Angela Merkel

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Juhuu, auf geht’s in den Krieg – Gib den Joystick her, Panzer-Uschi!

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Endlich – Call of Duty: Black Ops 4.0 ist da

Während für manche soeben ihr Alptraum wahr geworden ist (siehe z.B. Rubikon), so kann sich die Gamer-Community jenseits des Atlantik vor Jubeln kaum halten. Nach Jahren der Entwicklungsarbeit, in denen eine Hundertschaft an Programmierern und Militärexperten am Script gefeilt hat, ist er nun da, der ultimative Egoshooter mit einer zu allem entschlossenen Amazone in der Hauptrolle. Entwickelt unter dem Arbeitstitel „Armageddon“, wurde der jüngste Teil der Call of Duty / Black Ops-Serie aus gegebenem Anlass auf „Uschis Endsieg“ umbenannt und wird unter diesem Label vermutlich wieder Rekorde brechen und neue Maßstäbe in Sachen Grafik und Sound setzen.

Die verdeckte Umsturzoperation („Black Op“), um die Panzergrenadierin der Denkpanzergeneräle an die Spitze der Machtpyramide zu hieven, hätte diesmal glatter nicht laufen können (wir berichteten – siehe Into Darkness: Der Apokalypse-Engel breitet seine Schwingen aus). Doch die Panzergrenadierin steht erst am Beginn ihrer Mission. Geostrategischer Schauplatz des aus der US Softwareschmiede Activision stammenden Spiels ist das EU-Territorium und es geht diesmal um nichts weniger als: ums Ganze.

Drei Damen vom Grill

Europa kann also nun „weiblicher werden“, wie die Zeit meint. Viele sind ja derzeit geteilter Meinung darüber, was es für das Schicksal Europas bedeutet, dass die politisch-ökonomisch-militärischen Schalthebel unserer immerhin 350 Millionen Männer, Frauen, Kinder und Diverse zählenden Gemeinschaft nun in die Hände einer offenkundig suizidalen Karrierefrau gelegt werden. Doch Moment, machen wir mal halblang. Sich ohne Maulkorb politisch zu äußern ist ja heute nicht mehr „politisch korrekt“ und kann einem umgehend den Kopf bzw. die Reputation kosten, noch dazu wenn man an die aktuellen Geschehnisse den Maßstab des Hausverstands anlegt und nicht den DIN-ISO zertifizierten Maßstab unserer deutschen Qualitätsmedien (Relotius-Narrenspiegel, Südtäusche Scheisdung, Blöd-Zeitung, Springers Liliput-Welt & Co.). Ich enthalte mich daher einer politischen Stellungnahme und will mich nur aus der Sicht eines Feuilletonisten äußern. – Eines naiven Feuilletonisten, der seinerzeit noch „Die Wicherts von nebenan“ und „Drei Damen vom Grill“ geguckt hat, und der aufgrund der elementaren Lektionen in Sachen Hausverstand, die er in dieser eigentlich banalen, aber herzhaften Hausmanns*frauen*kost, die ihm dank des Erziehungsauftrages des öffentlich-krächzlichen Rundfunks serviert wurde, es einfach nicht fertig bringt, diesen Hausverstand nun über Bord zu werfen.

Ach herrje … „Drei Damen vom Grill“ (siehe fernsehserien.de), das kennt ja heute womöglich gar keiner mehr.  Nun ja, das war eine in den Jahrzehnten vor der Milleniumswende vom ARD ausgestrahlte Werktagsnachmittag-Endlos-Serie, in der drei gestandene Frauen – Oma Margarete, Mutter Magda und Tochter Margot – an einer Berliner Imbissbude Würstchen gewendet und dazu irgendetwas gememmelt haben. Also im Prinzip der gleiche Film, der auch heute noch in Berlin abläuft, nur eben mit anderer Schauspiel-Besetzung (ich glaube, Namensnennungen sind an dieser Stelle überflüssig). Dabei hatten die drei Damen vom Grill aus dem ARD-Klassiker den drei Damen vom transatlantischen Grill, die heute die Imbissbude übernommen haben, noch etwas Entscheidendes voraus: Sie verfügten über gesunden Hausverstand und auch über Humor. Beides sucht man bei den Damen vom transatlantischen Grill heute leider vergeblich.

Oma Margarete, Mutter Magda und Tochter Margot – ich meine natürlich: Oma Angela, die gleich siebenfache Mutter Ursula und das im Vogelkäfig der Oma persönlich herangezüchtete Kellerkind Annegret Ich-krieg-n’en-Merkelkrampf-Karrenbauer sind überzeugt davon, vollkommen ohne besagten Hausverstand auskommen zu können. Wer braucht diesen in Zeiten künstlicher Intelligenz auch schon (Axel „Artikel 13“ Voss lässt grüßen)?

Strahlende Zukunft

Leider mit fatalen Kollateralschäden. Hier ein paar hard facts der soften Frauenpower:
Die gerade erst aus dem Vogelkäfig entlassene und in die transatlantische Freiheit entflogene neue Verteidigungsministerin AKK fordert als erste Amtshandlung eine deutliche Steigerung der deutschen Rüstungsausgaben. Bis 2024 sollen diese um nicht weniger als 30% höher liegen als heute. Der deutsche Militäretat wird also schon bald 85 Milliarden Euro pro Jahr ausmachen (nur zum Vergleich: Russland, das immerhin größte Land der Welt, hat seinen Militäretat auf 61 Milliarden gesenkt). Das Land, indem sich 30.000 Tafeln vor abgelaufenem Essen biegen, die Schulen verschimmeln und 25% aller Kinder offiziell in Armut leben, wird also innerhalb der NATO gleich nach den USA auf Platz 2 der höchsten Rüstungsausgaben aufrücken. Für Grilloma Angela ist das genauso alternativlos (siehe handelsblatt).

Auch den Einsatz deutscher Soldaten in Syrien findet die neue Bundeswehrchefin eine gute Idee. Ebenso die Generalmobilmachung der deutschen Jugend. Die westliche Wertegemeinschaft braucht schließlich willige Kämpfer, die in Mali und am Hindukusch die marktkonforme Demokratie verteidigen. Jedermann/frau, der/die in dieser Art von Demokratie gut und gerne leben möchte, sollte auch bereit sein, gut und gerne für sie zu sterben. Vielleicht ist es aber auch ein Mittelding zwischen Leben und Sterben, das man als Soldat*In bei solchen Nato-Abenteuern erfährt. So wurde z.B. festgestellt, dass alleine von den hunderttausend deutschen Soldaten, die bisher in Afghanistan stationiert waren, fast ein Drittel der Heimkehrer durch Nato-Uranmunition kontaminiert ist. Dazu der Dokumentarfilmer Frieder Wagner: „Wenn die dann heiraten und Kinder zeugen, ist die Gefahr hoch, dass sie missgebildete Kinder zur Welt bringen. Diese Kinder haben dann in ihrer DNA genau dieselben giftigen Stoffe wie der Elternteil. Das wird auf Generationen weitergegeben“ (Quelle: Sputnik). Da soll noch jemand behaupten, die Bundeswehr böte unserer Jugend keine strahlende Zukunft.

Die im zivilen Haushaltsbudget schmerzlich fehlenden Milliarden werden nicht nur in Panzer, Kampfjets, Bomben, Granaten und Gewehre fließen, sondern auch, so der Wille der neuen Bundeswehrchefin, in den Bau eines Flugzeugträgers, den sie ebenso wie Grill-Oma Angela und die Powermutter Ursula eine gute Idee findet. Schlappe 4,5 Milliarden Euro würde der imperiale Schipper kosten. Da müssten die drei Damen vom Grill an ihrem Berliner Imbissstand schon eine ganze Menge an Würstchen braten, um diese Summe als Nettogewinn zu erwirtschaften. Aber zum Glück können wird die Rechnung samt Spesen, Provisionen und Beraterhonoraren ja umstandslos vom Steuerzahler beglichen.

Nackter Wahnsinn

Prof. Dr. Knut Hickethier, Leiter des Instituts für Germanistik der Universität Hamburg, hat die drei Damen vom Grill aus den 80ern mit einer eingehenden Würdigung in der Welt der Wissenschaft verewigt (seine zeithistorischen Forschungsergebnisse zu den drei Damen sind erschienen unter dem Titel „Die gemütliche Durchhalte-Gemeinschaft“, veröffentlicht in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 11 -2014, H. 2, Druckausgabe: S. 337ff.). An Professoren und wissenschaftlichen Experten, die auch über unsere heute am Berliner Grill stehenden Damen einen würdigen Nachruf verfassen, wird es wohl ebenfalls nicht mangeln. Könnte man meinen. Wäre da nicht diese verdammte Doomsday Clock, die laut „Bulletin of the Atomic Scientists“ gerade zwei Minuten vor Mitternacht, also kurz vor endgültigem Sendeschluss steht (Quelle: Spiegel). Sendeschluss? Können sich in einer Zeit, in der in unseren Straßen überall Milch und Honig bzw. Vodka und Red Bull fließt, die wenigsten vorstellen, ich weiß. Aber wenn es sogar in unseren ehrenwerten Qualitätszeitungen steht, dann sollte man es eventuell ernstnehmen – deren Schreibstuben, in denen bekanntlich keine Verschwörungstheoretiker sitzen, sondern Edeljournalisten, die die Wahrheit verkünden, lassen verlauten, dass ein Krieg gegen Russland unvermeidlich sei. Auch nukleare Erstschläge werden ernsthaft in Erwägung gezogen, um „Putin zu stoppen“ – „Jetzt“, bevor es zu spät ist.

Die Atomic Scientists, die ihre Arbeit an sich sehr gewissenhaft verrichten, müssten nach der nunmehrigen Wahl von der Leyens zur EU-Kommissionspräsidentin, den Zeiger der Apokalypse-Uhr eigentlich um eine weitere Minute nach vorne stellen. Hat Von der Leyen doch bereits ganz unverhohlen ausgesprochen, was sie, die sie nun an den obersten Schalthebeln sitzt, machen will: „Putin weh tun“ ist offensichtlich einer der obersten Punkte auf ihrer – demokratisch nicht legitimierten, also privaten – Agenda, den „wir“ verfolgen „müssen“ (Quelle: Interview in BILDpolitik). Den atomar bestückten russischen Bären will sie dabei hart rannehmen, „mit allen Mitteln, die angemessen sind“.

In einem jüngsten Presseinterview kurz nach ihrer knappen Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin bestärkte sie dieses Ziel auch sogleich. Ein Angebot des russischen Außenministers Lawrow zu einvernehmlicher Zusammenarbeit schlug sie brüsk aus und erklärte stattdessen unserem größten Nachbarn verbal den Krieg. Mit gebleckten Zähnen und lasziv lächelnd kündigte sie eine „harte Haltung gegenüber Russland“ an (Quelle: Welt). Nicht nur die Sanktionen gegen Russland, ebenso wie gegen Syrien, den Iran und Venezuela sollen beibehalten werden (Apropos „Sanktionen“: Was wie eine bloße wirtschaftspolitische Maßnahme in einem Monopolyspiel klingt, hat in Wirklichkeit verheerende reale Folgen für das Leben von Millionen Menschen; indem von der Leyen Sanktionen verlängert, spricht sie gleichzeitig das Todesurteil für tausende bis hunderttausende unschuldige Menschen aus der Zivilbevölkerung aus – siehe z.B. Bericht von Karin Leukefeld). Mit diesem diplomatisch fatalen Affront sabotiert die neue EU-Chefin mutwillig die europäische Friedensordnung und lässt uns ohne mit der Wimper zu zucken ins offene Messer laufen. Von der Leyen beweist damit auch, was sie von demokratischer Willensbildung hält. Denn ihren Feldzug gegen Russland tritt sie entgegen dem Willen der Bevölkerung los (laut statistischer Umfrage sieht die weitaus überwiegende Mehrzahl der Deutschen in Russland überhaupt keine Gefahr und wünscht freundschaftliche Beziehungen sowie eine Annäherung zu Russland, die Bürger in den meisten anderen Ländern Europas sehen das ähnlich).

Die Schlinge um den russischen Bären soll aber nicht nur durch verbale Geschosse und Sanktionen, sondern auch durch schwere Militärgerätschaft samt nuklearwaffenfähigen Luft- und Seestreitkräften zugezogen werden, die unter der Flagge der NATO bereits auf Hochtouren Manöver entlang der russischen Grenze abhalten. Der bislang gleichmütige russische Bär wird inzwischen durchaus nervös. Denn die von der westlichen Wertegemeinschaft nun unmittelbar an die russische Grenze herangerückten, mit nuklearen Sprengkörpern bestückbaren Marschflugkörper (deren Abschussrampen aus Satellitenperspektive nicht von bloßen Abwehrraketen zu unterscheiden sind), können die vitalen Metropolen Russlands innerhalb weniger Minuten erreichen. Im Falle von Fehlalarmen, wie es sie in der Geschichte schon mehrere Male gegeben hat, – und wie sie im Zuge zunehmend automatisierter Abwehrsysteme in Zukunft womöglich noch vermehrt zu erwarten sind – hätte man diesmal also nur wenige Minuten Zeit, um zu entscheiden, ob ein nuklearer Gegenschlag auf die vermeintlichen Urheber des Angriffs erfolgt oder nicht. Reichlich wenig Zeit, um besonnen zu entscheiden.

Und dass der Gegenschlag auch in Richtung jenes Landes erfolgen wird, das sich in der Ära Merkel/Von der Leyen gerade anschickt, zur aggressivsten Speerspitze der NATO zu werden, hat Kreml-Berater Sergej Karaganow in einem Spiegel-Interview schon vor einiger Zeit ganz unmissverständlich ausgesprochen:

„Russland wird nie wieder auf seinem eigenen Territorium kämpfen (…) Im Falle einer Krise werden genau diese Waffen vernichtet (…) Wenn die NATO eine Aggression beginnt – gegen eine Atommacht wie uns -, wird sie bestraft werden.“ (Quelle: Spiegel)

Das Land, dessen Einwohner angeblich alles dafür tun – und auch wählen –, um weiterhin Gut und Gerne leben zu können, würde in solchem Falle also einfach per Knopfdruck verdampft werden.

Party ohne Rotes Telefon

Ob weiter SUV gefahren und Oktoberfest gefeiert wird oder nicht, wird sich bei zukünftigen Krisen also innerhalb von Minutenfrist entscheiden. Verschärft wird der Nervenkitzel, indem unsere Freundinnen des russischen Roulette immer wieder versuchen, die Kommunikationsleitung zum Kreml lahmzulegen. Bisher gab es immerhin das „rote Telefon“, über das allfällige Fehlalarme notfalls abgeklärt und ein Armageddon abgewandt werden konnte. Wie oft wir schon am nuklearen Holocaust vorgeschrammt sind, ist den meisten immer noch nicht bewusst – nachzulesen  z.B. in den Erzählungen von Lee Butler, dem ehem. Oberbefehlshaber der US-Atomstreitmacht: „Es gab viele Krisensituationen, die meisten wurden niemals bekannt … Wir handelten wie Betrunkene!“ (Quelle: Spiegel). Siehe auch den Bericht des russischen Raketenabwehrtechnikers Stanislav Petrow, dem auch Sie, die Sie hier gerade diese Zeilen lesen, zu verdanken haben, dass Sie heute noch atmen dürfen (siehe Spiegel). Und dieses rote Telefon wurde zwischenzeitlich von NATO-Seite schon aufgekündigt. Mit so bösen Ländern wie Russland dürfe man doch nicht unnötig verhandeln und damit „Schwäche zeigen“. Von der Leyen stößt in einer jüngsten Pressekonferenz anlässlich ihrer Wahl zur EU-Chefin ins gleiche transatlantische Horn: „Der Kreml verzeiht keine Schwäche.“ Folglich müsse man „Härte zeigen“. Ich kenne den aktuellen Status um das rote Telefon nicht, habe erfahren, dass es in der Folge seiner Einstellung zumindest den Protest einiger couragierter Diplomaten gegeben hat, der dazu geführt hat, dass das rote Telefon wieder reaktiviert wurde. Selbst wenn die Leitung derzeit wieder aktiv ist, wenn man sich die wild zur Konfrontation mit der Nuklearmacht Russland entschlossenen Worte anhört, die alleine unsere drei Damen vom Grill in die Welt hinausposaunen, dann muss man um diesen letzten Rettungsanker der Vernunft erneut bangen.

Das Bangen überlässt man jedoch uns. Andernorts wird das deutsche Trio infernale bzw. die neue blonde Femme fatale indes gefeiert. „Partystimmung“ herrsche in Paris, titelt der Spiegel. Macron & die sonstigen Architekten des neuen, konsequent marktradikalen und militarisierten Europas seien außer sich vor Freude über die Wahl der neuen Kommissionschefin von der Leyen (siehe Spiegel).

Dass unsere hartgesottenen Damen vom Grill nicht nur „Härte zeigen“, sondern zumindest dann, wenn sie mit ihresgleichen unter sich sind, Party machen können, gibt Anlass zur Hoffnung. Vielleicht sind die äußerlich windelweich wirkenden Damen in ihrem Inneren ja gar nicht nur stahlhart wie sie bekunden. Vielleicht gibt es dort tief drinnen doch noch eine kleine Wattebausch-Oase, die einen Krieg gegen Russland, der in unserer DIN-ISO zertifizierten deutschen Qualitätspresse (laut Michail Gorbatschow: der „bösartigsten Presse überhaupt“) ja vielfach bereits als unvermeidlich angesehen wird, im Fall der Fälle doch noch abpuffert. Die Existenz dieser Wattebausch-Oase ist natürlich nur eine Hypothese bzw. Wunschdenken, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Würden die Bürger Europas jedenfalls realisieren, was die jüngste Ansage ihrer neuen, nicht demokratisch gewählten Präsidentin bedeutet, dann würden wohl selbst die friedliebendsten und unpolitischsten Menschen – einfach aus Liebe zu ihren Kindern, zur Natur und zur Menschheit -, jetzt einen nassen Fetzen zusammenwringen und diese offensichtlich suizidale Person gleich in der ersten Woche aus dem Amt jagen.

Dass die meisten Bürger dies nicht realisieren, dafür sorgen allerdings in gewohnter Manier die Produkte der Rat Media Solutions GmbH (Blöd-Zeitung, Relotius-Narrenspiegel, Südtäusche Scheisdung, Springers Liliput-Welt & Co.). Die Black Op kann also plangemäß weitergehen.

 


Nachsatz:

Ich bin jedenfalls froh, dass es das aufgeblähte Rüstungsbudget immerhin zulässt, dass sich unsere Damen vom Grill nun auch ein paar zusätzliche Reisejets genehmigen, damit sie nicht mehr wegen Flugzeugpannen im Ausland übernachten müssen. Mal im Ernst: Es ist ja für uns alle zum Fremdschämen, wenn wir es ausländischen Gastgebern zumuten müssen, sich über die notwendigen offiziellen Termine hinaus mit diesen hochnotpeinlichen Damen abzugeben. Die Staatschefs würden womöglich mitbekommen, welch gähnende und allesverschlingende Leere sich in diesen „Hohlraumfiguren“ (Sloterdijk über Merkel) verbirgt, wenn sie mit ihnen einmal abseits der festgelegten Pressekonferenzen und Scripted Reality-Statements Zeit verbringen müssen. Ohne vorgeschützter Geschäftigkeit, eiliger Smalltalk-Attitüde und ohne den Schutzmantel eines Beraterheers an PR-Experten und Ghostwritern, die den Elitedamen zwar nicht das Essen, aber immerhin die Worte vorkauen, welche diese dann nur noch vom Zettel ablesen müssen.

Wer von den Würstchen und dem Senf, den die drei Damen an ihrem transatlantischen Grill austeilen, eine Lebensmittelvergiftung bekommt und sich am Boden windet, der braucht sich im Übrigen nicht bei besagten Imbissdamen beschweren. Die braten nur und verkaufen. Die Füllung der Würstchen und die Ingredienzien des Senfs sind Sache ganz anderer Herrschaften. Nein, es sind nicht Günter Pfitzmann und Harad Juhnke, die den drei Damen vom Grill der 80er immer Nachschub gebracht haben, wenn das Fleisch ausgegangen ist. Es sind Herrschaften, die wir kaum zu Gesicht bekommen und die Angela Merkel kryptisch lächelnd immer nur als „unsere verlässlichen Freunde“ bezeichnet. Herrschaften, die jedenfalls wissen, wie der Hase läuft und vor allem: wie man ihn fängt. Was wirklich Sache ist, das überlassen diese Herrschaften nicht drei Memmelchen, die ohne Berater nicht einmal wissen, wie man eine Haselnuss knackt.

 

Fotocredits: Ursula von der Leyen/wikimedia commons/CC BY 3.0 de/Mueller /MSC + Rat Snake CC BY-SA 4.0/Bob Warrick (modified by pw / picture overlay)

 

 

Die Kopftransplantation

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Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eggink

Florian Prosch i.A. der Piccolo Puppenspiele für die WP – Archiv der Piccolo PuppenspieleHandpuppe „Kasper“ von Theo Eggink; Fundus der Piccolo Puppenspiele

Wenn der Beschauarzt kommt zu einem möglichen Toten
dessen Herz schlägt noch und der Körper ist noch warm
der Arzt stellt den Totenschein aus und kassiert damit Banknoten
kommt man drauf, dass der Tote noch lebte, dann ist der Beschauarzt arm

Doch um dieses Gesetz zu umgehen
muss man nach dem Hirntode sehen
denn willst Du ein Organ entnehmen
muss das lebend noch geschehen

dieses neue Gesetz besagt
dass Du wirst nicht geklagt
wenn Du einem herzschlagenden Patient
entnimmst die Organe ganz behend

Wenn die Menschen völlern und saufen
bekommen sie Diabetes und Zirrhose
und wenn sie wie die Schlöte rauchen
dann brauchen neue Ersatzteile in Narkose

Wenn andere auf der Straße rasen ohne Ende
werden sie bald zur nötigen Organspende
die Organspende ist ein gutes Geschäft
das ist den Händlern und Verwertern nur recht

für ein gutes Organspende-Business
brauchts keine Tempolimits und ganz viel Stress
wer in Ruhe zur Arbeit will, fährt mit der Bahn
da kommt er in D oft zu spät, aber sicher an

da es nun gibt bald ein neues Gesetz über den Tod
kommt die Moral jetzt immer mehr in Not
vor allem wenn der Hirntod ist bald das Recht
dann ist das für hirnlose Banditen schlecht

denn wenn ein hirnloser Gauner ja offiziell nicht lebt
er in großer Todesgefahr schwebt
es könnte ja sein, dass ein von ihm Betrogener meint
dieser Bandit ist hirnlos, wie es scheint

da sieht der Betrogene sich im Recht
und dem Banditen geht es schlecht
flugs ist sein Leben ausradiert
der Betrogene denkt, dass ihm selbst deshalb nichts passiert

doch um diese Gefahr zu vermindern
möchte man in Bayern das gerne hindern
es kann da jeder ganz ohne Grund
angehalten werden, auch nicht vermummt

und eins zwei drei
hat jeden die Polizei
viele oben dürfen ihr Hirn gar nicht zeigen
sich nicht in Wärme den Bürgern hinneigen

Sie müssen die Unwahrheit sagen
auch wenn sie darüber klagen
und schon können die Bürger meinen
da oben sind hirnlose Vereine

und weil man ja nicht geduldig stillhalten will
für manche Bonzen gibts rasch einen neuen Kopf
eine Kopftransplantantation ist ja ohnehin nicht viel
und denkt der dann noch immer nicht, so pack ihn halt am Schopf

doch wenn der Kopf dann herunterfällt
und die Weisheit am Boden zerschellt
da war die Operation verfehlt
das kostet den Operateur viel Geld

Doch die Kopftransplantation
Kannte man schon im alten Rom!
Da kamen wahnsinnigen Cäsaren rasch zum Sturz
Ihre Regierungszeit die war oft kurz

Deshalb wurde auf den Statuen oft nur der Kopf getauscht
die Cäsaren waren trotzdem auch von ihrer Macht berauscht
die Köpfe musste man nur schrauben
dass das heute nicht mehr nötig ist könnt Ihr mir glauben:

Ein Entscheidungsträger kommt zu Verantwortung und hohen Ehren
da kann er sich seiner Berater gar nicht mehr erwehren
sein eigenes Gehirn das schickt er dann in den Ruhestand
geht er selbst in Rente, dann wird ihm das Denken wieder zuerkannt

Bei Tante Merkel hat gut keklappt die Geschicht
deshalb hat sie so ein merkwürdiges Gesicht
sie beherrscht die Kunst zu manipulieren
und viele tun das nicht kapieren

Eliten, Staat und Religion
das ist die Kunst der Manipulation
nicht nur im alten Rom
kannte man das schon

Die Moral von der Geschicht
verlier die Hoffnung nicht
lass das Land nur mehr von Rentnern regieren
da können wir nichts mehr verlieren

Lass doch Dein Denken nicht der Obrigkeit
da kommen wir alle nicht weit
da werden wir alle nicht gescheit
sei zu Änderungen gern bereit

doch an Stelle auf die da oben zu zielen
könnte man seinen Wissensdurst stillen
selber bauen gute Gedanken
die auch vor der Lüge nicht wanken

 

Tante Angela wirft das Handtuch!

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Überall müssen ihr die Journalisten folgen. Sogar, wenn sie einmal schwimmen geht. In ihrem Altersvorsorgesitz nach Paraguay hat sie es noch nicht geschafft. Doch wenn die Journalisten so weiter machen, dann wird sie das Handtuch werfen. Sie hat ja schon zurückgetreten, oft, doch diesmal scheint alles nicht zu helfen (Quelle: qpress.de). Sie war im damals stalinistischen Osten des Landes aufgewachsen, durfte die mit der Muttermilch aufgesogenen Werte in Schule und Universität noch weiter vertiefen. Es gibt keine Hinweise auf Tätigkeiten von ihr als Dissidentin, stattdessen hat sie sich als schmiegsam genug erwiesen, um im wissenschaftlichen Betrieb eines planwirtschaftlich-marktkonformen Systems „Karriere“ zu machen.

Ist es nicht eine Ironie des Schicksals, dass jetzt durch Helfer, die dieselbe Schulung über sich ergehen lassen mussten, wie z.B. George Soros, dem ungarisch-stämmigen Großinvestor, ganz unbewusst die vormaligen Gedanken wieder Realität werden? Stalin hatte durch Deportationen viele Millionen Menschen in der Sowjetunion neu angesiedelt. Und bewusst möchte der gebürtige Ungar, der den Terrorismus des alten Systems erlebt hat, nun den Menschen in Nordafrika helfen, zur Freiheit zu gelangen (Quelle:  sueddeutsche.de). So entstanden gewaltige Flüchtlingsströme, der ehem. Asylrichter Peter Vonnahme spricht von regelrechten Völkerwanderungen, die durchaus die Größe der durch Stalin ausgelösten Völkerwanderungen annehmen, und auch waren die Russen in den baltischen Staaten dort nicht freiwillig hingezogen. Sie haben dort keine Rechte (Quelle: spiegel.de). Russland würde, diese selbstverständlichen Rechte, für die dort lebenden Russen gerne in die Realität umgesetzt sehen. Die dort früher lebenden Balten wurden bei Nacht und Nebel oft nach Sibirien deportiert. Die im Baltikum lebende russische Minderheit hat aber bis heute weder Staatsbürgerrechte noch Wahlrecht. Heute stehen dort deutsche Soldaten (Quelle: handelsblatt). Sollen die im Baltikum stehenden deutschen Soldaten krasse Menschenrechtsverletzungen der Balten an der russischen Minderheit durch Miltärgewalt schützen?

So ist eben die Politik der kleinen Leute: Merkel ist 1,60 m. Napoleon war ebenfalls klein, Stalin 1,65 m, Mussolini 1,52 m (Quelle: taz). Wenn man so klein ist, da fehlt einem ja die Überschau. Denn wie sollte man logisch verstehen, dass auf der einen Seite Europas, im Baltikum, der fehlende Schutz der Minderheitenrechte, die Menschenrechte sind, mit deutschen Soldaten geschützt wird und auf der anderen Seite Völkerwanderungen, aus Gründen der Menschenrechte, für ganz Europa gut geheißen werden? Nun, Väterchen Stalin starb 1953, ein Jahr vor Angelas Geburt. Doch die Probleme, die durch ihn, durch Russen-Deportationen z.B. auch im Osten der Ukraine angerichtet wurden, die bestehen bis heute. Manchmal wäre es nach 13 Jahren schon ganz gut, auch über den Tellerrand zu sehen? Aber vielleicht ist der Tellerrand so hoch, dass man nicht verstehen kann, dass die vor allem seit 2014 durchgeführte Politik Europas, bei linearer Fortführung zu einem Atomkrieg führen könnte, der von Europa nicht mehr viel überlassen würde?

Zugegeben, Angela hat viele Erfolge (siehe nachrichtenspiegel). Wer aber meint, auf den Opfern der Politik der oben erwähnten „Kleinen Leute“ herumhacken zu können, der hackt eben auf den Opfern der Mächtigen herum. Es gibt da auch einen älteren Karnevalsartikel, der versucht, etwas Licht ins Dunkel zu bringen (siehe nachrichtenspiegel).

Doch Vorsicht, werte Journalisten! Was passiert, wenn Tante Angela wirklich das Handtuch wirft? Es  könnte ein großes schwarzes Loch zum Vorschein kommen. Bitte denken Sie jetzt aber nicht so unter der Gürtellinie! Es kämen dann nämlich durchaus viele, jetzt wenig beachtete Katastrophen ans Licht! (Quelle: nachrichtenspiegel / Die Merkeldämmerung). Wenn aber Tante Angela das Handtuch wirft, dann sollte sie selbst auch nicht mehr nach Bayern fahren. Denn durch das neue Polizeigesetz könnte sie dann ohne Grund und Gerichtsbeschluss umgehend inhaftiert werden (Quelle: ksta.de). Denn warum sollte sie, die ja den Grund für dieses Gesetz, in Form von  Uncle Sam ausgebildeten, für die Freiheit kämpfenden Flüchtlingen, exzellenten Nahkämpfern, wo für einen nicht der Ordnung folgenden Flüchtling dann 3 Polizisten gebraucht werden (Quelle: taz ), nicht auch einmal auch in den Genuss dieses Gesetzes kommen?

Man sollte aber hier nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Die Häuser der Flüchtlinge wurden von Waffen aus Uncle Sams Produktion, von Europa und auch von Russland zerstört. Die Flüchtlinge sind die Opfer des derzeitigen Wahnsinns. Allerdings ist die Frage vielleicht auch legitim, ob sich Menschen, die die Hitze Arabiens und Nordafrikas gewohnt sind, wirklich hier im kühlen Mitteleuropa mit ganz anderen Krankheiten und Kulturen, wohl fühlen können? Es ist vielleicht auch wichtig zu verstehen, dass Krieg das größte Geschäft ist, und Frieden und Gesundheit teilweise ein Wirtschaftsschaden sind! Ein großes unüberschaubares Chaos hat die Politik für die kleinen Leute ausgelöst.

Wenn ich google, dann sind die Bilder von Paraguay wunderschön. Wenn man den Leitmedien folgt, dann würde die selbstverständliche und verdiente Rente für die bald 64 jährige und schon seit 13 Jahren im Stress an der Spitze von D stehende Kanzlerin, vielleicht sogar ein Problem für Europa? Durch welche Brillen die Leitmedien bei der Einschätzung des Geschehens ihre Informationen beziehen, darf dabei auch nicht ganz außer Acht gelassen werden (siehe swprs.org  oder nochmals swprs.org). Sehen die Leitmedien die Wirklichkeit etwa durch diese militärische CFR gesteuerte U-Boot Brille?

Bild1: wikimedia commons/PD

Bild2: own work by Карма2 / wikimedia commons /CC BY 4.0

 

 

Dummdreist? – Weit gefehlt!

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Bild: „Durchschnittsbürger oder 100% Gemüse in der Lammkrokette“, Jacques Prilleau

Wer meint, dass Angela Merkel und ihre von der Leyne gelassenen Maasmännchen ein Blinde-Kuh-Spiel und ‚Management by Chaos‘ betreiben, der übersieht die – womöglich unfreiwillige, aber nicht minder zielführende – Raffinesse dieses Chaos-Managements.

Während der böse russische Präsident Putin in unseren Qualitätsmedien gerade dafür gescholten wird, dass er im Rekordtempo nicht nur eine der längsten Gaspipelines quer durch Sibirien bis nach China baut (siehe orf), sondern soeben auch die größte Brücke Europas zwischen Krim und russischem Festland fertiggestellt hat (siehe ZDF heute), so investiert das Schlamerkelland sein Budget indes mit weitaus mehr Voraussicht. Während Putin durch schnöde Infrastrukturprojekte Arbeit schafft, so setzt man hierzulande auf die Anschaffung von Arbeitskräften: „Jeder Euro Überschuss des Bundes sei per Gesetz vollständig zur Finanzierung der Flüchtlingskrise reserviert … Geld für zusätzliche Wünsche aller Art ist schlicht und ergreifend nicht da“ (Jens Spahn als Finanzstaatssekretär 2016 / Quelle: Süddeutsche). – Wer meint, dass solche Aussagen dummdreist sind, der denkt nicht weit genug voraus: Dank dem durch die Massenimmigration für die Zukunft geschaffenen Niedriglohnsektor wird sich die deutsche Industrie Milliardenbeträge sparen und wettbewerbsfähiger werden. Die bei den Humanressourcen eingesparten Milliarden kann man dann nutzbringender in Industrie 4.0 und automatisierte Fertigung investieren. Wie sonst soll man gegen die rasant wachsende Wirtschaftsmacht China bestehen, die sich soeben den Roboterbauer und deutschen Idustriestolz Kuka einverleibt hat (siehe Focus)?

Lästige europäische Errungenschaften wie Ökologie, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Tierschutz können nun ebenfalls ad acta gelegt werden. Für die neu angekommenen Niedriglöhner wird es egal sein, ob das Schnitzel aus tierquälerischer Massenhaltung und ob das Getreidemehl von Glyphosat-getränkten Feldern stammt. Es geht auf deutschem Boden wieder ums nackte Überleben. Und auf solchem Boden hat man andere Probleme als eine Umstellung auf Bio und eine nachhaltige Wirtschaft  zu fordern. Man muss schauen, dass man die Familie durchbringt und deshalb wird im Supermarktregal schlicht zu dem Produkt gegriffen, das um 10 Cent billiger ist. Wen interessiert dabei noch das – meistens ohnehin nicht vorhandene – Kleingedruckte zu einem Produkt? Deutsche Arbeitskräfte, die nicht mehr bereit waren, sich unter neofeudalistischen Arbeitsbedingungen ausbeuten zu lassen und sinnentleerte Tätigkeiten zu verrichten, müssen nun wieder um Arbeit betteln. – Business as usual kann weitergehen!

Doch das ist nicht alles: Als angenehmer Nebeneffekt kann aufgrund der mit dem Niedriglohnheer mitimportierten Gefährder das schärfste Polizeigesetz seit 1945 verabschiedet und damit das Grundgesetz zu den Akten gelegt werden. Dingfest gemacht und auf unbefristete Zeit eingesperrt oder zwangsumgesiedelt werden kann künftig in Bayern jeder unliebsame Bürger, ohne dass er einen Straftatbestand erfüllt oder ein Gerichtsurteil erhalten haben müsste – die Vermutung bzw. das Bauchgefühl von Verwaltungs- und Exekutivbeamten, dass man ein „gefährlicher“ Zeitgenosse sei, reicht. Mit dem neuen Polizeiaufgabengesetz räumt sich die Regierung nicht nur das Recht ein, unser Privatleben nach Strich und Faden zu überwachen und unsere digitalen Kommunikationsdaten zu ändern (sic!), sondern proklamiert nun auch ihre Intention, den Souverän des Bürgers zu entmündigen und sein Verhalten nach eigener Willkür regelrecht zu steuern. Der ehem. Richter und Staatsanwalt Heribert Prantl spricht von einer „Mollathisierung des Rechts“ (siehe sueddeutsche I  und sueddeutsche II). Ganz im Sinne der marktkonformen Demokratie rüstet auch das deutsche Außenministerium auf und will „kampagnenfähig“ werden (siehe heise). Wer sich in dieser marktkonformen Fleischfaschiermaschine künftig nicht fügt … – dem Gnade die Friedensgöttin Angela und ihre transatlantisch-außerirdischen Neoinquisitoren!

Auch die wackelnde Regierungsmehrheit ist gesichert: Die Bürger sind nun dank der Grenzöffnung hoffnungslos gespalten und zerstritten, brüllen sich an und bewerfen sich sogar mit Steinen. Egal ob im Büro, in der Familie oder auf der Straße: Es sind überall ca. 50% der Bürger für freie Migration, während die anderen 50% dagegen sind. Während wir uns gegenseitig aufreiben, können im Windschatten dieser Debatte die unfassbarsten neoliberalen Machenschaften durchgezogen, der demokratische Rechtsstaat zu einem Orwell‘schen Überwachungssystem umgebaut, transatlantische Freihandelsabkommen durchgewunken, Rüstungsetats angehoben, unsere Brücken für einen Krieg gegen Russland  panzertauglich und Europa kriegsreif gebürstet werden (siehe Spiegel), um dann demnächst für unsere „verlässlichen Freunde“ aus Übersee am geopolitischen Schachbrett das Bauernopfer abgeben zu dürfen, dank dessen ein finanztechnisch und moralisch vollkommen bankrottes System noch ein paar Jährchen weiter vor sich hinsiechen kann.

Kaum jemand demonstriert gegen die wahnwitzig-suizidale Politik der Merkel-Regierung, sondern alle Augen, offenen Münder und Schreibgriffel sind auf den Kampf gegen „Räähchts“ gerichtet – ein inzwischen zahnloses Etikett, das mangels in ausreichender Anzahl verfügbarer echter Nazis mittlerweile jedem Kleinbürger und jeder Hausfrau umgehängt wird, der/die mit der Merkel’schen Regierungsagenda nicht einverstanden ist.

Martin Schulz‘ Ansage: „Was die Flüchtlinge mit zu uns bringen, ist wertvoller als Gold.“ (Quelle: Münchner Abendzeitung) hat sich also als buchstäblich wahr erwiesen.

Was für ein genialer Coup! – Der ehemalige CDU-Sicherheitssprecher Willy Wimmer versucht diesen mit rationalem Verstand kaum erfassbaren Coup in Worte zu fassen: „Eine Republik wird abgewickelt“ – so lautet der Untertitel seines neuen Buchs, das sich wie ein Requiem auf das ausnimmt, was in der Zeit vor der Millenniumswende noch als durchaus hoffnungsvolle und selbstverständliche Ideale mitteleuropäischer Prägung vor uns gestanden hat.

Der A234-Airbus im Kamikaze-Sturzflug und das nukleare Vabanque-Spiel der transatlantischen Maasmännchen

Boris „Nowitschok“ Johnson, Kapitän des derzeit im Bermudadreieck verschollenen Airbus A234
(Foto: flickr/by-nc-nd2.0/“2013“deleted)

Putin war’s. Wer denn sonst. Nun leider doch nicht.

In der Affäre rund um den Giftanschlag von Salisbury (siehe „Reiner Wahnsinn, verdünnt mit einem Schuss Essig“) rudert das britische Außenministerium inzwischen zurück. Der offizielle Tweet vom 22. März, wonach Analysen ergeben hätten, dass das tödliche Gift A234-„Nowitschok“ in Russland hergestellt worden sei, wurde mittlerweile gelöscht (Quelle: Spiegel). Entgegen den vorschnellen Bekundungen der Regierung verlautbarte der Chef des britischen Militärlabors Porton Down, Gary Aitkenhead, am Dienstag auf Sky News, dass keinerlei Beweise für eine Schuld Russlands vorliegen und die Herkunft des Giftes unbekannt sei (siehe Focus).

Dass sich die Skripal-Nummer nun als Rohrkrepierer erwiesen hat, hindert die westliche Wertegemeinschaft allerdings nicht daran, an ihrer Eskalationsstrategie gegenüber Russland festzuhalten (siehe Telepolis: „Die Eskalationsstrategie des Westens“ und Regierungspressekonferenz via RT Deutsch).

Der Kapitän des A234-Airbus, Boris „Nowitschok“ Johnson, hat das blutige Steak nun etwa nicht abbestellt, als sich herausgestellt hat, dass es den Keim des Rinderwahnsinns enthält und damit zu einer globalen Pandemie führen könnte – die Haubenköche des Vier-Sterne-Offizierscasinos in Porton Down, in dem er den Vorsitz führt, werden es schon hinbekommen, das verdorbene Fleisch zu würzen und zu braten, sodass man es den DIN-ISO-zertifizierten Qualitätsmedien erneut zum Fraß vorwerfen kann.

Auch die Stewardess des transatlantischen Kamikazefliegers, Theresa May, die im Zuge der Skripal-Affäre Russland implizit mit einem nuklearen Vergeltungsschlag gedroht hat, will ihren Passagieren weiterhin einen Bloody Mary servieren, obwohl mittlerweile jeder weiß, dass dieser übel nach Gärgas riechende Drink nicht nur mit Salmonellen verseucht, sondern auch mit psychedelischen Drogen aus dem Labor von Porton Down versetzt ist. Im Schulterschluss mit anderen willfährigen europäischen SpitzenpolitikerInnen ist man in der Downing Street offensichtlich wild entschlossen, down the drail zu gehen und die Eskalationsstrategie der transatlantischen Falken fortzusetzen (falls mancher Leser noch nicht ganz im Bilde sein sollte, hier in Kurzform die Vision dieser Falken für das zukünftige Europa: Chicago Council on Global Affairs / Youtube).

Moderate Terroristen und eine suizidale Bundeskanzlerin

Aber wer bekümmert sich in postfaktischen Zeiten schon noch um Fakten und enthüllte Wahrheiten? Genauso wie in Syrien nach der – nicht zuletzt durch die Unterstützung der russischen Luftstreitkräfte ermöglichten – Niederschlagung der IS-Terroristen eigentlich schon längst wieder Frieden herrschen könnte, so will die westliche Wertegemeinschaft – in einem jüngst geleakten Dokument  als „Small American Group on Syria“ (USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Jordanien) bezeichnet – dort trotzdem „ihren Sieg einfahren“ und an der geplanten Zerschlagung und Aufteilung Syriens unter besagter Wertegemeinschaft festhalten. Es lohnt, sich den Inhalt dieses Dokumentes einmal in einer ruhigen Stunde, wenn der Blutdruck nicht allzu hoch ist, zu Gemüte zu führen: Die alternative Nachrichtenplattform Rubikon und Daniele Ganser waren zunächst die einzigen, die dieses brisante Protokoll zu veröffentlichen wagten. Alle anderen Journalisten in der stolzen Landschaft der deutschen „Qualitätsmedien“ guckten betreten zur Seite – obwohl das aus Washington stammende, vom britischen Diplomaten Benjamin Norman verfasste Protokoll zur Erhellung des gegenwärtigen Weltgeschehens dienen würde und eine erschöpfende Erklärung des nicht zur Ruhe kommen wollenden Brandherdes im Nahen Osten böte.

Obwohl besagte Leitmedien ansonsten jede hanebüchene Information, die von einer der drei globalen transatlantischen Presseagenturen AP, AFP und Reuters ausgegeben wird (siehe swprs.org), umgehend mit Millionenauflage weitermultiplizieren, so herrscht unter den Qualitätsjournalisten über dieses diplomatische Protokoll absolute Funkstille. Aber kann man es den Journalisten überhaupt verübeln, dass sie ein Dokument nicht anfassen wollen, welches das Weltbild, dem sie huldigen, vollkommen auf den Kopf stellen würde? Wie sollen sie sich solcherart kopfstehend dann abends vorm 4K-Ultra-HD-extended-Smart-TV ihr gewohntes Bier schmecken lassen?

Wer sich das Protokoll durchliest, der braucht sich jedenfalls nicht mehr darüber zu wundern, warum den in der Wüste marodierenden IS-Barbaren und Al Nusra-Kopfabschneidern partout nicht der Sprit und die Waffen ausgehen wollen, obwohl diese Tagediebe ja gar keiner anständigen Arbeit nachgehen und gemäß dem unbarmherzigen Gesetz der marktkonformen Schwerkraft eigentlich innerhalb Tagesfrist dort landen müssten, wo mittellose Arbeitslose üblicherweise eben sogar in marktkonformen Demokratien landen (im Straßengraben)?

Pardon, ich weiß, ich bin aus hoffentlich verständlichen Gründen heute leider einfach etwas zu hitzig und affektiert und halte mich daher nicht an die von unseren DIN-ISO-zertifizierten  Leitmedien vorgegebene Terminologie. – Also: Wenn ich von IS-Barbaren, Terroristen und Kopfabschneidern spreche, die gegen Assad kämpfen, dann meine ich natürlich: moderate Rebellen.

Show must go on

Sollen die geostrategischen Milliardeninvestitionen der PNAC („Project for a New American Century“)-Brüder und CFR-Freunde so kurz vorm Endsieg etwa umsonst gewesen sein? Da dieser Endsieg bereits in Griffweite ist und auch nach Ansicht der exekutiven Streitkräfte bzw. führender NATO-Generäle ein Armageddon gegen Russland zwar etwas länger dauern und ein bisschen mehr kosten würde als erwartet (Quelle: New Eastern Outlook: „The Day of the Generals winning Armageddon“), ist Zaudern nun fehl am Platz. Vielmehr gilt es, den Highway to Hell durch Europa zügig auszubauen. Die EU-Kommission hat auch bereits einen entsprechenden Plan zur militärischen Ertüchtigung von Straßen und Brücken vorgelegt, sodass Panzer, Truppen und Munition zügiger an die russische Front rollen können (Quelle: Spiegel).

Würden wir uns noch in den 1980er Jahren befinden, dann könnte man sagen, dass das derzeit beobachtbare Gebahren unserer SpitzenpolitikerInnen eben einfach nur Dummdreistigkeit ist. Das ist es heute jedoch definitiv nicht mehr. Im Gegensatz zu vor noch wenigen Jahren sind die Motive der ehrenwerten Gesellschaft der transatlantischen Wertegemeinschaft heute für jedermann offenkundig. Pogo der Clown hat sich bereits demaskiert und grinst uns mit blutverschmiertem Mund unverhohlen an. Wer sich ihm trotzdem noch servil andient und ihm ein weißes Taschentuch zum Abwischen seines Mundes reicht, den wird die Geschichte der Mittäterschaft des Verbrechens gegen die Menschheit und des Genozids schuldig sprechen.

Was unsere SpitzenpolitikerInnen derzeit abliefern, ist also nicht Dummdreistigkeit, sondern ein hochkrimineller und brandgefährlicher Akt. Indem sie sich als willfährige Handlanger einer menschenverachtenden und aller rechtsstaatlichen und demokratischen Grundprinzipien spottenden Agenda verdingen, die sogar in der ansonsten streng NATO-konformen Schreibstube des Spiegel als „schockierend“ und „bizarr“ bezeichnet wird, riskieren sie mittlerweile sogar achselzuckend den nuklearen Holocaust.

Mir egal …

Sollte dieser Holocaust eintreten – und nach Ansicht des Bulletin of the Atomic Scientists stehen wir gerade so knapp davor wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr (Quelle: Spiegel) – dann wird Angela Merkel vermutlich dasselbe Statement abgeben wie schon zur Migrationskrise („Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin. Nun sind sie halt da.“ /Quelle: Wikipedia). Die schon jetzt jenseitig agierende Kanzlerin wird dann memmelnd aus dem Jenseits verlauten lassen: „Ist mir egal, ob auf der Erde jetzt nuklearer Winter ist, jetzt ist er nunmal da.“


Bild: Jacques Prilleau

In der wunderbaren Welt der Schwerkraft der schnöden Angela – eben wieder einfach alternativlos. Was ihre Vorgänger wie Willy Brandt gemacht haben: Regie ergreifen und politische Realitäten GESTALTEN, anstatt sich willfährig treiben zu lassen – in der alternativlosen Welt der von Peter Sloterdijk als „Hohlraumfigur“ bezeichneten Kanzlerin eine schier unvorstellbare und anmaßende Vorstellung. Sich aus der knienden Dackelposition erheben, die zur Raute gefalteten Hände lösen und seine beiden Hände zu dem zu gebrauchen, wozu man bei der Angelobung zum höchsten Regierungsamt des Staates einen Eid geschworen hat („alles zu tun, um Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden“) … Mammamia, da beginnen der Kanzlerin, die ansonsten immer breit wie eine Sumoringerin auf der Matte steht, ja augenblicklich die Knie zu zittern – dann erhält die gute Dame beim abendlichen Cocktaildinner im direkt neben ihrer Berliner Wohnadresse ansässigen Atlantikbrücke-Verein am Kupfergraben womöglich nicht mehr das wohlwollende Schulterklopfen derjenigen grauen Eminenzen, die sie uns gegenüber immer kryptisch als ihre „verlässlichen Freunde“ bezeichnet (Anm.: Falls jemand noch nicht ganz im Bilde über Angela Merkels verlässliche Freunde sein sollte: Der Journalist Peter Frey hat über diese ehrenwerten Herren ein kompaktes historisches Psychogramm erstellt – siehe Rubikon: „Paranoia, Wahn und der Dritte Weltkrieg“).

Wieder einmal verlieren wir jedenfalls wertvolle Zeit und Ressourcen, die wir bräuchten, um die drängenden sozialen, ökologischen, finanztechnischen und systemischen Probleme zu bearbeiten, die heranrollende Digitalisierungswelle zu bewältigen etc. Stattdessen haben wir nun alle Hände voll zu tun, um eine offensichtlich außer Rand und Band geratene Regierung im Zaum zu halten und ihr zumindest ihre schlimmsten Marotten auszutreiben. Vielleicht liegt des Rätsels Lösung für das sinnlose Konfliktschüren gegen Russland aber auch geradewegs darin begründet: Dass unsere Politiker damit einen Vorwand suchen, um sich mit all diesen Zeitfragen, die heute anstünden – und zu deren Lösung wir ihnen mit unserem Steueraufkommen auch ein nicht unbescheidenes Salär zugestehen – nicht konfrontieren zu müssen. Da heute ein „Weiter so“ nicht mehr möglich ist, würde dies ein fundamentales Umdenken erfordern. Das Fatale ist nun, dass der Mensch vielfach dazu neigt, künstlich einen Konflikt zu produzieren, um nicht umdenken zu müssen – und damit womöglich eine Katastrophe herbeiführt.

Gegengift

Angesichts der akuten Intoxikation auf der politischen Bühne, die auch uns Zuseher jederzeit umhauen könnte, gibt es zum Glück auch einige Ampullen Gegengift, die in die übel dampfende Politmelange hineingeworfen wurden – natürlich nicht ohne einen heftigen Shitstorm von solchen Mitbürgern zu provozieren, die Kriegstreiberei und Völkerrechtsbrüche achselzuckend hinnehmen, aber politische Korrektheit über alles halten.

So hat z.B. der Linke Bundestagsabgeordnete Dr. Diether Dehm Außenminister Heiko Maas in Hinblick auf seine Anti-Russland-Agitation ganz unverblümt als „NATO-Strichjungen, der meint, jede Rechtmäßigkeit und das Grundgesetz mit Füßen treten zu müssen“ bezeichnet (Quelle: Stern). Dehm fügte während seiner Rede auf der Berliner Osterdemo hinzu, es sei „wirklich erbärmlich, dass ein früherer Justizminister und Jurist den Rechtsgrundsatz ‚in dubio pro reo‘ (im Zweifel für den Angeklagten) umdreht und von Russland Beweise verlangt, unschuldig zu sein“.

Dehm musste sich daraufhin jedoch anschnallen. Aus den Lagern der selbsternannten Gedankenpolizisten von Jutta Ditfurth & Co./ der Intelligenzia 4.0 / der bored students violence / den Transhumanisten / den Smartphoneonanisten / den Teletubbie-Nerds / Sheldon Coopers Cumpels / der Antifa / Rattifa und den ganz besonders hellen „Brights“/GWUPs/Skeptikern brach ein empörter Shitstorm los: „Strichjunge“, das sei ja eindeutig ein homophobes Wort, außerdem wären Strichjungen schon unter den Nazis verfolgt worden … und außerdem … und überhaupt …!!

Dass es für Dehm wohl am wenigsten die Strichjungen waren, die er mit seiner Aussage ankreiden wollte, will auch sein Parteikollege und Berliner Vizebürgermeister Klaus Lederer nicht wahrhaben, der der Öffentlichkeit erst vor kurzem offenbart hat, wes Geistes Kind er ist, indem er Meinungsfreiheit unterdrücken und eine Journalistenpreisverleihung an Ken Jebsen sabotieren wollte. Mit einem empörten Tweet versucht Lederer dem sich schnell in den Medien verbreitenden Dehm-Zitat den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auch Lederers Berliner Kollege Oliver Nöll übt sich im vorsätzlichen Missverstehen und hat sogar einen Antrag auf Parteiausschluss Dehms gestellt (womit das Thema „Linkspartei“ dann ja wohl endgültig abgehakt wäre – bleibt also nur zu hoffen, dass der linke Bundesvorstand die pseudolinken Saboteure, die Dehm nun in den Rücken fallen, schleunigst in die Schranken weist, bevor die Partei ihre Glaubwürdigkeit vollends desavouiert).

Diether Dehm reagierte prompt: „Gern entschuldige ich mich bei jeder Sexarbeiterin und jedem Sexarbeiter, die alle eine edlere Motivation haben als willfährige NATO-Politiker.“ In einem Interview mit der FAZ meint Dehm: Sicher, ich hätte besser Nato-Strichmännchen sagen sollen, damit sich niemand sonst diskriminiert fühlt. Aber eine politdiplomatische, unauffälligere Wortwahl versinkt meist im Mainstreambrei. Das halte ich für genauso unangemessen, wie ich es einst für falsch gehalten hatte, auf Straßenblockaden gegen Atomraketen zu verzichten oder auf anderen zivilen Ungehorsam.“  Die Vorverurteilung Russlands beziehungsweise Putins an dem Mordanschlag sowie die Diplomatenausweisung seien für Dehm weiterhin vollkommen untolerierbar und „lebensgefährlich für den Frieden“.

Auch der Jurist Dr. Alexander Unzicker bezeichnet das Verhalten unserer Volksvertreter gegenüber Russland schlichtweg als „politischen Durchknall“ und als „pathologisch“ (siehe heise.de).

Strichmännchen mit maßloser Eitelkeit und zu kleinem Anzug

Nach all den politischen Ereignissen der letzten Wochen, über die man angesichts ihrer naiven Skurrilität ja eigentlich lachen könnte, wenn sie denn nicht unser aller Leben bedrohen würden, dann müsste Boris „Nowitschok“ Johnson samt seinen transatlantischen Pappkameraden noch heute Nacht umgehend abdanken und sich in Grund und Boden schämen. Ebenso müsste Angela Merkels Flachmannschaft, die nach dem Ausscheiden von Sigmar Gabriel als Außenminister nun offensichtlich die letzten Reste an Besonnenheit eingebüßt hat und mit Heiko Mass sowie einer von der Leine gelassenen Bundeswehr-Chefin, die unbedingt „Putin weh tun“ will, scheinbar vollkommen verbiestert ist, sich in der Tagesschau öffentlich entschuldigen: Dafür, dass sie in einem Anflug von willfährig-suizidaler Umnachtung unser aller Leben aufs Spiel gesetzt haben, nur um das Schulterklopfen einiger moralisch verwahrloster Gestalten zu erhalten, die sie irrtümlich für ihre „verlässlichen Freunde“ gehalten haben. Mit gesenktem Blick müssten sie uns, die wir ihnen unser Vertrauen geschenkt haben, darum bitten, dass wir ihnen nicht wegen Hochverrats die deutsche Staatsbürgerschaft entziehen und sie nicht nach Paraguay auswandern müssen. Der Generalbundesanwalt müsste ihnen das weitere Rühren der Kriegstrommel unter Androhung einer lebenslangen Seehofer’schen Gefährderhaft strikt untersagen.

Da Rücktritte bei Politikern heute allerdings vollkommen aus der Mode gekommen sind (inzwischen haben sie gelernt, dass man Skandale einfach aussitzen muss), so darf sich die Merkel-Regierung jedoch nicht darüber beschweren, wenn es ab jetzt umso mehr Frontaltritte auf sie hagelt. So wie das auch der Künstler Florian Kirner umgehend nach Angelobung „dieser verfluchten Merkel-Regierung“ verspricht: „Als guter Demokrat gelobe ich, diese neue Regierung Merkel von Tag 1 an mit beißender Kritik und fundamentaler Gegnerschaft zu … begleiten. Ich betrachte es sogar als meine Pflicht als Staatsbürger, einer Regierung, die keinerlei Anstalten machen wird, drohenden Gefahren existenzieller Dimension von uns abzuwenden, von vornherein meiner erbitterten Gegnerschaft zu versichern.“ (Quelle: Rubikon)

Auch der ehemalige Spiegel-Kolumnist Henryk Broder spart nicht an Tritten gegen die rücktrittsresistenten Strichmännchen der Merkel-Regierung. Den neu als Außenminister eingesetzten Heiko Maas charakterisiert er wie folgt:


Heiko Maas (Foto: EU2016 SK/CC0)

Er ist die Dekonstruktion des Deutschen … Eine maßlose schmalbrüstige Eitelkeit strahlt Maas aus. Und das ist auch schon alles.

Maas war schon als Justizminister die totale Fehlbesetzung, eigentlich ein gescheiterter Jurist mit einem schlechten Examen, den wahrscheinlich keine Staatsanwaltschaft und auch keine freie Anwaltskanzlei als Partner aufgenommen hätte. So jemand ist Justizminister geworden, hat sich durch sehr viele völlig unqualifizierte Bemerkungen einen Namen gemacht und nun wird er Außenminister … Und ohne ein großer Patriot oder Nationalist zu sein: ich möchte von Heiko Maas nicht im Ausland vertreten werden. Heiko Maas ist einfach eine Katastrophe in jeder Beziehung.

Grauenhaft … Dieses verdruckste, verschüchterte Auftreten, der Anzug zwei Nummern zu klein, aber immer chic auf Taille geschnitten. Und dann diese Phrasenhaftigkeit seiner Äußerungen. Es gibt von ihm keinen einzigen zitierfähigen Satz mit einem originellen Gedanken. Und dieser Mann wird jetzt Außenminister! Scham und Schande über Deutschland.“ (Quelle: Achgut via Youtube)

 

***

Ergänzung:

Es sei an dieser Stelle nochmals auf den soeben eingebrachten Klageschriftsatz von Rechtsanwalt Schmitz hingewiesen, in welchem Strafanzeige gegen Bundeskanzlerin Merkel und Bundesaußenminister Maas erstattet wird – u.a. wegen Volksverhetzung, Aufstachelung zur Aggression, übler Nachrede und Verleumdung.  Am Ende des lesenswerten Klageschriftsatzes erinnert der Anwalt die staatliche Hoheit an ein offensichtlich schon in Vergessenheit geratenes Dokument:

Klageschriftsatz von RA Schmitz im Volltext:

2.4.18 Fax.an.Generalbundesanwalt

Auf der Website des Anwalts finden sich in der Rubrik „Aktuelles“ auch lesenswerte Interviews zu weiteren aktuellen Initiativen (darunter auch eine Klage samt Petition zur Aufarbeitung der völkerrechtswidrigen Beteilung der Bundeswehr im Balkankrieg/Serbien und die Verweigerung von Rundfunkgebühren für öffentlich-rechtliche Medien, die schon seit geraumer Zeit ihren Auftrag nicht mehr erfüllen und durch ihre einseitige Berichterstattung z.B. über die Syrien-, Ukraine- und NATO/Russland-Krise nicht nur eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands darstellen, sondern mittlerweile als regelrecht bellizistische Akteure einzustufen sind).

 

Reiner Wahnsinn, verdünnt mit einem Schuss Essig …

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Bild: Jacques Prilleau

„Sie zieh’n uns immer tiefer rein, Stück für Stück,
Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück!“
(Reinhard Mey, „Sei Wachsam!“)

Der Konflikt rund um die Affäre Skripal droht gerade zu eskalieren. Obwohl für den Anschlag auf den Doppelagenten kein einziger Beweis für eine Schuld Russlands vorliegt, kündigt gerade eine Serie an NATO-Ländern die diplomatischen Beziehungen zu Russland auf (siehe auch heise.de: „Die Eskalationsstrategie des Westens“). In unseren Leitmedien wird mit bisher ungekannter Leichtfertigkeit über die Möglichkeit eines nuklearen Schlagabtauschs gesprochen, die EU-Kommission hat soeben einen Plan zur Infrastrukturertüchtigung vorgelegt, sodass Panzer, Truppen und Munition zügiger an die russische Front rollen können (siehe Spiegel).

Laut einer jüngsten Pressemeldung will die britische Premierministerin Theresa May die Feinde Großbritanniens mit umfassenden Maßnahmen und allen zur Verfügung stehenden Ressourcen besiegen“. Und setzt auch sogleich hinzu, welche Art von Ressourcen sie da einzusetzen gedenkt: nicht nur „wirtschaftliche Hebel und politischen Einfluss“, sondern auch „Polizei, Geheimdienste, Militär (sic!)“ (Quelle: apa/orf)

Ebenso wie ihre britische Kollegin, will auch von der Leyen „Putin weh tun“ (siehe Interview BILDpolitik). Dabei will sie den atomar bestückten russischen Bären nicht etwa nur mit einer Stecknadel piesaken, sondern „mit allen Mitteln, die angemessen sind“ – sagt die Chefin der deutschen Bundeswehr.

Die hinter der von der Leine gelassenen Bundeswehrchefin stehende Angela Merkel? … – macht die Raute und ist offensichtlich wild entschlossen, als diejenige Bundeskanzlerin in die Geschichte einzugehen, die Deutschland am Anfang des 21. Jhdt. wie ein transatlantisches Senkblei Richtung Meeresgrund gezogen hat.

Grund für all die martialischen Töne gegen Russland, mit denen von unseren Leitpolitikern und ihren Leitmedien derzeit sogar ein nuklearer Holocaust achselzuckend in Kauf genommen wird: Ein bis dato ungeklärter Giftanschlag auf einen russischen Staatsbürger auf britischem Boden, der sich als Doppelagent betätigt hatte.

Dass das eingesetzte Gift vom Typ „Nowitschok“, das angeblich nur aus russischer Manufaktur stammen kann, den gegnerischen Geheimdiensten genauso zugänglich war, kann man sogar im Archiv einer genuin-britischen Nachrichtenagentur, der BBC nachlesen (datiert mit 9.6.1999): Dem BBC-Bericht zufolge hatten die USA nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bereits 1999 Zugang zu Giften der „Nowitschok-Reihe“, als US-Chemiexperten ein entsprechendes Labor in Usbekistan außer Betrieb setzten und dort „für Sicherheit sorgten“ (Quelle: BBC news).

Es wird jedoch noch wundersamer. Nach Aussage des russischen Laborchefs für chemische und analytische Kontrolle, Igor Rybaltschenko, liegt ein vom National Bureau of Standards der Vereinigten Staaten (NBS) veröffentlichtes Dokument vor, wonach das gegenständliche Gift gar nicht im dunklen Russland entwickelt wurde, sondern im strahlenden Sauberland USA selbst: “Ich bestätige, dass sie genau der Formel entspricht, die von Mirzajanow (Wil Mirzajanow, sowjetischer Chemiker, der in die USA ausgewandert und der Autor eines Buches über das Gas A-234 war) veröffentlicht wurde. Der chemische Name dieser Substanz ist A-234 und wurde von Boris Johnson “Novitschok” genannt — eine Substanz, die im Labor von Porton Down erhältlich ist.“  (Quelle: Sputnik)

2018: Thersa May macht den Colin Powell (Grafik: Markus Gelau/facebook)

Fakten, die einen nachdenklich machen können. Nur: Wer interessiert sich in einem postfaktischen Zeitalter schon noch für Fakten? Für Theresa May und Angela Merkels „verlässliche Freunde“ (falls jemand über diese „verlässlichen Freunde“ und ihre „Dienste“ noch nicht ganz im Bilde sein sollte: Peter Frey hat dazu ein kompaktes historisches Psychogramm erstellt –siehe Rubikon) ist der Fall klar: Putin war’s. Dass kein einziger Beweis vorliegt: Egal. Dass Putin umgehend Mithilfe zur Aufklärung des Falles angeboten hat (immerhin war es ja ein russischer Staatsbürger, der auf NATO-Boden angegriffen wurde): schlichtweg abgelehnt. Wozu auch kriminalistische Aufklärung, wo der Fall doch bereits klar ist und man sich auf Seiten der westlichen Wertegemeinschaft nach zwei Regierungsperioden Obama nunmehr an das Drohnen-Prinzip gewöhnt hat: Verurteilt und auch gleich exekutiert wird anhand von virtuellen Metadaten. Wozu da noch die Arbeit von Kriminologen, Richtern und Staatsanwälten abwarten?

Was ist aber nun der wirkliche Grund dafür, dass man derzeit unser aller Kopf und Kragen aufs Spiel setzt? Sind die furiosen Damen und Herren auf der Atlantikbrücke von einem tollwütigen Fuchs gebissenen worden, sodass sie nicht mehr zwischen echtem Leben und Videospielrealität unterscheiden können? Oder greifen sie einfach mit kühlem Kalkül zum Standardtrick aus der propagandistischen Mottenkiste und erschaffen ein künstliches Feindbild – diesmal, um eine kurz vor dem finanziellen, politischen und moralischen Bankrott stehende westliche Welt zu „einen“? Vielleicht lässt sich angesichts der Gefahr, die durch einen bösen Putin droht, und gegen die wir als verwesende – pardon: als westliche Wertegemeinschaft, zusammenstehen müssen, ja sogar das Zerbröckeln der EU aufhalten und der Brexit rückgängig machen? Wenn zwecks Zähmung dieser russischen Gefahr dann auch noch die Rüstungsindustrie im Vierschichtbetrieb neue Rekordergebnisse feiern kann, haben wir aus neoliberaler Sicht die perfekte win-win-Situation: dann profitiert sogar die Volkswirtschaft davon und unser bereits bis zur Rotglut erhitzter Motor, der eigentlich dringend einen Boxenstopp und ein umfassendes Service bräuchte, kann zumindest noch ein paarhundert Meter weiterrollen.

Es sind allerdings womöglich nicht nur die inzwischen öffentlich gemachten US Thinktank-Pläne betreffend ein mit Russland zerstrittenes, durch kriegerische Konflikte und Terror gezeichnetes Europa (Quelle: Chicago Council on Global Affairs / siehe Kurzfassung via Youtube), die nun in Erfüllung zu gehen scheinen. Solche sogar in der Schreibstube des Spiegel als „bizarr“ und „schockierend“ bezeichnete Pläne der neoliberalen US Falken würden meiner Ansicht nach dann, wenn es wirklich ans Eingemachte geht, durch den schlichten Überlebenstrieb der europäischen Politiker ausgebremst werden. Es hat sich jedoch in jüngster Zeit etwas breit gemacht, was diesen Überlebenstrieb lähmt und was sich des Gemüts unserer Spitzenpolitiker wie eine Art suizidaler Untergangssehnsucht bemächtigt macht (siehe „Die Götterdämmerung 2018 und die kollektive Lust am Untergang“), womöglich  – das ist jetzt eine unsubstanziierte Vermutung und kann auch andere Gründe haben –, weil ihnen die Arbeit, die sich zu verrichten haben und derentwillen sie, kaum dass sie aus dem Bett aufgestanden und vor den Badezimmerspiegel getreten sind, jeden Tag aufs Neue ihr Rückgrat verkrümmen und die Eide brechen müssen, die sie bei Amtsantritt zum Wohle des Volkes geschworen haben. Wie soll man es auf die Dauer auch ertragen, täglich aus seiner Wohnung ausrücken zu müssen und dann als Büttel eines sinnentleerten neoliberalen Systems zu agieren, das Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnet hat?

Wie dem auch sei. Ich hätte die Geheimdienste jedenfalls für effizienter gehalten. Anstatt diese mühsame Skripal-Nummer abzuziehen, hätten die „Dienste“ doch genausogut einen der tausenden Alkoholiker, die jährlich in Europa an russischem Wodka sterben, heranziehen können, um Putin verantwortlich zu machen und ihm ein Ultimatum zu stellen.

Aber vielleicht sollte man den derzeit am Horizont heraufziehenden Sturm weniger aus der Perspektive der Menschheitsfamilie heraus sehen, sondern einfach vom neoliberal-egoistischen Standpunkt, der uns ja von Kindesbeinen an beigebracht wurde: Dann kann man die derzeitige Anti-Putin-Propaganda einfach beinhart ausnützen: Wenn einem der Rasenmäher oder das Auto eingeht … oder der Kühlschrank leer wird: – einfach bei der Versicherung einreichen mit der Begründung: Putin war’s. Unter der derzeitigen transatlantischen Großwetterlage wird es kein Versicherungs-Sachbearbeiter wagen, den Antrag auf Schadenersatz abzulehnen. Muss er sich doch tunlichst hüten, als „Russenfreund“ zu gelten und Anschuldigungen gegen Putin durch sachliche Argumente zu rechtfertigen.

 


Nachsatz:

Mal im Ernst: Wenn wir unserer bis zur Rotglut erhitzten, kurz vorm Kolbenreiber stehenden Maschine jetzt nicht einen Boxenstopp und eine umfassende Reparatur vergönnen – und dem aufgrund eines transatlantischen Virus immerzu in Richtung Grand Canyon führenden Navi ein anständiges Softwareupdate verpassen –  dann könnte die Sache womöglich wirklich schon demnächst ins Auge gehen.  

Oft begegnet einem die Antwort: Man könne ja „eh nix machen“. – Es würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, zu ergründen, wo uns diese nihilistische Suggestion beigebracht wurde. Vorerst nur so viel: Es gibt keine größere Lüge als diese. Inmitten all der globalen Wolken, die uns bedrücken, vergessen wir leicht, wie groß gleichzeitig auch unsere Möglichkeiten sind –  sogar als einzelner Mensch hat man immer Möglichkeiten, die landläufig weit unterschätzt werden. Dabei muss es nicht nur um politischen Aktionismus gehen, obwohl auch dieser dringend angesagt wäre. Bereits der Wille, sich nicht mehr mit dem Einheitsbrei und den Schlaftabletten der Massenmedien abfüttern zu lassen (Medien, die übrigens ihrerseits nur von sage und schreibe drei Tankstellen gefüttert werden), sondern sich selbst Einsicht zu verschaffen, IST bereits eine wirksame demokratische Handlung des mündigen Bürgers. In Wirklichkeit ist dieses Sich-Einsicht-Verschaffen bereits die halbe Miete, alles andere wird sich dann zur rechten Zeit bei rechter Gelegenheit wie selbstredend ergeben. Wir würden damit eine gesamtgesellschaftliche Atmosphäre erschaffen, in der die derzeit bereits fast schon als Normalität akzeptierte Korruption und halsbrecherische neoliberale Agenda gar keinen Bestand mehr hätte. So wie Schwarzschimmel nur in einem sumpfig-feuchten Milieu, am besten unter Ausschluss des Sonnenlichtes wachsen kann. Sorgt man für Trockenheit und lässt man das gleißende Licht der Sonne auf den schwarzen Schimmelpelz scheinen – ist er erledigt.

In diesem Sinne auch ein anregender Appell auf Rubikon, in dem der Autor Karl-Jürgen Müller „dieser verfluchten Merkel-Regierung“ (Florian Kirner) den Vogel zeigt, dass sie sich erdreistet, mit einer eigentlich abgewählten Regierungs-Koalition der Wahlverlierer nun die Kriegstrommeln zu rühren:

„Nicht in unserem Namen!“

Zurechtgerückt am falschen Platz

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Antonio Gramsci meinte: „Die alte Welt liegt im Sterben. Die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster.“

Der „Freitag“ titelte in seiner letzten Ausgabe: „Da draußen sind Monster: GroKo – Diese Regierung ist der letzte Gruß einer untergehenden Zeit“.

Dass heute freilaufende Monster unterwegs sind, muss aber nun nicht unbedingt bedeuten, dass wir auch dumm genug sind, uns von diesen an die Wand drücken und erwürgen zu lassen. Wären wir nicht digital umnachtet und hätten noch alle Tassen im Schrank, dann würden wir den umherstreunenden Monstern ganz einfach einen Platz geben, wo sie nicht viel Schaden anrichten und sogar eine nützliche Arbeit für die Gesellschaft verrichten könnten. Aber wir würden sie um Gottes Willen nicht an die obersten Schalthebel der Macht setzen, wo sie nach rein technokratisch-nihilistischen Kriterien über das Schicksal ganzer Länder entscheiden und die Gleise unserer Zukunft in den Grand Canyon legen.

Man braucht diesbezüglich gar nicht nur auf Soros, Trump & Co. schauen – wobei sogar fraglich ist, ob Trump wirklich ein Monster ist, nur weil unsere Leitmedien ihn ständig als solches an die Wand malen. Immerhin hat er, von den Medien wenig berichtet, zum Kampf gegen die pädophilen Eliten geblasen (siehe epochtimes), ist also womöglich sogar ein Monsterjäger. Kehren wir also lieber vor unserer eigenen Tür. Da wir den Ball in Sonntagsfeiertagslaune unbedachterweise aus der Hand gegeben haben, steht nämlich auch in unserem Land mittlerweile alles Kopf und könnte uns schon demnächst Kopf und Kragen kosten. Hätten wir alle Tassen im Schrank, dann würden wir der gelernten Physikerin Angela Merkel z.B. einen Job als Laborantin in einem Labor für zerstörende Werkstoffprüfung geben oder meinetwegen auch als Prokuristin in einer Nudelfabrik – aber um Gottes Willen doch nicht viermal in Serie das allerhöchste Amt des Landes, das auch für das Gesamtschicksal von Europa maßgeblich verantwortlich ist. Oder Finanzminister Olaf Scholz und seiner Goldman-Sachs Gefolgschaft: man sollte den Mann wegen seiner physiognomischen Ähnlichkeit mit den Panzerknackern aus einem Donald-Duck Comic nicht vorschnell aburteilen. Obwohl ich feist grinsenden Kerlchen wie ihm nicht einmal meinen (nicht vorhandenen) Hund übers Wochenende anvertrauen würde, so könnten auch Prototypen wie er gemeinsam mit den anderen Panzerknackern von Goldman Sachs und Freshfields durchaus nützliche Dienste verrichten: z.B. indem man sie Sudoku-Kreuzworträtsel für die Bild-Zeitung austüfteln lässt. Als Spieltheoretiker der Chicagoer Schule wären sie prädestiniert für das Zusammenbasteln orthogonaler Denkstrukturen, bei denen sich die Katze letzlich in den Schwanz beißt.

Auch für Ursula Von der Leyen wäre gesorgt: Als mondäne Dame mit sportivem Flair könnte sie ohne weiteres die Grinsekatzenshow der bereits abgetakelten Heidi Klum übernehmen (siehe „Wunderkinder am Catwalk“). In der Disziplin des kalten Kampfgrinsens steht sie der Catwalk-Königin ja um nichts nach. Gäbe man der oft schmählich als „Flintenuschi“ bezeichneten Russlandfeindin auf diese Weise die Möglichkeit, aus allen Medienkanälen zu strahlen, dann würde das ihr transatlantisches Selbstbewusstsein gewiss befriedigen und die offensichtlich in einem Barbiehaus und in einer Videospielrealität groß gewordene Dame müsste sich nicht unnötig echauffieren, indem sie über unsere Leitmedien ständig für ein Armageddon gegen Russland wirbt.

Oder Mario Draghi: Der Mann könnte als Kassier an der Kino-Abendkasse gute Dienste versehen, aber um Gottes Willen sollte man dem Goldman Sachs Agenten doch nicht gleich die Europäische Zentralbank in die Hände geben, an deren Zapfhahn doch auf Gedeih und Verderben ein ganzer Kontinent hängt, wo er mit einer ruinösen Nullzinspolitik gerade all unsere Liquidität einem nimmersatten Finanzmoloch in den Rachen schaufelt und Europa vor die Wand zu fahren droht – siehe dazu ein recht informatives Interview mit Markus Krall, dem Autor des neuen Buches „Der Draghi-Crash“. Auf die Idee, ein Buch über Draghi und die EZB zu schreiben, ist Krall gekommen, als er bei der EZB vorbeispazierte und ihm aus einem offenen Fenster Cannabisrauch entgegengekommen ist. Angesichts der Geisterfahrt, auf der sich die EZB gerade befindet, steht jedoch zu befürchten, dass in den höheren Etagen des EZB-Turms noch durchaus härtere Substanzen konsumiert werden. Aber hören Sie selbst, was der gute Mann zu sagen hat:

(Warnung:  So sehr der Unternehmensberater Dr. Markus Krall mit seiner Diagnose des derzeitigen Finanzsystems und auch mit seiner Prognose über das, was wir demnächst zu erwarten haben, weitgehend richtig liegt, so toxisch sind leider die Vorschläge, die der Mann ganz am Ende des Interviews als Lösung präsentiert: Kapitalisierung der maroden Banken noch vor dem Crash mittels Staatsgeldern etc. Auch seine beiläufig ins Interview eingeflochtene – darwinistische – Theorie, wonach es in jedem Falle schlecht sei, Betriebe, die am freien Markt aufgrund mangelnder Profitabilität „nicht überlebensfähig“ seien, durch günstige Kredite am Leben zu erhalten [und damit nur Hitech-Konzernen eine Existenzberechtigung zuzugestehen, die besonders viele Umweltressourcen vernichten], ist m.E. eine sehr gefährliche und genuin neoliberale Position – woraus Krall aber auch kein Hehl macht: Im Interview bezeichnet er sich selbst mit glatter Selbstverständlichkeit als neoliberal. Da das Interview ein Schlaglicht auf Sachverhalte wirft, die in den Wirtschaftsrubriken unserer DIN-ISO-zertifizierten Leitmedien i.d.R. keinen Platz finden und der Zuhörer zumindest ein Bild davon bekommt, auf welches brisante Szenario wir mit der Geldpolitik der EZB gerade zusteuern, veröffentlichen wir diesen Link trotz der tückischen Angelhaken, die darin enthalten sind. Aber so kann das Ansehen des Interviews auch gleichzeitig als Schulung der eigenen Medienkompetenz dienen. Der Teufel liegt eben wie immer im Detail.)

Leichenberge und Schutthaufen am grünen Rasen, auf dem wir so gut und gerne Fußball spielen


cc by Parkwaechter

Der Lackmustest für unseren Rechtsstaat

Damit Entwicklungen, die im vorigen Jahrhundert zu einer nahezu vollkommenen Zerstörung Europas geführt haben, nie wieder Platz greifen können, haben die Väter unserer Verfassung einen an sich genialen Griff getätigt: Die Institutionalisierung einer Gewaltenteilung in Legislative, Judikative und Exekutive. Indem fortan die gesetzgebende Macht der Regierung, die rechtssprechende Macht der Gerichte und die maßregelungsbefugte Macht der Polizei jeweils im Rahmen autonomer, rechtsstaatlicher Handlungsbefugnisse limitiert war, wurden in den Staat wirkungsvolle Schutzwälle gegen unlautere Machtakkumulation eingezogen, die uns bis zur Milleniumswende auch ein durchaus prosperierendes gesellschaftliches Leben ermöglicht haben. Keine der drei genannten Mächte sollte mehr eigenmächtige Entscheidung entgegen dem Wohle des Volkes treffen können, von dessen Souverän ja bekanntlich alles Recht ausgeht.

Da wir also die besten rechtsstaatlichen Voraussetzungen, eine gewachsene Kultur in der Tradition der Dichter und Denker haben und obendrein unsere Wirtschaft „brummt“, frägt man sich, warum heute alle von Untergang reden. Warum sieht uns sogar der scheidende Außenminister Sigmar Gabriel auf der Münchner Sicherheitskonferenz „am Abgrund“ (Quelle: nzz) und „an einer Wegscheide, wie sie die Welt nur alle paar Jahrhunderte erlebt“?

Der Politikwissenschaftler Ulrich Mies formuliert in seinem Bestseller „Lügen die Medien?“ einen schrecklichen Verdacht und meint, dass die Gewaltenteilung von Bundeskanzlerin Merkel  massakriert wurde. Siehe auch ein Essay auf Rubikon, in dem Mies eine Regierung verortet, die „auf alle Grundsätze spuckt, die für ein halbwegs funktionierendes demokratisches Gemeinwesen konstitutiv sind, die der Öffentlichkeit täglich ihre Verachtung zeigt, Amtseide, Recht und Gesetz beiseite schiebt, die Gewaltenteilung massakriert und sich längst als rechtsnihilistisches, machiavellistisches und sozialdarwinistisches Regime etabliert hat, das alle maßgeblichen Positionen in Parteien, Regierungsinstitutionen und Medien kontaminiert“ und schließlich zu einem wenig beruhigenden Fazit kommt:

„Die Schausteller der deutschen Fassadendemokratie haben Demokratie, Anstand, faires Miteinander, Europa und den Frieden vor die Wand gefahren. Die Regierung Merkel ist keine Regierung eines demokratischen Verfassungsstaates, sie ist als illegitimes selbstinstalliertes Konzern-Regime der administrative Putsch-Part einer verfassungsfeindlichen Oligarchenherrschaft, nichts anderes: ein antidemokratisches Krebsgeschwür.“

Wenn man in der aktuellen Eskalationsdynamik im Nahen Osten und an der russischen Grenze einmal die Rolle unserer führenden PolitikerInnen betrachtet, die nonchalant lächelnd scheinbar gewillt sind, uns sehenden Auges ins offene Messer laufen zu lassen und „auf jeden Fall schießendes Personal nach Russland zu schicken“ (v.d. Leyen), obwohl bereits alle Alarmglocken läuten (siehe auch aktuelle Kommentare von Willy Wimmer, Ernst Wolff und  Jens Bernert), dann erscheinen die Worte von Ulrich Mies keinesfalls als Miesmacherei, sondern als durchaus nüchterne Bestandsaufnahme.

Francisco de Goya: „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“

Man kommt ja derzeit kaum noch nach, das Allernötigste zu Aufklärung über politisch-militärische Machenschaften zu veröffentlichen, die uns mittlerweile Kopf und Kragen kosten könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass uns das Nachdenken über solche Machenschaften von der herrschenden Doktrin eigentlich verboten ist (Vorsicht, Verschwörungstheorie!) und jeder, der es trotzdem tut, somit außerhalb des vom öffentlich-rechtlichen Diskurs anerkannten Rahmens manövriert. Wer trotzdem in diesen Gewässern manövriert, hat überdies massive Orientierungsschwierigkeiten: Rund um die Uhr werden von der Lügen-/Manipulationsmaschinerie  unserer Leitmedien (siehe auch Dirk C. Fleck/facebook) scheinbar übermächtige schwarze Rauchwolken  produziert, sodass man nicht mehr die Sonne sehen und sich daher auch kaum noch orientieren kann, wo Norden, Süden, Osten, Westen sowie Oben und Unten gerade sind. Auch wo Links und Rechts zu verorten sind, ist in Hatespeech/Antifa-Zeiten mittlerweile vollkommen auf den Kopf gestellt. Zwar gibt es sie, die erhellenden Reportagen, und wenn man sich nur die Zeit nimmt, zu recherchieren, dann findet man auch zur Wahrheit. Nur wird man aktuell gar nicht fertig, mit diversen Links um sich zu werfen, die allesamt wichtig wären und in denen man schier Unglaubliches erfährt. So könnte man etwa ganze Bände darüber verfassen, wie die Krisenherde im Nahen Osten, der Ostukraine und Afrika ganz gezielt in Brand gesetzt wurden und wie die IS-/Al Quaida-/Nusra-Barbaren auf dem geopolitischen Schachbrett herangezüchtet wurden, um Staaten wie Syrien zu zerschlagen (siehe Rubikon), während unsere in transatlantische Lobbies eingebundenen Europapolitiker samt ihrer medialen Gefolgschaft in dem schändlichen Drama noch als nützliche Idioten dienen und unermüdlich Öl ins Feuer gießen anstatt deeskalierend / friedensstiftend zu wirken und uns zwei Minuten vor Mitternacht vor dem Armageddon zu bewahren.

Ja, ich weiß, es wird mühsam sein für Europa, sich aus diesen Netzwerken und aus der NATO herauszuringen, aber es führt leider kein Weg daran vorbei. Denn es würde später noch tausendmal mühsamer sein, die Leichenberge und Schutthaufen beiseite zu räumen, die im Falle einer Fortsetzung der Nato-Agenda den grünen Rasen übersäen werden, auf dem wir so gut und gerne Fußball spielen.

Tapsspuren ins Reich des Bösen

Zurück aber zum Tagesgeschehen. Es wird ja gerade wieder eifrig um das bereits geöffnete Pulverfass herumgezündelt. Ein Giftattentat an einem russischen Doppelagenten im englischen Salisbury hält die Welt in Atem. Das Attent soll der ansonsten so diplomatisch umsichtige Putin nun auf tölpelhafte Weise ausgerechnet am Unort und zur Unzeit kurz vor seiner Wiederwahl, vor der kommenden Fußball-WM und dazu noch mit einem unzweifelhaft russischen Spezialnervengift in Auftrag gegeben haben. Während man die Hackervorwürfe gegen Putin noch damit entkräften konnte, dass sich ja jeder Amateur eine russische Proxyserver-IP einrichten kann und damit Tapsspuren im Internet hinterlassen könne, die den politischen Gegner belasten, so sind die Tapsspuren des gegenständlichen Giftes nunmehr eindeutig: Solches Gift kann nur in dunklen russischen Labors gemischt werden, helle amerikanische HiTech-Labors sind mit dem Synthetisieren von Glyphosat bereits vollkommen ausgelastet und nehmen überdies aus moralischen Gründen keine Geheimdienstaufträge an. Colin Powell lässt grüßen. Der russische Bär war’s – nur der kann so tollpatschig sein, dass er barfuß mitten ins Honighaus marschiert und obendrein noch seine Fingerabdrücke samt seiner Visitenkarte hinterlässt (siehe auch Postillon), westliche Geheimdienste hätten so etwas wesentlich smarter erledigt, z.B. durch Drohnen oder virtuell. Blöd auch, dass der russische Geheimdienst im Jahre 2018 noch nicht einmal das ABC seines Handwerks beherrscht und seinen Präsidenten nun dermaßen in Verlegenheit bringt. Jeder 12jährige Ken Follet-Leser hätte das besser hingekriegt.

Auch in einem Artikel des Blauer-Bote Bloggers Jens Bernert („Deutschland im Krieg“) erfährt man Unglaubliches: Von unseren Leitmedien geflissentlich verschwiegen, waren in Syrien angeblich bereits 2016 deutsche Bodentruppen im Einsatz – vollkommen völkerrechtswidrig und ohne UN-Mandat natürlich. Quelle für diese Nachricht ist die ansonsten wegen ihrer proatlantischen Quellengüte ach so hochgehaltene, EU-finanzierte „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ in London, unsere Leitmedien hingegen, die ansonsten jeden Mucks dieser „Beobachtungsstelle“ ausführlich rezipieren und multiplizieren … – guckten diesmal betreten beiseite und berichteten lieber über die neue Staffel von Germany’s Next Topmodel. Eigentlich verständlich, sind sie auch einigermaßen unappetitlich, die Hintergründe über die Verbindungen von Angela Merkels „verlässlichen Freunden“ und den IS-/Al Quaida-/Nusra-Barbaren, die von ARD, ZDF, Spiegel & Co. im Falle von Ghouta und Ost-Aleppo ganz ehrenvoll und heldenhaft als „Rebellen“ bezeichnet werden, die gegen „Milizen“ des „Machthabers“ Assad kämpfen (siehe Rubikon1: „Völkerrechtsbrecher und Terrorpaten“ und Rubikon2: „Wie der Westen den Islamischen Staat erschuf“). Ach ja, an dieser Stelle mag es erwähnenswert sein, dass Rubikon-Artikel auf Google, Facebook und Twitter neuerdings mit einem „Shadowban“ belegt werden (siehe rubikon/facebook) – so nennt sich die algorithmische Technik, mit der ein unten gleich näher erörtertes inquisitorisches Netzwerk Artikel, die kritisch über die transatlantische/NATO-Agenda berichten, für die virtuelle Community unsichtbar macht oder zumindest an die Peripherie verdrängt. Bei Verlinkung von Nachrichtenspiegel-Artikeln auf Facebook konnte ich bereits ähnliches feststellen – nicht immer, aber ganz offensichtlich nach einem algorithmisch gesteuerten Muster werden diese Posts aussortiert. Das Perfide: der Poster selbst merkt es nicht. Willkommen also in der virtuellen Echokammer, in der man nach Leibeskräften seine Empörung herausschreien darf, aber keiner hört es außer man selbst (siehe dazu auch Markus Fiedler auf Rubikon).

Der letzte Mohikaner: Ein Rechtsanwalt wider den Wahnsinn

Aber es gibt auch Licht am Horizont: Vor einigen Wochen hat der Rechtsanwalt Wilfried Schmitz eine couragierte Initiative gestartet und Strafanzeige gegen alle Mitarbeiter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) sowie auch aller anderen deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten erstattet, sowie gegen alle Verwaltungs- und Rundfunkräte sowohl des NDR als auch aller anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten wegen „aller in Betracht kommenden Straftatbestände, insbesondere wegen des Tatverdachts des gezielten Werbens um Mitglieder und Unterstützer zu Gunsten terroristischer Vereinigungen im Ausland gem. §§ 129 a Abs. 5, 129 b Satz 1 StGB und der Beihilfe zu Straftaten nach dem VStGB sowie wegen des Geschehenlassens solcher Straftaten gem. § 357 Abs. 1 und Abs. 2 StGB“. Des Weiteren hat er unter Verweis auf mehrere StGB-Paragraphen eine Strafanzeige gegen sämtliche Mitglieder des Bundestages – inklusive Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin von der Leyen – gestellt, die 2015 für den Syrieneinsatz der Bundeswehr gestimmt haben sowie gegen alle Bundeswehrangehörigen sowie alle Angehörigen aller Dienste und Behörden, die an der Umsetzung und Ausführung dieses Beschlusses mitgewirkt haben. Die Strafanzeige richtet sich zudem gegen alle Staatsanwälte der Bundesanwaltschaft, die trotz zahlreicher Hinweise und Anzeigen aus der Bevölkerung keine Ermittlungen zu den genannten Tatvorwürfen aufgenommen haben und führt als Vergehen „Strafvereitelung im Amt“ und „Rechtsbeugung“ auf. Die Initiative des Rechtsanwalts kann auch online unterstützt werden (–>openPetition).

Wie unsere Bundesanwaltschaft die Klage des Rechtsanwalts auffasst, wird der Lackmustest sein, ob die eingangs erwähnte Gewaltenteilung im Jahre 2018 realiter noch existiert oder etwa nicht mehr – also quasi ein Stresstest für unsere Judikative so wie beim EU-Bankenstresstest, als man abklopfen wollte, wieviel Substanz die ausgezehrten Institute für den Fall einer Krise noch besitzen. Die strafrechtlich bewehrten Sachverhalte liegen nun klar dokumentiert am Tisch, Staatsanwälte, die ihren Titel zu Recht tragen, müssten umgehend tätig werden und den von RA Schmitz vorgebrachten Regierungsskandal aufarbeiten. Falls sie es trotz der zum Himmel schreienden Faktenlage nicht tun (hier der lesenswerte Eingabeschriftsatz von RA Schmitz) … – nun, dann darf jeder von uns wirklich tief Luft holen, eine Bedenkminute einlegen und sich gut anschnallen für das, was wir dann zu erwarten haben.

Zivilcourage in Zeiten der Neo-Inquisition

Wie auch immer, die Initiative von Rechtsanwalt Schmitz verdient Respekt. Da es mich in Zeiten des kollektiven Duckmäusertums verblüfft hat, dass sich ein Rechtsanwalt zu einer solch couragierten Aktion aufschwingt, habe ich ein bisschen näher zu seiner Person recherchiert. Wer ist dieser Wilfried Schmitz? Auf seiner Website erfährt man, dass er zunächst als Kommunalbeamter die Strukturen der öffentlichen Verwaltung erforscht und das rechtswissenschaftliche Studium erst als zweiten Bildungsweg beschritten hat. Einige Absätze weiter gibt er von sich preis, dass er neben guter Literatur und Wandern auch Aikido, Schach und Gitarrenspiel praktiziert. Aha, dachte ich: Das hat den guten Mann also vor einem Betonschädeldasein bewahrt – Mensch sollte also mehr lesen, wandern, schachspielen, aikidokämpfen und gitarrespielen, um der Sklerose zu entgehen, die uns heute trotz flächendeckender Kinderlähmungsimpfung lähmt.

Am Ende seiner Vita ist es dem Rechtsanwalt jedoch auch noch ein Anliegen, expressis verbis seine höchstpersönliche Motivationsquelle anzuführen, die ihn zu seiner Klage gegen die Merkel-Regierung geführt habe. Manche mögen dieses Bekenntnis als sentimental oder unwissenschaftlich ansehen, aber ich halte es gerade in Zeiten, in denen der technokratisch-szientistische Nihilismus de facto in den Rang der Staatsreligion erhoben wurde und die öffentliche Meinungshoheit der inquisitorischen Knute der Gwup-/Psiram-/Skeptikerbewegung unterliegt, für ein bemerkenswertes Zeugnis des Mutes. Denn wer sich dieser Knute widersetzt, dem droht heute ein ähnliches Schicksal wie dem Ketzer im Mittelalter. Wie Markus Fiedler in seiner Reportage „Zensur“ nachgewiesen hat, beherrscht ein Netzwerk aus transatlantischen Spindoctoren  und dem vielarmigen Oktopus des US-Atheisten-Thinktanks der „Skeptiker / Brights“ heute fast alle relevanten Plattformen im Bereich Wissenschaft, Medien, Wissensenzyklopädien und Social Media, um für die effiziente Ausschlachtung der noch verbliebenen Umwelt- und Humanressourcen dieser Welt die passende Weltanschauung zu liefern: den Glauben an eine tote, dumme, mechanistische Erde, auf deren Kruste aus nicht restlos geklärten, aber unwesentlichen Gründen eben auch ein paar zweibeinige Biocomputer herumlaufen, die man ob ihrer mangelnden Effizienz schleunigst in die Obsoleszenz schicken sollte (siehe ARTE Doku „Welt ohne Menschen“). Nicht nur Wikipedia ist in genuiner Hand von Administratoren der Skeptiker-Bewegung, auch bei Facebook, dem Quasi-Monopolisten im Bereich Social Media dürfen die Skeptiker (dort als Teil des Zensurbüros „Correctiv“) alles löschen, was nicht ihrer streng „wissenschaftlichen“ Weltanschauung und der neoliberal-atheistischen Agenda entspricht. Wie in Fiedlers Doku aufgedeckt, werden durch dieses Netzwerk gesellschaftlicher Dialog und freie Meinungsentfaltung gezielt unterdrückt – eigentlich wäre auch dies ein Fall für die Staatsanwälte, denn immerhin leben wir im 21. Jhdt. und haben uns unter Blut, Schweiß und Tränen eine heute verfassungsmäßig verbürgte Meinungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit errungen – wer DIESE sabotiert, der sollte an den Pranger gestellt werden, nicht diejenigen, die sich mit Courage zivilgesellschaftlich engagieren. So uns der Erhalt unseres Grundgesetzes lieb ist, dürfen wir diese plumpen inquisitorischen Mechanismen nicht tolerieren! Wenn dieses Krebsgeschehen noch länger metastasiert, dann ist es womöglich zu spät. Dann bringt sich die Gesellschaft um ihre wertvollsten Köpfe und weiht sich dem Untergang.

Unsere letzte Hoffnung: Die Ketzer

In einem derzeitigen Klima von Gesinnungsdiktatur, Inquisition und medialer Scheiterhaufen erscheint es mir jedenfalls als herkulischer Kraftakt, sich demgegenüber ganz offen als Ketzer zu deklarieren. Vielleicht bräuchte es nur eine Handvoll solcher Ketzer, um den mittlerweile abgründigen Verhältnissen eine Wende zu geben und die von Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnete Weltordnung durch eine humane Weltordnung zu ersetzen? Gäbe es mehr Ketzer wider die derzeit herrschende Weltanschauung , wer weiß, vielleicht könnten wir wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken? – Hoffnung und Humanität statt Apokalypse und Abgrund … Worte, die im Lichte der Rauchschwaden und tumultarischen Ereignisse des politischen Tagesgeschehens ja fast schon surreal und frivol klingen.

Wie auch immer, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und deshalb sollten wir sie auch im Schatten der momentanen Ereignisse – die im Vergleich zu dem, was in Zukunft noch auf uns zukommt, womöglich noch harmlos sind – keinesfalls zu früh aufgeben. Wie auch Hagen Rether in seinem Kabarett unermüdlich ausdrückt: Umkehr ist auch am Abgrund noch möglich. Jeder Mensch hat einen freien Willen und niemand kann uns zwingen, auch wirklich den zweiten Fuß in den Grand Canyon zu setzen.

Aus diesem Grund möchte ich auch das Motivationsschreiben des Rechtsanwalts Wilfried Schmitz in ungekürzter Fassung wiedergeben, auch wenn es, wie bereits angemerkt, viele „skeptisch aufgeklärte“ Zeitgenossen für sentimental halten mögen. Also mir persönlich sind Menschen, die aus solcher ‚Sentimentalität‘ die Kraft für couragiertes zivilgesellschaftliches Engagement wider Kriegstreiberei und für eine lebenswerte Zukunft schöpfen, jedenfalls hundertmal lieber als neunmalgescheite Experten, die die Fundamente unseres Rechtsstaates, unserer Ökosysteme, des Weltfriedens und unserer gesamten Zukunft systematisch zerstören. Und wer weiß: Vielleicht stehen Menschen, die nach neoliberalen Kriterien als sentimental angesehen werden, viel mehr in der Realität des Menschseins als die sogenannten Realos, die ja trotz aller noch so pragmatischer Beteuerungen und kurzer Strohfeuer letzlich nur verbrannten Boden hinter sich lassen – wohl da ihnen schlichtweg der Geist fehlt (siehe „Gastmahl der Geistlosen“) und alles Geistlose ebenso eine tote Kopfgeburt ist wie eine Eizelle, die nicht befruchtet wurde. Wenn man die griechische Philosophie und Permenides ernst nimmt, dann unterliegen wir ja heute einer fundamentalen Vertauschung von dem, was wir für Sein und Nicht-Sein halten (siehe „SEIN oder NICHTSEIN – eine Frage über Fortbestand oder Untergang unserer Spezies und ein Lanzenbruch für Permenides“).

Aus der Stellungnahme (Quelle: wilfried-schmitz.de):

„Da ich wegen meiner Petition zur strafrechtlichen Aufarbeitung der Entsendung der Bundeswehr nach Syrien (weitere Informationen dazu unter dem obigen Link „Aktuelles“) immer wieder gefragt worden bin, was mich denn motiviert oder woran ich glaube, möchte ich – auch wenn ein solches Bekenntnis auf der Homepage eines Anwalts wohl nur sehr selten zu finden ist – sagen, dass ich glaube, dass alle Religionen, richtig gelebt, Flüsse sind, die in das gleiche Meer münden, und dieses grenzenlose, unermesslich reiche und unvergleichlich schöne Meer ist Gott.

Ich bin zwar Christ und glaube, dass der Mensch die Wahrheit in der Religion suchen soll (auch wenn er dafür ggf. tief graben muss), in die er hineingeboren worden ist, aber ich glaube auch, dass die Freiheit des Glaubens  – ganz besonders – den Respekt gegenüber anderen Religionen und allen Menschen einschließt, die ihren Weg zu Gott noch nicht gefunden haben. Das Christentum hat auf Grund von kirchlichem Machtmissbrauch und Korruption schon im Mittelalter schwerste Krisen durchgemacht, und seine wahren Inhalte werden wohl wieder lebendig gemacht werden müssen, damit die Menschen für das Fehlen von Antworten auf ihre Fragen nicht den verantwortlich machen, der diese Religion begründet hat. Kirche und Religion sind nicht (mehr) dasselbe, wenn sich die Kirche vom Ursprung löst und eine andere Agenda verfolgt als der Botschafter der Nächstenliebe. Das bedeutet aber nicht, dass alle Schätze des Wissens und der Erkenntnis schon verloren sind. Sie können aber verloren gehen, wenn man Unrecht widerspruchslos geschehen lässt. Deshalb ist jeder Mensch, der seinen Glauben noch ernst nimmt, aufgefordert, allen Formen von Amtsmissbrauch und Willkür zu widersprechen, erst Recht allen Formen verdeckter und offener Kriegsführung, die nichts mit Selbstverteidigung zu tun haben, sondern bloß für einen Raubzug stehen, der alle Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen das Völkerrecht einschließt. Seht nicht, was Volksvertreter und Amtsinhaber sagen, sondern seht was sie machen. Eine Partei, die sogar das „c“ für „christlich“ in ihren Namen trägt, solche völkerrechtswidrigen Kriege aber unterstützt und mitträgt, die sollte dieses „c“ durch „u“ wie „unchristlich“ oder „unmenschlich“ ersetzen, wenngleich andere Adjektive wohl noch passender wären.

Daher werbe ich bei Menschen, die in sich eine tiefe Ablehnung gegenüber (anderen) Religionen empfinden, gerne für Bücher gerade aus diesen Religionen, damit sie die von Vorurteilen beladene Unbegründetheit ihre Ansichten hoffentlich feststellen können, wie z.B. https://www.reichel-verlag.de/978-3-926388-00-1.shtml

Die, die z.B. glauben, dass der Islam „an sich nicht gut“ sei, denen empfehle ich z.B. die Hadithe des Propheten,

und denen die glauben, dass der Hinduismus (Anhänger des Sanatana Dharmas) „keine wahre Religion“ etc. sei, empfehle ich die Lektüre des Ramayana, des Mahabharata oder auch der Verse des Rig-Veda und insbesondere die traditionelle ayurvedische Medizin, deren Ernährungslehre m.E. konkurrenzlos ist.

Denen, die ein inspirierendes Werk über den (tibetischen) Buddhismus suchen, empfehle ich gerne „Milarepa, Tibets großer Yogi“, usw.

Jede Religion hält solche Schätze der Weisheit bereit. Wer die tiefgründigen Wahrheiten in anderen Religionen suchen will, der – und nur der – wird sie auch finden, denn das spirituelle Wissen, das Gott bereit hält, ist  – so glaube ich – reserviert für die die es suchen. Im Handwerk wirft schließlich auch kein Meister dem lernunwilligen Lehrling sein Wissen hinterher.

Wer glaubt, dass der Glaube „Opium für das Volk“ ist, der sollte sich fragen, ob er nicht vielleicht der wohl mit Abstand dümmsten Lüge der Menschheitsgeschichte aufsitzt und welche Kreise ihn da eigentlich „aufgeklärt“ oder auch „illuminiert“ haben. Nichts öffnet – so meine Erfahrung jedenfalls – in Wahrheit den Blick für die Realität und das Leben mehr als der Weg zu Gott, nichts gibt dem menschlichen Leben und Denken so viel Schwere, Tiefe und Bedeutung wie der Glaube an Gott und das Wissen, das durch den lebendigen Glauben erlangt und erlebbar gemacht werden kann. Und mir ist nicht ein einziges Zitat bekannt, das auf den Begründer des Christentums zurück gehen soll, wonach der Mensch seinen Glauben und die Erkenntnisse der Wissenschaft nicht mit seinen Verstandeskräften hinterfragen und vertiefen darf. Der angebliche Widerspruch zwischen Glaube und Wissenschaft gilt meines Erachtens nur für die, die die Schönheit Gottes nicht einmal in der Wahrnehmung der Schönheit der Natur und in dem Wunder des Lebens und deshalb schon gar nicht in den Formeln der Mathematik oder in den Erkenntnissen der Physik entdecken können. Ein lebendiger Glaube hat eben gerade nichts mit dem Opium zu tun, mit dem die Konsumgesellschaft – in Millionen Varianten – den Menschen von sich und der Natur entfremdet hat. Und wenn Gott „Opium“ wäre, dann sollte sich jeder mal auf den Rausch dieser Erfahrung, Gott zu suchen und zu finden, einlassen. Das „kostet“ auch nur ein Gebet, und das dürfte unabhängig vom jeweiligen Marktpreis sehr viel günstiger und ungefährlicher sein als Opium. Die Menschheit steht am Scheideweg und muss sich entscheiden: Will sie mit Menschlichkeit und Gerechtigkeit Ordnung ins Chaos bringen oder weiter zusehen, wie gewisse Eliten überall Chaos und Zerstörung stiften, damit sie aus diesem selbst inszenierten Chaos – so wie in Syrien und Serbien – ihre „Ordnung“ etablieren können, die nicht für „mehr Demokratie“, sondern bloß für Fremdherrschaft durch Marionetten steht?

Und wenn es in der Hochschulwissenschaft so wissenschaftlich zugeht, warum vermeidet sie sogar die öffentliche Auseinander mit z.B. altsumerischen Texten, die für jeden Menschen interessant sein dürften, siehe z.B. Eine Geschichte, die keiner kennt, aber jeder kennen sollte

Und wie „Wissenschaftler“ in Sendungen wie „Die Pyramiden-Lüge“ (auf Youtube kostenlos abrufbar) als allen Anschein senile geistlose Schwätzer vorgeführt werden, dann kann sich jeder selbst fragen, ob es in der etablierten Wissenschaft stets um die Suche nach der Wahrheit oder zuweilen nicht viel mehr um das Verdecken von Wahrheiten geht. Nicht, das einer mitbekommt, dass „die Alten“ (Hochkulturen) vielleicht mehr wussten als wir und dass die aktuellen Eliten vielleicht bloß von dem Wissen zehren, dass sie in den Trümmern dieser alten Hochkulturen gefunden haben.

Für alle, die den Frieden im (irdischen) Recht und durch das (irdische) Recht suchen, hier ein schönes Zitat aus unbekannter Quelle (ich werde die Quelle sofort bekannt geben, sobald sie mir bekannt ist), da ich persönlich glaube, dass der wahre – innere und äußere Friede – nicht vom geschriebenen, von Menschen verfassten Recht, schon gar nicht von völkerrechtswidrig inszenierten Kriegen und ungewollter Fremdherrschaft abhängen kann:

„Jesus sprach: sucht nicht das Gesetz in den Schriften, denn das Gesetz ist Leben, während die Schrift tot ist. In allem Lebendigen ist das Gesetz.
Ihr findet es im Gras, im Baum, im Fluss, im Berg, in den Vögel des Himmels, in den Fischen des Meeres, doch sucht es hauptsächlich in euch selbst.
Denn wahrlich ich sage Euch, alle lebendigen Dinge sind Gott näher als die Schrift, die ohne Leben ist.
Gott schrieb die Gesetze nicht auf Buchseiten, sondern in Eure Herzen und Euren Geist.
Sie sind in Eurem Atem, in Eurem Fleisch, Euren Eingeweiden, Euren Augen und Ohren und in jedem kleinsten Teil Eures Körpers. Sie sind gegenwärtig in der Luft, im Wasser, in der Erde, in den Pflanzen, in den Sonnenstrahlen, in den Tiefen und Höhen.
Sie sprechen alle zu Euch, damit ihr die Sprache und Willen des lebendigen Gottes verstehen könnt.
Aber ihr schließt Eure Augen, um nicht zu sehen, verstopft Eure Ohren um nicht zu hören.
Wahrlich ich sage Euch, die Schriften sind das Werk der Menschen, aber das Leben und all seine Heerscharen sind die Werke des Lebendigen.
Warum hört ihr nicht auf diese Worte, und studiert die toten Schriften die aus der Hand des Menschen sind?“


Ergänzung 18.03.2018:
Rechsanwalt Schmitz hat inzwischen nachgelegt und diese Woche auch noch eine Strafanzeige wegen des völkerrechtswidrigen Einsatzes der Bundeswehr im NATO-motivierten Balkankrieg (1999) erstattet. Hier der originale Text der Strafanzeige:

16.3.18 Strafanzeige.an.Generalbundesanwalt.zu.BW.in.Serbien.1999

(siehe auch Bericht bei humanrightsreporters

+ die soeben gestartete Petition II zur Unterzeichnung)

Auf der Website des Anwalts finden sich in der Rubrik „Aktuelles“ auch lesenswerte Interviews zu aktuellen Initiativen (darunter auch die Verweigerung von Rundfunkgebühren für öffentlich-rechtliche Medien, die schon seit geraumer Zeit ihren Auftrag nicht mehr erfüllen und durch ihre einseitige Berichterstattung z.B. über die Syrien-, Ukraine- und NATO/Russland-Krise nicht nur eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands darstellen, sondern mittlerweile als regelrecht bellizistische Akteure einzustufen sind) sowie zeitkritische Essays wie z.B.  zur Frage „Was kann der Mensch in dieser Zeit tun und erwarten?“

 

Rette sich wer kann? – Gedenken an den Beginn eines sehr unseligen Zeitalters


Foto: cc by Parkwaechter

Trabanten des Schwarzen Lochs

„Da draußen sind Monster: GroKo – Diese Regierung ist der letzte Gruß einer untergehenden Zeit“ titelt der Freitag in seiner dieswöchigen Ausgabe.

Gestern wurden sie von Bundessteinadler Steinmeier also wieder vereidigt, die Monster. Gruppiert um die erosive Gravitationskraft eines alternativlosen schwarzen Lochs präsentieren sie sich den Kameras allen Umständen zum Trotz als Fleisch gewordenes „Wir schaffen das“ (siehe Foto). Während uns der abgesägte Außenminister Sigmar Gabriel auf der Münchner Sicherheitskonferenz „am Abgrund“ sieht (siehe nzz) und auch die Wissenschaftler und Nobelpreisträger des „Bulletin of the Atomic Scientists“ ihre Doomsday Clock gerade auf 2 Minuten vor Mitternacht gestellt haben (siehe Spiegel), so glauben die Ministranten der Rautenkönigin weiterhin unbeirrt an den Fortschritt von Technik und transatlantischer Demokratisierung – wild entschlossen, das zu tun, was Steinmeier als primäre Aufgabe der Regierung ansieht (Quelle: bilanz.ch) :

«Der Bundespräsident, vor allem die Mitglieder der Bundesregierung müssen Überzeugungsarbeit leisten, dass das transatlantische Fundament nicht infrage gestellt wird.»

Die Trabanten des schwarzen Lochs (siehe auch CDU-Gruppenfoto „Die Mitte“) werden sich nun also an ihr Werk machen und in immer enger werdenden Kreisbewegungen auf ihre gleichzeitig adipöse und nicht-existierende Mitte zusteuern, bis sie vollends im schwarzen Wurmloch verschwinden und vermutlich in den Omega 8-Quadranten jenseits unserer Milchstraße abgesaugt werden, wo sie dann weiterhin ihr Demokratie-Possenspiel betreiben können. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird dieses Spiel zwar womöglich nur halb so viel Spaß machen, aber was soll’s: Vielleicht bekommen sie ja auf einem Raumschiff der Borgs Asyl. Auf gleicher Wellenlänge mit diesen Feinden der Menschheit können Sie womöglich neue Coups schmieden, um technisch rückständige Zivilisationen in den Weiten des Weltalls mit den Segnungen der marktkonformen Demokratie zu beglücken.

Übelkeit beim Mittagessen

Zurück aber von Raumschiff Enterprise zu unserem Gegenwartsdrama: Da ich während eines Skiurlaubs gerade Gelegenheit hatte, in österreichischen Tageszeitungen zu blättern, wurde ich Zeuge einer unheimlich-grotesken Melange: Der Angelobungstag „dieser verfluchten Merkel-Regierung“ (Florian Kirner/Rubikon) fiel zusammen mit dem 80. Gedenktag an den österreichischen Anschluss 1938. In den Tageszeitungen mischten sich daher Reportagen über die neue Merkel-Regierung mit opulenten Berichten und Bildercollagen über den Triumphzug des „Führers“ und seiner historischen Rede am Wiener Heldenplatz, in welcher er einer ihm mit Fähnchen zujubelnden Menschenmasse Fortschritt und Wohlstand versprach – und mit dieser Fortschrittsverheißung die dunkelste Epoche einleitete, die das Land jemals erlebt hat. Die Zeitungsseiten quollen über vor Bildern mit Militärgerät, Nazi-Kohorten und ihren Claqueuren von der gleichgeschalteten Reichspresse, unmittelbar daneben Kolumnen mit Bildern von Angela Merkel während ihrer Angelobungsfeierlichkeiten, mal die Raute ganz klassisch auf Gebärmutterhöhe gefaltet, mal auch beidhändig über Kopf in der Pose, wie man sie sonst nur von Fußballern beim Erhalt der Champions League-Trophäe kennt. Angesichts dieser grotesken Bildercollage während des Mittagstisches verzichtete ich jedenfalls auf die im Hotelmenü inbegriffene Sachertorte ebenso wie auf meinen Mittagsschlaf, sondern suchte stattdessen unter leichtem Drehschwindel den Gang an die frische Luft.

Trotz des milden Frühlingswetters und des Vogelgezwitschers, das mich draußen erwartete, fiel es mir nicht leicht, zu meiner gewohnten Leichtigkeit zurückzufinden. Bisher ungekannte Gedanken gingen mir durch den Kopf: Soll ich am sinkenden Schiff bleiben oder wäre es an der Zeit, es Gerard Depardieu gleichzutun und das Land zu verlassen, bevor es zu spät ist? – Moment mal, bin ich denn vollkommen bekloppt?: Aus einem Land wegziehen, in dem doch alle gut und gerne leben und mit dem gerade halb Afrika als neue Wahlheimat liebäugelt? Nun, nicht wenige Menschen in meinem Umkreis tun dies bereits oder treffen ernsthafte Vorbereitungen zum Auswandern. Was mich dabei bisher verblüffte: es sind ausnahmslos gut situierte und hochintelligente Menschen, die das wohlstandsverwöhnte Schlamerkelland verlassen, viele davon mit kleinen Kindern – ihre Gegenwart wird mir schmerzlich fehlen. Bis vor kurzem dachte ich, dass die von mir beobachteten Abwanderungsfälle wohl einer übertriebenen Furchtsamkeit entspringen und nicht repräsentativ sind. Wie ich in einem gestern veröffentlichten Report des Statistischen Bundesamts erfahren habe, sind dies allerdings ganz und gar keine Einzelfälle: Allein im Jahr 2016 verließen 281.000 Bundesbürger das Land, ein bisheriger Rekord (Quelle: welt.de). Interessant dabei ist, dass bereits seit 2005 ein negativer Wanderungssaldo verzeichnet wird – also exakt ab jenem Jahr, in dem Angela Merkel ihre Regentschaft antrat.

Marktkonformer Migrationssaldo

Angesichts solcher statistischer Daten versteht man eventuell auch, warum sich mittlerweile sogar der beharrliche CSU-Chef Horst Seehofer Merkels Politik der offenen Grenzen angeschlossen hat, obwohl er doch noch vor Kurzem beim politischen Aschermittwoch verlautet hat, dass er sich „bis zur letzten Patrone gegen eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme“ sträuben werde. Was ein Saldo ist, versteht Seehofer schließlich: Mit negativem Saldo macht man’s als Betriebswirt nicht mehr lange. Wenn bei stagnierender Geburtenrate weiterhin jährlich mehrere hunderttausend Leistungsträger – mit derzeit exponentiell steigender Tendenz – aus Deutschland abwandern, dann findet die derzeit im Dreischichtbetrieb florierende deutsche Rüstungsindustrie womöglich nicht mehr genügend willige Arbeitskräfte, um die Sprengsätze, Panzer, Drohnen und Raketen zu produzieren, die unserem Land einen satten Exportüberschuss bescheren. Wenn die in Deutschland verbleibenden jungen Menschen, allesamt im politisch korrekten Gender Madstream auf „Make love, not war“  domestiziert, womöglich keine Lust mehr haben, diese Drecksarbeit zu verrichten, dank deren in die Krisengebiete exportierten Produkten weltweit Häuser, Kinder und wehrlose Menschen zerfetzt werden?  – Schreck lass nach, dann kommt unser solide „brummender“ Wirtschaftsmotor womöglich ins Stottern.

Oder wie ist es auch um die sonstigen ehrbaren Berufe in der gerade aufstrebenden Nanotechnologie-, Gentech-, Biotech- und Robotikindustrie bestellt, die viele Jugendliche bereits als „Bullshitjobs“ ansehen? Na da ist es doch wirklich ein genialer Schachzug, junge Menschen ins Land zu holen, die zu allem bereit sind und bestimmt keine ethischen Bedenken und Motivationsprobleme haben. – Deren Anwesenheit noch dazu den angenehmen Nebeneffekt mit sich bringt, dass sich die Bundesbürger untereinander hoffnungslos zerstreiten und dadurch politisch marginalisieren – so dass die marktkonformen Machtverhältnisse, in denen zumindest das obere 1 % der Gesellschaft gut und gerne lebt, niemals ernsthaft in Frage gestellt werden können.

Die entsprechenden Humanressourcen, die zur Verwertung der noch verbliebenen Umweltressourcen notwendig sind, stehen nun bereit. Laut der bereits erwähnten neuen Bundesstatistik wanderten im Jahr 2016 rund 1.720.000 und 2015 rund 2.016.000 Ausländer in die Bundesrepublik ein. Der starken Auswanderung von Deutschen steht also eine anhaltend hohe Zuwanderung von Ausländern gegenüber. In Westdeutschland inklusive Berlin stammen bereits 42 Prozent der neu geborenen Kinder aus einer Einwandererfamilie. Dass die armen Länder, die gerade um ihre jüngsten und leistungsfähigsten Menschen ausgeblutet werden, dadurch auch ihre eigene Zukunft und Kultur verlieren – egal, es geht um uns und unsere Wirtschaftsbilanz, WIR sind der Nabel der Welt … wenn WIR nicht gerade Fußball-Weltmeister oder Papst sind.

Beileid

Es ist im Übrigen auch lohnenswert, das Stimmungsbild in den über 600 Leserkommentaren zum vorgenannten  welt.de-Artikel zu sichten: Es sind laut eigenem Bekunden hauptsächlich Unternehmer und „Leistungsträger“, die sich hier zu Wort melden und die fast unisono ihren im Inland verbliebenen Landsleuten ihr Mitgefühl und Beileid ausdrücken.

Beileid? Beileid wozu? – Immerhin leben wir im Land, in dem sich die Tafeln vor abgelaufenem Essen biegen, doch so gut und gerne in einem nie gekanntem Wohlstand, der es möglich macht, selbst mit einfachst gestrickten Wahlkampfslogans unsere Stimme für ein „Weiter so!“ zu gewinnen. Wenn es also wahr ist, dass wirklich so viele Unternehmer und Leistungsträger unser Land verlassen – also Menschen, die den vielzitierten „brummenden Motor“ von innen kennen –, muss man dann daraus schließen, dass dieser brummende Motor womöglich eine Macke hat? Steht dieser Motor etwa kurz vorm Kolbenreiber, obwohl das hochglanzpolierte Gefährt, das er unter der Motorhaube antreibt, derzeit noch mit Höchstgeschwindigkeit am Highway über die Atlantikbrücke unterwegs ist?

Scheinbar ist der bereits eingangs erwähnte Gerard Depardieu nicht der einzige, der derzeit für Europa schwarz sieht und sich in Melancholie ergeht. In einem Interview mit dem Figaro spricht er davon, dass in seinem Land die Menschen und die Kultur „verloren gehen“ und er inzwischen Russland als seine neue Wahlheimat erkoren habe, da er „die Katastrophe nicht sehen“ wolle:

„… Wenn ich in Frankreich bin, bleibe ich hier zu Hause mit meinen Büchern: Ich möchte nicht rausgehen und das Desaster sehen. Wir haben Orwell bereits hinter uns und sind nun in Van Vogts ‚Space Wildlife‘ angekommen, wo niemand mehr etwas versteht. Das allgemeine Wahlrecht ist vorbei: Wir werden von Apple und Zuckerberg geführt.

… Deshalb nervt mich dieses Land, es ist zu sehen, dass die Franzosen so traurig sind wie der Tod. Sie wagen es nicht einmal mehr auf ihr Land zu schauen, da sie sich dafür schämen.“

Auch für den vom ihm geliebten Film empfindet Depardieu bloß noch Abscheu. Sehenswert findet er nur noch solche Produktionen, die „von der öffentlichen Kritik vernichtet“ würden.

Am neoliberalen Altar

Aber wir schweifen ab und vergraulen uns womöglich die Lust am strahlenden Fortschritt, der uns doch heute erwartet (siehe auch „Pig Business Monkey Events, Global Playboys und bezaubernde Jeannies – Auf dem Weg zur digitalen Transformation und zum Final Handshake“). Damit der zur Staatsreligion erhobene Fortschrittsglaube nicht kurz vor seinem Endsieg womöglich unerwartet zum Erliegen kommt, wurden in den letzten Wochen auch alle Register gezogen, um auf Biegen und Brechen und unter Ächzen und Stöhnen wiederum das zusammenzuschweißen, was nicht zusammen passt. Was hinter den Kulissen vor sich gegangen ist, um diese unsägliche Zwangsehe zu arrangieren, vor der nicht nur allen Schaulustigen, sondern auch den Brautsleuten selbst graut, hat der langjährige Leiter des ZDF-Parlamentsstudios Wolfgang Herles vor Kurzem ausgesprochen: „Das Chaos in der SPD ist zum Großteil Bundespräsident Steinmeier zu verdanken, der die Große Koalition erzwingen wollte“ (Quelle: focus).

Dem mittlerweile wieder in Würselen verschwundenen Martin Schulz war es dabei natürlich vollkommen klar, dass er sich und seine Partei vollkommen verheizt, wenn er wieder in die Arme der schwarzen Rautenkönigin geht. Um das zu erkennen, ist er als altgedienter EU-Berufspolitiker schlau genug – weshalb er ja nach der Wahl auch sofort in Opposition wollte … hätte nicht Bundespräsident Steinmeier interveniert und ihn in einem Vier-Augen Gespräch mit nicht in den Medien veröffentlichten, aber offensichtlich zwingenden Argumenten zum Fortsetzen des Projekts Merkel gezwungen. Indem Schulz sich und die ganze SPD-Mannschaft dazu als Opferstiere an den Schlachtaltar geführt hat, sind die zornigen Götter auf dem unantatstbaren Olymp der Atlantikbrücke nun hoffentlich befriedet und die transatlantisch-neoliberale Agenda kann in Europa ihrem Endsieg entgegenschreiten.

Aber wer weiß: Vielleicht taucht ja noch Perseus auf und schlägt der Hydra unerwartet das Schlangenhaupt ab.

 


Nachsatz:

So, nach all den demoralisierenden Regierungs-Gruppenfotos und dem schwer verdaulichen Gescholze und Gemerkel auf unserer marktkonform gewordenen Demokratiebühne möchte ich den Leserinnen und Lesern des Nachrichtenspiegel auch ein paar Sätze eines denkwürdigen Zeitgenossen mitgeben, der in unserer postmoderen Touchdisplay-Gesellschaft leider in Vergessenheit zu geraten droht – vermutlich aufgrund seiner nicht mehr ganz fortschrittskompatiblen Gesinnung. Immerhin hat er für diese Gedanken in analogen Zeiten noch den Literaturnobelpreis erhalten:

„Ich habe an vielen Dingen keine Freude und glaube an viele Dinge nicht, die der Stolz der heutigen Menschheit sind: Ich glaube nicht an die Technik, ich glaube nicht an die Idee des Fortschritts, ja nicht einmal an die Demokratie, ich glaube weder an die Herrlichkeit und Unübertrefflichkeit unserer Zeit, noch an irgendeinen ihrer hochbezahlten Führer, während ich vor dem, was man so ‚Natur‘ nennt, eine unbegrenzte Hochachtung habe.“  (Hermann Hesse)

  Hermann Hesse (Foto: PD)

Vielleicht ermuntern uns diese Worte ja dazu, vom toten Pferd, auf dem wir gerade reiten, noch rechtzeitig abzusteigen … – bevor es uns digital wiehernd in den Grand Canyon befördert.

Über die dringend gebotene „Entnazifizierung“ und die drohende Merkapolypse


Flickr-European People’s Party-CC BY 2.0 / facebook-Serge Menga

Nachdem unsere DIN-ISO-zertifizierten Leitmedien, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges  unter Schirmherrschaft der US Alliierten den Auftrag erhielten, Deutschland zu entnazifizieren und seine Einwohner zu fortschrittsgläubigen Konsumbürgern zu erziehen, diesen Auftrag erfolgreich ausgeführt hatten, machen sie nun das, was in Frankensteins Keller erschaffene Monster eben manchmal so tun, wenn der Tag lang ist: Sie beginnen, ihre eigenen Herren, denen sie dienen sollten, in den Würgegriff zu nehmen und ihnen den Garaus zu machen.

So haben wir heute das historische Paradoxon vor uns, dass unsere Leitmedien in einem von Nazi-Denke bereits weitgehend befreiten Land nun selbst eine Neo-Nazifizierung in biblischem Ausmaß in Gang gesetzt haben. Das Etikett „Nazi“ wurde in den letzten beiden Jahren schneller gedruckt und verteilt als dies die EZB derzeit mit den Euroscheinen praktiziert. Die Bild-Zeitung, die bisher gerne „Wir sind Weltmeister“ und „Wir sind Papst“ getitelt hat, müsste heute eigentlich titeln: „Wir sind Nazi!“

Jeder, der irgendwie eine von der Merkel-Regierung abweichende Meinung hat (also nach vorsichtiger Schätzung eine zweistellige Millionenzahl an Deutschen ) ist nämlich – Nazi! Es hat wohl nicht einmal zu Zeiten des „Führers“ so viele „Nazis“ gegeben wie heute, denn der überwiegende Teil der Bevölkerung hat von der Merkel’schen Politik inzwischen die Nase gestrichen voll. Nehmen Sie sich also in Acht und trauen Sie keinem über den Weg: Mindestens jede zweite Oma, die ihnen auf der Straße begegnet – eine Nazi!, jede zweite Aldi-Kassiererin, bei der Sie Ihre Milch einkaufen – eine Nazi! Der mürrisch dreinschauende Mann hinterm Maronibrater: womöglich ein Nazi!

Zu aller Ernüchterung über die dunkeldeutsche Volksseele ist nun auch noch die Wahrheit über ehrenamtliche Sozialhelfer bei der Tafel herausgekommen: fiese Nazis, die dort Essen austeilen! Mit der Begründung, dass gebrechliche Rentner und alleinerziehende Mütter von jungen Flüchtlingen im wehrfähigen Alter beim Anstellen um das Essen zur Seite gedrängt würden („Wenn wir hier um 9 Uhr die Tür aufmachen, dann wird die Oma, die seit 7 Uhr da steht, weggeschubst“), hatte die Essener Tafel beschlossen, nur noch Kunden mit deutschem Personalausweis aufzunehmen. Es folgte ein medialer Sturm der Empörung, in dem der Tafel-Vorsitzende Jörg Sartor und seine 120 ehrenamtlichen Mitarbeiter als Rassisten und Nazis beschimpft wurden. In der Nacht zum Sonntag wurden mehrere Fahrzeuge und das Gebäude der Tafel mit den Worten „Nazis“ und „Fuck Nazis“ beschmiert (siehe Foto oben).

Auch die empörte Kanzlerin rügte die Tafel umgehend für ihre Entscheidung. Die regierungstreuen Leitmedien – deren Gewogenheit sich die GroKo soeben dadurch gesichert hat, dass sie den Arbeitgeberanteil an der Rentenversicherung für Zeitungsausträger von 15% auf 5% gekürzt hat (siehe nachdenkseiten)-, akkordieren die Rüge der Kanzlerin durch ein Feuerwerk an empörter Berichterstattung. Der Spiegel ließ in kurzer Folge gleich drei Artikel vom Stapel laufen, in dem die Essener Tafel für ihre Entscheidung verurteilt wird, der Focus titelte: „Essener Tafel-Chef zeigt keine Reue – Aufnahmestopp für Ausländer“ (siehe focus) und auch im ARD-Morgenmagazin wird daran gemahnt, dass  „Not und Bedürftigkeit im Vordergrund stehen müssen, nicht die Nationalität“.

Der Tafel-Vorsitzende Sartor verteidigte seine Entscheidung, obwohl ihn der auf ihn ausgeübte Druck „kurz vors Hinschmeißen“ gebracht habe („Im Moment macht mir Berlin die Hölle heiß“ / Quelle: t-online). Das Beispiel Sartors zeigt allerdings, dass es sich lohnt, einem merkelmedialen Shitstorm standzuhalten. Denn inzwischen hat sich die Stimmung deutlich gedreht. Nicht nur von Seiten der alternativen Medien kommt nun Empörung über die heuchlerische Haltung der Kanzlerin und der sogenannten „Antifa“ (zu deren obskurem Treiben siehe auch Nachrichtenspiegel)  zum Ausdruck – siehe auch das innerhalb kürzester Zeit 2,4 Millionen mal geteilte Statement des Kongolesen Serge Menga, für das er auf Facebook gesperrt wurde (noch abrufbar via YouTube). Jörg Sartor wird auch die Nazi-Aufschriften auf den LKWs nicht entfernen: „Die Lkws sollen durch die Stadt fahren, das sollen alle sehen!“

Indem sich zunehmend mehr Menschen für die realen Umstände der Essener Tafel interessierten,  ließ sich die Direktive von Merkel und ihren Berliner Maasmännchen schließlich nicht mehr länger aufrechterhalten, die Leitmedien rudern inzwischen zurück, im Spiegel schwingt sich Jakob Augstein sogar zu einer scharfen Kritik an der Abgehobenheit der Kanzlerin auf und empfiehlt ihr, zum vorliegenden Thema besser zu schweigen. Ihre Flüchtlingspolitik bezeichnet er ganz unverblümt als „Katastrophe“ (Quelle: Spiegel).

Wie auch Rüdiger Lenz in einem schonungslosen Kommentar auf KenFM beschreibt, hat Merkels konzeptlose Grenzöffnung, die in einem erodierenden Sozialsystem nun die Ärmsten der Armen auf der existenziellen Ebene aufeinanderprallen und um Essen und Wohnungsplätze streiten lässt, Gruppierungen wie AfD und Pegida erst den Boden bereitet („Sie bevorzugte damit ein Teile-und-Herrsche-Spiel und hat damit dieses Land derart gespalten, wie nie zuvor ein Kanzler dieser Republik es vermochte.“) Da auch diejenigen Parteien, die man bisher für die Opposition gehalten hatte, es sich mittlerweile in der politischen Sitzlandschaft bequem eingerichtet haben und keinen Pieps gegen Merkels eigenmächtige Politik der offenen Grenzen von sich gaben, haben sich nun eben andere Gruppierungen gefunden, die als Auffangbecken für die Empörung innerhalb der Bevölkerung dienen.

Menschen, die – aus nachvollziehbaren Gründen – Angst um Ihre Existenz und die Zukunft ihrer Kinder haben und daher gegen die Regierung demonstrieren, schnellfertig den Stempel „Nazi“ aufzudrücken und stattdessen den Kopf vor dem realen menschlichen Chaos, das man auf Regierungsebene zu verantworten hat, in den Sand zu stecken, wird sich womöglich als einer der schwerwiegendsten Fehler in der Nachkriegsgeschichte erweisen. Durch ein solch unreflektiertes Stigmatisieren lenken wir uns vor allem vor den wirklich faschistischen Tendenzen innerhalb unseres Finanz- und Wirtschaftssystems ab, das Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnet, uns aber von Angela Merkel immer noch als Gutgehts-Wellnessprogramm verkauft wird. Wenn nun sogar diejenigen ins Visier der Nazi-Keule geraten, die eigentlich den letzte Kitt eines auseinanderfallenden Sozialsystems darstellen, indem sie sich in ihrer Freizeit dafür mühen, das auszubügeln, was die Regierung verursacht hat und dass die Ärmsten im Lande zumindest abgelaufenes Essen erhalten, dann beißt sich die Katze nun wirklich in den Schwanz.

Wir bräuchten also nicht nur eine Entmerkelung, sondern dringend auch eine zweite Entnazifizierung – diesmal wirklich „im Sinne des Wortes“: Unter der Ägide Merkels hat das Wort „Nazi“ einen dermaßen inflationären Missbrauch gefunden, dass es mittlerweile jeden Schrecken verloren hat. Bei Jung und Alt vernimmt man inzwischen: „Nazi? -Also, wenn das Nazi ist, dann bin ich auch Nazi.“

Theodor Adorno meinte: „Ich habe keine Angst vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.“ Waren Adornos Worte zu seinen Lebzeiten noch eine vage Unheilsahnung, so hat diese Ahnung heute bereits bedrohlich reale Formen angenommen: In einem offenen Brief warnen führende Konstrukteure der CIA-/NSA-Bürgerüberwachungsmaschinerie davor, dass wir gerade „schlüsselfertige Tyranneien“ errichten (Quelle: The Guardian).

Im Sinne Adornos täten wir also gut daran, die Nazi-Keule, mit der wir uns gegenseitig niederstrecken, wieder einzupacken und uns stattdessen auch mit denjenigen Mitbürgern wieder an einen Tisch zu setzen, die angeblich die Schmuddelkinder sind und die man mundtot machen möchte. Trotz aller Differenzen wird man im Dialog schnell sehen, dass man mit dem Anderen in Wirklichkeit sehr viel mehr gemeinsam hat als was einen von ihm scheinbar trennt. Die perfide Taktik ist es jedoch, bereits den Dialog bzw. ein Zusammenkommen zu unterbinden, indem man über massenmedialen Weg Ressentiments sät und solcherart die Bürger in einer Zeit, in der sie eigentlich zusammenhalten müssten, spaltet, isoliert und politisch marginalisiert.

Im Zuge dieser Manipulation wird immer noch das aus dem Mittelalter stammende Klischee bedient, das uns über Jahrhunderte in Angst und Schrecken gehalten und sich daher in unser Unterbewusstsein eingebrannt hat, auch wenn wir uns für noch so aufgeklärt und libertär halten: „Die Guten sind die, die sich der herrschenden Macht unterordnen (damals die Kirche), die Bösen und Verdammenswerten sind die Andersdenkenden (die Ketzer und Häretiker, heute: Querfront u. dgl.), die sich aus der herrschenden Meinung emanzipieren und eigenständig denken.“ – Wenn wir dieses inquisitorische Dogma sprengen, wäre unendlich viel ausgerichtet. In Wirklichkeit ist es nämlich dieses plumpe kirchliche Dogma, das in unserer Gesellschaft jegliche wirkliche Entwicklung blockiert und uns die individuelle Handlungskraft raubt. Dabei sind der Kaiser und der Papst heute nackt – niemand exkommuniziert und verbrennt uns heute mehr, wenn wir uns aus dem Mainstream emanzipieren! In Wirklichkeit ist es diese Emanzipation aus dem zur Normalität erklärten medialen Wahnsinn, der nun in der Merkapolypse zu enden droht, nach der wir uns aus unserem tiefsten Inneren heraus sehnen.

Wer sie trotz allem Gegenwind wagt, ist dem Abgrund der Merkapolypse und der Zombiefikation bereits fast schon entronnen.

Nightmare 2018: Ein Jahr wie Freitag, der 13. – Freddy Krueger kommt! … und keiner merkelt’s


Angela Merkel / Freddy Krueger
(Flickr-European People’s Party-CC BY 2.0 / Wikimedia-Pat Loika-CC BY 2.0)

„Eins, zwei – Freddy kommt vorbei.
Drei, vier – er steht vor deiner Tür.
Fünf, sechs – nimm dein Kruzifix
/ jetzt holt dich gleich die Hex‘.
Sieben, acht – schlaf nicht ein bei Nacht.
Neun, zehn – du sollst nicht schlafen gehn!“
(aus: Nightmare, „Das Lied vom bösen, schwarzen Mann“)

Die meisten sind wohl der Meinung, dass das von Merkel und Macron zum „Schicksalsjahr für Europa“ ausgerufene Jahr 2018 ein Jahr wird wie jedes andere zuvor, in dem der marktkonforme Bürger wie gewohnt zur Arbeit geht, abends den Flachbildschirm einschaltet, im täglichen Rat Race die üblichen Zumutungen hinnimmt, aber in gewohnter Manier eben „noch das Beste daraus macht“. Dass die schier endlosen Bockbierströme versiegen und demnächst Schluss mit Lustig sein könnte, ist angesichts der auf Hochtouren brummenden Wirtschaft und des auf Hochglanz polierten Entertainmentangebots kaum vorstellbar.

Wenn sogar in regierungsnahen Leitmedien wie dem Spiegel kurz vor der Jahreswende festgestellt wird, dass unser System „zutiefst krank, unmoralisch und unanständig“ sei und  Jakob Augstein „unter dem Glanz die moralische Verrottung“ verortet, dann nimmt der fernsehende SpiegelBildleser dies beiläufig zur Kenntnis, bevor er weiter zum Sportteil und in das SUV-Special blättert. Warum sollte unsere dicke Eiche ausgerechnet jetzt umfallen, wo doch schon seit Jahren unablässig an ihr gesägt wird und sich unsere Ohren an das Jaulen der Kettensäge und an das Krachen herunterfallender Äste gewöhnt haben?

Nun, in der Tat haben wir den Dichtern und Denkern unseres Landes viel zu verdanken. Es hat erstaunlich lange gedauert, bis die Substanz, die sie unserer Kultur gespendet haben, wirklich restlos aufgezehrt war, und dies trotz hemmungslosem Raubbau am moralischen Fundament unserer Gesellschaft. Nun ist es aber soweit: Nach 12 Jahren „Lethargokratie“ (P. Sloterdijk) und nacktem Nihilismus naht das 13. Jahr der Ägide Merkel heran. Kenner der Filmreihen „Freitag der 13.“ und „Nightmare“ wissen, was die Zahl 13 am Kalender bedeutet: Freddy Krueger kommt und rechnet ab.

Der transatlantische Dunkelmann mit der scharfgezahnten Kralle kommt keinesfalls überraschend. Als marktkonformer „Fair Play“-Typ neoliberalen Zuschnitts hat er uns zuvor von allen Seiten ausgiebig mit Powerpoint-Folien beworben, uns aus allen Leitmedien und Flachbildschirmen angegrinst und jedem, der Augen hat zum Sehen, gezeigt, was er in seinem Bauchladen anzubieten hat. Zuletzt vor der Bundestagswahl hat er uns sogar explizit gefragt: „Wollt ihr wirklich, dass ich komme?“ – Die Ausrede, dass wir den Dunkelmann ja gar nicht eingeladen haben, werden wir also nicht haben.

Während nach der Jahreswende das Böllern und Korkenknallen gerade verebbt ist, ahnen im Zuge der frisch frisierten Wirtschaftsprognosen fürs kommende Jahr die wenigsten, welche Detonationen und Implosionen dieses Jahr auf uns warten. Denn während wir gerade dabei sind, das Konfetti zusammenzukehren und unseren Rausch auszuschlafen, ist Freddy Krueger bereits aus seinem transatlantischen B20-Jumbo abgesprungen und segelt in Tarnkleidung und nachtschwarzem Fallschirm nun hämisch grinsend auf jenes Land zu, in dem sogar bankrotte Immobilienmakler unter der Brücke der festen Überzeugung sind, dass sie hier immer noch gut und gerne leben und besonders schlaue Kerlchen sind (siehe facebook).

Zurück aber zu Freddy Krueger und Angela Merkel. Was sich in unserer technikverliebten Wohlstandskrankheitsgesellschaft wahrlich niemand nachsagen lassen kann, ist mangelnder Fortschritt. Nichts darf bleiben wie es ist, wenn es nicht schon morgen weggeschmissen werden will. Alles muss sich dem alternativlosen Innovationsdruck des Marktes fügen und smarter werden als es gestern war. Sogar Freddy Krueger war nach der Intention der Drehbuchschreiber zuerst nur als „stilles, mordendes Monster“ ohne nennenswerte Persönlichkeitsmerkmale intendiert, hat dann jedoch im Laufe der Serie einen gewissen sarkastischen Humor entwickelt, der schließlich zu seinem Markenzeichen wurde.

Auch Angela Merkel hat bewiesen, dass sie Freddy Krueger diesbezüglich in nichts nachsteht. Während sie noch lange Zeit als „Frau ohne Eigenschaften“ mit pastös-dumpfem Charisma angesehen wurde, so hat die Pastorentochter zuletzt am Berliner Kirchtag unter Beweis gestellt, dass sie auch mit Drohnenkönigen wie Barrack Obama auf höchstem politischem Niveau über die Macht feixen kann. Auf den Hinweis des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, dass mit Obama der „lange Zeit mächtigste Mann der Welt“ neben ihm sitze, antwortete Merkel schlagfertig, dass es zunächst einmal sie selbst sei, die neben dem Kirchenfürsten sitze. Vom Forbes-Magazin 2017 zum siebenten Mal in Folge zur „mächtigsten Frau der Welt“ gekürt, ist sie ja trotz des von Sloterdijk diagnostizierten inneren Hohlraums kein Fliegengewicht. Auch der dumpf-gläserne Blick Merkels hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Zwischen den gewohnten Lethargiephasen blitzt an ihren Augen neuerdings auch immer wieder ein abgefeimtes, listiges Funkeln auf, das bezeugt, dass hinter der scheinbaren Willfährigkeit und Resignation doch auch eine gewisse Lust an der Macht und womöglich sogar Lust am Angriff wohnt.


Foto: White House/Public domain

Wohin die unerwartete Angriffslust der Rautenkanzlerin führen kann (erstmals seit dem zweiten Weltkrieg liegen wieder deutsche Panzer unmittelbar an der russischen Grenze und üben mit unseren von jenseits des Atlantik angereisten „verlässlichen Freunden“ atomare Erstschlagsszenarien), hat NATO-Oberstleutleutnant Steven Gventer bereits verkündet: „Wir sind bereit tödlich zu werden“. Ebenso unmissverständlich hat Kreml-Berater Sergej Karaganow bereits erklärt, was eine Eskalation im momentanen NATO-Säbelrasseln für Deutschland bedeuten würde: Die Atommacht Russland wäre nicht bereit, jemals wieder auf eigenem Territorium zu kämpfen, sondern würde das Schlamerkelland in solchem Falle einfach per Knopfdruck verdampfen (siehe Interview in Spiegel).

Doch auch wenn uns das Schicksal, aufgrund eines technischen Gebrechens oder aufgrund irrationalen Handelns eines Militärbediensteten verdampft zu werden, erspart bleibt, bewahrt uns dies nicht vor dem Schicksal, das uns die Rautenkönigin bereitet hat. Während der scheinbaren Wohlstandsjahre der Ägide Merkel wurden bereits alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet, um das Land der Dichter und Denker von fachkundigen Masseverwaltern abzuwickeln und dem alternativlosen Fortschritt bzw. der transatlantischen Endlösung der Vernunftfrage (siehe „Die Glyphosat-Kanzlerin und die Große Depression“) den Weg zu ebnen.

Dasjenige, was die Kanzlerin als alternativloses Glaubensbekenntnis unablässig gepredigt hat,  wird nun in den absoluten Mittelpunkt rücken: der reine Nutzwert und damit die Ausschlachtung noch verbliebener Umwelt- und Humanressourcen. Was durch Restbestände humanitärer Werte bisher abgemildert wurde, wird also jetzt schlagend werden und uns an die Wand drücken. Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in den Partnerschaften. Ebenso wie im gesamtgesellschaftlichen Diskurs ist daher auch im Persönlichen und in Beziehungsangelegenheiten mit einer verstärkten Tendenz zu Zersplitterung und Konflikten zu rechnen, die den Menschen ihr Fundament rauben möchte. Man hält den Druck der unerträglich gewordenen soziopolitischen Atmosphäre nicht mehr aus und beginnt am falschen Platz zu streiten: mit seinem Nächsten, denn der ist immerhin greifbar, während das eigentliche Übel ungreifbar ist.

Durch eine omnipräsente Werbe- und Medienmaschinerie (siehe „Mercedes neue „Grow up“-Kampagne und Chomskys Dressur zu Habsucht, Passivität und Unterwerfung“) wird dem zunehmend erschöpften Menschen suggeriert, dass er sich durch einen hedonistischen Lebensstil mit emotionalen Kicks wieder ein bisschen vitaler fühlen und seine Erniedrigung an einem rein funktionalisierten Arbeitsplatz kompensieren kann. Wer diesen Lifestyle-Suggestionen unreflektiert folgt, wird jedoch bemerken, dass die Erschöpfung, die er überwinden wollte, nach jedem einzelnen Kick nur noch größer wird als zuvor und er sich damit sukzessive auf ein Level sub zero befördert (siehe „Duchless – Seelenkalt“).

Das Jahr hat bereits unter schlechten Vorzeichen begonnen: China weigert sich, weiterhin den von uns ausgeführten Plastikmüll zu übernehmen, sodass Europa nun ein gewaltiges Müllproblem hat (siehe Süddeutsche). Aber nicht nur der Plastikmüll wird ab nun auf uns selbst zurückfallen, auch andere Altlasten und verstrahlter Sondermüll unserer Außenpolitik werden uns um die Ohren fliegen. Diejenige kleinkrämerische „Austeritäts“-Politik, die scheinbar den größten Vorteil für das eigene Land proklamieren wollte, während der Rest Europas und der Welt ruhig vor die Hunde gehen konnte (gemäß der von Werner Rügemer verbalisierten Merkel’schen Devise: „Mir geht es gut, sonst ist mir alles scheißegal“), wird sich nun als allergrößter Nachteil herausstellen und in Form eines überdimensionalen Bumerangs auf uns zurückschlagen. Wir werden von Glück reden können, wenn uns dieser Bumerang nicht köpft, sondern uns nur eine heftige Blessur einbringt. Zu Boden werfen wird er uns allerdings unweigerlich. Denn der Zeitpunkt, an dem Deutschland noch die Kurve hätte kriegen könnte, ist bereits überschritten und das Land wird nach 12 Jahren Blinde-Kuh-Spiel und listiger Trickbetrügerei nun einem Schicksal entgegengehen, das sich niemand, der täglich Tagesschau und Heidi Klums Grinsekatzenshow guckt, hätte ausmalen können.

Judgement Day

„Alle können’s sehen, aber alle schauen weg,
und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck …“
(Reinhard Mey, Das Narrenschiff)

Von welchen äußeren Erschütterungen das Jahr begleitet sein wird, lässt sich nicht vorhersagen, jedoch wird die psychische Situation dramatisch kulminieren, da die schwarzen Wolken der marktkonformen Lügen-/Manipulationsmaschinerie nun ein Stadium solch extremer Ballung erreicht haben, dass sie unmittelbar vorm Abregnen stehen.

Nach 12 Jahren Regentschaft durch die „Hohlraumfigur“ Merkel [(c) P. Sloterdijk] hat Deutschland nun einen derartigen Grad an lethargischer Zersetzung erreicht, dass das Grauen im kommenden Jahr den Deckel vom Gutgehts-Topf abheben und auf das ganze Land überquabbeln wird.

Was die Ursache des unvermittelten Breakdowns ist? Nun, wer beim Zugucken der unsäglichen Bundespressekonferenzen und dgl. meint, dass Lüge eben nur Lüge sei, der irrt leider ganz gewaltig. Lüge, besonders wenn sie systematisch und auf höchster politischer Ebene betrieben wird, bildet einen erstickenden schwarzen Teppich, der uns mit der Zeit von jeglichem Sonnenlicht abschirmt, die gesamtgesellschaftliche Atmosphäre determiniert und alle zivilisatorischen Errungenschaften in sich zu verschlingen droht. Der kurzfristige Vorteil, den man sich mit der Lüge zu verschaffen vermeint, rächt sich also durch eine hundertfache Erschwernis, die uns sogar Kopf und Kragen kosten könnte.

Jede Lüge ist des Weiteren wie eine Tasse Gift, die man in den Brunnen leert, aus dem wir alle trinken. Zu meinen, dass man Worte beliebig missbrauchen könne, um desaströse ökonomische oder geostrategische Machenschaften zu verschleiern, ist ein folgenschwerer Irrtum, dessen sich der ehemalige UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld noch bewusst war: „Achtung vor dem Wort ist die erste Forderung in der Disziplin, durch welche der Mensch zur Reife finden kann (…) Das Wort missbrauchen, heißt die Menschen verachten. Das unterminiert die Brücken und vergiftet die Quellen. So führt es uns rückwärts auf der Menschwerdung langem Weg.“ (aus: Dag Hammarskjöld, „Zeichen am Weg“, Pattloch Verlag, S.99 )

Wenn der SPD-Bundesvize Ralf Stegner den politischen Erfolg Merkels auf dem durchgängigen Grundsatz: „Alles ist richtig, auch das Gegenteil“ begründet sieht (siehe Handelsblatt), dann darf sich nun jeder selbst ausrechnen, worauf dieser Erfolg wirklich gründet und wie es nach 12 Jahren „Alles ist richtig, auch das Gegenteil“ nun um unsere Brücken und unsere Quellen bestellt ist – und wie weit wir rückwärts geführt wurden.

 


folgt: „Nightmare 2018 – Teil 2: Was uns im kommenden Jahr erwartet und wie wir den Shitstorm überstehen können“

Vorneweg: Ohne jetzt unnötig Gänsehaut erzeugen zu wollen, aber das Übergossenwerden mit dem zähschwarzen Schlagregen, der 2018 abgeht, wird Depressionen und Angstzustände exponentiell ansteigen lassen. Um diesen Regen zu überstehen, tut man gut daran, die Ursache der demnächst kulminierenden psychischen Beschwernisse nicht bei sich selbst zu suchen (wozu insbesondere Menschen mit gutem Willen tendieren), sondern sich schlicht zu sagen: Das ist einfach der von außen kommende transatlantische Fäkalienregen, der uns nun durchnässt bis auf die Knochen. Es wird lausig werden … ein echte Härteprobe, wie sie unsere Wohlschandsgesellschaft noch nicht erlebt hat… – und dennoch: vielleicht die einzige Chance, um uns vom reinen Wahnsinn zu kurieren, den man uns zur Normalität erklärt hat … und dann mit ganz neuen Voraussetzungen und Motiven in die Zukunft zu gehen.

 

***
Nachsatz: Wieso sich ein Parkwächter, der eigentlich mit den Niederungen des Daseins und dem Säubern städtischer Liegewiesen von Hundewürsten betraut ist, in die Vogelperspektive aufschwingt und die Großwetterlage prognostizieren kann? Woher hat er die Daten, die ihn mitten im Allzeithoch von DAX und Dow Jones zu dieser vermessenen Jahresvorhersage berechtigen? – Nun, ich kann versichern, dass sie nicht bloß aus meinem flauen Bauchgefühl oder einem Hang zu Negativismus kommen (ich bin eigentlich eine naive Frohnatur und ein notorischer Zweckoptimist), sondern aus Quellen mit Hand und Fuß. Der Parkwächter hat aus alten Studentenzeiten immer noch einen Draht zu diesen Quellen, die über ein globales Satellitennetzwerk und umfassende seismologische Frühwarnsysteme verfügen, die für dpa und Reuters aus guten Gründen nicht verfügbar sind, deren Prognosen sich bisher jedoch ausnahmslos als Volltreffer erwiesen haben. Damit diese Quellen weiter sprudeln, möchte sie der Parkwächter auch nicht unnötig dem Licht der Öffentlichkeit preisgeben. So kann man seinen Worten denn nun glauben oder auch nicht … aber ist das bei unseren DIN-ISO zertifizierten Leitmedien nicht auch so?

Dschungelcamp Jamaika: Abgeblasen! – Weiter angesagt: Die Glyphosat-Kanzlerin und die Große Depression … und das Puff für alle

„Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.“

(Reinhard Mey, Das Narrenschiff)

Deutschland am Highway to Hell

Obwohl bereits eine Wiederauflage der Großen Depression – pardon: der Großen Koalition droht, so konnte man zumindest kurz aufatmen: Immerhin ist die Jamaika-Koalition gescheitert. Nicht nur die Rautenkanzlerin war empört, vor allem die Grünen toben, haben sie sich doch bereits an Muttis Futtertrog und an den Pfründen der Macht gesehen, zu denen Young Leaders wie Cem Özdemir ja eingehend geschult wurden, und nun das: Der FDP-Chef schmeißt das Handtuch, da er meint, es sei „besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren“. Als „unverantwortlich, unseriös, berechnend“ bezeichnet Grünen-Chefin Simone Peter diesen Rückzug. Auch der PNAC-Bruder Cem Özdemir ist stinksauer (nein, ich habe nicht Penner gesagt, ich habe PNAC gesagt – dazu unten gleich mehr). Die deutschen Leitmedien stimmen in das Wehklagen mit ein: vor „historischer Instabilität“ wird gewarnt und gar an „Weimar“ erinnert.

Schauen wir uns also kurz einmal an, welche grandiose Kapazität und Zukunftshoffnung mit Jamaika verlorengegangen ist. Nicht, weil es Freude macht, im Unrat zu wühlen, sondern um an die abgründige Gefahr zu gemahnen, die Deutschland und Europa immer noch droht – denn die alternativlose Dauerkanzlerin ist wild entschlossen, weiterzuregieren, notfalls auch in Form einer Minderheitsregierung. Das fest in transatlantischer Hand befindliche Zepter abgeben – nein, das geht gar nicht.

Fangen wir gleich bei Ihrer Majestät höchstpersönlich an, der zu Ehren der US-Konzern Mattel sogar eine eigene Barbiepuppe im drolligen Merkel-Look anfertigen ließ (ich setzte dazu jetzt keinen Link, will schließlich keinem Leser den Appetit zum Abendessen verderben). Peter Sloterdijk bezeichnet sie als bloße „Hohlraumfigur in einer Lethargokratie“ und diagnostiziert: „Wo Politik war, wird betreutes Dahindämmern“ (Quelle: Handelsblatt).


(Bild: Jacques Prilleau CC BY)

Mancher mag jetzt zu „Dahindämmern“ schnuckelige Assoziationen haben wie z.B. Oktoberfestbierstimmung auf der Wies’n oder ein Lala-Land, „in dem wir gut und gerne leben“. Leider wird der Merkel‘sche Dämmerschlaf von anderen Global Playern, die im Gegenzug umso schärfer wach sind, eiskalt ausgenutzt.  In der zur marktkonformen Demokratie umgebauten Bundesrepublik spielen sich daher inzwischen gespenstische Szenen ab, bei denen sich Willy Brandt im Grab umdrehen würde. Erstmals seit Ende des zweiten Weltkriegs liegen wieder deutsche Panzertruppen nur 120 km vor St. Petersburg und harren dort der ihnen erteilten Befehle aus der NATO-Kommandozentrale. In dieser Zentrale hat man den Businessplan für einen Krieg gegen Russland indes bereits allen Ernstes auf den Tisch gelegt. Das von den führenden Generälen von US Army, Marine und Air Force verkündete Ergebnis war positiv:  Die USA werden gewinnen, es würde nur etwas länger dauern und ein bisschen mehr kosten als erwartet (Quelle: New Eastern Outlook). Um diesen Businessplan der Generäle auch zügig umsetzen zu können, fordert die NATO nun, dass deutsche Straßen und Schienennetze für einen zügigen Transport von Panzern und Truppen Richtung Russland auf militärisch taugliche Weise ausgebaut werden (siehe jungewelt). Während hierzulande der Highway to Hell gebaut wird, fliegen entlang der russischen Grenze NATO-Jets und üben Atombombenabwürfe.

Überhaupt scheut Mutti für ihre „verlässlichen Freunde“ keine Kosten und Mühen. Die USA wollen das Atomwaffenarsenal in Europa erneuern und unter anderem in der Eifel 20 neue Atombomben vom Typ B 61-12 stationieren. Laut Spiegel-Bericht sollen erste Bomben ab 2020 in Europa verfügbar sein. Zum Ausbau der Nuklearwaffenlager seien 154 Millionen Dollar vorgesehen, Deutschland trage ein Fünftel der Kosten, das sind 30 Millionen (Quelle: Zeit). Laut einem weiteren Bericht in der Zeit sollte 2015 damit begonnen werden, die Software deutscher Tornado-Jagdbomber auf die neuen Atomwaffen einzustellen. Die Programmierung ist dann nun vermutlich bald abgeschlossen und Muttis Tornados erstschlagsfähig – sollten sie aufgrund eines alternativlosen Befehls aus Washington wirklich losschlagen, dann steht jedenfalls eines fest: Dann wird die Lüge der Rautenmuhme tatsächlich Wahrheit werden: Dann werden wir alle, samt Kind, Katz, Hund und SUV, in ein Land befördert, in dem wir „gut und gerne leben“ – für immer.

Während es unsere MinisterInnen voll lustig finden, anlässlich der kommenden WM „auf jeden Fall schießendes Personal nach Russland zu schicken“ (o-Ton von der Leyen), so findet man das atomare Hazardspiel auf Seiten Russlands mittlerweile nicht mehr zum Lachen. In einem Spiegel-Interview bringt Kreml-Berater Sergej Karaganow unmissverständlich zum Ausdruck, was eine Eskalation im momentanen NATO-Säbelrasseln für Deutschland bedeutete: Es würde ins offene Messer laufen. Russland wäre nicht bereit, sich auf eigenem Territorium in Scharmützel verwickeln zu lassen, sondern würde uns in solchem Falle einfach per Knopfdruck verdampfen (siehe Spiegel):

„Russland wird nie wieder auf seinem eigenen Territorium kämpfen (…) Im Falle einer Krise werden genau diese Waffen vernichtet (…) Wenn die NATO eine Aggression beginnt – gegen eine Atommacht wie uns -, wird sie bestraft werden.“

Als Martin Schulz während des Wahlkampfs forderte, alle US-Atomwaffen und damit Primärziele aus Deutschland abzuziehen (siehe Spiegel),  war Mutti Merkel diesem Vorschlag sogleich sehr abhold und drückte die US- Atombomben fest an ihre Brust. Keine Atombomben mehr in Deutschland? – Nein, das geht gar nicht!

Sonst bekommt Mutti beim Cocktail-Dinner im Atlantikbrücke-Verein womöglich nicht mehr das wohlwollende Schulterklopfen ihrer „verlässlichen Freunde“ (wie sehr auf diese Freunde Verlass ist, hat Peter Frey in einem historischen Psychogramm kurz zusammengefasst – samt dem Szenario, auf das wir mit diesen geistesverlassenen  Freunden am Steuer gerade zusteuern). In dieser vom Journalisten T. Pritzl als eine der mächtigsten Pressuregroups der BRD bezeichneten Organisation (siehe free21: „Wie die Atlantik-Brücke die BRD lenkt“) ist jedoch nicht nur die Kanzlerin fest inkorporiert, auch die anderen Jamaika-Piraten, die sich Mutti ins Regierungsboot holen wollte, sind im Club der Alternativlosen und Unipolaren. Albrecht Müller bezeichnet hierbei die Grünen Spitzenkandidaten Özdemir und Göring-Eckardt als „eingefleischte Atlantiker und Russenhasser“, mit denen es am Kabinettstisch schlimmer gewesen wäre als mit Außenminister Gabriel, bei dem Müller zumindest noch ein Stück Vernunft und Friedfertigkeit gegenüber Russland verortete (siehe Nachdenkseiten).

Das Russische Roulette der Ramstein-Kanzlerin


Foto: Public domain / Wikimedia Commons

Was bei der Atlantikbrücken-Doktrin besonders alternativlos ist: Die „Abschreckung“ und Konfrontation mit Russland. Da soll noch jemand behaupten, dass Angela Merkel eine biedere Frau ohne Eigenschaften sei, die keine Lust am frivolen Exzess und am russischen Roulette hätte. Sechs Patronenkammern hat der an unsere eigene Schläfe angesetzte Revolver. Dreimal haben wir die unsichtbare Hand des militärisch-industriellen Marktes, dem sich unsere PNAC-Abgeordneten bedingungslos anheimgegeben haben, bereits abdrücken lassen (siehe Spiegel 1 und Spiegel 2 und Spiegel 3). – Da es  Fortuna bisher mit uns gut gemeint hat, ging der Schlaghahn des Revolvers jedesmal ins Leere und es machte nur „Klack“, die Oktoberfeste konnten weitergehen, während sich die NATO entgegen der Vereinbarung mit Michail Gorbatschow ein Ostland nach dem anderen einverleibte und nun mit Atomraketenbasen direkt an die russische Grenze herangerückt ist. – Klasse, dachten  sich die atlantikverbrückten Rhinozeren in den deutschen Politbüros und ihre Claqueure in den Schreibstuben der DIN-ISO-zertifizierten deutschen Qualitätsmedien: Die von den PNAC-Brüdern angestrebte „Full Spectrum Dominance“ schreitet planmäßig voran, die Rüstungs- und Zulieferindustrie brummt, alle haben gut bezahlte Pöstchen und dürfen auf abendlichen Gala-Diners das wohlwollende Schulterklopfen der ganz Mächtigen ernten. Und wem drei Landsitze mit zehn verschiedenen Sportwägen und SUVs nicht reichen, der kann sich in Brüssel eventuell noch ein paar Geldkoffer in die Hand drücken lassen, so wie etwa der hier mit einer versteckten Kamera gefilmte österreichische Innenminister (!) Ernst Strasser (siehe YouTube), der im Europäischen Parlament derselben  Fraktion angehört wie die Merkel’sche CDU: der  in der Europapolitik tonangebenden „Europäischen Volkspartei“. Wobei solch plumpe Korruptionäre wie im obigen Video ersichtlich ja eigentlich ins Museum gehören. Welcher Politiker ist heute schon noch so dumm und lässt sich wirklich Schmiergeld bar auf die Hand geben? – wo man im All-Inclusive-Club der VIPs doch bereits durch schlichtes Wohlverhalten viel mehr Benefits lukrieren kann: Wer im Parlament zur rechten Zeit nickt und zur rechten Zeit seinen Kopf still hält, dem winken in der Folge lukrative Versorgungspöstchen und Beraterverträge.

Wie das Merkel’sche Kabinett diese Kunst des Nickens und Stillhaltens praktiziert, schildert uns Jean Ziegler anhand eines jüngsten Erlebnisses im UN-Menschenrechtsrat (siehe Interview). Hierbei wurde vorgeschlagen, auch Konzerne der Menschenrechtskontrolle zu unterstellen, sodass etwa Bayer in Deutschland geklagt werden kann, wenn es mit seinen Pestiziden bei Menschen in Südindien Krebs verursacht. Kurz vor der Abstimmung kam aus dem Kanzleramt in Berlin die Anweisung, dass die neue Menschenrechtskonvention zu Fall gebracht werden muss. – Ganz nach der von Werner Rügemer verbalisierten Merkel’schen Parole: „Mir geht es gut, sonst ist mir alles scheißegal“.

Zwerge und Schweine

Die Kunst des Nickens und Stillhaltens wurde von Merkels transatlantischer Flachmannschaft jüngst auch in der Glyphosat-Causa unter Beweis gestellt. Während unsere GWUP-Wissenschaftler in ihren Labors angeblich „keine wissenschaftliche Konvergenz“ zur Schädlichkeit des Monansto-Gifts festgestellt haben, so bekommt man in der ARTE-Doku „Chronisch vergiftet“ Bilder aus der realen Welt  zu sehen, die einem den Magen umdrehen und Tränen in die Augen treiben können: Ein Schweinezüchter zeigt, wie innerhalb seiner Ferkelpopulation Missbildungen in Abhängigkeit des von ihm akribisch protokollierten Glyphosat-Gehalts im Futter direkt proportional zunehmen (siehe Minute 19:20). Ab Minute 41:25 bekommt man dann Bilder aus Kinderkliniken Argentiniens zu sehen, in welchen neugeborene Menschen die gleichen grässlichen Missbildungen aufweisen wie man sie bereits von den Schweinen kennt. Am Ende der Doku (42:50) resümiert der Schweinezüchter, dass es unter diesen Babyfotos nicht eine Missbildung gebe, die er nicht schon bei seinen glyphosatgeschädigten Ferkeln gesehen habe, es also nur noch eine Frage der Zeit sei, bis auch das menschliche Erbgut durch den Glyphosat-Einsatz irreversibel geschädigt werde. Damit der Hosenanzug der Kanzlerin inmitten dieser Schweinerei sauber bleibt, hat man nun auf EU-Ebene Landwirtschaftsminister Schmidt vorgeschoben, der angeblich „allein für sich entschieden“ und pro Monsanto gestimmt hat. Schmidt habe sich dafür „eine Rüge der Kanzlerin“ eingefangen, verlautbarten unsere Leitmedien in der Folge – eine Schmierenkomödie der besonders grotesken Art, die nur zeigt, für dumm man uns inzwischen hält und zu der sich eigentlich jeder Kommentar erübrigt. Als ob in einer Partei, in der seit jeher eiserner Fraktionszwang herrscht, ein dritter Zwerg von links unten es wagen würde, entgegen der Weisung der Bundespanzlerin zu entscheiden und damit seine Karriere zu ruinieren. Im Übrigen hat sich Merkel laut Aktenvermerk der Leitungsebene des Landwirtschaftsministeriums vom 24.08.2017 auf dem letzten Großagrariertag dezidiert für den Einsatz von Glyphosat ausgesprochen, warum „rügt“ sie also jetzt ihren Landwirtschaftsminister, der sich doch nur ihrem Willen angeschlossen hat?

In einem Kommentar auf Rubikon platzt auch Ulrich Mies, dem Mitautor des aktuellen Bestellers „Lügen die Medien?“ der Kragen. Er spricht von organisierter Politkriminalität und wirft die Frage auf, wie man eine Regierung bezeichnen soll, die „auf alle Grundsätze spuckt, die für ein halbwegs funktionierendes demokratisches Gemeinwesen konstitutiv sind, die der Öffentlichkeit täglich ihre Verachtung zeigt, Amtseide, Recht und Gesetz beiseite schiebt, die Gewaltenteilung massakriert und sich längst als rechtsnihilistisches, machiavellistisches und sozialdarwinistisches Regime etabliert hat?“ In seiner Analyse kommt er nicht umhin, die Merkel‘sche Regierung mit einem Krebsgeschwür zu vergleichen, „das alle maßgeblichen Positionen in Parteien, Regierungsinstitutionen und Medien kontaminiert. Sie hält das Land im Zangengriff und metastasiert ihren widerwärtigen marktradikalen Ungeist — als Ökonomisierung — in alle Bereiche der Gesellschaft.“

Kehren wir aber vom dampfenden Schweinebraten zurück zur ausgekühlten Jamaika-Melange. Was ist uns denn außer der Schwerkraft der Rautenkönigin noch entgangen, was nach Ansicht unserer Leitmedien so beklagenswert ist?

Ungenierte Verschwörungen und Grünes Fracking

Die Grünen mit ihren Taktgebern Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt wären mit von der Partie gewesen, beide natürlich eingefleischte Mitglieder bei – der Atlantik-Brücke. Özdemir geht sogar noch eine Stufe weiter. Ihm reicht das dort praktizierte Swinger-Treiben nicht, er hat Lust auf Hardcore und sich deshalb auch beim PNAC eingeschrieben (siehe Deutsch-Türkische Nachrichten). Die PNAC-Brüder – das sind keineswegs Penner, sondern ganz im Gegenteil sehr ausgeschlafene Kerlchen, die seit Jahren höchst erfolgreich eine politische Agenda in die Realität umsetzen, die eigentlich wie der Plot eines schlechten Psycho-Thrillers klingt. Sogar im Spiegel gab man sich seinerzeit, als die transatlantische Direktive die Schreibstuben noch nicht ganz übernommen hatte, fassungslos über die PNAC-Pläne, die dermaßen bizarr klingen, dass man sie zunächst als „Hirngespinste“ abtun wollte. Das Problem: Diese Hirngespinste des 1997 von Dick Cheney und ande­ren Neo­­­kon­­­ser­­va­­tiven ge­gründeten PNAC werden seit der Ära von George W. Bush, der die PNAC-Brüder in höchste Regierungsstellen hievte, konsequent in die Realität umgesetzt. Das erklärte Ziel des PNAC: die un­ein­ge­schränkte US-Welt­­herr­­schaf‌t in einem „neuen amerikanischen Jahrhundert“. In einem öffentlich einsehbaren Stra­tegie­­papier antizipiert der PNAC bereits im Jahre 2000 ein »neues Pearl Harbor« als Legi­ti­ma­tion für eine US-Offensive zur globalen Dominanz.

Siehe dazu einen Spiegel Artikel aus März 2003 – ein Artikel, der heute undenkbar wäre (sich mit den Plänen der Reichen und Mächtigen beschäftigen – nein, das geht gar nicht mehr, das wäre ja Verschwörungstheorie):

„Konzepte für eine solche Politik existieren in der Tat. Sie wurden bereits in den neunziger Jahren in ultrarechten „Think Tanks“ entwickelt – Denkfabriken, in denen Kalte Krieger aus dem Dunstkreis von Geheimdiensten und Erweckungskirchen, von Rüstungs- und Ölkonzernen gespenstisch anmutende Pläne für eine neue Weltordnung schmiedeten.

In den Visionen der Falken wird das Völkerrecht durch das Recht des Stärkeren ersetzt. Am allerstärksten soll, natürlich, stets die einzig verbliebene Supermacht sein.

Zu diesem Zweck müssten die USA dauerhaft in der Lage sein, die Rohstoffvorräte des Planeten zu kontrollieren und jeden möglichen Konkurrenten klein zu kriegen und klein zu halten – mit allen Mitteln diplomatischer und publizistischer, ökonomischer und militärischer Macht, notfalls auch per Präventivkrieg.

Was immer in den Neunzigern in den Think Tanks ausgeheckt wurde, von einer Entmachtung der Uno bis hin zu Serien künftiger Unterwerfungskriege – es war das glatte Gegenteil einer Verschwörung: Fast alle dieser Weltmachtsvisionen sind veröffentlicht worden, einige per Internet zugänglich.

Lange Zeit freilich wurden die Elaborate als Hirngespinste abgetan, verfasst von intellektuellen Außenseitern, erzkonservativen Relikten aus der Reagan-Ära, kaltgestellten Kalten Kriegern, die, finanziell unterstützt von Lobby-Organisationen, in irgendwelchen Studierstuben politisch überwinterten, während in Washington Bill Clinton und sein Vize Al Gore regierten …“ 

Im Ausland stationierte US-Streitkräfte bezeichneten die Autoren in der kernigen Sprache des Wilden Westens als „Kavallerie im neuen amerikanischen Grenzland“ („the cavalry on the new American frontier“)

(…)

Mit atemberaubendem Tempo setzten die neuen Herren die PNAC-Strategie um. Bush kündigte reihenweise internationale Verträge aus der Clinton-Ära, brüskierte die Uno und behandelte Verbündete wie Vasallen. Und als nach den Anschlägen vom 11. September 2001 die blanke Angst in Amerika regierte und im Land Milzbrandbriefe kursierten, war aus Sicht der Bushisten offenbar die Zeit reif dafür, auch die alten Irak-Pläne aus der PNAC-Schublade zu holen. Bereits sechs Tage nach dem Anschlag auf das World Trade Center unterzeichnete Bush einen Exekutivbefehl, in dem er nicht nur Order gab, einen Krieg gegen das Terrornetzwerk und gegen die Taliban vorzubereiten. Ein zunächst geheim gehaltener zweiter Absatz befahl den Militärs, Szenarien für einen Irakkrieg zu erarbeiten.“

In Teil 2 des Spiegel-Artikels aus 2003 werden die Washingtoner Machteliten sogar als Bellizisten, also als Kriegstreiber bezeichnet. Heute, 15 Jahre später unter der Ägide Merkel würde umgehend der Kopf des Journalisten rollen – sind solche Betrachtungen doch ein klarer Fall von Antiamerikanismus:

„Die Anmaßung der Washingtoner Bellizisten, am amerikanischen Wesen die Welt genesen zu lassen und ganz allein über Krieg und Frieden zu entscheiden, schockiert Experten …

Allzu lange, kritisiert der hessische Friedens- und Konfliktforscher Harald Müller, habe auch die Berliner Regierung die 2001 vollzogene radikale Kehrtwendung der US-Außenpolitik unter Bush „geflissentlich übersehen, verschwiegen, heruntergespielt“.

Dabei sei das Programm der Bush-Administration unverkennbar: „Amerika tut, was es will. Internationale Regeln gelten, wenn es den eigenen Interessen nutzt, werden gebrochen, ignoriert oder gar nicht erst akzeptiert, wenn sie irgendwelche Opfer abfordern.“ Kurzum: „Die USA wollen totale Handlungsfähigkeit für sich: Weltpolitik nach Gutsherrenart.“

„Verliebt in die Idee des Krieges“

Schon als voriges Jahr die PNAC-Studie der Bushisten publik wurde, wetterte der Labour-Abgeordnete Tam Dalyell, eines der dienstältesten Mitglieder des britischen Unterhauses: „Das ist Schund aus rechten Denkfabriken, in denen Falken mit Spatzenhirnen hocken – Leute, die nie den Schrecken des Krieges erlebt haben, aber verliebt sind in die Idee des Krieges.“ Und mit einem Seitenhieb auf Tony Blair: „Ich bin entsetzt, dass ein britischer Labour-Premier mit einer Bande von solcherart moralischer Statur ins Bett steigt.“

Nun ja, wenn schon Tony Blair keine Hemmungen gezeigt hat, mit einer „Bande von solcherart moralischer Statur ins Bett zu steigen“, warum sollten dann Cem Özdemir oder Angela Merkel welche haben? Und warum sollten Spiegel-Redakteure im Jahre 2017 Hemmungen haben, der transatlatischen Direktive und den PNAC-Brüdern  den Mund zu leihen? Leben sie doch prächtig in ihren ledergepolsterten Etablissements, in deren Tiefgarage es laut Bericht von Jens Berger (siehe Der rote Tisch) eine Porsche-Dichte gibt, die man nirgendwo sonst findet.

Und während Michail Gorbatschow warnt, dass wir die nächsten Jahre nicht überleben werden, wenn wir die NATO-Konfrontation an der Grenze zu  Russland nicht entschärfen, wird in den Schreibstuben unserer Leitmedien mit bisher unbekannter Leichtfertigkeit über die Möglichkeit eines atomaren Erstschlags diskutiert und zu noch mehr „Abschreckung“ gegen Russland getrommelt. Der ehemalige Welt-Journalist Dirk C. Fleck findet für diese Art von suizidalen Lohnschreibern gar keine passenden Worte mehr:

„Wie gesagt, da fehlen mir die Worte. Vielleicht sollte ich für diese Leute einen völlig neuen Begriff kreieren. Griegrumpf zum Beispiel. Ja, das ist gut, sie sind Griegrümpfe! Der Begriff wurde zwar eben erst von mir erfunden, ist aber schrecklicher als alles, was Menschen je in den Mund zu nehmen wagten.“

In seinem Essay „Wenn die Fetzen fliegen“ hält er den transatlantischen Claqueuren die mögliche Realität vor Augen, die sie gerade selbst herbeischreiben:

„Und dann liebe Kollegen, könnte tatsächlich etwas passieren, das Euer Zeitempfinden für den Bruchteil einer Sekunde bis in alle Ewigkeit auf den Kopf stellen wird: der atomare Alptraum. Josef Joffe könnte beim Putten zu einem Birdie fünfzig Meter weit über das gepflegte Grün in  den nächsten Bunker geschleudert werden. An der Ericusspitze 1 würden die beim Mittagstisch sitzenden Spiegel-Redakteure, von den Scheiben ihres Glaspalastes geköpft, zuckend übereinander herfallen. Bild-Chefredakteur Julian Reichelt bestiege  vielleicht gerade seinen Audi A8 in der Tiefgarage des Konzerns und findet sich plötzlich im Freien wieder, weil das Gebäude über ihm mitsamt seinem Büro auf magische Weise verschwunden ist. Andere Kollegen, die sich in den letzten Jahren die Finger wund geschrieben haben, um die Herzen der Menschen abzustumpfen, sehen ihre Kinder mit vor Schreck geweiteten Augen an sich vorbeifliegen, während ihnen selbst die Haut in Fetzen von den Knochen fällt. In der Elbphilharmonie hängt der Himmel voller Geigen und aus einem Flieger, der in zehn Kilometer über Hamburg hinweg Richtung Kopenhagen unterwegs ist, registrieren die Fluggäste erschrocken einen in rasender Geschwindigkeit aufsteigenden Pilz, der ihnen fast bis unter die Flügel reicht, während sich darunter die brennende Elbe ihren Weg durch ein gigantisches Trümmerfeld bahnt…

Hallo, Ihr Griegrümpfe, die Ihr uns zu Bewohnern eines anderen Planeten machen wollt. Eure wie unsere Zeit ist bald um, wenn Ihr so weiter macht wie bisher. Aber natürlich wollt Ihr so weiter machen. Na gut, dann hätte ich hier noch etwas für Euch: Der US-Oberst Leutnant Steven Gventer bestätigte die Dringlichkeit des NATO-Aufmarsches an der russischen Grenze. Wörtlich sagte er: „WIR SIND BEREIT, TÖDLICH ZU WERDEN!“ Wie findet Ihr das? Ist doch okay, oder?“

Vorausgesetzt, man besitzt einigen Galgenhumor, dann kann die kommende Zeit also nur heiter werden. Angela Merkel hat alle Vorarbeit Willy Brandts um eine Ost-West Entspannung zum Teufel geschickt und auch uns die Rutsche zu diesem Herren gelegt. Die Rutsche ist nun gebohnert und gut eingeseift, nur noch einen kleinen Ruck braucht es, und die Höllenfahrt kann beginnen. Scheinbar ist auf der Politbühe niemand da, der gewillt ist, uns vor dieser Fahrt zu bewahren. Sogar die Wurzeln der Grünen als ehemaliger Friedenspartei sind heute de facto vertrocknet. Wie im Mosaik Blog angemerkt, sind „das Spitzenpersonal und die eigentlichen Machtstrukturen in der Partei vollkommen vom Realo-Flügel geprägt“. Es sind dort jetzt also „Realos“ am Ruder, d.h. Personen, die bereits alle Ideale aufgegeben und vor den transatlantischen Sachzwängen bedingungslos kapituliert haben. Realos, die sich sogar als Erfüllungsgehilfen des Fracking-Prinzips verdingen („Put in poison, get out money“) und aktiv für ein „neues amerikanisches Jahrhundert“ , also für die restlose Ausschlachtung und Verödung unseres bereits großflächig in Brand gesetzten blauen Planeten arbeiten. Über den Skandal, dass dieser Planet nicht nur aufgrund vielfältiger Umweltgifte darniederliegt, sondern auch durch den sinnlosen Einsatz von Uran-Munition unserer verlässlichen Freunde irreversibel geschädigt wird, herrscht in unseren Qualitätsmedien eisernes Schweigen. Lediglich einige Ärzte, die ihre Laufbahn bereits hinter sich haben, wagen darüber zu reden, wer dies in seiner aktiven Zeit tut, wird umgehend weggemobbt (siehe Nachdenkseiten). Der Wille der Grünen zum Widerstand gegen solch himmelschreienden Wahnsinn (siehe auch Frieder Wagners Dokumentarfilm „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“) ist gleich Null. Dann lieber mit aller Verve für ein viertes Geschlecht im Pass kämpfen. Der Grüne 4.0 liebt nicht mehr den Wald, sondern die Wüste und hat Todessehnsucht nach dem digitalen Nirvana, da ihn die quälenden Schatten seiner verratenen Ideale nicht mehr ruhig schlafen lassen.

Digital First – Bedenken Second.

Ich weiß, der Artikel wird schon wieder viel zu lang und der Ekelpegel erreicht die Decke. Ich komme beim Thema Jamaika trotzdem nicht umhin, auch noch kurz das Thema FDP und Christian Lindner abzuhaken. Mit einer stylishen Werbekampagne konnte er auf Anhieb satte 10,7% der Wählerstimmen einfahren. Die Plakate, in denen er unter schwacher Beleuchtung in der Pose eines Rasierwasssermodels von Hugo Boss auftritt, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Das umwerfende Programm seiner von der Industrie durchfinanzierten Partei? Nicht nur eine Aufweichung der Arbeitszeitgesetze im Sinne der Arbeitgeberlobby war angesagt (siehe Freitag), man hatte sich auch einen markigen Slogan ausgedacht, der von bedingungslosem Fortschrittswillen kündet: „DIGITAL FIRST. BEDENKEN SECOND.“ Obwohl ausnahmslos alle pädagogischen und neurophysiologischen Studien eine verheerende Wirkung der Digitaltechniken bei Kindern attestieren, plädiert Lindner für noch mehr und noch frühere Digitalisierung unserer Kinder.

Foto: flickr/Aris Gionis/CC BY-NC 2.0

Ralf Lankau, Professor für Mediengestaltung und Medientheorie, kommentiert das Ansinnen Lindners wie folgt:

„Würde er sein Plädoyer wirklich ernst meinen, müsste man sich in der Tat um seine geistige Gesundheit sorgen und ihn postwendend als nicht zurechnungsfähig aus dem Verkehr ziehen. Wer die notwendige Reflexion über die Folgen von Digitaltechnik, also die klassische Technikfolgenabschätzung ausblenden will, kann weder politisch noch als Person ernst genommen werden. Andererseits passt das ins Bild.  (…) Lindner ist nicht dumm. Es geht ihm um Aufmerksamkeit und darum, sich als Politmarke aufzubauen, getreu dem neoliberalen Selbstvermarktungsmotto: Mein Wahlkampf, mein Mandat, meine Karriere. Das Ego und die Karriere Einzelner stehen im Mittelpunkt, nicht politische Fragen und sozialverträgliche Lösungen. Und das heißt dann eben auch: Für das Erreichen der eigenen Ziele, darf man gerne auch das politische System beschädigen, koste es, was es wolle.“ (Quelle: studis online)

Lindner findet die neuen digitalen Werkzeuge natürlich fantastisch: Dank digitalem Marketing und Social Engineering kann man es heute sogar als absolute Null in eine Spitzenposition schaffen, in der man ausgesorgt hat. Obwohl man eigentlich nichts kann, stellen sich Lobbyisten und Journalisten reihenweise um Termine an, als ob das eigene Büro der Nabel der Welt wäre – ist das nicht wunderbar? Kein Wunder, dass Charaktere, die den Segen des digitalen „manufacturing consent“ am eigenen Leib erfahren haben, gar nicht genug von solcher Digitalisierung bekommen können. Wenn man Kindern schon von klein auf ein digitales Endgerät vor den Kopf schnallt, wer weiß – vielleicht sind dann für eine eingängig durchdesignte Marketingkampagne nicht  bloß 10% Wählerstimmen drinnen, sondern in Zukunft sogar 50% oder mehr?

Ein Steinmeier im Dienste Ihrer Majestät

Obwohl der tiefschwarz-giftgrün-eitergelbe Jamaika-Kelch nun also zum Glück an uns vorübergeht und in den Gulli geschüttet wird, kann leider noch in keiner Weise Entwarnung gegeben werden. Denn wie es derzeit aussieht, hat sich Martin Schulz bereit erklärt, als Lückenbüßer herzuhalten, damit das Projekt Merkel weitergehen kann. Obwohl zunächst fest entschlossen, sich mit der SPD in die Opposition zurückzuziehen, hat ihn Bundespräsident Steinmeier nach einem Vier-Augen Gespräch offensichtlich zum Umdenken bewegt. Worin Steinmeier die primäre Aufgabe des  deutschen Bundespräsidenten sieht, hat er bereits bei seinem Amtsantritt unmissverständlich bekundet (Quelle: bilanz.ch) :

«Der Bundespräsident, vor allem die Mitglieder der Bundesregierung müssen Überzeugungsarbeit leisten, dass das transatlantische Fundament nicht infrage gestellt wird.»

Schulz hat scheinbar verstanden, was ihm Steinmeier als Angstszenario ausgemalt hat, falls sich die SPD nicht für Merkel opfern will: Dann würde die transatlantische Ramstein-Kanzlerin nach dem Platzen des Jamaika-Dschungelcamps ihre letzte sichere Regierungsoption verlieren und den verlässlichen Freunden jenseits des Atlantik würden in Europa womöglich ihre Felle davonschwimmen. Sollen die Milliardeninvestitionen der PNAC-Brüder und CFR-Freunde so kurz vorm Endsieg etwa umsonst gewesen sein?

Obwohl ihm selbst vor der tödlichen Umarmung durch die Glyphosat-Kanzlerin graut („In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nie eintreten“), hat Steinmeiers Appell scheinbar gegriffen und Martin Schulz ist nun selbstlos zum politischen Freitod bereit. Er bzw. seine SPD werde zwar „nicht billig zu haben sein“ verkündete er kurz nach dem Steinmeier-Rapport – was aber impliziert, dass er eben zu haben sei, und darum geht es ja in der Hauptsache (dass er nicht ganz billig zu haben sei, sondern noch ein bisschen Kleingeld rausschlagen wolle, wird jenseits des Atlantiks nur ein mitleidiges Lächeln bewirken –  als ob man bisher Kosten und Mühe gescheut hätte, um das in die Wege zu leiten, was den eigenen geostrategischen Zielen dient). Wie die Zeit vorgestern berichtete, scheint bereits alles auf Schiene zu sein:  CDU-Politiker Mohring diktierte den wartenden Journalisten folgenden Satz in die Blöcke: „Der Weg für eine große Koalition ist bereitet.“ Die Regierung werde bis März stehen.


Der Buntbarsch im Gurkenglas hat angebissen (Bild: Jacques Prilleau CC BY)

Auf Sicht fahren? – Nein, das geht gar nicht

Wer übrigens meint, dass Martin Schulz allzuviel zur Deeskalation beitragen wird, da er im Wahlkampffinale immerhin versucht hat, mit dem Verbannen von US Atombomben von deutschem Boden zu punkten, der wird wohl leider enttäuscht werden. Auf einem SPD-Parteikonvent verkündete auch Schulz aus vollem Hals seine bedingungslose Kapitulation vor dem Fortschritt und fordert, dass man in Deutschland keinesfalls „auf Sicht fahren“ dürfe, wenn man mit dem globalen Fortschritt mithalten wolle (siehe aufwachen-podcast). Die Losung lautet also „nicht auf Sicht fahren“ sollen sondern volle Pulle voraus, d.h. Schulz nimmt ganz bewusst in Kauf, dass wir, wenn wir im derzeitigen Nebel nochmals voll aufs Gas steigen, gegen die bereits in Sichtweite befindliche Wand bzw. in den Grand Canyon fahren. Ist das nicht vollkommen abgefahren, dass man so etwas heute ungestraft sagen kann? – Ich meine, jeder Lokführer, der mit dieser Devise unterwegs ist, würde wegen Gemeingefährlichkeit sofort fristlos entlassen werden.

Und wenn Schulz meint, dass bei der nebelschwangeren Hochgeschwindigkeitsfahrt über die Atlantikbrücke auf der rechten Spur ohnehin freie Bahn sei, dann hat er leider seine Rechnung ohne die Geisterfahrer von PNAC & Co. gemacht, die als „Kings oft he road“ einen feuchten Kehricht auf Verkehrsregeln und Rechtsfahrgebote geben.

Ein Puff für alle

Falls es nicht durch einen unerwarteten Tsunami doch noch zu Neuwahlen kommt, wird also die halsbrecherische Konfrontation mit Russland ebenso voranschreiten wie die schleichende Vergiftung unserer Lebengrundlagen durch Glyphosat und durch suizidalen SpiegelBildjournalismus. Und damit wir vor den Herausforderungen der Zukunft dann auch wirklich vollkommen nackt und kahlrasiert dastehen, soll unserer nachkommenden Generation durch frühkindliche Digitalisierung das Gehirn flachgebügelt und das Nervensystem sklerotisiert werden. Was dann oben im Kopf fehlt, soll im Gegenzug von Richtung der Genitalien angeschoben werden, um den vollkommen entgrenzten, zu allem bereiten Wettbewerbsbürger neoliberalen Zuschnitts zu züchten: Aufgepeppt durch grün-rotes Gender Madstreaming und „dekonstruktivistische Sexualpädagogik“ baumeln in Klassenzimmern bereits Dildos und Vaginalkugeln, werden unsere Kleinen im Unterricht darüber in Kenntnis gesetzt, dass man auch mit Sado-Maso in der Dunkelkammer Spaß haben kann (siehe welt.de). Durch frühkindliche Masturbation für 0-4jährige laut transatlantischer WHO-Richtlinie vorbereitet, sollen die Kinder im Unterricht ein „Puff für alle“ bauen und Analverkehr simulieren. Man frägt sich, was für ein Puff die fortschrittlichen Gender-Ideologen im Sinn haben, wo man doch in einer jüngsten ZDF-Doku erfährt, dass Deutschland bereits das größte Bordell Europas und zum Paradies für Sextouristen aus der ganzen Welt geworden ist (siehe  ZDFinfo: „Bordell Deutschland“ – abrufbar nur zwischen 22.00 und 6.00 Uhr).

Inzwischen gibt es bereits Erfahrungen mit den praktischen Auswirkungen der neuen Frühsexualisierung, die unsere Bundesregierung aber genauso kalt lassen wie sämtliche wissenschaftlichen Studien über die fatale Wirkung digitaler Medien auf Kinder. Im Deutschlandfunk erfährt man etwa über eine Mainzer Kita, die geschlossen werden musste, nachdem sich Kinder mit sexuellen sadistischen Gewalthandlungen gegenseitig quälten, ihre Kameraden unter Zwang entblößten und ihnen Gegenstände in die Anusöffnungen steckten. Zurück bleibt ein Scherbenhaufen von über 50 schwer traumatisierten Kleinkindern. Michael Huss, Chefarzt der Kinder- und Jugend-Psychiatrie der Rheinhessen-Fachklinik zögert noch mit der Schlussfolgerung,  ob die fortschrittlichen sexualpädagogischen Materialien wie etwa die „Pimmelpuppe Lutz“, deren Plastikpenis die Kleinkinder in die Vulva einer entsprechenden weiblichen Puppe stecken können, denn etwa womöglich doch „altersunangemessen“ gewesen sein könnten:

„Gar nicht so klassisch jetzt im sexuellen Missbrauchssinn zu verstehen, sondern eher eine stark sexuell getönte sadistische Gewalthandlung, die da zwischen den Kindern vollzogen wurde mit Erpressung, Unterdrückung, Demütigung. Das sind sehr sadistisch gewaltgeprägte Impulse, da muss man tatsächlich davon ausgehen, dass sich die Kinder das mit dieser Tönung nicht selbst ausdenken. Und ob das nun pornografisches Material ist, dem die altersunangemessen ausgesetzt waren, oder ob an ihnen selbst auch sexueller Missbrauch verübt wurde, das sind Spekulationen, aber in diese beiden Richtungen geht natürlich unser denken.“

Auch die Mainzer Staatsanwaltschaft war bei den Ermittlungen in der Kita ratlos und wusste nicht, „wie die Beteiligung von handelnden und betroffenen Kindern zu gewichten ist (…) Wer konkret von den sieben fristlos gekündigten Mitarbeitern und der Leitung als mutmaßliche Beschuldigte in Frage kommt, steht noch nicht fest.“ – am Ende wird es also wieder einmal niemand gewesen sein.

Wenn uns der nukleare Holocaust erspart bleibt, dann dürfen wir uns jedenfalls auf den sexuellen Overkill freuen, in einer Gesellschaft, in der viele Menschen unfähig sein werden für eine wirkliche partnerschaftliche Beziehung, da sie von klein auf dahingehend konditioniert wurden, in ihren Mitmenschen nur ein Lustobjekt für die eigene Triebbefriedigung zu sehen.


Foto: Fetish street festival – CC BY-SA 2.0/Wikimedia commons/Franco Folini

Apokalypse Now

Kommen wir jetzt aber zum Ende. Was soll man denn noch sagen angesichts des politischen Tagesgeschehens und der sich täglich auf Neue übertreffenden Nachrichten über immerzu noch absurderen Wahnsinn, bei dem man sich die Augen reiben muss und sich nicht mehr gewiss ist, ob man nun wacht oder das Ganze nur träumt? Nicht wenige resignieren und meinen, es sei ohnehin vergeblich, sich der mit normalem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbaren Eskalationsdynamik (siehe auch „Die Götterdämmerung 2017 und die kollektive Lust am Untergang“) entgegenzustellen. Ich weigere mich nach wie vor vehement, zu resignieren, denn es bräuchte bloß den Willen, aus der Unterhaltungsnarkose aufzuwachen und der ganze Spuk müsste sich in kurzer Zeit verziehen wie die Auspuffgase eines softwaremanipulierten VW-Motors im Wind.

Der große Trugschluss ist allerdings, dass der Merkel’sche Mummenschanz immerzu so weitergehen könnte. Wir haben nämlich aktuell einen Punkt erreicht, an dem wir auf Messers Schneide stehen. Niemand hätte gedacht, dass dann, wenn das transatlantische Hasardspiel wirklich ans existenziell Eingemachte geht, auf Regierungsebene ein derartiges Aussetzen der Vernunft und des Überlebenstriebes stattfindet. Als notorischer Zweckoptimist würde ich es zwar gerne anders sehen, aber bei nüchterner Betrachtung kommt man nicht umhin festzustellen, dass die Verhältnisse bereits dermaßen unerträglich und unser soziopolitisch-mediales System durch ein teerartiges Konvolut an Lügen und Manipulationen dermaßen verfilzt und ebenso wie die Gesprächskultur vergiftet ist, dass es naiv wäre, anzunehmen, dass es auf diese Weise noch allzulange weitergehen könnte. Der Breakdown könnte sogar relativ schnell kommen – falls man die Ägide Merkels bzw. Sloterdijks „Lethargokratie“ tatsächlich unbeirrt fortschreiben möchte, dann womöglich schon in den ersten Monaten des kommenden Jahres.

Ich rede nicht leichtfertig von Zusammenbruch, habe mich bisher auch immer gegen schnellfertige Untergangsphantasien gewehrt, aber man muss beim derzeitigen Stand der Dinge kein Hellseher sein, um Schlimmes kommen zu sehen. Selbst ein kurzsichtiger Mensch mit dicker Brille wie ich kann dies bereits absehen. Nicht weil ich in eine Kristallkugel geblickt habe, sondern schlichtweg bereits aufgrund elementarer physikalischer Gesetzmäßigkeiten: Entgegen dem Bekunden der Kanzlerin ist es nämlich nicht möglich, weichen Kuh-Dung 100 Meter hoch zu stapeln. – Auch dann nicht, wenn man diesem Misthaufen als Bindemittel Glyphosat beimischt und unseren Kindern möglichst früh ein Tablet vor den Kopf schnallt und sie zu Neanderdigitalen erzieht. Wenn der bis zur Rotglut erhitzte Motor unseres Wagens kurz vorm Kolbenreiber steht, dann wird es auch nichts nützen, die rot blinkenden Warnlämpchen aus dem Armaturenbrett zu schrauben, indem man Maaslose Maulkorbgesetze erlässt und auf „Verschwörungstheoretiker“ und „Querfrontler“ eindrischt. Das Blinde-Kuh-Spiel der Kanzlerin wird dann nur umso schneller in den Grand Canyon führen.

Unsere letzte Hoffnung: Herkules, Kastalien und die Kleeblattpartei

Trotzdem möchte ich nicht mit dem schwarzen Treibsand der Tagespolitik enden, sondern mit etwas Erbaulichem. Immerhin ist der apokalyptische Reiter Jamaika vorerst am Bundestag vorbeigeritten und wir haben eine Atempause. Der schwarz-grün-gelbe Jamaika-Cocktail wäre zweifellos der endgültige Schierling für unsere ohnehin bereits darniederliegende Kultur gewesen und hätte aus dem ehemaligen Land der Dichter und Denker ein Bassin für Lemuren und Kriechlurche gemacht. Derzeit sind auf der Politbühne zwar noch keine hoffnungsvollen Alternativen zum reinen Wahnsinn ersichtlich, aber wer weiß: vielleicht haben die Bürger im Falle von Neuwahlen ja nun endgültig die Schnauze voll vom Wahnsinn und wählen die Kleeblattpartei. Diese noch nicht gegründete Partei könnte schon nächste Woche die Bühne betreten und müsste eigentlich auf Anhieb auf mindestens 80% der Stimmen kommen, wenn uns unser Überleben lieb ist.

Während meiner Recherchen zum PNAC bin ich zufällig auch auf ein ganz anderes Thema gestoßen, das zunächst off topic erscheint, in Wirklichkeit jedoch aktuell ist wie noch niemals zuvor: Hermann Hesses „Kastalien“. In der ARTE-Doku „Hermann Hesse – Der Weg nach innen“ (siehe YouTube) wird Hesse kurz vor Ausbruch des Weltkriegs mit den Worten zitiert: „Wenn wenigsten die paar denkfähigen Menschen sich zu Vernunft und Friedensliebe bekennten statt blind und besessen auf einen neuen Krieg loszusteuern.“

Am Ende der Hesse-Doku kommt der Schweizer Literaturwissenschaftler Adolf Muschg zu Wort, der uns an „Kastalien“ erinnert, dem Entwurf einer auf dem Geist und nicht auf Macht und Technizismus beruhenden Gesellschaft, wie sie Hesse in seinem Hauptwerk „Das Glasperlenspiel“ skizziert. Im Deutschland von damals war diese Buch, das Hesse später den Nobelpreis einbringen sollte, streng verboten. Die Vorstellung eines an Kastalien orientierten Systems sei laut Adolf Muschg heute wieder von größter Aktualität, an die wir seines Erachtens anknüpfen sollten.


Hermann Hesse (Foto: PD)

Vielleicht würde es uns ja helfen, den Blick vom heillosen Treiben der sogenannten „Realos“ auf der politisch-ökonomischen Bühne loszureißen  und uns stattdessen wieder in Hesses Glasperlenspiel zu vertiefen. Ich kann mich an den Inhalt dieses Buches, das ich als Achtzehnjähriger zum ersten Mal gelesen habe, nur vage erinnern, weiß aber noch, dass Hesse darin, wie eigentlich in allen seinen Werken, auf die Quellen hinweist, die uns als Kindern des mitteleuropäischen Abendlandes eigentlich reichlich fließen, die wir im szientistisch-technokratischen Fortschrittstaumel aber unbedachterweise vergessen und zugeschüttet haben. Stattdessen haben wir uns elektronischen Surrogaten und Illusionen zugewendet, die uns aber nicht nur leer ausgehen lassen, sondern uns sogar sukzessive aushöhlen.

Wenn wir aber fähig sind, in geologisch schwierigem Boden ein Tunnelbau-Mammutprojekt wie Stuttgart 21 durchzuführen, dessen Kosten sich laut neuesten Schätzungen auf bis zu 10 Milliarden Euro auswachsen werden, nun, dann sind wir vielleicht auch fähig, die von Hermann Hesse angedeuteten Quellen wieder freizulegen. Es wird uns zwar gewiss einigen Schweiß kosten, diese Quellen zu erschließen, da ihre Flussrichtung in eine diametral andere Richtung geht, als dies unseren Gehirnwindungen durch Schule, Uni und Medien aufgeprägt wurde, aber wenn wir es schaffen, sie zum Fließen zu bringen, dann können wir dasselbe machen wie seinerzeit Herkules, als er vor der Aufgabe stand, die hoffnungslos verdreckten Ställe des Königs von Augias auszumisten. Was für Menschenhand schier unmöglich erschien, hat Herkules schließlich dadurch bewältigt, indem er einen kräftigen Fluss in die Ställe umgeleitet und sie dadurch saubergespült hat.

Nachsatz:

Wie schon erwähnt, war Hermann Hesses Glasperlenspiel  in Deutschland seinerzeit streng verboten. Merkels Massmännchen hätten das Werk auch heute zweifellos wieder auf die Indexliste gesetzt, besitzt es doch eindeutig wehrmachtzersetzende Wirkung. Die Gefahr, dass solche Bücher in größerem Umfang gelesen werden, wurde durch die oben ausgeführte Politagenda mit frühkindlicher Digitalisierung und Animalisierung jedoch bereits wirkungsvoll eingedämmt. Dschungelcamp, Heidi Klums Grinsekatzenshow und 24h-Nonstop-Entertainment leisten diesbezüglich ganze Arbeit. Das darf uns jedoch nicht entmutigen, sondern soll uns nur noch mehr anspornen. Denn im Gegensatz zu früheren Generationen können wir uns heute nicht mehr auf die kommende Generation verlassen, die den Dingen eine Wende geben wird und die alte, unbrauchbare Strukturen durch neue, menschenwürdige ersetzt – ihr wird schlichtweg die Substanz dazu fehlen. Wir können diese Aufgabe also nicht so wie die Staatsschulden einfach der kommenden Generation aufbürden, sondern wir müssen sie jetzt selbst bewerkstelligen (siehe auch Edward Snowden: „Niemand wird Dich retten – Sei Dein eigener Held!“).

Das soll uns jetzt aber nicht unnötig Stress machen. Denn auch wenn es natürlich notwendig ist, dass wir durch Wachheit und rege Beteiligung am aktuellen Diskurs dazu beitragen, das Schlimmste zu verhindern, so muss man die Situation doch so realistisch sehen, dass das etablierte politisch-ökonomisch-mediale System eigentlich kaum reformierbar ist und es daher auch nicht unbedingt sinnvoll ist, sich durch politischen Aktivismus allzusehr zu verausgaben. Dazu hat dieses System bereit vielzuviel Masse akkumuliert und besitzt nun ähnlich wie ein schwarzes Loch eine gewaltige Gravitationskraft, die geneigt ist, alles zu verschlingen. Das schwarze Loch agiert hier vollkommen indifferent: Konstruktives wird ebenso in einem bodenlosen Nichts verschlungen wie Destruktives.

Auch wenn unser Aktionsradius also momentan scheinbar gering ist, so können wir trotzdem etwas außerordentlich Wichtiges tun: wir können ein paar Samen für die Zukunft säen. – Denn dass es in Zukunft solche Samen gibt, darauf wird es ankommen, auch wenn die aktuelle Zeit – zumindest was die makropolitische Ebene betrifft – relativ verloren erscheint. Gibt es zumindest ein paar solcher Samen, dann kann man sie gießen und wieder zum Blühen bringen. Wenn man seinen Samen aufbewahrt, dann kann man sogar einen Mammutbrotbaum durch eine Eiszeit bringen und ihn später wiedererstehen lassen. Vielleicht ist das Kultivieren winziger Samen mit umso höherer Qualität heute daher sogar als weitaus wichtiger zu erachten als das, was sich auf der großen Polit- und Wirtschaftsbühne abspielt, auf die gerade alle Scheinwerfer und Kameras gerichtet sind. Lassen wir also den Mut nicht sinken und verausgaben wir uns nicht allzusehr für die relativ heillose Gegenwart bzw. für ein eigentlich kaputtes System, sondern arbeiten wir für die Zukunft … und kultivieren wir zumindest ein paar winzig erscheinende Samen – ich denke, das sind wir unseren Kindern schuldig. Und in Wirklichkeit hilft das Samen-Erzeugen nicht nur der Zukunft, sondern auch einem selbst: Es bewahrt vor der Großen Depression, die laut WHO-Prognose auf uns zukommt.

Wie man solche Samen erzeugt? – Nun, jedes konstruktive Wort, jeder konstruktive Gedanke, der nicht auf dem egoistischen Nutzprinzip und auf nackten Tatsachen beruht, sondern aus dem Reich humanistischer Poesie wie eben z.B. Hesses Glasperlenspiel geschöpft ist, IST bereits ein solcher Same. In Wirklichkeit sind genau diese Samen die einzige wirkliche Revolution und gewissermaßen der Sand im Getriebe, der das von Jean Ziegler als „kannibalische Weltordnung“ bezeichnete System in Zukunft einmal überwinden wird.

Video des Monats: In einem Land, in dem wir gut und gerne leben („Happiness“ – Steve Cutts uncut)

Wie bei allen Videos von Steve Cutts lohnt es sich, zwischendurch immer wieder auf die Pause-Taste zu drücken – sonst entgeht einem die Fülle an köstlichen subversiven Details, die der Cartoonist in seine Bilder hineingearbeitet hat. Da Steve Cutts jahrelang selbst als Werbeprofi für führende US Konzerne gearbeitet hat, beherrscht er die Klaviatur der Illusionen bis ins Letzte. Seine Fähigkeiten benützt er nun allerdings dazu, um die von einem Heer an Psychologen und akademischen Marketingexperten täglich neu aufgebrühten Imperative, die uns auf allen Kanälen und Werbeplakaten entgegengebracht werden, in ihrer ganzen Banalität zu demaskieren.

Indem wir diese Imperative von Kindheit an quasi wie mit der Muttermilch aufnehmen und internalisieren, finden wir später nichts dabei, dasselbe zu tun wie die im neuen Video ersichtlichen Kuscheltierchen, die am Bahnsteig im „no breeding area“ stehen und auf den nächsten Zug Richtung „Nowhere“ warten.

Den Weg in die Mausefalle im Büro – huch, jetzt hab‘ ich Spaßverderber schon wieder das Ende des Films verraten – pflastern Plakate, die dem junior rat hipster nochmals Lust auf mehr vom Bereits-Vielzuviel machen sollen. Auch für diejenigen, denen vom Bereits-Vielzuviel bereits schlecht ist, hat die Illusionsindustrie passende Produkte anzubieten: „Drink away that worries“ und „Shake that depression … with new Krispo flakes“.

Game Over in Las Vegas – Der American Dream im freien Fall (mit einem Requiem von Tom Petty)


Foto: cc by Parkwaechter

„Das Schlimmste, was uns passieren konnte“ – unter diesem Titel berichtet der Auslandskorrespondent des Spiegel, Roland Nelles, mit dem Brustton der Betroffenheit über die Stimmung, die nun nach dem Blutbad auf den Straßen der Vergnügungsmetropole Las Vegas herrscht: „Tieftraurig“ seien die Leute, die auf dem berühmten Las Vegas Boulevard nun mit eingezogenen Schultern unterwegs seien. Sogar die Partybummler einer Reisegruppe aus Deutschland mit bayerischen Käppies am Kopf „wussten gar nicht, wie ihnen geschieht, waren sehr verunsichert und hatten das Gefühl, im falschen Film zu sein“ sodass sie „auch sehr traurig waren und denen daher auch nicht so richtig nach Party zumute war“ (Quelle: Spiegel).

Ja, jetzt ist guter Rat wirklich teuer. Da sind die bayerischen Partybummler nach dem zu Ende gegangenen Oktoberfest gerade erst wieder von den Alkohol-Toten auferstanden und wollten weiterfeiern, und dann das: Begräbnisstimmung statt Tittytainment! Da kann man nur hoffen, dass die bayerischen Partylöwen vor ihrer Reise eine gute Spaßausfallsversicherung abgeschlossen haben (wie hieß nochmal die Versicherung, die damit geworben hat, dass sie „Stein und Bein, Himmel und Erde“ versichert?). Wo kommt man denn hin, wenn man nicht einmal mehr in Las Vegas auf seine Kosten kommt?

Als „Akt des absolut Bösen“ bezeichnete US Präsident Trump die Tat des Heckenschützen Stephen C. Paddock, der aus dem 32. Stock des Mandalay Bay Hotels mit Schnellfeuergewehren wahllos in die Menge eines Country-Konzerts schoss und dabei 59 Besucher tötete sowie etwa 500 weitere verletzte. Unsere Leitmedien berichten ausgiebig über die Twitter-Botschaften von Ariana Grande, Beyonce und sonstigen Neo-Madonnas, in denen diese ihre Fassungslosigkeit darüber zum Ausdruck bringen, wie es denn möglich ist, dass man in einer vollkommen durchspaßten Gesellschaft neuerdings fortwährend damit rechnen muss, dass einem der Spaß verdorben wird. Ja wirklich, gäbe es diese „Akte des Bösen“ nicht, dann wäre doch alles Friede, Freude, Eierkuchen und wir könnten mit dem „American Way of Life“ weitermachen wie gewohnt. Sogar der vor kurzem verstorbene US Geostratege Zbigniew Brzezinski, der für die Präsidenten Carter bis Obama die Leitsätze des American Dream definiert hat, konnte mit Worten nicht genau beschreiben, was den „nicht genauer bestimmbaren, aber erheblichen“ kulturellen Reiz des American Way of Life ausmache, den er aber nichtsdestoweniger als eine der wesentlichen Säulen ansah, auf der „Amerikas imperiale Macht beruht“ (Quelle: Z. Brzezinski, „Die einzige Weltmacht“)

Wie wird es mit „Amerikas imperialer Macht“ weitergehen, wenn diese Säule nun nicht mehr trägt? – Wobei ja nicht nur die Tittytainment-Säule bröckelt, laut einer jüngsten Pentagon-Studie (siehe Rubikon) befindet sich auch die Finanz-Säule der USA bereits genauso im freien Fall wie das WTC7-Gebäude im unten ersichtlichen Video – ein freier Fall, der einen beispiellosen globalen „Krieg gegen den Terror“ mit mittlerweile über 1,5 Millionen Todesopfern nach sich gezogen hat und der als Kollateralschaden all unsere Grundsätze und Grundrechte sukzessive verschlingt.

[Disclaimer: Der Verfasser ist der Überzeugung, dass die Ermordung Cäsars die definitiv letzte Verschwörung der Menscheitsgeschichte war und insofern gegen Verschwörungstheorien mindestens genauso resistent wie die Bundeskanzlerin – außerdem: Was verstehen Architekten und Ingenieure schon von Bauwerken und Statik? Er verlinkt diese von den 2400 „Architects and Engineers for 9/11 truth“ erstellte Parodie von Tom Petty’s „Free falling“ einzig aufgrund  sentimentaler Anwandlungen zum vorgestrigen Tod der Rocklegende Tom Petty  (siehe Nachruf in der FAZ: „Der letzte Dinosaurier“), der uns mit seinem Gassenhauer „Free fallin“ seinerzeit ein unbeschreibliches neues Lebensgefühl geschenkt und damit den American Dream zu einem emotionalen Klangkunstwerk kondensiert hat, das in zwei Minuten mehr über das Lebensgefühl des unsagbaren American Dream aussagt als Zbigniew Brzezinski in seinem 300 Seiten dicken Wälzer „Die einzige Weltmacht“. – Die 9/11 Architects and Engineers liefern zu diesem Meisterwerk des Rock nun die finale Bilderkulisse; so wie ich Tom Petty kenne, wird er es den „Architects and Engineers“ im Jenseits nicht übelnehmen, sondern besitzt genügend schwarzen Humor, um über dieses Update zu seinem Kultlied bei aller Tragik wohlwollend zu schmunzeln.]


Nachsatz:
Unter den zahllosen oberflächlichen Berichten zum Las Vegas Massaker erscheint mir der Kommentar von Stephan Bartunek (siehe KenFM) erwähnenswert. Auszug:

„… ich vertrete mit größerer Vehemenz den Standpunkt, dass es eine Debatte braucht, die viel tiefer geht, die eindringt in ein kollektives Bewusstsein aus dem auch Stephen Paddock gespeist wurde. Der Geist einer Nation, die sich selbst als Speerspitze der westlichen Zivilisation sieht und eben auch von großen Teilen der westlichen Machteliten und ihren Lakaien als diese verteidigt wird. Der Geist einer Nation, die sich mit der Idee von Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten schmückt und mit diesen wunderbaren Ideen letzten Endes nur überschminkt, was tatsächlich darunter verborgen ist: Zerstörtes Fleisch und Massen an Blut.

Das Beständigste an den vereinigten Staaten von Amerika ist letzten Endes nur, dass diese mit unglaublicher Brutalität, roher Gewalt und unfassbarer Skrupellosigkeit entstehen konnten. Und die Stabilität dieser monströsen Formation ist nur gewährt, wenn weiter und immer weiter diese Gewalt in einem kollektiven Geist erhalten bleibt und auch gefördert wird. Idealerweise wird dazu ein Feind geschaffen und dann zerstört – egal ob fiktiv oder real. Getötet wird verteilt über den gesamten Globus oder eben abstrakt im Kino und Fernsehen, in der Kunst und schafft so diese Kultur. Der brave Bürger des Westens konsumiert, lebt diesen Irrsinn und wird dabei wahnsinnig ohne es jemals zu bemerken. Meistens halt. Denn ab uns zu passiert es eben dann doch, was gerade wieder passiert ist und ein großes Fragezeichen hängt dann in der Luft, die doch ohnehin schon voller triefender Ausrufezeichen ist.

Oh du Land der Freien und Tapferen!

Natürlich ist es wenig gerecht, wenn ich mich hier alleine an den USA abarbeite. Den blutrünstigen Wahnsinn, den ich hier am Beispiel der vereinigten Staaten beschreibe, gibt es schon viel länger als erst seit knapp über 500 Jahren. Er nennt sich Militarismus und Herrschaft und zog seine Schneise quer durch die Weltgeschichte, knechtete ganze Kontinente, vernichtete Völker, Kulturen und Landschaften und erzog uns Menschen zu dem, was sich heute unter der Gesellschaftspyramide vereint. Gebückte Wesen denen ihr kindlicher, liebender Geist heraus erzogen und heraus befohlen wurde, getrimmt auf systemischen Gehorsam und immer wieder konfrontiert mit drohender Vernichtung und Vergeltung – egal auf welcher Ebene. Die Gewalt ist immer präsent und sucht sich ihre Wege.

Das Entsetzen über die Gewalteskalation von Stephen Paddock ist deshalb so groß, weil es zu einem guten Teil nur schlecht gespielt ist. Es dient letzten Endes nur dazu um sich mit diesen oberflächlichen Fragen davon abzulenken worauf unsere gerühmte und glorifizierte Zivilisation eigentlich steht.“

Juli 2016: Deutschland rüstet für Krieg und Bürgerkrieg. Volk pennt.

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Montag, 11.7.2016. Eifel. Es ist erst vier Tage her,  da lag wieder genug Material vor, um etwas über den Krieg zu schreiben. Im Prinzip wären dann mal wieder andere Themen dran – doch gelegentlich gallopiert die Entwicklung den Erwartungen davon. Ja – er ist wieder denkbar, der Weltkrieg, der nukleare Holocaust. Suchen Sie mal einen Artikel darüber, der sich groß über das Versagen der Diplomatie ausläßt – das Versagen der deutschen Diplomatie, der EU-Diplomatie und der US-Diplomatie. „Diplomatie“ ist ein Geschäftszweig, der nicht eingerichtet wurde, um bequeme Pöstchen für Funktionärssöhnchen zu schaffen, sondern eine Einrichtung, die Kriege verhindern soll – bis in alle Zukunft hinein. Darum investieren wir Unsummen an Geld, damit die Regierungen der Länder beständig auf unterschiedlichen Ebenen miteinander kommunizieren können, um Eskalationen jeder Art schon weit im Vorfeld verhindern zu können. Wieso reden wir da seit einigen Jahren wieder vom Krieg? Sie werden in den ökonomisierten Medien kaum Berichte darüber finden, wie sehr sämtliche diplomatischen Kanäle versagt haben müssen, um die aktuelle Entwicklung nachvollziehbar zu beschreiben. Sie werden sogar kaum Berichte über Diplomatie finden, alles konzentriert sich auf den Besuch von Kanzlerin und Außenminister in Russland – als gäbe es nicht im Umfeld der Botschaften Tausende von Kontakten, über die man eine realistische Bestandsaufnahme machen könnte.

Stattdessen durfte ich kürzlich die Verteidigungsministerin (die auf jeden Fall schießendes Personal nach Russland schicken will – siehe Spiegel, ein ziemlich dämlicher und riskanter Witz für hochdotierte, sicherheitsrelevante Politiker, die im Ernstfall das Oberkommando über dieses Personal haben) in einem ZDF-Interview beobachten, die erstaunlich klare Botschaften für uns hatte: „wir“ sind in einer Position der Stärke und wollen noch stärker werden … und Russland ist recht schwach. Damit spricht sie über ein Faktum, das kaum im Bewusstein der Öffentlichkeit existiert: im Gegensatz zur Sowjetunion ist „Russland“ ein kleines Land – mit viel Raum. Russland hat gerade nochmal so viel Einwohner wie Deutschland und Frankreich zusammen – wenn  hier Menschenmassen auf die Schlachtfelder strömen, so kommen sie aus dem Westen und nicht – wie früher – aus dem Osten. Erschütternd auch die Aussage über den Kriegsgrund gegen Russland: das Codewort „Ukraine“ reicht hier völlig aus.

Was wissen wir eigentlich über den „Fall Ukraine“? Das man uns eine Geschichte erzählt hat, die nicht ganz den Tatsachen entspricht – spätere ARD-Berichte ließen die Aussagen Putins glaubhafter werden, dass die alte Mär von „böse Regierung schießt auf gutes Volk“ nicht ganz stimmen kann: auch die „guten“ von der „friedlichen Revolution“ setzten Scharfschützen ein (siehe Spiegel), wodurch Putins Meinung, dass hier „externe Scharfschützen“ auf beide Seiten schossen, etwas mehr Gewicht bekommt. Wir wissen, dass Angela Merkel Bundeswehrsoldaten in der Ukraine im Einsatz hatte – vier „Inspektoren“ der Bundeswehr, aus deren Mission mit Not eine „OSZE“-Mission gestrickt wurde (siehe Spiegel) – ein Riesenskandal der in Zivil reisenden Beobachter, die mit einer OSZE-Mission nur wenig zu tun hatten (siehe Zeit):

„Allerdings werden in der Tat diese Beobachter nicht von der OSZE selbst entsandt: Die Missionen reisen auf Bitten der Ukraine ins Land, aufgrund einer bilateralen Vereinbarung – und berichten auch nicht an die OSZE-Leitung, sondern an ihre Heimatstaaten.“

Und damit werden das Merkels Agenten in der Ukraine.  Viel mehr wissen wir auch nicht – die Berichterstattung der deutschen Medien zum Thema „Ukraine“ war derart einseitig gefärbt (siehe Freitag), dass 63 Prozent der Zuschauer „wenig oder gar kein Vertrauen“ in die Berichterstattung mehr hatten (siehe NDR) – dass auf Seiten der „Guten“ auch SS-Symbole und Hakenkreuze zu beobachten waren, wurde schlichtweg ignoriert (siehe Handelsblatt).

Wofür soll das Stichwort „Ukraine“ also stehen? Jenes Stichwort, dass nun – neben „Putin“ – zum Kriegsgrund wird, obwohl „Einmischung in innere Angelegenheiten eines Landes“ von der UN untersagt sind? Ja – wäre für mich interessant, wie die massive Einmischung der Konrad-Adenauer-Stiftung angesichts des Verbotes der Einmischung in „innere Angelegenheiten“ gerechtfertigt wird (siehe unric.org), Kapitel 1, Artikel 2.7:

„Aus dieser Charta kann eine Befugnis der Vereinten Nationen zum Eingreifen in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zuständigkeit eines Staates gehören, oder eine Verpflichtung der Mitglieder, solche Angelegenheiten einer Regelung auf Grund dieser Charta zu unterwerfen, nicht abgeleitet werden“

Ebenso interessant: die Zielrichtung der UN – die eigentlich jeder Schüler in Deutschland auswendig aussagen müsste, die aber wahrscheinlich nur wenigen bekannt ist:

„WIR, DIE VÖLKER DER VEREINTEN NATIONEN – FEST ENTSCHLOSSEN, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat“

Der Krieg galt als Feind der Menschheit – nicht der Putin. „Der Krieg“ hat aber wieder Gefolgsleute gefunden, die ihn in die Welt tragen – in den Irak, nach Afghanistan, nach Libyen, nach Syrien, in den Jemen, nach Grenada, nach Panama – nicht zu vergessen Korea und Vietnam – um nur ein paar zu nennen. Über das beständige Versagen der UN im Kampf gegen den Krieg werden sicher noch Untersuchungen angestellt werden müssen – Untersuchungen, die für die Geldgeber der UN hochnotpeinlich wären, weshalb sie – mit ihren Lügen über Massenvernichtungswaffen – diese Arbeiten sicher im Keim ersticken möchten.

Erinnern wir uns aber auch an die klaren Anweisungen der UN (also: der demokratischen Gemeinschaft aller Nationen mit Sonderstimmrecht und Sonderverantwortung der Atommächte), wie im Konfliktfall vorzugehen ist:

Kapitel VI, Artikel 33.1

Die Parteien einer Streitigkeit, deren Fortdauer geeignet ist, die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit zu gefährden, bemühen sich zunächst um eine Beilegung durch Verhandlung, Untersuchung, Vermittlung, Vergleich, Schiedsspruch, gerichtliche Entscheidung, Inanspruchnahme regionaler Einrichtungen oder Abmachungen oder durch andere friedliche Mittel eigener Wahl.

Verhandlungen, Untersuchungen, Vermittlung, Vergleich, Schiedsspruch – so die Vorgaben der UN. Was aber macht die Nato – in unverbrämter Zurschaustellung der Arroganz der Macht? Entsendet Truppen an die weit vorgerückten Grenzen, dämonisiert die Gegenpartei, verfälscht Informationen, belügt die Öffentlichkeit, startet diletantische Geheimoperationen, mischt sich massiv in die Angelegenheiten fremder Länder ein – und gibt einen feuchten Kericht auf die Meinung der angeblich für die Demokratie so bedeutsamen Öffentlichkeit, die – mit großer verbaler Gewalt – auf Krieg getrimmt wird (siehe WSWS):

„Der Leitartikel in der aktuellen Ausgabe des Spiegel unter dem Titel „Putins Aggressionen“ ist ein kaum verhohlener Kriegsaufruf gegen Russland.“

Dabei hat diese „Nato“ eigene Probleme, die für die demokratische Zivilgesellschaft äußerst gefährlich sind, doch im Kampf gegen die Bestie Putin, den Gestalt gewordenen Teufel, Kannibalen und Kirchenkollektenklauer sind alle anderen degenerativen Erscheinungen dem Endsieg unterzuordnen – auch wenn sie sehr bedenklich sind (siehe Spiegel):

„Polen auf dem Weg zum autoritären Staat: Im Eilverfahren boxte die neue Regierung eine umstrittene Gesetzesänderung durch. Hochrangige Juristen sehen darin einen Angriff auf die Demokratie. Der konservative Politiker Kaczynski will Kritiker mundtot machen.“

Das geschieht innerhalb der Nato. Aber: wer will sich mit diesem Moloch schon außereinandersetzen, wo doch auch Deutsche gute Geschäfte mit dessen Kriegen machen (siehe Spiegel):

„Staaten, die mit Waffen handeln, tragen Mitverantwortung an der Ausbreitung des IS. Diesen Vorwurf erhebt Amnesty International. Auch Deutschlands Aktivitäten seien ein Lehrbeispiel dafür, wie man „Gräueltaten im großen Stil befördert“.“

Wir hätten da genug vor der eigenen Türe zu kehren – doch diese Versuche bleiben in der Formulierung von Fragen stecken, auf die niemand wirklich eine Antwort haben will – wie zum Beispiel im Falle der „Todeslisten“ der US-Armee in Afghanistan, die man auch als gezielte Massenmorde beschreiben kann – und die nicht nur Taliban trafen (siehe Spiegel):

„Darf eine Demokratie ihre Feinde gezielt töten, wenn es nicht um die Verhinderung eines unmittelbar bevorstehenden Angriffs geht? Und rechtfertigt das Ziel, möglichst viele Taliban auszuschalten, den Tod von unbeteiligten Männern, Frauen und Kindern?“

Die Antwort darauf wäre einfach: nein, sie darf nicht töten. Wir haben da konkrete Bedingungen zur Aburteilung von Straftätern, die werden nicht auf Regierungsbeschluss in fremden Ländern einfach so von der Armee erschossen – aber hier weht halt ein neuer Wind durch die Demokratien des Westens, der vor keinem Tabu mehr halt macht.

Ein Beispiel für diesen neuen Wind? Vielleicht sogar aus dem Mutterland der Demokratie selbst? Ein Beispiel dafür, dass zeigt, was wir Bürger denen noch wert sind?

Gern (siehe Spiegel):

„Die amerikanische Bundespolizei, das FBI, betreibt Recherchen der Nachrichtenagentur Associated Press zufolge eine eigene kleine Luftflotte. Die FBI-Piloten sind über vielen Städten heimlich unterwegs; ihre Maschinen sind Überwachungsgeräte, mit Kameras und zuweilen Mobilfunk-Überwachungstechnik ausgerüstet. Innerhalb eines Zeitraums von nur 30 Tagen will AP mehr als hundert solche Überwachungsflüge in 30 Städten nachgewiesen haben, verteilt auf elf US-Staaten.“

Wir betreten dort eine sehr schmutzige Welt, von der wir – seien wir ehrlich – in Wirklichkeit gar nichts wissen wollen … das würde uns den Schlaf rauben. Lauschen Sie weiter den deutschen Qualitätsmedien:

„AP zufolge hat die Regierung von US-Präsident Barack Obama bis vor Kurzem lokale Behörden in geheimen Vereinbarungen angewiesen, die Tatsache, dass sie selbst solche Techniken benutzen, geheim zu halten. Staatsanwälte seien sogar aufgefordert worden, Ermittlungsverfahren lieber einzustellen, statt vor Gericht einzugestehen, dass man diese Technik benutzt habe.“

Das ist eine Bedrohung für unsere innere Sicherheit – nicht der Putin. Das ist eine offene Verschwörung gegen das amerikanische Volk – und gegen alle Völker der Nato: man müßte Sturm dagegen laufen. Aber … die Existenz von „geheimen Todeslisten“ schreckt vielleicht schon jetzt viele Kritiker ab. Hinter den Kulissen der Aufführungen für das Volk scheint eine andere Sprache gesprochen zu werden (siehe Spiegel):

„Warum gewährt Deutschland Edward Snowden kein Asyl? Der Enthüllungsjournalist Greenwald hat eine Erklärung – sie soll von Vizekanzler Gabriel stammen. Demnach haben die USA Deutschland angeblich unter Druck gesetzt.“

Eine Aussage, die natürlich von allen dementiert wird – dabei sind es erfahrene US-Politologen wie George Friedman, die die imperiale Politik wie folgt beschreiben (siehe NRHZ):

„Schon lange sehen sich die USA als die rechtmäßigen Nachfahren der alten Römer, die so klug waren, keine Truppen in entlegene Regionen außerhalb des Römischen Imperiums zu entsenden. Dort wurden prorömische Könige eingesetzt. Diese Könige waren für den prorömischen Frieden verantwortlich. Nur die Imperien, die versuchten, direkt die okkupierten Gebiete zu regieren, solche Imperien scheiterten, wie es mit dem Nazi-Imperium der Fall war.“

Prorömische Könige? Oder „geführte Führungspersonen“ – über die Albrecht Müller sich aktuell Gedanken macht (siehe Nachdenkseiten).

Man mag davon halten, was man will – plausibel wird die Geschichte durch Herrn Müllers Sicht schon – was nicht heißt, dass sie wahr sein muss. Aber sie erklärt uns halt stimmig Erscheinungen, gegen die der Westen massiv protestieren müsste – über die aber nur lapidar berichtet wird (siehe Zeit):

„Seit Beginn der Ukraine-Krise wächst in Polen die Zahl paramilitärischer Truppen. Nun will die Regierung 35.000 Freiwillige ausbilden – als Antwort auf Russland.“

Paramilitärische Verbände? Nun – die SS war ein paramilitärischer Verband, die SA, die Contras in Nicaragua, Drogenbarone und Mafia bilden paramilitärischer Verbände aus – ein Staat braucht sie nicht, er hat ja die reguläre Armee für den Kampf gegen Feinde von Außen und Polizei für die Aufrechterhaltung der demokratischen Zivilgesellschaft im Inneren: paramilitärische Verbände sind per se ein Angriff auf das Gewaltmonopol des Staates und berühren somit substantiell die demokratische Zivilgesellschaft, die nun mit einer neuen privaten Armee zurechtkommen muss. Das sollte ein Putin in seinem Land mal wagen: wir würden sofort Zeter und Mordio schreien.

Protest aus Deutschland gegen diese ungeheuerliche Entwicklung?

Fehlanzeige.

Ganz im Gegenteil: im Schatten der Fußball-WM wurden ganz schnell ganz gewaltige Entscheidungen gefällt, die den Frieden in Deutschland massiv gefährden (siehe Zeit):

„Deutschland hat sich sicherheitspolitisch gewandelt. Am Freitag sagte Kanzlerin Merkel beim Nato-Gipfel in Warschau, dass die Bundeswehr die Führung eines Bataillons in Litauen übernehmen werde. Die neuen Bedrohungen durch die russische Aggressionspolitik im Osten und durch den islamistischen Terror im Süden des Nato-Bündnisgebietes haben die Bundesregierung veranlasst, die Kultur politischer und militärischer Zurückhaltung aufzugeben, die über Jahrzehnte ein eingeübtes Verhaltensgebot der deutschen politischen Führung war.“

Ist Ihnen klar, was sie da gerade gelesen haben? Die Regierung kündigt an, in Zukunft massiv gegen das Friedensgebot der UN zu verstoßen. An Stelle von Verhandlungen, Untersuchungen, Vermittlung und Vergleich werden nun … mit anderen Worten formuliert – die Waffen sprechen. Die „Agression von Russland“ wird kritiklos als Faktum gesetzt – und erinnert mich an die Dämonisierung der Juden im Dritten Reich.

Das hoch verschuldete Deutschland wird seine Militärausgaben fast verdoppeln (siehe N-TV) um seine Führungsrolle im nächsten Angriffskrieg einnehmen zu können (darf ich das so formulieren?). Und man hat sich gleichzeitig auch gegen Widerstand aus der Bevölkerung abgesichert (siehe Zeit):

„Die Bundeswehr bereitet sich gegenwärtig auf Übungen mit der Polizei für einen Einsatz im Innern vor, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Entsprechende Planungen sollen bereits in der kommenden Woche beginnen, bestätigte das Verteidigungsministerium auf Anfrage der Zeitung. Im Weißbuch der Bundeswehr, das in Kürze veröffentlicht wird, werden solche Einsätze ebenfalls angekündigt.“

Die Begründung? Terrorangriffe.

Die Begründung für die „Agression“ Russlands (siehe Zeit):

„Vor allem die osteuropäischen Mitgliedsstaaten der Nato sehen sich bedroht, seit Russland völkerrechtswidrig die ukrainische Halbinsel Krim annektiert hatte.“

Eine glatte Lüge – aber davon haben wir ja schon genug gehört. Die gehören für uns ja schon zum Alltag. Wie bitte? Sie zweifeln an meinen Worten? Gut – dann lesen Sie bitte die FAZ (siehe FAZ):

„Hat Russland die Krim annektiert? Nein. Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein. Waren sie also rechtens? Nein; sie verstießen gegen die ukrainische Verfassung (aber das ist keine Frage des Völkerrechts). Hätte aber Russland wegen dieser Verfassungswidrigkeit den Beitritt der Krim nicht ablehnen müssen? Nein; die ukrainische Verfassung bindet Russland nicht. War dessen Handeln also völkerrechtsgemäß? Nein; jedenfalls seine militärische Präsenz auf der Krim außerhalb seiner Pachtgebiete dort war völkerrechtswidrig. Folgt daraus nicht, dass die von dieser Militärpräsenz erst möglich gemachte Abspaltung der Krim null und nichtig war und somit deren nachfolgender Beitritt zu Russland doch nichts anderes als eine maskierte Annexion? Nein.

Die offiziellen Bekundungen westlicher Regierungen lauten anders.“

Die Wahrheit ist immer das erste Opfer des Krieges – und das nehmen unsere bezahlten Journalisten und Politiker gelassen hin, aus Gründen, über die wir nur wild spekulieren können. Der Krieg kann – infolge eines schrecklichen „Unfalls“ – schon im nächsten Monat ausbrechen. Oder auch nicht.

Aber ausbrechen wird er auf jeden Fall, weil er mit Absicht und Willen vorangetrieben wird. Damit sollten Sie sicherheitshalber rechnen.

 

 

 

Was wir heute brauchen wie ein Loch im Knie: „Bodenständige“ Politiker im Maulwurfspelz und AFX-Parteien

31 Maulwurf

Foto:[Copyrighted free use] v. Sir Boris, Quelle   

Die Gänsehaut steht dem Politologen Philipp Ruch noch am Rücken wie nach einer Geisterbahnfahrt durch ein Mumienkabinett:

„Ich war kürzlich wieder im Bundestag – das war grausam, ein Armutszeugnis. Wer den Nährboden für Kleingeistigkeit sucht, sollte genau dorthin gehen. Die Mitglieder der Bundesregierung sind Verwalter des Status quo. Keiner von denen ist es gewohnt, unkonventionell zu denken oder seine Fantasie anzuschmeißen. Keiner von denen hat eine Vorstellung davon, wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen könnte. […] Die derzeitige politische Führung ist die reinste Provokation. Diese Gleichgültigkeit im Land ist grauenvoll und gefährlich. […] Aber unsere Politiker verteilen Schlaftabletten.“ (Interview in Telepolis, 07.01.2016)

Peter Sloterdijk hat dazu einen weniger emotionalen, sondern mehr philosophischen Zugang. Wir leben, so Sloterdijk, längst in einer „Lethargokratie“ – „Wo Politik war, wird betreutes Dahindämmern“ (siehe Handelsblatt). Auch Merkel kommt in seiner Betrachtung nicht gut weg – er bezeichnet sie wenig schmeichelhaft als „Hohlraumfigur“.  Während Sloterdijk den „Lügenäther heute so dicht wie zu Zeiten des Kalten Krieges“ einschätzt, hält er hingegen den EU Kommissionspräsidenten  Jean-Claude Juncker mit seinem Ausspruch „Wenn es ernst wird, musst du lügen“ durchaus für keinen Zyniker: „Juncker ist kein Zyniker. Er ist ein redlicher Arbeiter in der wahrheitslosen Sphäre, die man Politik nennt. Insofern fast ein Journalist.“

Mit einem Wort also: In besagter wahrheitsloser Sphäre der Politik haben heute Pragmatiker das Sagen. Sie wollen die fernsehenden Bürger mit noch mehr Wohlschand und Wirtschaftwachsdumm beglücken, obwohl uns diese Schande und Dummheit bereits in jeder Hinsicht an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Aber macht nichts, die Losung lautet: Wir brauchen einfach nur noch mehr davon, dann wird’s schon wieder aufwärts gehen. So wie es auch Donald Trump verspricht, der robuste Unternehmer, der weiß wie man sich in einem Krokodilteich das Recht des Stärkeren zunutze macht und der „America great again“ machen will.

Was ist übrigens so „great“ am American Lifestyle? Nicht einmal die Chefapologeten wissen es so richtig. In seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ spricht US Präsidentenberater Zbigniew Brzezinski vom „nicht genauer bestimmbaren, aber erheblichen kulturellen Reiz des american way of life“, den er neben „der Fähigkeit, riesige wirtschaftliche und technologische Ressourcen umgehend für militärische Zwecke einzusetzen“ als die beiden Hauptfaktoren bezeichnete, auf der „Amerikas imperiale Macht beruht“.

Nachdem der frenetische Applaus, den Trump für sein Wahlversprechen erntet, verebbt ist, kommen dem ein oder anderen vielleicht auch die Worte von Christian Morgenstern in den Sinn:

„Wozu, so fragt man sich, Reichtum, Wohlstand, Macht,
wenn alles dies den Menschen nur verflacht?“

Und in der Tat ist die frühere Begeisterung über den American Way of Life bei den meisten Menschen, inklusive den Amerikanern selbst, mittlerweile stark abgeflacht. Ernüchterung, sogar Untergangsstimmung hat sich breitgemacht, auch wenn es nicht jedermann so radikal formuliert wie  Georges Clemenceau: „Amerika – das ist die Entwicklung von der Barbarei zur Dekadenz ohne den Umweg über die Kultur“.

Aber wir brauchen gar nicht zu unseren transatlantischen Freunden gucken, vor unserer eigenen Tür gibt es genauso viel zu kehren. Unsere TTIP Politiker haben inzwischen den gleichen rosa Hasen im Programm, den sie auf der Showbühne medienwirksam aus dem Zauberhut ziehen: ein frisch geföhntes, strahlrosa Vieh mit Duracell-Batterien im Hintern, LED-Blinklichtern in den Augen und Bluetooth-Stöpseln in den Ohren, das solange blind im Takt trommelt bis die Batterien alle sind – ein Synonym quasi für den uniformen, leistungsbereiten Wettbewerbsbürger, wie er heute en masse an den Schulen und Unis gezüchtet wird (siehe Züchtung zum Axolotl-Bürger).

„Visionen? Wer Visionen hat, braucht einen Arzt!“, meinte schon Altbundeskanzler Schmidt auf die naive Frage der Jugend nach menschengerechten politischen Perspektiven. Er erntete damit ebensolch sattes Gelächter wie Berlusconi, als er in einer TV-Show einer verzweifelten jungen Italienerin die Frage beantwortete, wie sie als working poor ihre Existenz bestreiten solle. Der Cavaliere schmunzelnd: „Nun, Sie könnten doch einen der Söhne Berlusconis heiraten.“

Unsere Politiker geben sich stattdessen gerne als Pragmatiker, als Realos – als „bodenständig“ … dabei ist der Stand bzw. das Menschenbild, das sie haben, bereits so unterirdisch und sub-zero, dass man nicht einmal mehr ihre Ohrenspitzen aus dem Boden herausragen sieht.

Aber da der Wähler bisher mit Vorliebe solch „bodenständigen“ Typen das Mandat gegeben hat, haben wir heute die groteske Situation, dass unsere Parlamente randvoll besetzt sind mit Personen, die die Welt aus einer Maulwurfsperspektive betrachten. Und es ist eben eine dunkle und feuchte Welt, in der es darum geht, sich durch die Erde zu graben und nach Würmern zu schürfen. Nicht, dass diese Weltsicht falsch wäre – aus der Sicht eines Maulwurfs ist sie die einzig richtige Realität. Und der Maulwurf kann auch gar nicht anders, als dieser Realität gemäß zu handeln. Auch liegt es in seiner Natur, jede darüber hinausgehende Realität zu leugnen. Wenn man ihm erzählte, dass es da oben noch eine ganz andere Welt gibt, mit Sonne, Sternen, Regenbögen, Blitzen und Hurrikans – der Maulwurf würde das große Zittern bekommen und vor Aufregung in die Nähe eines Herzinfarkts geraten. Schon alleine die Vorstellung, dass seine ans Dunkel gewöhnten Augen der strahlenden Sonne ausgesetzt werden, bereitet ihm Schmerz. Er muss eine solche Realität also schon aus reinem Selbstschutz abwehren.

Das Problem ist nur: Indem die Maulwürfe die Maulwurfsrealität zur einzig gültigen und möglichen Realität erklären, bleibt diese auch für den Rest der Bevölkerung alternativlos.

Da jedoch der Großteil von uns Zweibeinern in Wirklichkeit gar nicht der Spezies der Maulwürfe zugehörig ist, man uns aber trotzdem ein Dahinvegetieren in einer lichtlosen und kalten Umgebung aufnötigt, verwundert es nicht, dass mittlerweile Vitamin-D-Mangel und seelischer Rheumatismus epidemisch zunehmen und wir in dieser vermeintlich alternativlosen Welt zugrunde zu gehen drohen. So werden Depressionen lt. WHO-Statistik innerhalb der nächsten 15 Jahre die Volkskrankheit Nr.1 sein (siehe Ärztezeitung).

„We have elections, but we have no choice“, schrien wütende junge Menschen seinerzeit während der Unruhen in den Vororten von Paris in die Kameras – sie hatten damals die Wahl zwischen Nicolas Sarkozy und Segolene Royal, Kandidaten verschiedener Parteien, aber Absolventen der gleichen Schulen und Universitäten, also aus denselben ideologischen Kaderschmieden kommend. Eine akademische Schicht, von der Noam Chomsky sagt, dass sie „deeply indoctrinated“ (zu deutsch: zutiefst gehirngewaschen) ist.

In der Tat ist es in unserem Zeitalter der Postdemokratie relativ einerlei, welche drei Buchstaben eine Partei trägt. Da alle Köpfe dieser Parteien vom Förderband desselben Schul- und Universitätssystems gelaufen sind und daher im gleichen (szientistisch-technokratisch-nihilistischen) Takt ticken, ist es auch relativ bedeutungslos, welche Partei gerade an der Macht ist – nach kurzer Zeit wird auch eine neugewählte Partei „auf Linie“ sein und nur noch ökonomische Direktiven ausführen, egal ob sie sich AFD, AFX, oder SOS nennt.

Dass hinter der „AFD“ übrigens nichts anderes wartet als ein knallhartes neoliberales Programm, hat der Eifelphilosoph ja schon kurz abgehandelt (siehe AfD – Alternative für Deutschland?). Die übliche transatlantisch verkrückte Melange mit Aussicht auf mehr Effizienz, schärferen Wettbewerb und „vernünftiges“ Wirtschaften – überaus verlockende Worthülsen also,  mit denen auch die FDP unter dem kürzlich abgeschiedenen Guido Westerwelle zumindest kurzfristig reüssieren und satte Wahlergebnisse einfahren konnte, bevor dann die Maulwurfsmilch ranzig wurde und sich die Wähler wieder ernüchtert an dem Ort wiederfanden, den sie ohnehin schon gewohnt waren: im Bockshorn.

In Wirklichkeit brauchen wir keine strukturellen/wirtschaftlichen/technokratischen Verbesserungsvorschläge, sondern eine grundlegend andere Sicht von Welt, Mensch und dem Sinn unseres Daseins im Sinne von Platons Höhlengleichnis (das heute übrigens im Schulunterricht geflissentlich verschwiegen wird). Solange ein Politiker das nicht als Motiv hat, sondern nur so tickt, wie er vom Förderband von Schule und Uni gelaufen ist – szientistisch-technokratisch-nihilistisch eben, ist das was er bringt, vollständig für die Katz‘.  Sogar der Strom fürs Mikrophon und die Beleuchtung, mit dem die Frauken und Manneken solcher Parteien in Szene gesetzt werden und mit dem sie ihre technokratischen Verschlimmbesserungen in den Raum trompeten, ist reine Verschwendung. Ebenso die Tonnen an giftiger Druckerfarbe, mit der man die Litfasssäulen unserer Städte mit den Konterfeis besagter Frauken und Manneken zukleistert.

Solche „bodenständigen“ Politiker brauchen wir heute in Wirklichkeit genauso wie einen 35. Maulwurf in einem Garten, in dem bereits 34 andere Maulwürfe am Werk sind, um den Radieschen die Wurzeln abzufressen.

31 Steve Geshwister_Im Wahlkreisbüro

Bild: „Zu Besuch im Wahlkreisbüro“ von Steve Geshwister (Quelle)

Ich habe daher schon zuletzt vorgeschlagen, dass die großen Parteien ihre heiße Luft lieber dem Fernwärmeheizwerk spendieren und sich stattdessen das Talent von Steve Geshwister, dem Zeichner des obigen Bildes (siehe auch: Galerie) zunutze machen sollten. Er hat die geniale Gabe, dasjenige darzustellen, zu was man die menschliche Realität heute reduziert hat: zu bloßer Wirtschaftlichkeit bzw. was das ganze Drumherum heute ist: nur noch eine hohle Phrase.

Würden wir statt der heuchlerischen Imagewahlwerbung flächendeckend die Cartoons von Steve Geshwister plakatieren, dann wäre endlich einmal das Bekenntnis am Tisch, was denn eigentlich noch der Inhalt all unserer hochtrabenden Phrasen ist: nämlich nackte Wirtschaftlichkeit.

Dann könnten wir endlich neu anfangen und am Aufbau einer wirklich humanen Gesellschaft, an der Verwirklichung von Sinn etc. zu arbeiten. Solange dieses Eingeständnis jedoch nicht am Tisch ist (dass wir unsere Intelligenz für bloße Bedürfnisbefriedigung prostituieren, wie es die Ratte übrigens auch ganz ohne den Luxus menschlicher Intelligenz und Freiheit, sondern rein aus ihrem Instinkt schafft), solange wird es weiter abwärts gehen und die Zustände werden immer unerträglicher werden.

Wenn wir das Malheur, in dem wir heute stecken, rein menschheitsgeschichtlich betrachten, dann braucht es keineswegs Anlass zu Resignation geben. Ganz im Gegenteil, dass alle Begriffe, die früher einmal Substanz hatten, heute leer und zur Farce geworden sind, musste unweigerlich so kommen. Denn nur indem unsere Kultur vollkommen leer von allem geworden ist, was früher einmal Bedeutung hatte, ist nun der notwendige Platz vorhanden, der mit einer ganz neuen Art von Humanität und Sinnhaftigkeit gefüllt werden kann, die dem eigentlichen Potenzial des Menschen entspricht.

Dass wir als Kinder des 20./21. Jahrhunderts uns nicht mehr der gleichen Illusion wie unsere Eltern und Großeltern hingeben können – dass dann, wenn wir uns ein Zweitauto, eine Waschmaschine und einen großen Farbfernseher erarbeiten, alles besser sein wird – ist zwar bitter, aber das ist eben unser Schicksal. Natürlich ist die Sehnsucht nach solchen Illusionen riesengroß – und wird nicht nur von der Politik, sondern auch von der Werbeindustrie weidlich ausgenützt, indem sie uns vorgaukelt, dass wir dieses und jenes Produkt unbedingt haben müssten, dann würden wir so grinseglücklich sein wie das Model im Werbespot. Wie gerne würden wir uns solchen Illusionen wie anno dazumal hingeben, als die Welt noch einfältig und saftig war und man auf vermeintlich festem Boden stehen konnte!

Um uns zumindest noch ein paar Jährchen in solch nostalgischen Gefühlen zu wiegen, sind wir sogar bereit, blechernen Pappkameraden wie Trump und Berlusconi das Steuerrad in die Hand zu geben. Die erzählen uns faustdicke und mittlerweile abgründig gefährliche Lügen, aber egal, man kann dank ihnen kurz nochmal die Augen vom Ernst der Stunde, die heute geschlagen hat, abwenden und ein bisschen dahindösen. In diesem Zusammenhang nennt Sloterdijk Angela Merkel auch deshalb eine Hohlraumfigur, „weil in ihr zahllose Menschen etwas von ihren Hoffnungen, ihren Ärgernissen, ihren Träumen, ihren Niederlagen, ihren Sorgen, ihren Müdigkeiten“ ablegen könnten.

Natürlich sind all diese Illusionen zum Platzen verurteilt wie Seifenblasen. Denn die Wahrheit ist: Der menschheitsgeschichtliche Frühling und Sommer sind vorbei, wir sind nun in die kalte Jahreszeit des Frostes (Herbst/Winter) eingetreten, in der die Vegetation, die früher üppig geblüht hat, sterben muss. So wie nächste Woche Ostern ist, könnte man sagen, dass das, was wir als Zeitzeugen und Akteure des 20./21. Jahrhunderts  miterleben dürfen, eigentlich ein einziges ausgedehntes Ostern ist: Eine Phase des Absterbens von allem, was früher einmal gehaltvoll und angemessen war, einhergehend mit der Möglichkeit eines Neuerstehens. Vermutlich ist das die entscheidendste Phase in der gesamten Geschichte überhaupt. Und wie die Geschichte ausgehen wird, ist keinesfalls festgeschrieben sondern liegt in der Freiheit jedes einzelnen. Es wird auch keine kollektive Entscheidung sein, sondern eine höchst individuelle, die jeder für sich treffen darf.

Zwei Wege stehen uns offen:

Wir können das tun, was uns die Trumps, Merkels & Maulwurfskollegen vorschlagen: alle Ressourcen einsetzen, um den faulen, morschen Baum unseres alten Systems noch einmal in Beton zu gießen, mit Stahlkonstruktionen zu stützen und zu mechatronisieren. Das wäre allerdings gleichbedeutend mit dem sicheren Untergang unserer gesamten Zivilisation.

Wir können aber auch die faule, morsche Substanz der sterbenden Kultur einfach als Humus benutzen, um darin ganz neue Keime zu setzen – und jeder von uns, der sich der Spezies homo sapiens zuzählt und nicht zu den Borgs, trägt einen ganz individuellen Keim in sich, den er nur ausfindig  machen und am richtigen Ort einsetzen muss. Er ist oft schwer zu finden, ich weiß. Meist wurde er durch Schule, Uni und Medien zugeschottert und zugeteert. Aber es gibt ihn, jeder von uns hat ihn und in Wirklichkeit ist dieser individuelle Keim unser Lebensatem. Wenn viele Menschen diesen individuellen Keim zum Leben bringen, dann könnte unser Globus mit einer neuen, wunderbaren Vegetation erfüllt werden. Die Welt könnte ein empathischer, lebenswerter Ort werden, in dem der Mensch nicht mehr dem Wahnsinn dient, sondern dem Sinn – wo er an sinnvollem Aufbau und an einer Entwicklung arbeitet, die auch allen anderen zugute kommt.

Damit dieser neue Keim zum Leben erwacht und sich entfaltet, muss er allerdings vorher durch eine Art Todesprozess gehen – er muss die alte Hülle, die ihn umgibt, auflösen. Nur dann ist der Umschlag zum neuen Leben möglich.

Mit Goethes Worten:

“Und so lang du das nicht hast,

Dieses: Stirb und Werde!

Bist du nur ein trüber Gast

Auf der dunklen Erde.”

 

***

Ach ja, wie das Foto unten beweist, treiben da und dort ja schon einige Keime durch die eisige Kruste …

in diesem Sinne: Frohe Ostern! – der Schnee wird bald schmelzen.

31 Krokusse im März

Update – 20.März 2016:

31_Krokusse_update

Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel 2015 – mit Kommentar und Abrechnung.

Digital StillCamera

Samstag, 2.1.2016, Eifel. Aus gegebenem Anlass – einige Hintergründe und etwas Kommentar zur Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin.

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, schon vor einem Jahr, am Silvesterabend 2014, mussten wir auf ein Jahr zurückblicken, das zu viele Kriege und Krisen bereithielt.“

Liebe Frau Merkel – da irren Sie. Es ist kein Jahr, das Kriege und Krisen bereithält: es sind Menschen, die Kriege und Krisen initiieren. Von Ihnen geschätzte, geehrte und geliebte Länder gehören dazu. Kriege – werden immer nur von Menschen gemacht, Krisen auch … nicht allerdings von „Jahren“.

„Manches wie die Ebola-Katastrophe in Afrika ist inzwischen aus den Schlagzeilen verschwunden.“

Richtig. Aus den Schlagzeilen – jedoch nicht aus der Welt. Wann fingen wir an, uns für Ebola zu interessieren? Als der erste Erkrankte sich Richtung Europa aufmachte (siehe FR). Warum fragen wir nicht mal, warum so viele Tote in Afrika gar nicht in unseren Schlagzeilen auftauchen? Was wüssten wir von Ebola … wenn es keiner zu uns hätte bringen wollen? Was haben wir daraus gelernt?

„Anderes, was uns bereits 2014 bewegte, hat auch in diesem Jahr nichts an Aktualität verloren. Leider. Dazu gehören der Krieg in Syrien und das bestialische Morden der Terrororganisation IS. Am Silvesterabend vor einem Jahr habe ich gesagt: Eine Folge dieser Kriege und Krisen ist, dass es weltweit so viele Flüchtlinge gibt wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg.“

Richtig. Umso wichtiger ist jetzt die Frage: woher kommen die Kriege. Umso wichtiger die Erkenntnis: es sind nicht „Jahre“, sondern Menschen, die sie uns bringen. Ich könnte da Namen nennen. Einige sogar. Einige stammen sogar aus unserem Land, für dessen Politik SIE zentral verantwortlich sind.

„Viele sind buchstäblich dem Tod entronnen.“

Das ist richtig – vor allem dem Tod durch Ertrinken auf der teuren Flucht durchs Mittelmeer. Viele andere möchten dem Tod noch entkommen – dem Tod durch Hunger. Sie würden auch gar nicht nach Deutschland wollen – etwas Essen wäre schon genug. Doch anstatt Nahrung zu verschenken verkaufen wir Waffen. Ist das cool?

„Es ist selbstverständlich, dass wir ihnen helfen und Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen.“

Das ist eine Lüge. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir alle aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen. Wir nehmen jene auf, die durch die natürliche Selektion der Flucht überlebt haben – reiche, junge, gesunde. All jene, die unsere Hilfe dringender bräuchten, weil sie sich selbst nicht mehr helfen können, nehmen wir nicht auf … weil sie es nicht bis vor unsere Tür schaffen.

„Heute Abend wiederhole ich diesen Gedanken, weil es selten ein Jahr gegeben hat, in dem wir so sehr herausgefordert waren, Worten Taten folgen zu lassen. 2015 war so ein Jahr.“

Das ist vielleicht neu für Sie, aber ich kann Ihnen sagen: wir sind jederzeit gefordert, Worten Taten folgen zu lassen – erst recht, wenn das Bundesverfassungsgericht uns dazu anmahnt, keine weiteren Fehler bei der Berechnung des Regelsatzes für Arbeitslose zu machen – wie ich aktuell erfahre, haben Sie dabei schon wieder Fehler gemacht. Frau Merkel, bedenken Sie: Hartz IV ernährt auch Flüchtlinge – was sollen die für ein Bild von uns haben?

„Und deshalb möchte ich am heutigen Silvesterabend vor allem ein Wort sagen: Danke. Danke für die überwältigende und tatsächlich bewegende Welle spontaner Hilfsbereitschaft, die wir in diesem Jahr erlebt haben, als so viele Menschen oft lebensgefährliche Wege auf sich genommen haben, um bei uns Zuflucht zu suchen. Ich danke den unzähligen freiwilligen Helfern für ihre Herzenswärme und ihre Einsatzbereitschaft, die immer mit diesem Jahr 2015 verbunden sein werden.“

Das ist auch gut so. Bedauerlich, dass viele, die uns als Einwanderungsland sehen, vergessen haben, dass es in Deutschland kalt wird. Sehr kalt. Danke, dass der Frost uns verschont hat – sonst hätten wir die ersten Kältetoten unter den Flüchtlingen zu verzeichnen. Millionen Deutsche flüchten dieses Land jedes Jahr wegen dem Wetter – nur die Verantwortlichen der Flüchtlingskrise scheinen vergessen zu haben, dass es dafür einen Grund gab: hier ist es kalt. Saukalt. Fragen Sie mal die 390000 deutschen Obdachlosen nach ihren Erfahrungen. Auch sie haben lebensgefährliche Wege aufgenommen, um Wärme zu finden – und viele sterben daran. Fragen Sie die totalsanktioniereten Arbeitslosen, die jetzt gerade zitternd in ihren schimmeligen Wohnungen sitzen – auch die können Ihnen von „Kälte“ ein Lied singen.

„Ich danke allen hauptamtlichen Helfern, ich danke allen Polizisten und Soldaten für ihren Dienst, ich danke den Mitarbeitern der Behörden im Bund, in den Ländern, in den Kommunen. Sie alle tun weit, weit mehr als das, was ihre Pflicht ist. Sie alle, Ehrenamtliche wie Hauptamtliche, haben miteinander Herausragendes geleistet – und sie leisten es weiter, auch genau zu dieser Stunde.“

Ja – und das wäre der Moment, wo verantwortungsvolle Politiker das Scheckbuch zücken und sich daran erinnern, dass sich Leistung wieder lohnen soll. Auch ehrenamtliche würden sich über eine kleine Geldspende freuen. Wir wollen doch nicht den Eindruck erwecken, als würden wir Menschlichkeit zum Zwecke der Sanierung des Staatshaushaltes ausbeuten wollen – oder?

„Es steht völlig außer Frage, dass der Zuzug so vieler Menschen uns noch Einiges abverlangen wird. Das wird Zeit, Kraft und Geld kosten – gerade mit Blick auf die so wichtige Aufgabe der Integration derer, die dauerhaft hier bleiben werden.“

Ach – was wird es uns denn abverlangen? Was genau tragen Sie dazu bei – Sie, Ihre Partei, Ihre Ministerien? Eine Million Menschen nach Deutschland zu holen, ohne zu wissen, wie man die ernähren, kleiden, unterbringen will – das ist kein Akt großer Intelligenz. Sicher: die fliehen – offiziell – vor Krieg, den das „Jahr“ spontan begonnen hat (befreundete Regierungen sind deshalb völlig unschuldig), da darf man nicht kleinlich sein. Man könnte aber auch weiter denken, mehr erreichen mit weniger Geld. Wieviel Vermögen hat der syrische Staat und seine Kriegsgewinnler eigentlich auf deutschen Konten? Schon mal dran gedacht, dort einen „Soli“ abzuholen? Und … warum bleibt wer dauerhaft hier? Wer hat das entschieden? Diese Menschen sind – so die offizielle Sprachregelung – auf der Flucht, sie sind gefolterte, gejagte, geschundene, gequälte Seelen … die wollen Sie doch wohl nicht wirklich sofort in den Arbeitsmarkt integrieren? In der Regel sind solche Menschen traumatisiert, die brauchen RUHE und keine Wechselschichten oder Werkbänke.

Und – wo wir dabei sind – was sagen sie den vielen Millionen Eingeborenen, die seit zehn Jahren Hartz IV nicht integrierbar sind? Langsam hat sich ja wohl herumgesprochen, dass der Hass und die Häme, die von der Presse und Regierungsstellen über sie ausgeschüttet worden sind, nicht der Wahrheit entsprachen: die sind weder faul, noch alkoholabhängig, noch gemeingefährlich  – die sind nur unerwünscht, weil alt. Beeilen Sie sich mit der Antwort: 18 Millionen neue Arbeitslose stehen in den nächsten Jahren vor der Tür.

„Dabei wollen und müssen wir aus Fehlern der Vergangenheit lernen.“

Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein – und ist ja deshalb auch eine Lüge. Als ob Sie jemals Fehler gemacht hätten, als ob jemals irgendeine Regierung Fehler gemacht hätte – wäre ja ganz neu. Ist ja immer „das Jahr“, das die Fehler macht.

„Unsere Werte, unsere Traditionen, unser Rechtsverständnis, unsere Sprache, unsere Gesetze, unsere Regeln – sie tragen unsere Gesellschaft, und sie sind Grundvoraussetzung für ein gutes, ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Zusammenleben aller in unserem Land. Das gilt für jeden, der hier leben will. Von gelungener Einwanderung aber hat ein Land noch immer profitiert – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.“

Sehen Sie: da geht es doch schon los mit der Lügerei. Nicht immer haben Länder von Einwanderung profitiert – vielleicht ist sie nie wirklich gelungen. Ich denke an die Einwanderung der Weißen nach Amerika, Afrika und Australien – ich könnte Ihnen da üble Geschichten erzählen. Und dann geht es nicht um das „Land“ – das ist eine tote Größe, die gar nicht profitieren kann: die richtige Frage wäre: profitieren die Menschen davon – auch die, die ihre Heimat, ihre Familie, ihre Werte, ihr Rechtsverständnis, ihre Sprache, ihre Gesetze und ihre Regeln verlassen haben, nicht weil es bei uns so schön ist, sondern weil Natobomben ihre Heimat zerfetzt haben. Wird man im Land der Täter wirklich glücklich? Darf man denen wirklich unterstellen, dass sie ihr ganzes Leben – ihre Kinder, Frauen, Eltern – hinter sich gelassen haben, um hier bei McDonalds billig Burger zu braten? Oder wollen die nicht eher nur kurz Schutz vor unseren Bomben und wären glücklicher, mit uns zusammen ihre irakische, libysche und syrische Heimat wieder aufbauen zu können – auch wenn wir hier gut traumatisierten Kriegsopfern verdienen könnten. Bisher hat IHRE Politik dazu geführt, dass es eine Renaissance der Rechtsradikalität in Deutschland gibt – Hand in Hand mit einer bisher ungeahnten Nazi-Hysterie – kein Wunder, wenn man in einem hoch verschuldeten Land mit vielen Arbeitslosen Flüchtlinge gleich als Konkurrenten an die Werkbänke jagen will und so den eigenen Leuten die Butter vom Brot nimmt.

Ebenso steht völlig außer Frage, dass unser Land schon so viele große Herausforderungen gemeistert hat und noch immer an ihnen gewachsen ist. Am 3. Oktober haben wir den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands gefeiert. Ist es nicht großartig, wo wir heute, 25 Jahre später, stehen? Wir sind als Nation zusammengewachsen. Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit und die höchste Erwerbstätigkeit des geeinten Deutschlands. Der Bund hat schon zwei Jahre nacheinander keine neuen Schulden gemacht.

Also – was hat denn Ihr Redenschreiber genommen, Frau Merkel? Wir haben – gerade in prominenten Magazinen wie „Dem Spiegel“ – eine Ossifeindlichkeit die sich gewaschen hat, offen wird dort gefragt, ob die Wiedervereinigung nicht ein Fehler war. Und nein: es ist nicht großartig, wo wir stehen. Wir vertuschen eine gigantische Massenarbeitslosigkeit (die – gemessen an Maßstäben des Nobelpreisträgers Stieglitz bei über 60 Prozent liegt – weil er all´ die Schummeljobs nicht mitzählt, die bei Ihnen Vollbeschäftigung ausmachen), wir vertuschen gigantische Staatsschulden (wir berichteten), wir driften mehr und mehr in Kriege fernab deutscher Grenzen ab, haben keinerlei Konzepte für den ständig schwächer werdenden Euro, rasant ansteigende Lebensmittelpreise und der gigantischen Euroblase, die die EZB gerade produziert. Wir sitzen auf einem Pulverfass – und haben unter anderem deshalb keine erkennbar neuen Schulden gemacht, weil 8 Milliarden Euro NICHT in den Gesundheitsfond einbezahlt wurden (siehe Spiegel), Geld, dass nun die Versicherten bezahlen müssen.

„Die Reallöhne wachsen, die Wirtschaft ist robust und innovativ.“

Sie haben aber schon wahrgenommen, was VW (und andere) die letzten Jahre gemacht hat? „Innovativ“ ist da ein sehr mutiges Wort. Robust ist an der Wirtschaft gar nichts, wir wären sonst völlig unangreifbar durch Krisen wie 2008, Krisen, die von Menschen gemacht wurden und die seitdem neu vorbereitet werden: wir haben da nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt,  noch nicht mal, wie angreifbar unsere Wirtschaft durch kriminelle Banken ist. Und die Reallöhne? Waren 2013 niedriger als 2000 (siehe Süddeutsche) – noch mehr schrumpfen ging kaum.

„Ich bin überzeugt: Richtig angepackt ist auch die heutige große Aufgabe des Zuzugs und der Integration so vieler Menschen eine Chance von morgen.“

Liebe Frau Merkel, hier wird es sehr schwierig: Sie reden von traumatisierten Kriegsflüchtlingen, die hier Schutz suchen (also: Sie reden nicht direkt darüber, aber wir sollen doch so denken, oder?). Wieso reden Sie dann immer von Zuzug und Integration? Haben Sie mit den Flüchtlingen schon mal gesprochen, ob die wirklich all´ ihre Traditionen, Werte, Gesetze, Überzeugungen, Regeln und Werte über Bord werfen wollen, um sich hier anzusiedeln? Der Krieg, Frau Merkel, wird irgendwann mal zu Ende sein. Oder haben Sie da andere Informationen? Nun – deutsche Marxisten bauen jetzt schon wieder Kobane auf: das wäre doch auch was? Wir könnten uns den ganzen rechtsnationalen Rotz im Land (und in Europa) sparen, wenn wir dem Beispiel der Marxisten folgen, den Flüchtlingen wieder Heimat schaffen: dort, wo es nicht ganz so kalt ist und nicht ganz so viele Menschen wohnen. Frau Merkel: ich plädiere da für eine klare Sprache – rügen Sie Ihren Redenschreiber … sonst wird man noch auf die Idee kommen, Sie würden traumatisierte Flüchtlinge als Arbeitssklaven ausbeuten wollen. Wo kämen wir denn da hin?

„Denn wir haben ein großartiges bürgerschaftliches Engagement und ein umfassendes Konzept politischer Maßnahmen. National, in Europa und international arbeiten wir daran, den Schutz der europäischen Außengrenzen zu verbessern, aus illegaler Migration legale zu machen, die Fluchtursachen zu bekämpfen und so die Zahl der Flüchtlinge nachhaltig und dauerhaft spürbar zu verringern.“

Moment – was denn jetzt? Ich denke, wir müssen uns damit abfinden, dass der Zuzug jetzt ewig dauert … und uns noch einiges abverlangen wird? Und nun wollen wir die Zahl der Flüchtlinge nachhaltig und dauerhaft spürbar verringern … durch Schutz der Grenzen? Nun – Schutz der Grenzen ist ja auch Ihre Aufgabe … solange wir noch Nationalstaaten haben. Aber was soll das ganze Gerede über die „große Chance von Morgen“ – wenn wir dieser Chance jetzt schon den Saft abdrehen wollen? Was raucht ihr Redenschreiber?

„Auch im Kampf gegen den Terror des IS leistet Deutschland einen wichtigen Beitrag. Unsere Soldatinnen und Soldaten stehen mit Leib und Leben für unsere Werte, unsere Sicherheit und unsere Freiheit ein. Dafür danke ich Ihnen von Herzen.“

Laut Amnesty International leistet vor allem die deutsche Rüstungsindustrie wichtige Beiträge dafür, dass jetzt unsere Soldaten im Ausland Leib und Leben opfern müssen. Darf man ruhig mal erwähnen … beim Rüstungsexportmeister.

„Auch im nächsten Jahr kommt es ganz besonders auf eines an: auf unseren Zusammenhalt. Es kommt darauf an, dass wir immer auch den Argumenten des anderen zuhören, auch wenn er Sorgen und Chancen anders gewichtet, als man selbst es tut. Es kommt darauf an, dass wir uns nicht spalten lassen. Nicht in Generationen. Auch nicht sozial und nicht in Alteingesessene und Neubürger.“

Wie der Zusammenhalt aussieht, haben wir ja jetzt gesehen: Sie richten Schaden an, wir räumen auf. Ich hoffe, dass sich das mal ändert. Ich denke, es wäre schon viel geholfen, wenn Sie nicht ständig aus berechtigten Asylbewerbern „Neubürger“ machen würden: jeder Deutsche hat eine Landkarte und kann sehen, wie dicht bevölkert das hier schon ist. Fahren Sie mal mehr auf deutschen Autobahnen, dann wissen Sie, was ich meine. Oder suchen eine preiswerte Mietwohnung. Oder nur Arbeit, von der man Leben kann. Sie würden sich wundern, was Sie da für Erfahrungen machen.

„Es kommt darauf an, denen nicht zu folgen, die mit Kälte oder gar Hass in ihren Herzen ein Deutschsein allein für sich reklamieren und andere ausgrenzen wollen.“

Ach die: ja, die kenne ich schon. Jene, die das Deutschsein für sich allein reklamieren, hatten seinerzeit eine Anzeige FÜR Hartz IV geschaltet: die ganze reiche Lumpenelite hatte sich da zusammengerottet. War ein cooles Erlebnis, zu sehen, wie Deutsche aus Deutschland herausgeworfen wurden, weil Kälte und Hass in den Herzen der Entscheidungsträger und ihre Dienstelite überhand genommen hatten. Nicht auszudenken, was geschähe, wenn denen in Zukunft noch mehr folgen.

„Es kommt darauf an, auch in Zukunft ein Land sein zu wollen, in dem wir selbstbewusst und frei, mitmenschlich und weltoffen sind – mit der Freude am Gelingen, mit der Freude, die es machen kann, wenn wir unser Bestes geben. Die Wirtschaft, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, damit sich die Kräfte der sozialen Marktwirtschaft weiter entfalten können, auch die Wissenschaft, Kunst und Kultur. Einfach jeder in seinem eigenen Leben.“ 

…. sofern er für „die Wirtschaft“ noch nicht zu den Unerwünschten gehört, aus deren Lebenskraft man nicht mehr genügend Profit herauspressen kann – so wie man es jetzt aus traumatisierten Menschen fernab der Familie und Heimat herauspressen möchte. Wer nicht gerade Millionär ist, kann hier weniger selbstbewusst und frei, mitmenschlich und weltoffen leben – einfach deshalb, weil schon jetzt Flüchtlinge den Mindestlohn untergraben. Doch halt: es sind nicht die Gestrandeten – es sind ihre Ausbeuter, die das organisieren – und die gerne noch mehr Flüchtlinge hätten, die für 3,5o Euro Meisterarbeit abliefern.

„Und natürlich auch der Sport, wenn unsere Athleten nächstes Jahr bei den olympischen und paralympischen Spielen um Medaillen und persönliche Bestleistungen kämpfen oder unsere Fußballweltmeister in Frankreich auch Europameister werden wollen.“

Sport … Leibesübung … wird nun wirklich unsere geringste Sorge im nächsten Jahr werden.

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, es stimmt: Es ist eine besonders herausfordernde Zeit, in der wir leben. Aber es stimmt auch: Wir schaffen das, denn Deutschland ist ein starkes Land. In diesem Sinne wünsche ich uns allen gemeinsam Gesundheit, Kraft, Zuversicht und Gottes Segen für das neue Jahr 2016.“

Ja – die Wünsche kann ich nur gutheißen: Gesundheit, Kraft, Zuversicht und Gottes Segen brauchen die Ausgegrenzten im Jahr 2016 mehr als je zuvor. Aber es ist nicht „die herausfordernde Zeit“, die das Leben so schwer macht, sondern die Dummheit, Bösartigkeit, Egozentrik und Hinterhältigkeit der deutschen Lumpenelite – und die wird sich wohl im nächsten Jahr nicht groß ändern. Und man sollte sich in der Tat nicht spalten lassen: die Mehrheit der Flüchtlinge wird 2016 merken, wie „sozial“ Hartz IV ist und dann mit ständig mehr Deutschen im gleichen Boot sitzen (aber wahrscheinlich in einer anderen Extrastatistik).

Ja, liebe Syrer: auch wir haben unseren Assad – doch bei uns dirigieren die Ganoven lieber von hinter der Bühne. Später dazu mehr in diesem Theater. Vor US-Drohnen sind Sie hier aber sicher. Vor Armut und Ausbeutung nicht.

(Für den Originaltext danke ich den Finanznachrichten)

 

Dokumente deutscher Dämlichkeit: ein ungeheuerliches … und hoch aktuelles Flugblatt

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Freitag, 15. Mai 2015, Eifel. Kürzlich fiel mir ein Flugblatt in die Hand, dessen Inhalt mich begeisterte. Da gab es doch wirklich verantwortungsvolle und einsatzbereite, engagierte Deutsche, die endlich einmal Worte fanden für die unglaubliche politische Passivität im Land. Ja, die Schreiber schienen mir edlen Geistes zu sein, mutig genug, mit ihren Worten an die Öffentlichkeit zu gehen um endlich ein Ende zu machen mit einem verlogenen „System“ (siehe hierzu Hans Herbert von Arnim, „Das System“, Droemersche Verlagsanstalt 2001), dass jedes Jahr mehr Geld aus seinen Bürgern zieht, jedes Jahr die reale Arbeitszeit erhöht und (Stichwort: Automaut) die realen Belastungen erhöht (trotz „schwarzer Null im Haushalt), aus Mitbürgern Schmarotzer, Parasiten und Parias macht (oder „Honks“ – siehe Hamburger Morgenpost, sieben Millionen Deutsche werden dort als nutzloser Abschaum klassifiziert), mehr als fünfzig Prozent der erarbeiteten Wirtschaftsleistung als Steuern zur Maximierung der Diäten verbrät, aber unfähig ist, Straßen, Brücken und Schulen instand zu halten.

Haben wir uns nicht schon lange darüber aufgeregt, wie unglaulich passiv der deutsche Bürger geworden ist? Die Zeitungen sind voll von Sensationen politischer Art, sogar von einer Diktatur wird offen geredet (siehe „Die Diktatur im Deutschland des Jahres 2015“ von Eifelphilosoph bei Neopresse) ohne das irgendjemand groß davon Notiz nimmt und merkt, dass es – unter solchen Umständen – möglich sein muss, sich über Widerstand Gedanken zu machen. Anfang des Jahres 2014 wurden wir sogar wieder von einer konkreten Kriegsgefahr überrascht, das Jahr 2015 zeigte uns eine Kanzlerin, die ohne zu zögern das Volk und den Bundestag belog (siehe Spiegel) – als hätte ihr Ziehvater Helmut Kohl den Bürgern nicht schon genug gezeigt, was ihm der Bürger bedeutete, als er die Namen seiner Spender verschwieg und die Nibelungentreuer gegenüber diesen geheimen Regenten des Landes höher stellte als seine durch Diensteid unterlegten Verpflichtungen. 2015 zeigte uns einen deutschen Nachrichtendienst, der Milliarden von Datensätzen deutscher Bürger und deuscher Firmen im Fremdauftrag sammelte … jeden Monat (siehe Spiegel), eine mafiöse Struktur zwischen Verteidigungsministerium und einem Waffenhersteller, die den miltärischen Abschirmdienst gegen deutsche Journalisten einsetzen wollten … ohne das Millionen von Deutschen auf die Straße gehen, um diesem Irrsinn ein Ende zu bereiten.

War früher die Stationierung von Raketen Anlass genug, Raketenbasen zu blockieren, ist heute eine reale Kriegsgefahr Anlass dafür … sich eher um seine Grillfest am Wochenende und den Tabellenplatz seiner Lieblingsfußballmannschaft zu kümmern. Russische und chinesische Flotten üben gemeinsam im Mittelmeer (siehe Spiegel) und demonstrieren so, dass sie dem Expansionsstreben des Kapitalismus nicht völlig hilflos gegenüberstehen, doch Wörter wie „Entspannung“ und „Diplomatie“ sucht man trotzdem vergebens in der Sprache des „Westens“. Gut zu wissen, dass es selbst in diesen dunklen Zeiten noch Menschen gibt, die Klartext reden – ohne politische Einseitigkeit, ohne ideologische Verblendung, mit dem sicheren Wissen, Mitglied eines einst hochstehenden Kulturvolkes zu sein.

Doch was rede ich wieder: lesen Sie selbst:

Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique „regieren“ zu lassen.

Ist es nicht so, daß sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten?

Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und zerfallen ist, daß es, ohne eine Hand zu regen, im leichtsinnigen Vertrauen auf eine fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Geschichte das Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt, die Freiheit des Menschen preisgibt, selbst mit einzugreifen in das Rad der Geschichte und es seiner vernünftigen Entscheidung unterzuordnen – wenn die Deutschen, so jeder Individualität bar, schon so sehr zur geistlosen und feigen Masse geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang.

Goethe spricht von den Deutschen als einem tragischen Volke, gleich dem der Juden und Griechen, aber heute hat es eher den Anschein, als sei es eine seichte, willenlose Herde von Mitläufern, denen das Mark aus dem Innersten gesogen und die nun ihres Kerns beraubt, bereit sind, sich in den Untergang hetzen zu lassen.

Es scheint so – aber es ist nicht so; vielmehr hat man in langsamer, trügerischer, systematischer Vergewaltigung jeden einzelnen in ein geistiges Gefängnis gesteckt, und erst als er darin gefesselt lag, wurde er sich des Verhängnisses bewußt.

Wenige nur erkannten das drohende Verderben, und der Lohn für ihr heroisches Mahnen war der Tod. Über das Schicksal dieser Menschen wird noch zu reden sein. Wenn jeder wartet, bis der andere anfängt, werden die Boten der rächenden Nemesis unaufhaltsam näher und näher rücken, dann wird auch das letzte Opfer sinnlos in den Rachen des unersättlichen Dämons geworfen sein.

Daher muß jeder einzelne seiner Verantwortung als Mitglied der christlichen und abendländischen Kultur bewußt in dieser letzten Stunde sich wehren, soviel er kann, arbeiten wider die Geißel der Menschheit, wider den Faschismus und jedes ihm ähnliche System des absoluten Staates.

Leistet passiven Widerstand – Widerstand -, wo immer Ihr auch seid, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu spät ist, ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind, gleich Köln, und ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo für die Hybris eines Untermenschen verblutet ist. Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!

Herrliche, ehrliche Worte, oder? Wie perfekt passen sie in unsere Zeit, in die Zeit des Systems Merkel, welches die deutschen Bürger wieder realer Kriegsgefahr aussetzt, sie zu willenlosen Opfern in – und ausländischer Geheimdienste macht und wieder dafür sorgt, dass weltweit junge Menschen deutscher Staatsangehörigkeit in sinnlosen Kriegen verheizt … und zu Mördern werden.

Ja – das Land wird zum Trümmerhaufen – nicht nur in Köln. Überall sind die Brücken marode, die Straßen kaputt, die Schulen in einem erbärmlichen Zustand – die christliche, abendländische Kultur weicht einem atheistischen Raubtierkapitalismus, der ohne zu zögern fest gewachsene Strukturen landesweit zerschlägt – zum Schaden der Firmen und ihrer Belegschaft, kommt jedes Jahr der rächenden Nemesis näher … dem unausweichlichen, brutalen Zusammenbruch des in seiner unendlichen Gier gefangenen Kapitalismus, der nicht ruht, bis auch der letzte Euro in die Taschen einiger weniger trickreicher „Anleger“ geflossen ist.

Woher stammt nun dieses Flugblatt, wer sind seine Verfasser?

Überraschung!

Es stammt … aus dem Jahre 1942. Nicht verfasst von „linken Ökosozialisten“, sondern von Menschen, die christlichen und humanistischen Werten verbunden waren: es war das erste Flugblatt der Geschwister Scholl bzw. der Weißen Rose. Das Zitat wurde einem Text der Bundeszentrale für politische Bildung entnommen (siehe BpB).

Gruselig, oder?

Gruselig, wie sehr sich die Klagen über die Passivität des deutschen Michel seit nunmehr 73 Jahren ähneln, gruselig, wie aktuell dieses Flugblatt wieder ist – so aktuell, dass es sich im Jahre 2015 ohne die geringste Änderung weiter verteilen lies.

Haben wir eigentlich gar nichts aus der Geschichte gelernt?

Ach ja: hier ist der Rest des Flugblattes. Nachdenkliche Sätze, die nicht weniger aktuell sind:

Aus Friedrich Schiller, „Die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon“:

„…. Gegen seinen eigenen Zweck gehalten, ist die Gesetzgebung des Lykurgus ein Meisterstück der Staats- und Menschenkunde. Er wollte einen mächtigen, in sich selbst gegründeten, unzerstörbaren Staat; politische Stärke und Dauerhaftigkeit waren das Ziel, wonach er strebte, und dieses Ziel hat er so weit erreicht, als unter seinen Umständen möglich war. Aber hält man den Zweck, welchen Lykurgus sich vorsetzte, gegen den Zweck der Menschheit, so muß eine tiefe Mißbilligung an die Stelle der Bewunderung treten, die uns der erste flüchtige Blick abgewonnen hat. Alles darf dem Besten des Staats zum Opfer gebracht werden, nur dasjenige nicht, dem der Staat selbst nur als ein Mittel dient. Der Staat selbst ist niemals Zweck, er ist nur wichtig als eine Bedingung, unter welcher der Zweck der Menschheit erfüllt werden kann, und dieser Zweck der Menschheit ist kein anderer, als Ausbildung aller Kräfte des Menschen, Fortschreitung. Hindert eine Staatsverfassung, daß alle Kräfte, die im Menschen liegen, sich entwickeln; hindert sie die Fortschreitung des Geistes, so ist sie verwerflich und schädlich, sie mag übrigens noch so durchdacht und in ihrer Art noch so vollkommen sein. Ihre Dauerhaftigkeit selbst gereicht ihr alsdann viel mehr zum Vorwurf als zum Ruhme – sie ist dann nur ein verlängertes Übel; je länger sie Bestand hat, um so schädlicher ist sie.

… Auf Unkosten aller sittlichen Gefühle wurde das politische Verdienst errungen und die Fähigkeit dazu ausgebildet. In Sparta gab es keine eheliche Liebe, keine Mutterliebe, keine kindliche Liebe, keine Freundschaft es gab nichts als Bürger, nichts als bürgerliche Tugend.

… Ein Staatsgesetz machte den Spartanern die Unmenschlichkeit gegen ihre Sklaven zur Pflicht; in diesen unglücklichen Schlachtopfern wurde die Menschheit beschimpft und mißhandelt. In dem spartanischen Gesetzbuche selbst wurde der gefährliche Grundsatz gepredigt, Menschen als Mittel und nicht als Zwecke zu betrachten dadurch wurden die Grundfesten des Naturrechts und der Sittlichkeit gesetzmäßig eingerissen.

… Welch schöneres Schauspiel gibt der rauhe Krieger Gaius Marcius in seinem Lager vor Rom, der Rache und Sieg aufopfert, weil er die Tränen der Mutter nicht fließen sehen kann!

… Der Staat (des Lykurgus) könnte nur unter der einzigen Bedingung fortdauern, wenn der Geist des Volks stillstünde; er könnte sich also nur dadurch erhalten, daß er den höchsten und einzigen Zweck eines Staates verfehlte.“

Aus Goethes „Des Epimenides Erwachen“, zweiter Aufzug, vierter Auftritt:

Genien:

Doch was dem Abgrund kühn entstiegen,
Kann durch ein ehernes Geschick
Den halben Weltkreis übersiegen,
Zum Abgrund muß es doch zurück.
Schon droht ein ungeheures Bangen,
Vergebens wird er widerstehn!
Und alle, die noch an ihm hangen,
Sie müssen mit zu Grunde gehn.

Hoffnung:

Nun begegn‘ ich meinen Braven,
Die sich in der Nacht versammelt,
Um zu schweigen, nicht zu schlafen,
Und das schöne Wort der Freiheit
Wird gelispelt und gestammelt,
Bis in ungewohnter Neuheit
Wir an unsrer Tempel Stufen
Wieder neu entzückt es rufen:
(Mit Überzeugung, laut:)
Freiheit!
(gemässigter:)
Freiheit!
(von allen Seiten und Enden Echo:)
Freiheit!

Wir bitten Sie, dieses Blatt mit möglichst vielen Durchschlägen abzuschreiben und weiterzuverteilen!

Die Geschwister Scholl wurden am 22. Februar 1943 hingerichtet. Ich folge ihrem Aufruf gerne, und verteile ihr Flugblatt weiter.

Und Sie?

Einen Satz möchte ich nochmal wiederholen, Ihnen besonders ans Herz legen:

Hindert eine Staatsverfassung, daß alle Kräfte, die im Menschen liegen, sich entwickeln; hindert sie die Fortschreitung des Geistes, so ist sie verwerflich und schädlich, sie mag übrigens noch so durchdacht und in ihrer Art noch so vollkommen sein. Ihre Dauerhaftigkeit selbst gereicht ihr alsdann viel mehr zum Vorwurf als zum Ruhme – sie ist dann nur ein verlängertes Übel; je länger sie Bestand hat, um so schädlicher ist sie.

Fragen Sie sich selbst: ist die Verfassung unseres Landes, in der es sich befindet (nicht jene Verfassung, die ihm mal vor langer Zeit gegeben wurde), wirklich dazu geeignet, das alle Menschen die Kräfte, die in Ihnen liegen, entfalten können? Fördert sie das Fortschreiten des Geistes?

Ja?

Wie können dann so Begriffe wie „Honk“ existieren und im Jargon der Beamten fortdauern, wie kann es sein, dass Minister von Mitbürgern als „Parasiten“ und „Schmarotzern“ reden, das Unternehmer den Menschen an sich als „Kosten auf zwei Beinen“ definieren, das Gesetze Arbeitslose durch Einschränkung der Grundrechte zu Menschen zweiter Klasse ernennen und ihre Millionenfache Vertreibung aus den Städten durch Reglementierung der Kosten der Unterkunft betreiben (siehe zur Vertreibung z.B. scharf-links), wie kann es sein, dass der Deutsche Bundestag ungebremst geheime Koalitionen mit Lobbyisten jeglicher Coleur eingeht – aber sich täglich weiter vom Bürger und seinen Sorgen entfremdet?

Und wann … bitte: wann genau … haben Sie das letzte Mal gehört, dass dem Deutschen Bundestag, der deutschen gesellschaftlichen Elite in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die „Fortschreitung des Geistes“ wichtig war, genau genommen: die Fortschreitung IHRES Geistes?

Aber das „Dschungelcamp“, „Germanys next Topmodel“, „Deutschland sucht den Superstar“ oder die Bundesliga – das ist dem „SPIEGEL“ jederzeit einen Artikel wert.

Zum Kotzen ist das.

Mutti

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