9/11

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Home Office #62

Heute kommen wir einfach nicht am Wendler vorbei. Wir müssen über ihn reden.
Außerdem stellen wir euch unsere neuesten Comics vor und wagen einige Prognosen für die Zukunft.

Dr. Daniele Ganser im Gespräch: Was ist eine Verschwörung?

Eine Verschwörung ist eine geheime Absprache von zwei oder mehr Menschen um ein Ziel zu erreichen. Verschwörungen gibt es immer wieder. Auch die Terroranschläge vom 11. September 2001 waren eine Verschwörung, da ja erwiesen ist, dass dieses Verbrechen nicht durch einen einzelnen Menschen geplant und durchgeführt wurde, sondern dass mehrere Personen beteiligt waren.

Der Journalist Gert Scobel wollte in seiner Talk-Runde elf Jahre nach dem Terroranschlag wissen, was eine Verschwörungstheorie ist, und wie man Verschwörungen wissenschaftlich untersuchen kann. Wo ist die Grenze zwischen angebrachten Zweifeln und realitätsferner Spekulation? Was sind Fakten, was ist Fiktion – und wann kippt kritisches Denken und trägt zu Verschwörungsmythen bei? Seine Gäste waren:

– Daniele Ganser (Historiker und Friedensforscher)
– Andreas von Bülow (Jurist und Publizist)
– Thomas Grüter (Mediziner und Publizist)

„Dafür zahl‘ ich nicht!“ – Verwaltungsklage eines GEZ-Zahlers

2_dafürzahlichnicht_old-tv-1149416__340 pixabay

In dem Verwaltungsrechtsstreit

(Anonymus) ./. Westdeutscher Rundfunk

Ihr AZ: ….

möchte der Kläger noch klarstellen, dass seine Entscheidung, die Zahlung der Rundfunkgebühr zu verweigern, ganz besonders dadurch bestimmt worden ist, wie sich der gesamte öffentlich-rechtliche Rundfunk in den letzten Jahren zu dem Thema 9/11 positioniert hat.

Für den Kläger ist die Vermeidung der ganz offensichtlich sehr wichtigen Kontroverse über dieses Thema einer seiner zentralen Vorwürfe.

Vorweg zur Klarstellung:

Gerade auch US-amerikanische Juristen halten die militärischen Interventionen in Afghanistan nach den Ereignissen von 9/11 für eindeutig illegal.

Beweis: Stellungnahme des US-amerikanischen Völkerrechtsexperten Francis

Boyle, abrufbar unter folgendem Link:

www.spiegel.de/politik/ausland/us-voelkerrechtler-dieser-krieg-ist-illegal-a-164785.html

Auch der deutsche Völkerrechtler Prof. Dr. Norman Paech, Hamburg, hat die völkerrechtliche Legitimation von Bundeswehreinsätzen in Afghanistan eindeutig verneint.

Beweis: Gutachten von Norman Paech, abrufbar unter:

www.ag-friedensforschung.de/themen/Voelkerrecht/gutachten.html

Des Weiteren kann sich der Kläger zum Beweis der Behauptung, dass die offizielle Darstellung zu den mutmaßlichen Hintergründen und wahrscheinlichen Ereignissen von 9/11 in wesentlichen Punkten längst wissenschaftlich fundiert widerlegt ist, auf die Erkenntnisse und Hypothesen berufen, die u.a. in folgenden Büchern dargelegt sind:

„Die CIA und der 11. September“ von Andreas von Bülow,

„Der Mysteriöse Einsturz von World Trade Center 7 – Warum der offizielle Abschlussbericht zum 11. September unwissenschaftlich und falsch ist“ von  David Ray Griffin

und

„Illegale Kriege – wie die NATO-Länder die UNO sabotieren – Eine Chronik von Kuba bis Syrien“ von Dr. Daniele Ganser

Eine gute Übersicht zu der wissenschaftlich-fundierten und wohl kaum widerlegbaren Kritik zum Abschlussbericht von NIST-WTC-7-BEricht kann online kostenlos unter dem nachfolgenden Link abgerufen werden:

www.ae911truth.ch/jenseitsdertaeuschung.pdf

Es gibt auch weitere kritische Analysen zu dem Zusammensturz der Türme am 11. September 200 in englischer Sprache, die hier nur erwähnt werden sollen, siehe u.a.:

https://www.europhysicsnews.org/articles/epn/pdf/2016/04/epn2016474p21.pdf

http://www.journalof911studies.com/volume/200609/WhyIndeedDidtheWorldTradeCenterBuildingsCompletelyCollapse.pdf

Im Hinblick auf die „offizielle“ bzw. US-amerikanische Version zu 9/11 sind unter Berücksichtigung dieser umfangreichen Erkenntnisse und Analysen somit so viele Unstimmigkeiten und Widersprüche, aber auch regelrechte Vertuschungsversuche bei der Aufarbeitung der damit im Zusammenhang stehenden Ereignisse festzustellen, dass sich der Kläger nur folgender Aussage von Andreas von Bülow anschließen kann (Zitat):

„Es wäre vermessen, die Vorgeschichte und Tat des 11.9. in allen Einzelheiten ohne Hilfe aus den Riesenapparaten des FBI, der CIA, der NSA oder des Mossad aufklären zu wollen. Doch die Zweifel an der offiziellen Version reichen aus, um der amerikanischen Regierung bei ihrer Darstellung des Geschehens und der daraus abgeleiteten politischen und militärischen Strategie eines „Weltkriegs“ schlicht die Gefolgschaft zu verweigern. Diese Strategie gefährdet das Überleben von Demokratie, Rechtsstaat und globalem Frieden.“(Andreas von Bülow, ebenda, S.10).

Es gibt natürlich auch noch zahlreiche weitere sehenswerte Fundstellen, insbesondere Youtube-Videos, die auf der Basis zahlreicher Fakten der „offiziellen“ Darstellung des Geschehens widersprechen. Auch unter den US-amerikanischen Juristen gibt es Bemühungen, die Hintergründe zu 9/11 angemessen aufzuarbeiten,  u.a. organisiert in dem „Lawyers’s Committee for 9/11 Inquiry“. Beispielhaft seien hier folgende Videos erwähnt:

Youtube1

Youtube2

https://lawyerscommitteefor9-11inquiry.org/justice-in-focus/

Es würde aber den Rahmen dieser Klage sprengen, alle sehens- und lesenswerten Quellen hier anzugeben. Ein solcher Aufwand ist aber auch nicht erforderlich, da die bereits die bloße Lektüre der o.g. Quellen weit mehr als nur ausreichend sein dürfte.

Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist nun vorzuwerfen, dass er jede angemessene kritische Auseinandersetzung mit diesen Fragen, mit denen sich alleine in den USA tausende Architekten und Ingenieure sachkundig auseinandergesetzt haben, strikt vermeidet, gerade so, als wäre das kritische Hinterfragen des „offiziellen Narrativs“ zu 9/11 ein „Tabu“.

Das aktuelle Fazit der wissenschaftlichen Erkenntnisse der vorgenannten Ingenieure und Architekten lautet: Auf der Basis der bisher ermittelten und gesicherten Daten ist die kontrollierte Sprengung aller drei WTC Türme 1,2 und 7  die mit Abstand wahrscheinlichste – und faktisch auch einzig belastbare – Hypothese zum totalen Zusammensturz dieser Stahlskelettkonstruktionen.

Damit ist die quasi „regierungsamtliche“ Erklärung, die im ÖRR verbreitet bzw. nicht zumindest in angemessener Breite und Tiefe hinterfragt wurde, längst eindeutig widerlegt.

Dieses systematische Totschweigen kritischer Stimmen und gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (nachfolgend: ÖRR) hat fatale Konsequenzen, weil der sog. „war on terror“ – einschließlich aller darin enthaltenen militärischen Aggressionen (einschließlich der Bundeswehreinsätze in Afghanistan) und Einschränkungen der Freiheits- und Bürgerrechte – (immer noch) mit 9/11 gerechtfertigt wird.

Wenn den kritischen Stimmen zu 9/11 öffentlich Gehör geschenkt worden wäre, dann wären die Bundeswehreinsätze in Afghanistan, die sich aus dieser schon kritiklosen Gefolgschaft von deutscher Bundesregierung und deutschem Bundestag gegenüber der US-Regierung nach dem 11.9.2001 ergeben haben, politisch sicherlich nicht durchsetzbar gewesen. Solche Einsätze der Bundeswehr sind auch nicht zu rechtfertigen, solange nicht einmal geklärt ist, ob die USA am 11.9.2001 wirklich angegriffen worden sind und selbst nach den Regeln der NATO überhaupt ein sog. „Bündnisfall“ vorlag.

Niemand, der auf Grund konkreter Anhaltspunkte und begründeter Zweifel öffentlich für die Suche nach der Wahrheit eintritt, darf öffentlich an den Pranger gestellt werden, schon gar nicht dann, wenn diese Wahrheit den Frieden in der Welt fördern kann und die Meinungsfreiheit immer noch grundrechtlich verbürgt ist.

In der öffentlichen Berichterstattung ist aber eher das Gegenteil der Fall, wie die öffentlichen Erklärungen von Friedensforschern wie Dr. Daniele Ganser (siehe obiges Video) beweisen. Wer die offizielle Version über 9/11 in Frage stellt, wird – immer noch – pauschal als „Verschwörungstheoretiker“ oder gar als „Verschwörungsfanatiker“ (was immer das sein mag) diffamiert.

Verlautbarungen wie die der Bundeszentrale für politische Bildung (!), die stellvertretend für alle vergleichbaren Erklärungen stehen, sprechen folglich auch nur von „Verschwörungstheorien zu 9/11“, siehe:

http://www.bpb.de/lernen/projekte/270411/verschwoerungstheorien-zu-9-11

Derart pauschale und unsachliche Abwertungen und Angriffe gegen alle, die die offizielle Version zu 9/11 in Frage stellen, wären nicht möglich, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich in der Zeit nach dem 11.9.2001 professionell und investigativ mit allen Aspekten von 9/11, insbesondere auch mit dem höchst mysteriösen Einsturz von WTC-7 auseinandergesetzt hätte.

Es mag ja sein, dass zu 9/11 auch Vieles geäußert worden ist, was fernliegend oder abwegig erscheinen muss. Aber wenn auch Wissenschaftler wie die, die sich in der Gruppe „Architects & Engineers for 9/11 Truth“ organisiert haben, auf der Basis konkreter Anknüpfungspunkte und mit hohem, wissenschaftlich fundierten Sachverstand zu eindeutigen Schlussfolgerungen kommen, dann kann das nicht einfach ignoriert werden. Diese Wissenschaftler haben nichts mit irgendwelchen „Verschwörungstheoretikern“ bzw. Personen gemein, die zu 9/11 ggf. nichts Substantielles beizutragen haben.

Wie kann der sog. öffentlich-rechtliche Rundfunk also zu einem so wichtigen Thema, das die gesamte Geopolitik der letzten 17 Jahre bestimmt hat und auch aktuell und in nächster Zukunft noch eine zentrale Rolle spielen wird, einfach schweigen bzw. nicht kritisch nachhaken?

Auf eine Doku, etwa mit dem auch hier passenden Titel „Es begann mit einer Lüge“, wartet die Welt bis heute. Eine Doku mit diesem Titel wurde 2001 über die Kriegslügen zur Rechtfertigung des Einsatzes der Bundeswehr in Jugoslawien produziert (siehe: Youtube ).

Auf die bisherigen Widersprüche des Klägers, die insbesondere um diese Thematik kreisen, hat die Beklagte nie inhaltlich reagiert.

Der Kläger hat sich in seinem als Anlage K 2 vorlegten Widerspruch vom …. noch einmal auf alle seine vorherigen Widersprüche vom …. bezogen, womit er den Inhalt dieser Widersprüche auch zum Inhalt seines Widerspruchs vom 30.5.2018 erhoben hat.

Beweis: Anlage K 2

Kopien dieser Widersprüche vom …. werden nunmehr als

                  Anlage K 4

nachgereicht, womit der Inhalt dieser Widersprüche ebenfalls zum klägerischen Vortrag erhoben werden soll.

Aus diesen Widersprüchen ergibt sich zusammenfassend: Die Argumentation des Klägers war von Anfang an erklärtermaßen die, dass die offizielle Geschichte leicht erkennbar ein längst widerlegtes Propagandamärchen ist und es dafür unwiderlegbare harte Beweise gibt, erdrückend in Menge und Qualität zugleich.

Die wahrscheinlichste – und im Grunde einzig wissenschaftlich vertretbare – Hypothese ist die, dass WTC 1, 2 und 7 schließlich auf Grund einer vor kontrollierten Sprengung vollständig zerstört worden sind.

Die Beweise dafür hat – so die Überzeugung des Klägers, die sich auf diese wissenschaftlichen Analysen stützen kann –  die US Regierung, die kooperationswillige US Administration und ihr folgend auch die deutsche Presse und der gesamte öffentlich-rechtliche Rundfunk systematisch unterschlagen.

Wie ist sonst erklärbar, dass Zweifel an der offiziellen Version zum Einsturz von WTC 7 immer noch als „Verschwörungstheorie“ diskreditiert werden?

Die einzige „Verschwörung“, die in diesem Kontext beobachtet werden kann, scheint darin zu bestehen, den öffentlichen Diskurs an den wahrscheinlichsten Ursachen für den vollständigen Einsturz der 3 Stahlskelettkonstruktionen (an einem einzigen Tag !) zu vermeiden.

Aus den o.g. Quellen ergibt sich eindeutig, dass eine vollständige Zerstörung eines (mit einem solchen Stahlskelett errichteten) Hochhauses auf Grund des Einwirkens von Feuer und partieller Zerstörung durch Flugzeuge (so wie bei WTC 1 und 2) in den ca. 100 Jahren, in denen es diese Stahlkonstruktionsbauweise gibt, zuvor noch nie (!) beobachtet worden ist. Das wäre doch „eine Schlagzeile“ wert, oder nicht?!

Der tatsächliche Tathergang mag in vielen Details noch geklärt und in einem ordentlichen Verfahren untersucht werden müssen, wie es bei großen Verbrechen angemessen und geboten ist, eben von dafür zuständigen Gerichten in den USA in öffentlichen und transparenten Verfahren, in denen die Spielregeln eines kodifizierten Rechtssystems gelten. Genau das ist aber bis auf den heutigen Tage nie geschehen.

Es ist mit der Rechtskultur der westlichen Welt unvereinbar, wenn Länder wie Afghanistan mit Krieg überzogen werden, obschon es für die Verantwortung der Regierungen dieser Länder für die Ereignisse am 11. September 2011 bis heute keinen einzigen, im Rahmen eines rechtsstaatlichen Verfahrens gesicherten Beweis gibt. Und es ist ein handfester Skandal, wenn Länder wie die Bundesrepublik Deutschland für ihre Gefolgschaft zu der „war on terror“-Politik der USA auf solche gerichtsfesten Beweise einfach verzichtet haben.

Für den Vorsatz des ÖRR, wissenschaftliche Erkenntnisse wie die oben Genannten zu übergehen, spricht insbesondere auch, dass ganz zu Beginn – am Tag des Terrorereignisses – noch viele Korrespondenten, befragte Piloten, Herr Schmidbauer als früherer Geheimdienst- Koordinator in Deutschland u.a.m.  schwerwiegende und begründete Zweifel über den von den Nachrichtenagenturen gemeldeten Tathergang und damit am regierungsoffiziellen Narrativ äußerten.

Zum Beweis dieser Behauptung beruft sich der Kläger u.a. auf den Inhalt der folgenden Videos:

Youtube3

Youtube4  

Diese in den ersten Stunden nach 9/11 geäußerten Zweifel wurden später vom ÖRR einfach totgeschwiegen.

Die Zweifler an dem „Propagandamärchen“ wurden deshalb schon kurze Zeit nach 9/11 systematisch von den ÖRR-Sendern ausgespart bzw. abgestraft oder in manipulativer Propagandapraxis so in Sendungen eingebunden, dass sie lächerlich mit ihrem Vorbringen wirken mussten.

Zum Beweis dieser Behauptung beruft sich der Kläger zunächst auf das folgende Video:

Youtube5

Für diesen Film waren federführend Gerhard Wisnewski und Willi Brunner verantwortlich.

Welche Folgen die Ausstrahlung dieses Films für diese beiden Filmemacher damm hatte, liest sich in dem Wikipedia-Eintrag zu „Gerhard Wisnewski“ wie folgt (Zitat):

„Er war Autor des Films „Aktenzeichen 11. 9. ungelöst“, der am 20. Juni 2003 im WDR ausgestrahlt wurde. Den Film, der eine „alternative Deutungsmöglichkeit“ zu den dort präsentierten „populärsten verschwörungstheoretischen Behauptungen“ zum 11. September 2001 „nicht einmal ansatzweise“ zulasse, hat Tobias Jaecker dem antiamerikanischen Diskurs zugeordnet.[2] Der Spiegel wies Wisnewski im September 2003 nach, dass er in diesem Film und dem zugrundeliegenden Buch eine Aussage des Interviewpartners Ernie Stull manipuliert hatte.[3] Der WDR kündigte Wisnewski und seinem Koautor Willy Brunner daraufhin die Zusammenarbeit auf.

Eine weitere Quelle zu der – völlig substanzlosen – Kritik des WDR an den vorgenannten Filmemachern:

https://www.heise.de/tp/features/Ein-Film-ueber-den-11-9-und-seine-Folgen-3431735.html

Es ist auch bezeichnend, dass der Auftrag des WDR an diese Filmemacher – ausweislich seiner eigenen Erklärung – ja bloß darauf beschränkt war, einen Film über die „Szene der Verschwörungstheoretiker“ zu 9/11 zu machen. In dem vorgenannten Telepolis-Text heißt es (Zitat):

„Die Autoren W. und B. waren vom WDR mit einem Film über die Szene der Verschwörungstheoretiker in den USA zum 9. September [sic] beauftragt worden.“

Der WDR wollte also offenbar bloß die „Verschwörungstheoretiker“ in den USA thematisieren lassen und nicht vertieft die Frage behandelt sehen, was am 11. September 2001 – möglicherweise – wirklich passiert ist.

Mit einem solchen Programmpolitik wird der öffentliche Diskurs über 9/11 regelrecht sabotiert, da jeder Filmemacher auf Grund des abschreckenden Beispiels der vorgenannten Filmemacher nunmehr wissen muss, worüber er besser nicht kritisch berichten sollte.

Dem Kläger kann nicht zugemutet werden, dass er eine solche Desinformation der Öffentlichkeit auch noch mit seinem Zwangs-Rundfunkgebühren-Beitrag mitfinanzieren soll.

Von daher ist wie vom Kläger beantragt zu erkennen.

 

Schmitz

Rechtsanwalt


Foto: pixabay/CC0

 

Ein rabenschwarzer Jahrestag: Der 11. September … 1973 – und die für 24. September 2017 prognostizierte totale Sonnenfinsternis

Salvador Allende (Foto: Che Mella / CC BY-SA 3.0)  

Wieder einmal jährt sich ein unseliger Jahrestag, der wie eine Zäsur in der Geschichte der rechtsstaatlichen Demokratien dasteht. Doch wir wollen diesmal nicht von jenem 11. September sprechen, der kurz nach der Milleniumswende Anlass gab, um einen „Krieg gegen den Terror“ auszurufen, der auf Seiten potentiell terroristischer Länder mittlerweile über 1,5 Millionen Todesopfer gefordert und den Nahen Osten sowie zentrale Teile Afrikas in Brand gesetzt hat, – jenen 11. September, seit dem die Uhren wieder rückwärts gehen, die UN-Antifolterkonvention de facto ebenso außer Kraft gesetzt wurde wie das verfassungsmäßig verbürgte Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, – jenen 11. September, an dem ein paar Terrorakrobaten das Kunststück zustande gebracht haben, mit zwei Jets gleich drei große Wolkenkratzer zu pulverisieren und dessen Bilder als Paukenschlag benutzt wurde, um ein globales Bürgerüberwachungssystem zu etablieren, von dem Honecker oder Ceaucescu nicht einmal in ihren kühnsten Vorstellungen zu träumen gewagt hätten.

Nein, wir gehen heute für ein paar Augenblicke zurück in das Jahr 1973, nach Chile, das ebenfalls am 11. September in eine lang andauernde Katastrophe gestürzt wurde. Wer sich etwas näher mit den Hintergründen auseinandersetzt, wird schnell merken, dass die beiden 9/11-Ereignisse, genauer gesagt: ihre Folgewirkungen für die Zivilbevölkerung, trotz ihres räumlich und zeitlich weit auseinanderliegenden Kontextes eine frappante Ähnlichkeit besitzen … und wir daher einiges daraus lernen können.

Regime Change

Bevor wir uns gleich einigen höchst dramatischen Szenen aus den letzten Minuten des Lebens von Chiles sozialistischem Präsidenten Salvador Allende widmen, kommen wir leider nicht darum herum, zuerst die naive Frage aufzuwerfen, warum denn Angela Merkels „verlässliche Freunde“ um Gottes Willen entgegen aller menschlichen Vernunft und entgegen allen Geboten der Humanität Milliardenbeträge aufwenden, um in fremden Ländern Regierungsputsche, sogenannte ‚Regime Changes‘ durchzuführen und dadurch ganze Völkerschaften in auswegloses Elend und Chaos stürzen, jüngst sogar eine nukleare Konfrontation und damit Game Over für uns alle riskieren (siehe „Angela Merkel und das namenlose Grauen“).

Oskar Lafontaine gibt darauf in einem jüngsten Kommentar (siehe Facebook) eine schnöde Antwort: Seiner Ansicht nach hat die Außenpolitik unserer verlässlichen Freunde schlichtweg das Ziel, „Rohstoffe und Absatzmärkte für Rüstungsindustrie, Finanzindustrie und Energiekonzerne zu erobern“. Er erinnert dabei an die Worte von US-Präsident Theodore Roosevelt, also von jemandem, der gewiss kein Verschwörungstheoretiker war, sondern der selbst unmittelbar im Brennpunkt  des militärisch-industriellen Komplexes stand und daher wusste wovon er sprach – von einem Machtkomplex, vor dessen desaströsem Machtzuwachs uns sein Präsidentenkollege Dwight D. Eisenhower gleichermaßen eindringlich gewarnt hat (siehe Abschiedsrede auf YouTube). Roosevelt spricht hierbei von einer Interessensgemeinschaft an kapitalistischen Oligarchen, die hinter der Bühne die Fäden ziehen: „Hinter der angeblichen Regierung thront eine unsichtbare Regierung, die die Menschen nicht anerkennt, ihnen gegenüber nicht verpflichtet ist und keinerlei Verantwortung übernimmt.“

Die Liste der von US Geheimdiensten durchgeführten verdeckten Umstürze, jeweils gefolgt von einer Kaskade an Privatisierungen (von lat. privare = berauben) ehemals staatlichen Vermögens, ist erschreckend lang. Diese Liste wurde vor Kurzem auf Wikipedia gelöscht. Nur im Internetarchiv der  Wayback Machine ist sie noch einsehbar: siehe „Covert United States foreign regime change actions“).

Unsere Gedankenpolizei

Zum Glück sitzen heute hinter Wikipedia ebenso wie hinter Facebook messerscharfe Gedankenpolizisten, die rein der naturwissenschaftlichen Rationalität verpflichtet sind und die politisch nicht korrekte Beiträge umgehend löschen. -Wie in Markus Fiedlers Film „Zensur“ aufgedeckt, wird Wikipedia von bestens vernetzten Administratoren der GWUP-/Skeptiker-/Brights-Bewegung dominiert;  seit Anfang 2017 sind die GWUP-/Ruhrbarone rund um David Schraven, Stefan Laurin & Co. auch auf Facebook die Herren über Sein oder Nichtsein und dürfen dort über „correctiv.ruhr“ als Teil des Zensurbüros „Correctiv“ alles löschen, was nicht streng wissenschaftlich ist.

Gut, dass es diese Gedankenpolizisten gibt, sonst käme unter der Bevölkerung womöglich wieder der Glaube an Verschwörungen auf – dabei weiß ja heute jeder aufgeklärte Bürger, dass es Verschwörungen allenfalls noch zu Cäsars Zeiten gab, aber keinesfalls mehr im 21. Jahrhundert, wo doch jeder, der den Fernseher aufdreht, mit eigenen Augen sehen kann, dass unsere Politiker, Militärs und sonstigen Machthaber heute über alle Machtallüren, Korruptionen und destruktiven Vorteilsnahmen längst erhaben sind und nur noch dem Fortschritt und der reinen Effizienz huldigen.

Salvador Allendes Kampf gegen den Moloch

Zurück aber nach Chile. Mit seinem Linksbündnis „Unidad Popular“ hat Salavdor Allende in den 1970er Jahren versucht, mächtige US Unternehmen, die sich an den Bodenschätzen des Landes einseitig bereichert haben, rückzuverstaatlichen. Nicht nur Kupferminen und Teile der Industrie wurden verstaatlicht, sondern auch Banken. Im Zuge einer Agrarreform wurde eine Fläche von 20.000 km² von Großgrundbesitzern entzogen und an Bauern und kleine Arbeitskollektive übergeben. Allendes Linksbündnis begrenzte des Weiteren die Preise für Mieten und wichtige Grundbedarfsmittel. Schulbildung und Gesundheitsversorgung waren fortan gratis, jedes Kind bekam kostenfrei Schuhe sowie täglich einen halben Liter Milch. Allendes Wirtschaftspolitik mit großzügigen Investitionen in die Sozial- und Infrastruktur des Landes erwies sich bereits im ersten Jahr seiner Amtszeit als außerordentlich erfolgreich und führte zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 9% sowie steigenden Reallöhnen der Arbeiter und Angestellten.

Allerdings hatte Allende seine Rechnung ohne die USA gemacht, welche die chilenische Wirtschaft gemeinsam mit europäischen Partnerstaaten gezielt sabotierte und das Land durch massive Geheimdiensttätigkeit samt Terroranschlägen auf  Bahnlinien und Pipelines unter dem Projektnamen FUBELT zerrüttete. Richard Nixon verlangte vom CIA-Chef Richard Helms, dass er Chiles Wirtschaft an die Wand drücken und „zum Quietschen bringen“ solle („to make the Chilean economy scream“), einhergehend mit der Vorbereitung eines Putsches unter der Führung korrupter Militärbefehlshaber.

Der Rest ist bekanntlich Geschichte … wobei das Ausmaß der US-amerikanischen Verstrickungen in den Putsch zum Teil erst 30 Jahre später ans Tageslicht kam. So kam es etwa nur durch eine Anordnung von Bill Clinton im Jahre 1999 zutage, dass die CIA den deutschen BND bereits einige Tage vor dem Umsturz vom geplanten Putsch unterrichtet hatte, der damals bereits sehr eigenwillige Bundesnachrichtendienst es aber bewusst unterlassen hat, Bundeskanzler Willy Brandt über dieses Vorhaben zu informieren.

Nur wenige Monate nach Allendes berühmter Rede vor der UNO, in welcher er vor über 45 Jahren  – also im Zuge des allgemeinen Wirtschaftswundertaumels – bereits mit ganz klaren Worten das benannte, was uns erst heute so augenscheinlich vors Gesicht tritt: die zunehmende Aushöhlung der Staatengemeinschaft durch rein profitorientierte Konzerne, die sich keiner Instanz mehr verantwortlich fühlen (siehe Youtube), war es dann am 11. September soweit: Unterstützt von der CIA, übernahm General Augusto Pinochet die Macht, indem er das Regierungsgebäude Allendes bombardieren und stürmen ließ. Unter seiner Herrschaft setzte in der Folge ein beispielloses Morden und Foltern unter der Zivilbevölkerung ein, von dem sich das Land bis heute noch nicht richtig erholt hat. Pinochet ließ den Kongress auflösen und führte die Zensur ein. Im Gegensatz zu Allende setzte Pinochet ganz auf die Errichtung eines „kompetitiven Mehrparteiensystems“ – ist es an dieser Stelle Häresie, wenn man schlussfolgert, dass ein solches scheinbar fortschrittliches, „demokratisches“ System in der Tat die geeignetste Regierungsform ist, um die neoliberale Agenda zu institutionalisieren?

Die letzten Minuten

Wie auch immer. Gedenken wir heute an seinem Todestag für einen Moment Salvador Allendes, der zu seiner Zeit noch etwas aufbrachte, was PolitikerInnen heutigen Zuschnitts schier unzumutbar erscheint: Die Kraft, der „unsichtbaren Hand des Marktes“ zu trotzen und aus Liebe zu seinen Landsleuten die Vision einer gerechten, menschenwürdigen und hoffnungsvollen Zukunft aufrechtzuerhalten. Allende hat bis ganz zum Schluss Rückgrat behalten – einer Aufforderung zur bedingungslosen Kapitulation bei freiem Geleit ins Ausland verweigerte er sich und wählte stattdessen ganz bewusst den ehrenvollen Tod.

Nachdem Jagdflugzeuge das Regierungsgebäude bombardierten, fand Allende schließlich durch zwei Kugeln eines Sturmgewehres vom Typ AK-47 seinen Tod. Die Umstände des Todes sind umstritten. Nach Aussage eines Arztes und nach Durchführung wissenschaftlicher Erhebungen hat er angeblich Suizid begangen, wobei ein solcher unrühmlicher Abgang nur schwerlich zu Allendes couragierten Worten passt, die er noch wenige Minuten vor seinem Tod via Radio an die Nation gerichtet hatte. Jedenfalls steht es heute so in den Geschichtsbüchern, von denen bekanntlich schon Napoleon festgestellt hat, dass sie – immer von den Siegern geschrieben werden.

Nachfolgend ein bewegender Zusammenschnitt aus Allendes letzten Worten, die er via Radio an sein Volk richtet, während sein Büro bereits von den Putschisten bombardiert wird:

Bei den Worten Allendes kurz vor seinem Tod kann man durchaus Gänsehaut bekommen – nicht nur aufgrund der seinerzeitigen Tragik, sondern auch, weil man sich frappant – wenn auch unter anderen Vorzeichen und perfekter Maskerade (Jean Ziegler spricht von „simulativer Demokratie“) – an die derzeit stattfindende Enteignung, Entrechtung und den Kahlschlag an ehemals verbürgten Grundrechten und Meinungsfreiheit in unserer Gesellschaft erinnert fühlt. Dieser Kahlschlag lauft heute scheinbar leiser und unspektakulärer ab, wird aber in seinen Folgewirkungen womöglich noch viel dramatischer und tiefgreifender sein … wenn wir ihn nicht rechtzeitig abwenden.

Unser größter Feind: Sloterdijks Lethargokratie und der merkelanische Nihilismus

Der größte Feind, mit dem wir es diesbezüglich zu tun haben, ist aber womöglich weniger der nimmersatte Zugriff der neoliberalen Profitlogik bzw. ihrer Apologeten, sondern ein verheerender Nihilismus, der uns suggeriert, dass man ohnehin nichts machen könne und die bedingungslose Kapitulation vor dem technokratischen Wahnsinn eben alternativlos sei. Auf diese Weise wird jegliches kreative Potential im Keim erstickt und dem Menschen seine Fähigkeit zur aktiven Gestaltung der Zukunft abgesprochen – eine Gesinnung, aus der auch zwangsläufig nichts anderes entstehen kann als ein totales Bürgerüberwachungssystem (siehe auch „Breaking News – Die Maasmännchen haben übernommen“). Da die Zeit drängt und da angesichts der für die Bundestagswahl am 24. September 2017 prognostizierten totalen Sonnenfinsternis keine Zeit mehr für Schönrederei und political correctness ist – unzählige Blogger schreiben sich ja gerade die Finger wund, um die endgültige Selbstzerfleischung Deutschlands womöglich doch noch zu verhindern -, nenne ich diesen Nihilismus in Ermangelung passenderer Adjektive jetzt frecherweise einfach merkelanischen Nihilismus. Die große Zahl an Merkel-Fans auch unter den Jungwählern (siehe Bento: „Ich bin „Generation Merkel“ – und das ist auch gut so!“), möge mir das verzeihen. Mir geht es in Wirklichkeit auch gar nicht um die Person Merkel. Ich weiß nur zu gut, dass die Person Angela Merkel im Falle ihres Abdankens umgehend von einem Mausfried Meier, einem Knut Katzengruber oder einer Jutta Nilpferdh nahtlos ersetzt würde, die genausogut die transatlantische Raute machen. Es geht mir vielmehr um den erstickenden Nihilismus, der durch die derzeitige Bundeskanzlerin eben sehr bildhaft verkörpert wird. Peter Sloterdijk bezeichnet Angela Merkel in diesem Zusammenhang als bloße „Hohlraumfigur … in einer Lethargokratie  … Wo Politik war, wird betreutes Dahindämmern“ (siehe Handelsblatt).

Der derzeit bei führenden Personen des Gesellschaftslebens erlebbare und leider auch in die allgemeine Bevölkerung metastasierende Nihilismus, der es in pathologischer Weise fast schon herbeisehnt, dass alles in den Untergang gerissen wird, wenn man denn selbst schon keine Hoffnung, keinen Sinn und keine Ideale für das Leben mehr zu fassen bereit ist, kann jedoch im Handumdrehen abgewehrt werden, sobald man sich als Bürger wieder zu einer gesunden Mündigkeit und zu einer klaren Urteilsbildung gegenüber den manipulativen Strömen der Massenmedien aufrichtet.

Jean Ziegler ermutigt uns dazu mit unmissverständlichen Worten:

„Ich sage es nochmal: Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Das Grundgesetz gibt uns alle Waffen, die wir benötigen, in die Hand – wir müssen uns nur bücken und sie aufheben. Wir haben ein Streikrecht, wir haben Wahlen, wir haben ein Demonstrationsrecht und viele Rechte mehr. Wir können die Regierungen zwingen, diese Strukturreformen durchzuführen.

(…)

Sartre hat gesagt: „Den Feind erkennen, den Feind bekämpfen. Den Feind erkennen heißt also, die neoliberalen Globalisierungslügen zu erkennen, zu entlarven, das Ohnmachtsgefühl des Bürgers zu eliminieren, ihm zu zeigen, wo seine Waffen sind, also zu zeigen, wie die kannibalische Weltordnung funktioniert und bekämpft werden kann. Und das ist die Aufgabe der Intellektuellen: Sie müssen Ihre Stimme erheben für die, die keine Stimme haben und ohne Möglichkeit der Verteidigung zerstört werden.

Es gibt eine Gerechtigkeit, die das Bewusstsein einfordert. Und ich sage Ihnen, dieses Bewusstsein für die Gerechtigkeit, es steigt, es wächst.“

(gesamtes Interview siehe Nachdenkseiten)

Nachsatz:

Natürlich könnte man angesichts der scheinbaren Übermacht an medialer Manipulation (siehe Medien-Studie von Swiss Propaganda Research) und verdeckten Machenschaften, die gegenwärtig die Fundamente unserer bürgerlichen Gesellschaft unterminieren, leicht verzweifeln. Andererseits darf man nicht unterschätzen, welche Kraft man solchen Machenschaften mit offenem Dialog, klarer Urteilsbildung und substanziellen Idealen betreffend eine lebenswerte, menschengerechte Zukunft entgegensetzen kann. Mit diesen Mitteln ist es z.B. der venezoelanischen Regierung und Nicloas Maduro gelungen, den aktuellen, durch westliche Geheimdienste inszenierten Lügen-/Putsch-Tsunami erfolgreich zu überleben und den medialen Kampf gegen die scheinbar übermächtigen Gegner zu gewinnen. Siehe dazu einen ermutigenden Bericht aus Venezuela: „Warum ging Venezuela siegreich aus dem jüngsten Krieg der vierten Generation hervor?“

Mathias Bröckers im Gespräch

Eigentlich wollte ich Herrn Jebsen nicht mehr verlinken, aber Mathias Bröckers hat einfach zu viele wichtige Dinge zu sagen. Aber diesmal stört Herr Jebsen auch nicht so sehr wie beispielsweise beim Interview mit Holger Strohm oder erzählt so seltsame und bedenkliche Dinge wie die Aufforderung, nicht wählen zu gehen.

i, pet goat II

Für alle, die einfache Symbolsprache mögen

9/11

Der Gedanke, daß dieses Ereignis nicht vergessen werden sollte, ist nicht ganz falsch.

Daher hier nochmal ein Überblick auf die offizielle Leseart der Ereignisse (Vertraut mir und schaut das Video an):

(Via)

9/11 und die wahren Opfer

Sonntag, 11.9.2011. An einem Tag wie diesem kann man wohl kaum über etwas anderes schreiben als über die Vernichtung der Twin Towers in New York. Ich war an dem Tag während einer Geschäftsreise bei meiner Mutter gewesen. Dort kam ein Anruf einer ihrer Freundinnen "in den USA fallen überall Flugzeuge vom Himmel". Fernseher an - es stimmte. Ich hätte gerne noch mehr gesehen, doch die Pause war vorbei, die Messe wartete auf mich. Auf der Messe stand ein Riesenfernseher, auf dem NTV lief. Überraschen war - es schaute kaum einer hin. Immerhin war Messe, Geschäfte mussten gemacht werden, viele Gespräche mussten geführt werden: da war einfach keine Zeit für Weltgeschichte. Eine menschliche Reaktion wäre gewesen, die Messe ruhen zu lassen: man wurde Zeuge von Weltgeschichte. Wenn es möglich ist, das in der Welthauptstadt New York (ich nenne sie mal so - wegen Hollywood sind wir dort ja alle irgendwie zu Hause) die beiden höchsten Häuser einfach so zusammenbrechen können, dann war man nirgendwo mehr sicher, dann war irgendetwas ganz fürchterlich schief gelaufen.

Sonntag, 11.9.2011. An einem Tag wie diesem kann man wohl kaum über etwas anderes schreiben als über die Vernichtung der Twin Towers in New York. Ich war an dem Tag während einer Geschäftsreise bei meiner Mutter gewesen. Dort kam ein Anruf einer ihrer Freundinnen „in den USA fallen überall Flugzeuge vom Himmel“. Fernseher an – es stimmte. Ich hätte gerne noch mehr gesehen, doch die Pause war vorbei, die Messe wartete auf mich. Auf der Messe stand ein Riesenfernseher, auf dem NTV lief. Überraschen war – es schaute kaum einer hin. Immerhin war Messe, Geschäfte mussten gemacht werden, viele Gespräche mussten geführt werden: da war einfach keine Zeit für Weltgeschichte. Eine menschliche Reaktion wäre gewesen, die Messe ruhen zu lassen: man wurde Zeuge von Weltgeschichte. Wenn es möglich ist, das in der Welthauptstadt New York (ich nenne sie mal so – wegen Hollywood sind wir dort ja alle irgendwie zu Hause) die beiden höchsten Häuser einfach so zusammenbrechen können, dann war man nirgendwo mehr sicher, dann war irgendetwas ganz fürchterlich schief gelaufen.

Ein Jahr später wissen wir auch, was. Das erste Opfer im Krieg ist immer die Wahrheit – das wissen wir jetzt. Da nächste Opfer war die demokratische Zivilgesellschaft, die wir hundert Jahre lang mühe- und leidvoll aufgebaut hatten. Das letzte Opfer war – der Wohlstand des Westens.

Im Krieg um die Wahrheit von 9/11 haben schon Journalisten ihren Job verloren – und in Folge konnte man sehen, das die Macht der Pressestelle der US-Regierung bis nach Deutschland reichte – anders kann ich mir nicht erklären, warum journalistische Ausgewogenheit der hemmungslosen Propaganda gewichen sind. Ich habe seinerzeit auch den Film von Herrn Wischnewski gesehen, einen Film, an dem es monatelang von Seiten des WDR nichts zu beanstanden gab – bis er gesendet wurde. Ich fand die Sendung gut: eine offene Gesellschaft sollte immer die Verlautbarungen der Regierungen anderer Länder kritisch hinterfragen … was ja nicht heißt, das man damit sofort zum Neonazi wird, der das Schreckgespenst der jüdischen Weltverschwörung wieder zum Leben erwecken möchte.

Der Film brachte eine andere Perspektive zum Vorschein, die ich für gerechtfertigt hielt. Ich war dankbar dafür, denn immerhin muss ich mir als Bürger eine eigene Meinung bilden können. Jedenfalls war das früher so. Der Spiegel demonstrierte daraufhin, das auch er den Punkt „Meinungsbildung“ unter „Gehorsam gegenüber dem Staat und seinen Medien“ verbuchte. Der Bürger soll glauben, was ihm vorgesetzt wird – immerhin zahlt er ja auch für die Meinung, die er dann nachbeten soll.

In einem „Offenen Brief“ an den Spiegel rechtfertig sich der inzwischen mit einem de fakto Berufsverbot belegte Herr Wischnewski:

Die meisten Zeugen sind verstummt, seit das FBI sie gründlich verhörte. Einige sind
zum Stillschweigen verpflichtet worden. So wurde den Fluglotsen von Cleveland, die
den Kurs von UA 93 bis zuletzt verfolgt haben, bei Strafe verboten, mit
irgendjemandem darüber zu reden.
Aufschluss über die Ursachen des Absturzes könnte der Flugschreiber geben. Doch
die Auswertung seiner Daten ist auch ein Jahr nach der Tragödie Geheimsache. Die
Tonbänder der Anrufe von Bord hat das FBI beschlagnahmt, sie sind seither unter

Verschluss. Bei anderen Abstürzen brauchten die Behörden nur Stunden, um
Cockpit-Recorder und andere Aufnahmen zu veröffentlichen. Fragen zum Hergang
der Katastrophe werden in den USA ohnehin nicht mehr laut.“ Stern.de – 2002-09-10

Herr Wischnewski zitiert nur den Stern – und beschreibt den Tod der Wahrheit … auch in Deutschland. Und so langsam schält sich auch ein Profil der Mörder heraus.

Das nächste Opfer ist die demokratische Zivilgesellschaft gewesen – weltweit. Bundesverwaltungsrichter Dieter Deiseroth klärt uns bei Telepolis darüber auf:

 Bei den Tätern von 9/11 und ihren Mit-Verschwörern – wer auch immer diese waren – handelte es sich um kriminelle Straftäter. Es ging um organisierte terroristische Kriminalität. Auch wenn es sehr mühsam und schwierig ist, terroristische, also kriminelle Täter zu ermitteln, vor Gericht zu stellen und den Nachweis ihrer individuellen Schuld zu führen, rechtfertigt dies nach geltendem Völkerrecht nicht, diese Schwierigkeiten dadurch zu umgehen, dass man stattdessen das Militär einsetzt und sich auf das Selbstverteidigungsrecht beruft. Soweit man über die toten Attentäter hinaus weitere Tatverdächtige oder Hintermänner außerhalb der USA in Afghanistan oder anderen Staaten („safe haven“) vermutete, hätte man – bei Vorliegen entsprechender konkreter Beweise – ihre Auslieferung betreiben müssen, um sie vor Gericht zu stellen.

So gehen zivilisierte Völker mit Mördern um – auch mit Massenmördern. Das hat auch seinen Grund. Diese Gerichtspraxis sollte uns vor dem schlimmsten und größten Massenmörder der Geschichte schützen – dem Staat. Weltkriege, Konzentrationslager und Willkürjustiz hatten uns gezeigt, das es immer ein schlimmes Ende nimmt, wenn wir einen anderen Weg gehen. Ich würde mir wünschen, das Dieter Deiseroth Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland wird, denn er scheint jene Weisheit zu verkörpern, die man für ein solches Amt braucht:

Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der 9/11-Untersuchungskommission sind zu hinterfragen. Die Kommission bestand ganz überwiegend aus Personen, die der Bush-Regierung sowie dem militärisch-industriellen Komplex und den Geheimdiensten sehr nahe standen. Das galt auch für Henry Kissinger, dem zuerst der Vorsitz in der Kommission angetragen worden war, der dann aber bald zurücktreten musste, weil die Öffentlichkeit und große Teile des Kongresses seine Unabhängigkeit massiv in Frage stellten.

Bis heute, also mehr als 8 Jahre nach 9/11, hat keine unabhängige Stelle, kein unabhängiges Gericht, die zur Verfügung stehenden angeblichen oder tatsächlichen Beweise überprüft und nachprüfbar in einem rechtsstaatlichen Anforderungen genügenden Verfahren festgestellt, wer für die Anschläge von 9/11 verantwortlich war. Was auf keinen Fall geht, ist zu sagen, die Beweisführung ist schwierig; es ist uns zu mühsam, die Täter bzw. mögliche Hintermänner zu ermitteln und dingfest zu machen. Deshalb umgehen wir diese rechtsstaatlichen Schwierigkeiten und fangen einen Krieg an, um mögliche Tatverdächtige mit militärischer Gewalt direkt unschädlich zu machen, also zu töten. Es darf in einem Rechtsstaat nicht sein, dass man auf die erforderlichen Maßnahmen der Ermittlung von Verdächtigen, ihre Dingfestmachung und eine Anklageerhebung vor einem unabhängigen Gericht verzichtet oder jedenfalls davon Abstand nimmt und stattdessen einen Krieg ausruft, ein fremdes Land bombardiert und militärisch besetzt, in dem sich Tatverdächtige oder mögliche Hintermänner befinden sollen.

Doch genau das ist mitlerweile internationaler Standard geworden. Das ist inzwischen möglich: 9/11 hat die Legitimation geliefert, jederzeit und überall alles bombadieren zu dürfen, was einem nicht passt- zuletzt Lybien mit möglicherweise 50000 Toten. Der differenzierte und faire Umgang untereinander und miteinander ist … Vergangenheit. Stattdessen wird geschossen, wenn die Pressestelle des US-Präsidenten die Notwendigkeit der Aktion befiehlt … und viele Medien beten das nach.

Es gibt viele Fragen zu 9/11 auf der einen Seite … und eine unerträgliche Hetzpropaganda auf der anderen Seite. Wer der glorreichen Jagd der aktuellen Massenmörder (also – rein rechtlich gesehen besteht zwischen Hitler und Bush kein großer Unterschied, wenn man die Legitimationen zum Polenkrieg und zum Irakkrieg vergleicht) im Wege steht, macht sich schon verdächtig, selbst ein Terrorist zu sein -was im Jahre 2011 bedeutet, das man arbeitslos oder sofort ermordet werden kann.

Die westlichen Medien selbst – bekleckern sich auch nicht gerade mit Ruhm in der Diskussion:

Andreas Anton sieht die Sache differenzierter: „Es gibt durchaus Theorien, die plausibel klingen“, sagt der Soziologe, „man kann nicht immer auf Anhieb sagen, dass das Unsinn ist.“ Er hat das Phänomen wissenschaftlich untersucht und ein Buch über Verschwörungstheorien geschrieben, mit dem Titel „Unwirkliche Wirklichkeiten“.

So etwas findet man bei T-online – und nicht etwa bei den großen führenden deutschen Politmagazinen.

Die Antwort vieler Medien auf diese ausgefeilten Verschwörungstheorien ist überraschend plump, beklagt Anton: „Es ist irritierend, wie leichtfertig diese Theorien abgetan werden. Journalisten überprüfen die Argumente nur selten wirklich, tun sie ab und erheben sich über sie. Das beruhigt – denn wenn die Theorien sich als wahr herausstellen würden, würde einiges ins Wanken geraten“. Es gebe zwei beliebte Methoden, das zu tun: Sich die absurdesten Beispiele heraussuchen, die sehr leicht zu widerlegen sind und sie dann stellvertretend für alle Verschwörungstheorien lächerlich zu machen. 

Aber gerade dieses „Plumpe“ ist „in“. Wer „unplump“ ist, wird schnell arbeitslos, verleumdet, mit Rufmord oder echtem Mord zum Schweigen gebracht. Dabei wäre der von Dieter Deiseroth gewünschte faire rechtsstaatliche Prozess für uns als demokratische Zivilgesellschaft sehr wichtig: wir müssen uns ABSOLUT SICHER sein, das die offiziellen Verschwörungstheorien von Osama bin Laden und seinen 19 Räubern wirklich stimmen, das alle Hintergründe des Attentats bis ins letzte Detail aufgeklärt werden: einerseits drohen uns sonst beständig neue Anschläge in gleicher Größenordnung – und andererseits droht uns noch viel Schlimmeres … die weltweite Zerstörung der Grundfesten der Demokratie durch den militärisch-industriellen Komplex der USA, der so bedrohlich ist, das selbst ein US-Präsident vor ihm gewarnt hatte – lange Zeit bevor „Verschwörungstheoretiker“ ein Schimpfwort wie „Hexe“ oder „Jude“ wurde.

Darum ist es wichtig, das wir die Form wahren … damit wir die „Guten“ bleiben. Verlieren wir die Form, hat Osama bin Laden gewonnen, auch wenn man den beständig neuen Versionen der Pressestelle der US-Regierung uneingeschränkt Glauben schenkt.

Kommen wir zu den dritten Opfern jenes Anschlages vor drei Jahren. Neben der Wahrheit und der Zivilgesellschaft ist es auch der Wohlstand der westlichen Demokratien, der dem Krieg gegen den Terror zum Opfer gefallen ist.  Schauen wir heute ins Handelsblatt, wissen wir auch, warum:

 Eine aktuelle Studie der Brown University beziffert die Ausgaben für die Kriege, die die Regierung unter Präsident George W. Bush nach den Anschlägen anzettelte, auf 3,7 bis 4,4 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Den Vietnam-Krieg taxieren Experten inflationsbereinigt auf 686 Milliarden, den Zweiten Weltkrieg auf 4,4 Billionen Dollar.

Der Autor erlaubt auch einen Blick auf den Wahn, der momentan die Welt regiert:

Dagegen wirken die direkten Schäden der Anschläge vom 11. September geradezu winzig. Die eingestürzten Gebäude, die zerstörte Infrastruktur und die Aufräumarbeiten rund um das World Trade Center kosteten laut einer Studie zusammen rund 22,7 Milliarden Dollar.

Man könnte sagen: als Antwort auf die Anschläge des 11.9.2001 begeht die westliche Wertegemeinschaft kollektiven Suizid. Die Folgen sind dramatisch, die Lokomotive der Weltwirtschaft ist kaputt, man erwartet das „Platzen einer Megablase„:

Jeder sechste US-Amerikaner überlebt nur noch dank Nahrungsmittel-Gutscheinen und gratis offerierten Volkssuppen. Mehrere Dutzend Millionen US-Amerikaner werden ihr Haus bis 2013 verlieren, weil sie die Hypotheken nicht bedienen können.

Die Arbeitslosigkeit übersteigt zwanzig Prozent, wenn man die Langzeitarbeitslosen mitzählt, die es aufgegeben haben, eine bezahlte Stelle zu suchen. Alle diese Betroffenen leben praktisch ausserhalb der Konsum- und Spargesellschaft.

Der frühere Wirtschaftsberater von Bill Clinton, Peter Schiff, der die Technologie- und die Immobilienblase richtig vorausgesagt hatte, schätzt die wirkliche Inflation in den USA auf fast zehn Prozent, und nicht wie offiziell angegeben auf 3,6 Prozent.

Nebenbei führt diese Entwicklung wiederum zu einem direkten Verlust der demokratischen Bürger in ihren Gemeinden, wo „Notstandsverwalter“ Bürgermeister und Stadtparlamente rigoros entmachten dürfen. Gründlicher kann man ein Gemeinwesen gar nicht zerstören.

Auch der Spiegel, als Sturmgeschütz der US-Demokratie bekannt, erlaubt sich, nachdenkliche Töne zu veröffentlichen:

Das ist die bittere Pointe von 9/11: Die Amerikaner fielen auf die Attentäter herein.

So langsam dämmerts auch wohl den treuesten Mitläufern der offiziellen US-Verschwörungstheoretiker, wo ihr Platz ist, wenn Journalisten offiziell angeordnete Wahrheiten nicht mehr hinterfragen: beim Arbeitsamt und in der Schlange bei der Zuteilung von Volkssuppen.

Der Spiegel erlaubt sich sogar an anderer Stelle noch deutlichere Worte:

Mein Blick auf Amerika hat sich durch die Erlebnisse nach 9/11 verändert. Amerika ist für mich noch immer ein ungeheuer schönes Land, in dem die klügsten Menschen leben und lehren, die man auf Gottes Erdball finden kann. Es stimmt natürlich immer noch, dass diese Weltmacht im Ersten und im Zweiten Weltkrieg Europa vor der Selbstzerstörung bewahrt hat. Aber nach 1945?

Nach 1945 hat Amerika eigentlich nur noch falsche Kriege am falschen Ort mit falschen Begründungen geführt. Da sind zwei McCarthy-Kriege, in Korea und Vietnam.

Offener Antiamerikanismus am Jahrestag der „Schande?“

Das wirkt merkwürdig. Noch seltsamer und merkwürdiger klingt die Beschreibung der aktuellen Situation:

Heute wissen wir, es war das letzte Aufbäumen der Weltmacht. Es war ein Drama, und der schicksalsträchtige Wendepunkt liegt hinter uns. Barack Obama, wie schade, muss den allmählichen Niedergang verwalten. Er wird als Präsident in die Geschichte eingehen, der zwei Kriege beendet, in Afghanistan und dem Irak. Vermutlich auch als der Präsident, dem es nicht gelang (und der auch daran gehindert wurde), sein Land aus der Rezession zu führen.

Krieg geführt, Krieg verloren, Amerika kaputt? Sowas darf man schreiben, aber auf den Herrn Wischnewski wird eine Hexenjagd eröffnet?

Seltsame Zeiten.

Also hat Osama bin Laden gewonnen? Kann man als demokratischer Bürger eines zivilen Rechtsstaates nicht beweisen. Nochmal Dieter Deiseroth bei Telepolis:

Seit dem 11. September wurde wie in einer Endlosschleife immer wieder verkündet, Osama Bin Laden und Al Qaida seien für die Anschläge verantwortlich gewesen. Interessanterweise wird Osama Bin Laden vom FBI bis heute nicht wegen 9/11 gesucht. Warum? Weil man, so vorliegende Erklärungen von Offiziellen des FBI, gegen ihn in Sachen 9/11 keine gerichtsverwertbaren Beweise hat. Und dennoch, obwohl die oberste Strafverfolgungsbehörde der USA nicht über solche gerichtsverwertbaren Beweise gegen OBL verfügt, hat man Kriege angefangen, zuerst in Afghanistan, dann gegen Irak, möglicherweise bald auch in Pakistan.

Bin Laden wurde hingerichtet, aber ob er wirklich schuldig war, wird später entschieden. Der Beifall von SA und SS angesichts dieser Rechtspraxis wäre einem sicher.

Man könnte jetzt noch viel Schreiben über das für und wieder seiner Täterschaft … aber hat man bemerkt, das man über die wahren Opfer der Anschläge schreiben kann, ohne das man sich für einen speziellen Tätermythos entscheidet?

Die Wahrheit, die Zivilgesellschaft und der Wohlstand sind als Opfer beschreibbar, ohne das man sich für eine spezielle Version der Tathergänge entscheidet. Das braucht man auch nicht, denn die Zerstörung der Wahrheit, der Zivilgesellschaft und die Vernichtung unseres Wohlstandes wurde NICHT von Osama bin Laden und Al Kaida betrieben.

Das haben wir selbst gemacht … bzw. gewisse Kreise, die jene Entwicklungen durch konkrete Entscheidungen förderten. Die Entscheidung, mal eben vier Billionen Dollar für einen Krieg auszugeben, die man eigentlich gar nicht hat, ist nicht von Gott über Washington an den Himmel gemalt worden, noch hat Bin Laden dies aus Afghanistan anordnen können.

Man hätte auf die Anschläge auch anders reagieren können: aufrecht, mannhaft, als anständiger Demokrat.

Es wurde aber anders reagiert. Darf ich nochmal den Spiegel zitieren?

Amerika hat sich nach 9/11 verändert und manchmal habe ich gedacht, es hat sich zur Unkenntlichkeit verändert. Die Frömmigkeit ist noch immer die Wurzel der Demokratie. Das Denken in Gut und Böse schafft Gräben, die wir in Europa nicht kennen. Der Krieg ist jederzeit ein Mittel der Politik und die Beherrschung der Welt der Traum vieler Amerikaner, nicht allein der Neokonservativen, die nach 9/11 die kulturelle Hegemonie übernahmen.

Das sind die Fakten, mit denen wir leben müssen. Hören wir heute von Krawallen in Thessaloniki, die an Bürgerkrieg erinnern, so sollten wir nicht vergessen, das auch sie Folge einer Krise sind, die durch die „Neokonservativen“ in den USA angeheizt worden sind, Folge einer Politik, die die Beherrschung der Welt durch die USA zum Ziel hat.

Beherrschung der Welt durch die USA? Nun, das meint der Spiegel. Ich sehe eher eine weltweite Offensive mit dem Ziel, die demokratische Zivilgesellschaft zu eleminieren.

Diese Bewegung scheint unaufhaltsam.

Die Täter?

Fast schon egal.

Möglicherweise kennt der Präsident sie aber. Am 11.9.2001 gab es eine Wohltätigkeitsveranstaltung der Superreichen in den USA, organisiert von Warren Buffet. Überlicherweise macht man so etwas in einem Nobelhotel … doch an jenem Tag wählte man eine Militärbasis. Zufällig wurden an diesem Tag die USA Ziel eines Angriffes, zufällig hatte Präsident Bush an diesem Tag nichts Besseres zu tun, als unter anderem genau dort zu landen:

As a side note, Warren Buffett, one of the richest people in the world, was hosting an unpublicized charity benefit inside the high security Offutt military base at 8:00 a.m. With him were business leaders and several executives from the World Trade Center, including Anne Tatlock of Fiduciary Trust Co. International, who likely would have died had it not been for the meeting. [San Francisco Business Times, 2/1/02] They watched a lot of the television coverage that morning, but it’s unknown if any of these people were still at Offutt by the time Bush arrived in the afternoon.

Vielleicht war er nur ängstlich und einsam, wollte in den sicheren Schutzkreis seiner Freunde, denen er Steuergeschenke in Billionhöhe gemacht hatte … Geschenke, die neben den Kriegskosten mitverantwortlich sind für den wirtschaftlichen Zusammenbruch der USA.

Vor zehn Jahren habe ich vor einem Fernseher gestanden – so oft es während der Messe ging – und wusste, das die Welt ab nun anders werden würde.

Heute sitze ich vor einem Bildschirm und weiß, das die Möglichkeit besteht, das in zehn Jahren Notstandsverwaltungen in unseren Gemeinden die politische Macht ausüben und wir nicht mehr wagen dürfen, über „Absichten“ von „Entscheidern“ zu spekulieren: deren Entscheidungen sind „alternativlos“ – und somit sowieso nicht hinterfragbar.

Dann haben wir – de fakto – wieder einmal Diktatur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bürger als fette Gans zwischen Wolf und Fuchs: 9/11, die Weltrezession und das Arbeitsamt

Samstag, dritter September 2011. Draussen scheint die Sonne, drinnen sitzt der Bundesbürger und schaut finster. Eigentlich hat er dafür keinen Grund. Sein Leben, sein Glück, sein Alltag, seine Existenz hängt an einem "Arbeitsplatz" - unabhängig vom Wetter, der Ernte, der Laune der Götter oder diversen Naturkatastrophen. Solange er seinen Arbeitsplatz hat, ist er angebunden an das System, wird versorgt mit unendlichen, nie versiegenden Warenströmen und hat vor lauter Konsumieren noch nicht einmal mehr Zeit, sich Gedanken um sein Glück zu machen. Dieser Arbeitsplatz nun ... der ist sicher. So sicher wie noch nie, siehe Handelsblatt:

Samstag, dritter September 2011. Draussen scheint die Sonne, drinnen sitzt der Bundesbürger und schaut finster. Eigentlich hat er dafür keinen Grund. Sein Leben, sein Glück, sein Alltag, seine Existenz hängt an einem „Arbeitsplatz“ – unabhängig vom Wetter, der Ernte, der Laune der Götter oder diversen Naturkatastrophen. Solange er seinen Arbeitsplatz hat, ist er angebunden an das System, wird versorgt mit unendlichen, nie versiegenden Warenströmen und hat vor lauter Konsumieren noch nicht einmal mehr Zeit, sich Gedanken um sein Glück zu machen. Dieser Arbeitsplatz nun … der ist sicher. So sicher wie noch nie, siehe Handelsblatt:

Der Arbeitskräftebedarf in der Wirtschaft sei derzeit so hoch wie noch nie, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag. Der von ihr monatlich ermittelte Beschäftigungsindex BA-X erreichte mit 170 Punkten im August ein neues Allzeithoch. Dies seien fünf Punkte mehr als im Juli und 28 Punkte mehr als vor einem Jahr.

Der Bürger schaut immer noch finster – dabei sollte er sich freuen. Einen Arbeitsplatz zu haben, bedeutet in den Zeiten des Vierten Reiches ungefähr soviel wie der Ariernachweis im Dritten Reich: man gehört dazu, man wird geschätzt und anerkannt, man darf dabei sein, steht im Mittelpunkt des Interesses von Politik, Wirtschaft und Medien. Der Bürger jedoch war auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeit. Jenseits der Welt der mathematischen Beschäftigungsindizes wird dort seit Monaten eine Wahrheit verkündet, die trotz des unermütlichen Aufschwunggejubels stabil bleibt: 3, 156691 Millionen Menschen sind arbeitslos, demgegenüber stehen 865212 offene Stellen.

Der Bürger hat einen Hauptschulabschluss, beherrscht also die vier Grundrechenarten. Das ist von Nachteil in der modernen Medienwelt, mit derart gebildeten Bürgern ist man dort den Umgang nicht gewöhnt. Man verkündet dort gerne Aufschwungmythen wie den Aufschwung in Baukonzernen. Der Bürger aber weiß, das der Aufschwung in Baukonzernen ein relativer Aufschwung ist: nur weil wir immer mehr Kreisverkehre auf Pump bauen, geht es unserer Wirtschaft nicht gut. Dank Hauptschulabschluss weiß der Bürger auch, wo das Geld herkommt: vom Staat. Und weil er auch lesen kann, weiß er, wo es nicht hingeht: zurück zu ihm. Deshalb wundert er sich nicht, das dort, wo der Bürger sein Geld ausgibt, ganz andere Nachrichten blühen:

Europas größter Einzelhändler Carrefour hat angesichts der weltweiten Wirtschaftsflaute seine Gewinnziele für das laufende Jahr heruntergeschraubt. 2011 werde nicht mehr mit einem Gewinnwachstum, sondern mit einem Rückgang des Betriebsgewinns von rund 15 Prozent gerechnet, teilte das französische Unternehmen am Mittwoch mit.

Baukonzerne leben vom Staat, Einzelhändler vom Bürger. Dank Hauptschulabschluss weiß man, was Sache ist. Da ist er auf einem Stand mit der Weltbank, die ebenfalls eine neue globale Krise wahrnimmt, die an unserer Politik, unserer Wirtschaft und unseren Medien scheinbar spurlos vorbeigeht.  Der Bürger liest auch manchmal in Magazinen für Fachleute mit Abitur und Betriebswirtschaftsstudium. Das geht mit Hauptschulabschluss sehr gut, der reicht dafür völlig aus. Dort erfährt er Dinge, die eigentlich nicht für ihn gedacht waren, siehe „Manager-Magazin„:

So um 1989 herum endete im Großen und Ganzen der Kommunismus, und 2008 ging bekanntlich der Kapitalismus den Bach runter (Stichworte: Immobilienblase, Lehman-Pleite, Finanzkrise … Sie wissen schon).

Damit waren die beiden großen -ismen, die in den vergangenen Jahrzehnten als Grundlage ökonomischer Gesellschaftsordnungen dienten, gescheitert. Ein praktikabler Ersatz wurde bislang nicht gefunden.

So was kann man nur mit Abitur ertragen, denkt sich der Bürger. Die Straße des Kommunismus führte ins Nichts, die Straße des Kapitalismus endete auch … aber wir fahren weiter? Solche Lebensphilosophien können sich nur Menschen ausdenken, die hauptberuflich Sohn sind.

Früher war die Sache klar: Im Kommunismus bekamen es die Bosse und im Kapitalismus die Cleveren, also vor allem Wirtschaftsgrößen und Kriminelle aller Art.

Das hört sich an, als hätten wir einen apokalyptischen Kampf zwischen Schlägern und Betrügern zu ertragen, zwischen Straßenräubern und Taschendieben. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht? Es passt aber zu den aktuellen Nachrichten. In den USA kaufen die Betrüger mit ihrem ergaunerten und bald wertlosem Geld immer mehr Ackerland, in Griechenland kämpfen die Betrüger mit allen Mitteln um ihre Beute, in Deutschland wird die gesetzliche Rente zertrümmert, um Geld für Ackerlandkäufe in den USA und die Rettung griechischer Politiker bereitstellen zu können, während schon zehn Prozent der Deutschen übermässig verschuldet sind aber – den Studien zur Folge – eine Superkauflaune haben.

Das man mit guter Laune an der Kasse nichts bekommt, merkt eben auch Carrefour – siehe oben.

Der Bürger versteht die Welt – dank Hauptschulabschluss – sehr gut. Da oben sind alles Gangster. Kein Wunder, das Kinder vermehrt zu Schlaganfällen neigen, während die Täter die Flucht ins Weltall vorbereiten – ganz normale Konsequenzen angesichts der allgemeinen Weltlage.

Wenn aber – so denkt der Bürger weiter – die Kommunisten die „Bosse“ waren und die Kapitalisten die „Cleveren“ … müssen wir dann nicht im Zeitalter des sterbenden Kapitalismus mit besonders cleveren Schachzügen rechnen, mit denen sich die Cleveren die Taschen füllen wollen?

NEIN! – sagen die Medien. Niemals würde ein Cleverer Taten, Handlungen oder auch nur Plänen Vorschub leisten, die dem Bürger Schaden zufügen würden. NIEMALS. Da darf man noch nicht mal dran denken!

Jetzt werden auch die Medien von cleveren Menschen mit Abitur gestaltet … das bestärkt den Bürger in seiner miesen Laune, denn nach und nach lässt sich nicht verbergen, das die Cleveren immer noch ein Ass im Ärmel haben und nicht gedenken, kampflos unterzugehen:

Steckt wirklich Al-Kaida hinter den Anschlägen von 9/11? Zehn Jahre nach Einsturz der Twin Towers reißen die Verschwörungstheorien nicht ab. Das hat Folgen: In vielen arabischen Ländern gibt es nur noch wenige die der offiziellen Version glauben.

Selbst den Cleveren gelingt es nicht ewig, die Wahrheit zu unterdrücken – auch wenn sie sich noch soviel Mühe geben:

Zehn Jahre sind seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York vergangen. Viele Amerikaner schenken der offiziellen Untersuchung der Vorfälle durch Ex-Präsident Bush keinen Glauben.Verschwörungstheoretiker legen in einem neuen US-Dokumentarfilm Beweise vor, nach denen Bush gar von den Anschlägen gewusst haben soll.

Der Bürger versteht das sehr gut – und schaut deshalb finster. Langsam geht ihm ein Licht auf: was ist, wenn die Cleveren und die Bosse unter einer Decke stecken? Was ist, wenn die Bosse ihm Schutz vor den Cleveren versprechen, die ihm wiederum Schutz vor den Bossen garantieren, in Wirklichkeit aber beide Abitur haben und es gründlich zum Zwecke seiner Ausbeutung missbrauchen?

„Undenkbar“, sagen die Medien der Cleveren.

Ganz normaler Alltag … sagt sich der Bürger mit Hauptschulabschluss. Immerhin kann er lesen – zum Beispiel im Handelsblatt:

Westliche Staaten haben laut Medienberichten enge Beziehungen zu Libyens Geheimdienst unterhalten. Aus London erhielt Gaddafi Informationen über Oppositionelle, während die USA in Libyen Hilfe bei Verhören suchten.

Da offenbaren sich Dinge, die man eigentlich nicht unter einen Hut bekommt. War nicht gerade der „gute“ Westen dabei, den „bösen“ Gaddafi zu töten, weil der eben so böse ist? Und jetzt? Der Mann war Dienstleister für den Westen:

Hat der US-Geheimdienst mit dem Gaddafi-Regime kooperiert? Einem Dokument nach, hat der CIA Terrorverdächtige in das für seine Folterpraxis bekannte Land geschickt.

Und jetzt hat er seinen Arbeitsplatz verloren. Hatte halt nur einen Zeitvertrag. Seine Auftraggeber jedoch gestalten Weltpolitik immer noch ganz nach ihren Vorstellungen, weshalb klar ist, das der von den Bilderbergern hofierte Steinbrück jetzt „ganz überraschend“ einziger Kanzlerkandidat der SPD ist.

Der Bürger fühlt sich immer unwohler – und langsam verstehen wir, weshalb er trotz schönem Wetter finsterste Laune hat. Die Weltgeschichte entpuppt sich als künstliches Drama zwischen Wolf und Fuchs, in dem er die Rolle der fetten Gans hat, die wählen darf zwischen der brutalen Gewalt Gaddafis oder den listigen Finten der cleveren CIA. Und so langsam versteht er seine Rolle im System: sein Arbeitsplatz ist der Ort, an dem er gemästet wird, das Arbeitsamt wacht darüber, das er sich mästen lässt und die Medien geben sich Mühe ihm zu erklären, das er in einem Wunderland lebt in dem immer die Sonne scheint und in dem die gebratenen Hühnchen dem fleissigen Arbeitnehmer wie von selbst in den Mund fliegen.

Doch der Bürger weiß, das Menschen, die andere Menschen zum Foltern ins Diktatorenland fliegen, auch keine Hemmungen haben, ihre eigenen Bürger in die Luft zu sprengen – erst recht nicht, wenn das System der Cleveren in Gefahr ist.

Der Bürger weiß, das es keine Verschwörungen ohne Geheimdienste gibt – und das Geheimdienste den ganzen Tag nichts anderes machen als Verschwörungen. Und er weiß, das die Cleveren nichts dem Zufall überlassen – nicht umsonst wird man reich, wenn man Bürgern betrügerische Geldanlagen verkauft, bleibt aber arm, wenn man Straßen baut, Kinder erzieht ober alte Leute pflegt.

Das System der Cleveren scheint – so dünkt dem Bürger – nicht weniger perfekt zu sein als das System der UdSSR oder das Gaddafis. Es ist halt nur mehr nach der Art des Fuchses gestaltet als nach der Art des Wolfes.

Was nun folgt?

Wenn wir nichts unternehmen, kommen die leichenfleddernden Hyänen. Vielleicht auch ein Grund, sich mal Gedanken über „echte Demokratien“ zu machen.

 

 

 

Nine Eleven – 11.9.2001 war eine Verschwörung … 80 Millionen Tote weltweit auch.

Heute ist ja neunter Jahrestag.  Ich habe den 11.9.2001 - wie die meisten älteren Menschen unter uns - noch in guter Erinnerung.  Auf dem Weg zu einer Messe saß ich pausierend bei meiner Mutter, die direkt im Wege war. Eine Freundin von ihr rief an, war ganz aufgeregt, weil sich überall in Amerika Flugzeuge vom Himmel auf Häuser stürzten, ganz New York stehe schon in Flammen. 

Auf der Messe selbst gab es zwar wie üblich einen Großbildschirm, aber niemand interessierte sich sonderlich für das Ereignis, das unsere Geschäftsfelder nicht betraf. Es gab keine Gespräche darüber, die Stimmung war gut und ungetrübt - nur meine nicht. 

Gleich danach kamen unheimliche Gerüchte auf: die US-Regierung sollte es gewesen sein.

Heute ist ja neunter Jahrestag.  Ich habe den 11.9.2001 – wie die meisten älteren Menschen unter uns – noch in guter Erinnerung.  Auf dem Weg zu einer Messe saß ich pausierend bei meiner Mutter, die direkt im Wege war. Eine Freundin von ihr rief an, war ganz aufgeregt, weil sich überall in Amerika Flugzeuge vom Himmel auf Häuser stürzten, ganz New York stehe schon in Flammen.

Auf der Messe selbst gab es zwar wie üblich einen Großbildschirm, aber niemand interessierte sich sonderlich für das Ereignis, das unsere Geschäftsfelder nicht betraf. Es gab keine Gespräche darüber, die Stimmung war gut und ungetrübt – nur meine nicht.

Gleich danach kamen unheimliche Gerüchte auf: die US-Regierung sollte es gewesen sein.  Eine Vermutung, die nicht aus der Luft gegriffen ist. Der „militärisch-industrielle Komplex“, vor dem der US-Präsident Eisenhower warnte, hatte schon einige Häßlichkeiten in die  Welt gesetzt – Morde, Umstürze, Folter, Drogenhandel: bei dem Ruf muß man sich nicht wundern, wenn man zuerst nach den „üblichen Verdächtigen“ Ausschau hält. Immerhin: an jenem Tag waren 37000 Menschen gestorben. 3000 infolge der Anschläge, 34000 infolge der Weltwirtschaftsordnung an Hunger.  Die 3000 zusätzlichen Tote – das war klar – ließen sich hervorragend instrumentalisieren, es war genau jenes Ereignis, auf das die Bewegung für ein neues amerikanisches Jahrhundert gewahrtet hatte und es kam zu einem äußerst günstigen Zeitpunkt.  Die 34000 anderen, die jeden Tag sterben, damit wir Schnitzel auf dem Teller haben, waren jedermann egal … wie auch die dreitausend in den Türmen. Gegen so etwas ist man heutzutage abgehärtet.

Neben diesen Theorien gab es auch andere, die letztlich zu Kriegen geführt haben,  weil die Theorienbilder viel mehr Macht hatten und auf faire ausgewogene Urteilsbildung schon mal verzichteten. Man wollte einfach mal irgendjemanden für das Geschehnis erschießen und die Regierung Bush hatte da schon jemanden im Auge. Einige sogar. Erst mußten die Afghanen dran glauben, die neuen Machthaber waren zwar durch US-Hilfe an die Macht gekommen, aber der Opiumanbau war unter ihnen fast völlig zum Erliegen gekommen, außerdem hatten sie die Straßen sicherer gemacht – das störte wohl irgendwie.  Dann gab es da noch diesen Saddam Hussein, der immer unbequemer wurde: den konnte man leicht nebenbei mitentsorgen. Er hatte zwar überhaupt nichts mit den Taliban zu tun und erst recht nichts mit dem Anschlag in New York – aber in dem allgemeinen Trubel fiel das gar nicht auf. Eventuell – so die damals gängige Verschwörungstheorie – hatte er Massenvernichtungswaffen mit denen er zur Weltherrschaft streben wollte. Stimmte nicht – aber egal.

Nun – wenn diese Verschwörungstheorie nicht stimmt, dann stimmte ja die andere vielleicht auch nicht: Osama und die neunzehn Räuber.  Es gilt ja: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht – zurecht, wenn er daraus einen klar erkennbaren Vorteil zieht.  Und es gab ja schon mal einen ganz spektakulären Fall, in dem Jahrzehntelang eine offizielle Verschwörungstheorie Unmut erzeugte und jetzt so langsam still und heimlich in sich zusammensackt: der Kennedymord und die Einzeltätertheorie:

Washington – Ballistische Untersuchungen unter Rückgriff auf moderne Methoden der Statistik und der chemischen Analyse zeigten, dass Lee Harvey Oswald damals nicht der einzige Schütze gewesen sei, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts „Annals of Applied Statistics“. Die seinerzeit von den Experten angeführten Belege, wonach die Möglichkeit eines zweiten Mörders ausscheide, hielten den Tatsachen nicht stand, schreibt der Ex-FBI-Agent William Tobin, der die Arbeit gemeinsam mit dem Statistik-Professor Cliff Spiegelman und dem Chemiker William James von der Texas A&M University vorgelegt hat.

Quelle: Spiegel-online

Ich persönlich erwarte Aufgrund der Lügentradition der US-Regierung nichts anderes bei der Nine-Eleven-Verschwörungstheorie.  Als politischer Mensch halte ich es sowieso mit Managergrundsätzen: „Even the worsest case“ – bei Problemfällen nicht positiv denken sondern immer das Schlimmste annehmen, um gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

Seltsamerweise ist dieser Grundsatz, der in allen angelsächsischen Konzernen tagtäglich gelebt wird, in der Theorienbildung der politischen Kaste kaum zu finden … und das kommt uns gerade mal wieder sehr teuer zu stehen:

Die marode Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) benötigt weitere Staatshilfen in Millardenhöhe. Im Gespräch sollen offenbar Garantien von bis zu 40 Milliarden Euro sein. Das Institut leide unter massiven Liquiditätsproblemen, so Regierungskreise. Im schlimmsten Fall könne die Bank noch in diesem Monat zahlungsunfähig sein.

Quelle: Handelsblatt

Das ist per Einmalzahlung mehr, als alle Hartz-IV-Abhängigen und ihre Kinder in einem Jahr verbrauchen. Wofür genau geben wir das nochmal aus? Ach ja, richtig: dafür, das die Reichen noch reicher werden und durch die Krise keine Verluste einfahren. Sehr sozial gedacht. Leider … haben wir das Geld dafür nicht.

Seit dem 11.9.2001 sind zwischen hundertausend und einer Million Iraker gefallen – die Quellen variieren da stark. Zustätzlich starben viertausend US-Soldaten. Außerdem starben noch tausende in Afghanistan … da zählt aber kaum noch jemand mit.

Die Zahl der Hungertoten für den Zeitraum liegt bei mindestens ACHTZIG MILLIONEN! Die sind auch nicht „selbst schuld“ oder „faul“, die sind einfach in die Monokulturen der Kolonialherren hineingeboren worden, mit denen man ihre Eltern sitzen gelassen hat. Interessiert aber keinen.

Die Zahl der hungernden Menschen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, steigt jedoch langsamer als die Bevölkerung an: 1990 waren es etwa 822 Millionen, im Jahr 2008 etwa 963 Millionen Menschen.[1] Am 19. Juni 2009 berichtete die BBC, dass nun offiziell eine Milliarde Menschen hungern.[2] Das ist etwa jeder siebente Mensch auf der Erde. Jedes Jahr sterben etwa 8,8 Millionen Menschen, hauptsächlich Kinder, an Hunger, was einem Todesfall alle 3 Sekunden entspricht (Stand 2007).[3]

Quelle: Wikipedia

Nach anderen Quellen sind es sogar ZWEIHUNDERTVIERZIG MILLIONEN TOTE.

Quelle: ORF

Wieder haben wir eine klar erkennbare Verschwörung, deren Hintermänner leicht zu finden sind …. oder glaubt jemand, das es Zufall ist, das dreitausend Tote die Welt verändern während achtzig Millionen Tote (mit wachsender Tendenz)  niemanden interessieren?

Wenn ich mir über unnatürliche Tode aufrege und sie verhindern möchte, dann … fange ich doch da an, wo die Vielen sterben und arbeite mich zu den geringeren Übeln Schritt für Schritt durch. Tue ich das nicht … dann habe ich andere Pläne und Absichten. Die Planer dieser Absichten sind dann … Verschwörer.

Hätten wir die dreitausend Toten einfach ignoriert, so getan, als wären es Verkehrstote und hätten das Geld der Kriege in die Bekämpfung des Hungers gesteckt … wir hätten dem Terror weltweit den Boden unter den Füßen weggezogen und achtzig Millionen Menschen das Leben gerettet. Achtzig Millionen tote Menschen: das ist ein kompletter dritter Weltkrieg.  Und eine Milliarde wartet noch auf den Tod.

Aber wir – d.h. – unsere Medien – haben sich abgesprochen, diese Toten zu ignorieren. Stattdessen haben wir die Armut, die zu diesen Toten führt als Hartz IV nach Deutschland importiert – auch so eine Verschwörung.  Das sind keine Naturkatastrophen, dahinter stecken Menschen, die zielorientiert denken, planen und handeln. Dabei gehen sie auch über Leichen. Über die der anderen, selbstverständlich.

Vielleicht war auch nine-eleven von ihnen geplant. Vielleicht waren es Netzwerke von Bush und dem Hause Saud in Saudi-Arabien, das in letzter Zeit steigende Probleme bekam. Vielleicht war es wirklich der Millionärssohn Bin Laden. Letztlich ist es völlig egal, wer von diesen Verrückten es war. Letztlich werden wir die Wahrheit (wie beim Kennedymord) nie mit absoluter Sicherheit erfahren, weil die Vertuschungskompetenz einer der möglichen Täter so groß ist, das immer Restzweifel bleiben (und angesichts der belegten Historie dieses möglichen Täters auch zurecht bleiben).

Letztlich können wir auch sagen: ohne die Gelder der Saudis und Bush´s  wäre auch der Nahostkonflikt nicht vorhanden. Aber um ihn am Leben zu erhalten, geben beide Seiten immer gerne Geld – Saudi Arabien hat Israel bis heute nicht anerkannt, beide Länder befinden sich heute noch im aktiven Kriegszustand:

An den militärischen Handlungen der Arabisch-Israelischen Kriege nahm das Königreich nicht teil; es unterstützte aber die gemeinsame Sache der Araber durch massive finanzielle Hilfe an die Palästinenser-Organisationen sowie durch zeitweilige Reduzierung der Erdöllieferungen in die westliche Welt unter König Faisal. Siehe: Ölkrise.

Saudi-Arabien befindet sich seit 1948 (Palästinakrieg) mit Israel offiziell im Kriegszustand, der Staat Israel wird weiterhin nicht anerkannt, politische Kontakte beider Länder gibt es nicht.[24]

Aber Atombomben finanzieren … da ist man schnell dabei:

Hilfsgelder fließen auch in die pakistanische Rüstungsindustrie (en:Pakistani Arms Industry), weitgehend gesichert ist eine Beteiligung von Saudi-Arabien, das das pakistanische Atom-Programm „zu einem nicht unerheblichen Teil finanziert hat“, inoffiziell wird von 50 % gesprochen.[31]

Quelle: Wikipedia

Was die achtzig Millionen Toten angeht sind wir übrigens alle Komplizen. Alle die hier mitlesen, mitschreiben oder überhaupt lesen und schreiben können. Unfreiwillige Komplizen – aber wir machen alle mit … je gebildeter wir sind umso bewußter und entschiedener sind wir an diesem täglichen  Massenmord beteiligt.

Und da soll man die Betroffenheit wirklich ernst nehmen, wenn da mal neun Türken von Israelis erschossen werden, vier Israelis von der Hamas erschossen oder fünfzig Palästinenser von Bomben ausradiert werden? Da wundert man sich wirklich, das mich die Betroffenheitsarien die regelmäßig von allen Seiten kommen nur noch anwiedern?

Um achtzig Millionen Tote (oder die dreifache Menge) zu verdrängen muß man sich sehr anstrengen.

Wer wirklich ernsthaft Betroffenheit bekunden will, sollte da anfangen. Alles andere ist verlogenes Theater … und wiederum Teil einer Verschwörung, seine Partikularinteressen vor die Rettung von Menschenleben zu stellen.

Hungertod ist langsam.

Hungertod ist qualvolle Folter.

Hungertod ist völlig unnötig.

Allein die Kosten für den Irakkrieg hätten ausgereicht, den Hunger für immer und ewig zu verbannen.

Nine-eleven hat dem Kampf gegen diesen Hunger sehr geschadet. Es verstopft alle Nachrichtenkanäle (wie andere dieser medial aufgeblasenen Ereignisse auch), hält die Leute auf Trab (Verschwörer und Gegenverschwörer) und tut das Seine dazu, das auch heute wieder zwischen 25000 und 100000 Menschen qualvoll sterben werden … darunter mindestens 13000 Kinder.

Das heisst: Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet. Punkt. Schluss.

Quelle: Jean Ziegler im Tagesanzeiger

Dreizehntausend Kindermorde nur heute, wohlgemerkt. Und morgen geht das wieder von Vorne los.

Massenmord vor aller Augen. Alle schauen zu, alle machen mit – oder haben Wichtigeres zu tun.  Zum Beispiel heute an dreitausend Tote denken, die alle zu den Nutznießern des täglichen Massenmordes gehörten … unabhängig davon, wer ihre eigene  Ermordung nun beschlossen und/oder geduldet und/oder finanziert hatte.

Ob es nun von Pakistan finanzierte saudi-arabische Muslime waren, die zehn Jahre lang diesen Anschlag geplant haben oder die Kosmokraten der Korporatokratie … ist eigentlich egal. Beide Seiten hätten ihr Geld besser (und überzeugender) zur Verhinderung der alltäglichen Massenmorde an unschuldigen Kindern eingesetzt – oder sollten es jetzt tun anstatt Selbstmordattentäter auszubilden und Rachebombardements durchzuführen.  Das sie es nicht tun, macht aus ihnen nur … Feinde der Menschheit.

Und was sich die Feinde der Menschheit untereinander antun, muß einen eigentlich nicht interessieren, noch muß man sich da einmischen. Eher braucht die Welt Engagement gegen den Massenmord und für mehr Menschlichkeit – danach kann man sich den unbedeutenden Kleinigkeiten zuwenden um die wir jetzt so ein großartiges Geschrei machen.

Aber wahrscheinlich ist es ja gerade dieses Geschrei, das absichtlich so laut gestellt wird, damit der Massenmord ungestört weiterlaufen kann … oder?

Die USA – um die es ja bei dem heutigen Gedenktag geht -haben ihre Hungertoten übrigends ganz elegant entsorgt:

In den USA hungerten im Jahr 2005 10,8 Millionen US-Bürger. Insgesamt waren es gar 35 Millionen, also jeder achte US-Amerikaner, die „Schwierigkeiten hatten, sich zu ernähren“. Offiziell gibt es jedoch keine „Hungernden“, da die US-Regierung seit dem November 2006 stattdessen von Menschen mit „sehr geringer Nahrungssicherheit“ spricht.[5]

Und da es speziell heute um New York geht:

Die Hilfsorganisation New York Food Bank gab im Juni 2008 bekannt, dass drei Millionen New Yorker, also mehr als jeder dritte, nicht genug Geld für Lebensmittel haben.

Quelle: Wikipedia

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