1914

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Dritter Weltkrieg August 2016

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Donnerstag, 7.7.2016. Eifel. Na – Sie Bürger? Alles fit? Fühlen Sie sich gut? Freuen Sie sich auf´s Endspiel? Ja – Fussball meine ich. Über das andere Endspiel möchte ich jetzt mit Ihnen reden. Den Dritten Weltkrieg. Interessiert Sie nicht, weil es Ihnen Angst macht? Interessiert Sie nicht, weil Sie wichtigeres vorhaben? Nun – damit habe ich gerechnet. Wir befinden uns in einer äußerst gefährlichen Situation – nicht, weil ein übermächtiger Feind uns bedroht, sondern weil wir den Krieg gar nicht mehr kennen noch wahrnehmen, wenn er sich ausbreitet in der Gesellschaft.

Das war schon mal so: 1914, nach vierzig Jahren Frieden. Der Krieg der danach kam, reduzierte alle vorherigen Kriege zu Kindertheater. Nach vierzig Jahren Frieden hielt man Krieg für unmöglich, für eine Legende aus alten Tagen, er hatte die Wertigkeit von Fußball – wie ein Spiel, bei dem man aus völlig irrationalen Gründen todernst mitfiebert. Gesungen und gelacht haben die jungen Leute, als sie auf die Schlachtfelder an der Somme, vor Sedan und Verdun zogen, verzogenen Kindern gleich, die Cowboy und Indianer mit echten Waffen spielen wollten, angefeuert von Stammtischstrategen, die sich noch dran erinnern konnten, wie Opa die Franzosen 1871 vor sich hergejagt hatte.

Auf einmal war man nicht mehr Sohn, Mann, Geliebter, Bauer, Handwerker, Taubenzüchter oder Vater, sondern: DEUTSCH. Ganz und gar DEUTSCH – als wäre man von einer ansteckenden Krankheit befallen, die jede Identität, jede Individualität, jeden vernünftigen Gedanken komplett auslöscht und … vernichtet. Übrig bleibt – wie auch beim Fußball: DEUTSCH. Sonst nichts. Und was nicht DEUTSCH ist – gehört bekämpft und bezwungen … wie auch beim Fußball. Hört man nicht gerne, ich weiß – aber sollte gelegentlich mal erwähnt werden.

Doch reden wir nicht über Fußball, reden wir über den Brexit. Ja, ich weiß: wir wollten über den Dritten Weltkrieg reden, der im August diesen Jahres beginnt, aber damit Sie verstehen, wo Sie stehen, müssen wir ein wenig ausholen. Brexit dürfte Ihnen doch geläufig sein, oder? Ein paar geltungssüchtige Profilneurotiker haben eine Bewegung zum Austritt Großbritanniens aus der EU ins Rollen gebracht. Gute Redner, professionelle Lügner, Männer mit besten Beziehungen zur Wirtschaft und Industrie. Alles wurde an einer Volksabstimmung festgemacht, es wurde argumentiert, als ginge es um das persönliche Überleben jedes einzelnen Briten – und dann geschah das Unglaubliche, etwas, das in unserer Spaßgesellschaft eigentlich verpönt ist, weil es die gute Dauerlaune verdirbt: aus Spaß wurde Ernst, eine knappe Mehrheit der Briten stimmte für den Austritt.

Die Folgen waren katastrophal. Das britische Pfund verliert seitdem ständig an Wert, der DAX sinkt ebenfalls. Börse – das ist nur Psychologie, da herrscht irrationaler Glaube, der uns seit Jahren in jeder Nachrichtensendung um die Ohren gehauen wird, obwohl die wenigsten Deutschen überhaupt Aktien besitzen. Schlimmer jedoch als die nicht abzuschätzenden Folgen (die – so oder so – hunderttausende Arbeitsplätze vernichten werden) war die Reaktion der Regierungen: niemand scheint damit gerechnet zu haben, dass es wirklich ernst wird. Niemand hatte einen Plan B – dabei könnte der Brexit eine seit acht Jahren an den Krisenfolgen darbende Wirtschaft einen gewaltigen Schubs nach unten verpassen.

„Ernst“ ist in einer Spaßgesellschaft unerwünscht. Man denkt positiv, rund um die Uhr auf allen Kanälen und  manipuliert so erfolgreich die Wirklichkeit – jedenfalls träumt man davon solange, bis auch der hunderste Lottoschein trotz immens positiven Denkens keinen Gewinn gebracht hat. Jetzt steht „Ernst“ vor der Tür – und hat böse Folgen. Auch die Briten selbst scheinen überrascht: jedenfalls verschwinden die Führer der blindwütigen Aktion gerade schnell von der Bühne – wie so oft, wenn man einen Mob mit falschen Versprechungen aufgepeitscht hat und die Hexe brennt und schreit, man aber selber merkt, dass man sowas gar nicht gewollt hat.

Kommen wir zum Dritten Weltkrieg. Er steht dicht vor der Tür – und wir können nur von Glück reden (oder von Gottes Willen und dem geheimen Wirken der Engel), dass wir ihn noch nicht haben. Scheint purer Zufall zu sein, so oft, wie wir schon haarscharf an ihm vorbeigeschrammt sind.

1962 zum Beispiel. „Kuba-Krise“ dürfte Ihnen ein Begriff sein, denke ich? Damals geschah das Gleiche wie heute: eine Militärmacht stationierte Raketen unmittelbar an der Grenze ihrer „Mitbewerber“ um die Weltherrschaft – damals waren es russische Raketen, die auf Kuba stationiert wurden. Das war schon brisant genug – viel brisanter jedoch war der Vorfall, der nur am Rande erwähnt wurde. Eine kleine U-Boot-Flotte hatte Kurs auf Kuba genommen, US-Kriegsschiffe beschlossen, sie aus Spaß anzugreifen – mit Übungswasserbomben. Der russische U-Boot-Kapitän beschloss, sich dagegen zu wehren und wollte die versammelte US-Flotte mit einer Atombombe ausradieren (siehe Spiegel):

„Genau 13 Tage nach Heysers historischem Flug griff ein zweiter einfacher Offizier vor Kuba in die Weltgeschichte ein, diesmal ein Russe: Wassilij Archipow, Zweiter Kapitän auf dem sowjetischen U-Boot B-59. Er sperrte sich dagegen, einen atomar bestückten Torpedo auf einen US-Zerstörer abzufeuern, obwohl der Erste Kapitän und der Waffenoffizier bereits zugestimmt hatten. „Ein Kerl namens Archipow rettete die Welt“, vermutete vier Jahrzehnte später ein US-Historiker.“

Ja – es bedarf nur eines solchen Ereignisses, um die Maschinerie des Krieges in Gang zu setzen, jene Maschinerie, die aus Fremden Feinde macht, die ausgelöscht gehören – ohne dass man geschaut hätte, ob sie nicht zu Freunden taugen würden.

Ereignisse wir die um U B-59 hatten wir häufiger. Zum Beispiel am 26.9.1983, als die Dosenpfandpartei anfing, die Friedensbewegung zu zersetzen. Eine russische Radarstation meldete den Anflug einer feindlichen Rakete, wieder drohte die automatisierte Maschinerie des Krieges die Menschheit in einen Abgrund zu zerren, an dem sie durch das Erbe des Zweiten Weltkrieges steht. Wieder war es ein einzelner Russe, der die Maschinerie aufhielt – von US-Startbasen reflektiertes Sonnenlicht hatte den russischen Beobachtern den Start von Nuklearraketen vorgegaukelt (siehe Welt). Hätte der Mann sich anders entschieden, würden Sie diese Zeilen jetzt hier nicht lesen … und es gäbe auch nie wieder „Endspiele“.

Ich weiß: Sie werden ganztägig von vielen teueren Beratern zum positiven Denken erzogen, weil realistisches Denken ihre Zusammenarbeit mit der Weltvernichtungsmaschinerie in Frage stellen würde. Die Realität wird Sie dann treffen wie der Brexit die europäischen Märkte und Regierungen: völlig überraschend und unerwartet. Es hätte auch schon 1999 so weit sein können.

Ja – auch 1999 stand die Welt unbemerkt am Abgrund der nuklearen Vernichtung – und es war kein Russe in der Nähe, die aufzuhalten. Aber Angriffsziele waren sie,  die Russen. Was war 1999? Das Jahr, in dem rot-grün für Deutschland und seine DEUTSCHEN Krieg mit einem fremden Land begann – wir mussten lernen, dass selbst friedensbewegte Grüne sich den Mächten und Gewalten dieser Welt nicht entziehen konnten und fleißig den ersten Krieg seit 1945 vom deutscnen Boden aus mitbefahlen (siehe Newsweek, zitiert bei WSWS):

„Am Ende des Krieges war Clark so versessen darauf, die Russen vom Flughafen von Pristina fernzuhalten, daß er Luftangriffe anordnete, um ihnen das Gebiet abzunehmen. General Michael Jackson, der britische Befehlshaber der Kosovo-Friedenstruppe, führte Clarks Befehle jedoch nicht aus. Daraufhin ersuchte ein frustrierter Clark Admiral James Ellis Jr., den amerikanischen Offizier, der für das NATO-Kommando Süd verantwortlich war, Hubschrauber auf den Landebahnen landen zu lassen, um die großen russischen Iljuschin-Transporter an ihrer Nutzung zu hindern. Ellis weigerte sich und meinte, Jackson wäre damit nicht einverstanden. ‚Ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg anfangen‘, sagte Jackson später zu Clark. Jackson wie Clark riefen ihre politische Führung zu Hause an. Jackson erhielt Unterstützung, Clark nicht. Praktisch wurden seine Befehle als oberster Befehlshaber übergangen.“

Ja – da funktioniert ein Rädchen im Getriebe im Sinne der Weltvernichtungsmaschine, befiehlt den Krieg – und ein Brite verhindert den Weltenbrand. Nun – vielleicht waren es sogar zwei Briten, denn der Balladenbarde James Blunt brüstet sich auch damit, den Weltkrieg aufgehalten zu haben – durch pure Befehlsverweigerung (also, in Schuldeutsch: Mangel an Sekundärtugenden) (siehe Spiegel):

Als führender Offizier habe er damals den Befehl erhalten, den Flughafen in der Nähe der Stadt Pristina zu erobern. Der sei jedoch bereits von etwa 200 russischen Soldaten besetzt gewesen. Nato-Oberbefehlshaber US-General Wesley Clark habe über Funk das Kommando ausgegeben, „das Flugfeld zu erreichen und zu halten“, sagte Blunt in dem Radio-Interview.

Er habe Clark darauf hingewiesen, „dass uns bereits 200 schwerbewaffnete russische Soldaten gegenüberstehen“. Nichtsdestotrotz habe Clark darauf beharrt, die Russen anzugreifen. Dabei seien Worte gefallen wie „zerstören“ und „überwältigen“.

Dieses Szenario war seit den siebziger Jahren bekannt: der Dritte Weltkrieg entzündet sich in Jugoslawien. Fast wäre aus einem Roman Wirklichkeit geworden. Ja – in den siebziger Jahren hatte ein Gruppe um den britischen General Sir John Hacket einen Roman über den Dritten Weltkrieg geschrieben. Es lohnt sich heute noch, da hinein zu schauen (siehe Spiegel):

„Die tagelange Spannungszeit hat der Bundesrepublik ermöglicht, schon eine Woche vor dem sowjetischen Einfall in Jugoslawien als erstes Nato-Land ihre Streitkräfte mobilzumachen. Am nächsten Tag ist Amerika gefolgt, kurz darauf England.
Dennoch versuchen die Sowjets nicht ohne Erfolg, den Aufmarsch ihrer Truppen im Mittelabschnitt der Nato zu verschleiern. In den Bereitstellungsräumen veranstalten sie ausgedehnte Manöver, die sie ganz offiziell (wie in den West-Ost-Abkommen vorgesehen) als Routineübungen angemeldet haben.“

Großangelegte Manöver – wie „Anaconda“, das erst kürzlich dem Russen Angst machen sollte. Die Russen wissen, wie leicht man in Manövern Angriffstruppen verstecken kann … und sie wissen auch, wie schnell und ungewollt aus Spaß Ernst werden kann, erst Recht in diesen Zeiten, wo der westliche Militärmoloch ganz unerwartete Facetten zeigt (siehe Spiegel):

„Die Bombardierung der chinesischen Vertretung während des Kosovo-Krieges soll eine geplante Aktion der Nato gewesen sein, schreibt der britische „Observer“. Die Botschaft habe als Funkstation für die jugoslawische Armee gedient. US-Präsident Clinton habe anschließend die Parole ausgegeben, es sei ein Versehen gewesen.“

Gut, dass die kommunistischen Chinesen so friedlich gestimmt waren. Andere Länder hätten das als Kriegserklärung verstanden – zum Beispiel die Demokratien aus dem Westen.

Ja – die ganzen Kriege wären fast von „Demokratien“ aus dem Westen angezettelt worden – jene Demokratien, die jetzt zugeben müssen, dass sie von ihren Führern getäuscht und verraten wurden, weil die die Berichte über Massenvernichtungsmittel des Irak aufgebauscht hatten, um den völkerrechtswidrigen Krieg anzuzetteln (siehe Spiegel). Dabei hatten wir so gehofft, dass Demokratien uns Frieden bringen werden. Haben sie ja auch – jedenfalls so lange, bis sie von Mächten und Gewalten unterlaufen wurden, die anderes im Sinn haben. Normale Menschen kommen nicht auf die Idee, sich für andere Leute in fremden Ländern totschießen zu lassen – aber jene, die in sicheren Bunkern sitzen und Krieg nur als Bewegung von Fähnchen auf Landkarten kennen, mögen das anders sehen. Die bombadieren auch ganz bewusst die Botschaften von Nuklearmächten: ihre Bunker liegen weit weg von den Zielen des atomaren Holocaust, sie können zehn Jahre (oder mehr) unterirdisch mit allem Luxus leben, während oben das Massensterben seinen Lauf nimmt.

Schon im März haben US-„Experten“ so einen Dritten Weltkrieg durchgespielt (siehe Focus), allerdings berücksichtigten sie dabei nicht die Erfahrungen der letzten Jahre, die zeigten, dass der Faktor „Zufall“ eine große Rolle bei der Einleitung eines Weltkrieges spielen kann – man muss diesen Krieg gar nicht „beabsichtigen“ (wie man auch vom Ersten Weltkrieg sagte: eigentlich wollte ihn keiner. Aber die Maschinerie war nicht mehr aufzuhalten, nachdem sie einmal ins Rollen gekommen war). Die Experten meinen, das GPS-System oder die Handynetze wären der erste Angriffspunkt, den ein potentieller Feind ins Visier nehmen würde.

Was aber – wenn es andere Mechanismen sind?

Zufällig kreuzte erst kürzlich ein US-Kriegsschiff in der Ostsee vor Kaliningrad (ja – dem ehemaligen Königsberg, dass mal wieder eine Enklave in Feindgebiet ist – und leicht zum Funken eines Krieges werden kann, der – erstmal entzündet – durch Menschen nicht mehr aufzuhalten ist).  Diese russische Enklave ist sehr verletzlich, liegt sie doch völlig im Natogebiet – die USS Donald Cook ist stark genug bewaffnet, um jeden Schiffsverkehr dort zu unterdrücken … und sie war dicht genug dran, um ihre Raketen zum Einsatz zu bringen. Was geschah? Die Maschinerie antwortete standesgemäß: russische Kampfbomber überflogen das Kriegsschiff in internationalen Gewässern in geringer Höhe, was der amerikanische Kommandant gleich als „agressiven Akt“ deutet (Beschreibung des Vorfalles siehe z.B. Süddeutsche).

Ein kleiner Fehler in den vollautomatisierten Geschützen der Donald Cook – und wir würden jetzt nicht mehr über Fußball reden. Die wichtigste Nebensache der Welt würde auf einmal – plötzlich und überraschend wie der Brexit – von Hauptsachen überrollt werden, obwohl wir darauf so richtig gar keine Lust haben.  Ja – die Donald Cook ist ausgerüstet mit dem Phalanx CIWS-System, das schnell auf schnelle Bedrohungen reagiert, kleine Geschütze mit hoher Feuergeschwindigkeit (3000 Schuss in der Minute), die dicht am Schiff fliegende Objekte zerstören sollen – und schneller reagieren können, als es Menschen möglich ist.

Nun – vielleicht haben die „Russen“ auch einfach ihre „Wunderwaffe“ eingesetzt, die der Cook 2014 im Mittelmeer solche Angst gemacht haben soll (siehe Voltairnet) – oder die Geschichten über diese Wunderwaffen sind gezielt gestreut worden, um den „bösen Russen“ aufzubauschen, wie einst der böse Irak aufgebauscht wurde.

Nun – versprochen war: Krieg im August 2016.

Das ist nur ein Datum, das sie wachrütteln soll. Der Krieg kann schon beginnen, während sie diese Zeilen lesen – eigentlich läuft er schon. Je mehr Waffensysteme aufeinander gerichtet sind, um so höher ist die Chance, dass … wie beim „Brexit“ … einfach mal was schiefgeht – womit niemand ernsthaft rechnet, was aber trotzdem schnell unangenehme Wirklichkeit werden kann. Unseren Politikern ist bewusst, dass sie Verträge verletzen, die Kriege verhindern sollten (siehe Zeit):

„Wie die beiden Medien berichteten, könnte die Nato-Mission dem bisherigen Planungsstand zufolge aus rotierenden Truppen in den baltischen Staaten, Polen und Rumänien bestehen. Das Rotationsprinzip ist wichtig, weil bestehende Vereinbarungen mit Russland es nicht zulassen, dass die Nato dauerhaft Truppen an der Ostgrenze stationiert. Russland dürfte das Vorhaben dennoch als Provokation werten.“

Was uns (als NATO) völlig egal ist – so egal, wie die Reaktion des U-Bootes B-59 vor Kuba, so egal wie die Reaktionen Chinas auf Grund der Bombadierung ihrer Botschaft, so egal wie die Reaktion der Welt auf den Angriffskrieg gegen den Irak, die Reaktion der deutschen Friedensbewegung auf die Entscheidung der von ihnen entsandten Politiker oder die Reaktion Russlands auf die Einkreisung durch Nato-Militärbasen.

Schon während sie diesen Artikel lesen könnten Situationen in der Ostsee oder im Baltikum eskalieren – immerhin haben wir dorthin keine Diplomaten entsandt, sondern Killer, deren Job, Auftrag und Befähigung im professionellen Töten von Menschen besteht – worauf die auch sehr stolz sind. Es muss nur eine kleine Einheit deutscher Soldaten versehentlich auf russischem Gebiet in Gefechte verwickelt werden – schon haben Sie Ihren Einberufungsbefehl – und es ist endgültig Schluß mit Urlaub und Grillen am Wochenende. Wer Frieden will, riskiert so etwas nicht. Wer aber Angesichts dieser idiotischen Aufmärsche von „Säbelrasseln und Kriegsgeheul“ spricht, wird – zunächst verbal – sanktioniert (siehe Spiegel).

Militärisch machen die kleinen Verbände der Nato im Osten übrigens gar keinen Sinn. Das weiß man auch: das Baltikum wäre im Ernstfall schlichtweg nicht zu verteidigen, die deutschen Soldaten wären nach Beginn der Kampfhandlungen schneller tot als das man Särge produzieren kann. Aber zur Einleitung dieser Kampfhandlungen sind sie ideal – das Wüten deutscher Truppen im Osten, den Massenmord an ihren Landsleuten hat man da drüben nicht vergessen. Dort jetzt ihre Urenkel aufmarschieren zu lassen, hat schon etwa sehr … Verstörendes. Oder Gemeines.

Bereiten Sie sich also auf eine neue Realität vor: Beginn der Kampfhandlungen Ende August 2016, wenn die Europäer aus dem Sommerurlaub zurück sind.

Oder morgen … wenn wieder etwas schief geht und kein Russe in der Nähe ist, es aufzuhalten.

(ach ja: das Foto. Neue Steelen des russischen Soldatenfriedhofes in Simmerath-Rurberg. Keine Sorge – sowas wird es für Sie nicht geben. Dafür werden zu wenig überleben. Sie – werden einfach im Matsch verrotten. So wie ihre Kinder.)

Ukrainische Verhältnisse in Deutschland – und Kriegsgefahr in Europa. Wem nützt´s? Wen stört´s?

Ukrainische Verhältnisse in Deutschland - und Kriegsgefahr in Europa. Wem nützt´s? Wen stört´s?

Freitag, 21.2.2014. Eifel. Die Meldungen aus der Ukraine werden von Tag zu Tag dramatischer. Wir kennen sie schon aus Lybien, Ägypten und Syrien: „Scharfschützen auf den Dächern erschießen harmlose Demonstranten“. Wie auch in Lybien, Ägypten und Syrien sind die Demonstranten alles andere als harmlos, siehe Spiegel:

Das Hotel, in dem viele Journalisten wohnen, war auch von den Kämpfen betroffen. Es liegt an der Institutska-Straße, die ins Regierungsviertel führt. Mehrere Kugeln schlugen auch in Zimmern ein, in denen Reporter logieren. Männer vom Maidan bezogen in den oberen Etagen Position und feuerten auf Polizisten.

Im selben Artikel werden auch die Aktionen der Scharfschützen der Polizei beschrieben:

Vor dem Hotel steht Irina, 48, eine Frau aus Kiew. Ihr Sohn wurde am Morgen verletzt. Er wurde von einer Kugel an der Stirn getroffen, zum Glück war es nur ein Gummigeschoss.

Das hatten wir schon gestern gelesen: spricht man mit Demonstranten selbst, so erwähnen sie nur, von Gummigeschossen getroffen zu sein. Die martialisch ausgestatteten Demonstranten jedoch schießen mit scharfer Munition. Wo sie die wohl herhaben? Woher stammen die Helme, die Schutzschilde? Gestern war es der Pfarrer Haska, der uns direkt vom Ort des Geschehens berichtet hat, siehe Spiegel:

Die Maidan-Wache konnte nicht alle Steinwürfe verhindern. Es fiel aber schon auf, dass die Polizei sofort darauf geantwortet hat, mit massiver Gewalt. Da waren sofort Berkut-Scharfschützen auf den Dächern, die mit Gummigeschossen auf die Demonstranten geschossen haben.

Sicher – wir mögen diese Geschichten: gute Menschen stehen auf gegen den bösen Diktator, der mit brutaler Gewalt zurückschlägt. Ich mag diese Geschichten auch – bin mit Che Guevarra und Fidel Castro groß geworden – und weil wir sie so mögen, erzählt man sie uns auch … jedes mal. Wir sind dann jedesmal ganz gerührt und stehen sofort auf der Seite der Nato, die die Demonstranten massiv unterstützt.

Halten wir hier aber mal einen Moment inne – und lassen uns nicht von dem mit synthetischen Geschmacksstoffen versetzten Nachrichtenaufguss in einen Zustand gläubiger Extase versetzen.

Erinnern wir uns nochmal kurz daran, was geschehen war – und zitieren wieder ein seriöses Leitmedium des deutschen Journalismus, den Spiegel:

Wütende Anhänger der proeuropäischen Opposition setzten mehrere Einsatzfahrzeuge und Spezialtechnik in Brand. Die Ausschreitungen dauerten auch nach mehr als fünf Stunden an. Es gab mehrere Festnahmen.

Am Nachmittag und Abend standen sich Regierungsgegner und die Polizei gegenüber. Hunderte mit Holzknüppeln ausgerüstete und mit Masken vermummte Oppositionelle wollten eine Polizeiabsperrung durchbrechen und das Parlamentsgebäude stürmen. Gegen Ende der Kundgebungen warfen die Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz, dem Maidan, Steine und Molotow-Cocktails auf die Sicherheitskräfte. Sie versuchten, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen und Einsatzbusse umzustoßen. Die Sicherheitskräfte setzten Blendgranaten und am späten Abend auch einen Wasserwerfer ein – bei etwa minus acht Grad Celsius.

Gummigeschosse … und erst ganz spät Wasserwerfer. Sehr sozial – angesichts der Temperaturen. In Deutschland haben wir die Wasserwerfer schneller auf der Straße – sie schießen auch schon mal Augen aus. Aber Deutschland ist „gut“, da darf so etwas schon mal passieren.

Was wäre, wenn 100 000 deutsche Demonstranten mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei in Deutschland anzünden würden, sich – gegen geltende Gesetze – vermummten und mit Knüppeln bewaffneten, um das Parlamentsgebäude zu stürmen? Wie würde die Polizei reagieren – wenn Beamte systematisch mit Molotowcoctails und selbstgemachten Flammenwerfern angegriffen werden? Würden sie auch mit Wasserwerfern oder Gummigeschossen antworten?

Ich denke nicht, da mir die Aussage eines Polizisten während der Blockupy-Demo in Frankfurt noch in Erinnerung ist, siehe Frankfurter Rundschau:

Ob der Polizist denn Angst vor ihm habe, will der junge Mann wissen. „Nein, wenn Sie mich angreifen, erschieße ich Sie“, blafft der Beamte. „Eine Kugel zwischen die Augen, und gut is‘.“

Der junge Mann hatte noch nicht mal einen Holzknüppel, geschweige denn einen Molotowcoctail. Molotowcoctails können schwerste Verbrennungen hervorrufen, die äußerst schmerzhaft sind. So barbarisch sind nur noch wenige Armeen, die ihre Flammenwerfer größtenteils verschrottet haben. Stellen Sie sich einfach mal vor, jemand würde Sie mit Benzin übergießen und sie dann anzünden – hätten sie da nicht gerne zuvor eine Schusswaffe zur Hand? Wie „friedlich“ sind eigentlich die Proteste, die mit solchen Waffen gezielt Menschen attackieren? Verlangen wir wirklich von unkrainischen Polizisten, das sie ruhig stehenbleiben, wenn Molotowcocktails auf sie zufliegen?

Offenbar ja. Führende deutsche Politiker haben kein Problem mit solchen Aktionen, wie z.B. Joschka Fischer – der Mann der Deutschland wieder zu Bombadierungen im Ausland verhalf. Dank der Zeitschrift Stern haben wir einen Livebericht über die Erfahrungen mit Molotowcocktails:

„Es war alles friedlich, keine Vorkommnisse, plötzlich blieb das Ende des Demonstrationszugs am Roßmarkt stehen. 40, 50 Leute drehten sich wie auf Befehl rum und warfen die ersten Molotowcocktails. Es ist nicht schön, diese Dinger auf dich zukommen zu sehen. Da kommt Panik auf. Die haben ganz gezielt geworfen. Es wurde massiv auf das Auto geworfen, als ich rauswollte, explodierte neben meiner Fahrertür ein Molotowcocktail. Da war plötzlich eine meterhohe Flammenwand, sie schlug über das Auto. Ich will deshalb also bei der Beifahrertür raus, verhake mich, da schlägt rechts oben am Holm ein Flasche ein, alles ergießt sich ins Auto, das Auto brennt, ich brenne, irgendwie komm ich raus und bin weggerannt. Meine Kollegen sind hinter mir her, haben mich umgeworfen und mich gelöscht. Ich schrie meine Kollegen an: ‚Erschießt mich! Erschießt mich!'“

60 Prozent seiner Haut waren zerstört, Oberkörper, Arme, Beine, alles, bis auf sein Gesicht, Jürgen Weber war einer der ersten Menschen, die eine solch massive Verbrennung überlebten. Und er sagt nochmals: „Fischer ist für mich der geistige Täter.“

Man fängt an, ein wenig Verständnis für jenen Frankfurter Polizisten zu entwickeln, der lieber zuerst schießen will – bevor er bei lebendigem Leibe verbrannt wird.

Und wie waren die Verhältnisse in der Ukraine noch einmal genau? Darf ich dazu die Tagesschau zitieren?

Wie immer die Krise in der Ukraine ausgeht, einige Männer im Hintergrund werden mitreden. Es sind reiche Geschäftsleute, die die Medien beherrschen und die Politik beeinflussen. Dieses Oligarchentum ist eine schwere Bürde – nicht nur für die Ukraine.

Nicht nur für die Ukraine? Schauen wir mal kurz bei der Bundeszentrale für politische Bildung vorbei – auch dort schaut man nach dem Oligarchentum in der westlichen Politik:

Dass der Elitenwettbewerb Kartellbildungen, Wettbewerbsverzerrungen und der Manipulation des Wählerwillens unterworfen ist, wurde zuletzt durch den britischen Soziologen Colin Crouch hervorgehoben. Für ihn steht fest, dass in vielen westlichen Ländern die demokratischen Institutionen nicht weiterentwickelt, sondern im Gegenteil an Substanz verlieren würden. Politik verkomme zum Medienspektakel, während wichtige Entscheidungen und Weichenstellungen unbeobachtet von der Öffentlichkeit im Inner Circle der Eliten aus Wirtschaft und Politik getroffen würden.

Auch in Deutschland lassen sich ähnliche Phänomene beobachten.

Ähnliche Phänomene? Zum Beispiel die seltsamen Konstellationen um den Fall Edathy?

Darf ich auch nochmal den Stern zitieren? Er klärt uns über ein paar Randerscheinungen zum Phänomen Joschka Fischer auf:

Bei einem Fest in Berlin dröhnte der damalige RWE-Boss Jürgen Großmann, mit dem Finger auf Fischer zeigend: „Den habe ich auch gekauft!“

Dabei haben die Ukraine und Deutschland neben ihren Oligarchen und dem Vermummungsverbot für Demonstranten (welches entsetzlich ist, wenn es die ukrainische Regierung bestimmt) noch mehr Gemeinsamkeiten: wie Deutschland wird die Ukraine langsam zu einem Weltbordell … so jedenfall berichtete der Spiegel noch im Jahre 2009:

Mit rabiaten Mitteln kämpft die Gruppe Femen gegen Sextourismus und Prostitution in Kiew. Die Studentinnen und Schülerinnen ziehen sich aus, warnen Ausländer, werfen mit Schlamm oder Torten. Ihr Schlachtruf: „Die Ukraine ist kein Bordell!“

Ja, die haben das gleiche Problem wie Deutschland: man wird als Land zum Bordell, das von im Hintergrund wirkenden mafiaähnlichen Paten regiert wird und von ausländischen Politikern „gefickt“ werden soll.

In der Ukraine gibt es dagegen Proteste – weil es mächtige Interessengruppen gibt, die dafür bezahlen. In Deutschland gibt es keine Proteste, weil die bürgerlichen Oppositionsparteien (nicht die Parteiausstülpungen des Oligarchenblocks) wie die 5-Sterne-Bewegung keinen Finanzier finden – und in Zeiten grassierender Armut und (gut versteckter) Massenarbeitslosigkeit auch nicht von Parteibeiträgen leben können.

Und was lernen wir daraus?

Das die Welt von Geldern und Gewalten regiert wird, die wir noch nicht mal im Ansatz erahnen können. Nur manchmal scheinen durch die Berichte der gleichgeschalteten Presse Informationen durch, die – anders als gewünscht verknüpft – einen Blick auf ein unglaubliches Puppentheater werfen.

Was lernen wir noch?

Wer die politischen Verhältnisse in Deutschland ändern will, braucht sehr viel Geld – nur so kann dem „Inner Circle“ die Macht entrissen und die Demokratie wiederbelebt werden.

Ein Blick auf Deutschlands Oligarchen?

Gern. So geheim sind die inneren Zirkel gar nicht, sind auch illustre Spaßvögel aus den Medien und dem Fussball darunter, siehe Manager Magazin über die „geheimen Machtzirkel“der Manager:

Die Runde ist derart diskret, dass die Beteiligten deren Existenz am liebsten mannhaft leugnen würden. 

So zählen folgende Dax-Chefs dazu: Johannes Teyssen (51, Eon), Frank Appel (49, Post), Martin Blessing (47, Commerzbank), Kasper Rorsted (48, Henkel). So sind folgende Großkaliber dabei: Hartmut Ostrowski (52, Bertelsmann-Chef), Oliver Bäte (45, Vorstand Allianz), Günther Jauch (54, TV-Eminenz), Oliver Bierhoff (42, Fußballmanager). So rundet das Gremium folgender Unternehmsberater ab: der Kölner McKinsey-Direktor Klaus Behrenbeck (43).

Und die regieren, egal, wen man wählt.

Kehren wir zurück in die Ukraine, über die wir so genau Bescheid wissen, weil jeden Tag hundert Artikel die selbe Botschaft verbreiten, die auch Grüne gerne hören: arme, alte, kranke Menschen im Aufstand gegen ein kaputtes, korruptes, menschenfeindliches System, das von einer Hand voll Oligarchen von Hinterzimmern aus regiert wird. Begleiten wir nochmal einen Spiegelredakteur zu einem Interview, diesmal zu einem mit einer Vertrauten der Regierung. Wieder einmal konzentrieren wir uns darauf, was er selbst persönlich wahr nimmt … und nicht, was er meint, sehen zu müssen:

Das Treffen ist am Morgen geplant, der Waffenstillstand beginnt gerade zu bröckeln. Den unmittelbaren Ausbruch der Kämpfe habe ich nicht beobachtet. Auf dem Weg zum Interview mit Bondarenko stürmen plötzlich Männer der berüchtigten Berkut-Einheit an mir vorbei. Sie ziehen sich ungeordnet vom Maidan zurück, manche wirken panisch. Sie seien beschossen worden, sagt ein Kommandeur.

Wieder: Schüsse von Demonstranten auf die Polizei. Das Interview kann nicht wie geplant stattfinden: es droht Lebensgefahr:

Die Polizei räumt Hals über Kopf das Regierungsviertel. Jelena Bondarenko springt in ihren Jeep, „aus Angst, dass die Banditen jetzt kommen“. Damit meint sie die Demonstranten vom Maidan, die in Richtung Parlament vorrücken.

Man hat auch allen Grund, sich zu fürchten:

Auf dem Maidan stehen inzwischen ja nicht mehr friedliche Demonstranten. Das sind Vandalen, Brandstifter, bewaffnete Extremisten. Unsere Parteizentrale wurde in Brand gesetzt. Einer unserer Mitarbeiter wurde totgeschlagen, ein Elektriker, der die Glühbirnen im Büro austauschen wollte. Unsere Sicherheitskräfte reagieren nur auf Provokationen, auf Übergriffe der Radikalen.

So die Meinung der interviewten Politikerin. Natürlich ist sie böse – und der Journalist läßt keine Gelegenheit aus, auch darauf hinzuweisen. Und doch stellt Jelena Bondarenko eine Frage, auf die sie keine Antwort bekommen wird, weil – na, sie halt „böse“ ist und sagen kann, was sie will.

Es geht ihnen nicht um Reformen. Jetzt sitzen wir in meinem Wagen. Wir sind jetzt aus dem Regierungsviertel geflohen, weil der Maidan vorrückt. Würden deutsche Behörden zulassen, dass Abgeordnete des Bundestags aus dem Reichstag fliehen müssen?

Keinesfalls würden deutsche Behörden das zulassen – deren Vertreter haben in Frankfurt schon bewiesen, dass ihnen die Waffe viel lockerer am Halfter sitzt als ihren Kollegen in der Ukraine. Aber: wie auch in der Ukraine haben hier Oligarchen einen enormen Einfluss auf Medien, brüsten sich öffentlich damit, Minister kaufen zu können – und die grünen Minister freuen sich. Dank Madelaine Albright ist er auch gut im Geschäft – und sehr reich geworden, nochmal Stern:

Dass er so gut im Beratungsgeschäft ist, verdankt Fischer vor allem einer alten politischen Freundin: der Ex-US-Außenministerin Madeleine Albright. Mit deren Consultingfirma arbeitet er, wie es auf seiner Firmen-Homepage heißt, „im Rahmen einer strategischen Partnerschaft“ eng zusammen, Albrights Name steht für ein unbezahlbares Netzwerk, ihr Name öffnet die Türen zu Wirtschafts- und Politikführern auf allen Kontinenten.

Ach ja – Frau Albright. Wenn wir über die Ukraine und Deutschland reden, sollten wir Menschen wie sie nicht vergessen – Menschen, die uns (wie Frau Nuland) in gewissen unkontrollierten Momenten einen tiefen Einblick in das Denken unserer Freunde jenseits des Atlantiks erlauben, siehe Fembio:

„Die zentrale außenpolitische Zielsetzung lautet, Politik und Handeln anderer Nationen so zu beeinflussen, dass damit den Interessen und Werten der eigenen Nation gedient ist. Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen von freundlichen Worten bis zu Marschflugkörpern.“

„Einige Amerikaner haben die UNO noch nie gemocht, weil es dort so viele Ausländer gibt.“

Und dann gibt es noch den häufig zitierten Satz:

die Sanktionen gegen den Irak seien den dafür gezahlten Preis wert – Tod von über einer halben Million Kinder.

Sollte Joschka Fischer wirklich der geistige Vater des Brandattentats sein, hätte er hier eine Schwester im Geiste gefunden.

Fünf Milliarden Dollar sollen die USA für den „Widerstand“ in der Ukraine ausgegeben haben – eine Geste guten Willen, bevor Marschflugkörper eine halbe Million Kinder ausradieren. Demokratisch gewählte Politiker flüchten in panischer Angst – doch in Deutschland erzählt man eine andere Geschichte.

Warum?

Weil sich die Verhältnisse in Deutschland möglicherweise gar nicht so sehr von denen in der Ukraine unterscheiden, weil nicht nur in der Ukraine dafür gesorgt wird, dass die Interessen der USA unter allen Umständen gewahrt bleiben – wir können das nur nicht sehen, weil unsere Oligarchen stramm an der Seite der Oligarchen der USA stehen – und nur über jene Dinge schreiben, die dazu dienen, die Interessen der USA zu wahren.

Als Dank für den strammen Gehorsam werden unsere Polizisten nicht mit Benzin übergossen, sind aber selbst schon bereit, jeden Widerstand gegen die Oligarchie mit einem Schuss zwischen die Augen zu beenden – oder sehe ich das falsch?

Es ist auch kein Geheimnis, wie der große Plan der Regisseure aussieht, siehe Spiegel:

Brzezinski drückt damit eine bis heute gültige amerikanische Strategie aus: Die USA wollen Russland auch in seiner unmittelbaren Nachbarschaft so weit wie möglich zurückdrängen. Spielen die Europäer dabei etwa in der Ukraine mit und verschlechtern sich deren Beziehungen zu den Russen, kann dies den USA nur recht sein.

Ohne die Ukraine – das weiß man in Washington und Moskau – ist Russland im Falle eines Angriffes kaum noch zu verteidigen. Hat Putin Albright ernst genommen, weiß er, dass er Angriff kommen wird  – zur Not erstmal durch 100 000 Demonstranten. Das sind in Wirklichkeit gar nicht so viele Menschen. In der Ukraine liegen auch noch sowjetische Truppen, die Schwarzmeerflotte braucht die Häfen der Krim – kann also auch dort ganz schnell zu Eskalationen kommen.

Darf also Moskau die Vereinnahmung der Ukraine durch Vitali Klitschko einfach so hinnehmen … oder wird es – dank panischer Angst vor den nächsten Schritten – Truppen nach Kiew schicken?

Wann wird Merkel dann die Bundeswehr zur Rettung Klitschkos entsenden – und wann wird offiziell der nächste Weltkrieg erklärt, weil Russland um seine Sicherheit bangt?

Werden wir erst erfahren, wenn der Einberufungsbefehl im Briefkasten liegt – unsere Oligarchen narkotisieren uns mit dämlichen Shows, blödem Fussball und steigenden Preisen – das hält uns beschäftigt, selbst wenn wir arbeitslos sind.

Deutschland ist wie die Ukraine ein wichtiger Bauer im Spiegel Washington gegen Moskau – und die Ukraine soll nun auch Aufmarschgebiet für US-Truppen werden.

Spielchen, die an 1914 erinnern, dem Jahr, in dem das erste große Bürgerschlachten eingeläutet wurde.

Von Oligarchen.

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