Moderne Mythen

Diese Kategorie enthält 83 Artikel

Archonten, Dämonen und Meteoriten in Träumen, weisen auf die „letzten Tage“ hin

Sind Träume ein Blick hinter den Vorhang in unsere Zukunft? Seit altersher stellen sich Menschen diese Frage – doch bis heute haben wir keine schlüssige Antwort auf diese Frage gefunden. Über eine Tatsache aber scheinen sich Traumforscher und Psychologen indes im Klaren zu sein: Träume sind sehr eng mit unserer sozialen und gesellschaftlichen Situation verbunden, manchmal versuchen uns Träume sogar zu warnen. In den USA träumen gegenwärtig Menschen von Dämonen und Meteoriten, die im November die Vereinigten Staaten heimsuchen könnten.

Deathtronauts – Die Jenseitsforscher

Der aktuelle Stand

Mythen Metzger

Mystery Kurzmeldungen #21 2020

FBI: Tesla Dossier https://vault.fbi.gov/nikola-tesla/Ni…

 

Kryptide: Die These der zeitreisenden Tiere

Mythen Metzger

Mystery Kurzmeldungen #19 2020

Die UFO-Landung von Valensole

Es ist einer der wenigen Fälle, den die staatliche französische UFO-Forschungsbehörde GEIPAN bis heute nicht aufklären konnte: Am Morgen des 1. Juli 1965 stürzt der Lavendelbauer Maurice Masse atemlos ins Bistrot seines Dorfes Valensole in der Provence. Seinem Freund, dem Barbesitzer, erzählt er eine unglaubliche Geschichte: Gerade sei er Zeuge einer UFO-Landung in seinem Lavendelfeld gewesen. „Aber erzähl bloß niemandem davon!“, fügt er hinzu, „Das bleibt unter uns!“.

Am Abend des 2. Juli 1965 erfährt die lokale Gendarmerie von dem Vorfall und bestellt Maurice Masse noch am selben Tag zur Befragung ein. Das komplette Vernehmungsprotokoll und der Untersuchungsbericht der Gendarmen sind inzwischen auf der Webseite der staatlichen UFO-Forschungsorganisation GEIPAN abrufbar. Darin beschreibt Masse ausführlich die von ihm gesehenen Wesen und das Fluggerät. Die Gendarmen des Ortes nehmen den Lavendelbauern sehr ernst. Unverzüglich informieren sie ihren Kompagniekommandanten und machen sich gegen 22:00 Uhr zusammen mit Monsieur Masse auf den Weg zur Landestelle. Tatsächlich finden sie merkwürdige Spuren am Boden…

Muster des Verschwindens

…und die falsche Kritik an David Paulides

Alien Signs?

Visitors flocked to see a giant crop circle discovered in the grain field between the Bavarian towns of Raisting, Fischen and Diessen am Ammersee.

Rätselhafte Welt Big Pack – Die erlaubten Auszüge aus gelöschten Videos

Mythen Metzger

Wissenschaft und Wirklichkeit

Ein Standpunkt von Rüdiger Rauls

Wirklichkeit belehrt Wissenschaft

Wissenschaft schafft nicht nur Wissen sondern auch Verunsicherung. Neue Erkenntnisse stellen alte Gewissheiten in Frage. Worauf aber ist noch Verlass? Denn die Wissenschaftsgesellschaft verliert den Blick für die Wirklichkeit.

Im Dienst der Interessen

In den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen nimmt die Wissenschaft eine immer bedeutendere Stellung ein. Jeder beruft sich auf sie, der seinen Ansichten Nachdruck verleihen will. Da sie den Ruf der Neutralität hat, gilt sie als unverdächtig. Damit ist sie ein idealer Deckmantel, hinter dem sich die Interessen verstecken können.

Dieses Bild der Neutralität bekommt Risse. Immer häufiger stützen sich die gesellschaftlichen Gruppen mit ihren Interessen auf wissenschaftliche Erkenntnisse, Studien und Theorien als Beweis für die Richtigkeit der eigenen Ansichten. Die Gesellschaft wird überschwemmt mit Wissenschaftlichkeit.

Der Mandela Effekt – Fehler in der Matrix?

Weltweit berichten Menschen, dass sie bestimmte Dinge oder Ereigniss anders in Erinnerung haben, als diese zum aktuellen Zeitpunkt sind. Teilweise sind diese Erinnerungen kollektiv, was bedeutet, dass viele Menschen die selbe veränderte Realität teilen und das über Kontinente und Sprachbarrieren hinweg! Alles nur Einbildung oder sind wir hier etwas Großem auf der Spur? Dieses Video liefert Beispiele und Erklärungsansätze zum sogenannten Mandela Effekt!

David Icke – Ehrliche 10 Minuten zum Thema Realität

In diesem Video spricht David Icke über das Thema Realität, Wahrnehmung und der Manipulation selbiger.

Mystery Kurzmeldungen #12 / 2020

Mythen Metzger

Verbotene Archäologie – Was die Wissenschaft verschweigt!

In der Archäologie tauchen immer wieder Funde auf, die so gar nicht in die Geschichtsschreibung passen. Schnell werden sie als Kultobjekte abgetan. Bei genauerer Betrachtung scheint mehr dahinter zu stecken, als man offiziell zugibt. Werden wir unserer wahre Herkunft und Geschichte betrogen?

Der Konsens-Nonsens – Markus Fiedler bei SteinZeit

Zu Gast bei Stein-Zeit.Tv war der Diplom-Biologe und Lehrer Markus Fiedler, der vielen bekannt geworden ist durch seine Filme über die manipulativen Machenschaften der Wikipedia. https://wikihausen.de/dokumentarfilm-…

Im Interview mit Robert Stein bespricht er den angeblichen Konsens in der Wissenschaft in Sachen Klimaforschung. Zentraler Bestandteil war eine Studie vom Januar 2013 von Cook et al, die immer wieder herangezogen wird um die Einigkeit unter den Wissenschaftlern zu illustrieren. Von fast 12.000 ausgewerteten Studien stimmen nicht 97% der These des vom Menschen verursachten Klimawandel zu, sondern sage und schreibe nur 0,54%. Zusätzlich erklärt Markus Fiedler anhand der Rohdaten dieser Studie wie die Ergebnisse ad absurdum geführt wurden und Ursache und Wirkung einfach vertauscht wurden.

 

Warum der Untergang naht … und warum wir uns jetzt trotzdem entspannen können

Vergiftete Brunnen und Influencer mit Morbus Science

Manchmal schafft es auch ein Bericht in die Massenmedien, der nicht der Banalität oder der Desinformation dient, sondern durchaus lesenswert ist. So etwa ein gestern in der NZZ erschienenes Essay einer promovierten Historikerin, die es wagt, die Käseglocke anzuheben, unter welcher die Welt der akademischen Lehre gerade vor sich hinschimmelt.

Die Historikerin beschenkt uns in ihrer Betrachtung auch mit einem historisch denkwürdigen Begriff, den wir uns merken sollten, um dasjenige zu verstehen, wo der gesunde Hausverstand derzeit kapitulieren muss: „Agendawissenschaft“. Wissenschaftlern dieser neuen, sich epidemisch ausbreitenden Zunft ginge es nicht mehr um ergebnisoffene Forschung und Erkenntnis, sondern darum, „mithilfe von Forschung und Lehre ein ideologisch verbrämtes gesellschaftspolitisches Programm voranzubringen“. Inzwischen habe sich in der wissenschaftlichen Welt ein regelrechter Widerwille etabliert, sich mit <<falschen Positionen>> zu befassen“.

Wer in dieser Nichtwissenwollenschaft den Kopf über den Tellerrand heben – oder eigentlich nur die Augen für die unmittelbare Realität öffnen möchte, der muss mit Disziplinierungsmaßnahmen rechnen. Disziplinierungsmaßnahmen, an denen sich bereits Erstsemestrige eifrig beteiligen, um Lehrende, die nicht auf Linie sind, zu diskreditieren und aus dem öffentlichen Diskurs zu verdrängen.

In Zeiten von Social Media geht das per Knopfdruck und in Echtzeit. Auf Phasen der Reflexion über Gehörtes und allenfalls verflogene Wut nach einem  Heimspaziergang kann heute nicht mehr gerechnet werden. „Daumen runter“ gibt’s sofort, wenn einem eine Ansicht begegnet, welche der persönlichen Kompassnadel widerspricht. Dass diese persönliche Kompassnadel nur deswegen in eine bestimmte Richtung zeigt, weil „Manufacturing Consent“-Spezialisten einen kleinen Magneten installiert haben, der eine freie Bewegung der Kompassnadel nicht zulässt, wird nicht in Betracht gezogen.

Nach Beobachtung der Historikerin werde stattdessen „die enorme Komplexität des Wissens, mit der sich Studenten vor allem in den ersten Semestern konfrontiert sehen, auf ein leicht verstehbares und durch Aneignung der «richtigen» Sprache schnell anwendbares Schema“ reduziert, mit dem die Welt in Gruppen aufgeteilt werden könne. Alles natürlich, um dem Guten und Gernen Leben zu dienen. Um ein auf Andersdenkende disziplinierend wirkendes Klima zu erzeugen, bedürfe es einer kritischen Masse solcher Agendawissenschaftler in jeweiligen Forschungsfeldern. Nach Ansicht der Historikerin habe der Marsch durch die Institutionen vor allem in den Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften dazu geführt, dass diese kritische Masse vielfach bereits erreicht wurde.

Wer nachfolgenden Artikel liest, wird verstehen, wie der Brunnen der herrschenden Lehre gerade sukzessive vergiftet wird und wie es dazu kommen konnte, dass wir im gesellschaftlichen Diskurs derzeit regelrecht wahnhaften Vorstellungen folgen. Denn aus besagtem Brunnen der herrschenden Lehre der (Agenda-)Wissenschaft schöpfen auch alle Influencer, die derzeit ihre Millionenschaften an Followern und fast eine ganze Generation mit dieser Influenza influenzieren: All die Junk Science „Bildungskanäle“ wie maiLab (bereits bedacht mit dem Grimme Online Award für Wissen und Bildung), Rezo, Porno-Katja & die 90 Super Youtuber etc.

Da die WHO den Virus von Morbus Science immer noch nicht in seiner letalen Auswirkung erkannt hat, hat sich diese bislang nur in bestimmten Thinktanks und Universitätsinstituten grassierende Krankheit mittlerweile zur Pandemie ausgeweitet.

Ritter*Innen der Kokosnuss

Natürlich gebietet es das Selbstverständnis eines im akademischen Leben verankerten Nichtwissenwollenschaftlers, dass er nicht untätig bleibt. Das Schul- und Universitätssystem hat ihm einen aufs Höchstmaß zugespitzten Intellekt aufgesetzt, mit dem er jetzt nicht ganz tatenlos zusehen kann, wie rundherum in der Welt alles den Bach runtergeht. Er muss diesen Intellekt auch schon aus Gründen der reinen Selbsterhaltung in irgendeine Richtung einsetzen. Denn würde er sich  mit einem mit 400 U/min vor sich hinrotierenden hybriden Intellekt nicht irgendwo einkuppeln sondern nur im Leerlauf drehen, dann würden sich die Zahnräder seines Getriebes selbst zerreiben. Doch wo darf man ihn in Zeiten wissenschaftlichen Prekariats noch einkuppeln, diesen Intellekt? Für irgendetwas möchte man kämpfen, damit man sich nicht ganz wertlos vorkommt. Aber die von Regierung und Medien vorgegebene Linie lässt kaum noch etwas zu, gegen das man kämpfen bzw. für das man sich engagieren darf. Nur zwei mickrige Ventile werden der Masse angeboten, über die sie ihren Überdruck abpfeifen lassen darf. Angesichts des massiven Überdrucks, der sich jetzt über diese beiden Ventile Ausdruck verschaffen möchte, hat es die Ventilsitze samt den Adaptern allerdings bereits vollkommen durchgerissen, sodass nun der ganze Reifen plattmacht.

pixabay/CC0

Diese beiden, mittlerweile ausgeleierten Ventile sind jedem bekannt: Einerseits der „Kampf gegen Rechts“ (laut Prof. Mausfeld ein „Fake-Kampf“, der vor der Konfrontation mit den wirklich anstehenden Problemen ablenken soll) und andererseits der Kampf für Geschlechterneutralität. Wer also nach Schulende seinen vorgeschriebenen Grundwehrdienst als Infanterist im Kampf gegen Rechts schon abgeleistet hat und der Gesellschaft besonders progressiven Fortschritt bescheren möchte, der darf beim Orden der Ritter*Innen der Kokosnuss seine Lanzen brechen. Nach sechs Semestern Gender Studies kann er dann als Bätschelor mit evidenzbasierten Studien die drängende Frage abarbeiten, ob es noch Inklusion oder bereits Diskriminierung ist, wenn man Mushroom Mermaids als Reinigungskräfte einsetzt, um das Stehurinal zu putzen, in dem Wombat Cockster und Hustler Hedgehogs ihre Notdurft verrichten.

Relax, don’t do it!

Wer den nzz-Artikel liest (der in Wirklichkeit nur die Spitze eines von hunderten Eisbergen zeigt und der sehr zurückhaltend geschrieben ist, da die Autorin ansonsten ja ihre eigene Position als Masterstudiengangs-Leiterin gefährden würde), der wird auch etwas sehr Ernüchterndes realisieren: Dass es angesichts des bereits vorangeschrittenen Grades an neoliberaler Indoktrination wohl nur eine relativ kleine Anzahl an Menschen sein wird, die sich der Vermassung entziehen und ein gesundes, eigenständiges Denken ausbilden wird können.

Diese an sich fatale Tatsache einzusehen, hat aber auch etwas Entspannendes: Man ist dann nicht mehr versucht, die gesamte Gesellschaft zu retten bzw. dem kollektiven Wahnsinn eine Wende geben zu müssen (dazu ist dieser Wahnsinn bereits zu weit vorangeschritten bzw. in das Innere der Menschen hineingedrungen).

Auch wenn es also nur vergleichsweise Wenige sein werden, die nicht Opfer des Wahnsinns  werden (siehe Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest), so kommt es aber gerade darauf an, dass es sie gibt. Wie sie in einer weitgehend irre gewordenen Welt leben werden können, ich vermag es auch nicht zu sagen. Man kann nur darauf hoffen, dass sich schon irgendwie Möglichkeiten ergeben werden. So wie auch nach einem Vulkanausbruch am aschebedeckten Umfeld wieder vereinzelt Samen aufgehen und zu Bäumen heranwachsen, die Anderen Schatten spenden können.

Mit ‚Entspannen‘ meine ich natürlich nicht, dass man jetzt die Füße auf den Tisch legen und Dschungelcamp gucken soll. Ganz im Gegenteil: Man muss jetzt äußerste Kraft aufwenden und in Bewegung bleiben, damit man im neoliberal vergletschertem Lebensumfeld nicht erfriert. Wer gesund bleiben und verhindern will, dass einen der Wahnsinn packt, der muss geistig rege sein wie noch niemals zuvor. Insofern ist es auch nicht umsonst, dass es Einzelkämpfer gibt, die mit ihren kleinen Piratensendern die Stellung halten, obwohl der Wind des Wahrheitsministeriums mit aller Kraft versucht, sie von der Bildfläche zu blasen (was dank Zensur und Shadowbanning-Techniken in den sozialen Medien auch durchaus erfolgreich vorangetrieben wird). Denn diejenigen, die noch geistig gesund sind, brauchen auch gesunden, nicht mit dem Virus des Wahnsinns influenzierten Input von anderen, sonst müssten auch sie mehr oder weniger verzweifeln.

Mit ‚Entspannen‘ meine ich vielmehr, dass man es sich weitgehend abschminken kann, andere überzeugen zu wollen, die ihre Wahl vorerst bereits getroffen haben, obwohl man ihnen die Worte von Max Jacob zurufen möchte: „Ich weine vor Euch, weil ich weiß zu welchen Schlünden ihr wandert.“ Das heißt nicht, dass man nicht den ein oder anderen bei Gelegenheit doch davon abhalten könnte, in den Abgrund zu marschieren. Doch wer sich dies für die Gesellschaft als Ganzes erwartet, der würde sich hoffnungslos verausgaben. Die Verpflichtung, die jeder noch gesund denken könnende Mensch hat, ist jedoch: sich selbst und diejenigen, die sich ebenfalls dem Wahnsinn verweigern, geistig gesund zu erhalten bzw. aus dem medial verordneten Eintopf der Ignoranz zu emanzipieren und jetzt vollkommen unabhängig  denken zu lernen. Auch vollkommen unabhängig von denjenigen Autoritäten, die sich in schönen Gewändern als Wissenschaft bezeichnen, aber meist nur eine Nichtwissenwollenschaft verkörpern. Ebenso unabhängig von Intellektuellen, von denen derzeit ja viele enttäuscht sind, da sie sich in mancherlei Hinsicht ebenfalls der Agenda des Mainstream ergeben haben. Mit dem Erlangen und Bewahren dieses unabhängigen Denkens ist das Notwendige getan. Was dann kommt, wird sich schon ergeben.

Aufgrund verschärften Zitaterechts diesmal nur ein schlichter Link zum vorgenannten Artikel:

Wenn Wissenschafter eine Agenda verfolgen: wie Macht und Moral an den Hochschulen die Erkenntnis ersetzen (nzz)

 

P.S.:
Was an diesem nzz-Artikel eventuell zu bemängeln wäre, ist die Verwendung des Wortes „Moral“, mit welcher die besagte Disziplinierung neben „Macht“ erfolge. Um wohl klingende Wörter sind wir ja heute nicht verlegen, um unsere Lebenslüge zu rechtfertigen, obwohl das Motiv der Agendawissenschaftler eher mit dem Wort „Moralisieren“ zu charakterisieren wäre – wobei „Moralisieren“  ja geradewegs das Gegenteil von wirklicher Moral und eigentlich eine Amoral oder sogar Antimoral ist.

Auch wird im nzz-Artikel die Frage, wer denn eine solche Agenda der Agendawissenschaften überhaupt ausgibt, nicht einmal berührt. Wer sich darüber kundig machen möchte, der wird eventuell bei Noam Chomsky (siehe „Die Wachhunde der Machtelite“), bei Edward Bernays oder bei Bertrand Russel fündig:

>> Ich denke, das Thema, das politisch am wichtigsten sein wird, ist die Massenpsychologie. … obwohl diese Wissenschaft sorgfältig studiert wird, wird sie starr auf die regierende Klasse beschränkt sein. Die Bevölkerung wird nicht wissen dürfen, wie ihre Überzeugungen entstanden sind. Wenn die Technik perfektioniert ist, wird jede Regierung, die für die Erziehung einer Generation verantwortlich ist, in der Lage sein, ihre Untertanen sicher zu kontrollieren, ohne dass Armeen oder Polizisten benötigt werden … Bald werden verschiedene Ergebnisse erzielt werden: dass der Einfluss der Heimat hinderlich ist … Erziehungs-Propaganda könnte mit Hilfe der Regierung dieses Ergebnis in einer Generation erreichen. Es gibt jedoch zwei mächtige Kräfte, die gegen eine solche Politik sind: die eine ist die Religion, die andere der Nationalismus. … Eine wissenschaftliche Weltgesellschaft kann nicht stabil sein, wenn es keine Weltregierung gibt. <<  (Bertrand Russell, Der Einfluss der Wissenschaft auf die Gesellschaft, 1953)

Dr. Daniele Ganser: Der illegale Krieg gegen Libyen 2011

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 18. November 2019 in Karlsruhe über den Angriff von Frankreich, Grossbritannien, den USA und anderen Ländern auf Libyen im Jahre 2011, den er als illegal einstuft.

Dabei stützt sich Ganser auf das UNO-Gewaltverbot, das klar und deutlich Kriege seit 1945 verbietet und sagt: Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt.

Fukushima – Ende nicht in Sicht

Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen…

Im März 2011 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 9 die Küste von Japan. Auf das Beben folgte ein Tsunami. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam es daraufhin zur Kernschmelze. Die Region um Fukushima wurde zum Sperrgebiet. Vier Jahre nach der Katastrophe haben wir uns vor Ort ein Bild machen können.

Miesepeter des Universums oder freie und liebesfähige Menschen? – Teil 2: Auf die Knie vor Gott KI!

Gott oder Google?

„Gott oder Google?“ In wortgewaltiger Weise eröffnet Wolf Reiser ein jüngstes Interview mit Gernot Brauer, dem Autor des Buchs „Die Bit-Revolution – Künstliche Intelligenz steuert uns alle in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“. Das Interview erschien auf Rubikon. Es ist begrüßenswert, dass alternative Medien auch Standpunkte vermitteln, in denen Alternativlosigkeit suggeriert wird (siehe auch Rubikon 2) – so bleiben wir als Leser stets wachsam, auch alternativen Medien gegenüber. Um was geht es also? Nun, um nichts weniger als um Sein oder Nichtsein – zumindest um das Sein, wie wir es bisher kannten. Denn hinter dem Horizont braut sich gerade ein Tsunami zusammen, der uns nach Ansicht des KI-Spezialisten Brauer zweifellos „überrollen“ wird.

„Der Wandel [die „digitale Transformation“] wird kommen. An uns liegt es jetzt, ihn ethisch verträglich zu gestalten.“ – Ja, dem ist wohl zuzustimmen. Nur leider werden wir dann, wenn wir Menschsein als das auffassen, als was es der interviewte Experte auffasst, da leider nicht viel ausrichten und dem Wandel weitgehend hilflos gegenüberstehen.

Brauer: „Folglich können wir auch uns selbst als Datenfaktum wahrnehmen. Insofern ist der Mensch eine Rechenaufgabe (…)  Denken und Fühlen, also die Essenz unseres Menschseins in Computern auslagern lässt. Wenn dann ein Mensch stirbt, lebt sein Geist maschinell weiter.“

Auch wenn dies viele als fortschrittlich ansehen. Aber es ist, ohne zu werten, technizistisch-amerikanische Denkart und nicht genuin-europäisch-humanistische. Es steht natürlich jedem frei, daran zu glauben, dass in der jenseits des Atlantik liegenden, der Furche des Silicon Valley entsprungenen Denkweise die Zukunft liegt. Nicht wenige schließen sich heute dieser Meinung an. Und in der Wahl ist der Mensch auch vollkommen frei. Nur im Tragen der Folgewirkungen dieser Wahl dann leider ganz und gar nicht mehr. Und diese Folgewirkungen auf Ökologie und Mensch sind eigentlich bereits jetzt schon für jedermann sichtbar und spürbar, wir brauchen dazu eigentlich gar keine Zukunftsforscher und Experten aus Silicon Valley, die uns die immer mehr überhand nehmende Technisierung erklärbären.

Und bei aller unbestreitbaren Klugheit und Zahlenmächtigkeit von Gernot Brauer lebt in dem, was der Computer-/Kybernetikexperte sagt, leider auch eine ungeheure Naivität. Vor allem, dass der Mensch als eine Rechenaufgabe, die man „lösen“ könne, auffassbar sei bzw. als ein Zahlenbündel, das man in eine Maschine uploaden kann, ist m.E. ein folgenschwerer Irrtum. Wer den menschlichen Geist bzw. seine Bewegungen des Denkens, Empfindens und Willens auf ein digitales „Datenfaktum“ reduzieren möchte, der verkennt vollkommen das Wesen des Menschen, das eigentlich in aller großen Literatur und Kunst in überzeugender Weise zum Ausdruck kommt – oder besser gesagt: anklingt. Denn dingfest machen kann man den menschlichen Geist nie, er ist unwägbar, jenseits der binären, stromdurchflossenen Logik eines Computers und immer in kreativer, unberechenbarer Entwicklung begriffen – was ihn aus Sicht des von Brauer zitierten Softwareentwicklers Hardy Schloer auch gefährlich macht. Das Fazit Schloers, nachdem er sich im Selbststudium durch gleich fünf Wissenschaften (Mathematik, Physik, Philosophie, Soziologie, Sozialpsychologie) gearbeitet hat: „Kein Computer wird jemals so unberechenbar und gefährlich agieren wie Menschen. KI ist sicherer, berechenbarer und humaner, also verantwortlicher einsetzbar als jemals der Mensch.“

Um diese Gefährlichkeit zu heilen, hat der Deutsch-Amerikaner die revolutionäre Software Prisma Analytics programmiert, die laut Brauer „das Zeug hat, die Welt zu verändern … Sie scannt in ihrem Weltmodell alles, was Menschen erschreckt und erfreut, was sie befürchten und ersehnen, was sie wollen und tun. Sie errechnet in Millisekunden, was daraus folgt, was man also wann tun oder lassen sollte. Sie denkt für uns, schneller als wir selbst das vermögen.“

Lechzend nach Selbstkastration

Prisma Software ist nicht der einzige Big Data Konzern, der an der lückenlosen Kartographie der menschlichen Lebenswelt bis in die Genomsequenzen hinein arbeitet. Alle machen inzwischen einen auf KI. Ohne dass es allzuvielen Bürgern bewusst ist, existieren längst kommerziell genutzte Datenbanken wie die des US Konzerns Acxioms, in denen wir praktisch alle  – mit größter Wahrscheinlichkeit auch Sie, die Sie das hier lesen – aufgelistet sind, fein säuberlich eingeteilt nach unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und monetären Potenz. Die unterste Kategorie der hier analysierten Menschen heißt lt. Acxiom übrigens „waste“, also Abfall oder Müll (siehe Süddeutsche). Was wird die grandiose Künstliche Intelligenz, wenn wir ihr einmal vollkommen die Schalthebel in die Hand geben, da wir uns nicht mehr die Mühsal des Selbst-Denkens und Selbst-Entscheidens auferlegen wollen, einmal mit den Menschen in dieser untersten Kategorie machen (siehe dazu erste, bereits überwältigende Ansätze in Chinas „Social Scoring“-Bürgerüberwachungs-/bestrafungssystem)? Ich will es mir ehrlich gesagt nicht ausmalen. Denn dazu müsste ich mich als Spaßverderber und Fortschrittsverweigerer unbeliebt machen, wo ich doch am Surfen auf der euphemistischen Technikwelle selbst voll Spaß habe und damit auch ein lukratives Einkommen beziehe. – Nein, das mit dem Entenzüchter, als der ich mich immer ausgebe, war natürlich nur Fake, in Wirklichkeit drehe ich selbst kräftig am Rad derjenigen Branche mit, die auch im o.a. Rubikon-Artikel besungen wird – als Automatisierungstechniker und Berater von global agierenden Konzernen, die nun auch in Sachen Big Data kräftig aufrüsten und sich der „digitalen Transformation“ anheimgeben.

Mal unter uns gesagt …

Wir Techniker sehen die Sache rund um Digitalisierung und KI übrigens sehr viel nüchterner als die Journalisten und Politiker, die unsere Innovationen besingen. Die meisten von uns lassen sich in ihrem eigenen Haus so wenig Technik wie möglich installieren, da sie wissen, wieviel Schwierigkeiten und Wartungsaufwand sie bedeutet. Viele von uns schirmen auch ihre Hauselektronik, ihr WLAN und ihr DECT-Telefon ab (BMW macht das nach Absprache mit Strahlenschutzexperten und Fachleuten von Siemens übrigens konzernweit) – Nur Sie Otto Normalverbaucher dürfen das nicht. Wenn Sie sich dem verweigern und unsere Drahtlos-Gadgets nicht bedingungslos toll finden, dann … setzen Ihnen unsere Schergen von der Gwup-/Skeptikerbewegung (übrigens gesponsert vom „Forum Mobilkommunikation“, dem Zusammenschluss aller gewerblichen Mobilfunkbetreiber) einen Aluhut auf und führen Sie geteert und gefedert durchs digitale Dorf.

Wir Techniker lassen die Manufacturing Consent-Säue durchs Dorf treiben und ziehen unsere eigenen Schlüsse. In unserem privaten Bereich reduzieren wir die Technik, die wir selbst entwickeln, auf ein Minimum. In unseren eigenen vier Wänden leben wir gerne entspannt, um am nächsten Tag fit für den Job zu sein. Smart Home und Smart Living mit dauerstrahlender Drahtlostechnologie überlassen wir daher den naiven Konsumenten, die sich auf Parterrehöhe tummeln.

Ich weiß von Generaldirektoren namhafter LED-Hersteller, die in ihrem eigenen Heim niemals eine LED-Leuchte einbauen würden, da sie um die Schädlichkeit dieses elektronischen Lichtes wissen. Sie verwenden die gute altmodische Glüh- oder Halogenbirne, führen diese sogar auf ihren Reisen mit und schrauben sie im Hotelzimmer für die Dauer ihres Aufenthalts um. Für den gemeinen Kleinbürger: streng verboten. Die Direktoren und Manager meiden ihre eigenen Produkte aus guten Gründen. Ab einer gewissen Etagenhöhe kennt man die Forschungslage und möchte, dass die eigenen Kinder gesund aufwachsen. Sogar in Silicon Valley  geben die Chefs bei Google, Apple, IBM & Co. ihre Kinder nicht in die Mühle der Frühdigitalisierung, sondern in die Waldorfschule, wo sie zumindest in den ersten Klassen ganz ohne Technikkrimskrams aufwachsen und ein gesundes Denk- und Handlungsvermögen entwickeln können. Sie sollen ja ebenfalls einmal Führungsrollen übernehmen, und wenn ihr Nervensystem dissoziiert ist, geht das nicht. Die Kinder so früh wie möglich an den Computer und ans WLAN anstöpseln: Das überlässt man wiederum dem Pöbel auf Parterrehöhe.

Wenn wir im Meetingraum oder in der Kantine beisammen sitzen, können wir uns nur wundern, wie gerade diejenigen Bürger und Politiker, die am allerwenigsten Ahnung von Technik haben, am lautesten nach dieser rufen und nun sogar nach der totalen Digitalisierung lechzen, während wir ihnen immer größere und raffiniertere Guillotinen zur Selbstkastration und zukünftigen Entmündigung liefern. Anfangs haben wir unter Kollegen darüber gewitzelt, inzwischen ist uns der Hype, der beinahe schon die Dimension einer neuen Religion angenommen hat, fast schon ein bisschen unheimlich. Aber so what, bei dieser Gelegenheit ein kleines Statement an die fortschrittsfreudigen, fernsehenden Spiegelbildbürger da draußen: Wir schaffen das. Mit links und lächelnd. Wenn Ihr es unbedingt wollt, dann werden wir liefern. Und das nicht zu knapp. Bitte nachher aber nicht rumheulen.

Paradies oder Dantes Eishölle?

Lasst es mich einmal ganz offen sagen, so wie ich es als Techniker sehe (der aktuell selbst an mehreren Projekten zur Mensch-Maschine-Interaktion arbeitet): Der Mensch als analoges, vielschichtiges, mit Leben erfülltes Wesen ist in Wirklichkeit vollkommen inkompatibel zum Computer. Ein Mensch ist auch nicht multitasking-fähig. Bereits jetzt nehmen wir die Dinge viel zu oberflächlich wahr und verpassen dadurch das Wesentliche (was auch mit der Grund ist, warum sich immer mehr Menschen leer und depressiv fühlen). Wenn unsere Aufmerksamkeit jetzt noch mehr abgezogen bzw. auf mehrere „Tasks“ gesplittet werden soll, dann wird sich dieser Abwärtstrend noch weiter verschärfen. In den Entwicklungsabteilungen sind wir übrigens nicht so dumm, dass wir uns nicht bei Experten aus Medizin, Neurobiologie u.a. Gutachten über die Human- und Umweltverträglichkeit einholen. Das machen wir nicht aus Gründen des Vorsorgegedankens, sondern schlicht aus haftungsrechtlichen Gründen. Wir wollen ja nicht, dass uns aus unseren neuen Produkten und Technologien Schadenersatz- und Regressanspruche erwachsen, die den Profit mit selbigen übersteigen. Mir liegen umfangreiche Ordner mit Unterlagen vor, die mit „confidential“ beschriftet sind und in denen Erschütterndes über die Verträglichkeit neuer smarter Technologien für Mensch, Fauna und Flora dokumentiert ist. Ich könnte alleine über die gut dokumentierten Nebenwirkungen elektromagnetischer Felder, insb. gepulster Hochfrequenzstrahlung wie sie von Bluetooth- und Wifi-Geräten ausgeht, Bände erzählen.

Obwohl ich diesbezüglich zum Schweigen verpflichtet bin, kann ich sagen: Im Grunde steht da gar nicht viel anderes drin, als was diejenigen Forscher erzählen, die da in klassischer Manier des „Wargame-Memos“ am laufenden Band medial diffamiert und lächerlich gemacht werden. Was z.B. ein von der Südtäuschen Zeitung (laut neuestem Gerichtsbeschluss zu Unrecht) diffamierter Prof. Adlkofer über DNA-Strangbrüche und Zellmembranschädigungen durch Mobilfunkstrahlung erzählt, ist auch nach anderen, nicht veröffentlichten Studien, die mir vorliegen, 1:1 wahr. Nachdem uns aber von politischer bzw. ministerieller Seite signalisiert wurde, dass das alles kein Problem darstelle, da man dem technischen Fortschritt unbedingten Vorrang gebe und diesbezüglich keinesfalls im Wettlauf mit anderen Ländern zurückbleiben wolle, bleiben diese Sachverständigengutachten im Schrank. Auch die großen Rückversicherer wie Swiss Re wissen um diese Studien und haben daher alle Haftungsansprüche für zukünftige Schäden aus Mobilfunkstrahlung vertraglich ausgeschlossen. D.h., wenn der Schaden an Mensch und Umwelt einmal evident werden wird – und eigentlich ist er das nach gegebener Studienlage bereits jetzt (siehe z.B. die jüngste und bislang größte Studie des U.S. Department of Health and Human Services, welche “Clear evidence of tumors” konstatiert) – dann wird der Staat, also der Bürger mit seinen Steuergeldern selbst den Schaden tragen dürfen. Von konzernwirtschaftlicher Seite werden wir Techniker uns auf die heute herrschende, vom Umweltministerium getragene „streng wissenschaftliche“  Sicht berufen, wonach „nach derzeitigem Wissensstand unter Einhaltung der thermischen Grenzwerte keine Gefahr für den Menschen“ bestehe. Um uns Techies braucht sich also niemand Sorgen machen, wir sind fein raus. Sie: nicht. Aber jubeln Sie uns ruhig weiter zu für den strahlenden Fortschritt, den wir der Menschheit bescheren, wir lieben das.

Alleine wenn man die derzeitige Wissenslage um die gesundheitlichen Nebenwirkungen von gepulster Hochfrequenzstrahlung ernst nähme, müsste man den Ausbau von 5G umgehend stoppen (in Brüssel, wo unsere wertvollsten Köpfe sitzen, hat man das auch bereits getan). Nur würde man 5G stoppen, dann wird das nichts mit Gott KI. Dann fehlt diesem Gott der Thron, auf dem er in Zukunft Platz nehmen und in Echtzeit alles beherrschen will.

Stoned

Diese Fakten kann man natürlich alle ausblenden, und glauben Sie mir: niemand würde das lieber als ich, denn dann könnte ich ungehemmt weiter meiner Arbeit am Fortschritt bzw. an der digitalen Transformation frönen. Leider kümmern sich elektromagnetische Kräfte ebensowenig um das, was wir wahrhaben wollen und was nicht wie Gravitationskräfte. Die wirken einfach gemäß ihrer Gesetzmäßigkeit. Ja, ich kann sie ausblenden, und wenn ich das mental nicht schaffe, dann kann ich ein Gläschen Schnaps oder eine Prise Weißes zu Hilfe nehmen, wie es nicht wenige meiner Kollegen tun, um der derzeitigen Geschwindigkeit des Fortschritts standhalten zu können. Dann ist mein Bewusstsein weg, aber die Naturgesetzmäßigkeiten sind immer noch da. Wenn ich in diesem High- (eigentlich: Low-)Zustand vom Balkon im 10. Stock ins Freie trete, weil ich gerade voll gut drauf bin und meine, ich werde jetzt wie Batman geradeaus weitersegeln, dann wird die Gravitation trotzdem weiterhin unbarmherzig ihr Werk verrichten und mich mit exakt 9,81 m/s2 Fallbeschleunigung nach unten ziehen (siehe Steve Cutts: In the fall).

Trockennasenaffen

Ach ja, über Gott oder Google bzw. Gott und die Welt wollten wir ja noch reden – ein Thema, über das ja derzeit in unseren Medien viel gelacht und gepoltert wird. Man will endlich Schluss machen mit allen Vorstellungen von Geist und Religion, wie sie die Menschheit bisher pflegte. Es braucht jetzt eine neue Religion und einen neuen Gott – einen Gott, der zwar allwissend und allmächtig, aber leider nicht allgütig ist … was ja auch schlecht fürs Geschäft wäre und die restlose Ausschlachtung der noch verbliebenen Umwelt- und Humanressourcen nach rein „evidenzbasierten“ Kriterien (siehe „Über Evidence Based Bullshit“) verhinderte. Um diesen Gott namens KI auf den Thron zu setzen und der digitalen Transformation den Weg zu ebnen, muss zuerst tabula rasa gemacht werden.

Dieser Job wird von einer ganz besonderen Garde bzw. Sturmstaffel erledigt: Denjenigen, die in den Medien gerade omnipräsent sind und auf den WCs unserer Talknudelshows rauf und runter gespült werden. Der Religionswissenschaftler Prof. Hubertus Mynarek nennt sie „die Neuen Atheisten“. In seinem empfehlenswerten Buch „Die Neuen Atheisten – Ihre Thesen auf dem Prüfstand“ (Verlag Die Blaue Eule, 2010) durchleuchtet er akribisch die Apologeten dieser Bewegung rund um Richard Dawkins, Daniel Dennett, Sam Harris, Christopher Hitchens, Michel Onfrey & Co. und führt die geradezu grotesken Widersprüche und Kurzschlüsse ihrer Denkweise vor Augen. Das Buch Mynareks ist m.E. genau das, was Wolf Reiser über das eigentlich nur mäßig interessante Buch des KI-Experten Gernot Brauer sagt: „ein echter Erkenntnisgewinn“ und Augenöffner. Gleichermaßen empfehlenswert von Mynarek: „Vom wahren Geist der Humanität – Die Giordano Bruno Stiftung in der Kritik“, Nibe Verlag, 2017). Wer diese Bücher liest, ist damit gefeit gegen die Propaganda desjenigen technokratischen Nihilismus, den man uns gerade quasi als Staatsreligion aufoktroyieren möchte. Er hat damit das notwendige Gegengift gegen die von Dostojewskij vorhergesagte und bereits rasant um sich greifende szientistische Pest zur Hand.

Wir haben jetzt noch verhältnismäßig leicht lachen, aber wer sich nicht vorbereitet und probates Gegengift in seinen Adern zirkulieren hat, der wird dann, wenn der szientistische Virus bzw. die Borgs (dazu unten gleich mehr) mit ihrer berüchtigten Ansage: „Sie werden jetzt assimiliert, Widerstand ist zwecklos!“ an ihn herantreten, in der Tat wenig entgegenzusetzen haben und der von Dostojewskij vorhergesagten Epidemie erliegen. Wir mögen also über diese Epidemie noch scherzen, aber wer ihr in Zukunft erliegen wird, der wird sehen: Es wird entgegen allen Verheißungen ein Siechtum werden, das alle bisher bekannten Leiden des Menschen übersteigt und in der vollkommenen inneren Vermorschung endet. Wer Mynareks Bücher liest, erfährt, dass die Chefideologen dieser neuen, KI-kompatiblen Staatsreligion eigentlich gar keinen Hehl daraus machen, dass sie den homo sapiens, den zu Weisheit fähigen Menschen, abschaffen wollen und stattdessen ein Bild des „homo demens“ entwerfen, dem laut Michael Schmidt-Salomon „tollsten Witz des Witz der Geschichte“, der „dümmer nimmer geht“, einem Artefakt im Urschlamm, der „in der tiefsten galaktischen Provinz“ ein Dasein der „kosmischen Bedeutungslosigkeit“ und ohne freiem Willen fristet. Das einzig Erstrebenswerte, das „wir aufrecht gehenden Deppen“ in dieser „Scheißgegend“ (Science Busters) tun könnten, wäre zufolge Schmidt-Salomon, uns zu „sanften , freundlichen … Affen zu entwickeln“, uns in ein besseres Verhältnis zu „Bruder Schimpanse und Schwester Bonobo“ zu bringen (Zit. aus „Die Giordano Bruno Stiftung in der Kritik“, H. Mynarek). Schmidt-Salomon ist uns da schon einen Schritt weit voraus: Er bezeichnet sich selbst als Trockennasen-Affen.

Plattgehämmert

Viktor Frankl, Erich Fromm und viele andere Vertreter des echten Humanismus haben eindringlich vor einem solchen Reduktionismus des Menschen auf seine bloße Physis und ein Wegrationalisieren seines Geistes gewarnt. Gerade dieses Dingfestmachen des Geistes wünschen sich aber die vermeintlich fortschrittlichen Apologeten aus Silicon Valley.

Dann wird uns die Digitalisierungswelle allerdings nicht nur „überrollen“, wie das der KI-Experte Gernot Brauer in Wolf Reisers Interview sagt, sondern uns auch platt machen. An diesem Platthämmern in die Zweidimensionalität kann leider auch die brillante und von mir durchwegs bewunderte Wortkunst des Autors Wolf Reiser nichts ändern (ganz im Ernst, Reiser ist einer meiner Lieblingsautoren und jeder Satz von ihm ist an sich ein Lesegenuss), aber in seinem aktuellen Essay hat er sich von der Fortschrittseuphorie womöglich doch ein bisschen zu sehr beflügeln lassen. Aber sei’s drum, davor ist ja wirklich niemand von uns gefeit. Insbesondere angesichts der gerade auf vollen Touren laufenden medialen Offensive zur Propagierung einer Smart City Zukunft, die „unseren Planeten mit Supertechnologie global vernetzt, für jedermann kostenlos zugänglich, politisch-ideologisch völlig unabhängig … und unglaublich spannend“ machen werde (Brauer). Wem soll da nicht das Wasser im Mund zusammenlaufen und wer wird es schon wagen, hinter diesem strahlenden und gechippten Paradies womöglich Dantes Eishölle zu verorten? Nein, solche Ketzer und Fortschrittsverweigerer müsste man ja wirklich umgehend auf den digitalen Scheiterhaufen verbringen. Sie bringen uns sonst womöglich um das Gute und Gerne Leben, das uns immer versprochen wird und das nun endlich in Reichweite ist.  Diese „Altlinken, Romantiker und Abermillionen sympathisch überforderter Zeitgenossen“ (der gute Wolf – ich liebe ihn wirklich, einfach köstlich, diese Eloquenz, mit der er ganze Millionenschaften in einem Schwupps abfrühstücken kann), die sich dieser strahlenden Zukunft in den Weg stellen, ja, sie werden in Zukunft wohl wirklich keinen leichten Stand haben. Sie werden sich womöglich sogar in Katakomben begeben müssen, um nicht gelyncht oder in fortschrittsfreundliche Umerziehungslager gesteckt zu werden. Aber kommt Zeit kommt Rat, und wie Hölderlin sagt: Wo Gefahr droht, wächst das Rettende auch. Also, kein Grund für Panik auf der Titanic. Noch ist nicht abgemacht, dass wir ein Planet der (Trockennasen-)Affen werden. Vielleicht entscheiden sich die Götter ja für einen kleinen Solar Max, und das war’s dann mit der ganzen mühsam aufgebauten Infrastruktur für den Affengott KI.

Wer mit echten Wissenschaftlern, und nicht mit in der dritten oder vierten Reihe stehenden Gwup-Szientisten redet, der hört übrigens ganz andere Töne: Meist trotz allen hochspezialiserten Wissens eine tiefe Bescheidenheit angesichts der Unauslotbarkeit unseres Dasein. Jeder Wissenschaftler, der etwas tiefer gedrungen ist, wird es zugeben: Was dieses Leben ist, das uns erfüllt, und wie es entstanden ist, kann die Naturwissenschaft nicht erklären. Und schon gar nicht, wie Bewusstsein entstehen konnte. Sogar Richard Dawkins, der wohl bekannteste und vehementeste Vertreter der Neuen Atheisten und quasi deren „Papst“, auf den sich alle anderen Franchise-Nehmer des Neuen Atheismus wie Schmidt-Salomon, Sharmer & Co. beziehen, räumt in seinem – von seinen Anhängern offenbar nicht gelesenen – Grundlagenwerk „Der Gotteswahn“ ein, dass die Entstehung des Universums eigentlich kaum denkbar sei, ohne dass man „ein bisschen deistische Mitwirkung bei den Anfangsbedingungen“ annähme. Er äußert sogar Worte, bei denen allen Mitgliedern der Gwup-/Psiram-/Skeptikerbewegung, die Dawkins wie eine Feldstandarte vor sich hertragen, augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren würde: „Es könnte sogar ein übermenschlicher Gestalter sein!“ (ebd., S.219 – bitte nachlesen, liebe Skeptiker). Na Potzblitz! – wenn es da also womöglich schon einen Gott gibt, dann wäre die ganze nervenaufreibende Arbeit, einen neuen Gott zu erschaffen, womöglich unnütz.

Die Miesepeter des Universums

Apropos Geist. Dieses unter den Neuen Atheisten neben „Moral“ wohl meistverhasste und –geschmähte Wort soll nach ihrer Intention dann ja bald aus dem Duden gestrichen werden. Momentan haben wir es aber noch, dieses Ärgernis des menschlichen Geistes, „dieses konfusen Einwohners“ (Jacques Lusseyran), der uns in die Katastrophe des Bewusstseins und damit einhergehender Fragen von Moral und Verantwortung gestürzt hat, aus der wir nun mittels KI wieder fliehen und zu virtuellen Affen werden wollen.

So inkompatibel dieser menschliche Geist ebenso wie der menschliche Organismus auch mit dem Computer sind, die Fortschrittsfreunde aus Silicon Valley haben durchaus recht mit ihrer Ansicht, dass es trotzdem möglich ist, Mensch und Maschine zu koppeln. Das ist technisch möglich bzw. wird angesichts der Milliardenetats an Forschungsgeldern, mit denen dies derzeit vorangetrieben wird,  immer mehr möglich werden. Wenn wir diese Mensch-Maschine-Kopplung allerdings ohne Berücksichtigung des menschlichen Geistes vollziehen (ich weiß schon, den würden wir ja laut derzeit herrschender Lehre am liebsten eliminieren bzw. für nicht existent erklären), dann könnte sich in der Tat etwas Verheerendes vollziehen. Dann würde die Menschheit in Form mechatronisierter, kybernetisch vernetzter Körper zwar weiterexistieren, aber vollkommen entgegen dem naturgemäß vorgesehen Sinn – und dann tatsächlich unter Ausmerzung des menschlichen Geistes, denn dieser kann unter rein technischen Bedingungen nicht existieren, er verträgt Technik nur zu einem gewissen Grade. Der Mensch würde dann – wiederum ganz wertfrei gemeint – „unmenschlich“ werden. Da nützt es auch wenig, diese Unmenschlichkeit in euphemistischer Weise als übermenschlich zu bezeichnen. Eine neue Evolutionen sich selbst replizierender Maschinenintelligenzen würde beginnen, die man dann wie auch immer bezeichnen möchte, aber eben nicht mehr als (geistbegabte, also mit freiem Willen, Empathie und Liebesfähigkeit begabte) „Menschen“.

Der Mensch würde dann in Konsequenz wohl eher dem entsprechen, was uns die Star Trek-Autoren mit der Spezies der „Borgs“(*) bereits recht anschaulich vor Augen gerückt haben. Was die „Borgs“ sind? Das sagt uns „der Doktor“ in Raumschiff Voyager: „Die Borg, das sind die Miesepeter der Galaxie.“

Ob wir Miesepeter oder freie, liebesfähige Wesen werden wollen … – das steht nun wie gesagt ganz in unserem freien Willen. Beide Wege stehen uns offen.

 

(*) Definition der Borg laut Memory-Alpha Wiki: „eine Zivilisation kybernetisch vernetzter Bioorganismen bzw. Cyborgs, welche die Assimilation von anderen wertvollen Wesen und Technologien in das Kollektiv anstreben, um höchstmögliche körperliche und technische Perfektion zu erreichen.“ – Anm.: Vergleiche dazu das Ziel der neu gegründeten Partei „Die Humanisten“ lt. ihrer eigenen Website, die neben Kernkraft und Gentechnik auch auf Transhumanismus setzt: „Wir ebnen den Weg zum Körper 2.0“

Die „Borgs“ verachten alles, was in irgendeiner Weise mit Menschlichkeit, Kultur, Empathie, Seele oder Kunst zu tun hat. Sie wollen es eliminieren, da diese Erscheinungen nur lästige, irrationale Hindernisse gegenüber ihrem Ideal einer großen, hocheffizienten Technikmaschinerie sind.

Captain Jean-Luc Picard findet in Folge 8 ebenfalls klare Worte, was die Borg sind: „Die Borg, unser tödlichster Feind (…)“ Wenn wir den Borgs zujubeln, als wenn sie unser bester Freund wären, so wie uns das eine hochprofessionelle Werbeindustrie gerade vermitteln will, nun ja, dann … wird das Aufwachen aus unserem euphorischen Techniktraum womöglich umso ernüchternder. Oder wie Prof. Konrad Paul Liessmann sagt: Und nach der Katastrophe wird es wieder einmal niemand gewesen sein. Liessmann:

 „… Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es manchen nicht schnell genug gehen kann, bis die jungen Menschen jede Form des Denkens, Fühlens und Handelns, die nicht von den Algorithmen der Internetkonzerne bestimmt ist, nicht nur verlernt, sondern erst gar nicht gelernt haben und dadurch in jeder Hinsicht von ihren Geräten abhängig werden: digitale Drogen, nun auch staatlich verordnet. Von der Seite der Pädagogen ist kaum Protest zu erwarten, wer möchte schon als technik- oder fortschrittsfeindlich gelten. Dass der vielbeschworene kritische Umgang mit den digitalen Medien eine Distanz zu diesen zur Voraussetzung hat, die sich aus Kenntnissen und Fähigkeiten speisen muss, die sich nicht der digitalisierten Welt verdanken, ist eine Einsicht, die ausgeblendet wird, obwohl gerade darin eine der zentralen Aufgaben von Schulen läge. Immerhin: Für das unmündige Leben in einer postdemokratischen Gesellschaft, deren digitalisierte Kommunikation zunehmend totalitäre Züge annimmt, werden diese jungen Menschen bestens vorbereitet sein. Und nach der Katastrophe wird es wieder einmal niemand gewesen sein.“ (Quelle: nzz)

 


siehe auch Teil 1:

Miesepeter des Universums oder freie und liebesfähige Menschen? – Teil 1: Über den drohenden Overkill und den Ausweg

+++

zum Weiterlesen:

Die Globalisierung und der Transhumanismus (Peter Frey)

Pig Business Monkey Events, Global Playboys und bezaubernde Jeannies – Auf dem Weg zur digitalen Transformation und zum Final Handshake  (Nachrichtenspiegel)

Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da. Und der Kampf um die Zukunft hat begonnen … (Nachrichtenspiegel)

Endzeit-Poesie 4.0: Unser „Ich“ – Staatsfeind Nr.1 (Nachrichtenspiegel)

 

Fotos: pixabay – CC0 (1/2/3/4/5)

Die letzten 100 Artikel