Altersversorgung

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Die Vernichtung eines Bauern in der Eifel: die tödliche Gewalt von Ignoranz und Kriegsfolgen

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Donnerstag, 12.5.2016. Eifel. Wer uns aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass wir uns „Nachdenkmagazin“ nennen. Also: eigentlich etwas philosophisches darstellen. Bevor nun alle zur Philosohie hinlaufen: es hat seinen Grund, warum ich nicht mit Hochdruck an einer akademischen Karriere festgehalten habe. Es stimmt schon, dass man dort … etwas weltfremd ist. Und weit davon entfernt, die Welt zu verändern, wie es Marx der Philosophie ins Auftragsbuch geschrieben hat. „Schöngeisterei“ wird dort betrieben – und nur all zu oft aus zehn Büchern zur Philosophiegeschichte ein elftes gemacht … um alles, was gedacht wurde, nochmal ganz neu durchzumischen. Kann man machen – muss man aber nicht.

Nun sind philosophische Erwägungen nicht nur für den Elfenbeinturm gemacht, sondern für den normalen Bürger gedacht – eine Einstellung, mit der man sich an der Universität keine Freunde macht: Kaiser Wilhelm wird sich schon was dabei gedacht haben, als er – wie später Hitler und die Stahlbarone der frühen Bundesrepublik – eine Universität im Ruhrgebiet ausdrücklich verbot: nachher würden die Malocher ihre Kinder noch dorthin schicken – und die würden da erfahren, wie fürstlich die feine Gesellschaft auf dem Rücken ihrer Eltern lebt. In meinem Fall kann ich nur sagen: stimmt genau.

Der Nutzen von Philosophie – nun leicht beschrieben: sie bringt nichts, erspart einem aber vieles, ein Satz, der von Artur Schopenhauer stammt. Und ersparen – ja, ersparen hätten wir uns einiges können, wenn wir so zurückschauen. Vor allem: viel Geld. Da wir hier aber nicht nur Federball im Elfeneinturm spielen wollen, haben wir gelegentlich auch mal – abgesehen von dem Großbildschirm der Weltpolitik, der schwer genug im Auge zu behalten ist – den Alltag der normalen Menschen im Sinn, denen die Philosophie dienen sollte, was sie dereinst – als „gesunder Menschenverstand“ – auch tat und so die Revolutionen anschob.

Mehrere Fälle waren es in der letzten Zeit, die vor allem die Vernichtung von Existenzen durch „Sozialgesetzgebung“ ins Auge fasste – ein Thema, welches alle angeht, aber zu selten außerhalb der Propaganda der immer ganz toll fehlerfrei funktionierenden Ämter beschrieben wird. Denken wir an den Fall Kikki W. Geiß – zu dem es nicht viel Neues gibt. Kikki kämpft verzweifelt um ihr nacktes Überleben, bekommt immer noch keine Leistungen, wie sie die letzten drei Monate überlebt hat – wer will das schon wirklich wissen. Sie hat inzwischen aufgrund des Drucks und des Mangels massive Sprachstörungen, die sich auch im Internet dokumentiert, die letzte Meldung war: das Jobcenter gibt an, dass sie fortlaufend Leistungen bezieht – und verweigert deshalb die Rückerstattung der von Freunden und Förderern geleisteten Nothilfe. Das dies eine Lüge ist, kann jeder nachlesen.

Oder der Fall Meike Deutschmann, der ehemaligen Mitarbeiterin der Tagesschau. Drei Jahre ohne Krankenversicherung, zwangsweise den Versorgungsanspruch an die schwer behinderte Mutter abgetreten, die nun den Sozialstaat ersetzen darf. Hier wird gerade ein Anwalt gesucht, der viel Arbeit leisten kann – für den üblichen geringen Lohn. Es sollte ein Fachanwalt für Sozialrecht sein – mit viel Zeit.

Oder der Fall von „Maria B.“, die – so darf ich inzwischen sagen, Sarah Beinroth heißt und mit aller Kraft versucht, ihre Tochter vor dem Zugriff des Jugendamtes zu schützen. Hier wurde – so wurde uns gemeldet – ein Richter wegen Befangenheit ausgetauscht, ein neuer Richter (bzw. Richterin) wollte Sarah selbst anhören, doch seit gestern ist bekannt, dass die neue Anhörung über die Sorgerechtsfähigkeit von Sarah wieder ohne sie stattfindet. Wozu braucht man auch die Mutter, wenn das Jugendamt schon entschieden hat, dass sie geistig krank ist? Sarah ist auf der Flucht. Sie macht als Inhaberin des Aufenthaltsbestimmungsrechtes ihrer kleinen Tochter von diesem Gebrauch und ist mit Hilfe von Facebookfreunden untergetaucht.

Oder den Fall von „Ellen“, die nach schweren Schicksalsschlägen in den Fängen der Kirche landete, die … sich noch an ihr bereicherte, ihr dafür aber Würde und Selbstachtung nahm. Hier gibt es etwas Positives zu berichten, durch die Vermittlung des Autors dieser Zeilen gelang es, Ellen eine Wohnung zu besorgen: der tödliche Kreislauf „keine Arbeit, keine Wohnung, keine Wohnung, keine Arbeit“ ist durchbrochen – und Arbeit haben wir hier auch. Ja: sie zieht in meine Nachbarschaft. Wenig genug, was man da tun konnte.

Es sind Fälle, die zeigen, wie wenig von dem Mantra der deutschen Bundeskanzlerin „Deutschland geht es gut“ im bundesdeutschen Alltag erfahrbar ist. Nun: darum muss man diese Sichtweise ja auch zentral anordnen.

Vor knapp einem Jahr erhielt ich nun eine Notmeldung aus der Eifel – es ging um tote Kühe. Ich schrieb zurück: das wäre was für ein lokales Magazin. Wie ich weiß, ist dies ja auch ein brisantes Thema – Kühe. Seit der zentral gesteuerten Veganeroffensive in Deutschland ist klar: jeder, der Milch trinkt, ist ein emotionsloser, psychopathischer Verbrecher, vor dem man keinerlei Achtung hegen muss und bei dessen Entsorgung keinerlei Rücksicht zu nehmen ist. Bin erst kürzlich selbst von frisch geschlüpften Veganern massiv persönlich angegriffen worden, weil ich auf diverse Lücken im Denkgebäude dieses us-amerikanischen Kultes hingewiesen habe, der Tierleid missbraucht, um Herrschaft zu erlangen und Menschen zu geisseln. In ihrem grenzenlosen Menschenhass (der einzige Grund für ihre Ernährungsgewohnheiten, den ich bislang herausarbeiten konnte) schrecken sie vor nichts zurück – erst Recht nicht vor Gewaltphantasien, die eines Mengeles würdig wären. Gilt übrigens auch für Hundehalter, wie ich erfahren musste. Wohl nicht für jeden (das wäre noch zu beweisen) aber für einige. Wie soll man sich also in diesem Thema sachlich um Kühe austauschen können – die entweder Milchkühe sind – oder Fleischkühe.

Dann besuchte ich eine Freundin in der Eifel – Monate später – und auch sie sprach mich auf die toten Kühe an. Sie ist eine engagierte Kämpferin gegen den Faschismus – und zwar eine echte, nicht so eine aufgeblasene Medienkuh, die sich wichtig machen will, sondern jemand, der einen klaren Blick für die gesellschaftlichen Realitäten in Deutschland hat – und viele Erfahrungen mit ihnen. Ich sorge mich gelegentlich um ihr Leben, das schon mehrfach in Gefahr war. Klar, dass ich nun einen weiteren Blick auf die toten Kühe warf – sicheren Wissens, damit Hassobjekt jener Veganer zu werden, die ihre eigene Heiligkeit kaum ertragen können.

Die Antwort führte weit zurück in die deusche Vergangenheit, genau genommen in den Zweiten Weltkrieg und seinen Westwall. Es geht um das kleine Eifelörtchen Scheid, dessen beste Zeiten 1871 waren: da hatte man noch 161 Einwohner, aktuell sind es noch 134 (siehe Wikipedia), bald wohl weniger. Sehenswürdigkeiten des Ortes? Nun – ein Altar und … Westwallreste. Der Ort wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört, war Teil des Westwalls – und überstand die Wirren des Krieges nicht, wie viele Eifeldörfer. Es waren übrigens meistens die Deutschen selbst, die die Orte zerstörten, um dem Feind die Orientierung zu nehmen wurden auch hier im Umkreis die Kirchen gesprengt: „Krieg“ kennt halt keine Freunde.

2006 zog nun ein Holländer in dieses Dorf. Was man bundesweit kaum weiß: Deutschland gilt inzwischen als Billigland. Waren es früher die Deutschen, die dank ihrer Wirtschaftskraft Immobilien im Ausland erwarben, so hat sich der Wind schon lange gedreht: nun sind wir das unterentwickelte Land, in dem man sich ansiedeln kann, weil man aus einem Land kommt, in dem noch ordentlich verdient werden kann. Es ist erstaunlich, welche Preise hier auf einmal gezahlt werden können – und nicht alle Einheimischen sind glücklich über die „Invasoren“, die alles aufkaufen, was nicht niet- und nagelfest ist. „Deutschland geht es gut“ – fällt hier deshalb auf keinen guten Boden, obwohl unsere Arbeitslosigkeit sehr gering ist.

Nun sind die Niederländer ein freundliches, weltoffenes Volk, das die Natur liebt und dem Bauernstand noch eine hohe Wertschätzung entgegenbringt – anstatt sie in Serienformaten wie „Bauer sucht Frau“ als unterentwickelte Deppen dazustellen, die ohne Hilfe eines gigantischen Medienapparates kaum zu einfachsten sozialen Akten in der Lage sind – wie die Gründung einer Familie. Einer von ihnen erwarb einen Hof in Scheid, besiedelte dieses sterbende Dorf in der Eifel (die seit hundertfünzig Jahre der „Osten“ des Kaiserreiches ist, lange bevor es die DDR überhaupt gab) – und machte wundersame Erfahrungen. Hier der Auszug aus dem Bericht, der uns von einer anderen Niederländerin zugeschickt wurde:

Nachstehend lesen Sie die Geschichte von meine Landsleute, einer niederländischen Familie,die im Jahre 2006 in die Eifel umzog. Die Familie kaufte sich damals einen Bauernhof. Viele Sachen stimmtenseinerzeit nicht, und auf Holländisch ausgedrückt, hat die Familie, viele Leichen aus dem Keller geholt — aber mit harter Arbeit und neuen Investitionen gelang es der Familie, das Geschäft am Laufen zu halten. Von Anfang an waren die Kühe nicht richtig fit, und es war unklar, weshalb das so war. Nach dem Umzug im Jahr 2006 bemerkte die Familie, dass Wasser unter dem Fahrsilo herauskommt, wobei dies immer intensiver wurde. Das Wasser, so wurde festgestellt, hat einen sehr hohen Mangangehalt, und weil der Boden des Silos gerissen war (was beim Kauf des Bauernhofs nicht zu sehen war, da die Futtersilos zu dem Zeitpunkt gefüllt waren), fungierte das Futter quasi als Schwamm und wurde dabei verschmutzt. Dadurch wurden 43 Kühe so krank, dass sie getötet werden mussten. Die niederländischen Hofeigentümer kontaktierten telefonisch und schriftlich sämtliche Instanzen, um herauszufinden, woher das Wasser kam, doch bekamen sie von den zuständigen Beamten immer wieder dieselbe Antwort: „Wir wissen es nicht, aber es ist Ihr Grundstück, und Sie müssen das Wasser beseitigen.“ Seit 2009 weiß die Familie nunmehr, woher das Wasser (ungefähr fünf Kubikmeter pro Stunde) unter dem Silo kommt. Sie untersuchte selbst den kompletten Bereich und fand heraus, dass das Wasser vermutlich aus einem alten Telefonkabelgraben zwischen zwei Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg heraustritt.

43 tote Kühe. Eine Kuh kostet – 1600 Euro. Da waren schon mal 70 000 Euro weg. Interessant auch die Reaktion der Behörde, die – reinweg von Steuergeldern finanziert – dafür da ist, den Bürger vor Gefahren zu schützen – auch vor den Gefahren, die noch im Erdreich als Vermächtnis unseres letzten Versuches, die Welt zu belehren, liegen: anstatt bei der Beseitigung der Gefahr zu helfen, verordnen sie lieber Bußgelder (erinnert daran, dass auch verarmte Selbstständige erstmal Busgelder bekommen, wenn sie die Raten ihrer Krankenversicherung nicht mehr bezahlen können). Sie können sich das übrigens selbst anschauen, im Netz stehen Filmdokumente dazu, Sie finden sie am Ende des Artikels.

Sie hätten jetzt wahrscheinlich etwas anderes erwartet – haben aber den neuen Geist in Deutschland nicht verstanden – jenen Geist, weshalb es „uns gut geht“. Ja, Sie sind nicht „uns“, ganz richtig vermutet. „Uns“ sind jene, die viele Beitragsgelder einziehen (Steuern, Krankenkasse, Versicherungen) aber im Leistungs- und Schadensfalle auf „Selbstverantwortung“ pochen – ohne nur im Mindesten darüber nachzudenken, wer eigentlich ihre Pöstchen in Regierung, Verwaltung und Behörde finanziert. Raubtiergedanken auf höchstem Niveau – und ein Grund, warum unser Bauer keine Chance auf Hilfe hat. Nun – wer soll sich auch schon für ihn interessieren? Die CDU? Ist schon lange weg vom Bauern – und außerdem ist ein Niederländer ein Ausländer, die man vor nicht all zu langer Zeit gerne „raus“ haben wollte. Die SPD? Für die ist der Bauer ein Unternehmer, sie sind nur noch für VW-Arbeiter zuständig – wenn die einen unkündbaren Arbeitsvertrag haben. Für die FDP sind Bauern zu arm, für die Grünen nicht „Bio“ genug, für die Linken sind sie Großgrundbesitzer. Man merkt: Politik wird nur noch aus dem Blick der Penthäuser der Großstadt gemacht, weniger mit Blick auf den wichtigsten Stand, den jede Gesellschaft hat: jenen Menschen, die mit sieben-Tage-Wochen für die Ernährungssicherheit im Land sorgen. Ja: wer Kühe hat, kann sich Urlaub gar nicht leisten. Oder Wochenende. Oder überhaupt: Freizeit.

Nun – unsere Zeugin weiß noch mehr zu berichten:

“ Sie hat bis heute vergeblich versucht, Informationen zu den Bunkern und Rohrleitungen zu bekommen, doch jede zuständige Behörde gab und gibt sich bedeckt.  An dieser Geschichte will sich womöglich keine Behörde „die Finger verbrennen“, und deshalb regiert das große Schweigen. Vermuten ist das der Ortsgemeinde die alte (Telefon)Kabelbgraben benutzt hat für den Wasserbeseitigung von das Neubaugebiet Distelweg. Abgesehen davon, dass die Familie einen hohen persönlichen Schaden erlitten hat (Ankauf neuer Kühe, Tierarztrechnungen, Medikamente, jahrenlang fehlende Einnahmen usw.), macht die Verbandsgemeinde Obere Kyll sie verantwortlich für Straßenschäden, die durch das besagte Wasser entstanden sind. Seit mittlerweile zehn Jahren bemüht sich die niederländische Familie bei der Verbandsgemeinde Obere Kyll um eine Lösung für die Beseitigung des Wassers, doch sie findet keine Behörde und keine Beamten, die bereit wären, diese Angelegenheit zu untersuchen, sprich: woher dasWasser genau kommt. Auch die Bürgermeisterin der VerbandsgemeindeObere Kyll  macht die Familie verantwortlich für die genannten Straßenschäden, wobei es sich um einen Schadenssumme von mehreren tausend Euro handelt, die in denvergangenen Jahren entstanden ist. Ich schreibe diese Geschichte auf, da die Familie nach zehn Jahren des Streites finanziell und emotional am Ende ist, Zudem hoffe ich, das ssich die Verbandsgemeinde Obere Kyll endlich bereit findet, diese Angelegenheit von unabhängiger Seite fachkundig untersuchen zu lassen.

Es ist auch nicht mehr ganz richtig, dass sich niemand darum kümmert, am 21.11. bekam ich eine kleine „Entwarnung“ zugeschickt:

„Vielen Dank für Ihren E-Mail, ich schick Sie nachstehend E-Mail Schriftverkehr über diese Geschichte. Nach meine Rundschreiben haben Herr Benno Hauck, Persönlicher Referent des Präsidenten Landtag Rhelinland Pfalz und Staatsministerin Frau Ulrike Höffken sich gemeldet. Frau Höffken hat das Ministerium beauftragt ein Termin vor Ort zu vereinbaren mit der SGD Nord (Wasserwirtschaft), Verbandsgemeinde Obere Kyll und Ortsgemeinde Scheid. Diese Termin hat am 27. Oktober statt gefunden wobei der SGD Nord klar gesagt hat das die Gemeinde verantwörtlich ist für beseitigung „natürliches Wasser“ was hoch kommt bei die Familie, auch ist der Verbandsemeinde Obere Kyll verantwörtlich für die Schaden die entstanden sind“

Wenn sich der Landtag und die Staatsministerin sich melden: dann ist ja alles in Ordnung. Die Verantwortlichkeiten sind geklärt.

Nur – das war auch alles. Aktuell droht der Familie der Bankrott, denn: nichts bewegt sich.

Und es gibt es noch ganz andere Gründe, die Angelegenheit nicht weiter hochkochen zu lassen, Gründe, von denen die Familie wohl noch gar nichts weiß. Ich spreche hier nicht über die weiteren Bunker (von den 210 vor Ort installierten Anlagen konnten überhaupt erst 104 lokalisiert werden – das muss man sich mal vorstellen: 71 Jahre nach Kriegsende könnte man dort immer noch auf Leichen stoßen – siehe Heimatjahrbuch-Vulkaneifel – dem man auch entnehmen kann, warum nun ein Teil der Westwall-Höckerlinie von Scheid in Galveston, Texas steht) oder den Hang der lokalen Bevölkerung, diese Bunker als wilde Müllhalde zu gebrauchen, sondern von dem Mangan im Trinkwasser.

Mangan … ist Bestandteil mancher Sprengstoffe (in Verbindung mit Schwefel, Schwefelantimon und Kalimchlorat – die Quelle verlinke ich mal lieber nicht, möchte nicht zu Experimenten einladen). Und das Thema „Sprengstoffe“ führt zu einem sehr düsteren Kapitel in der Nachbarschaft von Scheid: dem Ersten Weltkrieg. Ganz in der Nähe befand sich eine Granatenfabrik, in der es am 29.5.1920 zu einer gigantischen Explosionserie kam – vermutet wurde schlampige Lagerung der zum Teil mit Giftgas gefüllten Granaten. Diese flogen weithin durch die Landschaft – und sorgten noch in den siebziger Jahren für die Austeilung von Gasmasken an die Bevölkerung (siehe Wisoveg.de). Erst 2008 wurde die Angelegenheit „offiziell“ für beendet erklärt (siehe Kölner Stadtanzeiger):

„Immerhin konnte damit vorerst ein Schlussstrich unter eine Katastrophe gezogen werden, die im Mai 1920 mit der Explosion der riesigen Munitionsfabrik Espagit zwischen Kehr und Hallschlag begonnen hatte. In der Folge war das Umland mit einer Masse von umhergeschleuderten Granaten belastet, die dicht unter der Erdoberfläche schlummerten. Der eigentliche Kernbereich unmittelbar an der ehemaligen Sprengstoffproduktion war derart chemisch verseucht, dass Fachleute in den 90er Jahren dringend davor warnten, dort in großem Stil nach Granaten zu suchen. Es bestand die Gefahr, dass das Grundwasser schwer und nachhaltig belastet werden könnte.“

Und da kommt jetzt einfach so ein Bauer daher … und hat Mangan im Trinkwasser. Nach dem diese Katastrophe schon 54 Millionen Euro gekostet hat (also: der Bundesrepublik), will man wohl darüber nicht noch mehr hören.  Man denke nur, was das für die Baulandpreise bedeuten kann. Besser ist, man macht die Bauersfamilie für die Beseitigung des verseuchten Wassers verantwortlich – das bei denen nur austritt, aber ganz woanders verseucht wird. Vielleicht – kauft ja nach dem Bauer ein Investmentbanker das Land – und baut sich ein Ferienhaus da drauf. Mit Teich vielleicht: dann wäre Platz für das Manganwasser – und Ruhe im Land. Ruhe, die man dringend braucht – denn Experten haben die Lösung der Landesregierung bezüglich des Problems schon in den neunziger Jahren als völlig unzureichend kritisiert.

Und erst recht: was sollen die Leute sagen – in einer Gegend, die vom Tourismus lebt, wenn man gewahr wird, dass dort immer noch – in weitem Umkreis – Gasgranaten unter der Erde schlummern, die jederzeit von spielenden Kindern oder ausschachtenden Häuslebauern gefunden werden können – niemand weiß, wie weit die Granaten wirklich geflogen sind. Und das Kerngebiet? Aus Kostengründen wurde beschlossen, es nur „oberflächig“ zu sanieren – und dann einen Deckel drauf zu tun. Mit eigener Kläranlage für Oberflächenwasser.

Und so – sind 71 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch Niederländer Opfer dieses Krieges – oder Opfer jenes Krieges, der vor einhundert Jahren die Gegend verwüstete. Und wie es aussieht – interessiert dies niemanden groß.

Wer will auch schon wirklich wissen, was da wirklich für Mangan im Wasser sorgt.

Ach ja: Galveston, Texas. Ja: auch darüber sollte man ein Wort verlieren – es war ein reicher Amerikaner, einer, der schon eine Statue von Saddam hat – und eine von Stalin. Und nun auch noch ein Stück Höckerlinie – gegen den Protest von Denkmalschützern und Biologen (siehe ksta). So was kann man machen, wenn man zu viel Geld von anderen hat.

Es gibt da auch noch einen Bericht von der TAZ aus dem Jahre 1989, wonach die CDU vorhatte, auf dem verseuchten Gelände einen Gewerbepark zu errichten – damals lag dort das TNT noch ganz offen herum (siehe Bildung.freepage.de).

Man muss auch lange suchen, um heraus zu finden, ob die Ortschaft Scheid überhaupt Opfer der Explosion war – doch eine Wertpapierseite hat die Information noch bewahrt (siehe HWPH AG):

Am 29. Mai 1920 brach ein Brand im Werk aus und sprengte dieses in die Luft. Beträchtlicher Schaden entstand auf dem Gelände und in den Ortschaften Losheim, Scheid, Hallschlag, Krewinkel und Manderfeld.

Und wer sich über die Gefahr detallierter – mit Karikaturen unterstützt – informieren möchte, findet hier (siehe bildung.freepage) eine Seite, die zeigt, dass die Behörden schon seit Jahrzehnten … seltsam reagieren, wenn es um dieses Thema geht. Und das syrische Spione an dem immer noch aussickerndem TNT sehr interessiert waren.

PS: herzlichen Dank an unsere niederländische „Informantin“, deren Text ich an einigen Stellen etwas kürzen musste – dort, wo bislang unbewiesene Vermutungen über Betrug durch lokale Würdenträger standen. Vielleicht hilft er ja, der Angelegenheit etwas Aufmerksamkeit von professionellen Magazinen zu verschaffen, die mehr recherchieren können als wir. Andererseits: wer will schon im Reich der Gasgranaten buddeln?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Altersversorgung

Ein Ministerpräsident zumindest in Nordrhein-Westfalen der sein Amt fünf Jahre ausführt, hat mit dem erreichen des 60. Lebensjahr ein Anrecht auf ein Ruhegehalt von der stolzen Summe von 4142 €. Ein normaler Bürger der 45 Jahre lang gearbeitet und durchschnittlich verdient hat, bekommt ab dem 67. Lebensjahr 1042 € Rente.

Hier eine Tabelle der Spitzenpensionen der deutschen Politiker

Euro     Jahre
12800   233    Kohl           CDU   Ex-Bundeskanzler
11600   210    Eichel        SPD    Finanzminister
10100   183    Teufel         CDU   Ministerpräsident B-W
9500  173    Fischer      Grüne Außenminister
9100  165    Blüm           CDU   Ex-Arbeitsminister
8900  162    Schröder    SPD   Bundeskanzler
8900  162    Seehofer    CSU   Gesundheitsexperte
8800  159    Clement      SPD   Wirtschaftsminister
8700  158    Lambsdorff FDP   Ex-Wirtschaftsminister
8000  146    Wieczorek -Zeul  SPD  Entwicklungshilfeministerin
7600  138    Schily          SPD    Innenminister
7500  136    Bulmahn     SPD    Bildungsministerin
7400  135    Schäuble    CDU    Ex-Innenminister
7300  132    Merkel         CDU   Partei-/Frakt-Vors
6800  123    Struck         SPD    Verteidigungsminister
6500  118    Nolte           CDU    Ex-Familienministerin

Euro:     Monatlicher Pensionsanspruch, gerundet
Jahre:    Soviel Jahre muss der Höchstbeitrag in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt werden, um eine gleich hohe Rente zu erhalten.

Noch erschreckender ist die Diskrepanz zum Durchschnittsrentner, er müsste, um z.B. die Pensionhöhe  Kohls zu erreichen, 490 statt 233 Jahre arbeiten , entsprechend lange bei den übrigen.Politikern

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