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Feindesland Deutschland – Aussichten und Konsequenzen

Feindesland Deutschland - Aussichten und Konsequenzen

Mittwoch, 3.7.2013. Eifel. Zunächst Grüße ich einmal unsere Freunde von den mitspeichernden Geheimdiensten, von deren Existenz ich immer wusste, über die ich mich aber nie zu sprechen gewagt  habe. „Antiamerikanismus“, „Verschwörungstheorie“ und was weiß ich nicht noch alles an modernen Pseudodiagnosen wären einem um die Ohren geschlagen worden hätte man sich nur in die Nähe dieses Themas gewagt. Das ist nicht ungefährlich: immerhin leben wir in Deutschland, einem Land, in dem man schon in die Psychiatrie kommen kann, nur weil man – wie im Fall Gustl Mollath – über heute überall bekannte krumme Geschäfte einer Bank berichtet. Wir sind da immer noch gründlich.

Um Verschwörungstheoretiker zu werden, braucht man sich heutzutage nicht viel Mühe zu machen: es reicht schon, wenn man ein Gedächtnis hat. So etwas ist zwar selten geworden in der „Fit-for-Job“-Spaßgesellschaft, die wir nach US-Vorbild seit „Dallas“-Zeiten gezielt auch in Deutschland implementiert haben, aber manche leisten sich noch eins: Sascha Lobo gehört dazu. In einer aktuellen Kolumne für den Spiegel zitiert er einen 15 Jahre alten Artikel:

Amerikas geheimster Geheimdienst, die National Security Agency (NSA), lauscht weltweit und rund um die Uhr, ganz besonders in der Bundesrepublik. Von alliierten Sonderrechten ermächtigt und durch Gesetze geschützt, von […] elektronischen Schutzschilden umhüllt, hat sich die NSA zu einer Monsterorganisation entwickelt, die in einem politischen Vakuum weitgehend nach eigenem Gutdünken operiert.

Die Agentur ist auch nicht zufällig zu jenem Monster geworden, dass sie nun darstellt. Das war ein gezielter, undemokratischer Akt:

Einen solchen Freibrief für die NSA hatte der damalige US-Präsident Harry S. Truman wohl im Sinn, als er am 24. Oktober 1952 seine Unterschrift unter ein siebenseitiges Schriftstück setzte, dessen Wortlaut bis heute geheim ist. Das Memorandum des Präsidenten bedurfte nach amerikanischem Recht keiner Zustimmung des Kongresses. Mit der Geheimorder wurde die NSA gegründet. […] Der Auftrag an die NSA lautete verkürzt: Spionage zugunsten der USA in allen Fällen von nationalem Interesse – politisch, militärisch und wirtschaftlich.

Man sieht also: die alten Geschichten der UFO-Gläubigen, die Mythen um Majestic 12 haben einen ganz realen Ursprung. Ebenso gibt es für all die Anhänger von Verschwörungstheorien jeder Art einen handfesten Grund, so überkritisch und besonders aufmerksam zu sein: in ihrem eigenen Land existiert eine Superbehörde, eine „Monsterorganisation“ die jenseits aller politischen Kontrolle die Welt gestaltet, wie es ihr gefällt: Hauptsache, die US-Wirtschaft hat einen Nutzen davon.

Nun gibt es ein großes mediales Getöse um die Vorfälle, das sicher auch seine Berechtigung hat.

Hört man aber genauer hin, so hat dieses Getöse hauptsächlich einen Sinn: von dem wahren Skandal abzulenken.

Die Tagesschau – Leitmedium Nr. 1 – sagt uns Deutschen unverblümt, was wir zu tun haben:

Alle, die jetzt laut „Skandal“ schreien, müssten beim nächsten Terroranschlag auf deutschen Boden, der eben nicht verhindert wurde, weil man ja keine Informationen aus dubiosen Geheimdienstquellen wollte, den Rücken gerade machen und sagen: Das ist der Preis.

Das Abhören von EU-Botschaften und EU-Vertretungen, die Speicherung unserer E-Mails und Telefonate dient nur unserem eigenen Schutz. Wollen wir das nicht akzeptieren, dann sprengt man eben so lange Menschen an Bahnhöfen in die Luft, bis wir das endlich kapieren.

Eine ähnliche Strategie findet man im Handelsblatt, der Nr. 1 der Wirtschaftsmedien. Mit einem kecken „Na und ?!“ will man dort das Thema beenden.

Dabei ist der eigentliche Skandal nicht die Tatsache, wie skrupellos und kriminell ein außer Rand und Band geratener Inlandsgeheimdienst die Grundfesten der Demokratie auch im Ausland zersägt.

Der eigentlich Skandal, von dem alle ablenken wollen, ist: Deutschland muss sich bewusst werden, dass es immer noch (oder: wieder) FEINDLAND geworden ist.  Jakob Augstein erwähnt es in seiner Spiegel-Kolumne:

Ähnlich eifrig wie in China, dem Irak und Saudi-Arabien überwachen die Amerikaner in Deutschland. Genau 50 Jahre nach Kennedys Ich-bin-ein-Berliner-Rede müssen wir einsehen: Wir sind ein Ziel, keine Verbündeten. Hier zerbricht ein deutsches Weltbild.

Das in China überwacht wird, ist klar: das ist das neu auserkorene Reich des Bösen. Die Cowboys brauchen halt ihre Indianer, sonst können sie nicht helfenhaft um sich schießen.

Das der Irak überwacht wird, ist klar: auf keinen Fall dürfen sich dort Strömungen etablieren, die den US-Interessen entgegenstehen. Hier hat man nach dem Einmarsch auch eine besondere Verantwortung.

Das Saudi-Arabien überwacht wird, ist klar: die Familie von Osama bin Laden ist dort zu Hause, die meisten der offiziellen Attentäter vom 11.9.2001 kamen von dort. Außerdem befindet sich das Land im Krieg mit Israel, ein Zustand, den deutsche Medien gerne ausblenden, weil er nicht ins offizielle Bild passt.

Aber Deutschland, dass demokratische Musterland Europas? Klar, wir hatten auch einen Diktator, wurden auch befreit – aber das ist bald siebzig Jahre her! Wir tragen alle Jeans, essen bei McDonalds, kaufen bei E-Bay und Amazon, schauen brav jeden Propagandafilm aus Hollywood, bomben mit in aller Welt und stehen unserem großen Bruder als Hilfstruppen mit Flugzeugen, Schiffen und Bodentruppen überall und jederzeit zur Verfügung! Wir haben US-Unternehmensberater in unsere Firmen gelassen und ihre Sicht der Dinge auswendig gelernt, wir haben unseren Sozialstaat nach US-Vorbild abgebaut und sogar angefangen, unsere Gefängnisse nach US-Vorbild zu privatisieren (wie den Rest der Staatswirtschaft auch). Wieso sind wir dann noch Feindesland?

Ja, wir sind nicht nur „Ziel“. Wir sind FEIND. Das ist eine äußerst unbequeme Wahrheit, vor allem, weil Generationen von Deutschen versucht haben, alles richtig zu machen um genau das zu vermeiden.

Warum wir Feind sind, erklärt Dirk Müller in einem Interview für das Handelsblatt:

Ich glaube, dass hier geostrategische Interessen im Spiel sind. Gehen wir ein paar Jahre zurück: Der Euro war auf dem besten Wege, den Dollar als Leitwährung anzugreifen. Davor hat unter anderem Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman gewarnt. Aus Sicht der Amerikaner wäre es fahrlässig gewesen, nichts dagegen zu tun. Amerika ist existenziell darauf angewiesen, dass der Dollar die Leitwährung der Welt bleibt. Weltweit gibt es Öl fast ausschließlich gegen US-Dollar. Wenn es hierdurch nicht eine beständige Nachfrage nach US-Dollar geben würde, würde das amerikanische Modell überhaupt nicht mehr funktionieren. Die Frage ist nicht: Kann es sein, dass die Amerikaner etwas gegen den Euro haben? Sondern: Ist es realistisch, dass sie tatenlos zuschauen, wie der Euro den US-Dollar als Weltleitwährung gefährdet.

Noch Fragen?

In seinem Film „Kapitalismus – eine Liebesgeschichte“ erwähnt Michael Moore nebenbei, wie überaus nützlich es war, dass im Krieg die deutschen und japanischen Autoindustrien zerstört wurden: so konnte die US-Industrie nach dem Krieg enorm wachsen.

Viele Jahre später droht der US-Wirtschaft wieder Gefahr aus dem Osten: Europa wird zu einem gewaltigen Konkurrenten, der Euro gefährdet den Dollar – deshalb muss er vernichtet werden.  Ist auch nicht persönlich gemeint – es geht nur ums Geschäft. Die stärkste Wirtschaftsnation Europas? Deutschland – und damit der Hauptfeind. Von hier aus kann man – entsprechenden Einsatz vorausgesetzt – die ganze EU vernichten. Entsprechendes hatte man zuvor in Argentinien erprobt.

Zu weit gedacht?

Nicht weit genug.

Kann sich noch jemand an die Mittelmeerunion erinnern? Von Sarkozy 2007 initiiert, hätte sie Nordarabien und Südeuropa miteinander verzahnt – auf eine recht elegante Art und Weise sogar völlig neue Perspektiven für Palästina eröffnet … und die USA aus dem Norden Afrikas herausgedrängt. Sechs Jahre später sind Tunesien, Lybien, Ägypten und bald auch Syrien vernichtet, Spanien, Italien, Griechenland, Zypern und Portugal wirtschaftlich ruiniert, der Einfluss der USA in Nordarabien durch islamistisch gefärbte Rebellenbanden enorm gewachsen.

Zufall?

Vielleicht. Aber wenn wir eine monströse Macht im Hintergrund wissen, die gerne nichts dem Zufall überlässt, wird der Zufall unwahrscheinlicher.  Ist die Macht aber wirklich „monströs“? Ist diese Wertung nach dem „gut“ und „böse“-Schema nicht hoffnungslos veraltet?

Vielleicht – aber eine Gruppe von Menschen, die „millionenfachen Rechtsbruch“ (auch gegen Nachbarn, Freunde und Verbündete) begeht (siehe Spiegel), kann man zurecht als böse – und ziemlich psychopathisch – definieren, ohne großartig moralisch zu werden.

Man stelle sich nur vor, wie groß das Geschrei gewesen wäre, wenn Nordkorea, Russland oder der Iran in diesem Umfang in Deutschland „aktiv“ gewesen wären – und man sollte sich jetzt mal vor Augen halten, wie das Weltbild jener NSA-Verantwortlichen aussieht, die in Deutschland ein wichtigeres Angriffsziel sehen als in diesen klassischen „Feindstaaten“.

Es sind jene Menschen, mit denen die Amerikaner selber unangenehme Erfahrungen machen – und es gibt sie nicht nur beim NSA, sondern auch bei der CIA, dem FBI oder der neu gegründeten „Homeland Security“ (neben den vielen anderen „Diensten“, die dort noch aktiv sind).

„Journalisten, die sich mit der Regierung und der militärischen Macht anlegen, sterben oft unter mysteriösen Umständen.“

So zitiert die Frankfurter Rundschau die US-Plattform „Infowars“ in bezug auf den tödlichen Unfall, bei dem der Enthüllungsjournalist Hastings bis zur Unkenntlichkeit verbrannte … obwohl wir ja wissen, dass diese „Auto-brennt-nach-Unfall-Geschichte“ nur höchst selten auftritt.

Natürlich überwachen sie auch das eigenen Land mit ihren Drohnen (siehe Spiegel) und morden mit dieser wachsenden Flotte von Terrorinstrumenten ungeniert in aller Welt herum – auch von Deutschland aus (siehe Tagesschau). Das schon allein ist Grund genug, Deutschland gezielt besser zu überwachen als Nordkorea. Noch besser ist es aber, wenn man sich dann dank gezielter NSA-Informationen die Sahnestücke der deutschen Industrie gezielt unter den Nagel reißen kann (siehe FAZ).

Der Feldzug gegen Deutschland jedenfalls war ein voller Erfolg – der Euro hat laut einer neuen EZB-Studie deutlich an Einfluss verloren (siehe Handelsblatt). Die Mittelmeerunion wurde zerschlagen, bevor sie überhaupt richtig loslegen konnte, wirtschaftlich ist Europa ein Wrack, das im Namen der Rendite von Goldman-Sachs nun völlig ausblutet: führend dabei auch die fünften Kolonnen des hemmungslos blinden Amerikanismus: Rotarier, Atlantik-Brücke, American Council of Germany, Deutsch-amerikanische Handelskammer und wie sie alle noch heißen.

Darf ich an Obamas Rede in Deutschland erinnern? Hier, zitiert aus dem Handelsblatt:

Wollen wir frei leben oder in Ketten? Unter Regierungen, die unsere Menschenrechte wahren oder unter Regimes, die diese unterdrücken. Wollen wir in einer offenen Gesellschaft leben, die die Unverletzbarkeit des Einzelnen achtet oder in abgeschotteten Gesellschaften, die die Seele ersticken?

Die Frage war rein rhetorischer Natur, wie in einer Nation von Verkäufern üblich.

Die NSA (samt den anderen Geheimdienstmonstren voller ungebremster krimineller Energie) hat diese Frage für uns schon entschieden. Wir leben schon in abgeschotteten Gesellschaften, die die Seele ersticken – in Form von Hartz IV, Jugendarbeitslosigkeit, Renditeterror, Arbeitsplatzunsicherheit, Zeitarbeit, massiver Staatsverschuldung, Bildungsarmut, Medienverblödung, Pressezensur, Netzwerkverschwörungen, minderwertiger Nahrung, beständiger Arbeitsbeschleunigung und fortschreitender Zerrüttung aller sozialer Strukturen – um nur ein paar der Erscheinungsformen des modernen Lebens zu nennen, die uns als ernst zu nehmende Konkurrenten auf den Weltmärkten mangels eigener Identität zunehmend ausschalten.

Berücksichtigt man dann noch die Folgen des Einsatzes der Massenvernichtungswaffe Derivate (siehe Neopresse), so wird schnell klar, dass wir Feindesland mit allen Konsequenzen geworden sind.

Und das ist der eigentliche Skandal: das man uns unsere Feinde tagtäglich als Freunde verkauft – und Freunde wie Edward Snowden als Feinde. Ja, ein „Verräter“ ist er in den Augen unseres Bundespräsidenten Joachim Gauck (siehe Zeit).

Gauck ist Mitglied der Atlantik-Brücke.

„Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ – so 2002 der damalig Vorstand Arndt Oetker in der Berliner Zeitung. 

Und so erklärt sich, warum die Medien in breiter Front von dem eigentlichen Thema ablenken: Deutschland ist wieder Feind der USA. Viele Deutsche arbeiten daran mit, dass es so bleibt.

Meine Lehre aus dem Husarenstreich der Geheimdienste?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein unkontrollierbares Geheimmonstrum innerhalb der USA ein paar New-Yorker Bürotürme aus taktischen Gründen in die Luft jagd, um sich jahrzehntelang weltweit enorme strategische Vorteile (auch wirtschaftlicher Art) zu sichern, erscheint mir deutlich größer als herkömmliche Verschwörungstheorien über nierenkranke, ehemals in CIA-Diensten stehende  saudi-arabische Millionäre, in von afghanischen Höhlen aus ohne Blutwäschegeräte mit saudi-arabischem Personal Anschläge auf der anderen Seite der Welt durchführen – im am besten gesichertsten Land der Welt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Monstrum auch in Deutschland mordet (siehe RAF-Phantom), scheint mir ebenfalls sehr hoch.

Immerhin sind wir Angriffsziel – ein Feindland Nr. 1. Noch vor Nordkorea.

Deutschland – der Schurkenstaat.

Schade, dass wir keine Konsequenzen aus dieser Erkenntnis ziehen werden, weil die Vasallen des Molochs über ihre „Freundesorganisationen“ schon längst alle zentralen Position in Deutschland besetzt halten. Sicher haben wir das auch bald wieder vergessen, die Medien arbeiten mit Hochdruck daran, überschütten uns mit Nebensächlichkeiten, spülen alles fort mit der üblichen deutschen Sauberkeit und Gründlichkeit.

Bald ist Kritik am Geheimdienstmoloch wieder Antiamerikanismus, der mit Psychiatrie nicht unter zwanzig Jahren bestraft wird.

Dabei fällt mir ein: ich hatte dieses Jahr schon drei Autopannen mit tödlichem Potential.

Da denke ich mir jetzt aber noch nichts bei.

 

 

 

 

Deutschland im Vierten Weltkrieg – und keiner merkts? Schön blöd, oder?

Dienstag, 5.3.2013. Eifel - und das ist auch gut so. Überall sonst herrscht nämlich Krieg. Weltkrieg. Ja, richtig: ein Weltkrieg, wir vor fast hundert Jahren. Nein, ich habe nichts getrunken - und ich weiß auch nicht, was die Frage soll! Sie leben doch mitten drin, bekommen ihn fast täglich in den Nachrichten (auch im Gott der Nachrichten, der Tagesschau) serviert, spüren seine Folgen auch am eigenen Leib - über jene Folgen, die ein leerer Geldbeutel so verursacht. Es ist aber nicht der dritte Weltkrieg, sondern der vierte. Ja, richtig. Wir sind mitten drin im vierten Weltkrieg, der schon vor vielen Jahren von der Finanzelite der USA geplant wurde und jetzt Schritt für Schritt vor den Augen aller abläuft. Damit meine ich nicht den Wirtschaftskrieg arm gegen reich, der sicherlich schon seit zweitausend Jahren läuft, sondern nur einen jener ganz normalen Weltkriege, wir er für "demokratische" Staaten in den letzten hundert Jahren so typisch geworden ist. Man muß auch nicht weit ausholen, um das zu verstehen. Es reicht, lesen zu können.

Dienstag, 5.3.2013. Eifel – und das ist auch gut so. Überall sonst herrscht nämlich Krieg. Weltkrieg. Ja, richtig: ein Weltkrieg, wir vor fast hundert Jahren. Nein, ich habe nichts getrunken – und ich weiß auch nicht, was die Frage soll! Sie leben doch mitten drin, bekommen ihn fast täglich in den Nachrichten (auch im Gott der Nachrichten, der Tagesschau) serviert, spüren seine Folgen auch am eigenen Leib – über jene Folgen, die ein leerer Geldbeutel so verursacht. Es ist aber nicht der dritte Weltkrieg, sondern der vierte. Ja, richtig. Wir sind mitten drin im vierten Weltkrieg, der schon vor vielen Jahren von der Finanzelite der USA geplant wurde und jetzt Schritt für Schritt vor den Augen aller abläuft. Damit meine ich nicht den Wirtschaftskrieg arm gegen reich, der sicherlich schon seit zweitausend Jahren läuft, sondern nur einen jener ganz normalen Weltkriege, wir er für „demokratische“ Staaten in den letzten hundert Jahren so typisch geworden ist. Man muß auch nicht weit ausholen, um das zu verstehen. Es reicht, lesen zu können.

James Woolsey, CIA-Direktor unter Clinton, schwadronierte von einem „Vierten Weltkrieg“, der auf jeden Fall „erheblich länger als der erste und zweite, wenn auch hoffentlich nicht länger als der kalte Krieg dauern werde. Für Woolsey ist eine Schlüsselposition beim Wiederaufbau des Irak vorgesehen. Der neue Weltkrieg, so Woolsey, richte sich „gegen drei Feinde: die religiösen Herrscher des Iran, die Faschisten des Irak und Syriens, und die islamischen Extremisten der al Quaede.“ Aber auch die Regime in Ägypten und Saudi-Arabien sollen nervös gemacht werden: „Wie wollen, das sie merken, dass dieses Land zum vierten Mal in hundert Jahren zusammen mit seinen Alliierten auf dem Marsch ist und das wir auf der Seite derjenigen sind, die ihr – die Mubaraks, die saudische Königsfamilie – am meisten fürchtet. Wir sind auf der Seite eurer eigenen Völker“ CNN, April 3, 2003, zitiert nach: Krysmanski, Hirten&Wölfe, Westfälisches Dampfboot, 4. Auflage 2012, Fußnote 123 Seite 124/125.

Gut – ob die eigenen Völker das wirklich auch so sehen würden, möchte ich erstmal so dahingestellt lassen.

Zum vierten Mal in hundert Jahren sind die demokratischen USA mit ihren Alliierten auf dem Marsch – das jedoch kann man so sehen. Zweimal gegen Deutschland, einmal gegen die Sowjetunion (inkl. Ostdeutschland) und jetzt … gegen den Rest der Welt.

Wir können aufatmen, wir sind diesmal dabei. Zum Beispiel in der Türkei. Dort stehen unsere Luftabwehrraketen, die die Türkei zwar nicht vor den Granaten der von der Türkei finanzierten Rebellen in Syrien schützen können, aber Syrien davon abhalten, sich mit ihrer Luftwaffe für Artilleriebeschuß seitens der Türkei zu „revanchieren“. Dafür halten unsere Jungs und Mädels dort unten den Kopf hin – und merken schnell, dass sie unerwünscht sind – das jedenfalls berichtet der Wehrbeauftragte des Bundestages aus der Türkei, siehe Spiegel:

Im Kern aber entsteht durch den Bericht von Königshaus der Eindruck, dass die türkische Armee die Deutschen absichtlich schikaniere. So unterbinde die türkische Seite jeglichen Kontakte ihrer Soldaten mit den Deutschen, wer gegen das Verbot verstoße, werde umgehend „gemaßregelt“. Von Kooperation ist offenbar wenig zu sehen bei dem gemeinsamen Nato-Einsatz. Als kürzlich ein deutscher Sanitäter seine türkischen Kollegen in ihrem Lazarett besuchen wollte, wurde er vom Lagerkommandeur regelrecht rausgeschmissen.

Das sind die „Alliierten“, mit denen wir jetzt zusammen in den vierten Weltkrieg marschieren. Ich darf doch vierter Weltkrieg sagen, oder? Ich meine: wir schreiben das Jahr 2013: Lybien wurde überrannt, Tunesien wurde überrannt, Ägypten wurde überrannt, Mali wurde überrannt, der Iran wird belagert und Syrien wird gerade überrannt – bald auch mit Hilfe unserer Steuergelder, siehe Spiegel:

Offiziell verlautete in der vergangenen Woche in Brüssel lediglich, neben „nicht-tödlicher Ausrüstung“ könnten die Mitgliedstaaten der Gemeinschaft den Rebellen zudem „technische Unterstützung“ anbieten. Nach SPIEGEL-Informationen haben die EU-Staaten aber intern klargestellt, dass damit auch die Ausbildung von Kämpfern an Waffen gemeint ist.

Wie würden Sie sich eigentlich fühlen, wenn das Saudische Königshaus islamische Rebellen in Berlin ausbilden würde, die hier für ich weiß nicht was kämpfen – vielleicht für eine bessere Integration der türkischstämmigen Mitbürger?

Man würde zurecht sagen: das ist ein kriegerischer Akt, eine vom Völkerrecht streng verbotene Einmischung in innere Angelegenheiten. Da gäbe es bei uns überhaupt keine Diskussionen. Wenn wir das aber machen … dann schweigt die ganze „freie“ europäische Presse auf einmal still.

„Wehrkraftzersetzung“ ist hier das Stichwort, das zählt. In der Herrschaftselite ist schon längst durchgesickert, das der vierte Weltkrieg mit voller Wucht angelaufen ist und sich erstmal über Nordafrika austobt. Die „Alliierten“ brauchen dort Kanonenfutter für das Endziel des Vormarsches.

Das Endziel ist schon jetzt zu erkennen: das reiche China, dessen glitzernde kommunistische Superstädte die verarmten Metropolen des Kapitalismus alt aussehen lassen. Was wäre wohl, wenn das Volk merken würde, das der Kommunismus nicht wie in der DDR enden muss?

Natürlich reden wir nicht von der Kriegsgefahr in Asien (d.h. … ich mache das schon regelmäßig, immer mal wieder), man muss an den Rand der Informationswelt gehen, dort, wo nicht nicht Parteidisziplin und Werbemaßnahmen die Grenzen der Berichterstattung aufzeigen. Die Sozialisten von WSWS tun sich da oft hervor:

Der ehemalige australische Premierminister Kevin Rudd erklärte in einem Artikel mit dem Titel “Ein maritimer Balkan des 21. Jahrhunderts?“ im Journal of Foreign Policy: „Die Zeiten in Ostasien sind nicht normal. Die Spannungen infolge gegensätzlicher territorialer Ansprüche im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer nehmen zu. Die Region ähnelt immer mehr einem maritimen Spiegelbild des Balkan vor hundert Jahren – einem Pulverfass auf dem Wasser. Nationalistische Stimmungen in der Region verringern den innenpolitischen Spielraum für weniger konfrontative Herangehensweisen… Sicherheitspolitisch knistert es in der Region wie seit dem Fall von Saigon 1975 nicht mehr…“

Der Balkan vor hundert Jahren – Startsignal für den ersten Marsch der USA und ihrer Alliierten.

Ähnlich argumentiert der Kommentator Gideon Rachman am 4. Februar in der Financial Times. In dem Artikel „Der Schatten von 1914 über dem Pazifik“ schreibt er: „Die flackernden Schwarz- Weiß-Filme von Männern, die im ersten Weltkrieg ‚zu weit gingen’, erscheinen so ungeheuer weit entfernt. Aber zu glauben, dass die heutigen Großmächte nicht wieder wie 1914 in einen Krieg stolpern werden, zeugt von zuviel Selbstzufriedenheit. Die Spannungen zwischen China, Japan und den USA sind ein Echo des schrecklichen Konflikts, der vor fast einhundert Jahren ausbrach.“

Natürlich braucht man auch einen „Vorfall“, eine gewisse „Hintergrundmusik“, eine gewissen „Grundstimmung“. Die erzeugen die chinesischen Hacker … bzw. wird diese Operationsgrundlage gezielt von westlichen Medien erzeugt: der chinesische Hacker – des Urbild des gemeingefährlichen Kriminellen, der der Oma die Rente vom Onlinekonto klauen will – bedroht die Welt, siehe WSWS:

Die unbewiesene Behauptung, die chinesische Regierung stehe hinter Cyber-Attacken, dient der Obama-Regierung als Vorwand, um ihre Drohungen gegen China zu verschärfen. In den letzten Tagen wurde mehrfach über Hackereinbrüche in die Web Sites amerikanischer Wirtschaftsunternehmen und staatlicher Behörden berichtet. Die amerikanischen Medien bauschten diese Berichte auf, ohne ihre Richtigkeit zu überprüfen. Sie sollen die amerikanische Öffentlichkeit verwirren und als Rechtfertigung dafür herhalten, dass die Obama-Regierung China immer stärker isoliert und letztlich einen militärischen Angriff plant.

Die sind schlau, die Jungs von WSWS. Kaum haben die über Obamas Pläne geschrieben, hat der gemerkt, das noch etwas fehlt: die auf dem Marsch befindlichen Verbündeten sollten auch was abkriegen, siehe Spiegel:

Auch deutsche Konzerne sind im Visier chinesischer Hacker: Nach SPIEGEL-Informationen zielten die Unbekannten auf den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. ThyssenKrupp, Bayer und IBM wurden ebenfalls angegriffen.

Woher weiß man eigentlich, das es Chinesen waren, die dort im Computer herumhacken? Hinterlassen die Visitenkarten – oder hat man während des Angriffs kleine, freundlich winkende Mao-Statuen am Bildschirmrand?

Wie der Spiegel weiterschreibt, sind es „Erkenntnisse der Bundesregierung“, die uns diese Botschaft bescheren. Wie es um die bestellt ist, sieht man auch, wenn man sich die Reaktion des Verteidigungsministers auf den Bericht des Wehrbeauftragten ansieht, siehe Spiegel:

Körperliche Auseinandersetzung zwischen einer Feldjägerin und einem türkischen General, heftige Beschwerden über die sanitären Verhältnisse im Stützpunkt: Beim „Patriot“-Einsatz der Bundeswehr in der Türkei kriselt es gewaltig. Der deutsche Verteidigungsminister bleibt gelassen.

Schon im Januar waren deutsche Soldaten in der Türkei angegriffen worden – aber der Verteidigungsminister bleibt gelassen. Vielleicht muss es erst Tote geben, damit er reagiert? Wer bezahlt den eigentlich?

Nun, die Anwort auf diese Frage kennen wir alle. Die ist aber unerheblich – wir sollten fragen, wer ihn kommandiert.

Immerhin sollte man bedenken, das die USA zum vierten Mal in hundert Jahren mit ihren Alliierten auf dem Marsch sind: Lybien, Tunesien, Ägypten, Mali, Syrien, Iran – wenn das mal kein Weltkrieg ist. Und da dürfen die deutschen Hilfstruppen nicht aus der Reihe tanzen. Und die Entwürdigungen müssen sie halt stolz ertragen – immerhin waren sie von vier Weltkriegen zweieinhalb Mal auf der falschen Seite.

Diesmal sind wir auf der Seite der Guten. Was die so anrichten, kann man in der Tagesschau nicht sehen – aber dafür gibt es ja die ergänzenden Blogs, die sich mit dem großartigen Triumph der Alliierten zum Beispiel in Lybien beschäftigen. Dort, wo man jahrzehntelang ruhig und in Frieden leben konnte (wenn man nicht gerade aus Prinzip gegen Gaddafi war) herrscht jetzt der blanke Horror, siehe principiis-obsta.blogspot.se:

diejenigen, die beabsichtigten, dem libyschen Volk die Selbstbestimmung zu nehmen, das Zusammenwachsen Afrikas zu verhindern und ein umfassendes System sozialer Fürsorge und Stabilität zu beseitigen, haben viele Gründe zum Feiern. Sie haben den Libyern das „Recht“ auf ein Leben in Angst und die „Freiheit“ beschert, von unzähligen bewaffneten Despoten tyrannisiert zu werden, die foltern, verschleppen und Minderheiten verfolgen. Obwohl die Kämpfe und der Zerfall der (libyschen Gesellschaft noch anhalten, verbreiten romantisierende westliche Imperialisten immer noch die infame Lüge von der „Revolution der Straße“, die „Millionen Libyern Freiheit und Hoffnung gebracht“ habe. Während in Libyen immer noch Menschen im Feuer verglühen, gibt es unter uns Leute, die sich gegenseitig wärmstens für das beglückwünschen, was sie angerichtet haben. Symbolisch für den „Respekt“, den der Westen der „neuen Freiheit“ Libyens zollt, ist die folgende, an kanadische Touristen gerichtete Warnung der kanadischen Regierung: „Vermeiden Sie Kritik an dem Staat, seiner Führung oder der Religion, sonst müssen Sie mit harten Strafen rechnen.“

Hat sich also eigentlich nichts geändert – nur ist man jetzt noch nicht mal mehr als US-Botschafter in dem Land sicher – der wurde mit seine Kollegen zusammen dort erschossen. Bei allem Respekt vor den hehren Zielen des vierten Marsches der US-Armee durch die Welt: unter Gaddafi wurde kein US-Botschafter in Lybien ermordet. Ich glaube, auch Syrien war für die Zivilbevölkerung sicherer, bevor ausländische Mächte ihre „Rebellen“ dort ansiedelten

Wissen sie, woran ich in diesem Zusammenhang denken muss? An Mohammed K, der jetzt laut Spiegel in einem Prozess in London durch einen besonderen Akt der Barbarei aufgefallen ist:

Sie kämpfte mit den Tränen, holte tief Luft – und machte dann ihre erschütternde Aussage vor Gericht: Vier Jahre lang soll ein Mann namens Mohammed K. sie sexuell missbraucht und zu Geschlechtsverkehr mit unzähligen Männern gezwungen haben. Wie der britische „Guardian“ berichtet, habe ihr mutmaßlicher Peiniger sie zudem im Alter von zwölf Jahren gebrandmarkt: mit dem ersten Buchstaben seines Vornamens.

Warum mir gerade Mohammed K. in den Sinn kam? Nun – wegen der Speerspitze des vierten Marsches der USA in einen Weltkrieg: der US-Armee. Die Welt stellte vor kurzem einen Film vor, der die „Qualität“ dieser Armee beschreibt:

„Stell dich nicht an“, sagt man am ersten Tag einer der Frauen, die es zu den „Besten der Besten“ der Marines in Washington schafft. Sie tun im Weißen Haus Dienst und auf dem Soldatenfriedhof Arlington. Amerikas Elite in Uniform. Sie erinnert sich an ihre Diensteinweisung durch einen Offizier: „Willkommen, Kameradin, Frauen dienen hier, um gevögelt zu werden.“

Diese Armee hat das moralische Niveau eines Mohammed K. Man braucht sich keine allzu großen Hoffnungen für die Völker machen, die durch die Taten dieser Armee „befreit“ werden.

Der Film heißt „The Invisible War“ und wird hier bei Filmstarts kurz beschrieben:

Ausschlaggebend für die Bedeutung des Filmes ist der Fakt, dass in den weltweiten Kampfgebieten heute mehr weibliche Soldatinnen durch die eigenen Kameraden vergewaltig werden als durch Schüsse von feindlichen Parteien sterben. Das amerikanische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass es alleine im Jahr 2010 zu über 19.000 sexuellen Übergriffen innerhalb des Militärs gekommen ist. Eine erschreckend hohe Zahl, die aber in der amerikanischen Gesellschaft kaum Beachtung findet. Und somit sind viele Frauen nicht nur Opfer feindlicher Kampfhandlungen, sondern auch Opfer ihrer eigenen Kameraden.

19000 Opfer in einem Jahr. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Vielleicht ist es jener „Geist“, der auch die türkischen Hilfstruppen der großen Armee beseelt?

So rutscht die Welt in ein Chaos, das für uns vor den Bildschirmen (auch dank der spärlichen Berichterstattung der Tagesschau) kaum noch zu verstehen ist.

Da flüchten Syrer vor den Rebellen in den Irak, werden von der Grenzpolizei zurückgewiesen, aber dann von anderen Irakern angegriffen und zusammen mit den irakischen Grenzern erschossen: das sind Zustände, die die Vergewaltigerarmee im Irak hinterlassen hat – siehe Spiegel. Zustände, die bald im ganzen nordarabischen Raum Alltag sind.

Früher ging man mit den Bösen anders um. Sie wurden verhaftet, angeklagt, bekamen einen fairen Prozess – und dann gab es ein Urteil oder nicht.

Heute ist das anders. Gaddafi, Mubarak, Saddam Hussein … sind anders gestorben. Auch ein Assad wird nie einen Prozess sehen – wie auch, Einmischungen in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes sind verboten.

Doch was schert sich eine Armee darum, die sich selbst der größte Feind geworden ist?

„The invisible War“ ist ein Film, der die Beschreibung für den ganzen Vierten Weltkrieg hergibt: auch dieser bleibt hauptsächlich unsichtbar, wird unter den Teppich gekehrt wie die Leiden unserer Soldaten in der Türkei – dabei kann man mit wenig Mühen sogar jene Strukturen ausfindig machen, die dem deutschen Verteidigungsminister die Befehle geben, über sie wird ganz offen in deutschen Zeitschriften gesprochen, siehe Jakob Augstein im Spiegel:

Die Ratingagentur Moody’s drohte mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Und auch der Anleihenmarkt reagierte: „Italien bekommt mit höheren Zinsen Quittung für Wahlchaos“, meldete die Deutsche Presseagentur. Weil auch viele Journalisten es inzwischen offenbar für normal halten, dass „die Märkte“ der Politik eine Quittung schreiben.

Man fragt sich: Warum bestimmen die Finanzmärkte nicht gleich die Regierung? Aber in Wahrheit ist das ja längst geschehen. Der Ökonomieprofessor Mario Monti in Italien und der Zentralbanker Loukas Papademos in Griechenland, das waren Technokratenherrscher, die von den Märkten eingesetzt worden waren – und von Angela Merkel.

Das findet man alles in normalen deutschen Leitmedien: schon kennen wir die Befehlsgewalten hinter dem Vierten Weltkrieg – noch bevor dessen Wirken für uns überhaupt so sichtbar geworden ist, das wir ihn nicht mehr verdrängen können … was spätestens dann der Fall sein wird, wenn China (und Russland) in den Krieg mit einbezogen werden.

Ich habe allerdings den Eindruck, das wir diesmal schon wieder nicht auf der Seite der „Guten“ stehen.

Schaut man sich die Gerichtsverhandlung gegen Tim H. an, der im Bundesvorstand der Linken arbeitet und sich an antifaschistischen Demonstrationen beteiligt hat (siehe ebenfalls Spiegel), dann beschleicht einen schnell der Verdacht, das „die Märke“ inzwischen auch schon wieder die Willkürjustiz nach Deutschland gebracht haben – so etwas gehört auch zu den Nebenwirkungen von Weltkriegen … auch wenn die noch unsichtbar sind.

Vielleicht dauert es auch nicht mehr lange, bis wir merken, das „Al-Kaida“ wir alle sind … alle die, die gegen den vierten Marsch der US-Armee durch die Welt sind.

Doch solange der Vierte Weltkrieg unsichtbar und geheim bleibt, verwundert es natürlich nicht, das er in den Medien nicht erwähnt werden darf: ein zu offener Weltkrieg würde die Märkte in einem zu frühen Stadium beunruhigen, noch bevor Goldman-Sachs seine Schäfchen ins Trockene gebracht hat … was sie seit einiger Zeit tun, auch wenn sie für Anleger andere Empfehlungen abgeben (siehe Markus Gärtner).

 

 

Akute Warnmeldung: aktive Kriegstreiberei in der Nato – Weltkrieg dicht voraus!

Akute Warnmeldung: aktive Kriegstreiberei in der Nato - Weltkrieg dicht voraus!

Donnerstag, 6.12.2012. Eifel. Ein schöner Tag. Ich hatte mir für heute frei genommen, um einige Angelegenheiten für unseren Verein zu regeln. Wir haben da so ein Kita-Ding im Visier,  mit integrierter Altenarbeit und angeschlossenem Familienzentrum, kurzum: die Neuerfindung der Familie in Zeiten, wo der Staat aus Familie eine Bedarfsgemeinschaft hat, die sich gegenseitig zur Arbeit antreiben sollen. Wussten Sie eigentlich, das der Staat eine Trennungsprämie für Arbeitslose zahlt? Ja, Alleinerziehende bekommen mehr Geld – und aus in der Regel gut unterrichteten Kreisen habe ich erfahren, dass sich Menschen in der Tat deshalb trennen. Staat schlachtet Familie – von wegen „besonderer Schutz“. Ebenso problematisch wird es, wenn Sie sich mal in so eine bildhübsche Hartzerin verlieben sollten: der Staat sieht so etwas gar nicht gerne, die Ausgestossenen sollen gefälligst unter sich bleiben. Schon in der Anbahnung der Beziehung müssen Sie mit Besuch von behördlichen Zahnbürstenzählern rechnen, die Ihnen ohne mit der Wimper zu zucken die finanzielle Verantwortung für ihre große Liebe sofort aufs Auge drücken, in dem man Sie ohne Sie zu fragen zum Vorsitzenden einer Bedarfsgemeinschaft macht, der die Grundsicherung ihrer vielleicht bald angetrauten Person zu übernehmen hat. Ja – der Staat macht aus ihnen jenen Versorger, den die Frauenbewegung schon lange abschaffen wollte. So gestaltet man Gesellschaft durch einfaches Umleiten der Geldströme. Doch davon wollte ich gar nicht reden, Hartz IV ist ja ein Thema, das schnell langweilig wird und seit einiger Zeit sogar peinlich. Ich wollte heute auch gar nichts schreiben, aber dann habe ich gemerkt, das Krieg ist. Ja, Deutschland ist im Krieg – und nicht nur Deutschland, die ganze Nato bemüht sich darum, ein Riesenfass aufzumachen. Ich war mehr als überrascht, dachte ich doch, nachrichtenmässig sei ich auf der Höhe der Zeit.

Wie habe ich von dem Krieg erfahren? Kamen Flugzeuge in die Eifel und bombadierten die für China abgeholzten Höhen? Streiften finstere Gestalten durch die kahlen Wälder auf der Suche nach plünderbaren Eingeborenen? Informierte mich vielleicht sogar die Bundesregierung darüber, das wir deutschen Bürger jetzt zu den Waffen greifen müssen, weil der Iwan vor der Tür steht?

Nein, ich habe bei Yahoo Vereinsmails abgerufen und dabei erfahren, das die Nato im Krieg ist. Ich will das hier mal zitieren:

In der NATO-Führung wird einem Medienbericht zufolge über ein militärisches Eingreifen in den Konflikt in Syrien nachgedacht. Zwischen mehreren europäischen Außenministern und dem Generalsekretär des Militärbündnisses, Anders Fogh Rasmussen, habe es bei einem informellen Abendessen am Dienstag zu diesem Thema eine heftige Auseinandersetzung gegeben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Warum denkt man in der Nato über ein militärisches Eingreifen nach? Nur wegen dieser „der-böse-Teufel-hat-Massenvernichtungswaffen-Geschichte“? Damit hat man uns doch schon mal beim Irak-Einmarsch voll verarscht, denkt man etwa, wir sind so blöde, das wir den gleichen Kothaufen zweimal schlucken?

Ich also sofort zur Süddeutschen. Wenn Krieg ist, will ich das wissen. Ich habe Kinder in wehrfähigem Alter, die Karriereberater der Bundeswehr lungerten schon in der Schule herum und versprachen goldene Berge, Auslandsreisen und schicke Kanonen – ich konterte mit Schweinefrass, perversen Sadisten als Ausbildern und Bildern von weggeschossenen Kiefern und Nasen aus dem Ersten Weltkrieg (sieht gruselig aus, die Leute müssen noch jahrelang damit leben).

Ich gewann 3:1.

Bei der Süddeutschen angekommen, war ich verblüfft. Ja, da fuhren Panzer vor – aber in Ägypten. Deutsche Bank hat Milliardenrisiken schöngerechnet, ein brasilianischer Stararchitekt ist tot – aber wo war der Krieg?

Ganz viele Leser der Süddeutschen verweisen aber auf die Zeit, wo ich erfahre, das es eine Petition zum Bau eines Todessterns aus der Filmreihe „Star Wars“ gibt. Vielleicht hat die Süddeutsche ihren Artikel an die Regierung verkauft und alle Rechte verloren, ich lese also in der Zeit weiter.

Die kennen wenigstens den Bericht in der Süddeutschen Zeitung, den ich dort vergeblich im Nachrichtenwust suchte:

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen stößt mit seinem Plädoyer für ein militärisches Eingreifen in Syrien auf den Widerspruch mehrerer europäischer Staaten. Bei einem informellen Abendessen in Brüssel habe es eine heftige Auseinandersetzung zwischen Rasmussen und den Außenministern von Frankreich, Deutschland und Polen gegeben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Debatte entzündete sich an Einlassungen des Dänen, was die Nato im Fall einer weiteren Zuspitzung der Lage tun solle – zum Beispiel wenn Syriens Armee Chemiewaffen einsetzen würde oder bei einer Blockade der Straße von Hormus durch den Iran.

Dem Link der Zeit schnell gefolgt, lande ich dort, wo ich hinwollte: in dr Küche der Kriegstreiber:

Wie mehrere Quellen der Süddeutschen Zeitung bestätigten, hatte Rasmussen gesagt, dass die Nato angesichts der Entwicklungen in Syrien und in der für die Ölversorgung des Westens so wichtigen Straße von Hormus „den Kopf nicht in den Sand stecken“ dürfe.

Jedem am Tisch war klar, was er damit meinte: Die Nato müsse sich militärisch darauf vorbereiten, im Fall des Falles in Syrien einzugreifen. Politisch würde die Nato damit ihren bisherigen Kurs radikal ändern, dass ein Einsatz der Allianz in Syrien ausgeschlossen sei. Unterstützt wurde Rasmussen von den Außenministern der Türkei und Großbritanniens, auch die Amerikanerin Hillary Clinton sprang ihm bei.

Die Nato – so hole ich mein altes Hauptschulwissen hervor – ist eine Verteidigungsallianz. Das zeichnet uns vor bösen Staaten aus, wie zum Beispiel dem fiesen Hitlerdeutschland, das durch einen getürkten Angriff auf den Sender Gleiwitz einen Anlass schuf, Polen anzugreifen. Wir aber sind friedlich, wir wollen nicht so weit hinaus, wie wollen nur unsere Grenzen schützen, hatte man mir gesagt. Da ich ein Referat über den Warschauer Pakt geschrieben hatte, konnte ich das nur bestätigen: dort wohnen die Bösen mit den vielen Panzern (das ich mit dreizehn Jahren damit der Propaganda der Nato und der westlichen Rüstungsindustrie auf den Leim gegangen bin und mich zu ihrem Sprachrohr gemacht habe, habe ich erst viel später erfahren).

Nun – nicht alle von „uns “ teilen diese Ziele. Manche träumen von einem neuen osmanischen Reich, so die Welt. Jene, die diese Träume haben, schauen auf Länder wie Lybien (destabilisiert), Irak (destabilisiert), Ägypten (destabilisiert) und Syrien (wird gerade platt gemacht). Natürlich nur ein Zufall.

Nun ist die Türkei natürlich noch auf eine andere Art und Weise in Syrien aktiv – das erfahre ich ebenfalls durch die Zeit.

Die Beziehungen zwischen Ankara und Damaskus haben sich seit Beginn des Konflikts in Syrien im März 2011 kontinuierlich verschlechtert. Die Türkei unterstützt offen die syrischen Rebellen und fordert den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad.

Eine Leserzuschrift dazu ist interessant:

Wenn die USA die Rebellen nur logistische unterstützen,

wie kommen diese dann an Munition aus NATO Beständen?

Die türkische Zeitung Yurt schreibt in Ihrer aktuellen Ausgabe, dass die Granaten die auf Akçakale abgefeuert wurden aus NATO Beständen stammt.

Ein nicht belegbare Behauptung? Bitte, hier Bilder von syrischen Terroristen mit 120mm Mörser Granaten.
http://3.bp.blogspot.com/…

http://3.bp.blogspot.com/…

Anhand der LOT Nummer lässt sich belegen, dass diese Granate aus Beständen europäischer Rüstungsfirmen stammen.

Wir gehen dieser Behauptung besser nicht nach, sondern erinnern uns an die FAZ, die uns über weitere Details des türkischen Engagements informiert:

Russische Militärs bezichtigen die Türkei im Syrien-Konflikt der Provokation. Das am 22. Juni von der syrischen Luftabwehr abgeschossene türkische Kampfflugzeug sei zweimal in den syrischen Luftraum eingedrungen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch unter Berufung auf russische Militärkreise. Das könne nur so erklärt werden, dass die Kampfbereitschaft der syrischen Luftabwehr getestet werden und deren Stellungen an der Küste ausspioniert werden sollten. Das türkische Militär teilte am Mittwoch mit, das Wrack des abgeschossenen Flugzeugs und die Leichname der beiden Piloten seien auf dem Grund des Mittelmeeres in etwa 1000 Meter Tiefe gefunden worden.

Mit Kampfflugzeugen in den syrischen Luftraum einzudringen, ist ein kriegerischer Akt. Und was mit Ländern geschieht, die Terroristen unterstützen, haben USA und Nato in Afghanistan gezeigt, dort haben wir auch irgendwie irgendwas verteidigt, von dem wir keine Ahnung haben – Opiumanbau, glaube ich. Das jedenfalls schreibt die junge Welt:

Der Opiumanbau ist längst einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Afghanistans geworden, schätzungsweise 85 Prozent des weltweit vertriebenen Heroins haben ihren Ursprung hier. Dramatisch nicht nur für die Abhängigen in Europa, sondern auch für die afghanischen Bauern: Sie werden von den mafiösen Strukturen, die die großen Profite aus dem illegalen Geschäft ziehen, mit Gewalt zum Anbau von Schlafmohn gezwungen – unter den Augen und Gewehren der deutschen Bundeswehr.

Das Militär hat längst seinen Frieden mit der Drogenmafia gemacht. Der »Krieg gegen den Terror« ist ein bewaffnetes Schutzkommando für Drogenbarone geworden.

Nun – deutsche Soldaten sterben gern für die Profitinteressen der Drogenmafia. Jedenfalls werde ich das wohl glauben, wenn ich diese Fakten verdaut habe.

Sterben sie aber auch gerne für das neue osmanische Imperium? Was, wenn jene politischen Kreise, die so gerne Schach mit den Ländern dieser Erde spielen, genau jenen Plan haben – die Neuauflage des osmanischen Reiches als guter Kumpel der Finanzbarone?

Undenkbar?

Quatsch! Nicht mehr in einer Welt, in der ein demokratisches Land ohne Grund den Irak angreift – und dafür noch eine „Koalition der Willigen“ zusammenbekommt.  Schauen wir jetzt in den Natorat, wo gerade geplant wird, die Kiefer unserer Kinder zu zerschießen, dann sehen wir, das es eindeutige Befürworter eine neuen Nato gibt, einer Nato, die aktiv in die Welt hinauszieht und sie nach ihren Vorstellungen neu sortiert, siehe Zeit:

Einer der Teilnehmer sagte, man habe bei Tisch „die Kriegstrommeln“ zu hören gewähnt. Rasmussen wurde lautSZ bei der „sehr strittigen“ Diskussion von den USA, Großbritannien und der Türkei unterstützt.

Schritt für Schritt wird die syrische Regierung durch unbekannte Waffenhändler in die Defensive gedrängt – das erfahren wir nebenbei:

Das Kräfteverhältnis hatte sich etwas verschoben, nachdem sich die Rebellen vor einigen Wochen Luftabwehr-Waffen beschaffen konnten.

„Luftabwehrwaffen beschaffen“ hört sich schön passiv an – die gab es sicher bei E-Bay oder Amazon. Welche Luftabwehrwaffen, erfahren wir leider nicht. Vielleicht die niedlichen schultergestützten Luftabwehrraketen, mit denen man seinerzeit die Taliban ausgerüstet hatte? Ja, erinnern wir uns daran, der Standard kann uns dabei helfen:

Nach dem die Sowjetunion 1979 Afghanistan besetzt hatte, hatten sich die so genannten Mudschahidin formiert, um gegen die sowjetische Besatzung zu kämpfen. In den ersten Jahren waren diese insbesondere durch die sowjetischen Luftstreitkräfte im Nachteil. Doch sobald sie von den USA mobile Luftabwehrraketen vom Typ „Stinger“ erhalten hatten, konnten sie sich etwa gegen die gefährlichen sowjetischen Hind-Helikopter zur Wehr setzen und die Wende im Afghanistan-Krieg einläuten.

Nebenbei bemerkt: ist schon mal jemandem aufgefallen, das die bösen Taliban diese supergefährlichen Raketen niemals zu Terrorzwecken benutzt haben? Warum eigentlich? Gibt es da noch Verträge zwischen Taliban und der CIA, die dies untersagen – oder zahlt die CIA dafür?

Aus Russland erfahren wir, das die „Luftabwehrwaffen“ in der Tat Luftabwehrraketen sind – man weiß dank der Washington Post auch, woher sie kommen: Saudi-Arabien und Katar. Diese Raketen kommen damit aus dem gleichen Land, das auch die Attentäter für den 11.September 2001 gestellt hat – ich will damit aber nichts andeuten, nur nochmal daran erinnern, das die gar nicht aus Afghanistan kamen.

Warum fürchten wir denn dann eigentlich noch die syrischen Gasbomben? Die Rebellen sind doch gut bewaffnet? Und vor allem warum weiß man eigentlich in Europa nichts davon, siehe Zeit:

Europäischen Geheimdiensten, darunter dem im Nahen Osten gut vernetzten Bundesnachrichtendienst, liegen laut SZ „keine Erkenntnisse“ über Vorbereitungen des syrischen Regimes zum Einsatz von Chemiewaffen vor.

Woher stammt dann die Legende von den irakischen – Pardon, syrischen Massenvernichtungswaffen? Aus der selben Quelle wie immer:

Der amerikanische TV-Sender NBC hatte berichtet, dass Syrien den Einsatz von Fliegerbomben mit tödlichem Nervengift vorbereite. Das Militär warte auf den Befehl von Präsident Baschar al-Assad, solche Chemiewaffen gegen aufständische Bürger einzusetzen. Die vorbereiteten Bomben seien aber noch nicht an Bord syrischer Kampfflugzeuge. NBC berief sich auf namentlich nicht genannte amerikanische Regierungsbeamte.

Namentlich nicht genannte Unbekannte wissen natürlich mehr als die gesammelten europäischen Geheimdienste. Wo bleibt eigentlich die Schlagzeile:

Unbekannte Beamte wollen uns in den Krieg treiben – wie schon 1914!

Sie wäre jetzt gerechtfertigt.

Doch was macht der deutsche Bundestag? Siehe Spiegel:

Um die Türkei vor syrischen Angriffen zu schützen, werden deutsche „Patriot“-Abwehrsysteme entsendet. Das Kabinett hat beschlossen, außerdem Soldaten in Awacs-Jets und in die Kommandostäbe zu schicken – es sind bis zu 400 Mann.

Erst sollten es 170 sein, jetzt sind es 400, wann werden es 400 000 sein?

Wenn Russland und China die US-türkische Offensive im Nahen Osten als Bedrohung für die weltweite Sicherheit ansehen werden. Die lassen sich nicht so leicht auf den Arm nehmen wie die deutsche Öffentlichkeit, die vor lauter Arbeitswahn nicht mehr zum Lesen kommt und dabei langsam auf Zustände zumarschiert, die noch viel viel unangenehmer sind als Hartz IV.

„Die Türkei ist der gegenwärtig vom Syrien-Konflikt am stärksten betroffene Nato-Partner“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt zu dem Beschluss des Kabinett.

Das ganze wird noch drolliger:

Die Türkei hatte die Nato nach wiederholten Granatenbeschuss im Grenzgebiet zu Syrien schon vor Wochen um Hilfe gebeten, am Dienstag beschlossen die Nato-Außenminister die Mission. Im deutschen Mandat wird festgeschrieben, dass es sich bei dem Schutz der Türkei um eine rein defensive Mission handelt und dass die „Patriots“ auch nicht der erste Schritt hin zu einer Flugverbotszone über Syrien darstellen. Bisher will niemand innerhalb der Nato in den Bürgerkrieg eingreifen, auch die „Patriots“ sollen nicht als Signal dafür verstanden werden.

„Bislang will niemand innerhalb der Nato in den Bürgerkrieg eingreifen“ – der Spiegel sollte vielleicht erstmal lesen, was die anderen Zeitungen zu schreiben – oder was Yahoo einem am Vorabend des großen Krieges serviert.  Was für eine dreiste Augenwischerei – als hätte es die letzten beiden Weltkriege nicht gegen, als wüßte man nicht, wie schnell unbedachtes Handeln und unreflektierte Bündnislogik einen Weltenbrand auslösen können, den nachher keiner mehr stoppen kann.

Hätte ich so etwas damals in meinem Referat erwähnt – ich wäre von der Schule geflogen, als großer Spinner.

Und ich habe irgendwie den Eindruck, das meine Befürchtungen auch heute noch auf taube Ohren stoßen werden, weil es „Krieg“ so wenig gibt wie „Verschwörungen“, Sanktionen bei Hartz IV oder deutsche Soldaten in Afghanistan.

 

 

Nachrichten am Dienstagmittag – 2012.03.27

Wahlnachlese:

Überraschungserfolg im Saarland: FDP knackt Null-Prozent-Hürde
Deutschland ohne FDP
Die Gründe der Piratenwähler

Wir habens ja…

Stattdessen legt das siebenseitige Papier der Kommission nahe, dass EFSF und ESM vollständig miteinander kombiniert werden sollten, wodurch das Ausleihvolumen auf 940 Milliarden Euro stiege. Noch besser wäre demnach eine Überführung des EFSF in den ESM. Der deutsche Haftungsrahmen würde in diesem Fall von 211 auf 400 Milliarden Euro steigen.

Tyrannei:

Tyrannei geht von Tyrannen aus, nicht von Tyrannisierten
“Tyrannei der Masse” und der Kampf um das liberale Erbe

´Tyrannei der Masse´ – Das neue Schlagwort im Kampf gegen das Volk
Der Masse´ – Patrick Döring (FDP) redet sich um Kopf und Kragen
Dörings Tyrannei-Vergleich empört die Piraten
Ne, die hab ich nicht alle gelesen, so wichtig ist der Knabe auch nicht…

Hat irgendwer gedacht, daß Frau von der Laien was anderes als Bockmist abliefert?

Heftige Kritik an Hartz-IV-Bildungspaket. Paritätischer Wohlfahrtsverband: »Totalreinfall«

Bundesweit am häufigsten abgerufen wurden laut DGB mit knapp 60 Millionen Euro Zuschüsse für den Schulbedarf, an zweiter Stelle stand mit 38 Millionen Euro die Finanzierung mehrtägiger Klassenfahrten.

Na klar, der Schulbedarf wird (imho) automatisch überwiesen und Klassenfahrten werden (ebenfalls imho) über die Schulen beantragt.

Die Echtheit glaube wer mag, aber .es verstärkt Vorurteile es bestätigt Meinungen:

 Mittels versteckter Derivate sind die griechischen Schulden wesentlich höher als bekannt. Die Preise von Edelmetallen unterliegen ständiger Manipulation. Banker und Politiker arbeiten im Geheimen zusammen. All dies steht in einem Schreiben, dessen Autor sich als JP-Morgan-Chase-Mitarbeiter ausgibt. Ähnlich wie Greg Smith, bis vor kurzem ein Mitarbeiter von Goldman Sachs, scheint auch der Verfasser dieses Bekenntnisses aus moralischen Gründen zu handeln.

Warum muß ich zum Kopp-Verlag um so was zu lesen?

Wie die ägyptische Altertümerverwaltung bekannt gibt, werden sechs Gräber des Alten Reichs bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter auch das Grab der Enkelin des Cheops. Die Gräber sind seit rund 25 Jahren wegen Restauration gesperrt gewesen. Die neuerliche Öffnung wird die Zeit des berühmten ägyptischen Königs wieder deutlicher ins Blickfeld rücken. Was aber sagen die Gräber über das Alter der gewaltigen Monumente sowie über ihre Erbauer aus?

Ob er auch bald nach Elba zieht:

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Sinn dieses Beitrages ist es nicht, Nicolas Sarkozy seine familiären, freundschaftlichen und beruflichen Beziehungen vorzwerfen, sondern dass er den Franzosen seine Bindungen vorenthalten hat und sie hat glauben machen, sie wählten einen freien Mann.

Um zu verstehen, wie es kommt, dass ein Mann, den heute fast alle übereinstimmend als den Agenten der Vereinigten Staaten und Israels wahrnehmen, Chef der gaullistischen Partei Frankreichs und dann Präsident der Republik Frankreich hat werden können, muss man das Rad der Geschichte zurückdrehen, und zwar ziemlich weit. Wir müssen etwas ausholen, um aufzeigen zu können, wer die Protagonisten sind, die heute für ihre Dienste belohnt werden.

Hmm, lecker. Whisky mit gequirlten Babynieren? Diese Genehmigung zu beantragen ist so dämlich, da fällt mir echt nichts mehr ein. Wer trinkt das Zeug denn jetzt noch. Und ist das nicht eigentlich Kannibalismus? Hey, wo sind die moralinsauren Christen wenn man sie mal braucht? Und den Namen „Senomyx“, merken!

Die Regierung Obama hat dem Unternehmen PepsiCo die Genehmigung erteilt, weiter die Dienste eines Herstellers für Geschmacksstoffe in Anspruch zu nehmen, der Zellgewebe von abgetriebenen Föten verwendet. Wie die Webseite LifeSiteNews.com berichtet, hat Obamas Börsenaufsichtsbehörde Security and Exchange Commission (SEC) entschieden, die Zusammenarbeit zwischen PepsiCo und der Firma Senomyx aus San Diego in Kalifornien, die unter Verwendung von menschlichem embryonalen Nierengewebe Geschmacksverstärker für Pepsi herstellt, sei eine »ganz normale Geschäftstätigkeit«.

Auch eine Sichtweise. Von einem meiner Lieblingsmagazine für wilde und phantasievolle Verschwörungstheorien:

Bis heute war offiziell nicht klar wer den eigentlich für die Wende in Mittel- und Osteuropa und somit auch für den Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung verantwortlich war. Doch jetzt und nur wenige Stunden vor der Wahl eines neuen Bundespräsidenten, den wir zumindest schon nach Köhler und Wullf auch niemanden empfehlen können, sollen Sie erfahren wer den in der Tat damals die führenden Initiatoren waren, welche hintergründig und heimlich diese gigantische Umwälzung in Europa planten und durchführten. Bisher waren bei jedem Jahrestag des Mauerfalls Diskussionen zum Thema „Helden“ entbrannt.

Noch was zum Thema tote Tiere essen. (Nee, müsst ihr nicht klicken):

Ein weiteres Video zeigt, wie sich Delphine in einem Spiegel erkennen können. Und dann habe ich einen Artikel verlinkt, in dem ein Video zu sehen ist, wo eine traurige Schimpansen-Mutter ihr 18 Monate altes, gerade verstorbenes Kind immer wieder am Hals und im Gesicht prüft, ob es noch lebt. Es sieht also so aus, dass ihr so etwas wie tot sein bewusst sein könnte. Dann kommt ein anrührendes Video, in dem gezeigt wird, wie eine Katze ihren gerade totgefahrenen Kameraden versucht wiederzubeleben (es reichen die 30 Sekunden der 5 Minuten). Das letzte Video berichtet von einem Polizeieinsatz, in dem ein kleiner Hund zusammen mit gerade geborenen Katzenbabys, auf die er aufgepasst hat, gerettet wurden. Zu Hunden findet man noch viel mehr Videos, wie sie sich um tote Herrchen oder rührend um verletzte Kameraden kümmern. Andere erzählten mir von weinenden Kühen, die in einem Experiment beobachten mussten, wie ihre Wegbegleiter zum Schlachten getötet wurden.

Über Dilettanten – ausgerechnet in der Zeit:

Die völlige Abwesenheit von Wissen ist kein Hindernis auf dem Weg nach oben, sondern Voraussetzung für einen erfolgreichen Aufstieg, findet der Publizist Thomas Rietzschel.

Keine Sorge, auch das werden sich die Spekulanten nicht entgehen lassen:

Oft wird argumentiert, Spanien sei nicht wirklich gefährdet, weil die Staatsschulden weniger als 70 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen. Leider greift dieses Argument zu kurz. Viel zu kurz. Spanien besitzt alle Ingredienzen für einen toxischen Cocktail: einen überschuldeten Privatsektor, ein marodes Bankensystem, einen aufgeblähten Immobilienmarkt, der noch einen grossen Abwertungsschub vor sich hat, ein chronisch hohes Leistungsbilanzdefizit und eine schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Und wo werden die Milliarden für die Banken eingespart?

Der europäische Automarkt steuert in die größte Krise seit Mitte der 1990er Jahre, so das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.

Diese Methode spart Munition:

Aufgrund des Brennstoffmangels im Gazastreifen konnte das Krankenhaus, in dem dieses Mädchen behandelt worden war, nicht die nötige Energie bekommen.
Auch schon am Freitag ist ein palästinensisches Kind aufgrund des Brennstoffmangels für das einzige Kraftwerk im Gazastreifen und des dadurch bedingten Ausfalls eines Beatmungsgerätes gestorben.

Wenn das Wahr™ ist, werden wir es bald bemerken:

Der Jetstream auf der Nordhalbkugel bewegt sich gegen den Uhrzeigersinn in einem durchgehenden Band von West nach Ost und bringt feuchte und milde Luft nach Europa. Dieses Modell kann man auch auf der Südhalbkugel beobachten, auch dort bewegt sich der Jetstream vom West nach Ost. Meteorologen haben bereits 2010 ungewöhnliche Unterbrechungen bei diesem Strom festgestellt. Was dazu führt, dass in bestimmten Regionen das Wetter “stehenbleibt” und extreme Wetterbedingungen auslöst.

Und Herr Fulford wähnt das GUTE™ fast am Ziel:

Laut Aussagen von Vertretern der Dragon-Familie ist das neue Finanzsystem jetzt online und genügend Finanzmittel stehen entweder jetzt schon zur Verfügung, oder werden bald verfügbar sein. Der letztendliche Sturz der kriminellen Kabale hat nun ernsthaft begonnen, wobei angeblich in der letzten Woche alleine 200 Spitzenbanker verhaftet wurden und 450 zurücktraten. Laut Quellen aus japanischen Regierungskreisen arbeitet Japan jetzt an den letzten Dokumenten, um die Internationale Wirtschaftsplanungsbehörde aufzubauen; die anfängliche Finanzierungssumme beläuft sich auf 10 Billionen Dollar, das ist das 200fache dessen, was die Weltbank jedes Jahr verleiht.

Genauso hätte die Operation 100 funktioniert:

Cruddas, der inzwischen zurückgetreten ist, wurde heimlich gefilmt, als er den Reportern, die sich als Vertreter eines Fonds aus Liechtenstein ausgaben, der Interesse habe, sich in Großbritannien zu betätigen, dass man mit einer Spende von 200.000 oder 250.000 Pfund auf jeden Fall zur „premier league“ zähle und dadurch Zugang zu den Parteiführern und zu privaten Essen von Regierungschef David Cameron und seiner Frau sowie dem Finanzminister George Osborne erhalte:

„Two hundred grand to 250 is premier league… what you would get is, when we talk about your donations the first thing we want to do is get you at the Cameron/Osborne dinners.

Das ist noch nicht der wirkliche Skandal, sondern das damit verknüpfte Versprechen, dass jede Spender in dieser Höhe bei den politischen Plänen der Partei berücksichtigt werden könnte. Zunächst hatte er noch geleugnet, dass man sich den Zugang zu Cameron kaufen könne, aber dann wurde er doch genauer, indem er umriss, was man erwarten könne.

Über die Eisfläche des Nordpols:

Falls sich jemand Sorgen macht, was die Eisfläche des Nordpol so treibt, hier ein Vergleich vom 17. März 2012 mit dem selben Datum 1995. Wie man sieht ist die Ausdehnung fast genau gleich wie vor 17 Jahren.

Wer braucht denn Bienen:

Das als Bienenkiller bekannte Gift Clothianidin darf wieder eingesetzt werden. Es ist zwar nur vorübergehend erlaubt, doch das schon im dritten Jahr in Folge.

Hier gibts weitere Nachrichten. Ein Auszug:

DAX-Konzerne machen Rekordgewinn
„Die Dax-Konzerne haben 2011 die Rekordmarke von 100 Milliarden Euro Gewinn geknackt“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. „Im Vergleich zu 2010 seien die operativen Gewinne um acht Prozent gestiegen.“

Aber wenn man von denselben Konzernen verlangt, dass sie sich auch angemessen an den Sozialsystemen beteiligen sollen, wird man ja sofort als klassenkämpferischer Linksextremist betitelt

 

Bewegte Bilder

Übers Fernsehen. Vielleicht ein wenig albern?

Nachrichten am Mittwoch

Viel zu kurz aber mit einem Ufo:

Transformationsteams. Wow, was die sich alles ausdenken. Hab ich erstmal für Satire gehalten.

Mit der Entsendung sogenannter Transformationsteams nach Ägypten und Tunesien sucht Berlin seinen ökonomischen Einfluss in Nordafrika auszubauen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat unlängst angekündigt, pensionierte deutsche Beamte würden die beiden im Umbruch befindlichen Staaten künftig beim „Aufbau einer Wirtschaftsverwaltung“ unterstützen. Angesichts anhaltender sozialer Proteste und Streiks treibt in Nordafrika operierende deutsche Firmen die Sorge um, die Region könne sich zu einem unsicheren Ort für ihre Niedriglohn-Investitionen entwickeln. Der jüngste Vorstoß der Bundesregierung soll diese Befürchtungen zerstreuen. Er fügt sich nahtlos ein in außenpolitische Initiativen Berlins zur Stärkung der deutschen Position in Nordafrika, die bereits unmittelbar nach dem Beginn des „Arabischen Frühlings“ 2011 ihren Anfang nahmen.

Nicht nur Gier nach Öl und Volksvermögen, auch die Unlust, einen Kredit zurückzuzahlen:

Bei dem um seine Wiederwahl ins französische Präsidentenamt besorgten petit Napoléon in Paris, klopft die Vergangenheit an die Pforten des Élysée-Palastes. Draußen vor der Tür steht nicht Saif al-Islam, Sohn des vom Nato-Mob ermordeten libyschen Präsidenten Muammar Gaddafi, denn der sitzt, für was auch immer, im Kerker. Aber das was Saif al-Islam schon vor einem Jahr in einem Interview mit Euronews forderte. Im Interview verlangte er von „diesem Clown, dass er dem libyschen Volk das Geld zurückgibt, das er zur Finanzierung seiner Wahlkampagne bekommen hat.“

Ein Kommentar zur Rentenerhöhung:

Deshalb müssen sich die Rentner jetzt von früh bis abends auch anhören, wie dankbar sie denn sein müssen, weil sie eine Wahnsinnsrentenerhöhung ab Juli bekämen – unterhalb der Inflationsrate. Wahnsinn. Wie dankbar kann man denn dafür sein? Hab ich nicht kürzlich gesagt, dass erzwungene Dankbarkeit Hass gebiert?

Oh, der ist noch besser:

Frau Merkel,
stellen Sie sich einmal vor, nur mal für einen einzigen Moment, Sie hätten Kinder. Nur mal so angenommen. Ich weiß jetzt nicht, ob Sie sich das überhaupt vorstellen können. Aber sei’s drum.

Ein Versuch, die Bin Laden Klamotte doch noch echt aussehen zu lassen:

Ein Ex-General hat in Pakistan die Umstände von Osama bin Ladens Tod auf eigene Faust näher untersucht. Er kommt zum Schluss, dass die älteste seiner drei Frauen in Abbottabad den Anführer al-Qaidas verraten hat – aus Eifersucht.

Das wird Bayer ärgern:

Die Indische Regierung hat erstmals von ihrem Sonderrecht Gebrauch gemacht, lebensrettende Medikamente ohne Rücksicht auf Patentschutz nachbauen zu lassen. Es geht um ein Krebs-Medikament von Bayer namens Nexavar.

Und wem soll man jetzt glauben?

Am Sonntag um 11:07 Ostküstenzeit war auf Reuters ein Artikel zu lesen, der extrem von dem abweicht, was wir später vom Mainstream zu hören bekamen. In dem Artikel war nicht nur von einem Täter die Rede, sondern von mehreren Soldaten die sturzbetrunken auf Frauen und Kinder schossen und anschließend die Leichen verbrannten. Der Artikel stammt vom Reuters-Journalisten Ahmed Nahdem direkt aus Afghanistan und beruhte auf mehreren Zeugenaussagen, welche die afghanischen Behörden aufgenommen hatten.

Ohne Finanz/Eurokrise gehts nicht:

Die Europäische Zentralbank unter Mario Draghi überschwemmt die Märkte mit Geld, um die Euro-Zone vor dem Zerfall zu bewahren. Der Erfolg der Operation ist ungewiss, aber ihr Hauptprofiteur steht bereits fest: Europas maroder Bankensektor.
Mario Draghi bekommt dieser Tage viel Lob, besonders von Vertretern der Finanzindustrie. An der Wall Street feiern sie den Zentralbankchef als “Retter Europas”. Großinvestor George Soros preist ihn als den Mann, der “die Kreditklemme beseitigt hat”. Und der Bundesverband deutscher Banken sieht den Geldpolitiker auf gutem Weg, “die Staatsschuldenkrise einzudämmen”.

Bewegte Bilder:

Und schon wieder 40 Milliarden? Zur Erinnerung:

Und zum Abschluss ein Ufo in der Sonne:

FNORD

Ägypten, Lybien, Naher Osten… – was geht da eigentlich ab?

Ein erhellendes und teilweise sehr spannendes Interview von Nuovision mit Christopf Hörstel, Kenner des Nahen und mittleren Osten und früherer Auslandskorrepondent des ARD, bis er wegen der andauernden Zensur das Handtuch geschmissen hat.

Wer eine Stunde Zeit übrig hat sollte sich das unbedingt antun. Und nicht vom Moderator abschrecken lassen 😉

Die Vernichtung des Islam und der große Satan: Gedanken zum Tode deutscher Soldaten

Es kommt auf die Perspektive an – eigentlich immer. Der „Westen“ hat seine Perspektive, die anderen haben andere Perspektiven. Der Westen will seine Konsummaschine weiterfüttern, die Rohstoffe in Müll verwandelt und den gesamten Planeten verschandelt, die anderen … werden überrollt. Das zum Beispiel ist eine Perspektive. Diese Perspektive könnte man auch die „satanische“ Perspektive nennen. Nicht, das man jetzt an den Teufel glauben muß und schnell in den „Gelben Seiten“ nach dem nächsten Exorzisten forschen sollte – es geht hier nur um Werte. Der Kontrapunkt zu einer christlichen Gesellschaft der Nächstenliebe ist … eine satanische Gesellschaft des Nächstenhasses, des Kampfes aller gegen alle.

Die Arbeit mit religiöser Begrifflichkeit ist nicht unkompliziert. Schnell steht man in einer gemeinsamen Ecke mit dem „Wachturmmann“. Andererseits aber ist die religiöse Terminologie viel einfacher als die marxistische Terminologie der Kapitalismuskritik, die man ohne acht Semester Marxismus in Leipzig studiert zu haben kaum formulieren geschweige denn verstehen kann.  Da ist es viel verständlicher für alle Beteiligten (und herrlich unpolitisch … unparteipolitisch) wenn man einfach mal sagen kann:  „Diese Gesellschaft geht zum Teufel“.

Und das tut sie … nicht nur in den Augen der Religionswissenschaftler, die belegen, das „satanische“ Werte die Menschenrechte in der realen Alltagswirklichkeit Deutschlands verdrängen – einfach mal Hartz IV-Abhängige fragen, die leiden da an vorderster Front, ebenso wie Leiharbeiter, Minirentner, Behinderte oder Kinder. All jene können ein Lied singen von der Präsenz christlicher Werte im christlichen Alltag – ein Lied des Mangels, der Entwürdigung und der Qual.

Untersuchen wir diese Perspektive, so finden wir uns in einer Reihe mit fundamentalistischen Idealisten, für die die USA seit dreissig Jahren der „große Satan“ ist – oder eben länger, wenn man die Vernichtung der iranischen Demokratie durch die USA ins Auge fasst.  In den Ölländern lebt man länger und  intensiver an der Front als in Paderborn oder im Hunsrück, allerdings ist der große Satan durch die Agenda 2010 auch in Deutschland eingezogen und verdrängt mit seiner Hungerpeitsche alte demokratische Strukturen. Noch ist seine Macht hier gering und versteckt sich hinter Schönrednerei („Neoliberalismus“), doch die Ärmsten der Armen sehen in ihrer Schultüte und in ihrem Schulranzen das Anwachsen seiner Macht, denn dort herrscht Leere, wo Fülle sein sollte, Hoffnungslosigkeit wo Zukunft wachsen muß, Angst wo Zuversicht sein sollte.

Aktuell schlägt der große Satan wieder zu, hier aus dem Hintergrund:

Die Volksaufstände in verschiedenen arabischen Staaten werden von der Staatsgewalt hart unterdrückt. Im Jemen, in Libyen und in Bahrein kam es in den vergangen Stunden zu regelrechten Blutbädern.
Ein Unbekannter soll am Freitag Presseberichten zufolge eine Handgranate in eine Menge demonstrierender Regierungsgegner in der jemenitischen Stadt Tais geworfen und dabei acht Menschen verletzt haben. „Mehrere Rettungswagen fuhren zum zentralen Hurrija-Platz in Tais, wo zehntausende Gegner und Anhänger von Präsident Ali Abdullah Saleh demonstrierten“, berichtete abendblatt.de. (1)  Im Jemen versuchen Oppositionsgruppen die autokratische Regierung zu stürzen
Noch dramatischer sind die Nachrichten aus Libyen. Dort  waren am Vortag nach Angaben aus Oppositionskreisen landesweit etwa 45 Menschen von den Sicherheitskräften getötet worden.

Plötzlich greift seuchenartig eine rebellische Bewegung in den ansonsten seit Jahrzehnten politisch stabilen arabischen Ländern um sich, eine Bewegung, die für den Westen äußerst positive Konsequenzen hat. Positive Konsequenzen? Nun … wenn man „den Westen“ eben nicht als das idealisierte Nato-Bündnis der christlichen Wertegemeinschaft begreift, sondern die politischen Strukturen nur als ausführende Organe einer aus dem Ruder laufenden Konzernherrschaft (Korporatokratie wäre hier der an sich eher unverständliche Fachtbegriff) ansieht, dann merkt man schnell: für die Kapitäne dieser Wirtschaftsriesen (oder die Priester jener neuen Götzen) läuft alles ganz hervorragend – die Macht der arabischen Autokraten war ihnen schon lange ein Dorn im Auge. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ ist ein wichtiges Strukturelement in der Lebenswirklichkeit der Autokraten der Korporatokratie.

Man könnte nun – als Leser – kopfschüttelnd den Artikel beenden und für sich beschließen: „Das kann doch alles nicht sein!“. Das würde ich auch gerne machen … wenn nicht die Ausläufer der  Entwicklung auch in Deutschland Tote fabrizieren würden, wie der Spiegel heute berichtet:

Bei einer Schießerei in einem Außenposten in Nordafghanistan wurden drei Bundeswehrsoldaten getötet, sechs verletzt. Ein afghanischer Soldat hatte das Feuer auf die Truppe eröffnet. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die gefährliche Ausbildungsmission der Deutschen für die afghanische Armee.

Ob die toten deutschen Soldaten wohl verstehen würde, warum und wofür sie gestorben sind? Ob sie wirklich gerne weiterhin sterben, wenn sie verstehen würden, das sie in den Augen der Normalbürger dieser Welt bald als „Sturmtruppen Satans“ dastehen werden? „Sturmtruppen Satans“ … so formuliert, wird die „Friedensmission“ schnell demaskiert – aber genau das ist ihre Rolle, ihr Bild in den Augen gläubiger Moslems. Selbst würde man sich wohl nicht gerne so einsortieren … man würde mit dem Weihnachtsfest und der Familie schnell Probleme bekommen.

Würde man wissen, welche „Rolle“ man in dem „Gastland“ in den Augen der „Gastgeber“ spielt, dann wüßte man schnell, wie gefährlich der Aufenthalt dort wirklich ist. Im Kampf gegen den Satan entfesseln gläubige Menschen unglaubliche Energien – es ist kaum ein edleres Motivationsprinzip konstruierbar. Das nutzte ja auch der Verfassungsschutz Baden-Würtemberg zwecks Konstruktion einer eigenen Terrorzelle, wie im Hintergrund zu lesen ist:

Die Radikalisierung der Sauerland-Gruppe begann in Neu-Ulm unter dem Einfluss des Predigers Dr. Yehia Yousif. Er galt als einflussreichster Rekrutierer für den „Heiligen Krieg“ in Deutschland. Laut FAZ war Yousif „Hirnwäscher für etliche Angehörige der Sauerland-Gruppe und für deren Dunstkreis von vierzig, fünfzig jungen Leuten“.(13) Der Spiegel zitierte einen anderen bekannten Islamisten: „Yousif hatte eine Gruppe von jungen Schülern um sich geschart, die er jede Woche unterrichtete, und Fritz war einer davon“. (14)  Als das bayerische Innenministerium 2005 den Verein Multi-Kultur-Haus Ulm e.V. verbot, der die dortige Moschee betrieb, die daher auch geschlossen wurde, wurde das vor allem mit den Hetzpredigten Yousifs begründet. In der Folge tauchte der Arzt aus Ägypten aus Deutschland ab.

Doch damit ist seine Geschichte noch nicht erzählt. Yousif predigte nicht im Auftrag Allahs, sondern im Auftrag des Verfassungsschutzes, für den der Chefideologe der Sauerland-Gruppe von 1996 bis mindestens 2002 als hauptamtlicher Zuträger arbeitete. Offizielle Akten der Behörde belegen dies. Ein Rechtsanwalt des verbotenen Ulmer Multi-Kultur-Hauses kommentierte: „Jeder zweite Satz in dem Verbotsantrag bezog sich auf verdächtige oder kriminelle Aktivitäten von Dr. Yousif. Ohne diesen Mann hätten sie gar nichts in der Hand gehabt. Dabei wurde vor Gericht zugegeben, dass Yousif damals für den Verfassungsschutz gearbeitet hat. Der V-Mann Yousif platzierte Beweise, die dann vom Staatsanwalt verwendet wurden.“

Aber Yousif war weitaus mehr als nur ein Zuträger und Informant. Ewald T. Riehtmüller, bis 2006 im Wirtschaftsrat der CDU, hatte über Yousifs Stellung innerhalb des Dienstes Folgendes zu sagen: „Ich war vor Jahren auf einer Islamkonferenz in London. Dort war Yehia Yousif der offizielle Vertreter des baden-württembergischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Er war nicht irgendein Informant, er war DER Islamexperte der Stuttgarter Behörde. Kenner der Szene in Ulm/Neu-Ulm halten ihn außerdem für einen BND-Agenten.“ (16)

Wie würde man solche Strategien nennen? Teuflisch, ohne Zweifel. Wer kann schon ahnen, wieviele eigentlich unschuldige deutsche Jugendliche in Pakistan getötet werden, die ohne Mitarbeit deutscher Behörden gar nichts mit dem Islam zu tun gehabt hätten?

Mit solchen Methoden muß man rechnen, wenn man Weltpolitik beurteilen will – jedenfalls jene Politik, die aus dem „Westen“ kommt. Und hier finde ich (besten Dank an Sol Roth für das fehlende Puzzelstück, das ich eigentlich lieber nicht gefunden hätte) einen schrecklichen Verdacht bestätigt. So findet sich bei Islam-Projekte folgendes Interview, das uns über die Hintergründe der oben erwähnten Unruhen im arabischen Raum aufklärt:

Es geht darum, religiöse Prinzipien zu debattieren, um in der Lage zu sein, sie zu modifizieren. Das erklärte Ziel ist es, die Denkweisen der Muslime zu verändern, damit diese die politischen, ökonomischen und philosophischen Prinzipien übernehmen, die den Westen beherrschen. Ethnische Umstrukturierung und Umstrukturierung des religiösen Denkens der Bewohner des Nahen und Mittleren Ostens – das sind die beiden Waffen, die von den Führungsspitzen in Washington und Brüssel benutzt werden, um die gesamte Region umzustürzen.

Und wir Deutschen sind live ganz vorne mit dabei – und ganz öffentlich.

Die deutsche Politik spielt bei der Propagierung dieser Ideen eine große Rolle – nehmen Sie zum Beispiel die Bertelsmann-Stiftung, die im Rahmen der Kronberger Gespräche ganze Maßnahmenbündel ausarbeitet, um den Mittleren Osten umzugestalten. Der davon ausgehende Einfluss ist bedeutend, und zwar unabhängig davon, welche Regierungsmannschaft in Berlin gerade an der Macht ist. Die Berichte der Stiftung aus den Jahren 2002 und 2003 sind sehr lesenswert: „Europe, the mediterranean and the Middle East, strengthening responsibility for stability and development“ (Siebte Kronberger Gespräche) und „Die Zukunft der europäischen Politik im Nahen Osten nach dem Irak-Krieg“ (Achte Kronberger Gespräche). In diesen Ausführungen ist zu erkennen, dass man eine vollständige Umgestaltung der politischen, wirtschaftlichen und religiösen Institutionen der Länder des „Großen Mittleren Ostens“ will, um sie fest an die euro-atlantische Achse zu schweißen.

Ich denke mir – viele Menschen werden gerade jetzt nicht überrascht sein, das das auch passiert. Auf einmal merkt man, wie dankbar der „große Satan“ für die Anschläge vom 11.9.2001 sein muß, denn so wurden seine ärgsten Widersacher in dem Bereich der Ideen zu Kriminellen abgestempelt. Das dort, bei diesem ach so nützlichen Ereignis, vielleicht ähnliche Strukturen nachgeholfen haben wie bei den Sauerlandbombern … nun, darüber dürfen wir in diesem „freien“ Land noch nicht mal mehr nachdenken. So frei sind wir ja schon lange nicht mehr.

Ob unsere Soldaten, die immer gnadenloser in Afghanistan abgeschlachtet werden, wirklich noch genau wissen, warum und wofür sie ihr Leben dort geben? Dabei wäre ihr Einsatz in Deutschland sinnvoller … man weiß ja nie, wann dem Verfassungsschutz mal ein paar Zöglinge aus dem Ruder laufen.

Darf ich nochmal aus dem Abschluß der Kronenberger Gespräche von 2008 („Die Zukunft sichern“ – Europas Agenda für eine friedlichere Nachbarschaft) zitieren, hier beim Centrum für angewandte Politikforschung:

Die europäische Sicht auf den Nahen Osten hat sich aufgrund der Erfahrungen nach dem 11. September 2001, der terroristischen Angriffe auf europäischem Boden, des wachsenden Drucks illegaler Migration und eines verschärften Wettbewerbs um Energieressourcen gewandelt. Die optimistische Idee, die politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozesse in den Staaten und Gesellschaften des Nahen Ostens im Rahmen der 1995 initiierten Euro-Mediterranen Partnerschaft („Barcelona-Prozess“) zu unterstützen, ist einer engeren sicherheitsfokussierten Sicht gewichen.

Schön formuliert, das versteht man auf Anhieb nicht. Man könnte auch sagen: Schluß mit dem demokratischen Firlefanz und der Schmusepolitik. Dazu paßt auch eine der Aufgaben für die EU-Politik:

Eine zukunftsorientierte und enge Agenda zur wirtschaftlichen und politischen Transformation, die Anreize sowohl für die europäischen Länder als auch für ihre Partner bereithält.

Diese Transformation, 2006 auf einer Armeelandkarte als Ziel erkennbar, 2008 als taktisches Ziel der EU-Aussenpolitik beschlossen, erleben wir gerade jeden Tag aufs Neue … in gigantischen unvorstellbaren Dimensionen. Am Ende dieser Entwicklung wird uns kein „Ölauge“ mehr den „Ölhahn“ zudrehen können – womit unsere „Anreize“ zur wirtschaftlichen und politischen Transformation schon erkennbar sind.

Angesichts dieser Ausmaße von Verschlagenheit und Niedertracht wundert mich das Bild des „großen Satan“ nicht mehr. Eine Religion, die gerade merkt, was es wirklich heißt den „großen Satan“ zum Feind zu haben, kann aus ihrer Begrifflichkeit heraus kaum eine andere als diese Beschreibung finden, da die politischen Handlungsmaximen jener Kräfte direkt aus der Gebrauchsanweisung für Menschenfeinde entstammen.

Und angesichts der Vorstellung, das es auch irgendwo Konferenzen gab, die die Agenda 2010 zwecks wirtschaftlicher und politischer Transformation Deutschlands initiiert und beschlossen haben, kann ich verstehen, das die Menschen den Glauben daran verloren haben, das Demonstrationen in Deutschland noch einen Sinn machen.

Erinnert irgendwie an einen Protestzug in der Hölle, eingezwängt zwischen Lavateichen, Glutfontänen und Feuerstürmen mit dem Transparent „Wir hätten´s gerne kühler, bitte“ in der Hand – nur fehlen bei diesem Bild noch völlig die Teufel und Dämonen.

Arabische Unruhen … und Verschwörungstheorien.

Als es in Tunesien Revolten gab, dachte ich noch: „Gut, so was passiert“.  Revolten kommen schon mal vor – dort, wo Ungerechtigkeit herrscht. Revolten oder Faschismus. Wissen wir ja aus der Geschichte. Ungerechtigkeit plus Hunger gleich Aufstand. So hat man uns das im Geschichtsunterricht beigebracht.

Überrascht war ich, als der tunesische Diktator ganz schnell von der Bühne verschwand. Das war ziemlich ungewöhnlich. Eigentlich kennt man das ja anders, auch in Deutschland. 1979 sagten wir als deutsche Bürger der Politik auch: „Herr Minister, wir wollen lieber kein Atomkraftwerk„, wir taten uns zusammen, gründeten Parteien, wurden gewählt und siehe da: im Jahre 2011 gibt es in Deutschland kein Atomkraftwerk mehr … das nicht eine ordentliche gewinnträchtige Restlaufzeit aufweist. Anstelle der Atomkraftwerke wurde dann aber kurzerhand der Sozialstaat abgeschafft samt Bildung für finanzabstinente Schichten, damit das Volk fürderhin beschäftigt bleibt und nicht wieder auf dumme Gedanken kommt.

Bei Diktatoren hätte ich  mit mehr Gegenwehr gerechnet – aber gut. Vielleicht hatte der auch keine Lust mehr.

Dann kam Ägypten … und ich wurde etwas unruhig. EINE Revolte – gut und schön … aber zwei? Und wieder geht alles ganz glatt über die Bühne? Nirgendwo eine Rebellenarmee, die sich – wie sonst auf dem afrikanischen Kontinent üblich – mit Waffengewalt die Regierungsmacht an sich reißen muß? Alle Finsterlinge treten mit einem beleidigten „Dann geh´ ich halt …“ einfach so ab?

Hätte ja sein können. Es gibt auch Zufälle in der Welt.

Dann der Jemen, 2.2.2011 bei Webnews:

Seit 32 Jahren regiert Ali Abdullah Salih im Jemen. Da im Land die Proteste zunehmen, reagiert der Machthaber in Sanaa nun wie Ägyptens Präsident Mubarak. Er will gehen – aber nicht sofort.

Jemens Präsident hat vor dem Parlament seinen Rückzug aus dem Amt angekündigt. Ali Abdullah Salih reagiert damit auf die Proteste in seinem Land.

Na ja. Manchmal gibt es auch Zufälle in Serie. Komisch anmutende Fälle von Amtsflucht und Diktaturmüdigkeit – vielleicht ist das ja auch ansteckend.

Heute nun im Tagesspiegel:

Tausende protestieren in Libyen, Bahrain und Jemen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Regierungsgetreuen und -gegnern gibt es mehrere Tote. Das Außenamt in Berlin warnt inzwischen vor Reisen in die gefährlichen Gebiete.

Da werde ich dann aber mal so langsam nervös und frage mich: was wird da eigentlich gerade aufgeführt?

Es geht ja noch weiter:

Der frühere tunesische Präsident Ben Ali ist nach Angaben eines Vertrauten der Familie schwer krank. Ben Ali habe einen Schlaganfall erlitten und liege in einem Krankenhaus im saudiarabischen Dschiddah im Koma. Nach Saudi-Arabien war Ben Ali nach Massenprotesten der Opposition geflohen. Auch Ägyptens Ex-Präsident Mubarak soll in schlechter gesundheitlicher Verfassung sein.

Insofern verstehe ich die aufkommende Panik in Bahrain, von der die Welt heute berichtet:

„Offenbar ist das Regime in Panik geraten“, sagt Salman Shaikh, Direktor des amerikanischen Think Tanks Brookings Institution im Emirat Katar. „So ist eine instabile Lage in eine gewalttätige umgeschlagen.

Wie sehr sich die Machthaber auf ihrer 500.000-Einwohner-Insel in der Defensive sehen, darauf deutet die von verschiedenen Seiten berichtete Einzelheit der letzten Nacht, dass unter den Einsatzkräften zahlreiche auswärtige Befehlsträger aus sunnitischen Militärmächten wie Pakistan und Saudi-Arabien gewesen seien.

So langsam sehe ich … das da auch ein ganz anderes Bild möglich ist, als dasjenige der Presseagenturen und Regierungssprecher. Auf jenes beruft sich ja auch die Welt:

„Das ist eher ein breites gesellschaftliches Bündnis für mehr Bürgerbeteiligung, nicht vor allem für die Schia oder den Islam“, so Shaikh. „Der Protest in Bahrain folgt den jugendlichen Bewegungen, die wir jetzt auch in anderen arabischen Ländern gesehen haben: sie sind egalitär und dezentral über das Internet organisiert.

Reihenweise werden Diktatoren ins Ausland gejagt und ersetzt durch … US-freundliche Militärs. Bedroht werden die alten US-Freunde aus Saudi-Arabien … die nur eigentlich nicht so freundlich sind. Immerhin kamen die meisten der Attentäter vom 11.9.2001 aus Saudi-Arabien, Saudi-Arabien unterstützt die Feinde Israels, ist selbst mit denen noch im Kriegszustand. Geht diese Bewegung sei weiter, dann haben wir in zehn Jahren einen festen amerikafreundlichen Block in Arabien – tolle neue Absatzmärkte für amerikanische Produkte, Öl in Massen und eine sicher Bastion gegen die zunehmenden chinesischen Expansionsbestrebungen in Afrika.

Dürften wir als Bürger noch an „Geostrategie“ glauben, dann dürften wir vermuten, das da vielleicht sogar ein Plan mit viel Geld hintersteckt, eine steuernde Intelligenz, die neun Jahre lang einen Vernichtungsschlag gegen die arabische Welt geplant hat, um sich für die erlittene Schmach zu rächen.

In der Fuldaer Zeitung gibt es erste Stimmen dazu:

Die Schockwellen, die der Volksaufstand in Ägypten durch die arabischen Welt sendet, haben mit Verspätung Saudi-Arabien erreicht. Vor allem Äußerungen des Muftis von Saudi-Arabien, Scheich Abdelasis Al-Alscheich, sorgten am Wochenende für Unmut.

Der Mufti hatte am Freitag in einer Predigt in einer großen Moschee in der Hauptstadt Riad gesagt, hinter den Demonstrationen in Tunesien und Ägypten steckten «Feinde des Islam», deren Ziel es sei, die arabischen und islamischen Staaten zu schwächen. Er appellierte deshalb an die Jugend von Saudi-Arabien, sich von diesen «Chaoten» nicht anstecken zu lassen.

Allen Besorgniskundgebungen zum Trotz haben die USA zwar ein paar kleine Probleme mit den Unruhen (immerhin kennt man die wirtschaftlichen Probleme des arabischen Raumes auch im eigenen Land), aber letztendlich wird hier doch mal wieder am ganz großen Rad gedreht, wie das Handelsblatt ausführt:

In Bahrain brechen erstmals wieder nach den Spätfolgen des Irak-Krieges inner-islamische Konflikte auf – schiitische Mehrheit gegen sunnitische Herrscher, wie im Zweistromland nach dem Sturz des Diktators Saddam Hussein. Vor allem aber droht dieser Konflikt sich in das nur über eine, zugegebenermaßen 26 Kilometer lange Brücke entfernte Saudi-Arabien auszubreiten. War Bahrain bisher nur das Vergnügungszentrum für unterhaltungssüchtige Saudis, der Fluchtpunkt aus ihrer wahabbitisch-strengen islamischen Heimat, so droht  der innermoslemische Zwist sich nun auszubreiten.

Was kann denn den USA, die sich im großen „Kampf der Kulturen“ befinden, besseres passieren als das sich die gegnerische Kultur selbst zerfleischt? Sie erhalten neue, korruptionsfähige „Demokratien“ nach westlichem Vorbild, in denen die Konzerne schalten und walten können wie sie wollen, sie gewinnen den Kampf der Kulturen mit Hamburgern, Coke und Disney – so wie bei uns zu Hause. Und nebenbei … gibt´s  noch neue Ölseen für die Energiekonzerne und Wüstenwelten für „Dersertec“.

Also … als Geostratege der USA würde ich jetzt erstmal ein Faß aufmachen. Die ganzen alten eingebildeten Wüstenscheiche werden zum Teufel gejagt und mir fallen ein Dutzend neuer, reicher Märkte in den Schoß … was will ich mehr?

Natürlich weiß ich, das es keine Auslangsgeheimdienste der USA gibt – und wenn, dann sind die nur caritativ tätig. Die kaufen keine Meinungen, beeinflussen keine Politiker (außer Jutta Dittfurth, aber die hat ja abgelehnt) und erst recht beteiligen die sich nicht an Umstürzen … außer natürlich in Panama, Grenada, Chile, Argentinien, Nicaragua, Iran, Kuba und einigen anderen Ländern dieser Welt. Aber das waren auch alles begründete Ausnahmen, wo die Interessen der USA auf dem Spiel standen.

Heute ist das ja auch alles anders.

Am 14.1.2009 meldete jedoch das Hamburger Abendblatt:

Kurz vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama hat der Iran nach eigenen Angaben einen US-finanzierten Umsturzversuch vereitelt.

Vielleicht haben die ja doch noch mehr … finanziert, organisiert, abgestimmt? Aber nein, das ging ja nicht. Das machen die nicht.

Jedenfalls nicht mehr 2011, dem Jahr, in dem es wirklich weltweit keine Verschwörungen mehr gibt und die verbotenen Artikel auch nicht mehr in den Hessischen Nachrichten erscheinen:

Der erste Umsturz in der Geschichte des modernen Iran wurde 1953 von den USA eingeleitet. Agenten des US-Geheimdienstes CIA ersetzten den iranischen Premier Mohammad Mossadegh durch eine Marionettenregierung. Im Kern ging es der damaligen US-Regierung um zwei Dinge. Erstens: Der Iran als Brückenstaat zwischen Europa und der islamischen Welt sollte dem wachsenden Einfluss des kommunistischen Sowjetregimes entzogen werden. In Zeiten des Kalten Krieges fürchteten die USA, den Nahen und Mittleren Osten an den Kommunismus zu verlieren.

Zweitens durften Briten und Amerikaner aber nicht nahezu völlig vom Erdölgeschäft abgeschnitten werden, wie es 1951 Mossadegh durchsetzte. Irans Parlament kündigte die Verträge mit den Briten und verstaatlichte die Erdölproduktion. Verhandlungen mit dem Nationalisten Mossadegh über Entschädigungen blieben erfolglos.

Dieser Artikel stammt nämlich aus dem Jahre 2009.

Heute ginge das nicht mehr … das wäre ja „Verschwörungstheorie“.  Was der Stern hier 2010 berichtet, machen die nicht:

Der Iran hat die USA beschuldigt, der Opposition Milliardensummen für einen Sturz der Regierung in Teheran angeboten zu haben. Der Wächterrat, der die Wahlen im Iran überwacht, warf Washington vor, der Oppositionsbewegung insgesamt 50 Milliarden Dollar (38,4 Milliarden Euro) versprochen zu haben, wie die iranische Nachrichtenagentur Ilna am Mittwoch berichtete. Von dem Geld seien eine Milliarde Dollar bereits an die Führer der Opposition während der gewaltsamen Proteste wegen der umstrittenen Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Juni 2009 gezahlt worden.

Warum sollten die das auch tun?

Nur wegen dem Öl?

In Deutschland gehen die Lichter aus – dank Politik und Wirtschaft

Thilo Sarrazin ist ja jetzt arbeitslos. War er schon vorher – wie aus der Welt zu erfahren ist:

„Als Bundesbanker war die Arbeit der Woche nach eineinhalb Tagen dienstagmittags getan“, erzählt Sarrazin, weiterhin ohne sich zu regen. „Am Montag gibt man Anweisungen und bereitet sich ein bisschen vor, am Dienstagvormittag diskutiert man intelligent in der Vorstandssitzung mit und am Dienstagnachmittag fragt man sich, was man den Rest der Woche tun soll.“

Dafür bekommt man 220000 Euro im Jahr – vom Steuerzahler. Nun ist Thilo Sarrazin ja kein Unbekannter. Irgendwer hat halt entschieden, das gerade dieser Mann diesen Posten bekommt. Wer das war … wissen wir nicht. Das gehört zu den vielen intransparenten Personalentscheidungen in dieser Republik, die auch über Nacht aus Roland Koch einen Weltklassemanager gemacht haben.

Auf einmal hatte Herr Sarrazin Zeit, sein lang geplantes Buch zu schreiben, das dann so intensiv beworben wurde, das er neben all den Versorgungsansprüchen gegen Vater Staat auch noch ein nettes Sümmchen nebenbei einfahren konnte, um weiterhin gegen Schule, Beamte und Bürger wettern zu können.

Wenn ich nun mal sinniere: das könnte doch auch von langer Hand so geplant gewesen sein … ist das dann schon der Tabubereich? Jene Sphäre, über die man nicht spricht?

So wie Ägpyten. Da jubeln ja jetzt alle über die tolle Revolution und die tolle Demokratie. Doch was muß ich da in der Welt lesen?

Seit die Armee im Jahr 1952 die Monarchie stürzte, kamen alle Führer Ägyptens – Naguib, Nasser, Sadat, Mubarak – aus der Armee.

Also hat sich doch in Ägypten eigentlich nichts geändert. Praktisch. Warum habe ich mir also jetzt tagelang den Demokratiejubel der deutschen Medien angetan? Oder, anders gefragt: wer hat entschieden, das über die Vorfälle in Ägypten auf diese Art und Weise berichtet wird?

Kommt man auf der Suche nach den „Entscheidern“ in diesem Land möglicherweise in Gebiete, wo die Repräsentanten des Volkes soviel Macht haben wie Mubarak … und ebenso leicht entfernt werden können, wenn ihre Zeit abgelaufen ist? Wäre schlecht für eine „repräsentative Demokratie“. Dann würden Amtsträger zu Pappkameraden.

Entscheidungen fallen jetzt auch im Wirtschaftsbereich. Die deutsche Börse löst sich auf … und zahlt in Zukunft woanders Steuern. Das wird so nicht kommuniziert … sieht aber laut Welt praktisch so aus:

Allerdings zeichnet sich immer klarer ab, wie der neue Börsenriese aussehen wird: Er soll die Rechtsform einer Europäischen Aktiengesellschaft (SE) oder eine niederländische NV haben. Als Firmensitz der Holding-Gesellschaft haben sich die Beteiligten den Angaben zufolge auf Amsterdam verständigt.

Hört sich doch so an, als ob Deutschland wieder einen guten Steuerzahler verliert, oder? Ist auch – denke ich – kein gutes Zeichen für die Bürger der USA, das sie ihre traditionsreiche Börse jetzt in Amsterdam wiederfinden. Und wo die großen Steuerzahler das Land verlassen, das sie groß gemacht hat, müssen andere wieder die Lasten tragen, damit der Sarrazin genug Geld zum Bücherschreiben hat – wieder in der Welt:

Schlechte Nachrichten für Millionen Bürger: Viele hoch verschuldete Städte und Gemeinden drehen trotz des Aufschwungs in den nächsten Monaten an der Kostenschraube. 86 Prozent der Kommunen wollen im laufenden Jahr Steuern und Gebühren erhöhen. Das geht aus einer neuen Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor, die 300 Kommunen befragt hatte. Mehr als jede zweite Kommune (55 Prozent) plant, Leistungen zu reduzieren oder abzuschaffen, etwa bei der Straßenbeleuchtung oder der Kinder- und Seniorenbetreuung.

Somit ist heute der Tag an dem man sagen kann: in Deutschland gehen die Lichter aus – dank Politik und Wirtschaft.

Bleibt nur die Frage: gibt es da … „Entscheider“?

In Ägypten merkt man gerade, das es welche gibt. Die Demokratie … scheint schon vorbei, siehe Spiegel:

Das Militär will die letzten verbliebenen Demonstranten vom Tahrir-Platz in Kairo vertreiben. Die wollen aber erst gehen, wenn das Parlament aufgelöst ist. Es gab erste Rangeleien. Hunderte neue Demonstranten strömen zu ihrer Unterstützung auf den Platz.

Falls sie allerdings Glück haben, bekommen sie eine Demokratie wie wir. Dann können sie sich auf eine Zukunft freuen, in der das Geld für Kinder, Senioren und Straßenbeleuchtung fehlt.



Mubarak tritt zurück – Volksfest in Ägypten und ein Blick auf uns

Ein Glück, dass die Ägypter nicht auf die hängenden Mundwinkel der Deutschen Demokratischen Verdummungskanzlerin gehört haben, die nach eigenem Bekunden vorzeigbare Erfahrungen im Umgang mit Revolutionen und Umbrüchen gehabt haben will, und den Ägyptern empfahl, auf dem Teppich – nicht Platz – zu bleiben und ihren Diktator, der lieben Stabilität willen, noch eine Weile lang lieb zu haben. Nein, die Ägypter sind trotzig weiter auf ihren Platz der Freiheit gegangen und haben ihn sogar gefegt und sauber gehalten, weil es zu ihrem Stückchen Erde geworden ist, friedlich wohlgemerkt. Moslems haben zusammen mit Christen gebetet und sich gegenseitig beschützt.

Das gemeinsame Ziel, die Ablösung des Mubarak-Systems friedlich herbeizuführen, hat zu einem von Dynamik und Euphorie getragenen Protest geführt, bei dem den Ägyptern immer klarer wurde, dass sie etwas verändern können.

In Deutschland hat man davon lange Zeit nichts erfahren. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand zunächst einmal die Ignoranz und später die Sorge um die Stabilität in der Region, weil man gerade den arabischen Völkern aus eurozentristischer Sicht heraus die Demokratiefähigkeit einfach absprach. Deshalb wurde vor allem auch über die Gewalt und die Opfer berichtet und weniger über das, was sich im Innern des Landes verändert hat und was die volle Unterstützung gerade derer verdient hätte, die sich als demokratische Musterschüler und Weltenlenker verstehen.

Jetzt bleibt eigentlich nur die Frage zu klären, wer morgen mitkommt, um auf dem Berliner Platz der Republik für die Ablösung des Systems Merkel zu demostrieren. Wahrscheinlich niemand, weil sich das deutsche Volk in diesen Zeiten lieber mit den Bonusprogrammen seiner Krankenversicherung beschäftigt und sich darüber freut, wenn es am Jahresende neun Stempel bei diversen Aktivitäten zur Erhaltung seiner Gesundheit erschwitzt hat, um dann eine Geldprämie zu erhalten.

Das ist wirklich so. Da ärgern sich die Deutschen kein Stück über das korrupte und von der Politik an die Lobbygruppen vollständig ausgelieferte Gesundheitssystem, in dem Jahr für Jahr immer mehr Milliarden einfach so verschwinden, ohne dass am Ende auch ein Mehr an Gesundheit herauskäme, sondern freuen sich darüber, dass sie für’s Stempeln Geld kriegen. Na ja, das ist halt so, würde Urban Priol an dieser Stelle seinen typischen Deutschen vielleicht sagen lassen.

Aber wenigstens ist Axel Weber zurückgetreten. Der Bundesbankpräsident, der nur deshalb den Posten inne hatte, weil sich Eichel von seinem Staatssekretär Jörg Asmussen – der übrigens auch Staatssekretär von Steinbrück war und von Schäuble immer noch ist – diese Personalie aufschwatzen ließ. Schließlich hat Asmussen bei Weber Ökonomie studiert. Da wäscht eine Hand die andere. Nur ins Gefängnis wird der zum Teil sträflich ahnungslose Weber natürlich nicht gehen, sondern seinen verdienten Posten bei der Deutschen Bank einnehmen. Das wäre dann die Drehtür deluxe nach dem Motto, eigenes Geld vermehrt und die Finanzen der Volkswirtschaft ruiniert. Bravo Deutschland.

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Demokratie in Ägypten unerwünscht

Wenn man die deutschen Medien so verfolgt, dann überwiegt doch Skepsis beim Blick auf Ägypten. Ein „demokratischer Frühling“ sei eher nicht zu erwarten, heißt es immer wieder. Vielmehr sorgt sich die hiesige Meinungsführerschaft um die Stabilität in der Region. Wie gut das Ägypten ein vornehmlich islamisch geprägtes Land ist. Da fällt einem das Fürchten vor religiösen Hardlinern, die die Macht einfach so ergreifen könnten, natürlich nicht so schwer. Dabei wollen die Muslimbrüder, die aus Sicht des Westens als radikale Gesinnungsgruppe für den Job in Frage kämen, gar nicht so fundamentalistisch und agressiv sein, wie sie der Westen gerne sehen würde. Nö, die Brüder haben erklärt, sich nach einem Sturz Mubaraks und möglichen Neuwahlen nicht an einer Regierung beteiligen zu wollen und auch sonst zeigt man aus der Richtung kein sonderliches Interesse an den Vorgängen. Man könnte fast meinen, die Muslimbrüder seien Angestellte der ARD-Aktuell-Redaktion.

Den Muslimbrüdern soll es wirtschaftlich auch besser gehen als dem Rest der Bevölkerung, insofern sieht man wohl keinen Handlungsbedarf, nun auf einmal das Klischee von religiös verirrten Fanatikern und wohmöglich noch wild umher bombenden Terroristen zu erfüllen. All das ignoriert aber natürlich unser journalistisches Panikorchester, das bereits eine bizarre Melodie vor sich hinspielt. Wer am Donnerstag das heute journal im ZDF verfolgt hat, wird vielleicht den Kommentar vom Chefredakteur glaubt uns doch kein Mensch Peter Frey gehört und gesehen haben. Er, selber christlicher Fundamentalist, weil Mitglied im ZK der deutschen Katholiken, phantasiert in seinem Redebeitrag von einem anderen Iran, in dem der Koran zur Staatsräson werden könnte. Das würde die Stabilität in der Region gefährden, so Peterchens Befürchtung. Dabei sorgt sich Frey besonders um die Stabilität der Schifffahrtswege und des Energienachschubs.

Deshalb kann er der „Steinewerfer-Revolution“ auch nicht sonderlich viel abgewinnen und bezweifelt zum Ende hin, dass eine schnelle Demokratie zu haben sei. Er fordert dann auch, Realitäten zu erkennen und Ägypten vorm Bürgerkrieg zu retten, indem man den Übergang organisiert (man erfährt allerdings nicht wer das sein oder machen soll, vielleich zu Guttenberg?). Da werden sich die Ägypter aber bedanken, wenn nicht sie, sondern der scheinbar aufgeklärte und säkularisierte Westen darüber entscheidet, wer an Suez-Kanal und Nil die Stabilität bestimmen darf.

Das Problem ist halt, dass wir Europäer und speziell wir Deutschen annehmen, die Ägypter seien Hinterwäldler, die nicht mitbekommen haben, was beispielsweise im Iran vor zwei Jahren los war. Der Bevölkerung im Gottesstaat geht es nämlich auch nicht sonderlich gut, und sie fühlt sich von ihrer Regierung verschaukelt, weshalb es zu großen Protesten nach der iranischen Präsidentschaftswahl 2009 kam, bei denen es im Zuge gewalttätiger Auseinandersetzungen auch viele Opfer gab.

Peter Frey hat das wahrscheinlich gar nicht mitbekommen oder überhaupt nicht mehr auf der Platte. Damals hatte er ja noch peinlich versucht, Oskar Lafontaine im Sommerinterview des ZDF als Hinschmeißer zu diffamieren. Peter Frey, ein deutscher Hinterwäldler eben oder aber ein passender Kellner für den Koch.

Nur warum sollte ausgerechnet eine Gefahr der Iranisierung in Ägypten bestehen? Die Ägypter wären ja schön blöd, sich so ein totalitäres Regime ans Bein zu binden. Die Menschen wollen bessere Jobs und eine Perspektive und nicht die Sharia. Peter Frey hingegen bedient einfach nur das durch Medien und Politik gepflegte Vorurteil, die arabische Welt sei per se demokratieunfähig.

Dabei wäre ein kritischer Blick auf unsere eigene Demokratie sehr lohnenswert. Die Bundeskanzlerin hat zusammen mit anderen europäischen Regierungschefs einen gemeinsamen Appell an die Adresse der ägyptischen Führung gerichtet. Darin heißt es:

„Wir beobachten mit größter Sorge, dass sich die Lage in Ägypten verschlechtert. Es muss den Ägyptern frei stehen, ihr Recht auf Versammlungsfreiheit auszuüben. Die Sicherheitskräfte müssen sie dabei schützen.

Quelle: Bundesregierung

Dabei hieß es zum Thema Demonstrationsfreiheit vom Regierungsmitglied Thomas de Maizière (CDU) kürzlich noch:

„Wenn tausende 13-jährige Schüler von ihren begüterten Eltern Krankschreibungen kriegen, um zu demonstrieren, dann ist das ein Missbrauch des Demonstrationsrechts.“

Quelle: Tagesspiegel

Unsere Demokratie ein Etikettenschwindel? Eine Frage, mit der sich der Chefredakteur des ZDF einmal ausgiebig befassen sollte. Immerhin hat er den Job ja nur, weil sein Vorgänger Nikolaus Brender unglaublich demokratisch und vor allem unter der gebotenen Staatsferne durch Ministerpräsident a.D. Roland Koch aus dem Dienst entfernt worden war.

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In der Mediathek des ZDF finden sie die komplette Sendung des heute journals vom 3. Februar. Die Mediathek ist einfach spitze, das muss man sagen. Die einzelnen Themen der Sendung können nämlich bequem per Mausklick aufgerufen werden. So können sie zum schlechten Kommentar von Frey ganz einfach hin navigieren und müssen nicht umständlich den Schieberegler bedienen und selbst suchen.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1250354/ZDF-heute-journal-vom-03.-Februar-2011#/beitrag/video/1250354/ZDF-heute-journal-vom-03.-Februar-2011

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http://tautenhahn.blog.de

AUFSCHWUNG! TOLL! BROTPREISE bei 25 Euro/kg! Nato und Europa lösen sich auf!

Ich suche den Aufschwung ja schon seit über einem Jahr. Gefunden habe ich ihn nicht – bis heute. Heute war er da … und auf einmal merkte ich auch, wie das System läuft. Zur Erinnerung: wir hatten ja Bankenkrise. Auf einmal war allen aufgefallen, das die USA zwar noch Geld aber eigentlich keine Werte mehr hatten und das viele Banken schon längst Pleite waren – trotz aller virtuellen Werte, die noch auf dem Konto waren. Mein Fahrsimulator bringt mich trotz seiner virtuellen Qualitäten auch nicht von Frankfurt nach Braunschweig.

Die sind auch immer noch Pleite, diese USA. Im Prinzip kann man heute in Ägypten sehen, wie es morgen in den USA aussehen wird, so jedenfalls hört es sich bei Wisopo an:

Große Sorgenfalten hat momentan der US-Milliardär Donald Trump. In einem Interview sagte er, dass die USA wie Ägypten enden könnten. Eine hohe Inflation sorge dafür, dass die US-Bürger „sehr bald“ 25 US-Dollar für ein Laib Brot bezahlen müssten.

25 Dollar für einen Laib Brot? Das ist dem Notenbankchef noch zu billig. Es droht Gefahr für das Kartell der Supervermögen, das heißt: ES GEHT UM ALLES, jedenfalls nach dem Manager Magazin:

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat mit drastischen Worten vor einer Schuldenkrise der USA gewarnt. Zwar müsse der Kongress das aktuelle Schuldenlimit „kurzfristig“ erhöhen. Wenn aber kein straffer Sparkurs folge, drohe der weltgrößten Volkswirtschaft der Staatsbankrott.

Auch die Inflation verharre auf einem Niveau, das die Notenbank langfristig für zu niedrig halte.

Das System braucht mehr Inflation  um weiter zu funktionieren. Hungern für den Aufschwung. Das machen wir doch gern – dabei sieht unser Aufschwung ganz anders aus: es ist ein Leihaufschwung, auch für Fachkräfte, wie die Frankfurter Rundschau berichtet:

Alle reden vom Fachkräftemangel. Trotzdem finden Ingenieure immer öfter nur als Leiharbeiter einen Job. Beim Atomkonzern Areva in Offenbach liegt die Quote schon bei 20 Prozent.

Sogar in der sicherheitssensiblen Atombranche nur Leiharbeiter? Na ja, warum auch nicht. Pakistan hat sowieso mehr Atombomben als wir. Außerdem macht es die Bundesregierung laut Neues Deutschland ja vor:

Die Zahl der Leiharbeiter in Bundesministerien und bei nachgeordneten Stellen stieg von 771 in 2008 auf 1593 im vergangenen Jahr, wie aus einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Antwort der Regierung auf eine Anfrage der LINKEN hervorgeht. Das Gros der Leiharbeiter setzte das Bundesverteidigungsministerium ein. Es beschäftigte 1381 solcher Arbeitskräfte. Sie kamen den Angaben zufolge vor allem in den Truppenküchen der Bundeswehr zum Einsatz.

Wir werden ein Leihvolk. Heimatlose Wanderarbeiter ohne Familie – das ist das, was Politik und Wirtschaft für uns noch übrig haben. Unter diesen Bedingungen kann man uns gerade noch dulden, obwohl den Geldräubern auch das langsam zu teuer wird, wie man in der Welt lesen kann:

Durch ein Zurückdrängen des Staats aus dem sozialen Miteinander würden klassische Solidargemeinschaften wie Familien und Freundeskreise reaktiviert. Diese werden nur handlungsfähig, wenn die Geber nicht geschwächt, sondern geschützt und zur Hilfe ermuntert werden: sowohl fiskalisch wie auch kulturell.

Staat und Wirtschaft bereiten sich auf eine sehr anstrengende Zukunft vor: abkassieren ohne Gegenleistung. Prämie zahlen, aber bei Wasserschaden dann die Oma fragen. Für die Oma sieht es anders aus: sie soll ohne Geld den Rest der Familie durchbringen. Nun – seit heute kann man sagen: man hatte es uns gesagt, das es soweit kommen wird.

Im Ausgeben sind Regierung und Wirtschaft allerdings ganz groß. Beim Eiertanz um Eitelkeiten ist man sich für keine Peinlichkeit zu schade, wie das Handelsblatt berichtet:

Zwar sei die Absicht, für die Kinder künftig Sach- statt Geldleistungen zur Verfügung zu stellen, „grundsätzlich begrüßenswert“, heißt es in der Expertise. „Allerdings hat es sich herausgestellt, dass die Umsetzung des Bildungspakets zu einer deutlichen Mehrbelastung der Steuerzahler im Vergleich zu einer adäquaten Erhöhung der Geldleistungen führt.“

Der Hintergrund? Nun – ein gutes Regierungsprogramm braucht einen angemessenen Verwaltungsaufwand. Immerhin müssen die Parteikader ihre Verwandten im System unterbringen, es drohen Hunger, Durst und Kälte – aber bitte schön nicht für meine Nichte.

Hunger, Durst und Kälte? Ja natürlich weiß man in Regierungskreisen, das die Party zu Ende ist. Europa ist den USA zu teuer. Die haben noch mehr Atombomben als Pakistan und vor allem: keine Leiharbeiter in sicherheitsrelevanten Bereichen. Einfach mal nach Irland schauen, dann weiß man, was die Zukunft bringt, wie hier im Handelsblatt:

Trotz der Rettungsaktion für Irland hat sich die Situation der Banken verschlechtert. Auch das von EU und Internationalem Währungsfonds im vergangenen November auf den Weg gebrachte Hilfspaket über 85 Milliarden Euro konnte die Flucht der Bankkunden nicht stoppen. Und die Situation könnte sich weiter verschärfen.

Wir brauchen auch nicht schauen, wie sich die Situation weiter verschärft. Die Spitze der Wirtschaft hat das Ende der Eurozone laut Wirtschaftsfacts schon für sich beschlossen:

Eine überwältigende Mehrheit von Unternehmens- und Finanzentscheidern aus der ganzen Welt glaubt definitiv an die Möglichkeit, dass ein oder mehrere Länder der Eurozone in den nächsten drei Jahren die geldpolitische Union verlassen werden. Mehr als vier von fünf im Rahmen einer Studie befragte Vorstände, oder 85 Prozent der Teilnehmer, erklärten, dass die Chance auf eine solche Entwicklung durchaus real sei, während zwei von drei Befragten, oder 60 Prozent, angaben, dass die Möglichkeit eines Auseinanderbrechens der Eurozone bereits in den nächsten drei Jahren bestehe.

Und diese Wirtschaftsmisere wird für uns laut „die Presse“ auch politisch weitreichende Folgen haben:

Rasmussen warnte vor diesem Hintergrund vor einem Zerbrechen der Nato: „Wenn Europa nicht mehr in der Lage ist, einen angemessenen Beitrag zu leisten, dann könnten sich die Vereinigten Staaten anderswo nach Partnern umsehen.“
Auch der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warnte in München davor, dass sich die USA zunehmend Asien zu- und von Europa abwenden könnten.

Die große Kooperation China/USA, dereinst Hintergrund der Science-Fiction-Serie „Firefly“, wird gnadenlos Realität – falls wir nicht mehr den finanziellen Ansprüchen der bankrotten USA genügen können.

Das heißt dann für uns: Brotpreise bei 25 Euro/kg, damit´s in den USA weiter Burger für einen Dollar gibt. Das machen wir doch gern.

Aber wo jetzt der wirkliche Aufschwung ist? Nun – Scherz beiseite – es gibt ihn wirklich, den Aufschwung. Ganz real. Man findet ihn … auf der offiziellen Seite des Deutschen Bundestages:

Die Gesamteinnahmen der im Bundestag vertretenen Parteien sind 2008 im Vergleich zum Vorjahr teilweise deutlich gestiegen. Dies geht aus den ”vergleichenden Kurzübersichten über die Einnahmen, Ausgaben und Vermögensverhältnisse der Parteien in den Rechnungsjahren 1999 bis 2008“ hervor, die Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) als Unterrichtung (17/3610) vorgelegt hat.

Hier lohnt sich auch in Blick ins Detail:

Die höchsten Gesamteinnahmen verzeichnete demnach 2008 die SPD mit 167,509 Millionen Euro nach 156,982 Millionen Euro im Jahr 2007, gefolgt von der CDU mit 147,979 Millionen Euro in 2008 nach 142,452 Millionen Euro im Vorjahr. Die CSU verzeichnete eine Steigerung der Gesamteinnahmen von 43,459 Millionen Euro in 2007 auf 50,522 Millionen Euro in 2008, während die Gesamteinahmen der FDP von 31,665 Millionen Euro (2007) auf 31,925 Millionen Euro (2008) stiegen. Bündnis 90/Die Grünen konnten 2008 Gesamteinnahmen in Höhe von 27,372 Millionen Euro verbuchen nach 26,138 Millionen Euro im Vorjahr; Die Linke kam 2008 auf Gesamteinnahmen in Höhe von 25,185 Millionen Euro nach 22,434 Millionen Euro in 2007.

Wo kommt das Geld her?

Als wichtigste Einnahmequellen der Parteien werden in der Vorlage Mitglieds- und Mandatsträgerbeiträge, Spenden und staatliche Mittel genannt.

Da man Parteispenden steuerlich absetzen kann und Mandatsträger vom Steuerzahler bezahlt werden, kann man sagen: von denen, die bald ihr Brot nicht mehr bezahlen können. Aber dafür gibt´s ja … die Oma.

Da die Parteien die Besetzung der Pöstchen der öffentlichen Medien bestimmen, kann man sich sicher sein, das von diesen Pöstchen keine substantielle Kritik mehr ausgeht, sondern eher Propaganda, die die Mechanismen des Systems noch ein paar Monate lang verschleiert, bis so viele Entscheidungsträger wie möglich ihr Schäflein ins Trockene gebracht haben, während wir dann hungrig und frierend im Regen stehen dürfen.

Aber das Konsumklima dürfte dann Spitzenwerte in den Umfragen erreichen – was würde man nicht alles kaufen wollen, wenn … man Geld hätte.

Haarp, 9/11 und das endgültige aber unmerkliche Ende Europas

Es vergeht mitlerweile kaum ein Tag, an dem nicht äußerst denkwürdige Nachrichten über den Bildschirm flackern, allerdings in den „etablierten“ Medien keinen Wiederhall finden und in einer Flut von Bagatellmeldungen untergehen. Zum Beispiel diese hier aus Shortnews:

Im Auftrag des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Khalifa bin Zayed Al Nahyan, ist es einem Forschungsteam gelungen, große Gewitterstürme über der Wüstenregion in Abu Dhabi auszulösen. In dieser Region gibt es zu der Zeit des Experimentes normalerweise keinerlei Niederschlag.

Die Wettermanipulation wurde durch ein überdimensionales Feld von großen Ionisatoren ausgelöst. Die Firma Metro Systems International aus der Schweiz stellte die notwendige Technologie zur Verfügung, durch welche negative Ionenwellen erzeugt werden können.

In der unteren Atmosphäre werden Staubpartikel angezogen, welche eine Kondensation auslöst, durch die wiederum Regen entsteht. Vergleichbar ist dieses System mit dem von den USA geheim gehaltenen „HAARP“ (High Frequency Active Auroral Research Program), welches oft für Verschwörungstheorien sorgte.

USA hat Megablizzard, Australien freut sich darüber, das der Taifun die Reste der vorherigen Flut fortgeblasen hat, auch in Deutschland jagt ein Wetterrekord den nächsten … und wir erfahren nebenbei, das irgendwelche wahnsinnigen Wissenschaftler in nie dagewesenem Ausmaß das Wetter manipulieren können?

Wäre das nicht mal eine kritische, unabhängige Überprüfung wert? Genauso wie diese folgenreiche Geschichte um 9/11, die ja bald zehn Jahre danach immer noch sehr sagenumwoben und voller rätselhafter Widersprüche ist, wie Hintergrund aktuell berichtet:

So ergibt sich ein für viele US-Amerikaner erschreckendes Bild: die Behörden, die sie vor den Terroristen schützen sollen, haben trotz einer ganzen Palette an konkreten Hinweisen nichts unternommen. Dabei waren die Warnungen ausländischer Geheimdienste vor Anschlägen in den USA, bei denen entführte Flugzeuge genutzt werden sollen, eindringlich, umfassend und konkret.

Das Weiße Haus erhielt Dutzende solcher Warnungen. Diesen nicht eindringlich nachgegangen zu sein, lässt sich kaum mit unbeabsichtigten Versäumnissen der Beamten erklären. Denn spätestens der 11. September selbst hätte der Weckruf sein müssen, konsequent zu agieren und den Spuren nachzugehen. Wie aber der Fall des Trios aus Katar oder der verdächtigen Gruppe, die Flug 23 gebucht hatte, zeigt, war selbst nach 9/11 das Interesse gering, die mutmaßlichen Hintermänner und Co-Konspirateure zu verfolgen.

Warum sollte man auch die Täter verfolgen … wo sich doch laut diesem Artikel zeigt, das Bin Laden nur „im Auftrag“ gehandelt hat. Vielleicht im Auftrag genau jener Strukturen, die auch laut ORF den Ägyptischen Diktator Mubarak finanzierten:

Von fragwürdigen Immobiliengeschäften ist die Rede, das große Geld soll aber vor allem von Deals mit ausländischen Konzernen stammen, die ihren Beitrag an Mubarak abliefern mussten, wollten sie im Land investieren.

Wäre es nicht mal sinnvoll zu schauen, woher das ganze Geld stammt – und wer warum welche Gelder in welche politischen Entscheidungen fließen läßt? Wäre das alles in Krimi, so würden wir erstmal schauen: wem nutzt das. Wer das Wetter manipulieren kann, der hat die Hand auf dem Essen der Menschheit. Wer Terroranschläge organisieren kann, bestimmt die politischen Strömungen und kann  Kriege manifestieren, in die man sogar die lange brav gewesene Bundeswehr erfolgreich einbinden kann.

Wir haben nicht mehr viel Zeit, um uns um die Absichten jener zu kümmern, die mit ein wenig Vulkanasche ganze Lufträume sperren können, die mit einem Knopfdruck das Wetter über unseren Äckern bestimmen und uns mit einem anderen Knopfdruck wirtschaftlich ruinieren könnten … laut Spiegel ist das Ende Europas recht nahe gerückt:

Griechenland und Irland mussten schon die Hilfe anderer Euro-Länder in Anspruch nehmen, Portugal sperrt sich noch, gilt aber als nächster Kandidat. Und dann? Ist dann Schluss? Oder greift die Euro-Krise auf den großen iberischen Nachbarn über?

Das wäre ein Alptraum. Spanien wäre eine Nummer zu groß für den 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm – die Euro-Krise geriete vollends außer Kontrolle. „Mit Spanien steht und fällt alles“, sagt Commerzbank-Analyst Christoph Rieger.

Und die spanische Katastrophe ist – wie augenscheinlich auch das Wetter, die Weltpolitik und die Börse – ein hausgemachter Schwindel:

Es war ausgerechnet die Einführung des Euro, die den Grundstein legte für jene Entwicklung, die heute die gesamte Gemeinschaftswährung zu sprengen droht: Spanien kam mit einer zu niedrig bewerteten Peseta in die Union. Und die Zinsen, die sich fortan an der Entwicklung des gesamten Euro-Raums orientierten, waren für das Land viel zu niedrig.

Die Folge war ein zügelloser Bauboom: In den wilden Jahren entstanden in Spanien 800.000 Wohnungen jährlich, mehr als in Deutschland, Italien und Frankreich zusammen.

Sollen wir glauben das hochbezahlte Experten „zufällig“ eine so wichtige Währung wie die Peseta zu niedrig bewertet haben? Sollen wir mal nachforschen, welche Beförderungen und Folgeaufträge diese Experten im Folgenden bekommen haben? Dafür ist wahrscheinlich keine Zeit mehr, denn die Märkte reagieren schon, wie man im Spiegel nachlesen kann:

Zu den europäischen Spitzenmetropolen zählen viele deutsche Städte. Allerdings hat München seine Top-eins-Position verloren. Die größten Erträge erwarten die befragten Experten nun für Immobilieninvestments in Istanbul

Schon eine kleine Sensation. Wäre einen Riesenartikel wert … der aber als Aufschwungsgefährdung eingestuft werden könnte. Ehrlich … wenn ich euch sagen würde, ich habe meine Eigentumswohnung in München gegen eine in Istanbul getauscht … ihr würdet mich doch für ein kleines bischen Ballaballa halten, oder?

Der neue Wind hat aber nicht nur die Immobilien erfaßt. Wer global schaut, fängt an, das Abendland abzuschreiben, wie die Märkische Allgemeine berichtet:

Moody’s Investors Service sieht in Asien Raum für Heraufstufungen der Bonitätsnoten einiger Länder, während der Ausblick für Europa recht düster eingestuft wird.

Istanbul … liegt nur noch halb in Europa. Die andere Hälfte ist … in Asien.

Wer aber nun meint, das sein alles nur Angstmacherei, eine zufällige Verkettung unglücklicher Nachrichten, dem sei versichert, das man laut Spiegel ganz real an der Vernichtung der europäischen Wirtschaftsordnung arbeitet:

Die Gewerkschaft IG BAU schlägt Alarm: Sie wettert gegen einen Brüsseler Richtlinienentwurf laut dem Arbeitnehmer aus Drittstaaten in die EU entsandt werden können – und warnt vor Billigarbeiter-Strömen aus China.

Was das in Euro monatlich heißt, ist schon beeindruckend:

Drittstaatler können von einem EU-Staat an Firmentöchter oder Kunden in anderen EU-Länder weitergereicht werden. Chinesen, die zuerst zum Beispiel in Rumänien zum dortigen Mindestlohn von monatlich 175 Euro arbeiten, könnten dann zum selben Tarif in Deutschland beschäftigt werden.

Also … bei 175 Euro im Monat für einen Vollzeitjob kann man sich vorstellen, was dann noch für Hartz IV-Abhängige gezahlt werden darf, um das Lohnabstandsgebot einzuhalten. Jetzt kann man sich aber auch vorstellen, was wirklich hinter dem Gerede vom Fachkräftemangel steckt – man schielt auf die 200 Millionen Wanderarbeiter aus China.

Man merkt langsam, das es angesichts dieser Gewalten kaum noch was bringen dürfte, protestierend auf der Straße zu stehen. Und selbst wenn doch … so eröffnet die langjährige Diskriminierung von Arbeitslosen und ihren Kindern ganz neue Perspektiven zur Disziplinierung der Bevölkerung. Ganz schnell kann sich der Spieß umdrehen und der Spießbürger steht am anderen Ende des Gewehrlaufes – das ist ein bislang kaum beachteter Nebenaspekt der Agenda 2010, auf den ich ohne die Vorfälle in Ägypten nicht gekommen wäre – hier dazu der Bericht aus der TAZ:

Die Regierung versucht die Demonstranten einzuschüchtern. Die „Baltagija“, die „Axtträger“, bilden die Vorhut. Sie sind wie Söldner und gehören zu den Ärmsten der Armen.

Das ginge in Deutschland nicht? Noch nie gemerkt, wieviel Wut, Hass und Zorn die Ungerechtigkeiten der Agenda 2010 in diesem Land erzeugt haben? Wie viele normale Bürger mit normalmenschlichen „Vermittlungshemmnissen“ schikaniert, gedemütigt und entwürdigt werden? Nicht gemerkt, das 1,8 Millionen Kinder völlig ungerechtfertigt mit der „Strafe“ Hartz IV überzogen worden sind?

Ganz nebenbei erzeugt die Agenda 2010 – natürlich völlig unbeabsichtigt, weil Entscheidungsträger der Wirtschaft ihre Entscheidungen immer auswürfeln und niemals einen Plan verfolgen – eine Verfügungsmasse von entrechteten, zornigen Menschen, die nichts mehr zu verlieren noch irgendeine Zukunft haben.

Was würde geschehen, wenn jemand sagen würde: „1000 Euro auf die Hand, wenn ihr dem asozialen Berliner Bürgerpack mal ordentlich aufs Maul haut“. 1000 Euro ist das vierfache des monatlichen Regelsatzes für Jugendliche. Für noch nicht mal ein Prozent der Geldsumme, mit der die HRE-Bank gerettet wurde, hätte man schon mal eine Million Schläger auf deutschen Straßen, Menschen, die einen – gerechten – Zorn auf ihre wohlsituierten Mitmenschen haben, weil sie mit Armut und Verachtung für die Vermittlungshemmnisse ihrer Eltern bestraft wurden und auf politischer Ebene immer weniger Anerkennung ihrer Situation finden.

Den SA-Mann gewann man auch mit Suppe. Suppe war damals für einen Teil der Bevölkerung ein hohes Gut. Wir sind auf dem besten Wege, wieder dort zu landen. Und das soll alles Zufall sein?

Manchmal habe ich den Verdacht, das wir wohlinformierten Bürger nicht die geringste Ahnung haben, was dort draußen eigentlich alles los ist. Wir haben ja noch nicht mal ein Beschäftigungswunder – sogar das war laut VDI gelogen:

Arbeitsmarkt: Ökonomen halten den Optimismus des Bundeswirtschaftsministers für übertrieben. Weder ist das Beschäftigungsvolumen gestiegen noch werden die Arbeitnehmer deutlich mehr Geld für den privaten Verbrauch übrig haben.

„Wer jetzt von Boom redet, der verkennt die Situation“, sagt Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Dieses Institut berät auch die Regierung.

Und wie verarbeitet die Regierung diesen Rat?

„Der wirtschaftliche Aufschwung ist insbesondere ein Beschäftigungsaufschwung“, heißt es im aktuellen Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung.

Wenn die über Haarp und „nine-eleven“ genauso Wirklichkeitsnah informieren … dann erwarte ich das Ende Europas zum Jahresende, wenn Spanien fällt – und vielleicht sogar eine blitzschnelle Übernahme der gesellschaftlichen Strukturen durch chinesische Investoren. Es ist völlig unglaublich – aber nicht mehr undenkbar – das Ende 2012 die chinesische Flagge über Berlin weht. Schlechtes Rating, zerstörter Arbeitsmarkt, staatliche Zahlungsunfähigkeit – wie schnell das geht, haben wir letztes Jahr gesehen.

Und mal ehrlich: es würden doch viele jubeln, wenn die Befreier kommen, die Menschen jener erfolgreichen, alten Kulturnation, die uns von der Diktatur der Parteien und der Zinsknechtschaft befreien würden, die wieder soziale Gerechtigkeit herstellen und ein erfolgreiches Wirtschaftsmodell implantieren, das uns wieder wertschaffende Arbeit anstatt verblödende „Beschäftigung“ verspricht – oder hat man die Umfragen schon vergessen, die belegen, das die Mehrheit der Deutschen von der asozialen Murkswirtschaft die Nase gestrichen voll hat – und immer mehr auch von der seltsamen Abart der Demokratie, die wir versuchen zu leben?

Nun – vielleicht geschieht das nicht 2012.

Aber 2022.




Ägypten, Wolfgang Clement und Deutschlands Zukunft nach dem Rentenklau

Blicken wir eigentlich noch durch, was in der Welt gerade so passiert? Ich meine – wir waren laut „Experten“ am „Ende der Geschichte“ angekommen, hatten die beste aller möglichen Welten erreicht und brauchten jetzt nur noch das System stabil halten, damit alle in Ruhe und Frieden ihr eigenes Leben leben dürfen.

Gut, man hatte nicht den Bürger gefragt. Es war zwar das Ende der Geschichte, der Kampf der Systeme war zugunsten der marktwirtschaftlich orientierten Demokratie entschieden worden, doch war dieses Paradies der Historie zugangsbeschränkt: nur der ewig junge, kerngesunde, ungebundene  gut ausgebildete Mann mit guten Beziehungen konnte alle Dimensionen dieses Paradieses ausloten, das normale Bauernkind mit Lernbehinderungen und sozialen Anpassungsschwierigkeiten blieb mit vielen Millionen anderer Menschen zusammen auf der Strecke.

Da alle Menschen mal alt werden – und die meisten auch krank – ist das System „Halbgott mit Mercedes und Rolex“ auch nur für ganz eingeschränkte Intelligenzkreise zufriedenstellend lebbar, vernünftige Wesen (und erst recht soziale) merken ganz schnell, das da eigentlich kein realer Gewinn für die Seele drinsteckt, aber viel Ablenkung für das Kind im Mann.

Das System „Halbgott mit Mercedes und Rolex“ ist momentan auch in Nordafrika sehr in Gefahr. Jahrzehntelang war Ruhe, es gab eine stabile, satte Oberschicht, die ihre Kinder auf Schulen in die USA und zum Einkaufen nach Paris und London schicken konnten – und den Rest, der von den Resten leben durfte.

Woher das Geld kommt? Nun – von uns. Unter anderem. Wir sind laut Manager Magazin dick drin in Nordafrika:

Öl, Südfrüchte, aber auch Bauteile für die Automobil- und Maschinenbauer: Die deutsche Industrie ist in vielfältiger Weise auf Produkte aus Nordafrika und dem Nahen Osten angewiesen. Unternehmensberater Marc Kloepfel erklärt im Interview, wie Firmen ihre Lieferketten in der Region sichern sollten.

Unternehmensberater Marc Kloepfel arbeitet mit Wolfgang Clement zusammen, dem Clement, der Mitbürger, die den Optimierungsprozessen der Unternehmensberater zum Opfer gefallen sind, zu „Schmarotzern“ erklärte, während er nun hilft, auch in Nordafrika mehr von diesen „Schmarotzern“ zu erzeugen, in dem Einkauf und Produktion „optimiert“ werden.

Wenn ein Unternehmen wirklich von einem Lieferanten abhängig ist, muss es von diesem Zustand wegkommen. Wenn es zum Beispiel um ein Aluminiumprofil geht, wird dafür wird ein Werkzeug gebraucht, es muss eine Oberfläche bearbeitet, es müssen Löcher hineingebohrt werden. Um unabhängiger zu werden, könnte ein Unternehmen diesen Prozess splitten und an mehrere Zulieferer vergeben. Denkbar wäre auch, eine andere Form der Oberflächenbearbeitung zu finden, die nicht nur ein einziger Lieferant beherrscht.

Billig, billig, billig zum Wohle des Halbgottes. Nur in der Welt der Halbgötter gilt „billig“ nichts, da wird es schnell teuer, siehe ebenfalls Manager-Magazin:

Nur zwei Jahre nach dem Beinahekollaps des Finanzsystems schwimmen die Banker an der Wall Street wieder im Geld. Die 25 größten US-Finanzfirmen haben laut „Wall Street Journal“ im  Vorjahr 135 Milliarden Dollar an ihre Mitarbeiter gezahlt. Das ist rund ein Drittel der gesamten Erlöse – und die Bezüge könnten bald noch weiter steigen.

Überrascht wie schnell man vom ägyptischen Bürgerkrieg aus ins Vorzimmer einer deutschen ARGE landet, weil die Boni in den USA steigen müssen? Das nennt man „Globalisierung“, läßt sich nur mit systemübergreifenden Denken verstehen. Deshalb kann man schon jetzt sagen, das die wirtschaftlichen Nöte der nordafrikanischen Staaten langsam auf Deutschland hinübergreifen, wie der „Entscheider“ im Manager-Magazin erfährt:

Das neue Jahr ist nur vier Wochen alt, aber schon tut sich neben Währungskapriolen und Schuldendramen ein weiteres Minenfeld auf: Vielen Unternehmen drohen aufgrund der anziehenden Inflation einbrechende Gewinnmargen – und das mitten im Aufschwung. Denn eskalierende Preise für Rohstoffe, Energie und Vorprodukte nehmen die Unternehmen und ihre Gewinnspannen in den Würgegriff. Und das weltweit.

Und jetzt kommt es zu einem interessanten Nebensatz. Für Entscheider ist der wichtig … für Politiker jedoch jenseits aller zumutbaren Realität:

Erzeuger und Handel können an ausgelaugte oder immer noch zur Vorsicht neigende Kunden die höheren Bezugspreise nur mühsam weitergeben, in vielen Fällen gar nicht. Das ist Gift für die Börsenrally und Kanonenfutter für die Rezessionspropheten.

Der deutsche Binnenmarkt, der „König Kunde“ … ausgelaugt? Also … Pleite? Kann es sein, das … wir in Deutschland genauso ausgeplündert wurden wie die in Nordafrika? Das kann nicht nur sein, das ist ganz sicher so. Hinter dem Aufschwunggerede der Halbgötter in Maßanzügen verbergen sich nicht nur die horrenden Staatsschulden, sondern auch eine geplünderte Rentenkasse, von der nun die TAZ berichtet:

Otto Teufel hat sich seit Mitte der 80er Jahre akribischer als jeder bezahlte Beamte in die Materie hineingearbeitet, hat die Finten und Rechentricks, die Lügen und Propagandafeldzüge der Lobbyisten, der Politiker und Medien entlarvt.

Hierbei hat er die Grunzüge der politischen Realität in Deutschland erkannt, die nicht weniger diktatorisch sind als die des ägyptischen Despoten – wir haben nur mehr davon:

Es ist erschreckend, mit welchem Selbstverständnis unsere staatlichen Eliten ein Zweiklassenrecht bei der Altersversorgung verinnerlicht und durchgesetzt haben. Der Gesetzgeber ist zugleich der Empfänger von Pensionen. Über Rentenfragen sprechen bei uns öffentlich in der Regel ausschließlich solche Personen, die davon in keiner Weise betroffen sind. Sie haben nicht das geringste Interesse, da was zu ändern, weil sie erheblich davon profitieren. Nicht umsonst haben Bundestag und Länderparlamente es immer wieder abgelehnt, ihre eigene Altersversorgung der gesetzlichen Rentenversicherung anzuvertrauen.

Da gibt es ein Millionenheer von „Nutznießern“…deren Pensionen wir nie mehr bezahlen können, genauso wenig wie unsere Rentengelder, die seit über fünzig Jahren geklaut werden:

Seit 1957 haben die verschiedenen Bundesregierungen rund 700 Milliarden Euro inklusive 300 Milliarden Zinsen quasi veruntreut. Sie wurden zweckentfremdet, für versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse in Anspruch genommen. Dieses Geld schuldet die Regierung unserer Rentenkasse und die Rentner und Beitragszahler bestehen auf Rückzahlung.

Ein Skandal der Extraklasse, ein Skandal, der sofort vierzig Millionen Deutsche auf die Straße scheuchen sollte, denn von dieser Pleite die sich schon jetzt durch ausgelaugte Kundenschichten ankündigt, werden wir alle betroffen sein, zumal der Klau immer weitere Kreise zieht:

Es ist immerzu die Rede von der drohenden Pleite der Rentenkasse wegen der demografischen Entwicklung. Diese Propaganda ist Teil des Konzepts der systematischen Demontage des Sozialstaats. Solche Schlagworte der Meinungsmanipulation dienen der gezielten Irreführung der Versicherten und der Öffentlichkeit.

Nun – irgendwoher muß das Geld je herkommen, das SPD-Funktionäre in Halbgötter umwandelt. Otto Teufel rechnet genau vor, wo es herkommt:

Aber die Leute lassen sich beeinflussen und haben zu Recht Angst. Arbeitnehmer erhalten schon lange keine angemessenen Renten mehr. Der durchschnittliche Rentenbetrag für Männer lag 2009 bei 931 Euro (für Frauen nur bei 521 Euro), während die durchschnittliche Beamtenpension bei 2.500 Euro lag (12,8-mal pro Jahr). Seit 2003 ist die Kaufkraft der Rente zurückgegangen, etwa um 20 bis 25 Prozent. Und es gibt keine Instanz oder Regierungspartei, bei der auf Hilfe zu hoffen wäre. Im Gegenteil, der Jens Spahn z. B. von der Union hetzt jetzt gerade besonders gegen Rentner, und auch die Linkspartei will sich das Thema eigentlich vom Hals halten und fasst die heißesten Kartoffeln gar nicht erst an.

Auf den eigenen Geldbeutel heruntergerechnet gehen einem schon die Augen auf: 521 Euro Rente – damit kann man wahrlich kein großes Faß aufmachen. Da aber alle Politiker von diesem System profitieren, wird es keine Mehrheit gegen dieses System im Parlament geben. So langsam kann man die Deformationen der SPD und auch der LINKEN verstehen – sobald die Leute in Berlin angekommen sind, wissen sie, das es ums nackte Überleben geht. Um ihr eigenes nacktes Überleben im Alter – und das ist ein Thema, das man besser nicht in der Öffentlichkeit präsentiert, die geschlossen auf eine Zukunft zumarschiert, in der Hunger, Durst und Kälte wieder Einzug in den Alltag halten.

Und in sofern beschreibt das Handelsblatt mit seinen Schilderungen der Zustände in Ägypten vielleicht auch einen Aspekt der Zukunft Deutschlands:

Offiziell ist Ausgangssperre, doch Anhänger des ägyptischen Despoten Hosni Mubarak schleudern immer neue Brandsätze auf die friedlich im Stadtzentrum Demonstrierenden. Deren Reihen haben sich merklich gelichtet. Nicht nur wegen der Angst vor den Schlägertrupps des Regimes. Von ihnen stellt sich immer mehr heraus, dass es zu einem großen Teil von der Geheimpolizei mit jeweils 50 ägyptischen Pfund (umgerechnet 6,30 Euro) bezahlte und zuvor aus Gefängnissen entlassene Straftäter sowie Angehörige der Staatssicherheit in Zivil sind.

Vielleicht läuft es in Deutschland so ab: nachdem die Lumpenelite gezielt ein hartz-abhängiges Prekariat geschaffen haben, werden die Opfer ab 2012 in Uniformen gesteckt (hatte die Frankfurter SPD schon mal gefordert), ab 2015 als Sicherheitspersonal eingesetzt (eine Forderung rechter Kreise) und dann mit Schlagstöcken und Brandsätzen gegen jene Bürger eingesetzt, deren Presse sie über Jahre hinweg entwürdigt, geschmäht, verleumdet und beleidigt hat.

Und auf einmal macht der Unsinn von Hartz IV einen ganz großen Sinn: man bastelt gezielt an einem kontollierbaren Hasspotential … das sich bequem entfalten läßt, wenn die Rentenlügen mal nicht mehr zu verbergen sind. So wäre sichergestellt, das der Anzug mit Wolfgang Clement drin weiterhin ungestört zur Aufsichtsratssitzung der neuen finsteren unmenschlichen Halbgötter gelangt und das System der Lumpenelite auch ägyptische Zustände übersteht. Geht ja in Tunesien laut Handelsblatt auch:

Die Unruhen in Tunesien dauern schon erheblich länger an als in Ägypten. Die Wirtschaft des Landes steht wegen wochenlanger Proteste auf der Kippe. Die Regierung versucht die Leute nun wieder zurück in die Betriebe zu beordern.

Egal was passiert: weiterarbeiten! Kommt mir bekannt vor.


Die Große Pyramide – der Krimi geht weiter!

khufu

Hunderttausende von professionellen und Hobbyisten weltweit hielten Anfang der neunziger Jahre gespannt den Atem an: ein bis dato recht unbekannter Ingenieur aus München, Rudolf Gantenbrink, hatte etwas wahrhaft verrücktes vollbracht. In der Großen Pyramide von Gizeh, die von Pharao Cheops, wies neben den zwei bekannten noch zwei unbekannte, sehr rätselhafte „Luftschächte“ von einer Sargkammer bis fast zur Oberfläche auf. Nichts hatte bisher dazu getaugt, die Schächte genauer zu inspizieren; auch die längsten Stangen, mit denen man in sie hineingetastet hatte, waren entweder zu kurz oder sie verhakten sich – die Schächte waren mit einem Durchmesser von weniger als 20 Zentimetern einfach zu klein und dazu wiesen sie sehr steil nach oben.

Gantenbrink, der sich damals bereits selbst „Archäotechniker“ nannte, hatte jedenfalls einen Roboter konstruiert und ließ diesen einen der Schächte hinaufkriechen. Professionelle Ägyptologen hatten in der Annahme, diese Schächte hätten in der Bauphase der Belüftung der inneren Kammern gedient, kurzerhand  „Luftschächte“ genannt, andere witterten in ihnen spirituell notwendige „Seelenschächte“, durch die die Seele des bestatteten Pharao aus der Sargkammer in den Himmel aufsteigen konnte. Beweise hatte niemand.

1992 erreichte der Gantenbrink’sche Roboter mit dem Namen „Upuaut“ (Übers.: „Der, der die Wege öffnet“) das Ende des Schachtes und stieß auf eine Kalksteinplatte. Der Verdacht, dass der Schacht blind im Gestein endet, war hinweggefegt: die verschließende Kalksteinplatte wies Kupfergriffe auf und war also beweglich montiert, nicht fest gemauert. Zudem waren auf den letzten Metern des Schachtes höchstaufwendig polierte Kalksteinplatten höchster Güte verarbeitet worden und kein rauher, funktionaler und hässlicher Sandstein – das war der sicherste Hinweis für die Annahme, hinter der Platte befände sich rituell / kulturell / spirituell wichtiges bzw. wertvolles.

Im Jahre 2002 erlaubte die Ägyptische Altertümerverwaltung eine zweite Roboterexpedition unter Verwendung eines Bohrers. Die Kalksteinplatte sollte mit einem Loch einer kleinen Lampe nebst einer Kamera Zugang zu dem erlauben, was auch immer hinter dieser Platte liegen sollte. Das Ergebnis war ebenso verunsichernd wie erschütternd: nichts. Ganz offensichtlich befindet sich hinter der ersten Kalksteinplatte zumindest noch eine zweite, jedenfalls zeigt das hergestellte Bild eine weitere Steinoberfläche und nicht einen Raum oder ein weiteres Gangsystem, wie bereits vermutet worden war.

Möglicherweise gibt es hier Mini-„Porticulli“, wie man die sonst gigantischen und aus Granit gefertigten Vorlegesteine nannte, mit welchen Gräber verschlossen worden waren und die über Seilsysteme bei Schließung des Grabes vor die Tür der Sargkammer praktiziert worden sind. Oft gleich mehrere hintereinander.

Sicher ist aber zweifellos, dass die Verschlussplatten in den Gängen etwas ganz Bedeutsames und/oder Wertvolles verstecken; es kann sich um gigantische Reichtümer drehen oder um die originalen Baupläne der Pyramide selbst. Vielleicht liegen dahinter auch die echten Gangsysteme mit der echten Grabkammer, denn für die, die man als solche bezeichnet, ist keine Grablegung bewiesen. Der als „Sargkammer“ bezeichnete Raum ist dazu vollkommen schmucklos, ohne alle Inschriften und, gemessen an der Größe und -Komplexität des gesamten Bauwerks, viel zu leicht erreichbar.

Die englische Maschinenbau-Universität aus dem englischen Leeds schickt sich jedenfalls an, die zweite Platte mit einem neuen Roboter wiederum zu durchbohren und Energie genug aufzubringen, das Rätsel auf jeden Fall zu knacken. Es liegt eine unbekannte Anzahl von möglichen Überraschungen vor ihnen, die Baumeister vom Nil waren geniale Experten – und sie hatten Humor. Wer weiß, was sie für uns vorbereitet haben! Einen Zettel vielleicht, auf dem man einen Baumeister mit herausgestreckter Zunge sieht? Die echte Sargkammer? Ein Fallensystem? Eine Kiste mit Bauplänen? Tonnenweise Gold?

Das einzige jedenfalls, was uns der Pharao von sich selbst bisher hat entdecken lassen, finden wir in der nur wenige Zentimeter großen Elfenbeinstatuette. Sie zeigt ihn als König sitzend.

Mehr existiert nicht vom Erbauer des größten Bauwerks in der Geschichte der Menschheit. Und hätte man nicht durch bloßen Zufall den von Arbeitern lässig hingeschmierten Namen des Königs auf Granitsteinen innerhalb der Pyramide selbst, dann wäre sogar noch fraglich, ob dieses steinerne Fanal überhaupt ihm zuzurechnen wäre.

Ende des Jahres werden wir von den Engländern aus Leeds mehr über den Pharao und sein Grab erfahren!

© 2010 Echsenwut.

USA – Dummheit MUSS wehtun!

Da wurde seitens des sehr rennomierten News-Blogs „The Arabist“ auf einen Artikel aufmerksam gemacht, den ein US-amerikanischer blogger in seinen blog gestellt hatte.

Der Ärmste.

Den meisten US-Amerikanern ist eine große Unbildung und mangelhaftes Wissen in Bezug auf Weltpolitik vorzuwerfen; sie bombardieren, was sie nicht kennen und setzen voraus, dass ihr Weltbild natürlich das größte sei und von jedem beachtet werden müsste. Und so reiste auch dieser Amerikaner in den Orient, nach Ägypten genauer gesagt und wundert sich doch sehr, dass er außer ganz erheblichen Blessuren, blutenden Wunden und großen Schmerzen nichts vom Nil mit nach Hause nahm.

Die Geschichte ist schnell erzählt und wer der englischen Zunge mächtig ist, der lese sie selbst:  http://egyptiannights.blogspot.com/2010/07/beaten-bruised-and-arrested-day-ill.html 

Er wollte mit seinem Freund ein Gebäude in Kairo betreten, wurde aber am Eingang von einem Ägypter aufgehalten und um Geld für den Eintritt gebeten. Wir erfahren nicht, um welches Gebäude es sich handelte. Die Amerikaner gaben dem Mann kein Geld, worauf sich dieser in Drohungen verstieg. Als sie das Gebäude verließen, steuerte dieser Mann auf sie zu und schlug unvermittelt zu. Mit ihm droschen noch so einige Passanten auf die beiden ein, erst als sich ein Polizist näherte, zerstreute sich die Menge wieder und der Mann gab beim Polizisten an, selbst als erster geschlagen worden zu sein. Die Amerikaner wurden zu Wache geführt, Kontakt zum US-Konsulat wurde zunächst verweigert. Ein Arzt befand, es ginge ihm doch ganz gut und ignorierte wohl absichtlich den üppigen Blutfluss und die zerschlagene Nase. Der Freund war direkt in ein Krankenhaus überführt worden, ihm wurde wohl der Arm gebrochen. Als unser Amerikaner im Kairoer Knast dann tatsächlich mit seinem Konsulat telefonieren durfte, wurde ihm von dort jede aktive Hilfe verweigert; er könne sich auf der Website Adressen von bilingualen Anwälten besorgen. Den Hinweis des Amerikaners, er befände sich immerhin im Knast und hätte kein Internet, fand kein Gehör.

Zerschlagen, frustriert, deprimiert dachte er im ägyptischen Knast nach:

„This is Egypt? I kept thinking to myself while trapped, scared, and alone. What the hell am I doing here?“

(„Das ist Ägypten?“ dachte ich, als ich gefangen war, ängstlich und allein. „Was zum Teufel tue ich hier?“)

Ich habe auf meinen Reisen durchaus einige Ägypter getroffen, denen es eine Lust gewesen wäre, einen US-Amerikaner auf solche Weise vorzuführen. Im Gegensatz zu den meisten Amerikanern sind sehr viele Ägypter ganz gut über die Vorgänge in ihrem Lande und in ihrer Region informiert. Die nicht enden wollenden Kriege, in denen zehn- und hunderttausende ihrer Nachbarn, ihrer Verwandten ums Leben kommen, geht nicht an ihnen vorüber; sie haben kaum eine echte Chance, in einem US-Amerikaner mehr als einen Soldaten zu sehen, der sie verachtet. Sie sind immer und immer wieder bestraft worden für ihr Vertrauen, auch Obama brachte ihnen nichts als gebrochene Versprechen und noch mehr Tote.

Der Ägypter auf der Straße weiß sehr gut – und damit ganz sicherlich viel besser als jeder Amerikaner – um den zweifelhaften „Charakter“ der „Wirtschaftshilfe“ aus den USA; sie wird nämlich nur gewährt, solange Mubarak an der Macht bleibt, die Notstandsgesetze fortschreibt und Großdemonnstrationen in Ägypten öffentlich wie brutal niederknüppelt. Die Ägypter wissen sehr gut, dass die israelischen Massaker in Gaza und im Libanon ohne tätige Mithilfe aus den USA ausgeblieben wären, immerhin sind sehr viele der von Israel eingesetzten, geächteten, chemischen Massenvernichtungswaffen aus US-amerikanischer Produktion. 

Aber all dies wird dieser US-Amerikaner natürlich nicht gewusst haben. Ganz offensichtlich gönnt sich die Nation mit dem weitaus größten Vernichtungspotenzial und -Willen auf der Welt das dümmste und uninteressierteste Volk. Soviel Dummheit müsste eigentlich quietschen.

Nein – ich heiße die gegen diesen Amerikaner eingesetzte Gewalt nicht gut. Aber ich kann ihr Zustandekommen verstehen. Wer dies nicht tut, der setze sich mit einem ägyptischen Tagelöhner abends in den Staub und teile das bisschen alte Brot mit ihm, was er wegen der intensiven US-Indoktrination Ägyptens nur noch hat. Der gehe mit ihm durch die müllüberhäuften Straßen, weil das durch und durch korrupte Regime in Kairo die Müllsteuer statt zur Entsorgung zur eigenen Bereicherung einsetzt und der wiege das kleine, weinende Kind des Tagelöhners in den Schlaf, weil der Vater wieder mal nicht genug für die simpelsten Medikamente zusammenbekommen hatte, für die wir hier kaum mehr als wenige Cent bezahlen.

Wer das nicht verstehen kann, dass stellvertretend für zehntausende, wirkliche Täter dieser wahrscheinlich vergleichsweise harmlose Tourist blutig zusammengeschlagen worden ist, der gehe nach Kairo – und nicht in ein veritables Hotel mit Klimaanlage und Whirl-Pool. Der setze sich hin und unterhalte sich. Wer kennt schon die Tränen der Wut, wenn ein kleiner Mann sich Geld für seine islamische Spende vom Munde abspart und zu Geschwistern in einen Ort nach Palästina schickt, nur um anschließend zu erleben, dass dieser Ort von US-amerikanischen Waffen und Israelis samt Einwohnern vollständig zerstört worden ist.

© 2010 Echsenwut.

Unterhauswahl in Ägypten

Unterhauswahl in Ägypten

Augenblicklich befinden sich die Kandidaten für die Wahl der Shura, des „Unterhauses“ des ägyptischen Parlamentes, in der Aufmerksamkeit der ägyptischen Bevölkerung. Wenn alles nach Plan läuft, fand die Wahl Ende Juni statt. Wir werden im Nachgang das Ergebnis auf Basis arabischer Presse analysieren.
Nach dem – eigentlich britischen – „Zwei-Kammer“-System der parlamentarischen Demokratie Ägyptens hat die Shura recht große, unter anderem auch gesetzgeberische Macht.
Die Shura selbst besteht aus 444 Mitgliedern, 10 zusätzliche können vom Präsidenten direkt ernannt werden. Gemäß Verfassung müssen die Kandidaten Arbeiter und/oder Bauern sein.

In Ägypten ist es offenes Geheimnis, dass die amtierende Regierung alle erdenklichen Wege nutzt, um die Kandidatenliste für die Zusammensetzung der Shura ihrem Willen anzugleichen. Repressionen gegen einzelne Kandidaten und ganze Organisationen sind üblich; auch Inhaftierungen zählen dazu.

So erstaunt es nicht weiter, dass Intessar Nessim, Vorsitzender des Wahlausschusses für die Shura, Ende Mai bedeutende Veränderungen in der Kandidatenliste bekannt gab.

Von insgesamt 575 registrierten Kandidaten wurden die Papiere von 48 für null und nichtig erklärt, Klagen gegen 13 andere wurden akzeptiert und 24 haben ihre Kandidatur selbst zurückgezogen.
Der Westen macht seine Zusagen für Wirtschaftshilfe von einer für ihn brauchbaren, politischen Landschaft Ägyptens abhängig.
Nessim fügte hinzu, dass der Ausschuss sicherstellen will, dass keine religiösen Slogans von den Kandidaten genutzt werden sollen. Diese führen zum sofortigen Ausschluss von der Wahl.
Die regierende Partei NDP („National Democratic Party“) wird auch diese Wahl dominieren, wirbt mit dem Slogan „For you!“, könnte jedoch bei dieser Wahl eine böse Überraschung erleben. Neben der NDP kandidieren die Waqf, eine religiös motivierte Oppositionspartei und die sozialistischen Nasseristen. Die „Muslimische Bruderschaft“, zwar verboten, kann aber dennoch mehrere Kandidaten ins Rennen schicken, die offiziell anderen Gruppierungen angehören.

Ägypten ist eine wichtige Schlüsselmacht im Nahen Osten, das Land hat enormen Einfluss und hat sich unter Präsident Hosni Mubarak in den zurückliegenden Jahrzehnten konsequent vom eigentlich vertretenen Sozialismus fort- und auf den Westen zubewegt.

Die jetzt seit fast dreißig Jahren von der NDP und dessen Präsidenten anhaltend angewandten „Notstandsgesetze“ nehmen der Bevölkerung jedoch einige und wichtige Rechte. So „dürfen“ Demonstrationen von den Sicherheitskräften sofort als Aufstand aufgefasst und gewaltsam gesprengt werden.
Die ägyptischen Bürger und Wähler sind wegen der anhaltenden Misswirtschaft, der riesigen, ausgewachsenen Korruption und den Vorgängen in den Ländern ihrer Nachbarschaft nachhaltig verunsichert und verärgert. Die Menschen drängen immer lauter und in immer größeren Demonstrationen auf wichtige Veränderungen, vor allem aber auf die Außerkraftsetzung der Notstandsgesetze. Das Land steht vor sehr großen Herausforderungen; durch das Ausbleiben der Nilflut müssen die Felder künstlich gedüngt werden und die fortschreitende Auslaugung und Versalzung der Erde treibt die Bauern in Scharen in die Städte. Und die Arbeitslosigkeit steigt dadurch dramatisch an. Hohe Geburtsraten führen zu einer Bevölkerungsexplosion und die Wirtschaft wächst nicht ausreichend mit.

Mit Fremden wird ein politischer Ägypter kaum ein offenes Gespräch über den Zustand seiner Regierung und seines Landes führen. Unter Freunden und beim Tee aber erfährt man mehr und fühlt die breit vertretene Sehnsucht nach Veränderung.
Es gilt als eher unwahrscheinlich, dass die neue Shura echte Veränderungen bringen wird oder auch nur kann, dennoch wird die Wahl in den Anrainerstaaten sehr aufmerksam verfolgt. Ägypten ist Taktgeber in der Region und gilt in Religionsdingen als maßgeblich.

Ein echter Umschwung könnte nächstes Jahr mit der Präsidentschaftswahl in Ägypten stattfinden. Hier dürften auch politische Fragen der unmittelbaren Nachbarschaft wie die der Palästinenser von großer Bedeutung werden. Hosni Mubarak, der „Pharao“, wie er genannt wird, dürfte wohl kaum zu einer weiteren Kandidatur antreten. Wahrscheinlich wird sein Sohn Gamal, bisher bestens in die ägyptische Politik eingeführt, für dieses Amt kandidieren.

© 2010 Echsenwut.

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