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Warum etwas mehr Kommunismus in Zukunft das Leben von Rentnern und die Demokratie vor den Aufsichtsräten retten könnte

Freitag, 31.8.2012. Eifel. Die Welt ist in Ordnung. Das ist mal eine gute Nachricht. Jedenfalls ist die Welt der Reichen in Ordnung - und wer zu den Spitzenzeiten der Krise Aktien zu Billigstpreisen gekauft hat (also jene Leute, die sich den Verlust auch ohne drohenden Hungertod leisten konnten) hat jetzt trotz der gestrigen DAX-Schwäche seinen Einsatz verdoppelt: Geld verdienen ohne Arbeit macht die Welt halt noch schöner. Wie schön, zeigt die Seite "Rich Kids of Instagram, auf die die Welt aktuell hinweist.  Da sieht man, wo die Zinsen der Griechen bleiben: Luxusvillen, Nobelhobel, Goldgehänge und 107 ooo Euro für einen Einkauf in der Schampusbude - und das geben nur die Kinder aus. Die Rechnung der Erwachsenen will man gar nicht sehen. Natürlich fragt man sich: wo kommt das ganze Geld eigentlich her?

Freitag, 31.8.2012. Eifel. Die Welt ist in Ordnung. Das ist mal eine gute Nachricht. Jedenfalls ist die Welt der Reichen in Ordnung – und wer zu den Spitzenzeiten der Krise Aktien zu Billigstpreisen gekauft hat (also jene Leute, die sich den Verlust auch ohne drohenden Hungertod leisten konnten) hat jetzt trotz der gestrigen DAX-Schwäche seinen Einsatz verdoppelt: Geld verdienen ohne Arbeit macht die Welt halt noch schöner. Wie schön, zeigt die Seite „Rich Kids of Instagram, auf die die Welt aktuell hinweist.  Da sieht man, wo die Zinsen der Griechen bleiben: Luxusvillen, Nobelhobel, Goldgehänge und 107 ooo Euro für einen Einkauf in der Schampusbude – und das geben nur die Kinder aus. Die Rechnung der Erwachsenen will man gar nicht sehen. Natürlich fragt man sich: wo kommt das ganze Geld eigentlich her?

Die Antwort liefert unter anderem Karl Marx,  hier zitiert bei „2012MissionPhoenix„:

 „Durch industrielle Expansion und Vernichtung der Konkurrenz akkumuliert sich das Kapital der Besitzenden. Immer weniger Kapitalisten beuten immer mehr Lohnabhängige aus. Ihre immer größer werdende Macht erlaubt es ihnen, immer mehr Mehrwert“ –Mehrwert ist die überschüssige Produktionsleistung, welche nicht bezahlt wird- „an sich zu reißen. Es gibt immer weniger, aber umso kapitalstärkere Besitzende und immer mehr stetig verelende Arbeiter.“

Kommunismus scheint doch gar nicht so doof zu sein, wie er vielerorts gelebt wurde. Gut, das größte Elend steht uns noch bevor, und zwar dann, wenn die Rendite für die Belieferung der Supermärkte zu klein geworden ist und die Regale einfach mal leer bleiben, doch davon sind wir noch ein paar Monate entfernt.

Bleiben wir bei den Kindern der Superreichen. Wie wird man eigentlich superreich? Nun – ein Weg ist, im Aufsichtsrat großer Kapitalgesellschaften zu sitzen, dort, wo durch Konzentration der Geldflüsse (gern erzeugt durch permanente „Fusion“ ehemaliger Konkurrenten – die Banken ermöglichen hier wahre Wunder) soviel Geld zusammenkommt, das man ungeniert im großen Stil abgreifen kann. Wiwo berichtet hier von Steigerungen der Bezüge zwischen 7,6 % und 263 %.  Würden sich Gewerkschaften zu solchen Forderungen hinreißen lassen, wäre der Aufschrei der Kapitaldienstpresse riesengroß, Deutschland wäre in Gefahr, Europa stünde am Abgrund, die ganze Welt stünde vor dem Untergang.

Um genau zu wissen, wie die Reichen denn jetzt das Geld verdienen, muss man nur genauer hinschauen, was „Geschäftsleiter“ (CEO´s) in den letzten zwanzig Jahren geleistet haben – angeleitet durch führende US-Unternehmensberatungen. Welche Branche, welches Geschäftsprinzip, welche Rendite bislang in dem Unternehmen herrschte, spielt keine Rolle, das, was die neuen Herren gemacht haben, war: Massenentlassungen, Steigerung der Wochenarbeitszeit der Überlebenden und Einführung der unbezahlten Überstunden. 1000 Millionen unbezahlte Überstunden leisten die Deutschen so momentan (siehe FTD), macht bei einem Durchschnittsstundenlohn von 20 Euro 20 Milliarden Euro, die Jahr für Jahr über jene ausgegossen werden können, die ansonsten nichts zu tun haben, sich aber viermal im Jahr treffen, um zu kontrollieren, ob der aktuelle Geschäftsführer des Unternehmens auch genug Entlassungen zur Sicherung ihrer Bezüge vorgenommen hat.

Dazu kommen noch ungezählte Milliarden, die durch die Leiharbeit und die Enteignung der Arbeitslosen in den Markt gespült werden: kein Wunder, das die Zahl der Millionäre in Deutschland ständig steigt: wo Kinder 107000 Euro für ein paar Getränke ausgeben können, da können viele gerissene Hunde gut  verdienen. An den Arbeitslosen verdient man gleich doppelt: zum Einen hat man ihren Lohn eingespart (und ihr langjährig erspartes Eigentum günstig eingeheimst), zum Anderen kann man auch an ihrer Verwaltung gut verdienen – wie jetzt zum Beispiel in Aachen.

Dort wird ein neues Jobcenter von privaten Investoren gebaut. 250 Millionen soll es kosten, 370 Mitarbeiter finden dort bei schlechtem Wetter Unterschlupf, 52000 Hartz-Opfer werden von Ihnen in einer „Wohlfühlatmosphäre“ gepflegt (Quelle: „Super-Sonntag“, 26.8.2012).  Pro Arbeitslosen werden hier 5000 Euro investiert, eine Summe, von dem ihre Kinder sechs Jahre ernährt werden müssen – von einer Schampusrechnung der Krisenverursacher könnten sie sogar 130 Jahre leben.

Man sieht: Marx hatte doch Recht. Leider merken wir das viel zu spät. Noch später werden wir merken, das wir alle davon betroffen sind – nicht nur die Arbeitslosen. Unter dem Titel „Arbeiten bis ins Grab“ erläutert die Rote Fahne  gerade aktuelle Entwicklungen in der deutschen Rentnerszene: jedem dürfte klar sein, das die heute Fünfzigjährigen im Alter trotz aller Versprechen und Ansprüche im Alter arm dahinvegetieren werden, damit die selbsternannte Leistungselite und ihre politischen Speichellecker in Saus und Braus schwelgen dürfen: „spätrömische Dekadanz“ wird hier systematisch produziert.

Natürlich hat diese Bereicherungsmaschine auch ihre Nachteile: der Staat wird dadurch finanziell ausgetrocknet. Er braucht nämlich die vielen Millionen Arbeiter, die nicht nur hirnlos beschäftigt herumzappeln, sondern richtig gut verdienen, um richtig gut Beiträge und Versicherungen bedienen zu können. Es wäre der Job der Wirtschaft gewesen, dafür zu sorgen – die Wirtschaft und ihre Lenker haben sich aber anders entschieden.

Welche Zukunft auch uns Deutschen konkret praktisch droht, bekommen wir gerade am Beispiel des superreichen Staates Griechenland anschaulich demonstriert. Superreich? Ja, die Griechen verfügen über Erdgasvorkommen von 9000 Milliarden Euro (siehe Voltaire), ihr Alltag sieht aber ganz anders aus. Ein Grieche schildert gerade in der Zeit seine Eindrücke:

In den vergangenen Jahren wurde die Mehrheit der griechischen Bürger ärmer, arbeitslos oder obdachlos. Ein beträchtlicher Teil unserer Gesellschaft verfügt nicht mehr über die Mittel, um im bestehenden System überleben zu können. Mit Abstand am schlimmsten trifft es die Menschen in den Städten, die keine Möglichkeit haben, etwas Landwirtschaft zu betreiben.

Die Kürzungen im Gesundheitssystem treffen vor allem die chronisch Kranken. Sie sind die ersten Opfer einer nur an Zahlen und Statistiken, nicht aber an den Menschen ausgerichteten Politik. Man hört jetzt viel von Selbstmorden. Junge Menschen wandern aus, um Arbeit zu finden, und werden Sklaven des paranoiden Systems; sie kaufen sich Zeit von Ländern, die bald in der gleichen Lage wie Griechenland sein werden.

Ein weiser Mann, dieser Grieche.  Er sieht weiter als unsere Medien … aber ihm wurde wahrscheinlich auch nicht auferlegt, zurückhaltend über die Krise und ihre Folgen zu berichten. Die deutschen Medien sind da bekanntermaßen etwas gehandicapt, sie haben der Kanzlerin ihr Wort gegeben, die Krise weitgehend zu ignorieren. So ist der Deutsche wieder aufgerufen, selber zu denken – welch´ Abenteuer.

Schauen wir also einmal genauer hin, was uns in den nächsten zwei Jahren droht und welche Weichen schon heute unseren Zug Richtung Armut steuern.

Wir wissen ja, das neben Griechenland auch Portugal, Spanien, Italien und Irland einige Probleme haben – aus diesem Grund haben wir ja den Superrettungsschirm aufgefahren. Der wird aber nicht ausreichen – das hat jetzt laut deutschen Mittelstandsnachrichten die Credite Suisse ermittelt. Das die „privaten Investoren“ sich zunehmend aus den Krisenländern zurückziehen (siehe FTD) freut das Jobcenter Aachen, das dadurch einen neuen Prachtbau bekommt, aber es verschlimmert die wirtschaftliche Lage in den Krisenländern zunehmend, die ohnehin durch ihre „Zombie-Banken“ den europäischen Wirtschaftsraum massiv bedrohen (siehe Handelsblatt).

Nun – wir Deutschen könnten uns ja immer noch entspannt zurücklehnen, immerhin bezahlt man viele Journalisten fürstlich dafür, das sie uns täglich vor Augen führen, wie paradiesisch gut es uns doch geht – zum Beispiel im Vergleich zu den Spaniern: die Welle von Zwangsversteigerungen von privaten Immobilien in Spanien erreicht ständig neue Höhen – da 80 Prozent der Spanier in ihren eigenen vier Wänden lebten (siehe ZDF), sind das Vorzeichen einer neuen Völkerwanderung, deren Obdachlosigkeitsrekorde diejenigen Griechenlands in den Schatten stellen werden. Wir könnten uns entspannt zurücklehnen … wenn wir nicht im selben Boot sitzen würden – nur halt näher beim Kapitän – , was aber beim drohenden Untergang der Eurozone den Tod (und das Leiden) nur hinauszögert,  nicht aber aufhält.

Immerhin haben unsere Aufsichtsratsanwärter im Bundestag aktuell dem ESM einen Blankoscheck ausgestellt (siehe Handelsblatt), was bedeutet, das all jene Banken, die in den letzten Jahren mit massiver Werbung („Lebe heute, zahle später“) viel Kapital für den Umbau unserer Gesellschaft durch extreme Konzentration in der Wirtschaft und der in Folge der sinkenden Einkommensmöglichkeiten zur Erhaltung der von Werbewirtschaft und Illustrierten vorgegebenen sozialen (bzw. eigentlich finanziellen) Mindeststandards im Alltagsleben notwendig gewordenen Konsumkredite  ausgegeben haben, sich das nie vorhanden gewesene Geld jetzt vom deutschen Steuerzahler erstatten lassen.

Wir zahlen jetzt dafür, das wir die RTL-Sozialstandards mit Krediten finanzieren mussten, weil unser Einkommen das nicht mehr hergab. Anstatt aber das sich ein breites Bündnis von Schulen, Gewerkschaften, Universitäten und Medien gegen diese Sozialstandards einfindet, werden sie von Medien und vor allem von der Werbewirtschaft unter völliger Ignoranz der Intellektuellen der Gesellschaft kritiklos weitergereicht.

Das das nicht gut gehen kann, weil unsere Kinder niemals mit den goldenen Handys der Superklassekinder mithalten können, ist jedem normal wirtschaftenden Denker klar – und auch den Spitzen der US-Wirtschaft, die laut WSWS den Bankrott der gesamten Wirtschaftsordnung völlig vor Augen haben.

Eine Kultur, in der immer mehr Menschen auf ständig wachsendem Champagner- Rolex- und Ferrariniveau von anderen leben wollen, erschöpft sich halt ganz schnell – man braucht keinen Doktortitel in Wirtschaft, um das zu erkennen. Ich denke, das könnte der Grund sein, weshalb sich die Regierung (also konkret: die Primärkandidaten für Aufsichtsratsposten) nun ein  zusätzliches Reservistenheer aufbaut.

Dieses Heer entlockt Politikern große Begeisterung – siehe Neues Deutschland:

»Die flächendeckende Einführung der Zivilmilitärischen Zusammenarbeit im Inland stellt sicher, dass die Bundeswehr in unsrer Heimat jederzeit und an jedem Ort unseres Landes Hilfe und Unterstützung leisten kann.«

Wie diese Unterstützung aussehen kann, wird ebenfalls erläutert:

Spätestens am 29. August 2009 wäre folgende Schlagzeile in den Medien fällig gewesen: »Bundesregierung will mit Bundeswehr Streiks bekämpfen«. Eine Antwort der Bundesregierung an die LINKE vom 28. August legt den Schluss nahe, dass die Kampfbedingungen der Gewerkschaften eingeschränkt werden sollen. Denn zumindest im öffentlichen Dienst ist nun auch der Einsatz von Streikbrechern aus den Reihen der Bundeswehr denkbar geworden. Das Bundesverteidigungsministerium schließt in der Antwort nicht aus, dass Zivil-Militärische-Zusammenarbeits-Kommandos bei Demonstrationen zum Einsatz kommen.

Leider kam diese Meldung nicht in den Medien, so dass wir uns noch weiterhin im Traum der alten bundesrepublikanische Wirklichkeit befinden, während die Aufsichtsratskaste schon längst gezielt am Abbau der demokratischen Grundordnung des Landes arbeitet – letztlich bezahlt mit unseren neuen Schulden.

Man sieht hier, welche Zukunft konkret für uns geplant wird.

Ich warte nur auf die Einführung des Terminus „lebensunwertes Leben“ durch Medien und Politik, die Weichen dazu hat SPD-Promi Franz Müntefering durch seinen Spruch „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ ja schon gelegt. Sicher werden bald auch die Wirtschaftsweisen erkennen, das Rentner im Grunde gekommen auch nur Arbeitslose sind – wenn auch etwas älter. Nach entsprechender Rentnerhatz in den gleichgeschalteten Medien können die Reservisten dann im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit für die Beseitigung dieser Altlasten einer nicht marktkonformen Gesellschaft sorgen – wir hatten das in Deutschland schon mal.

„Arbeiten bis ins Grab“ ist aber für hunderttausende in Deutschland schon längst bittere Realität.

Vielleicht braucht Europa einfach mal eine dicke Prise Kommunismus, um Demokratie und Marktwirtschaft vor den Aufsichtsräten und ihren Lakaien zu retten – falls Marx´Methoden der Qualität seiner Analysen entsprechen.

Schon seltsame Zeiten, wo man den „Systemfeind“ anrufen muss um das System vor seinen meist de fakto arbeitslosen Gewinnern zu retten.

 

 

 

 

 

 

Eilmeldung! Deutscher Mittelstand bis 2020 abgebaut – Widerstand zwecklos!

Montag, 17.10.2011. Eifel. Der Tag nach den weltweiten Protesten gegen die Bankster. Was hat sich alles geändert - nach den Protesten. Wie wichtig war es einfach mal auf die Straße zu gehen und zu zeigen, das man sowas von total dagegen ist, das das ganze Establishment vor Angst erzittert. Wahrscheinlich loben deshalb alle Politiker schon jetzt die Protestbewegung - jedenfalls bis heute, denn heute hat der Spiegel erstmal Fakten genannt: 99% der 99% blieben weltweit zu Hause. Nach dreissig Jahren Privatfernsehen und Neoliberalismus hätte man eigentlich auch nichts anderes erwarten können. Die wenigsten Bürger verstehen doch noch die Zusammenhänge internationaler Wirtschaft und Politik - und in Zeiten, wo jeder, der den Pressesprechern von Politik und Wirtschaft nicht vollstes Vertrauen entgegenbringt, als stinkender, geistig kranker, asozialer terrorverdächtiger Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt wird ist es sowieso nicht ratsam, öffentlich eine eigene Meinung zu haben.  Wieso denn auch? Die Eliten werden schon wissen, was sie tun. Das wissen sie auch: abräumen im großen Stil. Das Handelsblatt liefert nun Details dazu:

Montag, 17.10.2011. Eifel. Der Tag nach den weltweiten Protesten gegen die Bankster. Was hat sich alles geändert – nach den Protesten. Wie wichtig war es einfach mal auf die Straße zu gehen und zu zeigen, das man sowas von total dagegen ist, das das ganze Establishment vor Angst erzittert. Wahrscheinlich loben deshalb alle Politiker schon jetzt die Protestbewegung – jedenfalls bis heute, denn heute hat der Spiegel erstmal Fakten genannt: 99% der 99% blieben weltweit zu Hause. Nach dreissig Jahren Privatfernsehen und Neoliberalismus hätte man eigentlich auch nichts anderes erwarten können. Die wenigsten Bürger verstehen doch noch die Zusammenhänge internationaler Wirtschaft und Politik – und in Zeiten, wo jeder, der den Pressesprechern von Politik und Wirtschaft nicht vollstes Vertrauen entgegenbringt, als stinkender, geistig kranker, asozialer terrorverdächtiger Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt wird ist es sowieso nicht ratsam, öffentlich eine eigene Meinung zu haben.  Wieso denn auch? Die Eliten werden schon wissen, was sie tun. Das wissen sie auch: abräumen im großen Stil. Das Handelsblatt liefert nun Details dazu:

Die Reichen werden reicher und es wird mehr von ihnen geben: Laut einer Studie über Dollar-Millionäre von Deloitte LLP wird deren Zahl allein in den Industriestaaten bis 2020 um zwei Drittel auf 55,5 Millionen steigen. In den Schwellenländern wie China, Brasilien oder Indien werde sie sich auf zehn Millionen verdoppeln. Handelsblatt Online zeigt die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung zeigt die für 25 Staaten, darunter auch Deutschland. 

Ein Anstieg der Reichen um zwei Drittel – was meint ihr wohl, was das für euren Geldbeutel bedeuten wird? Autobahnmaut, Gardinensteuer, Spritpreis bei fünf Euro den Liter (für grüne Politiker mit Dienstwagen das Paradies), Butter bei drei Euro, Kilo Äpfel bei zehn. Mal die Zahlen für Deutschland anschauen? Hier, bitte schön, wir stehen auf Platz drei des internationalen Millionärsrankings:

2011: 3.485.000 Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 5,14 Billionen US-Dollar

2020: 5.789.000 Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 10,94 Billionen US-Dollar

Das heist: die Nichtmillionäre dieses Landes müssen innerhalb von neun Jahren 5,8 BILLIONEN DOLLAR aufbringen, um die Vergrößerung der Luxusarbeitslosenkaste finanzieren zu können. Das ist die logische Folge eines Geldkreislaufes als geschlossenes System: will ich eine Überversorgung in einem Bereich, bekomme ich Unterversorgung in anderen Gebieten.

Wenn wir fünftausendachthundert Millarden Dollar in neun Jahren aufbringen müssen, um die deutsche Millionärszüchtung voranzubringen, heist das für jeden von uns: in neun Jahren ist ein Beitrag von 72500 Euro zu entrichten, macht 8055 Euro pro Jahr und 22 Euro pro Tag. Auf den Tag umgerechnet … geht es ja sogar. An manchen Tagen könnte sogar ich meinen Beitrag bezahlen, Hartz-IV-Kinder mit 2,67 Euro pro Tag für Essen wären da schlechter dran: die müssten Schulden machen.

Machen sie ja auch – einfach mal die aktuelle Staatsverschuldung anschauen … die korrespondiert weltweit ganz gut mit dem Millionärsanteil der Bevölkerung. Da Millionäre ja nicht mehr arbeiten brauchen, sind diese Kinder schon jetzt zu lebenslanger Finanzknechtschaft verurteilt.

Man stelle sich mal vor, wir würden die Geldverteilung anders organisieren. Immerhin: ein Bürgergeld von 671 Euro ZUSÄTZLICH ZU ALLEN GERADE BEZOGENEN LEISTUNGEN – ob nun Rente, Arbeitslosengeld, Kindergeld, Gehalt oder Alimente wäre locker finanzierbar. „Grundeinkommen ist unfinanzierbar“ ist eine zynische Lüge, die wir uns ab heute niemals mehr anhören müssen.

Oder man stelle sich vor, alle Millionäre würden einmalig 50 % ihres Vermögens zur Tilgung der Staatsschulden beitragen. Wäre ja auch nur vernünftig, denn ohne dieses Systems könnten sie diese großen Haufen nicht auftürmen. Wir wären sofort schuldenfrei und hätten sogar noch 500 Milliarden übrig. Kein Kind in Deutschland bräuchte mehr hungern.

Sorgen wir dafür, das der Anstieg in den nächsten Jahren nicht auf Privatkonten landet, könnten wir einer Familie mit zwei Kindern ein Grundgehalt von 2684 Euro bezahlen – zusätzlich zu allen anderen Leistungen. Arbeitslosigkeit, Armut und Prekariat wären Themen von vorgestern.

Warum das nicht geschehen wird? Nun … 40000 Menschen haben gestern bundesweit demonstriert. Denen stehen knapp 3,5 Beutemillionäre gegenüber, die das System ganz Klasse finden, weitere 2,2 Millionen sehen sich bald in Millionärskreisen angekommen. Schätzungsweise weitere zehn Millionen Menschen hängen indirekt an diesen Vermögen – als Journalisten, Friseure, Autohändler, Inneneinrichter, Architekten.

Kein Wunder, das in der Welt ein Journalist und Architekt ein „Ende der Trillerpfeifendemokratie“ fordert oder ein Joachim Gauck die Antikapitalismusdebatte unsäglich albern findet: beide verdienen sehr gut an dem System. Wovon ein Joachim Gauck eigentlich seit dem Jahre 2000 seine Anzüge bezahlt, bleibt fraglich. Wir wollen mal nicht davon ausgehen, das er schon mit 60 in Rente gegangen ist, während man vom Standardbürger verlangt, das er bis 67 knechtet.  Immerhin – man kann ihn … wenn man Geld hat … als Redner mieten, bei der gleichen Agentur wie Lothar De Maiziere, Heiner Geissler, Norbert Blüm, Lothar Späth:

Ob Kunden- oder Mitarbeiterevent, Festveranstaltung, Kongress, Messe, Workshop, die intime Runde eines Kamingesprächs oder unterhaltsame Vorträge als Dinner speech – mit der langjährigen Erfahrung unser Referenten-Agentur unterstützen wir Sie bei der Wahl des richtigen Redners.

So sind Intimkontakte der reichen und mächtigen Menschen dieses Landes untereinander beständig möglich – vorausgesetzt, die Kasse stimmt. Deshalb – überzeugt mich die Kritik des Herrn Gauck nicht so richtig, aber ich gehe davon aus, das 15 Millionen Menschen in diesem Land das System ganz Klasse finden. Die werden jetzt den Gauck öfter mieten – und auch alle anderen, die in das gleiche Horn stoßen. Bedenkt man, das dieser monetäre Mob auch die Macht über Einstellungen, Gutachten, Gehaltserhöhungen, Arbeitsplatzabbau, Wochenarbeitszeit, Programmgestaltung, redaktionelle Arbeit in Zeitungen sowie über die Gestaltung von Steuern und Gesetze hat, wird klar, wie armselig das Häuflein von 40 000 ist, die am Samstag ihre Stimme gegen das System erhoben haben.

Das ist mal wieder: David gegen Goliath.

Auf jeden einzelnen Demonstranten in Deutschland kommen über 80 Millionäre – plus 240 Lakaien.

Wird jetzt klar, warum wir anderen bis 70 arbeiten müssen … und eine breite Front von Millionen von Millionären dies ganz Klasse findet und es mit viel medialer Wucht im Lande verbreiten kann?

Blicken wir nach Amerika, wird die Misere noch deutlicher, nochmal Handelsblatt:

2011: 10.541.000 Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 38,6 Billionen US-Dollar

2020: 20.551.000 Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 87,11 Billionen US-Dollar

Hier verdoppelt sich die Anzahl der Millionäre, während ihr Vermögen noch schneller wächst.

Bereits jetzt gehören den US-Reichen 42 Prozent des weltweit von Millionären besessenen Vermögens – der mit Abstand höchste Wert.

Jetzt sieht man vielleicht, warum die „deutsch-amerikanische Freundschaft“ so bedeutsam ist. Wir liegen auf Platz drei im Millionärsranking, Japan auf Platz 2, die USA auf Platz 1.

Und weil all das Geld für Millionäre irgendwo herkommen muss, hat diese Entwicklung schreckliche Folgen für viele viele Millionen Menschen, siehe Spiegel:

Der Wohlstand der Amerikaner sinkt dramatisch. Laut einer Gallup-Umfrage haben 19 Prozent kein Geld für ausreichend Nahrung. Brisant ist der Vergleich mit China – hier beklagen dies nur 6 Prozent. Auch andere Armutsindikatoren zeigen: Den US-Bürgern geht es immer schlechter, den Chinesen immer besser.

72500 Euro muss jeder deutsche Bürger zwecks Millionärszüchtung bis 2020 aufbringen. Man kann sich also selbst leicht ausrechnen, wo man 2020 finanziell steht. Was man nicht vergessen darf: die Hartz-Abhängigen haben ihr Vermögen schon jetzt aufgebraucht, sie und ihre Kinder (knapp 6 Millionen Menschen) werden sich am Millionärslotto nicht mehr beteiligen können, weshalb auf die anderen noch mehr Kosten zukommen.

Das dürfte dann das Ende für den deutschen Mittelstand bedeuten. Laut Spiegel merkt der das schon jetzt:

Deutsche Arbeitnehmer gehen immer häufiger wegen seelischer Krankheiten in Frührente  – nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sind Depressionen und Angststörungen der Hauptgrund für ein unfreiwilliges frühes Ausscheiden aus dem Beruf. Viele trifft das Leiden bereits vor dem 50. Lebensjahr. 

Solche Erscheinungen sind kein Wunder. Wir rasen mit großer Geschwindigkeit auf einen Riesenabgrund zu, weil das System der Geldverteilung zugunsten einiger weniger auf Kosten vieler zu einer 20/80 Gesellschaft führt, von 20% unheimlich viel haben, 80 % dafür gar nichts.

Der Motor dieser Entwicklung – der Bankenclan – kann deshalb auch ganz öffentlich die Politik vor einer Kriegserklärung warnen, eine Warnung, die sich z.B. der Spiegel ganz offen anschliesst:

Geldhäuser zerschlagen, Zocker hart bestrafen: In seltener Eintracht knöpft sich die Politik die Finanzindustrie vor, selbst die FDP scheint sich mit der weltweiten Anti-Banken-Bewegung zu solidarisieren. Der Staat will so Stärke signalisieren, doch der neue Kurs ist populistisch – und riskant.

Natürlich ist das riskant. Unter den zwanzig deutschen Topverdienern 2009 beziehen allein acht ihr Geld direkt von der Deutschen Bank, siehe Statista.

Die bestbezahlten Berufe in Deutschland?

2007 waren es laut Wiwo Anwalt in einer Wirtschaftskanzlei, Unternehmensberater, Fondmanager und Investmentbanker.  Alles „Täterjobs“. Die Weltwirtschaft in den Abgrund zu führen, wird sehr gut bezahlt.

Dafür ist Geld da.

Das die ständig steigenden Ansprüche der Finanzjongleure bezüglich Luxusversorgung im Halbgottbereich sich mit normalem Wirtschaften auf Dauer nicht mehr vereinbaren lassen, merken noch viel zu wenig Menschen – und mit welcher kriminellen Energie die Spitzen der Bewegung vorgehen, merkt man jetzt gerade wieder an den Umtrieben des Barons August von Finck junior – der Mövenpickfink, der diese unsägliche Steuersenkung für Hotels durch Parteispenden vorfinanziert hatte und an der Vernichtung von Karstadt beteiligt war, siehe Wikipedia

August von Finck junior hielt auch Anteile an einem Fonds-Konsortium, dessen überhöhte Mietforderungen der Warenhauskonzern Arcandor AG nicht mehr bedienen konnte und daher am 9. Juni 2009 Insolvenz anmelden musste.

Das „die Anleger“ bei diesem System allen Grund zum Juben haben, dürfte verständlich sein. Das Geld vermehrt sich wie von selbst … durch die vollständige Auslöschung des deutschen Mittelstandes.

 

 

 

 

 

Der Staat als Hure der Wirtschaft: lustiger Aufruf zur mutigen Enteignung!

Die Natur braucht ein Gleichgewicht. So sagt man jedenfalls. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Es gibt da so ein paar Beobachtungen, die mich auf die Idee bringen, das diese Theorie noch nicht so perfekt ist. Evolution zum Beispiel wäre so eine Beobachtung. Wo das Gleichgewicht herrscht, scheint mir wenig Entwicklung möglich zu sein. Ich will mich darüber nicht streiten, aber Gebiete aufzeigen, wo Gleichgewicht total viel Sinn zu machen scheint.

Die Natur braucht ein Gleichgewicht. So sagt man jedenfalls. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Es gibt da so ein paar Beobachtungen, die mich auf die Idee bringen, das diese Theorie noch nicht so perfekt ist. Evolution zum Beispiel wäre so eine Beobachtung. Wo das Gleichgewicht herrscht, scheint mir wenig Entwicklung möglich zu sein. Ich will mich darüber nicht streiten, aber Gebiete aufzeigen, wo Gleichgewicht total viel Sinn zu machen scheint.

Nehmen wir einen mittelalterlichen Markt. Wir kennen ja die Geschichte, wo der Rübenbauer, der Schafzüchter, der Kerzenmacher, der Schuster und der Schneider sich treffen und ihre Waren austauschen. Eine wunderbare Geschichte, die Wohlstand für alle bedeuten sollte. Ging ja auch lange gut – bis das Geld erfunden wurde. Geld nun wiederum war praktisch.  Gegen die gute alte Münze ist nichts einzuwenden. Ich besitze selbst eine von 1783: ein imposantes Stück Metall. Es erlaubt mir, auf den Markt zu gehen und meine Hühner zu verkaufen, selbst wenn ich momentan weder Rüben noch Schuhe brauche. Es symbolisiert Überfluß und Reichtum.

Sehe ich dann einen Bettler am Straßenrand – einen Blinden, zum Beispiel – so kann ich seiner Not schnell Abhilfe schaffen. Einen Taler in die Hand gedrückt und der Mensch kann sein Leben etwas freier leben. Vielleicht sind sie gerade deshalb da, die Armen, damit wir der  Kraft hinter den moralischen Gesetzen beweisen können, das wir bereit sind, uns ihrem Gesetz zu unterwerfen: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“!.  Das wäre dann vielleicht ja sogar zwei Taler wert. So kam die Geschichte vom Teufel auf, der einem gerne einflüstert, das man besser alle Taler der Welt für sich behält.

Wozu?

Nun, damit der Sohnemann eine solche Schlagzeile produzieren kann, siehe Focus:

Ein 20-jähriger aus Glückstadt hat in Brokdorf (Schleswig-Holstein) einen Sportwagen im Wert von 300 000 Euro zu Schrott gefahren. Polizeiangaben zufolge kam er auf einer Landesstraße zwischen Brokdorf und Wilster nach einer scharfen Linkskurve von der Fahrbahn ab.

300000 Euro – dafür müßte ein deutscher Arbeitnehmer lange sparen. Würde er es schaffen, 200 Euro im Monat für den Autokauf beiseite zu legen, so wären es knapp 120 Jahre … selbst für die augenblicklichen Rentenpläne der Regierung eine recht lange Zeit. Würde ein Hartz IV-Abhängiger seine fünf Zusatz-Euro dafür sparen, dann wären es nur 5000 Jahre, die er sein Geld zurücklegen müßte. Dreitausend verarmten Kindern könnte man 100 zusätzlich schenken – ein ganzes Dorf wäre glücklich. So jedoch wurde der Wert mit einem Schlag vernichtet.

Der junge Mann hat mit Sicherheit nicht sein ganzes Leben für dieses Auto gearbeitet, noch dürfte er den Verlust großartig spüren. Vielleicht war ja sogar der beliebte „Eure-Armut-kotzt-mich-an!“-Aufkleber auf der Stoßstange. Immerhin: so ein Auto fährt man doch, um genau diese Botschaft auszustrahlen – nonverbal.

Nonverbal ist der ganze Auftritt auch ein Schlag ins Gesicht jedes normalen Arbeitnehmers, der sich so ein Gefährt niemals wird leisten können, aber mit der Bedrohung durch die Kombination von Idiot und PS-Monster leben muß, das gleichzeitig seine Straßen verstopft. So kann man unter Umständen sogar auf die Idee kommen, das die Autobrenner in Hamburg, Frankfurt und Berlin möglicherweise sogar in Notwehr handeln.

Die Kombination eines zwanzigjährigen Fahrers mit einem 300000 Euro-Auto sagt uns nonverbal auch deutlich: Arbeit ist sinnlos. Durch Arbeit wird man so etwas niemals kaufen können. Normale Menschen würden so etwas wahrscheinlich auch nicht kaufen wollen: mit dem Geld könnte man Sinnvolleres leisten. Armut lindern, Schulen gründen, Hunger aufhalten, Kranke heilen … solche Dinge etwa.

Oder der eigenen Gemeinde helfen, deren Straßen man ansonsten mit seinem Nobelhobel nur verunsichern würde. Die könnten das Geld brauchen, siehe Manager Magazin:

Wann nur wollen Deutschlands Städte und Gemeinden wieder auf die Beine kommen? Die Finanzlage der Kommunen bleibt schlecht, obwohl die Steuereinnahme steigen. Die Gemeinden (ohne die Stadtstaaten) verbuchten 2010 ein Finanzierungsdefizit in Höhe von 7,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. 2009 lag der Fehlbetrag bei 7,2 Milliarden Euro.

Was machen die mit dem Geld? Bauen. Damit die wenigen großen Baukonzerne noch mehr Geld an ihre Vorstände verteilen können:

Wegen der Konjunkturpakete stiegen die Bauausgaben um 10,5 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro.

Wenn ich kein Geld hätte, dann würde ich mir keinen Pool auf Kredit bauen, auch nicht, wenn mein Parteifreund Poolbauer von Beruf ist. Der Staat sieht das wohl anders. Der leiht auch reichen Banken Geld, wenn die sich verzockt haben – ohne Rücksicht auf Verluste, siehe Manager Magazin:

Die Schulden von Bund, Länder und Gemeinden sind in 2010 um mehr als 300 Milliarden Euro auf knapp zwei Billionen Euro geklettert. Für den höchsten absoluten Zuwachs in der Geschichte der Statistik sorgten vor allem die Kosten zur Bekämpfung der Bankenkrise.

Natürlich haben wir deshalb jetzt auch eine Wirtschaft, die sich ganz und gar dem Dienst am Bürger widmet und Wohlstand für alle in den Mittelpunkt ihres Treibens stellt, oder? Nein … leider nicht. Das Verhältnis von Wirtschaft und Staat ist inzwischen eher das Verhältnis von Prostituierter und Freier: „Machst Du es nicht ohne Gummi für´n Zwanni, dann gehe ich woanders hin, dann könnt ihr den Laden hier zumachen!“ So jedenfalls liest es sich im Manager Magazin:

Großbritanniens führende Bank, die HSBC, droht mit einem Umzug von London nach Hong Kong: Die Steuern seien zu hoch und die Regulierung nehme überhand, lautet die Begründung.

Die norwegische Statoil, einer der größten Ölkonzerne auf dem Planeten, hält die Arbeit an zwei Nordseeprojekten an. Um „zu pausieren und zu reflektieren“, wie das Unternehmen mitteilt. Grund für den Bummelstreik ist die Anhebung der Fördersteuer um 12 Prozentpunkte im März.

Caterpillar, der größte Produzent von Ausrüstungen für das globale Baugewerbe und die Minenindustrie, droht den Bundesstaat Illinois zu verlassen. Der Auslöser hier: Höhere Steuern, wie Chef Doug Oberhelman in einem Brief an den Gouverneur schrieb.

Die UBS empfiehlt unterdessen der britischen Barclays-Bank, ebenfalls die Koffer zu packen. Wieder geht es um Steuern, Industrieaufsicht und Staatseinmischung.

Es brodelt zwischen den Topetagen der Wirtschaft und der Politik, und das nicht nur in Deutschland. Hierzulande macht die Atomwirtschaft gegen die schwarz-gelbe Bundesregierung mobil. In einigen Fällen verstärkt sich in jüngster Zeit der Eindruck, dass es großen Firmen immer leichter fällt, ihre angestammten Märkte hinter sich zu lassen, wenn lokale Rahmenbedignungen nicht mehr stimmen. Und der Ton wird rauer.

Nun, bei den Unkosten, die ihre Söhne verursachen, verstehe ich die Not der Firmenlenker. Trotz rekordartig steigender Spitzengehälter muß auch ein Topmanager für 300000 Euro eine Woche lang arbeiten … nun, jedenfalls tun, was die so arbeiten nennen. Krank wird man davon auf jeden Fall nicht.

Dem Land, dem Staat, seinen Bürgern geht es wie einer alternden Hure: sie wird nicht interessanter für die Kundschaft. Da sieht die Zukunft schnell düster aus … wenn man sich nicht schnell daran erinnert, das der Puff eigentlich uns gehört, das wir eigentlich nur einen Marktplatz wollten – und kein Bordell. Wir verstehen zwar die Sorgen und Nöte jener Herren, die auf natürlichem Wege keine Frau bekommen können, können aber deshalb nicht zulassen, das das Geld des gesamte Dorfes geplündert wird, damit sie Kapital zum Frauenkauf bekommen. Wir brauchen nämlich Zukunft in diesem Land, hier wachsen Kinder heran, die kein Geld mehr für ein eigenes Fahrrad haben, deren Büchereien und Schwimmbäder geschlossen werden und deren Schulen zerfallen.

Wie gut, das die weisen Väter des Grundgesetzes dem Herrscher des Landes (das sind WIR, nicht die Politiker, Arbeitgeber oder sonstige Kampfgruppen der Selbstbereicherung) solche Entwicklungen vorausgesehen und dafür schon ein Gesetz installiert haben, siehe 123.recht.net

Artikel 15 GG ist praktisch selbsterklärend und wortwörtlich zu interpretieren. Die genannten Güter Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können in Gemeineigentum, z.B. Staatseigentum, überführt werden, so dass eine gemeinwirtschaftliche Nutzung gewährleistet ist. Als Beispiel lässt sich hier wiederum der Straßenbau anführen: Besitzer von Ländereien müssen gegebenenfalls einen Teil davon abtreten, wenn dieser zwingend für ein großes Bauvorhaben benötigt wird. Den Artikel muss man in engem Zusammenhang mit Artikel 14 Grundgesetzbetrachten, der die Basis für die Entschädigung der Enteigneten legt.

Das Bundesinnenministerim klärt uns über den Artikel 14 auf:

Art 14

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Welche Folgen hätte das wohl, wenn eine reiche Krämerseele seinen mißratenen Zögling den ganzen Tag mit einer vergoldeten Kutsche über den Marktplatz brettern lassen würde? Da braucht man sich keine Gedanken drüber zu machen. Solche Formen der spätrömischen Dekadenz hätte man sich im Mittelalter nicht erlaubt, dort wähnte man sich fortschrittlich, erst wir Technobarbaren fallen da kulturell wieder einige Stufen zurück.
Wir brauchen uns das aber nicht gefallen zu lassen. Wir haben ja schon die Arbeitslosen enteignet: zwanzig Jahre in die Kasse eingezahlt – alles egal. Hartz IV ist für alle da … da hätten wir also auch schon eine eingeübte Entschädigungspraxis. Um das Wohl der Allgemeinheit ist es auch nicht gut bestellt, Bund, Länder und Gemeinden stehen vor dem Bankrott, während andere nicht wissen wohin mit dem Geld, siehe Manager-Magazin:
Rund 400 Single Family Offices, die nur eine Familie bedienen, und 50 Multi Family Offices gibt es hierzulande, schätzt Peter Schaubach, Wirtschaftsprofessor und Vermögensforscher an der European Business School in Oestrich-Winkel. Und die Zahl steigt. Rund 6000 Deutsche mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Euro je Familie nutzen bereits die Dienste eines Family Office, schätzt der Research-Anbieter Investors Marketing. Die exklusiven Geldverwalter steuern ein Gesamtvermögen von mehr als 180 Milliarden Euro – das ist mehr, als die zur Deutschen Bank gehörende Fondsgesellschaft DWS  hierzulande verwaltet.

Lauschen wir mal der Bundeszentrale für politische Bildung, was denn da sonst noch alles so in den privaten Tresoren lauert:
In Deutschland hatten die privaten Haushalte bis zum Jahr 2006 ein Bruttovermögen von insgesamt 10,4 Billionen Euro aufgebaut. Davon entfielen 46,3 Prozent auf Immobilien und 43,6 Prozent auf Geldvermögen. Das Gebrauchsvermögen – Schmuck, Antiquitäten, Kunstgegenstände und ähnliches – hatte einen Anteil von 10,0 Prozent am Gesamtvermögen.

4,36 Billionen an reinem Geldvermögen? Also … wenn man davon nur 50% beschlagnahmt, zum Wohle des Landes und seiner Bevölkerung, dann wären wir alle aus dem Schneider. Aufrichtige, ehrliche Christenmenschen würden sowieso gerne geben, denn: „Geben ist seliger denn nehmen!“. Haben wir ja alle mal gelernt. Und wer nicht gerne freiwillig seine Gemeinschaftswohleingliederungsvereinbarung unterzeichnet, ist als asozialer Schmarotzer und Parasit sowie seinem eigenen Eigentum nicht mehr gewachsen. Bevor der mit seinem Auto noch andere in tödliche Gefahr bringt, sollte man ihm sein Elend ersparen und dafür sozialversicherungspflichtige Jobs bei Bund, Ländern und Gemeinden einrichten. Arbeit ist genug da, nur haben windige Geschäftemacher das Geld dem allgemeinen Kreislauf auf immer entzogen.
Firmen, die so groß sind, das sie Einfluß auf die politische Gestaltung des Landes nehmen, sind sowieso zu enteignen. Wer Geld für Lobbyisten hat, Lobbyisten in den Verkehr bringt oder Politiker durch Finanzkraft zu Lobbyisten macht, sollte sowieso mit einer Haftstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft werden. Besser ist aber, man enteignet jene Konzerne sofort, die sich als gemeinschaftsschädigend erwiesen haben. Bankwesen, Post, Verkehr und Energieversorgung an erster Stelle. Das sind sicherheitssensible Bereiche, in denen die private Krämerseele nichts verloren hat. Was geschieht, wenn man die verantwortungslosen Selbstbereicherer so alleine vor sich hinwurschteln läßt, kann man jetzt im Handelsblatt nachlesen:
Japan hat die Gefahr des Atomstörfalls im Kraftwerk Fukushima auf die höchste Stufe angehoben. Das gab die Atomaufsichtsbehörde in Tokio am Dienstag bekannt. Der Unfall hat damit jetzt die Einstufung 7, was bisher nur die schwere Tschernobyl-Katastrophe hatte.
Da sieht man mal, wie es für den Staat „ohne Gummi“ enden kann.

Man muß diese asozialen Elemente bremsen, bevor ihre Machenschaften wieder in Weltwirtschaftskrise, atomaren Supergau oder Weltkrieg enden. Und die Zeit dafür ist jetzt: Warnschüsse vor den Bug hatten wir jetzt genug.
Das Geld … brauchen wir auch wieder für den Markt. Es ist das Schmiermittel für das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Fordern wir also mutig einen neuen Schulterschluß von Wirtschaft und Politik, diesmal nicht zur Enteignung der Arbeitslosen sondern zur Rettung der Demokratie. Ein einmaliger Solidarbeitrag würde ja schon reichen – es muß ja nicht wieder im Kommunismus enden.


 



 

 

 

Wachstumsmarkt Deutschland: Armut, Asozialität und Adel im Aufwind – Leistung und Charakter eher nicht.

Deutschland hat ja eigentlich keine Probleme. Deutschland geht es gut. Erst kürzlich wurde sogar öffentlich vom Amt für Armutsverwaltung bekannt gegeben, das 2010 eine Million Langzeitarbeitslose wieder einen Job bekommen haben. Wir jubelten mit. Heute legt die nächste Abteilung noch einmal eine andere Statistik nach, siehe Welt:

Deutschland hat ja eigentlich keine Probleme. Deutschland geht es gut. Erst kürzlich wurde sogar öffentlich vom Amt für Armutsverwaltung bekannt gegeben, das 2010 eine Million Langzeitarbeitslose wieder einen Job bekommen haben. Wir jubelten mit. Heute legt die nächste Abteilung noch einmal eine andere Statistik nach, siehe Welt:

Die Zahl der Arbeitslosen geht deutlich zurück. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sinkt dagegen nur minimal um knapp drei Prozent.

Wieso die Zahl der Langzeitarbeitslosen nicht stärker sinkt, wo doch eine Million von ihnen neue Jobs bekommen haben, kann nicht rational erklärt werden, hier stößt man an die Grenzen des Systems. „Geheimnis des Glaubens“, so heißt das bei der katholischen Kirche, wenn der Verstand die Lehrsätze nicht mehr nachvollziehen kann.

Auf jeden Fall können wir hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, so wollen die Konzernmedien uns jedenfalls noch eine Weile lang sehen, denn solange das System noch läuft, solange kann „abgegriffen werden“. Und wenn der große Knall erstmal kommt, dann kann man gar nicht genug haben: Geld, Gold, Öl … das braucht man schon, um über die Runden zu kommen. Hat man das nicht, drohen amerikanische Verhältnisse … eine Metapher, die bald eine ganz andere Bedeutung bekommen kann, siehe Zeit:

Wenn der Kongress nicht bis spätestens Freitag einen Kompromiss im Budgetkonflikt erzielt, dann müssen zahlreiche Behörden schließen und Millionen Staatsbedienstete zuhause bleiben. Kriegsveteranen und Rentner bekommen keine Zahlungen mehr.

So sieht Staatspleite dann praktisch aus. Die Rathäuser sind zu. Ruft man bei der Polizei an, um zu fragen, was los ist, kommt der Anrufbeantworter. Kommen dann die ersten Notfälle für die Feuerwehr herein, landet man … bei der Polizei, siehe dort. Will man sich bei den Ländern oder beim Bund melden, wird man zur Feuerwehr umgeleitet … weiteres siehe dort. Am Monatsanfang wird das Geld knapp, weil keinerlei staatliche Zahlungen mehr eintreffen – ja, liebe Besserverdienende, auch das Kindergeld nicht. Dafür ruft die Oma an und will was geliehen haben: die Auszahlungen der Renten und Pensionen wird dann ebenfalls gestoppt. Aber auch Subventionen fließen dann nicht mehr, ebenso die ach so lieb gewonnenen Bauaufträge für den Mittelstand.

Um solche Entwicklungen zu vermeiden, greifen die verrohten Sozialbarbaren des Mittelstandes gerne auch zu äußerst asozialen Mitteln wie dem Abbau der Gesundheitsversorge für Rentner, siehe Zeit:

Es geht also vor allem um teure staatliche Wohlfahrtsprogramme, auf die Bürger einen Rechtsanspruch haben – und dabei in erster Linie um Medicare und Medicaid, die Krankenversicherungen für Pensionäre, für Behinderte und für Arme.

Sie schlucken einen immer größer werdenden Teil des Bundeshaushalts, weil Amerikas Gesundheitsversorgung sowieso schon die teuerste der Welt ist und auch hier – wie in Europa – die Bevölkerung im Durchschnitt immer älter wird. Laut Voraussagen werden sich diese Kosten innerhalb der nächsten zehn Jahre fast verdoppeln. Senken kann man sie nicht einfach mit dem Rotstift. Sondern nur, wenn man zuvor die Ansprüche, also die gesetzliche Grundlage ändert. Indem man zum Beispiel das Rentenalter heraufsetzt, bestimmte Leistungen im Katalog streicht. Oder indem man, wie es einige Republikaner vorschlagen, das staatliche Wohlfahrtssystem privatisiert.

Man kann es auch in einfachen Worten sagen: unser Gesellschaftssystem hat kein Platz mehr für alte und kranke Menschen. Uns wäre es in unserer Gesamtheit lieber, es gäbe sie gar nicht, diese alten und kranken Dinge. Die kosten nur und bringen nichts. Das die früher mal was geleistet haben, ist ein Faktor, der heute nicht mehr so zählt, denn „Leistung“ ist ein Wirklichkeit kein Begriff der Marktwirtschaft, auch wenn man sich gerne mit ihm schmückt, siehe Zeit:

Sie ist in der freien Marktwirtschaft nicht entscheidend. Auf dem Markt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, nicht die Leistung, die jeder erbringt. Ich halte das übrigens nicht für eine Ungerechtigkeit. Im Gegenteil: Es ist das Gute am Markt, dass die Bedürfnisse der Kunden der entscheidende Faktor sind. Aber dann kann man eben nicht davon sprechen, dass es die Leistung allein ist, die über die Höhe der Einkommen entscheidet. Und es bedeutet eben auch, dass es eine gute Begründung für eine Umverteilungspolitik gibt.

Hier spielt viel Glück eine Rolle, wie der Philosoph Gosepath am Beispiel eines Sandsackproduzenten ausführt: gestern noch fast pleite, ist man heute Millionär – nicht dank Leistung, sondern dank Oderhochwasser.

Solche einfachen aber trotzdem überzeugenden Erkenntnisse halte natürlich andere nicht davon ab, trotzdem den Typus des erfolgreichen Leistungsträgers zu beschwören, wie es der Spiegel aktuell gerade macht:

Melanie Kramer, Soziologin in Potsdam, hat die Daten ausgewertet und fasst die Charaktermerkmale der Reichen so zusammen: „Sie sind weniger neurotisch, also psychisch und emotional stabiler. Außerdem sind sie häufiger extravertiert, sie sind gesellig und gern unter Menschen. Vermögende sind wesentlich offener für neue Erfahrungen, wissbegierig und tolerant. Dagegen sind sie weniger verträglich und scheuen keine Konflikte.“

Sind sie nicht toll, diese Reichen? Sind es nicht wahre Herrenmenschen, die aufgrund ihrer vorzüglichen Charaktereigenschaften zum Führertum geboren worden sind? Während hingegen doch der Arme mit seinen Neurosen, seinem ewigen Geheule und Gejammere, seiner angepaßten Zurückgezogenheit sich eher zum Herdentier eignet, wie uns nach kurzer Überlegung eigentlich plausibel ist.

Und das Schöne ist: der Adel hatte Recht! Erfolgreiche adelige Charaktereigenschaften vererben sich in der Tat:

Doch auch bei reichen Erben zeigen sich in signifikanter Weise die von Kramer genannten Charakterausprägungen. Diese Oberschichtssprösslinge können nicht aufgrund ihrer Charaktereigenschaften reich geworden sein – sie wurden ja bereits reich geboren. Hier funktioniert der Mechanismus offenbar in umgekehrter Richtung: In einem Oberschicht-Elternhaus aufzuwachsen, fördert bestimmte Charaktermerkmale.

Die sind nicht nur psychisch eindeutig überlegen, diese Reichen, die können auch noch ganze Dynastien von psychisch überlegenen Herrenmenschen gründen, die einfach zum herrschen geboren worden sind. Hätten wir das vorher gewußt, hätten wir den Guttenberg …. ach, lassen wir das. Was uns aber sofort klar sein dürfte: diese edlen Gene dürfen niemals in Gefahr gebracht werden, erst recht nicht durch überbordende Sozialstaatsansprüche.  Wie in jeder Herde, müssen halt die alten, kranken und behinderten Tiere selbst zusehen, wie sie sich gegen die Hyänen des Finanzkapitals durchsetzen. So ist die Natur. Grünenwählern ist das selbstverständlich. Die finden so etwas gut. Da bleibt nämlich mehr übrig für die Gestaltung des Privatbiotops im eigenen Garten. So etwas kostet halt. Im Manager Magazin wird man gerade darüber aufgeklärt, wie wichtig uns die Pflege der Superreichen ist:

Der schonende steuerliche Umgang mit großen Vermögen lässt nicht nur die Finanzierungsbasis des Staates zunehmend erodieren, er stellt auch einen eklatanten Verstoß gegen das Gebot der Leistungsgerechtigkeit dar, das ja gerade Angehörige der Oberschicht gerne postulieren. Ein Prozent der deutschen Kinder dürfte in den kommenden Jahrzehnten ein Viertel des gesamten Vermögens in Deutschland erben – und wird darauf kaum Steuern zahlen müssen. Ein Drittel aller Kinder wird hingegen von seinen Eltern gar nichts erben und kann bestenfalls durch hoch besteuerte Arbeit zu Wohlstand gelangen.

Ein Prozent der Kinder erben 25 % des gesamten Volksvermögens. Toll! Gut zu wissen, das die Menschen mit dem richtig guten Charakter dann auch sozial gut abgesichert sind. Nicht auszudenken, wie solch edle Naturen in der Gosse leiden würden. Schön auch zu sehen, das die Regierung alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um den Prozess zu beschleunigen, bis letztlich in ferner Zukunft ein einziger Superreicher alles, ja wirklich ganz und gar alles hat, siehe FTD:

Die Bundesregierung plant eine unternehmerfreundliche Steuerreform: Nach FTD-Informationen dürfen deutsche Firmen künftig Verluste aus dem Ausland verrechnen. Das dürfte Steuerausfälle in Milliardenhöhe zur Folge haben.

Wir brauchen keine Steuern. Die werden sowieso nur von den Herdenmenschen gefressen. Wir brauchen auch eigentlich gar keinen Staat mehr. Wir organisieren das alles privat – Geld genug ist ja da. Ein paar eingezäunte Landstriche, in denen man das Paradies erblühen läßt … und außerhalb dann die kalte brutale Realität von „Hartzland“, wo man mit dem Messer in der Hand tagtäglich ums Überleben kämpfen muß – permanente Liveübertragungen sichern das Interesse der Herrenmenschen.

Damit wir schon heute etwas von dem neuen Wind in Deutschland mitbekommen, fangen manche Firmen schon jetzt an, neue Wege zu gehen, siehe FAZ:

Die Firma aus der Pfalz wollte nicht länger tatenlos zusehen. Sie nutzte die freien Kapazitäten in der jüngsten Wirtschaftskrise, in der es mehr Mitarbeiter als Aufträge gab, und erarbeitete ein Gesundheitssystem. Dazu gehören ärztliche Untersuchungen, finanzielle Zuschüsse für sportliche Aktivitäten und vor allem eine größere Sensibilität gegenüber dem Problem stetig wachsender Belastungen am Arbeitsplatz. Wer sich zum Beispiel krank gemeldet hat – und sei es auch nur für einen Tag – dem bieten die Vorgesetzten seither ein Gespräch an. „Das soll keine Disziplinarmaßnahme sein“, sagt Tanja Romboy, sie wollten nur erfahren, ob es an der Arbeit lag, dass jemand krank wurde, und ob sich womöglich etwas verbessern ließe. Auf diese Weise sollen Langzeitkrankheiten verhindert werden.

Natürlich ist das keine Disziplinarmaßnahme. Man verschwendet gerne Arbeitszeit für ein Pläuschchen, bei dem der Arbeitnehmer nicht so recht weiß, ob er noch einen Arbeitsplatz hat, wenn der das Büro des Chefs wieder verlässt.

Aber uns geht es gut. Der Aufschwung hat uns voll erfasst und lässt uns nicht wieder los. Gut – wir sollten nicht krank oder alt werden. Das wäre dann schlecht. Aber das entscheidet ja auch jeder für sich, gerade so, wie es ihm gefällt. Immerhin ist dies ein freies Land. Wer unbedingt meint, er müsse sich kaputt malochen anstatt einfach sein Geld für sich arbeiten zu lassen, der ist schlichtweg selber schuld. Wie man sich benimmt, wie es sich gehört, zeigen eben die Guttenbergs, hier der Senior im Manager Magazin:

Die beiden Autoren zeichnen darin das Bild eines Karl-Theodor zu Guttenberg senior, der seine Mitarbeiter wie Leibeigene behandelt, Überstunden nicht bezahlt, Betriebsräte zu verhindern sucht, Lehrlinge als billige Hilfsarbeiter missbraucht und selbst langjährige Beschäftigte wegen kleinster Vergehen feuert. Das adelige Standesbewusstsein zeigt sich vor allem darin, dass sich der Herr Baron bei einer Betriebsfeier vor den Augen der Belegschaft Rehbraten servieren lässt – für alle anderen gibt’s Würstchen.

Irgendwie bleibt bei mir allerdings das unangenehme Gefühl, das es kein besonders edler Charakter ist, der sich da im Reichtum suhlt. Aber … ich bin ja auch nur ein armes Herdentier, einer vom Würstchenvolk, nicht vom Rehbratenadel – was weiß ich schon.

 

 

 

Hartz IV finanziert Hundefitness, Golfplätze und Konzernsanierungen!

Bewegt man sich durch die Welt der Medien, so kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Man hört ja immer, das kein Geld da ist. Alle sind hochverschuldet, die USA sind laut Spiegel fast pleite:

Abertausende Häftlinge werden vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und in die Straßen geschickt. Einwanderer werden nach Mexiko deportiert, Polizisten in den Vorruhestand befördert, Kindergärten geschlossen, Lehrer gefeuert. Und Senioren bekommen keine Medikamente mehr – von Zahnprothesen ganz zu schweigen.

Damit könnte man sich anfreunden. Man könnte glauben, das es eine Wirtschaftskrise gibt, die unseren finanziellen Spielraum eingeschränkt hat. Dann jedoch … erfährt man Wunderbares, wie auf N-tv:

Ein Konzert von Elton John, ein Hunde-Fitnesscenter, ein Golfplatz: mit den Milliarden, die Brüssel jedes Jahr an die EU-Staaten überweist, werden bisweilen bizarre Projekte gefördert.

In Neapel kam 2009 Popstar Elton John dank EU-Regionalgeldern auf die Bühne – die EU-Kommission will schon seit vergangenem Jahr von Italien 720.000 Euro zurück haben.

Rund 141.000 Euro waren für einen Golfplatz in Großbritannien vorgesehen, auch ein Jagd-Club bekam Geld von der Union. In Ungarn stand ein – letztlich nie gebautes – Hunde-Fitnesscenter mit über 400.000 Euro auf der Förderliste. In Italien erhielt ein Priester 1,3 Millionen Euro für den Umbau eines Gemeindezentrums, so der Parlamentarier.

In Zeiten, wo in Deutschland über die Erhöhung der Globalisierungsopferfürsorge von 5 Euro monatlich (Kinder: Null Euro) gestritten wird und man wegen der unglaublichen Höhe des Betrages zu keiner Einigung zwischen Regierung und Opposition kommt, dürfte es jedem Bürger der EU plausibel sein, das die Existenz von „Hunde-Fitnesscentern“ von großer Wichtigkeit ist – jedenfalls viel wichtiger als die Förderung von Kindern. Über große Kontroversen über EU-geförderte Golfclubs hat man ja noch nichts gehört – hier scheint es einen gemeinsamen Konsens von Regierung und Opposition zu geben.

Ist ja auch klar – was soll man denn auch anderes mit seinem Hund machen, wenn man zum Golfen fährt, als ihn ins Fitnesscenter zu geben.

Golf selber ist ja nun auch kein ganz billiger Sport. Hunde sind teuer und ihre Fitnesstrainer hochbezahlte Spezialisten. Da ist es klar, das Geld in die Kassen kommen muß – am liebsten nimmt man von Anderen, das ist einfach momentan total in. Wenn zum Beispiel die Stromkonzerne Geld für Investitionen brauchen, dann sollen sie es nach dem Willen der EU-Golfer einfach von den Verbrauchern nehmen. Die zahlen doch auch sonst alles. So berichtet die Berliner Umschau:

Der Ausbau der maroden Stromnetze soll nach Willen der Europäischen Union von den Verbrauchern bezahlt werden. „Es geht um ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde. Damit lassen sich die neuen Leitungen und weitere Speicherkapazitäten finanzieren,“ kündigte Brüssels Energie-Kommissar Günther Oettinger im „Hamburger Abendblatt“ an.

Ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde treibt man so von den Globalisierungsopfern ein, die ja fünf Euro im Monat mehr bekommen sollen. Da wissen die ja auch gleich, was sie mit ihrer Erhöhung machen sollen: das Inventar notleidender Großkonzerne sanieren. Dafür haben die sicher Geld übrig, wäre ja auch schlimm, wenn die Erwachsenen ihre fünf Euro ihren Kindern zukommen lassen würden. Da ist das bei RWE und EON schon besser angelegt, damit deren Funktionäre ihre Hunde während der Golfstunde auch ins Fitnesscenter schicken können.

Somit leistet die Eu aber auch einen Beitrag zur Senkung der Arbeitslosigkeit – wenn man die Zusammenhänge kennt. Dazu muß man ins Deutsche Ärzteblatt schauen:

Unterschiede im Nettoeinkommen korrelieren signifikant mit dem Auftreten von mentalen Problemen, besonders in Zeiten einer Wirtschaftskrise. Das geht aus einem neuen Bericht der World Psychiatric Association hervor, der beispielhaft die Entwicklung der letzten zehn Jahre in Südkorea enthält und im Journal World Psychiatry (2011; 10:40-44) zu finden ist. Demnach leiden Menschen mit niedrigem Einkommen häufiger an Depression oder Suizidgedanken als besser verdienende Menschen.

Wenn man also das Einkommen immer niedriger ansetzt, dafür sorgt, das der niedere Pöbel immer weiter darbt und leidet … dann hat man eine gute Chance, auch das Problem der Überbevölkerung und Massenarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.

Vielleicht … … … aber nein, das wäre jetzt zu böse.

Aber erwähnen sollte man es doch. Immerhin gibt es da Paralellen zu der Entwicklung in den USA, die ja jahrelang unser wirtschaftliches Vorbild waren. Deshalb haben wir ja auch Hartz IV bekommen. So berichtet Frontal 21:

Die Rettung deutscher Landesbanken kostete den Steuerzahler Milliarden Euro. Ob bei HSH Nordbank, West LB oder Bayerischer Landesbank – überall segneten Verwaltungsräte, darunter auch viele Politiker, die riskanten Geschäfte der Banker ab. Doch bis heute werden diejenigen, die die Banken beaufsichtigten sollten, für den Schaden nicht zur Verantwortung gezogen.

Dabei waren die Folgen für jedermann spürbar:

So wurden in Folge des Bankencrashs Jugendeinrichtungen und Rentnertreffs geschlossen, Zuschüsse für Museen und Nahverkehr gekürzt. Die Verwaltungsräte, die das Milliardenroulette der Sachsen LB mitspielten, haben ihre Pflichten als Kontrolleure verletzt, so sehen das der Sächsische Rechnungshof und selbst das Sächsische Finanzministerium. Doch der Finanzminister verzichtet auf eine Schadensersatzklage.

Erinnert doch an die Pleite der USA, oder? Wenn man aber jetzt gar nichts gegen die Täter unternimmt … heißt das dann, das das vielleicht … gewollt war?

Wegen der Hundefitness, der Massenarbeitslosigkeit und der Überbevölkerung?

Ich sage doch: man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hartz IV finanziert Hundefitness, Konzernsanierungen und Golfplätze – über den Strompreis.

Das müssen schon sehr reiche Leute sein, die dieses Hartz IV bekommen, das die für sowas noch Geld haben.

Kapitalismus kaputt. Und nun? Weitermachen bis zur Apokalypse!

Man könnte manchmal verzweifeln. Ich glaube ja, Journalisten schreiben mitlerweile was sie wollen und gehen davon aus, das das eh´ keiner mehr liest. Man muß halt die Zeitung vollkriegen – egal wie. Das am anderen Ende ein verzweifelter Leser sitzt, der mühsam versucht, die Puzzle zu einem halbwegs sinnvollen Bild zusammenzufügen, spielt wohl für niemanden noch irgendeine Rolle. Ich fing gerade an, mich damit anzufreunden, das alle Befürchtungen hinsichtlich der Finanzkrise, alle Analysen zum Ende des Kapitalismus und alle Unkenrufe zum herrschenden Wirtschaftssystem nur heiße Luft sind – da hauen mich die Experten einfach wieder um, diesmal in der Welt:

Nun ist die Rede von einem so allumfassenden, fundamentalen Wandel der Welt, für den es offenbar nur noch einen einzigen Vergleichsmaßstab gibt: „Ist die Phase, die wir gerade erleben, so historisch wie die Geburt Jesu Christi?“, fragten „Spiegel“-Journalisten den Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner. Und der antwortet: „Es wird eine neue Zeitrechnung geben – wenn auch nicht kalendarisch. Aber enorme Kräfte wirken auf die Welt ein, deren Bedeutung wir gar nicht genug überschätzen können.“

Ich weiß nicht, wie es anderen Mitbürgern geht – ich bin verwirrt … und hätte nicht weiterlesen sollen, denn die Verwirrung wuchs:

Vorbei soll es sein mit dem schönen Leben in Saus und Braus. Vorbei die Zeit des leichten Geldes, wo nicht das Einkommen, sondern die Anzahl der Kreditkarten über die Bonität der Käufer entscheidet. Wo Banker auf die Schulden anderer wetten und damit reich werden und Staaten die Notenpressen heißlaufen lassen, damit die Global Player die Einsätze erhöhen können. All das soll ein Ende haben. „Wir müssen uns endlich entschulden“, sagt Achleitner.

„Wir“? Wieso „Wir“? Seit vierzig Jahren läuft dieses Geschäft schon – ich war damals 11 Jahre alt. Wahrscheinlich hätte ich aber damals schon dazu geraten, den kleinen Münzen, die ich so gern gesammelt habe, einen realen Gegenwert entgegen zu stellen – und erst recht den großen bunten Scheinen. Auch heute würde ich sagen: wenn man durch Wetten auf die Schulden anderer Leute reich werden kann, ist das ein unsittliches Geschäft und der Gewinn gehört eingezogen. Ebenso würde ich heißlaufende Notenpressen für ein Verbrechen halten, weil dadurch real ersparte Werte vernichtet werden. Aber ich komme auch aus der Eifel – wir sind traditionell sehr arm und wollen bei reichen Leuten nicht mitreden.

Ich frage mich aber schon, was Politiker und Manager die letzten vierzig Jahre angestellt haben. Waren die nun nur dumm oder einfach kriminell verantwortungslos? Und … haben die heute dazu gelernt? Immerhin gibt es Stimmen, die vor weitreichenden Folgen warnen, zum Beispiel zitiert die Welt Stéphane Hessel:

Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität seien durch „die Macht des Geldes“ unter die Räder gekommen, sagt er im „Spiegel“-Interview. Er spricht aus, was viele Menschen insgeheim beklagen oder doch befürchten, nämlich „die Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen, die Unterdrückung des Selbstbestimmungsrechts, die Macht des Stärkeren“. Hier seien „Kräfte der Zerstörung“ am Werk.

Da werde ich doch sehr stutzig. Ein Finanzvorstand spricht von neuer Zeitrechnung, ein ehemaliger Widerstandskämpfer aus Frankreich von den „Kräften der Zerstörung“ und dem Ende der Zivilisation … wo bleibt denn da der Optimismus und vor allem: die Botschaft vom wundersamen deutschen Aufschwung?

Gut das man gerade Weltwirtschaftsforum hat. Dort treffen sich doch die Kapitäne jener Kräfte, die die westliche Welt an den Abgrund geführt haben, wahrscheinlich wird von dort aus jetzt die Rettung kommen. Immerhin lassen sich die Damen und Herren dort für ihre Arbeit fürstlich entlohnen, da wird man doch wohl auch qualitativ hochwertige Arbeit erwarten dürfen. Doch was schreibt die Welt? Neue Katastrophen drohen:

Die steigende Inflation verschärft die Krise in der Eurozone. Denn für die Schuldensünder in der EU wäre eine Erhöhung der Zinsen reines Gift.

Und am Horizont erscheinen diffus neue unheimliche Schrecken:

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der in diesem Jahr auch Gastgeber der G-20-Runde der größten Industrie- und Schwellenländer ist, sprach zwar auch über den Euro. Lieber warb er jedoch für sein Großprojekt, den Aufbau eines neuen internationalen Währungssystems. Die Währungs- und Finanzungleichgewichte seien eine der Hauptgefahren für die Weltwirtschaft, sagte er. „Eines Tages wird etwas Schlimmes eintreten, wenn wir nicht sehr entschieden handeln.“

„Etwas Schlimmes“ wird eintreten … schlimmer noch als die apokalyptische Herrschaft der Kräfte der Zerstörung in einem neuen Zeitalter der Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Unterdrückung? Man vergisst in solchen Momenten ganz, das man eigentlich in einer christlichen Wertegemeinschaft lebt, die jetzt aber laut aufschreien müßte: was sich dort abzeichnet im gemeinsamen Chor von Wirtschaftlern und Revolutionären ist die Herrschaft des Antichristen – also was ganz Übles und in der Apokalypse des Johannes lange vorausgesagt. Aber selbst wenn man nicht die christlichen Grundwerte verteidigen möchte (deren Bedrohung durch den Islam ja inzwischen so immens ist, das wir sogar das Tragen von Kopftüchern verbieten), so wäre doch die Herrschaft der Kräfte der Zerstörung auch für Atheisten keine Beglückung.  Zerstörung nützt niemandem … aber trotzdem schreitet sie unaufhaltsam weiter fort, wie die Welt berichtet:

Die Staatsverschuldung Japans und der USA wird zunehmend zum Thema an den Märkten. Der IWF rät die beiden Länder nun dringend zur Haushaltssanierung.

In den USA hatte am Mittwoch der parteiunabhängige Rechnungshof des Kongresses erklärt, die Vereinigten Staaten steuerten im laufenden Haushaltsjahr auf ein neues Rekorddefizit zu. Erwartet wird ein Fehlbetrag von knapp 1,5 Billionen Dollar. Das wären knapp 40 Prozent mehr als in der Schätzung vom August. „Die USA stehen vor erschreckenden wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Herausforderungen“, hatte der Rechnungshof erklärt. Das Haushaltsloch entsteht nach Einschätzung der Experten vor allem durch die kürzlich beschlossenen milliardenschweren Steuererleichterungen.

Steuererleichterungen? Ja – mitten in der Krise verzichtet der Staat auf Steuern – laut Wirtschaftsblatt.at vor allem von denen, die reich sind:

Das Gesetz sieht unter anderem eine Verlängerung der vom früheren Präsidenten George W. Bush eingeführten Steuererleichterungen für Reiche vor. Ursprünglich wollten die Demokraten die Steuervergünstigungen für reiche Bürger zum 31. Dezember auslaufen lassen und nur für Familien mit einem Einkommen unter 250.000 Dollar verlängern.

Aha. Diejenigen, die als Politiker und Wirtschaftsräuber ihre Schäflein ins Trockene gebracht haben, sorgen dafür, das die Beute im Tresor bleibt und sich nach den Regeln des Systems noch hemmungslos vermehrt.

Was für uns unreichen Abschaum übrigbleibt, erfahren wir aktuell im Managermagazin:

Millionen von Haus- und Grundstückseigner werden aller Voraussicht nach im kommenden Jahr mit einer reformierten Grundsteuer zur Kasse gebeten. Wie sie aber aussehen wird und in welchem Rahmen dadurch zusätzliche Lasten drohen, ist noch nicht absehbar.

Das trifft dann jene armen Menschen, die auf die „Häuslebauerfalle“ hereingefallen sind und sich fürs Alter was zurückgelegt haben. Das … möchte die Finanz – und Politikelite jetzt auch noch schnell einsammeln. Das man mit herkömmlichen Methoden gegen dieses System kaum noch ankommt, erfährt man unter anderem im Handelsblatt, wo der Philosoph Precht zum Gespräch geladen war:

Wir haben doch im korporatistischen Deutschland erlebt, wie mächtige Interessengruppen den Staat für sich einspannen.

Das stimmt. Ich finde es ein Unding, wie der Lobbyismus seine Schamlosigkeit darstellt. Es gibt eine gewisse Parallele zwischen dem Explodieren der Managergehälter und der Schamlosigkeit von Politikern, die nach ihrem Ausscheiden ihre Kontakte zu barer Münze machen. Da aber alle Parteien davon betroffen sind, begehrt niemand dagegen auf.

Das bleibt uns noch. Die Stimme der Empörung am Beginn einer neuen Zeitrechnung. So machtlos ist der Mensch des 21. Jahrhunderts geworden. Nachdem er sich von den Zwängen der feudalen Raubritterei, der klerikalen Ausbeutung, den Widrigkeiten von Natur und Umwelt befreit hat, marschiert er hilflos in eine menschengemachte Apokalypse.

Das wäre ein sehr … unrühmliches „Ende der Geschichte“, oder?


Finanzbranche killt Euro, Realwirtschaft, Demokratie und Sozialstaat

Es ist eine Meldung, die wie eine Bombe einschlagen sollte, aber seltsam wenig Wellen schlägt: Deutschlands Spitzenrating ist … laut Welt eigentlich schon nicht mehr vorhanden:

Ablesen lässt sich das an den Staaten-Versicherungsprämien. Die sogenannten Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich Marktteilnehmer gegen einen möglichen Zahlungsausfall Deutschlands absichern, sind seit Ende Oktober 2010 um 100 Prozent in die Höhe geschossen und haben sich auf Niveaus etabliert, die keine Bestnote mehr rechtfertigen.

Trotzdem bekommen wir noch eine Bestnote – weil man die Wahrheit halt nie gerne hört. Irland hatte ja auch bis zuletzt noch eine Bestnote.

Das Handelsblatt berichtet derweil noch Notfallplänen der Bundesregierung, da Griechenland nicht auf die Beine kommt:

Die Sorge wächst, dass Griechenland von der immensen Schuldenlast erdrückt werden könnte. Angeblich wird in Berlin bereits an einem Notfallplan gebastelt. Noch dementiert die Bundesregierung. Doch ohne Umschuldung wird der Mittelmeerstaat wohl fallen. Die Folge wäre nach Meinung von Insidern eine weltweite Krise wie nach der Pleite der US-Investmentsbank Lehman Brothers.

Die Zeit berichtet Weiteres:

In der Bundesregierung kursieren Pläne für eine Umschuldung Griechenlands. Nach Informationen der Wochenzeitung DIE ZEIT soll den Griechen ermöglicht werden, ihre Staatsanleihen zurückzukaufen. Die nötigen Kredite dafür könnten aus dem Europäischen Stabilitätsfonds (EFSF) kommen, der dem Land dafür Kredite mit günstigen Zinskonditionen einräumen soll. Im Gegenzug will Berlin neue Zusagen für eine stabilitätsorientierte Politik fordern.

Die nationale Souveränität Griechenlands wird aufgekauft – ein Prinzip, das außereuropäische schon sehr erfolgreich angewendet worden ist, um demokratische Strukturen zugunsten der Finanzmärkte umzubauen.  Hätte man sich früher darum gekümmert, müßte man heute nicht so zittern, aber die bundesdeutsche Politik arbeitet seit Jahrzehnten ja lieber mit der Hoffnung auf den großen alles heil machenden Lottogewinn (gerne auch „Aufschwung“, „Fortschritt“, „Wachstum“ genannt) als Planungsgrundlage für die folgende Generation. Da der momentan ausbleibt, müssen wir uns das gewonnene Geld eben leihen – und das wird immer teurer, was unschön ist, da wir immer mehr davon brauchen.

Die Wirtschaft selbst – eigentlich die Abteilung, die den Staat mit Geld versorgen soll, sich aber mitlerweile lieber nur noch um sich selbst kümmert – sieht laut Managermagazin verzweifelt in die Zukunft, weil keiner weiß, wie es weitergehen soll – man braucht den Euro für die Firmengewinne, aber keiner weiß, wie man den Euro noch bezahlen soll:

Doch die scharfen Töne verdecken, dass Manager und Unternehmer zunehmend darüber verunsichert sind, welches Vorgehen ihnen und der gesamten Wirtschaft tatsächlich am besten hilft. Auf dem Spiel stehen immerhin nicht weniger als Qualität und möglicherweise Existenz der gemeinsamen Währung in Europa.

Breitet sich die Schuldenwelle auf weitere, bisher stabile Länder aus, droht Inflation, und der Euro könnte butterweich werden. Die Folge könnten Steuererhöhungen in Deutschland sein, die auch Firmen treffen. Alternativ dürften drastische Kürzungen im Sozialbereich zu Verwerfungen führen, die das Geschäftsumfeld der Unternehmen heftig durcheinanderbringen.

„Drastische Kürzungen im Sozialbereich“ – darauf wird man sich einstellen müssen.  Schöner formuliert nennt sich das „stabilitätsorientierte Politik“ – also genau das, was die Griechen jetzt noch stärker aufgedrückt bekommen wollen. Blinde, Taube, Rollstuhlfahrer, Kinder, Alte, Kranke – sie sollen jetzt europaweit die Rechnung der Finanzmafia zahlen, Arbeitnehmer dürfen sich mit der Fünfzig-Stunden-Woche und arbeiten bis zur Einbettung in den Gemeindefriedhof ebenfalls dran beteiligen, während die Verursacher der Krise Porsche gute Jahresgewinne ermöglichen und ihren Reichtum weiterhin ungestört vermehren, wie in der FAZ zu lesen ist:

Betrügerisches Verhalten der Führungsriege von Finanzunternehmen führte in die Finanzkrise, erklärt Professor James Galbraithvon der University of Texas in Austin. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sei noch lange nicht vorbei, da der konjunkturellen Erholung einige Hindernisse entgegenstünden.

Galbraith fragt sich, wieso es nicht längst zu einer massiven Klagewelle gegen jene Finanzinstitute gekommen ist, die schlechte Produkte auf betrügerische Art und Weise verkauften. Und wieso sind die deutschen Staatsanwälte nicht längst aktiv geworden?

Der Finanzsektor müsse außerdem stark restrukturiert werden, erklärt er weiter. Die Banken seien zu groß und betrieben in ihrer gegenwärtigen Form Raubbau an den verschiedenen Volkswirtschaften.

Klare Worte eigentlich. Auf der einen Seite eine Verbrecherkaste, die Traumrenditen mit Lug und Betrug erwirtschaftet, eine Räuberbande in Maßanzügen, die die Realwirtschaft so weit ausplündert, das vom Aufschwung beim Bürger nur noch Rechnungen ankommen, auf der anderen Seite die Notwendigkeit zu dringendem Handeln, sich das ergaunerte Geld zurückzuholen und damit die Staatsfinanzen zu retten. Worauf wartet man also noch?

Sogar die Realwirtschaft kommt langsam ins Grübeln, so der ehemalige Thyssenchef Professor Dieter Spethmann im Gespräch in der FAZ:

Der Finanzsektor ist in den vergangenen Jahren überproportional stark gewachsen. Die Gewinne der Unternehmen der Branche haben seltsamerweise stark zu genommen, sie konnten ihren Managern riesige Boni ausschütten – während in der Realwirtschaft solche Wachstumsraten gar nicht denkbar sind. Wie lässt sich das erklären?

Nur durch Missbrauch. Der wurde nur durch das Versagen der staatlichen Aufsicht möglich, das ist glasklar. Wir haben zu viele und zu große Banken. Wir brauchen diese Wertpapierhandelsfabriken nicht, sondern nur Finanzunternehmen, die die Realwirtschaft unterstützen. Grundsätzlich gibt es viel zuviel Papiergeld auf dieser Welt. Sie schwimmt im Papiergeld, dabei bräuchten wir nur eine begrenzte Menge, die nötig wäre, um die Realwirtschaf zu finanzieren.

Zu viele und zu große Banken. Und die Politik tut nichts. Wieso auch … sie sahnt laut einem älteren Artikel der  FAZ mit ab:

Die Finanzbranche gehörte in den vergangenen Jahren zu den wichtigsten Geldgebern der Parteien. Wie aus den Unterlagen des Deutschen Bundestags hervorgeht, spendete etwa die Deutsche Bank, die das Rettungspaket bislang nicht in Anspruch nimmt, noch im vergangenen Dezember größere Beträge – zu einer Zeit also, zu der die Finanzkrise schon voll durchschlug: Am 5. Dezember erhielt die FDP 200.000 Euro, drei Tage später ging bei der SPD immerhin die Hälfte dieses Betrages ein. Die CDU hatte die Bank schon am 6. Oktober mit 200.000 Euro bedacht. Die Commerzbank hatte noch im März vergangenen Jahres jeweils 100.000 Euro an CDU und SPD gespendet, die Privatbank Sal. Oppenheim überwies die gleiche Summe im August jeweils an CDU und FDP.

Die gleiche Branche bringt jetzt den Euro in Gefahr, weil sie einfach mal so, Aufgrund eines „Gefühls der Beunruhigung“, die Zinsen erhöht, sprich: noch mehr Geld aus den Volkswirtschaften saugt. Ein schönes, geschlossenes System, das weltweit für den Abbau der Demokratie und des Sozialstaates sorgt.

„Finanzbranche killt Euro, Realwirtschaft, Demokratie und Sozialstaat“ … wäre schön, wenn das nur eine Schlagzeile wäre. Aber … angesichts dieser breiten Front von Opfern sollte es doch möglich sein, das Problem schnell und unblutig zu lösen … bevor noch autokratische Strukturen in der EU mehrheitsfähig sind.

Wie man heute erfährt, wird die Zeit da laut Welt knapp:

Die EU richtet ihre Kraft auf die Rettung des Euro, verliert dabei andere Gefahren aus dem Blick. Gerade im Osten Europas erodiert die Demokratie.

Deutschland – Land der Schande

Bei Spiegel-online gibt es gerade ein interessantes Phänomen: man wundert sich über Deutschland:

Es macht keinen Spaß, diese Feststellung zu treffen: In Frankreich wurde ein Buch der Hoffnung zum Bestseller. In Deutschland ein Buch der Niedertracht. Wie kommt es, dass die deutsche Empörung etwas Böses hat und die französische etwas Befreiendes? Wie kommt es, dass die Franzosen Stéphane Hessel haben und wir Thilo Sarrazin?

Diese Frage haben sich im Prinzip schon viele gestellt. Sie ist schon älter. Wieso haben die Franzosen 1789 und die Deutschen 1933? Wieso wird man in Deutschland schon als Linker und Menschenrechtsfreund schief angesehen, wenn man nur der Meinung ist, das den Holocaustüberlebenden aus deutschen Landen keine antijüdischen und antiisraelischen Sprüche hinterhergeworfen werden sollten?

Die Frage an sich ist in Deutschland allerdings schon gefährlich. Ganz schnell wird man Antideutsch … und das ist auch laut Innenministerium NRW gefährlich:

Innerhalb des linksextremistischen Spektrums hat sich mit den „Antideutschen“ eine Strömung etabliert, die mit den traditionellen linken Grundüberzeugungen bricht. Ausgangspunkt der antideutschen Ideologie ist die uneingeschränkte Solidarität mit dem jüdischen Volk und dem israelischen Staat. Ihre Vertreter werfen der „deutschen Volksgemeinschaft“ und der übrigen Linken vor, offen oder latent antiamerikanisch und vor allem antisemitisch zu sein. Da von den Antideutschen „der Kampf Israels in der Tradition des Aufstands im Warschauer Ghetto“ und der jüdische Staat als Bollwerk gegen den „Islamfaschismus“ gesehen wird, befürworten sie alle Maßnahmen bis hin zum Krieg, die den Bestand des jüdischen Staates und den Schutz seiner jüdischen Bewohner sichern sollen.

Selbstverständlich sollte man nicht zum Krieg greifen, um den Bestand des jüdischen Staates und des jüdischen Volkes zu sichern. Krieg ist ja was Schlechtes, den kann man verlieren. Aber Juden ausrotten ginge ja auch ohne Krieg … wenn die endlich aufhören würden, sich zu wehren. „Antideutsch“ wird man ganz schnell, wenn man dem latenten Antisemitismus der Deutschen nicht folgen möchte … und der ist gewaltig, wie man einer bei der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichten Studie entnehmen kann:

Ein Merkmal indiziert die Wirksamkeit des transformierten Antisemitismus in besonderer Weise: Nur 11% aller Befragten der GMF-Umfrage des Jahres 2004 stimmten keiner der Facetten des transformierten Antisemitismus zu.

Besonders hoch ist die Zustimmung zur NS-vergleichenden Israelkritik: 68.4% der Befragten stimmten in 2004 der Aussage eher oder sogar voll und ganz zu, dass Israel einen „Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ führt, und 51, 2% der Befragten meinten: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reichen mit den Juden gemacht haben.“ 90% derjenigen, die eine Kritik an Israel äußern, die zwar hart ist, aber ohne antisemitische Untertöne auskommt, stimmen auch mindestens einer Facette des Antisemitismus zu.

Wir haben in diesem Land nur noch 11% Bürger, die es schaffen, sich komplett den Facetten des transfomierten, an die neuen Bedingungen angepaßten Antisemitismus zu entziehen … die anderen würden letztlich die Vernichtungslager wieder begrüßen, und sei es auch nur, um Rache zu nehmen für die Verbrechen an den Palästinensern (die man selbst im eigenen Land als „Ausländer“ natürlich danach vergasen würde).

Antisemitismus ist nun nicht nur für Juden tödlich … er legt sich auch wie ein Pesthauch auf alle anderen gesellschaftlichen Bereiche:

Empirisch lässt sich nachweisen, dass Personen, die antisemitischen Aussagen zustimmen, auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit dazu neigen, Muslime, Frauen, homosexuelle, behinderte und obdachlose Menschen, sowie Zuwanderer und ganz generell Neu-Hinzugekommene (im Vergleich zu Etablierten) abzuwerten.

Ich möchte noch den starken begründeten Verdacht hinzufügen, das auch „Arbeitslose“ bzw. „Hartzis“ in diese Abwertungen mit einbezogen werden müßten – aber zum Zeitpunkt der Studie war diese neue Jagdkategorie noch nicht geschaffen worden.

Stéphane  Hessel wird bei Spiegel-Online wie folgt zitiert:

„diese Gesellschaft der rechtlosen Ausländer, der Abschiebungen und des Generalverdachts gegenüber den Einwanderern, (…) diese Gesellschaft, in der die Renten unsicher werden, der Sozialstaat abgebaut wird und die Medien in den Händen der Reichen liegen, alles Sachen, die wir niemals akzeptiert hätten, wenn wir die wahren Erben der Résistance wären“.

So etwas regt in Deutschland nur wenige auf.  Der klägliche „heiße Herbst“ der Gewerkschaften, der in der Hoffnung auf mehr Lohn für jene endete, die noch Arbeit haben, zeigt, woher in diesem Land der Wind weht.

Die Märkische Allgemeine beschreibt Hessel wie folgt:

Stéphane Hessel studierte unter anderem bei Jean-Paul Sartre, schloss sich im Zweiten Weltkrieg Charles de Gaulles Widerstandsbewegung an, wurde 1944 von der Gestapo verhaftet, ins KZ Buchenwald deportiert, gefoltert und überlebte nur mit viel Glück. Nach 1945 wurde er Diplomat bei den UN und Botschafter Frankreichs in mehreren Ländern.

Hessel ist der einzige noch lebende Verfasser der allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1948 und hat den Einsatz für Minderheiten zu seinem Lebensthema gemacht. Zuletzt griff er Frankreichs Präsidenten Sarkozy für seine Roma-Politik an. Diese ruhelose Empörung, die ihn antreibt, erhofft er sich auch von seinen Mitbürgern.

Ein Motiv zur Empörung sei wertvoll, schreibt er: „Wenn man sich über etwas empören kann, wie das bei mir mit dem Nationalsozialismus der Fall war, wird man stark und engagiert.“ Heute allerdings seien die Feindbilder nicht mehr so eindeutig. Hessel klagt die „Diktatur der internationalen Finanzmärkte“ an, die den Frieden und die Demokratie bedrohen und die sozialen Errungenschaften auffressen. Er beanstandet Krieg und Gewalt, die Kluft zwischen Reichen und Armen, die Zerstörung des Planeten. Hessels Kritik an Israels „Kriegsverbrechen“ gegen die Palästinenser haben ihm eine Klage und den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht.

Man kann vermuten, das er weiß, wovon er spricht.  Und ich schätze mal, das seine Kritik an den Kriegsverbrechen der Israelis wesentlich differenzierter ist, als die pauschalisierenden Propagandasprüche, die aus deutschem (auch „linkem“) Munde durchs Land hallen, und die auch zu erwarten wären, wenn ein Israeli auch nur falsch parkt.

Die Antwort auf die Frage des Spiegel-Autors Jakob Augstein ist einfach:

Dieses Land wird zum Land der Schande – schon wieder.

Deutschland hatte eine historische Chance. Kapitalismus und Kommunismus in einem Land vereint – aus den Erfahrungen hätte man einen „dritten Weg“ finden können, der diesmal nicht in nationalistischer Massenmörderei endet. Deutschland hätte die Chance gehabt, der demokratische Leutturm der Welt zu werden und so seine historisch Erblast für immer abzulegen.

Stattdessen … fangen wir wieder von vorne an. Transformiert natürlich – aus „Jude“ wird modern „Zionist“, aus „rassisch Minderwertigen“ werden „Bürger mit Migrationshintergrund“ – bei den Arbeitslosen neigt man aber mehr zur Beibehaltung des „Asozialen“, der sich schon in die DDR hinüberretten konnte, so als gäbe es das Problem der Arbeitsplatzvernichtung durch Maschinen nicht – und als könnte man aus der Arbeitsleistung der Maschinen unter keinen Umständen einen kulturellen Gewinn ziehen sondern wäre per göttlichem Dekret dazu verdammt, sie komplett in die Kassen der Reichen fließen zu lassen.

Wäre es nicht schön gewesen, wenn wir etwas anderes werden würden als wieder der uniformierte Abschaum der Menschheit, der nichts anderes im Sinn hat als tagtäglich nach „minderwertigem Leben“ zu suchen, das er drangsalieren kann? Aber was finde ich in den Medien? Entwicklungen, bei denen einem nur noch schlecht werden kann – hier in Der Westen:

Gehört das Militär in die Schule? Für Friedensaktivisten und einige Vertreter der politischen Linken ist diese Vorstellung unerträglich, für die Kindernothilfe gar ein „Verstoß gegen die Prinzipien der Kinderrechtskonvention“. Gestern stritten Freunde und Gegner der Bundeswehr im Landtag über den Kooperationsvertrag des Schulministeriums mit den Streitkräften. Den gibt es seit 2008; er war Vorlage für ähnliche Verträge in Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg.

Eine Ansicht einte gestern übrigens geladene Experten und Abgeordnete: Der Politikunterricht werde seit Jahren in NRW immer schlechter, er sei ein Stiefkind im Schulbetrieb. Schüler wüssten viel zu wenig über Politik.

Die Landesschülervertretung, die seit Jahren gegen den Kooperationsvertrag mit der Bundeswehr kämpft, war erst gar nicht eingeladen worden.

Dann sollten wir unseren Frauen auch sagen, das auf sie schlechte Zeiten zukommen. Es wird wieder Trümmer wegzuräumen geben. Zwischen uns und China ist kein unüberbrückbares Meer. Noch ein Schmankerl aus Karlsruhe, gefunden bei KA-News?

Der Bundeswehrwerbetruck macht Station in Karlsruhe und wirbt mit dem Slogan „Spaß und Action“. Damit soll insbesondere Schülern die Bundeswehr schmackhaft gemacht werden.

Wie der Spaß aussehen kann, beschreibt der Mein Parteibuch Zweitblog:

Press TV berichtete am heutigen Donnerstag unter Berufung auf Iran Newspaper on Network, dass amerikanische Besatzungssoldaten in der westafghanischen Provinz Farah Mädchen und Frauen in eine US-Basis verschleppt und dort mehrfach vergewaltigt haben. Eines der Mädchen starb einem medizinischen Bericht zufolge an Genitalverletzungen, die durch die Vergewaltigung hervorgerufen wurden.

Na, da können wir doch auch alte Wehrmachtstraditionen wieder aufleben lassen, nach Abu Ghuraib ist doch klar, das wir uns von dem Bürger in Uniform schon lange verabschiedet haben.

Für das Land, das sicher dereinst zurecht das Land der Dichter und Denker nannte, ist das eine absolute Schande. Darüber sollte man sich wenigstens nochmal empören dürfen, bevor wir unsere „Bündnisverpflichtungen“ in Korea, Pakistan, Russland, Iran und letztlich China wahrnehmen werden, um der „unsichtbaren Hand des Marktes“ die Weltherrschaft im Namen der Kapitalrendite  zu verschaffen.

Deutsche Reiche: asozial ab 2500 Euro im Monat? Das Vierte Reich kriegt Personal.

Wenn man genauer hinschaut, ist es schon länger zu erkennen, spätestens seit dem Artikel von Arno Luik über den „Putsch von oben“. Es hat sich in den neunziger Jahren ein häßlicher Reflex auf die zunehmende Linksorientierung der Bundesrepublik entwickelt, der im neuen Jahrtausend zum Tragen kam. Eine Agenda 2010 fällt halt nicht vom Himmel, ebenso wenig die Deregulierung der Finanzmärkte – dahinter steckt ein Geist, der auf dem Rücken der Anderen zum Ferrari kommen will. Es ist ein Konsenz der Gierigen, die auch weiterhin SPD und CDU wählen werden, gerne auch FDP und Grüne. Es ist eine Schicht, eine Kaste, der man mit viel Mühe eingeredet hat, das sie ganz besondere Wesen seien, viel besser, nützlicher, sinnvoller als der Rest.

Jetzt bekommt man die Quittung. Das ist das ganze Geheimnis des fehlenden Widerstandes gegen Sozialabbau in Deutschland: die Mehrheit der Entscheider hat Freude daran, die Gesichter der Armen in den Dreck zu treten. Was sie mit Ausländern machen wollen, möchte ich mir nicht vorstellen. Hintergrund der Erkenntnis: eine Studie des IKG über „Deutsche Zustände“.

Die Bürgerlichkeit verroht, so das Fazit der Langzeitstudie „Deutsche Zustände“. Besonders gegenüber Armen und Muslimen steige die Aggressivität der Besserverdienenden … so die ZEIT.

Bei Yahoo findet man da deutlichere Worte:

Einer Studie zufolge ist in Deutschland eine „deutliche Vereisung des sozialen Klimas“ zu beobachten. Vor allem in höheren Einkommensgruppen gibt es eine Zunahme „abwertender, menschenfeindlicher Einstellungen“ gegenüber sozial schwachen Gruppen und Minderheiten, wie aus der am Freitag in Berlin veröffentlichten Untersuchung des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld hervorgeht. Fremdenfeindlichkeit und vor allem Islamfeindlichkeit nehmen bei den Besserverdienenden danach ebenso zu wie die negativen Einstellungen gegenüber Langzeitarbeitlosen, Obdachlosen oder Homosexuellen.

Da wird ein Westerwelle dazulernen können: Wenn man die Büchse der Pandora öffnet, sollte man sicher sein, das man dem rechten deutschen Geist keine Angriffsfläche bietet. Nun ist die Büchse offen, die Saat, die man jahrzehntelang gesät hat, geht auf: der neue Herrenmensch offenbart sich der Geschichte: der deutsche Reiche des 21. Jahrhunderts.

Ist es immer noch so unvorstellbar, das diese Entwicklung in Lager münden wird, in denen man „unwertes Leben“ zur Vernichtung einweist? Die obersten Prinzipien dazu haben wir schon abgenickt, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die wirtschaftliche Vernunft auch die letzten logischen Konsequenzen aufzeigen wird.

Laut „Welt“ denkt der CDU-Wirtschaftsrat schon laut über eine Rente mit 69 nach:

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, hält die Rente mit 67 lediglich für einen Zwischenschritt. „Um die Beiträge senken zu können und die gegenwärtige Rentenhöhe zu garantieren, müssen wir über die Rente mit 69 nachdenken“, sagte der CDU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Spanien ist laut dem Blog „spanienleben“ auf Druck der Finanzmärkte  schon mal dabei eine Vorreiterrolle für die EU zu übernehmen:

Die Regierung unter Zapatero hatte vor fast einem Jahr ein Sozialgeld eingerichtet. Die Langzeitarbeitslosen deren Ansprüche ausgelaufen waren,  wurde so ein weiteres halbes Jahr mit 426€ aus dem Staats-Säcklein pro Monat unter die „Arme“ gegriffen. Nach Angaben der Statistik-Zentrale „INEM“ bezogen rund 616.000 Personen diese Beihilfe und ca. 500.000 Haushalte stehen bereits ohne jegliches Einkommen im Land da.

Da – wie berichtet – die Märkte langsam anfangen kritisch auf die Kreditwürdigkeit Deutschlands zu schauen, kann man sich unschwer ausmalen, wie die deutsche Politik auf diese neue Herausforderung reagieren wird. Gibt es dann die ersten Diebstähle aus dem Kreis der Aussortierten wird man schnell auf die Idee kommen, die „von der Straße zu holen“ – aus sozialpädagogischen Erwägungen heraus. Diese Industrie will ja auch leben.

Dank SPD werden wir neben Kinderheimen, Altenheimen und Behindertenheimen dann auch endlich Armenheime haben …. oder Armenlager, denn von den Armen gibt es viele. Wenn die Ausländer und Schwulen Glück haben, kommen sie vorher auch noch ins Lager.

Entwicklungen dieser Art sind weder neu noch spezifisch deutsch. Der Hang des Menschen, sein Grundsätze seines zivilen Zusammenlebens in Notzeiten auf das Verhaltensniveau von Ratten zu senken, ist schon oft beschrieben worden – obwohl es auch anders geht. So eine Entwicklung ist nicht zwingend vorgeschrieben, man kann sich auch dagegen entscheiden – doch das ist für Reiche schwer.  Zum Reichtum gehört auch die völlig Abwesenheit von alltagstauglichen Fähigkeiten, je mehr Geld da ist, umso mehr Lebenskrücken ersetzen einst reale Fähigkeiten.  Vielleicht werden wir in Zukunft, wenn wir die nächsten Trümmer weggeräumt haben (von denen wir wieder einmal hoffen, das es nur „die Anderen“ trifft), den Lehrsatz aufstellen, das „Reichtum asozial macht“ … erst recht, wenn er in Gefahr ist.

Und die Gefahr wächst täglich – durch Wirtschaft und Politik. Die nächste Spendenaktion des Steuerzahlers für die Sucht der Reichen nach noch mehr Reichtum ist schon in Sicht, die Schattenbanken, die sich laut Handelsblatt zwecks Entzugs der neuen staatlichen Aufsicht gebildet haben, haben inzwischen eine enorme Größe erreicht:

Angaben der US-Notenbank belaufen sich die Verbindlichkeiten der Schattenbanken in den USA auf rund 16 Billionen Dollar und sind damit größer als die des traditionellen Banksektors.

Somit kann der deutsche Arme beruhigt sein, die internationale Finanzwelt arbeitet mit Hochdruck daran, den deutschen Reichen ärmer zu machen. Vielleicht wird ein Wettrennen daraus und die Geschichte entledigt sich des asozialen Reichen auf einfache Art: sie macht ihn arm.

Gleichzeitig erlaubt sich laut Focus die Politik , in dieser Gemengelage den Druck noch etwas zu erhöhen:

Bisher dürfen Firmen nur eine Fachkraft aus dem Ausland einstellen, wenn sich kein passender einheimischer Bewerber finden lässt. Bundesarbeitsministern von der Leyen möchte das für einige Berufe ändern.

Somit können immer mehr Deutsche in den Genuß staatlicher Zuwendungen kommen, die man dann irgendwann – nicht aus Bösartigkeit, sondern aus pädagogischen Sachzwängen heraus – einfach streichen kann.

Wie wäre es denn, wenn wir zum Schutz vor Asozialität einfach mal nicht nur über Mindeseinkommen reden, sondern auch über ein Höchsteinkommen? Wenn es einen klar belegbaren Zusammenhang zwischen Menschenfeindlichkeit und finanzieller Ausstattung gibt, dann darf man daran erinnern, das die finanzielle Ausstattung in einer Demokratie für alle Berufe und Ebenen des Verdienstes Vereinbarungssache ist – und kein Naturgesetz … das wurde die letzten Jahrzehnte nur etwas verdrängt durch die Marschmusik der Kolonnen, die ins neoliberale Wohlstandsparadies marschierten.

Insofern darf man wohl sagen: Einkommen über 2499 Euro netto im Monat machen Menschen gemeingefährlich. Je größer die Gruppe ist, die diese Einkommen erzielen, umso gefährdeter ist die Gemeinschaft, von der diese asozialen Elemente leben. Es ist schlichtweg das Notwehrrecht, das hier die Gemeinschaft der Bürger ausüben muß, um sich vor einer scheußlichen degenerierten Zukunft zu schützen, vor einer Widergeburt des Feudalstaates – nochmal die Zeit:

Heitmeyer kommt zu dem Schluss, das Bürgertum trage zu einer „Vereisung des sozialen Klimas“ bei. Die höhere durchschnittliche Bildung dieses Milieus wirke dem keineswegs entgegen. Heitmeyer spricht von einer „entsicherten wie entkultivierten Bürgerlichkeit“, die auch über „angeblich liberale Tages- und Wochenzeitungen“ verbreitet werde.

Die sozialpolitischen Kernansichten des Milieus lauten: Abbau des sozialsstaatlichen Unterstützungsanrechts, stattdessen Gnade durch Wohlhabende und Selbstverantwortung der sozial Schwachen.

„Entsichert“ … wie eine Waffe … „entkultiviert“ wie Barbaren … die Finanzgoten (ausgerüstet mit Prada – Handtaschen und Anzügen von Hugo Boss) stehen vor den Toren der dekadenten römischen Republik und wollen ein neues Reich, in dem Entwürdigung der Leibeigenen zum Zwecke der Belustigung des menschlichen Wohlstandsmülls wieder Alltag wird, ebenso wie Schwulenklatschen in der Mittagspause oder die konzentrierte Ausländerjagd am Wochenende.

Ist doch auch irgendwie geiler als Fußball, oder?


Fanatismus auf dem Vormarsch – Merkel weg!

Fanatismus auf dem Vormarsch … so schreibt „Spiegel-online“ . Der Hintergrund: eine neue Studie.

Jeder Zehnte wünscht sich einen „Führer“, jeder Dritte will Ausländer zurückschicken: Rechtsextreme Ansichten sind einer neuen Studie zufolge tief in der Gesellschaft verwurzelt – in der Wirtschaftskrise bekamen sie noch einmal Auftrieb. Die Intoleranz gegenüber dem Islam ist sogar mehrheitsfähig.

Man könnte fast meinen: es ist wieder soweit. Wir hatten soviele Sicherungen eingebaut, soviele Seminare, Fortbildungen, Unterrichtsstunden abgehalten, damit es NIE WIEDER passiert … und trotzdem scheint es wieder soweit zu sein. Na ja, mit der Weltwirtschaftskrise war es ja genauso, auch da hatten wir ziemlich viele Sicherungen eingebaut, damit dies NIE WIEDER  geschieht, ebensoviele Sicherungen hatten wir eingebaut, damit deutsche Bomben NIE WIEDER ins Ausland geworfen werden und deutsche Soldaten NIE WIEDER im Ausland Zivilisten erschießen.

All das sind aber nur noch Erinnerungen an ein goldenes bundesrepublikanisches Zeitalter, die Berliner Republik ist anders. Ganz anders – das haben jetzt auch die Demonstranten in Stuttgart gemerkt.

„Wir müssen 2010 einen Anstieg von dezidiert antidemokratischen und rassistischen Einstellungen feststellen“, bewerten die Forscher das Ergebnis der Befragung von rund 2500 zufällig ausgewählten Personen.

Schaut man genauer hin, dann weiß man auch, was hier schief läuft:

Die Antworten zeichnen ein düsteres Bild: Mehr als 90 Prozent der Befragten halten es demnach für sinnlos, sich politisch zu engagieren. 39,1 Prozent fühlen sich in ihrer unmittelbaren Umgebung nicht wohl und sicher. Immerhin liegt die Zustimmung zur Idee der Demokratie in Ost und West bei über 90 Prozent.

Gefragt nach der Demokratie, wie sie im Grundgesetz der Bundesrepublik festgeschrieben ist, sinkt die Zustimmung aber auf 73,6 Prozent – und mehr als die Hälfte der Bürger zweifelt an der tatsächlichen demokratischen Praxis: Die Zustimmung zur Demokratie, wie sie in Deutschland funktioniert, beträgt nur 46,1 Prozent.

Man kann doch nicht ernsthaft dem deutschen Volk und dem deutschen Bundestag John Perkins Bekenntnisse eines Economic Hit Man vorlegen und dann noch von ihnen verlangen, das sie an die Sinnhaftigkeit ihres politischen Engagements glauben? Und von diesen Büchern gibt es viele. Auch unabhängig von den Büchern merken normale Durchschnittsmenschen ohne Hotel, das ihre realen Chancen politisch wahrgenommen zu werden gleich Null sind. Sie merken, wie Arbeitgeber und Behörden sie behandeln – wie Abschaum, nicht wie einen Souverän.

Das alle ist bekannt – wie leisten uns einen riesengroßen wissenschaftlichen Apparat, der das untersucht und uns Ratschläge geben könnte, die funktionabler sind als die Ratschläge der Wirtschaftsweisen, aber „Geisteswissenschaft“ ist eine aussterbende Wissenschaft. Geschaffen, um den Krieg aus der Welt zu schaffen dient sie momentan nur noch in jenen Bereichen, wo mehr Gratisleistung aus Mitarbeitern herausgeholt werden kann. Alles andere interessiert nicht mehr, dabei könnten die Ergebnisse sehr hilfreich sein, den aufsteigenden Hass zu besiegen, so steht in der Welt folgender spannender Gedanke:

So lehrt die soziologische Identitätstheorie, dass die wachsende Verbreitung von Kopftüchern, die man bei muslimischen Frauen, auch bei gut ausgebildeten, beobachten kann, ein Zeichen von zunehmender Integration und nicht von zunehmender Desintegration ist. Weil nämlich diese Frauen den Anspruch erheben, trotz Differenzmarkierung teilhabeberechtigt zu sein und gewissermaßen auszutesten, wie man sich anders macht, um gleich werden zu können.

Wie sollte auch gleichförmige Uniformität gelungene Integration beweisen? Sie bewiese … Anpassung, Unterordnung, schlimmstenfalls: Furcht, alles Erscheinungen, die nicht zu einer Demokratie passen. Ebensowenig wie der Ungeist des „Vorurteils“, dessen Renaissance wir gerade wieder erleben, obwohl er doch eigentlich in den siebziger Jahren ausgemerzt sein sollte. Wir erleben wissenschaftliche Rückschritte, die wir hinnehmen, als würden wir dafür bezahlt werden. Deshalb hört sich das hier schon an wie ein Traum aus einem ehedem goldenen Zeitalter:

Es gibt zum Beispiel Kritik aus dem Geist der Inspiration. Dann lautet der kritische Kommentar: Die Welt ist deshalb so schlecht und verdorben, weil die Menschen die spirituelle Dimension verloren haben. Diese Kritik kann man als reaktionär bezeichnen, aber damit hat man ein schnelles Werturteil gefällt, aber nicht gehört, was gesagt wird. Andere kritisieren den Gang der Dinge aus dem Geist der Effizienz: Nichts funktioniert, alles läuft leer. Solche Kritiken sind vermutlich nicht unter einen Hut zu bringen. Aber so ist moderne Gesellschaft. Die Soziologie muss sich dann mit diesen unterschiedlichen Formen der Kritik befassen und darf sie nicht in einem Modell vereinheitlichen, wo vorne der Markt und hinten die Religion ist. Man muss die Leute mit ihren Wahrnehmungen und Kritiken ernst nehmen.

Was könnten wir nicht alles gewinnen – oder hätten alles gewinnen können – wenn wir das Potential der Geisteswissenschaften genutzt hätten. Stattdessen haben wir den Platz den Schreihälsen und Krakeelern überlassen.  Und was haben wir nun davon? Fünfundsechzig Jahre nach Ausschwitz wieder Antisemitismus. Alles Elend dieser Welt wird verschwinden, wenn Israel nur zu existieren aufhört – so könnte man anhand der Intensität, mit der auf diesem Thema herumgeritten wird, meinen. Nicht, das Israels Verhalten das eines Heiligen ist … aber Teufel handeln nun mal wirklich anders. Würden dort keine Juden wohnen, die Kritik wäre … kaum vernehmbar. Schulterzuckend würde man sich wichtigeren Dingen zuneigen, zumal man ja selbst weiß, wie gefährlich „der Moslem“ ist.

Ein weiteres Beispiel für den verblödeten Fanatismus auch sogenannter „aufgeklärter“ Kreise ist das neue Geschrei „Merkel muß weg“. Ich frage mich, auf welchem Planeten man die letzten Jahre verbracht hat, um noch hoffnungsvoll in dieses Horn stoßen zu können? Was genau geschieht denn, wenn Merkel weg ist, was ja laut Spiegel bald sein kann:

Die Lage der schwarz-gelben Koalition wird immer dramatischer: In einer neuen Forsa-Umfrage rutschen Union und FDP auf 33 Prozent – die FDP würde demnach gar nicht mehr in den Bundestag kommen. Ihren Höhenflug fortsetzen können die Grünen, sie sind der Union auf den Fersen.

Aber was genau wird denn geschehen, wenn Merkel weg ist? Können dann SPD und Grüne endlich ungehemmt den Sozialabbau vollenden, den sie 2005 begonnen haben? Dürfen wir dann auch noch mehr Länder bombadieren, marschieren mit in den Iran ein? Streichen wir die AKW´s grün an und umgeben sie mit Froschschutzzäunen, damit die Frösche keinen Krebs bekommen?

Merkel muß weg“ – nur ein weiteres Beispiel für den idiotischen Fanatismus, der sich immer weiter ausbreitet, ein weiteres Zeichen für die geistige Hilflosigkeit, die fehlende gedankliche Disziplin und Struktur in der Gesellschaft, aber klar, ja, wir brauchen vor allen Dingen mehr Naturwissenschaften an den Schulen. Wie Politik funktioniert, braucht keiner mehr zu wissen und wie Menschen funktionieren ist sowieso uninteressant … jedenfalls solange, bis es wieder knallt, bis die Unmenschlichkeit nach Ausschwitz und Kigali wieder neue Rekorde an Bestialität und Brutalität aufstellt und alle wieder sagen: Das konnten wir ja nicht wissen!

Geisteswissenschaften hätten einem sagen können, was diese Meldung von Yahoo für das Volksgemüt bedeutet:

Die Lebkuchen im Supermarkt sprechen eine eindeutige Sprache: In weniger als drei Monaten ist Weihnachten. Das Designteam von Porsche hat sich für die Vorweihnachtszeit etwas ganz Besonderes überlegt: Einen Adventskalender, der mit Überraschungen im Wert von einer Million US-Dollar gefüllt ist.

Soziologisch, historisch und psychologisch geschulte Berater hätten Porsche erzählen können, warum kam gerade zu diesen Zeiten, an denen einer von sieben US-Amerikanern Lebensmittelgutscheine bezieht, nicht ratsam ist, die Dekadenz auf die absolute Spitze zu treiben. So etwas nimmt der besitzende Klasse die ethische Legitimation – kurz gesagt. Neidisch macht der Überfluß auch, erst recht, wenn er ungehemmt öffentlich zur Schau gestellt wird – denn dann wirkt er auch noch demütigend und entwürdigend auf jene, die den Überfluß mit ihrem Hunger möglich machen.

Aber da wir auf solche Berater verzichten … müssen wir mit mehr Fanatismus leben. Nochmal was aus der Studie? Bitte schön:

Erstmals gefragt wurde, ob die Religionsausübung für Muslime in Deutschland erheblich eingeschränkt werden sollte. 58,4 Prozent stimmten dieser Aussage zu, mit dem Grundgesetz ist sie freilich nicht vereinbar. Im Westen mit 53,9 Prozent etwas weniger, im Osten mit 75,7 Prozent deutlich mehr – obwohl dort deutlich weniger Muslime leben.

So was ist kennzeichnend für Wahnsinn und Realitätsferne. Man kennt kaum Muslime, aber das deren Religionsausübung verboten werden muß, das weiß man ganz genau.

Ob wir wohl auch die Muslime mit Macheten ausrotten werden, so wie die Hutu die Tutsi in Ruanda ausrotten wollten? Oder werden wir die Reichen mit den Macheten bearbeiten? Für Historiker eine spannende Frage. Für uns, die wir vor den Ereignissen leben, auch.

Wenn wir den Kurs nicht ändern, wird das eine Katastrophe … hatte man schon 1933 gesagt. Man hatte es in jedem Jahr deutlicher gesagt – und es waren jedes Jahr wenige, die das gesagt haben.  Zu Schluß wußte jeder, was geschah … deshalb blieb der Jubel, der noch den Beginn des Ersten Weltkrieges bestimmt hatte, großflächig aus. Auch der Widerstand gegen den „Mainstream“ wurde immer geringer.

Ist heute ähnlich, oder?

Ob man das noch verhindern kann, weiß ich nicht. Wie und wo sich die durch Ängste aufgebauten Spannungen entladen werden, weiß ich auch nicht, bin nur ein kleiner Eifelphilosoph mit ganz engem eingeschränkten Horizont. Was ich nur sagen kann ist: Spannungen entladen sich. War schon immer so.

Und da Analysen der laufenden Verschwörungen gesellschaftlich tabuisiert werden, werden wieder Unschuldige abgeschlachtet. War … fast immer so.

Völkermord – Ruanda gestern, Deutschland morgen?

Mit Ruanda habe ich mich beschäftigt, um einen Blick auf die Dimensionen menschlichen Fehlverhaltens zu erhalten. Ich wollte wissen, ob da – soweit wir überhaupt so urteilen können – eine neue Qualität Raum greift. Ein abschließendes Urteil ist mir noch nicht möglich – vor allem weil ich abgelenkt wurde. Abgelenkt durch die Frage der Schuld, durch die Frage nach der Medienmanipulation und durch die Schlußfolgerung meines Augenzeugen, General Romeo F. Dallaire.

Die Schuldfrage ist recht eindeutig. Ohne Weltbank, ohne Frankreich und die USA hätte es diese Massaker nicht gegeben. Ohne Europa gäbe es gar keine Hutu oder Tutsi, die würden noch Jahrtausende ruhig und friedlich nebeneinander leben können. Frankreich hat die Mörder ausgebildet und sie nachher in Sicherheit gebracht, die USA haben verhindert, das die UNO, die ja schon mit Truppen vor Ort war, stark genug wird, um die Massaker zu verhindern.  Insgesamt aber … ist es ein Versagen der Weltgemeinschaft, denn die hatte versprochen, das es nie wieder ein Ausschwitz geben würde. Ruanda war schlimmer, die Auswüchse an Bestialität vor allem gegen Kinder übertreffen das, was ich an Schilderungen aus dem KZ kenne deutlich.

Die Medien berichten über Ruanda bis heute, was ihnen in den Sinn kommt. Eine Erklärung für das Massaker haben sie alle nicht. Eine Erklärung für die Morde schon … aber keine Erklärung für den Grad der Bestialität, für die Sucht nach körperlicher und seelischer Folter der Opfer. ´

„Das globale Dorf erlebt einen raschen Niedergang, das nährt die Wut der Kinder dieser Welt. Es ist jene Wut, die ich in den Augen der jugendlichen Interahamwe-Milizionäre in Ruanda sah und in den Herzen der Kinder von Sierra Leone spürte, es ist die Wut, die mir in Massenversammlungen gewöhnlicher Bürger in Kigali entgegenschlug und die Wut, die zum 11. Semptember führte.  Die Menschen, die keine Rechte haben, keine Sicherheit, keine Zukunft, keine Hoffnung und keine Mittel zum Überleben sind eine verzweifelte Heerschar, die Verzweiflungstaten begeht, um sich zu nehmen was sie brauchen und zu verdienen glauben“.

So General Dallaire in seinem Buch Handschlag mit dem Teufel, Seite 765.  General Dellarie ist als Chef der UNO-Mission Augenzeuge der Massaker gewesen – von Anfang bis zum Ende. Liest man seine Berichte, versteht man, warum seine Mitarbeiterin sich das Leben nahm, bevor es ganz fertig gestellt war.

„Dieses neue Jahrhundert muß zu einem Jahrhundert der Menschlichkeit werden, wenn wir uns als Menschen über Volkszugehörigkeit, Glaube, Hautfarbe, Religion und nationale Eigeninteressen erheben und das Wohl der Menschheit über das Wohl unseres eigenen Stammes stellen“. (a.a.O. S 767)

Und was geht uns das an? werden sich viele fragen. Afrika ist weit weg, wir haben Aufschwung, uns geht es gut.

Ruanda wurde einst die Schweiz Afrikas genannt. Ein wunderschönes, reiches kleines Land … mit ein paar Konflikten, die man aus der Kolonialzeit geerbt hat und dem üblichen Problem, das die Kolonialherren einem eine Monokultur aufgezwungen hatten, mit der man nicht überlebensfähig war.

Ruanda ist von Deutschland nicht so weit entfernt, wie man denkt.  Winnenden, Erfurt und ähnliche Erscheinungen sind keine Erfindungen von Krimiautoren.

Es kocht auch in Deutschland und viele schüren das Feuer.

Die deutsche Wirtschaft boomt – und auch das Geldvermögen der Bundesbürger wächst rasant. Die Verluste aus der Finanzkrise sind laut einer DIW-Studie inzwischen komplett ausgeglichen. Davon profitieren besonders die Reichen: Noch nie gab es hierzulande so viele Vermögensmillionäre.

Quelle: Spiegel-online

Da wissen wir ja jetzt, wofür wir uns so verschuldet haben.  Dabei wäre das gar nicht notwendig gewesen, denn nicht nur die Bankenrettung war überflüssig:

Im Nachhinein zeigt ein Blick auf die Rettungsaktion für den Euro: Die Währung war nie in geringster Gefahr. Und: Es hätte eine Alternative zum gigantischen Rettungsschirm von 750 Milliarden Euro bestanden.

Quelle: Baseler Zeitung

Zusätzlich macht man noch ein paar Euro mit Spekulationen auf Grundnahrungsmittel und schon ist man ein gemachter Mann.

Weizenpreise und Nahrungsmittelpreise insgesamt steigen derzeit weltweit mit starkem Tempo: innerhalb eines Jahres um 64,2 % bzw. 15,1 % (Abb. 16145). Einige Nahrungsmittel, wie Gerste, Mais und Reis verzeichnen ebenfalls Preissprünge

Quelle: Jahnke.net

Die Quittung dafür kriegen wir aber inzwischen schon im eigenen Land – nicht nur in Form von Amokläufen und steigender Brutalität:

Pflastersteinwerfer, Böllerschüsse, brennende Barrikaden: Das Hamburger Schanzenviertel wurde im Anschluss an ein Stadtteilfest von schweren Krawallen erschüttert. Mehrere Personen wurden festgenommen, zwei Polizisten leicht verletzt. Der S-Bahn-Verkehr musste eingestellt werden.

Quelle: Spiegel-online

Wer aber nun denken sollte: gut, es ist ja wieder genug Geld da, da können wir ja Schulden abbezahlen, der hat nicht mit der Asozialenallianz West- Deutschland (AWD) gerechnet.  Die zahlen nichts, das sollte schon von vornherein klar sein.

Das Sparpaket der Bundesregierung schürt Unmut bei den Unternehmen. Jetzt protestieren Chemie- und Stahlproduzenten vehement gegen die Kabinettsbeschlüsse. In einem Brief an Angela Merkel fordern sie den umgehenden Stopp der geplanten Steueränderungen.

Quelle: Spiegel-online

Und wir bereiten uns auch schon mal darauf vor, den Weg Ruandas in Deutschland weiterzuverfolgen:

Die turbulente Integrationsdebatte verändert die politische Stimmung in der Republik: Fast jeder fünfte Deutsche würde einer Emnid-Umfrage zufolge eine neue Protestpartei wählen – vorausgesetzt deren Chef hieße Thilo Sarrazin.

Besonders viel Zuspruch bekäme eine Sarrazin-Partei bei Anhängern der Linkspartei (29 Prozent). Auch 17 Prozent der Unionswähler würden eine Sarrazin-Partei wählen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte dazu: „Für sie ist Sarrazin jemand, der endlich ausspricht, was viele denken.“

Quelle: Spiegel-online

Nun, „Juden ´raus aus Palästina“ heißt auch „Türken ´raus aus Deutschland“, das werden die meisten wieder nur zu spät merken. Und die alten SED-Kader werden mit der weichen Hartz-IV-Politik nie so richtig einverstanden sein, ohne Arbeitslager und den alten „Rasenkantenasi“ wird das alles nichts.

Eine Partei der Unmenschlichkeit bekommt im Deutschland es Jahres 2010 locker 20 Prozent der Wählerstimmen. Im gleichen Jahr präsentiert uns das reichste Land der Welt seinen künstlich gezüchteten Hunger:

Es sind Zahlen, die an ein Armutsland erinnern – doch sie kommen aus den USA: Fast 50 Millionen Amerikaner haben nach Angaben von Forschern keinen sicheren Zugang zu regelmäßiger Nahrung. Die Experten warnen vor einer Verschärfung von Gesundheitsproblemen.

Quelle: Spiegel-online

Gleichzeitig … baut es seine Infrastruktur ab – oder teilt sie auf in „reich“ und „arm“.

Die kriselnde Wirtschaft stürzt US-Kommunen in die Krise. Um die Finanzlöcher zu stopfen, kommen Behörden auf abenteuerliche Ideen: Manche entlassen sämtliche Polizisten, andere knipsen Straßenlaternen aus. In Nevada will ein Politiker Autofahrern das Rasen erlauben – gegen Tagesgebühr.

Quelle: Spiegel-online

Währenddessen hält uns die Leistungselite der Welt den Stinkefinger hin:

Diplomat und früherer UNESCO-Botschafter, Jorge Ritto,  saß ebenfalls auf der Anklagebank sowie ein zur damaliger Zeit sehr bekannter und erfolgreiche Showmaster Carlos Cruz. Offensichtlich scheint der Kindesmissbrauch ein Hobby der Oberschicht zu sein. Internet-Pädophilie ist wohl eher ein Nebenprodukt, des real betrieben Kindesmissbrauch. Sind wir doch ehrlich, nicht die Klicks bringen Geld, sondern die Reichen, die für diese verbotene Vergnügen gut bezahlen. Doch dieser Tatsache schenkt die Politik und auch die Polizei für meine Auffassung ein zu kleines Maß an Aufmerksamkeit.

Ganze sechs Jahre dauerte der Prozess gegen die sieben Angeklagten und nur der Fahrer des staatlichen Kinderheimes „Casa Pia“, gestand seine Schuld ein. Alle anderen schwiegen. Die Staatsanwaltschaft sprache Haftstrafen von sechs bis 18 Jahre aus. Die einzige Frau, die mit angeklagt war, wurde dagegen zu keiner Haftstrafe verurteilt.

Bei den Opfern handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um mindestens 32 Minderjährige des staatlichen Waisenhauses „Casa Pia“ in der portugiesischen Hauptstadt

Quelle: Politikprofiler

Und während unsere „Prominenten“ in Portugal die gleichen schmutzigen Spiele spielen wie in Belgien (was mich langsam zu der Frage bringt: ab wieviel Millionen wird man eigentlich pädophil?) , geht der Rest des Planeten auf der Jagd nach dem Geld den Bach ´runter:

Dem Planeten Erde steht ein Artensterben bevor, dessen Ausmaße größer sein könnten als beim Aussterben der Dinosaurier. Dies zeigen neue Forschungen des amerikanischen Paläobiologen John Alroy an der australischen Macquarie Universität in Sydney, die im „Science“-Magazin veröffentlicht wurden. Der Wissenschaftler stellte Daten von beinahe 100.000 Fossiliensammlungen zusammen, um Aufschluss über das Schicksal von Meerestieren zu erlangen, die vor 250 Millionen Jahren ausgestorben waren.

Alroy gelangte zu der Erkenntnis, dass momentan eine Welle des Aussterbens in Gange sei, die schwerwiegender als jedes vergleichbare Ereignis in der Geschichte sein könnte. Der Forscher befürchtet dramatische Veränderungen am Meeresboden, da die Balance der dominierenden Arten schwer gestört werde. Er macht die menschlichen Einflüsse wie Düngemittel, Pestizide, Schadstoffbelastung und Abholzung der Wälder dafür verantwortlich. „Die Menschheit betreibt ein gigantisches Experiment mit der Natur“, so Alroy.

Quelle: Finanznachrichten

Wie gut das wir dann in unseren Einfamilienhäusern sitzen können um die besten Arten noch auf Blue-ray archiviert am Plasmabildschirm zu  genießen.

Kann sein, das das unseren Kindern zu wenig sein wird.

Noch ein Wort des kanadischen Generals Dellaire?

„Als Soldaten sind wir es gewohnt, Berge zu versetzen, um die Souveränität unserer Staaten und unseren way of life zu verteidigen. In Zukunft müssen wir bereit sein, Berge zu versetzen um über unsere nationalen Interessen hinauszuwachsen und unsere Ressourcen für die Menschlichkeit einzusetzen – und unser Blut für sie zu vergießen. “ (Dallaire, a.a.O. S. 776).

So oder so … Blut wird vergossen werden. Ich schätze mal: auch in Deutschland werden bald nicht mehr nur Autos brennen, sondern auch ihre Fahrer.  Der Hass auf die Asozialität der Leistungselite wird Tag für Tag größer, dabei sind ihre Kritiker selten besser.

Was geschehe denn, wenn wir gemäß des ökologischen Fußabdrucks den Verbrauch in Deutschland um über 50% senken müßten? Sprich: Renten, Löhne und Hartz IV-Bezüge um 50 % senken? Und wenn wir den Verbrauch nicht senken, müssen wir weiterhin den anderen Bürgern dieser Welt ihr Land und ihre Ernte mit Gewalt wegnehmen – wie schon bisher. Ich sehe die Grünenwähler jetzt schon zu ihren Bombern laufen, damit sie ihre luxuriösen sonnenenergiebeheizten Einfamilienhäuser inkl Rasenmähroboter  gegen die Asiaten verteidigen können, die einfach nur eine Hand voll Reis wollen.

Nun – und wir Deutsche ohne Hotel, ohne Staats-, Kirchen-  und Konzernpöstchen werden uns auch wieder neue Einnahmequellen überlegen müssen, die öffentlichen Kassen werden zunehmend von der Leistungselite leergesogen. Vielleicht hilft ja auch hier ein Blick nach Afrika:

Mohammed Garfanji, einer der am meisten gefürchteten Piraten Somalias, geht die Bildergalerie seines Handys durch. «Sehen Sie das da?», fragt er und zeigt das Foto eines Thunfischfangbootes. «Das ist nur ein paar Monate her, 20 Meilen vor Hobyo. Und das da, ein grosses spanisches Schiff.» Er hebt erwartungsvoll die Augenbrauen. «Ihre Armeen schicken Kriegsschiffe, damit Sie weiter unseren Fisch fangen können!»

Der kaum 30 Jahre alte Garfanji und seine Gesellen verbreiten im Indischen Ozean Angst und Schrecken und haben die mächtigsten Nationen der Welt herausgefordert. Sie kapern vor der Küste Somalias Frachter, bringen die Besatzung in ihre Gewalt und verlangen Lösegeld. Ein höchst lukratives Geschäft – und weil vor der Küste ihres Landes illegal gefischt und damit die Lebensgrundlage zahlreicher somalischer Fischer gefährdet wird, sehen sie ihr Handeln als rechtmässige Einkommensquelle an.

Quelle: Bernerzeitung

Ein Jahrhundert der Menschlichkeit? Es wird – wenn der Kurs beibehalten wird – DAS Jahrhundert der Unmenschlichkeit.  Jeder gegen jeden – überall auf der Welt. Und an der Spitze eine kleine wachsende Gruppe von Superreichen, die überall gleichzeitig und gleichzeitig nirgends sind, aber an der ganzen Vernichtungsmaschinerie  ausgezeichnet verdienen und ihre Leistungselite gut für die geleisteten Dienste bezahlen.

Die gezielte Vermehrung von Hunger in der Welt, das gezielte Verbreiten von Ungerechtigkeit selbst in schwerreichen Ländern läßt mich nichts Gutes für die Zukunft hoffen … es sei denn, wir ändern sie einfach.  Aber dafür wird man keine Mehrheit kriegen, schätze ich mal.

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