutiert, Deutschland schon mal Augen verbunden – Armutsoffensive läuft.

Dienstag, 22.5.2012. Eifel - und froh darüber, wie alle Deutschen. Nein, was können wir uns glücklich schätzen, das wir jetzt einen neuen Rettungsschirm bekommen - diesmal aus Raketen. Ich bin ja so froh, das ich endlich in Ruhe und Frieden leben kann, belasteten mich doch die beständigen Raketeneinschläge sehr. Leider hat man mir nicht genau mitgeteilt, wer dann da andauernd Raketen auf mich abschießt oder warum der das tut - ich hätte ja fragen können, ob man das nicht auch auf anderem Wege hätte regeln können. Früher hatte man ja mal die Idee, anstatt ständig neue Raketen zu installieren, die viel Geld kosten und saugefährlich sind einfach mal den Krieg zu beenden und Frieden zu schaffen. Heute sind wir schon so weit degeneriert, das uns überhaupt nicht in den Sinn kommt, das es viele schöne Alternativen zu neuen Raketen gibt - erst recht in einer Zeit, wo Russen und Amerikaner zusammen üben. Irgendwo scheint es mächtige Interessengruppen zu geben, die den Kriegsgedanken nicht aufgegeben ... und gewonnen haben. Das da jemand gewonnen hat, sieht man ja an Griechenland.

Dienstag, 22.5.2012. Eifel – und froh darüber, wie alle Deutschen. Nein, was können wir uns glücklich schätzen, das wir jetzt einen neuen Rettungsschirm bekommen – diesmal aus Raketen. Ich bin ja so froh, das ich endlich in Ruhe und Frieden leben kann, belasteten mich doch die beständigen Raketeneinschläge sehr. Leider hat man mir nicht genau mitgeteilt, wer dann da andauernd Raketen auf mich abschießt oder warum der das tut – ich hätte ja fragen können, ob man das nicht auch auf anderem Wege hätte regeln können. Früher hatte man ja mal die Idee, anstatt ständig neue Raketen zu installieren, die viel Geld kosten und saugefährlich sind einfach mal den Krieg zu beenden und Frieden zu schaffen. Heute sind wir schon so weit degeneriert, das uns überhaupt nicht in den Sinn kommt, das es viele schöne Alternativen zu neuen Raketen gibt – erst recht in einer Zeit, wo Russen und Amerikaner zusammen üben. Irgendwo scheint es mächtige Interessengruppen zu geben, die den Kriegsgedanken nicht aufgegeben … und gewonnen haben. Das da jemand gewonnen hat, sieht man ja an Griechenland.

Schon mal wieder genauer hingesehen, wie es denen jetzt geht? Ich meine – die sind ja aktuell von unseren alten Rettungsschirmen gerettet worden. Das soll für uns ziemlich teuer geworden sein, obwohl wir ja angeblich sogar daran verdient haben, weil die Griechen enorme Zinsen zahlen für Geld, das wir einfach aus dem Nichts schufen.  Der Erfolg der Schirme ist beachtlich.  Die Bautätigkeit in Griechenland ist um knapp ACHTZIG PROZENT gesunken, analog dazu stieg die Zahl der Arbeitslosen um 44,1 % , das Volk versucht verzweifelt, seine Kinder in SOS Kinderdörfern unterzubringen (die ja in der Tat ursprünglich wirklich für die Unterbringung von Kriegswaisen gedacht waren und somit in Griechenland ihren Zweck wieder erfüllen) – Zahlen wie aus einem Krieg.

Meldungen über Tote liegen noch nicht vor. Dabei sollten die Griechen noch froh sein. Zwar sind ihre Gehälter im Schnitt um 25 % gesunken, liegen aber noch deutlich über denen von Bulgarien, das mit 231 Euro Monatslohn das Schlusslicht der EU und das Vorbildland für den Bundesverband deutscher Unternehmer darstellt.

Darum können deutsche EU-Parlamentarier auch davor warnen, das den Griechen „das Grauen“ droht, wenn sie bei der nächsten Wahl einen Fehler machen während die Journalisten deutscher Tageszeitungen offen und unverhohlen das Selbstbestimmungsrecht Griechenlands in Frage stellen: Also bestimmt Griechenland, und die anderen Länder müssen die Folgen ausbaden?

Stimmen, die den Einsatz der Bundeswehr in Griechenland zum Zwecke der Geldeintreibung für Banken fordern (was man offiziell aber anders nennen wird … immerhin haben wir eine Demokratieillusion aufrecht zu erhalten) , habe ich noch nicht gefunden … bin mir aber sicher, das sie schon im Geheimen tuscheln.

Es ist auch nicht nur Griechenland, das hier gebeutelt wird. Schauen wir einfach mal nach Großbritannien – die haben keinen Euro … aber 85 % aller Briten müssten ihre alltägliche Lebensweise ändern, wenn die Spritpreise weiter steigen. Es gibt inzwischen schon Städte in Großbritannien, in denen 62% der Kinder in Armut leben. Das passt ganz gut zu den Daten der EU, die aktuell eine nie dagewesene Rekordarbeitslosigkeit bei Jugendlichen von 22,1 5 erreicht.

Nun … wir in Deutschland merken davon nichts. Wir merken ja auch nichts von den knapp 2 Millionen Menschen, die der „Krieg gegen den Terror“ bislang das Leben gekostet hat – ein Genozid der besonderen Art, dessen Fortführung durch keinen Rettungsschirm gebremst wird.

Es ist wie bei einer Exekution: da werden einem erstmal die Augen verbunden, damit man nicht sieht, was auf einen zukommt.

Dabei ist der Terror in Deutschland schon angekommen: die 50-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich ist inzwischen für viele Alltag geworden – eine direkte Folge der Hartz IV-Gesetzgebung. Wo Arbeit Selbstzweck wird, braucht mein kein Gehalt und muss dankbar sein, wenn man 50 Stunden in der Woche damit verbringen darf.

Arbeit adelt, das wusste schon Hitler.

Uns beruhigt man mit Studien, die zeigen, das Geld auch nicht glücklich macht, unterschlägt aber dabei, das Armut nicht nur krank macht, sondern das Leben sogar um 20 Jahre verkürzt.  Wieviele Lebensjahre Gerhard Schröder durch Hartz IV vernichtet hat, wird hoffentlich auch mal untersucht werden.

Doch nicht nur den Griechen wird gedroht. „Die Geldgeber ziehen sich zurück„, das Euroland gefällt ihnen nicht mehr, weshalb man dort schon mal drastisch die Mehrwertsteuer erhöht, um noch mehr Armut zu produzieren und noch mehr Armen das Leben zu verkürzen.

Während wir aber noch im Kleinen herumwurschteln und Griechenland für einen kleinen Unfall halten, verlieren wir ganz die Dimensionen aus den Augen, die die augenblickliche Entwicklung insgesamt hat: wir bauen an einer Gesellschaft, in der der Mensch selbst keinen Platz mehr hat, siehe Zeitgeist-online:

Der Mensch von heute muss sich kulturtechnischen und weltwirtschaftlich bedingten Umweltfaktoren gegenüber anpassen, für die er nicht angepasst ist. So etwa ist er nicht disponiert, unter permanentem repressiven Druck zu stehen. Dauernder Konkurrenzkampf im Betrieb, anhaltender Druck von oben und stete Angst vor dem Wegfall des Arbeitsplatzes sind uns Menschen stammesgeschichtlich fremd. Angst, in jeder Form, reduziert sich bei genauer Betrachtung auf eine Furcht vor Verlust von Kontrolle, und es ist nicht zu leugnen, dass sich Existenzangst nachteilig auf das Individuum und die Gesellschaft auswirkt.

Der Umbau der ganzen Welt in ein urbanisiertes Arbeitslager führt dazu, das für uns Menschen als solche kein Platz mehr auf dem Planeten ist, weil wir den neuen Umweltbedingungen nicht lange stand halten.  Auch unsere bisherigen Organisationsformen halten dem aktuellen Druck nicht mehr stand:

Seit dem Ende der 1980er-Jahre erweisen sich Nationalstaaten als eine Behinderung der globalen Beschleunigung, so Rosa. Sie seien hoffnungslos überfordert, die Ströme aus Geld, Handelswaren und Informationen zu synchronisieren. Für ihn gehe das Projekt der Moderne insgesamt zu Ende. 

Darum wird der Nationalstaat genauso abgebaut wie der Mensch – was zu dem politischen Paradoxon führt, das die Menschenrechtler von gestern die Nationalisten von Morgen werden müssen, um Staaten als anachronistische Biotope für überforderte Neandertaler zu erhalten.

Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass unsere Politiker als Kurzzeitstrategen oder Wirtschaftsunternehmen das schon „irgendwie in den Griff“ bekommen. Kein Politiker kann intelligent genug sein, alle kommunalen wie globalen Probleme zeitgleich lösen zu wollen. In einer immer komplexeren und damit komplizierteren Welt verliert der Mensch von heute zunehmend die Übersicht und Kontrolle über seine Lebensbereiche. 

Und damit wir das nicht sehen, hat die Politik die Talk-show erfunden, die uns das Gefühl gibt, wir wären direkt bei der Lösung der aktuell drängenden Probleme dabei, vor Ort an einem Tisch mit den wirklich wichtigen Menschen dieser Welt, die alle Probleme dank Kompetenz und Engagement sofort in den Griff bekommen – wie der Ackermann, der in seiner Amtszeit erstmal den Wert der Deutschen Bank halbierte.

Dabei werden uns eigentlich nur die Augen verbunden, damit wir nicht sehen, das die Eurokrise nur ein laues Lüftchen ist im Vergleich zu dem Orkan, der uns Menschen von der Erde fegen will, einem Orkan, der den Planeten in ein Arbeitslager verwandeln wird, in dem der größte Teil der Menschheit in urbanen Slums rechtlos dahinvegetiert und einen frühen Tod stirbt.

Wer will das schon wirklich sehen? Kein Raketenschirm wird uns davor schützen können – so wie kein Rettungsschirm uns vor der umfassenden Macht der Märkte schützen kann.

Dabei gäbe es ganz andere Perspektiven, mit deren Hilfe wir die Welt schnell in ein Paradies verwandeln können, das Glück, Wohlstand, Freiheit, Frieden und Geborgenheit für alle bringt:

Wenn wir kleine Kinder beobachten, wie sie ganz versunken sind in dem, was sie gerade tun, 
oder wenn sie uns anschauen mit diesem Blick, mit dem nur kleine Kinder schauen können, 
dann leuchtet vielleicht kurz die Vision auf, die in jedem von uns angelegt ist. 
Die Vision einer Welt glücklicher Menschen, die kraftvoll und einfühlsam durchs Leben 
gehen, die im Kontakt sind mit sich selbst und mit ihren Gefühlen, und die gemeinsam mit 
Gleichgesinnten die Träume ihres Lebens verwirklichen. 

Aber … bevor wir Geld in ein Projekt wie das Land Visiana stecken, investieren wir lieber eine zehntausendfache Menge des zur Realisierung benötigten Kapitals in Raketenschirme, Rettungsschirme und nicht-lethale Waffensysteme zur Kontrolle der recht- und wertlos umherirrenden Menschenmassen.

Dabei – nur mal kurz angedacht – wie würden zehntausend „Visianas“ eigentlich unser Kultur verändern? Bräuchten wir dann vielleicht gar keine Schirme mehr … und hätten vielleicht sogar die Hoffnung auf eine Welt, in der für ganz einfache Menschen mit ihren ganz einfachen (und im Übrigen sehr preiswerten) Bedürfnissen noch Platz ist?

Wie gut, das wir über so etwas gar nicht erst nachdenken.

Für uns heißt es warten – die Armutsoffensive läuft, Griechenland wird aktuell erschossen, uns hat man schon mal die Augen verbunden, damit wir nicht sehen, was auf uns zukommt, siehe Süddeutsche:

„Sie werden in den nächsten zehn Jahren von Herrn Draghi enteignet werden“

 

Nichts und Niemand darf jemals vergessen werden – Die „Täter“ sind unter uns !

Die Agenda 2010 ein Erfolgsrezept? Nein nicht für die Bürgerinnen und Bürger, welche davon betroffen sind. Viel mehr für die Wirtschaftsbosse, Spekulanten und der skrupellosen Finanzmafia, mit Hilfe „gewissenloser Mandatsträger“. Die Agenda 2010 hat die Gesellschaft gespaltet, Menschen entwürdigt, ihrer Lebensleistung beraubt. Jetzt vor den Wahlen wollen die Parteien uns glauben machen, für Soziale Gerechtigkeit einzutreten, welche die gleichen Parteien erst mit der Agenda 2010 abgeschafft haben. Die Politiker aller Parteien belügen uns schamlos und dreist.

Niemals darf vergessen werden, wer und welche Partei für das Elend verantwortlich war und ist.

Schröder, Clement, Fischer und Co., haben ihr soziales Gewissen, wenn sie je eines gehabt haben, an die Wirtschaft „verkauft“. Sie profitieren heute von der von Ihnen eingeführten Armut per Gesetz. Und die, welche heute diese Herrschaften politisch beerbt haben, sind für die Agenda 2010 mitverantwortlich, auch wenn sie uns heute anderes vor heucheln. Zu viele haben sich mit der Armut in der sie leben abgefunden, arbeiten für Hungerlöhne und müssen sich durch die Behörden für Armut noch weiter erniedrigen lassen. Wo bleibt euer Stolz ? Wieso lasst ihr euch eurer Würde so widerstandslos berauben ? Besinnt euch, eurer Macht, als Mensch, als Wähler, denn ihr seid keine Sklaven der Wirtschaft, der Politik und Behörden, ihr seid mündige Bürger. Ihr seid es euch selbst schuldig und eurer Familie. Die Freiheit, welche von der Politik uns eingeredet wird, ist die Freiheit der Wirtschaft und Politik, euch auszubeuten, zu erniedrigen, euch der Würde zu berauben.

Nun werden viele, oder auch einige sagen, was für ein Klugscheißer, Sozialromantiker, der hat gut reden. Doch den Klugscheißer und Sozialromantiker ergeht es nicht besser, als den Millionen Betroffener auch. Nur habe ich schon lange keine Lust mehr, mich bevormunden zu lassen, mich meiner Würde berauben zu lassen, was ich auch bei jeder Gelegenheit äußere, klar und unmissverständlich gegenüber denen welche denken, über mein Leben bestimmen zu dürfen. Ich hoffe und gebe nicht auf, daran zu glauben, dass es viele Menschen gibt, die mir folgen werden.

Demnächst im Kino – Die SCHANDE – ARMUT FÜR ALLE – Kinotrailer

Die Katastrophe vor Augen – Doch sie machen weiter, immer weiter !

„Griechenland, Portugal, Spanien und Irland, so erzählt man es sich an den Börsen, waren für die globalen Finanzhaie nur die Vorspeise, Italien wird wohl das Hauptgericht“ für die Spekulanten und Finanzmafia sein, weil jetzt Italien in das Sperrfeuer der Ratingagenturen gerät.

Das Krisenmanagement der Politiker lässt allerdings weiter zu wünschen übrig, Europa im Abstiegskampf im Spiel um die Macht. Die „Märkte“ treiben Europa weiter vor sich her, denn Augenscheinlich gehen die Märkte früher als erwartet zum nächsten Gang über, so der Münchner Merkur.

Wenn die Krise jetzt nach ihrem üblichen Muster ablaufe, „dann folgt der Attacke der Spekulanten rasch der Vertrauensentzug durch konservative Anleger. Dann ist Rom der vierte europäische Schadensfall – aber einer, demgegenüber alles bisher Dagewesene wie ein Kindergeburtstag wirkt.“ Experten befürchten: „Der aktuelle Rettungsschirm für überschuldete Staaten ist viel zu klein! Die 750 Milliarden Euro reichen nur für maximal drei Schulden-Sünder aus: Irland, Portugal und Spanien. Für weitere Länder (z.B. Italien) wäre im Ernstfall kein Geld mehr da. Die Politik hat auf all das nur eine Antwort, SPAREN, SPAREN und nochmals SPAREN, sonst nichts“, so Bild de.

Haushalts-Ziele deutlich verpasst,  internationale Wettbewerbsfähigkeit sinkt, Anleihen Renditen steigen, die Regierungen sind reformunwillig, so wird das SPAREN, SPAREN und nochmals SPAREN begründet, mit den Auswirkungen das:

Die Arbeitslosigkeit steigt in Europa in Schwindel erregende Höhe. Millionen Menschen stürzen in Armut, verlieren Haus und Hof, die Jugend ist ohne Zukunft, die Verzweiflung treibt immer Menschen in den Selbstmord.

All dies, scheint für die verantwortlichen Politiker ganz normal, egal, scheiß egal zu sein. Hauptsache die Märkte, Spekulanten und Finanzhaie machen Profit.

Der normale Bürger in den Eurostaaten ist zur Last geworden und wird zu weilen als störend empfunden.

Europa spricht jetzt Deutsch, mit dieser Ansage hat der CDU-Fraktionschef Volker Kauder vor ein paar Monaten die Verhältnisse in der EU klargestellt. Schaut man auf die Ergebnisse der EU-Gipfel, scheint sich das zu bestätigen. Europa spart jetzt Deutsch, denn mit Armut, oder wie man Armut einführt und organisiert, hat Deutschland ausreichende Erfahrungen. Und damit das mit der Armut in ganz Europa auch klappt, bedarf es eines „FÜHRERS“!

Für das Kanzleramt und für skrupellose Mandatsträger ist die Sache klar, wer der „FÜHRER“ in Europa ist, denn  Angela Merkel führt Europa aus der Krise, so stellt man klar.

Bleibt noch die Frage zu beantworten, in welche Richtung, DIE DEUTSCHE MUTTI, Uns und Europa, führen wird ?

Und sollte es schief gehen, hatten wir schon mal, dann sei daran erinnert, AUCH WENN DER GANZE SCHNEE VERBRENNT, DIE ASCHE BLEIBT UNS DOCH !!!

 

NIE VERGESSEN NIE VERZEIHEN-VOLLSTRECKER DER ARMUT

Die vergangene Woche stand wieder einmal im Zeichen der Hetze und allgemeinen Verurteilung von Hartz IV Betroffenen. Eigentlich, kann man das ja täglich, bei den üblich verdächtigen Medien verfolgen. Sie lassen nicht locker, Menschen, welche per Gesetz in Armut gedrängt wurden, zu diskriminieren, zu beschimpfen, vor zu führen.

Und so mancher Sozialschmarotzer in Nadelstreifen sieht sich veranlasst, drauf zu hauen und vergessen dabei, dass der EINE oder ANDERE, dieser Nadelstreifenschmarotzer, ebenfalls von Steuergeldern bezahlt wird, unabhängig davon, jemals einen Nachweis erbringen zu müssen, ob seine Bezahlung und der von ihn erbrachten Arbeit gerechtfertigt ist.

Das was da ,von den Medien und der Politik, den Medienkonsumenten vermittelt werden soll, entspricht nicht der Realität, den von Arbeitslosigkeit und Armut betroffenen Menschen in Deutschland. Die Forderung der Mietmäuler der Politik und Hinterbänkler skrupelloser Mandatsträger, noch härter gegen Hartz IV und von Armut betroffener Menschen, vorzugehen, zeigt, die Verwahrlosung von Werten in unserer Gesellschaft.

Den besten Beweis hierfür ist die Forderung aus der Wirtschaft, Jugendlichen den Regelsatz sozialer Leistungen zu kürzen. Das ist nicht nur eine Respektlosigkeit gegenüber der aktuellen Rechtsprechung des BVG, sondern verstößt auch gegen das Grundgesetz, was mich im Grunde genommen nicht wirklich verwundert.

Denn seid wann interessiert sich so mancher Manager, Wirtschaftsboss und Politiker für Gesetze, wenn er so manchen Euro in der Schweiz, oder wo auch immer, am Finanzamt vorbei, gewinnbringend deponiert hat. Ist doch normal, oder nicht ?

Die eigentliche Gefahr für unseren Rechtsstaat geht natürlich von den Armen in Deutschland aus, welche ein Geldgeschenk der Oma, an den armen Enkel, den Behörden für Armut nicht melden, wäre ja noch schöner, wenn die Armen auch noch anfangen den Staat zu bescheißen, dieses Privileg ist den Nadelstreifenschmarotzern vorbehalten.

Und damit die Armen erst gar nicht an das bescheißen denken, ist es eben notwendig, ihnen mehr und tiefgründigere Kontrollen zukommen zu lassen.

Wer hätte dafür kein Verständnis.

Es wird ja immer wieder darüber gestritten, wer arm ist und ob unsere Gesellschaft schon lange in zwei Welten lebt, ihr wisst schon, die oft zitierte Schere, zwischen Arm und Reich. Ich kann gar nicht verstehen, wieso das so schwer zu sehen und zu erklären ist.

Mal ein Beispiel.

Wenn eine Firma, ein neues Produkt, mit dem Logo eines Apfels auf den Markt bringt, dann stehen Menschenmassen in einer Schlange, Stundenlang, um dieses Produkt zu kaufen, koste es was es wolle und ob man es braucht oder nicht.

Wenn eine Familie, eine alleinstehende Mutter, ein armer Rentner, wenig Geld hat, steht er auch in einer Schlange, nämlich vor einer Suppenküche, Tafel oder Kleiderkammer. Ist doch ganz einfach, das mit der Schere zwischen arm und reich, oder etwa nicht.

Was aber dennoch den Unterschied ausmachen könnte, ist die Tatsache, dass Medien über die Schlange vor den Elektronikkaufhäuser berichten, als über die Schlange der Armen vor den Tafeln,Suppenküchen und Kleiderkammern eben nur ab und zu.

Alles KlAR und VERSTANDEN ?

 

Deutschland – Europa – Der Sensenmann war schon da !

Hallo, wo ist denn nur die Krise geblieben, um genauer zu fragen, die Euro-Krise ? Die Krise hat wohl eine Pause gemacht, waren ja auch Feiertage. Gut das es das Internet gibt, da kann man sich informieren, wie es der Krise so geht, wenn man schon nichts in den großen Medien hören, sehen und lesen kann. Die haben ja zur Zeit ganz andere Probleme, über die man berichten muss.

Über den Grass zum Beispiel, auch wenn die Moralapostel nicht wissen, worum es eigentlich geht.

Oder auch ein wichtiges Thema, sind die Alten, welche sich als „Verkehrsrowdys aufführen, weil senil, blind und keine ausreichende Reaktion“ mehr besitzen, ihr Auto durch die Straßen zu bewegen.

Und natürlich ein Dauerbrenner, die Hartz IV Bezieher. Was erlauben die sich eigentlich, beklagt die „Presse in Springerstiefeln“. Ja das „Feindbild“ Hartz IV Empfänger eignet sich immer gut, zur Stimmungsmache. Das kennen wir ja, denn „jede Lüge braucht einen Vollidioten der sie druckt.“ Übrigens antwortete der „Bild“-Chef auf gleiches Zitat einmal: „Ich finde mich, ehrlich gesagt, hier nicht optimal ausgeleuchtet.“ Was für ein Brüller. Egal, ob ausgeleuchtet oder unterbelichtet, daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern. Also Leute, liebe Leser und von Hartz IV Betroffene, ärgert euch nicht, wir wissen doch was die Wirklichkeit ist.

Wenn von Meldeversäumnisse/Einladungen der ARGEN und JOBCENTER gesprochen wird, dann ist das nichts anderes als eine Vorladung, was ansonsten bei Kriminellen Anwendung findet. Wenn von Eingliederungsvereinbarungen die Rede ist, bedeutet es nichts anderes, als den Zwang einen Knebelvertrag abzuschließen. Die Verweigerung eine Arbeit aufzunehmen bedeutet nichts anderes , Sklavenarbeit für Sklavenlöhne abzulehnen und das ist auch richtig so.

Und über Weiterbildungsmaßnahmen zu reden lohnt sich weiß Gott nicht, da werden erwachsene, mündige Bürger zum Hampelmann gemacht und behandelt wie Kinder im Vorschulalter.

Was mich allerdings immer wieder auf die Palme bringt, ist die Tatsache, dass die sich daraus ergebenen Sanktionen und Drangsalierungen in regelrechten Orgien ausgeartet sind und gerechtfertigt werden, egal ob berechtigt oder willkürlich vollstreckt. Das wird eine nicht ganz „ausgeleuchtete und unterbelichtete BLÖD DIR DEINE MEINUNG“ auch nicht in Zukunft davon abhalten, so manchen „geistigen Dünnschiss“, zu drucken.

Nun bin ich etwas vom Thema abgekommen, ich wollte ja über die Krise reden und ob sie es eigentlich noch gibt. Keine Sorge, es ist alles beim alten, die Krise, ob Euro-Krise, Wirtschaftskrise sie ist noch da, auch wenn zur Zeit nicht hauptsächlich darüber berichtet wird. Spanien und Italien kämpfen mit dem schwindenden Vertrauen der Investoren. Die Risikoaufschläge für der beiden Länder legten am Dienstag deutlich zu. Die Rendite für zehnjährige spanische Staatsanleihen kommt mit 5,922 Prozent der bedrohlichen Marke von sechs Prozent wieder näher.

Für italienische Papiere stieg die Rendite von zehnjährigen Staatsanleihen auf 5,606 Prozent. Ach ja, Italien. Den muss es richtig schlecht gehen, wenn ich einen Bekannten glauben kann. Der hatte mir berichtet, dass die Armut in Italien unglaubliche Ausmaße angenommen haben sollen. In Italien werden jetzt die verarmten Bürger von den Tauben gefüttert, was in den guten alten Zeiten genau anders herum gewesen ist. Auch führt die Armut zu immer mehr Kriminalität, besonders bei den ALTEN Bürgerinnen und Bürgern. In den Zeitungen tauchen immer mehr Meldungen auf, mit der Überschrift: „ Junger Mann/Frau fiel auf Oma/ Opa Trick herein“. Aber wie gesagt, man soll nicht alles glauben, was die Zeitungen so schreiben, gilt für Italien genau wie im Rest Europas auch.

Nein, mal im Ernst, an der Lage hat sich nichts geändert. Der Sozialabbau in Europa ist zur großen Gefahr für den Frieden geworden, es herrscht große Unruhe. Alle Sparprogramme, ob Griechenland, Italien, Portugal, Spanien verpuffen und führen nicht zum Schuldenabbau. Gefährlich ist es, wenn Deutschland und Frankreich zu weiteren Sparmaßnahmen in den aufgeführten Ländern aufrufen, hier wird Feuer an das soziale Pulverfass gelegt, was einige Politiker nicht sehen wollen und die möglichen Folgen nicht mehr im Blick haben.

Eigentlich weiß es die Politik und Finanzmafia schon lange, Europa und der Euro stehen am Abgrund, eine Lösung der Probleme ist nicht in Sicht. Wir weiter BELOGEN, BETROGEN, VERARSCHT. Erst wenn die Rechnung kommt, werden vielen das Ausmaß, verfehlter Politik und Gier von Bankster und Wirtschaftsbosse zu spüren bekommen. Glaube KEINER, schlimmer wie Hartz IV, kann oder wird es nicht kommen, ES WIRD NOCH VIEL SCHLIMMER !

Arme erfrieren in Sachsen an der sozialen Kälte

Nun ist es wieder so weit, die Zeit der Barmherzigkeit ist angebrochen, das Fest der „Liebe“ ist zum greifen nah. Die meisten Sachsen freuen sich auf die Adventszeit und die bevorstehende Weihnacht. Doch die Armen im Land erfrieren regelrecht an der sozialen Kälte. Das wenige was ihnen die Politik zugesteht, reicht zum Leben oft nicht aus, da wird den Armen auch noch so mancher, letzter Rettungsanker, durch die Politik genommen.

Gemeint sind die jetzt durchschlagenden Streich-Orgien im sozialen Bereich. Flächen deckend stehen soziale Einrichtungen vor dem aus, von Kleiderkammern, Möbelbörsen bis zu den Tafelbewegungen, alles wird in Frage gestellt und dichtgemacht. Da ist zum Beispiel die Möbelwerkstatt in Eilenburg, welche gebrauchte Möbel aufarbeiteten, um Sozialhilfeempfänger und Asylbewerbern ein menschenwürdiges Wohnen zu ermöglichen. Auch in Brand-Erbisdorf und den umliegenden Kommunen werden soziale Strukturen, welche sinnvolle Tätigkeiten für ALG II Empfänger organisierten, zum Beispiel Nähstuben, Kinderbetreuung, wohl nicht weitergeführt werden können.

Die Kleiderbörsen in Böhlen und Kitzscher werden nicht mehr all zu lang als Rettungsanker für Arme arbeiten können.  Die dringend benötigte Winterbekleidung für Bedürftige kann vielleicht „erst im Frühjahr verteilt werden“, so äußerten sich der Vereinschef Ralf Burkhardt. Hauptursache des sozialen Kahlschlags, sind vor allem die beschlossenen Kürzungen bei den Zuschüssen auf den „zweiten Arbeitsmarkt“, denn es ist der politische Wille „ Langzeitarbeitslose nur noch auf den ersten Arbeitsmarkt“ zu vermitteln.

Die Arbeitsagenturen ziehen sich aus allen anderen Maßnahmen (Beschäftigungsgelegenheiten) immer weiter zurück. Dies hat zur folge, dass die Vereine und Projektträger um ihre Existenz kämpfen und die Bedürftigen gleich doppelt unter der sozialen Kälte zu leiden haben. Wenig Geld zum Leben bis hin zu fehlender Bekleidung, geschlossene soziale Einrichtungen und fehlende Lebensmittel.

Die Stadt Dresden zeigt ebenfalls ein merkwürdiges Verständnis gegenüber gemeinnützige Vereine. Die Sozialmeile gehörte immer hin neun lange Jahre zum festen Bestandteil des Striezelmarktes. Das Rote Kreuz, Volkssolidarität oder auch die Dresdner Tafel sammelten in den neun Jahren 100000 Euro für gute Zwecke. Schlicht weg unverschämt ist es, das die Stadt Dresden an den Spenden, welche für Bedürftige bestimmt sind, mitverdienen will und bereits hat.

Der Sprecher der Interessengemeinschaft Sozialmeile, Fritz Alter: „……….bereits im letzten Jahr musste eine Sondernutzungsgebühr in Höhe von 7500 Euro (an die Stadt Dresden) bezahlt werden. Hinzu kamen Kosten für Toiletten, Wasser und Nachtwachdienst“. Ein eingelegter Widerspruch bei der Stadt blieb erfolglos. Fritz Alter weiter:…. „ Wir wollen nicht ein Drittel der Spenden als Gebühr an die Stadt zahlen. Wir machen das alles ehrenamtlich. Ich habe keine Lust, auch noch privates Geld zuzuschießen.“ Da stellt sich mir die Frage, sollen die Besucher Dresdens und des Striezelmarktes (Weihnachtsmarkt)  nichts von der bestehenden Armut in Dresden erfahren? Glaubt die Politik, dass wenn alle gemeinnützigen Vereine und soziale Einrichtung zerschlagen wurden, auch die Armut und soziale Kälte in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrgenommen wird, oder will man diese Tatsachen einfach nur totschweigen? Was geht eigentlich in den Köpfen der Politiker vor, welche Barmherzigkeit, Nächstenliebe und christliche Werte predigen, welche im Widerspruch zu ihren politischen handeln steht?

Der liebe Gott, oder wer auch immer, möge ihnen ihre Politik der sozialen Kälte verzeihen.

NICHTS IST GUT – SO WIRD ES KOMMEN !

Eine scharfsinnige Satire, nach der „erfolgreichen Bewältigung“ der Wirtschaftskrise, Finanzkrise, gesellschaftlichen Krise, nach der erfolgreichen Zerschlagung des Sozialstaates.

Die letzten 100 Artikel