Moderne Mythen

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JFK, RFK, MLK, Malcolm X

Eine neue Petition an den US-Kongress fordert die Aufklärung von vier politischen Morden in den 1960er Jahren.

Mars Menschen vor 200 Mio Jahren ausgelöscht?

Der Plasmaphysiker John E. Brandenburg stellt eine interessante Hypothese über die Zusammensetzung der Marsathmosphäre auf, indem er behauptet, dass die Überschüsse von Xenon und Krypton aus einer nuklearen Explosion resultieren…

The prove that Santa is real

Scientists prove the existence of Santa on the Heliocentric model.
If you dont believe Santa is real you are a retard.

Jenseits des Akzeptierbaren

Mythen

Michelangelos dunkles Geheimnis

Er ist der Schöpfer des David und der Pietà, der Maler der Sixtinischen Kapelle und der Baumeister des Petersdoms.

Aliens: Sind sie unter uns?

Alternativlos

In Alternativlos Folge 42 reden wir mit Joscha Bach (@plinz) über life, the universe, and everything.

https://alternativlos.cdn.as250.net/alternativlos-42.mp3

https://alternativlos.cdn.as250.net/alternativlos-42.opus

Die königliche Blutlinie, der über uns herrschenden Elite

Eine Familie, eine Blutlinie, eine Herrschaft manchmal ist die Wahrheit schräger als die Fiktion

Top 10 Promis angeblich Mitglied im Geheimbund

Illuminati Enthüllung

Denver Airport: Was läuft denn da gerade?

Bullshit Jobs

Aspekte

Blutlinien, Hybriden&Reptiloide beherrschen die Welt

David Icke, deutsche Übersetzung

Positionen 15: Der Tiefe Staat – Mythos oder Wirklichkeit?

Der Tiefe Staat. Eine Begrifflichkeit, die im öffentlichen Diskurs nur selten Verwendung findet. Man könnte fast meinen, dass es sich hierbei bloß um einen Mythos handelt. Die 15. Ausgabe von „Positionen – Politik verstehen“ möchte Licht ins Dunkel des Tiefen Staates bringen und fragt: „Der Tiefe Staat: Mythos oder Wirklichkeit?“.
Ist der Tiefe Staat real?
Und wenn ja, wie konnte es ihm gelingen, so lange nicht von den Menschen wahrgenommen zu werden, obwohl sie von seinem Handeln direkt betroffen sind? Die Öffentlichkeit, die Gesellschaft, wir alle?

Dichtung oder Wahrheit

Die Klimaskeptiker:

„Das „Beste“ (…) aus der Sendung von gestern Abend, von mir (= FMDs Channel) kommentiert (20.08.2018). Titel der Sendung war, „Der Dürre-Sommer – wie müssen wir unser Verhalten ändern?“. Die ganze Sendung kann unter https://www.ardmediathek.de/tv/Anne-W… angesehen werden.“

Max Spiers

Das rätselhafte Ende eines Aufklärers.

Die seltsamen Wege der Hochschul-Geschichtsschreibung oder die Frage: Was hat eine Wissenschaft, die zu Themen, die jeden betreffen, schweigt oder nachweislich unzutreffend informiert, noch mit „Wissenschaft“ zu tun?

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(Dieser Text ist meinem Freund und Mentor Werner Exner gewidmet, der mich auf zwei der nachfolgenden Bücher über altsumerische Grabungsfunde und eine historisch ungemein bedeutsame Insel in der Nordsee aufmerksam gemacht hat.)

Beiträge vieler „alternativer“ Portale wie der „Propagandaschau“, „Der Blaue Bote“ etc. begründen – um es einmal sehr höflich zu formulieren – erhebliche „Zweifel“ daran, dass die sog. Leit- und Qualitätsmedien wirklich wahrheitsgemäß über das Geschehen in der Welt informieren und diese Fakten „objektiv“ und „unbefangen“ bewerten wollen. Zu dieser Thematik ist schon viel gesagt und geschrieben worden, so dass sie hier nicht weiter behandelt werden muss. Ein jeder wird sich längst sein eigenes Urteil gebildet haben.

Aber wie sieht es denn mit den Verlautbarungen von Vertretern der sog. „Wissenschaften“ bzw. wissenschaftlichen Disziplinen und Institutionen aus?

Prof. Christian Kreiß hat zuletzt einige Beiträge über die Wissenschaft im Dienst der Konzerne geliefert, siehe u.a.:

Heise

Süddeutsche

Youtube

Aber bevor wir der Frage nachgehen, ob wirklich nur wirtschaftliche Interessen Wissenschaft, Forschung und Hochschulausbildung einschl. Promotionswesen bestimmen können, soll zunächst noch einmal in Erinnerung gerufen werden, was „Wissenschaft“ eigentlich ist:

Der Begriff „Wissenschaft“ wird unter Wikipedia wie folgt definiert (Zitat):

„Das Wort Wissenschaft (mittelhochdeutsch wizzen[t]schaft = Wissen, Vorwissen, Genehmigung für lat. scientia)[1] bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche, welches systematisch erweitert, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird.[2]

Die Wissenschaft ist ein System der Erkenntnisse über die wesentlichen Eigenschaften, kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, Technik, Gesellschaft und des Denkens, das in Form von Begriffen, Kategorien, Maßbestimmungen, Gesetzen, Theorien und Hypothesen fixiert wird.[3]

Wissenschaft bezeichnet auch den methodischen Prozess intersubjektiv nachvollziehbaren Forschens und Erkennens in einem bestimmten Bereich, der nach herkömmlichem Verständnis ein begründetes, geordnetes und gesichertes Wissen hervorbringt. Methodisch kennzeichnet die Wissenschaft entsprechend das gesicherte und im Begründungszusammenhang von Sätzen gestellte Wissen, welches kommunizierbar und überprüfbar ist sowie bestimmten wissenschaftlichen Kriterien folgt.

Wissenschaft bezeichnet somit ein zusammenhängendes System von Aussagen, Theorien und Verfahrensweisen, das strengen Prüfungen der Geltung unterzogen wurde und mit dem Anspruch objektiver, überpersönlicher Gültigkeit verbunden ist.[4]

….“

Man könnte auch vereinfacht sagen, dass Wissenschaft das systematische Streben nach neuen Erkenntnissen ist, die den Menschen dem Verstehen der von ihm wahrgenommenen „ Welt“, „Realität“ oder auch „Wahrheit“ näher bringen sollen.

Wer die Disziplin bzw. den Prozess der Geschichtsschreibung einmal philosophisch vertieft hinterfragen möchte, so wie dies Egon Friedell in seiner „Kulturgeschichte des Altertums“ (siehe dortige Kapitel:  „Die Historische Urteilskraft“, „Der Autor der Geschichte“, „Der historische Kontakt“ und „Geschichte und Philosophie“) oder gerade auch in den ersten 81 Seiten seiner „Kulturgeschichte der Neuzeit“ getan hat, der wird erkennen, dass sich der Mensch in seinem Bemühen um „historische Wahrheit“ nie von den Einflüssen befreien kann, die ihn und seine Zeit und seinen Raum kulturell geprägt haben.

Solche Prägungen ändern aber nichts daran, dass es einen fundamentalen Unterschied macht, ob der Mensch, der historische Zusammenhänge aufarbeiten und darstellen möchte, seinen freien Willen, den auch die stärkste Prägung nicht suspendieren kann, dahingehend betätigt, dass er entweder von dem edlen Ringen um die Wahrheit oder von der Absicht geleitet wird, diese Zusammenhänge für Andere zu verwirren, verdunkeln oder gänzlich zu verdecken.

Eine Wissenschaft, die unseren Erkenntnisgang durch die Geschichte nur durch zusammengedichtete Nebelwände verhindern und in die Irre führen – plastisch formuliert: uns zu diesem Zwecke schlicht für dumm verkaufen und „die Hucke volllügen“ würde – könnte also mit wahrer „Wissenschaft“ nur so viel gemein haben wie ein Journalist, der – auf Grund welcher Motive auch immer – bloß Fake News verbreiten und seine Adressaten im gewünschten Sinne manipulieren will.

Sind denn wenigstens die „historischen“ Wissenschaften in diesen Zeiten nun also noch eine Oase der Glückseligen, wo die Suche und die Verbreitung der Wahrheit unbestechlich über allen Anfeindungen und unredlichen Versuchen der Einflussnahme entsteht, was auch immer die Quelle und Motivation zu solche Einwirkungen auf den „wissenschaftlichen Erkenntnisprozess“ sein mag?

Wenden wir uns also dem Bereich der sog. Geschichtswissenschaften zu, um dieser Frage ein wenig auf den Grund zu gehen.

Zitate wie

„Die Sieger schreiben die Geschichte“ oder

„Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat“ (Voltaire) oder

„Immer schreibt der Sieger die Geschichte der Besiegten
Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge.
Aus der Welt geht der Schwächere und zurück bleibt die Lüge.“ ( Bertold Brecht)

dürften weithin bekannt sein.

Aus den nachfolgenden Gründen würde ich die Manipulation der Überlieferung von Berichten über historische Ereignisse nicht so sehr von „Sieg“ oder „Niederlage“ oder Fragen der „Macht“ und „Herrschaft“ abhängig machen. Lieber wage ich die Hypothese:

„Geschichtsschreibung wird von denen verfälscht, die daran ein Interesse und dazu die Gelegenheit haben bzw. dahingehend einen bestimmenden Einfluss ausüben können.“

Es gibt unzählige Beispiele, die die Annahme rechtfertigen, dass sich auch Historiker immer wieder von politischen Interessen vereinnahmen ließen und zur Befriedigung dieser Interessen immer wieder anerkannte Methoden wissenschaftlichen Arbeitens und Forschens verraten haben.

Damit nicht von dem gewünschten Schwerpunkt dieses Beitrags abgelenkt wird, sollen hier weitere aktuelle Nachweise zu einer „Politisierung“ einer wissenschaftlichen Einrichtung vernachlässigt werden, so wie sie z.B. David Ray Griffin in seinem Buch „“Der mysteriöse Einsturz von World Trade Center 7 – Warum der offizielle Abschlussbericht zum 11. September unwissenschaftlich und falsch ist“ liefert.

Denn m.E. lässt sich das ganze Ausmaß des „wissenschaftlichen Betruges“ gerade dadurch ahnen, wenn man der Frage nachgeht, ob es auch offensichtliche Falschdarstellungen von Wissenschaftlern gibt, die keinen aktuellen Bezug zu haben scheinen, eben weil sie „bloß“ in den Bereich der sog. „Altertumswissenschaften“ fallen.

Jedem sollte klar sein: Die Geschichte der Menschheit, insbesondere auch des Altertums wird immer hochaktuell bleiben, solange es Menschen gibt, da sie das kulturelle Erbe der gesamten Menschheit betrifft. Für das Selbstverständnis des Menschen, seine Verwurzelung in „seiner“ Geschichte und seine „Standortbestimmung“ in der Geschichte des Universums und des Lebens ist es von existenzieller Bedeutung, ob der Mensch mit diesem Erbe verbunden ist oder nicht. Ich wage die Hypothese: Die Menschheit wäre hoffnungslos verloren, wenn sie ihr kulturelles Erbe verlieren würde. Sie gliche dann nur noch ein Schiff ohne Schwere und Ziel.

Nun ein paar Beispiele zur seriösen Hochschul-Altertumswissenschaft?

1.

Wer sich einmal über die so seriös daherkommenden Äußerungen sog. „Koryphäen“ der Ägyptologie wundern möchte und dabei auch gerne herzhaft lachen möchte, der sollte sich einmal von einem in Youtube kostenlos abrufbaren Video über die „Pyramiden-Lüge“ unterhalten lassen, siehe: Youtube

Wenn gegenüber diesen stringenten mathematischen  Annahmen beispielsweise „einer der weltweit angesehensten Ägyptologen“ wie Toby Wilkinson seinem Buch über „Aufstieg und Fall des alten Ägypten“ – von offensichtlich falschen Prämissen ausgehend – darüber nachsinniert, wie die Cheops-Pyramide denn innerhalb von nur 20 Jahren errichtet worden sein kann, dann belassen sie es ganz einfach bei dem Reichenbeispiel, dass jeder dieser tonnenschweren Steine im 2-Minuten-Takt gelegt worden sein müsste. Wilkinson schreibt (ebenda, Seite 96, Zitat): „Nach einer einfachen Rechnung hätten die Erbauer bei einem Zehnstundentag das ganze Jahr hindurch alle zwei Minuten einen Steinblock einsetzen müssen, um die Pyramide während der zwei Jahrzehnte von Cheops Regierungszeit (2545 – 2525 v. Chr.) vollenden zu können.“ Weitere Überlegungen dazu, wie ein solches Tempo denn überhaupt möglich gewesen sein soll? Fehlanzeige!

Selbst wenn zaubertrankgestärkte Arbeiter vom Format eines Obelix ein solches Tempo ermöglicht hätten: Selbst mit den größten Kräften hätte wohl kein Sklavenheer in diesem Tempo den Steinen ihre Bauform geben (Ein perfekter  Quader ist in der Herstellung doch ein wenig anspruchsvoller als ein Hinkelstein) und diese zur Baustelle schaffen können.

2.

Jürgen Spanuth hat in seinem Buch „Atlantis – Heimat, Reich und Schicksal der Germanen“ sehr starke Indizien dafür geliefert, dass sich das sagenumwobene „Avalon“ (die „Apfelinsel“) bei Helgoland befunden hat.

Ein hochspannendes Thema von sicherlich größtem Interesse. Aber kein Kind dürfte in seiner Schulzeit jemals von diesen Erkenntnissen gehört haben.

3.

Fragen und Fakten zu den Ursachen des 1. Weltkriegs, die die „Schuld der Deutschen“  grundsätzlich in Frage stellen, konnten von Gerry Docherty & Jim Macgregor in ihrem Buch „Verborgene Geschichte – Wie eine geheime Elite die Menschheit in den 1. Weltkrieg stürzte“ gründlich aufgearbeitet werden.

Aber weder unsere sog. „Leitmedien“ noch die Kultusministerien, die für die Erziehung und Wissenschaft zuständig sind, tragen etwas dazu bei, eine solche Sicht auf die jüngste Geschichte Europas und Deutschlands zu ermöglichen.

Dabei sollte jeder Europäer und insbesondere auch jeder Deutsche doch das Recht haben, die Ereignisse im Vorfeld des 1. Weltkrieges ein wenig differenzierter nachvollziehen zu können.

4.

Die Tatsache, dass neueste Erkenntnisse der Physik offensichtlich schon vor Jahrtausenden bekannt waren, wurde von Autoren wie Armin Risi oder auch Dr. Heinrich Rhyner, die sich vertieft mit altindischen bzw. vedischen Texten befasst haben, bereits eindrucksvoll nachgewiesen.

Wer konkrete Beispiele sucht, der möge nur Armin Risis Buch: „Der multidimensionale Kosmos / Gott und die Götter: Das Mysterienwissen der vedischen Hochkultur“ – oder Hans Heinrich Rhyners Einleitung zu dessen Werk „Das Neue Ayurveda Praxis Handbuch“ (5. Auflage) lesen, wo es heißt (Zitat):

„Andererseits finden wir modernste wissenschaftliche Erkenntnisse in den ältesten schriftlichen Überlieferungen der Menschheit, dem „Rigveda“. Zum Beispiel schrieb der vedische Gelehrte SAYANA 1387 (!!) in einem Gebet mit Bezug auf ältere Schriften (!!): „Ich verbeuge mich mit tiefem  Respekt vor der Sonne, deren Strahlen 2202 Yojana in einem halben Nimesha reisen.“ Ein Yojana sind 14,52218 Kilometer und ein Nimesha sind 16/75 Sekunden. Die mathematisch Talentierten unter Ihnen haben schnell herausgefunden, dass laut Sayana das Sonnenlicht in der Sekunde 299.792 Kilometer zurücklegt. Heureka, er hat die genaue Lichtgeschwindigkeit angegeben.“

Schon diese Einführung sollte ahnen lassen, wie unglaublich hoch die Mathematik in altindischer Zeit entwickelt gewesen sein muss…und welchen Wert das Lehrsystem der traditionellen ayurvedischen Medizin für die Gesundheit der Menschen haben könnte.

Übernimmt Ihre Krankenkasse irgendwelche Kosten für eine vorbeugend wirkende ayurvedische Medizin?

5.

Es gibt aber m.E. noch dramatischere Beispiele dafür, wie gewisse „Auslassungen“ der sog. Hochschulwissenschaft dazu beitragen, dem Menschen Antworten auf die grundsätzlichsten Fragen seiner Existenz zu geben, insbesondere auf die Frage:

„Woher kommt das Leben und wie kam das Leben auf die Erde?“ und „Was ist die Geschichte der Menschheit?“

Wer sich auf diese Fragen keine Antworten geben kann, der findet nicht zu seiner wahren Geschichte, die letztlich sein Selbstverständnis als Mensch und seine feste Verankerung in der menschlichen Kultur begründen.

Die Wissenschaften haben immense Summen verlangt, um Antworten auf diese Fragen in den Weiten des Universums oder auch im Gestein der Erde zu finden, gerade so, als könnten diese Antworten nur mit den aufwändigsten Forschungen gefunden werden.

In Zeiten, in denen gerade auch die scheinbar sinnwidrige Verschleuderung von Mitteln zuverlässig immer dankbare Nutznießer findet, sei aber die Frage erlaubt:

Halten Sie es für möglich, dass es Hinterlassenschaften menschlicher Kultur gibt, die auf diese Fragen vielleicht sehr konkrete und nicht in irgendwelchen „Mysterienkulten“ begründete Antworten geben und die eigentlich jedem Menschen ohne jeden besonderen Aufwand zugänglich gemacht werden könnten?

Könnte es wirklich so einfach sein, auf diese fundamentalen Fragen des Menschseins eine Antwort zu finden?

Es gibt literarische Quellen, die sich auf archäologische Grabungen zur sumerischen Kultur im heutigen Irak in den ersten Jahrzehntendes 20. Jahrhunderts beziehen. Der Inhalt der Geschichte, der in den Berichten zu diesen Grabungen wiedergegeben worden ist, ist m.E. weitaus bedeutsamer ist als das Gilgamesch-Epos.

Man fand bei Grabungen im heutigen Irak (unserer Erinnerung nach zu Beginn des 20. Jahrhunderts) zwei große, tonnenschwere Steinstelen, die ein König – von seinen weisen Ratgebern entsprechend beraten – mit einem Text versehen hat, der im Stile eines Tatsachenberichts verfasst worden ist. Die Auswahl derart schwerer Steine sollte offensichtlich gewährleisten, dass diese „Geschichte“ der Nachwelt nicht verloren geht.

Und ich betone nachdrücklich, dass diese Überlieferung nichts mit den – nur Verwirrung stiftenden – Werken eines  Zecharia Sitchin oder dem gemeinhin bekannten sog. Enuma Elisch (eingedeutschte Schreibweise) zu tun hat. Dieser altsumerische Text ist wesentlich älter als das babylonische Schöpfungs-Mythos Enuma Elisch, was die Annahme rechtfertigen kann, dass das Enuma Elisch  – seinem Inhalte nach – nur die (schon in babylonischer Zeit erfolgte) Verfälschung eines viel älteren Originals ist. Wird das Motiv für diese Fälschung  die Absicht gewesen sein, die Menschheit von ihren wahren kulturellen Wurzeln abzuschneiden? Die Vertiefung dieser Frage könnte sicherlich ein ganzes Buch füllen, aber darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen.

Hier nun die altsumerische Überlieferung:

Der Gott AN reist auf seinem Planeten Nibiru durch die unendlichen Weiten des Universums bis an den Rand des Universums, wo er auf einem Planeten trifft, wo der Schöpfer dieses Universums lebt (mit seiner Frau und seinem Sohn).Dieser Schöpfer des Universums hat den Keim des Lebens entwickelt, und es wird auch davon berichtet, dass dieser Keim des Lebens sich unter den widrigen Bedingungen am Rande des Universums nicht vorteilhaft entwickeln konnte, so dass eine erste Schöpfung mit diesem Keim des Lebens schließlich untergegangen ist.

Dieser Schöpfergott reist sodann in seinem goldenen Körper als Satellit des Planeten Nibiru und AN durch das Universum, bis er auf das System trifft, in dem sich die (noch ungeordneten) Planeten unseres Sonnensystems befinden. Der Vorgängerplanet der Erde heißt Tiamat.

Der Schöpfergott opfert seinen Goldkörper, indem er seinen Goldkörper mit dem Planeten Tiamat kollidieren lässt. Durch die Wucht des Aufpralls wird ein Teil des Tiamat abgespalten. Diese Masse wird später einerseits zum Mond und andererseits zu dem Ring des Saturn.

Gott AN ordnet das Sonnensystem, so dass die Planeten ihre heute bekannte Bahn annehmen. Dadurch entsteht auch die Zeit (im Sonnensystem), und in der Folgezeit entwickelt sich das (tierische) Leben auf der Erde.

Da die Söhne des AN viel Lärm auf der Erde machten, kam es auch zu Konflikten mit der Mutter Erde, die schließlich dazu führten, dass die Götter die Dinosaurier ausrotteten, indem sie Kometen auf die Erde gelenkt haben.

Vor einigen hundert tausend Jahren beginnen dann die Söhne des AN – unter der Führung von Enlil und Enki – mit der Suche nach Gold auf dem Planeten Erde. Zunächst war diese Arbeit nicht so beschwerlich, da das Gold auf der Erdoberfläche und im Wasser leicht abgebaut werden konnte. Dann wurde die Arbeit aber immer beschwerlicher, weil das Gold nur noch in der Erde zu finden war.

Daraufhin kam es zu Unmut unter den Göttern, weil sie nicht für diese beschwerlich Arbeit bestimmt waren. In dieser Situation entschloss sich der Gott Enki letztlich – gegen den Willen von AN und Enlil – den Menschen zu machen, damit er die schwere Arbeit der Götter auf sich nimmt. Hierzu benutzte er die DNA seiner Schwerster Ninhursag, mit der er die DNA von Affen veränderte.

Das ist der wesentliche Inhalt dieser Geschichte.

Es ist im Grunde unfassbar, dass nicht jeder Mensch auf diesem Planeten von dieser hochspannenden Überlieferung aus sumerischer Zeit weiß.

Man höre und staune: Sogar eine ZDF-Produktion „Die Suche nach dem Paradies“ lässt (ab ca. Minute 30) erahnen, welche kirchlichen Einflüsse schon vor mehr als 100 Jahren zu „bittersten Enttäuschungen“ und einem Verlust der wissenschaftlichen Reputation führen konnten, wenn ein Wissenschaftler neueste Erkenntnisse über altsumerische Texte bekannt gemacht hat:

siehe ZDF

Ich lobe hiermit aus, dass ich dem oder der Ersten, der mir mitteilen und nachweisen kann, in welchen Büchern diese Geschichte –  in deutscher Sprache – wiedergegeben wird, 100,00 € auszahlen werde (Rechtsweg ausgeschlossen).

Soweit mein Bemühen, die Altertumswissenschaften ein wenig zu fördern und dazu beitragen, ggf. ein wenig mehr Licht in die Frühgeschichte der Menschheit zu bringen.


Wilfried Schmitz

Rechtsanwalt

Kontaktdaten unter: https://www.rechtsanwalt-wilfried-schmitz.de


Bild: Pixabay CC0

Zukunft in Europa – Dunkle Prophezeiungen

Alles in Butter: Prof. Michael Butter – Wie man tapfer feige eine wissenschaftliche Lanze bricht


Eiserne Jungfrau, aufgenommen im Folterkeller einer Burg aus dem 14. Jhdt. (CC BY Parkwaechter / nachrichtenspiegel.de)

Butter am Brot der Gedankenpolizisten

Prof. Michael Butter, ein von unseren DIN-ISO-zertifizierten Leitmedien wie Spiegel, Welt & Co. vielrezipierter Autor, der in besagten Medien unermüdlich darüber aufklärt, wie verwerflich es doch sei, „Verschwörungstheorien“ aufzustellen (siehe auch Jens Wernicke: Vorsicht, Verschwörungstheorie!), hat nun ein ganz dickes Ei gelegt und selbst ein apologetisches Grundlagenwerk wider die Ketzerei geschrieben: „Nichts ist, wie es scheint: Über Verschwörungstheorien“ (Suhrkamp Verlag, Berlin 2018).

Eines der Hauptziele von Butters publizistischen Schmähungen: Der Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser. Bei nüchterner Betrachtung des gegenwärtigen Weltgeschehens darf man sich an dieser Stelle vielleicht einmal eine naive Frage stellen: Was bewegt einen an der Uni Tübingen angestellten Professor, in einer verhängnisvollen Zeit, in der der Weltfrieden dermaßen bedroht ist, dass uns nicht nur der scheidende Außenminister Sigmar Gabriel an der Münchner Sicherheitskonferenz MSC „am Abgrund“ sieht (Quelle: nzz) und auch das aus Nobelpreisträgern und renommierten Wissenschaftlern zusammengesetzte Gremium des Bulletin of the Atomic Scientists seine „Doomsday Clock“ gerade auf zwei Minuten vor Mitternacht, d.h. der symbolischen Apokalypse vorgestellt hat (Quelle: Spiegel), nun ausgerechnet auf einen couragierten Friedensforscher einzuschlagen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, über die politisch-ökonomischen Hintergründe der gegenwärtigen Übelstände aufzuklären, eine neue Friedensbewegung anzuregen und damit die gnadenlos tickende Doomsday Clock, kurz bevor endgültig der Kuckuck herausschnellt und „Game Over“ verkündet, womöglich doch noch anzuhalten? Wären wir in solch unheilsschwangerer Zeit, in der unsere Leitmedien mit bisher ungekannter Leichtfertigkeit über die Möglichkeit eines nuklearen Schlagabtauschs zwischen NATO und Russland, also über ein Game Over für uns alle sprechen, nicht besser beraten, wenn wir zusammenhalten, anstatt uns in akademischen Grabenkämpfen gegenseitig aufzureiben?

Denn leider haben publizistische Affronts wie die von Michael Butter einen unangenehmen Schneeballeffekt: Es ist nicht nur die Lebenszeit eines möglicherweise gelangweilten Professors aus Tübingen, die durch solche Dispute fruchtlos in den Sand gesetzt wird, auch ein Teil der Arbeitszeit von Daniele Ganser und vielen anderen Menschen der Friedensbewegung ist jetzt damit gebunden, da man sich nun mit Butters Angriffen auseinandersetzen, Erwiderungen schreiben, Behauptungen mit entsprechenden Quellenangaben widerlegen muss etc. – wer schon selbst einmal eine akademische Arbeit verfasst hat, der weiß, wieviel Kapazität damit okkupiert wird und wie geschlaucht man sich oft fühlt, nachdem man alle dokumentierten Sachverhalte gemäß den herrschenden Zitierregeln mit Quellenangaben versehen und in einen im akademischen Diskurs akzeptierten Kontext gestellt hat. – Zeit und Kapazität, die man in der Friedensbewegung angesichts der vielen Brandherde, die derzeit auflodern, eigentlich für wesentlich dringendere Arbeitsaufgaben bräuchte, um das Schlimmste zu verhindern.

Wie dem auch sei: Exerzieren wir das gegenwärtige Malheur ruhig einmal exemplarisch durch, auch wenn wir mit unserer knapp bemessenen Zeit Besseres anzufangen wüssten. Da uns der Fehdehandschuh nun mal bereits hingeworfen wurde, dann heben wir ihn eben auf und betrachten, aus welchem Stoff er eigentlich gewoben ist. – Vielleicht löst sich mit dem, was wir anhand dieses eigentlich unwichtigen, aber symptomatischen Falles erkennen können, ja ein fundamentaler gordischer Knoten, an dem die Welt derzeit fast zu ersticken droht.  Stricken wir also die Ärmel hoch, knipsen wir die Stirnlampe an und machen wir uns ans Werk: Wer ist der akademische Ritter, der aktuell eine Lanze gegen Ganser und gegen „Verschwörungstheorien“ bricht?

„Ein deutscher Amerikanist“ …

In einem einzeiligen Wikipedia-Eintrag erfährt man über Michael Butter nicht mehr, als dass er „ein deutscher Amerikanist ist“. Nun, eventuell finden sich demnächst einige Freunde der amerikanistischen Zunft, die seinen mageren Wikipedia-Eintrag um ein paar weitere Lorbeerkränze und Verdienstorden auffetten, aber vielleicht ist mit dem derzeitigen Einzeiler auch wirklich schon alles gesagt, was es über seine Person zu wissen gilt.

Butters neues Buch soll nach eigenem Bekunden „mit Mythen aufräumen … und zu einem besseren Verständnis des Phänomens beitragen, indem es die Grundlagen, Funktionen, Effekte und die Geschichte verschwörungstheoretischen Denkens vorstellt“. In Anleihe an diejenige Framing-Technik, die der Kognitionsforscher Rainer Mausfeld als „mentale Vergiftung“ bezeichnet, wird der Historiker Daniele Ganser hierbei in eine Reihe neben Alex Jones, Reptiloiden-Theorien und sonstigen ufoesken Ansichten gestellt und als „bekanntester Verschwörungstheoretiker des deutschsprachigen Raums“ bezeichnet. In seinem Buch deutet Butter des Weiteren an, dass Ganser wohl aus finanziellen Motiven Verschwörungstheorien verbreite.

Die Gilde der Gwup/Psiram-Schreiberlinge wird nun frohlocken: Mussten sie ihre auf Daniele Ganser gerichteten Giftpfeile bisher immer aus dem Off der Anonymität abschießen, so haben sie nun eine akademisch akkreditierte, zitierfähige Quelle zur Verfügung. Die Aussage, dass Ganser „ein Verschwörungstheoretiker ist“, entstammt nun nicht mehr nur irgendwelchen Trollen und digitalen Schlägertrupps aus dem Dunstkreis der Psiram-/Skeptiker-Bewegung, die auf zwielichtigen, in Panama und Hongkong lokalisierten Servern ihr Unwesen treiben, sondern dieses Etikett wird der Fachwelt nun in zitierfähigem Normformat von einer wissenschaftlich anerkannten Autorität am digitalen Tablet serviert: von einem Professor an der Universität Tübingen, also einem in der akademischen Hierarchie oberhalb des nur mit der Doktorwürde versehenen Ketzers Ganser rangierenden Würdenträger – über dessen Verdikt sich damit auch alle Zweifel erübrigen sollten. In der Folge kann Professor Butters Butter nun von dem bereits durch Markus Fiedler in seiner Reportage „Zensur“ erläuterten Skeptiker-Netzwerk auf Wikipedia & Co. hundertfach rezipiert und als Teil der „anerkannten wissenschaftlichen Lehre“ ausgewiesen werden. Mit anderen Worten: unzählige trockene Brote werden nun mit der akademischen Butter von Prof. Butter bestrichen werden. Dank der professoralen Butter als Deckschicht ist der unbedarfte Konsument, der noch nie etwas von Ganser & sonstigen alternativen Denkern gehört hat, geneigt, in die akademischen Brötchen der Gegenaufklärer hineinzubeißen, nicht ahnend, dass diese womöglich arg verschimmelt und daher eigentlich ungenießbar sind.

(K)ein Witz

Vor Kurzem habe ich am Marktplatz einen Witz aufgeschnappt: >> Sagt ein Schaf zum anderen: „Du, ich hab‘ gehört, wir werden nächstes Jahr alle geschlachtet.“ – Milde lächelnde Antwort des anderen Schafs: „Aber geh‘, das ist bestimmt eine Verschwörungstheorie!“ <<

Sollte in Zukunft wieder einmal ein Whistleblower ein internes Memo wie dasjenige von NATO-General Wesley Clark veröffentlichen, in dem von einer bis dato noch nicht festzumachenden Instanz aus dem oberen Bürogeschoss der Auftrag erging, „innerhalb von fünf Jahren sieben Länder zu zerstören: beginnend mit Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und zuletzt den Iran“ (Quelle: Democracy Now/Youtube), dann wird dies beim skeptisch aufgeklärten Bürger in Zukunft womöglich nicht mehr die Alarmglocken zum Läuten bringen, sondern nur noch ein müdes Lächeln hervorrufen: „Aber geh‘, das ist nur eine blöde Verschwörungstheorie.“

Auch über diejenigen grauen Eminenzen, über die unsere Bundeskanzlerin immer nur kryptisch als „unsere verlässlichen Freunde“ spricht und denen sie so blind vertraut, dass diese nicht nur die private Kommunikation des Fußvolks, sondern auch ihr eigenes Telefon lückenlos überwachen dürfen, sollte man nicht unnötig Fragen stellen. Wie meinte schon Kater Carlo, als ihm die detektivische Mickey Maus bei seinen im Schutze der Nacht durchgeführten Coups auf die Schliche kam: „Schnüffeln ist aller Laster Anfang.“

Im Schutze der Nacht und unter Ausschluss der Öffentlichkeit durften sich besagte „verlässlichen Freunde“ daher vor einigen Wochen auch zusammenfinden, um nichts weniger zu planen als eine gezielte Zerschlagung Syriens (siehe Bericht in Rubikon) – Ein entsprechendes Protokoll von Benjamin Norman, einem für die Politik des Mittleren Ostens zuständigen Diplomaten der britischen Botschaft in Washington wurde von einem Whistleblower der libanesischen Tageszeitung Al Akhbar zugespielt. Der Inhalt dieses Protokolls entlarvt nicht nur einen menschenverachtenden Bruch des Völkerrechts, das Sabotieren des Friedensprozesses von Sochi und die Instrumentalisierung der UNO sowie der Genfer Syriengespräche durch die sogenannte „Small American Group on Syria“ (USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Jordanien), sondern lässt vor allem tief in die Abgründe einer kriminellen Energie blicken, mit der hinter den Kulissen das Schicksal ganzer Länder ökonomischen Interessen und geostrategischen Plänen geopfert wird. Die alternative Nachrichtenplattform Rubikon und die FB-Seite von Daniele Ganser waren zunächst die einzigen, die dieses brisante Protokoll zu veröffentlichen wagten. Alle anderen Journalisten in der stolzen Landschaft der deutschen „Qualitätsmedien“ guckten betreten zur Seite, obwohl das transatlantische Dokument nun für jedermann verfügbar war. Auch von Seiten der Zunft der an unseren Universitäten habilitierten „deutschen Amerikanisten“ – herrscht Funkstille.

Was, wenn in den Kellern und verspiegelten Hochhäusern derjenigen grauen Eminenzen, von denen uns NATO-General Wesley Clark erzählt, nicht nur detaillierte Pläne über die neoliberale Neugestaltung von Syrien und den Nahen Osten, sondern ebenso über das Schicksal Deutschlands und die zukünftige politische, wirtschaftliche und demografisch-ethnische Gestaltung Europas existieren, zu deren Absegnung auf demokratischem Wege die Bevölkerung niemals bereit wäre? – Eine wilde Verschwörungstheorie? Wo solche Pläne von gewichtigen US Thinktanks wie CFR, PNAC, STRATFOR & Co. doch mittlerweile bereits ganz unverblümt publiziert wurden (siehe Nachrichtenspiegel)? Dass den Denkpanzergenerälen hierbei von der Zukunft Europas nicht das Bild einer friedlichen Insel der Humanität und der Sozialdemokratie vorschwebt, sondern dass ihnen ein mit Russland zerstrittenes, durch kriegerische Konflikte und Terror gezeichnetes Europa im neoliberalen Zeitalter als zeitgemäßer erscheint (Quelle: Chicago Council on Global Affairs / siehe Kurzfassung via Youtube)? – Nein, leider keine Verschwörungstheorie eines psychopathischen Spinners, sondern der nüchterne Report eines der einflussreichsten US Strategen und Politikwissenschaftlers George Friedman, der nicht nur Kommandeure der US-Streitkräfte eigenhändig ausgebildet hat, sondern dessen Thinktank-Organisation STRATFOR laut New York Times weltweit über 4.000 Unternehmen, Personen und Regierungen berät, darunter das US-Außenministerium, Monsanto, Microsoft, Lockheed Martin und die Bank of America. – Vom Tübinger Institut für Amerikanistik wiederum: Kein Kommentar, alles in Butter.

Würden all die Verschwörungstheorien, die in diesen Kreisen abseits der demokratischen Meinungsbildung ausgedacht werden, bloße Theorien bleiben, dann könnte man sich ja in der Tat gemeinsam mit Professor Butter gemütlich aufs Sofa zurücklehnen und süffisant über solche Gehirngespinste lächeln. Blöd nur, dass diese Pläne, über die man sich sogar in der transatlantisch orientierten Redaktion des Spiegel fassungslos gab (siehe Spiegel) und die auch der US Präsidentenberater Brzezinski in seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ relativ detailliert darlegt, nun sukzessive in der Realität ihre Verwirklichung finden, sogar mit erstaunlich akkuratem Zeitplan. Aber wer im derzeitigen Weltgeschehen unlautere Absichten vermutet, macht sich ja in Wirklichkeit nur lächerlich – wo doch heute jeder weiß, dass es die unsichtbare Hand des Marktes ist, die alles regelt.

„Sapere aude!“ („Wage es, weise zu sein!“) lautete einmal die Losung der Aufklärung, die gerade bei lebendigem Leibe zu Grabe getragen werden soll.  Dass die postfaktischen Totengräber der Aufklärung nun sogar die Chuzpe haben, sich selbst als Aufklärer zu präsentieren, setzt der grotesken Szenerie noch das Sahnehäubchen auf. Aber egal ob man darüber lachen oder weinen möchte, das „Sapere aude“ scheint ausgedient zu haben. Wozu auch sich selbst seines Verstandes zu bedienen, wo es doch heute Experten gibt, die alle Fachgebiete auf akademischem Niveau „beherrschen“? (siehe auch Nachrichtenspiegel: „Warum überhaupt noch denken?“)

Was aber, wenn in der Gilde der herrschenden Lehre gähnende geistige Leere herrscht, so wie uns das in einem köstlichen Essay der nzz nahegelegt wird: siehe „Das Gastmahl der Geistlosen“– in dieser Betrachtung verortet der Jurist Milosz Matuschek ein „akademisch zertifiziertes, aber intellektuell desinteressiertes Diplom-Proletariat aus Ärzten, Juristen, Lehrern, Bankern und Ingenieuren“, das den klassischen Bildungsbürger abgelöst hat und „uns in einen Zustand der Wohlstandsbehinderung hineinpäppelt“. Das Gesprächsniveau in solcher Gesellschaft verhalte sich laut Matuschek oft indirekt proportional zur Höhe des Durchschnittseinkommens. Nun, darf es uns dann wundern, wenn die ehrenwerten akademischen Ritter, die in dieser Gesellschaft sitzen, sich weniger dem Interesse des gemeinen Bürgers verpflichtet fühlen, sondern sehr viel lukrativeren Interessen nachgehen (siehe z.B. Noam Chomsky: „Die Wachhunde der Machtelite“ oder Christian Kreiß: “Missbrauchte Wissenschaft“)? Das Menü bei diesem Gastmahl der Geistlosen ist bei aller Fortschrittlichkeit, zu der sich die Ritter der Tafelrunde bekennen, allerdings ein altbekanntes:

Das Tagesmenü: Aufgewärmte Naphtalin-Kugeln aus Heinrich Kramers Mottenkiste

„Verschwörungstheoretiker“ – eigentlich ein läppisches Wort, das mittlerweile etwas abgewetzt ist, nach Einschätzung des Publizisten Mathias Bröckers jedoch auf der nach unten offenen Denunziations- und Diffamierungsskala weiterhin nur knapp über „Kinderschänder“ rangiert und daher ein genuines Mittel ist, um diejenigen Personen, die man mit diesem Etikett belegt, zu ächten. Wie einem historischen Memo der CIA zu entnehmen, ist dieses Schmähwort ein gezielt zum Zwecke tendenziöser Meinungsmache erschaffenes Konstrukt, um seinerzeit Kritiker der offiziellen Version der Ermordung Kennedys zu diffamieren. Obwohl über die „Markteinführung“  dieses Wortes 1967 bereits hinreichend aufgeklärt wurde, hat es seine Wirksamkeit auch im 21. Jahrhundert noch nicht ganz verloren und dient heute weiterhin dazu, um unliebsame Stimmen zum Schweigen zu bringen. Die Anwender dieses Keulenbegriffs bauen dabei weniger auf die – nicht vorhandene – Substanz dieses Wortes, sondern auf einen schlichten psychologischen Mechanismus: Niemand möchte gerne geächtet sein und die meisten Bürger wollen auch nicht mit gebrandmarkten, an den Rand gedrängten Personen der Gesellschaft zu tun haben. Da dieses, eigentlich genuin kirchlich-inquisitorische Dogma („Gut ist, wer sich der herrschenden Lehre/Macht anschließt, böse und verdammenswert ist derjenige, der sich gegenüber dieser Macht selbständig macht“) immer noch nicht gesprengt wurde, kann es weiterhin wirksam sein – was von den Spindoktoren der herrschenden Lehre auch weidlich ausgenutzt wird.

Der Affront von Professor Butter erfolgt akkordiert mit Angriffen gegen Daniele Ganser in mehreren Schweizer Tageszeitungen. Darin wird Ganser mit weiteren diffusen Begriffen wie „Verschwörungsmystiker, Guru, Sekte“ etc. belegt. – Begriffe, die in Wirklichkeit nicht das geringste über eine Sache oder eine Person aussagen, sondern die ganz im Gegenteil einer bloßen Vernebelung dienen, um sich mit einem Sachverhalt bzw. mit dem, was eine Person zu sagen hätte, gar nicht erst auseinandersetzen zu müssen.

Man könnte heute in Zeiten einer verfassungsmäßig verbrieften Meinungs-, Glaubens- und Gewissensfreiheit über solche Diffamierungsbegriffe lachen. Nur leider waren es ebensolche Begriffe, welche in der Geschichte schon bisher die Legitimationsbasis für die allergrößten Verbrechen gebildet haben – sind solche Begriffe doch ein genuines Mittel, um andersdenkenden Mensch quasi das Persönlichkeitsrecht abzusprechen und sie für vogelfrei zu erklären. Genauso wie es im Mittelalter ausgereicht hat, jemanden als „Ketzer“ oder als „Hexe“ zu bezeichnen oder in der McCarthy-Zeit als „Kommunisten“, um ihn auszugrenzen und existenziell zu vernichten, so wird mit diversen Synonymen auch heute noch die Diffamierungskeule geschwungen. Ein inhaltlicher Diskurs mit dem, was diese „Ketzer“ wirklich zu sagen hätten, wird dadurch vermieden. – Auf diese Weise hat sich die Gesellschaft schon bisher um ihre wertvollsten Köpfe gebracht. Vielleicht ist das Verbrennen der Ketzer bzw. das Ausmerzen alternativer Denker auch der schlichte Grund, warum wir heute vor schier unlösbaren globalen Problemen und lt. Sigmar Gabriel sogar „am Abgrund“ stehen (Quelle: nzz). Ein unangenehmer Verdacht drängt sich auf: Die allerortens prädominierende Geistlosigkeit (siehe nzz: „Gastmahl der Geistlosen“) und scheinbare Alternativlosigkeit – sind diese womöglich allesamt nur eine Konsequenz unserer akademischen Arroganz und einer chronifizierten Ignoranz?

Der Hexenhammer 4.0

Wie dem auch sei, wie es scheint, sind gewichtige Vertreter unserer akademischen Intelligenzia gewillt, den Marsch in den Grand Canyon unbeirrt fortzusetzen, obwohl dessen gähnender Abgrund bereits für uns alle in Sichtweite ist. Der streng wissenschaftlichen Fachwelt liegt mit dem Grundlagenwerk von Professor Butter zum Thema „Verschwörungstheorien“ also nun eine Art Hexenhammer 4.0 vor, um alternative Denker plattzumachen. Der „Hexenhammer“ war ja schon im Mittelater ein von der herrschenden Lehrmeinung herausgegebenes probates Mittel, um die allerorts treibenden Blüten der Häretiker und Hexen wieder einzustampfen bzw. dem Scheiterhaufen zuzuführen. Der Inhalt des Hexenhammers lässt sich verkürzt in dem historischen Zitat „Alle Zauberei sollst Du töten!“ wiedergeben – ein Imperativ, der in der Folge von einem ein Heer an Inquisitoren und ihren exekutiven Schergen auch mit eifriger Akribie befolgt wurde. Auszug aus ARD-Enzyklopädie/planet-wissen.de:

„Es gilt als eines der verheerendsten Bücher der Weltliteratur und hat Tausenden von Menschen den Tod gebracht: Der „Hexenhammer“ des Dominikanermönchs Heinrich Kramer. Von seiner ersten Auflage im Jahr 1487 an ist das Buch ein mächtiges Instrument für die Inquisitoren. Es legitimiert die Hexenverfolgungen durch den Papst und dient als Anleitung zur Überführung und Verurteilung von vermeintlichen Hexen (… ) Auch Kritik am „Hexenhammer“ kann zu jener Zeit überaus gefährlich sein, werden doch im „Hexenhammer“ auch mögliche Beschützer der Hexen als Ketzer bezeichnet. Sie sollten den gleichen Verfahren ausgesetzt werden wie die Hexen.“

Zurück aber aus dem dunklen Mittelalter in unsere helle, LED-beleuchtete Gegenwart. Ketzern und Hexen mit glühenden Zangen, Daumenschrauben und eisernen Jungfrauen zu Leibe rücken, nein, das geht in unserer politisch korrekten, gentrifizierten Zeit gar nicht mehr – gäbe üblen Schmorgeruch und gellende Schreie, die heute jeder Anrainer der wissenschaftlichen Hochburgen mit seinem Smartphone aufzeichnen und per Knopfdruck via Youtube ins Licht der Öffentlichkeit stellen könnte. In Zeiten von Industrie 4.0 braucht es heute ein wesentlich smarteres Vorgehen, um von der herrschenden Lehre abweichende Meinungen auf Linie zu bringen.

Wobei sich solche smarte soft power und „Governance“-Knigge hinsichtlich ihrer Abschreckungswirkung im Übrigen als wesentlich effektiver erweisen als archaische Gewalt, die in der Geschichte dann ja doch immer zu einer Revolution gegen die Obrigkeit geführt hat. Und eine Revolution gegen die herrschende – von Jean Ziegler als kannibalisch bezeichnete – Lehre können die amtierenden Polit- und Wirtschaftsmächte heute am allerwenigsten gebrauchen, dazu laufen ihre Geschäfte einfach zu gut. – Wie Noam Chomsky feststellt, gibt es heute im Parlament zwar Demokraten, Republikaner etc., aber in Wirklichkeit nur eine einzige Partei: „Die Partei des Business“.

Um Abweichler dieses gut eingespielten Business wieder zur Räson zu bringen, braucht es heute in einer perfekt vernetzten Wissenschafts- und Medienwelt keinen Hexenhammer und keine Folterwerkzeuge mehr – eine bloße Tastatur und einige Mausklicks reichen aus. Sofern man eine akkreditierte akademische Signatur daruntersetzt, kann man mit den Buchstaben, die man in diese Tastatur hämmert und damit in die Welt setzt, bei anderen Menschen und sogar in ganzen Ländern und Kontinenten mitunter gewaltige Verwerfungen bewirken (siehe z.B. Essay von Dirk C. Fleck „Wenn die Fetzen fliegen“), ohne dass man sich bei dieser gleichermaßen ehrenwerten wie hochdotierten Arbeit sein weißes Hemd bekleckert.

Jeder Ansatz von Aufbegehren gegen die anerkannte, „streng wissenschaftliche“ Lehre kann auf diese Weise im Handumdrehen befriedet werden. Friedensmission nennt man so etwas. Die neuzeitlichen digitalen Ritter, die man auf das Schlachtfeld dieser Friedensmission schickt, stattet man gegebenenfalls auch noch mit einem „robusten Mandat“ aus – sie sollen schon klotzen, nicht nur kleckern dürfen, wenn sie erfolgreich ihre Lanze für die allein seligmachende herrschende Lehre brechen sollen. Jüngst hat ein solcher unbeirrter Ritter also wieder eine Lanze gebrochen und sich dabei selbst um Kopf und Kragen geschrieben.

In der Arena

Der Ritter: Der eingangs erwähnte Michael Butter – seines Zeichens Freiherr und Fahnenträger des mit der kaiserlichen Bulle ausgestatten Ritterordens der „deutschen Amerikanisten“ (Wikipedia), einem mittlerweile säkularisierten Orden, der den hehren ritterlichen Tugenden der Tempelritter schon längst abgeschworen hat und sich stattdessen lieber auf handfeste Werte ausgerichtet hat. Böse Zungen, die diese Art von Rittern als Raubritter bezeichnen, werden von umsichtigen Ordnungshütern umgehend von der Bühne entfernt und auf die mediale Streckbank gespannt.

Der längst überfällige Ketzer, dem die szientistische Lanze diesmal in den Leib gerammt werden soll: Daniele Ganser. Es war auch höchste Zeit, dass diesem unerhörten Sektierer (von lat. secta: abgespaltene Lehrrichtung; also: einer, der sich von der herrschenden Meinung emanzipiert hat und individuelle Wege geht) das Handwerk gelegt wird, schließlich war er gerade drauf und dran, eine ganze Generation junger Menschen wachzurütteln und dazu zu bewegen, in einer Welt, die laut dem bereits erwähnten Bulletin of the Atomic Scientists „zwei Minuten vor Mitternacht“, d.h. dem symbolischen Weltuntergang steht, in letzter Minute doch noch den Zeiger anzuhalten. Ganser geht es dabei nicht um oberflächliche Kontroversen, mit denen sich zeitgenössische Nerds die Nächte um die Ohren schlagen wie z.B. die Frage, ob nun Microsoft oder Linux das bessere Betriebssystem ist, um darauf dann Powerpoint und Call of Duty laufen zu lassen. Nein, Ganser stellt Powerpoint und den Call of Duty bzw. das von Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnete Betriebssystem an sich in Frage! Er fordert nämlich nichts weniger, als das neoliberal-transatlantische Business auf ein humanes Betriebssystem umzustellen – Welch Häresie! Welch Vermessenheit! Welch verwerfliche Irrlehre! Mein Gott, Walter/Heinrich Kramer, steh‘ uns bei! … schick‘ uns Deinen Hexenhammer!

Eile ist nun dringend geboten, schließlich sprengen Gansers Videovorträge auf Youtube bereits die Millionenmarken, seine quer in Europa gehaltenen Vorträge sind restlos ausgebucht, Ganser-Bücher wie „Illegale Kriege“ avancieren zu Bestsellern und alle Versuche zum Mundtotmachen haben bisher nur ein umso größeres Interesse an dem bewirkt, was der eloquente Schweizer zu sagen hat. Manche rechnen ihm sogar eine historisch größere Bedeutung zu als Robin Hood oder William Wallace, man nennt ihn bereits den neuen „Wilhelm Tell aus den Schweizer Bergen“, die Rubikon-Autorin Christiane Borowy bezeichnet ihn als „das schärfste Schwert, das die Schweizer Friedensforschung zu bieten hat“:

„Der Historiker Daniele Ganser ist das schärfste Schwert, das die Schweizer Friedensforschung zu bieten hat. Präzise zerschlägt er mit seinen aufklärerischen Büchern und Vorträgen politische Narrative — und zieht damit den Hass von Kriegsbefürwortern und deren medialer Gefolgschaft auf sich.“ (siehe Rubikon 1)

Eine schnöde Erklärung

In einem weiteren Beitrag auf Rubikon versucht Conrad Knittel das Machwerk von Professor Butter aufzuarbeiten (siehe Rubikon 2), widerlegt die Vorwürfe Punkt für Punkt und zeigt auf, wie Butters Lanzenstöße Richtung Daniele Ganser eigentlich ins Leere gehen. Butters Ausritt ist in Wirklichkeit aber nicht der einzige Lanzenstoß in Richtung alternativer Denker. In unseren Qualitätsmedien kommen einem ähnliche, teilweise noch deutlich aggressivere Bekundungen samt „Bekenntnissen“ der Autoren zur herrschenden wissenschaftlichen Lehre derzeit in geradezu inflationärer Weise entgegen.

Was intelligente Menschen dazu treibt, solche Pamphlete zu verfassen, fragen sich in diversen Foren gerade viele unbedarfte Leser, die bisher an die herrschende Wissenschaft und ihr Versprechen der Aufklärung geglaubt haben. Wo doch unsere Zeit heute so knapp ist und es so viel Wichtiges und Schönes zu tun gäbe, warum dann mit solch zähneknirschender Vehemenz Bücher in einen bereits übersättigten Markt pressen, in denen andere Personen, die sich ganz offensichtlich redlich bemühen, diffamiert werden?

Nun, um nicht noch weiter abzuschweifen, erlaube ich mir diese Frage an dieser Stelle einmal ganz unverblümt und schnöde zu beantworten:

Wie sollen akademische Würdenträger denn sonst ihre Würde und ihr Selbstbewusstsein aufrechterhalten, wenn sie es selbst nicht wagen, für Wahrheit, Frieden und Humanität das Wort zu ergreifen, sondern sich stattdessen feige in den Windschatten einer inzwischen monströsen Lügen-/Manipulationsmaschinerie der herrschenden Meinung und ihrer medialen Claqueure stellen und lieber demjenigen System dienen, das Jean Ziegler als „kannibalisch“ bezeichnet?

Solche Professoren, die eigentlich das Privileg einer erstklassigen Bildung im kulturell reichen Herzen Mitteleuropas und dazu noch Wohlstand und die Sicherheit eines pragmatisierten Berufsstands besäßen … und deren intellektuelle Kapazität die in Brand gesetzte und in vielerlei Hinsicht aus dem Gleichgewicht geratene zeitgenössische Welt dringend bräuchte – wie sollen sie ihr eigenes Versagen sonst rechtfertigen? Entweder sie gingen zerknirscht in eine Eremitage in den Wald (wo ihnen aber der gewohnte Zustrom an Anerkennung durch ihre Kollegen aus dem „wissenschaftlichen“ Diskurs verlustig ginge und damit auch ihr Selbstbewusstsein und ihre Lebensfreude) – oder sie müssen eben auf Andere, die das wagen, was sie selbst nicht wagen, eindreschen und versuchen, dasjenige, was für einen der Aufklärung verpflichteten Menschen eigentlich das Normalste auf der Welt wäre (herrschende Narrative zu hinterfragen, sich der Wahrheit verpflichtet fühlen und neue Wege zu gehen), als „nicht normal“ zu diskreditieren.

Denn das Eingeständnis, als renommierter Exponent der Wissenschaft eigentlich eine Nichtwissenwollenschaft zu verkörpern, würde wohl umgehend zu einem Kollaps der eigenen intellektuellen Großartigkeit führen.

Nachsatz:

Mit diesem wieder einmal viel zu lang gewordenen Aufsatz verabschiede ich mich dann auch schon wieder aus dem Feld der Amerikanistik, in dem ich schnöder Maschinenbautechniker in Wirklichkeit blutiger Laie bin und das ich daher lieber versierten und akademisch akkreditierten Experten wie Prof. Butter überlasse. Damit mich an dieser Stelle niemand falsch versteht: Als Techniker bin ich vielzusehr Pragmatiker, als dass ich die Logik von Prof. Butter & Konsorten nicht nachvollziehen könnte. Wenn ich in einem Auto sitze, in dem der Motor aufgrund eines Kühlerschadens völlig überhitzt ist und kurz vorm Kolbenreiber steht, was mache ich dann mit dem rot blinkenden Warnlämpchen, das mich auf diesen Umstand aufmerksam macht? – Ja, genau: Ich schraube es aus dem Armaturenbrett heraus und werfe es bei voller Fahrt aus dem Fenster, das nervig piepsende Teil.

Wer hat heute schon Zeit zum Anhalten, wenn er mit 130 km/h auf der Autobahn mit Verspätung zum nächsten Meeting unterwegs ist und sich ranhalten muss, wenn er außerdem noch rechtzeitig zum abendlichen Endspiel der Champions-League vor seinem 4K-extended-Ultra-HD-Smart-TV sitzen möchte?

 


zum Thema „Wissenschaft und ihre Wächter“ siehe auch zwei lesenswerte Essays von Matthias Burchardt:

“March for Science – Dead Men Walking”

“Terror und Technokratie”

sowie eine Rezension zu Noam Chomsky:

„Die Wachhunde der Machtelite“

„Uns geht’s gut“ – Darwins gnadenlose Führungskräfte oder: Die Sendung mit der Maus

Wie uns das Handelsblatt jüngst mitteilte, sind die Spitzen unserer Gesellschaft „in weiten Teilen von Naivität, Dummheit und Bösartigkeit gekennzeichnet“. Wie das möglich ist, hat uns ein findiger Kopf in einem kurzen Cartoon mundgerecht aufbereitet (alle Aussagen, mit denen das Video hintermalt ist, stammen aus sozialwissenschaftlichen Studien):

Unser Kollege Frank Ullrich von der Dresdner Sozialwacht hat sich schon vor einiger Zeit ebenfalls auf die Socken gemacht, um herauszufinden, ob die im obigen Cartoon dargestellten wissenschaftlichen Thesen tatsächlich in der Realität wiederzufinden oder doch nur Satire sind. Das Schleudertrauma, das unser Kollege bei dieser Recherche davongetragen hat, hat er glaube ich immer noch nicht ganz überwunden.

Anmerkung: Damit der Leser die beiden Videos nicht nur passiv konsumiert, eine kleine Denksportaufgabe: Wo finden sich in Video 2 das in Video 1 ersichtliche Krokodil wieder, wo die Katze, wo die Maus und wo die Elefantin? – …dann also viel Spaß beim Suchen!

PPS: Wer kein besonderer Spaßvogel ist, sondern mehr ein philosophischer Geist, der kann die Aussagen unserer Politiker und Wirtschaftskapitäne in Video 2 auch unter dem Gesichtspunkt des legendären UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld betrachten: „Achtung vor dem Wort ist die erste Forderung in der Disziplin, durch welche der Mensch zur Reife erzogen werden kann (…) Das Wort missbrauchen, heißt die Menschen verachten. Das unterminiert die Brücken und vergiftet die Quellen. So führt es uns rückwärts auf der Menschwerdung langem Weg.“

(aus: Dag Hammarskjöld, „Zeichen am Weg“, Pattloch Verlag S.99 )

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