2012

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Warum die Regierungen Bunker bauen und was der Lebensberechtigungsschein aktuell kostet

Mittwoch, 11.April 2012. Haben Sie schon Ihren Bunker gebaut? Nein? Wirklich nicht? Seltsam ... die großen Regierungen der Welt haben angeblich sehr große Schutzräume ... und die reicheren Menschen unter uns sind auch gerade dabei, sich etwas zu bauen - aus gutem Grund, wie es scheint, siehe Manager-Magazin:

Mittwoch, 11.April 2012. Haben Sie schon Ihren Bunker gebaut? Nein? Wirklich nicht? Seltsam … die großen Regierungen der Welt haben angeblich sehr große Schutzräume … und die reicheren Menschen unter uns sind auch gerade dabei, sich etwas zu bauen – aus gutem Grund, wie es scheint, siehe Manager-Magazin:

Die Sonne durchläuft gerade das Solarmaximum, das 2013 einen neuerlichen Höhepunkt erreichen wird. 1859 legte ein Sonnensturm sämtliche Telegrafen lahm. Was wäre, wenn so etwas heute passierte? Wenn die Stromversorgung zusammenbricht, gibt es nichts mehr: Kein Wasser, kein Essen, die komplette Infrastruktur bricht zusammen. Und Leute werden zu Anarchisten, wenn sie nichts zu essen haben. Unsere Schutzräume sind moderne Festungen, in die sich unsere Mitglieder zurückziehen und überleben können, wenn der Rest der Welt brennt. Europa ist sehr verwundbar.

Man würde sich als Bürger eines Landes wünschen, das man über solche Entwicklungen informiert wird. Immerhin haben wir alle unseren Schutzraum – unseren Staat, für den wir viel Geld, Geduld und Lebenszeit opfern, um ihn funktionstüchtig zu halten. Schon klug, so ein Staat: Sinnbild der Überlebenskraft der Menschheit, die als Gemeinschaft Eiszeiten in Hamburg, Säbelzahntiger in Bielefeld oder die Pest in Frankfurt überstanden hat. Einzelgänger hatten da nicht so viel Erfolg.

Heute hat uns der Gemeinschaftsgedanke einen Lebensstandard beschert, wie ihn die Menschheit noch nie kannte – und womit macht man das große Geschäft?

Mit Bunkern.

Ich glaube nicht, dass die Katastrophe plötzlich kommen wird. Es wird sich allmählich entwickeln. Es wird eine Serie von Ereignissen geben. Wir wissen nicht wann, wir wissen nicht, was, aber es ist besser, vorbereitet zu sein als das Nachsehen zu haben. Die Regierungen der Welt haben große unterirdische Schutzräume gebaut. Was wissen die, was wir nicht wissen? Finden Sie es richtig, dass nur die Elite und die Regierung überleben sollen?

Es wird sich allmählich entwickeln. Was wir jedoch zuvor brauchen, ist die Erosion des Gemeinschaftsgedankens. Unser Bunker ist eigentlich unser Staat … aber der versagt zusehends, in Berlin führt er sogar schon offenen Krieg gegen die eigenen Bevölkerung – oder wie soll ich das sonst verstehen, was sich hier laut Welt abspielt:

Noch nie wurden bundesweit so viele Hartz-IV-Empfänger bestraft wie im vergangenen Jahr. Spitzenreiter ist Berlin. Gleichzeitig erhalten Bedürftige immer weniger Geld vom Staat.

Ich kenne da so eine Bedürftige – und auch eine ganze „Bedarfsgemeinschaft“. Eine Modellbauerin mit Kind. Erst Abitur gemacht, dann eine Lehre, Auslandsaufenthalt, letztlich sogar eine eigene Firma. Dann kamen die Computer – und die Ära der Modellbauer war vorbei. Architekten ließen die schönen Modelle am PC entwerfen – niemand brauchte mehr echte Modelle, sieht man auch in dem Artikel des Manager-Magazins: das Luxusinterieur der Privatbunker kann man rein virtuell am eigenen Rechner genießen. Das Ganze war schlecht für handwerklich spezialisierte Fachkräfte, die wurden dann mit 46 Jahren arbeitslos – ein Alter, in dem niemand mehr eine Umschulung bezahlt, keiner einem eine Lehrstelle gibt und auch das Arbeitsamt nur noch eins kann: abstempeln. Die Zeit, wo die Politik wusste, das sie Menschen schützen muss, weil sie im Gegensatz zu Firmen älter und schwächer werden, war vorbei. Die Zeit, wo man die Lebensarbeitsleistung von Menschen anerkannte, war ebenfalls vorbei – die Zeit der Bunker war angebrochen.

Im Dezember bekamen die 3,3 Millionen Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften im Schnitt 807,29 Euro. Das ist so wenig, wie nie zuvor in einem Dezember seit der Einführung des Arbeitslosengeldes II.

Und darauf ist man noch stolz – als Staat.  Man sollte stolz darauf sein, das man von Jahr zu Jahr mehr Wohlstand schafft und den Menschen mehr Geld zahlen kann, nicht aber darauf, das man von Jahr zu Jahr weniger ausgibt – dieses Denken führte 1943 direkt in Gaskammern … die Häftlinge waren zu teuer geworden. Das wissen aber die jungen Politiker von heute nicht, deshalb fällt es  ihnen leicht, wieder Selektionsmechanismen zu entwickeln, die sogar die Kirche beunruhigen.

Im Gegensatz zu der Wirtschaftselite des Landes zeigen sich die Hartz-Abhängigen erstaunlich gesetzestreu, während der Staat wieder zur Folter zurückkehrt … jedenfalls in seinen Gefängnissen. Arbeitslose sind nun nicht gerade die anarchistischen Horden, vor denen man sich im Bunker verstecken muss. Verstecken müsste man sich eher von anderen, die sich bemühen, die anarchistischen Horden vor der Bunkertür gezielt zu züchten, siehe Handelsblatt:

Wer Zeitarbeit stranguliert, läuft Gefahr, die in den vergangenen mühsam gebauten beschäftigungsbrücken für Geringqualifizierte einzureißen. Wer die Berufsausbildung mit Reglementierungen überfrachtet, läuft Gefahr, die mühsam erstrittene Bereitschaft der Betriebe zu einer Ausbildung über Bedarf wieder zu zerstören.

Solche offenen Drohungen kann man sich in diesem Land erlauben: „Haltet die Klappe, oder wir verhartzen auch noch den Rest der Republik!“.  Die Politik gehorcht, druckt Geld, mit denen dann die „Heuschrecken“ zehntausende Wohnungen in Deutschland aufkaufen, bezahlt vom Geld der Steuerzahler, deren Mieten dann bei stetig sinkender Wohnqualität und Serviceleistungen deutlich erhöht werden. Von dem Gewinn kauft man sich dann Plätze in den privaten Bunkern. Die Heuschrecken haben sich auch schon im Nordseewindpark eingekauft und blockieren erstmal Helgolands nobelstes Hotel für zehn Jahre, was dem Tourismus auf der Insel einen derben Schlag versetzt … und mehr Menschen in Hartz IV treibt, auch dank der üppig sprudelnden Geldquellen der EZB, die durch diverse Rettungsschirme noch viel besser fließen.

Gut, das es – mal wieder – neue Griechenlandrisiken gibt und man auch mit Spanien drohen kann, da traut sich keiner, den Heuschrecken den Geldhahn zuzudrehen, auch wenn die noch so viel Realwirtschaft vernichten.

Merkt man nun, woher der Trend zum Bunkerbau kommt?

Die wissen, das sie sich brauchen werden.

Nur wir … wir wissen mal wieder überhaupt nichts, ausser … das unser Bunker gerade ausgeplündert wird, damit viele kleine luxuriös ausgestattet werden können.

Man rechnet damit, das wir ziemlich wütend sein werden, wenn wir nichts mehr zu essen haben, obwohl wir als Staat eigentlich mal superreich waren. Man möchte in Sicherheit sein, wenn die Früchte der aktuellen Politik aufgehen. Vielleicht schafft man ja sogar einen Atomkrieg mit China, die Häufung von Wetteranomalien ist ja auch kaum noch zu verstecken … und dann haben wir da ja auch noch die nicht enden wollende Serie von schweren Erdbeben, die den Planeten seit Jahren zunehmend durchschütteln und Rekordverluste für die Versicherer nach sich ziehen.

Falls das aber alles nicht hilft: gut, dann haben wir noch unsere Politiker und unsere „Wirtschaft“.  Die schaffen den Weltuntergang schon ganz allein.

Schade, das nicht jeder 26000 Euro für einen Platz im ersten Privatbunker des o.g. amerikanischen Unternehmens erübrigen kann, jenes Bunkers, der jetzt schon in „Zentraleuropa“ steht.

Wir würden ihn gut brauchen können.

Jetzt haben wir nebenbei auch den konkreten Preis für unseren „Lebensberechtigungschein“.

26000 Euro.

Und wir wissen, was auf uns andere wartet:

Hunger.

 

 

Europa 2011: die „unsichtbare Hand“ des Marktes wird sichtbar – als Klaue eines Schweinehundes namens Goldman-Sachs

Freitag, 21. Oktober 2011. Eifel. Die Welt freut sich über einen toten Diktator. Gestern meldete der Spiegel noch den Angriff von Nato-Truppen auf den Gaddafi-Konvoi, heute sind schon Flugzeuge daraus geworden, obwohl wir doch wissen, das Bodentruppen die "Aufständischen" auf der Jagd nach Gaddafi unterstützen wollten. Aber - wir wollen noch nicht zu offen von der neuen Welt reden, die sich gerade um uns entfaltet. 

In dieser neuen Welt bekommen die bankrotten Griechen für einen Appel und ein Ei 400 modernste US-Panzer geschenkt (gebraucht, aber die Typen sind gerade weltweit im Einsatz) sowie bis zu vier nagelneue französische "Tarnkappenschiffe" - das Neueste vom Neuesten, für die letztlich dann der deutsche Steuerzahler aufkommen darf. Was sollen die Griechen mit diesen Waffen - ausser vielleicht, den Krieg mit der Türkei suchen? Den pflegt man schon lange:

Freitag, 21. Oktober 2011. Eifel. Die Welt freut sich über einen toten Diktator. Gestern meldete der Spiegel noch den Angriff von Nato-Truppen auf den Gaddafi-Konvoi, heute sind schon Flugzeuge daraus geworden, obwohl wir doch wissen, das Bodentruppen die „Aufständischen“ auf der Jagd nach Gaddafi unterstützen wollten. Aber – wir wollen noch nicht zu offen von der neuen Welt reden, die sich gerade um uns entfaltet.

In dieser neuen Welt bekommen die bankrotten Griechen für einen Appel und ein Ei 400 modernste US-Panzer geschenkt (gebraucht, aber die Typen sind gerade weltweit im Einsatz) sowie bis zu vier nagelneue französische „Tarnkappenschiffe“ – das Neueste vom Neuesten, für die letztlich dann der deutsche Steuerzahler aufkommen darf. Was sollen die Griechen mit diesen Waffen – ausser vielleicht … den Krieg mit der Türkei suchen? Den pflegt man schon lange:

Seit Jahrzehnten sind beide Länder in einen kostspieligen Rüstungswettlauf verstrickt, der vor allem dem viel kleineren Griechenland immer neue Schulden aufbürdet. Mit dem 1999 begonnenen Dialog verband man in Athen vor allem die Hoffnung, das ruinöse Wettrüsten beenden zu können. Aus demselben Grund unterstützt Griechenland auch die EU-Kandidatur Ankaras. Eine in Europa integrierte Türkei werde ein friedlicher Nachbar sein, so das Kalkül.

Man konnte an „entscheidender Stelle“ (Politik, Banken, Rüstungsfirmen) also schon lange sehen, das Griechenland unter dem türkischen Druck zusammenbrechen wird. Seltsamerweise – jedenfalls seltsamerweise für die Bürger, die den Leitmedien bedingungslose Treue geschworen haben – wird dieser Totrüstungsaspekt in den Debatten über die Verschuldungsgründe Griechenlands nie genannt – stattdessen versucht man noch, weiter zu verkaufen.

Aktuell greifen türkische Truppen den Irak an – mit Bodentruppen. Als der Irak mit Bodentruppen Kuweit angriff, gab es Weltkrieg – also Krieg mit der Welt. Natürlich will die Türkei im Irak nur Kurden töten – das scheint erlaubt und unbedenklich. Vielleicht sind die alle arbeitslos?

Portugal spart sich gerade kaputt, die Süddeutsche berichtet von „dramatischen Einbrüchen in der Wirtschaft“, laut Welt hält die Troika Griechenland für komplett erledigt – trotzdem gibt es nochmal Geld, weil man mit der Pleite warten will, bis der Rettungsschirm funktioniert und die Privatbanken aus der Haftung komplett entlassen sind.

Und dann entdecken wir in Griechenland weitere Merkwürdigkeiten, die an jene Merkwürdigkeiten erinnern, die im Hintergrund politischer Entwicklungen oft zu beobachten sind … der ominöse „schwarze Block“ schlägt zu. So berichtet der Spiegel:

Dabei ähneln diese rituellen Scheingefechte zwischen Autonomen und Beamten auf erstaunliche Art und Weise manchen Aspekten der griechischen Krisenbewältigung: Sie sind plan- und ziellos, ineffektiv und werden begleitet von großen Worten, denen nur selten Taten folgen. So schwadronieren die Vermummten gerne davon, einen Volksaufstand herbeiführen und die Regierung davonjagen zu wollen. Doch kaum kommen die zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen Ordnungshüter angetrabt,nehmen die Möchtegernrevoluzzer Reißaus.

Jedenfalls nahmen sie Reißaus bis zur jetzigen großen Demonstration. Aktuell verhalten sie sich anders:

Bei den Protesten gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung kam es am Donnerstag erneut zu Krawallen. Zehntausende Griechen protestierten überwiegend friedlich auf dem Platz vor dem Parlament, bis rund 500 Randalierer die Demonstration angriffen: Die zum Teil vermummten Randalierer warfen mehrere Brandsätze in Flaschen auf die Teilnehmer und lösten eine Panik aus.

Die Polizei setzte daraufhin massiv Tränengas ein, um die Menschenmenge aufzulösen. Tausende Menschen flohen in Panik von dem Platz.

Keiner wundert sich? Da greifen „Autonome“ Demonstranten an, worauf hin die Polizei die Demonstranten mit Tränengas beschießt? Das passt zusammen – wie die Meldung, das die Nato nach dem Tod Gaddafis sofort die Kampfhandlungen eingestellt hat, weil der inoffizielle Auftrag erledigt war – so jedenfalls hörte es sich gestern auf WDR 5 an, als man extra nochmal den „offiziellen Auftrag“ betonte: Zivilisten vor Gaddafis Soldaten zu schützen.

Völlig unberührt davon geht allerdings die wirtschaftliche Ausplünderung der Pleitestaaten weiter – einerseits offiziell durch beständige Erhöhung der Zinsen (was in etwa so sinnvoll ist, als wenn man einem Arbeiter mit Bandscheibenvorfall immer schwerere Lasten tragen läßt, sich dann aber wundert, das er ständig wieder zusammenbricht, weshalb man die Lasten … die Zinsen … nochmal erhöht), andererseits durch komplette Transferierung des zuvor privatisierten Kapitals:

Während Europa den Schuldenstaat vor der Pleite rettet, verdichten sich die Anzeichen, dass die hellenische Oberschicht die Steuerzahler der Geberländer und auch die eigene Regierung an der Nase herumführt. So haben reiche Griechen nach Einschätzung von Experten offenbar 200 Milliarden Euro Schwarzgeld in die Schweiz geschafft.

Währenddessen droht die Politik ganz unverhohlen mit Renten- und Lohnstopp, also wieder einmal ganz klassisch mit dem Hungertod, weil es gerade nicht „in“ ist, direkt auf das Volk zu schiessen. Wir haben Hartz IV anstelle des G III.

Wer nun meint, das geht nur in Griechenland, der irrt sich gewaltig. Das geht auch in Deutschland, aber in dieser Form berichten die Leitmedien nicht darüber. Immer mehr Selbständige landen in Deutschland in der Grundsicherung (sprich Hartz IV), deren verfassungsrechtliche Überprüfung gerade von den Grünen verhindert wird – wäre ja auch schlecht, wenn man merken würde, das die Grundsicherung in Deutschland nicht der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte entspricht und wir uns auch ganz offiziell davon verabschieden müssten ein Land zu sein, das diese Werte schätzt und respektiert.  Das wäre ja so, als wenn wir zugeben würden, das die Nato nur unterwegs war um Gaddafi zu ermorden. Dann könnten wir auch gleich selbst auf die Demonstranten schießen, und müssten keine Autonomen dafür bezahlen, Randale zu machen.

Währenddessen treiben uns Wirtschaft und Politik in die Privatinsolvenz. Die Wirtschaft durch immer mehr Kartelle, die uns das Geld aus der Tasche ziehen (unter anderem durch Zinsmanipulationen), die Politik durch nebelhafte „Hebelwirkungen“ von „Rettungsschirmen“, die auch das Parlament nicht mehr versteht. Weltweit sinken die Unternehmenssteuersätze, das den Manipulatoren in Politik und Wirtschaft genug Geld für „Meinungsbildung“ (und vermummte „Autonome“?) auf Kosten des Steuerzahlers gibt, während die Verbraucherstimmung folgerichtig europaweit sinkt. Die merken nur, das alles immer teurer wird, man ständig mehr und härter arbeiten muss um immer weniger davon zu haben – Jahr für Jahr. Nur Politikern geht es da anders. Da verdienen einige immer mehr, wie on-zine berichtet:

Es ist kaum zu glauben, dass Abgeordnete sich um das Wohl des Volkes kümmern und nebenbei Bücher schreiben, bis zu 50 Vorträge in der ganzen Republik halten und in Aufsichtsräten von Dax-Konzernen sitzen. Einer, der es in den vergangenen Jahren richtig bunt trieb, ist Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. 2010 hat er mindestens 670.000 Euro nebenbei verdient. Er gab allein 40-mal an, Einnahmen der Stufe 3, also mindestens 7000 Euro, erhalten zu haben, zweimal der Stufe 2 und dreimal der Stufe 1. Neben Geldern für Vorträgen befinden sich darunter auch die Honorare für sein gut verkauftes Buch Unterm Strich.

Man sieht eigentlich klar, wie das System funktioniert:

Wer von anderen, besonders Wirtschaftsunternehmen, bezahlt wird, setzt sich auch für deren Interessen ein. 

Wenn man jetzt noch wüßte, was deren Interessen sind? Nun – in Lybien war es der Zugriff auf das Öl, das Wasser und die Ausschaltung der Bankenkonkurrenz. Man erfährt über Libyen in Deutschland erschreckend wenig – und das Meiste scheint gelogen, wenn ich ef trauen darf:

Gaddafi ist mitnichten seit 42 Jahren von Beruf „libyscher Diktator“. Er hat 1977! alle offiziellen Funktionen aufgegeben. Seine infoffiziellen Funktionen lassen sich auf die stammesorientierte Kultur in Libyen zurückführen. Seit Mitte der 90er Jahre ist er übrigens im ständigen Zwist mit der libyschen Regierung, und die Antikorruptionsbehörde ist von den libyschen Volksversammlungen auf sein Betreiben hin gegründet worden. Interessanterweise war diese Behörde eines der ersten Bombenziele der Nato, was natürlich nichts mit den gesammelten Daten über einige der Mitglieder der jetzigen „Rebellenregierung“ zu tun hat.

In dem Artikel erfährt man einiges Wundersames über die jetzt vernichtete libysche Demokratie, die Libyen zu einem Land mit höchstem Wohlstand gemacht hat, einem Land das nun derharten Hand der Scharia unterworfen wird. Das die Nato hier genau jene Strömung untersützt, die sie in Afghanistan angeblich bekämpft, wundert nur jene, die davon wissen, die anderen nehmen die neue starke Hand im Land gelassen hin, siehe Focus:

Gaddafis Gegner sollen Dutzende ausländische Söldner im Eilverfahren abgeurteilt und erschossen haben. Amnesty International ist alarmiert. Das neue Rechtssystem im Land gründen die Aufständischen auf Basis der Scharia. 

Was wir hier sehen, ist nichts mehr und nichts weniger als die „unsichtbare Hand des Marktes“, die unser Wohlergehen nach neoliberaler Lesart seit Jahrzehnten bestimmt, nur … langsam wir sie sichtbar. Langsam erkennt man, das es keine Spielereien sind, das diese Hand weltweit Menschen meuchelt, wenn ihr Geld in Gefahr ist – und das sie noch viel mehr Geld wollen.

Bohemian-Grove-Gast Helmut Schmidt sagt es deutlich – siehe Handelsblatt:

Schmidt erinnerte daran, wie nach 1945 mit Hilfe des Marshallplans Deutschland und Europa wieder aufgebaut worden seien. Nun gebe es keine Ausreden, sondern „die Pflicht zur Solidarität“ innerhalb der Euro-Zone.

Eine Solidarität, die das Geld des „kleinen Mannes“ in Unmengen in die Kassen großer Konzerne spült, aus denen sich eine geschlossene Gesellschaft von Managern und Politikern hemmungslos bedienen darf, die ihre aussereuropäische Konkurrenz schon mal gerne mit Waffengewalt ausschalten.

Selbst der sicherlich nicht als „linksextrem“ zu outende Olaf Henkel bekommt langsam Bedenken, wieder Handelsblatt:

Wann merken Merkel und Schäuble eigentlich, dass wir weniger für Griechenland oder für den Euro als für die französischen Banken bürgen? Ich bin wahrlich kein Anhänger von Verschwörungstheorien, aber mir wird langsam klar, dass die im Internet kursierenden Gerüchte, Mitterand hätte im Zusammenhang mit der Aufgabe der D-Mark von einem „Versailler Vertrag mit friedlichen Mitteln“ gesprochen, stimmen könnten. 

Ob nun Rechts, Links oder Mitte: man sieht, das die Basis der Zivilgesellschaft von jenen Kräften, die die Bewegungen der „unsichtbaren Hand des Marktes“ dirigieren, zunehmen zerrüttet wird. Die Rechten sehen eher die nationalen Aspekte, die Linken eher die internationalen, was beiden gleich ist: sie sehen das Ende des deutschen Bürgertums, das Ende der Ära der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte als verbindliche Werte des menschlichen Miteinanders (die auch für Arbeitslose, Diktatoren, fahrendes Volk, Kranke, Behinderte und anderweitig unangepasste Menschen gelten sollten) und das Ende des Mittelstandes.

Das System hinter der „unsichtbaren Hand“ ist unheilbar krank, weshalb es nun wild um sich schlägt und weniger elegant dirigiert. Wer lesen kann, kennt sogar Namen und Köpfe, kennt das Hirn hinter der Hand – wie hier Mister DAX in einem Handelsblatt-Interview:

Ein selbsternannter Börsenexperte hat kürzlich in einem Interview mit der BBC für einen Eklat gesorgt. Er sagte, die Welt werde beherrscht von Goldman Sachs. Stimmen Sie zu?

Ich habe das auch gesehen – er hat doch recht. Der Einfluss von Goldman Sachs ist kaum zu unterschätzen. Schauen Sie sich nur an, wie viele Banker in den letzten Jahren in verantwortliche Positionen in der Politik gekommen sind – und welche Lobbypolitik sie dort betreiben. Als Finanzminister hat Hank Paulson seinem früheren Arbeitgeber Goldman Sachs während sehr wohlwollend bedient, etwa im Zusammenhang mit der Rettung von AIG.

Da haben wir im Folgenden auch gleich eine verwertbare Aussage zur moralischen Kompetenz der leitenden Intelligenz hinter der „unsichtbaren Hand“:

Es gibt einen anständigen, ehrlichen Teil der Finanzwelt. Für den spreche ich. Nur leider bestimmen die Schweinehunde, wo es an den Märkten langgeht.

Da haben wir das Europa 2011 – und verstehen auf einmal ganz gut, was Waffenlieferungen an ein bankrottes Griechenland mit arabischen Revolten zu tun haben, weshalb die Konkurrenz von Goldman-Sachs mit Waffengewalt aus dem Amt getrieben werden muss und unsere Medien uns – nach rein konservatier Medientheorie – die Welt solange als Scheibe verkaufen, bis selbst der letzte Dummkopf gemerkt hat, das die Kugel nun einem anderen gehört – für den wir alle arbeiten dürfen.

Alles ergibt ein logisches stimmiges Bild, wenn man davon ausgeht, das die „unsichtbare Hand“ nicht von einem schwachsinnigen Kaninchen sondern von intelligenten Menschen gesteuert wird … und diese Menschen „Schweinehunde“ sind.

Aber damit stoßen wir an ein Tabu, dem selbst ein Olaf Henkel angstvoll Tribut zollt: es gibt keine Verschwörungen, nirgendwo und nirgends. Es gibt keine Kartelle, keine politische Einflussnahme aus Finanzkreisen, keine geheimen Absprachen zwischen Parteien und Geheimdiensten, die Erde ist eine Scheibe und der Mond aus grünem Käse.

Der „Übergangsrat“, der in Libyen die Verwaltung des Volkes für Goldman-Sachs übernimmt, bis die gewählten Politiker wieder direkt bestochen werden können, will die Hinrichtung des verletzten Gaddafis nicht näher untersuchen. Wer die moralische Qualität dieser „Rebellen“ in Augenschein nimmt, wundert sich nicht mehr, siehe the Intelligence:

Die letzten zwei Monate hatte Mahdi Nazemroaya in Libyen verbracht. Was er dort erleben musste, was er mit eigenen Augen gesehen hatte, stimmt absolut nicht mit den Berichten in den Medien überein. Unzählige Angriffe durch die NATO machten das Leben der Zivilbevölkerung zur Hölle. Die Rebellen ermorden Kinder, vergewaltigen Frauen, schneiden ihnen die Brüste ab. 

Jetzt können wir uns auch zusammenreimen, was Dank Nato-Bomben aus Gaddafis weiblicher Leibgarde geworden ist – und wir wissen, das das Schicksal von Griechenland und Portugal auch Deutschland ereilen wird, wenn wir die Zinsen der aufgehebelten Rettungsschirme nicht mehr bedienen können.

Und bis Libyen Hartz IV bekommt, regiert das G III als ausführendes Organ der Klaue eines Schweinehundes.

So einfach – kann internationale Politik sein.

Und so dunkel der kurze Ausblick auf Europa 2012. Ob sich dann wohl libysche „Rebellen“ als „schwarzer Block“ in London, Berlin und Paris austoben dürfen?

 

Weltuntergang 2012, Zivilisationsuntergang 2011, der Eurountergang irgendwo dazwischen und die Börse am Nachmittag

Weltuntergang 2012, Zivilisationsuntergang 2011, der Eurountergang irgendwo dazwischen und die Börse am Nachmittag

Die „Welt“ klärt uns heute darüber auf, warum Verschwörungstheorien wichtig sind für unser Leben … und während sie uns aufklären, warum der Kampf gegen die Technologieunterdrückenden Alienechsen und die Legenden, die sich um ihn ranken, so wichtig sind, informieren sie uns nebenbei auch über Aspekte von Verschwörungstheorien, die nicht von der Hand zu weisen sind – sie sind Alibis für Verlierer:

Konspirationstheorien ermöglichen den Verlierern der Geschichte, ihr Gesicht zu wahren. Es sind nämlich vor allem klassische Loser, die dafür anfällig sind: die Südstaatler, nachdem die Yankees sie in die Knie gezwungen hatten; die Deutschen und Deutschösterreicher nach dem Ersten Weltkrieg; die Serben nach dem Vertrag von Dayton; die Araber im 20.Jahrhundert.

Nun – es wäre leicht, Verschwörungstheorien zu widerlegen. Nehmen wir zum Beispiel den Mythos vom Ende der Welt am 22.12.2012. Angeblich – so will es die Legende – endet dort der Mayakalender, weil auch die Zeit selber sich ändert … bzw. die „Qualität“ der Zeit. Mir nahestendende Menschen glauben daran – mit allen schlimmen Folgen, die Weltuntergangsprophezeiungen immer haben, inklusive Lethargie im Alltag, Ignoranz gegenläufiger Fakten oder mangelnder Zukunftsplanung – weshalb mir daran gelegen wäre, diese Legende zu widerlegen, obwohl sie hinsichtlich der Spekulationen über den Charakter von „Zeit“ einige für den Philosophen interessante Aspekte enthält.

Was tut aber die Welt? Sie marschiert mit Volldampf Richtung Maya-Prophezeiung: die Transformation der Erde durch Naturkatatrophen ist im vollen Gange, der Prozess der Reinigung läuft, aktuell kommt New York in die Waschstraße – wieder ein Jahrhundertereignis, wie das Beben in Fushima, das Beben in Virginia oder viele andere Beben, die es nicht bis in die Nachrichten geschafft haben – siehe verlinkten Artikel. Die Versicherungswirtschaft wird sich nicht gerade freuen über dieses Jahr.

Es wäre schön, wenn die Welt es unterlassen würde, die Verschwörungslegenden permanent mit Tatsachen zu unterfüttern – ich denke, sie würden schnell wieder dorthin verschwinden, wo sie zuhause sind: in den bunten und unterhaltsamen Gefilden der urbanen Mythen, die uns in Form von Filmen und Romanen viele kostbare Stunden der Unterhaltung, Entspannung und geistigen Anregung schenken.

Doch was tut die Welt?

Sehen wir uns nur das Zitat in der gleichnamigen Zeitung an – das die Yankees den US-Bürgerkrieg gewonnen haben, ist bekannt. Die Deutschen haben aber nicht nur den ersten Weltkrieg verloren, sondern auch den Zweiten … falls nicht die Geschichte eine wundersame Wendung zum „Vierten Reich“ nimmt und im Mai ´45 nur ein taktischer Rückzug vorgenommen wurde.

Welchen Krieg haben aber die „Araber“ verloren? Gab es einen Krieg der „Araber“ gegen … wen eigentlich? Wer ist eigentlich das Land „Araber“?

Offensichtlich hat der Autor Informationen, die ich nicht habe.  Das wird wieder Verschwörungstheorien befördern und seinen Artikel dem Verdacht aussetzen, eine Auftragsarbeit zu sein, die die Wahrheit hinter der Wirklichkeit verschleiern soll.

Andere Magazine sind da deutlicher, siehe Spiegel:

Der „Daily Telegraph“ berichtet jedoch, dass seine Quellen im Verteidigungsministerium erstmals bestätigt hätten, dass die SAS-Einheit seit mehreren Wochen auf libyschem Boden operiere und eine Schlüsselrolle in der Koordination des Sturms auf Tripolis gespielt habe.

Das ist nichts weiter als die deutliche Botschaft, das man uns über Monate hinweg belogen hat.

Großbritanniens Verteidigungsminister Liam Fox bestätigte am Donnerstag, dassdie Nato den Rebellen bei der Jagd nach Gaddafi hilft. Das Militärbündnis „stellt dem Nationalen Übergangsrat Geheimdienstinformation und Aufklärungserkenntnisse zur Verfügung, damit Gaddafi und andere Überbleibsel seines Regimes aufgespürt werden“, sagte Fox dem Fernsehsender Sky News.

Was immer man auch von Gaddafi halten mag – so gehen wir noch nicht mal mit Massenmördern wie Breivik um. Aber … mit Arabern:

Die von den Aufständischen gebildete Übergangsregierung versprach außerdem jedem aus dem näheren Umfeld des Diktators, der ihn tötet oder ausliefert, Straffreiheit.

Ein starkes Stück. Menschenrechte, Völkerrechte, bürgerliche Zivilgerichtsbarkeit – alle Errungenschaften der Zivilisation werden unter dem Kommando des SAS bei den Arabern in Grund und Boden gestampft … allerdings muss man sich in der freien Schweiz umschauen, um „fündig“ zu werden:

Videos über mit Messern geköpfte Soldaten Gaddafis machen die Runde.Tote Gaddafi Soldaten werden auf die Strassen geworfen, geschändet und angezündet. Die Rebellen verschleppen Gaddafi-Treue an unbekannte Orte und sollen dort Exekutionen durchführen und die Opfer anschliessend in Massengräbern verscharrren. Insgesamt soll eine Liste von 8000 Personen, die zu Anhängern Gaddafis gehören,  „abgearbeitet“ werden.

Auch wenn man versucht, die Greueltaten dem sterbenden Gaddafiregime in die Schuhe zu schieben, so findet man doch den gleichen Horror in der deutschen Presse erwähnt:

In Tripolis ist der Krieg vorbei, doch die Gewalt geht weiter. Es häufen sich Berichte über Massenexekutionen und Folterungen mit Hunderten von Opfern.

Darf noch mal erwähnt werden, worum es in diesem Konflikt eigentlich ging? Weiß das noch jemand? Um die Errichtung einer Flugverbotszone. Stattdessen wurde ein Exempel statuiert:

Als Vorwand für künftige Militärinterventionen reichen dann schon Spekulationen über Verbrechen, zu denen ein missliebiger Staatschef fähig sein könnte. So heißt es bei Ross, dass Gaddafi „zu äußerster Brutalität, zum Massaker am eigenen Volk bereit war“. Mit der Suggestion, dass der libysche Politiker eben solche bereits beginge, war die Flugverbotszone zum Schutz der libyschen Bevölkerung von den Vereinten Nationen beschlossen worden. Dass es nicht darum ging, sondern um den völkerrechtswidrigen gewaltsamen Sturz eines unbequemen Machthabers durch die überlegene militärische Feuerkraft von alliierten Fremdmächten, stellte sich bald heraus. Spekulationen über Massaker des Gaddafiregimes konnten nicht bestätigt werden. Das war im Fortgang des militärischen Konflikts dann auch nicht mehr nötig.

Diese „Massaker“ des Gaddafi-Regimes erinnern an die „Massenvernichtungswaffen“ des Saddam Hussein – oder an die aus den Brutkästen gerissenen Babys in Kuweit – alles Lüge.  Der Terror im Irak kam … mit der US-Armee – siehe Abu Ghuraib.

Man kann den Weltuntergangspropheten kaum widersprechen: die alte, uns bekannte Welt ändert sich, sie gerät aus den Fugen. Aus dieser Perspektive ist es nicht verwunderlich, das das Anlegerverhalten den Börsenprofis Rätsel aufgibt: die Menschen merken einfach, das ihre Welt aus den Fugen gerät. Börse hat halt viel mit Psyche zu tun: Optimismus hinsichtlich der Zukunft, Rechtssicherheit hinsichtlich des gesellschaftlichen Ordnungsrahmens, Zuverlässigkeit der politischen Maßstäbe sind da einige wichtige Faktoren, die die Psyche braucht, um sich auf das Abenteuer Börse einzulassen.

Was aber bekommt die Börse serviert?

Eine Rekordnaturkatastrophe jagt die nächste, ohne das man weiß, warum es sich gerade jetzt so ballt … gerade jetzt, wo doch der Emmerich uns so schön und mit medialer Breitenwirkung vor dem Jahr 2012 gewarnt hat. Die Nato zeigt, das sie sich von dem guten alten Verteidigungsbündnis gegen die Bolschewikenhorden zu einem agressiven Staatsvertilger entwickelt hat – mit enormen Bedarf an finanziellen Mitteln, die sogar die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in die Knie zwingen.  Was da bei zukünftigen Vernichtungskriegen gegen die „Araber“ noch alles vom SAS „orchestriert“ wird, lässt Übels ahnen, während 50 Millionen Amerikaner von Lebensmittelknappheit bedroht sind. In der EU mehren sich die Anzeichen dafür, das die Griechenlandkrise nochmal schlimmer ist als gedacht (das ist sie inzwischen fast jeden Monat, man meint, die Experten setzen die rosa Brille kaum noch ab), es mehren sich die Hinweise, das die Eurokrise selbst mit 780 Milliarden Euro Staatsgeldern nicht in den Griff zu kriegen ist, zumal auch innerhalb Europas manche Politiker gezielt die Pleite Griechenlands anstreben und Strategien zur Geldrettung bei anstehender Europleite offen und öffentlich diskutiert werden.

Was macht also der Anleger am Nachmittag? Er liest morgens, das die EU per Majestätserlass die Kosten für Mieter explodieren lassen wird, weiß, das das SAS jeden Widerstand gegen die Erlasse der EU im Keim ersticken wird (und dabei gekleidet ist wie normale Bürger) und das der Euro ein Bankenprojekt ist, um die finanziellen sämtlicher europäischer Bürger auf die Konten der Privatbanken zu transferieren … eine Transferunion der besonderen Art.

Und am Nachmittag verkauft er dann seine Aktien.

Eigentlich beneidenswert und sehr verständlich, das diejenigen, die schon gar keine Aktien mehr haben, voller Erwartung auf das Jahr 2012 starren:

die Verlierer brauchen solche Mythen, die helfen, die Wirklichkeit zu ertragen.

Die Verlierer aber … sind wir alle, die „alternativlos“ zur Kasse gebeten werden, bis auch bei uns Obdachlosigkeit und Nahrungsmittelknappheit zum Alltag gehören.

Wundert es da, das all jene, die wirklich gar nichts mehr haben, sich der Hoffnung zuwenden, das das „Schicksal“, „Gott“, „Gaia“ oder die „Ufos“ dem alternativlosen Weg in die Barbarei ein Ende bereiten?

Andere realistische Alternativen haben wir ihnen doch gar nicht gelassen – das ist halt der Preis, den wir für unsere Alternativlosigkeit zahlen.


Apokalypse 2012, Gaia, das Bienensterben und der Weg der Naturwissenschaften ins Konzentrationslager

Der „freie Wille“ ist eine religiöse Erfindung, die aus vorwissenschaftlicher Zeit stammt. Es gibt Krankheiten, die zu bestimmten Handlungen zwingen, z.B. der Tollwuterreger zwingt den Wirt, Wasser und Licht zu meiden und zu beißen. Nix mit „Freier Wille“.

So schreibt der Leser Henkersknecht im Stern.  Das ist die … „naturwissenschaftliche“ Meinung zur Grundlage unserer westlichen demokratischen Wertegemeinschaft.  Seit 150 Jahren versucht die Naturwissenschaft zu beweisen, das wir in einer großen Dampfmaschine leben. Einige Physiker und Biologen sind zwar schon ausgeschert, aber der Mainstream marschiert streng weiter.

Naturwissenschaftler als Menschen durfte ich als Wirt in meiner Studentenkneipe beobachten – danach hatte ich keine weiteren Fragen mehr. Wer mit dem Menschen nichts anfangen kann, der wendet sich dem Atom oder der Kröte zu und verbringt seine Freizeit gerne mit Bier und Kartenspielen, falls er nicht gezwungen ist, infolge eines eingefleischten Hangs zur Unauffälligkeit unbemerkt in einer Ecke zu sitzen. Ich weiß, das ist jetzt ein Vorurteil – mein Vorurteil – gebildet aus einer ganz kleinen Beobachtungsgruppe. Aber mal ehrlich … würde man sich zehn Naturwissenschaftler einladen wenn man  einen aufregenden, unterhaltsamen Abend voller Geist, Witz und Humor erleben möchte … oder würde das eher dröge?

Die naturwissenschaftliche Art zu Denken hat Vor- und Nachteile, wie alle Sichtweisen. Sie ist nicht uneingeschränkt falsch – noch uneingeschränkt wahr. Es ist eine Definitionswirklichkeit, der allerdings langsam aber sicher die Materie ausgeht, von der die Physiker immer weniger finden … noch ein bischen weiterforschen, dann ist alles Geist und wir müssen komplett umdenken.

Immer weniger fällt uns bei der Betrachtung der Welt auf, das es da auf jeden Fall außerhalb der Materie noch etwas anderes gibt, etwas, das uns selbst aber viel mehr ausmacht als unsere Zellen. Wir Menschen sind nicht nur Hardware, wir sind auch Software … und ohne diese Software gäbe es keine Menschen. Jeder Mensch weiß das und merkt es in dem Moment, wo er diese Zeilen liest, ist sich aber wohl nicht der Bedeutung dessen bewußt, was da gerade geschieht – weil es so schrecklich selbstverständlich ist.

Trotz der Bedeutung der Software, für die wir die „Geisteswissenschaften“ überhaupt erst ins Leben gerufen haben,  werden Geisteswissenschaften bei der Beurteilung der gesellschaftlichen Prozesse immer weniger berücksichtigt. Der Bundestag ist voller spitzfindiger Juristen und halbgebildeter Lehrer, während Psychologen, Philosophen und Soziologen mehrheitlich draußen bleiben müssen. Fachkompetenz in menschlichen Fragen würde augenscheinlich beim Regieren sehr stören. Das entspricht dann auch in vollem Umfang dem Ergebnis, das wir tagtäglich präsentiert bekommen.

Konfliktbereiche zwischen Software und Hardware sind tabu … und fast alle ausgeräumt, entsorgt, in Lager gesperrt. Ein Grund, warum auch die „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ sowie die politische Bildung in den Schulen zugunsten einer Verstärkung der technisch-naturwissenschaftlichen Fächer vernachlässigt wurden. So werden wir uns in Zukunft an Amokläufe und Konzentrationslager gewöhnen müssen – sie korrespondieren völlig mit betriebswirtschaftlichem und naturwissenschaftlichem Denken, in dem die freie politische Willensbildung keine Rolle spielen braucht – wir sind ja sowieso alle nur irgendwelche Affen, die man für Tierversuche im Namen der Wissenschaft hemmungslos verbrauchen darf.

Diesen Zusammenhang zwischen einer Denkmode, einem Wirklichkeitsmodell und dem konkreten politischen Alltag würde ich mir täglich an jeder Schule vorgestellt wünschen. Dann könnte ich wieder daran glauben, das westliche Welt eine Zukunft  jenseits von Umweltkatastrophen, Wirtschaftskrisen und Weltkriegen hat.

Stattdessen finde ich folgende Sätze bei Yahoo:

Kartenlegen darf kostenpflichtig sein. Mit dem Urteil gab der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe einer selbstständigen Lebensberaterin teilweise recht, die ihre Ratschläge anhand von Kartenlesen gewann, wie das Gericht mitteilte.

Der BGH räumte in seinem Urteil zwar ein, dass die von der Klägerin versprochene Leistung objektiv unmöglich sei. Das bedeutet, dass die Leistung nach den Naturgesetzen oder nach dem Stand wissenschaftlicher Erkenntnis und Technik nicht erbracht werden kann. Dies sei laut Gericht der Fall, wenn der Einsatz übernatürlicher, „magischer“ oder parapsychologischer Kräfte und Fähigkeiten versprochen werde.

Selten hat ein Gericht so daneben gegriffen – und selten wird es so deutlich, wie sehr Geisteswissenschaften schon aus der Wirklichkeitsbeschreibung verdrängt wurden.

Wenn Beethoven sich faule Äpfel in den Schreibtisch legt, weil der Geruch ihn zu genialen Kompositionen stimuliert, dann berührt der Prozess in keiner Weise das Aufgabengebiet von Naturwissenschaften. Wenn eine psychologische Beraterin Tarotkarten (die in ihrer psychischen Bilderdimension sämtliche Kernthemen des menschlichen Lebens kritisch berühren) zur Stimulation braucht, berüht das auch nicht den Aufgabenbereich der Naturwissenschaften. Wenn aber Naturwissenschaften über diesen Bereich urteilen (also ihr Aufgabengebiet verlassen) verhalten sie sich wie Militärdiktaturen oder die Inquisition: sie benutzen Macht, um Wahrheit zu schaffen. Ein sehr unwissenschaftliches Prinzip, das infolge fortschreitender Reduzierung der Wirklichkeit und fortschreitender Dogmatik ganz schnell ein ganz enger Denkkäfig wird, in dem der Mensch nur noch Platz als lästiger Kostenfaktor hat. Aber das ist ja vielleicht auch der Grund, warum wir anstelle von Beethoven „Modern Talking“ haben.

Dabei ist es die Naturwissenschaft selbst, die immer wieder an beunruhigende Grenzen stößt … wie an die Grenze, das der Tollwutvirus es schafft, seinem Träger Angst vor Wasser zu vermitteln, woraus sich die Frage ergibt: wie viele unsere Entscheidungen sind eigentlich noch von den drei Kilo Bakterien- und Virenmasse beeinflußt, die jeder Mensch in sich trägt? Da begegnete mir schon mal die Meinung, das der Mensch nur als Transportvehikel für Genmaterial entworfen wurde … alles kleine Bausteine, die seine Vernichtung (im Einzelnen oder in der Masse) als ethisch und moralisch bedeutungslos erscheinen lassen, wie sowieso Ethik und Moral in einer strikt naturwissenschaftlich ausgerichteten Welt keinen Platz haben. Ethik und Moral sind nach dem Stand von Wissenschaft und Technik unrelevant … nur für die Menschheit als solche spielen sie eine Rolle, weil sie nicht beliebig vergast werden möchte. Noch darf sie sich diesen freien Willen erlauben, bevor der alternativlose Sachzwang (eine Sichtweise, die direkt aus den Naturwissenschaften und aus dem Versuch, sie auf das Leben selbst zu übertragen stammt) die Massenvernichtung unwerten Lebens unausweichlich werden lässt – natürlich alles im Namen der Wissenschaft.

Wenn wir allerdings davon ausgehen (und hier stoßen wir auch gleich an das nächste Tabu), das der Mensch möglicherweise nur durch seine kleinen Gen-Gäste gesteuert wird … müßten wir dann nicht davon ausgehen, das so etwas vielleicht auch in größerem Umfang der Fall ist? Wir hätten dann überhaupt keine Probleme, die Merkwürdigkeiten zum Jahresbeginn zu deuten, hier bei Yahoo:

Seit Tagen sorgen Berichte über ein plötzlich auftretendes, weltweites Massensterben bei verschiedenen Tierarten für Schlagzeilen. Zunächst verendeten in den US-Bundesstaaten Arkansas und Louisiana zahlreiche Vögel und Fische. Auch in Schweden entdeckte man mehrere Vogelkadaver auf der Straße. Jetzt wurden an der Südostküste in Großbritannien Zehntausende Krebse und andere Meerestiere leblos an Land gespült. Experten nennen nun erste mögliche Ursachen für das weltweite Massensterben.

Experten nennen nicht Ursachen, sie formulieren Theorien. Das wird sprachlich in den letzten Jahren gerne mal unterschlagen, vor allem seit Theorienbildung selbst ebenfalls zum politischen Tabu geworden ist – siehe „Verschwörungstheorien“.

Wenn schon dem Menschen untergeordnete Biosysteme solche Macht über ihn bekommen können, wäre es dann nicht einfach konsequent, die gleiche Macht auch den übergeordneten Biosystemen zuzugestehen, was folgerichtig zur „Gaia-Hypothese“ führt? Von da aus ist es nur ein kleiner Schritt bis zu der „Erkenntnis der Ursache“, das uns die Gesamtheit der aussterbenden Biosysteme (früher gerne auch mal „Gott“ genannt, insofern eigentlich nichts Neues, könnte man sagen) einen Schuß vor den Bug schickt, bevor sie sich anschickt, unsere Art und Weise zu leben mit Gewalt zu korrigieren.

Darum kriegen Propheten auch Träume von sterbenden Vögeln und Fischen, der Allgegenwart der „unheiligen Zahl“ 666 (die seltsamerweise wirklich auf jedem Apothekenrezept steht … was mir immer noch keiner plausibel erklärt hat) und drohender Apokalypsen.

Die Softwarekünstler der Menschheit hätten kein Problem damit.  Sie wissen, das sie Geist haben, der lachen und leinen, glücklich und traurig sein kann, der geniale Ideen und zukunftsweisende Visionen entwickeln oder einfach nur ästhetische Kompositionen von atemberaubender Schönheit schaffen kann, während die kulturelle Leistung einer rein naturwissenschaftlich ausgerichteten Zivilisation sich in der Konstruktion von Plattenbauten erschöpft, die auch warm und trocken halten. Die naturwissenschaftlichen  Hardwareschrauber jedoch … verstehen das nicht, weil trotz aller „Aufgeklärtheit“ ein weiteres Tabu wirkt: der Mensch, so minderwertig er auch ist, bleibt weiterhin die unantastbare Krone der Schöpfung – oder weil Naturwissenschaftler einfach wirklich keinen Geist haben und sich deshalb am Rest der Welt rächen wollen.

Und so … haben wir doch noch eine Chance auf einen Weltuntergang 2012, der ganz einfach beginnen kann: stirbt die Biene aus, hat die Menschheit noch vier Jahre zum Überleben.  Und der Biene geht es nicht gut, siehe  Wirtschaftsblatt.at:

So hat sich beispielsweise in den USA der Bestand von vier weit verbreiteten Bienenarten in den vergangenen Jahrzehnten um rund 96 Prozent reduziert. Ähnlich alarmierend seien die Zahlen für Großbritannien. Einige Arten sind in den vergangenen 40 Jahren um 70 Prozent zurückgegangen, so die Zeitung „The Guardian“ in einem ­Artikel vergangene Woche.

So einfach könnte der von den Maya ausgerechnete Weltuntergang kommen: am 22.12.1012 stirbt die letzte Biene. Und dann werden uns unsere Techniker auch nicht mehr helfen können, trotz aller Heilsversprechen, die sie seit hundertfünzig Jahren jährlich ausgeben, haben sie uns nur in erster Linie eins gebracht: aus unserem Garten ist ein Parkplatz für einen Supermarkt geworden, wo uns minderwertige Waren neue Gifte für neue Krankheiten liefern.

Vielleicht sollten wir es einfach mal versuchen, doch noch den guten alten freien Willen wiederzubeleben, jenes eigentliche Produkt der Aufklärung und formulieren: wir wissen, das es keine Alternative gibt – aber wir sind in der Lage, etwas Anderes zu wollen … und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.  Besser als alternativlos auf dem Supermarktparkplatz zu verhungern (was einem bald schon aus einfachem Mangel an Tauschmitteln für Waren – sprich Geld – gelingen kann) ist es auf jeden Fall.

Wir werden alle sterben (1)

Drei hochwissenschaftliche Filme über das wichtigste Thema dieser Zeit:

„Wie geht die Welt unter“

Im ersten Film lernen wir, daß, wenn wir nicht mit einer eigens dafür in unsere DNA eingebauten Möglichkeit zu Lichtwesen aufsteigen, uns spätestens 2012 die 10 Biblischen Plagen zu Grunde richten werden. Vom Ausfall aller technischen Geräte, Flutwellen und Vulkanausbrüchen mal ganz abgesehen. Wer einen Bunker baut wird sterben!
Ach nee, denn weiterhin erfahren wir, daß, wenn Planet X nach dem ganzen Katastrophenkram wieder verschwindet,  die nun machtlose Elite aus ihren Bunkern (in denen sie gestorben sein sollen) kommen wird und verständnislos das neue Zeitalter mit Indigo-Kindern, die uns führen werden, kristallbasierten Maschinen und jeder Menge VRIL-Energie betrachten müssen. Die Armen.

Niribu?
Ja, es gibt ihn wirklich:

Die Maya, die Sumerer, die Hopi Indianer, die Ägypter, die Inka, die Indigo Kinder, der hier gezeigte zweite Film und natürlich 30 Millionen Fernsehzuschauer können sich doch nicht irren.
Aber die Musik ist besser als im ersten Film.

Und zu guter Letzt zeigt uns der Herr Kössner – sogar in HD, daß er jede Menge schlau klingende Wörter auswendig gelernt hat. Jetzt muß er wohl nur noch die Bedeutung herausfinden.
Ausserdem mit dem beliebten Ratespiel:
“Wo steht mein Teleprompter?”

Tja, wir werden alle Sterben.

Und damit das wenigstens Spass macht schauen wir noch schnell diesen Film:

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