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Wie einflussreich ist China in Afrika? | Mit offenen Karten

Kleidung, Handy, Motorräder – die meisten Produkte auf dem afrikanischen Markt sind heute „made in China“. Doch der wachsende chinesische Einfluss in Afrika in den letzten 20 Jahren geht noch weiter: Der afrikanische Kontinent liefert China nicht nur Rohstoffe und günstige Arbeitskräfte, sondern ist auch geopolitisch ein wichtiges Territorium. Gibt es ihn wirklich, den Win-Win-Deal zwischen der führenden Wirtschaftsmacht mit dem übersättigten Markt und dem sich rasant entwickelnden Afrika? Oder ist dies eine neue Form der Kolonialisierung?

Wenn aber das Schicksal gerecht ist ? …

Wenigen von uns ist vermutlich bewusst, was für eine Gnade es ist, in einer Zeit, in der immer mehr Menschen die Hölle auf Erden erleben müssen, an einem Ort geboren worden zu sein, an dem noch Frieden und – zumindest bis vor Kurzem –  einigermaßen geordnete Verhältnisse geherrscht haben.

Eifrig damit beschäftigt, unsere SUVs zu bohnern und den grünen Rasen zu trimmen, auf dem wir unsere Oktoberfeste feiern und Fußball spielen, täten wir eventuell gut daran, uns auch mal ernsthaft um die andere Seite unseres Erdballs zu kümmern. Denn wenn wir  wiedergeboren werden: Wer weiß, vielleicht landen wir dann nicht mehr auf der Butterseite, sondern auf der anderen Seite des Globus – wo wir unter Schlägen unserer Aufseher in ein ungesichertes Erdloch hineinkriechen müssen so wie die Kinder im unten ersichtlichen Video, um Cobalt und Coltan herauszuschürfen, das in fernen Ländern, in denen Menschen gut und gerne leben wollen, für die Produktion von Smartphones, Tablets und E-Autos benötigt wird.

Zurechtgerückt am falschen Platz

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Antonio Gramsci meinte: „Die alte Welt liegt im Sterben. Die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster.“

Der „Freitag“ titelte in seiner letzten Ausgabe: „Da draußen sind Monster: GroKo – Diese Regierung ist der letzte Gruß einer untergehenden Zeit“.

Dass heute freilaufende Monster unterwegs sind, muss aber nun nicht unbedingt bedeuten, dass wir auch dumm genug sind, uns von diesen an die Wand drücken und erwürgen zu lassen. Wären wir nicht digital umnachtet und hätten noch alle Tassen im Schrank, dann würden wir den umherstreunenden Monstern ganz einfach einen Platz geben, wo sie nicht viel Schaden anrichten und sogar eine nützliche Arbeit für die Gesellschaft verrichten könnten. Aber wir würden sie um Gottes Willen nicht an die obersten Schalthebel der Macht setzen, wo sie nach rein technokratisch-nihilistischen Kriterien über das Schicksal ganzer Länder entscheiden und die Gleise unserer Zukunft in den Grand Canyon legen.

Man braucht diesbezüglich gar nicht nur auf Soros, Trump & Co. schauen – wobei sogar fraglich ist, ob Trump wirklich ein Monster ist, nur weil unsere Leitmedien ihn ständig als solches an die Wand malen. Immerhin hat er, von den Medien wenig berichtet, zum Kampf gegen die pädophilen Eliten geblasen (siehe epochtimes), ist also womöglich sogar ein Monsterjäger. Kehren wir also lieber vor unserer eigenen Tür. Da wir den Ball in Sonntagsfeiertagslaune unbedachterweise aus der Hand gegeben haben, steht nämlich auch in unserem Land mittlerweile alles Kopf und könnte uns schon demnächst Kopf und Kragen kosten. Hätten wir alle Tassen im Schrank, dann würden wir der gelernten Physikerin Angela Merkel z.B. einen Job als Laborantin in einem Labor für zerstörende Werkstoffprüfung geben oder meinetwegen auch als Prokuristin in einer Nudelfabrik – aber um Gottes Willen doch nicht viermal in Serie das allerhöchste Amt des Landes, das auch für das Gesamtschicksal von Europa maßgeblich verantwortlich ist. Oder Finanzminister Olaf Scholz und seiner Goldman-Sachs Gefolgschaft: man sollte den Mann wegen seiner physiognomischen Ähnlichkeit mit den Panzerknackern aus einem Donald-Duck Comic nicht vorschnell aburteilen. Obwohl ich feist grinsenden Kerlchen wie ihm nicht einmal meinen (nicht vorhandenen) Hund übers Wochenende anvertrauen würde, so könnten auch Prototypen wie er gemeinsam mit den anderen Panzerknackern von Goldman Sachs und Freshfields durchaus nützliche Dienste verrichten: z.B. indem man sie Sudoku-Kreuzworträtsel für die Bild-Zeitung austüfteln lässt. Als Spieltheoretiker der Chicagoer Schule wären sie prädestiniert für das Zusammenbasteln orthogonaler Denkstrukturen, bei denen sich die Katze letzlich in den Schwanz beißt.

Auch für Ursula Von der Leyen wäre gesorgt: Als mondäne Dame mit sportivem Flair könnte sie ohne weiteres die Grinsekatzenshow der bereits abgetakelten Heidi Klum übernehmen (siehe „Wunderkinder am Catwalk“). In der Disziplin des kalten Kampfgrinsens steht sie der Catwalk-Königin ja um nichts nach. Gäbe man der oft schmählich als „Flintenuschi“ bezeichneten Russlandfeindin auf diese Weise die Möglichkeit, aus allen Medienkanälen zu strahlen, dann würde das ihr transatlantisches Selbstbewusstsein gewiss befriedigen und die offensichtlich in einem Barbiehaus und in einer Videospielrealität groß gewordene Dame müsste sich nicht unnötig echauffieren, indem sie über unsere Leitmedien ständig für ein Armageddon gegen Russland wirbt.

Oder Mario Draghi: Der Mann könnte als Kassier an der Kino-Abendkasse gute Dienste versehen, aber um Gottes Willen sollte man dem Goldman Sachs Agenten doch nicht gleich die Europäische Zentralbank in die Hände geben, an deren Zapfhahn doch auf Gedeih und Verderben ein ganzer Kontinent hängt, wo er mit einer ruinösen Nullzinspolitik gerade all unsere Liquidität einem nimmersatten Finanzmoloch in den Rachen schaufelt und Europa vor die Wand zu fahren droht – siehe dazu ein recht informatives Interview mit Markus Krall, dem Autor des neuen Buches „Der Draghi-Crash“. Auf die Idee, ein Buch über Draghi und die EZB zu schreiben, ist Krall gekommen, als er bei der EZB vorbeispazierte und ihm aus einem offenen Fenster Cannabisrauch entgegengekommen ist. Angesichts der Geisterfahrt, auf der sich die EZB gerade befindet, steht jedoch zu befürchten, dass in den höheren Etagen des EZB-Turms noch durchaus härtere Substanzen konsumiert werden. Aber hören Sie selbst, was der gute Mann zu sagen hat:

(Warnung:  So sehr der Unternehmensberater Dr. Markus Krall mit seiner Diagnose des derzeitigen Finanzsystems und auch mit seiner Prognose über das, was wir demnächst zu erwarten haben, weitgehend richtig liegt, so toxisch sind leider die Vorschläge, die der Mann ganz am Ende des Interviews als Lösung präsentiert: Kapitalisierung der maroden Banken noch vor dem Crash mittels Staatsgeldern etc. Auch seine beiläufig ins Interview eingeflochtene – darwinistische – Theorie, wonach es in jedem Falle schlecht sei, Betriebe, die am freien Markt aufgrund mangelnder Profitabilität „nicht überlebensfähig“ seien, durch günstige Kredite am Leben zu erhalten [und damit nur Hitech-Konzernen eine Existenzberechtigung zuzugestehen, die besonders viele Umweltressourcen vernichten], ist m.E. eine sehr gefährliche und genuin neoliberale Position – woraus Krall aber auch kein Hehl macht: Im Interview bezeichnet er sich selbst mit glatter Selbstverständlichkeit als neoliberal. Da das Interview ein Schlaglicht auf Sachverhalte wirft, die in den Wirtschaftsrubriken unserer DIN-ISO-zertifizierten Leitmedien i.d.R. keinen Platz finden und der Zuhörer zumindest ein Bild davon bekommt, auf welches brisante Szenario wir mit der Geldpolitik der EZB gerade zusteuern, veröffentlichen wir diesen Link trotz der tückischen Angelhaken, die darin enthalten sind. Aber so kann das Ansehen des Interviews auch gleichzeitig als Schulung der eigenen Medienkompetenz dienen. Der Teufel liegt eben wie immer im Detail.)

Fahren Sie nach Davos! Da ist etwas los!

Oder ist Davos der Ort, da wo`s vorkommen kann, dass die Guten die Bösen sind und die Bösen die Guten?


Bild: I, Malene / CC BY 2.5 / Wikimedia  

Wenn man einen Kurs für Chiropraktik besucht, so wird einem der Name Davos gelegentlich vertraut sein. Denn bei der Infiltration gibt es folgende Regel: Wir sollen mit der Injektion an einem bestimmten Punkt hineinstechen: „Da wo`s weh tut“. Diese Regel wird scherzhaft „Davos Regel“ bezeichnet. Und damit sind wir schon beim Weltwirtschaftstreffen in Davos (Quelle: sueddeutsche):

„Davos steht wie keine Konferenz der Welt für Globalisierung, Freihandel und offene Märkte. Für das Stelldichein einer globalen Elite, die darüber sinniert, wie sich wirtschaftliche Integration weiter beschleunigen lässt. Wie Grenzen überwunden, Mauern eingerissen und Zölle ein für allemal aus dem handelspolitischen Baukasten verbannt werden können. Kurzum: Es steht für alles, was Verfechter einer nationalistischen Wirtschaftspolitik hassen und ablehnen. Trumps mittlerweile geschasster Vordenker Stephen Bannon hatte es vor Jahren schon so auf den Punkt gebracht: „Die arbeitenden Männer und Frauen der Welt haben es schlicht satt, sich ihr Leben von Leuten vorschreiben zu lassen, die wir ,die Clique von Davos‘ nennen.“

 Also das Heil der Welt hängt von Globalisierung und freiem Handel ab. Der Klimasünder und Außenseiter Trump wird morgen erwartet. Die Verfechter des Pariser Klimaschutzabkommens, sind für Globalisierung. Und die Folgen sind z.B. 2016:  60 000 Frachtschiffe von denen 20 so viel Dreck ausstoßen wie 1 Milliarde Autos zusammen (Quelle:infosperber.ch). Die Folge war schon 2014, dass die Globalisierung ein Viertel des weltweiten Treibhausgasausstoßes verursachte: (siehe orf)  – bei Wirtschaftslenkern, die von Jean Ziegler stark kritisiert werden (siehe nachdenkseiten):

 Er geht davon aus, dass ein „System der strukturellen Gewalt“ (Bourdieu) existiert, in dem sich alles der Profitmaximierung unterzuordnen hat. In dem enormen Reichtum, konzentriert in den Händen „privater Oligarchien“, liegt für Ziegler eine große Gefahr. Ihr Einfluss auf die Demokratie sei mittlerweile so groß, dass die Demokratie „in vielerlei Sicht zu einer simulativen Demokratie geworden ist.

Auch der Ex-Banker Ronald Bernard  berichtete darüber, wie die größte Gruppe der die Welt lenkenden Banker zu den Luziferisten=Satanisten gehören. Da es bereits zu viele Opfer dieser von unseren Medien bedingungslos hoffierten Clique gibt und unser Globus heute an allen Ecken und Enden brennt, bleibt diese Verschwörung leider nicht mehr länger Theorie. Die Konsequenzen der Globalisierung sind verständlicher Weise nationale Ideen – da die Globalisierung eben zu vielen Globalisierungsverlierern führt (Quelle: orf):

 Kein Wunder, dass sich beispielsweise im ärmsten Departement Frankreichs, Seine Saint-Denis (mit über 30 Prozent Arbeitslosigkeit), knapp 34 Prozent für Melenchon und nur 13,6 Prozent für Le Pen entschieden. Melenchon steht für mehr soziale Gerechtigkeit. Sein Programm, das mit seinen Anhängern beschlossen wurde, enthält die Forderung nach einem Mindestlohn von 1.300 Euro netto, mehr Einkommensteuern ab 4.000 Euro Nettogehalt und eine Deckelung der Höchstgehälter im privaten Sektor mit einem Verhältnis von eins zu 20 zwischen dem niedrigsten und höchsten Lohn. Damit bot er sich als Alternative für all jene an, die im Angebot der Globalisierungsgegnerschaft sonst nur die rechtsextreme Kandidatin Le Pen zur Auswahl hatten.

Das heißt, eine gerechte Bewegung hätte Chancen auf Erfolg, wenn sie nicht wieder eine deutliche Vergrößerung der Staatsverschuldung zur Folge hätte? (siehe welt.de) Wenn D. beginnen würde, die Staatsverschuldung zu tilgen, dann wäre man im Jahr 2185 bei derzeit historisch niedrigen Zinsen fertig. Aber an wen ist D. verschuldet? Doch nicht etwa an die Banker, von denen Ronald Bernard berichtet?

Auch in Belgien, einem der ältesten EU Mitglieder weiß man wohin Globalisierung führt:

Die drittgrößte Gemeinde Belgiens steckt in der Krise – und das bereits seit Langem. Auf Charlerois Straßen ereignen sich überdurchschnittlich viele Verbrechen – vielleicht auch, weil Arbeit schwer zu bekommen ist. Die Arbeitslosenquote liegt bei über 25 Prozent. Zehn Prozentpunkte über dem belgischen Durchschnitt (Quelle: orf ).

Der böse Gegner einer Globalisierung und gleichzeitig Klimavertragsverweigerer, mit seiner Idee „Amerika first“, Donald Trump, würde aber den Globalisierungsverlierern und letztlich dem Klima und seinen Bürgern, durch den Schutz seiner Wirtschaft womöglich mehr helfen, als die guten Globalisierungsverfechter. Ein Detail noch am Rande: Es gibt Hinweise, das Trump die bisher unantastbaren Pädophilenringe verfolgen lässt (siehe  epochtimes1). Ist er etwa deswegen der Böse (siehe auch epochtimes2), während sein Vorgänger Obama trotz Dauerkriegen und Drohnengemetzel der friedensnobelpreisbekränzte Gute war? Zeitgleich zur Veröffentlichung von sehr brisanten Untersuchungen über Hillary Clinton und die Anti-Russland-Agitation führender Demokraten, die manche als neues Watergate bezeichnen (siehe KenFM), kam es zum Shutdown der Finanzen des Weißen Hauses. Es ist wirklich riskant, heute 2+2 zusammenzuzählen, man könnte dabei noch glatt zum Verschwörungstheoretiker werden …

Wenn man jedenfalls einen Mittelweg beider Wirtschaftsideen, nämlich einer protektionistischen Wirtschaft und einer globalisierungs-orientierten Wirtschaft denken möchte, so ergibt sich wieder die Idee von Menschenrechts- und Ökozöllen, die dem Schaden an Menschenrechten und an der Natur proportional sein sollten. Es würde sowohl die heimische Wirtschaft geschützt, als auch die Wirtschaft in Fernost angeregt, ökologisch zu produzieren und die Arbeitnehmer gut zu behandeln.

Da sowohl der Flugverkehr, der ungeheure Mengen an Treibhausgasen ausstößt, als auch die  Globalisierung, die eben für 25% der weltweiten Treibhausgase verantwortlich ist,  unter den Schutz des Pariser Klimaschutzabkommens gestellt sind, – man ist versucht Oligarchen- Schutzabkommen zu sagen-, bietet sich da nun der Weg des Geoengineerings als ernst gemeinter Vorschlag unserer Wissenschaftler für unser Zukunft deutlich an (siehe Spiegel).

Es wäre eigentlich Aufgabe der freien Presse und der Wissenschaft, uns zu sagen: „Entweder ihr fliegt erheblich weniger und erzeugt nachhaltig im eigenen Land und verwendet ökologische Transportmittel, oder ihr werdet in Zukunft die Sonne und die Sterne nur noch wenig sehen.“ Andererseits bringt das wieder den Vorteil, dass Menschen, die wenig Sonne sehen, sich auch weniger wehren, und dass die Krankheiten die, durch Aluminiumaerosole entstehen wie Alzheimer, Multiple Sklerose und Rheuma so nebenbei zu den lukrativsten Krankheiten der Menschen zählen. Das heißt, es kommt zu einer sehr erfreulichen Umwegrentabilität, für die Ausgaben der Flugzeuge, die dann Aluminiumaerosole ausbringen. Und kaum jemand der Ökobewegung oder der Wissenschaft, ergreift das Wort und informiert darüber? Ist es ihnen zu unfassbar, dass wüste Verschwörungstheorie sich nun anschickt, wissenschaftlich akkreditierte Wirklichkeit zu werden?

Die Wahl eines Globalisierungsbefürworters zum Volksvertreter bedeutet, dass wir langfristig durch Sonnenmangel depressiv werden, durch Aluminiumaerosole die obigen Krankheiten, die nebenbei jetzt schon boomen, bekommen werden? Ernsthafte Anstrengungen für eine radikale Wende der Wirtschaft sind für mich jedenfalls nicht in Sicht. Also bedeutet die Wahl von Angela zur Bundeskanzlerin, im Geiste von Davos, weniger Sonne und mehr Vergesslichkeit, auf Lateinisch Demenz, für die Zukunft und dass wir, nämlich wir in Europa, weiter verarmen. Es ist aber auch wieder schön, wenn wir vergessen können, wie schön Sterne, Sonne und Natur einmal waren und wie gut es uns einmal gegangen ist???

Wer weiß, wie schön und erholsam Bewegung an Stelle eines Autos ist, wer weiß wie gerade in den Wintermonaten der Weg zur Arbeit oft die einzige Möglichkeit für das Erleben der Sonne ist, der versteht Winterdepression und Grippewelle z.B. als Folge des D-Vitaminmangels und Serotoninmangels. Eine Mobilität, wo auf den fahrbaren Blechuntersatz verzichtet werden würde, wäre für den Verbraucher nicht nur weit kostengünstiger, sondern eben auch wesentlich gesünder. Es würde viel weniger Fläche verbaut werden und die Natur hätte mehr Platz, uns zu erholen! Warum in die Ferne schweifen, seht das Gute ist so nah! Mehr Wald zum Treibhausgas  Absorbieren!

Ja, es ist klar: Die Welt ist eingeteilt zwischen den Guten und den Bösen. Also Putin ist eindeutig böse, weil er die Krim annektiert hat (Quelle: deutsch.rt.com):

„Der Krim-Separatismus war eine tickende Bombe unter der Ukraine“, stellt die Homepage des ukrainischen Fernsehkanals 112 Ukraine fest. Dieser ging so weit, dass die Krim im Februar 1994 ihren eigenen Präsidenten wählte. Der auf diesem Wege legitimierte Präsident Wladimir Meschkow strebte die Angliederung an die Russische Föderation an. Nach einem Jahr, am 17. März 1995, enthob die Ukraine mittels des Gesetzes „Über die Aufhebung der Verfassung und einiger Gesetze der Autonomen Republik Krim“ Meschkow seines Amtes.

Und Länder, die andere Länder annektieren, gehören natürlich sanktioniert (Quelle: derstandard.at). Proteste zum Jahrestag der Annexion Hawaiis durch die USA. Wie viele Menschenrechte und wie viel Verhinderung von Treibhausgasen würde es übrigens bringen, wenn wir den Handel und die Menschenbeziehungenzu Russland wieder aufleben lassen? Sollten wir wirklich der Meinung sein, dass in Russland kein gutes System  herrscht, was bringt es dann, die Menschen von Russland an der Einreise nach Europa, wo sie „vorläufig noch“ vielleicht bessere Konzepte sehen könnten, zu hindern? Wenn wir daran denken, wie viel Treibhausgase durch weite Transporte entstehen, würden sich an Stelle von Freihandelszonen mit Chile da nicht die viel näheren Staaten wie Russland anbieten?

Ist Putin etwa deshalb der Böse, weil er den Ausverkauf, ja den Flohmarkt der russischen Rohstoffe, an die von Ronald Bernard geschilderten Banker verhindert hatte? Bilder eines riesigen Friedensmarsches in der Ukraine sahen wir nicht im Mainstream (siehe epochtimes). Aber dafür sahen wir  kürzlich die Bilder einer riesigen Frauendemonstration in der USA (siehe faz). Das geschah zeitgleich zum Shutdown der Finanzen des Weißen Hauses und zur möglichen Veröffentlichung von brisanten Details über Hillary Clinton (siehe epochtimes). Wieder einmal: perfektes timing! – wer da mitstoppt: unverbesserlicher Verschwörungstheoretiker! Menschen etwa, die sowas einfädeln? – Ogottogott, was für ein wilder Aberglaube in einer wissenschaftlich aufgeklärten Zeit, in der doch jeder weiß, dass es die unsichtbare Hand des Marktes ist, die alles regelt.

Um zum Titelbild zurückzukommen: Es wird die Frage für die Zukunft sein, wer der Fuchs ist. Wir, die wir uns erfolgreich wehren, oder die Banker, die uns als Parasiten bezeichnen. Wir haben jahrelang an unserem eigenen Arbeitsplatz gesägt, da wir oft das billigere Produkt aus Fernost gekauft haben. Wir haben den Zusammenhang zwischen einer Wirtschaft, die die heimische Produktion fördert, uns gute Arbeitsbedingungen schafft, den Staat erhält und nicht schwächt, sehr spät erkannt. Sind wir nicht oft selbst gierig? „Geiz ist geil“, lautete lange Jahre ein Werbeslogan eines bekannten Elektronikdiskonters. Der Hartz 4-Empfänger hat wohl keine Wahl mehr zwischen einem ökologischen Produkt und einem Produkt, das Probleme für die Umwelt schafft? Doch, wir haben in jedem Fall noch viele Möglichkeiten. Noch hat man uns die freie Meinung nicht verboten. Noch können wir wählen. Noch haben wir Versammlungsrecht und Demonstrationsrecht (siehe auch Jean Ziegler: Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Das Grundgesetz gibt uns alle Waffen, die wir benötigen, in die Hand – wir müssen uns nur bücken und sie aufheben. Wir haben ein Streikrecht, wir haben Wahlen, wir haben ein Demonstrationsrecht und viele Rechte mehr. Wir können die Regierungen zwingen, diese Strukturreformen durchzuführen.“ – Quelle: Nachdenkseiten)

Nützen wir diese Möglichkeiten wirklich? Sind wir in der Lage, das Böse so zu konkretisieren, dass wir es erkennen? Haben wir begeisternde Ideen, die uns Kraft und Feuer geben? Suchen wir diese Ideen, oder lassen wir uns von Mainstream und gut gemeinter trister Information so lähmen, dass man mit uns tun kann, was man will? Und wenn wir befeuernde Ideen haben, pflegen wir die? Suchen wir uns Erholung in Kunst, Meditation, Sport oder sitzen wir hinter dem Bildschirm und lassen uns regieren? Lassen wir unser Licht und unsere Wärme eine Verbindung zu anderen Menschen sein? Lassen wir eben andere daran teilhaben? Das sind wichtige Fragen der Zukunft! … deren Antworten uns wohl nicht vom Davos-Forum geliefert werden, sondern die jeder selbstaktiv finden muss.

Video des Monats: In einem Land, in dem wir gut und gerne leben („Happiness“ – Steve Cutts uncut)

Wie bei allen Videos von Steve Cutts lohnt es sich, zwischendurch immer wieder auf die Pause-Taste zu drücken – sonst entgeht einem die Fülle an köstlichen subversiven Details, die der Cartoonist in seine Bilder hineingearbeitet hat. Da Steve Cutts jahrelang selbst als Werbeprofi für führende US Konzerne gearbeitet hat, beherrscht er die Klaviatur der Illusionen bis ins Letzte. Seine Fähigkeiten benützt er nun allerdings dazu, um die von einem Heer an Psychologen und akademischen Marketingexperten täglich neu aufgebrühten Imperative, die uns auf allen Kanälen und Werbeplakaten entgegengebracht werden, in ihrer ganzen Banalität zu demaskieren.

Indem wir diese Imperative von Kindheit an quasi wie mit der Muttermilch aufnehmen und internalisieren, finden wir später nichts dabei, dasselbe zu tun wie die im neuen Video ersichtlichen Kuscheltierchen, die am Bahnsteig im „no breeding area“ stehen und auf den nächsten Zug Richtung „Nowhere“ warten.

Den Weg in die Mausefalle im Büro – huch, jetzt hab‘ ich Spaßverderber schon wieder das Ende des Films verraten – pflastern Plakate, die dem junior rat hipster nochmals Lust auf mehr vom Bereits-Vielzuviel machen sollen. Auch für diejenigen, denen vom Bereits-Vielzuviel bereits schlecht ist, hat die Illusionsindustrie passende Produkte anzubieten: „Drink away that worries“ und „Shake that depression … with new Krispo flakes“.

Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da. Und der Kampf um die Zukunft hat begonnen …

cc-by Parkwaechter

Da ich selbst an vorderer Front der Automatisierungstechnik arbeite, kratze ich mich in letzter Zeit immer öfter am Kopf. Denn auf einschlägigen Kongressen zum Thema „Industrie 4.0“ und „digitale Transformation unserer Gesellschaft“ erlebe ich immer wieder dasselbe Phänomen: Selbst die vorgeblichen „Technologieführer“ und Experten auf diesem Gebiet sehen eigentlich keinen Sinn darin, in einer Welt, die an einem überbordenden Maß an hybrider Technisierung bereits fast zerbricht, noch mehr vom Bereits-Vielzuviel zu fordern und zur Ausmerzung aller noch verbliebenen analogen Bereiche des Menschseins zu blasen. Warum man im eigenen Konzern trotzdem die „vierte industrielle Revolution“ vehement mitvorantreibe, wird lapidar damit begründet, dass es die Anderen eben auch tun. Auch die Politiker argumentieren ähnlich: Die Industrie 4.0-Agenda würde deshalb gefördert, weil man da gegenüber anderen Staaten keinesfalls zurückbleiben wolle. Ein großer Teil der von europäischen Regierungen vergebenen Wirtschafts- und Forschungsförderungen ist daher für Industrie 4.0-Projekte zweckgebunden. Wer mit „normalen“ unternehmerischen Ideen um Subvention ansucht, hat das Nachsehen, Industrie 4.0-affine Unternehmungen haben Vorrang.

Sogar die Technologieexperten selbst wissen zwar nicht, wohin uns die totale Digitalisierung führen wird, und wenn man mit ihnen unter vier Augen redet, gestehen Sie auch, dass ihnen die ganze Sache eigentlich nicht ganz geheuer sei, aber gleichwohl gilt es als absolutes Muss, sich hierbei besonders progressiv und fortschrittswütig zu geben (siehe dazu auch Nachrichtenspiegel: „Auf dem Weg zur digitalen Transformation und zum Final Handshake“). Wer in der Szene keine bedingungslose Begeisterung für die – von unbekannter Seite ausgerufene – digitale Transformation vorgibt, der ist draußen, und zwar schnell. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich im Smalltalk mit Kollegen meine Zunge kontrollieren muss, um nicht das herauszusagen, was ich wirklich von der Sache halte – obwohl ich weiß, dass die meisten Kollegen ähnlich denken wie ich und mir umgehend zustimmen würden. Verrückt, oder? Solches stillschweigende Einvernehmen und Duckmäusertum vermeint man doch sonst nur von totalitären Gesellschaften zu kennen, in denen Personen mit politisch inkorrekter Meinung damit rechnen müssen, im Falle ihrer Enttarnung von einem gut eingespielten Räderwerk von der Bildfläche beseitigt zu werden. Da natürlich keiner von uns Experten von der Bildfläche verschwinden möchte, üben wir uns alle in perfektem Understatement und rühren nach Kräften die Werbetrommel für die digitale Transformation.

Besonders wenn ich auf solchen Technologiekongressen Politiker/innen sehe, muss ich angesichts deren Naivität immer die Augen verdrehen. Ich merke, wie diese Politiker/innen selbst unsicher sind und keine eigene Meinung zu dem Thema haben, sondern sich nervös witternd von uns Experten eine waschechte Expertenhaltung zu diesem Thema abschauen wollen. Wir, die wir im Epizentrum der vierten Revolution stehen, müssen es ja schließlich wissen, sind wir doch, wie Noam Chomsky treffend feststellt, die „säkulare Priesterschaft der Machtelite“, die dem Rest der Bevölkerung „verkündet, was sie glauben soll“. Obwohl also, bis auf wenige Ausnahmen, in Wirklichkeit keiner von uns Automatisierungsexperten so richtig an „Industrie 4.0“ und die digitale Gesellschaftstransformation glaubt, so spielen wir den Politikern bei jeder Gelegenheit einen bedingungslosen Glauben daran vor. „Wer bremst, verliert“, lautet die Devise und wer will im Orchester der Industrie schon als Fortschrittsverweigerer dastehen?

Die Katze beißt sich dann in den Schwanz, wenn die Politiker/innen von den Technologie-Kongressen mit der von uns Technikern vermittelten Erkenntnis im Rucksack heimkehren, dass „Industrie 4.0“ auf jeden Fall etwas ganz Tolles ist, und in der Folge dann ein ganz auf Industrie 4.0 ausgerichtetes Wirtschafts- und Forschungsförderungsprogramm budgetieren – welches uns Techniker wiederum zwingt, das Rad zur digitalen Transformation noch schneller zu drehen. Dass sich die Politiker/innen mit „Industrie 4.0“ ein noch nie dagewesenes Wegrationalisieren von Arbeitsplätzen und somit ein Heer an Arbeitslosen einhandeln, was unsere Sozialsysteme in der bisher gekannten Form unfinanzierbar machen wird, scheint unsere Volksvertreter nicht zu bekümmern.

Wenn im Zuge der auf Hochdampf forcierten digitalen Transformation vor dem Horrorszenario einer vollkommen mechatronisierten und bürgerüberwachten, rein dem Effizienzprinzip unterworfenen Lebenswelt gewarnt wird und z.B. der Psychologe Götz Eisenberg in einem sehr lesenswerten Essay die Frage aufwirft, „ob eine zur Vernunft gekommene Gesellschaft eine solche Forschung nicht stoppen sollte“, dann kommt von Fortschrittsfreunden umgehend der Vorhalt von „Technikfeindlichkeit“. Milde lächelnd wird man dann belehrt, dass ja die Menschen immer schon Angst vor neuen Technologien gehabt hätten, z.B. bei der Einführung von Eisenbahn, Elektrizität, Fernsehen und Telefon und dass sich diese Technologien dann im Nachhinein doch als halb so wild herausgestellt haben.

Atombomben und Kernkraftwerke fehlen bei dieser Aufzählung meistens. Ich weiß nicht, warum die Fortschrittsfreunde diese Errungenschaften nicht miterwähnen, ist doch Hiroshima der beste Beweis dafür, dass in einer Stadt schon wenige Jahrzehnte nach einem Atombombenabwurf wieder reges urbanes Treiben herrschen kann, wo Menschen Geschäfte machen und Spaß haben. Auch dass ab und zu ein Kernkraftwerk hochgeht, hat bis jetzt noch nicht bewirkt, dass deswegen die Fußball-WM abgesagt oder der Ballermann dichtgemacht werden musste. Im Supermarktregal gibt es weiterhin 45 verschiedene Joghurtsorten und hunderte Softdrinks zur Auswahl, alle paar Wochen eine neue Smartphone-Generation und jedes Wochenende eine Serie an Events, bei denen man voll Spaß haben und sich „das Gurkerl geben“ kann. So what. Was soll also die ganze Aufregung um Hochrisikotechnologien und künstliche Intelligenz? „Every technology has its risks“ – mit diesem knappen Satz hörte ich einen Fracking-Ingenieur antworten, als ihm von einem Journalistenteam die verheerenden ökologischen Folgen dieser Technologie vorgehalten wurden.

Nun, trotz der vorgenannten Schweigespirale artikuliert sich in letzter Zeit doch auch Widerstand gegen die naive Technikgläubigkeit. Z.B. hat der US Milliardär und Chef von Tesla Motors, Elon Musk, vor Kurzem die Befürchtung geäußert, dass wir Menschen angesichts der sprunghaften Entwicklung in der künstlichen Intelligenz und Robotik schon demnächst zu einer Art Haustieren degradiert werden könnten: „Wir werden abgehängt“, meint Musk. Und fügt hinzu: „Ich werde nicht gern eine Hauskatze.“ (Quelle: welt.de)

In einer Rede vor Studenten des MIT mahnt er zur Vorsicht und vertritt die Überzeugung, dass künstliche Intelligenz nichts weniger als die größte existenzielle Bedrohung für die Menschheit darstelle, vor der wir jemals gestanden hätten. Nicht-menschliches Denken zu schaffen sei nach seiner Ansicht wie „Dämonen zu beschwören“ (siehe gulli.com). Mit dieser Meinung ist er inzwischen keineswegs allein. Vor Kurzem haben Hunderte der namhaftesten KI-Forscher einen offenen Brief verfasst, in welchem eindringlich vor einem drohenden technologischen SuperGAU gewarnt wird. Auch Stephen Hawking warnt mit Nachdruck vor einer Apokalypse, die auf uns zurollt und uns auch noch als Fortschritt verkauft wird. Er sorgt sich, dass jedoch kaum jemand ernstzunehmende Nachforschungen zu diesem Thema anstelle. Hawking vergleicht diese Naivität mit einer nahenden Invasion von Außerirdischen:

„Wenn eine fortschrittlichere, außerirdische Zivilisation uns eine Nachricht mit den Worten ‚Wir kommen in ein paar Jahrzehnten an‘ schicken würde, würden wir dann einfach mit ‚OK, ruft kurz an, bevor ihr da seid, wir lassen die Lichter an‘ antworten? Wahrscheinlich nicht – doch genau so wird mehr oder weniger gerade mit der künstlichen Intelligenz verfahren.“(Quelle:gulli.com)

In einem Interview im Independent warnt Hawking: „Es gebe keine Grenzen für die Entwicklung einer KI. Keine physikalischen Gesetze können verhindern, dass Partikel anfangen sich selbst zu organisieren und zu einem fortschrittlicheren Denk-Organismus werden als das menschliche Gehirn. Die Folge könnte eine nicht zu stoppende Selbstvervielfältigung sein …“ Die Erschaffung einer künstlichen Intelligenz (KI) bezeichnete er als „größtes Ereignis in der Geschichte der Menschheit“. Es könne jedoch auch das letzte sein, wenn die Risiken dieser Entwicklung nicht beachtet würden. Das Konzept einer hochintelligenten Maschine als „Science Fiction“ abzutun, könnte sich als schlimmster Fehler der Geschichte herausstellen, so Hawking.

Ich muss gestehen, dass auch mir als Techniker der ausufernde Technikwahn immer unheimlicher wird. Nicht dass ich ein Technikfeind wäre. Ganz im Gegenteil, ich halte es für möglich, dass der Mensch Technik in einer sinnvollen Weise in sein Leben integrieren kann. Dazu müsste man Technik aber in eine Position zurechtrücken, in welcher die Technik dem Menschen dient und nicht so wie derzeit, wo der Mensch einer eigenläufig gewordenen Technik dient. Wenn wir das, was wir an neuen mechatronischen, biotechnologischen, KI-, nuklear-, gen- und nanotechnologischen Möglichkeiten zur Verfügung haben, mit unserer bisherigen (szientistisch-nihilistisch-hedonistischen) Haltung in die Geburt bringen, dann wird uns der überdimensionale Tyrannosaurus Rex, den wir damit erschaffen, zweifellos mit Stumpf und Stiel in einem gähnenden Schlund verschwinden lassen und unsere Evolution ist beendet. Es wäre jedoch auch möglich, die genannten Hochrisikotechnologien mit einer menschengerechten Intention auszusteuern. Dazu müssten wir uns bloß eine humanistisch-philosophische Grundeinstellung zulegen – eine solche meiden unsere derzeit amtierenden Politikern jedoch wie die Teufel das Weihwasser (obwohl eine humanistisch-philosophische Intention eigentlich unser Kulturschatz und die genuin-europäische Wurzel wäre, ohne welche das gute Europa schon demnächst vollkommen vertrocknen und vom Wind davongeblasen würde). Die Karten stehen also derzeit schlecht, und nur deswegen formuliere ich hier einige ketzerische Gedanken gegenüber der anstehenden „vierten industriellen Revolution“ – diese Revolution könnte nämlich in der Tat, wie auch Hawking warnt, unsere letzte sein. Denn wenn durch die geplante Technologieoffensive der Mensch – insbesondere seine Fähigkeiten zum Denken, Fühlen und selbstbestimmten Handeln – aus den bisherigen Lebenszusammenhängen ausgeklammert werden, man die Verantwortung stattdessen an eine „künstliche Intelligenz“, also an ein kaltes Zahlensystem übergibt (siehe dazu auch Peds Ansichten) – was bleibt dann noch vom Menschen übrig?

In einer lesenswerten Analyse (siehe Nachdenkseiten) kommt auch der Philosoph Matthias Burchardt zum Schluss, dass unsere derzeitige, ökonomisch-technokratische Ausrichtung im Grunde „zutiefst nihilistisch und deshalb unfähig ist, eine Sinnfigur hervorzubringen“. Sie mache uns zu „Insassen einer apolitischen, technokratisch-ökonomistischen Untertanenfabrik und Sachzwangdiktatur“ und würde letztlich in nichts anderem enden als in einem barbarischen „Kampf Jeder gegen Jeden“. Nachdem ich das vorbezeichnete System nun schon mehrere Jahrzehnte von innen her kennengelernt habe, kann ich diese Worte Burchhardts leider nur unterschreiben, auch wenn ich damit manch begeistertem MINT-Studenten und IT-Geek nun seine Motivation raube.

Die in Schule und Uni zu fortschritts- und frackinggläubigen Bürgern erzogene Generation an Digital Natives wird mich womöglich nicht verstehen und den folgenden Vergleich für übertrieben halten, aber immer öfter muss ich an die Schilderungen meiner Großeltern über den von ihnen erlebten Führerkult denken. Über den „Fortschritt“, den ihnen der Führer versprochen hatte und der im totalen Krieg geendet hatte. Heute erscheinen uns dieser Führerkult und die damals vorherrschende Ideologie als absolut grotesk und schizophren. Wir können es kaum glauben, wie die Menschen bei solchem Wahnsinn kollektiv begeistert und fröhlich fahnenschwingend mitmachen konnten. Wie war es möglich, dass der Führer auf seine Frage: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ frenetische Zustimmung vom Publikum erhalten hat? Ich erwische mich bei einem unerlaubten Gedankengang: Könnte es sein, dass eine spätere Generation einmal über unsere jetzige Generation genauso denken wird? Dass auch wir einem „Führer“ aufsitzen, dem wir naiv zujubeln, der uns aber sukzessive ins Verderben führt? Zumindest kurzfristig habe ich weniger Sorge, dass sich dieser Führer in Form einer konkreten Person manifestieren wird, wovor ja derzeit viele Essayisten warnen, die sich selbst als ‚links‘ verorten. Hingegen habe ich die viel größere Befürchtung, dass wir in der Fortschrittsgläubigkeit selbst bzw. in der inzwischen wahnwitzig gewordenen Technik unseren „Führer 4.0“ finden, vor dem wir stillschweigend in die Knie gehen und dem wir bedingungslosen Gehorsam leisten, obwohl er uns auf einen Marsch ohne Wiederkehr Richtung Grand Canyon schickt. Aktuell stellt dieser Führer an uns die Frage: „Wollt ihr die totale Digitalisierung?“ – Was wird unsere Antwort auf diese in den Raum gestellte Frage sein?

Die blendende Größe und schier unangreifbare Macht dieses Führers bringt uns wie es scheint dazu, diesem Führer bedenkenlos unsere Zukunft, unsere Kinder, unser gesamtes Menschsein in die Hände zu legen. Wer in der glorreichen Zukunft, in die uns dieser Führer führen will, Dantes Eishölle zu erkennen vermeint, läuft Gefahr, umgehend aus der Glaubensgemeinschaft des technokratischen Nihilismus exkommuniziert zu werden. Er ist ein Ketzer. – So einer wie der Widerstandskämpfer Georg Elser, der seinerzeit etwas gegen die schrankenlose Macht des Führers unternehmen wollte, bevor alles zu spät ist.

Voriges Jahr kam ein neuer Film über Georg Elser in die Kinos. Ein Anschauen des ganzen Films ist meiner Meinung nach weniger empfehlenswert, da sich die Filmemacher hauptsächlich auf die Beziehung Elsers zu einer Frau fokussiert haben und ihn als emotionalen Lebemann darstellen – was aber den historischen Tatsachen nicht entspricht (Elser war eher ein stiller, feinsinniger und konzentrierter Geist, der privaten Angelegenheiten zeitlebens keinen besonderen Wert beigemessen hat). Eine im Film ersichtliche Szene – für mich eine Schlüsselszene mit gewaltiger Symbolkraft auch für die Zukunft –  haben die Filmemacher dafür jedoch mit umso größerer Bravour auf die Leinwand gebracht: In einem Bierzelt wird großrednerisch versprochen, dass der „Führer“ schon bald Wohlstand und Fortschritt bis in den letzten Winkel des Deutschen Reiches bringen werde: jedem Bürger  einen Volksempfänger  sowie  die  Asphaltierung  und  Beleuchtung sämtlicher Dorfstraßen – Verheißungen, die das Publikum mit leuchtenden Augen und frenetischem Applaus beantwortet. Besonders eindrücklich hierbei das Gesicht Georg Elsers, wie er inmitten einer fanatisierten, von den NS-Fortschrittsversprechungen mitgerissenen und dem Wahnsinn zujubelnden Menschenmenge klaren Geist bewahrt und sich seine eigenen Gedanken macht. (Im u.a. Trailer sieht man leider nur eine andere, aber ebenfalls eindrückliche Szene von Elser inmitten eines NS-Auditoriums). Wer sich dieses Bild einprägt, dem kann es zu einer Art geistigem Gegengift gegen die schleichende Vermassung und Entindividualisierung werden, mit der auch wir heute wieder in ungeahntem Ausmaß konfrontiert sind.

Wir tun, glaube ich, gut daran, uns heute wieder mit dem Widerstandsgeist Elsers auseinanderzusetzen. Jeder, der sich mit Georg Elser beschäftigt, wird dies nicht ohne Gewinn tun, m.E. ist er ein viel größerer Held als der vielzitierte Graf Stauffenberg – schließlich war Stauffenberg lange Zeit selbst Nazi, der sich erst in der Endphase des Krieges gegen Hitler gewandt hat, als er sah, dass der Führer mit seinen Plänen nicht mehr erfolgreich sein wird. Hingegen hat Georg Elser den drohenden Wahnsinn gleich von Beginn an erkannt und sein Leben geopfert, um dagegen anzukämpfen (siehe hier auch ein PDF zur Lebensgeschichte Elsers).

Kurz vor Ende des 2. Weltkriegs und nur 20 Tage vor Befreiung des KZ Dachau wurde der inhaftierte Elser durch Genickschuss getötet – auf direkte Anordnung des „Führers“.  Obwohl er ein großer philosophischer Geist gewesen sein dürfte, ist über seine Person heute fast nichts mehr überliefert. Die Nazis hatten relevante Unterlagen vernichtet und über Elser eine Vielzahl von Lügen und Verleumdungen in Umlauf gebracht, die noch bis vor wenigen Jahren verhinderten, dass man offen über diesen Widerstandskämpfer redet und ihn gebührend würdigt (siehe Zeit-Artikel „Den schweigen sie tot!“).

Aus den wenigen Zeilen, die von Georg Elser überliefert sind:

 „Wir gehen alle vor die Hunde. Und das ganze Land mit uns. 

„Irgendjemand muss den Wahnsinn doch aufhalten. – Man kann nicht warten bis es zu spät ist.“

„Ich bin ein freier Mensch gewesen. 

Man muss machen, was richtig ist.

Wenn der Mensch nicht frei ist,

stirbt alles ab.“

                         Georg Elser

 

„Busy going nowhere“ – Am Pilgerweg in neoliberaler Gletscherlandschaft

„Nabila“, Kashoggis Yacht  (CC-BY-SA-3.0/Wikimedia/FrummerThanThou)

„Busy going nowhere“, so  hieß ein inzwischen abgetakeltes Album des Industriellensohns Hubertus von Hohenlohe, in dem er seine Erfahrungen mit der internationalen Jet-Set-Prominenz zu verarbeiten sucht. Der in einem Fünf-Sterne-Hotel in Marbella aufgewachsene Prinz Hubertus hatte eine harte Kindheit. Im Zuge einer Affäre seiner Mutter Ira Fürstenberg mit dem brasilianischen Playboy Francisco Pignatari waren ihm Privatdetektive auf den Fersen, die ihn entgegen dem gerichtlich verordneten Sorgerecht wahlweise ins Schloss der Mutter oder ins Luxushotel seines Vaters entführen wollten. Mit zehn Jahren wurde er von seinem Vater in ein Internat geschickt, „um ihn von den reichen Kindern Spaniens fernzuhalten, die mit 14, 15 Jahren begannen Drogen zu nehmen und sonst auszuticken“.

Da als Nachfolger des Firmenimperiums sein älterer Bruder Christoph  vorgesehen war, konnte sich Prinz Hubertus ganz seiner Passion als Jux-Skirennläufer für die Kaktusrepublik Mexiko widmen. Obwohl er bei Weltcuprennen regelmäßig den letzten Platz belegte, ging er dennoch in die Sportgeschichte ein – als Fahnenträger in erster Position bei den Olympischen Winterspielen und als einer der originellsten Skifahrer der Neuzeit (Abfahrten bestreitet er stets in Trikots bekannter Fußballklubs, seine letzte Kleidung bei den Olympischen Winterspielen war die eines Desperados mit Revolver an der Hüfte). Ja, wahrlich: die Letzten werden die Ersten sein – für Jet Set-Prinzen gilt diese Verheißung jetzt schon im Irdischen, sie müssen dazu nicht erst aufs Jenseits warten.

Prinz Hubertus beim Einzug der Mannschaften / Olympische Spiele 2010 (Foto: Jude Freeman / Flickr).

Obwohl der mittlerweile 58jährige Prinz in einem Interview meinte, dass er eigentlich schon „zu alt für den Scheiß“ sei, war er auch 2017 bei der WM in St. Moritz wieder am Start. Er erzählt, dass er das Schifahren zum „Erden“ brauche. „Wenn ich die ganze Zeit rauchen und trinken würde, würde das nicht gehen.“

Eine ähnlich schwere Kindheit wie Prinz Hubertus musste Baron Lorne Thyssen-Bornemisza durchmachen, seines Zeichens hauptberuflicher Sohn des seinerzeit 2,5 Milliarden Euro schweren Industrie-Magnaten Hans Heinrich Thyssen. Aufgewachsen in einem Luxus-Apartment in Chelsea war der „begehrteste Junggeselle Londons“ befreundet mit den Kindern des Schahs von Persien, denen des Fiat Chefs Gianni Agnelli und des Griechischen Reeders Stavros Niarchos. Man hatte dieselben Probleme, hieß es im britischen „Tatler“: „Wie schlägt man sich gegen drei Stiefmütter? Was tun, wenn man entführt wird?“

Das Verhältnis zu seinem Vater beschrieb er so: >> Ich lernte ihn eigentlich erst kennen, als ich 16 war. Eines Nachts in Polen, beim Stapellauf eines Schiffs, betranken wir uns. Er sagte zu mir: „Ich sehe einen zweiten völligen Idioten.“ Das war so etwas wie ein Lob aus seinem Mund.<<

Der „Tatler“, ein laut Wikipedia auf die „obere Mittelklasse und auf die Oberklasse“ abzielendes Hochglanzmagazin des Vogue-Herausgebers Condé Nast, berichtet über zutiefst traumatisierende Erlebnisse, die der junge Baron Thyssen durchleben musste. Als er 15 Jahre alt war, meinte sein bereits in fünfter Ehe mit einer ehemaligen Miss Spanien verheiratete Vater, dass es nun Zeit für eine “Initiierung” wäre und arrangierte für ihn eine Prostituierte: ‚The poor girl was so bored with the whole thing that she never took her glasses off. She kept saying, „Are you finished yet?“ I found that deeply traumatising,‘ says Lorne. ‚It was an extremely unpleasant experience.‘ (Quelle: Tatler)

Ein Bericht in der Welt ergänzt: „Und natürlich hatte er auch die Probleme, die man hat als 22jähriger, wenn man nicht weiß, ob Samstag ist oder Montag und niemanden kennt, der es einem sagen könnte.“

Während Prinz Hohenlohe sein traumatisches Leben mit Popmusik zu bewältigen versucht, wählte Baron Thyssen den Weg einer cineastischen Aufarbeitung. Im Libanon drehte er vier Jahre lang an „Labyrinth“, einem 15 Millionen Euro teuren epischen Film rund um Krieg und Liebe. Die Hauptrolle spielte die Tochter des Waffenhändlers Adnan Kashoggi, Nabila – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Yacht Kashoggis (die zwischenzeitlich von Donald Trump erworbene „Nabila“ ist 86 Meter lang, hat eine Garage für einen Rolls-Royce Phantom V, einen bordeigenen Hubschrauber und 40 Mann Besatzung.)

Ob Baron Thyssen nach seinem Filmprojekt Frieden gefunden hat, weiß man nicht. Eines seiner letzten Interviews gab er einem Reporter der Welt, der ihn in St-Tropez  in einer eingezäunten und bewachten Villa aufgestöbert hatte: „Das dichte Haar ist grau geworden. Um den Mund und die Augen hat er einen harten Zug, der sein Gesicht manchmal fast verächtlich, herablassend scheinen lässt, wenn er mit Angestellten spricht zum Beispiel. Er trägt sein gestreiftes Hemd weit offen, Jeans, keine Socken und eine Oyster Perpetual Yacht Master von Rolex.“ (Quelle: welt.de)

Anscheinend ist das Leben unter bedachter Terrasse mit Meerblick  jedoch selbst für hartgesottene Partylöwen auf die Dauer zu langweilig. In einer Financial Times Ausgabe aus 2017 sieht man den einst „begehrtesten Junggesellen Londons“ als Geschäftsführer einer neu gegründeten Galerie in der noblen Londoner Davies Street posieren (siehe Financial Times). Im Talon: feine griechische Bronzen und ägyptische Kunstschätze.

Apropos Langeweile. Falls es Merkels transatlantischer Flachmannschaft demnächst zu langweilig wird und man meint, dass es nach siebzig Jahren Frieden nun wieder an der Zeit ist, sich mit dem atomar bestückten russischen Bären den Kopf einzuschlagen (siehe Wenn der russische Bär eine Anakonda am Hals und der Hund die Hausaufgaben gefressen hat), dann besteht zumindest für Prinz Hohenlohe und Baron Thyssen kein Grund zur Sorge. Wie das Forbes Magazine berichtet, sind im „Oppidum“ noch ein paar Appartments frei (siehe Forbes). In diesem Luxus-Superbunker mit Pool und exklusivem Weinkeller können betuchte Milliardäre selbst nach einem nuklearen Holocaust noch ein paar Wochen lang die Korken knallen lassen und Party machen. Gut möglich, dass das Oppidum angesichts der eskalierenden Weltlage bereits ausgebucht ist. Wer dort keinen Platz mehr bekommt, der kann es jedoch noch im „Vivos Europa One Shelter“ probieren (Zimmerfotos siehe Dailymail).

Inzwischen will der Bayer Thomas Rohrmann 7000 Kilometer quer durch Europa pilgern. Nicht etwa, um Einkehr oder Erleuchtung zu finden wie früher ein Jakobswegpilger, sondern – um einen neuen Chef zu finden bzw. einen Job (siehe Spiegel). Mehr als hundert Bewerbungen hat der frühere Außendienstmitarbeiter eines Lebensmittelkonzerns bereits erfolglos verschickt, jetzt will er potentielle Arbeitgeber von seiner Leistungsbereitschaft überzeugen, indem er vom Nordkap bis nach Sizilien wandert. Als Verzweiflungstat will Rohrmann sie aber nicht verstanden wissen. „Mich treibt eher die Wut als die Verzweiflung“, sagt er. „Ich bin 57, ich kann doch noch zehn Jahre arbeiten! … Es kann doch nicht sein, dass man schon ab 40 zum alten Eisen gehört.“ Was er sich wünsche, sei doch nur „ein anständiger Job“, die Stelle müsse weder in der Lebensmittelbranche sein, noch im Vertrieb, noch nicht mal in Deutschland. Mit seiner Frau habe er das schon besprochen; er könne überall in Europa arbeiten. Zur Not hätten sie dann eben eine Fernbeziehung. Nur eines, das könne er sich gar nicht vorstellen: Hartz IV zu beantragen. „Das mach ich nicht. Da hab‘ ich eine Schranke“.

„Across Europe for 1 job“ lautet der Header auf seinem Blog, in dem er sich als leistungsbereiter Wettbewerbsbürger präsentiert, ganz auf Wellenlänge von „Pulse of Europe“. Dass er auf seinem Blog auch von starken psychischen Belastungen Arbeitsloser und gelegentlichen Panikattacken spricht, hat womöglich einen Grund: „Sein Arbeitslosengeld läuft bereits aus. Die nächsten neun Monate will er vom Ersparten leben. Acht Euro pro Tag beträgt sein Budget. Vielleicht könne er sich unterwegs mal ein Abendessen erarbeiten, durch Holzhacken oder so, sagt er. Länger als ein paar Tage werde er aber auf keinen Fall an einem Ort bleiben, er wolle ja seinen Zeitplan nicht über den Haufen werfen.“ (Spiegel)

Falls der Running Man trotz seiner sportlichen Ambition im Straßengraben landen sollte (wir wollen ihm das Beste wünschen, aber als Fußgänger 7000 km auf asphaltierten Verkehrswegen zurückzulegen ist ja nicht ganz ungefährlich), dann taucht ja vielleicht Bruder Martin auf, neigt sich von seinem Eurokraten-Ross herunter und teilt seinen Mantel. Gegenüber „hart arbeitenden“ Menschen soll Bruder Martin ja Erbarmen in Aussicht gestellt haben.

Falls Bruder Martin jedoch nicht rechtzeitig auftaucht und der Running Man nach 7000 km genausoweit ist wie zuvor, dann lohnt sich für ihn vielleicht noch ein Abstecher nach Irland. Dort ist nämlich vor kurzem ein Job in der Europa-Zentrale von Apple freigeworden. Daniela Kickl hat diesen Traumjob unter tausenden Bewerbern ergattert. Mit einem abgeschlossenen Betriebswirtschaftsstudium  mit Spezialgebiet Wirtschaftsinformatik und Personalmanagement sowie mehrjähriger Berufserfahrung in der IT-Branche dachte sich die Dame am Ziel ihres Lebenstraumes, wie sie es selbst bezeichnete. Um Teil von Apple zu werden, hat die Wienerin in ihrer Heimat alle Zelte abgebrochen und ihre vierköpfige Familie nach Irland übersiedelt. Am Apple-Arbeitsplatz stellte sie jedoch fest, „dass dort nichts ist, wie es nach außen scheint“:

>>Kreativität und Individualität sind hier nicht gefragt. Mitarbeiter müssen wie in Hühnerfarmen funktionieren, reglementiert, überwacht und auf Zahlen reduziert. Mutig nahm sie den Kampf gegen dieses unmenschliche System auf und wandte sich schließlich sogar an Apple-Chef Tim Cook persönlich. […] Menschen werden auf Zahlen reduziert, nicht erreichte Ziele bedeuten Konsequenzen wie Entgelt-Ausfall bei Krankheit, und selbst die Klo-Zeit ist festgelegt, auf acht Minuten pro Tag. Demotivation, Burnouts und Selbstmorde sind die Folgen. „Ich habe mich gefühlt, als hätten Maschinen bereits die Macht über uns Menschen übernommen“.<< (Quelle: ifun.de)

In ihrem Buch „Apple intern“ schildert sie, wie aus der anfänglichen Begeisterung mit der Zeit Verzweiflung wurde. „Hilflos und entmenschlicht“ hätten sie und ihre Kollegen sich gefühlt. Aus einem ORF/ZIB24-Interview vom 20.03.2017:

„…Es war ein furchtbar beklemmendes, trostloses Arbeitsumfeld, in dem man auch keinerlei Kritik anbringen konnte, wo man immer gegen Wände gelaufen ist, wo man immer mit leeren Phrasen wie ‚common sense‘ und ‚business needs‘ konfrontiert wurde.“

In einem Stern-Interview vom 18.03.2017 meint sie weiters: „Da geht es ja den Menschen im Gefängnis besser“. Dass Frau Kickl offensichtlich nicht die einzige ist, die das Apple-Arbeitsleben erdrückt, zeigt die Statistik. Laut welt.de liegt die Suizidrate der Apple-Mitarbeiter sechs Mal höher als bei den übrigen Bewohnern Irlands.

Daniela Kickl wollte es nicht so weit kommen lassen und hat rechtzeitig gekündigt. Womöglich ist ihre Stelle in der Apple-Hühnerbatterie aber schon längst nachbesetzt – Apple rangiert ja bei einer ganzen Generation an Studierenden ganz oben als Wunscharbeitgeber. Falls er in Europa nicht fündig wird, dann müsste Running Man Rohrmann eben noch globaler denken. Als freiem Wettbewerbsbürger einer marktkonformen Demokratie steht ihm als ultima ratio ja noch die Brücke über den Atlantik offen, um in jenem Land der unbegrenzten Möglichkeiten sein Glück zu versuchen, das auch in unserer Politlandschaft das fraglose Maß der Dinge ist. Wer dort bedingungslose Leistungsbereitschaft an den Tag legt, kommt angeblich schon irgendwie über die Runden. So wie der Chicagoer Eisverkäufer Fidencio Sanchez, der Ende letzten Jahres  im Alter von 89 Jahren schließlich in den Ruhestand gehen konnte –  dank einer Crowdfunding-Spendenaktion (siehe orf stories).

Dass auch bei vollkommener Leistungsbereitschaft und Durchtaktung des Lebens kein Happy End garantiert ist, berichtet uns aber die Le Monde diplomatique:

„Manchmal nimmt ein derart durchgetaktetes Leben ein tragisches Ende, wie das von Maria Fernandes, die im September 2014 in ihrem Auto auf einem Parkplatz in New Jersey starb. Die 32-Jährige war seit vier Jahren bei der Schnellimbisskette Dunkin’ Donuts angestellt, insgesamt hatte sie drei verschiedene Jobs (nachmittags, nachts und an den Wochenenden), um die Ausbildung ihrer Tochter zu finanzieren. Sie bekam den damals in New Jersey gültigen Mindestlohn: 8,25 Dollar die Stunde. Monatlich zahlte sie 550 Dollar für ein möbliertes Apartment, in dem sie nur sehr selten schlief. Stattdessen ruhte sie sich in ihrem Auto aus, bei laufendem Motor und angeschalteter Klimaanlage, um frische Luft im Innenraum zu haben. Auf dem Rücksitz bewahrte sie einen Benzinkanister auf. Bei einer ihrer Schlafpausen fiel der Kanister um; giftige Dämpfe verbreiteten sich im Auto, sie erstickte. Ein Sprecher von Dunkin’ Donuts würdigte sie in einem Nachruf als „vorbildliche Mitarbeiterin“.

Falls Ihnen also in nächster Zeit am Randstreifen der Autobahn ein regennasser Running Man entgegenkommen sollte, der ein Banner mit „Across Europe for 1 job“ hochhält – nehmen Sie ihn ein Stück weit mit. Denn bei 8 Euro Tagesbudget kann er es sich womöglich nicht leisten, seine Sohlen durchzulaufen. Und der gute Mann will es ja noch bis Sizilien schaffen. Vielleicht liegt dort gerade die „Nabila“ vor Anker. Wenn er Glück hat, wird an Bord gerade ein Smutje zum Kartoffelschälen gesucht oder jemand, der unter Deck den Phantom V Royce poliert. Personen, die zu allem bereit sind, kann man immer gut gebrauchen – nicht nur im Business superreicher Barone und Waffenhändler wie Kashoggi & Co.

Pig Business Monkey Events, Global Playboys und bezaubernde Jeannies – Auf dem Weg zur digitalen Transformation und zum Final Handshake

Bild: Parkwaechter 2017

In einer Studie stellte der US-Unternehmensberater Jeremy Rifkin 150 führenden Managern der  internationalen Konzerne die Frage, ob die Welt, die sie gerade selbst durch ihre Arbeit mitgestalten, für ihre Enkel lebenswert sein werde. Die Frage wurde 150 mal  – also ausnahmslos – schlichtweg verneint.

Gleichwohl hüten sich die Leistungsträger, dieses Bekenntnis in der Öffentlichkeit abzugeben – wäre ja auch schlecht fürs Geschäft und hätte wohl das umgehende Abserviertwerden der eigenen Person von der Showbühne zur Folge. Dabei ist das Glänzen im Scheinwerferlicht der Science-Avantgarde ja etwas ungemein Ekstatisches – dazu unten aber gleich mehr.

Wenn jedenfalls sogar die Vertreter des führenden Establishments innerlich nicht mehr an die Sinnhaftigkeit ihres eigenen Tuns glauben, dann darf sich auch der gemeine Bürger fragen: wohin führt dann eigentlich unsere Reise? Der Astrophysiker Prof. Harald Lesch macht uns darüber keine Illusionen: „Wir sind alle Astronauten auf dem Raumschiff Erde. Wenn wir weiter so Gas geben, dann fahren wir das Ding vor die Wand“ und fügt hinzu, dass wir mit dem naiven Glauben an neue Technologien gerade dabei sind, den letzten Rest dieses Planeten „zu verfahren, zu verbrennen, zu verleben …“ (siehe YouTube).

Man mag Analysen wie die von Lesch und anderen schon kaum noch lesen, die Zeugnis abgeben über ein nie dagewesenes Artensterben, Vergiftung unserer Ökosysteme, unglaubliche Verelendung von Menschen, eine weitgehend sinnentleerte und erschöpfte Gesellschaft … Hingegen auf den Leinwänden der Konzerne … – läuft ein ganz anderer Film. Denn ungeachtet aller Realität haben die von Lesch als „Mammonesen“ bezeichneten Ökonomen aktuell eine neue Schallplatte aufgelegt. Mit den Schlagwörtern „Industrie 4.0“ und „digitale Transformation der Gesellschaft“ wittern sie in ihren bluetoothverzahnten Mausoleen wieder Frischluft und sehen ein neues Ziel am Horizont, für das es sich zu kämpfen lohnt: Die totale Durchtechnisierung von Mensch und Lebensumwelt, deren Umwandlung zu einer hocheffizienten  Technikmaschinerie, mit der der Mensch verschmelzen soll, um schon zu irdischen Lebzeiten in jenem Paradies anzukommen, das uns die Religionen der Menschheit erst im Jenseits anbieten können.

Mit ganzem Herz und bedingungsloser Hingabe sprechen perfekt manierliche Damen, die  noch vor wenigen Jahren  in einer (inzwischen digital gewordenen) Barbiepuppen-Kinderstube den Wert des Glanzes der Oberfläche internalisieren durften und nun mit großen Spielzeugen und gewaltigen Technologien hantieren dürfen, ihr Credo:  „I’m so exited to bring digital transformation to life here…“ (siehe z.B. eine jüngste Microsoft-Technologiekonferenz im u.a. Video).

Über ihren Chef Ken schwärmt sie: „There ist so much energy around him…” und setzt hinzu: “It is so contagious!“ (“Das ist so ansteckend!“) – Der männliche Part der frisch gebackenen Head-of-Marketing-Lady, er heißt eigentlich nicht Ken, sondern Neil, ergänzt nonchalant und breit grinsend auf die Frage, wie es ihm inmitten des futuristischen Gewimmels als General Manager für Microsoft Health Worldwide so gehe:

„I’m havin fun – I’m busyiiii !

Im Video bekennt ein Fachwissenschaftler mit würdevollem Ernst und ganz ohne Scham, worum es sich für ihn dreht: „To get recognition by Microsoft is very, very exiting.“ Auch alle anderen Akteure drücken ihr bedingungsloses Bekenntnis zu Technik und zur digitalen Transformation unserer 4.0 Gesellschaft aus, gegen welche die „Stahler 80“-Zahnpastawerbung ziemlich blass aussieht (Erklärung für Post-Millenials: Strahler 80 war eine bekannte Zahnpasta der 80erJahre. Den mit dieser Pasta geputzen, gebleckten weißen Zähnen ist man in den Jahren vor der Milleniumswende in fast keinem Fernseh-Werbeblock entkommen).

Am Ende des Meetings gibt Microsoft-Abteilungsleiter Ken seinen Appell aus: „Just keep doing it: creating more and more benefit for our customers!“ – woraufhin sein Expertenheer frenetisch ausflippt. Ken hat also die Losung des alten Microsoft CEOs Steve Ballmer geflissentlich internalisiert, wo letzterer mit seinem Monkey Rap schon seinerzeit die Microsoft-Belegschaft in Redmont mantrenartig eingeschworen und zum monotonen Mitklatschen gebracht hat: „Developers, developers, developers … -Developpp !!!“

Dass damals noch gewisse Fragmente des Faktors Mensch mit im Spiel waren, sieht man an dem vielfach kritisierten Achselschweiß, den der Microsoft-Guru während seines fulminanten Auftritts in Massen absondert. So ein unappetitliches Transpirieren wird heute durch porenverschließende Hitech-Sprays mit Aluminiums-Nanopartikeln sicher verhindert und ein CEO kann sogar in Ausnahmezuständen bis kurz vorm Umfallen (so wie der kollabierende BMW-CEO auf der IAA-Messe) vollkommen souverän wirken.

Während globalisierungskritische Menschen mit philosophischer Ader angesichts des umwälzenden derzeitigen Weltgeschehens eher verstört bis hin zu schockiert sind, nach Atem ringen und kaum Worte finden, um das zu formulieren, was gerade wie ein großer Tsunami auf uns zukommt, so haben die wissenschaftlichen Experten, die im Epizentrum des kommenden Tsunamis stehen, nicht das geringste Problem mit dem astreinen Wahn-Sinn, sondern demonstrieren mit all ihrer zu Gebote stehenden Emotion und Überzeugungskraft, wie großartig und paradiesisch die von ihnen vorangetriebene neue Welt sein wird. Mit Wucht, bullig, humorvoll und ohne den geringsten Zweifel an ihrem Tun bringen die Silicon Valley CEOs  ihre Mission und ihr Commitment stringent auf den Punkt. In einem der Microsoft-Vorträge erklärt etwa ein junger Gentechnik- Wissenschaftler dem anwesenden Publikum auf charmante Weise die Kunst der Genmanipulation im menschlichen und tierischen Körpern: Eingängig dargestellt mit lustigen Powerpoint-Cartoons, auf denen man sieht, wie eine Schere einfach mal ein bisschen Schnipp in den von der Naturweisheit über Jahrmillionen der Evolution angelegten Gensequenzketten des Menschen macht … höchste Zeit, dass führende Wissenschaftler eines  globalen Technologieführer-Konzerns der Natur endlich mal auf die Sprünge helfen und ein paar Dinge zurechtrücken … das Paradies naht also… – so wie uns das auch der GWUP-Nerd und „Science Slam Champion“ Martin Moder auf seinem ProGentechnik-Blog GENau unermüdlich klarmachen möchte, sofern er nicht gerade damit beschäftigt ist, rückständigen Menschen den GWUP-Schmähpreis „Das Goldene Brett vorm Kopf“ zu verleihen oder alternative Denker zu diffamieren.

Aber wer immer noch Zweifel daran hat, dass man es in der Welt der Konzerne in himmlische Sphären bis oberhalb der Seraphim und Cherubim schaffen kann, der möge sich kurz nur einen der Höhepunkte der vorgenannten Technologiekonferenz angucken: eine Rede der IBM Chefin Ginni Rometty:

Beim diesem Videolink wollte ich nur auf die perfekte farbliche Komposition zwischen dem Galakleid der IBM-Grandin und dem Bühnenhintergrund hinweisen. Direkt hinter ihr ein Sonnensymbol, wie man es sonst nur von Gravuren in den Säulenhallen und Altaren der alten Pharaonen kannte. Niemand braucht sich die – im Grunde tödlich langweilige – einstündige Rede der bezaubernden Ginni anhören, deren Inhalt im Grunde auf nur drei Buchstaben beruht: I, B und M, genauer gesagt „I and IBM“ bzw. wie die beiden Einrichtungen wechselweise ihre Großartigkeit steigern. Sie sagt damit im Grunde nur auf eine etwas manierlichere Art genau das Gleiche, was Microsoft-Chef Steve Ballmer schon seinerzeit vor versammelter Arbeitsbienen-Mannschaft in seinem legendären Pig Rider-Ausraster bis zum Jupiter hinaufgebrüllt und damit die gesamte Götterwelt erschüttert hat: „I – LOVE – THIS – COMPANY – YEEEEAH …!“

Der Auftritt Ballmers in Strahler 80-Manier, untermalt mit plattem Happysound der 80er Jahre, erscheint heute vergleichsweise dilettantisch.  Obwohl im Kern immer noch dasselbe, legen auf Industrie 4.0 gebürstete CEOs heutigen Zuschnitts eine ganz andere Performance hin. Während man bei Steve Ballmer im obigen Video die brachial nach oben sprudelnden mammonitischen Urgewalten noch relativ unverblümt zu Gesicht bekommt, so haben die smarten Konzernlenker von heute die alte menschliche Eigenheit, dass „der Mund übersprudelt, wovon das Herz voll ist“, längst abtrainiert und sich stattdessen ein bis in die letzte Mundwinkelfalte in perfektem Understatement geschultes Mimikspiel zugelegt, bei dem George Clooney in die Schule gehen könnte.

Wer sich von diesem Mimikspiel bzw. vom Glanz der Oberfläche täuschen lässt, der übersieht, dass selbige Urgewalten, wie sie bei Steve Ballmer kurzfristig einmal zum Vulkanausbruch bzw. ans Tageslicht gekommen sind, immer noch exakt die gleichen sind, wie sie heute die Konzernrealität beseelen bzw. entseelen. Besagte Urgewalten befinden sich heute eben in einem Kernreaktor im Keller bzw. im Bauch des Menschen, wo die radioaktive Strahlung der Kernbrennstäbe das im menschlichen Organismus zirkulierende Wasser bzw. Blut bis zur Weißglut erhitzt und damit die mächtigen Turbinenräder des Kommerzgenerators antreibt. Solcherart als „Schnelle Brüter“ auf zwei Beinen durch die Gegend stolzierenden Kraftwerken sieht man es äußerlich nicht an, welche Urgewalten sie innerlich antreiben. Bluetoothbestöpselt und in feinen grauen Zwirn von Hugo Boss gehüllt, die Visage glatt rasiert und mit Versace-Lotion geölt, fädeln die Global Playboys bei Tag und bei Nacht unermüdlich Deals und Golden Handshakes ein, vernetzen Länder oder melken Cash Cows. Normalsterblichen ist es da ebenso wie jungen Damen aus der Provinz schier unbeschreiblich, dass es Global Playboys, – pardon, Global Players natürlich – gibt, die in unserer Zeit der allgemeinen Erschöpfung und des Burnouts entgegen allem Mainstream „so much energy around them“ haben, dass es einen direkt elektrisiert und man fast andächtig in die Knie gehen muss.

Wer bremst, verliert, ist jedenfalls das fraglose Motto der auf Digitalisierung und „Industrie 4.0“ getrimmten Schnellen Brüter bzw. Global Players. Wer im Rennen auf dem Highway Richtung Grand Canyon gewinnt, darf schließlich zu den ersten gehören, die am Grunde des Grand Canyon ihr zerbröseltes Smartphone wieder aufsammeln und die Champagnerkorken knallen lassen werden (siehe Illustration von Steve Cutts: The Final Handshake).

Zurück aber zu IBMs Ginni. Im Konzern aufstrebende Nachwuchskräfte werden angesichts eines solch strahlenden Auftritts  der bezaubernden Ginni wohl zweifellos attestieren, dass ihre CEO-Frontfrau „eine Wucht ist“  oder darüber schwärmen, dass „so much energy around her“ ist. Laut Forbes Magazine rangiert Ginni auf Rang 15 der Liste der mächtigsten Frauen der Welt. Wie man sieht, gibt es also in der über 7 Milliarden Seelen zählenden Menschheit scheinbar auch noch ein paar andere Bienenköniginnen – was der Beweis ist, dass an der sonnenbeschienenen Spitze der Pyramide nicht nur ein(e), sondern durchaus mehrere Leistungsträger(innen) Platz haben.  In ihrer o.a. Rede drückt Ginni in nähmaschinenartig wiederholenden Rückstichschleifen aus, wie großartig sie es eben findet, es bei IBM bis ganz nach oben geschafft zu haben, sodass am Ende der Rede hoffentlich auch diejenigen, die es nicht bis dorthin nach oben schaffen, sondern IBMs massivem Abbau der immer überflüssiger werdenden Humanressourcen zum Opfer fallen (was im vorigen Jahr ca. 26 Prozent der Belegschaft und damit mehr als 100.000 Mitarbeiter betraf), verstehen, dass ihr Versagen nur daher rührt, dass sie eben nicht ganz so großartige Strahlefrauen, sondern im Hamsterrad nur Minderleister sind – so wie jene heimgekehrte Wiener Betriebswirtin, die ihren vermeintlichen Traumjob in der Apple-Konzernzentrale in Irland mit dem Leben in einer Hühnerbatterie vergleicht und das hochglanzpolierte Arbeitsumfeld  als „furchtbar beklemmend und trostlos“ und sich dort „hilflos und entmenschlicht“ erlebt hat (Quelle: Interview in ZIB24 vom 20.03.2017, siehe auch welt.de).

Die implizite Botschaft der Business-Shows an die nachwachsende Generation der Human Resources lautet also: Legt euch mehr ins Zeug, trainiert euch mehr Barbie-Faktor an, übt vorm Badezimmerspiegel bessere emotionale Business-Statements, sammelt mehr Praktika-Erfahrung in den Kaderschmieden der Konzerne, macht Nachtschichten vor den Flachbildschirmen, lasst euch notfalls einen Chip ins Hirn einbauen, der euch mit ein paar Quadcore-Prozessoren und smarten Algorithmen auf die Sprünge hilft, gebt Einfach Alles für das Große Ziel, … dann dürft auch ihr zumindest ein paar Lenze lang bei der CyberNerd-Party zur digitalen Transformation unserer Gesellschaft mit dabei sein. Und wer besonders emsig in der Tretmühle des Kommerz läuft, der bekommt vielleicht sogar ein Ticket ins Elysium.

Durch GWUP-Edutainment restlos in die Zweidimensionalität des nihilistischen Szientismus plattgehämmert  und zu fortschritts- und frackinggläubigen Teletubbie-Nerds erzogen, dürfen junge fleißige Arbeitsdrohnen auch heute wieder die Blütejahre ihres Lebens dafür opfern, um einer Pharaonin zu dienen, die gewaltige Pyramiden und Obelisken mit vergoldeter Spitze errichten ließ. Wobei die 30 Meter hohen und ca. 300 Tonnen schweren Obelisken, welche die Pharaonin Hatschepsut um ca. 1400 v. Chr. von einem Heer an tausenden fleißigen Ameisen aus den Granitsteinbrüchen von Assuan meißeln ließ, gegen die heute in Arbeit befindlichen 4.0-Obelisken vergleichsweise blass aussehen. Denn die 4.0-Obelisken werden über die gesamte Erdatmosphäre bis durchs Ozonloch hinaufragen und drahtlos mit allen Dingen vernetzt sein („Internet of things“). Und während die goldenen Spitzen der Hatschepsut-Obelisken nur tagsüber im Sonnenlicht weit ins Land strahlten, um die Arbeiter zu ihrer großen gemeinsamen Aufgabe zu motivieren, so werden die digitalen 4.0-Obelisken sogar in der Nacht auf unsere Köpfe einstrahlen.

Ach ja, ich vergaß Ginnis Gehalt zu erwähnen: im letzten Jahr waren das samt Boni 5,2 Millionen Dollar (Quelle: silicon.de), dh. die Dame bekommt pro Tag ein Salär von über fünfzehntausend Dollar. – Nur ein Klacks im Vergleich zu einer ganzen Milliarde, wie sie z.B. der Blackstone-CEO Stephen Schwarzman für ein Jahr Arbeit einstreift (Quelle: welt.de), ich weiß. Aber bei einer solchen Tagesgage würde, glaube ich, sogar manche graue Hartz 4-Maus augenblicklich zur hochglanzpolierten Strahlefrau mutieren, um vor versammeltem Publikum glückshormonüberschwappend einen auf „Strahler 80“ zu machen. Pardon, wir haben ja upgedatet – „Strahler 4.0“ natürlich. Ich bin einfach noch von gestern.

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Nachsatz:
In Assuan/Ägypten kann man heute noch den größten Obelisken besichtigen, an dem Menschen jemals gearbeitet haben – er wiegt über tausend Tonnen und ist 42 m lang (siehe Foto). Der gigantomanische Hinkelstein hat es allerdings nie aus der Horizontalen in die Vertikale geschafft. Nachdem er schon von allen Seiten frei gehauen war, bekam er plötzlich einen Riss und war somit unbrauchbar. Aller Schweiß, Blut und Tränen, die für das Opus Magnum aufgewendet wurden, waren auf einmal für die Katz‘.

 

 

 

 

Das nächste Geld – Christoph Pfluger – KemFM

Geld ist Macht.

Diese Macht kann kann nur ausüben, wer über drei Fähigkeiten verfügt. Er muss Geld aus dem Nichts schaffen können, um es Dritten dann gegen mehr Geld zu verleihen. Er muss dafür sorgen, dass dieses Geld mit Zinsen zurückbezahlt werden muss, so dass die verleihenden Privatbanken und ihre Besitzer immer reicher werden. Und er muss dafür sorgen, dass dieses Betrugssystem den Massen unbekannt bleibt. Nur so können etwa 0,000001% der Vermögenden den großen Rest der über 99,999999% für sich schuften lassen.

Moderne Sklaverei getarnt mit dem Begriff „Finanzdienstleistung“.

„Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar noch vor morgen Früh.“
– Henry Ford.

Revolutionen haben viele Namen. Werden sie von den Eliten eingefädelt, nennen sie sich aktuell Demokratieexport und kommen nicht ohne Bombenteppiche aus. Krieg und unser exponentiell wachsendes Geldsystem bedingen einander. Um immer höhere Zinsen und Zinseszinsen bedienen zu können, reicht es ab Punkt X nicht mehr, die Löhne zu Senken, die Preise zu erhöhen oder immer mehr Jobs von Maschinen erledigen zu lassen, während das Heer der Arbeitslosen wächst. Dann muss man an die Rohstoffe, die benötigt werden, um überhaupt zu produzieren, immer billiger heran. Raub ist die Folge, getarnt als „Peacekeeping Operation“.

Unser Geld ist eine gigantische Fehlkonstruktion. Diese gilt es zu enttarnen und zu benennen, auf das dann ein neues, das nächste Geld kreiert werden kann. Geld, das den Menschen nützt und ohne Krieg auskommt, und das nicht permanente Umverteilung von unten nach ganz oben organisiert.

Wie könnte dieses „Nächste Geld“ funktionieren? Welche Hindernisse müssen beseitigt werden, um es einzuführen? Wer soll dieses Geld erschaffen, und wer kontrolliert es in der Zukunft?

KenFM traf Christoph Pfluger in Zürich. Der Schweizer Journalist und Verleger ist Autor des Buches „Das nächste Geld“ und hat sich jahrelang mit der Materie beschäftigt. Wir können sein Buch wärmstens empfehlen, denn es räumt mit zahllosen Mythen über unser Geld und unser Finanzsystem auf. Vor allem aber zeigt es einen Ausweg aus der globalen Krise, die genau genommen eine Geldkrise ist. Und das ganze in einer Sprache, die jeder versteht!

Auch wer sich bisher nur wenig mit dem Thema beschäftigt hat, kommt daher am Ende des Buches zu der Erkenntnis, dass ein neues, faires Geld schnell umgesetzt werden kann!

WIR, die 99%, müssen es nur wollen. Dazu aber müssen wir das aktuelle Geld und seinen zerstörerischen Mechanismus erst einmal erkennen. Bildung ist der Schlüssel. Nutze ihn.

Ein paar Stunden vertonte und bewegte Bilder zum Thema Geld

Die Macht der Finanzkonzerne – Wie Blackrock mittels Geld die Welt regiert:

Die BlackRock, Inc. ist der weltgrößte Vermögensverwalter. Das international tätige amerikanische Finanzunternehmen hat seinen Hauptsitz in New York City und ist vor allem in Vermögens- und Risiko-Verwaltung tätig. Die Aktien sind an der New York Stock Exchange gelistet. Größte Anteilseigner sind PNC Financial Services mit 21,0 % und Barclays mit 19,7 %.[1] (Stand 12/2011).

Goldmann / Sachs – Eine Bank lenkt die Welt

Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Die amerikanische Investmentbank ist in den letzten Jahren zum Symbol für Maßlosigkeit und ausufernde Spekulationen im Finanzbereich geworden. Ihre Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Privathaushalte haben sie zwar an den Rand des Bankrotts gebracht, aber letztlich wurde sie dank ihrer politischen Verbindungen vor dem Aus bewahrt.

GELD REGIERT – Regieren wir mit?

Die „Superreichen“ werden immer zahlreicher.
Quarks & Co begibt sich auf die Spur des großen Geldes. Was macht Geld mit uns – und welche Macht verleiht es?

Wer die FED bedroht oder gefährdet wird sterben

„Wenn das amerikanische Volk jemals privaten Banken die Kontrolle
über das Ausstellen des Geldes gibt, werden die Banken und Unternehmen,
die um sie herumwachsen, erst durch Inflation und dann durch Deflation,
die Leute all ihres Besitzes berauben, bis ihre Kinder obdachlos erwachen
auf dem Kontinent, den ihre Väter eroberten.“
(Thomas Jefferson (1743-1826), US Gründungsvater)


Volker Pispers kritisiert Geldschöpfung

Geldschöpfung im Kabarett: Es ist sehr erfreulich, dass nun auch Kabarettisten wie Volker Pispers die Geldschöpfung der Banken und das Geldsystem kritisieren. Zuvor war nur Dieter Hildebrandt dazu Willens. Unter Geldschöpfung versteht man das erzeugen von Geld. Die meisten Menschen gehen immer noch davon aus, dass der Staat sein eigenes Geld über die Zentralbank, in Deutschland die Bundesbank, schöpft (Geldschöpfung). Jedoch erzeugt die Bundesbank über die EZB nur etwa 10% der umlaufenden Geldmenge als gesetzliche Zahlungsmittel. Die restlichen 90% der Geldmenge (Bankengeld – kein gesetzliches Zahlungsmittel) wird von den Geschäftsbanken erzeugt (geschöpft), indem sie Kredite vergeben (Geldschöpfung aus Kredit = Schuldgeld).

Fabian der Goldschmied

Warum überall Geld fehlt

Der grosse Reibach und Der Tanz der Geier – alle zwei Teile

Geschäftsbanken, Hedgefonds und Versicherungen spielen mit Risiken und Vertrauen, mit wahren und falschen Werten. Derivate werden immer komplexer, Kommissionen steigen ins Unermessliche, und Geldmengen bewegen sich immer schneller um die ganze Welt. Die Gefahr einer Finanzblase steigt. Ob Rohstoffe, Immobilienkredite oder undurchschaubar gewordene Finanzinstrumente – die Spekulanten machen auf der Suche nach Profit vor nichts halt.

Geschäftsmonopol Geld verkauf

Die international privatisierte Bankenmafia hat es geschafft, ein Geschäftsmonopol zu errichten, indem nicht nur Geld verkauft, sondern auch mittels einfachem Buchungssatz – das unvergängliche Tauschmittel erschaffen wird. Jeder, der Bargeld benötigt –, legt der Mafia ein Versprechen, ein Stück Papier vor, also ein Schuldbrief, mit dem er im Umfang der benötigten Geldbeträge plus Gebühren, Zinsen und Tilgung auf seine Freiheit verzichtet. Sein Haus, seine Anlagen, sein Land oder künftiges Einkommen – muss, für diese Transaktion als Sicherheit hinterlegt werden.

Über Schatzbriefe von Staaten, die die Fähigkeit haben – die Staatsbürger, über Steuern zur Kasse zu bitten, wird das Staatsvolk als Ganzes Kunde – dieser Bankenmafia. Die Mafia lässt Geld in die Wirtschaft fließen, indem es Leben, Güter und Wirtschaft belastet – dieses Kartell, durch die Kontrolle über diese Tauschmittel, ist zum Pfandleiher für Bürger und Staat geworden.

Wenn dann die Produktivkräfte, die Zinsen nicht mehr bedienen können, ist dies das Ende. Die Banken leiten die Kündigungen der Darlehen an die Unternehmer ein; und gehen somit – bankrott, Arbeiter werden entlassen und das Bargeld zieht sich in die Kanäle des Geburtsortes zurück. Die Krise und das damit verbundene Elend, würgen das gesellschaftliche Leben ab.

220 Billionen $ warten auf ihre Verzinsung

Für diesen Kapitalismus, den Neoliberale seit über 40 Jahren verbrochen haben, gibt es keine Lösung mehr – die gibt es nicht. Wenn zurzeit 220 Billionen an US-Dollar $ an Finanzvermögen in der Zirkulation sind und das Sozialprodukt – also was Menschen und das weltweit real erwirtschaftet haben – bei 65 Billionen $ liegt und allein die Ansprüche, die die Reichen und Vermögenden aus den 220 Billionen $ daraus ziehen, in Form von Zinsen, Mieten, Pachten und Profite – das bedeutet das Ende. Der Kapitalismus erstickt letztendlich an seiner eigenen Logik der Profitmaximierung, die da lautet – um jeden Preis.

Keine Partei der Welt kann innerhalb dieser kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten etwas ändern – weil das Kapital sich nämlich auf keinen Ort beschränken lässt – es kennt keine Grenzen. Denn das Kapital hat die Investitionsmacht – die entscheiden wann, wie, wo und wer …

Nur wenn wir es durch internationale Solidarität schaffen, dieses Kapital in Schranken zu weisen – wäre noch Hoffnung, um zumindest den Absturz nicht ganz so hart werden zu lassen. Selbst wenn letzteres gelänge, steht immer noch das Geldsystem, welches per schöpferischem Akt von Privatbanken an Staaten, Unternehmen sowie Privathaushalte verliehen wird – systemimmanent dagegen – also hoffnungslos. Wer hier glaubt mit Wahlen etwas verändern zu können – hat den Schuss immer noch nicht gehört. Und all diejenigen, die den „Linken“ in den letzten 20 Jahren in ertragreiche Positionen mit ihrer Stimme geholfen haben, werden bitterbös enttäuscht – die beiden Systeme sind exponentiell und das so lange, bis der letzte Tropfen Blut vergossen ist.

Keine Partei hat auf ihrer Agenda das Geldsystem auch nicht die Agenda die der „Linken“ – aber auch wirklich keine.

Um sich diese gigantische Menge an Geld einmal vorzustellen hier ein kleines Video dazu – und für die Besserwisser sei gesagt – die meinen in diesem Video würde man das mit amerikanischen „Billionen“ verwechseln, NEIN tut es nicht, denn es sind ihre „Trillion“, also unsere Billionen.

Nachtrag: Das Video wurde von YouTube entfernt, es machte einem deutlich, was 1 Billion $ überhaupt bedeutet – leider ist dieses Video nicht mehr zu finden. So geschieht das übrigens dauernd.

Hier eine neues Video dazu:

Sahra Wagenknecht über das Steuerabkommen

Antwort auf die Regierungserklärung von Bundesfinanzminister Schäuble zur Bekämpfung von Steuerflucht: Es ist durchaus nicht so, dass sich Steuerhinterziehung in Zukunft nicht mehr lohnt. Man muss nur noch ein bisschen reicher sein als bisher, um sie sich leisten zu können.

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Die Mafia – der private Geldverleiher

Banken sind, wie Dealer die den Markt mit Stoff versorgen. Beschaffungskriminalität, Prostitution bis hin zum Tod verantworten Sie nicht – denn Sie bedienen nur Laster und Leidenschaften. Der Schuldige ist aus dem Blickwinkel der Dealer, immer der Süchtige. Sie befriedigen nur die Sucht – ohne Sucht keine Dealer, so Ihr Evangelium, mit dem Sie sich Ihre Hemden schneeweiß waschen, so weiß wie der Stoff, den Sie verticken…

Regierungen leihen sich nicht etwa Geld bei der Europäischen Zentralbank für etwa 0,1 bis 1 % – NEIN, das ist Ihnen VERBOTEN …, Sie leihen es sich von Privatbanken, diese leihen es sich wiederum von der EZB – und verleihen es dann, bis zu teilweise 10 %, siehe aktuell an Griechenland. Wer aber glaubt, dass Privatbanken das Geld verleihen würden, welches Sie sich bei der Europäischen Zentralbank für 0,1 bis 1% Zinsen leihen, der irrt – denn das bleibt bei der Europäischen Zentralbank als Sicherheit – aus denen Sie dann um den Faktor 90 bis 99 Kredite schöpfen und verleihen können.

Dieses Geld, das quasi per schöpferischem Akt erzeugt wird – entstanden aus dem NICHTS – von Privatbanken, dient ausschließlich als Druckmechanismus um Staaten zu entmündigen, um Ihr Personal strategisch einzuflechten. Dies läuft nach dem Motto: Gib mir die Kontrolle über die Schulden, dann habe ich die Kontrolle über den Staat.

Unser Geldsystem spiegelt sich im Kapitalismus wieder – oder anders ausgedrückt, das Geldsystem schafft diesen Kapitalismus, in seiner jetzigen hässlichen faschistoiden Fratze mit all seinen Verwerfungen wie Hunger, Armut, Krankheit und Elend, diese könnten zumindest beseitigt werden mit, einem anderen Geldsystem.

Dies anzusprechen bedeutet bei den „Linken“ eine verkürzte Kapitalismuskritik und wird in die antisemitische Ecke gedrängt. Immer mit dem Argument, dass ausschließlich der Kapitalismus und nicht das Geldsystem, schuld daran wäre – und somit alle in diesem System, Opfer. Des weitern die Geldsystemkritiker zwischen schaffendes“ und „raffendes“ Kapital also zwischen Gut und Böse somit den Boden für Antisemitismus vorbereiten, da die Linken davon ausgehen, dass Geldsystemkritiker das Finanzsystem nur in jüdischer Hand sehen wollen. Obwohl jedem Geldsystemkritiker bekannt ist, dass das internationale Finanzsystem sich aus allen Nationalitäten und Religiosität zusammensetzt – selbst wenn Behauptetes stimmen würde, müsste es angesprochen werden.

Wer hier nicht merkt, dass die Befürworter dieses Geldsystems faschistische Strukturen unterstützen – dem kann ich auch nicht mehr helfen. Denn den Räuberbanden solcher monopolgestellten Geldsysteme ist es egal, ob Sie die Märkte des Kapitalismus, Sozialismus, Demokratie, Monarchie oder wie sie alle heißen mögen, flutet … Aus diesem Grund heraus ist, ein Kampf gegen die Systeme ein vollkommener Schwachsinn denn, die Wurzel des Übels ist immer und in jedem Fall das schuldenbasierte Geldsystem mit seiner Exponentialfunktion -welches in privaten Händen liegt. Wäre es öffentlich-rechtlich, könnte man wenigstens den Reichtum entsprechend in Bildung, Sozialsysteme, Infrastruktur usw. stecken …

Politik, die vorgibt, mit der Schuldenbremse nationale Schulden verringern zu wollen, entzieht dem Wirtschaftskreislauf die Geldmengen und trägt zu noch mehr Leid und Elend bei, weil bei der Rückzahlung dieses Geld vernichtet wird – es existiert nicht, nur der Zins und Zinseszins bleibt real übrig.

Der Kampf über die Kontrolle des Geldes wird unerbittlich geführt seit Jahrhunderten. Ihre Jünger, die an diesem Tropf hängen und diese Schmierschicht legitimieren – werden sich davon nicht trennen, Sie gehen lieber einen Pakt mit dem Teufel ein.

Geld muss als Tauschmittel begriffen werden und nicht zweckentfremdet für ein leistungsloses Einkommen, um Milliarden und gar Billionen zu horten – denn Geldvakuum muss als Machtvakuum begriffen werden. Sinn machen Geldsysteme nur, wenn jeder genügend Liquidität wie nötig erhält, um damit Waren einzukaufen – und dieses Tauschmittel nicht künstlich verknappt wird. Der Staat, also wir Bürger, brauchen die Hoheitsgewalt über das Geldsystem und nicht eine kleine perverse vulgäre Elite, die es für sich nutzt, um über diesen Mechanismus sich den ganzen Planeten Erde mitsamt seinen Ressourcen anzueignen.

Hier eine Dokumentation, die ich empfehlen kann, um ein Stück weit hinter das Betrugssystem auch genannt Giralgeldschöpfung zu blicken.

 

Wie man ein Rentensystem zerstört

Mit Dank an Herrn Flegelskamp.

Auch wenn es vielen Menschen nicht bewusst ist, das Umlagesystem der Rentenversicherung ist mit Abstand das beste Rentensystem, aber es wird seit vielen Jahren kontinuierlich zerstört. Warum, das habe ich in einem der letzten Beiträge verdeutlicht, Ein Rentensystem ist eine Goldgrube für die Versicherungswirtschaft und deshalb ist eine der Forderungen der WTO mit GATS, dieses System weitgehend zu privatisieren. Entsprechende Verträge mit der WTO werden in Brüssel abgeschlossen, am deutschen Parlament vorbei und für die Wahlbevölkerung absolut intransparent. Was da gekungelt wird, darüber spricht kein Politiker und auch die Presse verhält sich bei solchen Themen, als wüsste sie von nichts.

Welche Maßnahmen mit welcher Verantwortlichkeit erfolgen, um die Deutschen in die private Versicherungswirtschaft zu drängen, werde ich nun versuchen, ein wenig aufzudröseln, denn sie gehen weit über die bekannten Vorgänge hinaus und auch das BVerfG ist maßgeblich an diesem Spiel beteiligt.

Propaganda

Schon merkwürdig, mit der Installation der WTO in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts tauchte plötzlich das Schlagwort vom Generationenvertrag auf. Diesen Begriff hat allerdings auch der so genannte Vater des Umlageverfahrens Wilfrid Schreiber bei der Argumentation für das Umlageverfahren verwendet, wenn auch in einem völlig anderen Zusammenhang. Er kannte das Mackenroth Theorem und deshalb wusste er, dass jede zu zahlende Leistung immer von den in Arbeit befindlichen Generationen getragen werden müssen. Ihm war auch die Demographie nicht unbekannt. Er wusste, dass die arbeitende Gesellschaft sowohl für die junge Generation als auch für die Rente der nicht mehr im Arbeitsprozess befindlichen Alten aufkommen muss. Sein Bestreben war auch, nicht viele unterschiedliche Alterssicherungssysteme aufzubauen, sondern ein möglichst einheitliches System zu installieren. Das wurde von Adenauer und Erhard hintertrieben.

Seine Meinung über den Generationenvertrag war, dass die Beiträge zur Rente nicht, wie bei einer kapitalgedeckten Rente gehortet werden sollten, vor allem im Bewusstsein des Umstandes, dass in der Zeit nach dem Krieg eine relativ hohe Inflationsrate ja ein anderes Rentensystem erst erforderlich machte, weil die zinsfreie Kapitaldecke und eine nicht dynamisch organisierte Rente keine Steigerungen kannte und damit deren Konsumwert durch die Inflation immer geringer werden ließ. Und er wusste auch, dass Währungsschwankungen und Umstellungen des Währungssystems einem kapitalgedeckten Rentensystem unweigerlich den Garaus machen würden. Diese Unwägbarkeiten waren schon lange bekannt und hatten auch in der Weimarer Republik eine entscheidende Rolle gespielt.

Das mittels Umlagesystem zu verhindern war seine Vorstellung. Seine Idee, die arbeitende Generation zahlt Rentenbeiträge und statt dieses Geld festzulegen, wird es vom Staat für die aktuell zu zahlenden Renten verwendet. Durch die Kopplung an die Einkommen der arbeitenden Generationen und die damit verbundene Steigerung der Beitragseinnahmen partizipieren die Rentner an den durch Lohnsteigerungen (als Inflationsausgleich) auch steigenden Beitragsleistungen und ihre Rente steigt daher in relativ gleichen Umfang mit.

Er meinte mit „Generationenvertrag“ nicht einen festgeschrieben Vertrag, sondern die Dynamisierung der Renten und deren Anpassung an die Inflation. So wurde übrigens auch die Änderung des Rentensystems von Adenauer verkauft. Das Ludwig Erhard sich mit diesem Rentensystem nicht anfreunden konnte, ist verständlich. Er war ein Ordo-Liberaler und ihm war klar, dass damit der Versicherungswirtschaft ein ordentliches Geschäft durch die Lappen ging.

Wenn Presse und Politik heute tönen, Generationenvertrag bedeute, dass die Jungen die Renten der Alten zahlen, ist das reine Propaganda, um damit den Abbau der Renten zu begründen. So wie seit Einführung des Umlageverfahrens die Beitragszahler ausschließlich für die eigene Rente ihre Beiträge entrichtet haben, ist das auch heute noch.

Es spielt auch keine Rolle, ob eine Familie 5 Kinder hat und diese Kinder später angeblich die Renten der Kinderlosen zahlen. Diese Argumentation ist derart blöde, dass ich nicht glauben will, dass es wirklich Leute gibt, die so etwas glauben. Eine Familie mit 5 Kindern (um beim Beispiel zu bleiben) hat 5 Alte in die Welt gesetzt, vorausgesetzt, alle 5 Kinder werden nicht durch Krankheit oder Unfall oder durch tödlichen Einsatz beim Militär vorzeitig abberufen. Haben die 5 das Rentenalter erreicht, fordern sie ihre jeweils auf Basis ihrer gezahlten Beiträge eigene Rente. Das bedeutet, die 5 Kinder sind später mal 5 Rentenbezieher, vorausgesetzt, sie steigen nicht in Berufe ein, die nicht in der GRV versichert sind. Dann nämlich zahlen sie niemals Beiträge in die Rentenkasse. Das gilt auch für den Nachwuchs, der auswandert.

Ob Generationenvertrag oder Kindersegen gegen Kinderlose, alles dient der Propaganda, um die Renten zu drücken. Die gesamte Gesellschaft leistet einen Beitrag für die Kinder, aber nur ein Fünftel der Gesellschaft zahlt in die gesetzliche Rente ein und das auch nur, um damit einen späteren Rentenanspruch zu haben. Diesem Fünftel der Gesellschaft wird keine Wahl gelassen, denn selbst wenn sie an die Propaganda der Politiker und der „Experten“ glauben, sie müssen Beiträge in die GRV zahlen, auch wenn sie das nicht wollen. Wenn ich für jede Lüge, die in den letzten 50 Jahren von Experten und Politikern ausgesprochen wurden, einen Cent bekommen hätte, wäre ich heute steinreich und würde in der Forbes-Liste wahrscheinlich noch vor den Aldi-Brüdern stehen.

Dass das alles Propaganda ist, sollte mit einem Blick auf die private Versicherungswirtschaft klar werden. Wovon zahlen die später die Renten und wovon ist die Höhe dieser Renten abhängig? Doch von nichts anderem, als von den eingezahlten Beiträgen. Nur dass diese Renten starr bleiben und ein heute abgeschlossener Versicherungsvertrag lediglich einen fixen Rentenbetrag garantiert. Mit lediglich einem (geringen) Anteil an den Gewinnen, die die Versicherung mit der Investition in oft dubiose Unternehmungen erzielt hat. Welche Kaufkraft die Höhe dieser Renten in 20 bis 50 Jahren haben wird, steht in den Sternen.

Der Vollständigkeit halber erwähne ich nochmals, dass durch das Umlagesystem die Beitragsleistungen der Arbeitnehmer in Form von Renten sofort zurück in den Wirtschaftskreislauf gelangt und damit im Inland die Wirtschaft ankurbelt und nicht, wie bei den Privaten, irgendwo im Ausland wohlmöglich in Rüstungsbetriebe fließt. Weil die Beitragsleistungen sofort zurück in die Wirtschaft fließen, bekommt der Staat aus den Beiträgen auch sofort wieder Steuereinnahmen und vor allem der Einzelhandel profitiert davon, dass die Rentner damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Deshalb gibt es kein besseres Rentensystem.

Mathematik

Jedermann kennt die Prognosen über die Altersarmut. Begründet wird das mit der Demographie und den zu niedrigen Geburtenraten. Auch diese Aussagen sind reine Propaganda. Wir haben eine hohe Arbeitslosenrate, das ist Fakt, auch wenn die Politik mit allerlei statistischen Tricks die Arbeitslosenzahl schönrechnet. Wir haben weltweit über 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, mehr als 7 Milliarden Menschen, die Kleidung, Essen, Wohnung und Energie benötigen. Deutschland gehört dabei zu den dicht besiedelten Gebieten. Während man überall von Überbevölkerung spricht, behauptet man hierzulande, zu wenige Kinder würden geboren. Von der Überbevölkerung sprechen auch unsere Politiker, allerdings nicht im Zusammenhang mit Renten. Eigentlich ist die niedrigere Geburtenrate ein Beispiel, dem alle Länder dieser Erde folgen sollten, denn mehr als 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, dazu mit überzogenen Ansprüchen bedeuten einen Raubbau mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen, der nicht ungestraft so fortgesetzt werden kann, ohne Konsequenzen zu haben. Sogar Sand für die Bauwirtschaft ist inzwischen Mangelware und ein beliebtes Schmuggelgut. Ursache ist, dass der Wüstensand für den Bau nicht verwendbar ist.

Doch das ist ein anderes Thema. Die Zahl der Geburten hat nichts mit den Renten zu tun. Der Staat hat die Rentenbeiträge verwendet um damit fällige Renten zu bezahlen. Das ist der Sinn des Umlageverfahrens. Damit verbunden ist allerdings auch die Verpflichtung des Staates, diese Leihgabe später in Form von Renten zurück zu zahlen. Das ist nichts anderes, als die Pfandbriefe und Staatsanleihen, die der Staat jedes Jahr in Umlauf bringt, mit einer vordefinierten Laufzeit. Er muss die vereinbarten Zinsen und wenn die Papiere fällig werden, das Geld zurück zahlen. Er macht das in Form der Ausgabe neuer Schuldpapiere und weil haushalten noch nie die Stärke der Bundesregierungen war, reicht es nicht, in Höhe der fälligen Zahlungen neue Schuldpapiere in Umlauf zu bringen, also macht der Finanzminister zusätzlich Schulden. Er verweigert nicht die Rückzahlung der Schulden, die er so aufgenommen hat, auch nicht die dafür zugesagte Verzinsung mit der Begründung, die Fertilitätsrate sei gesunken. Das macht er nur bei Beitragszahlern der GRV und den Rentnern der GRV. Der Staat hat das Geld genommen, nicht die Rentner. Dass es dieses Geld gewesen ist, mit dem der Staat seine Verpflichtungen aus dem Umlagesystem erfüllt hat, muss den Beitragszahler nicht wirklich interessieren und tun seinem damit erworbenen Rentenanspruch keinen Abbruch. Er leiht dem Staat das Geld nur und dieses Geld ist Teil seines Brutto-Lohns, wird aber netto von seinem Gehalt einbehalten. Es ist kein Pseudogeld, sondern echter Lohn, der für ihn die Sicherung der späteren Rentenzahlung bedeuten soll. Das war vor 50 Jahren nicht anders als heute. Nun heißt es, dass die Hälfte des Beitrags durch den Arbeitgeber bezahlt wird. Doch in der Kalkulation ist dieser so genannte Arbeitgeberbeitrag auch nur ein Teil der Lohnkosten und wird in der Betriebskostenabrechnung insgesamt unter Lohstückkosten auf das einzelne Stück des produzierten Guts ausgewiesen. Über Lohnnebenkosten lassen sich Politiker und Arbeitgeberverbände gerne aus, aber haben Sie schon mal was von Maschinennebenkosten (Wartung, Reinigung und Reparatur) oder von Kreditnebenkosten gehört? Wenn eine Maschine verschlissen ist, wird sie durch eine neue mit einem erheblichen Kostenaufwand ersetzt, ist ein Arbeitnehmer verschlissen, wird er kostenfrei ausgetauscht.

Nach dem Motto „lerne klagen, ohne zu leiden“ bringen die Arbeitgeberverbände immer wieder die Lohnnebenkosten als Faktor für Störung der Wettbewerbsfähigkeit ins Spiel und in dieser Richtung ist die Politik ja auch bereits aktiv. Bei dem Krankenkassenbeitrag hat sie bereits die Höhe des so genannten Arbeitgeberbeitrags eingefroren und bei dem Rentenbeitrag wird das auch noch kommen. Doch zuvor hat man, mit Hilfe das BVerfG einen anderen Weg der Rentenkürzung eingeschlagen. Galt früher, dass die Rente nicht besteuert wird, bzw. nur ein geringer Teil als so genannter Ertragsanteil, so wurde als Folge einer Klage eines Richters oder eines Staatsanwalts (mal heißt es so, mal heißt es so) ein Urteil erlassen, in welchem das BVerfG eine nachgelagerte Besteuerung der Renten fordert. Die Begründung mag man dem Urteil entnehmen. Nun muss man den Richtern ja zugutehalten, dass sie Jura studiert haben und Mathematik nicht zwangsweise beherrschen müssen, aber ob das reicht, den Verfassungsrichtern Absolution zu erteilen?

Was heißt eigentlich nachgelagerte Besteuerung? Es bedeutet schlicht, dass Rentenbeiträge künftig nicht mehr vom Brutto, sondern vom Netto berechnet werden. Das BVerfG hat zwar in seinem Urteil auch bedeutet, dass das nicht von heute auf morgen passieren dürfte, weil dann eine verbotene Doppelbesteuerung vorläge, aber dieses Verfahren schrittweise eingeführt werden müsse, spätestens ab 2005. Das führte dazu, dass ab 2005 die Rentnerbesteuerung nicht mehr auf Basis des Ertragsanteils erfolgt, was für die meisten Rentner Steuerfreiheit bedeutete, sondern ab 2005 mit 50% zu besteuern sei. Alle Renten mit Beginn bis 2005 werden zu 50 % besteuert. Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt in Schritten von 2 %-Punkten von 50 % im Jahre 2005 auf 80 % im Jahr 2020 und in Schritten von einem 1 %-Punkt ab dem Jahr 2021 bis 100 % im Jahre 2040 an. Der steuerpflichtige Rentenanteil beträgt somit 50 % bei Rentenbeginn im Jahr 2005, 52 % bei Rentenbeginn 2006 usw. und schließlich 100 % bei Rentenbeginn ab 2040.

Doch dieses Unrechturteil des BVerfG hat noch eine zweite Seite, denn so, wie die Rentenbesteuerung zunimmt, nimmt die Beitragszahlung vom steuerlichen Brutto ab und wird schrittweise immer stärker vom Nettoeinkommen berechnet. Das mag im Arbeitsleben ja sogar von Vorteil sein, weil damit der Auszahlungsbetrag des Gehalts ein wenig steigt, aber wenn das das „mehr netto vom brutto“ des Herrn Westerwelle sein sollte, ist das ein schlechtes Geschäft. Es ist nun mal so, dass das Nettoeinkommen nicht unerheblich niedriger ist, als das Bruttoeinkommen. Mit dieser Regelung sinken dann auch die Beitragszahlungen mit der Folge, dass die Renten kleiner ausfallen und dann auch noch voll versteuert werden müssen. Dass dabei auch die Beiträge der Arbeitgeber zur Rente geringer werden, verdoppelt den Effekt der niedrigeren Beiträge.

Mit diesem Urteil hat das BVerfG einen nicht unerheblichen Beitrag zur Altersarmut geleistet und ich mag einfach nicht glauben, dass den Richtern das nicht bewusst gewesen ist. Ein Verfassungsrechtler soll mal gesagt haben, das BVerfG spreche kein Recht, sondern mache Politik mit anderen Mitteln. Ich glaube ihm und eine ausführliche Ausarbeitung hat der Rentner Dr. Horst Morgan dazu in der TAZ dargelegt.

Demographie

Die Demographie ist eine der dicksten Propaganda-Keulen der Politik. Mit dem Begriff „Demographie-Wandel“ wird eine Panik ausgelöst, die den Politikern zuarbeitet, denn darunter verstehen die meisten Menschen nur die Mär von den immer älteren Generationen (zumindest glaube ich das). Aber Demographie ist die Wissenschaft über Bevölkerungen und ihre Entwicklung und wie alle Wissenschaften sind die Grundtendenzen Annahmen, Theorien. Und Einigkeit herrscht da keineswegs vor. Was aber sind die Theoreme der Demographie?

Da ist zunächst die Fertilität, also die Geburtenrate in einem Land

Danach kommt wohl die Mortalität, wobei eindeutig und unwidersprochen ist, dass die, die mal geboren wurden, auch irgendwann wieder sterben werden. Das Problem dabei ist nur, wann? Wie einfach wäre es, wenn jeder, der mal geboren wurde, pünktlich nach 50, 60 oder 70 Jahren abtreten würde. Aber da gibt es die Spielverderber, die, die direkt oder wenige Tage oder Wochen nach der Geburt wieder diesen Planeten (indirekt) verlassen und andere, die nach 100 Jahren noch immer da sind.

Die dritte Betrachtung der Demographie umfasst die Migration, also die Zuwanderung, aber auch die Abwanderung. Dabei spielt allerdings das Warum weniger eine Rolle, sondern eher das dadurch bedingte An- und Abschwellen der Population.

Eines sollte hierbei schon klargeworden sein. Demographen sind Statistiker, die sich aber darüber hinaus auch mit den Gründen befassen. Und da herrscht wieder der Konkurrenzkampf um die einzig mögliche Wahrheit. Die einen sehen ihr Arbeitsgebiet als Erforschung aus sozialpsychologischer Sicht, andere sind der Ansicht, man müsse die Fragen von der ökonomischen Seite her betrachten.

Kommt dann noch die Politik ins Spiel, dann nutzt sie beide Formen der Betrachtung für ihre apokalyptischen Prognosen. Dabei spielt die Fertilität allerdings nur eine Rolle bei den Aussagen über die zu wenig geborenen Kinder und der damit drohende Untergang der Deutschen und vor allem die damit nicht besetzten Arbeitsplätze als Bedrohung des Rentensystems. Wem fällt schon auf, dass dieses Thema offenbar nur für die abhängig Beschäftigten, also die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung angesprochen wird. Das gilt ebenso für die Mortalität, also die Sterberate. Glaubt man der Politik, dann werden wir immer älter, obwohl dieser Umstand offenbar nur bei den GRV-Versicherten eine Rolle spielt und dafür wiederum Statistiken als Beweis angeführt werden, die die gesamte Gesellschaft umfassen, obwohl das Wann der Mortalität durchaus von etlichen Faktoren abhängt, z. B der Lebensweise, dem Stress, den Gefahren, denen man aufgrund verschiedener Faktoren z. B. im Arbeitsleben stärker ausgesetzt ist als andere, die ein eher beschauliches Leben führen. Auch die recht unterschiedlichen Faktoren der medizinischen Versorgung werden dabei nicht weiter beachtet.

Derzeit schwankt die Fertilitätsrate so bei 1,4 bis 1,5 Kind je gebärfähiger Frau. Aber kann heute schon jemand sagen, was diese Kinder später einmal beruflich machen? Stellen Sie sich vor, 1,1 dieser Kinder würde in Berufe wollen, die zur Pflichtversicherung der GRV gehören. Dann wäre aber Heulen und Zähneklappern angesagt, denn man hätte keine Jobs für sie weil heute Maschinen einen großen Teil der Produktionsarbeiten ausführen. Definitiv kann man sagen, eine höhere Geburtenrate würde die Renten keineswegs sichern, wie die Politik uns weismachen möchte, sondern sie würde die Probleme verschärfen und die Zahl der Arbeitslosen erhöhen. Es gäbe keine Probleme der Rentenkasse und auch keine Probleme der Gesundheitsvorsorge und noch weniger Probleme mit der Arbeitslosigkeit, wenn man verwirklichen würde, was man mit dem technischen Fortschritt so enthusiastisch beteuert hat, dass man dem Menschen mehr Freizeit durch die Arbeit der Maschinen verschafft. Es würde als reichen, die wöchentliche Arbeitszeit um 10 Stunden zu reduzieren, dann hätten alle Arbeit, würden in die Kassen einzahlen und die Konzerne würden immer noch genug verdienen.

Wer von Demographie spricht, sollte nicht vergessen, dass auch die ca. 20 Jahre, die Zeit von der Geburt bis zum Eintritt in das Arbeitsleben von der Gesellschaft zu einem nicht unerheblichen Teil finanziert wird, ohne dass dafür die Eltern Beiträge entrichtet hätten, wie das das andere Ende der Demographie getan hat, denn Rentenanspruch in der GRV hat nur, wer Beiträge gezahlt hat und auf Basis der einbezahlten Beiträge bemisst sich später auch die Höhe der Rente.

Rentenzuschuss des Staates

Gerne kokettieren Politiker mit den Zuschüssen, die aus Steuermitteln vom Staat in die Rentenkasse eingezahlt werden. Verschlossener zeigen sich die Politiker, wenn man sie dann auf die Fremdlasten anspricht, mit denen die GRV als einziges Alterssicherungssystem belastet wird. Fremdlasten sind Zahlungen für Aufwendungen der Rentenkasse der GRV, die eigentlich aus Steuermitteln zu bezahlen wären. Bereits die Kriegsfolgelasten wurden zu mehr als 100% ausschließlich aus dem neu eingerichteten Umlagesystem finanziert. Nun werden sie sagen, mehr als 100% geht ja nicht. Doch, das geht, denn neben den Renten für Kriegerwitwen, Versehrten- und Waisenrenten wurden auch Ausgleichszahlungen für NS-Unrecht aus den Beitragszahlungen der Rentenversicherten der GRV finanziert. Ähnlich verhielt es sich bei der Wiedervereinigung. Die Renten der DDR-Bürger wurden von einem Tag zum anderen voll aus der GRV bezahlt. Argumentiert wurde, dass ja nun auch die ehemaligen DDR-Bürger in die Rentenkasse der GRV einbezahlen. Nun, wer die Machenschaften der Treuhand nach der Wende noch nicht vergessen hat, weiß, dass in der ehemaligen DDR Arbeitslosigkeit durch den Ausverkauf der DDR-Unternehmen in einem unverantwortlichen Ausmaß provoziert wurde. Die wenigen Beitragszahler mehr konnten die Mehrbelastung der GRV nicht ausgleichen und auch nicht die Übernahme der bereits bestehenden Anwartschaften und die Ausgleichzahlungen für DDR-Unrecht.

Ich möchte nicht jede dieser Fremdlasten im Einzelnen ansprechen, sondern lediglich die vom DIW (dem man sicherlich keine linke Gesinnung unterstellen möchte) aufgestellte Aussage:

  • Kriegsfolgelasten (Kriegerwitwen-, Kriegswaisen-, Kriegsversehrtenrenten)
  • Anrechnungszeiten, z. B. für Ausbildung, wegen Arbeitslosigkeit oder wegen Krankheit
  • Kindererziehungsleistungszeiten (KLG)
  • Kindererziehungszeiten
  • Rentenberechnung nach Mindesteinkommen
  • Absicherung des Arbeitsmarktrisikos durch Rentenzahlung
  • Bestandsschutz für Renten in den neuen Bundesländern
  • Renten für Aussiedler
  • Ausgleich von NS-Unrecht
  • Ausgleich von SED-Unrecht.

Ich finde, vor allem die ältere Generation sollte das bei ihrer Wahlentscheidung am kommenden Sonntag, dem 22.09. 2013 auch mal in Betracht ziehen. Wahlentscheidungen sollten nicht aus Gewohnheit erfolgen und auch nicht auf Versprechungen fußen, von denen jetzt schon klar ist, dass sie gebrochen werden.

Verursachen Fehler in unserem Geldsystem immer wieder Finanzkrisen?

Euro rein, Euro raus – das ist hier die Frage!

Viele treibt es um, und wenn man die öffentliche Meinung wahrnimmt, sind 80-90 % für die Wiedereinführung der DM. Einige sehen bei diesem Schritt den totalen Kollaps der EU-Staaten voraus mit katastrophalen Folgen für die Sozialsysteme. Auf der einen Seite hat man den Euro von heut auf morgen eingeführt, nach den Kritikern gehend kann man ihn aber nicht von heut auf morgen abschaffen.

Ich kann es nicht nachvollziehen denn wir hatten vor der Einführung des Euros schon längst eine europäische Währungseinheit ECU. Man könnte ohne Weiteres den Euro als Europäische Währungseinheit wie damals den ECU belassen, und als Zweitwährung die national gebundenen Währungseinheiten wieder einführen (Trennbankensystem). Der Schutzmechanismus, der durch die auf und die Abwertung mit nationalen Währungen möglich war, ist ausgehebelt und die einzige Möglichkeit dies auszugleichen besteht im Drücken der Löhne – das spüren gerade am eigenen Leibe die Peripherieländer die dadurch noch mehr in die Schuldenfalle getrieben werden. Aber lassen wir das …

Um was es mir eigentlich geht, ist die Tatsache, dass viel zu wenig über den Zinseszinseffekt in der breiten Öffentlichkeit diskutiert und Lösungsmöglichkeiten dargeboten werden. Die Fiat-Geldkonstruktion – also Geld mittels Schuld zu erschaffen wird leider auch viel zu wenig den Bürgern mitgeteilt. Banken und damit ist nicht die Europäische Zentralbank gemeint, produzieren Geld mittels Buchungssatz aus dem Nichts, und flutet damit die Märkte – nach dem Motto: Das Geld sucht seine Anleger …

Ich will das an einem kleinen Beispiel festmachen:

Sie gehen auf die Bank und brauchen einen Kredit für eine neue Lagerhalle, diese Lagerhalle müssen sie der Bank überschreiben – Sicherheiten! Sie zahlen den Kredit auf Raten mit Zins und Zinseszinsen ab. Dieses Geld, welches sie erhalten, ist nicht etwa dass von Lieschen Müller, sondern es ist just in diesem Moment, indem sie den Kreditvertrag unterschreiben, aus dem Nichts mittels Buchungssatz entstanden – erschaffen worden.

Wenn Sie in Zahlungsschwierigkeiten kommen und den Kredit nicht mehr bedienen können verlieren sie ihre Lagerhalle und vielleicht noch mehr von ihrem Besitz. Die Bank hingegen streicht aus ihren Büchern ein paar Nullen – und hat somit keinen Verlust. Das Geld hat in Wahrheit nie existiert … Das ist ein klassischer Betrug. Und so agieren weltweit alle Banken und hebel über diesen Mechanismus nicht nur den Kleinunternehmer aus, sondern mittlerweile ganze Staaten.

Ein Nachtrag vielleicht noch: die Bank hat nicht nur keinen Verlust, wenn Sie den Kredit nicht mehr bedienen können, sondern sie hat noch einen Gewinn, nämlich ihre Lagerhalle, die sie veräußert hat und die Zinsen, die sie in der Zwischenzeit bezahlt haben – denn diese werden nicht aus dem Buchungssatz gestrichen.

Systemkritische Fragen blieben in der Finanzkrise bislang unterbelichtet. Der neue Film »Fehler im Geldsystem?« zeigt in 7 ½ Minuten in anschaulichen Grafiken welche Folgen Zins und Zinseszins in der Finanzwirtschaft haben und wie systematisch von der großen Mehrheit der Bevölkerung zu den Vermögenden umverteilt wird. Weitere INFO HIER:

Das Geldsystem: Dr. Josef ACKERMANN (Vorstandssprecher Deutsche Bank) räumt die „Geldschöpfung aus dem Nichts“ (Geldschöpfung durch Kredit auch Giralgeld oder Buchgeld genannt) bei einem Vortrag in der Schweiz 2011 ein!

 

HG. Butzko – Sprüche

„Leistung muß sich wieder lohnen“, „Wer arbeiten will der findet auch Arbeit“…

HG.Butzko erklärt einige Grundlagen der Finanzwirtschaft.

Eupoly (Trailer)

Auch wenn da wahrscheinlich nichts Neues zu berichten ist, vielleichts gibts ein paar weitere Argumente für Diskussionen.

„Seit 2002 ist der Euro auch in Deutschland das offizielle Zahlungsmittel. Nun — mehr als 10 Jahre danach — versinkt die Eurozone im Chaos. Die Wirtschaft lahmt, ein Staat nach dem anderen rutscht in die Pleite und muss gerettet werden. Besonders im Süden explodiert die Arbeitslosigkeit, die Jugend ist besonders stark betroffen.
Der Dokumentarfilm „EUPoly“ wirft einen Blick hinter den Vorhang und versucht zu ergründen, wer die eigentlichen Profiteure sind und waren. Wo wird die Reise hingehen und was werden die Folgen sein? Kann man den Crash noch verhindern und welche Alternativen gibt es?
Ein Film von Jens Blecker (IKNews) und Thomas Schad. Unter Anderem kommen zu Wort: Dirk Müller Hans-Olaf Henkel Daniel Neun Jim Rogers Günther Lachmann Marc Faber Richard Sulík Marc Friedrich Matthias Weik“

Interview mit Andre Presse über die Finanzierungsmöglichkeiten des Bedingungslosen Grundeinkommens

 

 

Grundeinkommen: Idee und Vorschläge zu seiner Realisierung
Zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. pol.) der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) genehmigte
DISSERTATION von Dipl.-Kfm. André Presse aus Frankfurt am Main

http://www.sinteseeventos.com.br/bien/pt/papers/AndrePresseGrundeinkommen.pdf

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