Anlageberater

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Das Goldkettchen des Anlageberaters als Triebfeder des deutschen Gesundheitswesens

Manche Nachrichten entfalten erst durch ihre Kombination Brisanz, manche Formulierungen werden erst dann bedenklich, wenn man sie mit anderen zusammenbringt – das ist eigentlich das erste Geschäft des Systemveränderers: aufwiegeln durch Tatsachen. Demgegenüber stehen die Pressesprecher und bezahlten Journalisten, deren Geschäft es ist, breiflächig abzuwiegeln.

Solche Erscheinungen sind sogar in Bereichen zu beobachten, die äußerst intim sind und jeden Menschen betreffen: bei der Gesundheit. Wer denkt, er sei hier durch die Medien optimal informiert, lebt noch auf einer Scheibe, wie Epoch Times zu entnehmen ist:

„Die Tendenz, den Einsatz eines Medikaments zu empfehlen, hängt von der Finanzquelle einer Zeitschrift ab“, schreiben die Mediziner um Annette Becker von der Universität Marburg im „Canadian Medical Association Journal“.

„Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. „Eine Hand wäscht die andere“ – so funktioniert Wirtschaft.

Geht auch ohne Brot, zum Beispiel mit Reisen, hier pressetext.at:

„Einige Journalistenkollegen lassen sich gerne an exotische Plätze einladen. Durch dementsprechende Berichterstattung sorgen sie dafür, dass sie auch in Zukunft wieder eingeladen werden“, berichtet der Medizinjournalist Hans Weiss gegenüber pressetext.

Es lohnt sich also, selber zu denken – das kann ungeahnte postive Effekte auf die Gesundheit haben.

Natürlich kann man nie genau sagen, welches Geld nun gerade wofür geflossen ist und wer wem aus welchen Gründen etwas zukommen läßt. Zum Beispiel der Hartz-Kanzler Schröder und der Deal mit dem Maschmeyer, über den der Spiegel aktuell berichtet:

Der frühere AWD-Chef Carsten Maschmeyer pflegte zu Gerhard Schröder engere Beziehungen als bislang bekannt: Er hat dem Ex-Kanzler nach SPIEGEL-Informationen rund eine Million Euro gezahlt – für dessen Memoiren.

Spannend auch, wo das Geld herkam, das jetzt in Schröders Taschen steckt:

Der Finanzvermittler AWD hat unter Carsten Maschmeyer seinen Kunden in bisher nicht bekanntem Ausmaß riskante Finanzprodukte verkauft, für die er gleichzeitig die höchsten Provisionen kassiert hat. So hat der Bereich „Immobilien/steueroptimierte Anlagen“ in einem Jahr mit 31 Prozent so viel Umsatz gebracht wie kein anderer Bereich im AWD-Konzern. Dabei wurden in diesem Bereich neben Immobilien vor allem geschlossene Fonds verkauft, die Anleger in dieser Form in vielen europäischen Ländern gar nicht kaufen können. So hat der AWD rund 47.000 Kunden allein in die verlustreichen Dreiländerfonds und die IMF-Medienfonds vermittelt.

Es hört sich nicht gut an, was man da weiter erfährt:

Dorothea Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisiert: „Das Gros der Bevölkerung kann weder die Risiken einschätzen noch kontrollieren, ob die Versprechungen überhaupt eingehalten werden.“

So etwas hört sich überhaupt nicht gut an. Klingt nach einer Betrügerbande, die durch die Lande zieht, um an Omas Erspartes zu kommen und davon dem Kanzler großzügig etwas in die Tasche zu stecken, vielleicht sogar als kleiner Dank dafür, das die Regierung ein schönes Umfeld für Anlageberater geschaffen hat. In Irland war das genauso, wie „Der Freitag“ berichtet:

Bald aber verselbstständigte sich der Boom. Banken, Bauunternehmer und Immobilien-Makler witterten ein riesiges Geschäft und warfen mit geborgtem Geld um sich. Innerhalb weniger Jahre stiegen die Hauspreise um das Vierfache. Und die Banken offerierten noch immer billige Kredite, als längst absehbar war, dass es mehr Häuser als Haushalte gab. Joyce: „Selbst intelligente Leute glaubten, der Immobilienboom würde ewig anhalten. ‚Lass doch dein Geld für dich arbeiten’, bekamen sie auf der Bank zu hören, so dass sich mancher ein zweites oder drittes Haus kaufte, um es zu vermieten.“

„Lass doch dein Geld für dich arbeiten“ … den kumpelhaften Rat haben sicher viele vernommen, auch in Deutschland. Eine wichtige Quelle in Deutschland ist dazu das Sozialwesen, genauer genommen: das Gesundheitsbudget, über das transparency.de schon vor sechs Jahren klagte:

Ein besonders anfälliges Gebiet für Korruption ist das öffentliche Gesundheitswesen, weil es intransparent und komplex ist. Die Verantwortlichkeiten verteilen sich auf ein Bundesministerium, 16 Ländersozialministerien, pro Bundesland mindestens eine öffentlich-rechtliche Körperschaft von Ärzte- und Apothekerkammern, kassen(zahn)ärztliche Vereinigungen und deren Spitzenverbände, sowie mehr als 250 gesetzliche Krankenkassen. Dazu kommen unzählige Fachverbände und Interessengruppen jeglicher Art.  Mehr als elf Prozent des Bruttosozialprodukts fließen in das deutsche Gesundheitswesen. Damit ist das Gesundheitsbudget annähernd so groß wie der Bundeshaushalt (mehr als 240 Mrd. Euro 2005).

Missbräuchliches Ausnutzen der Intransparenz im Gesundheitswesen geschieht durch alle Beteiligten. Warenanbieter von Pharmazeutika und Medizingeräten, Leistungserbringer jeder Art, Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen, Versicherte und deren Arbeitgeber – alle machen sich die Schwächen des Systems zunutze.

Ein wichtiger Umverteilungsmotor in diesem System ist der Arzt. Ärzte sind in der Regel menschenfreundliche Wesen – und selber oft auch sehr menschlich. Sie arbeiten hart, oft rund um die Uhr … man kann sich bei ihnen darauf verlassen, das sie kaum Zeit dazu haben, Geld in großem Umfang auszugeben. Das weiß auch die Politik. Kippt man also ganz viel Gesundheitsbudget in die Arzthonorare, fließen automatisch Unsummen an Steuern und Versicherungsgeldern zu den Banken und Anlageberatern – letztere kaufen sich davon die Goldkettchen, mit denen sie dann weniger gut verdienende Schichten der Bevölkerung blenden und ihnen die Ramschpapiere andrehen, die irgendwer ja letztendlich bezahlen muß. Hierfür hat man immer gute Argumente „Gesundheit“ zum einen, „harte Arbeit“ zum anderen.

Warum aber ein Hausarzt für zweimal Händeschütteln und ein Rezept reich werden muß, während der Altenpfleger Patienten für ein Taschengeld vom Kot befreien soll, erklärt man uns nicht. Leistung soll sich halt nur da lohnen, wo ganz viel Geld wieder zurück in die Hände der Finanzmafia fließt, die alle Beteiligten an ihrem Ruhm teilhaben läßt – und damit das geschieht, brauchen wir ganz viel Geld in den Händen ganz weniger Leute, die möglichst zu beschäftigt sind, um selber was damit anzufangen. Ärzte eignen sich dafür ideal – und sich nur allzu menschlich genug, um nicht versehentlich ins Asketentum abzudriften und alles Geld den Armen zu spenden.

Das Gesundheitsbudget insgesamt frisst den Staat auf – bei fragwürdiger Leistung. Bezahlen sollen es dann die Arbeitslosen, ausbaden sowieso. Aber die Paten des Systems sitzen am Ende und füllen sich die Taschen ohne jegliche Arbeit, was – wie in Irland – nicht lange gut gehen kann. Irgendwann ist der Krug leer und wir müssen die Schulden bezahlen, denn letztlich, ganz am Schluß landen die Rechnungen für die Goldkettchen der Anlageberater bei uns – Stichwort „Bankenkrise“.

Man muß nicht lange suchen, um die Schatten der nächsten Krise zu sehen,  zum Beispiel hier beim br:

Das Gesundheitssystem krankt, und das spüren auch die insgesamt 212 gesetzlichen und privaten Krankenversicherer. Einigen droht schon jetzt das Geld auszugehen. Die Branche sorgt sich, dass sich dieser Trend fortsetzt. Fachleute rechnen für 2011 mit einem Defizit von elf Milliarden Euro. Doch wofür braucht es eigentlich derart viele Kassen?

Wofür so viele Kassen, wofür so viele Leistungen, warum so viele Patienten … so wird die Fragerei weitergehen und am Ende dieser Fragekette wird der Kranke so dastehen wie der Arbeitslose: als böser Täter, ohne den es uns allen viel besser gehen würde.

Wozu das alles?

Für das Goldkettchen.

Ich bin mir sicher: wenn das alle wüßten, wenn es bekannt wäre, das das Märchen vom leistungslosen Einkommen, mit dem der Anlageberater sein Kettchen verdient, nichts weiter bedeutet als die Privatisierung des Gemeinschaftsvermögens und das Aufblähen der Staatsschulden auf Kosten (erstmal) der Ärmsten der Armen, dann würden sehr viele Menschen davon Abstand nehmen und neue Investitionsmöglichkeiten für ihr Geld und ihre Schaffenskraft suchen.

Wer nun meint, sich in Ruhe zurücklehnen zu können, weil sich das System schon von selbst eliminieren wird, der übersieht die Zeichen am Horizont, wo die Frontkämpfer des Märchensystems neue Ziele setzen und unsere Demokratie zu Grabe tragen wollen, siehe le Monde diplomatique

Als der deutsche Architekt Gerhard Starzetz in Peking seine Olympiabauten vorstellte, lobte er das zügige Verfahren: „Ein solches Vorhaben wäre in Europa undenkbar – aber hier geht alles schnell und ohne große Diskussion.“ Auch der BASF-Chef Jürgen Hambrecht verlangt mehr Respekt dafür, dass die Chinesen und Russen in Sachen Freiheit und Demokratie anders denken.

Noch mag die autoritäre Versuchung eines aggressiven Durchregierens im Westen so fern liegen wie Peking. Aber der Ruf der Eliten nach einem Ende von Diskussion und Protest wird lauter.

Natürlich wird dieses System irgendwann zusammenbrechen. Goldkettchen an sich sind halt kein echter zivilisationserhaltender Wert. Aber mit einer schönen straffen Führung könnte man noch ein paar Jahre bzw. Jahrzehnte länger das Volk ausplündern, tolle Bauten ins Gelände stellen, noch mehr sinnlose Pillen in den Himmel loben oder schädliche Operationen befördern und vor allem:  die Beute aus Anlagebetrug sichern.

Man sieht ja jetzt, das sogar der Kanzler Schröder möglicherweise Betrugsgelder in der Tasche hat. Wenn der das wüßte … würde er sich wahrscheinlich ganz viel schämen, oder?

 

 

 

 

 

Iatrogene Todesfälle, Sozialbudget und die Reduzierten

Es ist ja gerade mal wieder Notstand in Deutschland. Gestern dachte ich noch: alles wird heil, dann jedoch merkte ich schon heute Morgen:  nein, nicht alles wird heil. Den Ärzten geht es noch sehr schlecht in diesem Land.

Bundesweit bleiben heute Tausende Hausarztpraxen geschlossen. Tausende Mediziner protestieren auf diese Weise gegen die Sparpläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler. Die Ärzte sehen sich in ihrer Existenz bedroht, weil Rösler ihre Verdienstmöglichkeiten über eigene Verträge mit den Krankenkassen beschränken will. Rösler kritisierte in der Rheinischen Post“: „Den Protest auf dem Rücken von Patienten auszutragen, halte ich einfach für unfair – gegenüber ihren Patienten.“ Die Ärzte sehen dagegen die medizinische Versorgung der Patienten gefährdet und warnen vor einer Unterversorgung.

Quelle: Tagesschau

Die Fakten sprechen für sich:

Während der größten Wirtschaftskrise der Bundesrepublik ist das Honorar der rund 150.000 niedergelassenen Ärzte im vergangenen Jahr auf 30,8 Milliarden Euro gestiegen. Im Vorjahr hatten die Mediziner noch rund 1,8 Milliarden Euro weniger verdient. Gegenüber dem Jahr 2007 bedeutet dies sogar ein Plus von 11 Prozent, wie aus einer Erhebung des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa vorlag. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zunächst darüber berichtet. Die Aufstellung bestätigt dem Bericht zufolge die Einschätzung, dass die Mediziner-Honorare in den vergangenen drei Jahren sehr viel stärker stiegen als der Durchschnitt der Löhne und Gehälter in Deutschland. In Hamburg lag das durchschnittliche Honorarplus der Mediziner sogar bei gut 24 Prozent. Den geringsten Anstieg gab es in Bayern mit 2,6 Prozent.

Quelle: Die Welt

Wir kennen schon jetzt die Klagen, die aus diesen Zahlen erwachsen. „DAS SOZILABUDGET EXPLODIERT“.
Arzt zu sein ist kein einfacher Beruf – er hat vor allem im Klinikbereich viele häßliche Seiten.  Dort wird Schmutzarbeit geleistet, die nicht jedermann ertragen könnte.  So etwas ist mit Geld kaum aufzuwiegen.  Im niedergelassenen Bereich ist – wenn man die Notdienste organisiert bekommt – das Arbeiten vielfach erträglicher – und ertragreicher:
Starke Einkommenssteigerungen bei den niedergelassenen Ärzten: Jeder Praxisinhaber verbucht in diesem Jahr laut Krankenkassen-Berechnung durchschnittlich 164.000 Euro. Radiologen verdienen am besten, Allgemeinmediziner am schlechtesten.
Quelle: Spiegel-online

In einem Vortrag der Rechtsmedizin der Uni Rostock findet sich die – unbestätigte – Zahl von 30000 von Ärzten verursachten Todesfälle. 30000 jedes Jahr. Wenn die mal streiken, dann … sterben sofort weniger. Ist – laut Volker Pispers – statistisch erwiesen. Ich traue dem Mann. Er recherchiert nicht nur gründlich, er hat auch Humor – in dieser Reihenfolge.
Schnell wird man als Arzt zum Täter – ohne es zu wollen. Ein Beispiel aus der Praxis einer Schlichtungsstätte findet sich bei Cardio News:

Wir unterscheiden hinsichtlich der Schadenskausalität die fehlerbedingten iatrogenen
Schäden, die Ansprüche begründen, die iatrogenen, aber nicht erkennbar fehlerbedingten
Schäden, die keine Ansprüche begründen und schließlich die ohne Zusammenhang mit der
ärztlichen Behandlung, meist durch das Grundleiden entstandenen. Von den 46 Patienten mit
„kardiovaskulären Leiden“ und begründeten Ansprüchen hatten 18 schwere und 6 tödliche
iatrogene Schäden. In den „Kardio-Angiologen“-Verfahren waren es ebenfalls 46 Patienten
mit begründeten Ansprüchen, 24 von ihnen hatten schwere und 4 tödliche iatrogene Schäden.
Die mit Ärzten, von Ärzten bezahlten Juristen und Gutachtern ausgestattet Schlichtungsstelle hatte in dem Zeitraum 233 Fälle die zur Begutachtung anstanden.

Der Anteil der Verfahren, in denen schuldhafte Fehler festgestellt wurden (Fehlerrate) lag in
den von uns untersuchten Kollektiven zwischen 37 und 40%
Da sieht man, wie gefährlich der Arztberuf sein kann. Schneller als man denkt hat man der Rentenkasse Ausgaben erspart.
In China ist der Arztberuf mitlerweile richtig gefährlich geworden:
Immer häufiger werden Ärzte Opfer von tätlichen Angriffen seitens Patienten und / oder deren Angehörigen.
So wurden beispielsweise im Juni dieses Jahres ein Arzt und eine Krankenschwester in der Provinz Shandong erstochen. Der Sohn wollte damit den Tod seines Vaters rächen, der 13 Jahre zuvor an unheilbarem Leberkrebs verstorben war.

Ein Arzt verletzte sich schwer, als er, von Angehörigen eines verstobenen Kindes verfolgt wurde und in seiner Not aus einem Fenster im 5. Stock des Krankenhauses sprang.

Diese Entwicklung hat nach Ansicht des Autors klar erkennbare Gründe:

Nach der Machtübernahme durch die KP Chinas wurde das gesamte Gesundheitswesen verstaatlicht. Die Krankenhäuser wurden voll finanziell unterstützt. Das änderte sich jedoch mit dem Beginn der Wirtschaftsreformen im Jahre 1985.

Heutzutage müssen sich die Krankenhäuser selbst um die Finanzierung kümmern, mit der unerquicklichen Folge, den Patienten die Kosten aufzubürden, was vielfach offenbar nur bzw. am einfachsten durch unnötige Untersuchungen und unnötige Behandlungen zu bewerkstelligen ist.

Hinzu kommen die Extrazahlungen an die oftmals vergleichsweise unterbezahlten Ärzte. Sei es durch die Patienten selbst bzw. deren Angehörige, oder aber durch Pharmafirmen, die dann den Einsatz von ihren Präparaten erwarten.

Wie man sieht: die Privatisierung des Gesundheitswesens kann Leben kosten. Auch das Leben von Ärzten. In Deutschland gibt es die Extrazahlungen der Pharmafirmen an Ärzte ebenfalls, meist verdeckt als „Anwendungsbeobachtung“, oft auch als Sachhonorar. Fernseher, Computer, Reisen – was das Herz begehrt. Diese Zuwendungen tauchen nicht in den Berechungen der Statistik bezüglich des Ärzteeinkommens auf, aber in der Medikamentenstatistik:
Für Pharmakonzerne ist Deutschland ein Paradies: Sie können den Preis für neue Medikamente selbst festlegen – und die Krankenkassen müssen ihn zahlen. Laut „Arzneiverordnungsreport 2010“ hat das üble Folgen. Die Kosten seien 50 bis 100 Prozent höher als im Vergleichsland Schweden.

Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen sind im vergangenen Jahr erneut um 4,8 Prozent gestiegen – auf mittlerweile 32,4 Milliarden Euro. Verantwortlich für den Anstieg sind vor allem Spezialpräparate für Bluthochdruck-Patienten, Diabetiker oder Krebskranke, die zwar neu und teurer sind, deren Zusatznutzen aber oft fraglich ist.



Diese Präparate „erklären bereits 80 Prozent des Kostenanstiegs“ der gesetzlichen Krankenkassen, wie der Heidelberger Pharmakologe Professor Ulrich Schwabe an diesem Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des neuen Arzneiverordnungsreports (AVR) erklärte.


Eine Heerschar von Pharmareferenten kann von diesen Überschüssen in den Kassen der Pharmakonzerne finanziert werden, damit die Ärzte auch „überzeugt“ werden, diese unsinnigen Präparate einzusetzen. Studien, die belegen, das z.b. Blutdrucksenkung mit uralten Billigpräparaten genauso effektiv ist wie mit neuen Hochpreisentwicklungen werden so gezielt unterdrückt, ein Meinungsrauschen wird erzeugt, das kritische Stimmen schnell zum Verstummen bringt.
Das alles ist … „SOZIALBUDGET“.
Laut Cardionews sind es vor allem diese vielfältigen Arzneimittel, deren Handhabung den Ärzten schnell entgleitet – mit tödlichen Folgen.
Vielleicht auch ein Grund, einmal darüber nachzudenken, das Ärztewesen zu verstaatlichen. Ein Internist, der sich in einer allgemeinmedizinischen Praxis niedergelassen hatte,  erzählte mir mal sehr frustriert, das 90 % der Patienten, die er an diesem Tag gesehen hatte, nichts gehabt hätten, was ärztlicher Hilfe bedurft hätte. Viele hätten einfach nur Langeweile gehabt. Ich weiß natürlich nicht, wie weit man das auf das Gesundheitswesen insgesamt übertragen kann, aber es kann schon darauf hinweisen,  das wir hier möglicherweise ein Einsparungspotential im zweistelligen Milliardenbereich haben – all die Besuche werden ja abgerechnet. Möglicherweise wäre hier eine medizinische Grundausbildung der Patienten – wie sie Pharmareferenten erhalten bzw. nachweisen müssen – sinnvoll.
Es gibt – neben den Todesfällen, die die Medikamentenflut verursacht – auch noch einen anderen Grund, hier ganz dringend auf die Kostenbremse zu treten.
Die Überversorgung des medizinischen Bereiches führt zu einer eklatanten Unterversorgung in anderen Bereichen – eine Unterversorgung, die bekanntermaßen selbst wieder zu echten Krankheiten führt.
Bei Kinder-Alarm findet man die Worte eines solchermaßen Reduzierten dazu:

Man hat mich reduziert. Reduziert auf X Quadratmeter, X € Regelsatz, auf X Paragraphen und mehrere Gesetzbücher. Mein Wirken befasst sich mit der Beschaffung von Nahrung und Kleidung, die möglichst von Verstand geprägt sein sollte, damit ich nicht eines Tages hungrig und mit nacktem Hintern unter dem freien Himmel nächtige.

Die ständige Suche nach günstigem Essen und geeigneten Paragraphen will mir den Blick auf meine Mitmenschen rauben und die vielleicht einzige menschliche Regung müsste eigentlich Selbstmitleid heißen. Je mehr man mich jedoch reduziert und anscheinend von meinen Mitmenschen abtrennt, desto mehr bildet sich mein Inneres gegenüber der Welt da draußen, mit all den anderen Menschen ab. Ich fühle, wer ich bin und gerade deshalb, wer ich wirklich bin.

Es fallen mir diese eher trüben und teilnahmslosen Kinderaugen auf, die erst Glanz bekommen, wenn man das Kind per Gespräch und Blickkontakt auf sich fixiert. Vielleicht das Kind von Reduzierten?

Reduziert auf nacktes Überleben ist mein Inneres eingedampft worden und auf etwas konzentriert und deshalb spürbar. Was schert mich das reduzierte Äußere, wenn etwas eingedampftes Mentales in mir vorhanden ist?

Kognitive Fähigkeiten sind vorhanden, immer noch, nicht schlecht. Was also tun, wenn die innere Freiheit noch vorhanden ist und sich anscheinend auch gar nicht abtöten läßt? Eingesperrt in mir selbst bin ich und neben aufgestellten Nackenhaaren treibt es mir Tränen der Wut in die Augen. Wut ist schon mal irgendwie produktiv und somit ist nichts verloren. Irgendwie muss sich das ändern. Auf keinen Fall darf das so bleiben. Schreck lass nach! Was, wenn ich nicht der Einzige bin, dem es so ergeht ?


Ich gehe davon aus, dass euch andere Dinge umtreiben. Aber wäre es nicht irgendwie lohnend einmal so nebenher darüber nachzudenken wie man alle Menschen, die sowas betrifft aus ihrer Lethargie lösen könnte? Vielleicht würde es gelingen sich innerlich Luft zu verschaffen und diesen Freiraum nach außen widerzuspiegeln, so dass die anderen spüren, dass da noch mehr ist als irgend ein anderer der ohnehin nicht interessiert ist, weil er nichts hat oder hergibt was man selbst gebrauchen kann?

Hm, aber stimmt das so das mit dem nicht gebrauchen können, nicht hergeben wollen? Irgendwie merke ich, dass es mir ein Bedürfnis ist etwas weitergeben zu wollen; eine Verbindung zu meinen Mitmenschen zu schaffen und wieder Verbindungen von einem Menschen zum anderen zu entdecken, die nicht von X Quadratmetern, X € Regelsätzen, X Paragraphen und mehreren Gesetzbücher geknüpft werden. Und jetzt frage ich mich, ob ich tatsächlich allein mit meinen Gedanken stehe und komme zu der Überzeugung, dass dem unbedingt so sein muss denn eigentlich wollte ich die Bude sauber machen und andere hätten das schon längst erledigt, statt dem warum auch immer geneigtem Leser die Zeit mit diesem Geschreibsel zu reduzieren.


Gestiegene Arzthonorare und Patientenkosten führen nicht zu mehr Gesundheit. Ärzte sind beliebte Kunden bei Anlageberatern. Somit wird das Sozialbudget in großen Teilen gezielt den Finanzmärkten zugeführt um sich dort leistungslos zu vermehren – sehr zum Schaden jener, die das Sozialbudget erstmal erwirtschaften müssen und bei nachlassender Arbeitskraft (zum Beispiel in Folge einer jener recht seltenen „echten“ Erkrankungen) ganz schnell zu den Reduzierten gehören.

Auch wenn der Arztberuf ein harter Beruf ist … für Lehrer gilt das ebenso. Ihre Ausbildung dauert in etwa gleich lang. Lehrer – sind nicht so beliebte Kunden von Anlageberatern. Einfach mal den Herrn von MLP fragen:


Als MLP-Berater verbinden Sie Eigenverantwortung und Selbstständigkeit mit einer weit überdurchschnittlichen Einkommensperspektive.


Auch die leben dann vom Sozialbudget … allerdings von dem für Nichtreduzierte.



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