Afrika

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BILL GATES als Corona-Regisseur?

Biologe Clemens Arvay beantwortet die Frage, ob Bill Gates ein „Corona-Regisseur“ ist. Anlass ist der Gastbeitrag von Bill Gates in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 30.9.2020. Arvay stützt sich auf monatelange Recherchen über die Hintergründe zur aktuellen Corona-Politik für sein Buch „Wir können es besser“. Seine Recherchen haben deutlich gemacht, dass die Politik weniger den wissenschaftlichen Evidenzen als den Interessen pharmazeutischer Lobbyisten folgt.

Coverfoto: Shutterstock (Fotograf: 360b, Aufnahme vom 23.01.2008), grafisch nachbearbeitet.

 

 

— FUSSNOTEN —

[1] Clemens Arvays ursprüngliches Video über den Lobbyismus durch Bill Gates für genetische Impfstoffe und verkürzte Zulassungsverfahren (April 2020): https://youtu.be/LfbbikCPoHk

[2] Gastbeitrag von Bill Gates in der FAZ vom 30.9.2020: https://www.faz.net/2.1690/bill-gates…

[3] Keine Evidenz für „Maskenzwang“: Beiträge von Frau Prof. Ines Kappstein, Infektiologin und Hygieneexpertin:

(a) zum Nachlesen im Thieme-Verlag: https://www.thieme-connect.com/produc…

(b) Audio-Podcast von Frau Prof. Kappstein: https://youtu.be/zQIHP2fmmns

[4] Nicht zugelassene Impfstoffe bereits zu hunderten Millionen Dosen vorbestellt:

(a) https://www.deutsche-apotheker-zeitun…,

(b) https://www.apotheken-umschau.de/Coro…,

(c) https://www.meinbezirk.at/niederoeste…

[5] Lockdowns verschärften Welthunger und verursachten Anstieg der Hungertoten: https://www.oxfam.org/en/research/hun…

[6] Malaria-Übersterblichkeit durch Lockdowns und einseitige Ausrichtung des globalen Gesundheitswesens auf COVID-19: https://afrika.info/newsroom/afrika-r…

[7] Bill Gates in BBC am 12.4.2020 (forderte schon damals Haftungsübernahme durch die öffentliche Hand und verkürzte Zulassungsverfahren): https://www.youtube.com/watch?v=ie6lR…

[8] Vorläufige Auswertung der teleskopierten Phasen I-II des „Oxford-Impfstoffs“: https://www.thelancet.com/journals/la…

[9] Fragliche Wirksamkeit des „Oxford-Impfstoffs“ im Primatenversuch: https://www.telegraph.co.uk/global-he…

[10] Frühere Publikationen von Clemens Arvay über COVID-19-Impfstoffe und deren Nebenwirkungen und Risiken:

(a) Aktuelles Video: https://youtu.be/Z1PU0YqtYPU,

(b) Weiteres Video: https://youtu.be/Pv6tzWfDK-w,

(c) Arvays Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung: https://saez.ch/article/doi/saez.2020…

[11] Kritische Beiträge des Genetikers William Haseltine zu den teleskopierten Impfstoffzulassungsverfahren:

(a) https://www.scientificamerican.com/ar…,

(b) https://www.forbes.com/sites/williamh…

[12] 140 Akademien der Wissenschaften gegen „Impfstoffnationalismus“ und Verkürzungen: https://pflege-professionell.at/at-co…

[13] Bill Gates stellte im April ein Modell der Verkürzung von Impfstoff-Zulassungsverfahren vor, das als „Teleskopierung“ bezeichnet werden kann: https://www.gatesnotes.com/Health/Wha…

[14] Lobbyverband Vaccines Europa spricht von erhöhtem Risiko und will Haftungsfreistellungen: https://www.ft.com/content/12f7da5b-9…

[15] Melinda Gates Telefonate mit Merkel, Macron, von der Leyen etc.: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/melinda-gates-coronavirus-deutschland-1.4894066?reduced=true

[16] (a) Gates-Foundation Investorin von BioNTech:

(a) www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/biontech-einstieg-mit-50-millionen-warum-bill-gates-auf-biontech-aus-mainz-setzt/24981368.html

(b) Gates-Foundation Investorin bei MODERNA: http://www.ddn-news.com/index.php?new…

(c) Gates-Foundation Investorin des Jenner-Instituts in Oxford: www.jenner.ac.uk/about/funders-partners und https://www.gatesfoundation.org/How-W…,

(d) Gates-Foundation Investorin der Oxford Vaccine Group: www.medsci.ox.ac.uk/research/labtalk/oxford-vaccine-group [17] Gates Foundation investiert in Luftwaffenkonzern BAE Systems und Tabakindustrie: https://www.alliancemagazine.org/anal…

[18] Corona-Tote in Afrika (Stand Ende Juli 2020, 18.000): https://www.africanews.com/2020/07/29…

Corona und Afrika und Amerika – Heute mal ein Blick auf die Zahlen

Im Mainstream liest man, dass die Pandemie in Afrika außer Kontrolle ist, in Amerika ebenfalls – aber stimmt das? – Ein Blick auf die Zahlen zeigt hier anderes.

Weltpolizist auf der Anklagebank: Afrika wirft USA Rassismus vor

Wegen der Rassenunruhen in den USA haben 54 afrikanische Staaten den UN-Menschenrechtsrat angerufen und eine Untersuchung gefordert. Auch die Familie des getöteten Afroamerikaners George Floyd hat sich für eine Beteiligung der Vereinten Nationen ausgesprochen.

Der soziale Tod – Triumph der Elite, Wille der Regierung, Ende der Gerechtigkeit

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Montag, 23.5.2016. Eifel. „Es geht uns gut“ – sagen die, die auf Positionen sitzen, die fürstlich mit Steuergeldern honoriert werden – wie z.B. Frau Nahles, die unsern Blick auf Äthiopien lenkt, um uns zu zeigen, was für uns „Norm“ zu seien hat (siehe Morgenmagazin.com), jene Frau Nahles, die gerade dabei ist, Arbeitslose noch rechtloser zu machen (siehe Focus) und Kinder noch weiter in die absolute Armut zu treiben (siehe Tagesspiegel). „Uns“ – wird da nie näher definiert, aber mit „uns“ sind sicher nicht alle gemeint. Zum Beispiel Jonny Beyer, selbst Blogger, war auch schon mal zwischendurch obdachlos. Er beschrieb kürzlich sein Leben – mit dem Wunsch, dass man es breiter diskutiere:

„Als Rentner bei 612 €uronen Rente von 30/31 Tagen im Durchschnitt 25 Tage nicht die Wohnung verlassen können (weil die Kohle für ein oder 2 Tassen Kaffee einfach nicht drin ist) und seine sozialen Kontakte nur noch per Facebook oder ähnliches aufrecht erhalten können … und wenn Du jetzt meinst, dass ich ja einen Hund habe (stimmt), aber der ist nun mal als Gespächspartner wirklich nur bedingt geeignet … ebenso, wie die meisten anderen Hundebesitzer …“

Auf seinem Blog hat er die Dankesgaben auch schon aufgeschlüsselt, die er – als erfahrener Kameramann, den man früher auch schon mal im Fernsehen sehen konnte (der Chefredakteuer der Zeit und Mitherausgeber des Tagesspiegel Giovanni di Lorenzo konnte sich an Jonnys Auftritt noch Jahrzehnte später erinnern – es ging um eine Auseinandersetzung mit Rechtsradikalen, in die Jonny beherzt eingriff), von uns als Gemeinschaft der Steuer- und Beitragszahler erhält: nach Abzug aller festen Kosten bleiben im pro Monat noch 220 Euro übrig: für Kleidung, Essen, Kino, Theater, Oper, Fussballspiele und ähnlichem mehr, was wir uns als „Kulturvolk“ gerne gönnen, um uns von den „Primitiven“ abzuheben.

Theater, Kino, Oper, Fussball?

War nur ein Scherz.

Jonny hat pro Tag 7 Euro – für alles. Fussball kostet minimal 15, 14 Euro (manchmal auch 65 Euro – siehe statista), Oper (zum Beispiel in Köln) 12 Euro (bis 125 Euro – wenn man auch was sehen will), Theater (zum Beispiel in Dortmund – also keinem Hochpreisgebiet) Wochentags 10 Euro (bis 65 Euro – wenn man auch die Bühne sehen möchte, siehe Theater Dortmund). Kino kostet in Aachen Montags 5,50 Euro (siehe Cineplex Aachen) – wenn der Film nicht zu lang ist, Cola und Popkorn dazu: schon ist man 8 Euro mehr los. Für Jonny eine Investition, die sein Budget sehr herausfordert – falls er sich in seinen alten Klamotten überhaupt gerne in einer hochgestylte Öffentlichkeit als Außenseiter präsentieren möchte.

7 Euro am Tag – ein Eis mit drei Kugeln (kostet hier auf dem Land 3 Euro)? Völlig unerschwinglich, das wäre ja der Tagessatz für Kinder, die nebenbei noch Kleidung, Verkehr, Gesundheitspflege, Bildung, Nahrungsmittel, Getränke, Möbel, Schuhe und Strom bezahlen müssen – von 270 Euro (Regelsatz für Kinder von 7 – 14 Jahren, siehe cecu). Ein Nachrichtenmagazin wie der „Spiegel“ für 4,60 Euro das Stück? Nur erschwinglich, wenn man an dem Tag ansonsten nur von Billigtoast mit Marmelade lebt. Würde Jonny bio und vegan leben wollen, müsste er eine Woche im Monat ganz aufs Essen verzichten: 261 Euro kostet dieser Luxus (siehe Claudis Blog).

Der Spiegel widmet sich ja gerade mal wieder der „Relativität“ von Armut, die in Deutschland gerne beschworen wird (siehe Spiegel). Wir lernen dort den Herrn Huber kennen, der von seinen Erfahrungen im öffentlichen Leben erzählt:

„Eigentlich sind Biergärten Orte, an denen sich arme und reiche Münchner mischen, in denen der Bankdirektor neben dem Hilfsarbeiter sitzt. Traditionell darf jeder seine Brotzeit mitbringen, nur das Bier muss man kaufen, das spart Geld. „Aber was nützt mir das, wenn die Halbe vier Euro oder mehr kostet“, sagt Huber. So viel kann ein Hartz-IV-Empfänger rechnerisch pro Tag für Ernährung und alkoholfreie Getränke ausgeben.“

Herr Huber? Einst ein wohl situierter Unternehmer:

„Vor 44 Jahren kommt er zum Studium nach München, wird Diplom-Elektroingenieur, geht zu Siemens. 1979 macht er sich als EDV-Unternehmer selbstständig, Systemintegration, eine lukrative Zukunftsbranche. Zieht in ein großes Haus, liebt seine Arbeit, sein Motorrad, seinen Biergarten. Sein Bekanntenkreis ist groß. Fürs Alter hat er eine Lebensversicherung, dazu das Elternhaus mit großem Grund am begehrten Chiemsee.“

Der hat wohl gut eingezahlt in die Solidarkassen der Republik. Verständlich, dass er blöd dreinschaut, wenn der Staat dafür „liefern“ soll:

„Wenn es um Hartz IV geht, wird der freundliche Huber zornig. Er hat Fotos mitgebracht von seiner maroden Schrankwand, Baujahr 1972, vom zerschlissenen Sofa. „11 Euro im Monat für Möbel, 1,23 Euro für einen Kühlschrank. Wie soll des gehen?““

Der Grund für die Pleite? Der Hauptkunde hat nicht bezahlt. Ende der Vorstellung, Absturz inklusive.

Wir lernen in diesem Artikel auch noch andere Arme kennen: eine kinderreiche Familie, die durch alle sozialen Netze fällt, arm ist, obwohl beide arbeiten gehen. Eine Frau aus Aachen, die sich – mit einem globalen Blick ausgestattet – gar nicht für arm hält, weil sie jeden Tag sauberes Wasser hat. Eine Sichtweise, die beneidenswert ist. Was wir aber auch erfahren: die Namen der Armen sind falsch – aus gutem Grund:

„Noch ist Armut in Deutschland ein Stigma. Auch deswegen wollen Frau Kramer, Herr Huber und Familie Ehlers ihre echten Namen nicht veröffentlicht sehen.“

Stigma? Ein Makel. Ein Schandfleck.

Hören wir dazu einen anderen Menschen – Ingrid. Auch hier: ein Kommentar bei Facebook. Ingrid hat einen festen Arbeitsplatz – um hier gleich alle Verdächtigungen auszuschließen.

„Kommt jedoch vor dem physischem Tod, der soziale. Und der ist weitaus schlimmer. Tod ist, wenn ich nicht mehr da bin, bin ich da, so ist der Tod nicht. Vorher aber geschieht das langsame grausame soziale Absterben. Dies kann Jahre dauern, und ist viel schlimmer. Nahles und ihresgleichen, sind einfach dumme Menschen, ohne Bildung und Verantwortungsgefühl. Bald werden die Flüchlinge erkennen, in welche Vorhölle sie sich aufgemacht haben.
Ich sagte ja bereits, 12 Jahre in Westafrika verbracht zu haben. Zurück in diese soziale Armut, war ein unverzeihlicher Fehler. Hier gibt es keinen wahren Genuss des Lebens im Austausch mit Nachbarn und Freunden. Es ist eine dekadente Pseudowelt, basierend auf Lügen und Kampf.
Nur weil ich das Glück hatte, eine Alternative zu lernen, kann ich mit Brot und Wasser lange auskommen, mit leisem Lächeln, über die ach so wichtigen Wichtigtuer, die so geil drauf sind. Ich bin gespannt, wie sie, gerade diese, auf die kommenden Entwicklungen reagieren werden.
Wie war es denn Ende der 20er? Wieviele hatten keine andere Lösung als einen Fenstersturz, um einen Fettfleck zu hinterlassen. Man kann gespannt sein. Aber Danke für den wunderbaren Artikel. Dem Durchschnittsamerikaner ergeht es bereits schlechter… Der Rest kommt über Nacht!“

Ingrid kennt den sozialen Tod. Sie arbeitet in einem Krankenhaus. Der soziale Tod? Sicher schon mal gehört – aber in einem anderen Zusammenhang. Der Begriff wurde früher auf sterbende Menschen bezogen – Menschen, die noch leben, aber von ihrer Umwelt so behandelt werden, als wären sie schon tot. Betraf früher vor allem alte Menschen, die – geschlagen von diversen Krankheiten – nicht mehr dem Normstandard der Spaßgesellschaft entsprachen. Heute fassen wir den sozialen Tod weiter – ohne dass er in dieser Form groß diskutiert wird (siehe uni-oldenburg):

„Unter sozialem Tod verstehen wir, dass jemand völlig vereinsamt, sich so zurückzieht, dass er praktisch keine Beziehungen zu seiner Umwelt, zu Nachbarn, Arbeitskollegen und u.a. unterhält.
Bei älteren Leuten oder Menschen mit Behinderungen oder auch nach schweren, persönlichen Erlebnissen kommt so etwas vor. Der Rückzug erfolgt oft in mehreren Stufen und kann durch Ausgrenzungen (Mobbing) oder Verlust des Partners, der Arbeit veranlasst sein.“

Der soziale Tod – durch Ausgrenzung (Stigma …) oder Arbeitslosigkeit. Eine Erscheinung die – wenn wir Ingrid folgen wollen – eine Erscheinung spezifisch unserer Kultur ist. Er trifft die, die auf eine völlig feindliche, realitätsfremde Umwelt treffen, eine „dekadente Pseudowelt, basierend auf Lügen und Kampf“, eine Welt, in der es keinen wahren Austausch mit Nachbarn und Freunden gibt – anders als in jenem Land in Westafrika (mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 173 Euro – siehe länderdaten.info). Was ich in diesem Zusammenhang gerne zitiere: das Gastmahl der Geistlosen, die „Wohlstandsverwahrlosung“ des „akademischen Proletariats“ (siehe NZZ), die – mangels echtem Kontakt der nur selbstdarstellerisch agierenden Akteure – ebenfalls eine Form von sozialem Tod darstellt, die man nur mühevoll durch sinn- und zwecklosen, umweltvernichtenden Konsum und … Drogen ertragen kann. Alkohol, um es genau zu sagen.

Gerade aus diesen Kreisen kommen nun auch andere Philosophien, die den Vernichtungsprozess der Persönlichkeit nur noch verstärken – wie aktuell in der Totholzausgabe der Zeit (siehe Zeit), die einen weiteren Zug neoliberalistischer (oder besser gesagt: neofaschistischer) Strategie darstellt:

„Erfolg und Gesundheit, ja sogar Herzschlag und Gewicht hängen vom Selbstverständnis ab. Was Menschen zu sein glauben, das werden sie auch – im Guten wie im Schlechten. Wie Gedanken unser Leben verändern können.“

Wer trägt die Verantwortung für alles Elend dieser Welt? Sie – mit Ihren dämlichen, unsortierten, minderwertigen und unqualifizierten Gedanken. Würden Sie besser denken: sie wären sofort reich wie Bill Gates. Wichtiger Teil einer breiten Offensive von „reich“ gegen „arm“: die Umkehrung der Verantwortung. Nicht mehr der Mörder hat Schuld an der Tat, sondern die Leiche – die falsch gedacht hat (oder eine falsche „Resonanz“ erzeugt) und nun kräftig an sich arbeiten muss: eine Philosophie, die ein tödliches, selbstzerstörisches Gift enthält, geeignet, das Opfer völlig in den sozialen Tod zu treiben, denn: wer arm ist, behindert, krank, unglücklich, einsam oder sonstwie mit Makeln behaftet, belästigt mit seiner Minderwertigkeit das höherwertige „Außen“, das selbst perfekt denkt (aber bei der eigenen Bereicherung gerne auf ein Herr von Anwälten und diversen Beratern sowie ertragsoptimierten Netzwerken zurückgreift – und seine Kinder nicht im „richtigen Denken“ schult, sondern auf teuerste Privatschulen und Privatuniversitäten schickt).

Ein weiterer Schachzug: der „Veganismus“, der selbst den „Karnismus“ als Wurzel allen Übels ansieht – wer es hier wagt, sich den Ansprüchen der Luxusklasse zu entziehen, wird als unempathischer, grausamer Täter schnell völlig entmenschlicht, dabei beruht die Philosophie auf undurchdachten Momentaufnahmen und hahnebüchenen Theorien (von der hoch zu achtenden Entscheidung, das Leid in der Welt vermindern zu wollen, einmal abgesehen). Ein Beispiel? Nun besuchen wir kurz „Peta“ und schauen uns ihre Berechnungen an: es wird in der Tat viel Wasser verbraucht, um ein Kilo Rindfleisch zu erstellen – wenn die Kuh drei Jahre lebt (weshalb wir sie vielleicht lieber früher essen sollten?). Aber was passiert mit der Kuh, wenn wir kein Fleisch mehr essen? Trinkt die dann nicht mehr? (wieso die 30 Liter Wasser für eine Tasse Tee brauchen, habe ich allerdings noch nicht verstanden – die müssen da große Tassen haben. Sehr große Tassen.). Die Frage ist: was sollen diese fehlerhaften Theorien bewirken? Die Antwort gibt uns die „Süddeutsche“ in einem Artikel über das „Kükenschreddern“ (siehe Süddeutsche):

„Denn wer ist letztendlich verantwortlich für die Produktion von billigsten Eiern und billigstem Hühnerfleisch? Die Gerichte, die Politik, die Hühnerindustrie? Als das Bundesverfassungsgericht 1999 zu den Legebatterien urteilte, stellte der damalige bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller lapidar fest: „80 Prozent der Verbraucher sind gegen die Käfighaltung, aber 80 Prozent der Verbraucher kaufen Eier aus Käfighaltung.“ Leicht abgewandelt gilt diese Einschätzung noch heute.“

Ja – nicht die Gerichte, die das Schreddern von 50 Millionen Küken im Jahr erlauben, nicht die Politik, die den Rahmen dafür gibt, nicht die Hühnerindustrie, die die Morde begeht, sondern: der Arme ist Schuld. Seltsam nur: beim Thema Energieverbrauch erlaubte sich die EU, massiv in das Leben der Bürger einzugreifen. Niemand fand sich für eine Kampagne „Leben ohne Strom“. Als würde die Hühnerindustrie Probleme damit haben, wenn alle Deutschen Veganer werden: dann verkauft man eben ins Ausland. Afrika hat Hunger. Asien auch. Ebenso Südamerika. Würde man aber die Hühnerindustrie verbieten – der Verbraucher müsste schnell Ersatz suchen (wie für die Glühbirne) wenn die Kühltruhe im Supermarkt leer wäre. Vielleicht sollte man alle Tierschützer auffordern, sich der jährlich 50 Millionen Küken als Haustiere anzunehmen? Oder mal drauf hinweisen, dass wir uns nebenbei in Deutschland 20 Millionen fleischfressende Haustiere halten, die ebenfalls von der Fleischindustrie leben? Nun – die sind Peta heilig, hier diskutiert man über das perfekte Hundegeschirr (siehe Peta) … was schon allein 40 Euro kostet. Schlimm für die, die sich als einzige lebendige Gesellschaft einen Hund leisten, weil die Menschen sich abgewendet haben (was übrigens Leben retten kann – diese Hundehaltung).

Wer sich das nicht leisten kann … darf den sozialen Tod erfahren, wie jene, die sich „vegan-bio“ überhaupt nicht erlauben können – jene Lebensweise, mit der man sich als Produzent von veganer Bolognese im Glas schon mal einen Porsche leisten kann, – die der „Vegan-Papst“ Attila Hildmann in der Society-Broschüre „Gala“ (siehe Gala), der vor dem Methangas der Kühe warnt … als würden die weniger pupen, wenn sie frei durch die Getreidefelder flanieren dürften. Ach ja: Kosten der veganen Bolognese: 4,95 Euro für 290 ml plus 1,50 Euro „Mindermengenzuschlag“ – wenn man sich nur ein Glas leisten kann (siehe Attila Hildmann). Da könnte Herr Huber nur jeden zweiten Tag ein dürftiges Gläschen kaufen.

Wie man sieht, wird an diversen Formen des sozialen Todes gezielt gearbeitet, eine streng hierarchische, lieblose Gesellschaft aufgebaut, die man wohl besser wahrnehmen kann, wenn man mal 12 Jahre in einem weniger dekadenten Umfeld gelebt hat – wie zum Beispiel in Afrika.

Doch wo kommt das her? Wo ist der Ursprung für diese Dekadenz, die Ungerechtigkeit, die Vernichtungssystematik?

Die Antwort darauf finden wir an seltsamen Orten, in einem Sachbuch über den islamischen Fundamentalismus in Deutschland – und deren Sichtweise auf die Machtstrukturen in dem Umfeld, in dem sie sich etablieren wollen (siehe Ian Johnson, Die Vierte Moschee, Klett-Kota 2011, Seite 271):

„Der fließend Deutsch und Englisch sprechende Diplomvolkswirt kennt sich mit den politischen Entscheidungswegen in Deutschland aus, mit den komplexen Interaktionen von Gremien, kirchlichen und politischen Stiftungen, wo „Meinungsmacher“ zusammentreffen, miteinander diskutieren und Ideen formulieren, die in den politischen Parteien aufgenommen werden. Hierbei handelt es sich nicht um basisdemokratische Strukturen, sondern um ein System, das die Macht der Eliten vergibt“.

Ein System, das den sozialen Tod für viele eingeleitet hat – wobei wir über die Normen von Mode, Körperpflege oder Wohnungseinrichtung noch gar nicht gesprochen haben – oder über den Friseur, der bei uns in der Eifel für Jugendliche schon 18 Euro pro Schnitt nimmt – also: viereinhalb Tage Essen.

Ein System, das täglich perfider wird, auf breiter Basis den Kampf gegen die Armut durch Vernichtung der Armen führt – jedenfalls: durch ihre soziale Vernichtung.

Die Botschaft ist immer dieselbe – egal, ob im Rahmen des Tierschutzes, der Ernährung oder der Lebensführung vorgetragen: gebt gefälligst viel mehr Geld aus – und sorgt verdammt noch mal selbst dafür, dass ihr es habt, denn sonst … seid ihr nicht mehr menschlich.

Wissen Sie, wie konservative Wirtschaftsmagazine unsere Realität beschreiben? Gnadenlos (siehe Wiwo):

„Bei Hartz-IVlern dagegen drohen sofort brutale Sanktionen. Besitzen darf man sowieso nichts mehr. Man muss komplett nackt am Boden liegen, ehe der Sozialstaat sich gnädig erweist.“

„Das ist das Bermuda-Dreieck menschenverachtender, repräsentativer Demokratie. Barbarei. Animal Farm ist nichts dagegen.“

Und in diesem Bermudadreieck können schon mal 500 Millionen Euro spurlos verschwinden (siehe Yahoo), die Gemeinden Gebühren für die Annahme von Bargeld ab 10 Euro verlangen (siehe Düsseldorf bei Facebook) oder Medikamente an unwertem Leben getestet werden (siehe Tagesspiegel) – wobei die Formulierung mit dem „unwerten Leben“ von mir stammt. Die Barbarei schreitet täglich weiter voran – die Musik zu dem Marsch spielt die Elite. Nichts davon ist geheim.

Das Arbeitslose zur Minderung ihrer Notlage ihre Organe verkaufen sollen, ist schon mal vorgeschlagen worden – von einem inzwischen verstorbenen „Vordenker“ der Afd (siehe AfdwatchAfd):

Der Wille zum sozialen Tod schreitet weiter voran, getragen von einer überversorgten gesellschaftlichen Elite, die ihr Luxusleben auf Kosten der Ärmsten leben – hier in Deutschland und in der ganzen Welt. Und „Gerechtigkeit“ wurde aus dem Bewusstsein gestrichen – wem es  hier nicht passt, der kann ja nach Syrien, dem Irak, Afghanistan, Äthiopien oder den Jemen ziehen: wir sind ja eine freie Welt.

So – wird die Armut Afrikas zum Normstandard für ausselektierte Deutsche … und alle sollten ihre Herren auf Knien danken, dass sie noch sauberes Wasser haben. Man könnte auch noch ungnädiger sein.

Und währenddessen – rafft der rot-grüne soziale Tod (unter fleißigem Beifall der übrigen Parteien) immer mehr Menschen dahin.

Aber „uns“ – geht´s gut.

Noch etwas Torte gefällig?

 

 

Armut in Deutschland – Menschenopfer der Mächtigen

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Mittwoch, 6.4.2016. Eifel. Ziemlich unbemerkt hat die Sozialdemokratie wieder zugeschlagen. Eine kleine Meldung nur – doch die Marktromantiker dürften damit endgültig ihre Träumereien aufgegeben haben. Es war Ludwig Erhard (CDU), der gegen den Widerstand der deutschen Industrie eine – wenn auch ziemlich verwässerte – Kartellgesetzgebung durchgedrückt hatte, die viel für das Wirtschaftswunder bewirkte – und es war Vizekanzler Gabriel (SPD), der per Ministerweisung den Geist der freien Marktwirtschaft untergrub und torpedierte. Was bedeutet „Kartell“? Das ein Wirtschaftsteilnehmer sich bewusst und absichtlich in eine Marktmacht hineinmanövriert, die es ihm erlaubt, Preise zu diktieren – sowohl die Preise für die Kunden als auch die Preise für die Zulieferer. Das ist dann kein „freier“ Markt mehr – sondern ein diktierter Markt.

Was tat nun Minister Gabriel (SPD)? Er erlaubte die Fusion von Edeka und Tengelmann, gegen die das Kartellamt massive Bedenken hatte – immerhin haben wir schon einen Markt, der oligopolistisch ist (also nur eine Hand voll starker Teilnehmer hat, siehe Spiegel):

„Die Wettbewerbshüter fürchteten, dass die Marktmacht weniger Handelskonzerne durch die Fusion noch größer wird – zu Lasten der Verbraucher. Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi beherrschen zusammen schon 85 Prozent des Marktes.“

Das ist kein Markt mehr, das ist eine zentralistische Staatsversorgungsorganisation, die im Falle des Zusammenbruchs ein unvorstellbares Elend nach sich ziehen wird: unsere Versorgung steht auf nur 4 Beinen. Natürlich gibt es harte Auflagen zum Schutz der schlecht bezahlten Arbeitsplätze – für ein paar Jahre. Arbeitsplätze, die man normalerweise gar nicht fördern sollte. Es geht aber nicht nur um das Lohndiktat, dass solche Megakonzerne ausüben können, sondern auch um das Preisdiktat – einerseits gegenüber den Kunden, andererseits auch gegenüber den Zulieferern. Der gesamte Markt bekommt eine enorme Schieflage – zugunsten von „Anlegern“ und „Funktionären“ … den „Brüdern im Geiste“ unserer Parteifunktionäre. Das trifft zum Beispiel Bauern, die von der Konzernallianz Preise für ihre Waren diktiert bekommen – aber wer interessiert sich schon für Bauern, wenn wir das Gemüse aus Spanien noch billiger importieren können – auch zu diktierten Preisen, die dort Arbeitsbedingungen schaffen, die nur mit Sklavenarbeit illegaler Einwanderer zu bewerkstelligen sind.

Wer sich freuen darf, sind die Erben der Eigentümer der vier Megariesen: die große Koalition hat „Erben großer Unternehmen massiv bevorzugt“ (siehe Kontraste, RBB). So werden diese Konzerne – praktisch Megaumverteilungsmaschinen, die das Volksvermögen von „unten“ nach „oben“ saugen – mit immer größerem Erfolg: die Armut schreitet immer weiter voran, dafür freuen sich die Parteien über Konzernspenden (siehe Handelsblatt):

„Erst verhindert die Bundesregierung strengere Abgasnormen für Autos, dann wird bekannt, dass BMW-Großaktionäre kurz zuvor der CDU fast 700.000 Euro gespendet haben. Entsprechend laut ist die Empörung jetzt.“

Welche Folgen solche Entscheidungen für die Pöstchenvergabe innerhalb der deutschen Funktionärselite haben werden, wird man in Zukunft sehen – wir haben da schon manches Wunder erlebt.

Wir wollen ja heute auch nicht über die Vermögenskonzentration reden, sondern über ihr Gegenteil: die Armut. Sie wird überall wahrgenommen – zum Beispiel in Berlin, wo der Anblick verarmter Rentner, die im Müll nach Ressourcen zum Überleben suchen, Alltag geworden ist (siehe Berliner Zeitung). Die Behörden reagieren auf diese unhaltbaren Zustände … in dem sie das Betteln verbieten, vor allem das Betteln von Kinder (siehe rbb-online): der Anblick von Armut auf den Straßen von Berlin ist den reichen Abgeordneten des Deutschen Bundestages zu ersparen , es könnte ihnen übel dabei werden und sie an die oft vernachlässigten Pflichten gegenüber den Bürgern dieses Landes erinnern, Pflichten, die weit über die üblichen Vier-Jahres-Rythmen hinausgehen.

Ja – es hilft, sich kurz daran zu erinnern: der Staat hatte vor zweihundert Jahren Pflichten übernommen. Sogar mit König und Kaiser. Wir – als Staat – hatten uns zu einer großen Kraftanstrengung entschlossen und die vielen unergiebigen Kleinparzellen zu großen Anbauflächen vereint, die eine deutliche Steigerung der Erträge einbrachten. Mehr noch: wir hatten die Menschen von den kleinen Höfen geholt, damit sie in den Fabriken arbeiteten. Die so verlorene Selbständigkeit wog der Staat mit dem Versprechen auf, Sozialstaat zu werden, da man die systematische Schieflage im Land deutlich erkannte: noch bevor der Bürger Souverän wurde anstelle des Kaisers wurde die Grundlage seiner Souveränität – die wirtschaftliche Unabhängigkeit – vernichtet. Ein Überleben der Demokratie war also direkt abhängig geworden von der Verpflichtung des Staates, diesen von ihm selbst geschaffenen Mangel auszugleichen, in dem er die Versorgung der Bürger für alle Zeiten garantierte. Das ist die Grundlage unseres großen „Deals“, für die der Staat jetzt liefern muss – und aufgrund dessen die „Industrie“ Riesengewinne einfahren kann.

Was der Staat jedoch liefert, erfahren wir täglich (siehe Berlin Kurier):

„Ein Drama spielt sich in der Kleingarten-Kolonie „Saatwinkler Damm“ ab. Als die Datsche von Familie Behrens gestern zwangsgeräumt wird, bewegt sich Ehefrau Karin Behrens (77) nicht mehr. Sie muss mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden, war kollabiert.“

Der demenzkranke Ehemann und der Sohn stehen jetzt vor der Obdachlosigkeit, jener Obdachlosigkeit, die die 38-jährige Eleonore E. schon kennt: sie wurde jetzt zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt – für vier Diebstähle im Wert von 93,76 Euro (siehe Süddeutsche). Sie besitzt noch nicht mal einen Personalausweis. Hätte sie nur Kinderpornografie konsumiert wie manche Abgeordnete (Tauss, Edathy, beide: SPD): sie wäre mit einer Bewährungsstrafe davongekommen.

Gesichter von Armut in Deutschland, einer Armut, die immer weiter um sich greift (siehe Bundeszentrale für politische Bildung):

„Im Jahr 2013 galt jede sechste Person in Deutschland als armutsgefährdet: 16,7 Prozent der Bevölkerung bezogen ein Einkommen, das weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens entsprach. Ohne die umverteilende Wirkung von Sozialleistungen wäre sogar jede vierte Person in Deutschland armutsgefährdet. Überdurchschnittlich häufig sind Arbeitslose betroffen – gut zwei Drittel von ihnen waren armutsgefährdet. Ebenso besteht bei Alleinlebenden und Alleinerziehenden ein erhöhtes Armutsrisiko – jeweils etwa ein Drittel der Personen galten 2013 als armutsgefährdet“

Und das im Reich der europäischen Wirtschaftslokomotive, die vor allem so gut brummt, weil sich die starken Schultern nur noch selbst bereichern, anstatt die schwachen mit zu tragen: aus dem kaiserlichen Sozialstaat ist der sozialdemokratische Asozialstaat geworden – an dem die Abgeordneten des Deutschen Bundestages exzellent verdienen: nach der nächsten automatischen Erhöhung werden es 9336 Euro im Monat sein (siehe Focus), bald soviel, wie Armutsgefährdete im Jahr verdienen. Ein genialer Trick der Reichen: einfach alle Abgeordenten reich machen – schon hat man etwas gemeinsam.

In dem Sinne funktionieren die Abgeordneten dann auch – nicht nur beim Thema Abgas oder Kartell. Andrea Nahles ist jetzt mit einem kühnen Vorstoß beschäftigt: sie will Armut in Deutschland einfach umdefinieren (siehe FAZ):

„In Deutschland gibt es immer mehr Armut – so schrieb es der Paritätische Wohlfahrtsverband im Februar. Seine Rechnung: Arm ist, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat, für eine vierköpfige Familie wären das derzeit 1873 Euro im Monat. Das ist ein „relativer Armutsbegriff“.“

Wo wirklich Armut herrscht, weiß die Ministerin genau:

„Mit solchen Berechnungen laufe die Politik und die Gesellschaft Gefahr, den Blick für die wirklich Bedürftigen zu verlieren. „Es gibt zum Beispiel mehr illegale Einwanderer und sehr viele jüngere Erwerbsgeminderte, da haben wir es mit wirklicher Armut zu tun.““

Nun – für illegale Einwanderer ist der Staat im Prinzip im Geiste des oben skizzierten Gesellschaftsvertrages überhaupt nicht verantwortlich (jedoch im Geiste der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte), die haben in diesem Vergleich gar nichts zu suchen – und die „jüngeren Erwerbsgeminderten“ bekommen Hartz IV (oder – wenn sie nicht ganz so jung sind – eine Bonsai-Rente auf Hartz IV-Niveau … wenn sie Glück haben) wie alle anderen Armen auch – von denen viele noch Reste von Arbeit haben. Sie als die „wirklich Bedürftigen“ zu beschreiben und demgegenüber alle anderen als umverschämte Gierlappen darzustellen, instrumentalisiert Flüchtlinge zur Vertuschung der deutschen Armutsproblematik.

Bleiben wir bei 1873 Euro netto im Monat – für vier Personen. Das sind 468,25 Euro pro Person. Hört sich gut an. Davon bezahlt man Heizkosten, Strom, Miete, Versicherungen, private Rentenvorsorge. Mieten eine vier-Zimmer-Wohnung? Da fängt das Problem an. Will man nicht gerade für seine Kinder das Szenario „sozialer Brennpunkt“ verwirklichen (was in Aachen warm 890,50 Euro kostet – außerhalb der Stadt in einer Betonwüste mit kriminellem Umfeld) so muss man mit 1275 Euro Miete rechnen (Vorstadt von Aachen), dazu 100 Euro Strom, 20 Versicherungen (Haftpflicht und Hausrat), 100 Euro Auto (Achtung: Sie haben Kinder, die im Krankheitsfalle sofort von der Schule abgeholt werden müssen!), so bleiben unsere „reichen“ Familie 191,20 Euro pro Person im Monat im sozialen Brennpunkt – oder 94,20 in menschenwürdiger Umgebung. Bedenken Sie dabei auch, dass Sie zum ordnungsgemäßen Funktionieren in unserer Gesellschaft überdurchschnittlich viel für Körperpflege und intakte Kleidung ausgeben müssen, um „einstellbar“ zu bleiben – also den Erwartungen von Unternehmern in einer Dienstleistungsgesellschaft gerecht zu werden (was minimal bei uns auf dem Land 60 Euro Friseur/Monat für diese Familie bedeutet – und damit sieht man am Ende des Monats schon etwas ungepflegt aus).

Sicher: mit 94,20 Euro im Monat wären Sie im Sudan reich, auch in Syrien und Marokko, denn die müssen kein hohes soziokulturelles Niveau erfüllen, nicht täglich mehrfach die Hemden wechseln und die Kinder zum Mobbingschutz mit Markenkleidung versehen, die können noch Weizen im eigenen Garten anbauen und Ziegen hüten … ich denke, wenn man Lebensqualität als Maßstab nimmt, sieht es im Vergleich erst recht schlecht aus. Dazu gab es mal einen Film in NRW, gedreht mit Fördermitteln von einer afrikanischen Studentin, der seinerzeit viel Trubel verursacht hat – sie fand unser tolles, reiches Leben nicht lebenswert im Vergleich zu ihrer „armen“ Heimat, in der es weniger Gift, weniger Lärm, weniger Aggression im Alltag und weniger Kinderfeindlichkeit gab – und besseres Wetter.

Aber Frau Nahles (SPD) macht halt, wofür sie bezahlt wird (siehe SWR):

„Und je weiter diese Gesellschaft in Deutschland zwischen Arm und Reich gespaltet wird, umso mehr mauern sich Reiche ein und versuchen, all die in die Ecke zu stellen, die Armut anprangern, indem sie sagen: „Ihr bauscht auf, ihr skandalisiert“, um ihren Reichtum zu schützen.“

Monatsgehalt Andrea Nahles: 14668 Euro (siehe Statista).

Keine weiteren Fragen … zur „Verharmlosung der Armut in Deutschland“ (siehe Christoph Butterwege in Deutschlandradio).

Die Armen werden immer ärmer – so der Bericht der Bundesbank (siehe Süddeutsche) – Zeit also, Armut neu zu definieren. Vergleichszahlen habe ich schon: ein Polizeihund bekommt vom Staat 94,50 Euro (also: das zahlt man dem Hundehalter – siehe fragdenstaat) … das ist mehr als Hartz IV für ein fünfjähriges Kind. Nun – Hunde sind ja auch wichtig.

Armut in Deutschland bedeutet nun nicht nur, dass man weniger in den Urlaub fahren kann (also: GAR NICHT) oder weniger Geschenke zu Ostern kaufen kann (in Zahlen: GAR KEINE) oder nicht so oft ins Kino, ins Theater oder zum Fußball kann (besser gesagt: ÜBERHAUPT NICHT) oder dass man sich gesellschaftliche Verpflichtungen jeglicher Art (wie zum Beispiel Geburtstagsgeschenke für die weitere Familie, Vereinsmitgliedschaft oder Parteiarbeit) schlichtweg nicht leisten kann, ohne am Essen zu sparen – was die Meisten machen.

Armut in Deutschland bedeutet schlichtweg: FRÜHER TOD (siehe armut&gesundheit):

„Die Mortalität (Sterberate) von Armut betroffener Menschen in unserer Gesellschaft ist deutlich erhöht. Es besteht ein Lebenserwartungsunterschied von 11 Jahren bei Männern und von 8 Jahren bei Frauen zwischen dem reichsten und dem ärmsten Viertel der deutschen Bevölkerung (Lampert & Kroll 2010). 31% der von Armut betroffenen Männer erreicht nicht das 65. Lebensjahr. Armut bedeutet demnach nicht „nur“ geringere gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten, Armut bedeutet in einem der reichsten Länder der Erde früher sterben zu müssen. In diesem Kontext spielen strukturelle Gesundheitsversorgungsausschlüsse, -hindernisse und -defizite eine entscheidende Rolle, die von Entscheidungsträgern in unserer Gesellschaft leider viel zu häufig negiert und/oder bewusst ignoriert wird.“

Armut ist … eine besondere Form von Menschenopfer. Armut …. BRINGT MENSCHEN UM. Das ist ein Maßstab, der sich auch nicht durch noch so viele Rechenkünste relativieren läßt. Die Zahl der Opfer geht im Laufe der Jahre in die Millionen … Millionen die zu früh sterben und keinen „ruhigen Lebensabend“ vor sich haben, weil sie in Mülltonnen herumwühlen müssen. Wir sollten also lieber von Massenmord reden – anstatt von „relativer Armut“ … die auch als solche tödlich bleibt.

Da werden die Reichen und Mächtigen natürlich erst Recht „mauern“ und aufheulen, aber … das war schon immer so (siehe Spiegel):

„In vielen Gesellschaften gehörten Menschenopfer zum festen Brauchtum. Eine Analyse zeigt: Die perversen Riten nützen Herrschenden, um die Gemeinschaft zu spalten.“

Lesen Sie den Satz ruhig mehrmals. Sie können ihn auch gerne auswendig lernen.

Gut – wir töten anders als die früheren Herrschenden … ich will ihnen aber gerne die Dimensionen unserer Menschenopfer aufzeigen.

Wir haben über sechs Millionen Arme. Nehmen wir an: die Hälfte davon sind Männer. Das wären drei Millionen, von denen eine Million mindestens 13 Jahre früher sterben. Macht: 13 Millionen Lebensjahre. Ein Leben hat bei uns eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78 Jahren bei Männern … also vernichtet Armut das Äquivalent von 166 666 Menschenleben, wenn wir die geraubten Jahre in Menschenleben umrechnen. Ganz grob überschlagen. Mitten in einem der reichsten Länder der Erde. Pro Jahr sterben in Deutschland 868 000 Menschen (siehe statista) – die Zahl der geraubten Lebenszeit für Arme (bzw. der Menschenopfer der Mächtigen) enspricht also 20 Prozent der Bevölkerung – Tendenz steigend.

Die sterben für … das Überleben des monopolistischen Kapitalismus.

Oder: sind die Menschenopfer der Lumpenelite.

Ich weiß: eine wilde Rechnung, die man auf vielfältige Art und Weise angreifen kann – sie dient aber nur der plakativen Darstellung, die Feinrechnung überlasse ich Menschen, die dafür bezahlt werden. Sie soll ja auch nur eins aufzeigen: Armut – ist nicht relativ, sie ist tödlich.

Auch in Deutschland.

 

 

Flüchtlingsterror in und aus Deutschland

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Montag, 17.8.2015. Eifel. Letztens habe ich noch ein langes Telefonat mit einem Bloggerkollegen geführt. Angst kam dabei zur Sprache – die Angst davor, sich bedenklich und nachdenklich zum Thema „Asyl“ zu äußern. Stimmt, dachte ich: da hat er Recht. Die politische Diskurs in Deutschland kennt seit Jahrzehnten nur  noch zwei Positionen: Schwarz und Weiß, Verschwörungstheorien und Regierungserklärungen. Verordnet wurde diese Position von „Oben“, was in diesem Zusammenhang heißt: von den Gästen der Bertelsmannparty, die aktuell wieder einmal eine gezielte Attacke gegen den Sozialstaat führt, der ja nach Ansicht führender Goldman-Sachs-Banker wir Mario Draghi der Vergangenheit angehören soll. Sie haben von dieser Attacke noch nichts gehört? Nun – lesen Sie doch einfach mal nach, wer Deutschland in den Ruin führt: die Arbeitslosen sind es, deren Wohnkosten (bzw. „Sozialleistungen“) in den letzten zehn Jahren um 53 % gestiegen sind (siehe Bertelsmannstiftung). Sie wissen wahrscheinlich, was das für die deutschen ausgesteuerten Arbeitnehmer bedeutet? Obachlosigkeit. Doch darüber müssen wir ein andermal reden. Nun – die Bertelsmannstiftung war die letzten Jahrzehnte an vielen Häßlichkeiten beteiligt, gibt ja auch Bücher darüber, wie sie schrittweise die Demokratie in eine Oligarchie umbaut (siehe Handelsblatt), doch auch das muss ein anderes Thema bleiben.

Schwarz und Weiß gibt es in diesem Land: entweder, man ist für die Aufnahme von Flüchtlingen, oder man ist ein Nazi. Da fällt die Entscheidung leicht, man  hat ja die freie Wahl für das Richtige: für das, was die Regierung vorgibt. Es ist auch nicht schwer, diese Entscheidung zu treffen: Menschlichkeit und Grundgesetz verlangen sie sowieso. Aus guten Grund haben die Väter des Grundgesetzes die Bundesrepublik in eine Hilfestation für Verfolgte aus aller Welt verwandelt: man konnte sich noch gut daran erinnern, dass Deutsche mal selbst dringend vor Mordschwadronen im eigenen Land flüchten mussten, dass wollte man allen anderen Verfolgten auch gönnen.

Schwarz und Weiß – die Huffingtonpost hatte das kürzlich drastisch demonstriert: nachdem sie einen Artikel über 200 prominente Deutsche schrieb, die Flüchtlinge in Deutschland begrüßen (aber nicht persönlich mit Handschlag, sondern nur mal so als rein verbale, zu nichts verpflichtende Ansage) stellte sie 200 „Hassfratzen“ an den Pranger, die sich nicht allzu positiv über Asylbewerber geäußert hatten (siehe Huffingtonpost). Die gute Oberschicht gegen die böse Unterschicht: die Traumphantasien alle neofeudaler Strukturen seit dem Mittelalter, als der Adel die mühselige Pflicht übernahm, über den leibeigenen Pöbel zu herrschen, den bildungsfernen Schichten, die nur fressen, saufen und poppen wollten … und somit die Alltagsbeschäftigungen des Adels auf unverschämte Weise nachäfften.

Ich hatte mir die Mühe gemacht, mich durch die Hassartikel zu lesen, wollte auch in die Fratze des Hasses starren, doch was ich fand war: Angst. Eine Angst, die gezielt durch das Fernsehen geschürt wird – jedenfalls kam es mir heute morgen so vor, als ich zum Frühstücksfernsehen eingeladen wurde und auf Sat 1 rührende Bilder von Partypromis fand, die große Mengen von Asylbewerbern mühsam versorgen mussten, Mangel überall, die Bilder symbolisierten eine wahre Flut von Zuwanderern, derer man auch mit großer Mühe nicht mehr Herr wird. Wer denkt sich eine solche Show eigentlich aus? Und warum wundert man sich, dass „der Pöbel“ auf solche Bilder folgerichtig mit Versorgungsängsten reagiert? Und warum führt man diesen Pöbel dann vor, als hätte er Aussatz?

Noch mehr fiel mir heute auf, als ich die Bilder sah. Wohlgenährte, kräftige junge Männer waren da zu sehen, kerngesunde Kinder, junge Frauen … und ich fragte mich: wo bleiben eigentlich die wirklich Armen? Warum sehe ich die eigentlich gar nicht in Deutschland: die, die es wirklich nötig haben? Schauen Sie mal auf die Seite „Gemeinsam für Afrika„, eine Seite, die weniger als ein viertel der Leser des Nachrichtenspiegels hat – was deutlich zeigt, wie sehr man sich in Deutschland für wirkliche Not interessiert. Dort erfahren Sie, dass dort 240 Millionen Menschen erbärmlichen Hunger leiden … und deshalb niemals bis nach Europa kommen würden. 18 Millionen Menschen verhungern im Jahr – wer interessiert sich für sie? Warum holen wir nicht erstmal mit aller Kraft die hungernden Menschen nach Europa – das wäre eine humanitäre Superleistung, auf die man sehr stolz sein könnte.

Die Angst vor den Flüchtlingen wird nicht gerade nur von den rechtsnationalen Kräften in Deutschland geschürt, auch die Zeit glänzt mit beunruhigenden Momentaufnahmen (siehe Zeit):

„5700 Flüchtlinge kamen im Juli nach Hamburg, ein neuer Rekord. Jetzt rücken Soldaten aus, die Messe öffnet ihre größte Halle, pensionierte Ärzte müssen helfen. Szenen aus einer Stadt, die an ihre Reserven geht.“

Erkennen Sie die unterschwellige Botschaft aus einer der reichsten Städte Deutschlands? „Das Boot ist voll“. Die offizielle Botschaft ist jedoch eine andere – doch sind alle Leser so gut ausgebildet, dass sie das schnell und eindeutig im Alltagsstress erkennen können? Terror pur.

Wieder einmal kommt Bertelsmann zum Einsatz, reitet eine Attacke gegen das Asylrecht – ohne dass das jemand merkt. Eine perverse, unmenschliche, inhumane Attacke im Mäntelchen der Sorge. Ach – lesen Sie selbst (siehe Zeit):

„Laut einer Umfrage sprechen sich 84 Prozent der Bundesbürger für eine zügige Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt aus. Die Verfahren aber dauern sehr lange.“

Der Chef des Arbeitsamtes, Oberst Weise, meldet sich in der Zeitung „Super Sonntag“ ebenfalls zu Wort (siehe SuperSonntag)

„Längst nicht alle gelten als politisch verfolgt. Viele Asylbewerber kommen in der Hoffnung auf einen gut bezahlten Job nach Deutschland – bisher aber nur mit geringen Chancen. Das sollte sich ändern, findet Bundesagentur-Chef Weise. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank Jürgen Weise, hat sich dafür ausgesprochen, die Jobhürden für Asylbewerber und Flüchtlinge weiter zu senken.“

Was für eine Sauerei ist das denn? Da kommen schwer traumatisierte Menschen in unser Land, geplagt von Krieg, Hunger und Zerstörung – und unsere „Elite“ schaut erstmal nach, ob man die nicht an die Arbeit kriegen kann … und das ganze Volk jubelt mit? Oder soll es nur jubeln und Bertelsmann hat einfach mal nur professionelle Ausbeuter für die Studie gefragt? Traumatisierte Kriegsopfer brauchen Betreuung, Behandlung und Ruhe – keine Arbeit. Handelt es sich jedoch um Einwanderer … dann sollten wir an andere Lehren aus der Geschichte denken.

Zuvor jedoch – ein kleiner Exkurs in einem der wichtigsten Werte der demokratischen Zivilgesellschaft, ein Wert, der aktuell von Promis in der Flüchtlingsdebatte akut vorgeheuchelt aber nie konsequent gelebt wird: die Empathie. Hören wir dazu Arno Gruen (siehe srf):

„Ohne Empathie keine Demokratie, sagt Arno Gruen. Der grosse, alte Mann der Psychoanalyse aus Zürich rückt mit seinem neuen Buch «Dem Leben entfremdet. Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden» die Gefühle ins Zentrum unseres Bewusstseins. Und stellt unsere Denkmuster komplett in Frage.“

Liebe und Mitgefühl sind die tragenden Säulen des Menschseins, sie sind angeborene Qualitäten des Menschseins, die uns zu Originalen machen … und im Laufe der nächsten 18 Jahre der „Erziehung“ ausgemerzt werden zugunsten einer Philosophie des „Kampfes aller gegen alle“, einer Philosophie, die logisch folgerichtig im zugewanderten „Anderen“ nur den Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt erkennen kann, den Konkurrenten um Futter und Lebensraum. Fragen Sie mal die 500 vernichteten indianischen Zivilisationen auf dem amerikanischen Kontinent, welche Folgen solche Völkerwanderungen für die Eingeborenen haben, für ihr eigenes Recht auf Leben. 500 Zivilisationen wurden dort vernichtet – kulturell hochstehende Zivilisationen, Zivilisationen, denen die Gründungsvätern die USA die Werte der Unabhängigkeitserklärung verdanken, Zivilisationen, die im Frieden mit ihrer Umwelt lebten, anstatt sie durch Ausbeutung zu vernichten. Völkerwanderungen – so lehrt die Geschichte – haben für die Eingeborenen katastrophale Folgen. Wer Karl May gelesen hat, kann sich daran erinnern, was mit dem „roten Mann“ geschah … und durfte sich bislang vielleicht auch ein wenig Sympathie für den „roten Mann“ leisten, bis definiert wurde, dass man bei akutem Anflug von Empathie für verachtete Eingeborene als Nazi zu gelten hat.

Liebe und Mitgefühl gehören auch den Eingeborenen, nicht nur ausschließlich jenen Asylbewerbern, die in dem Artikel in SuperSonntag schon erstaunlich offen als brutale Konkurrenten auf dem deutschen Arbeitsmarkt angepriesen werden, die nun mit Staatsgewalt ins Land gedrückt werden sollen. Wie soll der deutsche Niedriglöhner, der mit irrsinniger Selbstaufopferung versucht, der „Verhartzung“, der öffentlichen Ächtung und Verachtung zu entkommen, mit der Botschaft umgehen, dass die Konkurrenz für ihn in Zukunft härter wird, er zum „Indianer“ wird, dessen Lebensraum bedroht wird?

Erinnern wir uns kurz daran, wie es den Armen in Deutschland geht, jenem Land, dass plötzlich und überraschend sein Herz für Asylbewerber entdeckt hat. Schauen Sie sich mal den Beitrag des bayrischen Rundfunks an (siehe BR): „Warum unsere Gesellschaft die Armen verachtet“. „Prolls, Asis und Schmarotzer“ werden sie von den“Leistungsträgern“ dieser Gesellschaft genannt – unter anderem von karnevalistisch motivierten Stimmungskanonen wie Harald Schmidt. Bemerkenswert: in der Sendung kommen auch „Hassbürger“ zu Wort, die den „Schmarotzer“ eindeutig im Bereich der Asylbewerber verorten, ihnen vorwerfen, sie würden hier Urlaub machen.

Urlaub? Zur Erinnerung: genau das ist es, was wir für Asylbewerber einrichten wollen und sollen. Die sollen hier Sicherheit, Schutz und Geborgenheit bekommen und sich von traumatischen Erfahrungen einer apokalyptischen Welt erholen können – darum gibt es Asyl. Noch mal zur Erinnerung: woher kommen eigentlich die Asylbewerber? Ein Blick in die Statistik hilft (siehe Statista): die ersten sechs Plätze werden belegt von Syrien, dem Kosovo, Albanien, Serbien, Irak und Afghanistan. Da ist Krieg das Hauptübel – mal abgesehen von dem Nato-Staat Albanien. Den Kosovo hat die Nato bombadiert, Serbien wurde durch die Nato bombadiert, Irak hat die Nato-Führungsnation (mit Natofreunden) besetzt, Afghanistan wurde auch von Deutschland mitbesetzt … was uns gleich den Gedanken mitgibt, dass wir die Kosten für die Unterkunft von Kriegsflüchtlingen aus dem Verteidigungsetat bezahlen sollten: weniger Bomben, mehr Mitleid wäre die Devise für die Luftwaffe.

Wer ist übrigens Asylweltmeister? Die Frage sollten wir nicht vergessen, wir übersehen sie oft: das ist Deutschland. Nein, nicht bei der Aufnahmen von Flüchtlingen, sondern in der Klasse der Länder, deren Einwohner am häufigsten flüchten. 77 Prozent der deutschen Bevölkerung suchen regelmäßig jedes Jahr Asyl in anderen Ländern. Sie flüchten nicht vor Krieg, sondern vor schlechtem Wetter – und freuen sich, wenn sie freundlich im Ausland empfangen werden. Wir nennen das „Urlaub“ – und wir wissen selbst, wie dringend wir den brauchen (siehe FUR). Für viele Kinder jedoch gilt diese Fluchtmöglichkeit nicht, obwohl ihnen eine kleine Flucht aus dem Alltag, aus dem Leben in Armut und Verachtung sicher gut tun würde – für drei Millionen von ihnen ist dies jedoch ein Traum, der sich nie erfüllen wird (siehe FR).

Klar: der deutsche Asylant bringt Geld mit, damit auch der Grieche, der Italiener, der Spanier wie wir zum EU-Müllweltmeistern werden können (siehe Spiegel). Obwohl: dazu brauchen sie gar nicht das Geld des deutschen Wetterasylanten, das besorgt der Urlauber schon selbst – das Goetheinstitut in Russland klärt uns darüber auf, wie vernichtend die Flut der deutschen Wetterasylanten für die Umwelt und die so überfluteten Gesellschaften ist (siehe Goetheinstitut):

„„Das Abfallaufkommen, aber auch der Wasser- und der Energiekonsum durch den Massentourismus in den Urlaubsparadiesen ist immens und bringt die lokale Bevölkerung in große Bedrängnis“, erläutert Petra Bollich vom WWF Deutschland. Vor allem im Mittelmeerraum ist Wasserknappheit ein großes Problem. Täglich werden dort im Sommer zwischen 300 und 850 Liter Süßwasser pro Tourist verbraucht (in Deutschland sind es nur 150 Liter pro Kopf).“

Eine irrsinnige Zahl von 55 Millionen deutschen Wetterasylanten überfluten jährlich Gegenden mit besserem Wetter – und vernichten sie nachhaltig:

„Umweltbelastungen durch Tourismus entstehen also vor allem in Ländern, die ein sensibles Ökosystem und mangelnde Infrastruktur aufweisen. Dort werden oft rücksichtslos Hotelanlagen und Straßen ausgebaut. Ein Beispiel dafür ist die Küstenlandschaft der Iberischen Halbinsel. Auch besonders sensible Ökosysteme wie Korallenriffe werden durch zu viele tauchende Touristen oft irreparabel beschädigt.“

Diese Schäden können durch alles Geld der Welt nicht ausgeglichen werden.

Merken Sie, warum die Diskusssion über Asyl in Deutschland ein Terrorinstrument ist – eine verlogene Diskussion, die an Tiefe und Umfang der Gedanken schon durch die Betriebsanleitung für Wasserkocher überboten wird?

Doch welche Lehren sollten wir daraus ziehen?

Jenseits jeglicher politischen Vermarktung der Gedanken muss man die vernichtende Kraft von Völkerwanderungen erkennen, Völkerwanderungen, die in den letzten Jahrhunderten erstmal das Vorrecht des „weißen Mannes“ waren und Völkervernichtungen nach sich zogen und aktuell noch durch neokolonialistischen „Urlaubsterror“ fortleben – eine Terrorart, die von den so oft verachteten „Prolls, Asis und Schmarotzern“ mangels Geld am seltensten ausgeübt wird.

Ebenso darf man klar erkennen, wo die Ursachen der an sich Unfrieden stiftenden Völkerwanderungen liegen: aktuell in den Kriegen des Westens, im Feldzug der USA gegen ihre „Terrorstaaten“ – so wissen wir, wie wir die Völkerwanderung kontrollieren können und die Energien, die zu ihrer Verwaltung aufbebraucht werden, sinnvollerweise jenen Menschen zukommen lassen können, die vor lauter Hunger nicht mehr klar denken können.

Ein Beispiel, wie man´s richtig macht, liefern die Kobane-Solidaritätsbrigaden der Marxisten (siehe Kobane-Brigade), die das machen, was dringend Not tut: in den Heimatländern der Flüchtlinge die Städte wieder aufbauen. Ich denke: dafür haben die mal bei der nächsten Wahl ordentlich Stimmen verdient – jedenfalls mehr als jene Parteien, die durch immer neue Rekorde an Waffenlieferungen massenhaft für Unfrieden in der Welt sorgen und so jene Völkerwanderungen lostreten, vor denen gerade die Ärmsten der Armen in Deutschland Angst haben, weil sie fürchten, noch weiter aus ihrer Heimat verdrängt und selbst zu Flüchtlingen zu werden.

Doch noch ein weiterer Gedanke darf nicht fehlen. Das, was hier ausgeführt wurde, dürfte jedem informierten, gebildeten Menschen aus den bildungsfreudigen Schichten bekannt sein – doch wenn das so ist: warum entwickelt sich dann alles so chaotisch und ohne Plan? Jeder Dummkopf kann sich an drei Fingern abzählen, dass die Bombadierung von Ländern, die Vernichtung staatlicher Strukturen (wie exzessiv in Libyen, dem Irak, Afghanistan und Syrien geschehen) riesige Flüchtlingswellen produziert. Wenn dem so ist, kann man eigentlich nur Schlußfolgern, dass diese Entwicklung billigend in Kauf genommen wurde – wenn nicht sogar geplant war um die Fabriken des reichen Nordens mit noch billigeren Arbeitskräften zu versorgen … in einem Land, in dem 42 % aller Arbeitsverträge nur noch befristet sind (siehe Süddeutsche) das sich ständig neue Rekorde in der Teilzeitarbeit leistet (siehe Zeit) und ständig mehr Minijobs auswirft (siehe Statista), eine Entwicklung, die wohl zurecht die Frage aufwirft: wo soll das alles noch enden – außer bei Meldungen, dass Jobcenter inzwischen von privaten Sicherheitsdiensten geschützt werden (siehe DerWesten), was den eingeborenen Arbeitslosen zum Feind des Staates erklärt?

Wir sehen: der Terror in der Flüchtlingsfrage resultiert in erster Linie aus dem Faktum, dass es nur noch Schwarz und Weiß gibt. Raten Sie mal, wer gerade beständig auf allen Kanälen daran arbeitet, dass der Terror vertieft, wird, dass Ängste bewusst durch Text und Bild erzeugt werden … über deren Existenz man sich andererseits dann fürchterlich aufregt. Der Flüchtlingsterror als solcher trifft die Flüchtlinge und die „Hassfratzen“ gleichermaßen, vergebens sucht man Vernunft und Empathie in den Medien. Die Welt wird aufgeteilt in Bessermensch und Hassfratze – ein Sozialrassismus, der niemandem mehr auffällt noch irgendwen stört – so wenig, wie es stört, dass wieder deutsche Behörden von deutschen Bürgern als Parasiten reden … und diese Parasiten durch Zuwanderer zu verdrängen gedenkt.

Ein pikantes Detail am Rande: bei der Organisation „Fluchthelfer“ treffen Urlauber auf Asylbewerber, sollen ihnen helfen, ins Land zu kommen. Eine wunderbare Aktion, will man meinen – denkt man an die 240 Millionen hungernden Afrikaner, von denen einer in einem Werbevideo nach mühsamer Flucht über Sahara und Mittelmeer an Land kam, um dort von deutschen Rentnern gerettet zu werden. Eine schöne Geschichte … die ein wenig daran krankt, dass sie wohl aus den USA finanziert wird (siehe Neopresse) … aber nicht für Mexikaner gilt, die in die USA wollen. Wer in den USA wohl Interesse daran hat, den europäischen Arbeitsmarkt mit Arbeitskräften zu fluten und so den verhassten Sozialstaat mehr und mehr an seine Grenzen zu führen?

Anstrengend, das Leben jenseits der einfachen Welt von „Schwarz“ und „Weiß“, oder? Und doch muss man dadurch, um Lösungen anstelle von Parolen bieten zu können.

Um Frieden zu stiften … anstatt fortlaufend weiter Unfrieden durch Terror, Waffen und intellektuelle Dekadenz zu säen und die Verfolgten dieser Erde gegeneinander auszuspielen.

 

 

 

 

 

 

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© Cerys Menne

 

Ebola – welche Rolle spielt die USA?

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Der Ebola-Virus breitet sich im westlichen Afrika immer weiter aus. Über 800 Tote sind bisher zu beklagen. Tendenz steigend. Laut Experten ist die Situation ausser Kontrolle. Mehr als 80 % der Infizierten sterben an der Krankheit. Eine positive Diagnose gleicht so gesehen einem Todesurteil. Die WHO reagiert panisch und sät  Angst in der Bevölkerung. Dabei übersieht sie die jährlichen Grippewellen, die über 15’000 Menschen umbringen. Oder Malaria mit Millionen von Toten. Hier verhält sie sich ausgesprochen ruhig und verweist höchsten auf Impfungen.

Strategie

In den Tiefen des Internets findet man Berichte, welche ein ganz anderes Licht auf die Epidemie fallen lässt. Von den Medien weitgehend verschwiegen tobt ein Rohstoff-Krieg  zwischen China und den USA.  Alte Artikel aus dem Jahre 2002 bis 2009 zeigen, wie China eine Bohr-Lizenz nach der anderen erwarb und seinen Einfluss in Afrika enorm ausbaute. Dazu gehört auch der Handel. War bislang die USA der grösste Handelspartner von Afrika, so ist es jetzt China.
Die ehemalige Bush-Administration legte fest, dass bis 2015 der Erdölimport aus Afrika auf 25 % steigen soll. Nachdem das Fracking  nicht den Ölregen brachte, den man sich erhofft hatte, musste man in Afrika  die Handbremse ziehen. Und zwar genau in den Ländern, die neuerdings sehr grosse Reserven halten –  Guinea, Sierra Leone und Liberia.
Anstatt Petro-Dollars haben die Länder jetzt das Problem mit dem Ebola-Virus. Fatalerweise forschte die Pharmaindustrie an keinem Impfstoff gegen Ebola, aus lukrativen Gründen. Doch auch hier haben die USA gleich die Lösung parat und präsentierten termingerecht einen möglichen Impfstoff.  Also wurde doch geforscht, auch wenn es nicht rentiert. Eine löbliche Einstellung.
Die afrikanischen Politiker werden gegenüber den Amerikanern sicher dankbar sein, bei der Vergabe der neuen Förderlizenzen. China hat hingegen das Nachsehen. Keinen Impfstoff = keine Verhandlungsbasis. Mit Geld können sie  nicht hoch pokern, weil sie selber fast pleite sind. Es läuft wieder mal gut für die USA. Zudem lenkt so eine bedrohliche Erkrankung von anderen Metzeleien ab, wie zur Zeit in der Ukraine und Gaza. So gesehen haben die Amerikaner ganze Arbeit geleistet.

„Es kann nicht sein, was nicht sein darf“

Die Vermutung, dass die amerikanische Politik dahintersteckt, klingt vielleicht weit hergeholt aber die USA haben bis jetzt keine Gelegenheit ausgelassen, die restliche Welt zu belügen, auszuspionieren, militärisch zu besetzen, Beweise zu fälschen, Wirtschaft zu manipulieren, Land zu vergiften, Kriege anzufangen, Länder ins Chaos zu stürzen  und so weiter und so fort. Einem Land, respektive der politischen Führung, welche eine derart grosse Anzahl an menschenverachtenden und zerstörerischen Praktiken ohne jeglichen Skrupel durchführt, kann man auch einen Anschlag mit einem  tödlichen Virus zutrauen.

 

Quellen:

http://www.welt.de/print-welt/article579691/Ebola-Viren-als-biologische-Waffe.html
http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/ebola-pharmariesen-kehren-dem-virus-den-ruecken-zu-589677
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/krankheit-als-waffe
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/865971/ebola-us-behoerde-warnt-aerzte.html
http://www.mapsofworld.com/deutsch/top-10-der-welt/laender-nach-oelvorkommen-landkarte.html
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/uganda-und-sierra-leone-neue-oelfelder-in-afrika-entdeckt-1857643.html
http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=7847
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/3042410/chinesen-kaufen-oelvorkommen-in-angola.html
http://www.news.ch/Bush+in+Afrika+Wie+wichtig+ist+ihm+das+Oel/144228/detail.htm
http://www.welt-in-zahlen.de/laendervergleich.phtml?indicator=91
http://dani2989.com/matiere1/chinaafrica0810de.htm
http://www.taz.de/!41429/
http://www.zeit.de/2008/03/China-Afrika

 

Afrika Karte

http://www.weltkarte.com/uploads/pics/karte_afrika.jpg

Sternbild der Hoffnung

Sternbild der Hoffnung

Der Klimawandellügenschwindel

Dienstag, 1.Oktober 2013. Eifel. Ist es bei Ihnen auch so kalt? Das liegt an der Klimaerwärmung. Wieso es kalt ist, wenn es warm wird, erklärt Ihnen ein Wissenschaftler. Ich zitiere ihn hier nicht, weil ich keine Zeit für Albereien habe: mir ist kalt. Außerdem halte ich nichts von der modernen "Wissenschaft", die in weiten Teilen eine Antikirche mit eigenen Priestern (in weißen Kitteln), eigenen Dogmen (es gibt nur Materie) und eigenen Sicherheitskräften (Psychiatern) ist. Groß wird die Schuld der Kirche an der Hexenverbrennung gepredigt, obwohl es der Staat war, der die Menschen brennen sehen wollte. Groß wird die Lüge von der Verbrennung Giordano Brunos durch die Kirche verbreitet, obwohl der Staat es war, der ihn brennen sehen wollte. Hexen und Kirche stören das Dogma von der Scheibenwelt - also das Dogma des mechanistischen Materialismus, einer Welt, die ganz das Gegenteil dessen ist, was Giordano Bruno gelehrt hatte - eine untote Schattenwelt gegen eine Welt voller Leben in jedem Element des Seins. Das, was sich hinter dem so euphemistischen Namen "Naturwissenschaft" verbirgt, ist nichts weiter als die Waffen-SS des Kapitals, die für ein Maximum an Konsumfähigkeit sorgt, für die - "alternativlose" - Bühne, auf der die vollkommene Versklavung von Körper und Geist durchexerziert wird; jene Form der Versklavung, in der der Sklave seinen Zustand lieben MUSS, weil es keine Alternative gibt und "draussen" (im Weltall, im Tod oder im Geiste) nur ein vernichtendes, dunkles, fieses NICHTS lauert. Die Dogmen dieser SS, die Denkgrenzen setzt (ähnlich denen, dass die Erde eine Scheibe zu sein hat) sind vielfältig: Ufos oder Telepathie, Atlantis oder Kornkreise, Nahtoderfahrung oder Nächstenliebe: all das GIBT ES NICHT kraft Weisung der neuen Antikirche. Beweisen kann sie das alles nicht - aber jeder, der sich mit nicht erlaubten Themen beschäftigt, gerät in Gefahr, die Diagnose "unangemessener sozialer Wahn" zugeteilt zu bekommen. Die Perspektive sollte man schon mal gehört haben, wenn man sich mit dem Thema "Klima" auseinandersetzt.

Dienstag, 1.Oktober 2013. Eifel. Ist es bei Ihnen auch so kalt? Das liegt an der Klimaerwärmung. Wieso es kalt ist, wenn es warm wird, erklärt Ihnen ein Wissenschaftler. Ich zitiere ihn hier nicht, weil ich keine Zeit für Albereien habe: mir ist kalt. Außerdem halte ich nichts von der modernen „Wissenschaft“, die in weiten Teilen eine Antikirche mit eigenen Priestern (in weißen Kitteln), eigenen Dogmen (es gibt nur Materie) und eigenen Sicherheitskräften (Psychiatern) ist. Groß wird die Schuld der Kirche an der Hexenverbrennung gepredigt, obwohl es der Staat war, der die Menschen brennen sehen wollte. Groß wird die Lüge von der Verbrennung Giordano Brunos durch die Kirche verbreitet, obwohl der Staat es war, der ihn brennen sehen wollte. Hexen und Kirche stören das Dogma von der Scheibenwelt – also das Dogma des mechanistischen Materialismus, einer Welt, die ganz das Gegenteil dessen ist, was Giordano Bruno gelehrt hatte – eine untote Schattenwelt gegen eine Welt voller Leben in jedem Element des Seins. Das, was sich hinter dem so euphemistischen Namen „Naturwissenschaft“ verbirgt, ist nichts weiter als die Waffen-SS des Kapitals, die für ein Maximum an Konsumfähigkeit sorgt, für die – „alternativlose“ – Bühne, auf der die vollkommene Versklavung von Körper und Geist durchexerziert wird; jene Form der Versklavung, in der der Sklave seinen Zustand lieben MUSS, weil es keine Alternative gibt und „draussen“ (im Weltall, im Tod oder im Geiste) nur ein vernichtendes, dunkles, fieses NICHTS lauert. Die Dogmen dieser SS, die Denkgrenzen setzt (ähnlich denen, dass die Erde eine Scheibe zu sein hat) sind vielfältig: Ufos oder Telepathie, Atlantis oder Kornkreise, Nahtoderfahrung oder Nächstenliebe: all das GIBT ES NICHT kraft Weisung der neuen Antikirche. Beweisen kann sie das alles nicht – aber jeder, der sich mit nicht erlaubten Themen beschäftigt, gerät in Gefahr, die Diagnose „unangemessener sozialer Wahn“ zugeteilt zu bekommen. Die Perspektive sollte man schon mal gehört haben, wenn man sich mit dem Thema „Klima“ auseinandersetzt.

Klimaerwärmung habe ich persönlich kennengelernt. Im März 2003 saß ich in kurzer Hose draußen im Garten – zusammen mit meinem Anwalt. Mir war klar: es ist warm. Ich war geneigt, den Theorien der Wissenschaftler zu glauben – ich sah noch keinen Zusammenhang zwischen Konsummaximierung und Effektivierung der Ausbeutung und dem Wetter. Aber ich hatte Wisssenschaft schon im medizinischen Bereich kennengelernt und war es gewöhnt, alle Ergebnisse kaufen zu können, die ich gerade haben wollte – inklusive der Professoren, die die Botschaft dann an meiner Stelle verkündeten. Welche Industrie nun gerade von der Legende der Erderwärmung profitieren sollte, hatte ich im ersten Moment nicht erkannt

Fortan wurde ich bombadiert mit Informationen über die Erderwärmung. Steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher, vorrückende Wüsten: die volle Breitseite an Information. Schuld war: das Auto, das Einfamilienhaus, der Urlaubsflieger.

Das gefiel natürlich vielen, die weder Auto noch Haus hatten und erst recht nicht in Urlaub fliegen konnten. Es war eine neue soziale Bewegung, die handfeste Beweise dafür hatte, dass Reiche böse waren. Nun – das weiß die Menschheit schon seit Menschengedenken, aber die Naturwissenschaft muss solche Wahrheiten messen können, sonst können sie sie nicht wahrnehmen. Also wurde Bosheit in Kohlendioxidverbrauch gemessen. Ich war damals außerordentlich böse, aber zweifelte die Theorie in keiner Weise an.

Das änderte sich, als Google Earth kam. Ich spielte ein wenig mit diesem Instrument herum – und bekam wieder einmal einen Begriff davon, wie unendlich groß dieser Planet eigentlich wirklich ist. Sicher – lebt man in einer der ständig überfüllten und überproportional wachsenden Großstädte (wie zwei Drittel der deutschen Bevölkerung) kann man schnell das Gefühl haben, dass die Erde zu voll ist und wir dicht vor dem Kollaps stehen … dabei sind nur unsere Städte zu voll. Das bringt der Wirtschaft die billigen Arbeitskräfte und deshalb finden wir das alle toll. Der Planet jedoch … ist wahnsinnig groß.

Ich fing an zu rechnen: wir haben 6 000 000 000 Menschen. Geben wir jedem ein Haus mit 1 000 m2 Grundstück, dann haben wir 6 000 000 000 000 m2 Fläche verbraucht. Das sind 7 000 000 km2 – das entspricht der Fläche von Australien. Die Fläche der Erde beträgt 149 Millionen Km2. Gigantisch, oder?

Natürlich wirkt ein Film über die Klimaveränderung nicht, wenn die Kamera eine Stunde lang über menschenleere Gebiete fliegt. Es werden verstopfte Straßen gezeigt, qualmende Schornsteine, verseuchte Flüsse – und alle wissen gleich: es geht zu Ende – jedenfalls dann, wenn nicht die Forschungsbudgets der „Wissenschaft“ drastisch erhöht werden. Die Theorie vom Klimawandel hat das Budget der Klimawissenschaftler verzehntfacht, 10 000 öffentlichkeitswirksame Arbeitsplätze hängen davon ab, dass diese Theorie die Menschheit weiter ängstigt. Es wäre eine Katastrophe für die Klimaforscher (und ihre Lebenskultur mit Eigenheim, SUV und Urlaubsflug), würde sich diese Theorie in Luft auflösen … so wie es momentan den Anschein hat, siehe Süddeutsche Zeitung:

Zum einen gibt der Weltklimarat diesmal niedrigere Erwartungen für die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts an als im Report von 2007. Damals lautete die Spanne 1,8 bis 4,0 Grad Celsius für die verschiedenen Szenarien, wie sich die Treibhausgas-Emissionen entwickeln; diesmal geben die Wissenschaftler 1,0 bis 3,7 Grad an.

Als zweites Indiz für die angebliche Herabstufung der Rolle von CO2 nennen Kritiker die sogenannte Klimasensitivität.

Ich erspare mir mal hier die Zahlen, denn wir Normalbürger haben schon längst begriffen: die haben eigentlich keine Ahnung. Den Verdacht haben wir schon lange:

2007 gab es einen Filmbericht über  den Great Global Warming Swindle, passenderweise stagnierte in Folge die messbare Erderwärmung – wobei ich ein ungutes Gefühl dabei bekomme, ob das überhaupt realistisch messbar ist – bei diesem gigantischen Koloss, den wir bewohnen und der Vielzahl der Prozesse, die das Klima beeinflussen. Kaum hatten wir den Film verdaut, wurden wir schon überflutet mit Gegendarstellungen (siehe u.a.  PIK-Potsdam). 

Was war geschehen?

Nun – gewisse Teile des Kapitalismus freuten sich überhaupt nicht über den Zuwachs an Fördergelder für Klimaforscher: die Reichen sahen ihren Überfluss-Lebensstil in Gefahr – jedenfalls die Altreichen. Weltweit gab es ja jetzt auch viele neureiche Klimaforscher, die dem Staat jenes Geld abzogen, dass die Altreichen gerne für sich reserviert gesehen hätten. Also machten die Altreichen, was sie immer tun: sie kauften sich ein paar Wissenschaftler um ein Gegenfeuer zu entfachen. Ihnen war klar: jeder Autofahrer, jeder Tankstellenpächter, jede Baufirma, jeder Eigenheimbesitzer, jeder Urlaubsfahrer und jeder Reiseveranstalter würde auf ihrer Seite sein – kurz: die ganze kapitalistische Kultur. Inzwischen droht schon der ganze Weltklimarat zu verschwinden – als hätte es nie ein Problem gegeben. Natürlich wird er nicht aufgelöst, sondern soll Sonderaufgaben übernehmen (siehe Wiwo): Altreiche und Neureiche haben einen Kompromiss geschlossen.

Der Kompromiss ist schädlich für Afrika, jenem Land, dass angeblich am härtesten vom Klimawandel betroffen sein wird (für Afrika kann man immer JEDE Katastrophe maximieren – dort sterben so viele Menschen, mit denen kann man ALLE Theorien untermauern – was oft geschieht. Weniger Medikamentenversuche auf dem Kontinent, weniger Raubbau an den Rohstoffen, weniger Waffenlieferungen, weniger Überflutung mit Wohlstandsmüll, der die einheimische Wirtschaft vernichtet – Afrika würde seinen Ruf sehr schnell verlieren), soll die Hauptlast schultern: die Ärmsten sollen auf Technologie verzichten, um die Umwelt zu schonen. Ihre Herdfeuer sind das Problem, dass die Erde in Gefahr bringt. Ihre Autos geben uns den Rest, ihre Kohlekraftwerke sollen gar nicht erst entstehen. Sollen die Armen doch mit Windenergie Strom erzeugen – dann bleiben die auch länger arm und wir können unseren Lebensstil beibehalten.

Währenddessen sitzen Klimapäpste und Klimaskeptiker in klimatisierten Hotels an offenen Kaminen und genießen einen Cognac, obwohl sie sich öffentlich bis aufs Blut bekämpfen, siehe Jan Fleischhauer im Spiegel:

Wenn es ums Klima geht, drehen selbst wohltemperierte Zeitgenossen plötzlich durch. Der in Graz lebende Musikprofessor Richard Parncutt hat vor ein paar Monaten die Todesstrafe für Klimaskeptiker vorgeschlagen. Eigentlich sei er gegen die Hinrichtung von Menschen, schrieb er, „aber Klimaleugner fallen in eine völlig andere Kategorie. Sie sind verantwortlich für den Tod von Hunderten von Millionen von Menschen“.

Ja – nach den Hexen, den Juden, den Christen (oder den religiösen Menschen überhaupt) den Arbeitslosen hat „die Wissenschaft“ ein neues Jagdziel entdeckt: den Klimaleugner. Er wird auch öffentlich angeprangert wie in einem Aufklärungsbuch des Umweltbundesamtes Dessau:

Dort ist gerade ein Aufklärungsbuch zum Klimawandel mit dem Titel „Und sie erwärmt sich doch“ erschienen. Im Abschnitt „Klimawandelskeptiker in Deutschland“ sind die Namen von Journalisten und Wissenschaftlern genannt, die Positionen vertreten, die „nicht mit dem Kenntnisstand der Klimawissenschaft übereinstimmen“. 

Das hat es seit 1945 nicht mehr gegeben…

es ist jedenfalls ziemlich lange her, dass eine staatliche Institution in Deutschland erklärte, welche Meinungen in diesem Land haltbar sind und welche nicht.

Aber das gerade ist ja Wissenschaft: Macht ausüben über die Definition von Wirklichkeit, um so dem Kapitalismus freie Bahn zu schaffen – so eine Art Kehrmaschine.

Wo kämen wir hin, wenn die ganze Menschheit der Botschaft des Mönches Anselm Grün folgen würde? Er hat mit seinen Büchern 100 Millionen Euro umgesetzt, ist aber der Meinung, das Geld die innere Freiheit gefährdet: er gibt deshalb keine 50 Euro Bargeld im Monat aus (siehe Süddeutsche). So etwas zehnmal täglich in jedem Werbeblock gesendet, zusätzlich ein paar Studien wie die, das Religion psychische Gesundheit fördert (siehe ts-institut) oder professionelle Meditation eindrucksvoller ist als Weltreisen: die Welt würde sich auf einen Schlag ändern – mehr Glück, mehr Gesundheit … weniger Konsum – und damit heilere Umwelt.

Was ist aber nun mit der Klimakatastrophe? Müssen wir Klimaleugner jetzt in Massen hinrichten? Oder richten wir lieber in Massen die Reichen hin, deren Lebensstil für unseren Planeten nicht mehr erträglich ist? Doch Vorsicht – jeder, der diese Zeilen lesen kann, ist ein Reicher … im Weltdurchschnitt. Die ärmsten Arbeitslosen in Deutschland sind unermesslich reich, vergleicht man sie mit durchschnittlichen Bewohnern des Sudan, Nigerias oder Indonesiens.

Wir werden die Wahrheit in einhundert Jahren erfahren. Oder in eintausend. Oder nie. Bekommen wir unsere Wirtschaft, unser Militär oder allein Monsanto nicht in den Griff (wonach es die letzten Jahrzehnte nicht aussah) kann uns die Erderwärmung egal sein: im Rahmen der Milliarden von Toten, die uns dort erwarten, wenn unser wackeliges Versorungsystem zusammenbricht oder der nukleare Holocaust zuschlägt, werden die Folgen des Klimawandels kaum noch bemerkt werden: es gäbe schlichtweg kaum noch Menschen, die durch die Folgen des Klimawandels sterben können. Vielleicht gelingt es der „Wissenschaft“ auch endlich, die superansteckende Ultragrippe zu entwickeln – einige sind ja schon emsig dabei. Oder es entfleucht ein biologischer Kampfstoff, der nur Menschen ausrottet. Die „Wissenschaft“ arbeitet unermüdlich an der Vernichtung der Menschheit: antibiotikaresistente Bakterien, genschädigendes Plastik, unaufhaltsame Epidemien, Selbstmordsaatgut inklusive einer „Arche Noah“ für Superreiche (siehe Zeit) – alles in Arbeit.

Währenddessen konzentriert sich der Normalbürger auf den Klimawandellügenschwindel, gelenkt und geleitet von grünen Aposteln in der Politik, deren eigener Lebensstil sich von dem armer Möncher hin zu dem der Superreichen gewandelt hat: große Limousinen, üppige Gehälter, luxuriöse Reisen – man zeigt deutlich, wie man wirklich zum Klimawandel steht, den man so gerne predigt – er ist einem Scheißegal.

Während immer mehr Deutsche umweltschonend (oder aus Kostengründen) die Heizung herunterdrehen, erfüllte 2012 kein einziger Dienstwagen von deutschen Bundesministern die EU-Richtlinien für den CO-2-Ausstoß (beides aus: Jan Kluge, Unliebsame Wahrheiten, Seite 158): so demonstriert die Politik deutlich, was sie von den Studien zum Klimawandel wirklich hält.

Aber was ist jetzt mit der Umwelt?

Am 9.5.2013 wurde auf Hawaii der höchste Stand von Kohlendioxid seit Millionen von Jahren gemessen, gleichzeitig verschwinden pro Tag 50 – 100 Arten von der Erdoberfläche (siehe BR). Was immer auch auf der Erde vorgeht: die Menschheit scheint die gleiche Wirkung zu hinterlassen wie der Einschlag eines Riesenkometen.

Das sehen wir aber schon, wenn wir nur nach draußen schauen: dort befinden sich Unmengen von leblosem Teer, die sich täglich weiter ausbreiten und in 780 Jahren ganz Deutschland mit einer toten Schicht Asphalt überzogen haben wird: dagegen wirkt ein Riesenkomet harmlos.

Brauchen wir wirklich Klimawissenschaftler um zu sehen, dass diese Entwicklung nichts Gutes bewirken kann?

Brauchen wir wirklich Politiker, Wissenschaftler und andere Gurkentruppen, um zu sehen, dass wir in einer gigantischen gemeinsamen Aktion aus der Erde ein Paradies für alle Menschen machen könnten und dafür nicht mehr Platz bräuchten als … zum Beispiel in Australien? Man könnte den ganzen amerikanischen Kontinent der Natur zurückgeben (oder den Eingeborenen, die dort kaum störend auffielen) anstatt einen Tresor in der Arktis zu bauen, in dem man das genetische Erbe dieses Planeten für einige reiche Grünen vor den Folgen der „Wissenschaft“ in Sicherheit bringt.

Vielleicht hat „die Wissenschaft“ aber auch schon insgeheim beschlossen, die Menschheit stark zu dezimieren – doch wir wollen hier mal keine Absicht unterstellen.

Währenddessen sind wir aber gut erzogen worden: wir ahnen, dass wir über sind. Immerhin merken wir seit Jahren, dass die Reichen lieber von Wissenschaftlern Roboter bauen lassen, die unsere Arbeit machen, als dass sie an einer Welt arbeiten, in der wir alle glücklich werden können. Was diese Roboterisierung der Produktion für das Klima bedeutet, wird nicht so laut nachgefragt.

Wir wissen aber, was es für uns bedeutet – für die sechs- oder sieben Milliarden Menschen, die in Australien bequem Platz finden würden. Wir könnten auch alle nach Afrika ziehen: dort gibt es 30 Millionen km2. Armut, Kriege, Hunger, Elend wären sofort erledigt. Mit der Technik könnten wir die Wüste begrünen und den Rest des Planeten zum Naturpark erklären (oder wir halten uns noch Nordamerika als Agrarkontinent). Der höhere Wasserstand würde uns dort nicht viel ausmachen – wir bräuchten sowieso viel Wasser, um aus der Wüste wieder Gärten zu machen.

Was für Visionen, oder?

Stattdessen lauschen wir den Predigern, die eigentlich deutlich eins sagen: „Ihr Menschen müsst weg! Ihr seid zu viele, ihr stinkt, pupst die Umwelt voll und kostet einfach nur„: „Kosten auf zwei Beinen“ war erschreckend ernst gemeint – so redet man aber normalerweise nur hinter verschlossenen Türen vom Urnenpöbel.

Dass die Menschen, die dies predigen, nur Eigeninteressen verfolgen, wird nicht so deutlich gesehen – und in diesem Durcheinander von egozentrischen Sichtweisen haben wir keine Chance, jemals die Wahrheit über die Entwicklung des Klimas zu erfahren.

Machen wir jedoch als Menschheit (oder Monsanto allein – doch dazu später mehr) politisch und wirtschaftlich so weiter, dann kann uns das egal sein: es wird dann kaum jemanden geben, der sich über die Folgen des Klimawandels beschweren kann. Wird also Zeit, dass wir erkennen, das WIR der SOUVERÄN sind – und nicht „die Wissenschaft“. Zeit, aufzuhören, sich von dieser Sekte durch die Weltgeschichte jagen zu lassen.

Ich fürchte jedoch: dafür ist es zu spät. Schon längst haben wir die Botschaft unserer eigenen Schädlichkeit und unnützen, überflüssigen Existenz verinnerlicht und warten demütig auf unsere Auslöschung: Methoden dazu hat die Wissenschaft viele im Schrank – mal sehen, welche letztendlich triumphieren wird: allein Zyklon B hat sich ja schon als sehr effektiv erwiesen.

Schon blöd, wenn man erkennen muss, dass Wissenschaftler nur noch Huren der Mächtigen sind – und wir ihr Experimentiervieh, oder?


 

 

 

 

Deutsche Soldaten Arm in Arm mit Massenmördern, Vergewaltigern und potentiellen Völkermördern: Perspektiven aus Mali

Deutsche Soldaten Arm in Arm mit Massenmördern, Vergewaltigern und potentiellen Völkermördern: Perspektiven aus Mali

Montag, 18.2.2013. Eifel. Es gibt ja erstaunlich viele Bücher darüber, wie sehr in den Medien gelogen und betrogen wird. Alle haben eins gemeinsam: sie verändern nichts. Ebenso erstaunlich ist, wie oft die großen, klassischen deutschen „Leit“medien vor Verschwörungstheorien warnen. Das ist mir erst kürzlich aufgefallen, als es um den russischen Meteoriten ging. Ganz dicht auf die Berichterstattung über den Meteoriten folgte im Spiegel eine Warnung vor Verschwörungstheorien, wobei auffiel, das diese „Verschwörungstheorien“ sich aus ganz normalen Zeitungsberichten vor Ort speisten, die einfach andere Beobachtungen gemacht hatten als die deutschen Leitmedien gerne hätten. Geht es dabei schon um eine große Weltverschwörung? Nein. In erster Linie geht es um das Geschäft: der Journalist kämpft um die Deutungshoheit der Wirklichkeit. Damit verdient er sein Geld – um Auftrag von Partei und Verlag. Wenn also dann einfach mal so ein kleiner Blogger daherkommt und die Trümmer des letzten Anschlages anders sortiert – plausibler, nüchterner, logischer – dann verliert der gut bezahlte Journalist seine Deutungshoheit und … seine Führungsmacht. Die brauchen „interessierte Kreise“ aber, weil ja Krieg geführt werden soll – wie zum Beispiel in Mali.

Was in der Berichterstattung über Mali selten auftaucht (ich habe jedenfalls noch nicht davon gelesen), ist der Kampf den sich Frankreich und die USA seit Jahrzehnten um die Bodenschätze Afrikas liefern. Ja, das machen die „demokratischen“ Großmächte: sie liefern sich heftige Kämpfe – die man allerdings lieber von Negern ausführen läßt.

Neger – darf man das noch sagen? Nein. Politisch korrekt, wie der Deutsche ist, möchte er das Wort „Neger“ nicht mehr hören. Wenn diesselbigen schwarzen Leute aber in Massen erschossen werden, dann ist ihm das egal. Überhaupt passt der deutsche Leser gut zum deutschen Journalisten. Er möchte nicht beunruhigt werden, möchte eine Welt, in der die Wissenschaft alles erklären kann, die Politik alles im Griff hat und die Presse alles weiß.  Dann fühlt er sich in seinem Einfamilienhaus sicher. Dinge, die ihn beunruhigen, mag er nicht – die sollen gefälligst von den Journalisten weggebissen werden … was die dann auch tun.

Aktuell machen sie das im Spiegel – in einem Bericht über Mali.

Besonders lang hatte das „Islamische Emirat von Timbuktu“ nicht Bestand. Neun Monate, von April 2012 bis zum Einmarsch französischer Truppen im Januar 2013, regierten Radikalislamisten die nordmalische Stadt. Es reichte, um die Welt in Schrecken zu versetzen. Vermeintlichen Dieben wurde die Hand abgehackt, historische Mausoleen wurden mit Pickeln und Äxten zerstört.

Es gab auch noch andere Schilderungen der Schrecken – so wurde eine minderjährige Ehefrau zurück zu ihren Eltern geschickt, weil sie sich vor ihrem gewalttätigen Mann fürchtete – und das Tragen westlicher Kleidung wurde verboten.  Ebenso gab es ein Verbot, ohne hinreichenden Grund in Privathäuser einzudringen. Grund genug, sofort einzumarschieren.

Natürlich sind Amputationen schlimm – aber rechtfertigt das Massenmord an der unschuldigen Zivilbevölkerung? Voltaire.net hat ein paar gefunden:

Die Bomben der französischen Flugzeuge auf Konna verursachten mehr Todesopfer bei Zivilisten als unter den Islamisten, aber die französischen Medien schweigen über die „Kollateralschäden“ und ziehen den „triumphierenden und militaristischen Diskurs“ von Paris vor.

So sind sie halt, die Bezahlmedien: sie liefern, wofür bezahlt wird. Wenn die Panzer rollen, will keiner wegen „Wehrkraftzersetzung“ angeklagt noch vom Pöbel auf den Straßen angespuckt werden, weil man die glorreiche, mutige, abenteuerlustige Armee nicht hinreichend unterstützt hat. Außerdem … möchte man ja seinen Job behalten. Da richtet man den Fokus lieber auf die unübliche Behandlung von Dieben (die sich als Berufsstand in unserer räuberischen Kultur sowieso großer Beliebtheit erfreuen – jeder Steuerhinterzieher, jeder Anlageberater oder Lebensmittelpanscher wird dem sofort zustimmen) anstatt auf von Natobomben zerfetzte Kinder.

Und der Feind?

Natürlich der böse „Islamist“. „Al Kaida“ – das nützliche, dereinst vom CIA aufgebauter Gespenst, das seit vielen Jahren einen erbitterten Krieg gegen den Westen führt – meist dergestalt, das sie ihre Köpfe voller Terrorabsicht den Bomben der Nato unverhüllt entgegenstrecken, um diese zu zerstören. Gut, das die so blöde sind, das denen das nicht gelingt.

Obwohl wir jetzt schon sehr lange gegen Al Kaida Krieg führen, müssen wir jetzt – dank Mali – davon ausgehen, das die wohl den Krieg letztlich gewinnen werden. Man denke nur: trotz aller Bomben und Truppen sind die aus Afghanistan entkommen und destabilisieren jetzt den ganzen Norden Afrikas – Tunesien, Lybien, Ägypten, Syrien … wie eine unaufhaltsame Riesenwelle arbeitet sich Al Kaida durch die Welt, sogar das „Bollwerk gegen den islamistischen Fundamentalismus“ (Süddeutsche), Gaddafi, wurde von ihnen einfach hinweggefegt – mit Hilfe der gleichen Bomben, die jetzt in Mali gefallen sind.

Gaddafi hatte seinerzeit den Maliern auch einige Regierungsbauten gesponsert, die nun von der Nato zerlegt werden können. Da der aber jetzt „böse“ ist, wollen wir darauf nicht weiter eingehen.

Leider löst sich auch der „böse Islamist“ ziemlich in Luft auf, wenn man näher hinschaut, wie die „Zeit“ es getan hat:

Von den sechs bewaffneten Formationen in Nordmali passen nur zwei zum westlichen Bild von internationalen Terroristen: die unter algerischer Führung stehende Al-Kaida im islamischen Maghreb (Aqmi) sowie die Bewegung für Einheit und Dschihad Westafrikas (Mujao), gleichfalls stark durchsetzt von Nichtmaliern.

Dabei erscheint das „westliche Bild vom internationalen Terroristen“ sowieso schon etwas schwach zu sein. In Mali jedoch versagt es völlig:

Bei den vier anderen bewaffneten Formationen sind die Grauzonen noch größer. Diese Gruppen bestehen überwiegend aus Maliern; einige arbeiten mit Al-Kaida zusammen, andere vertreten die sozialen und wirtschaftlichen Interessen verschiedener Ethnien Nordmalis, vor allem der Tuareg. Erst im Dezember gründeten malische Araber eine Ansar al-Scharia. Die Rolle arabischer Milizen ist in Nordmali besonders dubios, denn sie wurden noch von Malis früherer Regierung als Ordnungsmacht bewaffnet. Das klingt furchtbar wirr – und ist es auch.

Was einen aber nicht daran hindert, einfach alle „Islamisten“ zu nennen und umzubringen. Solange niemand darüber berichtet, fällt es ja auch keinem auf – und die Journalisten sind sowieso vom Brennpunkt des Geschehens fern gehalten worden, siehe Zeit:

La Grande Muette, wie die französische Armee genannt wird, »die große Schweigsame«, operiert fern den Blicken der Weltöffentlichkeit. Das halbe Land ist von ihr zum Sperrgebiet erklärt worden. Regierungs- und Interventionstruppen haben sämtliche Straßen in den Norden für Journalisten blockiert, angeblich der Sicherheit wegen.

Es ist auch besser, den Mantel des Schweigens über Mali zu hüllen – sonst findet man womöglich noch weniger Islamisten als geplant:

Das liegt auch an den Tuareg, einem berberischen Wüstenvolk, das im Norden Malis einen eigenen Staat errichten wollte und deshalb mit den Islamisten anfänglich gemeinsame Sache gemacht hatte. Kehrt nun die von Tuareg und den Rebellen vertriebene malische Bevölkerung zurück, muss mit dem Schlimmsten gerechnet werden.

Die Tuareg hatten zuvor mit Ghaddafi gekämpft, gelernt, das der „Westen“ Rebellen unterstützt und dachten sich: dann könnte man doch in Mali endlich die durch die Franzosen künstlich geschaffenen Grenzen auflösen und einen eigenen Tuaregstaat errichten – zumal Mali gerade sowieso von Putschisten regiert wurde, die die demokratische Regierung abgesetzt hatten.

Aber: so denkt der „Westen“ nicht. Ganz schnell wurden aus den Tuareg „Islamisten“ – und über die Putschisten in Mali wurde nicht mehr berichtet. Die sind „Regierung“ … allerdings verhalten sich ihre Truppen wie Räuberbanden, siehe Spiegel:

Paris ist beunruhigt: Die verbündeten Regierungstruppen in Mali sollen brutal Rache genommen haben. Menschenrechtler berichten von willkürlichen Hinrichtungen und sexuellen Übergriffen. Frankreichs Verteidigungsminister warnt: „Die Ehre der malischen Militärführung steht auf dem Spiel.“

Mit der „Ehre der malischen Militärführung“ ist es wohl nicht weit her. Die massakrieren, wen sie in den Griff bekommen – auch verbündete Einheiten, siehe ebenfalls Spiegel:

Bei den Gefechten in Bamako sind nach Angaben von Augenzeugen mehrere Menschen verletzt worden. Wie aus Militärkreisen verlautete, wurde ein Lager von Elitesoldaten, die dem gestürzten Staatschef Amadou Toumani Touré nahestehen, von anderen Einheiten der malischen Armee angegriffen.

Bereits im vergangenen Jahr gab es schwere Kämpfe zwischen den sogenannten grünen Mützen, den Anhängern des Putschistenführers Amadou Sanogo und den „roten Mützen“, Fallschirmjägereinheiten aus der Zeit von Präsident Touré. Touré war im März 2012 bei einem Staatsstreich gestürzt worden.

Leider erwähnt der Artikel nicht, das es keine Islamisten waren, die Touré gestürzt haben – es war die Armee. Ausgebildet übrigens von den USA – wo deren Kompetenz jetzt auch angezweifelt wird, siehe Hintergrund:

Während führende Politiker des Westens mit an den Haaren herbeigezogenen Begründungen ihr jüngstes militärisches Eingreifen zu rechtfertigen versuchen, wachsen die Zweifel an der Kompetenz der Streitkräfte Malis. Einem Bericht der New York Times zufolge hat sich die Armee Malis trotz umfassender Unterstützung durch US-Ausbilder „als so schwach und unbrauchbar erwiesen, dass sie eher die Ursache für die Krise in Mali als ein Mittel zu deren Lösung ist“.

Natürlich ist diese Armee eher die Ursache der Krise als ein Mittel zur Lösung. Sie verhält sich sogar exakt so, wie man es von „Terroristen“ erwarten sollte, siehe Welt:

Nach der Einnahme der Wüstenoase Timbuktu durch malische und französische Truppen wurde jetzt ein Massengrab entdeckt. Die Opfer sind vermutlich arabische Händler, die mit den Islamisten kooperierten.

Menschenrechtsorganisationen hatten der malischen Armee jüngst außergerichtliche Hinrichtungen von Tuareg und Arabern vorgeworfen.

Wie gesagt: „böse“ sind in diesem Konflikt jene, die Dieben die Hand abhacken, das Tragen westlicher Kleidung verbieten oder den Schutz des privaten Wohnraums garantieren, „gut“ sind die Massenmörder, Putschisten und Vergewaltiger: ich hoffe, das ist klar geworden.

Glaubt man der Zeit, dann stehen den Touareg in diesem Land noch ziemlich schlimme Zeiten bevor: ein Völkermord kündigt sich an:

Einem wie Abdourahmane Doucoure ist das nur recht. »Wir müssen das Problem mit den Tuareg jetzt endgültig lösen«, sagt der 30-jährige malische Journalist, der für die Wochenzeitung Politique Africaine arbeitet und der aus dem Süden stammt. »Sie gehören nicht in unser Land. Dieses Mal sind sie zu weit gegangen.«

Sowas sagten deutsche Journalisten schon mal zu jüdischen Mitbürgern – wir kennen die Folgen solcher Einstellungen: das ist nicht mehr harmlos.

In diese Situation kommen jetzt deutsche Soldaten – bezahlt von unseren Steuergeldern, siehe Tagesschau:

Deutschland hilft in Mali nicht nur mit Transall-Transportmaschinen für afrikanische Soldaten, sondern will sich auch an der EU-Ausbildermission für Mali beteiligen. Die Außenminister werden heute wohl den Marschbefehl für die Trainingsmission der EU – kurz „EUTM“ – geben.

Was machen die deutschen Soldaten dort?

Der deutsche Kommandoführer, ein Oberstleutnant, stellt schon nach wenigen Stunden in Mali fest: Der Bedarf an deutscher Hilfe ist groß. „Es gibt sicherlich viel, was die deutschen Pioniere den malischen Streitkräften beibringen können. Es geht hier um Brückenbau und ganz allgemeinen Pionierdienst, der ja auch hier in Mali genutzt wird, um den Landesausbau zu gestalten. Und es geht darum, dass wir den malischen Streitkräften beibringen, die Folgen von Sprengkörpern und allen Dingen, die während der Kämpfe im Norden Malis stattfanden, selber beseitigen zu können.“

Wie üblich reparieren wir nur Schäden – bzw. bilden die malischen Streitkräfte dahingehend aus, das sie „die Folgen von allen Dingen, die während der Kämpfe im Norden Malis stattfanden, selbst beseitigen können“ … was immer die auch damit gemeint haben.

Das macht auch sicherlich Sinn: deutsche Soldaten Seite an Seite mit einer massenmordenden und vergewaltigenden Putschistensoldateska in einem Land, das sich auf einen Genozid vorbereitet.

Man kennt sich ja auch:

In Mali könnte es schon bald ernst werden für die EU-Mission. Weil der Zeitdruck groß ist, freut sich der Leiter des deutschen Vorauskommandos, dass die Deutschen sehr willkommen sind und hier nicht von Null anfangen. In der Nähe der Stadt Ségou hatten deutsche Soldaten bis zum Militärputsch im März 2012 malische Pioniere gedrillt. „Das ist mit Sicherheit ein wichtiger Türöffner. Wir haben da an eine lange deutsche Tradition: Schon mehr als zwanzig Jahre sind Kameraden von uns hier vor Ort. Und allein deren Kenntnisse von Personen, von Örtlichkeiten, sind eine wesentliche Erleichterung für uns.“

Nun – diese malischen Pioniere sind wohl auch den Putschisten zum Opfer gefallen, weshalb wir jetzt neue ausbilden müssen – oder wo sind die sonst abgeblieben? War die Ausbildung vielleicht nutzlos? Und – in welchem Zusammenhang waren deutsche Soldaten eigentlich schon 2012 in Mali?

Wieso fragt die Süddeutsche am 24.10.2012 noch plakativ, wofür Deutsche Soldaten noch alles den Kopf hinhalten sollen – wenn die ein halbes Jahr zuvor schon längst da waren?

Oder war ihr Einsatz etwa geheim wie der Einsatz französischer „Geheimtruppen“ – lange bevor Mali überhaupt in den Blick der Öffentlichkeit geriet, siehe Spiegel:

Eine französische Elitetruppe ist schon seit Monaten in Mali. Die „Forces Spéciales“ wurden bereits im Herbst 2012 still und heimlich stationiert. Sie gelten als Experten für heikle Operationen. Eines verhinderten sie aber offenbar nicht: dass malische Soldaten gegen Menschenrechte verstoßen.

Nun – Menschenrechte scheinen schon lange nicht mehr im Fokus der „demokratischen“ Streitkräfte des Westens zu stehen. Wir kämpfen eher gegen den „Terrorismus“ – Arm in Arm mit einer massenmordenden Soldateska, die ansonsten zu nichts zu gebrauchen ist – siehe Zeit:

Die malische Armee gilt als schwach und nicht in der Lage, alleine zurückeroberte Gebiete zu halten.

Aber ich verstehe langsam, warum die Journaille angewiesen wurde, jede Art von Theorienbildung in politischer Hinsicht mit dem Etikett „Verschwörungstheorie“ zu versehen und zu unterdrücken: die Auftraggeber der Journalisten haben verdammt viel zu vertuschen.

Mehr jedenfalls, als ich erwartet hätte.

Wo kämen wir auch hin, wenn wir erfahren würden, das – laut dem Bundeswehrmagazin Y.de am 9.August 2012 noch ein deutscher Stabsoffizier, ein Offizier und fünf Unteroffiziere mit Portepee in Mali stationiert waren – und andere im Senegal, Kenia, Ghana, Nigeria, Djibouti, Äthopien, Tansania und Namibia.

Wir würden ja nachher noch glauben, das gute alte Afrikakorps wäre wieder aktiv.

 

 

 

 

Auch Handys können Morden

Im Jahr 1885 wurde auf der Kongo-Konferenz in Berlin der belgische König Leopold II. als Herrscher über den Kongo eingesetzt. Damit begann eine beinahe beispiellose Geschichte von Ausbeutung und Verfolgung mit millionenfachem Mord an der Bevölkerung, deren Auswirkungen bis heute reichen. Denn Leopold verwandelte das an Bodenschätzen reiche Land in ein gigantisches Arbeitslager. Als man ihm den Kongo 1908 wieder entzog, hatte er schätzungsweise über eine Milliarde Dollar Gewinn aus seiner Kolonie gezogen – rund 10 Millionen Menschen verloren dabei ihr Leben.

Wer weiteres über das barbarische Vorgehen dieses Königshauses wissen möchte sollte im Netz nach der Video -Dokumentation „Schatten über den Kongo“ Googlen

König Leopold  II ist mittlerweile verstorben  jedoch die Barbarei geht weiter in Form von Ressourcensicherung. Großkonzerne plündern über Schatten und Tochtergesellschaften den Kongo aus. Das Kapital sucht sich neue Märkte um es Gewinnbringend anzulegen und so geschieht es weltweit das Millionen von Kindern  für die Rendite der Kapitaleigner ihr Leben lassen müssen.

Milleniumsgipfel – Gipfel der Schande und Unverschämtheit … und des fortgesetzten Kolonialismus

Das hatte sich ja schön angehört, damals, vor zehn Jahren:

Am 18. September 2000 verabschiedeten 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen mit der Millenniumserklärung einen Katalog grundsätzlicher, verpflichtender Zielsetzungen für alle UN-Mitgliedstaaten.[1]Armutsbekämpfung, Friedenserhaltung und Umweltschutz wurden als die wichtigsten Ziele der internationalen Gemeinschaft bestätigt. Das Hauptaugenmerk lag hierbei auf dem Kampf gegen die extreme Armut: Armut wurde nicht mehr nur allein als Einkommensarmut verstanden, sondern umfassender als Mangel an Chancen und Möglichkeiten.

Reiche wie auch arme Länder verpflichteten sich die Armut drastisch zu reduzieren und Ziele wie die Achtung der menschlichen Würde, Gleichberechtigung, Demokratie, ökologische Nachhaltigkeit und Frieden zu verwirklichen.

Im Vergleich zu früheren Entwicklungsdekaden sind die Ziele umfassender, konkreter und mehrheitlich mit eindeutigem Zeithorizont versehen. Außerdem ist zu erwähnen, dass sich nie zuvor neben Regierungen auch Unternehmen, internationale Organisationen aber auch die Zivilgesellschaft so einstimmig zu einem Ziel bekannt haben und sich einig sind, dass der Ausbreitung der Armut Einhalt geboten werden muss.

Oberstes Ziel war die globale Zukunftssicherung, für die vier programmatische Handlungsfelder festgelegt wurden:

Jetzt – zehn Jahre später – wird eine „Halbzeit“ ausgerufen. Merke: fünfzehn geteilt durch zwei gleich zehn. So macht nicht nur Merkel Mathematik, sondern auch die UNO.

Kein Wunder, das man den statistischen Daten der UNO wenig trauen kann, erst recht nicht der spontanen Reduzierung der Hungertoten pünktlich zum Gipfel. Die zählt doch sowieso keiner  – oder denkt da jemand, da laufen Blauhelme mit Stift und Notizblock durch die Welt und haken jede Leiche ab? In Zonen, wo der Hunger herrscht, gibt es schlichtweg keinen, der Lust hat, sich um solche Kleinigkeiten zu kümmern – deshalb muß man schätzen. Hätte man 2007 mal nachgeschaut – also zu dem Zeitpunkt, wo die für Normalbürger Halbzeit gewesen wäre, dann hätte man merken können, das die jetzt vielgelobte Effektivität der UNO nicht so deutlich zu erkennen gewesen wäre.

Die Zahl der hungernden Menschen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, steigt jedoch langsamer als die Bevölkerung an: 1990 waren es etwa 822 Millionen, im Jahr 2008 etwa 963 Millionen Menschen.[1] Am 19. Juni 2009 berichtete die BBC, dass nun offiziell eine Milliarde Menschen hungern.[2] Das ist etwa jeder siebente Mensch auf der Erde. Jedes Jahr sterben etwa 8,8 Millionen Menschen, hauptsächlich Kinder, an Hunger, was einem Todesfall alle 3 Sekunden entspricht (Stand 2007).[3]

Quelle: Wikipedia

Aufgrund dieser Entwicklung hat zum Beispiel Attac gravierende Kritik an dem Gipfel geübt:

Frankfurt (epo.de). – Das globalisierungs-kritische Netzwerk Attac hat aus Anlass des UN-Millenniums-Gipfels das Versagen der Staatengemeinschaft bei der Bekämpfung von Hunger und extremer Armut kritisiert. „Das Problem sind die ungerechten Welthandelsstrukturen, die marktradikale Ideologie der mächtigsten globalen Institutionen, die geringe Bereitschaft der Regierungen der reichen Länder, einen ernsthaften Beitrag zu leisten, und die hoffnungslose Abhängigkeit der Länder des globalen Südens“, sagte Steffen Stierle vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.

Quelle: Epo

Gerade Afrika leidet enorm unter dem Hunger … dabei ist Afrika ein extrem reiches Land. Die haben nicht nur Hunger, die haben auch Öl, Gold und Diamanten. Einfach mal nachfragen: Afrika ist viel reicher als Europa. Die bräuchten überhaupt keine Hilfe – immerhin leben dort schon seit vier Millionen Jahren Menschen – Menschen, die wir in ihrer Kultur als vorbildlich darstellen könnten, denn ihr  „ökologischer Fußabdruck“ ist weitaus zukunftsverheißender als unser.

Schauen wir uns doch mal die „armen“ Afrikaner an:

Erdöl ist das wichtigste Exportprodukt Afrikas (42% aller Exporte). Gold, Diamanten und Metallerze machen 14,5% des Exports aus Afrika aus.

Zudem findet man in Afrika etwa 20 – 40% der weltweiten Uranvorkommen, über 80% der Platin-, etwa 40% der Vanadium-, über 80% der Mangan, ca. 50% der Kobalt-, über 80% der Chromit- und etwa 18% der Titanvorkommen.

Generell ist zu sagen, dass Europa viel weniger Bodenschätze besitzt als Afrika. Die Verarbeitung oder Weiterverarbeitung von Rohstoffen ist aber in Europa weiter verbreitet. In Afrika ist dies, aus finanziellen Gründen, bisher nur eingeschränkt möglich.

Diese Daten stammen aus dem Schulunterricht – aus einer Seite eines Gymnasiums in München. Man darf also davon ausgehen, das auch Frau Merkel und Herr Niebel über solche Informationen verfügen können.

Afrika ist schwerreich – braucht den ganzen Krempel aber nicht. D.h. … es könnte ihn wohl gut gebrauchen, um den Hunger seiner Kinder zu lindern – aber da kommen wir zum Kernproblem. Würde Afrika das tun können, dann … würden bei uns die Lichter ausgehen. Unser Reichtum, der Reichtum unserer Konzerne, beruht darauf, das wir die Rohstoffe Afrikas für einen Cent einkaufen und für tausend Euro verkaufen – eine einfache Rechnung. So wird man Leistungsträger, das ist die wahre Macht des Handels in unserer Zeit – und so schafft man auch die 25% Rendite.

Dafür sterben Kinder in Afrika. Das ist auch seit Jahrzehnten bekannt, zum Beispiel hier:

Afrika, Europas Nachbarkontinent, versinkt im Chaos und geht an irrwitzigen Bürgerkriegen zugrunde, ohne dass dies die abgebrühte Öffentlichkeit der Industrieländer sonderlich bewegt. Dabei sind es gerade westliche Industriekonzerne und Geheimdienste, die zahlreiche dieser Konflikte schüren, um so noch besser an die afrikanischen Bodenschätze heranzukommen.

Während afrikanische Staaten zu Zeiten des Kalten Krieges wenigstens als vorgeschobene Basis einer der beiden Supermächte dienen und ihre Haut in Stellvertreterkriegen teuer verkaufen konnten, sind nach dem Fall der Sowjetunion einer grenzenlosen Ausbeutung Tor und Tür geöffnet. »Gemessen an der Raffgier und der Menschenverachtung dieses hemmungslosen ‘Wild-West-Kapitalismus’ erscheint das europäische Kolonialsystem von einst in einem beinah milden Licht«, so der deutsche Journalist Peter Scholl-Latour. In seinem Buch Afrikanische Totenklage prangert er die Schattenseiten einer Globalisierung an, deren Bedingungen einzig von den Mächtigen und Reichen diktiert werden. Er wählt dazu mit Bedacht, um nicht des Antiamerikanismus geziehen zu werden, die Worte des amerikanischen Publizisten William Pfaff: »Man erzählt uns heute, Globalisierung bedeute Fortschritt, Erziehung, Wohlstand und wirtschaftliche Modernisierung. Das ist nur die halbe Wahrheit. Gleichzeitig beschert sie der ‘Dritten Welt’ gesellschaftliche und politische Zerrüttung, die Vernichtung der kulturellen Grundwerte, den Ruin ihrer unterlegenen Industrie und Landwirtschaft.« Kein Wunder, dass die Afrikaner z. B. an der Elfenbeinküste die Globalisierung als »mal américain« bezeichnen, als »amerikanische Krankheit«

Am deutlichsten wird dieses Übel am Kongo. Diese fast unerschlossene Landmasse, sechseinhalbmal so groß wie Deutschland, ist im Laufe eines fünfjährigen Bürgerkrieges, eines »afrikanischen Weltkrieges«, in dessen Verlauf mehr als zwei Millionen Menschen starben, von seinen Nachbarn fast vollständig aufgeteilt worden: Truppen aus Ruanda, Uganda, Angola, Simbabwe und Namibia stehen im Land und halten die wichtigsten Rohstofflager – Gold, Diamanten, Kupfer, Coltan – besetzt, deren Ausbeutung sie westlichen Firmenkonsortien überlassen. Ähnliches gilt für Angola oder den Sudan.

Würden wir nicht Wert auf billige Rohstoffe legen, ohne die unser Bundeshaushalt, unsere Wirtschaft und unser Bruttosozialprodukt sehr armselig aussehen würde, dann gäbe es das Problem Hunger nicht mehr.  Das weiß auch jeder.

Ein schönes Beispiel ist auch Nigeria, der sechstgrößte Erdölproduzent der Welt. Fernab von der superheilen Welt der Ölscheichs geht es den Ölnegern schlecht, siehe Wikipedia

Schwerste Schäden entstanden im Nigerdelta durch die seit 37 Jahren andauernde Erdölförderung.[2] Wasser und Luft sowie Nahrungsmittel sind verseucht.[3]

Geschützte Gebiete sind 3,22 % der Landesfläche.

Bei Explosionen von Ölpipelines sind in den letzten Jahren immer wieder zahlreiche Menschen getötet worden.[4]

Bei einer Explosion einer Ölpipeline bei Abule Egba am 26. Dezember 2006 wurden etwa 500 Menschen getötet.[5] Eine Explosion der Iljegun Ölpipeline am 16. Mai 2008 fordert etwa 40 Todesopfer.[6] Im Mai 2010 tritt aus einer Erdöl-Pipeline sieben Tage lang insgesamt eine Million Gallonen Öl aus und zerstört damit einen der größten Mangrovenwälder der Erde.[7]

Wer will, kann sich mal detalliert mit dem Wirken der Korporatokratie im Niger auseinandersetzen, mit dem Schicksal des Bürgerrechtlers Ken Saro Wiwa.

Kritiker warfen der in Nigeria engagierten Royal Dutch Shell – Gruppe eine Mitschuld am Tode des Schriftstellers und Ogoni-Führers sowie acht seiner Mitstreiter vor. Außerdem wird dem Unternehmen vorgeworfen, die Umwelt im Niger-Delta verwüstet und die Lebensgrundlagen der dort lebenden Menschen erheblich beeinträchtigt zu haben. Am 9. Juni 2009 verglich sich der Konzern außergerichtlich mit den Hinterbliebenen von Ken Saro-Wiwa und den anderen 8 Hingerichteten und zahlte 15,5 Millionen US$, um nicht vor einem US-Bezirksgericht wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt zu werden.[1]

15,5 Millionen gezahlt, Welt beruhigt, Geschäft läuft weiter.  Gehe ich in ein Geschäft -sagen wir Aldi – entnehme dort Waren für 10000 Euro, zerschlage die Einrichtung, erschieße einen Mitarbeiter und zahle dann als Straße 1,5 Cent … dann werde ich auch reich. Ich – und alle, die mir bei dem Coup helfen. So läuft halt das Geschäft.

Das alles hätte man bei dem Gipfel einmal zur Sprache bringen können. Stattdessen vergnügt man sich mit Statistiktricks, wie hier bei Spiegel-online zitiert:

Eine Erfolgsstory sind die Uno-Ziele dennoch nicht. Noch immer lebt mehr als eine Milliarde Menschen in extremer Armut. Noch immer leidet laut Unicef jedes vierte Kind unter fünf Jahren an Untergewicht. Noch immer stirbt nach Angaben der Welthungerhilfe jede Minute eine Frau bei der Geburt ihres Kindes.

Die Erfolgsmeldungen bei der Armutsbekämpfung basieren zudem zum Teil auf einem Statistik-Trick: Ausgangspunkt der sinkenden Quote ist das Jahr 1990. Doch gerade in den neunziger Jahren machten China und Indien bei der Reduzierung des Armenanteils gewaltige Sprünge. Entsprechend gut fällt die Statistik aus, obwohl sich die Lage in Ländern wie Kongo, Simbabwe oder Afghanistan kaum gebessert hat.

Andere Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig. So verkündete die Uno vergangene Woche in einer Presseerklärung, 2008 seien rund ein Drittel weniger Mütter gestorben als 1990. Doch für die frühen neunziger Jahre gebe es gar keine aussagekräftigen Daten zur Müttersterblichkeit, sagte William Easterly, Ökonom an der New York University, der „Financial Times“.

Vor dem Hintergrund wirkt Dirk Niebel geradezu absurd, hier im Handelsblatt:

Den Empängerstaaten warf er vor, sich zu sehr auf Hilfe von außen zu verlassen. So gebe es manche Länder, die reich an Bodenschätzen seien. Die finanzielle Ausbeutung dieses natürlichen Reichtums gehe jedoch oft genug an der Staatskasse vorbei, da in keine eigenen Steuern erhoben würden.

Die sind nicht nur reich an Bodenschätzen. Die haben auch reichlich Nahrung … allerdings haben sie auf Drängen der Weltbank Monokulturen wie Kaffee und Baumwolle angepflanzt anstatt ihr eigenes Essen anzubauen. Bei Baumwolle können sie nicht die Preise zahlen, die die vom Steuerzahler subventionierten us-amerikanischen Baumwollproduzenten auf dem Weltmarkt bieten können, bei Kaffee werden sie brutal gegen Mittelamerika ausgespielt – damit wir alle jeden Morgen billigsten Kaffee bekommen. 2,35 Euro für 500 Gramm bei Lidl. 23,50 Euro währen wohl mindestens angemessen für ein Produkt, das eine weite Reise hinter sich hat, auf der es die Umwelt nachhaltig zerstört und den Bauern genug Geld geben würde, damit sie außer dem Kaffee auch noch Lebensmittel zum Essen haben.

Er reise mit einem Bund von Schlüsselbotschaften nach New York, erklärte der FDP-Politiker: „Dazu gehört, dass wir gute Regierungsführung, den Schutz der Menschenrechte und geeignete Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Privatinitiative in unseren Partnerländern fördern und unsere Entwicklungszusammenarbeit wirksamer gestalten.“

So Niebel bei N24

Vielleicht sollte er das lieber in seinem eigenen Heimatland fördern, denn die weltweite Entwicklung erreicht auch Deutschland – wenn auch viel schwächer als die afrikanischen Staaten:

Wie Ursula von der Leyen Hartz IV umkrempelt

Das Arbeitslosengeld II ist künftig an Preise und Löhne gekoppelt. Zudem können Strafen einfacher verhängt werden.

Auch die Übernahme der Wohnkosten wird in dem Gesetz neu geregelt. Künftig sollen die Kommunen innerhalb eines vom Ministerium gesteckten Rahmens selbst bestimmen können, bis zu welcher Wohnungsgröße und Miethöhe sie die Kosten der Hartz-IV-Empfänger übernehmen. Sie sollen sich dabei am untersten Ende des örtlichen Mietspiegels orientieren. Die Kommunen sollen auch Pauschalen auszahlen können. Darauf hatte insbesondere die FDP gedrungen.

Mit der Neuregelung dürften Sanktionen von den Jobcentern einfacher verhängt – und vor Gericht auch durchgesetzt werden können.

…berichtet heute die WELT.

So kommt die Armut der Dritten Welt, der Hunger und die Obdachlosigkeit nach Deutschland – per Gesetz. Von wegen „Milleniumsziele“. Früher durfte man das noch Augenwischerei nennen, heute ist das „Marketing“, um die wahre Entwicklung zu verschleiern:

Doch nicht jede Arbeit ist eine gute Arbeit  –  1,4 Milliarden Menschen, etwa die Hälfte aller Arbeitenden weltweit, verdienen weniger als zwei Dollar am Tag. Sie haben zwar Arbeit, können von ihr aber nicht leben. 80 Prozent der arbeitenden Menschen sind ohne ausreichenden sozialen Schutz. Und die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Nord und Süd, zwischen Gewinnern und Verlierern der Globalisierung, wächst weiter. Sie hat inzwischen längst auch die Menschen in den Industriestaaten erreicht. Auch dort schreitet die Prekarisierung der Arbeit voran, werden soziale Rechte abgebaut, gibt es immer mehr Menschen, die sich und ihre Familie von ihrer Arbeit nicht mehr ernähren können.

Quelle: Gute Arbeit, Stand Juni 2010

Die andere Seite ist … die Entwicklungshilfe.

Und so engagiert unsere Entwicklungshelfer auch sind … mit ihrer finanziellen Ausstattung sorgen sie in der Dritten Welt vor allem für eins: Neid. Viele reiche Besserwisser demonstrieren dem Neger, was man sich von dem Geld für seine Bodenschätze alles kaufen kann – 1335 Euro im Monat (Anfangsgehalt, unverheiratet, keine Kinder, ohne Zusatzleistungen) sind für Menschen mit 60 Dollar im Monat ein unermeßlicher Reichtum. Was würden wir von „Entwicklungshelfern“ halten, die 1,2 Millionen Euro im Jahr verdienen?

Leistungen für Entwicklungshelfer (EH)

Zur Sicherung des Lebensbedarfs erhalten Entwicklungshelfer unanhängig von Alter, Beruf und Berufserfahrung weltweit ein einheitliches Unterhaltsgeld. Berücksichtigt werden die familiäre Situation und die Dienstzeit. Das Unterhaltsgeld wird jährlich entsprechend den gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst und staffelt sich in drei Stufen je nach erreichter Dienstzeit (Einsatzzeit). Nach Stufe I werden Erst-Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer vergütet. Die nächsten Stufen werden nach je zwei weiteren Dienstjahren erreicht. Gegebenenfalls wird ein Kaufkraftausgleich (KKA) gezahlt, der eine ausreichende Kaufkraft in Partnerländern mit hohem Preisniveau garantieren soll.

Das Unterhaltsgeld wird ab Aufenthalt im Partnerland ohne Lohnsteuerabzug ausgezahlt. Nur bei Vorliegen steuerlicher Auflagen erfolgt ein Lohnsteuerabzug (sonstige Einkommen z.B. aus Kapitalvermögen, Beibehaltung eines inländischen Wohnsitzes, etc).

Zusätzlich zum Unterhaltsgeld wird die Unterkunft im Partnerland gestellt bzw. die Mietkosten übernommen. Der DED zahlt außerdem Pauschalen für die Ausstattung und Einrichtung der Unterkunft im Partnerland, für die Möbeleinlagerung in der Heimatstadt und für den Transport des Reisegepäcks.

Weiterhin leistet der DED eine jährliche Sonderzahlung und gewährt zum Vertragsende eine steuerfreie Wiedereingliederungsbeihilfe.

Darüber hinaus übernimmt der DED die Kosten für:

  • die mehrmonatige Vorbereitung der EH in Deutschland und im Partnerland
  • die Rentenversicherung der EH
  • die Krankenversicherung der EH und der Familienangehörigen
  • eine Anwartschaftsversicherung für die Vertragsnehmer und ggf. Ehepartner in ihrer bisherigen Krankenkasse und Pflegeversicherung
  • eine Unfallversicherung für die mitausgereisten Familienangehörigen
  • eine Versicherung der persönlichen Habe (kombinierte Hausrat- und Reisegepäckversicherung) für die EH und für die mitausgereisten Familienangehörigen
  • eine Haftpflichtversicherung für alle Familienangehörigen
  • Gesundheitsvorsorge
  • den Schulbesuch der Kinder im Partnerland (90 %, max. 8.000 € pro Kind und Jahr)
  • Hin- und Rückflug
  • einen Heimaturlaubsflug nach dem 2., 4., 6. usw. Dienstjahr für alle mitausgereisten Familienangehörigen, falls die Restvertragszeit noch mindestens 12 Monate beträgt

Nach der Rückkehr haben EH ggf. Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Quelle DeD

Afrikaner selbst wissen, das Entwicklungshilfe die Fortsetzung des Kolonialismus mit anderen Mitteln ist:

„Wir müssen die Entwicklungshilfe sofort und komplett stoppen“, fordert der kenianische Ökonom. „Wir können uns selbst helfen.“ 2001 hat der 37-Jährige deshalb in Kenias Hauptstadt Nairobi die Denkfabrik „Inter Region Economic Network“ (IREN) gegründet. Entwicklungshilfe, so lautet seine Argumentation, hat Afrika ärmer und korrupter gemacht und Bürokratie und Abhängigkeit gefördert.

„Daran sind wir in erster Linie selbst schuld“, meint Shikwati. Aber die gewaltigen Finanzströme hätten Fehler wie Verstaatlichungen oder Machtmissbrauch noch verstärkt. Den Geldgebern gehe es auch nicht um Mildtätigkeit. „Sie zahlen aus strategischen Gründen, das war schon im Kalten Krieg so“, sagt er. „Heute geht es nicht mehr um Ideologie, sondern um den Zugang zu Märkten und Rohstoffen und um Vorherrschaft.“ Den Nichtregierungsorganisationen (NGO) wirft Shikwati Eigennutz vor. „Das ist ein richtiges Geschäft“, sagt er. „Sie sammeln für sich selbst Gelder ein, wir aber treten auf der Stelle.“ Statt zu helfen, schrecken die Hilfsorganisationen Touristen und Investoren mit ab, indem sie ein negatives Bild Afrikas vermitteln, so Shikwati.

Quelle: NTV

Würden sich die Staaten in New York darauf verständigen, ihre Ausbeutungsindustrie zurückzuhalten, so bräuchte Afrika keinen einzigen Cent von uns. Im Gegenteil – sie könnten uns was spenden. Stattdessen droht denen nun Schlimmeres:

Merkel sprach von einem „neuen Miteinander“ zwischen Geber- und Empfängerländern. Berücksichtigt werden müssten die Wünsche der Entwicklungsländer, diese würden aber auch „in stärkerem Maße in die Verantwortung“ gezogen.

Quelle: Süddeutsche

Heist auf Deutsch: die Wirkungsgrad der Korporatokratie in den Ländern soll erhöht werden. Geht ja nicht an, das die Konzerne immer weiter so hohe Bestechungsgelder zahlen müssen und das die Neger immer weiter Öl aus den Pipelines für sich selber abzapfen. Dafür schicken wir denen jetzt Entwicklungshelfer, die noch präziser darauf schauen, das „die“ auch machen was „wir“ sagen, sonst kriegen „die“ von dem Gewinn, den wir aus „ihren“ Rohstoffen ziehen einfach noch weniger ab.

Nochmal zur Erinnerung:

Reiche wie auch arme Länder verpflichteten sich die Armut drastisch zu reduzieren und Ziele wie die Achtung der menschlichen Würde, Gleichberechtigung, Demokratie, ökologische Nachhaltigkeit und Frieden zu verwirklichen.

Vielleicht sollten wir erstmal in unserem eigenen Land damit anfangen, in dem nun die ersten Schritte zur weiteren Reduzierung der Lebenräume und Lebensgestaltung für Arbeitslose eingeleitet worden sind – auch wenn man die Verantwortung dafür geschickt den finanziell sehr knappen Kommunen übertragen hat. Unsere eigenen Mißstände bezüglich des Friedens und der menschlichen Würde wahr zu nehmen könnte uns die Verwunderung darüber ersparen, das nun sogar auch Frauen  – und sogar Anwältinnen – Amok laufen. Die Gewalt in Afrika hat die gleichen Ursachen – nur andere Dimensionen.


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