2011

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640 worte über fingerspitzengefühl, schwangerschaft in deutschland, ägypten und tunesien

sanktionen_gegen_schwangere_deutschland_2011

fingerspitzengefühl… heute wollen wir mal was über fingerspitzengefühl schreiben. fingerspitzengefühl ist etwas, das der autor dieser zeilen nicht hat. ich… gehe lieber mal direkt durch die hecke anstatt die tür zu nehmen. was für ein glück, das ich mit diesem fehlenden fingerspitzengefühl nicht alleine dastehe, denn es fehlt offenbar auch manchen ARGE-mitarbeiterInnen und unserer hochgeschätzten bundesregierung.

wenn ich lesen muss, das einer schwangeren als „sanktion“ wegen ungehorsams gegenüber der allmächtigen ARGE, im konkreten falle das nicht abgeben einer krankmeldung – (klick) – für drei monate die miete, die krankenversicherung und das geld zum lebensunterhalt gestrichen wird, dann frage ich mich, in was für einem land ich lebe.

dann kann ich zu dem schluss kommen, das wir wieder angekommen sind bei dem themenkomplex „vernichtung durch arbeit“ das… hatten wir schon mal und deshalb heißt es irgendwann wahrscheinlich „vernichtung durch umschulung“. so in der zeit von 1933 bis 1945 wurde in deutschland ja auch geschult und gearbeitet. es wurde sogar damit experimentiert, wie man leichen mit dem eigenem körperfett verbrennen kann. wäre vielleicht mal eine aufgreifenswerte anregung für unsere grünen. nachzulesen hier (klick)

sanktionen_gegen_schwangere_deutschland_2011

das mag manchem überspitzt erscheinen, wenn ich aber in einem brief des erwerbslosen forums deutschland an frau von der leyen lesen muss, das in 5600 fällen – (klick) – erst nach intervention von beratungsstellen schwangeren, hartz 4 berechtigten, frauen die gesetzlich geregelte unterstützung zuteil wurde, dann muss ich mich ernsthaft fragen… quo vadis germania!? wohin soll die reise gehen? wollen wir hiervon:

Urteil des Ersten Senats vom 25. Februar 1975

BVerfGE 39, 1 – Schwangerschaftsabbruch I

(…) I. 1. Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG schützt auch das sich im Mutterleib entwickelnde Leben als selbständiges Rechtsgut.

a) Die ausdrückliche Aufnahme des an sich selbstverständlichen Rechts auf Leben in das Grundgesetz – anders als etwa in der Weimarer Verfassung – erklärt sich hauptsächlich als Reaktion auf die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, auf „Endlösung“ und „Liquidierung“, die vom nationalsozialistischen Regime als staatliche Maßnahmen durchgeführt wurden. (…) ein Bekenntnis zum grundsätzlichen Wert des Menschenlebens und zu einer Staatsauffassung, die sich in betonten Gegensatz zu den Anschauungen eines politischen Regimes stellt, dem das einzelne Leben wenig bedeutete und das deshalb mit dem angemaßten Recht über Leben und Tod des Bürgers schrankenlosen Mißbrauch trieb“ (BVerfGE 18, 112 (117)).

nichts mehr wissen? von dem sich im mutterleib entwickelnden leben als selbständigem rechtsgut? gilt das für eine bundesregierung im jahre 6 nach merkel nicht mehr? wird schwangerschaftsabbruch bei hartzIV berechtigten frauen jetzt einfach durch „sanktionierung“ mit lebensmittelgutscheinen im wert von 135.- euro und einem platz im bahnhofsasyl oder unter der nächsten eisenbahnbrücke vorangetrieben?

eine ministerin wie frau von der leyen, die sich ja bereits einige male zu reproduzieren meinen musste und früher wahrscheinlich bereits das mutterkreuz am bande mit eichenlaub verliehen bekommen hätte, sollte sich schlicht und einfach in grund und boden schämen, das so etwas unter ihrer „führung“ geschieht.

aber – vielleicht ist ja genau das gewollt. asis dieses landes, vermehrt euch nicht mehr. damit eure prekariatsblagen unseren eliteschößlingen in zukunft nicht mehr die rohstoffe streitig machen. denn die werden ja immer knapper. und soviele 1.- euro sklaven… braucht diese bunte replik ja nicht mehr, wenn erst mal der geburtenrückgangs-holocaust wirkung zeigt und die spitze der einkommenspyramide sich auf einige wenige tausend beschränkt. da tut es dann doch auch eine million (oder weniger) nachkömmlinge des ehemaligen mittelstandes, um die reichen aus der oberstadt zu bedienen.

schöne neue welt, die wir da alle fünf jahre wählen dürfen. es läuft halt einfach immer auf das gleiche hinaus. so wie in ägypten. oder in tunesien. nur das dort die demokratur 30 jahre lang wesentlich ehrlicher gelebt wurde.bei uns wird das ganze immer noch durch das deckmäntelchen sich ändernder regierungsmehrheiten zu kaschieren versucht. auch wenn immer die gleiche scheiße herauskommt – die gesichter wechseln.

vielleicht erlebe ich noch, was so in 24 jahren in deutschland passiert. vielleicht nicht. auf jeden fall könnte ich mir vorstellen, das wir dann hier auch ägyptische verhältnisse haben. oder tunesische. und was das bedeutet… erlebe ich gerade live.

in diesem sinne –

wütender gruß vom

proll-mitglied

Zeit vergeht…

Zeitvergeht..._thumb.jpg

NSO wünscht allen unseren Besuchern und Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2011 !

 

Zeit vergeht...

© Jotha

Auf Wiedersehen 2010, Willkommen 2011

Das Jahr neigt sich mit riesigen Schritten dem Ende und die gute Nachricht ist, wir sind immer noch da und haben es trotz des völlig überraschenden Kälteeinbruchs im Winter einigermaßen warm. Da man immer positiv in die Zukunft schauen soll, will ich auch nicht bezweifeln, das wir uns das im nächsten Jahr auch noch in dieser Form leisten können, obwohl man bei den momentan steigenden Ölpreisen und den bundesweit geplanten Strompreiserhöhungen schon auf komische Gedanken kommen könnte.

2010 war nach Aussage unserer großartigen Regierung das Jahr des Wirtschaftswunders und natürlich haben wir alle davon profitiert. Schließlich haben wir Alle was davon, wenn die Chinesen wie verrückt Autos kaufen, auf denen ein deutscher Hersteller steht. Dabei muß uns nicht stören, das Diese Ihren Absatz mittlerweile auch zum großen Teil in China produzieren, schließlich haben wir ja Alle Autoaktien deutscher Hersteller also gewinnen wir auch dabei. Auch der Maschinenbau hat mal wieder ganz besonders vom Aufschwung profitiert und da wer schon keine Aktien hat wenigstens im Maschinenbau arbeitet haben wir auch da mal wieder alle was davon. Dabei darf uns nicht weiter stören, das die Lohnsteuer Einnahmen des Bundes weiter gefallen sind und dieses auf eine Ausweitung der Mini und anderer Sklavenjobs für billig Geld hin weist, wir können eben alle nicht richtig rechnen.

2010 war auch das Jahr der Staatspleiten- Rettungen und auch wenn die Bevölkerungen der geretteten Staaten irgendwie nicht zufrieden mit Ihrer Rettung sind, war dieses doch alternativlos, schließlich haben wie auch in unserer schönen Republik die Banken die Macht, also ist es schon ganz richtig wenn man bei Bankenrettungspaketen von Staatsrettungen spricht. Das damit die Banken gerettet werden die Bevölkerung ausgeplündert und die Infrastrukturen zerfallen gelassen werden gehört heutzutage einfach mit dazu und wer sich daran stört kauft sich eben ein SUV. Im Porsche Chayenne oder Audi X7 bemerkt man die extremen Schlaglöcher fast gar nicht und außerdem gibt es die Dinger bestimmt für einen geringen Aufpreis auch in Kugelsicher, nur für den Fall das sich der Pöbel doch noch etwas mehr an seiner Plünderung stört und auf komische Gedanken kommt. Drittens kommt man mit einem geländegängigen Auto auch viel besser über schlecht geräumte und nicht gestreute Strassen, wer braucht also schon die Gemeinden, deren Aufgaben regelt der Markt doch sehr viel besser.

Das der Markt wirklich alles besser regelt sehen wir nicht zu Letzt auch an den Kältetoten in unseren Städten. Was waren Diese denn anderes als überflüssiges Humankapital und wie es in einem funktionierenden Markt nun mal ist, wird überflüssiges eben möglichst günstig entsorgt und wir können davon ausgehen dass das Erfrieren der Obdachlosen keine Kosten erzeugt hat.

Wir sehen schon an diesen kleinen Beispielen 2010 war toll und 2011 wird noch sehr viel besser. Nachdem wir in diesem Jahr schon die Euros der Griechischen und Irischen Gläubiger gerettet haben kommt im nächsten Jahr bestimmt auch noch Portugal, Spanien, Belgien und vielleicht sogar Italien dazu. Wenn es richtig gut läuft gehen vielleicht sogar die USA pleite, denn irgendwie müssen doch die 25 Prozent Rendite der Deutschen Bank zusammen kommen und allein mit 10 Prozent Ethanol im Benzin um die Nahrungsmittelpreise in die Höhe zu treiben wird es nicht gehen. Außerdem haben wir gerade gehört, das die Weltbevölkerung auf fast 7 Milliarden Leute angestiegen ist und ich schätze da gibt es noch einiges an überflüssigem Humankapital zu entsorgen.

Ich wünsche Allen ein frohes Jahr 2011 und hoffe Ihr sehr es auch so positiv wie ich, man soll schließlich nicht immer nur klagen.

2011 – alles wird teurer, Internet kommt weg und Deutsche sind froh wegen gelungener Beschäftigungstherapie

Was kommt im nächsten Jahr? – eine Frage, die sich jedes Jahr wiederholt. Eigentlich mal Zeit, selbst ein wenig in die Zukunft zu blicken. Der Brüderle von der FDP wagt ja laut Welt einen ganz großen Blick nach vorne:

„Wir sehen einen nachhaltigen Aufschwung, der durchaus über die kommenden Jahre anhalten könnte. Angesichts der rückläufigen Bevölkerung in Deutschland und des Fachkräftemangels in der Wirtschaft könnte es ein Jahrzehnt der Arbeitnehmer werden“, sagte Brüderle der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

Als ob nicht schon das letzte Jahrzehnt das Jahrzehnt der Arbeitnehmer war. Immerhin haben sie durch Lohnverzicht und unbezahlten Überstunden dafür gesorgt, das wir in ganz Europa billige Waren verkaufen konnte – man hätte uns „Klein-China“ nennen können, es fehlten eigentlich nur noch die blauen Anzüge. Das wir die Einheitspartei irgendwie schon haben und nur noch ihre Fraktionen sich um ein paar Prozent Wählerstimmen streiten,  könnte man angesichts der aktuellen Politik ja mal denken. Ein Parteinahme wäre auch schon: Neoliberale Einheitspartei der Prominenz – kurz NEPP.  Nun, es wird wohl einer der letzten Auftritte Brüderles geworden sein, die FDP als Partei der Zahnärzte und Hoteliers merkt gerade, das sie die Zahl der reichen Zahnarztpraxen in Deutschland unterschätzt hat, die liegen in ihrer Summe deutlich unter fünf Prozent.

2011 wird auf jeden Fall das Jahr für Arbeitnehmer, wo sie mal wieder das machen können, was sie am liebsten tun, nämlich – laut Manager-Magazin – alles bezahlen:

„Mehr Netto vom Brutto.“ Mit diesem Versprechen war Schwarz-Gelb angetreten. Doch davon ist kaum noch die Rede. Im Gegenteil verheißt der Blick auf die wichtigsten Änderungen in 2011 wenig Erfreuliches. Der Bürger muss sich in vielen Bereichen auf steigende Belastungen einstellen.

Stromkosten steigen rasant, was den Hartz IV-Regelsatz automatisch drastisch kürzt, Beiträge für die Krankenkassen erreichen wie die Honorare niedergelassener Ärzte Rekordhöhen, steigende Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, Luftverkehrssteuer – da kommt mal wieder ganz schön was zusammen.

Der sicher größte Schlag gegen die freie Welt wird jedoch in den USA vorbereitet: die Eleminierung des Störfaktors Internet.  Nach dem Drama mit Wikileaks, das uns zeigte, wie übel die USA über ihre Kollegen denken, welche Kriege angedacht und welche Verschwörungen gestrikt wurden – obwohl es sie nicht geben darf – nach dem ganzen Schmutz auf unserer mulitmedialen Disneybrille holt die Korporatokratie, die Diktatur der Konzerne, laut Handelsblatt zu einem letzten großen Schlag aus, um diese lästige Konkurrenz der ökonomisch und politisch gesteuerten Meinungsbildung zu beseitigen:

Das Internet wird sich wandeln: In den USA wurden am Dienstag die Spielregeln für das weltumspannende Datennetz neu festgelegt. Mobilfunker erhalten danach mehr Macht. Der Datenfluss soll stärker gesteuert werden. Internet-Aktivisten sind damit alles andere als zufrieden.

Es war eigentlich zu erwarten, das die Konzernwelt irgendwann mal darauf hinweist, wem eigentlich die ganzen Netze gehören, mit deren Hilfe ja auch schon mal ganz gute Geschäfte gemacht werden. Ohne Kabel – kein Internet. Und Kabel ist teuer.

Der deutsche Arbeiter jedoch freut sich. Ihm geht es einfach super. Ich weiß nicht, was die ihm ins Trinkwasser geschüttet haben, aber es wirkt laut Focus sehr gut:

Deutschen Arbeitnehmern geht es „hervorragend“

Eurokrise? Staatsverschuldung? Die deutschen Arbeitnehmer lassen diese Probleme kalt. Sie blicken ausgesprochen zuversichtlich in die Zukunft – ein paar versprengte Pessimisten fallen da kaum ins Gewicht.

Den deutschen Arbeitnehmern geht es mitlerweile so gut, das man ihnen die Wahrheit offen ins Gesicht sagen kann – wie zum Beispiel hier die FTD:

Aber wenn man lange nachdenkt, erkennt man: Es geht gar nicht darum, dass gewisse Berufsgruppen unsere Lebensqualität verbessern, sondern darum, dass sie beschäftigt sind und nichts Schlimmeres anstellen.

Denn, und das ist die Ursache des ganzen Problems, es braucht bei Weitem nicht die gesamte Erwerbsbevölkerung, um in einem Industrieland alle Bedürfnisse des täglichen Lebens abzudecken. Die Landwirtschaft ist nur das gängigste Beispiel der Freisetzung menschlicher Arbeitskraft durch Produktivitätssteigerung im letzten Jahrhundert. Wohin aber nun mit dem geballten Arbeitspotenzial? Hier kommt das Paralleluniversum der Banken und Fonds ins Spiel. Denn Hunderttausende hoch bezahlter Investmentprofis, die alle versuchen, irgendeinen Index zu schlagen – bekanntlich insgesamt ein Nullsummenspiel -, oder Banker, die Firmen heute zum Kauf und übermorgen zum Verkauf einer Firma raten – natürlich braucht das kein Mensch. Aber so reguliert, dass die Handlungen dieses Paralleluniversums eine möglichst geringe Wirkung auf die reale Welt haben, und schon sprechen wir von einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme mit einem gewissen Unterhaltungswert. Vielleicht ist das einfach der Preis, den Industrieländer für den Fortschritt zahlen müssen.

Bleibt einem da nicht erstmal die nächsten zwei Stunden der Mund offen stehen? Das muß man doch mehrmals langsam und genüßlich lesen. Die ganze Bankenkrise nur als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? Der Ruin tausender Menschen … als Beschäftigungstherapie? Hartz IV, Fachkräftemangel, der Kampf ums Überleben in einer globalisierten Welt … alles eine Lüge, um die Wahrheit zu verschleiern, das wir alle gemütlich an einer gerechten, glücklichen Gesellschaft basteln könnten anstatt von einem Herzinfarkt zum nächsten zu rasen? Und das wird immer so weitergehen, weil der Deutsche einfach so wider alle Umstände glücklich vor sich hingluckst?

Na, dann … ist ja alles in Ordnung.

Aber jetzt versteht man auch, warum sich eigentlich niemand mehr drum kümmert, das ein Millionenheer deutscher Bürger durch die Agenda 2010 entwürdigt werden. Für die einen sind das „Asoziale“, für die anderen „Lumpenproletariat“.  So was – muß einfach nur weg. Und das geht ja auch ganz gut, in dem man einfach die Kosten erhöht … und irgendwann entsorgt sich das Problem dann ganz von alleine.

Zu düster?

Einfach mal zu einem Parteitag der Linken gehen und bedingungsloses Grundeinkommen fordern….und dann ganz genau hinhören.

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