Angst

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Bild: pixabay.com CCO

Ja wir können Angst vor vielen Dingen haben: Vor Bakterien. Jeden Infekt könnte man als einen Angriff auf uns, durch Viren oder Bakterien bewerten. Nur wir haben Milliarden Bakterien in uns, z.B in unserem Darm, ohne die wir gar nicht leben können. Wir können aber auch die Krankheit als eine Folge von Veränderungen im Menschen sehen, die zur Krankheit führt. Wir können Angst vor dem Straßenverkehr haben, denn jedes Auto kann uns töten. Aber ohne Autos z.B. Einsatzfahrzeuge der Rettung, wäre das Leben ziemlich schwer. Allerdings wird uns die Angst vor einem Verkehrsunfall durchaus immer wieder auch vom gesunden Radfahren abhalten, denn je größer das Auto umso sicherer? Wir können Angst vor Einbrechern haben. Doch ohne die Informationen von Bradley Manning, Snowden, Assange, die illegal Daten gesammelt haben, die für unsere Freiheit wichtig sind, wüssten wir nicht, wie sehr wir überwacht werden. Wir können Angst vor dem Krebs haben. Doch täglich beseitigen wir unzählige Krebsbakterien.

Wir können Angst vor angeblich bedrohenden Staaten, oder Personen haben. Doch einer der Bösewichte, nämlich Trump hat den Koreakonflikt deutlich entschärft und angekündigt seine Truppen aus Syrien abzuziehen. Gestern hieß es, dass seine Truppen aus Afghanistan möglicher Weise abgezogen werden. Auf der Seite des Eulenspiegel-blogs steht, dass der eingestellt wird. Doch werden da einige Informationen, die mir aus anderen Quellen zugänglich sind, über Onkel Donald verlinkt (Quelle: https://eulenspiegel-blog.com/). Donald ist eine sehr schillernde, aber wohl keineswegs nur böse Persönlichkeit? Verwandte von uns lieben ihn gar nicht, doch kenne ich einige Menschen von drüben, die sehr hinter ihm stehen. Ein weiterer sogenannter „Aggressor“ ist Putin, der nach einem nicht Verfassungskonformen Regierungsumsturz, in seinem Nachbarland sichtbar reagiert hat. Wie oft man deutlich weniger sichtbar, aber wohl viel effektiver über dem großen Teich, auf ungeliebte politische Veränderungen in der Nachbarschaft reagiert hat, das wird uns von den großen Leitmedien im wesentlichen verschwiegen. Man könnte in diesem Sinne einige politische Veränderungen in Venezuela oder auch in Brasilien genauer analysieren. (Quellen: z.B. nzz.ch, nachdenkseiten.de und tagesspiegel.de). Das heißt der Mauerbau von Uncle Sam ist eine Folge von Flüchtlingsströmen, die durch selbst gelegte Wirtschaftssanktionen und Eingriffen entstanden sind, ist jetzt die Ursache des Regierungsshutdowns in Washington? Ein schwer überprüfbarer  link aus der linken Zeitung über Aktivitäten des Deep state gegenüber Trump, mit der Annahme, dass durch die Flüchtlingsströme eine Revolution ausgelöst werden soll: linkezeitung.de könnte eine fragliche Erklärung sein? Also wie auch immer, Geostrategische Interessen bezüglich der Wirtschaftsstärke Chinas, das sogar das Militär in Venezuela unterstützt hatte, vor den Interessen der Menschen? Eine sehr ähnliche Situation, wie in Europa. Wer Revolutionen zündelt macht ins Bett? (Quelle: Süddeutsche.de). Nicht so ganz wie Sie sehen. Denn nicht immer macht der ins Bett, der die Revolutionen gezündelt hat☺. (Quelle: Nachrichtenspiegel).

Angst kann auch zur inneren Ohnmacht führen und nicht zur an und für sich gesunden Aggression, die uns zur nötigen Aktivität führen kann. Aber Angst die zur inneren Ohnmacht führt, die lähmt alles und gipfelt in den Worten: Wir können ohnehin nichts tun. Aber wenn sich die Aggression dann gegen uns selbst richtet, dann entsteht Depression.

Ja Angst ist meist ein sehr gutes Geschäft. Man kann dadurch Medikamente, Autos, Versicherungen und, aber auch Rüstung sehr gut Verkaufen. Auch in den Medien sind schlechte Nachrichten eben gute Nachrichten, da die Verkaufswerte bei schlechten Nachrichten deutlich steigen. Das heißt, das Aufbauen von Mut, Vertrauen ist für viele riesige Geschäftszweige negativ. Im kleinen Bereich ist das aber umgekehrt. Denn wenn ich zu Marken wie Bosch oder Siemens Vertrauen habe, wenn sie nicht gerade Atomreaktoren bauen, sondern Züge oder Elektrogeräte, dann steigert das auch die Verkaufszahlen.

Wenn Sie täglich mit erschöpften Menschen zu tun haben, dann fragt man sich, warum das so ist? (Quelle: nachrichtenspiegel.de). Wenn Putin jetzt vor einer steigenden Gefahr eines Atomkrieges warnt(Quelle: welt.de) , so wundert man sich, warum nicht hunderttausende Demonstranten aktiv werden. Das war nämlich so während des kalten Krieges. Durch die vielen Alternativ-Medien, wissen die Menschen ja doch, dass viele Informationen, der Leitmedien über die Ost-West Konfrontation sehr einseitig sind, warum tun sie nichts dagegen? Liegt das an der Frage, wie sie konfrontiert werden? Wenn man einem Raucher sagt, höre auf zu Rauchen, Du wirst sterben, dann wird er meistens noch mehr rauchen. Wenn man ihm aber sagt, Deine Lebensqualität, wird durch das Nichtrauchen in vielen leicht erlebbaren Punkten besser, dann bringt man das gemeinsam doch immer wieder hin, dass er weniger raucht, oder er oder sie gar zum Rauchen aufhört. Warum reagiert ein Mensch auf Kitzeln vielleicht viel stärker, als auf einen Stoß? Ein Stoß erzeugt eine Abwehrreaktion. Das Kitzeln bringt ihn zum Lachen und aktiviert ihn.

Es gibt immer mehr ärmere und arme Menschen, doch Hilfe wäre so einfach: Radfahren ist viel billiger als Auto fahren, gesünder leben, vor allem, wenn es nicht sicher ist, wie sehr die Sozialsysteme in Zukunft zurückgefahren werden. Linux als ein Beispiel, wo ein System nicht auf Kommerz aufgebaut ist, sondern jeder dem anderen hilft. Linux, ein Computersystem, viel sicherer und viel billiger, als die herkömmlichen Systeme, doch ein wenig komplizierter. Man kann nicht so viele Dinge machen, aber die dafür sicher und ist ziemlich Chef auf seinem Rechner, im Gegensatz zu den herkömmlichen Systemen. Man kann Linux in Form von Android aber auch so neugierig machen, dass es sicherer ist, auf Windows oder Mac zu bleiben. Car sharing ist auch so ein Mittel um Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Überhaupt Dinge mit anderen teilen. Dinge reparieren gemeinsam oder reparieren lassen, so hat der Nachbar auch wieder Arbeit.

Wir können den Mut zur Aktivität und das Vertrauen in die Wahrheit nur selbst aufbauen. Wir können auch Vertrauen auf vereinzelte Menschen aufbauen, doch finden wir die derzeit kaum in der Politik. Wir können den Mut haben, dass alle Dinge die der Mensch gemacht hat einmal Gedanken waren, und dass jeder Gedanken aufbauen kann, die einmal Realität werden können. Darauf können wir vertrauen. Wenn wir Frieden aufbauen wollen, dann brauchen wir zunächst diesen Frieden in uns. Ohne diesen Frieden in uns, werden wir unbewusst neue Konflikte schaffen. Vor allem ist es wichtig, die eigene Angst oder Ohnmacht zu erkennen und die genau durch zu denken. Dann ist der nächste Schritt diese Gefühle zu bearbeiten. Das können viele selbst, manchmal wäre professionelle Hilfe dabei sehr wertvoll. Angst und Ohnmacht lähmen unsere Aktivität auch neben den im Nachrichtenspiegel unter Schlaf Kindlein Schlaf von mir recherchierten Gründen. Da spielen natürlich noch viel mehr Schwermetalle etc. eine Rolle. Doch wenn wir von der Angst dann zum Vertrauen zu uns selbst und zu durchaus vorhandenen wertvollen Zeitgenossen, von denen ich Michael Gorbatschow, Chelsea Manning, Julian Assange, Ronald Bernard, Eduard Snowden, Albrecht Müller, Willy Wimmer, Ken Jebsen, Eifelphilosoph, Parkwächter, Regenbogenbieger und sehr viele andere mehr nennen möchte, die unter Einsatz ihrer Sicherheit, Freiheit, Wohlstand, für die Menschheit arbeiten, dann kann schon Vertrauen entstehen. Da entsteht so etwas wie tiefe Dankbarkeit. Wenn wir nun in der Familie, im Freundeskreis beginnen Frieden zu entwickeln, dann können das Zellen von Frieden werden, die sich miteinander verbinden, auch auf andere Länder ausstrahlen und letztlich den ganzen Kontinent erfassen können. Eine Kerze wird in der Dunkelheit viel besser gesehen. So kann so etwas für die Anhänger des Christkindes wie ein sogenannter Weihnachtsfriede entstehen. Ob wir dazu Weihnachtsfriede, oder Shalom, Salam, Mir auf Russisch, was aber auch Welt heißt, oder Peace, Paz, Paix, Pace oder Friede in irgend einer anderen Sprache sagen, bleibt jedem selbst überlassen.

Ich wünschen Ihnen allen jetzt besonders herzlich: Frieden!

Deutschland – die Kultur der Angst … und des Bösen

Dienstag, 5.12.2017. Eifel. Erstmal ein persönliches Wort. So langsam entwickeln meine Beiträge hier den Stil von Vorlesungen – ich hoffe, das stört Sie nicht? Ich habe auch nur selten noch Zeit für lange Diskussionen, meine Lebenszeit ist gerade – wegen meiner Krankheit und der meiner Kinder – äußerst knapp. Trotzdem ist es mein innigster Wunsch, den mir möglichen Teil dazu beizutragen, eine bessere Welt aufzubauen. Dafür schaue ich erstmal dahin wo es hakt – bei leichtem Klopfen im Motor oder leerem Tank kauft man sich ja auch nicht sofort einen Neuwagen, sondern schaut erst mal nach, ob es nicht sanftere Lösungen gibt. Das kann manchmal Angst machen – doch ist dies nicht beabsichtigt, noch wäre Angst ein falsches Gefühl, dass sich breit macht. Doch gleich dazu mehr, denn: dieses mal möchte ich einem ganz besonderen Menschen einen Gefallen tun und eine Frage beantworten, die im Vorbeigehen gestellt wurden:

„Du hast die verschiedenen Mythen angesprochen, und ich stimme zu: das Gegeneinander müssen wir irgendwie überwinden. Das grösste Problem ist vermutlich die Angst voreinander. Falls Du mal Zeit hast, kannst Du einmal etwas darüber schreiben? Nicht so sehr aus psychologischer Sicht, sondern aus gesellschaftspolitischer und philosophischer Sicht?“

Ja – den Begriff Mythen … das sei zuvor bemerkt … verwende ich gerne und oft und schon so lange, dass ich ganz vergessen habe, dass er im modernen oft durch den Begriff „Lüge“ ersetzt wird – mein Begriff Mythen enthält tiefe Wahrheiten, die nur auf anderem Wege nicht zu vermitteln sind, unbewiesene Themenkomplexe, die viel Wahrheit enthalten.  Natürlich ist die Existenz von Homosexuellen kein Mythos, um mal ein Beispiel zu geben, aber bei der Auseinandersetzung um diese Lebensweise blühen viele Mythen auf – ganz ursprünglich und die Frage: ist das natürlich oder nicht natürlich? Sind wir alle homosexuell und die Homophoben nur viel zu verklemmt – oder ist Homosexualität nur eine Verirrung der Launen, die dazu führen wird, dass alles tierische Leben innerhalb einer Generation aussterben würde? Ich möchte über diesen einen – beispielhaften – Punkt nicht ausführlich diskutieren (auch nicht über die anderen 60 Geschlechter, die Facebook aktuell zur Auswahl anbietet), sondern gleich zu Beginn jene Perspektive benennen, die in all´ jenen Diskussionen zu kurz kommt: wir begegnen uns in diesen Diskussionen nur noch als fragmentierte Wesen, als aufgeteilte Wesen, die auf einen bestimmten Aspekt unserer Lebendigkeit reduziert werden, als wäre dies alles, was uns ausmacht. Viel mehr Frieden hätten wir, wenn wir uns in erster Linie als Menschen begegnen würden.

Nehmen wir einen anderen Mythos, der noch viel mehr Menschen betrifft (ja: in der Tat ist die Gruppe der Homosexuellen verschwindend klein in der Gesellschaft – und es ist schon etwas auffällig, wie viel Zeit und Energie auf die Abhandlung von Sexualpraktiken verwendet wird, die doch – da wird wohl jeder zustimmen – generell Privatsache ist, sofern niemand zu Schaden kommt): der Kampf der Geschlechter, der ewige, große Kampf von Mann gegen Frau – spüren Sie auch beim Lesen dieser Zeilen, wie sich innerhalb von Ihnen schon etwas in Position bringt, wie Sie sich in Reih´ und Glied stellen, um mit „ihrer“ Gruppe in Verteidigungshaltung zu gehen? Sicher – der eine mehr, der andere weniger, aber betroffen davon sind die meisten. Es ist zudem wirklich seltsam, wie manche sich über Transvestiten aufregen, sich aber selbst zu Karneval – da, wo es „erlaubt“ ist – in dümmlichste Gestalten verwandeln, aber nie die Perspektive schaffen, wie heilend das sein kann, Menschen in der Gesellschaft zu haben, die Karneval (also – das ursprüngliche Fest, dass unserer Orgie kontaktloser Geselligkeit vorausging, einem Fest, in dem sich alles umdrehte, was zuvor als normal galt) in den normalen Alltag hineinbringen … wobei es müssig ist zu diskutieren, warum die so sind, wie sie sind: die Freiheit des Menschen ist doch in einer christlichen Gesellschaft höchstes Gut?

Wenn wir uns nur als fragmentierte Wesen begegnen, ist der Konflikt vorprogrammiert: der Arbeiter gegen den Unternehmer und den Arbeitslosen, der Rote gegen den Schwarzen, der Grüne gegen den Gelben, der Christ gegen den Heiden – und nicht zu vergessen: der richtige Christ gegen den Falschen. All´jene – für den anderen jeweils böse Menschen –

Das ist unsere moderne Welt – der fragmentierte Mensch gegen den Rest der Welt, ein Mensch, der sich – ohne großen Widerspruch – als durch einen bloßen Teilbereich seiner Existenzform vollständig beschrieben ansehen läßt – und sich viel zu oft auch als solcher ansieht. Millionen kleiner Inseln, in der jeder für sich … schrecklich einsam ist, dies aber mit dem enormen Getöse kontaktloser Geselligkeit in unterschiedlichsten Formen übertüncht – und sei es durch das hirnlose Blöken politischer Parolen, die er selbst nie hinterfragt hat … hier sehen wir auch umgehend ein Manko der ganzen modernen politischen Welt: anstatt Weise mit eher konservativen oder eher progressiven Visionen, die im friedlichen Dialog den meisten Gewinn für alles Leben herausholen wollen, dabei ihre eigenen Positionen auch stets kritisch hinterfragen und Respekt vor dem Wert des Gegners haben, ist die politische Welt voller Kasperle, die eine seicht geschriebene Rolle im Theater schlecht ausfüllen.

An jenem Inselgefühl war auch die Philosophie der Aufklärung Schuld, hat sie uns doch klar gemacht – nochmal, Plato war damit schon vor 3000 Jahren dran – dass wir durch die Beschränktheit unserer möglichen Dankkategorien (nach Kant sind es nur 12 Kategorien, in die wir Umweltreize sortieren können) und die Beschränktheit unserer körperlichen Sinne (was letztlich Descartes zu dem Schluss brachte, dass nur die Tatsache des Denkens selbst uns dazu bringen kann,  zu beweisen, dass wir wirklich „sind“) unwissend und blind, taub und gefühllos in einem völlig unverständlichen Universum herumreisen. Es war aber auch die Philosophie, die uns – von vielen kaum bemerkt – da wieder herausholte. Es war Arthur Schopenhauer, der durch längeres Reflektieren des Zustandes „Mitleid“ erkannte, dass Mitleid unser Zugang zur Welt ist: nur durch Mitleid (und nicht Mitgefühl – was wesentlich seichter und distanzierter ist und nicht zu sofortigen Tat auffordert) können wir in direktem Kontakt mit unserer Umwelt treten, weil wir das Leid der leidenden Kreatur (sein Beispiel war ein Pudel, der Schmerzen hat) tief in uns erkennen und somit mit ihm in gleicher Weise mitleiden – und ergo auch so schnell handeln, als hätten wir selbst einen Dorn in der Haut. Das Mitleid ist die Brücke zwischen allen lebendigen Kreaturen – und die edelste und wahrste Eigenschaft des Menschlichen an sich.

Hört sich irre an, oder?

Nitzsche sah das genau so – nur waren seine Schlussfolgerungen anders: durch Mitleid wurde das Leid ansteckend! Nitzsche starb, als er das Leid eines Pferdes nicht mehr aushalten konnte, das vor seiner Tür geschlagen wurde … war also im Alter wieder natürlich menschlich, bewies quasi durch Tat das Gegenteil seiner Philosophie.

Wir können und dürfen diese Zusammenhänge aber auch anders sehen: als freie Menschen dürfen und können wir jeder Zeit Mitleid – ohne jede großartige gedankliche Reflexion – als zentralen Wert unseres Lebens setzen … einfach so. Gleiches gilt natürlich auch für den Sadismus, jene recht neue Form von Ethik, die auf den Marquis de Sade zurück geht, dessen Name überhaupt erst den Begriff in die Welt brachte. Entscheiden sie selbst: welche Welt wäre Ihnen lieber, wo würden Sie sich wohler fühlen: in einer Welt, in der jedes menschliche Wesen sein Mitleid auslebt – oder in einer Welt, in der jedes menschliche Wesen seine eigene Lebensqual aus Rache an einer bösen Welt an anderen Geschöpfen ausläßt?

Nun – sie haben keine Wahl: Sie leben schon längst in einer Welt, die von den letzteren dominiert wird – und gerade das macht ja Angst – womit wir zur nächsten Frage kommen, der Frage nach der Angst. Angst selbst – oft auch als Feind betrachtet – ist einfach ein natürliches Gefühl, somit erstmal gar nicht zu bewerten. Sie ist – wie Schmerz – ein unangenehmes Gefühl, sicher. Doch Schmerz … ist ein Ausnahmezustand der Nerven, eine Überreizung der selbigen – wie viel Spaß wir ohne Nerven an Sexualität hätten, kann sich jeder vorstellen, auch der Badeurlaub mit Wind und Sonne auf der Haut, hellem Licht und betörendem Rauschen der See würde wie der warme, streichelnde Sand unter unseren Füßen völlig bedeutungslos für uns werden, hätten wir keine Nerven – und niemand würde sich wünschen, bloß wegen der Existenz von Schmerzen alle Nerven aus seinem Körper zu entfernen. Schmerz – ist der Preis, den wir für Nerven zahlen müssen … und zwar nur dann, wenn es Sinn macht: spüren wir Schmerzen, werden wir – wie beim Mitleid – zur Handlung aufgerufen, z.B. endlich mal zum Zahnarzt zu gehen und langfristig gesehen den Zuckerkonsum runter zu schrauben. Und für den Masochisten – also jene Sadisten, die ihren Hass auf Leben gegen sich selbst wenden (oder manchmal einfach schon so gefühllos geworden sind, dass sie lieber Schmerzen spüren anstatt das ewige Garnichts weiter ertragen zu müssen) – ist Schmerz sogar was Sinnvolles.

Und die Angst voreinander? Läßt Sie sich hinreichend damit erklären, dass wir über die Existenz von Sadisten, von „bösen“ Menschen wissen?

Ich habe mal die Edda gelesen, jene Sammlung aus alten germanischen Liedern, Sprüchen und Gedichten, in der mir etwas besonderes begegnet ist: die heilige Gastfreundschaft der Germanen. Jeder war als Gast aufzunehmen – und das in den Zeiten, in denen wir außerordentliche Gewalt und chaotische Zustände vermuten und mit Schaudern dran denken: doch als müder, erschöpfter Wanderer konnten Sie sich sicher sein, niemals obdachlos zu werden, schon in den Zeiten vor Christi Geburt gab es Menschen im „bösen“ Deutschland (jetzt mal absichtlich überspitzt formuliert), die „Menschlichkeit“ (also: die Akzeptanz von Mitleid als obersten, nicht zu hinterfragenden Wert) gelebt hatten – wenn auch gepart mit außerordentlicher Vorsicht vor dem Anderen.

Heute, in der aufgeklärten, zivilisierten Gegenwart … erleben wir so etwas nur noch selten. Wer kriegt nicht gleich Panik bei dem Gedanken, einen Fremden in seine Wohnung zu lassen?

Sicher – manches in Ihnen wird jetzt revoltieren, sich empören, sagen: so einfach kann man das doch nicht sagen – und da haben Sie völlig Recht! Nur: wieviel Wörter soll ich in dieser kleinen Vorlesung noch machen, um die größten Fragen der Menschheit zu beantworten? Ich kann Ihnen sagen: es werden hunderttausende sein müssen – die Sie mit Sicherheit nie lesen werden. Sie müssen mir ja auch nicht auf diesem Weg der Sicht der Welt folgen – was mich aber nicht davon abhält, anderen Menschen aufzuzeigen, dass man den Rahmen, in dem man die Welt deutet, auch anders drehen kann … und darf.

Angst ist eine natürliche Reaktion auf Bedrohung – wie Schmerz. Sie ist an sich nicht zu verteufeln – obwohl es passenderweise auch geistige Strömungen im esoterischen Bereich gibt, die Angst selbst – wie andere „dunkle“ Gefühle – als Feind ansehen und sie uns absprechen wollen … ohne zu merken, dass sie uns damit einen großen Teil unserer Menschlichkeit nehmen, die wir auch brauchen: sofern wir nicht in einer Welt voller Liebe und Mitleid leben (und die gab es schon vor der Existenz des Menschen nicht und wird es auch nach seinem Verschwinden nicht geben – die Energieversorgung diese Planeten ist nun mal kannibalisch: einer frisst den anderen – darüber ist auch noch gesondert zu reden) hilft uns die Angst, wachsam zu bleiben.

Warum ist unsere Angst aber um so vieles größer als die Angst der wilden Germanen?

Dazu gäbe es viel zu sagen: das dörfliche soziale Umfeld gibt einem Menschen im Stamm viel mehr Sicherheit, Hilfe wäre jederzeit vor Ort, der einzelne Gast würde ein Attentat (sofern er es im Sinn hat) nicht lange überleben – sowas könnte man anführen, ich jedoch habe anderes im Sinn: machen Sie einfach mal den Fernseher an, was sehen Sie?

Tausend Krimis auf hundert Kanälen. Die beständige Botschaft – unterstützt durch „Nachrichten“ über übelste Verbrechen jeder Art – dass der Feind des Menschen der Mensch ist. Die Folge? Alle bleiben irgendwann in ihrer Wohnung, denn draußen, ja, draußen: da lauert der Feind. In der Nachbarschaft, auf der Arbeit, im Straßenverkehr. Wenn Sie denen dann noch Szenen vorspielen von der Bestialität der IS und eine Million junger Männer aus diesen Lebensräumen nach Deutschland importieren, dann explodiert die Angst – und der Ruf nach dem starken Führer kommt wieder hoch. Ja – sowas kann man steuern … wie auch eine andere Gesellschaft. Schauen Sie sich mal den Film „Free Rainer – dein Fernseher lügt“ an: dort wird ein Experiment durchgeführt – als Schauspiel – das demonstriert, wie man durch Änderung der TV-Botschaft die ganze Gesellschaft umbauen könnte. Vier Stunden am Tag lassen sich die Menschen mit der Botschaft von der bösen Welt einlullen – noch nie in der bekannten Geschichte der Menschheit waren wir in so zeitlicher, fast allumfassender Dichte der Indoktrination ausgesetzt – flankiert von Radio und Zeitung.

Ach ja – das Böse. Haben Sie noch kurz Zeit? Wirklich – ich wollte nur einem sehr großzügigen und edlem Menschen, der Mitleid beispielhaft lebt, eine Frage beantworten, aber Antworten, die erschöpfend sind, kriegen Sie nicht im Twitterformat.

Ein kurzer Exkurs über das Böse – was in uns die tiefsten Ängste auslösen kann – auch weil die Begegnung mit dem Bösen, wie andernorts schon mal ausführlich dargelegt, viel eher ein Gefühl von Entsetzen und Abscheu ist denn ein rationales moralisches Urteil. Kurz gesagt: es gibt drei Formen davon. Die erste Form ist jene, die wir die satanische nennen würden (obwohl der Begriff völlig falsch ist, aber sei´s drum): die Auflösung des Menschen im – um ein Beispiel zu nennen – orgiastischen Opiumrausch, man kann sie bildhaft mit dem Element Feuer darstellen. Die zweite Form ist jene, die Hannah Arendt bei Adolf Eichmann gesehen und als „Banalität des Bösen“ beschrieben hat – während die feurige Form des Bösen die Auflösung des Menschen beschreibt – zur Not in alle Einzelteile – ist diese Form eher eisig, frostig, schön symbolisiert durch Hochhäuser aus Glas und Stahl, in denen jede Lebendigkeit eingefroren und systematischer Massenmord jederzeit möglich wird (aus banalen, betriebswirtschaftlichen Gründen) – und ja, nebenbei haben wir hier jene Aspekte, die zum Drogenproblem der USA führen – eigentlich jede Großstadt ist so gesehen ein Tempel des Bösen in seinen beiden Formen – der extremen Hitze und der extremen Kälte. Nichte Wärme oder Kälte an sich sind schlimm, nicht Chaos und Ordnung an sich, nicht links und rechts an sich, sondern – ihre Extreme. Darum läuft eine Gesellschaft gut, in der progressive Chaoten mit konservativen Schlipsträgern gemeinsam nach Lösungen suchen, mit denen alle gut leben können – und darum laufen Gesellschaften schlecht, in denen eine der Kräfte die Oberhand gewinnt.

Die dritte Form des Bösen ist weniger bekannt, wir finden sie im ersten Satz der Bibel: Und Gottes Geist schwebte über den Wassern. In jenen „Wassern“ finden wir den Leviathan, nicht Wal, sondern eins jener Wesenheiten, die vor der Erschaffung des Universums das Nichts beherrschten – und sich enorm gestört fühlen durch die Sonnen in ihrer Leere. Es ist die schlimmste, vernichtendste Form des Bösen, die Menschen je erkannt … oder ersonnen … oder erfühlt … haben, doch eine, die einem nur höchst selten begegnet. Das chaotische Böse kann gelegentlich mal einen Menschen aus Zorn und Raserei töten – und dabei sogar Lust empfinden, das aus der Vernunft geborene Böse kann jederzeit mal eine Million Menschen auslöschen – ohne jedes Gefühl – die aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein zu großer Kostenfaktor geworden sind die und Bilanz trüben, aber das Böse jenseits der Schöpfung erfreut sich an Schmerz und Leid, fügt es gerne absichtlich zu und trachtet letztendlich nach der völligen Vernichtung allen Seins; es ist Hass pur … und folge ich meinem aktuellen Lieblingsautor Preparata, so wird die intellektuelle Szene der USA gerade von den Anbetern (und ja: einige von denen beten wirklich und richtig auf einsamen Hügeln zu diesen chtonischen Göttern) jener Form des Bösen beherrscht … was uns einige merkwürdige Abweichungen in der Geschichte erklären kann, die – wenn nur rein aus der Vernunft heraus gestaltet – eine planetare Zivilgesellschaft etabliert hätte. Diese Form des Bösen würde auch – theoretisch gedacht – die anderen Formen vernichten, bildlich gesprochen auch den Satan vernichten, wenn es das könnte (und es ihn gäbe).

Es gibt Menschen, die verschreiben sich diesen Formen des Bösen, preisen sie als höchstes Gut. Warum – nun, da kommen wir in psychologische Bereiche, die wir in diesem Format nicht noch zusätzlich erschöpfend abhandeln können, doch die Begegnung mit diesen Menschen kann Angst erzeugen. Einfach gesagt: wenn führende Politiker strunzdämliche Sätze formulieren wie „wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ oder arbeitslose Menschen als Parasiten und Schmarotzer abgetan werden, wird automatisch flächendeckend Angst erzeugt. Ohne eine gewisse Lust an der Qual von Menschen (Mitbürgern) wäre so ein Gesetzesmonster wie Hartz IV überhaupt nicht denkbar – und alle anderen Formen von Kriegen eben so wenig.

Haben wir nun alle Fragen unserer geschätzten Leserin beantwortet? Ich hoffe: ja. Erschöpfend? Nein – aber ich wollte unbedingt unter 3000 Wörtern bleiben. Einfach mal so – weil diese einfachen Fragen nach der Angst des Menschen vor dem Menschen in Wirklichkeit nicht einfach sind sondern Philosophiegeschichte und Menschheitsgeschichte (was im Prinzip dasselbe ist, bedenkt man, dass Menschen von Werten geleitet werden – leider heutzutage oft völlig unbewusst – die von der Philosophie gesetzt wurden) der letzten dreitausend Jahre betreffen.

Und was man dagegen tun kann?

Nun – manche … tun was dagegen, schaffen eine menschliche Kultur innerhalb des Chaos, jenseits von rechts und links – wie jenes kleine Dorf in Britannien, das sein Schicksal selbst in die Hand genommen hat (siehe: Schlaglichter.at). Das ist möglich, wenn die Menschen den Mythos vom bösen Menschen sein lassen, wenn Konservative sozialistisch werden, um ihr eigenes Dorf zu retten – und Sozialisten aus gleichem Grund mit Konservativen „eine Sache“ machen (und sich effektiver, konservativer Arbeitsorganisation unterwerfen), sich auf ihr Menschsein besinnen und zusammen … ein kleines Wunder schaffen. Und gerade solche Wunder möchten die dunklen Kräfte verhindern und erfinden eine Flut von Kampfbegriffen (wie „Querfront“), um sie im Ansatz zu ersticken. Man wird nicht automatisch rechts, nur weil man mit einem „Rechten“ (der auch von der CDU, der FDP oder den GRÜNEN sowie der SPD …. und aktuell auch den Linken … kommen kann – nicht alle Rechten sind Nazis, in Wirklichkeit ist das nur eine winzige Minderheit) zusammen den Staudamm repariert, der zu zerbrechen und das Dorf zu überfluten droht. Auch hier wird – wie mit den Krimis und Hartz IV – flächendeckend Angst geschürt … vor den bösen, unsichtbaren, überall verborgenen Nazihorden, die nur darauf warten, wieder über die zivile Welt herzufallen.

Und – um ein klares Wort zu sagen: der NS-Staat war ein Staat, der die eisige Form des Bösen bis zum Exzess ausgelebt hat, so wie die IS die chaotische Form des Bösen auslebt (sofern ich den aktuellen Berichten trauen darf); die von der (nichtjüdischen!) Plutonomie gesteuerte Zivilisation jedoch … nun, gehorcht nach Preparata eher der dritten Form des Bösen, die absolute Vernichtung im Sinn hat. Wenn man de Sade verstanden hat, versteht man auch warum: aus Zorn über eine Welt, in der der Tod den eigenen materiellen Reichtum vernichtet.

Und jetzt … habe ich doch über 3000 Wörter gemacht.

Sorry.

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Scheideweg

Es ist in Worten nicht mehr zu beschreiben, wie Europa und allen voran Deutschland zerstört wird. Mir fallen jedenfalls keine straffreien Begriffe mehr ein. Einzig was ich noch spüre bei dem ganzen Desaster ist zuerst Wut und dann eine grosse Traurigkeit. Es tut weh wie Jahrhunderte an Erfahrung, Bildung, Kultur und menschliches Miteinander aufgrund krimineller Machenschaften seitens der Politik und Wirtschaft Stück um Stück demontiert wird. Und es geht weiter. Ich habe den Glauben an eine Wandlung zum Guten oder sonst ein Wunder verloren. Da nützen auch die vielen Optimisten, wahren Muslime, ehrbare Ausländer und staatsloyale Einheimische nichts mehr. Der Zug ist abgefahren. Das trojanische Pferd platziert. Mir bleibt nur noch zu entscheiden, bleibe ich hier und schaue mir den ganzen Untergang der zentraleuropäischen Kultur aus der ersten Reihe an, packe ich meine sieben Sachen und suche mir ein schönes Plätzchen weit weg von Europa oder mache ich gleich ganz Schluss da, egal wo ich hingehe, mich überall ein anderes Desaster erwartet. Entweder verstrahlte Erde, Wasser und Luft oder schleichende Verseuchung durch Glyphosat, Frack-Fluid oder einfach nur durch inhaltslose, krankmachende Nahrungsmittel.

Wir können wirklich Stolz sein auf unsere Fähigkeit, jegliches langfristiges und nachhaltiges Agieren komplett aus unseren Hirnen verbannt zu haben. Die paar Oekos, welche sich ihre Umweltverträglichkeit mit kiloweise Tofu erkaufen, sind genauso erbärmlich wie diejenigen, die den ganzen Mist produzieren und dafür über Leichen gehen. Ich hab‘ so die Schnauze voll.

Täglich muss ich meinen inneren Moralapostel zurechtrücken, damit ich nicht selber auf die Pauschalisierung gegen Unschuldige reinfalle. Und der ganze Scheiss braucht verbraucht wahnsinnig viel Energie, menschliche Energie. Wenn ich heute einen Tag durchlebe und laufend mit Meldungen, Bildern und Geräuschen von Brutalität, Erniedrigung, Tot, Misshandlung und so weiter bombardiert werde, bin ich am Abend entweder Traurig, demoralisiert oder stinksauer. Kommt ganz drauf an, welche mediale Würzmischung menschlicher Perversionen meine Gedankengänge erreichen und vor allem in welcher Zusammensetzung, respektive Konzentration.

Meine Leistungsfähigkeit zum Aufrechterhalten eines gesunden Menschenverstandes kommt jedenfalls in letzter Zeit immer öfter an seine Grenzen. Und daher, aus reinem Selbstschutz mache ich mir Gedanken, wo ich meine Zukunft sehe, in einem kriegerischen Umfeld, an einem verseuchten Sandstrand oder im Himmel. Ich habe, ehrlich gesagt, keine Lust meine Hirnwindungen mit traumatischen Kriegserlebnissen zu füttern. Ich habe den Tsunami in Asien erlebt, ich war damals Tauchlehrer in Khao Lak, und nage noch heute an den Erlebnissen. Von daher habe ich keine Lust, mehr desgleichen zu erleben. Egal wie Menschen zu Tode kommen oder traumatisiert werden, das zu sehen, zu spüren und leider auch zu riechen ist etwas vom Schlimmsten, was einem Menschen widerfahren kann. Auch diese Tatsache ist wenig ermutigend wenn man bedenkt, wie viele traumatisierte Menschen in dieser Zeit auf der Welt Leben und es werden täglich mehr. So viele Sozialarbeiter hat vermutlich nicht mal unsere Galaxis.

Einzig die Fähigkeit des Menschen bleibt, sich aus dem Chaos erstärkt zu erheben und alles wieder aufzubauen, was er in seiner Dummheit zerstört hat. Aber auch hier bekommt die Hoffnung einen Dämpfer. Der Mensch steht zwar wieder auf, aber er macht die gleichen Fehler immer wieder, solange bis keiner mehr übrig bleibt, seine Dummheit genetisch zu verschleudern. Erst dann wird Ruhe herrschen.

Es wird heute wirklich immer schwieriger einen Weg zu finden, der mir einen Glauben und Hoffnung lässt. Das Einzige was mich noch aufrecht gehen lässt ist die Ueberzeugung, dass ich meinen gesunden Menschverstand,, mein Gerechtigkeitsempfinden und mein Mitgefühl bis jetzt bewahren konnte. Und ich hoffe, dass viele andere das auch noch können.

Ich denke, wir alle stehen am Scheideweg der menschlichen Zivilisation. Bin gespannt wo sich die Menschen wieder mit einem Lächeln begegnen können…hier, am Sandstrand oder im Himmel.

 

Deutscher Faschismus 2.0: das weltweite Erfolgsmodell – die Gesellschaft der Angst

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Donnerstag, 29. Oktober 2015. Eifel. In welcher Zeit leben wir eigentlich? Blöde Frage, oder? Und doch interessiert mich Ihre Antwort. Antworten aus den USA zeigen, dass wir – angeblich – am „Ende der Geschichte“ angekommen sind: nach dem Ende der Sowjetunion hat die demokratische Zivilgesellschaft ihr Endziel erreicht, die Geschichte hat alles ausdiskutiert, unsere Aufgabe ist es nur noch, sie zu rekonstruieren und gemütlich im Wohnzimmer zu diskutieren. Eine feine Vorstellung, oder? Damit hat die demokratische Zivilgesellschaft die Ideale eines Adolf Hitler … bzw. die Ideale seiner heute noch wirksamen Anhänger … vollendet in die Tat umgesetzt. Hitler gab vor, was der Deutsche brauchte: ein Radio (Fernsehen war damals noch nicht in großem Umfang realisierbar), ein Auto (samt Autobahnen), einen Kühlschrank und natürlich: eine Wohnung, wo er mit seiner Frau und seinen Kindern allein vor sich hin lebte: ein erfolgreiches Lebensmodell, dass die Nürnberger Prozesse unbeschadet überstand und noch siebzig Jahre später den Alltag des ganzen deutschen Volkes (ja, der ganzen, zivilisierten Welt) bestimmt – ohne, dass sich jemand groß darüber aufregt.

Wir schauen auf den Faschismus meistens nur mit einem sehr eingeschränkten Blick: da waren die bösen Nazis, die plötzlich aus dem Nichts erschienen – unmenschliche, kalte, dunkle Gestalten, stark und unerbittlich, die sich anschickten, mit dem kleinen Deutschland die ganze Welt zu erobern, dann die armen Juden, die nach jahrtausendelanger internationaler Verfolgung (die kaum jemanden interessiert) fast vor der völligen Vernichtung standen und die guten Amerikaner, die die Welt vor den Superbösen retteten. Das ist doch die Geschichte, oder? Ich habe sie ein wenig aus dem „Schwarzbuch USA“ entlehnt, wo ich die Bermerkung fand, dass die USA ohne die Nazis gar nicht denkbar wären: der Kampf gegen das Superböse formte eine ganze Nation und spiegelt sich heute noch in hunderten Hollywooddramen wieder.

Auch ja: Dramen, die Urquelle menschlicher Konflikte. In der Transaktionsanalyse habe ich gelernt, dass wir zu der Aufführung von Dramen immer drei Bestandteile brauchen: erstmal das arme Opfer, dann den bösen Täter und letztlich den guten Retter: so einfach funktioniert Politik in demokratischen Zivilgesellschaften, mit den Sozialautisten in ihren kleinen Wohlstandsburgen kann man das machen. Schauen Sie sich mal die Kriege der „Guten“ in den letzten Jahrzehnten an: das Muster ist immer noch dasselbe wie 1942: ein Superböser (Saddam Hussein, Gaddafi, Assad, Putin – oder „der Arbeitslose“) greift arme Unschuldige an (Minderheiten, Bürger, Nachbarn), die von den Superguten gerettet werden: so konnte man sogar die Grünen verführen, Bomben auf Zivilisten werfen zu lassen und sich ultragut dabei zu fühlen.

Das läuft auch heute noch, damit wird gezielt die Masse gesteuert, die – immer noch streng nach Hitlers Wunsch – isoliert vor den Bildschirmen sitzt und beständig mit einfachsten Mitteln jeweils dorthin gesteuert werden kann, wo man sie gerade braucht: war gestern noch der Mensch mit „Migrationshintergrund“ Gefahrenquelle Nr. 1 für die Gesellschaft, ist heute der Flüchtling der Segen der Demokratie … jedenfalls so lange, bis anders entschieden wird.

Es war natürlich nicht Hitler allein, der auf solche Ideen der Massenbeherrschung kam: es war die Elite er deutschen Gesellschaft, der Adel, die Instustriebarone und Banker, die vor allem ein Problem hatten: wie schützen wir unsere Raubbeute vor sich solidarisierenden Massen – wie verhindern wir „Revolution“. Die Antwort war – wie geschildert – einfach: wir packen sie in Einzelhaft in kleinen Wohlstandszellen, predigen ihnen, dass sie der Gipfel der Zivilisation sind und sorgen dafür, dass sie sich zu Tode amüsieren, während wir dann freie Hand haben, alle nutzlosen Geisteskranken in Massen zu ermorden, um uns an den eingesparten Geldern weiter zu bereichern.

Diese Gesellschaft ist natürlich eine Gesellschaft der Angst, dass wussten schon die Indianer. Hat sicher jeder schon mal gesehen, den Häuptling, der seinem Stamm zeigt, wie man unbesiegbar wird: er nimmt eine Hand voll Zweige und zerbricht sie einzeln, während er jedes Stammesmitglied anschaut … dann nimmt er ein Bündel von Zweigen, dass sich als unzerstörbar erweist. Die Botschaft ist klar: Einigkeit macht stark. Einigkeit jedoch ist in einem Volk, das sich kollektiv in Wohlstandsblasen isoliert, kaum zu erzielen – sie sind nur – streng nach Hitlers Wünschen – ein leicht dirigierbares schwaches Volk von Einzelgängern, die jeder ekeligen Sauerei in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hilflos gegenübersteht … und hemmungslos ausgeplündert werden kann.

Deshalb – machen solche Bewegungen wie Pegida dem „Establishment“ Angst – wobei es vollkommen unerheblich ist, wie rechts die eigentlich wirklich sind. Schaue ich in deren offizielles Programm (was die – weil die ja superböse sind – nur zur Tarnung geschrieben haben: solche List macht sie geradezu doppelt superböse), so finde ich viele ganz zivile Forderungen – und überhaupt kein „Ausländer-raus“-Gedröhne.

Die Angst des Establishment vor Pegida hat jetzt Jakob Augstein deutlich formuliert, er warnt davor, dass „Der Faschismus lebt“ (siehe Spiegel), beklagt unzureichende Ursachenforschung und bezieht sich hauptsächlich auf einen anderen Artikel des einflussreichen Soziologen Heinz Bude, den dieser aktuell in der FAZ veröffentlicht hat (siehe FAZ): Wutbürger, Die Koalition der Angst: Wenn Dienstleistungsproletarier und prekär Wohlhabende sich in einem diffusen Misstrauen gegen das gesellschaftliche System in Deutschland verbünden, wird es brenzlig im Land.

Er macht eine interessante Bemerkung am Rande:

Der Industriemeister, der mit einem mittleren Schulabschluss bei Audi Karriere gemacht hat, gehört zu den Etablierten, die Solounternehmerin aus dem Coachinggewerbe zu den Prekären. Man muss auf der Hut sein, weil auf den sukzessiven Statuserwerb im Lebenslauf in der Regel kein Verlass mehr ist. Durch unvorhersehbare Lebensereignisse wie eine Trennung oder eine Überschuldung ist man mit einem Mal von der oberen in die untere Mitte abgerutscht.

Und wenn der Industriemeister zufällig beim kriminellen VW-Konzern gearbeitet hat, der sein Geld mit manipuliertem Sondermüll auf vier Rädern verdient, dann kann er ganz schnell ebenso abrutschen, wenn der Konzern seine Minderleistung durch Massenentlassungen ausgleicht und dabei vor allem die Alten und Kranken entsorgt.

Locker redet Bude von den Millionen entsorgter: den Arbeitslosen, dem „Dienstleistungsproletariat“ (was für ein abscheulicher, entwürdigender Begriff – die Zeiten der „Raumpflegerin“ sind wohl vorbei, die „Putze“ kommt zurück) oder denen, die „auf den Winner-take-all-Märkten von Sportmedizinern, Webdesignern oder Gartenarchitekten auf der Strecke geblieben sind.“ – kurz all jene, die völlige Versager sind, weil sie auf dem Weg vom Tellerwäscher zum Millionär hängengeblieben sind – und das zu Zeiten, wo jeder milliardenschwerer Oligarch werden kann, wenn er es nur wirklich wolle (wie uns der russische Oligarch Chodorkowsky belehrte, bevor er inhaftiert wurde – wir berichteten).

Und er trägt auch eine konkrete Forderung vor:

Wenn dann eine Figur kommt, die sagt, ich lasse mich nicht belügen, ich lasse mir den Mund nicht verbieten, und ich weiß, was ich weiß, dann ist eine Politik gefordert, die keine Angst vor den Ängsten der Leute hat.

Die Politik des starken Mannes, der gegenüber dem Proletariat durchgreift, der das Pack beim Namen nennt, der es wieder in Lagern konzentriert, damit sie mal darüber nachdenken können, warum sie im besten Deutschland aller Zeiten leben und es diesem Land supergut geht. Nein- ich spiele jetzt nicht auf den unsäglichen Akif Pirinnci an, sondern auf Oliver Polak, der in der Welt die Wiedereröffnung der Konzentrationslager gefordert hat – diesmal jedoch für Nazis … oder die, die gerade per Akklamation zu Nazis bestimmt werden. Gleiche Behandlung wie für Juden, nur diesmal ohne Gas (siehe Welt). Dafür, dass Pirinnci dem System unterstellt hat, dass sie dies möchten, wurde er massiv angegriffen und wirtschaftlich ruiniert – dass Pollak sich diese Reaktion wünscht … von einer Politik, die keine Angst vor den Ängsten der Leute hat … hat niemanden echauffiert. Das Dramadreieck funktioniert wieder hervorragend.

Der gleiche Soziologe hat letztes Jahr noch einen anderen Artikel geschrieben: einen Artikel über die Gesellschaft der Angst, über die Sklaven der Work-Live-Balance (siehe Spiegel). Es ist ein Artikel über die aktuell Vierzigjährigen, die – oft vergeblich – versuchen, alle Ansprüchen der Gesellschaft zu erfüllen: Optimierung der Arbeitsleistung, Optimierung der eigenen Schönheit, Optimierung der Gesundheit, komplette Anpassung an das Idealbild der Werbung. Natürlich sind diese Menschen „selbst schuld“ an ihrer Misere, die direkt in Depressionen führt, mit keinem Wort wird erwähnt, dass die Philosophie des „Führen mit Zielen“, die breitflächig aufoktroiert wurde, jeden Arbeitsprozess in ein sich beständig schneller drehendes Hamsterrad verwandelt hat, während die Politik des „Hartz IV“ (unter breitem Beifall von Wirtschaft, Medien und Gesellschaft) dafür gesorgt hat, dass auf jene, die aus dem Rad herausfallen (und das sind fast alle – bis auf ein Prozent, das mit Absicht sehr sehr reich gemacht wird), die soziale Hölle wartet.

Wissen Sie, woran diese „fit-for-Job“-Generation auch arbeitet – mit Hochdruck? Schauen Sie sich einfach mal in Ruhe die Analyse der Bewerbungsphotos der Selbstoptimierer an, schauen Sie sich an, wie das „perfekte Bewerbungsbild“ gestaltet ist … jenes Bild, dass dereinst noch aus dem Automaten kommen konnte, weil es im Prinzip für die meisten Arbeiten egal ist, wie man aussieht (siehe Wiwo): was da für eine Engergie investiert wird, wie da jedes auch nur allerkleinste Detail ausgearbeitet wird … um die eigene Vermarktbarkeit zu erhöhen. Das ist ein Markt von Sklaven, die sich gegenseitig ausstechen wollen, um versteigert zu werden – und eine ganze Generation von Beratern, die ihnen bei der Verbesserung der Ersteigerbarkeit hilft. Das ist eine Gesellschaft, wie ein Hitler sie sich gewünscht hätte, eine Gesellschaft, in der jeder mit Eifer danach trachtet, dem Idealbild des genetisch hochwertigen Ariers zu entsprechen und möglichst supergesunde Gene im Bild präsentieren zu können. Was hat diese Welt noch mit jener zu tun, die wir dereinst das „christliche Abendland“ nannten, jener Welt, in der jeder einzelne Mensch ein gottgewolltes, perfektes Kunststück war, geachtet von der höchsten denkbaren Autorität … jener Welt, der wir den Grundgedanken der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verdanken, die aus den Gräueln der NS-Zeit erwachsen ist?

Ganz klar: Nichts.

Ich möchte einmal einen kurzen Passus aus einer ARD-Sendung zitieren, von „Planet Wissen“, die sich mit dem Gedanken beschäftigte, was denn gewesen wäre, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Antwort … fand ich verblüfffend (siehe ARD):

Für die in dem „germanischen Reich“ lebende Bevölkerung sollten strenge Regeln gelten: Die Lebensführung des Einzelnen hätte der Staat von Kindesbeinen an diktiert, von der Hitlerjugend bis zum Nazi-Seniorenwohnheim hätte die Partei starken Einfluss auf die Gesellschaft gehabt. Gesteuert werden sollte das Reich durch eine Elite, die aufgrund ihrer Gene für jegliche Aufgaben innerhalb der Führungsriege eingesetzt werden konnte.

Diese „Elite“ haben wir heute, sie formiert sich gerade immer geschlossener. Heute Ministerpräsident, morgen Konzernchef – alles ist mit diesen Elite-Wesen möglich. Das Leben des normalen Menschen wird komplett durchorganisiert: Kleidung, Tagesablauf, Bildung, Glaubensgrundsätze – es wird ein standardisertes Massenwesen geschaffen, von der Wiege bis zur Bahre … betreut von RTL (die sich diese Ziel ja wirklich auf die Fahne geschrieben hatten). Werkzeug hierbei ist jedoch nicht mehr der SA-Mann sondern die wirtschaftliche Abhängigkeit des Individuums von seiner Umwelt. So läßt sich steuern, dass der moderne, deutsche Arbeitnehmer Schritt für Schritt an seiner optischen Optimierung arbeitet, seine Vermarktbarkeit beständig selbst im Blick hat, sich selbst nur noch als käufliche Ware sieht – der große Siegeszug der Prostitution und Sklaverei … und der große Triumph des Adolf Hitler im 21. Jahrhundert.

Wer sich gegen diese Form des Faschismus wendet, wird – streng im Sinne der Transaktionsanalyse – von den austauschbaren Elitewesen (die um ihre beständige Ersetzbarkeit auf jeder Stufe der Hierarchie wissen) automatisch unisono zum Superbösen erklärt: und das ist aktuell (aufgrund der weltweiten Dominanz der US-Kultur) der „Nazi“ – wie ihn Hollywood unaufhörlich vorstellt.

Und während wir den unsichtbaren Nazi jagen, den wir nur brauchen, um ein neues, menschenfeindliches Drama zu inszenieren, um neue Menschenjagden durchführen zu können und bequem „im Dienste der Menschlichkeit“ ein paar weitere unbeliebte Konkurrenten auf dem Arbeitssklavenmarkt ausschalten, schreitet die Kultur des Faschismus mit ihrem Wahn vom „optimierten Herrenmenschen“ ständig weiter fort: diesmal jedoch nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – und das aus gutem Grund.

Früher war uns das bekannt, weshalb früher eine einzige Folge der beliebten SF-Serie „Raumschiff Enterprise“ in Deutschland verboten war: man wollte keine schlafenden Hunde wecken. Ich zitiere mal aus einem Artikel über diese Folge (siehe startrek-index):

Wirklich problematisch ist der Dialog zwischen Kirk, Spock und Gill, indem Gill sagt, er hätte vorgehabt einen friedlichen Nazistaat aufzubauen, weil Nazi-Deutschland vom wirtschaftlichen Standpunkt her erfolgreich war. Spock gibt ihm daraufhin Recht und Gill erwidert noch, dass es am Anfang auch funktioniert hat, bis Melakon die Macht übernommen hat. Gill bezeichnet Nazi-Deutschland auch als die wirkungsvollste Staatsform, die die Welt je gesehen hat.

Dies hielt man 35 Jahre lang für eine Verherrlichung der NS-Zeit – und verbot die Folge bis 2011. Es fehlt noch eins dabei: der Hinweis auf den Gewinn, den eine kleine Elite mit dieser Staatsform machen konnte … und heute wieder macht. Deshalb verbot man die Folge: für skrupellose, gewissenlose Gangster war das NS-Regime die ideale Staatsform … vor allem für die Funktionsträger des Systems, das sich weltweit ausdehnen wollte, um einer kleinen, genetisch „hochwertigen“ Minderheit unbegrenzte Macht über das Proletariat zu geben, über den „Minderleister“, den „Parasiten“, die „bildungsfernen Schichten“, die „Nicht-integrierten“, die „Schmarotzer“, die „Niedriglöhner“ mit ihren „Billigjobs“ … und ihrem billigen Leben, das sich so sehr unterscheidet von dem gut umhegten Eliteleben der Funktionsträger in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Ich zitiere hierzu mal die FAZ aus dem Jahre 2008, als die Philosophie der Selbstausbeutung Staatsreligion geworden war (siehe FAZ):

„Leistung allein reicht nicht für eine steile Karriere. Auf den Körper kommt es an. Glatzen, Falten, dicke Bäuche bremsen den Aufstieg. Erfolg hat, wer symmetrisch ist.“

An die Spitze kommen nur jene Menschen, die auch Hitler gerne ganz weit oben sah: die genetisch perfekten Supermenschen, die für den Rest der Welt nur noch Spott und Hohn übrig haben … wie jene (armseligen) 40-jährigen, die Bude in dem Spiegelartikel beschreibt … wobei er die Worte „Spott und Hohn“ durch „Ironie“ ersetzte. Das ist das, was ich sehe, wenn ich Sendeformate wie die „Heute-Show“ des ZDF studiere – oberflächlich lustig, mit einem lustigen (und deshalb als Konkurrent ungefährlichen) Dicken mitten in leitender Funktion, der dem elitären Publikum jede Woche hilft, sich gegenüber dem Rest der Welt überlegen zu fühlen.

Deshalb kann ich Jakob Augstein nur Recht geben (siehe Spiegel):

Enttäuschung, Lüge, Hass, Gewalt – wenn aus diesen Zutaten Politik wird, entsteht Faschismus. In Deutschland ist es wieder so weit. Leider scheut sich die Nation, bei der Ursachenforschung tief genug zu graben.

Ganz richtig. Doch der Faschismus pflanzt sich ganz woanders fort als bei Spaziergängen einer kleinen Minderheit Dresdener Bürger, die nur aus Gründen der Dramagestaltung medial hofiert werden (während man die 250000 TTIP-Demonstranten weitgehend vergaß). Enttäuschung über die geringe Ausbeutbarkeit mancher Bürger (der faltigen, kahlen, dicken Minderleister), die Lügen über ihr Sozialverhalten, der Hass gegen ihre angebliche Asozialität und die sanktionierende Gewalt gegen sie als unbotmäßige Querköpfe führen direkt in den Faschismus 2.0 – der andere Symbole, andere Uniformen, andere Sprachcodes hat als der Faschismus 1.0 – aber die gleichen Folgen haben hat: eine Gesellschaft der Angst zu erzeugen.

Darum darf man in der Heute-Show vom 16.10.2015 ungeniert Transitzonen mit Konzentrationslagern vergleichen, darf in der Welt real die Wiedereröffnung der KZ´s fordern … während Akif P. mit einem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat medial hingerichtet wird, weil man solche Sätze in Deutschland einfach nicht sagen darf – mein Gregor Gysi. Jedenfalls … dürfen Untermenschen diese Sätze nicht sagen, ausgewählten Herrenmenschen ist dies schon gestattet.

Was wäre zu tun? Nun – viele reagieren auf das Staatsdrama mit einem Gegendrama: der „Böse“ wird ausgetauscht (Juden werden hierbei immer noch gern genommen, aber auch Moslems stehen gut im Kurs, immerhin führen wir „Guten“ gegen sie schon viele Kriege in vielen Ländern).

Dabei wäre das erste Ziel, sich aus allen Dramen auszuklinken, sich auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zu berufen und dann nüchtern und sachlich – ganz ohne Drama – um die Abwicklung der Flüchtlingskatastrophe zu kümmern … wie auch um die Ursachenforschung des Faschismus … und sein Überleben im 21. Jahrhundert.

Wir werden aber wieder dramatisch reagieren – und gegen das Böse Methoden anwenden, die schon Himmler, Göring und Goebbels glücklich machten. Wie sie fühlen wir uns dabei supergut.

Dabei hätte diese Katastrophe eine große Chance sein können: der Anlaß zur Entwicklung einer planetaren Zivilisation, die wir nötig haben, um aus dieser Katastrophe kein weiteres Massensterben zu machen – was automatisch folgt, wenn Millionen in die Kälte des Nordens fliehen. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung zeigt, dass wir genug Sympathisanten für die Etablierung der ersten planetaren Zivilisationen hätten.

Nur: aus Lust am Drama, aus Unkenntnis über die Fernziele und Formen einer faschistischen Gesellschaft und aus purer Angst vor den echten technokratischen Faschisten der modernen Welt werden wir uns für etwas anderes entscheiden: wie üblich für Konzentrationslager und Massenmord – was nebenbei den Wunsch des „Klubs der Milliadäre“ nach einer reduzierten Weltbevölkerung erfüllt (wir berichteten).

Die Medien der Funktionärselite werden uns bei diesem Marsch in die unmenschliche Asozialität wieder zielgerichtet begleiten – zwecks Sicherung der eigenen Pfründe.

 

 

 

 

 

 

 

Verschwörungen, Verschwörungstheorien, ihre Verbote … und die Angst der Presse.

Verschwörungen, Verschwörungstheorien, ihre Verbote ... und die Angst der Presse.

Sonntag, 9.9.2012. Eifel. Heute kann ich es mir sehr bequem machen: der Artikel ist schon lange fertig. Das hat eine besondere Geschichte Wir hatten eine Einladung zu einem Printprojekt bekommen, das sich viel vorgenommen hatte:

Alles tabulos und knackig. Mit viel Lust an Brüchen, Überraschungen, Kontroversen. Nicht von linientreuen Redakteuren für ein erstarrtes Publikum, sondern von jungen Wilden für wilde Junggebliebene.

Unser Ziel ist es, einen neuen, unabhängigen Journalismus ins Leben zu rufen und langfristig zu fördern.

Das hörte sich ja gut an – obwohl die scheinbar nur halb so viele Leser haben wie wir. Ich habe ein wenig über die Hintergründe recherchiert, was mich dazu brachte, einen kleinen Artikel für sie zu schreiben – es ist nicht das erste Blogger/Print/Projekt das ich so mit meinen bescheidenen Mitteln unterstütze. Jetzt schreibe ich ja recht eigentümlich (wie es sich für echte Eifelphilosophen auch gehört – denn sonst könnte man ja auch direkt bei unseren Nachahmern und Trittbrettfahrern lesen … wenn es die überhaupt noch gibt) und gehe nicht davon aus, das dies einem breiteren Publikum gefällt, zumal man mir schon seit Jahren in den Ohren liegt, das ich fürs Internet (und für die moderne Zeit) viel zu lange Texte schreibe. Trotzig, wie ich nunmal bin, schreibe ich nun doppelt so lange … und die werden überraschenderweise sogar bei Sonnenschein gelesen, wie ich höre, auch von einer durchaus gut betuchten Leserschaft.

Natürlich ist auch meine Methode recht eigentümlich – ich übertrage einfach die Prinzipien des Pharmamanagements auf die Politik und berücksichtige bei jeder Analyse der politischen Situation die schlimmstmöglichen Folgen. So planen Gewinner – hatte man mir gesagt.  Beobachtet man aus der Perspektive der Wirtschaft (die auch jeder Kreditberater im Auge hat) nun das bunte Treiben der Politik, so wird einem Angst und Bange: die deutschen Medien haben sich seit Jahren in einen Wohlfühlfunk verwandelt, der dem Bürger ganztägig auf breiter Front suggeriert, das alles wunderbar in Ordnung ist, auch wenn … die führende Supermacht der Welt den kleinen Irak grundlos angegriffen hat und weltweit mit Drohnen mordet. In den USA hat man Michael Moore, der dort medial die Fragezeichen an die Wand malt, wir jedoch haben Günter Jauch, der lieber Armenbashing betreibt und so die neue Kultur in Deutschland beschreibt: wer Arm ist, hat Strafe verdient.

Seit Jahren wird es deshalb Zeit für eine neue Partei, eine neue Bürgerbewegung und vor allem: für ein neues Presseorgan, das berücksichtigt, das die Mehrheit der Deutschen Hartz IV beschissen finden, gegen Kriege im Ausland ist und auch keine Sympathie für die globale Bankenrettungsorgie hat, die Politik und Finanzwelt gerade auf unsere Kosten veranstalten. Die absolute Mehrheit der Deutschen weiß noch, das Steuergelder UNSERE Gelder sind und Sozialleistungskürzungen, grenzenlose Diätenerhöhungen und notgeile Prestigeprojekte deshalb eine absolute Frechheit darstellen.

Nun – es war angesichts der Rahmenbedingungen nicht wirklich überraschend, das der Artikel nicht angenommen wurde – und ich hätte da auch kein Wort drüber verloren, wenn nicht mein Freund Werner meinte: da musst du was drüber schreiben:

Hihi, die haben Angst vor der Wahrheit.
Stell den Artikel mit seiner Antwort in den nso.  “Was sich xxx nicht traut” oder so 

Angst vor der Wahrheit?

Nun … ich zittiere mal aus der Antwort:

hallo yyy, herzlichen dank für den artikel, aber leider ist das nichts für uns. er suggeriert potentiellen selbstdenkern ein maximum an strafandrohung (drohnen, kzs), womit diese und damit auch die kunden eines selbstdenkenden journalismus (also unsere leser) eingeschüchtert bzw. abgeschreckt werden. das hilft allein unserer journalistischen oder staats“dienst“lichen konkurrenz. liebe grüße,xxx
liebe grüße, xxx

Na ja, „Even the worst case“-Strategien bringen selten „Heile-Welt-Atmosphäre“ … aber wichtig ist doch, ob die Perspektive wahr sein könnte und nicht, ob sie das Wohlempfinden des Lesers stört – jedenfalls dachte ich das immer.  Worst-Case-Szenarien werden in der Wirtschaft entwickelt, um schnell Handlungsoptionen an der Hand zu haben, falls wieder erwarten etwas schief geht. Hat man aber sogar diesen Fall im Griff … kann man auch mal abschalten und das Leben genießen. Worst-Case-Szenarien können aber auch wahr werden … und je früher man erkennt, das das Geschäft in die roten Zahlen rutscht, um so eher kann man gegensteuern. Das gilt auch für die Demokratie, die soziale Marktwirtschaft und die Etablierung der allgemeinen Menschenrechte: Gesellschaften driften nicht von selbst in Diktaturen ab – da gibt es sehr viele Hände, die nachhelfen müssen. Merkt man das früh genug, kann man noch dafür sorgen, das die Verbrecher ins Gefängnis anstatt in den Aufsichtsrat kommen. Sitzt man selber erst drin … weiß man, das man gepennt hat.

Nun denn: urteilt selbst. Der Artikel erscheint jetzt hier … ich traue mich das einfach mal:

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Verschwörungen, Verschwörungstheorien, ihre Verbote und sonstige Auswirkungen auf unseren Alltag

Man muss sich schon wirklich genau überlegen, ob man für ein Blatt wie (xxx) schreibt. So weit sind wir schon wieder. Wir kennen das in Deutschland – in den siebziger Jahren musste man sich genau überlegen, ob man für linke („kommunistische“) Blätter schreibt, in den dreissiger Jahren musste man genau überlegen, ob man für jüdische Blätter schreiben wollte. Beides ließ man nach kurzer Überlegung sein, weil man merkte, das man es mit Gewalten zu tun bekam, die für die persönliche Sicherheit äußerst bedenklich waren – Berufsverbote oder Konzentrationslager  folgten sofort.

Heute gibt es ein anderes „No-go“: Verschwörungstheorien. Was das ist? Nun, manche Menschen gehen davon aus, das politische Entscheidungen nicht ausgewürfelt oder nach intensivem Studium des Vogelfluges getroffen sondern mit Vorsatz, Absicht und gründlicher Überlegung gefällt werden, ohne die Öffentlichkeit vollumfänglich über die gesamten Pläne zu informieren. Seit den Gerüchten über die Massenpanik, die Orson Wells mit seinem Hörspiel „Krieg der Welten“ 1938 erzeugt haben soll, weiß man, das man dem Bürger nicht alles sagen darf. Angela Merkel hat dies beherzigt – und die deutsche Presse folgt ihr bis zum heutigen Tag.

Das wird nun manch einen Leser verwundern, da ja bekanntermaßen behauptet wird, wir würden in einer Demokratie leben, in der der Journalist die Verschwörungen von Wirtschaft und Politik ganz schnell aufdeckt und so für die Beachtung aller Menschenrechte im Lande sorgt – und auch dafür, das die Verfassung nicht hintenherum untergraben wird: deshalb spricht man ja von „Vierter Gewalt“.

Was wir nicht erfahren: am 8.Oktober 2008 gab es ein Treffen führender Chefredakteuere mit der Kanzlerin. Jakob Augstein berichtet davon im Freitag (1).

Der Hintergrund? Frau Merkel wollte, das zurückhaltend über die Krise berichtet wird. Die Leitmedien folgten dem Leittier und berichten bis heute beschönigend über die größte Wirtschaftskrise seit 1929. Am 8. Oktober 2008 verwandelten sich die Mainstreammedien in ein Regierungsorgan. Zu Recht würde man diese Veranstaltung eine Verschwörung mit dem Zweck der Vertuschung der realen Bedrohung der deutschen Wirtschaft durch die Wirtschaftskrise nennen.

Ohne Herrn Augstein wüssten wir überhaupt nichts über diese Verschwörung, die Eklatant gegen die Ziffer 1 des Pressecodex des deutschen Presserates verstößt:

Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. 

Eigentlich ein Skandal – vielleicht sogar der Größte in der Geschichte der Bundesrepublik – aber man muss lange suchen, bis man überhaupt nur vage Andeutungen darüber findet.  Wie ernst der deutsche Journalismus den Codex des Presserates (Originalfassung 12.12.1973, Zitat aus der überarbeiteten Fassung vom 3.12.2008) nimmt, kann jeder Leser selbst beurteilen. Einfach mal die Berichterstattung über Hartz-IV-Empfänger quer durch die großen Leitmedien betrachten – da ist von „Wahrung der Menschenwürde“ nicht mehr viel zu erkennen.

Und schon sind wir mittendrin in dem, was wir normalerweise Verschwörungen nennen und die wir nur aufdecken können, wenn wir zuvor Theorien über sie gebildet haben – und schnell merken wir, warum die Beschäftigung mit diesen Theorien in Deutschland verpönt und gesellschaftlich geächtet ist, wie früher Juden und Kommunisten geächtet waren und heute Arbeitslose geächtet sind.  Diese Ächtung ist – wie die früheren Ächtungen auch – sehr erfolgreich, so erfolgreich, das die Verschwörungen selbst ganz offen über die Bühne gehen können.

Man kann über sie im Spiegel nachlesen (2) oder im Manager Magazin (3) – und findet oft irgendwo einen McKinsey-Mann, der das Treiben organisiert.  Was bespricht eigentlich ein Günter Jauch mit Top-Managern der Commerbank, der Post, der Allianz oder der EoN – und was hat ein Oliver Bierhoff in dem ebenso erlauchten wie geheimen Gremium zu suchen?

Wir dürfen uns darüber keine Gedanken machen. Ebensowenig geht es uns irgendetwas an, was denn eigentlich bei den Bilderbergergesprächen thematisiert wird. Seit nunmehr 58 Jahren treffen sich dort jedes Jahr handverlesene und äußerst mächtige Menschen aus Politik und Wirtschaft und besprechen (oder beschließen) dort irgendetwas. Ebensowenig erfahren wir etwas über die Atlantikbrücke, das Weltwirtschaftsforum in Davos, die Münchener Sicherheitskonferenz oder die Treffen der Trilateralen Kommission. All diese Treffen, Zirkel und Geheimcliquen sind nachprüfbare gesellschaftliche Realität – warum aber die Reichen und Mächtigen viel von ihrer eigentlich ja sehr knappen und angeblich äußerst kostbaren Zeit investieren, um sich untereinander abzusprechen, erfahren wir nicht.

Noch bizarrer wird es, wenn man in die USA schaut. Dort findet jährlich der Ringelpitz vom Bohemian Grove statt – und hier sind wir mittendrin im Diskussionsverbot. Wer diesen Begriff in den Mund nimmt, ist sofort Kommunist, Jude, Arbeitsloser oder noch schlimmer: Verschwörungstheoretiker.  Ist ja auch sehr bizarr, was dort vor sich geht: simulierte Menschenopfer vor einer riesigen Eulenfigur, fackeltragende Menschen in roten Roben – der Stoff, aus dem Horrorfilme gemacht werden. Man fragt besser gar nicht nach, was die dort machen. Bedauerlicherweise treffen sich dort Menschen (hier ausschließlich Männer), die nicht unserer Fantasie entspringen, sondern reale politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Macht haben – und auch in der Atlantikbrücke und bei den Bilderbergern regelmäßige und gern gesehen Gäste sind: Helmut Schmidt,  Henry Kissinger, Alan Greenspan, die Familie Bush, Arnold Schwarzenegger, Richard Nixon – um nur ein paar zu nennen.

Natürlich kann man sich fragen: „Was hat das eigentlich alles mit mir zu tun? Ich will nur mein Leben leben und bin auch kein Jude, kein Kommunist, kein Arbeitsloser!“

Nun – diese Menschen bestimmen unseren Alltag. Sie setzen die Leitlinien fest, nach denen wir leben müssen. Adolf Hitler (NSDAP) hat das zum Beispiel mit folgendem Satz getan – „wer nicht arbeitet, soll nicht essen“ (4). Den Satz gibt es aktuell wieder von Franz Müntefering (SPD) „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ (5).  Hitlers Überzeugung hat vielen Millionen Menschen das Leben gekostet, an Hartz IV sind bislang nur ein paar verhungert – aber die „Arbeitsmarktreform“ hat per Gesetz durch gezielte Enteignung im Falle der Arbeitslosigkeit (was, wie man weiß, heute jeden irgendwann mal treffen kann) eine neue verarmende Unterschicht geschaffen und ein Millionenheer von Kindern, die in ihrem Leben keinerlei Chancen mehr haben.

Wer sich nun die Mühe macht, die Namen der großen „Netzwerker“ (und ihrer Firmen) abzugleichen mit den Namen der Hartz IV-Kommission, wird schnell feststellen, das es da erstaunliche Paralellen gibt. Man möchte meinen, der Führer (oder Kanzler) schenkt der globalisierten Wirtschaft eine Arbeitsmarktreform, die eklatante Folgen für das soziale Klima in Deutschland hat und uns alle trifft – direkt oder indirekt. Das die gleichen Menschen in mehr oder minder großer Ausprägung durch die Deregulierung der Finanzmärkte auch ursächliche für die aktuelle Wirtschaftskrise verantwortlich sind, überrascht da nicht mehr groß – auch nicht, das in der Gestalt des Jörg Asmussen einer der Haupttäter nun Karriere in der EZB macht und dort den Schaden beheben soll, den er zuvor mitverursacht hat. Nebenbei hat man Forderungen der US-Wirtschaft befriedigt, denen der deutsche Sozialstaat samt seiner starken Gewerkschaften ein Dorn im Auge war und die begierig nach den finanziellen Reserven des deutschen Steuerzahlers schielten – Reserven, die sie aktuell über den „Rettungsschirm“ ungehindert abzapfen dürfen.

Was wir  merken können ist, warum in Deutschland das Nachsinnen über Verschwörungen so verpönt ist: es gibt einfach sehr viele davon an denen viele Menschen sehr gut verdienen. Vielleicht geht es auch wirklich nur darum (und nicht um die gewaltsame Reduzierung der Weltbevölkerung): einfach mal ein paar Millionen mehr machen als der Nebenmann. Schon das ist volkswirtschaftlich sehr bedenklich: da Geld ein geschlossener Kreislauf sein sollte, fehlen die Millionen des Multimillionärs Günter Jauch Millionen anderen Menschen in den Taschen. So gesehen ist der Umgang des Millionärs Jauch mit dem Hartz-IV-Empfängers Johannes Ponader in der ARD-Talkshow vom 6.5.2012 besonders bezeichnend für die Degeneration unserer Kultur:  dort drängelte (oder nötigte)  der Herr Jauch den politischen Geschäftsführer der Piratenpartei überraschend respektlos dazu, zuzugeben das er gelegentlich Hartz IV – Empfänger ist. Erinnert an Zeiten, wo man Menschen dadurch aus der Bahn (und dem Leben) schießen konnte, dass man ihnen jüdische Wurzeln nahelegte oder Nähe zum Kommunismus. Das geht wieder in Deutschland.

Doch zurück von täglich erlebbaren Auswirkungen realer Verschwörungen in unserem Arbeits- und Medienalltag hin zu den harten Fakten internationaler Politik, die uns viel mehr zu denken geben sollten.

In der ARTE-Filmdokumentation über Fidel Castros Engagement in Afrika (Titel: „Fidel Castro, Revolution und Krieg“) erfahren wir nebenbei von dem am 6. Dezember 2008 verstorbenen CIA-Agenten Lawrence Devlin, das er von der US-Regierung den Auftrag bekam, den in den ersten kongolesischen Parlamentswahlen vom 25.5.1960 als Sieger hervorgegangenen Patrice Lumumba durch vergiftete Zahnpasta zu töten. Der Auftrag soll von Präsident Eisenhower persönlich gekommen sein. Wer das Glück hat, den Film „Mord im Kolonialstil“ von Thomas Giefer aus dem Jahre 2000 zu sehen (in ihm präsentiert ein belgischer Polizeikommissar als denkwürdige Trophäe auch Lumumbas Schneidezähne), weiß, das das CIA und die Belgier Eisenhowers Befehl letztlich auf anderen Wegen ausgeführt haben.

2012 leben wir mit ganz anderen Realitäten. Angestoßen durch die Anschläge des 11.9.2001 in New York (in dessen Folge der US-Präsident George Bush das erste Mal ein Verbot von Verschwörungstheorien aussprach, das inzwischen die ganze westliche Welt eifrig verfolgt) leben wir in einer politischen Realität, in der die US-Armee Angriffskriege gegen andere Staaten führt, nachdem zuvor die ganze Welt mit billigen Lügen über angebliche Massenvernichtungswaffen der Opfer getäuscht wurde. Im Rahmen dieser Kriege wurden auch Deutsche wieder zu den Waffen gerufen – ein Szenario, das jahrzehntelang als undenkbar galt. Ebenso undenkbar war eine Drohnenflotte, die auf Befehl des US-Präsidenten weltweit gezielt Morde ausübt – für uns inzwischen alles Alltag, den wir gelangweilt hinnehmen.

Angesichts dieser Fakten merkt man, warum es gefährlich ist, sich über Verschwörungen so seine Gedanken zu machen und gelegentlich Theorien darüber zu bilden, die frecherweise nicht ganz den Presseerklärungen der Regierungssprechern entsprechen: die Verschwörungspraktiker legen großen Wert darauf, unerkannt zu bleiben.

Derselbe Eisenhower, der Lumumba töten ließ, warnte übrigens in seiner Abschiedsrede vom 17.1.1960 (zufälligerweise der Tag, an dem Lumumba starb) vor der Macht des „militärisch-industriellen Komplexes“ (6):

„Wir in den Regierungsräten müssen uns vor unbefugtem Einfluss — beabsichtigt oder unbeabsichtigt — durch den militärisch-industriellen Komplex schützen. Das Potential für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können.“

Ich schätze mal, das er wusste wovon er sprach.

Heute dürfte es das nicht mehr sagen – heute sind „wachsame und informierte Bürger“ automatisch „Verschwörungstheoretiker“.

Dafür räumt der Komplex weltweit jetzt so richtig ab – aber darüber reden wir ja auch nicht.

Und deshalb muss man sich ernsthaft Gedanken darüber machen, ob man für ein Medium wie (xxx) wirklich schreiben sollte.

Minimal riskiert man, von Gebührenmillionären wie Günther Jauch öffentlich vorgeführt zu werden.

Im Extremfall … droht die Drohne.

Man sehnt sich geradezu nach den zivilisierten Zeiten zurück, in denen man sich nur vor seiner eigenen Zahnpasta in Acht nehmen musste.

 

1: http://www.freitag.de/autoren/jaugstein/wozu-noch-journalismus-beitrag-zu-einer-serie

2: http://www.spiegel.de/fotostrecke/uebersicht-die-wichtigsten-netzwerke-der-deutschen-wirtschaftselite-fotostrecke-66640.html

3: http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,740738,00.html

4.http://www.hagalil.com/archiv/2000/01/haider-1.htm

5.http://www.zeit.de/online/2006/20/Schreiner

6.http://de.wikipedia.org/wiki/Milit%C3%A4risch-industrieller_Komplex

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So – das war jetzt der „gefährliche“ Artikel. Hat jetzt jemand echt Angst, morgen ins KZ zu kommen … oder von einer Drohne ermordet zu werden? Keine Sorge, das droht erst, wenn der ökonomische Putsch sämtliche Machtzentralen der Gesellschaft komplett übernommen hat und sich der Widerstand nicht nur in wenigen Worten regt.

Ich habe die Namen der Beteiligten unkenntlich gemacht, weil ich das Projekt insgesamt begrüße (aber auf Dauer eh´ Schwierigkeiten mit den ganzen Nacktfotos hätte … da kriege ich privat vor Ort Riesenärger, wenn ich für ein „Tittenmagazin“ schreibe. Ganz ehrlich. Ich bin halt kein junger Wilder, sondern ein alter Denker)und ihm keinen Schaden zufügen möchte.

Die Begründung der Ablehnung jedoch macht mir – Angst. Wenn man schon so eine Schere im Kopf hat, dann … ist man vom Journalismus im eigentlichen Sinne ganz weit weg – und es muss wirklich schon schlimm um Deutschland stehen, wenn sogar die jungen Wilden Angst vor der unbequemen Gedanken haben.

Und ich muss mir wohl langsam Gedanken darüber machen, wann ich wohl aus dem Verkehr gezogen werde, damit ich nicht mehr die Bürger erschrecke.

Dabei bin ich so gerne Bürgerschreck … jetzt Original vom „Nachdenkmagazin, das sich was traut“ – oder?

 

 

Der Alltägliche Wahnsinn – Eine (satirische) Zustandsbeschreibung

Was uns doch alles so beschäftigt, Tag täglich.

Eurokrise, Ratingagenturen, Gier, Hartz IV, Mindestlohn, das Böse, Angst und so mancher Politiker sowie die Justiz. Lassen wir mal Menschen zu Worte kommen, welche sich auf ihre ganz eigene Art und Weise mit all diesen Themen beschäftigen und äußern.

Echo macht Angst

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Echo macht Angst© Jotha

Endstation Psychiatrie

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 200.000 Menschen in die Psychiatrie eingewiesen – doppelt so viele wie noch vor 15 Jahren.

Doch manchmal ist es auch der letzte Zufluchtsort für Menschen, welche den Druck, der auf sie ausgeübt wird einfach nicht mehr standhalten. Unbekannt ist die Zahl Derer, die den Druck von ARGEN oder JOBCENTER nicht mehr standhalten können, ja regelrecht in den „Wahnsinn“ getrieben werden, selbst dann, wenn man sie jahrelang versuchte zu unterstützen.

Ja, so eine Erfahrung habe ich machen müssen und ich fühle mich einfach nur schlecht dabei. Da ist die Frau, gerade mal 40 Jahre alt, die mit ihren Kindern allein lebt, fleißig, ordentlich und immer rastlos. Seid Jahren hat sie keinen festen Job gefunden, obwohl sie alles dafür getan hat. Am Ende blieben nur noch Minijobs, zuerst EINER, dann ZWEI und zum Schluss DREI, für einen HUNGERLOHN.
Drei Minijobs haben nicht ausgereicht um davon leben zu können, wenn man von LEBEN überhaupt sprechen kann. Nein das war und ist kein Leben, eine Hetzjagd um die Existenz beschreibt es besser. Klaglos hat sie es hingenommen.

Und sie hätte es auch weiter hingenommen dieses „Hundeleben“ wäre da nicht das JOBCENTER. Regelrecht bombardiert hat man die Frau mit Schreiben, in der man sie aufforderte sich doch gefälligst mehr anzustrengen, um ihre Hilfebedürftigkeit zu beenden, schließlich könne man ja noch einen weiteren Minijob annehmen und die Bewerbungsbemühungen könnte man doch noch erweitern. Gerade mal, ein paar Euro hat sie aufstockend erhalten, zuletzt waren 35,00 EURO. Natürlich viel zu viel, für diese Menschenschänder des JOBCENTERS. Protestschreiben, Beschwerden hatte nur aufschiebende Wirkung, nach kurzer Zeit fing alles von vorne an.

Auch als auf eine Dienstaufsichtsbeschwerde eine andere Sachbearbeiterin eingeteilt wurde, wurde weiter Druck gemacht, gnadenlos. Und so kam es, wie es kommen musste, es wurde zu viel, nicht das Geld, dafür die Sorgen, die Angst, wie man über die Runden kommt. Als nun an jenen Tag wieder eine Einladung von den JOBCENTER kam, versagten die Nerven. Pure Angst, Panik machte sich breit, sie war nicht mehr in der Lage der Einladung nachzukommen. Und wie zu erwarten war, wurden ihr Sanktionen angedroht, eigentlich lächerlich bei 35,00 EURO von der Armutsbehörde.

Die Frau ging zum Arzt und der erkannte den Ernst der Lage und riet ihr zu einen stationären Aufenthalt in einer Psychiatrie. Aus heutiger Sicht war es ein richtiger Rat, wer weiß, wie es sonst geendet hätte. Vier Wochen hat die Frau sich behandeln lassen und ist nun wieder zu Hause. Heute nun hat sie mich besucht, weil sie wieder Post vom JOBCENTER bekommen hat, mit unsinnigen rechtswidrigen Forderungen. Aber die Frau will sich wehren, sich nicht mehr klein machen lassen. Eines wurde aber auch klar. Mit Unterstützung von Hilfesuchenden beim ausfüllen von Unterlagen oder ähnliches ist es nicht getan. Vielmehr werden einen die Grenzen von Unterstützungsmaßnahmen bewusst.

Der Heilige Geist, die Angst, Hartz IV und das Wohlstandsevangelium

Heute ist Pfingsten. Kaum einer weiß noch, was wir feiern, aber alle wollen Montag frei haben. Pfingsten ist - neben Ostern - das wichtigste Fest der Christenheit, die allerdings lieber Weihnachten feiern. Was Pfingsten ist, ist schwer zu erklären, ohne auf die weltfremde Terminologie der Christen selbst zurückzugreifen, die sie oft benutzen, wenn sich Worte machen wollen, ohne etwas zu sagen. Der Tag hat mit dem "Heiligen Geist" zu tun, eines jener Momente der "Heiligen Dreifaltigkeit" des christlichen Gottes, wird aber auch als Geburtstag der Kirche verstanden. Letzteres verstehen wir, Ersteres eher nicht.

Heute ist Pfingsten. Kaum einer weiß noch, was wir feiern, aber alle wollen Montag frei haben. Pfingsten ist – neben Ostern – das wichtigste Fest der Christenheit, die allerdings lieber Weihnachten feiern. Was Pfingsten ist, ist schwer zu erklären, ohne auf die weltfremde Terminologie der Christen selbst zurückzugreifen, die sie oft benutzen, wenn sie Worte machen wollen, ohne etwas zu sagen. Der Tag hat mit dem „Heiligen Geist“ zu tun, eines jener Momente der „Heiligen Dreifaltigkeit“ des christlichen Gottes, wird aber auch als Geburtstag der Kirche verstanden. Letzteres verstehen wir, Ersteres eher nicht.

Im Prinzip erlaubt der „Heilige Geist“ uns Menschen, Gott erfahren zu können – jedenfalls einen Teil von ihm, den er der Welt zu Verfügung stellt. Viele Menschen lehren (auch außerchristliche) Traditionen, in denen die direkte Erfahrung Gottes in der Welt möglich ist – wie zum Beispiel der Mönch Willigis Jäger, der östlichen Wegen der Meditation den westlichen Weg der Kontemplation entgegenstellt. Das ist ein Teil der Welt, in der wir leben: auf der einen Seite Atheisten, die die Existenz Gottes ablehnen, auf der anderen Seite Menschen, die Gott erfahren.

Mittendrin, völlig verwirrt: wir.

Prinzipiell möchte ich sagen, das ich dazu neige, eher den Theisten zu lauschen. Sie haben eine Theorie und führen täglich praktische Beweise für ihre Richtigkeit an. Einfach mal Willigis Jäger lauschen. Es wäre ja auch schön, wenn es im Jenseits oder am Urgrund des Seins etwas gäbe, das uns vor den Gewalten der Welt schützen kann – oder einfach über den Tod hinweg hilft. Und wenn man das persönlich erfahren kann – dann sehe ich den Beweis als gegeben an. Ich würde keinen Nutzen darin sehen, hier überkritisch zu werden, weil ich weiß, das der Verstand schon überfordert damit ist, die Existenz des Stuhles zu beweisen, auf dem ich sitze – einfach mal Descartes und Kant lesen, dann weiß man, welche Probleme da auf einen zukommen können.

In einer recht alten Schrift, an deren Titel ich mich nicht erinnern kann, wurde mir in meiner Jugend plausibel nahegelegt, das das Judentum in die Welt kam um den Menschen die Angst zu nehmen. Die Angst vor Göttern (denen damals noch wöchentlich geopfert wurde, gerne auch Kinder), aber auch die Angst vor den unbezähmbaren Mächten der Welt, die damals als erste militärische Großmächte anfingen, Angst und Schrecken zu verbreiten.

Diese Sichtweise fand ich ganz in Ordnung.

Heute sind es Christen selbst, die Angst und Schrecken verbreiten – oft völlig umsonst. Götter, die Menschenfrauen vergewaltigen, haben wir abgeschafft – oder sie mussten dem Einen weichen, lediglich der ägyptische Ritus der Freimaurerei gestattete noch Verkehr mit Engeln, jedenfalls bis Rudolf Steiner ihn offiziell abgeschafft hatte. Die Mächte der Welt jedoch … sind schlimmer geworden als je zuvor. Einfach mal aus dem Fenster schauen – selbst im superreichen Deutschland kann man es erkennen:

jeder Quadratzentimeter ist verteilt, jeder Apfel, jede Beere, jeder Bach gehört irgendjemandem. Und den vielen, denen nichts gehört, leben in ständiger Angst davor, das man ihnen das fortnimmt, was ihr Körper zum funktionieren braucht: der Horror des willkürlichen Hungertodes in diesem Land hat unter dem Stichwort „Hartz IV“ Gestalt angenommen.

Nun will man uns einreden, das die Angst der Deutschen so etwas wie ein genetischer Defekt ist, womit man natürlich nebenbei sagt: es gibt gar keinen Grund für eure Angst. Wer Angst hat, ist bescheuert.  Angst vor dem Atom ist ja gerade weit verbreitet, ebenso die Angst davor, was denn passiert, wenn das Atom keinen Strom mehr liefert, was für manche das Ende Deutschlands bedeuten könnte.

Was nun die genetische Disposition der Angst der Deutschen angeht, so kann ich den Streit der Genetiker vielleicht schlichten: ich zum Beispiel brauche keine Gene, die mir die Schrecken der NS-Zeit nahebringen, ich hatte genügend Verwandte in einer sehr großen Familie, die Liveberichte vor Ort von sich gaben – in einer Zeit, wo man sein Leben noch nicht vor dem Fernseher verbrachte, waren die Geschichten der Großväter oft das Nachtmittagsprogramm. Die Ängste, die sie erleiden mußten, konnten sich noch ungefiltert übertragen, der Geschichtsunterricht lieferte dann die passenden Rahmendaten dazu. Wer so etwas erleben durfte, braucht keine Gene mehr, die ihm sagen, was Lampenschirme aus Menschenhaut in Vernichtungslagern wirklich bedeuten … und das in dem Land, das sich kulturell so hochstehend wähnte. Wenn denen das passieren konnte … was bedeutet das erst für uns heute und den Rest der Welt?

Es kann jederzeit wieder geschehen. Keine große Entwicklung seit dem Zeitpunkt, als die ersten babylonischen und sumerischen Imperien die friedlichen goldenen Zeitalter beendeten … nur ist die Macht der weltlichen Gewalten viel größer geworden, der Wahnsinn hat Dimensionen angenommen, die wir uns früher nicht hätten vorstellen können. Man muss sich das mal überlegen: wie beziehen Energie durch die Spaltung von Atomen … und wissen bis heute eigentlich nicht, was das ist, so ein „Atom“. Wir wundern uns nur jedesmal aufs Neue, was sich darin alles so tummelt und wie weit wir uns von den Modellen von Nils Bohr eigentlich entfernt haben.

Und was geschah mit dem Christentum seitdem, mit der Bewegung, die die elitäre Stellung des Judentums auflösen und den Heiligen Geist für die gesamte Menschheit zugänglich machen sollte?

Sie machen auch Angst … mehr allerdings als nur durch Weltuntergangsphantasien.

Das „Wohlstandsevangelium“ prägt weite Teile der Christenheit in den USA, taucht in verschiedensten Formen auf (manchmal auch ganz unreligiös als Psychologie getarnt oder völlig esoterisch als Mischmasch aus Wunschdenken und Physik) und predigt eine Religion der Macht: wer immer auch Erfolg hat – vor allem finanziellen Erfolg – der hat den Segen Gottes. Im Umkehrschluss ist derjenige des Teufels, der arm ist. Es ist eigentlich DIE Religion der USA: der Erfolg gibt einem Recht.

Es ist auch die Religion, die sich mit Hartz IV in Deutschland ausgebreitet hat: wer keine Arbeit hat, ist selber Schuld; die Tatsache, das er sich mit zehn anderen Arbeitslosen um einen einzigen Arbeitsplatz kämpfen muss, spielt in diesem irrationalen Weltbild keine Rolle. Es ist kein Zufall, das der Chef der Bundesagentur für Arbeit – neben unserem Bundespräsidenten – in der US-gefärbten Bewegung „Pro Christ“ aktiv ist … im Gegenteil: man braucht so eine Religion, um die Irrationalität von Hartz IV ertragen zu können. Wer nun aber noch reale Erinnerungen an die NS-Zeit hat, bekommt zurecht Angst: das Wohlstandsevangelium befördert den Glauben an lebensunwertem Leben – und was damit im Rahmen eines naturwissenschaftlich orientiertem Weltbild geschehen kann, ist uns allen noch gut im Gedächtnis.

Dort, wo Leben nur noch Materie ist und seine ihm eigene Heiligkeit verloren hat, gibt es kaum noch einen Grund, es bei vermuteter Dysfunktionalität nicht aus dem Alltag wegzusperren und in Umerziehungslagern zu verwalten, bis einem die Endlagerung dann doch zu teuer wird.

Es kann einem da schon Angst und Bange werden, wenn man merkt, was sich da ganz nebenbei ganz offensiv in unserer Gesellschaft ausbreitet:

Pro Christ veranstaltet Mega-Events im Stil der amerikanischen Evangelikalen mit Tausenden von Teilnehmern und Satellitenübertragung. In den Leitlinien heißt es: „Wir beten kontinuierlich, damit wir erkennen, welche Wege und Methoden wir wählen sollen.“ Dazu gehört ein Gebetsnewsletter. Auch hier gibt es keine Berührungsangst gegenüber Geld: „Pro Christ for business“ wirbt dafür, Geschäftsfreunde mit Jesus bekannt zu machen, und schlägt dazu Veranstaltungen in edler Atmosphäre vor, als Beispiele werden genannt: „Bentley-Salon, Ferrari-Halle, Edel-Werkstatt, Oldtimer-Ausstellung.“

Vergleicht man ihre „Gebete“ mit denen von Willigis Jäger, so findet man zwei vollkommen verschiedene Welten, erkennt aber auch scharf ihre Abgrenzungen: die einen instrumentarisieren Gott für ihre Geschäfte, die anderen bitten um eine Gnade … um eine Begegnung mit dem heiligen Geist.  Hochmut und Demut in klarer Abgrenzung zueinander….und Hochmut ist in christlicher Sicht eine Hauptsünde … jene Sünde, die den obersten Engel Gottes zum Teufel (und Herren der Welt) werden ließ.

Wie man das nun als Christ leben kann, erschließt sich mir nicht, ich vermag aber schon zu sehen, welche Probleme die Philosophie des Wohlstandsevangeliums mit sich bringt: wenn es so ist, das der Erfolg einem Recht gibt … dann kann es doch nur der Wille Gottes sein, der die Symbole des Teufels in Brand setzt:

In diesem Jahr registrierte die Polizei in Berlin nach aktualisierten Angaben bereits 70 politisch motivierte Brandanschläge auf Autos in der Hauptstadt. Dabei seien 85 Wagen direkt angegriffen worden, 58 weitere Fahrzeuge, die etwa in der Nähe standen, wurden beschädigt. Die meisten Brandstiftungen gab es im Mai. Oft gehen hochwertige Limousinen oder Firmenwagen nachts in Flammen auf.

Sofern die Herren und Damen Brandstifter Erfolg haben und nicht erwischt werden, sind sie wohl vom heiligen Geist beseelt und tragen Gottes Segen in sich, was ja auch logisch ist: sie zerstören die Symbole des Hochmutes, die als solche nur dem Teufel dienen. Wenn die jetzt noch ein „Tue Buße“-Schild an jedem Wrack anbringen, dann könnten sie sich fast als Kreuzfahrer wider das Reich Satans ausgeben und ihrem Vandalismus einen heldenhaften Anstrich geben … solange der Erfolg auf ihrer Seite ist, versteht sich.

Lassen sie sich erwischen, entzieht auch das Wohlstandsevangelium ihnen seinen Segen … womit man sagen kann: es ist wohl nicht der „Heilige Geist“, der als Ausfluss Gottes in der Welt diese selbstgefällige Religionsform inspiriert hat.

Im Rahme der christlichen Theologie ist es eher der … Andere, der Gegenspieler und Widersacher. Und das der sein Evangelium nun sogar unserem Bundespräsidenten predigen darf, sollte zu denken geben – man weiß ja letztlich nie, was für „Antworten“ die auf ihre „Gebete“ erhalten, welche „Wege“ und „Methoden“ ihnen da eingegeben werden … Hartz IV scheint ja eine davon gewesen zu sein.

Vielleicht sollte ich doch deren „Gebetsnewsletter“ abonieren?

Man sollte sich ja vielleicht für den Zeitpunkt wappnen, an dem die beschliessen, das unwürdige Gesochse aus ihrem „Reich Gottes“ zu entfernen, damit das Paradies Einzug halten kann.

 

 

Archimedes, die Römer und die Gegenwart

In der Antike hatten die Menschen bereits das Problem, mangels Vorstellungsvermögen den technischen Stand der Zeit zu erfassen. Wie damals, so ist es auch heute!


Mit Dank an:

Conrebbi

Entsetzen

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Entsetzen

© Jotha

"Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit."
Bertold Brecht

Mut kippt

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Mut kippt

© Jotha

Die Korporatokratie, die Angst in Deutschland und der Untergang der USA 2011

[local] 

Gestern hatte ich eines jener Erlebnisse, die man kaum vergißt: die Begegnung mit nackter Angst. Das hat mich nicht unberührt gelassen. Mitten in Deutschland bei bestem Wetter in sicherer, vertrauter Umgebung mit Angst konfrontiert zu werden, irritiert. Es gibt keinen Grund, in diesem Land Angst zu haben – so dachte ich bis gestern. Jedenfalls nicht in der Eifel. Die Ursache der Angst? Die Person – weiblich, hoch gebildet, gut situiert, helles Gemüt, voll im gehobenen Vereinsleben stehend – hatte ausgesprochen, das es „vielleicht keine Klimakatastrophe gibt“ – und sich erschrocken die Hand vor den Mund geschlagen und sich panisch umgeschaut.

„Darf man das überhaupt sagen?“ … hoffentlich hatte es keiner gehört.

Ich stand da und fragte mich: wo lebe ich eigentlich hier? Was geht da draußen vor sich, das meinen Mitbürgern solche Angst macht?

Heute morgen streife ich durch die Nachrichten und merke: es ist gar nicht verwunderlich, das Menschen in diesem Lande wieder Angst haben die Wahrheit auszusprechen. Die Wahrheit? Ja. Als ich im März 2003 in kurzer Hose im Garten saß, da war mir klar: Klimakatastrophe.  Wer mir dieses Jahr mit Klimakatastrophe kommt, dem zeige ich meine unverbrauchten Tuben Sonnencreme – oder meinen Ginkobaum, der eingeht, weil es zu kalt ist.

Die Wahrheit ist jene, die John Perkins in seinen Berichten über das, was er Korporatokratie nennt, berichtet hat: alle Gewalt geht nicht mehr vom Volke sondern von den Konzernen aus. Und sie demonstrieren ihre Macht überdeutlich und ganz öffentlich:

Auch die Vorkämpfer der großen Pharmamultis, vereint im Verband forschender Arzneimittelhersteller, waren erfolgreich: Künftig soll nicht mehr der unabhängige Gemeinsame Bundesausschuss die Kriterien festlegen, nach denen neue Arzneimittel bewertet werden, sondern das Gesundheitsministerium – das die Industrie für beeinflussbarer hält.

Quelle: Spiegel-online

Wie man da was beeinflußt, zeigt zum Beispiel der Siemenskonzern:

Ein ehemaliger griechischer Minister hat zugegeben, vom deutschen Siemens-Konzern 1998 Schmiergelder in Höhe von mindestens 450.000 Mark erhalten zu haben. Das Geld wurde auf ein Schweizer Bankkonto überwiesen. Steuerfahnder durchsuchten die Zentrale von Siemens-Griechenland.

Quelle: Welt

Parteien und Gewerkschaften kriegt man ganz schnell in den Griff – einfach die Spitze kaufen und schon läuft das Geschäft, schon kann man ein Land regieren und seine Vorstellungen durchdrücken, ohne je gewählt worden zu sein. Machen Regierungen genauso:

Auf dem Millenniumsgipfel der UNO hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine stärkere Erfolgskontrolle bei der Entwicklungshilfe ausgesprochen. „Zweifellos müssen wir die Wirksamkeit der Instrumente der Entwicklungspolitik weiter verbessern“, sagte Merkel in ihrer Rede vor dem Plenum in New York. „Es kommt also darauf an, begrenzte Hilfsgelder so nutzbringend wie möglich einzusetzen.“

„Leider müssen wir aber heute sagen, dass wir nicht alle Ziele bis 2015 erreichen werden“, sagte Merkel. „Dennoch bleiben die Ziele gültig und müssen konsequent durchgesetzt werden.“

Quelle: yahoo

Wir wollen was sehen für unser Geld. Hartz IV für Hungerländer – wer nicht pariert, dem wird´s gestrichen. Ein-Euro-Jobs haben die schon alle, da sind die vorbildlich.

Wie man Marktmacht zu Konzernmacht und gesellschaftlicher Macht umbaut, demonstriert gerade der Siemenskonzern:

Siemens gibt seinen Beschäftigten in Deutschland weitreichende Garantien zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Vorstand, Gesamtbetriebsrat und IG Metall wollen nach Informationen von WELT ONLINE an diesem Mittwoch ein Abkommen unterzeichnen, das die 128.000 Mitarbeiter in Deutschland vor Entlassungen schützt. Das Besondere: Die Vereinbarung soll unbefristet gelten.

Quelle: Welt

So schmiedet man eine Allianz zwischen Korporatokratie, Gewerkschaften und Arbeitnehmern, die klassische gesellschaftliche Muster völlig aushebelt und das Volk in konzerntreue Nützlinge und konzernfeindliche Schädlinge aufteilt.

Bei den Gewinnmargen, die dort inzwischen eingefahren werden und bei den Steuererleichterungen  haben die genug Geld übrig, sich zu kaufen was sie wollen: Land, Grundstücke, Minister, Söldner, Meinungen … kostet ja alles nur Geld. Und das ist im Überfluß vorhanden:

Ähnlich auch Siemens: Der Weltkonzern zahlte 1995 trotz eines Bruttogewinns von 2,6 Milliarden Mark keinen Pfennig Ertragsteuern in Deutschland die fälligen Steuern – 19,9 Prozent oder 518 Millionen Mark – kassierte ausschließlich der ausländische Fiskus. Fünf Jahre zuvor hatten die Ertragsteuern von 1,6 Milliarden Mark den Bruttogewinn von Siemens noch mit 47,6 Prozent belastet.

Nicht nur BMW und Siemens, sondern alle großen deutschen Konzerne setzen den Finanzminister auf Diät. Das geht aus einer Studie hervor, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung der Uni Mannheim demnächst veröffentlichen wird. Die Mannheimer haben die tatsächliche Steuerbelastung von dreißig großen deutschen Aktiengesellschaften in den vergangenen Jahren untersucht. Nimmt man den Schnitt dieser Unternehmen, so ist die Ertragsteuerquote, also der Anteil der Steuern am Bruttogewinn, zwischen 1989 und 1994 von mehr als 48 Prozent auf nun noch knapp 24 Prozent gefallen.

Quelle: Die Zeit, 1997

Es ist eine ältere Studie, aber Trend zur Großzügigkeit für Korporatokraten hält an, wie einer Studie von Price-Waterhouse zu entnehmen ist:

PwC-Weltbank-Studie: Weltweite Steuer- und Abgabenquote der Unternehmen sinkt 2008 leicht / Deutschland liegt bei der Gesamtbelastung auf Rang 112 von 183 / Sozialabgaben belasten Unternehmen in der EU weiterhin stark

Quelle: Innovationsreport

Price-Waterhouse ist die Unternehmensberaterfirma, die Kapital für die Mafiawindräder sucht – siehe dort. Die werden auch solange weiteragieren, bis Unternehmen keinerlei Steuern oder Sozialabgaben mehr leisten müssen, dafür aber Bleibegeld vom Staat bekommen.

Die folgen dieser ungebremsten Konzernmacht sieht man gerade in den USA, ein Land, das merkt, wie einem wird man man … überflüssig wird und nicht mehr gebraucht wird. Das Geburtsland der Konzerne wird jetzt abgebaut, die haben eine neue Heimat gefunden:

Im US-Bundesstaat Kalifornien gibt es laut „L.A. Times“ bereits acht Bezirke, die eine Arbeitslosenrate von über 20 Prozent aufweisen.

Die „Mortgage Bankers Association“ hat im Mai 2010 bekannt gegeben, dass mehr als 10 Prozent aller US-Hausbesitzer zwischen Jänner und März zumindest eine Rate ihres Hauskredits nicht zahlen konnten. Das ist ein Rekordhoch. 2009 lag der Wert noch bei 9,1 Prozent.

32 US-Staaten sind laut „EconomicPolicyJournal.com“ nicht mehr in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen, Arbeitslosengelder auszuzahlen. Die US-Regierung muss für die Staaten einspringen. Allein Kalifornien musste sich sieben Milliarden Dollar ausborgen.

Mehr als 40 Millionen Amerikaner beziehen Essensmarken. Das ist ein trauriger Allzeit-Rekord. Aber der Höhepunkt dürfte noch nicht erreicht sein. Das US-Landwirtschaftsministerium geht laut Nachrichtenagentur „Reuters“ für 2011 von einer Zahl von 43 Millionen Amerikanern aus, die Essensmarken in Anspruch nehmen.

1950 lag das Verhältnis der Gehälter von Managern im Vergleich zum durchschnittlichen Arbeiter bei 30:1. Seit dem Jahr 2000 ist dieses Verhältnis auf 300-500:1 explodiert.

Jener Teil der Amerikaner, die zu den unteren 40 Prozent der US-Einkommensbezieher zählen, besitzen zusammen weniger als ein Prozent des nationalen Reichtums.

Laut den US-Strafverfolgungsbehörden gibt es in den USA mehr als eine Million Mitglieder krimineller Banden. Diese sind für rund 80 Prozent aller Verbrechen verantwortlich, die pro Jahr in den USA verübt werden.

Quelle: Schnittpunkt 2012

Und die Zukunft sieht für die nicht gerade rosig aus:

Was heißt das für die Märkte?

Es sind meine Prognosen für das nächste Jahr, die viele schockieren: US-Aktien fallen um 60 Prozent, ein S&P 500 auf 450 Punkte – derzeit liegt er bei 1 100. Einem Dax beispielsweise blüht das Gleiche, weil andere Märkte kein Eigenleben führen können. Meine Prognose wären hier 3 600 Zähler. Der wirtschaftliche Rückfall stützt natürlich die Anleihen auf ihrem Höhenflug. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries rutscht dann im Extrem noch auf eineinhalb Prozent, die der deutschen Bundesanleihen sogar darunter.

Woher nehmen Sie diese Horror-Prognosen?

Die Anleihemärkte stellen sich ja schon auf mein Depressionsszenario ein. Sie reagieren meist recht schnell. Nur die Aktienmärkte sind noch blind auf beiden Augen.

Quelle: Handelsblatt

So etwas stört aber keinen Konzern. Schon längst baut man sich neue Freunde auf – ohne Rücksicht auf Verluste:

Megadeal für die amerikanische Waffenindustrie: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Kuwait haben in den USA laut „Financial Times“ Rüstungsgüter für fast 123 Milliarden Dollar bestellt. Die arabischen Staaten wollen damit dem Iran die Stirn bieten.

Quelle: Spiegel-online

Saudi-Arabien – ein Freund der USA und ein besonderer Freund der Korporatokratie (siehe John Perkins, Bekenntnisse) befindet sich immer noch im Kriegszustand mit Israel – einem Freund der USA aber keinem besonderen Freund der Korporatokratie.  Laut offizieller Verschwörungstheorie waren die meisten der Attentäter vom 11.9.2001 aus Saudi-Arabien (was für Afghanistan und den Irak schlimme Konsequenzen hatte), laut inoffizieller Verschwörungstheorien war der Mossad an den Angriffen beteiligt – Konzerne gewinnen durch beide Theorien und erst Recht dadurch, wenn der bestehende Krieg gegen Israel wieder heiß wird, weil die USA schwach geworden sind.

Und man sorgt auch schon für die Zukunft vor … in Zusammenarbeit mit anderen neuen Freunden:

Die Angriffe der BRIC-Staaten auf den US-Dollar als Leitwährung haben deutliche Spuren hinterlassen. Nahezu unbemerkt blieb bisher, dass der IWF in einer Studie durchgespielt hat, den Dollar als Leitwährung durch eine noch zu schaffende Währung abzulösen. Gesprochen wird dabei vom „Bancor“, den einst John Maynard Keynes als Weltwährung vorgeschlagen hatte. Die Überlegungen gehen über die [local] chinesischen und russischen Vorschläge hinaus, den Dollar durch Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu ersetzen. Einher gehen die Überlegungen mit dem wachsenden Einfluss von China, dessen Stimmrechte im IWF deutlich wachsen werden. Das Land wird zu Japan auf den zweiten Platz aufschließen, wird bereits berichtet.

Quelle: Telepolis

Wenn der Dollar wankt, brechen die USA zusammen. Sie haben sonst nichts mehr, wie im Handelsblatt zu lesen ist:

Überschuldung und explodierende Haushaltsdefizite, ein gelähmtes und zerfallendes politisches System, verschlafene Investoren: das alles erinnert an das Lateinamerika der 80er-Jahre. Wenn die Nordamerikaner nicht aufpassen, droht ihnen dasselbe Schicksal. Ein Gastbeitrag des Chefs der amerikanischen Fondsgesellschaft Pimco.

Aber man braucht nicht in die Welt hinauszuschauen und die düsteren Wolken zu sehen, die sich dort zusammenballen um Angst zu bekommen. Es reicht schon ein Blick in eine deutsche Zeitschrift:

Ein Gesinnungswandel ist da zu beobachten: Arbeit ist nicht mehr nur Broterwerb, sondern Stütze fürs Selbstbewusstsein. Sie bringt Sozialkontakte, festen Tagesrhythmus, geistige Herausforderung. Studien zeigen, dass Menschen mit Arbeit glücklicher sind als Arbeitslose – egal welchen Alters. Forscher haben herausgefunden, dass eine erfolgreiche Jobsuche glücklicher machen kann als die eigene Hochzeit.

Quelle: Manager-Magazin

Die Heirat mit dem Konzern wird zum wichtigsten Ereignis im Leben, der Konzern wird Partnerersatz, Quelle des Glaubens und der Wahrheit.

Der Konzern wird Gott und seine Wahrheiten Gebote.

Und wenn der Konzern sagt: „Es werde Klimakatastrophe“ dann gibt es Klimakatastrophe, bis dieser Mythos seinen Sinn erfüllt hat und wie andere Mythen von Ozonloch bis Schweingegrippe innerhalb weniger Tage in Vergessenheit geraten, weil der Konzern andere Wahrheiten als nützlich erachtet.

Kein Wunder, das man in dem Klima darauf achten muß,  wer von den eigenen Zweifeln an der Konzernwahrheit Wind bekommt.

Das könnte ja den Job kosten.

Israel, der Islam, die Angst, Hartz IV und die posttraumatische Belastungsstörung

Eine Kultur der Angst ist immer leicht dem Wahnsinn nahe, und wo der Wahnsinn herrscht, da weicht die Vernunft und der Krieg erwacht als düsterer Vernichter allen Seins.  Wir Menschen … sind aber nicht geschaffen für Krieg und Gewalt. Erfahrungen dieser Art machen uns krank … wie die Erfahrung zeigt:

Die Posttraumatische Belastungsstörung wird ursächlich durch ein oder mehrere traumatische Erlebnisse ausgelöst. Dazu zählen zum Beispiel[3]

  • Kriegserfahrungen
  • Vergewaltigung
  • Flucht-/Vertriebenheitserfahrungen
  • Folter
  • sexueller Missbrauch oder Gewalterfahrungen in der Kindheit (wie z.B. die männliche oder weibliche Beschneidung)[4][5]
  • Terroristische Anschläge
  • schwere Unfälle, auch als Verursacher
  • Naturkatastrophen
  • Todesfälle in näherem Umfeld
  • Stalking
  • Miterleben von Verbrechen wie zum Beispiel Amokläufen[6]
  • Geiselnahme/Gefangenschaft
  • Entführung

Es gibt kaum einen Aspekt menschlichen Lebens, der so deutlich aussagt, das wir für Kriege nicht geeignet sind wie diese Störung.

Viele Menschen haben nach einem Trauma Schwierigkeiten, ihr altes Leben wieder aufzunehmen. Es gibt Statistiken, nach denen jeder vierte Obdachlose auf Amerikas Straßen Veteran eines Krieges ist. Nach Angaben des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten sind fast 200.000 Ex-Soldaten ohne feste Bleibe. Viele davon sind Vietnamkriegsveteranen. Doch es gibt auch zunehmend arbeitslose und obdachloseIrakkriegsveteranen.[39]

Der Krieg vernichtet Täter wie Opfer, den Schützen gleichermaßen wie den Erschossenen – der Schütze leidet nur länger.

Traumatisierte Menschen befinden sich in einer Art ständiger Alarmstimmung. Kleinigkeiten, die an das Trauma erinnern, wie zum Beispiel sexuelle Schlüsselreize (Fotos von spärlich Bekleideten), uniformierte Menschen, Nachrichten, Lärm und Enge oder Jahrestage einer Verhaftung, so genannte Trigger können körperliche Symptome wie Herzrasen, Zittern, Angstschweiß, Atemnot, Übelkeit und Ohnmachtsanfälle hervorrufen.[9]

Quelle: Wikipedia

Sowas findet man bei Löwen, Bären und Tigern nicht. Für die ist Töten und Gewalterfahrung ein Teil ihres Programmes. Für uns offensichtlich nicht.  Gewalterfahrungen tun uns nicht gut, trotzdem führen wir Gewalt aus, werden selbst gewalttätig. Quelle ist … fast immer … die Angst.

Angst ist ein menschliches Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.

Quelle: Wikipedia

Angst macht Streß … und die Reaktionen auf Streß sind hinreichend bekannt:

Fight-or-flight ist ein von dem amerikanischen Physiologen Walter Cannon (1915) geprägter Begriff (englisch; fight or flight = Kampf oder Flucht). Der Begriff ist auch im deutschen Sprachraum unter der englischen Version in Fachkreisen geläufig, da Cannon neben Hans Selye zu den Pionieren der Stressforschung gehört. Die Fight-or-flight-Reaktion beschreibt die rasche körperliche und seelische Anpassung von Lebewesen in Gefahrensituationen als Stressreaktion.

Die zugehörigen neurobiologischen Abläufe beforschte Cannon an der Reaktion von Tieren auf Bedrohung. Ausgang seiner wissenschaftlichen Arbeit war sein Interesse an den Hintergründen der häufig auftretendenPosttraumatischen Belastungsstörung bei Soldaten während des Ersten Weltkrieges.[1]

Quelle: Wikipedia

Der Weg zum ewigen Frieden auf Erden scheint also einfach: macht euch keine Angst, dann gibt es auch keinen Streß – und ohne Streß keinen Krieg.  Ohne Krieg zu leben ist auch besser für Menschen, denn unsere Software hält Gewalt einfach nicht aus. Wir sind ursprünglich nicht so … aber wir können so werden.

Nehmen wir ein Beispiel: die Juden. Neuerdings nennt man sie ja Zionisten, wodurch Antisemitismus auch für Linke wieder gesellschaftsfähig geworden ist.  Über die Juden/Zionisten und ihr Land Israel las´ ich unlängst Folgendes:

Jeder Sieg vertieft den Graben zwischen Juden und 1,2 Milliarden Muslimen.
Und weil keine Militärmacht auf Ewigkeit seine Machtüberlegenheit bewahren kann, müssen die zionistischen Führungsgruppen wissen, dass sich eines Tages der aufgestaute Hass einer anderen großen Militärmacht bedienen kann , dass er dann genauso rücksichtslos entfesselt sein wird, wie sich heute der israelische Hass gegen die wehrlose Bevölkerung von Gaza entfesselt hat.

Quelle: lupo-cattivo

(Einen Gedenktag für den Holocaust an afrikanischen Sklaven würde ich mir – wie der Autor dieser Zeilen –  auch wünschen, nebenbei bemerkt. Nur: dieser Holocaust ist noch längst nicht vorbei. Wäre also schlichtweg zu früh für einen Gedenktag.  Es interessiert auch keinen. Man macht lieber tausend Worte über Israel als nur einen über den Kongo. Warum nur?)

Ja, diese „rücksichtslosen Entfesselungen“ sind bekannt. Gab es schon immer in der Geschichte. Damit bewältigt man gerne Angst. Es hilft der Angst wenn man ihr eine materielle Grundlage geben kann.

„Die Hexe war´s!“.

Gegen die Angst selbst kann man schlecht vorgehen (es sei denn, man ist Zauberer oder Schamane) , aber wenn ein realer Mensch Quell und Ursache der Angst ist, dann …. gibt es auch für einfache Gemüter Wege diese zu beseitigen.

„Tötet die Hexe und alles wird gut!“

Man kann die Hexe wahlweise durch Juden,  Zionisten,  Amerikaner, Moslems, Zigeuner, Ausländer, Linke, Nazis oder andere Begriffe ersetzen, wichtig ist nur, das der angst- und  streßbedingte Kampfinstinkt ein Ziel bekommt.

Eigentlich einfach, oder? Ist es auch … letztendlich. Man wußte das schon, bevor es Psychologen gab.

Reduziere die Angst und das Volk wird freier, glücklicher, zufriedener. Steigere sie … und sie werden morden. Manchmal den Fürst, manchmal die Hexe, manchmal die Juden … aber töten werden sie. Angst ist unerträgilch wie Gewalt.

Wäre ich Mitglied eines zionistischen Volkes von 7 Millionen und mich würden 1200 Millionen Moslems finster und haßerfüllt anschauen, so … hätte ich Atombomben und würde nicht zögern Krieg mit aller Brutalität zu führen. Bei der Übermacht darf ich mir keine Schwäche erlauben … denn jede Schwäche wäre tödlich.

Ich denke, es wird irgendwann zur Vernichtung Israels kommen. Man will den Islam auslöschen und dafür braucht man einen Anlass … und der wird die Vernichtung (oder drohende Vernichtung) eines kleinen Volkes sein (von dem viele meinen, das es so böse ist wie Adolf Hitler schon immer gesagt hat), das letztlich einer überwältigenden Übermacht unterliegt.

Das wiederum (und die Nähe Israels zur EU und zur Nato) wird Folgen haben, die gewissen Kreisen mit geopolitischen Interessen sehr entgegenkommen, denn dann hat man Zugriff auf die Ressourcen der Öl-Augen.  Und mal ehrlich: wir wissen doch jetzt schon, wie die Moslems sind, oder?

Schütten Frauen Säure ins Gesicht oder steinigen sie, hacken Dieben die Hand ab, verheiraten systematisch kleine minderjährige Mädchen mit alten Männern, sind ein Feind von Demokratie und Menschlichkeit – wie alle anderen Religionen auch. Kriegen wir doch jeden Tag gepredigt …  und wir wissen schon, wie gefährlich die Kleidung moslemischer Frauen für die Zivilisation ist – deshalb wird sie überall verboten. Die Chinesen wissen, wie schädlich Religion ist, sie haben anhand der Falun Gong demonstriert, wie man mit ihnen umgeht. Somit finden sich die Moslems zwischen Hammer und Amboß wieder.  Ein neuer, großer Weltkrieg zum Zwecke der Entschleierung der saudi-arabischen Frau wäre undenkbar … aber als Rache für den neuen Holocaust am israelischen Volk, der von Moslems gepredigt wird, ginge das.  Frauen retten wir – wie jetzt in Afghanistan – nebenbei.

Die Figuren zu diesem Krieg werden schon mal in Stellung gebracht. Die letzte Chance für ein neues amerikanisches Jahrhundert ist ein richtig dicker Krieg…..aber gegen China macht er wenig Sinn. Besser wäre es, die Chinesen würden Krieg mit Russland führen. Noch besser aber (denn dann könnte der militärisch-industrielle Komplex wieder so richtig verdienen) alle drei alten Großmächte vernichten erstmal die islamischen Länder, teilen sich die Beute untereinander auf und … planen dann weiter.

Die Vorbereitungen zur Vernichtung des Islam, der gezielte Aufbau als Feindbild (vor allem in den USA) laufen schon seit dem Ende des „Kalten Krieges“.

Ein Weg, den wir offenen Auges gehen.

Auch im Kleinen, wie die Erfahrungen des Bloggers Realasmodis zeigen:

Eine Demokratie haben wir längst nicht mehr. Dieser Staat knüppelt und knechtet diejenigen, denen jede Möglichkeit zur Gegenwehr vorsorglich genommen worden ist. Hartz-IV ist Menschenrechtsverletzung per Gesetz und jeder, der das befürwortet, ist unwählbar. Den noch nicht Betroffenen streut er Sand in die Augen. Die Medien zeichnen vom vermeintlichen Sozialstaat ein völlig falsches – weil im Sinne der Herrschenden verzerrtes – Bild.

Auch hier das gleiche Prinzip: die Übermächtige ARGE gegen den kleinen Arbeitslosen (der, wie wir ja wissen, ein asozialer schmarotzender Parasit ist wie einst der Jude in Deutschland war, bevor man ihm gezeigt hat, wo es langgeht) … und im nächsten Schritt wird es dem öffentlichen Dienst an den Kragen gehen. Ist es schon mal aufgefallen, das die Medien (wenn sie nicht gerade das Bild des neuen Juden verbreiten) NUR gegen die ARGE wettern … aber nicht gegen die Politiker, die dieses Monstrum geschaffen haben und es weiter am Leben erhalten?

ARGE-Mitarbeiter selbst …. waren aber zuvor auch  selber arbeitslos, weil ihre Jobs zu den 1,2 Millionen Stellen gehörten, die behördlicherweise gestrichen worden sind.  Ein schlauer Schachzug der derjenigen, die im Hintergrund kassieren. Derjenigen, die gerne Kriege planen aber nie eine Leiche gesehen haben, die gerne predigen aber nie selber gelebt haben, die gerne Menschen gegeneinander ausspielen, weil das den meisten Profit bringt. Teile und herrsche.

Und warum machen „die“ das?

Weil sie kranke Lumpen sind.  Machthungrige Sadisten. Menschen, die Spaß daran haben, andere zu quälen….weil sie selbst dereinst gequält worden sind. Weil sie … Angst haben. Wie der Herr Maschmeyer … Angst davor, das die Selbstachtung wieder bedroht wird, wie sie früher von den Eltern und der Umwelt bedroht wurde.

Es werden bald nicht mehr nur Autos brennen, bald werden auch ARGE-Mitarbeiter brennen – eher noch als Hartz-IV-Abhängige.  Danach ist aber völlig klar, das die „Hartzis“ ins Lager gehören, genauso wie nach dem nächsten Krieg gegen Israel klar sein wird, das der Moslem mit seiner mittelalterlichen Weltsicht vom Angesicht der Erde getilgt gehört …. oder zumindest politisch entmachtet.

Ein Riesenblutbad ist im Anmarsch (und wird gezielt seit Jahren vorbereitet)  und das Tolle daran ist: alle haben Recht!

Aber dann ist´s ja gut …  oder?

Dann hat ja alles seine Ordnung.


Diktatur der Angst

Noch eine Diktatur. Die schlimmste vielleicht.

Ich möchte mich ihr nicht philosophisch nähern … Jasper, Heidegger, Kierkegaard – da wird es schnell unübersichtlich. Das Psychologische möchte ich ebenfalls meiden, ich verkaufe hier keine Tabletten.

Thematisieren muß man es aber schon, denn kaum etwas kann das Leben zu betrüben wie die Angst.

Ältere Völker hatten es da einfacher. Zog die Angst ins Dorf, rief man den Schamanen, der gern auch mal vor dem Dorf isoliert wohnte … „bei den Geistern“. Der kam, personalisierte die Angst („Dämon“, „böser Geist“), trommelte ein wenig, räucherte herum, führte einen wilden Tanz auf – und vertrieb den Horror.
Und die Angst.

Weiter entwickelte Völker hatten es auf einmal mit Göttern zu tun. Schreckliche, zornige Gestalten.
Doch: kein Problem: wieder kam der Zaubermann (diesmal eher als Priesterin), opferte hier, räucherte dort, besänftigte die Götter – und schon konnten alle wieder ruhig schlafen.

Dann kam die Aufklärung, schmiß Götter und Dämonen samt ihren Priestern über Bord (ganz zurecht auch, denn schon lange lebten Priester nicht mehr für das Volk, sondern nur noch von ihm) und richteten sich ganz neu ein.

Aber die Angst blieb.

Vielleicht noch schlimmer als zuvor, denn die Welt verlor jegliche … Transzendenz. War nur noch ein Haufen Dreck. (Und jetzt kommen die Physiker und sagen: noch nicht mal der ist real).

Auch die gottgleichen Mächte sind geblieben.

Der „weltweite nukleare Krieg“, die Vergiftung der Erde durch gigantische Konzerne, Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Folter … und Tod. Mehr denn je sind die Menschen hilflos in ihrer Umwelt, Mächten ausgeliefert, die ungleich größer sind als sie.

Diese Mächte sind jedoch, anders als die älteren ihrer Art – unmenschlich. Ihre Vernichtungspotentiale ungleich größer. Ihre Gnaden- und Vernunftlosigkeit auch.

Und auch die Angst vor ihnen.

Fort sind … die Zaubermänner, Zauberfrauen, die einst Angst so beruhigend personalisieren und wegzaubern konnten.

Dafür kam eine Flut von angstgezüchteten Neurosen. Und Krebs. War vorher auch kaum bekannt.

Gut – gegen Ängste gibt es Tabletten. Oder Alkohol. Wirkt auch gut.

Ist aber beides keine Lösung, denn: Angst frißt Seele auf. Angst macht krank. Darum nehmen die psychischen Erkrankungen in zivilisierten Ländern so rasant zu.

Ein Lösung?

Viel Spaß bei der Suche. Der Philosoph muß nicht den Weg gehen, den er zeigt. Er ist wie ein Wegweiser. Und der geht auch nicht selber.

Sagt Arthur Schopenhauer.

……

Also gut. Ich habe Menschen kennengelernt, die ihre Angst besiegt haben. Menschen, die Techniken erlernt haben, die ihnen das Leben nahezu unabhängig von der Maslowschen Bedürfnispyramide wesentlich erleichterten, weil es ihnen die Angst nahm.

Manche waren Hexen und Schamanen. Hier in Deutschland. Andere keltische Priester. In der Eifel. Dritte waren Zen-Buddhisten, die Buddha getroffen und getötet hatten, wie man es von ihnen erwartet. Christen, die die Worte ihres Herren nur in Aramäisch lesen (weil das seine Alltagssprache war, er konnte kein Griechisch und kein Latein), manche waren „einfach nur“ Poeten, die ihre Heimat im Wort fanden. Oder auch Naturmystiker, denen eine Wanderung durch unberührte Landschaft mehr Gefühle brachte als auch die beste Prise Koks. Die Liste ließe sich schier endlos verlängern.

Es waren grundsätzlich religiöse Menschen, die eins gemeinsam hatten. Sie konsumierten Religion nicht, wie es die Kirche erwartet, sondern erforschten … und erlebten sie. Ohne Guru, ohne Meister, ohne Autoritäten.

Und darum … nutzlos. Weil es nicht beliebig übertragbar ist. Weil niemand ihrem Weg nachfolgen kann.

Aber was man sagen kann … es scheint Wege zu geben.

Und vor allem: sie stehen auch Armen offen. Sind nämlich enorm kostengünstig. Sogar: umsonst.

Kultur der Angst und die neue Diktatur

Wer sein eigenes Glück suchen möchte, ist gut beraten, sich eine Landkarte zu besorgen, die ihn über die Strukturen seines Umfeldes informiert. Oder sich zu informieren über die Qualität der Erde, in die er sein Lebensbäumchen pflanzen mußte. Denn von diesen Informationen hängt der Erfolg des Lebens direkt ab.

Wer versucht, in einer Wüste einen Baum zum Blühen zu bringen, muß andere Maßnahmen ergreifen als jener, der in einem gut bewässerten fruchtbaren Tal lebt.

Die „Erde“ für den Menschenbaum ist das kulturelle Umfeld in dem er lebt … wobei ich den Begriff „Kultur“ in einem historisch-politischen Kontext verwende, nicht in dem degenerierten Kontext moderner Nachrichtenmagazine. Wirtschaft und Politik bestimmen hier ganz direkt die Qualität der „Erde“, nicht der neue BH von Paris Hilton.

Unsere Kultur hat sich geändert seit der Herrschaft von Kanzlerdarsteller Schröder.

Aus einer Kultur der sozialstaatlichen Sicherheit wurde: eine KULTUR DER ANGST.

Wo man früher geborgener Teil einer fair und demokratisch organisierten Kultur war, erlebt man heute unfairniss, Ungerechtigkeit, Ohnmacht, Angst. Es sind die Gefühle, die entstehen, wenn eine Diktatur ihr gräßliches Haupt erhebt.

Ob man nun betroffen war oder nicht, man mußte erleben, das „Arbeitslosigkeit“ von heute auf morgen ein Zustand wurde, der aus einem Opfer verfehlter Arbeitsmarktpolitik und mangelnden Steuerungswillens ein Täter wurde, den zu bestrafen Ziel und Zweck einer ganzen Gesellschaft wurde. Gestern wurde man noch zum Zwecke der Profitmaximierung beruflich entsorgt, heute schon ist man der asoziale Schmarotzer, der sich auf Kosten der edlen und fleißigen Gutmenschen parasitär durch die Gesellschaft bewegt … vollkommen unabhängig von dem, was man dreißig Jahre lang für diese Gesellschaft geleistet (und eingezahlt) hat.
Man wird de facto enteignet, die geschaffenen Vermögenswerte werden zur Entlastung des Sozialstaates eingezogen, der mediale und soziale Stellenwert geht gegen null … man wird ausgestoßener Paria mit eingeschränkten Grundrechten hinsichtlich der Reisefreiheit und Unantastbarkeit der Wohnung – wenn die von gesetzlicher Seite als „zu groß“ definiert wurde, verlor man oft genug sogar sein jahrzehntelang gewohntes Wohnumfeld.

Während gut betuchte Bürger noch genug Geld hatten, um Grundrechte noch in Anspruch nehmen zu können, gab es auf einmal ein Millionenheer von Menschen, die kein Geld mehr dafür hatten … und eben auf diverse Grundrechte verzichten mußten um noch ihr Essen bezahlen zu können.

Diese Erfahrung der neuen Kultur der Angst betrifft aber nicht nur Arbeitslose, sondern all jene, die nicht mit Beamtenstatus, Rentnerprivilegien oder reichen Eltern gesegnet worden sind. Die Medien sorgen schon dafür, das sich diese Kultur in alle Winkel der Republik verbreitet … mit freundlicher Unterstützung des geistig minderbemittelten Modells „Spießbürger“, der mal wieder seine große Zeit gekommen sieht, ungestraft seine Gelüste ausleben zu dürfen.

Auf Angst reagiert man im ersten Moment durch zwei Reflexe. Kampf oder Flucht. Schafft man es nicht, sich zu entscheiden, tritt ein dritter Reflex in Kraft: Angststarre.

Darum regt sich mein Zorn nicht gegen jene glatzköpfigen OI-blöckenden Neonazis, denn sie reagieren ganz natürlich auf die Bedrohung. Ebenso wie linke Autonome oder junge Türken. Sie bilden angstmildernde Gruppen und tragen die Angst nach außen um nicht an ihr zu ersticken. Oder sie schnappen sich eine Waffe und ziehen in den totalen Krieg: ein Mann gegen den Rest der Welt. Andere entscheiden sich für die Flucht … Alkohol, Videospiele.

Wobei letztere inwischen sogar als therapeutische Mittel bei Angststörungen eingesetzt werden. Ich … der Bildschirm … Kontrolle über die Vorgänge … das schafft einen „sicheren angstmildernden Raum“, der zusätzlich sogar angstgenerierte Aggressionen abbauen kann. Was ihr Verbot anrichten wird … möchte ich mir nicht ausmalen

Die dritte Gruppe wählt das dümmste Mittel … die Angststarre und glotzt passiv durch die Röhre oder den Flachbildschirm auf die bedrohliche Welt – wie das Kaninchen auf die Schlange.

Bewußt eine Kultur der Angst zu erzeugen ist ein Verbrechen. Ein abscheuliches, grausames Verbrechen, für das es keine Entschuldigung gibt, und das, wenn man die gesamtgesellschaftlichen Folgen (und die wachsenden Leichenberge betrachtet) als Verbrechen gegen die Menschlichkeit angesehen werden muß –
eines der ganz wenigen Verbrechen, die einen ob der Dimension des Leides, das bewußt und gezielt erzeugt oder zumindestens billigend in Kauf genommen wird,zum Nachsinnen bringen können, ob die Todesstrafe nicht wieder eingeführt werden sollte.

Und sei es nur darob, das man durch das bloße Nachsinnen den Verantwortlichen einen Schrecken einjagt, der ihnen helfen soll, sich bewußt zu machen, was sie da eigentlich angerichtet haben. Denn Todesstrafen sind … überall ebenfalls ein Verbrechen. Auch wenn sie als Arbeitsanreis indirekt gegen Hartz IV-Empfänger angedroht wird, denen die Nahrungsmittelversorgung komplett gestrichen werden kann. Daran sind auch schon welche gestorben.

Die bewußte und gezielte Verwüstung der psychischen und sozialen Kultur eines Landes ist ein Verbrechen.
Und eine Kultur der Angst bringt nicht jenen kreativen Schub hervor, den man bräuchte, um die bevorstehenden Herausfordernung bewältigen zu können.

Eine Kultur der Angst erzeugt eine lähmende Starre im Land…die sich auch auf die noch arbeitende Bevölkerung auswirkt, deren Leistungswillen und Leistungsbereitschaft sich in einem erbärmlichen Zustand befindet, der seinerseits wieder gigantische Milliardenschäden verursacht. Jeder arbeitet eben nur noch so viel, wie er gerade eben muß. Und manche … schaffen noch schnell mal eben für sich was an die Seite.

Bevor sich die Diktatur auf weitere Kreise der Bevölkerung ausdehnt … und diese Bewegung, denke ich, merken schon viele.

Die Ängste der Deutschen und die Angstindustrie

Manchmal stößt man auf spannende Sachen im Netz, wie zum Beispiel auf die hier: die Angstindustrie.

Wovor die Deutschen Angst haben

Die Geschichte läuft ja gerade wieder, die Schweinegrippe hält jeden im Atem, die Nachrichten sind voll davon. Jedes Jahr gibt es zig-tausende von Grippetoten, da kräht kein Hahn nach. Aber nennt man es Schweinegrippe, dann geht ein Raunen durchs Volk … und vor allem die Pharmafirmen verdienen sich wieder dumm und dämlich an Impfstoffen, über deren Wirksamkeit sich in Zeiten einer weltweiten Epedemie natürlich keiner mehr Gedanken macht.

Jeder, der nicht schnell genug auf den Baum kommt, wird geimpft.

Angst … ist eine natürliche und sinnvolle Reaktion auf eine Bedrohung. Sie kann enorme Kräfte freisetzen. Oder aber sehr lähmend wirken. Auf jeden Fall fördern beängstigende Schlagzeilen den Umsatz.

Der Spiegel war ja schon immer gut dafür, einmal im Jahr den Untergang der Welt zu melden. Das letzte Mal, das ich darauf hereingefallen bin, war die Auslöschung der Menschheit durch Herpes-Viren.

Bis heute haben wir das alles überstanden. Deshalb gehe ich davon aus, das die Schweinegrippe wie jede andere Grippe auch mit einem Paket Taschentücher zu bewältigen ist. Sicher werden Menschen daran sterben -wie bei jeder anderen Grippe auch. Das ist nun mal so. Menschen sterben … an allen möglichen Dingen.
Sogar die, die Sport treiben, Vegetarier sind, supergesunde Biokost essen und immer positiv denken sterben.

Viele von ihnen auch viel zu früh, während andere, die größten verbotenen Gesundheitssünden frönen diese Sünden bis ins hohe Alter genießen können, ohne von der unerfindlichen göttlichen Gerechtigkeit dafür bestraft zu werden.

Wie gemein.

Die größte Angst des Deutschen jedoch … ist die Angst vor wirtschaftlichen Nöten. Atombomben, Waldsterben, Terrorismus, Ozonloch, Klimakatastrophe, alle die schönen Produkte der Angstindustrie steckt er locker weg….aber nicht mehr shoppen zu können, das haut ihn um. Versetzt ihn in Panik. Macht ihn wahnsinnig.

Darum wahrscheinlich auch dieser völlig irrationale Hass auf Langzeitarbeitslose. Die sind so arm, das es fürs Essen kaum reicht, sind noch Kinder da, sind sie noch ärmer. Im Ausland würde man angesichts dieser Armut Hilfslieferungen organisieren, in Deutschland wird man dafür angespuckt, man kriegt Müll vor die Tür geschmissen oder an die Tür gepinkelt.

Warum?

Weil man nicht panisch um Hilfe schreiend durch die Stadt rennt, angesichts der Tatsache, das man der schlimmsten Katastrophe seit Menschengedenken zum Opfer gefallen ist: der völligen Erschöpfung der Kaufkraft. Noch nicht mal Krebs ist schlimmer … es sei denn, man hat Pech und hat ihn gerade.

Wenn dann noch einer dieser Aussätzigen den Anschein macht, das der Aussätzige glücklich ist, dreht der Deutsche völlig durch. Die sind nicht nur arbeitslos, die stellen auch durch ihre bloße Existenz den gesamten, altbewährten bundesdeutschen Lebensentwurf in Frage: kaufen, bis der Bestatter kommt.

Das, also das geht ja nun mal gar nicht. Das gehört bestraft … denn ansonsten müßte man sich ja der kompletten Sinnlosigkeit und Leere der eigenen Existenz stellen – und vielleicht sogar was ändern, vielleicht sogar mal nachdenken und was tun. Nein, bevor es soweit kommt, lieber nochmal den Rasen mähen, damit auch bloß kein Halm aus der Reihe tanzt.

Eine armseelige Existenz … denn nichts ist schlimmer, nichts quält mehr, als ein leeres, sinnloses Leben. Therapeuten wissen das. Deutsche nicht. Leider.

All jene Auswürfe gegen „sozial Schwache“ … wobei schon diese Wortwahl eine Katastrophe ist, denn sie sind nicht sozial schwach sondern nur konsumbeschränkt – was auch ein Segen sein kann … sind nichts weiter als ein Schrei nach Hilfe. Ein Schrei, der oft ungehört verhallt. Ich kaufe, also bin ich, die neue Losung deutschen Glücks – leider macht es nicht glücklich, und an diesem Paradox vergeht man innerlich, Stück für Stück, immer weiter. Darum kauft man noch mehr … irgendwann muß man es doch geschafft haben. Bedauerlicherweise setzt der Bestatter diesem Wahn irgendwann ein endgültiges Ende, noch bevor man Gelegenheit hatte, mit dem LEBEN anzufangen.

Als Ersatz für das Leben nimmt der Deutsche gerne das Reisen. Wenn man soviel herumgekommen ist, dann muß man doch einfach irgendwas erlebt haben. Liest man dann Reiseberichte … so liest man elendig lange Beschreibungen von sinnlos aneinandergefügten Beobachtungen. Ein wacher Geist würde bei einem Discounterbesuch mehr erleben als andere auf einer monatelangen Asienreise.

Noch so viele Quantität macht noch keine Qualität. Aber … das wird leider nicht mehr gelehrt. So ist es in Vergessenheit geraten. Konsumterror … ein langweiliger Begriff aus der Mottenkiste der deutschen Geschichte, erst recht nach der Wiedervereinigung, wo viele neue Deutsche kamen, die erst mal ganz viel kaufen wollten. Wie schön, das man auch gerade zu viel produziert hatte. Welch´ Zufall.

Nun, in zwanzig Jahren werden wir dann vielleicht wieder so weit sein, so weise, das wir anfangen können, nicht mehr die Konsumschafe der Marketingabteilungen zu sein.

Bis dahin … werden sie uns weiter durchs Leben treiben und uns Selbiges stehlen. Wenn wir sie lassen.

Und so lange wird es wohl dauern, bis wir merken, das es wirklich Dinge gibt, vor denen man zurecht Angst haben sollte … nämlich, das man uns unser freies, selbstbestimmtes Leben nimmt.

Vor zweihundert Jahren wußte jeder, das das der einzige Wert ist, den man wirklich braucht. Auch das ist … in Vergessenheit geraten. Man kann es nicht kaufen.

Aber Gott sei Dank gibt es ja auch noch eine Industrie, die uns jedes Jahr mit neuen Ängsten versorgt, die ein Jahr später wieder schrecklich „out“ sind. Hat noch jemand Angst vor der Vogelgrippe? Immerhin sollen schon deutsche Katzen dran erkrankt sein, na, wenn das mal kein Grund zur Sorge ist.

Aber … Vogelgrippe ist unmodern geworden. Und Ängste müssen sich halt auch der Mode unterwerfen.
Schweinegrippe ist gerade in. Und nächstes Jahr … was anderes.

Währenddessen wird man unsensibel für Dinge, die wirklich Angst machen sollten: die zunehmende Unmenschlichkeit im Alltag, die Ausplünderung des Landes durch skrupellose Manager und Politiker, die neue aufkeimende Theorie vom „unwerten Leben“…..Grundlage für jede Hexenverbrennung und jedes Konzentrationslager.

Aber darum … kümmert man sich lieber nicht. Das ist zu echt, und es gibt kaum etwas, was man dagegen kaufen könnte.

Und geht noch ein wenig fehl … werden sich unsere Enkel wieder für uns schämen müssen. „Deutscher“ wird wieder ein Schimpfwort.

Wollen wir das wirklich?


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