Alternativen

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Thesen für ein neues Deutschland – und ein neues Goldenes Zeitalter

Sonntag, 13.11.2011. Eifel. Langsam wird es kalt in Deutschland. Empfindlich kalt. Und dunkel. Das liegt in allererster Linie an der Überheblichkeit der Politik, die meint, sie wüsste alles und kriegt auch alles geregelt. So war die Politik in Gestalt eines ehemalig grünen deutschen Innenministers (und des gesammten deutschen Polizeiapparates) in der Lage, eine fremdenfeindlichen oder terroristischen Hintergrund bei fremdenfeindlichen und terroristischen Attentaten auszuschließen - so wird die Erde wieder zur Scheibe, Wahrheit wird beliebig. Das ist vielleicht die schrecklichste Erkenntnis jener neuen Enthüllungen, die das Land schockieren: unsere Politiker sind dumm (oder bösartig), die Polizei ist unfähig (es sei denn, beim konzentrierten Virenangriff auf die Computer unbescholtener Bürger), die Wirtschaft ist schlichtweg bösartig geworden - was sogar Fussballer merken, siehe Handelsblatt:

Sonntag, 13.11.2011. Eifel. Langsam wird es kalt in Deutschland. Empfindlich kalt. Und dunkel. Das liegt in allererster Linie an der Überheblichkeit der Politik, die meint, sie wüsste alles und kriegt auch alles geregelt. So war die Politik in Gestalt eines ehemalig grünen deutschen Innenministers (und des gesammten deutschen Polizeiapparates) in der Lage, eine fremdenfeindlichen oder terroristischen Hintergrund bei fremdenfeindlichen und terroristischen Attentaten auszuschließen – so wird die Erde wieder zur Scheibe, Wahrheit wird beliebig. Das ist vielleicht die schrecklichste Erkenntnis jener neuen Enthüllungen, die das Land schockieren: unsere Politiker sind dumm (oder bösartig), die Polizei ist unfähig (es sei denn, beim konzentrierten Virenangriff auf die Computer unbescholtener Bürger), die Wirtschaft ist schlichtweg bösartig geworden – was sogar Fussballer merken, siehe Handelsblatt:

Früher waren die Kapitalmärkte sehr viel überschaubarer. Heute gibt es unzählige Hedge-Fonds, die mit dem Geld nur so um sich schmeißen. Sie wollen alle das große Rad drehen – und manipulieren dabei die Märkte. Da muss man zwangsläufig vorsichtig sein. Die großen Investoren machen sehr oft gemeinsame Sache. Sie konstruieren Trends, die sie dann durchziehen, bis die Märkte ausgequetscht sind.

Das darf man offiziell sagen, das muss man als Bürger über sich ergehen lassen, ohne zurückschießen zu dürfen.  Für sowas stehen wir jeden Morgen im Stau, sollen mit immer weniger Geld immer mehr Rechnungen bezahlen, verplempern unsere Lebenszeit als würden wir noch zehn Leben im Schrank haben, die wir im Notfall leben könnten. Neben den zehn Leben hängen im Schrank noch zehn weitere Erdplaneten, deren Ressourcen wir brauchen, wenn wir alle den „American Way of Life“ leben wollen. Wenn der Tag kommt, an dem unser biologischer Trägermechanismus an Altersschwäche eingeht, werden wir sagen: „Hurra! Ich habe immer alles gemacht, was man mir gesagt hat – Frisur, Kleidung, Meinung, Baustil, Automarke – ich war immer voll im Trend!“ … im Trend der anderen Leute.

Vom eigenen Leben – bleibt nur wenig übrig. Beten wir, das es wirklich keine Seele gibt, kein Leben nach dem Tod, keine große Abrechnung hinter der Bühne, von der alle Hochkulturen der Menschheit überzeugt waren … die Konsumzombies müssten sich mangels echtem, eigenen Leben große Sorgen machen. Aber ein Leben nach dem Tod kann ja auch „ausgeschlossen werden“ – wie die Existenz rechtsradikaler Terrorzellen in Deutschland, die Massenmorde wie in Schweden begehen.

Das Leben ist halt doch ein Ponyhof – jedenfalls für deutsche Politiker. Was nicht sein darf, dass kann dann auch nicht sein. Hier hat die Irrationalität Dimensionen angenommen, die den menschlichen Verstand schlichtweg überfordern, die „Heile-Welt-Medien“ sind ihrem Auftrag der menschlichen Nutzviehbetäubung so perfekt nachgekommen, das sie inzwischen selber an die Rosa-Wolken-Welt glauben, die sie tagtäglich herbeibeten, eine Welt voller guter, edler, aufrechter Menschen die nichts anderes wollen als mit all ihrer Kraft und Lebensenergie die Rendite der Kapitalanleger grenzenlos zu steigern.

Zeit, selbst mal irrational zu werden.

Vor einigen Jahren fiel mir auf, das wir zwar viel Tierschutzvereine haben, das aber der Mensch – obwohl er ja auch ein Tier ist – denselben Schutz nicht für sich in Anspruch nehmen kann. Also kam die Idee, das es neben einem Tierschutzbund auch eines Menschenschutzbundes bedurfte, für dessen Ausgestaltung ich ein wenig Internetraum reservierte. Es gab viele Diskussionen – manches ging hin bis zum Wunsch einer Parteigründung – doch all das überforderte einen kleinen Eifelphilosophen, der nebenbei noch einen ganz dicken Batzen turbulentes Privatleben leben muss … und möchte. Was jedoch übrig blieb – in wenigen Minuten geschrieben – waren einige Thesen, die neue Ziele bei der Planung der menschlichen Zukunft weisen sollten, Thesen, die den Menschen als Tier, als biologisches Wesen in den Mittelpunkt rücken und ihn als Souverän seines eigenen Lebens ernst nehmen. Ich habe mir erlaubt, die alten Thesen etwas aufzupolieren – und möchte sie heute mal … weil ja auch Sonntag ist … an meine virtuelle Kirchentür nageln:

Mensch und Wohnraum 
-menschengerechte Stadtplanung … Stadt muss Lebensmittelpunkt werden statt Einkaufs- und Verkehrsknotenpunkt.
-menschengerechte Verkehrsplanung … der Fussgänger muss wieder Priorität vor dem Auto bekommen.
-menschengerechter Hausbau … das Verbot der Massentierhaltung sollte auch für Menschen gelten.
-Priorität absoluter Verkehrssicherheit für Kinder … es soll nicht mehr ein einziges Kind in Deutschland von einem Auto getötet werden.

Mensch und Wirtschaft
– Mensch statt Rendite als Mittelpunkt wirtschaftlichen Handelns, Priorität der menschlichen Bedürfnisse vor wirtschaftlichen Interessen
– menschengerechte Gestaltung des Arbeitslebens
– Priorität nachhaltiger Energiegewinnung und -Nutzung vor kurzfristigem Profit
– Abschaffung von Zins und Zinseszins
– weitgehende Mitsprache von Arbeitnehmern bei der Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort
– absolute Priorität der Arbeitsplatzsicherheit und Sicherheit am Arbeitsplatz vor Profitmaximierung
– Dominanz der Binnenkonjunkturorientierung vor Exportorientierung
– Maximierung der Steuerlast auf Produkte, die von exportierten ehedem deutschen Arbeitsplätzen geschaffen wurden
– als Notwehrmaßnahme zeitweilige Enteignung von Unternehmen, deren Politik der Volkswirtschaft und der Demokratie eher schadet als nutzt, beispielsweise durch Export von Arbeitsplätzen, Steuerverweigerung, Implementierung von menschenfeindlichen Strukturen im Arbeitsleben, Manipulationen der politischen Entscheidungen durch Lobbyismus, volkswirtschaftlich schadende Finanzmanipulationen
-Förderung der Vielfältigkeit der Produktion entsprechend der menschlichen Erwartungen, Förderung von handgefertigten Produkten vor maschineller Massenware

Mensch und Politik
– Sicherung und Förderung der Stellung des Menschen und Bürgers als absoluter Souverän des Staates
– Förderung parteiunabhängiger Bundestags- Landtags- und Bürgermeisterkandidaten
– strikte Trennung von Medien, Wirtschaft und Politik, Verbot inoffizieller Kontakte von staatlich alimentierten Amtsträgern zu anderen gesellschaftlichen Kräften (auch nicht durch „Wandervereine“, „Rotarier“ oder „Burschenschaften“).
– konstruktive Entwicklung einer erweiterten demokratischen Struktur in allen menschlichen Lebensbereichen
– Grundgesetz- und Menschenrechtskenntnisprüfung für jeden Abgeordneten, Ausschluss bei Nichtbestehen
– Staatsbürgerrechtsentzug auf Zeit bei Steuerhinterziehung
– freiwillige Ausbildung in gewaltlosem Widerstand anstelle von Wehrdienst
– Erhöhung der Erbschaftssteuer nach schwedischem Vorbild

Mensch und Alltag
– Konsequente Förderung einer angstfreien Kultur, Sicherheit und Glück vor Leistungsdruck und Arbeitsanreiz
– konsequenter Schutz vor „Nebenwirkungen“ unausgereifter technischer, chemischer und biologischer Entwicklungen, absolute Priorität der „Null-Risiko“-Strategie gegenüber der bisherigen risikominimierenden Strategie
– konsequenter Schutz vor gesundheitsschädigendem Stress (Lärm, Zeitdruck, Sommerzeit, überzogener Leistungsdruck)
– Dezentralisierung von politischen und wirtschaftlichen Versorgungs- und Verwaltungsstrukturen zugunsten bürgernaher und nutzerfreundlicher Einrichtungen
Mensch und Medien
-Manipulationseleminierung in den Medien
-Konzentration der Medien auf Nachrichtenfunktion bzw. Priorität der Nachrichten
-Beobachtung der strikten Unabhängigkeit privater Medien von Einzelinteressen, strikte Entflechtung von Kapital-, Partei- und Medienmacht
-Verbot der Entwürdigung des Menschen in Talkshows, Dschungelshows und ähnlichen Sendeformaten
-Verhinderung der Innenweltvergiftung durch verfremdende Wirklichkeits- und Menschenbilder in Medien und Werbung
-Sicherstellung der Freiheit und politischen sowie wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Journalisten durch Ausgestaltung des „Wächteramtes“

Mensch und Bildung
-Umbau des dreigliedrigen Schulsystem zugunsten zukunfts- und schülerorientierter Unterrichtsformen, Diversifizierung frühestens nach der sechsten Klasse
-Integration von begleitender Berufsausbildung in die Schulzeit bis hin zur Möglichkeit der Meisterprüfung
-Garantie der Möglichkeit lebenslanger Bildung ohne Einkommens- oder Rentenanspruchsverlust
-Medizin, Bürgerrechte, Menschenrechte als Pflichtfächer ab Klasse 8
-Integration philosophischer Fakultäten in Naturwissenschaft und Medizin zwecks Ausbremsung potentiell gesellschaftsschädigender Entwicklungen

Mensch und Umwelt 
-Priorität von Umwelterhalt vor Straßenbau und Stadtentwicklung
-Steuern gemäß des individuellen ökologischen Fußabdrucks
-Notfalls Rückbau auswuchernder Stadtstrukturen und Industriebrachen zur Schaffung von Naturoasen
-Förderung und Ausweitung von Nationalparks
-Förderung von biologischen Anbaugebieten, Förderung von Hofgründungen

Mensch und Medizin
-Priorität von Ernährungsmedizin vor Pharmaindustrie
-Entflechtung Pharmaindustrie – Krankenhaus/Ärzteschaft, Deprivatisierung von Forschung und Lehre
-Intensivierung der Erforschung „sanfter Medizin“
-Abschaffung von irrationalen Tierversuchen
-medizinische Grundausbildung für jeden Bürger

Mensch und Gesellschaft
-strikte Trennung von Staat und Kirche, Religion bleibt absolut schützenswert und unantastbar aber Privatsache
-Förderung alternativer, dörflicher Lebensstile, die Mehr-Generationen-Modelle als Grundlage haben
-Einarbeitung von Zivildienstaufgaben als Praktika in den Schulunterricht zwecks Förderung von Lebenserfahrung
-Erarbeitung von sanktionsfreien Grundversorgungsstrukturen zur Sicherstellung eines angstfreien Alltages
-striktes Verbot lobbyistischer Tätigkeiten in den Räumen des Bundestages, strikte Trennung von Volks- und Wirtschaftsvertretern
-Vereinfachung des Steuerrechtes
-aktive Integration von Nichtwählern in politische Entscheidungsprozesse
-Realisierung von Volksentscheiden auf allen politischen Ebenen

Das … ist nur eine Auswahl von Änderungen, die sofort angegangen werden können. Sie sind nicht vollständig (dafür fehlt mir die Zeit – siehe Privatleben) noch ausführlich genug – dürfen aber gerne von jedermann jederzeit weiterentwickelt werden.

Wir müssen lernen, den Menschen wieder in den Mittelpunkt unseres Betrachtens zu stellen … so als wäre er ein Hund. Wie groß wäre der Aufschrei, würden wir einen Hund täglich neun Stunden in fensterlosen Räumen bei Kunstlicht einsperren und ihn dort andressierte Kunststücke vorführen lassen – bei den Empfangsdamen der Stationen der Uniklinik Aachen akzeptieren wir das gedanken- und mitleidlos. Über das im Transporter eingesperrte Schwein regen wir uns auf – das es dem Fahrer auf Langstecken im Termindruck kaum besser geht, sehen wir nicht. Über die Haltung von Hühnern empören wir uns, bis auch das letzte Ei biologisch korrekt auf harter Erde gelegt wird – Millionen von Kindern, die ohne Zukunft in den Elendsquartieren der Hartz-Ghettos aufwachsen, sind uns egal.

Das liegt sicherlich auch daran, das wir 20 Millionen Rentner haben, bald 5 Millionen Millionäre, von denen direkt weitere 25 Millionen Menschen in „Dienstleistungsberufen“ abhängig sind. Das sind schon mal 50 Millionen Menschen von einem 80-Millionenvolk, die inzwischen von dem System leben und dabei nichts anderes tun als die Überlebensfähigkeit der menschlichen Rasse auf diesem Planeten Tag für Tag ein wenig mehr zu gefährden – und einzuschränken.

Das Menschen dabei zunehmend durchdrehen – wie übrigens auch andere Tiere in Gefangenschaft – scheint nur natürlich zu sein, für die Zukunft werden wir mehr Massenmorde erwarten dürfen … weil bei diesen „Mehrheitsverhältnissen“ eine Änderung des Kurses nicht zu erwarten ist.

Der Kurs führt uns in eine Gesellschaft von Folter, Krieg und nuklearem Holocaust, ganz direkt, ganz offen und ohne Tarnung und Täuschung – das können auch die Nutzviehmedien nicht völlig verleugnen:

Solch einen TV-Auftritt erlebt man nur mit US-Republikanern. Erstmals stritten die Präsidentschaftsbewerber vor laufender Kamera über Außenpolitik. Ihr Weltbild ist so schräg wie einfach: Überall droht Terror, Folter ist wieder erlaubt – und Europa kommt nicht vor.

So darf Michelle Bachmann ihre politischen Ziele inzwischen offen äußern, ohne das Deutschland oder der Rest Europas damit droht, aus der Nato auszutreten:

So sieht sie einen „weltweiten Nuklearkrieg gegen Israel“ heraufziehen, plädiert für die Ermordung terrorverdächtiger Amerikaner in Übersee und gelobt – unter lautem Jubel eines sehr martialisch gestimmten Publikums – die Wiedereinführung des Waterboardings: „Ich wäre dazu bereit.“

Das hier die mächtigsten Menschen der Welt – die Kaste der Superreichen – eine ganz neue Weltordnung der Folter und des globalen Krieges installieren möchte, müßte umgehend Konsequenzen haben … die natürlich ausbleiben werden, weil wir letztlich alle von ihren Krediten und Aufträgen abhängig sind.

Wie vor zweihundert Jahren arbeitet das ganze Dorf wieder für den Großgrundbesitzer.

Was ziehen wir als Lehre daraus?

Das wir uns als Menschheit den Typus „Großgrundbesitzer“ so wenig leisten können wie den Raubmörder, den Tyrannen oder den Brunnenvergifter. Wir haben einfach zu wenig Ressourcen auf diesem Planeten, um solche Experimente durchzuziehen – auch dann nicht, wenn der Großgrundbesitzer als „Partei“ auftritt.

Was uns helfen kann, den Kurs zu ändern?

Die Technik – sie gibt uns als Internet eine neue Dimension des internationalen Miteinanders und eröffnet dem Menschen die Möglichkeit, sich ganz praktisch als „Menschheit“ zu erleben – jenseits der Horrorgemälde vom „bösen Anderen“, das die Politik zu gerne malt.

Die Vernunft – wenn sie den Menschen in ihren Mittelpunkt stellt … und nicht die Nation, die Partei, das Kapital, die Religion, die Kampagne.

Der Mensch – als sterbliches Wesen ist er nur Gast auf diesem Planeten. Nichts spricht dagegen, sich in seinem Leben als der Gemeinschaft Gewinn bringendes Wesen erwiesen zu haben – falls danach wieder erwarten doch mehr als „Nichts“ kommen sollte, ist man auf der sicheren Seite.  Wenn nicht – verliert man nichts, aber hat einen positiven Beitrag zur Erhaltung der Art geleistet. Die Natur mag so etwas, das pflanzt sich fort.

Das alles sei nicht finanzierbar werden jetzt jene sagen, die vom momentanen System profitieren. Das System hat viele Büttel, die sich bequem und gemütlich eingerichtet haben und davon träumen, es möge ewig so weitergehen mit „Supermodell“, „Superstar“ und „Supernanny“, „Superfussballer“, „Superjackpot“ und „Superwetter“.

Wird es aber nicht. Schon jetzt läuten die Republikaner in den USA neue Kriege ein – „Superkriege“ – und irgendwann werden sie die Macht haben, diese Kriege durchzusetzen. Zufälligerweise wird China ja mehr und mehr eingekreist,  immer mehr Gegner des letzten, großen globalen Superkrieges der „Superklasse“ der USA gegen den Rest der Welt werden ausgeschaltet, bis nur noch das „Reich des Bösen“ übrig bleibt.

Wäre es nicht viel sinnvoller, wenn wir als Europäer uns diesmal einfach heraushalten? Wenn wir – wieder – eine Zivilisation begründen, die den Menschen weltweit Hoffnung auf Zukunft gibt, wenn wir – wieder – ein „Goldenes Zeitalter“ erschaffen, von dem die Menschheit noch in tausenden von Jahren spricht, ein Zeitalter, in dem der Mensch sich endgültig von allen feindlichen Mächten befreit hat – nicht von von dem Raubtier, der Hungersnot, der Naturkatastrophe sondern auch von dem widerlichen Wahn der neuen kleinen Götter – den „Märkten“, den „Parteien“, den „Moden“?

Grund genug haben wir dafür – gerade jetzt. In dem „Clash of Civilisations“ haben wir nur noch Platz als Hilfstruppen und Aufmarschgebiet, als Absatzmarkt und Personalreserve der US-Armee. Nicht umsonst feuern US-Rating-Agenturen gegen die europäische Währung und bringen so die „Verbündeten der USA“ in existentielle Nöte, die wir so seit sechzig Jahren nicht mehr gekannt haben – wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Seien wir doch ehrlich:

Wir sind wirtschaftlich am Ende.

Wir sind politisch am Ende.

Wir sind kulturell am Ende.

Was unsere Jugend erwartet, ist, für Niedrigstlöhne befristet von Job zu Job zu springen, versorgt mit Gammelprodukten, an denen das Blut der Dritten Welt klebt – zu der wir bald verkommen werden. Dafür werden sie im Alter die Freuden der Massenpflege zu spüren bekommen, weil menschengerechte Pflege unter der Tyrannei der Märkte einfach unfinanzierbar ist. Entkommen können diesem Schicksal nur jene, die bereit sind, unter allen Umständen ihr „Scherflein ins Trockene zu bringen“, die sämtliche menschlichen Werte verraten und verkaufen (und sich – unglaublich – sogar Doktortitel ermogeln) um dem System zu entkommen, das sie für andere weltweit errichten.

Schön blöd, oder?

Wäre man nicht so blöde, dann wüßte man, das man als egozentrischer Asozialpragmatiker nur in einer Gesellschaft voller gemeinschaftsfähiger Sozialromantiker überleben kann, ja, das der Sozialromantiker der unverzichtbare Urtypus des Menschen ist, der dafür gesorgt hat, das die menschliche Rasse das Jahr 2011 überhaupt lebend erreichen konnte.

Geld genug für ein neues Goldenes Zeitalter haben wir – wir haben sogar mehr als genug. Uns steht die Arbeitskraft von sieben Milliarden Menschen zur Verfügung, die momentan für die Kultur der Superklasse arbeiten, zudem haben wir genug Maschinen, mit denen wir die Welt so gestalten könnten, das selbst das Paradies neidisch werden würde.  Würden wir Morgen eine neue Währung einführen und so einen weltweiten Schuldenschnitt für alle Menschen machen: wir hätten sofort keine Probleme mehr. Jeder Haushalt wäre ausgeglichen, alle würden schwarze Zahlen schreiben – nur die Halbgottansprüche der Superklasse wären nicht mehr finanzierbar noch erwirtschaftbar, wenn wir das Zinsverbot konsequent durchhalten.

Möchten wir aber wirklich deshalb morgen früh wieder im Stau stehen, mit unseren Abgasen die Zukunft unserer Kinder vergiften um danach Tag für Tag unsere Lebenszeit hilflos im Büro und im Geschäft versickern zu sehen … nur damit egozentrische Asozialpragmatiker aus aller Welt auf ihren Ranches in den USA Halbgott spielen können – oder möchten wir nicht lieber dereinst auf dem Sterbebett friedlich dahinscheiden, mit dem sicheren Wissen, als gemeinschaftsfähiger Sozialromantiker der Menschheit die Chance auf ein neues, goldenes Zeitalter ermöglicht zu haben, das im Universum seinesgleichen sucht?

Mir persönlich fällt die Wahl nicht schwer – ich habe sie schon getroffen.

Und ihr?

 

 

 

 

Wirtschaftskollaps 2012 … oder alternativlos das bedingungslose Grundeinkommen kontra Massensterben

11.11.2011. Eifel. Wie jeden Tag könnte man über das Gleiche schreiben: die progressive Vernichtung des deutschen Mittelstandes. Wer nur mal kurz von Kokain runterkommt und eine Woche die Finger von Alkohol und Nikotin nimmt, merkt: das braut sich was ganz Dickes zusammen, die Krise 2008 war nur ein Vorbeben - und der nächste Knall wird die Weltwirtschaftskrise von 1929 weit übertreffen. Schauen wir doch mal hin, was sich allein heute schon wieder zusammenbraut:

11.11.2011. Eifel. Wie jeden Tag könnte man über das Gleiche schreiben: die progressive Vernichtung des deutschen Mittelstandes. Wer nur mal kurz von Kokain runterkommt und eine Woche die Finger von Alkohol und Nikotin nimmt, merkt: das braut sich was ganz Dickes zusammen, die Krise 2008 war nur ein Vorbeben – und der nächste Knall wird die Weltwirtschaftskrise von 1929 weit übertreffen. Schauen wir doch mal hin, was sich allein heute schon wieder zusammenbraut:

In Griechenland ist einer der Täter nun Chef geworden. Seine Qualität – laut Spiegel: er hat Konservative und Sozialisten in die Schranken gewiesen. Ein denkwürdiges Zitat, zeigt es doch, welche Stellung die großen politischen Strömungen des letzten Jahrhunderts im 21. Jahrhundert noch haben: sie sind Feinde des Systems, jenes Systems, das sich weltweit krakenartig ausbreitet, um die finanziellen Ressourcen des Mittelstandes völlig zu vernichten. Ein Euro-Banker als Chef einer „Notregierung“ in einem demokratischen Land: warum schreibt man nicht gleich „Der Bankenclan hat die Zwangsausschlachtung Griechenlands übernommen“.

In Italien wurde ein weiterer Regierungschef abgeschossen (was er schon lange aus vielen Gründen verdient hat, was jedoch jetzt einen üblen Nachgeschmack erhält). Die Hoffnung: „die Märkte“ werden sich gnädig zeigen. Primitivreligion in Reinkultur – wie auch schon in Griechenland: wir opfern Menschen, damit die Götter uns wohlgesonnen sind. Pech nur, das „die Märkte“ Arschlöcher sind, siehe „Spiegel„:

Der Tag, nachdem das politische Ende von Silvio Berlusconi besiegelt war, sorgte für Entsetzen. Wer glaubte, an den Finanzmärkten würde der bevorstehende Abgang des italienischen Regierungschefs bejubelt, sah sich getäuscht: Statt zu fallen, stiegen die Zinsen, die Italien für neue Schulden bezahlen muss, am Mittwoch rasant an. 

Wir merken uns: wenn wir „den Märkten“ nicht gehorchen, steigen die Zinsen; gehorchen wir jedoch den Märkten, steigen die Zinsen „rasant“. Alternativen zum fälligen Staatsbankrott auch im Zentralland der europäischen Umgestaltung: KEINE. Damit wir uns von dem Entsetzen überhaupt nicht erholen können, gibt es gleich nochmal einen Nachschlag. „Die Märkte“ marschieren in ihrer Offensive gegen das europäische Bürgertum gleich noch weiter, Spanien, Irland, Belgien, Portugal … all das ist ihnen nach dem gigantischen Triumph in Griechenland viel zu billig.

FRANKREICH ist das nächste Ziel, siehe Welt:

Auch Frankreichs Anleihen geraten in gefährliches Fahrwasser – der Aufschlag für Paris steigt. Die Europäische Zentralbank bleibt die letzte Rettung.

Was der Deutsche wohl nie begreifen wird: „die Märkte“ klauen unseren Kunden das Geld, mit dem die normalerweise unsere Ramschwaren kaufen. Unser „unbremsbarer Aufschwung“ war mit den Schulden unserer Freunde erkauft, ein kleines Strohfeuer zur Beruhigung des Bürgers, gelegt, damit nicht alle gleichzeitig merken, das nun ein langer, harter Winter bevorsteht. Wie intelligent sind wohl unsere Politiker, das sie das nicht merken?

Der Bürger kann sich nur wundern, siehe Welt:

„Wir gehen mit Siebenmeilenstiefeln voran – manche trotten im Gänsemarsch hinterher“, sagte Brüderle und erntete Kopfschütteln bei allen, die lieber ihrem gesunden Menschenverstand vertrauten als seinen luftigen Prognosen, die dann in dem Satz gipfelten: „Dieser Aufschwung wird noch lange andauern.“

Heue ist klar: Europa stürzt in die Rezession. In der gesamten Union wird das Bruttoinlandsprodukt „bis weit ins Jahr 2012 hinein stagnieren“. Und das betrifft nicht nur Krisenstaaten wie Spanien, Portugal oder Italien. Nein, auch Deutschland stagniert mit einem Minimalwachstum von 0,8 Prozent.

Diese Politiker sind entweder strohdoof – oder gekauft. Schaut man sich die Karrieren der Hartz-Minister und Hartz-Kanzler an – oder die moralische Dimension des Herrn Hartz selbst – so kann man schon auf seltsame Gedanken kommen – zumal sich gerade Geschichte wiederholt, siehe Rudolf Augstein im Spiegel:

Dabei könnten gerade die Deutschen seit den dreißiger Jahren wissen: Wenn man in der Krise den Gürtel noch enger schnallt, landet man in der Rezession. Dennoch muten sie das Rezept, das sie selbst schon einmal haben scheitern sehen, jetzt den Griechen zu.

 Griechenland, sagt der Harvard-Professor Niall Ferguson, erlebe jetzt das, was die Ex-DDR erlebt hat: „Erst gibt man den Leuten eine harte Währung, mit der sie auf große Einkaufstour gehen. Dann macht man sie arbeitslos, und schließlich muss man sie finanziell unterstützen.“ Europa kann sich noch auf einiges gefasst machen.

Schaut man sich die Liste von Regierungen an, die „die Märkte“ zu Fall gebracht haben, so kann einem ganz anders werden, siehe Handelsblatt:

Fünf Regierungen hat die Eurokrise bislang abserviert. Griechenland und Italien sind die bislang letzten Stationen einer Tournee, die bereits durch Irland, Portugal und die Slowakei zog. Immer wieder überfordert die Aufgabe, im Staatshaushalt für Ordnung zu sorgen und in Brüssel beschlossene Rettungsprogramme umzusetzen, die Regierungschefs. Einige, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, können sich mit intensivem Fraktionszwang retten, andere fallen.

Der Autor findet das gut, sieht keine Gefahr für die Demokratie – eher einen Nutzen und beweist damit die Gefahren des grassierenden Mangels an politischer Bildung in diesem Land:

Aber damit erweisen sich die Marktakteure nicht als Leichenträger der Demokratie, sondern im Gegenteil als ihre Stützen. Denn sie haben das Glück, jeden Tag abstimmen zu dürfen – und nicht wie die Wähler nur alle vier Jahre.

Das Problem ist nur: „Marktakteure“ sind keine Bestandteil des demokratischen Willensbildungsprozesses, noch sind sie Bestandteil des politischen Souveräns, sie haben weder aktives noch passives Wahlrecht, sie bestimmen zwar jeden Tag durch Steuerung der Geldflüsse wo es langgeht (und wieviel Geld „unten“ ankommt), sie haben aber keinerlei politische oder demokratische Legitimation. Genauso gut könnte man sagen: die tägliche Befehle aus Moskau oder Peking retten unsere Demokratie vor sich selbst, nur – so formuliert, würden selbst Politiker merken, was gerade vor sich geht.

Mit vollen Händen werden Irrsinnbeträge in die Märkte gepumpt, die keinerlei Gegenwert mehr im realen Wirtschaftsleben haben. Gerade noch haben wir Griechenland gerettet, da steht zwei Tage später schon der nächste Kanditat vor der Tür:

Der Abwehrschirm stehe bereit, um Italien bei einem entsprechenden Antrag an die Euro-Gruppe zu helfen, sagte er. „Wenn ein Land kommt und sagt, es braucht sofort Hilfe, dann sind wir bereit.“ Der EFSF könne derzeit noch 250 bis 300 Milliarden Euro an Krediten vergeben.

Kann man sich noch daran erinnern, wie beschämend sich die deutsche Arbeitslosenministerin gedreht und gewendet hatte, um sich davor zu drücken, die Regelsätze für die Kinder von Arbeitslosen zu erhöhen? Ich habe gestern für 1,5 Stunden parken mehr Geld ausgegeben, als das Kind eines Arbeitslosen für seine tägliche Ernährung ausgeben darf: deutlicher kann man wohl die erbärmliche Situation in diesem Land nicht erleben. Würden wir nur ein Milliarde für diese Kinder ausgeben, könnten die ihr Ernährungsbudget um 50 % verbessern. Dafür ist kein Geld da, aber für ZINSEN jederzeit das Hundertfache.

Von Zinsen lebt ja auch jeder gern und je mehr Menschen gerne von Zinsen leben wollen, umso weniger Geld ist für die Wirtschaft da. Das ist die eigentliche Front des 21. Jahrhunderts – nicht die zwischen Sozialisten und Konservativen. Nicht mehr lange, da werden Linke und Rechte auch in Deutschland durch eine Übergangsregierung der Banken ersetzt, die die Zinszahlungen sicherstellen sollen. Jeder, der ohne Hilfe von Taschenrechnern bis drei zählen kann, weiß, das das die alternativlose Zukunft der Deutschen sein wird, ebenso wie Hartz IV dafür sorgen wird, das die Massen ruhig bleiben.

Uns droht eine Gesellschaft von 5 Millionen Millionären – und, ihnen zugeordnet – zwanzig Millionen Niedriglöhner für Nageldesign, Frisur, Garten, Hausputz und Auto –  und 55 Millionen völlig verarmten Restbürgern. So spaltet man ein Volk und übt Herrschaft durch Geld aus – und so vernichtet man eine Volkswirtschaft. Weder die faulen Säcke, die sich aufs Zinskissen legen noch die Niedriglöhner werden die Innovationskraft haben, sich dem Ansturm der Schwellenländer wiedersetzen zu können, so das man jetzt schon sagen kann, das auch die Millionen der Millionäre mittelfristig nichts mehr Wert sein werden, weil die Währung keine Kraft mehr haben wird.

Griechenland exerziert gerade vor, wie schnell der Absturz kommen kann – und unsere Politik setzt Signale genug zum zu sehen, das wir ein Volk von konkurrenzunfähigen Ich-AG´s werden, die vom Arbeitsamt subventioniert werden müssen.

Dafür sind wir gut frisiert und haben super Fingernägel.

Es wird Zeit, das wir uns klar werden, das eine neue Zeit neue Herausforderungen mit sich bringt, die nicht durch alte Rezepte gelöst werden können: die Raubherrschaft der Zinsbarone fordert andere Maßnahmen, ein neues Denken und neue Strukturen, die verhindern, das der Bürger zum bloßen Nutzvieh für Bankkonten wird.

Alternativlos ist und bleibt hier das bedingungslose Grundeinkommen: 1000 Euro für jeden – und keine weiteren Diskussionen. Die Wirtschaft wird ihre Kompetenz und Leistungsfähigkeit dadurch beweisen müssen, das sie diese Beträge erwirtschaftet – die Zeiten, das Bürger hungern müssen, um Traumlandzinsen zu erwirtschaften, müssen vorbei sein, der Traum vom leistungslosen Einkommen durch Zinsen von Opas Vermögen muss zuende gehen, bevor die Gesamtwirtschaft zusammenbricht. Hören wir nochmal Götz Werner:

Das Grundeinkommen wird möglich durch die steigende Produktivität bei sinkendem menschlichen Arbeitseinsatz. Darum ist das Grundeinkommen auch nötig. Denn die Versorgung der Menschen mit Einkommen kann nicht mehr allein durch Erwerbseinkommen und durch von ihr abgeleitete Sozialleistungen bewältigt werden. Wir bewegen uns in eine neue Zeit. Viele Aufgaben werden nicht ergriffen, weil ihnen kein Erwerbseinkommen winkt. Viel aktueller Bedarf bleibt unbefriedigt. Zeit für Menschen. Der prinzipielle Vorrang des Erwerbseinkommens lähmt die bedarfsgerechte Vielfalt der Arbeit und den Ideenreichtum, beschränkt Initative und untergräbt Selbstverantwortung. Das hemmt die Entwicklung. Eine Trennung von Arbeit und Grundeinkommen rückt den Sinn der Arbeit in den Vordergrund.

Das Arbeit Sinn machen kann  und nicht nur alltägliches, zweckentfremdetes Ritual sein muss, ist vielleicht für viele neu, das die Zinsknechtschaft der Überversorgten zwangsläufig zu einem volkswirtschaftlichen Herzinfarkt führt, wahrscheinlich auch – aber möglicherweise kann man einfach mal seinen eigenen Körper anschauen, um zu verstehen, was geschieht, wenn ich einen ständig wachsenden Teil des Blutkreislaufes nur auf ein Organ konzentriert (egal, welches): es kommt zu Minderversorung plus Organversagen an anderen Orten, was früher oder später den Tod des ganzen Organismus zur Folge hat.

Wo im Körper dann die Nekrose um sich greift, kommt es in der Volkswirtschaft zum Massensterben.

Was uns hier in den Wirtschaftsnachrichten präsentiert wird, ist keine Spielerei, keine Diskussion darüber, in welcher Farbe wir die Grundschulklasse streichen, welches Trikot unsere Dorfmannschaft bekommt oder wie wir die neue Seitenstraße benennen wollen – es geht hier konkret um die millionenfache Vernichtung von Menschen, die irgendwann nicht mehr versorgt werden können, weil der Geldkreislauf sich an immer weniger werdenden Knotenpunkten aufstaut.

Wir haben das schon oft erlebt – und deshalb Revolution gemacht, was zum Massensterben bei den Überversorgten führte, die politischen Positionen von „rechts“ und „links“ sind ein Echo dieser Zeit, das sich bis heute erhalten hat: der beständige Streit darum, wer denn nun erschossen gehört, weil er dem Paradies im Wege steht.

Alternativlos zum Massensterben wäre es, einen neuen, historischen Schritt zu tun, den Souverän auch mit der nötigen Wirtschaftskraft auszustatten, das er auch souverän leben kann. Rechtlich möglich wäre das ohnehin: im Prinzip gehört das Geld dem Staat: nur er bestimmt, wieviel es davon gibt – und nur er garantiert seinen Wert. Er kann es dem Bürger eine Zeit lang zum Spielen geben, er kann auch eine Zeit lang dem kapitalistischen Versprechen vom Paradies folgen (so wie er auch dem kommunistischem Versprechen vom Paradies gefolgt ist), aber wenn er merkt, das die Propheten ihre Versprechungen nicht einhalten können und es nur noch romantische Träumereien von „Markt“ und „Leistung“ gibt, die keinerlei reale Grundlage mehr haben, dann muß er mit harter Hand für Ordnung sorgen – auch wenn das heißt, das die Millionäre von heute wieder arbeiten gehen und möglicherweise ihre Nägel wieder selbst schneiden müssen.

Was wir begreifen müssen, ist: das dieser Schritt alternativlos ist. Die Zukunft unsere Systems beschreibt ein Nutznießer ziemlich deutlich in dem Artikel: „Der Staat hat keine Chance“

«Eure Jobs wird es nicht mehr geben, und wenn ihr nichts ändert, wird der Wind – bildlich, aber nicht nur bildlich gesprochen – eines Tages das trockene Laub durch eure verlassenen Häuschen am Stadtrand treiben.»

Das ist die Zukunft, die unsere „Investmentbanker“ gezielt und bewußt anstreben:

Es ist ein Aufruf an den eiskalten Überlebenskampf.

Das ist in der Tat die Zukunft die auf uns wartet, wenn sich nichts ändert. Wir Deutschen müssten das Gefühl kennen – wir haben dank Hitler erleben dürfen, wie schnell eine Hochkultur in finsterste Barbarei versinken kann … auch wenn wir nicht dran glauben mögen. Jetzt möchten uns die Herren des Geldes wieder in eine Zukunft führen, in der für Alte, Kranke, Behinderte, Kinder und im Prinzip für Menschen generell kein Platz mehr ist, in der entartete Asoziale um die letzten Bröckchen streiten, während die Massen am Wegesrand verhungern.

Wer kann so etwas schon wirklich wollen?

Wir müssen uns verabschieden von romantischen Vorstellungen des 20. Jahrhunderts, von den niedlichen Träumen der Zinsbarone, die gerne lebenslänglich ein leistungsloses Einkommen auf Halbgottniveau hätten. Wir brauchen einen mutigen Schritt nach vorne, der auch Härten mit sich bringen wird: die eine oder andere Yacht wird möglicherweise nicht mehr finanzierbar sein, manche werden ganze Straßenzüge verkaufen müssen, um den Spritverbrauch ihrer SUV-Flotte weiterhin finanzieren zu können – dafür werden wir die europäischen Volkswirtschaften vor dem Abgrund bewahren, die europäische Kultur vor einem Rückfall in eine Barbarei, die noch umfassender werden wird als die der Nazis.

Wir werden sicherheitshalber einige zentrale Elemente der Infrastruktur in Staatsbesitz übergehen lassen müssen, ebenso wird sämtlicher Immobilienbesitz unveräußerbares Staatseigentum werden müssen – wobei wir die Wohnrechte unverändert lassen. Wir werden auch eine neue Währung brauchen – die alte liegt sowieso schon größtenteils auf Konten in Übersee, wir sollten aber nicht weiter tagtäglich unsere Arbeitskraft und die unserer Kinder und Kindeskinder verpfänden, um den Wert des Raubvermögens in alle Ewigkeit zu garantieren. Führen wir gleich morgen den „Demo“ ein, garantieren seinen Wert mit der Leistungsfähigkeit und Wirtschaftskraft der europäischen Volkswirtschaften … und tauschen keine Euro mehr um.

Das wird ein wenig unbequem werden, das wird ein wenig ruckeln – aber was für ein Ruck wird erstmal durch die Wirtschaft gehen, wenn sich Arbeit und Leistung wieder mehr lohnt als nur faul und bequem von den Zinsen von Opas Vermögen zu leben.

Auch wenn es sich radikal anhört (und für „Rechte“ kommunistisch klingt, während es für „Linke“ unheimlich wirkt, weil das Volk wieder Macht bekommt und nicht nur als Steigbügelhalter für Funktionäre herhält): viel radikaler wird es werden, wenn wir aus Bequemlichkeit und Faulheit den Kurs nicht ändern.

Wir brauchen keine millionenschweren Entertainer, Fussballer, Musiker oder Finanzjongleure, wir brauchen Bauern, Bäcker, Lehrer, Polizisten, Sozialmediatoren, Elektriker, Maurer, Förster, Kindergärtner, Altenpfleger, Klempner, Krankenpfleger, wir brauchen zufriedene, glückliche, kreative Menschen die die Zukunft mutig anpacken und aktiv gestalten wollen anstelle von traurigen Gestalten, die das Volksvermögen auf Megapartys versaufen.

Wir müssen sehen, das wir diesmal die Chance haben, den Kontinent wieder neu aufzubauen, bevor alles wieder in Schutt und Asche liegt.

Wir wäre es, wenn wir sie einfach mal ergreifen?

Und bitte jetzt keine Diskussionen darüber, ob das finanzierbar ist oder nicht.

Das ist einfach … alternativlos – da erübrigt sich jede Debatte.

Und das Wort dürften wir doch inzwischen gut kennen, oder?

Wir debattieren ja auch nicht darüber, ob wir heute vielleicht mal das Atmen sein lassen wollen.

 

 

 

 

 

 

Deutschland – Traum oder Albtraum?

Deutschland - Traum oder Albtraum?

Wir wohnen in einem schönen Land, ein einem tollen Land – in einem Land mit für die Welt beispielgebender Kultur und Zivilisation. Ja – jetzt mal nicht meckern, das ist doch so. Hier läuft alles, wie es laufen soll. Da wir Bürger den ganzen Tag mit Erwerbsarbeit, Kindererziehung, Häusle bauen, Vereinsaktivitäten undDorfverschönerung oder Straßenfesten beschäftigt sind, haben wir ein paar Vertreter gewählt, die für uns in unserem Auftrag unsere Interessen im Bundestag vertreten. Dort ist der Ort, wo kontroverse Themen so lange diskutiert werden, bis sich eine für den Bürger optimale Lösung findet. Das ist zuweilen sehr anstrengend, aber dafür haben wir unsere Vertreter ja auch von der Erwerbsarbeit befreit und sie zudem noch finanziell auf das höchste Podest gestellt, das wir uns leisten können. Dafür haben unsere Volksvertreter den ganzen Tag nichts anderes im Sinn, als unsere Lebensqualität zu verbessern, unsere Interessen im Kanon der Vereinten Nationen durchzusetzen und für Frieden, Wohlstand und Sicherheit jedes einzelnen kleinen Bürgers zu sorgen.

Das ist eine wichtige Arbeit.

Krankheit, Scheidung, der Tod eines Lebenspartners … all das kann einen einfachen Bürger trotz allen Fleißes aus dem normalen Lebensweg werfen, manche zerbrechen an Gewalterfahrung oder den Folgen von psychischen Problemen der Eltern. Solche Menschen wurden dereinst von der Dorfgemeinschaft aufgenommen, weil man da noch wußte, das jeder – wirklich JEDER – eine besondere Qualität in sich trägt, die man für alle nutzbar machen kann. Wer überhaupt nichts konnte, durfte Briefträger werden und bekam von jedem Kunden erstmal ein Gläschen Schnaps.

So konnte sich jeder sicher sein, das man auch ihn auffangen würde, wenn er mal scheiterte … und das führte zu großen Erfolgen, denn mit dieser Sicherheit im Rücken konnten Einzelne auf einmal enorme Leistungen erbringen. So haben wir „Zivilisation“ aufgebaut, „Fortschritt“ und „Wohlstand“ erfunden und fanden das auch ganz toll.

Was uns verloren ging – aus organisatorischen Gründen – war das Dorf. Mitlerweile ist sogar die „Familie“ eine ausssterbende Art. Wir haben das zugelassen, weil es für das Individuum Vorteile gab – es konnte endlich seinen eigenen Lebensweg außerhalb der Pläne seiner Familie finden – und wir hatten ja noch unsere Volksvertreter, die Weise auf den Ausfall von Dorf, Stamm und Familie reagierten, in dem sie die Aufgaben dieser sozialen Strukturen übernahmen: der Sozialstaat war geboren und aus der Sicherheit des Sozialstaates heraus konnten noch größere Risiken eingegangen, noch größere Erfolge erzielt werden, die letztlich wieder allen zugute kamen.

Es ist einfach ideal, was wir dort geschaffen hatten, Deutschland, das planetare Dorf ersetzte Deutschland, das Menschenfresserparadies, wir sind Vorbild für die ganze Welt, man liebt uns überall. Wir können voller Optimismus in eine Zukunft schauen, in der jeder Bürger sich gut aufgehoben weiß, in der die gesamte Wirtschaft nur das eine Ziel hat: den Lebensstandard langfristig für alle deutlich zu erhöhen, sorgsam und behutsam mit unseren Ressourcen umzugehen und die tödlichen Nebenwirkungen von Technik drastisch zu reduzieren, die Medien über Wirtschaft und Politik wachen und äußerst wachsam sind, das sich keine gemeinschaftsfeindlichen Elemente in Entscheidungspositionen festsetzen und die Regierung in unser aller Auftrag darüber wacht, das niemand auf dieser Reise verlorengeht – hier gilt vor allem den Armen, Kranken und Schwachen ihr Augenmerk, den die Reichen, Gesunden und Starken kommen auch ohne ihre Hilfe Prima durchs Leben.

Wäre schön, wenn man so etwas schreiben könnte, oder? Wäre doch schön, wenn Schulen wieder lehren würden, wie schädlich „Statussymbole“ sind, anstatt das Kinder wie Reklametafeln für Konzernwerbung herumlaufen, ohne daran zu denken, das andere Kinder wegen dem Markenzeichen Gesundheit und Leben verloren haben.

Wäre schön, wenn man morgens in die Nachrichtenwelt schauen kann und gleich drei Ereignisse präsentiert bekommt, wie Wirtschaft, Politik und Medien unser Leben wieder einmal besser gemacht haben, wie Wohlstand, Sicherheit und Fortschritt wieder einmal drei kleine Schritte weitergekommen sind und die Regierung erneut weitere Menschenrechtsmängel im Alltagsleben ausgemerzt hat – was die Begeisterung des ganzen deutschen Volkes hervorruft.

Stattdessen … wollen die wirtschaftsnahen Medien dem Bundespräsidenten einen Maulkorb verpassen und fordern unverblümt eine Expertendiktatur, wie heute im Spiegel:

Erst fordert Arbeitsministerin von der Leyen für die Euro-Zone das Prinzip „Geld nur gegen Gold“ – nun kritisiert Bundespräsident Wulff barsch die Retter der Währungsunion. Es ist höchste Zeit, dass endlich wieder Euro-Experten die Debatte bestimmen.

Medien brauchen heutzutage Werbepartner. Werbepartner werden deshalb von den Medien überwiegend freundlich behandelt, ihre „Euroexperten“ ebenfalls. Wo wir da als Bürger noch Berücksichtigung finden?

Zahl- und Wahlvieh.

Wirtschaftsexperten freuen sich auf die Inflation, die unsere mühsam erarbeiteten Spargroschen vernichten wird, während anderswo der staatliche Immobilienbesitz enteignet werden soll:

Die Euro-Finanzminister denken offenbar darüber nach, Finanzhilfen für Pleiteländer mit Sachwerten zu sichern. Auch staatlicher Grundbesitz ist dabei eine Option.

Man hat kaum Zeit, sich über die Entwicklung zu erschrecken, die wie ein Blitzkrieg abläuft. Die „Offensive Europa“ rollt unaufhaltsam – mit guten Argumenten. Immerhin ist die Reisefreizügigkeit in Europa vorbildlich zu nennen, auch wenn Deutschland da mal wieder unangenehm auffällt – mit Ressentiments gegen Schwule erinnern wir an ganz alte, dunkle Zeiten. Die Forderung, das Deutschland deshalb noch mehr in Europa mitmischen sollte, kann deshalb bei manchen Nachbarn Besorgnis auslösen, erst recht bei jenen, die sich schon längst vor einem Vierten Reich fürchten – einem Reich, das jetzt real anfängt, Grundbesitz in Nachbarländern zu okkupieren, während in Italien die Senatoren Luxusessen zu Mensapreisen genießen – letztlich wird das wohl mal bezahlt von den Erlösen versteigerter griechischer Grundstücke oder den gestrichenen Arbeitslosenbezüge deutscher Behinderter.

Wir befinden uns in einer Situation, in der erfolgreiche Unternehmer dieses Landes das Bundesverfassungsgericht vor den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen,

Der Hintergrund dieser Aktion? Nichts weiter als der Verdacht einer Verschwörung, eines „Staatsstreiches“ von Merkel und Sarkozy, der die Vermögen des deutschen Bürgers vernichten wird.

„Das Verfassungsgericht setzt sich dem Verdacht aus, den politischen und zeitlichen Erwartungen der Bundesregierung zu entsprechen“, heißt es da, und die Beschwerdeführer gehen noch einen großen Schritt weiter.

Es strebe offensichtlich ein politisches Urteil im Sinne der Regierung an. Auf diese Weise werde es zu einer Art Mittäter von selbsternannten Eurorettern, die dabei seien, das Recht zugunsten der Macht zu verdrängen, einer Macht, die im Übrigen nicht von Berlin, sondern allein von Paris aus gesteuert werde.

Das können die doch wohl nicht ernst meinen, denkt man sich. Da sind wir doch in den finstersten Abgründen paranoider Verschwörungsfanatiker zu Gast … und sind ganz weit weg von unserem schönen Traum einer Gesellschaft, in der Medien für Aufklärung, Regierung und Gerichte für Gerechtigkeit und Sicherheit und Wirtschaft für Wohlstand sorgen.

Stattdessen haben wir Medien, die nur noch Propaganda betreiben, eine Regierung, die beständig rund um die Uhr überfordert ist, eine Wirtschaft, die nur noch durch Rechentricks und Ausbeutung Erfolge vorweisen kann und den bösen Verdacht, das hinter all dem auch noch eine Absicht steckt: eine finstere Verschwörung zur Aneignung des Vermögens der deutschen – und europäischen – Bürger.

Ein Alptraum.

Doch der Traum wird noch schlimmer. Mehr und mehr verdichten sich die Hinweise, das Uwe Barschel ermordet wurde. Das so etwas in einem demokratischen, aufgeklärten Rechtsstaat überhaupt denkbar sein sollte, ist schon ungeheuerlich. Noch ungeheuerlicher ist allerdings, wie mit dem Verdacht umgegangen wird: anstatt absolute Klarheit zu schaffen, wird … verdunkelt. Dabei ist das keine Kleinigkeit. Sollte es möglich sein, das ein Uwe Barschel ermordet werden konnte, dann sind wir europäischen Bürger in unserem eigenen Land unseres Lebens nicht mehr sicher, sollten die Ermittlungen auch nur in geringstem Maße eingeschränkt worden sein, dann haben wir es mit einer Gewalt zu tun, die sich den Staat untertan gemacht hat – hier würde ich als Bürger erwarten, das hundert Beamte zehn Jahre lang uneingeschränkt ermitteln dürfen, um absolut sicher zu stellen, das so etwas nicht möglich ist.

In seinem Vorwort nennt der Journalist Stefan Aust, ein Anhänger der Mordtheorie, Willes Buch „das Protokoll einer Mordermittlung im Irrgarten einer politischen Affäre zwischen östlichen und westlichen Geheimdiensten, Waffenhändlern und Hochstaplern.“

Wer sich das Leben des Stefan Aust anschaut, kann zurecht vermuten, das man es hier nicht mit einem paranoiden Verschwörungstheoretiker zu tun hat, sondern mit jemandem der oft genug hinter die Kulissen geschaut hat.

Und so scheint sich der Traum von einer gerechten, sicheren Heimat langsam aber sicher in einen Alptraum zu verwandeln, in dem Politik, Wirtschaft, Gerichte und Medien zum Spielball von Akteuren geworden sind, die soweit hinter den Kulissen arbeiten, das man noch nicht mal ihre Namen kennt.

Aber ihre Meinung, ihren Willen, ihre Absichten erfahren und erleben wir Tag für Tag,  manchmal mit tödlichen Folgen.

 

 

 

 

 

 

 

Die deutsche Bestialitätskultur und ihre Förderung durch die Kultur der Arbeitslosigkeit

Es wäre mal Zeit für eine Dankesrede. Für den Dank an die Leser des Nachrichtenspiegels. Seit einem Jahr betreiben wir jetzt dieses Format, um relativ unangreifbar unsere Meinung sagen zu können. Das geht hier. Hier ist das Risiko geringer, das sich enttarnte Altnazis oder beleidigte Politikwürstchen beim Betreiber beschweren können, um Meinungen zu unterdrücken. Es wäre Zeit, für eine große Dankesrede - allein schon von mir persönlich - für die vielen Anregungen und Informationen, die man hier als Autor erhält. Doch diese Zeit ... ist nicht da, denn die Welt dreht sich weiter - in keine schöne Richtung. Es ist mehr das, was im Hintergrund der Nachrichten zu erkennen ist ... oder die Art der Nachrichten selbst, die  beunruhigen sollte.  Zum Beispiel die Berichterstattung über den Kannibalen von Rothenburg - aktuell in der Welt. Ich setze hier keinen Link, noch möchte ich den Artikel zitieren - aus Gewissensgründen verbietet sich mir die Verbreitung einer solchen Nachricht.

Es wäre mal Zeit für eine Dankesrede. Für den Dank an die Leser des Nachrichtenspiegels. Seit einem Jahr betreiben wir jetzt dieses Format, um relativ unangreifbar unsere Meinung sagen zu können. Das geht hier. Hier ist das Risiko geringer, das sich enttarnte Altnazis oder beleidigte Politikwürstchen beim Betreiber beschweren können, um Meinungen zu unterdrücken. Es wäre Zeit, für eine große Dankesrede – allein schon von mir persönlich – für die vielen Anregungen und Informationen, die man hier als Autor erhält. Doch diese Zeit … ist nicht da, denn die Welt dreht sich weiter – in keine schöne Richtung. Es ist mehr das, was im Hintergrund der Nachrichten zu erkennen ist … oder die Art der Nachrichten selbst, die  beunruhigen sollte.  Zum Beispiel die Berichterstattung über den Kannibalen von Rothenburg – aktuell in der Welt. Ich setze hier keinen Link, noch möchte ich den Artikel zitieren – aus Gewissensgründen verbietet sich mir die Verbreitung einer solchen Nachricht. Welchen Sinn macht es eigentlich, diese perversen Phantasien medial zu verbreiten, wie es die „Welt“ aktuell tut? Wer entscheidet sich eigentlich dafür, solchen Verirrungen des menschlichen Geistes mediale Aufmerksamkeit zu schenken … und sie dadurch noch aufzuwerten? Welchen Sinn macht es, den Geschmack und die Konsistenz von Menschenfleisch zu beschreiben?

Ist das … Werbung für eine neue Kultur?

Vielleicht haben viele Menschen diese Kultur schon angenommen. In NRW läßt eine Frau ihren Freund von Junkies verprügeln – und schaut dabei zu. Ein Rentner tötet seine deutlich jüngere Frau, weil sie sich scheiden lassen wollte, ein Vietnamese tötet einen Rentner aus Langeweile, in der Spree schwimmen zerstückelte Tätowierer, im Rhein mit Kopfschüssen hingerichtete Frauenleichen, im Berliner Landwehrkanal findet man auch schon mal ermordete Französinnen.

Alles Meldungen aus einem einzigen Onlineformat von heute.

Wenn ich dann sage: die Kultur der Bestialität scheint zuzunehmen, ja, sie scheint unsere Leitkultur zu sein: wen wundert das?

Es wundert jene, die sich in der Geschichte auskennen. Aktuell taucht im Spiegel wieder der Fall des Folteropfers Elisabeth Käsemanns auf – der eigentliche Horror besteht jedoch nicht nur in dem scheußlichen Martyrium dieser jungen Frau, sondern vielmehr in jenen Zeilen, die die Reaktion der damaligen Bundesregierung beschreibt:

Verbittert bemerkte ihr Vater, der bekannte Theologe Ernst Käsemann, über die mangelnde Hilfsbereitschaft des Auswärtigen Amtes: „Ein verkaufter Mercedes wiegt zweifellos mehr als ein Leben.“ Denn Argentinien und Deutschland machten damals gute Geschäfte. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes etwa verhandelte in Buenos Aires über den Verkauf eines deutschen Atomkraftwerkes für drei Milliarden Mark. Und Bonns Botschafter vor Ort befand zu jener Zeit, Argentinien befinde sich als „Folge der internationalen Terrorsituation“ in einem „Ausnahmezustand“. Die Militärs verfolgten nur ein Ziel, „nämlich die Macht wieder in die Hände der Zivilisten zurücklegen zu können“. 

Das war zu Zeiten der Regierung des SPD-Kanzlers Helmut Schmidt und des FDP-Vizekanzlers Hans-Dietrich Genscher. Wie man sieht: es gibt eigentlich keine Zunahmen an Bestialität. Sie war schon immer da – nur vielleicht früher verborgener. Immerhin galt es, NS-Vergangenheit zu verdrängen, wo Bürger aus anderen Bürgern Lampenschirme gemacht haben. Da wollte man offiziell Vorbild sein, offiziell „mehr Demokratie wagen“, offiziell ein Leuchtturm der Zivilisation sein.

In Wirklichkeit … machte man Geschäfte mit Ländern, die deutsche Frauen folterten. Wundert man sich da, das Verschwörungstheorien für viele Menschen als das einzige Format gelten, das „Wahrheit“ abbilden kann?

Es gibt Charaktere, die …  solche Geschäfte einfach so machen können. Geht ja heute auch noch: wir warnen gerne vor dem Kampf der Kulturen, unterstützen unsere Verbündeten im blutigen Kampf gegen den Terror, der  – natürlich – nur von diesen Kulturen ausgeht und verkaufen locker mal 200 modernste Kampfpanzer ohne Skrupel an gerade jene Nation, die die meisten Attentäter am 11.9.2001 gestellt hat und nebenbei eine Kultur pflegt, die wir zurecht als „barbarisch“ bezeichnen würden.

Es gibt da nun … einen kleinen gemeinsamen Nenner, der diese Nachrichten vereint … und zeigt, worin das Übel liegen könnte, einen kleinen, gemeinsamen Nenner, der die Grundlage der Kultur der Bestialität darstellt und direkt an wirkliche kulturelle Werte anknüpft – und an einer philosophischen Überlegung von Arthur Schopenhauer, demnach der Mensch immer zwischen Not und Langeweile pendelt, die selber eine eigene Form von Not darstellt.

Wer Arbeit hat, hat Not. Das weiß jeder, der echte Arbeit zu erledigen hat. Jeder Bauer, Bäcker, Fleischer, Koch, jede Mutter und Hausfrau, jeder Maurer oder Fabrikarbeiter, kurzum jeder, der aufgrund der Art seiner Arbeit eine Chance hat, mal berufsunfähig zu werden. Wer aber Not hat … kommt selten auf dumme Gedanken. Dazu bedarf es … der Langeweile. Langeweile kann der Mensch nicht aushalten … weshalb die  Langeweile der Arbeitslosen ein tödlicher Zustand und Arbeitslosigkeit tödlich für die Gesellschaft ist.

Wenn wir hier aber über Arbeitslose reden … merken wir schnell, das ein anderer Arbeitsbegriff zu Grunde gelegt werden muss. In der Tat ist der  „Arbeitslose“,der seine Kinder von 2,67 Euro am Tag ernährt, nicht arbeitslos, da diese Wirtschaftsleistung eine klare und eindeutig messbare Arbeitsleistung ist, so wie die Arbeitsleistung der 77-jährigen Rentnerin, die anstelle des jetzt arbeitslosen Gemeindemitarbeiters den Schnee von der Straße schaufeln muss.

Thilo Sarrazin wiederum muss als wahrhaftig arbeitslos bezeichnet werden, da er als Bundesbankvorstand schon am Dienstag mit der Arbeit fertig war und Zeit hatte, ein Buch zu schreiben. Bohlen, Maschmeyer, Ackermann, Merkel … alles Beispiele für Arbeitslose. Die Beschäftigung mit Politik, Gaukeleien, Mauscheleien und schlaue Geschäfte können sich nur Menschen erlauben, die keine Arbeit haben. Es bedarf eines gewissen Wohlstandes und einer gewissen Langeweile,um solche Erscheinungsformen zu kultivieren, eines gewissen Reichtums, um eine Frau Merkel von der Arbeit freistellen zu können, damit sie sich um Regierungsgeschäfte kümmern kann, die ansonsten einfach liegenbleiben würden.

Gut – wir kennen nichts anderes. Deshalb denken wir uns auch nichts dabei, wenn Sendeformate wie DSDS, „Frauentausch“ oder „Supernanny“ eine sadistische Kultur fördern, in der echte menschliche Werte verloren gehen: Werte, die für eine Arbeitskultur unerlässlich sind. Eine sadistische Kultur – eine Kultur der Bestialität – findet jedoch nichts dabei, die kulinarischen Vorzüge von Menschenfleisch zu propagieren, noch macht sie sich sonderliche Gedanken über die Zunahme der Bestialität im Alltag, die sich in Kindergärten oder Schulen beobachten läßt … und letztlich als verstümmelte Leiche im Kanal in Erscheinung tritt.

Der gewaltfördernde Typus ist hier wirklich und wahrhaftig der Arbeitlose: jener, der Zeit hat, alten Menschen komplizierte Anlageprodukte zu verkaufen, die sie letztlich um ihr Vermögen bringen, jener der Zeit hat, ihre Enkel, Kinder und deren Frauen vor laufender Kamera niederzumachen, jener, der Zeit hat, dicke Bücher zu schreiben die zu Fremdenhass animieren oder Kannibalen eine öffentliche Plattform bieten, jener, der Zeit hat, groß die Werbetrommel für sein politisches Amt zu rühren: alles Arbeitslose.  Anlageberater, Politiker, viele Ärzte, Versicherungsvertreter, Abgeordnete, Investmentbanker, Schauspieler, Popgrössen und viele mehr: alles Arbeitslose, die nach Feierabend noch genug Kraft für Unfug haben – was gefährlich ist, wenn sie sonst keine ordentliche Arbeit haben.

So wie der Mensch aus der Not heraus zur Langeweile strebt, so strebt der Mensch aus der Langeweile heraus zur Not – sagt Schopenhauer. So führt die Kameradschaft des Schützengrabens direkt … zum bitterbösen Nachbarschaftsstreit über Gartengrenzen und Äste von Apfelbäumen, nachdem man das Land aus den Ruinen neu aufgebaut hat.

Dort, wo der notgeprägte Kamerad sagt „wir lassen niemanden zurück“ lässt der  Sproß der deutschen Langeweile widerspruchslos deutsche Frauen foltern um den Absatz deutscher Waren in Diktaturen nicht zu gefährden. Er empfindet halt nichts mehr dabei – die Erfahrung von Not sagt ihm nichts.

Und wenn man jetzt noch einen größeren Bogen spannt und sich überlegt, wer eigentlich aus welchen Gründen die Entscheidungen trifft, das viele Formen der Arbeitslosigkeit mit großen Geldsummen belohnt werden, während man andere Formen der Arbeitslosigkeit (trotz ihrer ökonomischen und ökologischen Leistungsbilanz) gering achtet und sogar der öffentlichen Verachtung preisgibt, dann kommt man womöglich zu Menschen, die gezielt eine Kultur der Bestialität fördern wollen.

Gut, das Verschwörungstheorien in unserem Kulturkreis tabu sind. Natürlich gibt es keine Absicht hinter politischen Entscheidungen, weshalb mein jetzt veröffentlichtes Pauschalprogramm zur Vernichtung der Arbeitslosigkeit von allen Parteien gefördert werden wird:

wir beglücken einfach alle Jobcenterkunden mit kostenloser philosophischer Bildung. Dies führt zum einen dazu, das wir uns die sadistische Methode der extrensischen Motivation durch Gewalt (Sanktionen!) sparen können, weil die Kunden die Möglichkeit zur Selbstmotivation erhalten, einen Horizont bekommen, wo sie sich, ihre Position in der Gesellschaft, ihre Pflichten als Bürger und ihre Rechte als Souverän bewußt wahrnehmen und sich selbst produktiv in die Gesellschaft einbringen können – auch als politischer Konkurrent zwecks Belebung der demokratischen Kultur des Landes, als Konkurrent in der Produktion von Zeitungen, Filmen, Theaterstücken, Gemälden oder Versicherungs- und Anlagebetrügern. Im Reflex wird auch das Niveau des Privatfernsehens gesteigert, weil die augenblicklichen Primitivformate keine Zuschauer mehr bekommen. Mit dermaßen geschulten Bürgern könnten wir eine neue demokratische Kultur schaffen, in der echte Arbeit wieder angemessenen Lohn erhält, während man Freizeitvergnügungen wie Schauspiel, Gemeindeverwaltung, kirchliche Arbeit oder Musik weniger mit Milliarden überhäuft.

So bekommen wir Bürger, die bewußt die Gefahren der Langeweile erkennen und aktiv als Gesellschaft dagegen ansteuern zu können, wir können eine Kultur der Vernunft gründen, die sich so von selbst regelt, so wie sich die tausenden von Autos im Straßenverkehr einer Großstadt problemlos und überwiegend harmonisch bewegen können, ohne sich in einer Kultur des Gegeneinanders gegenseitig zu verzehren.

Verzichten wir auf dieses arbeitsintensive Modell … werden wir von den wahren Arbeitslosen aus reiner Langeweile in eine Riesennot getrieben, die kein Rettungsschirm mehr aufhalten kann und in der Kannibalismus Alltag wird.

Das man uns vielleicht vorsichtig genau darauf vorbereitet, weil man aus reiner Langeweile heraus einfach mal Lust auf mehr „Action“ hat … sage ich jetzt nicht.

 

 

 

Das Ende der sozialen Bewegungen, der Zivilisation und der Menschheit – und der Tod von OP 100

Gestern erfuhr ich nebenbei, das die Website "OP 100" vom Netz genommen wurde. Der Grund war rein technisch. "Nachrichtenspiegel-online" verursacht beim Server Kapazitätsprobleme, die durch die Verbindung zu "OP 100" potentiert wurden. Die Ursache für die Potenzierung der Probleme durch die Verbindung zwischen beiden Seiten zu finden, wäre sehr zeitaufwendig gewesen.  Bei zwei Seitenaufrufen pro Woche hat sich die Technik dann dazu entschieden, OP 100 zu löschen.

Gestern erfuhr ich nebenbei, das die Website „OP 100“ vom Netz genommen wurde. Der Grund war rein technisch. „Nachrichtenspiegel-online“ verursacht beim Server Kapazitätsprobleme, die durch die Verbindung zu „OP 100“ potentiert wurden. Die Ursache für die Potenzierung der Probleme durch die Verbindung zwischen beiden Seiten zu finden, wäre sehr zeitaufwendig gewesen.  Bei zwei Seitenaufrufen pro Woche hat sich die Technik dann dazu entschieden, OP 100 zu löschen.

Das ist nun die vierte soziale Bewegung, die ich initiiere oder mitinitiiere, die dritte im Internet. Neben „All-in-one – Soziale Innovation“ in Aachen ist es der „Menschenschutzbund“ bei Blog.de, die einmalige Solidarabgabe für Reiche und eben die Gründung einer Lobby für Arme: Operation 100. Das Echo ist immer … verhalten. Hundert Blogger tummeln sich beim Menschenschutzbund, doch sucht man welche, die auch bereit sind, die Idee durch Arbeit weiter zu entwickeln, dann merkt man schnell: es bleiben nur eine handvoll Menschen übrig, Menschen, die eigentlich durch Beruf und Privatleben schon völlig ausgelastet sind. Tatmenschen halt. Dabei wird gerade das ein Thema der Zukunft werden: den Schutz von Menschen in den Mittelpunkt politischen Handelns zu stellen. Mit wachsender Sorge beobachte ich die Meldungen, die auf eine zunehmend Brutalisierung der Gesellschaft hinweisen: immer öfter lese ich von grässlichen Morden unter Ehepartnern, von Gangs, die sich ihre Sexsklavinnen von der Straße holen, von sinnloser Brutalität an U-Bahnhöfen. Ich schreibe noch nichts darüber, beobachte den Prozess noch denn noch kann ich nicht beurteilen, ob die Verrohung des Mittelstandes sich schon in realer Tat austobt oder ob sie nur durch besondere Betonung in den  Nachrichten ihren Stellenwert erlangt.

Die einmalige Solidarabgabe für Reiche (gerne auch fünfzig Prozent des erbeuteten Vermögens) hätte auch eine Chance, sich durchzusetzen. Sie ist allemal angenehmer als eine dauerhafte Vermögenssteuer, senkt die Staatsschulden sofort auf einen Schlag und ist – dank Solidarzuschlag Ost – eine akzeptierte Form der Bürgerbeteiligung an den Kosten der Fehler der politischen Kaste. Es gab gerade mal fünfzig Menschen (von hunderten von Lesern) die bereit waren, das durch ihre Unterschrift zu unterstützen.

Dann OP 100 – die Karnevalsidee: Schaffung einer Lobbistentruppe zur Erhöhung des Arbeitslosenregelsatzes um 100 Euro als Ausgangspunkt für die Etablierung einer sozialen Lobby. Monatelang arbeiten wir nebenher an einer Gesellschaftsform, die verhindern soll, das das geschieht, was anderen Parteien und Bewegungen gerade widerfährt (sogar der großen und mächtigen SPD): die Unterwanderung durch Lobbyisten. Machen wir uns nichts vor: sobald ein Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe irgendwo herumliegt, kommen die Aasgeier, jene inzwischen sehr breite und gut vernetzte Schicht von Politprofis, die in den alten Parteien auf dem dritten Rang herumgammeln und an ihrem angestammten Platz bis zur Rente vergeblich auf ihre „ganz große Chance“ warten. In der Piratenpartei haben diese Ladenhüter gerade ihren großen Auftritt, bei den Linken tummeln sie sich schon etwas länger, die Grünen haben sie schon völlig eingesackt.

Zeit und Geld in den Aufbau einer Organisation zu stecken, die diesen Schmarotzern der politischen Kultur ein neues Werkzeug zur Selbstbereicherung bietet, war uns zuwieder. Sowohl Werner als auch ich kennen das Spiel schon und wollen deshalb mit absoluter Sicherheit ausschließen, das es sich wiederholt.  Aber der Aufbau einer GmbH (die einzig machbare Gesellschaftsform)  ist kostenintensiv – und das Geld brauchen wir für andere Optionen. „Nachrichtenspiegel-online“ wird bald ebenfalls kostenintensiv werden – hier lesen zuviel. Es wäre trotzdem sinnvoll gewesen, einfach mal hier anzufangen, wenn nicht … gerade mal fünf Freiwillige für die Mitarbeit vorhanden gewesen wären, neben einer ganzen Reihe von interessierten Menschen, die aber alle gut in Lohn und Brot stehen.

Angesichts des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmendaten des Jahres 2011 glaube ich nicht, das man noch viel Zeit hätte, eine soziale Bewegung über zehn Jahre hinweg aufzubauen. Bricht der Export Deutschlands weiter ein, wird man sich am Ende dieses Jahres schon in einer ganz anderen sozialen Realität wiederfinden, dann herrscht die Angst eines verrohten Mittelstandes über den Stammtischen; das sich China die militärischen Provokationen der USA ewig gefallen lässt (wie unsere Medien offenbar grundlos annehmen) glaube ich auch nicht unbedingt, ebenso ist fraglich, ob der Euro überhaupt das Jahresende erlebt und was danach mit der Währung geschieht.

Das sind keine guten Aussichten für soziale Bewegungen, weil die Zusammenhänge zu komplex sind, als das die Gefahren von breiten Mehrheiten zu erkennen sind. Die breite Mehrheit lebt – ganz vernünftig übrigens – nach dem „Prinzip Hoffnung“:  es ist noch immer gutgegangen. Stimmt zwar nicht, sagt sich aber leicht.

Die Menschen, die sehen, das alles auf ein Ende zuläuft, das schon Ende 2011 erreicht sein kann – oder eben erst 2022 – sind in allen sozialen Schichten vorhanden. Manche sind reich und benutzen ihren Reichtum, um sich vorzubereiten. Andere sind arm und genießen das Leben, solange es geht.  Beides akzeptable Strategien. In solche Zeiten aber zu erwarten, das es großes Engagement für andere gibt, ist wohl zuviel des Guten. Der „Andere“ kann bei den befürchteten und laufenden Verteilungskämpfen der vom Kapital vom übervollen Tisch geworfenen Essensreste ganz schnell der bitterböse Feind von Morgen werden.

Darüber hinaus … kommen auch meine persönlichen Bedenken ins Spiel. Ich finde es gut, das wissenschaftlicherseits mitlerweile die Mechanismen psychosozialer Zerstörung detalliert herausgearbeitet werden. Ich hatte sie im Personalmanagement von großen Konzernen beobachten dürfen, mir war klar, wohin die Reise geht, als ein Konzernpersonalchef eine Sozialreform gestaltete: man wollte die Prinzipien der Vernichtung auch auf arbeitslose Menschen ausdehnen.

Das ist ja dann auch geschehen.

Dieser Aspekt wird in der Kritik an Hartz IV selten benannt, aber durch die Reform kommen arbeitslose Menschen in einen Zustand, in dem sich der arbeitende Teil der Bevölkerung schon lange befindet: die sollen sich gefälligst auch herumquälen, so der generelle Tenor der Masse, die sich ebenfalls in einem äußerst unangenehmen Zustand befindet. Die psychosoziale Vernichtung beginnt nicht mit Hartz IV, Hartz IV stopft die letzten Fluchtmöglichkeiten. Der Umbau der Gesellschaft zu einem Arbeitslager ist in vollem Gange, das merkt eigentlich fast jeder. Auf wessen Kosten das geschieht, zeigt ein Blick in die eigene Geldbörse.

Was aber fehlt, sind die richtig „Bösen“ gegen die man vorgehen könnte. In dem Sinne wäre es schön, wenn es denn so richtig finstere Weltverschwörungen geben würde, denn dann hätte man einen richtig echten Feind, gegen den man sich vereinen könnte. Was aber heute Feind ist, ist keine Lehre (wie Kapitalismus oder Kommunismus) sondern lediglich eine psychopathische Organisationstruktur, welche wir – sehr verharmlosend – „Großkonzern“ nennen.  Ohne es zu wollen, haben wir künstliche Wesen erschaffen, die sich alles verschlingend durch die Wirtschaftwelt fräsen und dabei Millionen von Menschen gut ernähren. Sie vernichten reale Werte – Firmen, Wälder, Ländereien – zugunsten einer virtuellen Rendite, die schon jetzt Dimensionen angenommen hat, das sie niemals ausgezahlt werden könnte. Alles Geld der Welt würde dafür nicht reichen. Der Film „The Corporation“ beschreibt Geburt und Funktion dieser Ungeheuer (aufgrund ihrer psychopathischen Grundstruktur muss man sie so nennen), ich halte dieses Werk (neben den Veröffentlichungen von John Perkins, der die Arbeitsweise dieser Gewalten vor Ort beschreibt) für eines der wichtigsten Werke des 21. Jahrhunderts, das erste Mal wird der Feind der Menschheit des 21. Jahrhunderts konkret beschrieben, man bekommt ein Gefühl dafür, wie ein „Alien“ sich in die menschliche Gemeinschaft eingenistet hat, ein künstliches, von Menschenhand geschaffenes Ungeheuer – ein Unfall der Geschichte, der sich aufgrund seiner von Menschen geschaffenen Struktur in dem von Menschen geschaffenen Umfeld mit der Hilfe vieler kleiner Hände wie ein eigenständiges, alles vertilgendes Lebewesen bewegt. Es erinnert an die „Müllmonster“ alter japanischer Gruselfilme, leidet fehlt uns ein „Godzilla“, um sie zu besiegen.

Aktuell sind sie dabei, ganze Länder zu verschlingen. Griechenland steht ganz vorne auf der Speisekarte, selbst die antikapitalistische Kultur in China wird gerade von innen heraus aufgefressen, ohne das Widerstand überhaupt nur denkbar wäre. Korporatokratie vertilgt Marktwirtschaft, Kapitalismus sowie Kommunismus gleichermassen, mit der gleichen Effektivität, Geschwindigkeit und Unaufhaltsamkeit.

Die Vorstellung, man könnte diese tobenden Gewalten mit ein paar hunderttausend Menschen, die friedlich auf einem großen Platz demonstrieren, aufhalten, ist nur naiv zu nennen. Wer so denkt, hat nicht verstanden, wie groß die Gefahr ist, in der wir uns befinden, er hat die Struktur des Feindes noch nicht im Ansatz erkannt. „Konzerne“ haben mitlerweile nahezu 100 prozentigen Zugriff auf unsere Nahrung, sie arbeiten mit Hochdruck daran, diese Macht durch genverändertes Saatgut noch auszuweiten. Sie versorgen uns mit Strom, mit Benzin, mit Heizöl, haben Zugriff auf unser komplette Versorgung erlangt – und können bei kleinsten Anzeichen von erfolgreichem Widerstand ihr Kapital in sekundenschnelle aus dem betreffenden Land abziehen. Sie verhalten sich in der Tat wie lebendige Wesen – dazu sind sie ja auch geschaffen worden. Sie sollten Kräfte bündeln und Märkte erobern. Das machen sie jetzt gerade – unaufhaltsam, solange es noch Menschen gibt, die ihnen ihre Arbeitskraft schenken. In nicht mehr ganz so ferner Zukunft wird der Konzern wohl auch ohne Menschen auskommen. Dadurch, das er allen gehört, gehört er eigentlich niemanden – weshalb es auch niemanden gibt, der ihn einfach so abschalten kann. Erschwerend kommt hinzu, das all jene, die ihn (wenn auch als sehr heterogene Gruppe von Anteilseignern) abschalten könnten, momentan noch an den vernichtenden Exzessen verdienen – das motiviert erstmal nicht zur Tat. Erst dann, wenn man sieht, das das logisch zu Ende gedachte Wirken der Konzernwelt zu einer entvölkerten und toten Erde führt, in der alle realen Werte vollständig in virtuelle umgewandelt worden sind, die von Rechenmaschinen in Bunkern verwaltet werden, dann weiß man, das die Menschheit selber keine Zukunft mehr hat, läßt man diese Prinzipien weiter walten.

Insofern wundert es mich nicht, das man in den USA – dem Geburtsland des Konzerngedankens und jenem Ort, wo man sein Wirken am deutlichsten erforschen kann – an die Gründung klösterlicher Gemeinschaften als einzige Alternative glaubt. Religion – bzw. der transzendente „Ort des Religiösen“ jenseits der alltäglichen Wirklichkeit ist der letzte nicht einnehmbare Fluchtpunkt der Menschheit – alles andere wird über kurz oder lang dem „Wachstumswahn“ zum Opfer fallen, was in erster Linie Konzernwachstum bedeutet – nicht die Vermehrung von „Tante-Emma-Läden“.

Momentan feiert die Konzernwelt gerade wieder einen sehr großen Triumph: in Griechenland scheint es das erste Mal etwas zu gelingen, was in Bolivien am Widerstand der Bevölkerung scheiterte: Konzerne bekommen die Wasserversorgung in die Hand, danach gieren sie schon lange.

Operation 100 ist nun gedacht gewesen als erster Schritt einer Bewegung, die sich den Konzerngewalten entgegenstellen kann in dem sie eine der wenigen Schwachstellen angreift, die Konzerne noch haben. Noch – aber nicht mehr lange – brauchen Konzerne Personal. Selbst der gute alte Börsenhändler wird mehr und mehr von Computern ersetzt, mehr und mehr machen sich Konzerne von Menschen unabhängig. Der Kernbereich, das Herz das Kapitalismus ist schon längst kein feudalistisch auftretender Industriebaron mehr sondern … ein Hochleistungsrechner. Selbiger zeigt sich aber von noch so rührenden Demonstrationen in Hauptstädten (sofern diese überhaupt genehmigt werden) völlig unbeeindruckt. Operation 100 sollte Menschen ein Werkzeug geben, in die Machtstrukturen der Konzerne einzudringen genauso wie die Konzerne in die Verwaltungsstrukturen der Menschheit eingedrungen sind und dort Menschen beeinflussen – bzw. vor der Beeinflussung schützen. An und für sich … ging es nie nur darum, 100 Euro mehr für jeden Hartz-Abhängigen herauszuschlagen, das hätte zwar nebenbei passieren können, aber wenn man so weit gewesen wäre, hätte man auch das ganze miserable Gesetzeswerk eleminieren können – das wird nämlich nicht besser, nur weil man besser dafür bezahlt wird.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei all jenen bedanken, die Beiträge zu der Entwicklung geliefert haben – auch wenn diese Beiträge überwiegend sehr demotivierend waren, weil sie zeigte, wie sehr die Mechanismen der psychosozialen Zerstörung schon gegriffen haben, wie zerstört und desillusioniert jene Menschen schon sind, die am finanziellen Ende unserer Zivilisation dahinvegetieren. Gleichzeitig habe ich aber gemerkt, das es auch in etablierten Kreisen Interesse gibt, Widerstand zu leisten. Die Anzahl der Menschen, die merken, das die Menschheit als solche keine Zukunft mehr haben wird, wenn wir so weiter wirtschaften wie bisher wächst ständig – auch wenn sie insgesamt noch gering zu sein scheint.

Dem entgegen stehen … faule, besoffene Asoziale. In keiner anderen gesellschaftlichen Organisationsform sammeln sich so viele arbeitsscheue kriminelle Säcke wie in einem Konzern. Ordentlicher Kurzhaarschnitt, perfekt sitzender Anzug, tolle Seidenkrawatte … aber innerlich völlig der faule asoziale Sack, der keinerlei Hemmungen hat, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern und nichts so sehr scheut wie reale, echte Arbeit. Der Konzern, selbst – als Person gesehen – hochgradig psychopathisch, zieht Psychopathen an wie die Motten das Licht. Insofern überraschen die Zahlen zur Wirtschaftskriminalität nicht wirklich.

Ob die Vernichtung der Menschheit durch eine blosse Organisationsstruktur, eine Gestalt gewordene Wahnidee noch aufzuhalten ist, weiß ich nicht. Wir haben hier alle zusammen an einer schön alternativlosen Zukunft gebastelt. Ich wüßte aber auch nicht, wie das Ende des Wachstums ohne großen Knall zu denken wäre. Große Lust auf das ganze Theater haben nur noch wenige, immer mehr bereiten sich ganz praktisch auf ein desaströses Ende vor – eine Entwicklung, die ich mit Sorge beobachte. All jenes, was ich hier nun geschrieben habe, ist der Mehrheit des westlichen Menschen bekannt – zumindestens als „gefühlte Wahrheit“, die konkreten Prozesse in der Makroökonomie sehen wahrscheinlich nicht so viele, aber die über Jahrzehnte laufende beständige Abnahme von Lebensqualität bleibt halt nicht unbemerkt noch folgenlos.

Was nun uns hier vor Ort angeht, so haben wir beschlossen, die OP 100 nicht mehr künstlich am Leben zu erhalten. Die Arbeit überfordert unsere „Manpower“ um ein Vielfaches – und wir denken, das wir mit dem „Nachrichtenspiegel“ ebenfalls einen wichtigen (und ebenfalls sehr zeitaufwendigen) Beitrag leisten, den wir möglichst erhalten wollen.

Man kann halt nicht immer alles haben, nicht wahr?

Ansonsten gilt: alles immer der Reihe nach. Erst retten wir die Welt, dann machen wir eine soziale Bewegung. Umgekehrt … macht es weniger Sinn. Und vielleicht sollten wir uns im praktischen Leben ebenfalls wie der Rest der Welt auf Strategien verlegen, die erstmal ein Überleben der Menschheit ermöglichen: die Superreichen legen ihre Saatguttresore auch nicht umsonst an. Wie das Sammelverhalten der Eichhörnchen auf einen strengen Winter hindeutet, deutet das Sammelverhalten der Superreichen auf … die Erwartung schlimmster Zeiten hin.

Sie sollten auch am ehesten wissen, das sie im Prinzip unaufhaltsame Ungeheuer auf die Menschheit losgelassen haben, virenartige Wesen, die erst dann erlöschen, wenn die Menschheit gestorben ist … oder aber eben in Rechnern noch weiterleben und sich gegenseitig Marktanteile abjagen, bis letztendlich nur noch ein Megakonzern übrigbleibt, dem die ganze Schöpfung gehört, ein Megagedanke, der alle virtuellen Reichtümer in sich vereint.

Ausserhalb der Rechnernetzwerke wird es dann aber nur noch Wüste geben, die mit viel Arbeit wieder fruchtbar gemacht werden muss.

Aber vielleicht finden wir ja doch noch einen Weg, diese Entwicklung zu stoppen. Wäre schon zu peinlich, so ein Ende der Lebensform Mensch: erlegt durch ein künstlich produziertes Wirtschaftssubjekt, das schneller wuchs als man es aufhalten konnte.

 

 

 

 

 

 

Revolution in Deutschland und die SPD

Wir kriegen ja jetzt auch Revolution in Deutschland. Erste Planungstreffen für eine europäische Revolution haben schon stattgefunden. Damit aber nicht genug. Ehedem führende Politiker der SPD haben jetzt mal ordentlich auf den Tisch gehauen, wie im Handelsblatt zu lesen war:

Wir kriegen ja jetzt auch Revolution in Deutschland. Erste

für eine europäische Revolution haben schon stattgefunden. Damit aber nicht genug. Ehedem führende Politiker der SPD haben jetzt mal ordentlich auf den Tisch gehauen, wie im Handelsblatt zu lesen war:

Es sei an der Zeit für Veränderungen, ja, für eine breite soziale Protestbewegung: „Wenn sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter verbreitert, kann ich mir vorstellen, dass die Menschen ihrer Verzweiflung und ihren Demütigungen durch Proteste auf der Straße Ausdruck verleihen“, sagte er, „und das würde unserem Land nicht schlecht tun.“

So Hans Jochen Vogel.

Ein klarer Aufruf zur Revolte.

Zeit für eine breite soziale Bewegung ist es schon lange. Über einhundert Jahre lang wissen wir das schon. Deshalb haben wir die SPD gegründet, unterstützt und gewählt. So macht man das in einer Demokratie: man organisiert sich in einer Partei, die in freien und geheimen Wahlen ihre Spitzenpolitiker in Regierungsämter bringt. Dort angekommen, machen die dann, was sie wollen – aber nicht was wir wollen. Die Welt formuliert etwas über jenen Pfarrer, der sich als „Headhunter der Asis“ bezeichnet – und ebenfalls für Mindestlöhne und Vermögenssteuer plädiert – das sehr nachdenklich werden läßt:

Meurer strahlte etwas aus, das allen Mitgliedern des politischen Milieus in dieser Runde offensichtlich abging: Ein tiefer Glaube an eine wirklich bessere Welt und ein tief empfundenes Leiden, eine Wut auf die realen Verhältnisse.

Das sind die Emotionen, die Vorraussetzung für jede Art von Revolte sind. Aber das es nicht so schlimm werden sollte in Deutschland, darüber klärt uns schnell noch das ZDF auf, in dem es den Vogel nochmal gründlicher zitiert als andere es getan haben:

„Bei uns braucht es keine Revolution“, fügte er hinzu. Aber wenn die Menschen notfalls auch auf der Straße für soziale Gerechtigkeit einträten, „würde es unserem Land nicht schlecht tun“.

Als fernsehfreier Bürger fragt man sich: was hat der denn jetzt wirklich gesagt? Und vor allem: von welcher Verzweiflung und welcher Demütigung redet er? Es wäre schön, wenn er hier mal konkreter geworden wäre. Offenbar weiß man in den Führungskreisen der SPD, das es dem Volk schlecht geht, das es verzweifelt ist und gedemütigt wird, das die sozialen Verhältnisse eine Katastrophe sind.

Ein Rundumblick in den Nachrichten des heutigen Tages zeigt, das das Wissen, das Herr Vogel mit sich trägt, nicht elitär zu nennen ist. Es verschwindet in der Schlammflut unnützer Nachrichten über Promis, Sport und Parteiengezänk, aber mit etwas Mühe kann man einige Goldstücke aus dem Morast  retten.

Fangen wir an mit unseren Gebrauchsgütern, die wir am besten gar nicht gebrauchen sollten. Dinge des täglichen Bedarfs, die beständig schneller kaputt gehen. Das ist kein Zufall, sondern das „dreckige Geheimnis hinter der Wegwerfgesellschaft„. Wir arbeiten gezielt und bewusst an der Vermüllung des ganzen Planeten. Merkt fast jeder jeden Tag: die Dinge werden immer billiger, halten weniger lange und sind enorm schwer zu entsorgen. Der Stinkefinger der Industrie für den Verbraucher.

Der jedoch … gewöhnt sich an seine Ohnmacht, denn immer wieder tauchen hinter den Kulissen Informationen auf, die belegen, das der Staat ihn belügt  – und möglicherweise sogar mordet, wenn es ihm zu eng wird. Staatliche Killerkommandos als Exekutivorgane? Traut man sich da wirklich noch auch die Demo? Weiß der Vogel nicht, das man sich eventuell in Lebensgefahr bringt, wenn man zu erfolgreich ist? Einfach mal … Rudi Dutschke fragen.

Nun – die Welt der Geheimdienste ist ja nichts für uns, genauso wenig wie die Welt der Politik, weshalb ich an dieser Stelle nicht über die Bilderberger reden darf. Man würde mir sofort den Stempel „Verschwörungstheoretiker“ aufdrücken, erst recht, wenn ich behaupten würde, das in solchen Gesprächskreisen politische Entscheidungen getroffen werden, die direkt unseren Alltag betreffen … wie zum Beispiel die Deregulierung der Finanzmärkte, aufgrund dessen unsere Tauschmittel in grossen Mengen auf Konten jenseits der Landesgrenzen landen. In jenen Kreisen ist man sich bewusst, das die EU dem deutschen Steuerzahler bislang 2500 Milliarden Euro gekostet hat, von denen unter anderem Privatflüge, Cocktailpartys, Luxushotels und Tiffany-Schmuck bezahlt wurden, aber außer Fidel Castro darf sich niemand zu dem offen ausgelebten Lobbyismus äussern. Schnell ist man in einer Schublade mit jenen, die Naziufos am Südpol vermuten und auch ein Verweis darauf, das solche Treffen der Kartellbildung Vorschub leisten und schon deshalb verboten gehören, hilft da nicht weiter.

Es sind jene Kreise – an denen auch SPD-Politiker beteiligt werden – die die Liberalisierung des deutschen Arbeitsmarktes nach US-Vorbild gefordert, beschlossen und durchgesetzt haben: die Pest der Leiharbeit zu Armutslöhnen ist nicht vom Himmel gefallen.

Und was erfahren wir jetzt aus dem fortschrittlichen Wirtschaftwunderland: während es dicht vor der Pleite steht, sein „Arbeitsmarkt ein Desaster ist“ während jeder vierte Jugendliche arbeitslos ist werden erfolgreiche Konzerne mit Steuermitteln gesponsert und der Staat so weiterhin restlos ausgesaugt, während für die Bürger vor Ort nichts mehr übrig bleibt, außer Verzweiflung und … die Demütigung, als Bettler bei den Sozialkassen auflaufen zu dürfen.

Da wissen wir schon, was der Vogel von der SPD im Auge hatte, als er den Satz sprach. Deutschlands Zukunft wird dem US-Vorbild entsprechen, dafür hat in erster Linie die … SPD gesorgt. Und jetzt soll das Volk eine soziale Bewegung starten und die Karre wieder aus dem Dreck ziehen? Wenn denn das noch? Wir halten uns gerade mühevoll mit drei Minijobs über Wasser, um die Nachhilfe für unsere Kinder bezahlen zu können, für die wir erst recht keine Zeit haben. Jetzt müssen wir auch noch unser Obst und Gemüse waschen, dürfen aber nicht dran denken, das es hier eventuell einen Anschlag mit Biowaffen gegeben hat,  seltsamerweise wütet der neue „supertoxische Keim“ hauptsächlich in Deutschland, aber hier gibt es sowas eben nicht. Hier ist alles in Ordnung, alles prima uns gehts gut.

Das in Stuttgart busweise Frauen zur Prostitution angekarrt werden, in Libyen der Aufstand durch Söldner bestritten wird oder man ungeniert nach unseren Organen greifen will nehmen wir verbittert zur Kenntnis – aber mit einem optimistischem Lächeln im Gesicht. Im Gegensatz zu griechischen Demonstranten, die erstmal das Finanzministerium stürmen, haben wir unsere Lektion gelernt.

Am Ende unserer Revolten stand: die SPD.

Anstelle von „tief empfundenem Leiden“, Wut über die realen Verhältnisse und dem Glauben an die Möglichkeit einer besseren Welt hat sie uns Hartz IV gebracht – und damit Verzweiflung angesichts steigender Preisforderungen der Wirtschaft und Demütigung angesichts der realen Enteignung und Entrechtung durch den rot-grünen Staat.

Das die Welt davon ausgeht, das solche Erwägungen unserem politischen Millieu abgehen, finde ich bemerkenswert. Ist ja nicht gerade ein linkes Kampfblatt.

Keine Wut über die realen Verhältnisse, kein Mitleid, kein Glaube an eine bessere Welt – warum geht man denn dann überhaupt in die Politik?

Nun – weil man dort eben auch mal mit einem Privatjet fliegen, in Luxushotels übernachten und teuren Schmuck kaufen kann.  Man wird Teil jener Welt, in der eine Hand die andere wäscht:

Bundeskanzler Schröder trat im Jahr 2004 vor AWD-Führungskräften auf und soll laut einer internen AWD-Mitarbeiterzeitung erklärt haben: „Sie als AWD-Mitarbeiter erfüllen eine staatsersetzende Funktion. Sichern Sie die Rente Ihrer Mandanten, denn der Staat kann es nicht.“

Diese Nähe zur Regierung Schröder habe dazu geführt, dass viele Kunden dem AWD vertraut hätten. Das Unternehmen vermittelte zehntausenden Deutschen verlustreiche Fonds, die ihre Anteile zum Teil sogar auf Kredit finanzierten und letztlich viel Geld verloren. Laut vielen Geschädigten wurden die Produkte als sichere Altersvorsorge empfohlen.

Im März 2011 wurde bekannt, dass Maschmeyer die Rechte an Schröders Memoiren für rund eine Million Euro erworben haben soll.

Angesichts solcher Nachrichten dürfte unser Glaube an eine mögliche bessere Welt momentan etwas angeschlagen sein. Pech für die SPD. Nun wird sie möglicherweise selbst ihre Arbeit machen und soziale Demokratie in Deutschland durchsetzen müssen. Die jedoch startet momentan ein eigenes revolutionäres Projekt, das sich im ersten Moment seltsam anhört:

Die Mitglieder einer Volkspartei sind ihre Ohren und Augen.

Und was bleibt für uns übrig?

Verzweiflung, Demütigung – und ein verkrampftes Lächeln im Gesicht. Wir wollen ja nicht als Meckerdeutsche auffallen, lieber geben wir die freundlichen dauergrinsenden Aufschwungstatisten – das haben wir aus den USA gelernt.


 

Pilotprojekt „Abgeordnetenwatch zum Selbermachen“

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oder:  Starten Sie abgeordnetenwatch.de für Ihre Stadt oder für Ihren Landkreis

Grafik AW selbermachenWir sind überzeugt: Die Transparenz und Bürgernähe, die abgeordnetenwatch.de auf Europa-, Bundes- und Landesebene schafft, würde auch vielen Städten und Landkreisen gut tun. Daher wollen wir abgeordnetenwatch.de künftig auch für die kommunale Ebene anbieten.

Insgesamt 413 kreisfreie Städte und Landkreise gibt es in Deutschland. Wir wollen zunächst mit drei Pilotprojekten starten. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Wenn Sie Lust und Zeit haben, sich ehrenamtlich in die Recherche für Ihre Stadt bzw. Ihren Landkreis einzubringen, dann melden Sie sich bitte bei uns per Mail. Schreiben Sie in Ihrer Mail:

  • für welche Stadt/Landkreis Sie recherchieren würden,
  • wie viele Abgeordnete der Stadtrat/Kreistag hat,
  • wie Sie das Abstimmungsverhalten recherchieren würden und
  • wann die nächsten Kommunalwahlen anstehen.

Schicken Sie Ihre Mail an: recherche@abgeordnetenwatch.de / Betreff: abgeordnetenwatch.de für meine Stadt/Landkreis

Unter allen Interessierten werden wir drei Projekte auswählen. Die Recherche erfolgt dann gemeinschaftlich mit anderen über das Internet. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2011.

Alle anderen, die die Kommunalisierung von abgeordnetenwatch.de nicht aktiv durch eigene Mitarbeit unterstützen können, bitten wir um Unterstützung durch eine Spende oder Fördermitgliedschaft. Denn neben der Recherche fallen Kosten für die Moderation, Programmierung, Koordinierung und Öffentlichkeitsarbeit an.

 

Quelle: www.AbgeordnetenWatch.de

Staat abschaffen, Banden bilden?

Philosophen sind ja zuständig für Grundsatzfragen. Sie dürfen die dümmsten Fragen der Welt stellen und müssen diese auch selbst beantworten, weil sich in der Regel kein Normalmensch für dumme Fragen interessiert. Wozu auch. Nur selten mal lehnt man sich zurück und fragt: gibt es dazu Antworten in der Philosophie?

Bei Staatsgründungen wird gerne mal auf Philosophen Rücksicht genommen, dort, wo es um Recht und Gerechtigkeit geht, um Ethik und Moral werden sie gerne mal in eine Talkshow geladen. Ansonsten stören sie nur, weil sie sich dem modernen "Meinungswissen" schon vor Jahrtausenden verschlossen haben. Das moderne "ich glaube dieses aber jenes nicht" fand schon in der Philosophie der Antike keine Begeisterung und man wähnte es überwunden. Dann kam das Privatfernsehen und belehrte einen eines Besseren: Meinung verdrängte wieder Wissen.

Nun kann man natürlich die Frage nach dem Staat rückwärts stellen: wozu brauchen wir ihn eigentlich noch?

Philosophen sind ja zuständig für Grundsatzfragen. Sie dürfen die dümmsten Fragen der Welt stellen und müssen diese auch selbst beantworten, weil sich in der Regel kein Normalmensch für dumme Fragen interessiert. Wozu auch. Nur selten mal lehnt man sich zurück und fragt: gibt es dazu Antworten in der Philosophie?

Bei Staatsgründungen wird gerne mal auf Philosophen Rücksicht genommen, dort, wo es um Recht und Gerechtigkeit geht, um Ethik und Moral werden sie gerne mal in eine Talkshow geladen. Ansonsten stören sie nur, weil sie sich dem modernen „Meinungswissen“ schon vor Jahrtausenden verschlossen haben. Das moderne „ich glaube dieses aber jenes nicht“ fand schon in der Philosophie der Antike keine Begeisterung und man wähnte es überwunden. Dann kam das Privatfernsehen und belehrte einen eines Besseren: Meinung verdrängte wieder Wissen.

Nun kann man natürlich die Frage nach dem Staat rückwärts stellen: wozu brauchen wir ihn eigentlich noch? Wozu bezahlen wir eine Armee von schmarotzenden Staatsdienern, die uns mit ihrem geistlosen, ungebildeten und sprachlich primitiven Gewäsch jeden Tag aufs Neue versuchen, das Geld aus der Tasche zu ziehen?

Die Frage nach dem Staat ist schon ziemlich alt. Manche halten sie geradezu für den ersten echten Sündenfall: den Versuch, ein Gebilde zu schaffen, das größer ist als Gott … Babylon war da schon so ein Problemfall. Andere jedoch hielten ihn für ziemlich sinnvoll, z.b. Platon:

Der ideale Staat hat den Zweck, die Idee des Guten auf der physischen Ebene zu verwirklichen; mit der Umsetzung der Gerechtigkeit soll eine Voraussetzung für das gute Leben jedes Bürgers geschaffen werden. So wie im Kosmos und in der Seele soll auch im Idealstaat eine harmonische Ganzheit verwirklicht werden. Zwischen dem Individuum und dem Staat besteht für Platon eine Analogie, denn so wie sich Gerechtigkeit im Einzelnen als bestimmter innerer Ordnungszustand entfaltet, so macht eine bestimmte Ordnung der Polis diese zu einem gerechten Gemeinwesen. Daher hat jeder Stand und jeder Bürger die Aufgabe, zum gemeinsamen Wohl beizutragen, indem er sich auf angemessene Weise harmonisch in das Ganze einfügt und ihm dient.

„Harmonische Ganzheit durch Umsetzung der Gerechtigkeit als Voraussetzung für das gute Leben eines jeden Bürgers“ … hört sich schön an. Die scheinen nicht uns zu meinen.

Bei uns ist das anders organisiert, siehe Bundeszentrale für politische Bildung:

In einer marktwirtschaftlichen Volkswirtschaft, auch in einer Sozialen Marktwirtschaft, ist der Markt das Koordinationsinstrument der ersten Wahl. Die Einzelnen koordinieren ihre Handlungen über Märkte, und nur wenn diese Koordination zu unerwünschten Ergebnissen führt, soll der Staat eingreifen.

Das macht unser Staat dann auch – um unerwünschte Ergebnisse zu vermeiden. Zum Beispiel … wenn er merkt, das er zu viele Bürger hat, dann greift er ein. Auch darüber informiert die BpB:

Die Umprogrammierung des Gerechtigkeitsprinzips von Verteilungsgerechtigkeit auf Chancengerechtigkeit im aktivierenden Staat steht damit im Zusammenhang. Gefördert werden sollen zukünftig vorrangig Maßnahmen, die zur Teilnahme qualifizieren; nur Teilnahme gewährleiste Teilhabe, so die neue Lehrmeinung, und dies sei im Übrigen Gebot von Art. 1 GG. Eine Schlussfolgerung wäre demnach: wer nicht teilnehmen will, dem droht zuerst Druck, dann Zwang und bald Ausschluss (z.B. von Sozialleistungen) durch den aktivierenden Staat.“

Kurzum: wer als Blinder, Alter oder Kranker nicht am Marktgeschehen teilnehmen kann, wird … entsorgt.  Krüppel und Gammelfleisch können wir nicht ewig durchfüttern. Wenn der meint, nicht sehe zu können, dann gibt es zuerst Druck, dann Zwang, dann Ausschluss … und dann?

Nun – Tod. Ohne Essen und Obdach stirbt man sehr schnell. Das ist die Todesstrafe bei konsequenter Marktteilnahmeverweigerung. Das sagt noch keiner so deutlich – es ist aber meilenweit entfernt von der „Harmonischen Ganzheit zur Umsetzung der Gerechtigkeit“. Wer stark genug ist, jung, gesund und reiche Eltern hat, dem gehört die Welt. Wer als Autist bei Arbeitslosen zur Welt kommt, wird an die Wurstverwertung weitergereicht. Hört sich böse an, aber Philosophen sind für das Prinzip da – nicht für die Stufen, in denen es ausgelebt wird. Das beschließen letztlich Politiker. Ganz sicher beschließen sie Diätenerhöhungen, finanziert durch Regelsatzkürzungen bei Kindern. Alles andere ist verhandelbar.

In der Realität zeigt sich, das der aktivierende Sozialstaat ein Ungeheuer der besonderen Art ist, Nachrichten wie diese werden aber gerne an den äußersten Rand gedrückt, weil sie der herrschenden Selbstbeweihräucherungsmentalität von Staat und Wirtschaft nicht ins Konzept passen. Die Welt erlaubt sich hier gerne mal einen Ausrutscher:

Die Hälfte aller Teilzeitbeschäftigten in Deutschland will gerne länger arbeiten. Würden alle Verlängerungswünsche berücksichtigt, würden in Deutschland pro Jahr 40,5 Millionen Stunden mehr gearbeitet, schreibt die Autorin der Studie, Susanne Wanger. Das entspräche dem Arbeitszeitvolumen von rund einer Million zusätzlichen Stellen. Allerdings sei fraglich, ob sich die Wünsche in den Firmen der Betroffenen überhaupt umsetzen lassen.

Eine Million Arbeitsplätze zu Zeiten der allgemeinen Grenzöffnung? Da versagt unsere Marktwirtschaft ganz schnell, weil wir sowieso schon zu viele Menschen haben, wenn wir den unersättlichen Ansprüchen der Funktionäre von Politik und Wirtschaft Tribut zollen sollen.

Fraglich ist auch, wo dann die von aktivierenden Maßnahmen betroffenen Arbeitslosen ihre Stellen finden sollen. Manche haben eben nur einen IQ von 85 samt mittelmäßigem Hauptschulabschluss. Die Situation bessert sich auch nicht durch eintausend Bewerbungen. Andere sind gesundheitlich eingeschränkt, pflegen Familienangehörige oder sind einfach faul. Sowas gibt es auch. Ja, die leben auf Kosten anderer, genauso wie Ärzte, Politiker, Verbandsfunktionäre, Lobbyisten, Rentner oder Bürgermeister. Die einen dürfen sich jedoch die Diäten selbst erhöhen, damit die Lust auf Steuererhöhungen nicht gemindert wird, die anderen werden zum Verhungern frei gegeben. Läßt sich da nichts mehr aktivieren, regiert nicht Milde oder Gnade sondern der Hungertod. Gnadenschuss wäre da sozialer.

So kann der Staat schnell böse werde, das „kälteste aller kalten Ungeheuer“, wie Nietzsche meint.

Wenn ein Staat aber böse wird, wenn er für Mitmenschen lebensgefährlich wird … dürfen wir dann nicht auch mal die Frage stellen, ob wir den nicht einfach abschaffen dürfen?

Wir Menschen sind soziale Wesen, das stimmt schon. Auch die Vernunft hält uns dazu an, unsere Arbeitskraft zu teilen, weil wir so unglaubliche Überschüsse erwirtschaften können und erwirtschaftet haben. Aber wenn der Staat das (schon einmal dagewesene) Potential zu einer tödlichen Maschine entwickelt … kann man da nicht einfach mal „Nein danke“ sagen, erst recht, wenn der Staat auf eine Riesenpleite im Dienste des Kapitalismus zusteuert?

Wir könnten Banden bilden. Reichtum ist genug vorhanden, das Land ist komplett verteilt – wir müssten Banden bilden, da geht kein Weg dran vorbei. Die Räuberbande als Gesellschaftsform der Zukunft als Alternative zum Räuberstaat, der nur noch wenigen einen Vorteil verschafft. Innerhalb der Bande könnte man nach Piratenart auch Strukturen schaffen, die Platon glücklich machen würden:  eine harmonische Ganzheit schickt sich gut für eine Räuberbande, Gerechtigkeit ebenfalls – das hilft, den Wunsch nach ungestörter Nachtruhe zu verwirklichen.

Allerdings … schaut man genauer hin … dann hat man schon Banden. Parteien, Verbände, Gewerkschaften, Vereine … das alles sind im Kern eigentlich … Räuberbanden, die sich ganz offen um die Verteilung der Beute streiten. Wer gewinnt, darf Kanzler werden oder Rekordboni abziehen – oder beides.

Da haben wir den Staat also eigentlich … schon längst abgeschafft?

Warum sagt mir das eigentlich keiner?

Das erklärt die aktuelle Sozialpolitik doch erschöpfend! Wer keiner Bande angehört und auch keiner angehören möchte, wird umgebracht. Basta!

Können wir denn dann nicht auch aus Kostengründen erstmal die Regierung abschaffen? Belgien hat schon über ein Jahr keine mehr. Ich war letztens noch da – ganz ehrlich, das Land sieht genauso aus wie vorher. Die fehlt denen kein bischen, die Regierung. Wieso sollte uns eine fehlen?

Es sei denn, sie würde jetzt eingreifen und erstmal fünf Millionen neue Arbeitsplätze schaffen, finanziert durch Sonderabgaben der bisherigen Kriegsgewinnler. Immerhin – hier versagt der Markt, ein Eingriff wäre dringend notwendig. Wir rufen lieber – im Prinzip – Todesstrafe auf Arbeitslosigkeit aus in der Hoffnung, das das irgendetwas bringt. Vielleicht finden ja die Leute mit dem IQ von 85 die Lösungen für ihre Probleme, die von den Politikern nicht gefunden wurden (was jetzt nicht heißt, das ich bei denen jetzt generell einen höheren IQ vermuten würde … nein, wirklich nicht. Ich lese dazu zuviel Nachrichten).

Wir sind schon lange keine soziale Marktwirtschaft mehr, in der der Staat für Ausgleich sorgt, sondern eine asoziale Raubwirtschaft, in der große mafiöse Banden um den Zugriff auf die Staatsfinanzen und das Volksvermögen kämpfen. Nur die Bürger selbst dürfen keine Banden bilden. Für Sklaven gilt anderes Recht.

Wenn man da an Platon denkt … könnte man neidisch werden. „Die Idee des Guten auf physischer Ebene zu verwirklichen“ … das waren noch Zeiten. Die hatten noch Träume. Wir fortschrittlichen Menschen der Neuzeit hoffen hingegen, das wir die Errichtung des Reiches des Bösen auf physischer Ebene überleben dürfen.

Und das nennen wir dann „Fortschritt“ und „Wachstum“. Fragt sich nur: Fortschritt wohin und Wachstum von was …

 

 

Operation 100 – wer wir sind, was wir wollen, wie wir das erreichen werden – und was wir noch brauchen.

Es sind ja Zeiten wie in einem Spielfilm über die Apokalypse: unerklärliches Fisch- und Vogelsterben an allen Ecken, gigantische Sonneneruptionen, ein Megabeben verdrängt das Nächste – womöglich haben wir auch mal wieder eine Kernschmelze wie in Tschernobyl oder Harrisburg, jedenfalls ist gerade mal ein Atomkraftwerk explodiert.  In dem ganzen Tumult bringt Angela Merkel noch schnell das Wichtigste unter Dach und Fach: der neue Bankenrettungsschirm ist unter Dach und Fach, nochmal 150 Milliarden mehr für die gefährdeten Länder … bzw. für deren Gläubigerbanken.

Und in diesem Chaos nun setzen sich zwei Leute hin – beide eigentlich durch die nichtöffentlichen Teile ihres Lebens schon völlig ausgelastet – und planen eine soziale Evolution: eigentlich völliger Nonsens, möchte man meinen. Warum machen die das? Das führt uns zu Frage 1:

Wer wir sind.

Aus den Kreisen jener, die gerne den ganzen Tag darüber jammern, das die anderen soviel Geld haben und sie aber nicht und meinen, damit hätten sie ihren demokratischen Mitwirkungspflichten Genüge getan, kommen ja jetzt schon die ersten Verdächtigungen: die wollen selber reich werden und dann ab auf die Malediven.

Ich weiß nicht, welche Pläne mein Partner dort hat, aber ich habe sieben Kinder in diesem Land, Freunde, Verwandte – ich könnte hier nie weg. Technisch könnte ich es schon jetzt (wie … das ist aber meine Privatsache), aber moralisch eben nicht – auch nicht für viel mehr Geld.  Ich bin am schönsten Ort der Welt (nennt man: Eifel) und wüßte nicht, warum ich woanders hin sollte. Ich wüßte auch nicht, wovon, denn alles, was Operation 100 an Spenden bekommt, geht auf ein Treuhandkonto, dessen Kontostände regelmäßig veröffentlicht werden. Ich weiß – man schließt gerne von sich auf Andere (weshalb Politiker so ein delikates Bild von Langzeitarbeitslosen haben) und glaubt deshalb gern, wir würden hier nur den Anlageberater machen wollen: Geld einsacken und dann ab dafür. Wer so denkt und nicht merkt, das er uns eine unglaubliche Blödheit unterstellt (von den moralischen/ethischen Aspekten mal ganz abgesehen), dem ist nicht mehr zu helfen. Soll er aber dann selber eine andere Initiative gründen, so was wie „Stoppt den Eifelphilosophen“ gab es ja schon mal.

Mir reichen in Zukunft die Einnahmen von VG Wort, um den Nachrichtenspiegel retten zu können, wenn er ins Visier des Abmahnwahns kommen sollten – mehr brauche ich nicht. Das kann man glauben oder nicht – ist mir einerlei. Hier geht es darum, notwendige Dinge zu tun, ein Angebot zu machen: wird es nicht angenommen: auch gut. Ich persönlich wüßte nicht, wie ich eine selbst geringe zusätzliche Arbeitsbelastung noch in meinen Alltag integrieren sollte – und das Schreiben möchte ich nicht aufgeben. Morgens am Rechner zu sitzen und eintausend freundliche E-Mails bekommen zu haben wäre mein Untergang….und das kann leicht geschehen. Schon jetzt kann ich nicht jede beantworten.

Regenbogenbieger und ich sind im gleichen Alter,  haben Einiges an Geschichte live miterlebt … die hoffnungsvollen siebziger Jahre und den Putsch der Funktionselite im Jahre 2000, vorbereitet durch zehnjährige intensive Lobbyarbeit – eine Arbeit, die viele im Volk davon überzeugt hat, das das gut und richtig ist, was da so läuft … weshalb die Dinge nun auch so sind, wie sie sind. Leider. Wir haben nun Kinder (inzwischen „Armutsrisiko Nr. 1“ in diesem Land – schon das ist eine Schande) und sind deshalb gehalten, über den Tag hinaus zu planen und ein wenig zu sehen, was auf sie zukommt.

Wie meine Meinung dazu aussieht, ist bekannt – nach knapp 2000 Artikeln allein unter dem Pseudonym „Eifelphilosoph“ sollte da keine Frage offen bleiben, ausser jenen, die wirklich niemanden etwas angehen.

Politisch war ich persönlich immer ein Freund des Gleichgewichtes und der gesellschaftlichen Harmonie, mal etwas rechts, dann eine Prise links – so gedieh das Land doch ganz gut, Wohlstand und Freiheit wuchsen gleichermassen, die Reichen konnten sich frei bewegen, die Armen hatten Chancen in Massen: es lief gut. Heute schrumpfen Wohlstand und Freiheit in beängstigendem Ausmasse, dank intensiver Lobbyarbeit wird ein gesellschaftliches Tabu nach dem Anderen gebrochen, Hunger und Kälte haben Einzug in Deutschland gehalten … dank politischer Willkür und wirtschaftlicher Skrupellosigkeit. Sind das nun die bösen Reichen in Schuld oder die dummen Armen?

Meiner Meinung nach erstmal jene, die beide gegeneinander ausspielen. Die „bösen Reichen“ sind in erster Linie Erben, die für das Leben ihrer Eltern und Großeltern keine Verantwortung haben. Und die Armen sind so dumm, wie das Fernsehprogramm, mit dem man sie ruhigstellt – und mittendrin nutzt eine Funktionselite in Parteien, Medien, Gewerkschaften und Unternehmen die allgemeine Ruhe, um ordentlich zuzulangen. „Anlageberater“ haben schon oft aus reichen Leuten arme Leute gemacht, während viele reiche Leute nur deshalb überhaupt dem Anlageberater ein Ohr schenken, weil sie Angst vor der Armut haben.

Insofern möchte ich den Passus „Wer wir sind“ etwas erweitern auf … „Wer wir sein können“.

Natürlich denke ich in erster Linie an die ersten Opfer des Putsches, auf den nun auch Michael Moore aufmerksam macht: die Hartz IV-Abhängigen, jene Menschen, die so behandelt werden, als wäre Arbeitslosigkeit ein Verbrechen. Es ist aber kein Verbrechen: Arbeitslosigkeit ist eine Schmach, eine Schande und ein unerträglicher Zustand. Arbeiten heißt gestalten können, heißt Souverän seines eigenen Lebens zu sein, heißt: frei sein. So wurde der Mensch ursprünglich unabhängig von den Launen der Natur – und in den Städten unabhängig von den Launen des Adels.

Nun hat man mich gewarnt: 95 % der „Hartzis“ erlebt man im Amt wie die Presse sie darstellt: politisch und gesellschaftlich völlig uninteressiert, fünf Prozent würden sich vielleicht einer sozialen Erneuerungsbewegung anschließen. Ich kann das nicht beurteilen – noch mag ich das wirklich glauben. Es sind aber nicht nur die Kunden der Jobcenter, die betroffen sind. Es sind auch die 18 Millionen Menschen, die nur noch in billigen Pacht- und Leihverträgen und sonstigen Jobs mit Ramschstatus überleben. Es sind die Beamten und städtischen Angestellten, die dem Mob als Nächste zum Fraß vorgeworfen werden (müssen), es sind die Großeltern, die ihre Enkel  selbst dann noch subventionieren müssen, wenn sie einen Doktortitel tragen, es sind die Millionen Häuslebauer, die von Gemeindesteuern und Abgaben erdrückt werden, Millionen von Autofahrern, denen man die Spritkosten locker um 50 % senken könnte, wenn der Staat seine Hausaufgaben und die Wirtschaft ihre Arbeit machen würden. Und dazu kommen noch alle Menschen mit Herz … und Vernunft. Die gibt es auch unter jenen mit Vermögen oder Vollzeitarbeitsplätzen (was ich heute schon mit „Reichtum“ gleichsetze, es sind nur noch 22 Millionen Menschen in Deutschland, die so etwas Seltenes und Kostbares ihr Eigen nennen dürfen).

Was wir wollen.

Nach dem blamablen Schauspiel um die peinliche Regelsatzerhöhung von fünf Euro (die begleitet wird von praktischen Massnahmen, die erstmal Kürzungen von bis zu EINHUNDERT EURO mit sich bringen) ist klar, das Regierung und Opposition sich mitlerweile nicht mehr scheuen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um den Geist des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes zu hintergehen. Aus den Sphären der Politik wird es keine Hoffnung auf Änderung geben, die fünfte Macht – der Lobbyist – hat in zwanzig Jahren konzentrierter Arbeit seine Fäden soweit gesponnen, das er Entscheidungen diktieren und Gesetze zum Teil direkt mitschreiben kann. Operation 100 würde NUR 8,4 Milliarden Euro. kosten – nur ein Bruchteil von dem, was Merkel allein gestern wieder den Banken geschenkt hat. „Unbezahlbar“ will ich als gar nicht hören, mit diesen Märchen kann man in Zukunft doch nur noch kleine Kinder erschrecken – und ein Bundestag mit Rekorddiäten sollte das Wort „unbezahlbar“ gar nicht erst in den Mund nehmen, ebensowenig Wirtschaftsführer mit Rekordgehältern.

In erster Linie möchten wir eins:  Einhundert Euro mehr für jeden Mann, jede Frau, jedes Kind, die in den letzten Jahren dem stümperhaften und rücksichtslosen Agieren unserer Wirtschaft zum Opfer gefallen sind. Hartz IV ist nichts anderes als Kriegsopferfürsorge für Globalisierungsschäden, und da sollten wir uns als reiches Land nicht so anstellen als ginge es um den letzten Spargroschen. Die Summe entspricht grob FÜNF PROZENT der Subentionen, die die Wirtschaft pro Jahr erhält, um ihre mageren Ergebnisse zu produzieren, angesichts des Volksvermögens von NEUN BILLIONEN EURO bewegt sich die Summe im Promillebereich – ein tausendstel des Volksvermögens.

Wofür?

Dafür das Deutschland wieder ein menschliches Gesicht erhält. Dafür, das Deutschland wieder ein Land mit Zukunft wird. Dafür, das Deutschland ein Land wird, auf das man wieder stolz sein kann, weil es seine Armen nicht mehr für ihre Armut bestraft, die Kranken nicht für Krankheit züchtigt und die Alten nicht für ihr Alter zur Rechenschaft zieht, damit wir wieder eine starke Gemeinschaft werden, ein Land, in dem Kinder eine klar erkennbare Zukunft jenseits des Dauerpraktikums haben.

Und hier sieht man … es geht um mehr als Geld. Um viel mehr. Vor tausend Jahren hätten wir uns zornig am Dorfbrunnen versammelt, hätten Mistgabeln und Fackeln geschwungen und wären zornig zum Baron marschiert um gegen das Unrecht zu demonstrieren. Man hätte seine Kräfte versammelt, gebündelt und auf ein Ziel konzentriert: Schloss Guttenberg. Heute – in einer demokratischen Zivilgesellschaft – gibt es da andere historisch und juristisch gewachsene Umgangsformen.

Wenn wir unsere Kräfte bündeln wollen, geht das viel einfach als früher. Wir können einfach … Geld für eine Aktion auf ein Konto überweisen. Und weil wir so unglaublich viele sind, könnten wir ganz schnell ein Werbebudget haben, von dem andere Lobbyorganisationen nur träumen können – und ganz schnell hätten wir eine Bürgerinitiative für soziale Marktwirtschaft.

Wie wir das erreichen werden.

Der Weg ist ziemlich einfach. Ich möchte großformatige Zeitungsanzeigen, in denen einhundert hartz-abhängige Kindergesichter darauf aufmerksam machen:

WIR SIND AUCH MENSCHLICH!

Ich möchte Flyer in jeder Zeitung positionieren, in jedem Briefkasten sehen:

Operation 100. Für ein Deutschland mit menschlichen Antlitz.

Radiodurchsagen:

Lieber fünfzehn Euro für die Zukunft als ständig Bauchschmerzen über die Gegenwart!

Werbespots im Fernsehen:

„Ich unterstütze die Operation 100, weil ich an Deutschlands Zukunft glaube!“.

Ich will eine umfassende Briefaktion für Prominente, Reiche, Parteien mit der Bitte um Unterstützung.

Dann werden wir die wissenschaftliche Meinung auf unsere Seite holen … die gibt es auch. Sie wird nur weniger gefördert, weil das Geld fehlt. Darum hört man mehr diesen neoliberalen Unsinn … so oft, bis man ihn fast selbst glaubt. In meinen Artikeln habe ich immer mal wieder einige zitiert – es gibt aber noch viel mehr, Unternehmer, Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, Ökonomen: man muß sie nur zusammenführen. Und das kostet Geld.

Dann will ich Vorträge dieser Elite haben – im Deutschen Bundestag als Vertreter der Bürgerlobby, unterstützt von einem Medienecho, das gar nicht groß genug sein kann, Vorträge in Landtagen, Gemeinden, auf Parteitagen. Ich möchte, das JEDER Spender eine Akreditierung als Botschafter der Operation 100, einer Bürgerintiative für soziale Marktwirtschaft erhält – inklusive eines kleinen Pakets an Informations- und Argumentationsmaterial. Wenn jeder Spender damit zehn weitere Menschen in der Familie, im Verein, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz … oder beim Arbeitsamt … gewinnt, das jeder Botschafter Zugang zu Wissen erhält, die ihn befähigen, zu argumentieren und zu überzeugen.

Und so wird aus der Operation 100 … eine Bürgerbewegung.  Wer sie gerne politisch verorten möchte: sie steht exakt gegenüber dem „Schulterschluß von Politik und Wirtschaft“ … mit rechts und links hat das gar nichts zu tun, eher damit, jenes Gleichgewicht wiederherzustellen, das dieses Land groß gemacht hat.

Man merkt, was wir dazu brauchen: Menschen. Ganz ganz viele helfende Hände. Wenn jeder nur einen winzig kleinen Beitrag leistet, seine ökonomische Fackel und Mistgabel zur Verfügung stellt, gerade dreimal das Von-der-Leyen-Gnadenbrot (auch wenn ich weiß, das es schwerfällt), dann können wir zusammen viel erreichen.

Ich als Philosoph … kann zu meinen fünfzehn Euro noch ein paar Worte spenden. Hier und da ein Telefonat führen, die Vision erläutern – das war es dann schon. Damit ist mein Zeitbudget erschöpft, und – um Nachfragen vorzubeugen – das ließe sich auch mit mehr Geld nicht ausdehnen. Man kann mit Geld halt nicht alles kaufen – meine Zeit gehört dazu. Ich habe schon zuviel davon veräußert.

Was ich machen werde, ist – zusammen mit Werner die Verantwortung für die GmbH übernehmen. Verein lehne ich rigoros ab. Es geht hier um viel Geld – ich möchte nicht erleben, das eine Horde Anlageberater bei den nächsten Wahlen den Maschmeyer als Chef der Operation 100 wählt oder das Gewerkschaftsseilschaften das Projekt wegen der Pöstchenfülle übernehmen. Ich möchte jederzeit den Stecker ziehen können, wenn sich eine solche Entwicklung abzeichnet. „Vertrauen“ ist gesellschaftlich eine viel kostbarere Ware als „Geld“ – und ich hätte keine Lust, am Ende als Hassobjekt der Nation dazustehen, weil sich irgendwer an dem Prozess hemmungslos bereichert hat.

Mir wäre es sogar lieb, es gäbe gar keine Pöstchen, aber ich hatte – gesundheitsbedingt – nun ein paar Tage Zeit, verschiedene Aspekte zu durchdenken und muss sagen: es geht kaum anders.  Schön wäre es, wenn es klappen könnte, das wir das täglich wachsende Stammkapital gar nicht angreifen müssten und alles über Zinsen finanzieren, damit wir das geborgte Geld später zurückzahlen können – angesichts der Aufgaben, die zu finanzieren sind, scheint auch das illusorisch.

So, das war jetzt – auf besonderen Wunsch – nochmal ein Wort zu Operation 100. Wer nun noch Rechtschreibefehler findet, darf sie behalten – mir läuft die Zeit davon, den Text nochmal durchzulesen … auch hier wäre eine hilfreiche Hand in Zukunft wichtig.

Natürlich wollen wir niemanden bestechen, aber es sollte jedem klar sein, das wir wenn wir die führende politische Elite dieses Landes zu einem Vortrag einladen wollen, um unsere Positionen darzulegen, dies nicht als Kindergeburtstag bei McDonalds durchführen können – auch wenn es schön billig wäre. Unsere Zielgruppe hat da halt … ein ganz anderes Niveau. Man trifft sich im Adlon – nicht an der Dönerbude. Auch das … sollte jedem klar sein.

An unsere Kapazitätsgrenzen werden wir schon nächste Woche stoßen, wenn 100 E-Mails mit Nachfragen kommen.

Das war es dann schon mit der Operation 100, wenn … wir keine Hilfe kriegen und/oder kein Geld, die Hilfe zu kaufen.

Die Entscheidung darüber aber … liegt bei Euch.

Meine eigenen Zukunftspläne stehen übrigens schon seit 2000 fest. Auch wenn mein Arbeitsschwerpunkt jetzt durch den Nachrichtenspiegel sehr ins Politische abgerutscht ist, so plane ich schon sehr lange einen Klosteraufenthalt für mein Alter. Vielleicht ein Zen-Kloster, vielleicht ein katholisches Kloster in der Eifel, vielleicht aber auch was auf den Bahamas (wegen dem Wetter). Wenn die Kinder groß genug sind, auf mich verzichten zu können. Bevor ich diese Welt verlasse, möchte ich einmal den Weg jener gehen, die Gott suchen und sehen, was es auf diesem Weg so zu erleben gibt. Geld genug dafür (auch für die Bahamas) habe ich schon jetzt – ich hatte mich unlängst informiert. Das möchte ich mir aber sehr ungern entgehen lassen, denn … möglicherweise irrt der Bundesverband der Berufsmaterialisten sich ja und nach dem Tode wartet etwas auf uns.

Ich möchte dem gerne gewachsen sein und fände es unsinnig, den Irrtum der Materialisten auf meinen Schultern ausbaden zu müssen.

 

 

Einschlag

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Einschlag

© Jotha

Wen es interessiert:
http://www.operation100.de

Operation Einhundert (100) – Regelsatzerhöhung leicht gemacht.

Heute hatte ich mal etwas Muße, ein wenig Zeit, mir zu jenen Dingen Gedanken zu machen, die schon lange auf meinem Schreibtisch liegen. Eine lag besonders hoch oben, weil schon lange und oft Mitbürger hier anklingelten und sich darüber mokierten, das ich ja auch nur Worte machen würde und das das alles nutzlos ist.

Etwas schlaksig und flapsig verweise ich bei solchen Gelegenheiten immer gerne auf die heilsame Wirkung blockierter Autobahnen, in der Hoffnung, mit diesem Thema in Zukunft in Ruhe gelassen zu werden … bin aber dann doch über mich selbst verärgert, das ich nicht den Mumm habe, mich der Herausforderung wirklich zu stellen – was zum Teil daran liegt, das ich ein sehr ausgefülltes Leben lebe, zum anderen aber auch daran, das ich nicht so genau weiß, was die „soziale Bewegung“ in Deutschland eigentlich will. Eine andere Republik will – so vermute ich mal – eigentlich keiner. Läuft ja alles super – außer für die Ausrangierten.  Schon seit einiger Zeit habe ich die bitterböse Vermutung, das die auch nichts anderes wollen als die Lumpenelite: einfach mehr Geld … sagen wir mal: einhundert Euro pro Person im Monat mehr.

Nun – mit so einem Ziel ausgestattet, fällt die Wahl der Mittel leicht.

Eine Regelsatzerhöhung von 100 Euro (in Worten: EINHUNDERT EURO) im Monat halte ich für leicht durchsetzbar, viel leichter als ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Leicht durchsetzbar? Ich merke schon … hier kommen Zweifel auf. Die gesamte deutsche Politik schafft mit viel Mühe gegen das Bundesverfassungsgericht gerade mal fünf Euro und der Eifelphilosoph will locker hundert schaffen?

Nun … ich war fünfzehn Jahre auf verschiedenen Karrierestufen im Bereich Lobbyismus tätig – natürlich ist es leicht, den Regelsatz um 100 Euro erhöhen zu lassen – nur muß man die Angelegenheit anders angehen als bisher. Ganz anders – wenn man es wirklich ernst meint.

Kein Unternehmen käme auf die Idee, politische Einflussnahme bzw. den „Verkauf von Ideen“ (und genau DARUM geht es hier) über Demonstrationen laufen zu lassen, das dauert zu lange, die Ergebnisse sind zu unkalkulierbar und die Kontrolle über den Prozess ungewiss. Darum nimmt man andere … kostspielige aber ziemlich erfolgreiche Wege.

Natürlich kostet es Arbeit und Zeit, aber ich habe keine Zweifel, das eine Erhöhung von einhundert Euro pro Monat zum 1.1.2013 durchsetzbar ist, wenn wir … sofort anfangen. Beginnen wir später, dauert es länger.

Was ich brauche, sind … fünfzehn Euro pro Hartz IV-Abhängigen. Das ist der von-der-Leyen-Gnadensatz für ein Quartal. Als Interessenvertretung nehme ich NUR Geld von Hartz IV-abhängigen, das macht unabhängig.

Hat jeder seinen Beitrag bezahlt, existiert eine Kriegskasse von 105 Millionen Euro. Davon kann man gleich nächste Woche Büroräume mieten, Telefone und Computer anschaffen sowie Personal einstellen (nur bisherige Langzeitarbeitslose!).  Dann braucht man ein Büro in Berlin, professionelle Lobbyisten (die kann man kaufen), die Zugang zu Abgeordneten beschaffen, die dann –  letztendlich – die entsprechenden Gesetze vorbereiten und einreichen.

Gleichzeitig muss man eine Front all jener schmieden, die daran verdienen. Wir brauchen dazu einen Aussendienst (… Botschafter…) mit Firmenwagen, erstklassigen Anzügen und hervorragenden Manieren. Der Bundesverband Einzelhandel sollte unser Freund sein (na, wo bleibt denn das Geld der Erhöhung letztendlich?) und unsere Lobbyisten mit zusätzlichem Kapital versorgen, die Krankenkassen sollten unsere Studien mitfinanzieren (bei wem landen denn die Kosten für „Krank durch Armut“?) die Gaststätten unsere Vorträge sponsern – für ein Deutschland mit menschlichem Antlitz sollten wir auch die Kirchen mit ins Boot holen können – dazu muß man regelmäßig und oft mit den Verantwortlichen reden, ebenso mit den Vorsitzenden der großen Parteien.

Dann muß eine Welle von Presseveranstaltungen laufen … und zwar nicht in der Volkshochschule. Je nach Einfluß muß man schon mal bis auf die Malediven ausweichen, um in aller Ruhe die Vorzüge der Operation 100 für Deutschland, den Frieden und die Welt diskutieren und notfalls gewisse Umschläge diskret herüberschieben zu können. So betreibt man breitflächig Meinungsbildung. Das wäre Aufgabe der „Botschafter“ und ihrer gezielten Pressearbeit am Mann … und am Abgeordneten.

Wo das Geld herkommen soll für diese Erhöhung? Nun, das wäre primär nicht unser Problem, weil wir aber kundenorientiert und servicefreundlich denken, können wir auch Wirtschaftswissenschaftler mit den Vorschlägen zur Gegenfinanzierung beauftragen. Kostet ein bischen, aber bei strenger Haushaltsführung sollte das gehen.

Worüber reden wir eigentlich? Einhundert Euro für 7 Millionen pro Monat macht 700 Millionen – also noch nicht mal EINE läppische Milliarde. Da soll sich mal angesichts von 160 Milliarden Subventionen im Jahr für die Industrie keiner aufregen, wir brauchen nur FÜNF PROZENT DAVON!!!

Gerne wären wir auch bereit, ausgebildete Agenten in die Verwaltungen von Bund, Ländern und Gemeinden  zu schicken, die bei Einsparungen im öffentlichen Dienst helfen, ebenso könnten wir Betrieben helfen, Unterschlagungen aufzudecken – bei entsprechender Vorbereitungszeit. Wir … wollen ja GERNE arbeiten.

Das wäre mein Karnevalspausengrobkonzept.

Erfolgschancen? 90%. Garantiert – ich würde sogar auf Einhundert gehen, aber … wir wollen ja immer den schlimmsten Fall annehmen.

Langweilige Parteiarbeit, sinnlose Demonstrationen … all das kann man sich sparen, ebenso ein schlechtes Gewissen. Einmalig 15 alberne Euro auf das Konto der OPERATION EINHUNDERT bei der Raiffeisenbank und man hat sein Investement zur Verbesserung der Lebensverhältnisse geleistet, man hat endlich mal was Effektives GETAN, anstatt immer NUR ZU REDEN.

Wer will, mag sofort zum Organisationsteam der Operation Einhundert stoßen und gezielt Spendenaufrufe verbreiten. Jeder Spender bekommt einen Titel verliehen und darf sich umgehend „Ritter der freien Marktwirtschaft“ nennen, jeder Organisator kann nach Wunsch auch mit Titeln und Visitenkarten (Agent des Aufschwungs, Sozialbaron, Volksfürsorger … da wäre Kreativität für einen neuen, echten „Seelenadel“ gefragt …. neben der brutalen Professionalität einer gezielten Werbekampagne) versorgt werden – für einen professionellen Auftritt ist das schon nützlich. Einfach mal ein bischen in der Werbebranche schauen, wo die „Kreativdirektoren“ mit ihren „Marketingassistenten“ hausen – da wird einem dann schon was einfallen.

Was ich dann möchte, wenn das Ziel erreicht ist?

Drei Monate lang die 100 Euro Erhöhung von jedem als Erfolgsprämie und Grundstock für die Operation Tausend. 2,1 Milliarden sollten als Kriegskasse für das bedingungslose Grundeinkommen reichen. Damit kann man … ganz viele Freunde gewinnen.

Und so macht man im 21. Jahrhundert in Deutschland Politik. Das machen alle so, die ihre Interessen und ihre Ideen in Deutschland durchsetzen wollen.

Ob ich das wirklich ernst meine?

Ja. Sowas klappt. Sehe da keine Probleme – jedenfalls nicht in der Organisationsabwicklung. Personalauswahl würde entscheidend sein …. aber scheitern wird die Operation daran, das all die, die jammern und klagen, das NICHTS PASSIERT und NUR GEREDET WIRD …. selber nie ETWAS TUN würden.  Noch nichtmal 15 geschenkte Euro weitergeben.

Ansonsten … würde man sehen, was Werbespots zur besten Sendezeit (von besten Profis gestaltet) alles so anrichten können, ebenso Statements von „Experten“ zur richtigen Zeit am richtigen Ort platziert, Studien mit Ertragsbilanzen für die Volks- und Betriebswirtschaft (immerhin landet das Geld ja wieder irgendwo, letztendlich fehlt es nur als „Spielgeld“ für die Börse) … und ganz schnell ist das ein positives Thema, mit dem sich führende Parteien gerne schmücken würden.

So wurde „Hartz IV“ in den Markt gedrückt, so kann man es wieder herausdrücken.

Die Welt hat sich halt weiterentwickelt … und Demonstrationen haben in dem System den gleichen Stellenwert wie eine wandernde studentische „Kauft OMO“ – Waschmittelreklame in der Werbewirtschaft.

Man könnte auch … Dieter Bohlen oder Heidi Klum als „Gesichter“ für die Operation 100 mieten – „damit der Superstar nicht vom Fleisch fällt“.

Also … mir könnte es Spaß machen, auf diese Art und Weise mit dem System zu spielen – aber ich habe schon genug Arbeit und erfülle nicht die Einstellungskriterien. Mir persönlich reichen ausserdem schon meine täglichen Angstmachereien an diesem Ort, meine aktive Phase ist vorbei, ich habe mir etwas Ruhe verdient, finde ich.

Aber … meinen Spaß habe ich mit der Idee schon jetzt.

Allein auch mit der Vorstellung, das man in Zukunft jedem Nörgler einfach den „Operation 100“ – Flyer in die Hand drücken kann mit den Worten:

„Maul halten, mitmachen!“.

So … feiere ich halt Karneval. Mit einem leichtem Lächeln im Gesicht bei der Vorstellung, wie amüsant das wäre, wenn eine Firma hilft, das Urteil des Verfassungsgerichtes gegen die Interessen der Politik durchzusetzen.

Aber so … kann man halt wirklich was erreichen.

Mit lumpigen 15 Euro, die man als Gnadenbrot jetzt zusätzlich bekommt.

Wer will, kann sich die mögliche Rendite seines Investments auch mal in Prozent ausrechnen – es sind ÜBER SECHSHUNDERT PROZENT PRO MONAT – tausende Prozent, wenn man die jeweils individuelle Gesamtlaufzeit sieht.

Da wird der Ackermann bleich.

Und wenn es wirklich schief geht und zu wenig geschieht, der Widerstand zu groß ist, das Geld ausgeht (wobei 105 Millionen locker jahrelang ausreichen) … dann hätten wenigstens ein dutzend Leute einige Jahre lang einen festen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz gehabt.

www.operation100.de

 

 

 

 

 

Der kommende Aufstand – Gedanken zu Deutschland 2011

Vor zwei Jahren habe ich angefangen, Gedanken im Internet zu veröffentlichen. Zuvor hatte ich den politischen Bereich des Lebens zum Wohle meines Seelenheils ausgeblendet. Mir war nach einem ruhigen, beschaulichen Leben, das der Liebe zur Weisheit gewidmet war – und nicht er Erlangung von Ruhm, Ehre oder Macht, die jeder für sich und alle zusammen erst recht der menschlichen Seele nicht gut tun … nach meiner Erfahrung. Ich war nun nicht immer so weltabgewandt. Zuvor habe ich das Gesundheitsbudget im Auftrag der Pharmaindustrie vergrößert – da landen Philosophen heutzutage, wenn sie essen wollen. Ich habe in den teuersten Hotels in Deutschland gewohnt, teuerste Fernreisen mitgemacht und in kleiner Runde schwerreiche Menschen persönlich kennengelernt, Menschen, für die Ackermann ein kleiner Knilch ist. Man kann nicht sagen, das ich mich dort mit Ruhm bekleckert habe, aber ich habe Impressionen von „oben“ bekommen, Einblicke in Funktionen von US-Konzernen (die ich auch vor Ort besuchen konnte) und in die Mentalität von „Funktionseliten“.  Das war mir persönlich wichtig, um ein umfassendes Bild vom Menschen und der Welt entwerfen zu können.

Nun sind zwei Jahre ins Land gegangen, wo ich aufgrund ständig politischer werdender Artikel gezwungen war, einen konkreteren Blick in die Welt zu werfen, einen Blick, der zunehmend Beunruhigendes an den Tag bringt. Meine Überzeugung, das sich die Welt schon automatisch in Richtung Vernunft entwickeln wird und letztendlich in eine Welt des „ewigen Friedens“ verwandelt, schrumpft täglich und die bewußte, absichtliche Erzeugung von Leid und Qual per Gesetz durch gewählte Volksvertreter befremdet mich mehr als ich in Worte fassen kann. Vor kurzem zitierte ich eine Religionswissenschaftlerin, die in einem Nebenaspekt ihrer Untersuchung über „Satanismus in Deutschland“ zu der Erkenntnis kam, das Satanismus nicht mehr so schlimm sei, weil die Werte satanischer Sekten mitlerweile auf breite Bevölkerungsschichten übergehen. Ich war verwundert über die Banalität der Erkenntnis, die eigentlich alle Alarmglocken zum Klingen bringen sollten, denn: im Kern ist der Mythos „Satan“ der Mythos von einem absoluten Menschenfeind. Werden seine Werte gesellschaftlicher Standard, dann bekommen wir … die Hölle auf Erden in einer Form, das ein Konzentrationslager ein Urlaubsort dagegen wäre.

Jeder Mensch, der nur ansatzweise Kenntnis von der Bedeutung und Wirkung ethischer und moralischer Normen auf die Entwicklung gesellschaftlicher Prozesse hat, müsste Zeter und Mordio schreien angesichts dieser Entwicklung – und es ist kein Wunder, das mehr und mehr Menschen über Aufstände nachdenken, Aufstände wie jene, die gerade Nordafrika umgestalten.

Ich denke auch: wenn die breite Masse der Bevölkerung (die sowieso schon angenervt ist – inklusive weiter Teile der „Funktionselite“, die nur noch deshalb funktionieren, weil sie sich auf Kosten anderer bequem die Taschen füllen können, um sich dann auf ihrer Segelyacht unbeobachtet schöne drogenumnebelte Träume von einer fernen, besseren Welt erlauben zu dürfen) wissen würde, wohin die Reise geht, dann wäre die Reise schnell zuende. Weder Christen noch Atheisten, weder Arme noch Reiche, weder kluge noch dumme, weder Faschisten noch Kommunisten, weder Demokraten noch Monarchisten wollen so eine Welt wie die, auf die wir zusteuern – und ganz normale Wähler wie ich wollen das sowieso nicht.

Nun kommt immer häufiger der Wunsch nach Aufruhr, nach Aufstand und wird auch in unseren Kommentaren öfter geäußert – manchmal so heftig und brutal, das wir es nicht veröffentlichen. Ich bin kein Freund von Aufruhr und Aufstand – so etwas stört die Kontemplation und die Besinnlichkeit und bringt die Mahlzeiten durcheinander. Aber als Schachspieler kann ich mich der Faszination der strategischen Planung nicht entziehen und möchte deshalb den kommenden Aufrührern einige Gedanken mit auf dem Weg geben.

Wer immer einen Aufruhr plant, braucht eine Analyse der Versorgungssituation, sonst verhungern seine Aufrührer auf dem Marktplatz. Unsere angeblich ach-so-freie Gesellschaft ist gekennzeichnet durch eine große (staatliche geförderte) Zersplitterung und Vereinzelung (weshalb auch getrennte Hartz IV-abhängige pro Monat 120 Euro mehr bekommen als normale „Hartz-Mütter“, hier hat der Gesetzgeber eine gezielte „Trennungsprämie“ vorgesehen, wie gestern erwähnt ist die gesamte Familienpolitik seit 2000 ähnlich ausgerichtet) sowie durch eine absolute Abhängigkeit der Gesamtbevölkerung von externen Dienstleistern, die Wasser, Nahrung und Energie in Händen halten. Selten waren Menschen so einsam wie heutzutage, so abhängig und hilflos. Sicherheitshalber (man weiß ja: „even the worsest case“ ist das erfolgreichste Managementprinzip, das der Bankenwelt durch umsichtige und fehlerfreie Planung Riesengewinne auf Staatskosten beschert hat) sollte man davon ausgehen, das diese Entwicklung seit dem Ende der 90´er Jahre gezielt gestartet wurde – vielleicht fürchtet man sich bei der Planung dann zwar vor einem blossen Verschwörungsgespenst, aber man erspart sich auf jeden Fall ein „böses Erwachen“.

Widerstand und Aufruhr lassen sich nur schlecht mit Formen der Legalität vereinbaren. Irgendwo wird es schon ein Gesetz geben, gegen das man versehentlich verstößt – und im Handumdrehen sind neue geschaffen, die die bisherigen erlaubten Lücken von Rebellion schließen. Was der Rebell aber braucht, ist Legitimität, nicht Legalität. Es ist entscheidend wichtig, das er „besser“ ist, das er Visionen von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in sich trägt und sein Leben nach dem Prinzip der Nächstenliebe ausrichtet, was umso wichtiger ist, als die Gesellschaft momentan einen ganz gegensätzlichen Kurs ansteuert. Wem sich nun unbewusst Bilder eines elitären „Seelenadels“ vor Augen entfalten, der liegt richtig – was die Effizienz der Bewegung und ihre Nachhaltigkeit angeht. Im Prinzip wird man im Laufe der Entwicklung nicht um eine Konsequenz herumkommen, der sich auch demokratische Indianerstämme beugen mußten: der Kriegshäuptling muß her (und zwar viele davon). Allerdings sollte man dieses Bild eher mit einem Gandhi als mit einem Che Guevarra auskleiden.

Die Werte sind bequemerweise schon da: die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte hat ihr eine politische Form gegeben. Der Alltag scheint jedoch zu zeigen, das die Formulierung allein nicht reicht – einfach mal die Hartz-abhängigen fragen, wieviel Menschenrecht bei ihnen aktuell gerade ankommt, nach neuesten Meldungen müssen die sich jetzt auch als Tagelöhner verdingen, weil man sie sonst per Gesetz dem Hunger ausliefert … Prinzipien, bei denen es einem eiskalt den Rücken herunter laufen sollte, weil der Geruch der „Vernichtung unwerten Lebens“ wieder im Raum steht.

Im erweiterten Gegenzug würde ich empfehlen, der satanischen Gesellschaft ein größeres, positives Gesamtbild entgegen zu stellen, ein Gesamtbild, das aber völlig unabhängig sein sollte von klerikaler oder weltanschaulicher Kleinkariertheit und sich nicht darum kümmert, welcher Gott „den Größten“ hat (aber gleichzeitig offen ist für die Akzeptanz der einzelnen „Gottesbilder“), sondern gezielt die Arbeitshypothese formuliert, das es ein höchstes gutes Gefühl gibt, das wir empfinden können („können“,  nicht „müssen“) einen höchsten Gedanken gibt, den wir denken können („Gott“ ist dafür als Begriff schon viel zu klein) und das dieser höchste Gedanke moralische Forderungen stellt, die (wieder mal „even the worsest case“) nach unserem Ableben honoriert oder … sanktioniert werden. Dies ist der natürliche (und im Sinne der praktischen Vernunft) vernünftigste Gegenpol einer wertmäßig  ins „satanische“ abdriftetenden Gesellschaft.

Die Diskussion, ob es „Gott“ nun wirklich „gibt“ oder nicht, kann man sich völlig ersparen, schon die Begrifflichkeit in dieser Fragestellung ist eine Katastrophe. Letztlich brauchen wir nur eine Arbeitshypothese, die der aktuellen entgegenläuft, in der Investmenbanker sich für die „Herrscher des Universums“ halten … was auch eine Form von Religion ist, der man folgt, wenn man ihr nicht bewusst etwas entgegenhält und ihr sich nicht bewusst verweigert.  Neben der Aufklärung über das Bedrohungspotential der aktuellen politischen Entwicklung brauchte eine demokratische Erneuerungsbewegung auch einen minimalen Grundkonsens, der es erlaubt, das Verbindende in allen Menschen zu sehen und sich nicht – wie aktuell – darin zu vertiefen, was jetzt gerade bei dem anderen nicht hundert Prozent der eigenen Meinung entspricht.

Von Hitler über Pol Pot bis Stalin und Bush schätzten alle Übelmenschen ein gutes Essen, eine warmes Nachtlager, menschliche Geselligkeit und … zumindest den Namen nach … sogar ein Streben nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – nur die Definition der Begriffe sowie die Methoden, die zum Einsatz kamen, waren recht kontraproduktiv.

Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind allgemeinverbindliche Werte, Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit sind normale humane Standardwerte, ohne die wir die Konfrontation mit Höhlenbären und Säbelzahntiger sowie die Unwetter der Eiszeit nicht überlebt hätten.

Das hat nun Konsequenzen bezüglich der Methoden, die bei einem Aufstand zur Wahrung der Legitimität zu berücksichtigen sind. Wer gleich morgen losrennen möchte um Barrikaden zu errichten und Banker, Politiker oder Unternehmensberater zu erschiessen, lebt im falschen Jahrtausend – oder der falschen Weltgegend. Das weiß auch die Nato, die deshalb den Begriff  „flexibel response“ entwickelt hat. Da man aber nun nicht die Potentiale der Natoarsenale hat (noch aus ethischen Gründen darauf zurückgreifen dürfte) , muss man andere Wege suchen – die schon längst entwickelt worden sind. Es gibt Strategien des gewaltlosen Widerstandes (die aber auf Seiten der Widerständler zu den gleichen Todesfällen führen können für „normale“ Kriege), die sehr überzeugend sind und im Prinzip die Armeen des Warschauer Paktes gewaltlos aus Europa vertreiben sollten – eine ungleich schwerere Herausforderung als die Änderung  gesellschaftlicher Leitprinzipien.

„Flexibel response“ bedeutet im Prinzip, das man den Grad der Heftigkeit der Auseinandersetzung vom Gegner bestimmen läßt – und sich in einer Situation weiß, in der man sich der materiellen Überlegenheit des Gegenübers bewusst ist. Für gewaltfreie Widerständler bedeutet dies, das man dem Feind die Beute möglichst „ungeniessbar“ werden läßt – bei möglichst geringem Verlust an Menschen oder Material. Im Extremfall (das wäre dann die zivile „Atombombe“) – auf Deutschland heruntergebrochen – würde das die komplette Blockierung von Schienen, Autobahnen und Landstraßen bedeuten, solange, bis hier keine Rendite mehr eingefahren werden kann, die Blockierung von Seehäfen und Flughäfen, Golfplätzen und anderen Orten, an denen man als Wirtschaftsräuber seine Beute genießen kann.

Das könnte funktionieren – selbst in einem der Kernländer der „satanischen Revolution“, die gerade die bürgerliche Welt zu vernichten trachtet um nach der Weltherrschaft zu greifen. Hierzu bedarf es zu allererst der Aufklärung, der Entwicklung einer gemeinsamen Sprache, der Besinnung auf gemeinsame (bürgerliche) Werte – genauso wie vor 1789. Das der Schuh drückt,  merken alle – von ganz oben bis ganz unten – nur wo genau der Stein sitzt, ist diesmal etwas schwieriger zu definieren als damals.

Aber wir wollen ja auch einen Aufstand des Miteinanders, nicht neue Variationen des Gegeneinanders, weshalb man auf die Definition von Feindbildern weitläufig verzichten kann.

Wer Aufstand will, sollte allerdings wissen, das er bereit sein muß, sein eigenes Leben für das Ziel zu geben – alles andere  ist Humbug. Je mehr Planung, Absicht und Bewußtheit hinter der Errichtung einer „satanischen Weltordnung“ steht (die sich aber auch genauso gut einfach aus Dummheit entwickeln kann), umso mehr Menschen werden sterben bei dem Versuch, sie aufzuhalten.

Andererseits … war es in unserer christlich-abendländischen Gesellschaftsordnung noch nie so leicht, große Gedanken real bei der Arbeit zu beobachten – und gerade wir Deutschen haben wir durch das Dritte Reich eine besondere Chance erhalten: wir durften live eine Gesellschaft erleben, in der „satanische“ Werte einen ersten Versuch auf Alltagstauglichkeit  starteten.

Das Ergebnis ist bekannt – und sollte normale Wähler nicht zur Nachahmung reizen.

So gesehen kann – wer will – die momentane historische Herausforderung mit größten Gedanken füllen: auf der Ebene der ethischen Leitprinzipien bewegen wir uns auf das Armageddon zu, auf die Apokalypse, auf den großen Kampf zwischen den fiesesten, übelsten Gedanken, die wir denken können („ich fresse den Rest der Menschheit auf um den größten Bauch der Weltgeschichte zu bekommen„) und den höchsten Gedanken, die wir leben können (die selbstlose Aufopferung für seine Mitmenschen), es ist eine Auseinandersetzung mit einer letzten, großen historischen Dimension, die letztlich über das Überleben der ganzen Menschheit entscheiden wird, wer will, mag hier die große Auseinandersetzung zwischen „gut“ und „böse“ sehen, eine Auseinandersetzung, die geeignet ist, die edelsten Züge der Menschheit hervorzurufen … oder ihre niedersten.

Wer nun als Normalbürger noch Motivation braucht, um Stellung zu beziehen, dem sei mal ein Besuch in einem Pflegeheim mit renditefreundlichen Personalschlüssel empfohlen. Eine Gesellschaft mit „satanischen“ Leitprinzipien hat keinen Platz für Alte, Kranke, Schwache … ja noch nicht mal für Kinder. Sie hat letztendlich … überhaupt keinen Platz für Menschen.

Insofern ist es nun die Aufforderung an die normalen Wähler, sich zu entscheiden: für die Prinzipien des Hasses oder die Prinzipien der Liebe, für den Gott der Vernichtung oder für den der Schöpfung, für den Geist des Gegeneinanders oder den Geist des Miteinanders, für asozial oder sozial, für inhuman oder human, für Sozialdarwinismus oder Menschenrechte.

Ich kann diese Entscheidung auch mit anderen Bildern ausmalen – und bleibe im christlichen Abendland bei christlichen Bildern (in Japan würde ich sie ganz anders malen), die ich Wikipedia entleihe:

Das Neue Jerusalem (auch „himmlisches Jerusalem“ genannt) entspringt einer Vision aus dem neutestamentlichen Buch der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, wonach am Ende der Apokalypse eine neue Stadt, ein neues Jerusalem entstehen wird. Dies geschieht, nachdem der alte Himmel und die alte Erde vergangen sind.

So beschreibt Offb 21,1–2 EU, dass bei der Apokalypse, dem letzten Gericht und dem Endkampf zwischen Gott und dem Teufel, letzten Endes Gott als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wird. Daraufhin werden die Erde und der Himmel erneuert und eine Stadt wird aus dem Himmel herabfahren: das neue Jerusalem.

Noch besser als ein blosses „gegen“ wäre mir eine Entwicklung „für“ etwas. Und wir selbst, wir ganz normalen Menschen, könnten problemlos ein himmlisches Jerusalem bauen, die Errichtung einer Stadt mit einer Ausdehnung von 2200 Kilometern wäre uns auch ohne göttliche Hilfe technisch möglich … und in einem blühenden Garten umgeben von seinen Lieben zu sterben scheint mir ein erstrebenswerteres Ziel zu sein als im Pflegeheim bei lebendigem Leibe zu verrotten.

Und in sofern – ist es die Entscheidung zwischen der Errichtung der Hölle auf Erden ganz nach Dantes Prinzipien, einem Ort, wo dem Hungernden die köstlichsten Speisen vor Augen geführt werden, die er aber nie erhalten wird (in etwa vergleichbar mit dem Besuch eines Hartz-abhängigen Kindes in einem Supermarkt, wo angesichts verlockendster Waren das beständige „NEIN“ des Elternhauses eine unüberwindbare Grenze setzt und tagtägliche Qual schafft) und der Schaffung eines neuen Paradieses, in dem die Menschheit wieder zu alten Prinzipien des Miteinanders zwecks Steigerung der Lebensqualität zurückkehrt.

Es ist im Prinzip – nur unsere Wahl, die den Verlauf der Geschichte entscheidet. Und eigentlich … ist die Wahl alternativlos. Die Hölle hat letztendlich keinen Platz für Menschen, im Sinne der Renditemaximierung sind wir Kosten auf zwei Beinen, die es gegen Null zu fahren gilt. Was das praktisch heißt, haben wir in Deutschland schon mal erlebt.

Persönlich ist es die Entscheidung, auf welches Leben man kurz vor seinem Tode zurückblicken möchte: das von Adolf Eichmann oder das von Albert Schweitzer.

Und … um noch mal ein Wort an die Eichmänner unter uns zu verlieren: man sollte schon ganz ganz sicher sein, das die weltweit in allen Religionskreisen und unterschiedlichesten Kulturen vorhandenen Vorstellungen von der Existenz von Bewußtheit nach dem Tode völliger Nonsens ist, denn … den Eichmännern unter uns soll es dort (völlig jenseits christlicher Auferstehungshoffnungen) ziemlich übel ergehen. Sollte man sich irren mit seinem materialistischen Egoismus … würde man sehr lange einen hohen Preis bezahlen. Extrem lange.

Ich persönlich glaube, das Mythen wie „Der Herr der Ringe“ gerade deshalb eine so hohe Resonanz im Gemüte der Menschen entfalten, weil sie instinktiv wissen, das es große Entscheidungen gibt, die gerade getroffen werden müssen – womöglich endgültige Entscheidungen, Entscheidungen darüber, ob der Mensch in Zukunft ein unantastbares Geschöpft „Gottes“ ist, ausgestattet mit unveräußerlichen Rechten … oder einfach nur ein Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt, ob wir als „Elben“ oder „Orks“ enden wollen.

Diese Entscheidung ist die erste, die man fällen muß. Ganz persönlich und ganz alleine.

Und dann können die weiteren Schritte folgen – die Aufklärung, die Sammlung und die Transformation.

Am Ende mag wirklich eine „goldene Stadt“ entstehen, eine Zivilisation, die in den Mythen der Menschheit als „Goldenes Zeitalter“ weiterleben wird, aber diesmal als ein „Goldenes Zeitalter“, das nicht enden wird und nur noch als Schatten durch die Märchen der Menschheit geistert.

Am Anfang wird – wie so oft – das Wort stehen müssen.

Das geht dann aber auch ganz ohne Gott.

Und mal ehrlich – ganz ehrlich – wenn man sich wirklich vor das deutsche Volk stellen und sie fragen würde, ob sie die totale satanische Gesellschaft wollen: würden sie nochmal alle laut „JA!“ brüllen wie als Antwort auf Goebbel´s Frage nach dem totalen Krieg?

Ich denke, nach den Erfahrungen, die in diesem Land vorhanden sind, ist es eigentlich ein recht ideales Land, um Träume von „einem neuen Himmel und einer neuen Erde“ zu gebären und sie in die Tat umzusetzen.

Wir hätten auch ganz schnell keine Arbeitslosen mehr, denn zu tun und zu schaffen wäre genug. Das Leben ist momentan kein Ponyhof, aber wir könnten es einfach mal umbauen: dann wäre es einer.  Das ist zwar viel Arbeit, aber dann würde ja endlich gelten, das sich Leistung wieder lohnt – und das wollen ja sogar die Neoliberalen.

Also: fangen wir an.

Entscheiden wir uns. Ich bin mir sicher, das man weltweit eine Mehrheit für das Überleben der Menschheit in Wohlstand, Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit erhalten wird.

Der Rest ist banale Organisation von alltäglichen Arbeitsabläufen.

 

 

 

 

 

 

Die Ausschlachtung der Bundesrepublik, der Stinkefinger Hartz IV und die aktuellen Euthanasieprogramme

Manchmal geht es um die Ärmsten der Armen. Jene, die eigentlich voll im Leben stehen, aber mit Gewalt draußen gehalten werden: die Arbeitslosen. Kaum zu glauben: die Schaffenskraft von Millionen von Menschen liegt nutzlos auf dem Amt herum, während es in der Gesellschaft an allen Ecken und Enden an Arbeitskräften fehlt. Damit meine ich nicht die eine Million offenen 400-Euro-Jobs, sondern die Arbeit, die geleistet werden müßte, damit unsere Kinder die Last schultern können, die wir ihnen aufbürden.

Bei uns gehen gerade die selbständigen Handwerker vor die Hunde – da sie nicht als Ärmste der Armen gelten, spricht man ungern darüber. Vor Jahren noch zehn Angestellte, arbeitet der Chef nun selbst rund um die Uhr. Wenn es gut geht, bleibt Abends noch eine halbe Stunde für die Kinder übrig – mehr ist nicht drin. Der Schreiner, der Friseur, der Elektriker, der Bäcker … alle schuften sich kaputt bis zum Umfallen. Die Gemeinde kürzt wegen Finanzmangel die Aufträge, die Privatleute zahlen nicht mehr pünktlich – manche auch einfach gar nicht – aber die Kosten steigen lustig weiter: Energiekosten, Gemeindesteuern, Essen, Kindergartengebühren und was sonst noch anfällt.  Und während der Mittelstand im Hamsterrad rotiert und so seine Familie zerfetzt, stehen Millionen draußen vor der Tür und hätten gerne wenigstens wieder ein Hamsterrad, denn der Hamster wird wenigstens regelmäßig gefüttert.

Wir könnten gut doppelt so viele Lehrer gebrauchen  und für jeden Lehrer zusätzlich einen Sozialarbeiter und Psychologen, um die Schäden auszugleichen, die die Hamsterradgesellschaft bei den Kindern anrichtet – damit nicht alle solche Leistungsmuffel werden wie Sarrazins Sohn. Wir könnten auch gut noch zwei- drei Millionen Menschen brauchen, die die Schulen sanieren – wir hatten hier während des Schneefalls die erste Schule, die gesperrt wurde, weil die Flachdächer einzubrechen drohten.

Arbeit … gäbe es wirklich genug. Nicht nur für Handwerker, auch für Geisteswissenschaftler. Dringend bräuchten wir neue, motivierende Gesellschaftsmodelle, die die aufgebrauchten Altlasten ersetzen. Wir bräuchten neue Formen des Wirtschaftens und Verteilens, neue Regeln für ein konstruktives Miteinander und dringend ein Gesetz gegen „Innenweltvergiftung“, das unsere Kinder vor dem Trash des Konsumfernsehens und der Werbewelt beschützt, dringend Gesetze gegen die Ausbeutung von Arbeitslosen in Leiharbeitsfirmen, dringend Enteignungsformeln zur Rückgewinnung des verschleuderten Staatsvermögens – das Geld ist ja nicht weg, es ist nur woanders. Wir könnten locker zehn Jahrgänge von Politologen, Historikern, Soziologen, Psychologen und Philosophen beschäftigen, um die Fehler auszubügeln, die unsere gute alte BRD in diese desolate Situation gebracht haben, zudem bräuchten wir mehrer Waggonladungen von Wirtschaftsleuten, die nicht nur fordern und kürzen sondern Gewinn für alle erwirtschaften können.

Arbeit … gäbe es genug. Aber – es ist kein Geld mehr da. Uns geht es da wie jenen Menschen, die am Ende eines Flusses leben, der kein Wasser mehr führt, weil weiter oben Schwimmbäder für Superreiche gefüllt werden müssen. Genau das geschieht ja gerade: auf große Geldhaufen wird immer mehr Geld gelegt, das dann dem Friseur, dem Elektriker, dem Schreiner und dem Bäcker fehlt, weshalb die ihre Leute entlassen, die dann von Hartz IV leben müssen.  Die Schwimmbäder der Reichen lassen am Ende des Flusses das ganze Volk verdursten.

Sind die Leitungen erstmal neu verlegt, kommt halt unten nichts mehr an. Man sollte aber nicht vergessen, das dort kein Erdbeben stattfand, das für die Misere verantwortlich ist, sondern das es konkret benennbare Menschen sind, die die Leitungen verlegt haben. Wasserräuber, sozusagen.

Und tagtäglich findet man in den Nachrichten weitere Berichte über die Folgen ihrer Missetaten, Folgen, die in erster Linie jene tragen müssen, die weiter vom Wasser weg wohnen, wie zum Beispiel die Rentner, wie Euronews berichtet:

Viele Rentner werden sich in den nächsten Jahren wohl weniger leisten können. Die Bundesregierung erwartet, dass die verfügbaren Renten bis 2013 real um 1,8 Prozent wachsen, während die Inflation mit gut fünf Prozent mehr als doppelt so stark zulegen dürfte. Dies geht aus der Antwort der Regierung auf eine Frage der Linken im Bundestag hervor.

Fünf Prozent Inflation? Das heißt, unsere Globalisierungsopfer (gerne auch „Langzeitarbeitslose“ genannt) bekommen für jedes Prozent Inflation einen ganzen Euro zum Ausgleich? Da wird wohl von einem deutlich niedrigeren Regelsatz ausgegangen … was real heißt, das es 2011 zu einer massiven Kürzung der Regelsätze kommt.

Selten wurde das Volk so sehr betrogen und dem Verfassungsgericht (und damit dem ganzen deutschen Volk und Staat) so deutlich der „Stinkefinger“ gezeigt wie bei dieser Reform, die eine gerechtere Versorgung der Opfer nach sich ziehen sollte, aber real – siehe „livePR“ – eine Kürzungsorgie wurde:

Heute entscheiden Bundesrat und Bundestag über die Hartz-IV-Reform. „Wir sind sehr enttäuscht vom Ergebnis des Vermittlungsausschusses. Es zeigt, dass arme Menschen in der Politik keine Lobby haben“, so Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Sprecher der Diakonie Baden-Württemberg GmbH. Die jetzige Reform sei eindeutig eine Mogelpackung. Denn statt mehr Geld für arme Menschen auszugeben, werde beim Bundeshaushalt über eine Milliarde Euro eingespart. Und Hartz-IV-Empfänger müssten künftig mit zusätzlichen Ausgaben rechnen.

Noch schlimmer als den Arbeitslosen geht es aber den Behinderten. Arbeitslose kriegen wenigstens fünf Euro mehr … Behinderte bekommen laut Freitag siebzig Euro abgezogen. So sieht wohl die Gegenfinanzierung aus.

Ein besonderer Skandal im Vermitlungs-Ergebnis soll hier aber einmal noch hervorgehoben werden: Erwachsene Behinderte, die bei ihren Eltern oder in einer Wohngemeinschaft leben, sollen tatsächlich nur noch 80 Prozent vom Regelsatz erhalten. Das entspricht einer Kürzung um rund 70 Euro.

Früher nannte man das „Euthanasieprogramm“, heute … redet man einfach nicht mehr drüber.

Voller Stolz ist man jedoch darauf, das man alles unternimmt, um die häuslichen Gemeinschaften (und damit das traditionelle Modell „Familie“) weiter zu zerschlagen, so daß die Behinderten auch gar niemanden mehr finden, der sich privat um sie kümmern kann. So berichtet die Zeit über das „Modell Hausfrau“:

Dementsprechend gestalten die Regierungen seit der Jahrtausendwende das Steuer-, Sozial- und Familienrecht Schritt für Schritt im Sinne dieses Ziels um. Kinderbetreuungskosten können nun besser von der Steuer abgesetzt werden. Rentenanwartschaften steigen, wenn beide Partner arbeiten. Das Elterngeld berechnet sich aus dem Gehalt. Vollzeithausfrauen erleben scharfe Einschnitte beim Unterhaltsrecht im Falle einer Scheidung.

Das hat wenigstens ein positives Element: die setzen keine Kinder mehr in die Welt. Der Deutsche mit seinem Wahn stirbt aus. Das Schule und Gesellschaft trotzdem mehr Arbeit als zuvor in die Familie verlagern, versteht sich von selbst – in Zukunft sollen sie ja auch verstärkt die Straßen reinigen, wenn sie so dumm waren und sich ein Haus für ihre Kinder gekauft haben um der forschen Kinderfeindlichkeit der Gesellschaft zu entgehen. Vielleicht kommen die dann auch selbst auf die Idee, wie man die behinderten Familienmitglieder kostengünstig entsorgen kann … jetzt, wo man auch noch ihren Lebensunterhalt bezuschussen muß.

Man sollte die Arbeitgeber von dieser Entwicklung unterrichten, damit die sich keine weiteren Sorgen machen müssen, von denen die Zeit gerade berichtet:

Die Hartz-IV-Reform wurde gerade beschlossen. Schon gibt es neue Kritik von Opposition und Gewerkschaften. Die Arbeitgeber sorgen sich um die Finanzierung des Kompromiss.

Nebenbei erfährt man: der ganze Müll ist aller Wahrscheinlichkeit nach schon wieder nicht mit der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland vereinbar.

Schrecklich, wie offen die politische Kaste ihre Missachtung für Land, Gesetz und Menschen inzwischen ausleben kann, ungeheuerlich, wie wenig man tragfähige Konzepte für die Zukunft erarbeitet und erbärmlich, wie sehr die sich dabei auch noch die Taschen füllen.

Und was uns in Zukunft weiterhin erwartet, leben uns die Japaner laut wiwo schon einmal vor:

Trotz des Aufschwungs fehlen in Japan massenweise Jobs für die junge Generation. Viele Betriebe rekrutieren ihren Nachwuchs im Ausland – oder beschäftigten billige Rentner.

Und die Rentner können auch nicht auf die Jobs verzichten …. denn um die Rente selbst ist es laut Investment.com schlecht bestellt:

Zu viele Rentner: Für Japans Anleihemarkt wird es eng

Japans Bevölkerung ist zu alt. Das wird nun zum Problem für den Staat. Denn der größte Pensionsfonds der Welt muss die Rentner auszahlen.

Da haben wir wirklich eine tolle Zivilisation aufgebaut. Wir können zum Mond fliegen, um die Welt düsen, vor den Malediven tauchen, uns Häuser an Traumständen mit Dolby-Souround-Sound leisten – aber für Menschen mit ihren „Schwächen“ wie Alter, Krankheit oder Behinderung haben wir keinen Platz mehr. Noch nicht mal für Kinder reicht es.

Also ehrlich … dafür haben wir 1789 nicht den König geköpft.

Dafür nicht.

Und sonderlich zukunftsträchtig sieht das auch nicht aus. Wirkt eher wie der Abschlussball auf der Titanic nach dem Eisbergzwischenfall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Utopia wird gebaut.

Ich könnte diese Artikel als Märchen beginnen: was wäre wenn – doch das wäre unfair, denn es ist kein Märchen. Ich könnte diesen Artikel beginnen wie einen der letzten zweitausend Artikel, die ich in den letzten Jahren geschrieben habe, zum Beispiel durch einen Hinweis auf aktuelle Nachrichten aus dem Spiegel:

In der Wohnung eines 64-Jährigen in Berlin-Marzahn hat die Polizei ein regelrechtes Waffenarsenal entdeckt. Der Mann lagerte unter anderem panzerbrechende Geschosse und Granaten. Die Beamten fanden sie jedoch nur aus purem Zufall.

Oder der Welt:

Dem deutschen Jobwunder droht ein jähes Ende.

So könnte – wieder einmal – ein sehr düsteres Bild der Welt entstehen, das der Realität eher entspricht, als das Wohnzimmerkino es normalerweise abbilden darf. Es ist wichtig, solche Bilder zu zeichnen, weil es unverantwortlich wäre, die Menschheit bis zum Schluß in einer trügerischen Sicherheit zu wiegen. Man sollte wenigstens die Chance haben, sich auf das Ende vorzubereiten und seinen Frieden mit seinem Leben zu machen – jedem Hinrichtungskandidat wird das gegönnt – warum nicht auch uns?

Stattdessen schreibe ich lieber: „Utopia wird gebaut“ – weil es der Wahrheit entspricht. Nicht das wir uns falsch verstehen: es handelt sich hierbei nicht um eins der üblichen Kleinprojekte auf Ölbohrinseln, Bauernhöfen oder alten Stasianlagen sondern um die Realisierung eines zivilisatorischen und technischen Fortschritts in realistischem Ausmaß mit einem Finanzvolumen, das ausreichen würde, eine kapitalistische Bank am Ende ihrer wirtschaftlichen Karriere aus der Not zu helfen (und da für diesen Unsinn über 100 Milliarden Euro vorhanden waren, kann man sich vorstellen, das 50 Milliarden, die der ganzen Menschheit regelmäßig neue kreative Impulse für eine Zukunft in Wohlstand, Harmonie und Sicherheit auf ständig fortschreitendem technischem Niveau gibt leicht aufzutreiben waren).

Es ist ein konkretes Vorhaben, eine detailreich ausgearbeitete Zukunft, die schon jetzt Realität wird. Es geht nicht mehr und nicht weniger um die Errichtung von Utopia, jenem glückseligen Ort der Zukunft, an dem die ideale Gesellschaft Realität wird – als Keimzelle, Beispiel und Muster für die ganze Menschheit.

Utopia als Begriff – stammt von mir. Das Projekt heißt anders. Es hat wenig zu tun mit dem, was uns Thomas Morus 1516 beschrieben hatte – aber unsere Situation, unsere politische, gesellschaftliche Situation ist ähnlich wie damals: es gibt keine Zukunft mehr. Schon damals haben die Menschen in Scharen Europa verlassen, weil sich eine feudale und klerikale Kultur entwickelte, die alle Lebendigkeit erstickt hatte: die Ursachen für die Weltmacht USA wurde von den gleichen Kräften initiiert, die heute für die Auswanderungswellen in Deutschland verantwortlich sind.

Heute ist es die Religion des dogmatischen Materialismus, Grafen und Raubritter sind durch Banker und Anlageberater ersetzt worden. Für den kleinen Mann auf der Straße hat sich im Prinzip (was uns Philosophen ja immer wichtig ist) nichts geändert – im Gegenteil: trotz allem Wohlstand rundherum kommen Hunger und Kälte dank Hartz IV mit jedem Tag ein Stück näher an uns heran. Kein Wunder, das Rentner sich bewaffnen und Ausbeuter mit der Androhung von Massenentlassungen das ganze politische System dirigieren können.

Ich werde konkret nichts darüber veröffentlichen dürfen – das habe ich versprochen. Ich halte mich auch dran. Weshalb ich es erwähne, überhaupt konkreter darüber schreibe, hat einfach den Grund, das ich den Menschen die Chance geben möchte, wieder Hoffnung zu haben. Vielleicht werden sich die unsäglichen sich täglich verschlimmernden Zustände in Deutschland auch durch eine friedliche Revolution verändern lassen – ich persönlich hätte eher den Verdacht, das Revolutionen übelste Charaktere nach oben schwemmen, die gerne von der Arbeit anderer leben möchte, aber keine Chance hatten, Anlageberater zu werden.

Politiker halt.

Generell scheint es mir sinnvoller, Energie in anabole Prozesse zu stecken – in aufbauende Entwicklungen. Menschen können Unglaubliches leisten, wenn sie auf ein positives Ziel hinarbeiten – sie haben so Weltmächte gegründet.

Und die Vorstellung, in Ruhe und Stille ein Glas Wasser oder ein Tässchen Tee mit Aussicht auf bunte Fischschwärme genießen zu können oder Sonnenuntergänge fernab der deutschen Kälte unter Palmen erleben zu dürfen würde auch einem Eifelphilosophen gefallen.  Das scheint mir allemal sinnvoller zu sein als katabole Prozesse aufhalten zu wollen, die von den Entscheidungsträgern bewußt gefördert werden und nur noch weiter Phantasiewerte zu virtuellen Vermögen aufhäufen, während die reale Wirtschaft in den letzten Zügen liegt.

Was mich an „Utopia“ (so möchte ich das bequemerweie nennen) so fasziniert, ist natürlich die politische Dimension. Die technischen Aspekte kann ich nicht kommentieren – aber das das Projekt der Technik insgesamt einen innovativen Schub geben wird, wie es sonst nur Kriege schaffen, scheint mir mehr als wahrscheinlich.

Auch ist der Konzept der Schaffung eines „Bürgerstaates“ anstelle von historisch gewachsenen Nationalstaaten revolutionär – aber längst überfällig. Es würde mir gefallen, wenn es viel mehr dieser Projekte geben würde – aber wenn das erste erstmal an die Öffentlichkeit gelangt ist, werden andere sicher folgen. Die Menschheit als solche bekommt wieder eine Chance, während Konzepte wie der volkswirtschaftlich parasitäre Berliner Nationalstaat (um ein Beispiel zu nennen) mit ihren Schuldenbergen und egomanen Selbstbereicherungsstrukturen dem natürlichen Ende aller katabolen (abbauenden) Prozesse entgegen gehen können – aber gerne auch ohne mich.

Ich weiß auch, das es Unkenrufe gibt – was aber einfach nur Unfug ist. Bleiben wir beim Prinzip, weil ich Details nicht nennen darf:

Angesichts unserer technischen Möglichkeiten könnten wir – wenn wir wollten – innerhalb von wenigen Jahren ganz Europa zum Beispiel in der Mongolei komplett neu aufbauen, wenn wir wollen würden. China und die arabischen Staaten machen gerade vor, was man mit Maschinen alles bewegen kann. Und wir werden so oder so etwas bewegen müssen, um der Ölabhängigkeit zu entkommen. Das ist innerhalb der raubwirtschaftlichen Strukturen des Westens nicht mehr möglich – die Krebsgeschwüre würden durch noch mehr zugefügte Energie nur noch größer werden.

Einen durch und durch krebsverseuchten Körper zu retten bedarf einer immensen Menge Energie. Viel weniger braucht man, um einen neuen Menschen wachsen zu lassen.

Ereignisse wie „Woodstock“ haben gezeigt, das man riesige Menschenmengen ohne starke Polizei- und Staatsmacht zu friedlichen Zwecken versammeln kann, ohne das es Mord- und Totschlag gibt … wenn man drauf verzichtet, die „Hell´s Angels“ als Ordner einzusetzen und nicht gerade CDU-Schatzmeister oder  FDP-Wirtschaftsminister mit der Organisation der Versorgung beauftragt.

Was sollte diese Menge aufhalten, wenn sie … eine Regierung findet, die bereit ist, ihnen Land zu geben, im Gegenzug zu – know how, Lebenserfahrung, Bildung, Arbeitskraft. Wer würde nicht den letzten Cent seines Vermögens (oder seiner Rente) dafür ausgeben, aus dem alltäglichen Alptraum des bundesdeutschen Alltages aussteigen zu können um ganz direkt konkret mit seiner Arbeit an der Zukunft der ganzen Menschheit (und vor allem der Zukunft der eigenen Kinder) arbeiten zu können und nebenbei dafür seinen Lebensabend sinnvoll im Kreise von Gleichgesinnten, gut gelaunten, kooperativen Menschen verbringen kann, während in Deutschland eine Krise die nächste jagt, weil niemand die Ursachen angehen möchte?

Wäre es nicht sinnvoller, sich als junger Mensch eine Existenz jenseits der altbackenen Strukturen aufzubauen, die einem nach oft inhaltsleerer „Beschulung“ und „Notstudium“ gerade mal noch einen Praktikumsplatz anbieten können – vorausgesetzt, Oma zahlt Essen und Unterkunft? Wäre es  für ausgebildete Fachkräfte nicht sinnvoller, sich eine Existenz an einem warmen, freundlichen Urlaubsort zu sichern anstatt seine Arbeitskraft für einen Konzern zu opfern, der einen bei der nächsten Restrukturierungswelle (die alleine schon deshalb kommt, weil jede Form von Aktionismus – auch die Unsinnigste – die „Phantasie der Aktionäre“ beflügelt, aber nur solange anhält, bis der nächste Chef zwei Jahre später wieder Phantasien beflügeln muss) vor die Tür setzt?

Wem das noch nicht reicht, dem sei noch die letzte brutale Zukunftsperspektive Deutschlands aufgezeigt, die uns alle droht: das Leben in einem personell unterbesetzten Pflegeheim, wo man zu teuersten Tarifen die Chance hat, bei lebendigem Leib zu verfaulen. Das „Sozialbudget“ in diesem Land extrem unerwünscht ist, brauche ich – glaube ich – nicht noch explizit auszuführen und welche Folgen das für eine überalterte Gesellschaft haben wird, die vor allem im Sozialbereich sparen will, kann sich jeder selbst ausmalen.

Wir brauchen aber nicht hierbleiben – und ich finde es wunderbar, das es Menschen gibt, die diese Träume in die Tat umsetzen. In der Tat – wir können jederzeit gehen und uns etwas Anderes aufbauen. Hierzu braucht man nur Geschäftspartner, die ihren eigenen deutlichen Gewinn bei der Transaktion sehen, einen Gewinn, der darin liegt, das Wohlstand und Wachstum auf hunderte von Jahren hinaus gesichert werden kann – zum Wohle der gesamten Menschheit. Und wenn es gelingt, die Konzeption durchzuhalten, wenn die notwendigen diplomatischen Absicherungen und die medialen Präsentationen weiterhin erfolgreich zielstrebig und effizient durchgeführt werden, dann wüßte ich nicht, wo die Gegenmacht entstehen sollte, die das jemals ins Wanken bringen kann – außer natürlich im Inneren.

Irgendwann kommt auch dort der parasitäre Anlageberater oder Politikprofi hoch – aber das mag wieder fünfhundert Jahre dauern. Oder tausend, wenn man Glück hat.

Auf jeden Fall erfreut mich die Vorstellung, wie meine Urenkel 2350 die erste Expedition in die europäischen Ruinenlandschaften unternehmen, um dort Ausgrabungen vorzunehmen – so wie wir heute Expeditionen ins Inkareich unternehmen, das vor kurzem auch noch riesig war. Man wird dann sehen, welche Kultur Juristen, beurlaubte Gymnasiallehrer und Unternehmensberater aufbauen bzw. erhalten können, wenn die Arbeiter und Bauern, Ingenieure und Bergleute einfach das Land verlassen.

Utopia wird gebaut – schon jetzt. Welch´ eine ungeheure Chance für die ganze Menschheit auf ein kooperatives Miteinander, auf Sicherheit, Wohlstand, Reichtum, Freiheit, Gerechtigkeit und all die anderen Früchte kooperativer Strukturen, die hierzulande immer seltener werden, weil destruktiven Strukturen der Vorzug gegenben wird und man eher Geld damit verdienen kann, die Lebensarbeitsleistung seiner Mitmenschen möglichst effizient (und möglichst irgendwie legal) an sich zu reißen.

Gut, das alles macht nicht automatisch glücklich … aber wenn erstmal Wolf und Investmentbanker von der Tür ferngehalten werden können, lohnt es sich, wieder konzentriert daran zu arbeiten, weil das Ergebnis der Arbeitsleistung dann eine Chance auf Bestand hat.

Und da wollte man uns erzählen, wir seien am Ende der Geschichte.

In Wirklichkeit fängt alles gerade erst richtig an. Die Zukunft einer kooperierenden Menschheit hat gerade erst begonnen.

Deutschlands Zukunft schon jetzt: Menschenhandel, Lohndrückerei, Korruption, Gammelfleisch und der Arbeitsführerschein

Wie sehr uns das Wasser schon bis zum Hals steht, werden viele erst dann merken, wenn die Stromkonzerne ihre Lieferungen einstellen, weil sich das Geschäft in Deutschland nicht mehr lohnt. Dann erlöschen die verführerischen virtuellen Welten, man schaut hinaus in ein ausgeplündertes, zersiedeltes Land und fragt sich: wie konnte es so weit kommen – eine Frage, die man sich in Deutschland immer mal wieder gerne stellt.

Bis zu dem Zeitpunkt wird man sich an eine Zunahme von Zerrüttungserscheinungen gewöhnen müssen, Erscheinungen von Zerrüttungen des Gemeinwesens, die im Prinzip eine Chance beeinhalten: inne zu halten und den Kurs zu ändern. Wenn wir den Kurs nicht ändern, werden die momentan kleinen Zerrüttungen zu großen Beben, was praktisch heißt, das unsere Töchter Frischfleisch für den chinesischen und arabischen Geldadel werden, wie der Spiegel aktuell berichtet:

Bei einer Razzia in Dubai ist ein chinesischer Menschenhändlerring aufgeflogen. Zwei Minderjährige aus Deutschland sollen von der Geliebten ihres Vaters in ein Bordell entführt worden sein.

Beide Mädchen seien geschlagen worden und wurden in der Wohnung gefangen gehalten. Im Februar 2010, so F. G., habe ein Inder 100.000 Dirhams (etwa 20.000 Euro) für ihre Jungfräulichkeit geboten. „Er hatte Sex mit mir in L.Y.s Wohnung. Ich war da fünfzehn Jahre und elf Monate.“ Sie sei dann auch zu Sex mit einem Chinesen gezwungen worden.

Die harte Hand des Islam, die dem kleinen Dieb die Hand abhackt, hört dort auf, wo das Geld winkt. Der Kampf gegen den militanten Islam ist ein Kampf gegen den armen Islam, dort wo er reich ist  (zum Beispiel in Saudi-Arabien, dessen Bürger laut offizieller Legende die Attentate von nine-eleven begangen haben) hat er Narrenfreiheit. Aber wer könnte da schon widerstehen: 20000 Euro sind eine Menge Geld – und mit Menschenhandel leicht verdient.

Eine weitere Erscheinung der modernen Gesellschaft erregt ja gerade die Gemüter: der Fall des ermordeten Mirco. Der Täter – laut Welt – ein Vorzeigebürger.

H.’s Zuhause ist ein Einfamilienhaus in Schwalmtal. Seit 2006 lebt er hier mit seiner dritten Frau und mit zwei seiner drei Kinder, die 17, 14 und zwei Jahre alt sind. Das Haus steht in einem ländlichen Neubaugebiet. Dahinter gibt es Wiesen und Felder und einen kleinen Fluss. Der Garten ist sehr gepflegt, „Gartenarbeit und seine Kinder waren sein Hobby“, sagt Thiel.

H. war eine tickende Zeitbombe, sagt Thiel. Ein Mann, der beruflich stark unter Druck stand und seinen Frust ablassen wollte.

Diese „tickende Zeitbombe“ macht mich etwas nervös, denn das Modell „Egotempel“ auf dem Lande ist weit verbreitet – und der Frust auch, wie im Spiegel zu lesen ist:

Ständige Erreichbarkeit und Termindruck machen krank: Laut einer Krankenkassen-Studie hat jeder fünfte Arbeitnehmer psychische Störungen aufgrund von Stress im Job. Immer mehr Menschen lassen sich krankschreiben und greifen zu Antidepressiva.

Jeder fünfte Arbeitnehmer eine tickende Zeitbombe? Sollte man da nicht drüber nachdenken, Arbeitnehmer sicherheitshalber gleich streng zu bewachen, bevor die ihren beruflichen Frust an anderen ablassen? Zumal unsere großen Firmen dabei sind, diese Zeitbomben in Serie zu produzieren wie in der Sendung Monitor zu erfahren ist:

Sonia Seymour Mikich: „Es war eine lange Pause, und ich heiße Sie ganz besonders willkommen! Für minimales Geld maximal schuften, ohne jede Absicherung – Lohndrückerei macht Schule. Das ist der Geist unserer Zeit, und das steckt auch hinter unserem Jobwunder. Wir haben lange in einer Szene recherchiert, wo Lohndrückerei eine ganz besondere Form annimmt. „Branchenüblich“ sei das, heißt es da. Aber der Paketbote, der Ihnen noch abends die Bestellungen aus dem Internethandel vorbeibringt, der kämpft vielleicht Tag für Tag ums Überleben.

Der Bericht lohnt sich auch im Detail. Es ist die Zukunft der deutschen Arbeit: wir bringen noch Geld mit, um arbeiten zu dürfen. Und damit das auch klappt, müssen wir nur die Daumenschrauben der Jobcenter fester anziehen.

Konnte man sich bislang darauf verlassen, das der Staat das schon richten wird – immerhin ist er genau dafür geschaffen worden – so blickt man aktuell etwas dümmlich aus der Wäsche, denn laut NDR ist der Staat käuflich geworden:

Die Forscher kommen dabei zu dem Ergebnis, dass rund zwei Drittel (68 Prozent) der Behörden in den eigenen Reihen mit Kriminalitätsfällen zu kämpfen haben. Es geht dabei um Unterschlagung oder Veruntreuung, gefolgt von Korruption wie Bestechlichkeit. Bundesweit liegt die Quote bei 52 Prozent. Aus der Studie ergibt sich auch, dass Behörden das eigene Kriminalitätsrisiko sehr gering einschätzen, dafür andere Verwaltungen eher als korruptionsgefährdet ansehen.

52% – das  heißt: die Mehrheit der deutschen Behörden sind korrupt, je schlechter es der Wirtschaft geht, umso korrupter sind die Behörden. Immerhin wollen alle dieses kleine Gartenparadies, das sich auch Mircos Mörder angeschafft hat. Die schöne heile kleine Binnenwelt, in die die böse Wirklichkeit niemals eindringen kann.

Das tut sie aber. Auch bei Reichen oder solchen, die es werden wollen, denn den jüngsten Nahrungsmittelskandalen folgen laut Plusminus (hier bei Finanznachrichten) weitere auf dem Fuße – alles im Namen der Eigenkapitalbildung:

Lebensmittel-Betrug: Wie Händler die Verbraucher hereinlegen Neuer Skandal mit Lebensmitteln: Internationale Schmugglerbanden bringen Billig-Lebensmittel aus China in die Europäische Union (EU). Hier werden sie unter falschen Etiketten und Herkunftsbezeichnungen zu hohen Preisen an Verbraucher verkauft.

Wer aber nun denkt, das wenigstens die reichen Bürger unseres Landes in einem Paradies leben, der irrt, wie die Gesundheitsforscherin Kate Pickett in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau erläutert:

Wovon wir in unserem Buch sprechen, ist das obere Fünftel der Einkommenspyramide. Und da gilt: In hierarchischen, individualistischen Wettbewerbs-Gesellschaften bedeutet in der Nähe des Gipfels zu sein, eben nicht ganz oben zu sein. Das löst dieselben Status-Ängste aus wie bei Leuten auf den unteren Sprossen.

Nach unseren Erkenntnissen gibt es in reichen Demokratien mit großer Ungleichheit deutlich mehr Gewalt und Verbrechen, mehr Teenager-Schwangerschaften und mehr psychische Erkrankungen, viel mehr Fettleibige, eine sinkende Lebenserwartung, mehr Mobbing in der Schule und so weiter. Jeder Einzelne in dieser Gesellschaft ist davon betroffen.

Die düstere Zukunft Deutschlands, seine sinkende Lebensqualität, seine soziale Verrohung sind also wirklich keine Naturgewalten, sondern von Menschen gemacht?

Gut zu wissen, denn dann … gibt es ja Alternativen. Zum Beispiel Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit anstelle von Menschenhandel, Lohndrückerei, Korruption und Gammelfleisch. Wie meint Professor Picket?

Ökonomen dachten lange, dass Menschen zu allererst so handeln, wie es ihren materiellen Interessen dient. Verhaltensforscher und Psychologen haben bewiesen, dass das nicht stimmt. Menschen haben einen ausgeprägten Sinn für Fairness und Gerechtigkeit.

An und für sich ist der Mensch ein sehr soziales Wesen. Es gibt auch Entartungen, asoziale Egomanen, die aus einem Gemeinschaftssystem nichts anderes als ihren eigenen Vorteil ziehen, sprich ihren Lebenssinn darin sehen, möglichst viel Geld auf das Privatkonto zu schaffen – egal wie.

Die Mehrheit jedoch – zahlt gerne Steuern, wenn es ihren Mitmenschen Hunger, Kälte und Tod erspart.  Das wäre doch mal einen Versuch wert: wir führen einen „Arbeitsführerschein“ ein. Wer in diesem Land einen der selten werdenden Vollzeitarbeitsplätze belegen möchte, muß zuvor beweisen, das er psychisch auch dazu in der Lage ist, des er auch mit steigendem Druck und wachsender Verantwortung nicht sozial entartet. Immerhin – diese kranken Egomanen haben unser ganzes Wirtschaftssystem aus purem Eigennutz zerschlagen – ob nun als Manager oder Politiker spielt da keine Rolle. Wir sollten aus der Krise die Lehre ziehen, das Geld immer mit Verantwortung einhergehen muß. Im Straßenverkehr sortieren wir die verantwortungslosen Fahrer ja auch gnadenlos aus – zum Wohle der Allgemeinheit.

Jetzt haben wir gelernt, das wir das auch im Wirtschaftsbereich und in der politischen Verwaltung machen müssen. Somit werden die Auseinandersetzungen der Zukunft nicht mehr zwischen „rechts“ und „links“ verlaufen (da gibt es in der Praxis ja kaum noch erkennbare Unterschiede) sondern zwischen sozialen und asozialen Wesen.

Gewinnen die Sozialen, hat Deutschland eine goldene Zukunft vor sich.

Verlieren sie, landen unsere Töchter in Dhubai und unsere Söhne auf den Schnibbeltischen der Organmafia.


Deutschland – Räuberland: Bürger gegen „Wirtschaft“

Am Ende des Jahres hat der Bundespräsident erstmal ein Fass aufgemacht. „Ehrenamtliche leben länger“ – eine Aussage, die laut Handelsblatt von seriösen Studien unterstützt wird:

Auch nach Ansicht des Hirnforschers Manfred Spitzer ist ehrenamtliches Engagement gesund und kann in manchen Fällen sogar Medizin ersetzen. Es wirke Einsamkeit entgegen, löse Glücksgefühle aus und verlängere das Leben. „Rein rechnerisch könnte man allein durch Ehrenämter die Streichung einer ganzen Reihe von Langzeitmedikationen ausgleichen“, sagte der Direktor der Psychiatrischen Uniklinik Ulm. Freiwilliger Einsatz für andere beuge Krankheiten wie Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker oder zu hohe Blutfette vor.

Auf diese Entwicklung folgte laut Welt prompt die Antwort. Es ist seltsam in diesem Land: kaum zeichnet sich ab, das Geld freiwerden könnte, schon kommt jemand und greift es ab:

Der Staat wird wegen der Überalterung mehr Geld brauchen. DIW-Chef Zimmermann plädiert für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer – so schnell wie möglich.

Klarer Fall: jede Form von lebensverlängernden Maßnahmen – und sei es auch nur ein harmloses Ehrenamt – bedroht das System in seiner Existenz. Der DIW-Chef wird noch deutlicher:

„Wenn zudem die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ab dem Jahre 2016 seriös greifen soll, braucht die Bundesrepublik in den kommenden fünf Jahren das größte Sanierungsprogramm ihrer Geschichte. Gemessen an der Größe dieser Aufgabe sind die bisherigen Sparbemühungen noch ziemlich moderat.“

Immerhin sei infolge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise „unser gesamtstaatliches Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen auf den dramatischen Rekord von mehr als 1,7 Billionen Euro geklettert“.

Es ist schön zu sehen, wie sich die Sprache ändert, wenn es um die Butter geht. Jeder baut sich einen kleinen – schicksalhaft unüberwindlichen – Sachzwang, der natürlich nur mit noch mehr Geld zu bewältigen ist. Das wir die Rekordverschuldung gerade diesen Sachzwängen zu verdanken haben, wird nur in äußerst seltenen Fällen von Menschen genannt, die schnell als „Verschwörungstheoretiker“ verschrien sind. Sich selbst Gedanken über Politik zu machen, ohne die Lotsenfunktion des Journalismus wahr zu nehmen, ist seit einigen Jahren völlig „out“ … und ziemlich verdächtig. „Nähe zum Terrorismus“ rückt da als Vermutung schnell in Mittelpunkt des Verdachtes.

Wer aber genau hat die deutsche Industrie ruiniert, indem er Arbeitsleistungen im Ausland einkaufte, deren Transport unsere Umwelt nachhaltig geschädigt hat? Wer genau hat hunderte Milliarden in den Sand gesetzt, um faulen Säcken ein leistungsloses Einkommen auf Millionärsniveau zu sichern? Wer hat zunehmend Reserven der Versicherungen für versicherungsfremde Leistungen  ausgegeben? Wer genau plündert den Wirtschaftsraum Deutschland seit Jahrzehnten gezielt aus?

Die Antwort ist leicht: Konzerne, Parteien und ihre Nutznießer.  Räuberbanden halt.

Wer zahlt die Zeche? Der Bürger.  Er wird in diesem Land an sich ziemlich überflüssig – jedenfalls als menschliches Wesen. Als Arbeitskraft zwischen 20 und 35 Jahren alt, kerngesund, bereit zu unbezahlten Überstunden und lebenslänglichen Praktika kann er sich gerade noch so über Wasser halten, wird er allerdings krank oder alt … dann landet er bei Mutter Gnadenlos:

Von der Leyen signalisiert Härte – so titelt heute die Zeit, es geht um fünf Euro pro erwachsenen Langzeitarbeitslosen und ein Bildungspaket für ihre Kinder, das ihnen 30 Minuten Klavierunterricht im Monat spendiert:

So trage die SPD nicht mit, dass 1300 neue Beamte eingestellt würden, um die Regelungen des Bildungspakets zu verwalten. „Auch die halbe Stunde Klavierunterricht im Monat löst nicht die Probleme der Kinder, die in Armut aufwachsen„, kritisierte Steinmeier das Bildungspaket von der Leyens.

1300 neue Beamte zur Verwaltung des „Bildungspaketes“? Da kann man aber wieder viele treue Parteigenossen in Lohn und Brot bringen, während man den Kindern kurz einen Blick in eine Welt erlaubt, die niemals mehr die ihre sein wird. Aber so ist halt die Sozialpolitik von Räuberbanden: „Wenn ich von dem, was ich dem Bürger genommen habe, was abgeben soll, dann will ich aber auch was dafür haben!“

Für Räuber eine akzeptable Logik.

Wir Bürger jedoch … sind anders gestrickt.  Wir kaufen gerne Hosen, die zehn Jahre lang halten, weil sie nicht von Kindern in Asien sondern von Erwachsenen in Deutschland produziert wurden. Wir arbeiten auch ehrenamtlich – also: umsonst. Jedenfalls – wenn wir nicht gerade Hartz IV beziehen oder zwei Jobs haben, um unsere Familie über Wasser halten zu können. Wir Bürger sind auch sonst unverzichtbar für den Staat, wenn man der FAZ glauben darf:

Wenn nicht mehr über zwei Drittel der Familien ihre Solidarität für die sehr Jungen wie die Alten in vollem Umfang wahrnehmen würden, wäre das für die Gesellschaft wie für den Staat finanziell und emotional eine Katastrophe. Kein Wunder also, dass sich die Familien und zuvörderst die Frauen mehr Anerkennung vom Staat wünschen. Junge Familien wünschen sich vor allem finanzielle Anerkennung ihrer Familienarbeit, Geldsorgen stehen bei 45 Prozent an erster Stelle, die Kinderbetreuung liegt weit abgeschlagen dahinter.

Wie schön zu sehen, das sich der Staat jetzt sehr für die Kinderbetreuung organisiert. Aber so zwischen 20 und 35 sind ihm die Bürger am wertvollsten, diese Zeit sollte man nicht mit Kindererziehung verplempern, da kann man noch optimal an preiswerter Arbeitskraft verdienen, vorher und nachher sind sie einfach nur Kosten auf zwei Beinen.  Darum plädiert der Chef der DIW ja auch so vehement für jene Form von Steuern, die gerade Familien, Kinder und Kranke am Meisten belastet.

Wäre es nicht schön, wenn wir Bürger dafür plädieren, eine Gesellschaft von Ehrenamtlichen zu bilden? Wie es aussieht,  sind wir das doch sowieso schon, wenn man sieht, das neben den offiziellen Ehrenamtlichen auch noch die Familien den Großteil der Arbeit machen.  Könnten wir uns nicht so organisieren, das wir uns die überversorgten Leistungsträger sparen könnten und so das Haushaltsdefizit spielend leicht abbauen? Immerhin – zur Erinnerung hier bei Telepolis – es sind einhundert Milliarden Euro jedes Jahr (also einhunderttausend Millionen), die aus diesem Land geschleust werden

Während Hartz-IV-Bezieher damit rechnen müssen, dass Kontrolleure sogar in ihren Kühlschrank blicken, um potentiellen Missbrauch aufzudecken, dürfen Wohlhabende in Deutschland in puncto Steuerzahlungen mit einem rücksichtsvollen und nachlässigen Vorgehen des Staates rechnen – und dass, obwohl dem notleidenden Fiskus damit dreistellige Milliardensummen entgehen. Dabei offenbaren die Besserverdiener in Sachen Steuerhinterziehung olympischen Ehrgeiz und ungeahnte anarchistische Energien. Ein Interview mit Kim Otto, der sich mit seinem Kollegen Sascha Adamek für das Buch „Schön Reich – Steuern zahlen die anderen“ investigativ dem Thema widmete.

Kim Otto: Ich finde Sozialleistungsmissbrauch auch nicht gut, um das vorab zusagen. Auch diese Menschen nutzen den Sozialstaat aus, genauso wie die Steuerhinterzieher. Allerdings kam es bei einem Sozialleistungs-Etat für’s SGB II (Arbeitslosengeld II) in Höhe von 24 Mrd. Euro im Jahr 2009 zu Überzahlungen in der Größenordnung von 72 Millionen Euro. Hingegen kostet die Steuerhinterziehung, laut OECD, den deutschen Steuerzahler jedes Jahr über 100 Mrd. Euro. Anders gerechnet belastet das jeden einzelnen Deutschen mit gut 1250 EUR im Jahr.

Schleust man jedes Jahr 100 Milliarden Euro am Fiskus vorbei, so hat man nach 17 Jahren unsere Staatsverschuldung komplett auf Auslandskonten liegen. Wer also wissen will, wie die Bürgergesellschaft finanziert werden soll, der braucht nur den Räubern die Beute zu nehmen. Das Wort „Wirtschaft“ will ich aber in dem Zusammenhang nicht mehr hören. Fährt der Bauer mit Rüben auf den Markt, dann ist das Wirtschaft. Maximiert die Hausfrau Lebensqualität mit gleichbleibenden Ressourcen, dann ist das Wirtschaft. Bläht sich ein Krämer so sehr auf, das er die Konkurrenz mit Hilfe der Banken aufkauft und sich in Folge an hemmungslosen Preiserhöhungen dumm und dämlich verdient, dann ist es ein Verbrechen – Räuberei mit „Firma“ als Waffe gegen die Mitbürger.  Schafft er die Beute dann ins Ausland … ist es ein Kapitalverbrechen gegen den eigenen Wirtschaftsraum.

Aber „wetten dass“ … sich daran nichts ändern wird? Und „wetten dass“ diese hochinteressante Wette bei Gottschalk nie eine Chance hätte, erwähnt zu werden?

Dabei … würden sich so viele Probleme lösen lassen. Schaffen wir für Bürger ein Bürgergeld, sparen wir die Hartz-Verwaltung. Schaffen Bürger im Ehrenamt, könnten viele Probleme durch Selbstorganisation gelöst werden, gleichzeitig bräuchte niemand mehr die Kinderarbeitswaren aus den Billigläden kaufen.

Die deutsche Ehrenamtgesellschaft könnte ein leuchtendes Beispiel für die Welt werden, ein mutiger Schritt Richtung Fortschritt und Zukunft anstatt das dieses Land sich weiterhin verstärkt zur Quelle weltweiten Elends macht während die Früchte seiner Schaffenskraft auf Offshore-Konten vergammeln.

Ich denke aber, wir werden einfach mal wieder höhere Preise für alle und alles bekommen, die immer weniger bezahlen können. Das ist zwar keine Lösung, aber halt Räuberethik: „Wenn ich zuwenig habe, dann nehme ich mir einfach mehr – schon habe ich genug!“

Und da Räuber sich nicht vorstellen können, das Bürger umsonst arbeiten, haben sie die Agenda 2010 entworfen, weil der Räuber in allen anderen nur Räuber sieht und panische Angst hat, die anderen Räuber könnten besser stehlen als er.

Es wohnen aber nicht nur Räuber in diesem Land. Genau genommen, sind es nur sehr wenige. Sie sind nur gut getarnt – als Biedermänner. Aber ihr Denken verrät sie immer und überall.

Eine gesunde, glücklich alternde Gesellschaft von Ehrenamtlichen hat natürlich auch ihre natürlichen Feinde – all jene, die von dem hemmungslosen unkontrollierten Geldfluß leben, den sie brauchen, um sich selbst hemmungslos zu bedienen und sich ein arbeits- und sorgenfreies Leben zu schaffen, weshalb ich fürchte, diese Gesellschaft werden wir nicht so geschenkt bekommen, wie wir die Demokratie dereinst geschenkt bekamen.

Wir werden sie aber zum Überleben brauchen, da der Räubergesellschaft irgendwann die Lichter ausgehen, wenn der letzte Euro auf den Bahamas gebunkert wurde, um sich dort von selbst zu vermehren.

Julien Assange, der Tod und die Wiedergeburt der Demokratie

Ich bin gerne mal ein Freund deftiger Worte – erst recht in dem Fall Wikileaks, in dem kaum eine Woche vergeht, in dem mir nicht irgendein Medienapostel erklärt, das „Wikileaks“ ganz schlecht ist und der Bürger auf keinen Fall ungefärbte Wahrheiten verträgt. So etwas kann man inzwischen ganz offen in Nachrichtensendungen hören. Schamlos und ohne jede Bedenken entmündigen Pressefürsten die Bevölkerung, der man nur „aufbereitete“ Wahrheiten zumuten möchte. Das eine „aufbereitete“ Nachricht eine deutlich und absichtlich manipulierte Nachricht ist, scheint inzwischen schon selbstverständlich zu sein.

Eine Weltmacht jagt öffentlich einen einzelnen Menschen. Offen diskutieren Journalisten darüber, das es eigentlich gar kein Gesetz gibt, das Julien Assange übertreten hat, offen wird geantwortet, das man schon irgendetwas finden wird – oder man erschießt ihn eigentlich einfach so. Das ist das brutale, arrogante Antlitz einer Diktatur, die sich vor Öffentlichkeit nicht fürchten muß und Konfrontationen der Öffentlichkeit mit Wahrheit mit Gewalt unterdrücken möchte, damit die Fratze der Menschenfeindlichkeit nicht all zu offen zu Tage tritt – und wo bleibt der Aufschrei der Journalisten und Politiker bei dieser Menschenjagd, die inzwischen Wellen schlägt, die bald an Staatsfeind Nr. 1 Osama bin Laden erinnern?

Warum sollten sie auch aufschreien … sie werden von dem System bezahlt und dienen dafür seiner Stabilität, ordnen Tag für Tag Nachrichten so ein, das sie in das öffentlich gewünschte Bild passen – lediglich ein Altkanzler traut sich laut Welt aus der Deckung:

Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) hat die Verfolgung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange durch amerikanische Firmen und Politiker als „unklug“ verurteilt. „Das wirkt wie Rache, und das ist es auch“, sagte Schmidt im „Zeit“-Magazin.

Natürlich ist der Rachefeldzug gegen einen Journalisten unklug, denn es zeigt, was man von Pressefreiheit hält. Vielleicht muß man  Scharfschütze sein, um die Sicherheit zu haben, sich dem System öfffentlich entgegen zu stellen, so wie jener Mensch, der laut Süddeutscher Zeitung Julien Assange jetzt Obdach gewährt:

Smith betrachtet sich selbst als einen radikalen Liberalen, der konsequent für Bürgerrechte und Meinungsfreiheit eintritt. Politische Parteien sind ihm suspekt. Diese gehören für ihn zum politischen Establishment, und das entfernt sich nach Meinung von Vaughan Smith in den westlichen Staaten immer weiter von den Idealen der Demokratie.

Schön, so etwas auch mal von einem etablierten, mutigen und risikofreudigen Journalisten zu hören. Aber mit einem eigenen Landsitz im Rücken und einer Ausbildung als Scharfschütze lebt es sich schon anders als als alleinerziehende Mutter mit befristetem Angestelltenvertrag und notorischer Dauerflucht vor den Fängen der ARGE, wo man möglicherweise der Willkür gerade jener Menschen ausgesetzt ist, die man durch seine journalistische Arbeit verärgert hat.

„Journalismus“ ist kein Selbstzweck. Informiert er nicht mehr, dann braucht ihn keiner.  Vor drei Jahren gab es einen Artikel in der Welt zum Tag der Pressefreiheit:

Die klassische Bedrohung der Pressefreiheit durch totalitäre Regime ist zurückgegangen. Doch es wächst, auch in Deutschland, eine verdeckte Bedrohung durch fragwürdige Rechtsprechung und politische Maßnahmen. Viele Beispiele mahnen am heutigen Unesco-Tag der Pressefreiheit zu erhöhter Wachsamkeit.

Berührt ein Thema die Machtstellung der Regierenden, endet die Freiheit auf eine Weise, die Leser nicht zwingend als Zensur erkennen. Auf der Seite 1 stehen dann Texte, die Informationen täuschend ähneln. Es sind aber keine. Ihnen fehlen, kaum merklich, verbotene Details, oder verbotene Zusammenhänge. Die Seite 1 sähe vollgeschrieben aus. In Wahrheit aber wäre sie leer.

Es ist, wie Torsten Kraul in der Welt schreibt, eine subtile Bedrohung der Pressefreiheit, die sich nun 2010 ganz offen auslebt. Wer wann was erfährt, das bestimmen anonyme „Mächtige“.  Karl-Hinrich Renner vom „Hamburger Abendblatt“ zeigt auf, worum es wirklich geht:

Denkt man es zu Ende, könnten die Enthüllungen von WikiLeaks der Anfang vom Ende des Herrschaftswissens sein, so wie wir es bisher kennen.

Schön, das es mal jemand ausspricht: „Herrschaftswissen“ ist jener Machtfaktor, den Wikileaks zentral angreift. Mithilfe von Herrschaftswissen können Massen dirigiert werden – und an dieser Diktatur verdienen so viele so gut, das sich kaum ein Widerstand entfalten kann. „Wissen ist Macht“ – und diese Macht des Journalismus, an dem gut verdient wurde, ist in Gefahr, weshalb – nochmal aus dem Abendblatt – Verleger Zeter und Mordio schreien:

Die Rede war rhetorisch brillant, mehr aber auch nicht. Als der Schweizer Verleger Michael Ringier am 18. November auf den Zeitschriftentagen in Berlin über die neue Stärke von Print sprach, arbeitete er sich vor allem am Internet ab. Dort gebe es „den digitalen Mob“. Mit Journalismus hätten die Hervorbringungen des Netzes nichts zu tun, mit preisgekröntem schon mal gar nicht. „Wir brauchen Edelmetall“, sprach der Verleger, „den Schrott finden Sie im Internet.“

„Wir brauchen Edelmetall“ … das stimmt. Darum geht es Verlegern – um Gold, am Besten im eigenen Tresor. Wir Bürger brauchen Wissen, Informationen, Fakten – und gerne auch sehr unterschiedliche Meinungen zum Thema, das erleichtert das Finden der eigenen Position, die wir im Prinzip nicht gerne vom Kommentator der Tagesschau kritiklos übernehmen möchten. Den gesellschaftlichen Sinn reicher Verleger an sich können wir als Bürger nicht auf Anhieb erkennen.

Wird Information Ware und Mittel zum Zweck der Machterhaltung und persönlichen Bereicherung, ist die Pressefreiheit nur noch ein Witz. Es scheint bald sowieso nur noch die Freiheit einiger weniger Reicher zu sein, ihre Meinung auf vielen Kanälen gleichzeitig zu verbreiten, während der gemeine Bürger andächtig lauschen darf.

Wir brauchen deshalb Qualität in Journalismus und Berichterstattung mehr denn je. Aber wer kann das gewährleisten? Es gibt angestellte Journalisten, die ihr Tagewerk verrichten, indem sie Agenturmeldungen verwerten und die eigene Stellungnahme so weit wie möglich ausfallen lassen. Es gibt freie Journalisten, die darauf angewiesen sind, dass jemand ihre Artikel kauft. Gekauft wird oft nur, was stromlinienförmig ist. Und es gibt Blogger, die oft nicht über die Informationen und Mittel verfügen, welche den klassischen Medien zur Verfügung stehen. Genau an dieser Stelle offenbart sich des Pudels Kern: Das klassische Verständnis von Journalismus und Pressefreiheit taugt nicht mehr, um den Bedürfnissen der Informationsgesellschaft zu genügen.

Das schreibt Tobias Kläner in einem Kommentar auf Telemedicus und es bringt unsere Problematik auf den Punkt:  Journalismus alleine reicht nicht mehr – und wehrt sich dagegen mit Gewalt.

Die internationale Hetzjagd auf Julien Assange ist nichts weiter als der endlich öffentlich erfolgende Angriff auf die Pressefreiheit. Hier sieht man, welche heimlichen Allianzen sich in den letzten Jahrzehnten gebildet haben und wer alles gezielt an der Zerstörung der demokratischen Ideale arbeitet. Doch darin liegen ungeahnte Möglichkeiten einer Wiedergeburt des demokratischen Ideals. Klar erkennbar werden auch  notwendige Voraussetzungen, die die Widergeburt des demokratischen Ideals sicherstellen: die absolute Freiheit des Internet, um unbeeinflußte Informationsströme sicherzustellen – und ein bedingungsloses Grundeinkommen, das die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Bürger sicherstellt. Damit endet dann das Zeitalter der Diktatur des Herrschaftswissens und wir können uns aufmachen, wieder mal mehr Demokratie zu wagen. War doch das letzte mal auch ganz ok, oder?

Träume und Wirklichkeiten

Wir leben ja in einer aufgeklärten Welt. Es gibt keine großen Rätsel mehr. An die Stelle der Kirche, die uns früher alles erklären konnte, ist die „Wissenschaft“ getreten, die uns heute alles erklärt – zum Beispiel, warum es trotz globaler Erwärmung immer kälter wird. Wie früher sind wir Bürger gehalten zu glauben, was von „oben“ kommt und den Anweisungen Folge zu leisten.

Es fällt schwer, die Methode des Rationalismus in Frage zu stellen, zumal ich nur Aufgrund der Ergebnisse seiner Technik dies hier schreiben kann. Noch schwerer fällt es, die Kirche zu verteidigen, die als linker Arm des Adels für unglaublich viel Unheil verantwortlich ist. Als Philosoph weiß man jedoch, das man mit dem „Rationalismus“ auf einem sehr unsicheren Bein steht – er kann einerseits alles beweisen, jedoch muß nichts davon real sein. Darum kam ein Rene Descartes auf den weit bekannten Satz „Cogito ergo sum“: „Ich denke, also bin ich“.  Nichts anderes in dieser Welt ist sicher, außer das Element, was „denkt“.  Das „Ich“ hat halt das Problem, das es die Welt nur durch die Sinne wahrnehmen kann … und diese Sinne erweisen sich als sehr trügerisch und täuschen uns oft.

Andererseits ist der Rationalismus ein wichtiges Instrument: er hilft dem Menschen beim Überleben und kann sehr vor den Narreteien der Priester schützen, wenn sie nicht mehr ruhig vor sich hinbeten sondern sich zur Macht hingezogen fühlen und Opfer verlangen. Das Problem dieses Instrumentes ist nur: es ist äußerst begrenzt in der Beschreibung der Wirklichkeit jenseits der trügerischen sinnlichen Erfahrung.

Momentan befinden wir uns in einem Prozess, in dem eine oft erbärmlich willkürliche Mischung aus Rationalismus und Empirismus (welcher der sinnlichen Wahrnehmung deutlich mehr zutraut) versucht, Realität zu beschreiben. Das Prinzip ist anhand eines Beispiels einfach zu beschreiben: am Anfang steht die Grundentscheidung „die Welt ist rot“. Im nächsten Schritt ist der Rationalismus in seinem Element: seine Anhänger schwärmen aus, suchen „rot“ überall in der Welt (und werden auch sehr oft fündig), während sie wunderbar differenzierte Theorien über die Irrtümer der Wahrnehmung von „Gelb“ und „Blau“ entwickeln können, die sprachlich so abenteuerlich konstruiert sind, das ihnen der Bauer vom Feld nicht mehr folgen kann. Die Theorien zur Abgrenzung von störenden Wirklichkeiten reichen von „Verschwörung der Blauseher“ bis hin zu „Wahn der Gelbdeuter“ und „Geisteskrankheit“ und genetischer Veranlagung zur Blau- bzw. Gelbsucht (die ja nicht umsonst auch eine Krankheit ist).

Und das ist das Problem des Rationalismus – er kann alles beweisen … und gleichzeitg erkennen, das alle Beweise hinterfragbar sind. Ohne irgendeine Basis, auf der er steht, einen Grundsatz, den er ohne eine Beweis zu fordern annimmt (z.B. „Die Vorsehung hat uns der Führer geschickt“ – um mal ein Beispiel zu nennen das schrecklich schief gegangen ist) hat er keine Richtung – aber konnte höllische Realitäten auf Erden entfesseln, Explosivwirkungen, die die Grundfesten der Schöpfung selber erschüttern. Ein politische System, das diese Gewalten sicher im Zaum halten kann, hat er jedoch nicht entwickeln können.

Als Kapitalismus und Kommunismus ist der Materialismus durch die Neuzeit gefegt und hat uns eine sterbende Welt hinterlassen, in der der Mensch – zu Zeiten der Aufklärung noch „Krone der Schöpfung“ und alleiniger Herr seines Schicksals – sich auf einmal alternativlosen Sachzwängen ausgeliefert sieht, die alle auf der Grundannahme „Die Welt ist rot“ basieren. Es wundert nicht, das ein Ernst Jünger auf die Idee kommt, das der Mensch in einer Maschine lebt, die zu seiner Vernichtung erschaffen wurde – in den Schützengräben des ersten Weltkrieges haben viele das Vertrauen in die moderne aufgeklärte rationale Menschheit verloren … Giftgas und Aufklärung passen nicht zusammen, Giftgas und Rationalismus allerdings sehr gut.

Dabei … erlebt jeder Mensch die Welt anders. Jeden Tag. Jeden Tag legen wir unseren Körper ab, der fährt seine Funktionen herunter … und wir (also, das „denkende Ich“ des Descartes) bereisen eine Welt, die uns sehr intensive Erlebnisse beschert und uns – wenn es mal ganz schief läuft – den ganzen nächsten Tag versauen kann.

Die Welt des Traumes – um bei unserem Beispiel zu bleiben – ist blau. Menschen erleben sie jeden Tag – bzw. jede Nacht. Die „Rotdeuter“ können mit ihr nichts anfangen, außer sie … in den Bereich „Wahn“ und „Geisteskrankheit“ zu verschieben, womit alle Menschen für bekloppt erklärt werden, damit die Theorie stimmt – aber so ist er halt, der Rationalismus. Für Liebe hat er keinen Platz, ebensowenig wie für Träume.

Es ist in der Tat kläglich, was „moderne Wissenschaft“ zum Traum sagen kann – siehe Wikipedia:

Ein Traum ist eine psychische Aktivität während des Schlafes und wird als besondere Form des Erlebens im Schlaf charakterisiert, das häufig von lebhaften Bildern begleitet und mit intensiven Gefühlen verbunden ist, woran sich der Betroffene nach dem Erwachen meist nur teilweise erinnern kann.

„Leben“ ist eine psychische Aktivität während des Wachseins, das ebenso häufig von lebhaften Bildern begleitet und mit intensiven Gefühlen verbunden ist, woran sich der betoffene meist nach längerer Zeit nicht mehr erinnern kann.

„Traum“ ist – rein zeitlich gesehen – ein gewaltiger Anteil von alltäglicher „Wirklichkeit“, den wir nicht kontrollieren können, der aber enger mit uns selbst verbunden ist als sonst etwas auf dieser Welt: hier erlebt das „Ich“ eine alternative Realität, die sich allen Interpreationsversuchen entzieht (obwohl es genug „rote“ Theorien gibt) aber aufs Engste mit uns selbst (und somit der einzigen nicht mehr reduzierbaren Basis des Rationalismus) verknüpft ist – kein Wunder, das viele Kulturen dem Traum mehr „Wirklichkeit“ zugestehen als der durch das Gehirn beständig gefilterten sinnlichen Wahrnehmung der „realen“ Umwelt.

Die Welt des Traumes greift auch manchmal über in die alltägliche Welt – nicht nur dann, wenn Albträume uns die Nachtruhe rauben:

Bekannt sind auch kreative Anstöße, die aus nächtlichen Traumerlebnissen kommen [14]. Bekannt sind die Einflüsse in der Malerei (Surrealismus) und der Musik (z. B. Yesterday von den Beatles). Nicht eindeutig belegbar sind Beispiele aus der Wissenschaft. So soll August von Kekule von einer Schlange geträumt haben, die sich in den eigenen Schwanz beißt (Ouroboros). Damit fand er die Lösung für den ringförmigen Benzolaufbau. Auch sollen Dmitri Mendelejew (Periodensystem der Elemente) und Elias Howe (Nähmaschine) ihre Lösungen im Traum gefunden haben.

Ähnliches las ich auch schon von Nils Bohr und Albert Einstein – was einige Bedeutung hat für die Entwicklung rationaler Wahrheitstheorien hatte und zu der Vermutung führt, das „Erkenntnis“ sozusagen „einfällt“. Die Frage, wer da was fallen läßt und zu welchem Zwecke entzieht sich jedoch unserer Erkenntnis.

Die Traumtheorie, nachdem das nächtliche Theater nur Restwirkungen und Fehlinterpretationen elektronischer Impulse des Gehirns sind, erledigt sich schnell von selbst – die Traumwelt ist selten weniger geordnet als die Alltagsrealität … es fehlt die Beliebigkeit, die das willkürliche Zusammensetzen von sinnlosen Impulsen erzeugen müßte – Menschen mit drei Augen, Hasenohren und Eselsfüssen kommen selten vor. Plausibeler ist da die Vorstellung einer alternativen interaktionsfähigen Realität … die möglicherweise im Tode, dem „großen Bruder“ des Schlafes, unser Zuhause sein wird.  Jedenfalls gibt es keinen rationalen Grund (im Sinne des Rationalismus bei Descartes) etwas anderes anzunehmen, denn Träume können für das denkende Ich so real sein wie die Alltagsrealität – sie sind nur „viel näher dran“.

Es ist schon verblüffend, wie sehr dieser Teil des menschlichen Lebens aus seiner Weltsicht herausinterpretiert und völlig entwertet werden konnte obwohl er einen scheinbar unsinnig großen Teil unserer erlebbaren (nächtlichen) Wirklichkeit ausmacht und für manche Menschen tödlich endet – wie zum Beispiel für Franz Jägerstätter:

Im Jänner 1938 sah er in einem Traum einen Zug, in den immer mehr Menschen einstiegen, und hörte eine Stimme sagen: „Dieser Zug fährt in die Hölle“.[5] Er deutete diesen Traum als Warnung vor dem Nationalsozialismus, der mit seiner katholischen Weltanschauung unvereinbar sei.

Die negativen Erfahrungen beim Militär, das sogenannte Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten, von dem er um diese Zeit erfuhr, und die Verfolgung der Kirche durch die Nationalsozialisten[10] festigten seinen Entschluss, nicht wieder zum Militär einzurücken. Die folgenschwere Entscheidung Jägerstätters basierte nicht nur auf den zahlreichen Gesprächen und Briefen mit Freunden (hier v.a. mit R. Mayer) und Geistlichen, sondern auch auf der gründlichen Lektüre der Bibel, von zahlreichen Kleinschriften und Büchern.[11] Er erklärte öffentlich, dass er als gläubiger Katholik keinen Wehrdienst leisten dürfe, da es gegen sein religiöses Gewissen wäre, für den nationalsozialistischen Staat zu kämpfen. Seine Umgebung versuchte ihn umzustimmen und wies ihn auf die Verantwortung seiner Familie gegenüber hin, konnte aber seine Argumente nicht widerlegen. Er suchte sogar Josef Fließer, den Bischof von Linz auf; auch dieser riet ihm von einer Wehrdienstverweigerung ab. Seine Frau Franziska unterstützte ihn, obwohl sie sich der Konsequenzen bewusst war.

Franz Jägerstätter wurde am 9. August 1943 in das Zuchthaus Brandenburg an der Havel gebracht und dort um 16 Uhr durch das Fallbeil hingerichtet.

Die Urne mit seiner Asche wurde nach Kriegsende nach St. Radegund gebracht und dort am 9. August 1946 beigesetzt.

Von Franz Jägerstätter ist der Ausspruch überliefert: „Besser die Hände gefesselt als der Wille!“[14]

Und so führt uns das Thema „Traum“ direkt in die politische Wirklichkeit –  mit tödlichen Konsequenzen.

Was empfiehlt John Perkins in „Weltmacht ohne Skrupel“ als eine von vielen Handlungsoptionen im Kampf gegen die Krakenmacht der Korporatokratie? Meditieren statt konsumieren (a.a.O. Seite 302). Tagtraum statt Konsumwahn. Kann zumindest dazu führen, das wir nicht auch den Zug nehmen, der in die Hölle fährt. Wie man sieht, ist „Traum“ kein unpolitisches Thema – aber er bietet immer einen Ausweg aus „alternativlosen“ Wirklichkeiten, deren Entwicklung langsam wieder bedrohlich wird. „Alternativlosigkeit“ ist ein Luxus, den wir uns nicht mehr lange leisten können, weder als einzelne Menschen, noch als Gemeinschaft von Bürgern eines Landes, noch als Teil der NATO, noch als „weißer Mann“ und erst Recht nicht als Menschheit.

Wäre doch schön, wenn wir uns wieder eine lebenswerte Zukunft träumen und drauf vertrauen könnten, das diese Träume auch Wirklichkeit werden können weil wir als Menschheit es so wollen.

Also: träumt was Schönes!

Bekenntnisse eines Economic Hitman, die Korporatokratie, der Widerstand und die Liebe der Menschen

Ich sage es besser gleich vorne weg: John Perkins Buch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ hat Schwächen.  Es gibt einige logische Brüche in seinen Erlebnissen, seinem Lebenslauf und seiner Arbeitsbeschreibung, die man vielleicht gerne überliest, weil das Thema so brisant ist. Ich kann nicht beurteilen, was in diesem Buch wahre, erlebte Geschichte ist, weil der Autor auch jahrzehntelang sein Geld durch tarnen, tricksen und täuschen verdient hat.  Manches wirkt seltsam naiv in seinem Buch (zum Beispiel die Geschichte über seine verschiedenen, von seinem Auftraggeber angefertigten Lebensläufe), andererseits fehlt die klare Verbindung – SEINE klare Verbindung zur politischen Welt in den USA.

Was er aber geschaffen hat, ist: einen Begriff. So sind wir Menschen halt: wir brauchen Begriffe, um uns über Phänomene austauschen zu können. Haben wir die Begriffe nicht, erkennen wir das Phänomen nicht. Korporatokratie, die Herrschaft der Konzerne, ist etwas, das wir täglich bemerken, kaum ein Tag vergeht, wo ihre Anschläge nicht sichtbar werden:

So langsam denke ich merkt es jeder: es wird eng auch in diesem Land. Gestern erstmal wieder den gesamten Sozialhilfeetat einer einzigen Bank zusätzlich in den Rachen geschoben und heute schon kommt der Hinweis: es könnte noch viel mehr werden:

Hypo Real Estate hat 80 Milliarden in PIIGS-Staaten stecken

Die Hypo Real Estate ist weiter stark in den schuldengeplagten EU-Ländern tätig. Damit ist sie wie keine andre Bank von einer Staatspleite oder einzelnen Ausfällen bedroht.

Quelle: Wirtschaftsblatt.at

Das Spiel der Ausplünderung ganzer Volkswirtschaften läuft also weiter. Was eben so weiter läuft: die Bildung und Ausbildung einer Kosmokratenkaste in Deutschland, etwas das früher aus gutem Anstand und Sitte heraus noch nichtmal gedacht worden wäre, läuft heute als Selbstverständlichkeit: Parteispitzen gehen in Konzerne, Konzerne schicken Mitarbeiter zur Gesetzesentwicklung in die Ministerien und über allen folgenden Transaktionen wacht der Bankenclan.

Perkins nennt diese Herrschaftsform Korporatokratie, Jean Ziegler ihre Akteure Kosmokraten. In Deutschland können wir einige Namen dieser Clique nennen, die schon Günter Ogger in seinem Werk „Nieten in Nadelstreifen“ kritisiert hat, wir kennen (zum Teil) ihre Netzwerke, ihre Medienmacht und ihre gesellschaftlichen Ziele, die in nichts anderem bestehen als in der völligen Ausplünderung unserer Sozialkassen.

Es wird nicht anders mit uns verfahren als mit einem Entwicklungsland: man greift sich gezielt einige wenige heraus, die man mit Geld überschüttet, damit die einem helfen, den Rest des Landes auszunehmen. Ist man damit fertig – schmeißt man das Land weg.  Es wird dauern, bis sie mit Deutschland fertig sind, weil wir so viel haben, aber jeder merkt täglich an der Zapfsäule oder den TEuro-Preisen im Geschäft wie das Geld in großen Mengen abfließt.

Es ist das erste wirkliche weltumspannende Imperium, das für seine Feinde einen Riesennachteil hat: es hat keinen festen Ort an dem es zu Hause ist.  Einfach nach Rom marschieren nützt heute nichts  mehr. Gleichzeitig ist es aber überall, nach sechzig Jahren gezielter Ausbreitung bestimmt es, was wir essen, was wir an Bildung zu uns nehmen, was wir für Musik hören und welche Kleidung wir tragen – es definiert unseren unpolitischen Platz in der Gesellschaft bis ins Detail und sorgt dafür, das wir nach altrömischer Manier beschäftigt bleiben: an der Stelle von Brot und Spielen treten Burger und Game Shows.

Wir dürfen auch Politik machen, das stört das Imperium nicht. Einfach hinein in die Parteien – wer sich bis obenhin durchboxt wird gekauft … oder kaltgestellt. Politische Richtung spielt keine Rolle.  Widerstand gegen diese Praxis gibt es auch in den Parteien, denn die Bruchlinie der Korporatokratie und der Kosmokraten läuft direkt quer durch alle gesellschaftlichen Institutionen – Kirche inklusive.  Nach sechzig Jahren ist alles subversiv durchsetzt und mehrfach abgesichert, damit das große Abkassieren ungestört weitergehen kann.

Die Prinzipien sind die gleichen wie im römischen Imperium – ein gut ausgebautes Transport- und Kommunikationsnetz, eine dichtes Netz von Stützpunkten in unterschiedlicher Größe, von denen aus Herrschaft möglich ist und schon ist das Imperium da. Was in den Dörfern der besetzten Gebiete geschieht, interessiert nicht, wen die als Häuptling wählen, ebensowenig – Hauptsache, die liefern pünktlich ihren Tribut ab.

Was sich geändert hat, sind die Waffen. In einer perfekt bis ins Detail durchorganisierten Welt braucht man das Leben eines Menschen nicht mehr mit der Lanze zu bedrohen: Arbeitslosigkeit reicht vollkommen.  Hunger war als preiswerte aber perfekte Waffe schon den Römern gut bekannt.

Widerstand gegen dieses Imperium scheint von vornherein undenkbar … und hier wundert mich die Naivität des Economic Hitman John Perkins, der meint es wäre möglich, die Konzerne zu Werkzeugen der Menschlichkeit umzubauen, die weltweit für Frieden und Wohlstand sorgen.  Sicher, theoretisch wäre das denkbar. Mit der Gestaltungsmacht der Großkonzerne könnte man die Welt in kürzester Zeit in ein Paradies verwandeln, wo jeder Mensch nur noch soviel zu arbeiten braucht, wie er gerade mag, jeder in materiellen Wohlstand lebt und alle glücklich und zufrieden den Tag genießen.

Schade nur, das die Personalauswahl gerade die herzlosen Egozentriker bevorzugt, weil sie eben nicht will, das da auf einmal „Sozialromantiker“ Politik machen – das könnte ja das Imperium gefährden.

Wir könnten uns auch mit dem bislang historisch gesicherten Satz zufriedengeben, das jedes Imperium bisher zusammengebrochen ist – einfach ein paar Jahrhunderte warten, dann löst es sich schon irgendwie auf.  Oder wir haben Pech, befinden uns am Ende der Geschichte und es kommt danach nichts mehr außer der Diktatur der Kosmokraten, die solange dauert, bis auch das letzte verwertbare Element des Planeten in materiellen Müll einerseits und immateriellen Kontostand andererseits umgewandelt worden ist. Die Erde sieht dann aus wie der Mars (und wir sind ja schon auf dem besten Wege dahin) aber Hauptsache die Eigenkapitalrendite stimmt.

Oder wir entscheiden uns angesichts unseres unvermeidlichen Todes und persönlichen Untergangs unser eigenes Leben lieber aktiv zu gestalten und schon alleine das ist Widerstand.

Jeder Widerstand gegen frühere Diktatoren fing damit an, das man sich eine sichere Basis suchte. Berge, Wälder, Sümpfe, ein Schiff … Hauptsache erstmal weit weg.

Die sichere Basis kann man teilweise heute sehr bequem haben: einfach den Fernseher auslassen und keine Zeitungen mehr lesen. Die Medien gehören heutzutage einer Handvoll Menschen, die bestimmen, wie unsere Wirklichkeit aussieht. Es macht keinen Sinn, sich dem auszuliefern, denn Kultur und Religion das Materialimus – jener notwendige Grundpfeiler der Ideologie der Korporatokratie – werden in jedem Beitrag gefördert.

Förderlich wäre, alles in Frage zu stellen. Wirklich alles. Gibt es wirklich keinen Gott, keine Götter? Wo ist der Beweis dafür? Gibt es wirklich kein Leben nach dem Tode? Wo sind die Beweise? War vor der Geburt wirklich gar nichts?

Wenn wir erstmal anfangen, die Welt wieder als wundervollen Ort voller wundervoller Möglichkeiten zu begreifen, werden wir merken, das unser Leben an Qualität zunimmt, weil unsere Neugier, unsere Phantasie und unsere Kreativität wiedererweckt werden – auch wenn wir zu diesen und anderen Fragen keine Antworten finden werden weil sie nicht beantwortbar sind. Die menschlichen Sinne sind zu schwach um außer gelegentlichen Schatten und Gespenstern mehr von der Welt hinter der Wirklichkeit zu erfassen, wir müssen uns damit anfreunden, das unsere Ohren und Augen nicht alles mitbekommen, was die Welt an Qualitäten zu bieten hat.  Wir brauchen auch nicht alles mitbekommen, denn diese Sinne sind nicht dazu gedacht, die Welt zu beherrschen, sie sind dazu gedacht sie zu genießen … und das können wir immer weniger, auch deshalb, weil die sinnliche Qualität unserer Wahrnehmung nachläßt – auch weil die stinkende, lärmende grelle Wirklichkeit unserer Innenstädte die Abstumpfung der Sinne zu einem Segen werden läßt.

Wir brauchen keine Antworten auf dieses letzten Fragen: wo komme ich her, wo gehe ich hin, was ist mein Platz in der Welt? – aber wir sollten uns niemals von niemanden die Freiheit streitig machen lassen, diese Fragen stellen zu dürfen …. wo diese Freiheit schon in Gefahr ist, steht die Diktatur nicht mehr in der Tür, sie ist schon eingetreten.

All jene dialektischen Kniffe, die Welt in Gegensatzpaare aufzuteilen, von denen eins richtig und eins falsch zu sein hat (so wie letztens hier aufgetaucht: Pragmatismus kontra Mystizismus) führen in letzter Konsequenz zum Konzentrationslager und Völkermord, weil sie eine ausschließliche Wahrheit gegen eine absolute Falschheit mit allen Mitteln verteidigen müssen. Rechts gegen links, oben gegen unten, Religion gegen Wissenschaft, Migration gegen Deutschland … die Gegensatzpaare sind beliebig austauschbar und werden auch beliebig ausgetauscht: Hauptsache, das Volk dreht sich weiter um sich selbst.

Dabei haben wir Menschen etwas, das vollendet mystisch ist und Sinn unseres ganzen Treibens sein sollte: früher nannte man es Liebe. Das gibt es heute nur noch selten. Ein Phänomen, das enorm stört und deshalb ausgemerzt wird – mit äußerst häßlichen Folgen.  Das Wort ist schon so erfolgreich zerredet, verwässert und entfremdet worden, das es schon als peinlich gilt, es auszusprechen … es ist die allerletztes Bastion einer Wirklichkeit jenseits der materiellen Wahrnehmung, die uns über den tristen langweiligen und wertlosen Alltag erheben kann und doch immer seltener wird.

Es wird aber wohl nicht lange dauern, da wird man auch die Liebe der Menschen als gegenstandslos erklären, als wüste Verirrungen der Hirnchemie – und dann hat man, was man will: eine völlig lieblose und leblose Welt, die Krönung jeder materialistischen Philosophie. Und in dieser Welt wird Auschwitz Alltag und Völkermord zum Zeitvertreib.  Nun, das mag schön sein, denn aus alten Zeiten ist die Kunde überliefert, das die Jagd auf Menschen die spannendste Jagd sein soll – nur leider ist sie gerade verpönt – aber das kann man ja ändern.

Es wundert nicht, das der rebellische ehemalige  Economic Hitmen sich eine Heimat sucht, die religiös anmutet aber es nicht ist.

http://www.dreamchange.org/

Warum es keine Religion ist? Nun, Religion redet über Gott, siehe Wikipedia:

Als Religion (lat: religio, zurückgeführt auf religere = immer wieder lesen; oder religare = zurückbinden) bezeichnet man eine Vielzahl unterschiedlicher kulturellerPhänomene, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. Es gibt keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Definition des Begriffs Religion.

Religiöse Weltanschauungen und Sinngebungssysteme stehen in langen Traditionen und beziehen sich zumeist auf übernatürliche Vorstellungen. So gehen viele, aber nicht alle Religionen von der Existenz eines oder mehrerer persönlicher oder unpersönlicher über-weltlicher Wesen (z. B. einer Gottheit oder von Geistern) oder Prinzipien (z. B. Dao, Dhamma) aus und machen Aussagen über die Herkunft und Zukunft des Menschen, etwa über das Nirvana oder Jenseits. Sehr viele Religionen weisen gemeinsame Elemente auf, wie die Kommunikation mit transzendenten Wesen im Rahmen von Heilslehren, Symbolsystemen, Kulten und Ritualen.

Perkins orientiert sich an schamanische Welten … und die reden mit Gott (wobei dieser Begriff hier äußerst unpassend ist), nicht über ihn.  Eine ganz andere Baustelle, eine Wirklichkeit jenseits des Imperiums … und eine tödliche Wirklichkeit. Jener Ursprung aller religiösen Gefühle und priesterlichen Deutungsmuster über die Welt wird verfolgt und vernichtet – weltweit … vielleicht, weil es ein sicherer Hafen gegen die Gewalten des Imperiums ist. Ein Imperium, das weltumspannend ist, zwingt einen gerade dazu, sich eine Basis außerhalb zu suchen, von der aus man agieren kann … uns es funktioniert, selbst wenn diese Basis nur der Einbildung entspringen sollte.  Es entspricht auch der Freiheit des Menschen, seine Welt zu deuten zu dürfen, wie er es möchte.

Wenn man aber nun gern in Gegensatzpaaren hegelianischer Geschichtsphilosophie denkt, so wäre ein Gegensatz zu Materialismus Liebe. Liebe zu Kindern, zur Heimat, zum Garten, zu alten, kranken und behinderten Menschen,  zur Welt, zur Menschheit an sich und ihrer Zukunft.  Liebe, nicht Sex. Das Grundsatz „Alles ist liebenswert“ scheint mir auch zu sinnvolleren Lebensalternativen zu führen als der materialistische Grundsatz:  „Alles ist toter  Matsch„.  Aus letzterem wird … letztendlich nur Wüste, aber es ist die gelebte Philosophie der Kosmokraten (und das letztliche materielle Ergebnis ihres wirtschaftlichen Treibens: die Welt wird Müll).

Und auf einmal merkt man auch, welcher tieferer Sinn in Ritualen der Kosmokraten liegen könnte, die auffällig oft mit (kostenintensiven) Kindesmißbrauch in Verbindung gebracht werden: solche Rituale töten tiefste Empfindungen ab, die einen wiederum zu einem besseren rationalen Wesen machen, das seinen Job im Sinne der Korporatokratie (und im Sinne von Aufschwung, Vernunft und Fortschritt) noch besser machen kann.

Die US-Armee desensibilisiert ihre Soldaten ähnlich – was mitlerweile zu häßlichen Ausfallserscheinungen führt:

US-Soldaten sollen Zivilisten Körperteile abgeschnitten haben

Entsetzen in den USA: Amerikanische Soldaten sollen afghanische Zivilisten getötet und dann Körperteile als Trophäen mitgenommen haben. Ihnen drohen harte Strafen.

Quelle: Die Zeit

Lieblosigkeit hat halt ihren Preis – wie alles im Leben.

Insofern ist schon allein der Traum von der Schaffung einer liebevolleren Welt Widerstand gegen die Welt der Korporatokratie .  Und die konkreten Schritte dazu? Gedanklich selbständig werden. Kinder können das gut. Die Frage „Warum ist das so„…. ist der erste Schritt zur Auflösung des Imperiums.

Darum kann es gar nicht genug Menschen geben, die Fragen stellen.

Und darum sind mir esoterische Träumer insgesamt lieber als nüchterne Parteifunktionäre – wenn ich denn unbedingt wählen muß.

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