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Into Darkness: Der Apokalypse-Engel breitet seine Schwingen aus (Über von der Leyne gelassene Wadenbeißer, rosa Duracell-Plüschhasen und transatlantische Piranhas)


Ursula von der Leyen (wikimedia commons /CC BY 3.0/Michael von Aichbergerderivative work:9002redrum)

Hase aus dem Zylinder bzw. Knüppel aus dem Sack

Nachdem ich einige Tage an der frischen Luft und am Wasser verbringen konnte, dachte ich, ich könnte meinem gestärkten Immunsystem nun auch wieder eine Dosis reinen Giftes zumuten. Auf alles gefasst, aber dennoch heiterer Stimmung drehte ich während der Autofahrt also den öffentlich-krächtzlichen Rundfunk auf.

Schon nach der ersten Meldung musste ich mir die Ohren reiben: Hatte ich etwa noch Salzwasser im Ohr? Oder ist der Postillon nun via Radio online gegangen (siehe Postillon: „Frau baut im Job nur noch Mist, weil sie hofft, dass sie dann auch einen EU-Posten bekommt“)? Nein, was ich da zu vernehmen bekam, war scheinbar kein Scherz. Mit einem schnellen Blick auf die Armbanduhr vergewisserte ich mich, dass auch der 1. April schon vorbei war. Ja, in der Tat: Wir hatten schon den 3. Juli. Au backe, das was mir da über den Äther entgegenschlug, scheint also ernst gemeint.

Nicht nur über den Tod der Ballermann-Legende Costa Cordalis wurde ich in Kenntnis gesetzt, sondern auch über eine wundersame Auferstehung. Über Nacht sei ein EU-„Personalpaket“ geschnürt worden. Nachdem der EVP-Spitzenkandidat Weber am Widerstand Macrons und der Sozialist Timmermanns am Widerstand der östlichen Mitgliedsländer gescheitert seien, haben die ehrenwerten Eurokraten also tief in ihren schwarzen Zylinder gegriffen und nun einen rosa Hasen an seinen Löffeln gepackt und nach oben gezaubert.

Der rosa Hase war nackt. Es galt also, ihn noch in derselben Nacht, da er aus der Taufe gehoben wurde, standesgemäß einzukleiden. Die digitalen Gewänder samt virtuellem Reichsapfel und transatlantischen Jagdstiefeln wurden der designierten Drohnenkönigin von „Experten“ auch umgehend maßgeschneidert. Was technisch an sich unmöglich ist, wird mit einem einzigen Fingerschnippen möglich, wenn man die richtigen Experten um sich hat: Nur wenige Stunden nach dem Schlupf aus dem schwarzen Zylinder wurde der Twitter-Account von Ursula von der Leyen erstellt. Noch ohne dass von der Leyen einen einzigen Tweet gepostet hat oder ihr Konto irgendwo verlinkt war, wies der Account bereits mehrere tausend Follower auf. Heute, einen Tag nach Inbetriebnahme, ging der Duracellhasen-Account mit 41.900 Followern vollends durch die Decke. Der laut Studie der Uni Düsseldorf „pseudo-kritische“ Systemkomiker und dekorative Pimmelgartenzwerg der Merkel-Regierung, Jan Böhmermann, war übrigens einer der ersten, der dem Jungferntweet der strammen NATO-Ursel ein Like gegeben hat.

    
(Screenshot https://twitter.com/vonderleyen, 04.07.2019)        (Screenshot Twitter, Account J. Böhmermann)

Gegen eine solche Social Media-Pershing erscheint sogar Böhmermanns Jeanne d’Arc Claudia Rackete nur wie eine mickrige Silvesterrakete. Experten (siehe „Über Evidence Based Bullshit“) machen’s möglich und Beziehungen schaden bekanntlich nur demjenigen, der sie nicht hat. Und da besagte Experten für ihre Beratungsdienstleistungen der bisherigen Bundeswehr-Chefin recht erkleckliche Honorare in Rechnung stellen konnten (innerhalb zweier Amtsjahre immerhin über 200 Millionen Euro / Quelle: Welt, laut anderen Medienberichten insgesamt mehr als 600 Millionen Euro, hierbei ist die Rede von Beraterhonoraren von bis zu 1.700.- Euro pro Tag und Kopf), dürfen sie mit ihrem Know-How nun wirklich nicht hinterm Berg halten, sondern wollen unter Beweis stellen, dass ihr gerade unter massiver Kritik stehendes Honorar nicht in den Sand gesetzt war. Zumindest Sarah Wagenknecht beweist wieder pragmatischen Sinn: „Auf Juncker soll von der Leyen folgen? Warum lässt man die EU-Kommission nicht gleich von McKinsey oder PWC führen?“

„Gruu, gruu … Blut ist im Schuh!“

Nun soll die adelige Prinzessin also zur Königin gekrönt werden. Die am Dach des Brüsseler Pavillons sitzenden Tauben gurrten zwar: „Gruu, gruu … Blut ist im Schuh!“, aber die DIN-ISO-zertifizierte deutsche Qualitätspresse ignorierte dieses Gurren in gewohnter Manier standhaft und ergoss sich in euphemistischen Beifallsbekundungen. „Doppelspitze: Ursula von der Leyen und Christine Lagarde stehen für Aufbruch – Europa kann weiblicher und globaler werden“ titelte etwa die Zeit. Die Klügelei um die EU-Chefsessel („die Beratungen des Europäischen Rates“) seien „selten so transparent gewesen“ wie in jener Nacht, in der nebst einigen anderen hohen Tierchen auch derjenige rosa Hase aus dem schwarzen Zylinder gezogen wurde, der künftig als  Kommissionspräsidentin an der Spitze der EU-Machtpyramide sitzen soll – einer EU, deren Gründung schon laut Plänen von Winston Churchill unabdingbar war, wenn man Europa von Seiten der westlichen Allianz beherrschen wolle, denn mit souveränen Nationalstaaten sei das nach Ansicht Churchills undenkbar (Die Schaffung einer autoritativen, allmächtigen Weltregierung ist das Endziel, das wir anzustreben haben … Ohne ein Vereinigtes Europa keine sichere Aussicht auf eine Weltregierung. Die Vereinigung Europas ist der unverzichtbare erste Schritt zur Verwirklichung dieses Zieles.“ – nein, das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Ausschnitt einer Rede Churchills in London vom 14.5.1947, also 10 Jahre vor Gründung der EWG).

Ursula von der Leyen, soeben erst von der Bilderberg-Konferenz zurückgekehrt (siehe Teilnehmerliste), soll also den Chefposten dieses vereinigten Europas  erhalten. Um zu mutmaßen, welche Agenda unsere Eliten auf der ehrenwerten Bilderberger-Konferenz – wie gewohnt unter Ausschluss der Öffentlichkeit – festgesetzt haben, müssten wir nun Verschwörungstheorien anstellen. Da uns dies als gemeinen Wlanbürgern streng untersagt ist, begnügen wir uns also mit der kryptisch anmutenden, kommentarlos veröffentlichten Tagesordnung der Bilderberger. Darunter Pkt.2: „Was kommt als nächstes für Europa?“, Pkt.5: „Russland“, Pkt.8: „Künstliche Intelligenz“, Pkt.9: „Die Waffenbesitznahme von Social Media“ und Pkt.10: „Die Bedeutung des Raumes“. Was diesbezüglich im Luxus-Pavillon im Schweizer Montreux für das Schicksal Europas, Russlands und „den Raum“ beschlossen wurde, wissen nur die Götter. Von den ansonsten so schwätzsüchtigen Talkmastern und den Qualitätsjournalisten unserer Leitmedien erfahren wir dazu kein Sterbenswörtchen. Fällt das Wort Bilderberger doch einmal, dann besteht für besagte Talkmaster und Qualitätsjournalisten zumindest kein Zweifel, dass es sich hierbei um ehrenwerte Zusammenkünfte von Experten handelt, die dem Fortschritt dienen. Der ehemalige UN-Kommissar Jean Ziegler sieht das durchaus anders: >>Zusammenkünfte wie „Bilderberg“ sind gefährliche, ja für die Demokratie tödliche und für die ärmsten Menschen der Welt mörderische Einrichtungen.<< (Quelle: Interview in Nachdenkseiten)

Wenn eine zumindest lt. Ziegler „gefährliche, tödliche und mörderische“ Expertenrunde über das Schicksal Europas, Russlands und „des Raumes“ berät, darf man dann ein mulmiges Gefühl in der Magengrube haben oder soll man der nahen Zukunft euphorisch entgegensehen so wie die ebenfalls neu aus dem schwarzen Zylinder gezauberte transhumanistische Gentechnik-Partei „Die Humanisten“, dem politischen Flügel der Gwup-/Psiram-/Skeptiker-Bewegung („Wir wollen den Weg zum Körper 2.0 ebnen“), die bei der jüngsten EU Wahl immerhin 62.600 Stimmen einfahren konnte und damit fast den Sprung ins EU-Parlament geschafft hätte (siehe: „Last Blood Part – Zwischen Dschihadisten und Scihadisten“)?

Um Russland und „den Raum“ kreisen also die Gedanken der elitären Strategen. Während man Schulen, Krankenhäuser und sonstige Infrastruktur verfallen lässt, werden die Straßen Europas in Richtung Russland jedenfalls bereits panzertauglich gemacht – auf Anordnung der EU-Kommission, der demnächst Von der Leyen vorstehen soll. Kostenpunkt: Schlappe 6,5 Milliarden Euro (Quelle: Welt). Auch die NATO-verordnete Aufrüstung der Bundesrepublik hat seit Amtsantritt Von der Leyens deutlich an Fahrt aufgenommen, die Aktienkurse der transatlantischen Rüstungskonzerne entwickeln sich exponentiell wie der Twitter-Account und die von VdL verteilten Beraterverträge. Nicht nur Halliburton, Lockheed Martin und Raytheon sehen der Zukunft freudig entgegen, auch Rheinmetall und Krauss-Maffei dürfen mit am Tisch bzw. auf der Schlachtbank sitzen und sich an Steuergeldern weiden. Wir haben es hier also nicht nur mit einer klassischen Win-Win Situation zu tun, in der eine Hand die andere wäscht, sondern mit einer Win-Hoch-4 Situation, ganz wie es sich in der Ära von Industrie 4.0 geziemt.

Hassrede und Sabotage der europäischen Friedensordnung

Was treibt eine gelernte Ärztin aus adeligem Hause an, sich an die Spitze Europas zu begeben? Einen der Stachel, der sie antreibt, hat sie in einem Interview mit BILDpolitik ja bereits öffentlich kundgetan: Sie wolle „Putin weh tun“. Den atomar bestückten russischen Bären will sie bei seiner Folterung nicht nur mit einer Stecknadel piesaken, sondern „mit allen Mitteln, die angemessen sind“. Putin weh tun bzw. Russland mit Vorsatz schädigen wollen, d.h. einem für die europäische Friedensordnung essentiellen Nachbar- und Partnerland Europas – CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl sprach sogar vom „gemeinsamen Haus Europa“, in dem sich Russland befindet –, die Feindschaft zu erklären … indem VdL als eine der höchsten Verantwortungsträgerinnen der Bundesrepublik eine solche demokratisch nicht legitimierte Privatmeinung in die Welt verkündet, zerstört sie nicht nur die europäische Friedensordnung, sondern handelt auch entgegen dem Willen der Bevölkerung (die weitaus überwiegende Mehrzahl der Deutschen wünscht laut statistischer Umfrage freundschaftliche Beziehungen und eine Annäherung zu Russland). Da trotz der – u.a. von unserem Kollegen RA Schmitz zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebrachten Tatbestände von Hassrede und Volksverhetzung – weder der Generalstaatsanwalt noch der Verfassungsschutz eingeschritten sind und die offensichtlich von einem tollwütigen transatlantischen Fuchs gebissene Dame nicht umgehend unter Quarantäne gestellt haben, kann ihre Karriere nun ungebremst weitergehen.

Die für uns geplante Zukunft: Krieg und Terror

Für diejenigen Kräfte aus dem transatlantischen Lager, die Europa in den Abgrund reiten wollen – und dass es solche Kräfte gibt, hat sogar der nunmehrige Vorsitzende der Atlantikbrücke Sigmar Gabriel kurz vor seinem Ausscheiden als Außenminister warnend festgestellt – ist eine solche EU-Führungsspitze wie VdL jedoch wohl ganz nach ihrem Geschmack (Anm.: Sigmar Gabriels Andeutung ist keineswegs kryptisch; dass sich besagte Kräfte für die Zukunft nicht mehr ein friedliches und prosperierendes, sondern ein mit Russland zerstrittenes, durch kriegerische Konflikte und Terror gezeichnetes Europa vorstellen, geben diese mittlerweile ganz offen selbst zu – siehe z.B. Chicago Council on Global Affairs / Kurzfassung via Youtube).

Wie in Reden von der Leyens vor US Thinktanks wie dem Atlantic Council zu hören (siehe z.B. youtube), erklärt sich die designierte EU-Kommissionspräsidentin mit dieser Agenda der transatlantischen Eliten bedingungslos einverstanden.


Foto links: Falkenempfang von US Verteidigungsminister Chuck Hagel (US Secretary of Defense/public domain)
Foto rechts: Falken-Shakehands mit US Verteidigungsminister Jim Mattis (wikimedia  commons / Jim Mattis / CC BY 2.0)

Die Kür der schwarzen Eisprinzessin    

In ihren Reden – oder sollte man eher sagen: Karriere-Castings? – vor den US Geostrategen legte von der Leyen vor allem Wert auf eine dezidiert hostile Haltung zu Russland. Sie wirkt in dieser Hinsicht noch viel überzeugender bzw. radikaler als der soeben aus dem Rennen geworfene EVP-Spitzenkandidat Weber. Der karrierebewusste Weberknecht, welcher sich im Zuge seiner Kandidatur zum EU-Kommissionspräsidenten zwar ebenfalls in der Disziplin des Russland-Bashings zu beweisen versuchte, um das Wohlwollen derjenigen grauen Eminenzen zu erlangen, die Angela Merkel immer kryptisch als „unsere verlässlichen Freunde“ bezeichnet, war bei seiner Kür jedoch bei weitem nicht so überzeugend wie die schwarze Eisprinzessin. Während in Webers Brust trotz aller zur Schau gestellter Härte doch noch eine gewisse Kapazität zu Ausgleichs- und Dialogfähigkeit  zu bemerken war, so war die Performance von der Leyens vollkommen bar jeder menschlichen Wärme. Mit willfähriger Gestik, eiskaltem Blick, eiskaltem Lächeln, ihre Stirn und Mundwinkel immer wieder zynisch delektiert verzerrt ob der „Schwäche Russlands“ und der „Überlegenheit des transatlantischen Modells“ bekundete sie die vollendete Unterwerfung unter die Full Spectrum Dominance-Doktrin der US Falken und die Bereitschaft zur kompromisslosen Konfrontation mit der Nuklearmacht Russland.

Auch die Pre-Castings hat die schwarze Eisprinzessin souverän absolviert. Wie in nachfolgendem Video zu sehen, schafft es von der Leyen, in 5 Minuten 21 eiskalte Lügen aufs Parcour zu legen (die bei jeder Lüge 1-21 eingeblendeten roten Pings sind im Klappentext des Videos exemplifiziert). Jede einzelne dieser Lügen hatte geopolitisch gewaltige Sprengkraft und stützt diejenige Agenda der westlichen Wertegemeinschaft, die in Syrien bis heute zu ca. 1 Million Toten und ca. 1 Million Geflüchteten geführt hat. Auch in der Disziplin des Berufslügens musste Weber also eindeutig den Kürzeren ziehen. Und für den höchsten Posten der EU ist das ein eindeutiges Manko. Denn wie schon der amtierende EU-Chef Jean-Claude Juncker bekundet hat: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

Die deutschen Leitmedien (laut Michail Gorbatschow die „bösartigste Presse“ der Welt) mögen die Nominierung von der Leyens begrüßen. In zukünftigen Geschichtsbüchern wird eine solche Personalentscheidung wie für von der Leyen, falls sie kommende Woche nicht doch noch am Votum des EU-Parlamentes scheitert, einmal als reiner Wahnsinn angesehen werden.

Duracell-Plüschhase oder Medusenhaupt mit giftigen Schlangen?

Wenn man sich von der Leyens Hassrede gegen Russland – und noch viel mehr die verbissene Verve, mit der die gute Dame diese ausspricht – vergegenwärtigt, dann frägt man sich, ob es wirklich nur ein rosa Plüschhase ist, den die Eliten da aus ihrem schwarzen Zylinder gezaubert haben. In Zeiten von Genmanipulation und Gender Madstream-Astroturfing kann man sich ja nicht mehr sicher sein, was für eine Spezies man gerade vor sich hat. Vielleicht ist der rosa Hase von seinem inneren Wesen her eher ein Piranha?  – Die bei ihrem kalten Lächeln gebleckten, wie zugespitzt wirkenden Zähne könnten das durchaus nahelegen. Oder ein Rottweiler, der darauf dressiert wurde, sich in russische Waden zu verbeißen? – Der mit seinem scharfen Kläffen nicht nur Briefträger auf Distanz hält, sondern vor allem russische Botschafter?

Jens Berger spricht bei seiner Betrachtung des Lebenslaufes von der Leyens von einem „eiskalten Engel“ und „germanischen Falken“, der stramm die Interessen der US Falken vertreten wird (siehe Nachdenkseiten).  Egal, wem diese Synonyme zu gruselig sind, der darf ruhig beim Rosa-Hasen-Synonym bleiben, das ist niedlicher als sich ein zähnefletschendes Raubtier oder einen rabenschwarzen Apokalypse-Engel vorzustellen. Wer über eine gute Vorstellungskraft verfügt, der kann sich ja eventuell beide Realitätsebenen vergegenwärtigen – er kommt damit der Realität vermutlich am nähesten: Ein hohes Tierchen, dessen rosa Fell mit Weichspüler gewaschen, dufte geföhnt und streichelzahm ist … und im Inneren dieses Duracellhasen das Gegenbild: ein rabenschwarzer, in dem Abgrund rufender Engel, eine Harpye, die begierig darauf ist, die Augen ihrer medial geschaffenen Gegner auszuhacken. Keine gewöhnliche Harpye, wie wir sie aus der griechischen Mythologie kennen, sondern eine gentechnisch und digital transformierte Harpye 4.0, deren Kopf eher einem Medusenhaupt ähnelt, von welchem ein Beraterheer aus hunderten Schlangen herunterbaumelt. – Schlangen, die listig in alle Richtungen spähen, blitzschnell zustoßen können und die natürlich allesamt giftig sind.


Foto: Ursula von der Leyen / wikimedia commons / CC BY 3.0 de / Mueller /MSC

Diesen eiskalten Medusen-Engel will man nun also in die höchste Machtposition Europas heben. Das mutet an, wie wenn ein angehender Pilotenlehrling öffentlich verkündete, dass er für den Fall, dass man ihm einmal in das Cockpit eines Jumbos hineinließe, er diesen Jumbo samt allen seinen Insassen frontal in die Alpen steuern werde so wie der Germanwings-Pilot Andreas L. Würde unsere ansonsten so auf Sicherheit bedachte Gesellschaft es zulassen, dass ein erklärter Kamikaze-Pilot ein Passagierflugzeug in die Hände bekommt? Ich denke, man würde wohl eher dafür sorgen, dass dieser Pilot schleunigst unter Quarantäne gestellt wird und in einer sicheren Anstalt angemessene Therapie und Betreuung erhält.

Die Lüge, die wir leben

Wieso wird in diesem Fall also eine offenkundig suizidale und unter massiver Realitätseintrübung leidende Möchtegernpolitikerin zur Kapitänin der EU nominiert? Sind wir nicht mehr ganz bei Trost? Hegen wir, obwohl wir doch äußerlich so viel Wert aufs gute und gerne Leben geben, in unserem innersten Unbewussten etwa auch einen suizidalen Wunsch? Ja, vielleicht ertragen wir es ja wirklich nicht mehr, die mittlerweile erdrückend gewordene Lebenslüge, der wir auf fast allen Gebieten des Lebens huldigen müssen, weiterhin auf unseren Schultern zu tragen. Wer die täglich en masse produzierten Lügen und Manipulationen nicht auch zu einem gewissen Grad selbst weiterträgt, den lässt unser System ja gar nicht mehr an der Gesellschaft teilhaben und spurt ihn aus. Selten spricht es jemand direkt aus wie der Handballprofi Stefan Kretzschmar: Wer etwas anderes sagt als von der herrschenden Meinung vorgegeben, der „bekommt auf die Fresse“. Seien wir uns ehrlich: Die Lüge und Heuchelei gehört zu unserem Lebensstil heute fast genauso dazu wie der SUV vorm Gartenzaun oder wie das Dosenbier zur Tagesschau.

Gibt es einen für den Menschen unwürdigeren Zustand als den derzeitigen? Viele Menschen fühlen sich trotz ihres überbordenden Wohlstands psychisch krank, leiden unter Depressionen und Angststörungen, können angesichts dieser inneren Zustände kaum einschlafen und würden, wenn sie sich dann morgens im Bad in den Spiegel sehen, sich am liebsten übergeben über den Bullshitjob, den sie immerzu aufs Neue antreten müssen , genauso wie über die Lüge, die sie leben bzw. ihr eigentlich wartendes Lebenspotential und ihren Lebenssinn, den sie täglich ein Stück weit mehr verheizen und stattdessen ein Rattenleben wählen. Sie können das digital transformierte Katzenklobüro, in dem sie einen auf Sales Management Assistant machen müssen oder sich als Verpestungsprofi („Werbefachmann“) verdingen müssen, kaum noch riechen. Ihnen dämmert mittlerweile, dass sie es keineswegs „geschafft“ haben, nur weil sie eine Blechkarre fahren, die am Kühlergrill vier verchromte Ringe kleben hat, sondern dass sie ihr Leben womöglich sogar voll verkackt haben, indem sie sich an die Infusionsnadel dieser ekelig-heuchlerischen Altmaierreifenmerkeltagesschau-Leyer gehängt haben.

Ausgesuvt

Vielleicht ist das der einfache Grund, warum wir jetzt einen schwarzen Nato-Engel als Führungsspitze bekommen, der uns eiskalt lächelnd ins offene Messer laufen lassen möchte. Vielleicht sind gar nicht die Eliten-Klüngeleien und Bilderberger schuld. Und vielleicht ist unser innerer Pakt mit der Lüge auch der Grund für all diese unfassbaren Wahlergebnisse der letzten Jahre, die ja in Wirklichkeit nichts anderes sind als ein sehenden Auges abgegebenes Votum für die Vernichtung unserer eigenen Grundlage und für die totale Zerstörung. Rational ist das Ganze ja nicht mehr zu fassen, man kann es wohl nur noch auf einer psychologischen Meta-Ebene zu erklären versuchen.

Frieden? Braucht heute bei Generation Instagram doch keine Sau (siehe Deutschlandfunk Kultur). Klima ist alles, wofür wir heute noch unsere Sitzfleischpolster hochbekommen. Denn das ahnen wir: ohne Luft könnt‘s bald vorbei sein mit suven, pupsen und komasaufen. Dass es sich noch sehr viel schneller ausgesuvt hat, wenn wir eine erklärte Kamikaze-Pilotin ans Steuer des Jumbos ranlassen, in dem wir alle sitzen, realisieren wir nicht. Ebensowenig, dass das Ende unserer Kultur, das wir gerade so herbeisehnen, keinesfalls kurz und schmerzlos, sondern ein Siechtum sein wird.

Game Over

Wenn Sarah Wagenknecht meint, man könnte statt von der Leyen ja gleich McKinsey ranlassen, dann muss ich ihr widersprechen. Nein, könnte man nicht. Denn während die McKinsey-Experten immerhin Realisten genug sind, um zu wissen, dass Europa eine militärische Konfrontation mit einer Nuklearmacht nicht überleben wird, so hätte eine in einer Barbiepuppen- und Videospiel-Realität großgewordene Adeligentochter keine Probleme damit, ihre Tornados mit Nuklearsprengköpfen loszuschicken, wenn die Generäle aus dem NATO-Hauptquartier ihr das nahelegen. Entspricht es doch ihrer vielfach bestätigten Lebenserfahrung, dass das Spiel nach einem „GAME OVER“ eben wieder von vorne anfängt. Und an der Brust Ihrer politischen Amme Angela hat sie ebenfalls mit der Muttermilch aufgesogen, dass die Dinge eben so kommen wie sie kommen und der Lauf der Geschichte einfach alternativlos ist.

Sollte der Zusammenprall mit der Nuklearmacht Russland eintreten – und nach Ansicht des Bulletin of the Atomic Scientists stehen wir gerade so knapp davor wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr bzw. „zwei Minuten vor Mitternacht“ (Quelle: Spiegel) – dann wird der rosa Hase vermutlich dasselbe Statement abgeben wie schon seine Ziehmutter Angela zur Migrationskrise („Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin. Nun sind sie halt da.“ /Quelle: Wikipedia ): „Mir egal, ob auf der Erde jetzt nuklearer Winter ist, jetzt ist er nun mal da.“

Dem rosa Häschen steht ein unerschöpfliches Depot an speziell getunten Duracell-Batterien zu Verfügung, damit es am Schlachtfeld auf der transatlantischen Trommel munter weitertrommeln kann, auch wenn alle anderen Hasen bereits den Geist aufgegeben haben. Das rosa Häschen hat im geostrategischen Schachspiel leicht lachen. Denn sein Beraterstab hat das Häschen bereits darüber in Kenntnis gesetzt, wer der zweifellose Gewinner dieses Schachspiels sein wird. Laut computersimulierter Feldstudien der NATO-Generäle und ihrer hochbezahlten, streng wissenschaftlichen Experten steht dieser Gewinner bereits fest: der Krieg gegen Russland würde zwar etwas länger dauern und ein bisschen mehr kosten als erwartet, aber gegen die technologisch überlegenen Streitkräfte der westlichen Wertegemeinschaft hätte der russische Bär letztlich keine Chance (Quelle: New Eastern Outlook: „The Day of the Generals winning Armageddon“). Europa wird dann zwar eine Wüste sein, aber die geostrategischen Milliardeninvestitionen der PNAC („Project for a New American Century“)- und  CFR-Brüder werden sich bezahlt machen. Das ersehnte „American Century“, das wie versprochen im wahrsten Sinne des Wortes strahlendste Jahrhundert aller Zeiten, kann dann beginnen.

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Dazu ein Buchtip:   Werner Rügemer – „Bis diese Freiheit die Welt erleuchtet“ (seine bei buch7.de amazonfrei bestellbare Betrachtung  „transatlantischer Sittenbilder“ versteht Rügemer als „Kontrapunkt gegen professionelle Vergessensproduktion und machtgestützte Desinformation“). Da dem Autor seine Beleuchtung der „transatlantischen Sittenbilder“  bisher drei Dutzend Gerichtsverfahren einbrachte, darf der Leser davon ausgehen, dass er hier Dinge erfährt, über die sich unsere DIN-ISO-zertifizierten Leitmedien ebenso eisern ausschweigen wie über Uranmunition.

 


Nachwort (Wie man Manipulation ausspurt):

Was aber tun, wenn man nun über diese Dinge Bescheid weiß, über die eine hochprofessionelle Medien- und Entertainmentmaschinerie ihren Mantel des Schweigens breitet? Wäre es da nicht besser, unwissend zu bleiben, so wie das derzeit eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Mitbürgern vorzieht? Noam Chomsky beantwortet diese Frage ganz trocken: „Für eine kurze Zeit, ja. – Bis es einem um die Ohren fliegt.“

Wer der Realität ins Auge sieht (dass sich unsere Polit-/Wirtschaftskapitäne entschlossen haben, das Passagierfahrzeug, in dem wir sitzen, nun nochmals mit durchgetretenem Gaspedal zu beschleunigen, obwohl die Betonwand, auf die es zufährt, bereits für jedermann in Sichtweite ist), der weiß also zumindest, dass es gut wäre, nun den Sicherheitgurt anzulegen und sich in der Werkstatt zu vergewissern, ob der Airbag ohnehin noch funktioniert. Dann hat er zumindest die Chance, den Aufprall zu überstehen. Denn diejenigen, die nicht angeschnallt sind, an Bord gerade korkenknallend und itunesbestöpselt ihre Astroturf-/Aluhut- Parties feiern und der digitalen Transformation entgegenjubeln, die wird es durch die Windschutzscheiben schmettern und in alle Winde verstreuen.

Eine noch bessere Idee wäre es eventuell, die Notbremse zu ziehen oder das Richtung Grand Canyon programmierte Gefährt bei der nächsten Haltestelle zu verlassen und in die entgegengesetzte Richtung zu fahren. Denn diesen Zug gibt es auch. Man darf sich hierbei nur nicht von der Anzahl der Passagiere beeindrucken lassen und dem Herdentrieb folgen. Ja, in dem in Gegenrichtung fahrenden Zug haben sich vergleichsweise wenige Menschen eingefunden. Und diese müssen fortwährend damit rechnen, dass sie von der herrschenden Meinung und der Rat Media Solutions GmbH (Südtäusche, Relotius-Narrenspiegel & Konsorten) frei nach Kretzschmar „auf die Fresse bekommen“. Jeder mag das halten wie er will, aber ich meine: Lieber Rückgrat behalten und ein paar auf die Fresse, als ein durch die Lebenslüge vergifteter und innerlich sklerotisierter Zombie sein, der eigentlich schon zu Lebzeiten ein wandelnder Toter ist und auf den ein grausames Schicksal wartet, auch wenn ihm derzeit noch allerlei Kompensationsmittel zur Verfügung stehen, mit denen er sich über diese Zukunft hinwegzutäuschen versucht.

Wie auch immer, noch ist nicht aller Tage Abend. Von der Leyen muss bis zum 16. Juli die Mehrheit der  EU-Parlamentarier auf ihre Seite ziehen, um bestätigt zu werden. Panzer-Uschi geht daher jetzt auf Tour und sucht in Brüssel das Einzelgespräch. Mit im Gepäck: Pöstchen.


(Bild: Jürgen Plechinger / FB)  

Ein Stab an Mitarbeitern und Assistenten begleitet den eiskalten Engel bei seiner transatlantischen Missionierungsarbeit.  In Berlin ruhen derweil alle Termine, denn es geht jetzt um  alles und der schwarze Engel hat nur wenig Zeit: ganze zehn Tage. Die bewährtesten PR-Mitarbeiter in Berlin wurden daher für die Zeit der EU-Kandidatur beurlaubt und für Nachtschichten am Brüsseler Lobbyparkett freigestellt. Mit von der Partie: Der Berliner Leiter des Leitungsstabs sowie der langjährige Sprecher von der Leyens. Eine mit Seibert-Pomade gut geölte Maschinerie wird nun angeworfen und läuft bereits auf Hochtouren. Um die Motivation der Maschinisten dürfte es nicht schlecht bestellt sein. Wenn die Medusa sogar externe Berater mit Tagessätzen von 1.700.- Euro besoldet, welche Boni warten dann erst auf diejenigen Edel-Spindoctoren, die der Prinzessin im Game of Thrones zur Krone verhelfen? Die Maschinisten werden daher alles geben und alle Register ziehen.

Wenn es der schwarzen Prinzessin gelingt, den Brüsseler Abgeordneten den transatlantischen Endsieg bzw. den Armageddon schmackhaft zu machen (und laut unseren Leitmedien ist ja ein Krieg gegen Russland und China angeblich unvermeidlich) und sie zur EU-Kommissionspräsidentin zu machen, was soll man dann den Menschen noch raten? – Dass sie ihre Lebensversicherung auflösen und noch einmal richtig Urlaub machen sollen, bevor im Land, in dem sie jetzt noch Gut und Gerne leben (und in dem sich die Tafeln vor abgelaufenem Essen biegen), womöglich endgültig Sendeschluss ist?

Apropos Sendeschluss: Sind ja dann doch wieder mal viel zu viele Buchstaben geworden. Eigentlich wollte ich diese unsägliche Chose mit von der Leyen ja nur zum Anlass nehmen, um eine kurze Anleitung zu geben, wie man medial vermittelte Projektionen ausspuren und das real wirksame Motiv hinter einer Sache oder einer Person erkennen kann. Das würde jetzt aber den Rahmen sprengen und werde ich wohl ein andernmal darauf zurückkommen.

Hier vorab nur soviel: Es geht darum, für einige wenige Minuten die aus dem eigenen Inneren hochsteigenden Projektionen – diese können sowohl sympathisch als auch antipathisch geprägt sein – konsequent zurückzuweisen, während man sich auf ein ausgewähltes Zitat oder einen sonstigen Eindruck, z.B. eine Geste des betrachten Objekts konzentriert . Am besten greift man einen charakteristischen Wortlaut der betrachteten Person aus einer möglichst originalen, d.h. noch nicht von Journalisten aufbereiteten Quelle heraus. Den gewählten Eindruck stellt man dann in das Licht eines übergeordneten Gedankens oder einer Frage, z.B. „Was ist das Motiv dieser Person?“ – jedoch ganz nüchtern bleiben, ohne auf das Resultat zugreifen zu wollen. Dann spricht es sich irgendwann ganz von selbst aus. Denn das Gute ist: Nur auf der Ebene unseres oberflächlichen Intellekts lassen wir uns täuschen – und die Werbe-/Polit-/PR-Industrie nützt das auch weidlich aus -, aber auf unterbewusster Ebene nehmen wir von allem unmittelbar die Wahrheit wahr (Sigmund Freud: „Das Unterbewusste ist schlauer“). Schon Goethe hat festgestellt, dass unser Denken nicht dazu da ist, um sofort zu einem Urteil zu kommen, sondern um um eine Sache unter Einnahme verschiedener Perspektiven zu kreisen, sodass das richtige Urteil in der Folge, wenn auch ganz langsam, wie von selbst entsteht.

Es ist nicht leicht, diese Konzentration aufrechtzuerhalten, denn schon von der ersten Sekunde an möchte sich dann alles mögliche als vorschnelles Urteil kundtun, was man im eigenen Inneren bereits über die jeweilige Person bzw. Sache abgespeichert hat – und dies stammt vor allem aus den Medien, aber auch der Erziehung, Schule, Uni etc. Es ist ein gewaltiger Wust an abgespeichertem Wissen, der da in unserem Inneren vorhanden ist und der sich bei jeder Sinneswahrnehmung kundtun möchte. Dieses abgespeicherte Wissen wird jedoch der uns jetzt gerade ins Auge gefassten Realität nicht gerecht, denn es ist nicht aus der Unmittelbarkeit bzw. dem aktuellen Status Quo geschöpft sondern belegt diese Realität lediglich mit einer subjektiven, meist unangemessenen und nur mehr halbwahren oder komplett unwahren Projektion.  Erschreckend ist diesbezüglich auch, wie sich sogar unsere an sich klügsten und kritischsten Köpfe aus der alternativen Medienlandschaft vorschnell von massenmedial geprägten Klischees mitnehmen lassen und herrschenden Narrativen folgen. Man kann es ihnen nicht einmal verübeln, denn die Spindoctoren, medialen Meinungsmacher und „wissenschaftlichen Experten“ (lt. Noam Chomsky „die säkularen Hohepriester der Machtelite, die den Bürgern verkünden, was sie glauben sollen“), haben ihre Techniken zur massenmedialen Meinungsformung bereits mit ungeheurer Raffinesse perfektioniert.

Als ich bei besagter Urlaubsheimfahrt in einem Hotel Zwischenstopp machte und mich während des Wartens aufs Mittagessen anhand des Radioberichts in solch objektivierter Anschauung zu den aktuellen EU-Geschehnissen bzw. zur Person von der Leyens üben wollte, da kam mir ironischerweise das Leben zur Hilfe und bestätigte mir den Eindruck, der sich bereits vor meinem inneren Auge abzeichnete und durchaus für Gänsehaut sorgte: Mein Blick schweifte auf eine gegenüberliegende Dekorwand, an der eine Perchtenmaske aufgehängt war (siehe Foto unten). Ich musste trotz Gänsehaut schmunzeln: Ja, das nennt man dann wohl Koinzidenz.

So, genug, es ist jetzt 02:20 und der Hahn kräht bald. Die Tippslerei hat mir heute ohnehin schon genügend Ärger eingebracht, da ich einen wunderschönen Sommertag in den Sand gesetzt habe, den ich mit meiner Partnerin am Badeteich verbringen wollte. Eigentlich ein schlechter Deal, mich stattdessen vorm Flachbildschirm mit derlei Widerwärtigkeiten zu beschäftigen. Aber andererseits: Wenn wir jetzt nicht verdammt aufpassen, dann war’s das womöglich bald ganz mit Badeteich.

Für eine Person wie vdL wollte ich eigentlich gar nicht so viele Buchstaben in den Topf werfen. Denn es ist ja fast müßig, die derzeitige Chose noch zu kommentieren – wo Reinhard Mey doch schon alles gesagt hat:

„Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und rollen und Stampfen und schwere See,
Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä“,
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht, niemand muß sich im Dunkeln rumdrücken
In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
All die hohen Ideale sind havariert,
Und der große Rebell, der nicht müd‘ wurde zu streiten,
Mutiert zu einem servilen, gift‘gen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
Gekauft, narkotisiert und flügellahm,
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentier‘n sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
Sie zieh‘n wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als hätten alle den Verstand verlor‘n,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor‘n,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff… „

(Reinhard Mey – „Das Narrenschiff“)

Julian Assange: Ein sehr gesuchter Mann – Update

Am 11. April 2019 verhafteten britische Polizisten den Gründer von Wikileaks in der Londoner Botschaft von Ecuador.

Fast 7 Jahre lang hatte die Botschaft Ecuadors Julian Assange diplomatisches Asyl gewährt und damit seine Auslieferung erst nach Schweden und von dort aus möglicherweise in die USA verhindert. In Schweden erwartet ihn ein Verfahren wegen des Vorwurfs von sexuellem Missbrauch und in den USA wollen sie ihn wegen der Veröffentlichung streng geheimer Dokumente auf der von ihm gegründeten Internetplattform Wikileaks anklagen. Nach der Verhaftung im April aber sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis am Rand von London – dort haben die Engländer ihre gefährlichsten Terroristen untergebracht. Sollte Assange von England aus in die USA ausgeliefert werden, dann drohen ihm dort bis zu 175 Jahre Haft. Die Arte Reporter hatten Julian Assange vor 3 Jahren in der Botschaft Ecuadors interviewen dürfen. Sie fassen heute den aktuellen Stand der Ermittlungen gegen ihn in dieser Reportage noch einmal zusammen – die einen sehen in ihm einen Verräter, die anderen einen Kämpfer für das Recht auf Information.

Präzedenzfall Wikileaks

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Der UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer hat seine Position zum Fall Assange noch einmal klar gestellt – doch keine Zeitung wollte den Beitrag drucken.

Der Sonderberichterstatter des Hochkommissariats für Menschenrechte bei den Vereinten Nationen, der Schweizer Nils Melzer, der zusammen mit zwei medizinischen Experten Julian Assange im Gefängnis besuchen konnte, hatte in seinem Gutachten am 31. Mai 2019 von der massiven „psychologischen Folter“ gesprochen, der Assange seit Jahren ausgesetzt werde und ein sofortiges Ende der „kollektiven Verfolgung“ des Wikileaks-Gründers gefordert. „In 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung“, so Nils Melzer, „habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um ein einzelnes Individuum so lange Zeit und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen“.

Der illegale Krieg von Saudi-Arabien gegen den Jemen 2015

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 2. April 2019 in Offenbach über den Angriff von Saudi-Arabien auf Jemen im Jahre 2015, den er als illegal einstuft.

Dabei stützt sich Ganser auf das UNO-Gewaltverbot, das klar und deutlich Kriege seit 1945 verbietet und sagt: Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt.

Ganser zeigt in seinem Vortrag, dass Saudi-Arabien das Nachbarland Jemen am 26. März 2015 angriff, und dass US-Präsident Obama den Angriff unterstützte. Der saudische Botschafter in Washington, Adel al-Jubeir, hatte Washington vor dem Angriff auf Jemen informiert.

Ibiza-Gate: Die Auflösung des Kreuzworträtsels

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Nachtrag zum Nachtrag von „Just gimme one night in Ibiza“

(Ausschnitt aus: Swiss Propaganda Research vom 28.05.2019):

Der geostrategische Hintergrund des Ibiza-Coups wird nun mit jedem Tag deutlicher. Mit Gudenus und Strache wurden bereits die beiden Hauptarchitekten der Achse Wien-Moskau neutralisiert. FPÖ-Spitzenkandidat Vilimsky, der sich 2014 noch gegen die Russland­sanktionen aussprach (»umgehend einstellen«), kündigte nun an, das 2016 vereinbarte Koop­e­ra­tions­­abkommen zwischen der FPÖ und der Putin-Partei Einiges Russland auslaufen zu lassen. Er betonte, keine »Verstrickungen nach Russland« zu haben, und verwies auf seine guten Kontakte zum Pentagon. Eine bemerkenswerte Wende, die gewiss im Sinne der »Integrity Initiative« ist.

Das österreichische Verteidigungsministerium hat am Dienstag, 21. Mai, wenige Stunden nach Rücktritt der FPÖ-Minister, die Durchführung der seit langem geplanten russisch-europäischen Valdai-Diskussionsrunde in Wien, zu der unter anderem der russische Vize-Außen­minister eingeladen war, ganz kurzfristig abgesagt und den Saal gesperrt. Dies meldete der Wiener Publizist Hannes Hofbauer, offenbar ohne die volle Tragweite des Vorgangs zu realisieren.

Das Verteidigungsministerium wurde bis zum 20. Mai von FPÖ-Minister Mario Kunasek geführt, am 22. Mai übernahm Vize-General­stabs­chef Johann Luif, der zuvor als Kommandant im Kosovo und in Bosnien diente. Die kurzfristige Absage der traditionellen Valdai-Diskussion ist ein weiterer Hinweis auf die geopolitischen Hintergründe des Coups.

Das US Foreign Policy Magazine titelte »Europe Is Ripe for a Return to Establish­ment Politics«, der britische Economist »Why cosying up to populists rarely ends well for moderates«.

(…)

Die Salzburger Nachrichten sprechen sogar explizit vom »Ende der “russischen” Fraktion in der FPÖ«.

(…)

Der in die Falle gelockte Gudenus ist jener Politiker, der 2014 als Wahlbeobachter auf der Krim war und der russischen »Annexion« damit einen »Persilschein« (NZZ) erteilte, und der 2016 das Kooperations­­abkommen zwischen Straches FPÖ und Putins Partei »Einiges Russland« einfädelte. Nun sollte die FPÖ durch eine vermeintliche Russin zu Fall gebracht werden.

Mit der FPÖ traf es Nationalkonservative, doch auch Sarah Wagenknecht dürfte letztlich von denselben Kreisen, und aus denselben Gründen, aus der eigenen Partei gedrängt worden sein. Die Salzburger Nachrichten sprechen sogar explizit vom »Ende der “russischen” Fraktion in der FPÖ«.

(…)

Innenminister Kickl musste entfernt werden, um das isolierte BVT aus dem »russischen« Griff der FPÖ zu bekommen. Ob der Rücktritt der übrigen FPÖ-Minister und der Sturz von ECFR-Mitglied Kurz geplant war, ist fraglich. Allerdings wird Präsident Van der Bellen nun einen passenden Kanzler ernennen können. Immerhin wurde damit auch die Putin-nahe Außen­ministerin entfernt, die zuvor nicht zurücktreten wollte.

(…)

Klar ist auch, dass der deutsche Nach­richten­dienst – der die elektronische und telefonische Kommunikation österreichischer Ministerien und Politiker als einziger in Europa systematisch überwachen kann (durch Frankfurt und Bad Aibling) und dies in der Vergangenheit auch tat – über diese Operation von Anfang an mindestens »im Bilde« gewesen sein müsste.

Größter Makel der Operation dürfte sein, dass der Rücktritt der parteifreien aber Putin-nahen Außenministerin Kneissl (noch) nicht gelang. Deutsche Medien schäumen (»verweigert Rücktritt«, »darf weitertanzen«), österreichische Medien beruhigen (»wenig Spielraum«). Kneissl hatte etwa die Anerkennung Guaidos abgelehnt, bis sie von Kanzler Kurz überstimmt wurde.

Insgesamt ist diese Aktion somit als veritabler Coup gegen eine Moskau-freundliche und EU-kritische Regierungspartei einzustufen, sowie als Warnung an andere Regierungen. Dieser Aspekt wird von den transatlantischen Medien, die daran beteiligt waren, allerdings kaum beleuchtet werden.

Volltext: siehe SWPRS

siehe auch: Stellungnahme des zurückgetretenen Vizekanzlers Strache auf Youtube

Foto: pixabay / CCo


 

siehe auch ein aktuelles Interview mit Willy Wimmer (Quelle: world-economy.eu):

„Wir sind, was dieses Wahlergebnis anbetrifft, wohl alle in Europa Opfer der größten Wahlmanipulation in der modernen europäischen Geschichte geworden. Wir sind als Wähler mit einem Apparat von Mainstream-Propaganda konfrontiert worden, wie es ihn schlimmer kaum gegeben hat. Die Ereignisse in Österreich, die mit der Zerstörung der FPÖ/ÖVP-Regierung endeten, haben deutlich gemacht, dass mit schwerstem Geschütz auf die Meinungsbildung der europäischen Wähler gezielt worden ist. … Vor diesem Hintergrund werden wir in eine neue Situation in unserer Geschichte eintreten und es wird keine stabile Situation sein. Wir werden Auseinandersetzungen in Europa bekommen, von denen wir glaubten, dass sie der Vergangenheit angehören würden.
(…)

Es ist ein Wahlergebnis, das sich gegen unsere eigene Existenz und den Frieden in Europa richtet. Insofern ist es, um ihre Worte zu gebrauchen, ein Déjà-vu-Erlebnis in Zusammenhang mit 1914 und vor allen Dingen mit 1919. „

+++

siehe auch Kommentar von Dagmar Henn: Tagesdosis/KenFM „Strache – Liebesgrüße aus Berlin?“

„Grund zum Jubel bietet die ganze Affäre jedenfalls nicht. Denn das wahre Herz der Finsternis in der EU schlägt in Berlin, und jede politische Entwicklung, die die Berliner Macht in Europa stärkt, richtet sich gegen die Menschen in Europa, gegen Demokratie und Souveränität, gegen den Frieden. Österreich ist ein souveränes Land und ein Angriff auf diese Souveränität aus Deutschland, über Geheimdienste oder über die Presse oder beides, ist immer ein Schritt in die falsche Richtung.“

+++

Nachtrag III (01.06.2019): Kommentar von Hermann Ploppa – „Regime Change in Österreich“

„Am 21. Mai dieses Jahres sollte in der Stiftskaserne des österreichischen Verteidigungsministeriums ein Treffen der russischen Valdai-Gruppe stattfinden. Das ist ein lockerer Gesprächskreis über außenpolitische Themen, ins Leben gerufen von Präsident Putin. Der bisherige Verteidigungsminister Mario Kunasek von der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) hatte den Valdai-Kreis nach Wien eingeladen. Und nun standen die internationalen Gäste, an ihrer Spitze der russische Vizeaußenminister Alexander Gruschko, vor verschlossenen Türen. Einen Tag zuvor war Kunasek als Minister entlassen und durch den Militär Johann Luif ersetzt worden. Und der hatte die Gäste ohne jeden Zapfenstreich einfach rausgeschmissen.

(…) zu Russland pflegte Österreich bislang entspannte Beziehungen. Der Wertewesten schäumte, als Österreichs Außenministerin Karin Kneissl Russlands Putin zu ihrer Hochzeit einlud und Putin dabei sogar zu einem Tänzchen vor laufender Kamera aufforderte. Frau Kneissl ist unstreitig eine der fachkompetentesten Außenminister, die Europa je hatte. Fließend fünf Sprachen beherrschend, unter anderem Arabisch, bildet sie sich ein ganz eigenes Urteil, abseits der von einschlägigen Denkfabriken vorgegebenen Lösungs„vorschläge“. Den Migrationspakt lehnt sie ab. Den US-Marionettenpolitiker Juan Guaido aus Venezuela erkennt sie als legitimen Präsidenten nicht an. Das tat dann allerdings Kanzler Kurz an ihrer Stelle. Kurz ist nämlich Mitglied im transatlantischen European Council on Foreign Relations, der dereinst von Joschka Fischer mitgegründet wurde. Russische Diplomaten wegen der überaus windigen Skripal-Affäre auszuweisen kam für Österreich dennoch nicht in Frage.

(…)
Ibizagate löste einen Putsch aus. Kanzler Kurz wurde gestürzt durch ein Misstrauensvotum, sämtliche FPÖ-Minister entlassen. An ihre Stelle treten so genannte „Experten“. Denn von jetzt an, bis zur Neuwahl, gibt es keine politischen Kontrolleure mehr an der Spitze der ehemals FPÖ-kontrollierten Ministerien.

FPÖ-Politiker sind jetzt bestrebt, möglichst USA-freundlich zu erscheinen. So zum Beispiel der FPÖ-Spitzenkandidat bei der Wahl zum Europaparlament, Harald Vilimsky. Pflichtschuldigst bekundete er in der TV-Gesprächsrunde nach der Wahl, er werde ein Kooperationsabkommen zwischen seiner Partei und der Putin nahestehenden Partei Einiges Russland nach Ablauf der Vertragsdauer nicht erneuern. Um sich im nächsten Satz zu verplappern: „Ich war vor drei Wochen am Tisch des US-Verteidigungsministers im Pentagon und im Weißen Haus. Glauben Sie wirklich, dass jemand, der Verstrickungen nach Russland hätte, überhaupt in diese Gesprächsebene kommt?“

Der Chef des Schweizer Geheimdienstes Jean-Philippe Gaudin geht davon aus, dass der inszenierte Strache-Skandal das Werk eines Geheimdienstes sein muss. Das leuchtet ein. Auf diese Idee kommt man allerdings nicht, wenn man sich auf die stark verkürzten Darstellungen in den Medien einlässt.“

Nachtrag IV (03.06.2019):  Kommentar von Hermann Ploppa 2:

„Da sagt doch hinter vorgehaltener Hand ein amerikanischer General zum Nachrichtenportal BuzzFeed: „Österreich war immer ein Problem für jeden hier … Die jetzige Regierung [also die damalige Regierung  Kurz/Strache] hat enge ideologische und wirtschaftliche Verbindungen zum Putin-Regime und versuchte zwei Dinge miteinander in Einklang zu bringen: nämlich ein seriöses Mitglied der EU zu sein, und gleichzeitig ein enger Freund von Putin. Beides zusammen geht aber nicht nach der Sache mit Skripal.“
Denn Österreich einzusacken … tschuldigung, ich meinte natürlich: Österreich feierlich in die westliche Wertegemeinschaft einzubinden, macht geopolitisch großen Sinn. Österreich galt schon immer als Tor zum Balkan.
(…)
Der Tod ist ein Meister aus USA. Die NATO soll im nächsten Jahr in einem gigantischen Manöver den Krieg gegen Russland in einer Generalprobe auf unserem Boden ausarbeiten. Dazu müssen alle Länder auf Linie gebracht werden. Schweden war dereinst auch neutral. Nach dem Mord an Olof Palme ist es jetzt zu einer aggressiven, hochgradig militarisierten Speerspitze gegen Russland geworden.
(…)
Frau Kneissl ist endlich weg. Der neue Außenminister Alexander Schallenberg ist eine wirklich gute Wahl – im Sinne der westlichen Wertegemeinschaft. Der Karrierediplomat hat seine Ausbildung am Europakolleg in Brügge absolviert. Eine „Kaderschmiede der Europäischen Union“, wie die taz zu formulieren wusste. Eine „Expertenregierung“ ohne demokratische Legitimation regiert nun das Tor zum Balkan bis zur Neuwahl im Herbst. Dann wird Sebastian Kurz einen triumphalen Wahlsieg einfahren und mit den marktradikalen NEOS, der österreichischen Entsprechung zu unserer FDP, endlich so richtig transatlantisch und marktradikal durchgreifen können, wie es ihm jetzt mit der FPÖ nicht möglich war.

Für Europa ein Rückschlag. Denn nun sind wir noch mehr im Würgegriff der NATO. Und das bedeutet: weiter mit der Politik der gewollten Verarmung, der tiefen undemokratischen Staaten mit ihrer stinkenden Melange aus krimineller Subkultur, Geheimdiensten und Militärs. Weiter im Schulterschluss mit den USA gegen die Länder der Dritten Welt in einem Hyper-Kolonialismus.“

Über bluttriefende Kaffeekränzchen im Hosenanzug – ein kleiner Nachtrag zur Ibiza-Affäre

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Noch ein kurzes Nachwort zum aktuellen Ibiza-Gate rund um H.C. Strache („Just gimme one night in Ibiza“):

Mit Fäkalausdrücken als Synonyme für den am Angelhaken im Blitzlicht unserer Wahrheitsmedien baumelnden Strache wird ja derzeit nicht gespart. Von „Lurch“, „Arsch“, „Zuhältertyp, der jetzt sein Snuff-Video hat“ (Robert Misik) und ähnlichem ist die Rede.

Ja, es tut wahrscheinlich gut, dass wir uns jetzt endlich an etwas abarbeiten können, wo alle, Mainstreammedien ebenso wie Bonsaitopfblogger, einer Meinung sind. Auch die Grünen haben ja frei zugegeben, dass sie es müde waren, immer gegen die Interessen der Industrielobby anzukämpfen und es eine schöne Erfahrung wäre, in Sachen Energiepolitik, dem Energiesparlampenkurzschluss, der Nato-/Russland-Poltik u.a. endlich mal an einem Strang mit den Global Playern zu ziehen. Die ehemalige Parteichefin der österreichischen Grünen, Eva Glawischnig, ist auch ganz begeistert, nun bei einem internationalen Konzern wie Novomatic an Bord mitrudern zu dürfen („Die Industrie hat mich schon immer fasziniert … An Novomatic fasziniert mich vor allem die Internationalität.“ / Quelle: ORF).

Alle – auch die strammen alternativen Medienköpfe – setzen ja gerade energische, wütende und kreativst-süffisante Kommentarvideos über den in die Mausefalle getappten Strache ab. Ja, wirklich, wie schmuddelig dieser Mann doch da in Ganovenmanier in einem verrauchten Hinterzimmer um Macht, Mediengunst und Parteifinanzierung schachert. Als aufgeklärter und wikipedialesender Bürger sollte man das doch schon immer geahnt haben, die Qualitätsmedien haben uns ja immer vor dem Russlandfreund Strache gewarnt. Die von ihm eingesetzte Außenministerin Kneissel hat sich zuletzt sogar erdreistet, Putin persönlich zu ihrer Hochzeit nach Österreich einzuladen. Die westliche Wertegemeinschaft war sprachlos – womöglich versauen diese versifften österreichischen Hinterwäldler besagter Wertegemeinschaft noch den geschlossenen Marsch gegen Russland, für den Europas Straßen gerade mit Milliardenaufwand panzertauglich gemacht werden. Höchste Zeit also, dass diese Hinterwäldler (laut Böhmermann: „acht Millionen Debile“, die sich dem Anschluss an Merkels „europäische Lösung“ verweigern) zur Räson zu bringen.

Jetzt wird uns daher allen gezeigt, wie letztklassig und schmutzig diese rechten Querfront-Typen sind. Gut, dass es neben solch käuflichen Hinterhofpolitikern auch unsere Guten, Sauberen und Alternativlosen gibt, dank deren Agenda in unseren marktkonformen Landstrichen viele immer noch Gut und Gerne leben. Wenn sich Deutschlands Polit-, Wirtschafts- und Medienmächtige bei Bertelsmannparties einfinden oder wenn sich Memmelchen Merkel im sauber gebügelten Hosenanzug bei gehäkelter Tischdecke und Goldrand-Biedermeier-Servis mit Liz Mohn und Friede Springer in diskreten privaten Nichtraucher-Etablissements zu Kaffee und Kuchen trifft, dann ist das zweifellos sauberer als wenn Strache in einem schmuddeligen Hinterzimmer bei Vodka, im Unterhemd-Ballermannlook mit heraushängender Wampe und blonder Mieze auf der Schmuddel-Couch ganz frei heraus staatliche Bauaufträge gegen Mediengunst in der „Kronen-Zeitung“ (=Österreichs Bild-Zeitung) in Aussicht stellt.

Wer das supersaubere Merkel-Kaffeekränzchen aber einmal etwas tiefer betrachtet (deren veröffentlichter Wortlaut der Kanzlerin übrigens genauso das Genick brechen würde wie Strache), der ist gut beraten, zuvor Maßnahmen gegen aufkommende Übelkeit zu treffen und vorsichtshalber einen Brechbeutel zur Hand zu nehmen. Denn er wird bei seiner Betrachtung womöglich zu dem Ergebnis kommen, dass das, was dort gemerkelt wird, in Wirklichkeit hundertmal ekliger und in seinen weltpolitischen Konsequenzen de facto elender und bluttriefender ist als die schmuddeligsten Deals an einem Unterwelt-Pokertisch oder eben das Strache-Ibiza-Gepoltere. Es wird nur wohl keinen Geheimdienst geben, der die Szenen solcher Kaffekränzchen filmt und den Leitmedien zuspielt, da Agenten ja nicht dafür bezahlt werden, die eigene Agenda zu hintertreiben … eine skrupellose Agenda, die in Syrien, Afghanistan, Libyen, Ukraine u.a. bereits hunderttausenden Menschen das Leben gekostet, noch viel mehr Zivilisten zu Invaliden verstümmelt, Millionen Menschen in Obdachlosigkeit und Elend getrieben und weite Landstriche mit Uranmunition verseucht hat. Im Vergleich zum Kollateralschaden solcher Kaffeekränzchen ist die plump-naive Bauernposse in Straches Ibiza-Urlaub wohl nicht viel mehr als das, was man in Österreich gemeinhin einen „Lercherlschas“ nennt.

Wer also seinen (berechtigten) Polit-Frust jetzt in der Ibiza-Affäre ablässt, der übersieht, dass es denjenigen Akteuren, die in hochprofessioneller Manier das entsprechende Video erstellt und dann, zwei Jahre nach seiner Erstellung, perfekt getimt (zwei Wochen vor der Europawahl) über Deutschlands Leitmedien SZ und Spiegel an die Öffentlichkeit gespielt haben – dass es diesen Strippenziehern in Wirklichkeit nicht im Geringsten um die moralischen Qualitäten bzw. Schwächen irgendeines B-Klasse Politikers aus einer Alpenrepublik  geht. Denn wäre es wirklich das Anliegen dieser grauen Eminenzen, korrupte Charaktere zu enttarnen und aus dem politischen Leben zu entfernen, dann hätten sie ja gar keine geeigneten Figuren mehr zur Hand, mit denen sie ihre neoliberale Agenda und ihre wirtschaftlich-militärische Globalstrategie vorantreiben könnten.

In diesem Sinne, in einer Zeit, in der der Hausverstand zwar weitgehend suspendiert ist, aber immerhin das Energiesparschweintum medial fest in unserem Bewusstsein verankert wurde und man daher zumindest an dieses appellieren kann: Also, an diejenigen, die bereits den Sinn von Energiesparlampen eingesehen haben: Save your energy! Verbratet nicht unnötig eure Duracell-Batterien, sondern lasst sie im Schrank. Denn ich fürchte, ihr werdet sie womöglich schon demnächst brauchen, wenn ihr nachts mit der Taschenlampe zum ausgefallenen Kühlschrank und zum WC finden müsst.


Fotos: pixabay/CC0

 

 

Ergänzung 28.05.2019 (Quelle: Swiss Propaganda Research):

Der geostrategische Hintergrund des Ibiza-Coups wird nun mit jedem Tag deutlicher. Mit Gudenus und Strache wurden bereits die beiden Hauptarchitekten der Achse Wien-Moskau neutralisiert. FPÖ-Spitzenkandidat Vilimsky, der sich 2014 noch gegen die Russland­sanktionen aussprach (»umgehend einstellen«), kündigte nun an, das 2016 vereinbarte Koop­e­ra­tions­­abkommen zwischen der FPÖ und der Putin-Partei Einiges Russland auslaufen zu lassen. Er betonte, keine »Verstrickungen nach Russland« zu haben, und verwies auf seine guten Kontakte zum Pentagon. Eine bemerkenswerte Wende, die gewiss im Sinne der »Integrity Initiative« ist.

Das österreichische Verteidigungsministerium hat am Dienstag, 21. Mai, wenige Stunden nach Rücktritt der FPÖ-Minister, die Durchführung der seit langem geplanten russisch-europäischen Valdai-Diskussionsrunde in Wien, zu der unter anderem der russische Vize-Außen­minister eingeladen war, ganz kurzfristig abgesagt und den Saal gesperrt. Dies meldete der Wiener Publizist Hannes Hofbauer, offenbar ohne die volle Tragweite des Vorgangs zu realisieren.

Das Verteidigungsministerium wurde bis zum 20. Mai von FPÖ-Minister Mario Kunasek geführt, am 22. Mai übernahm Vize-General­stabs­chef Johann Luif, der zuvor als Kommandant im Kosovo und in Bosnien diente. Die kurzfristige Absage der traditionellen Valdai-Diskussion ist ein weiterer Hinweis auf die geopolitischen Hintergründe des Coups.

Das US Foreign Policy Magazine titelte »Europe Is Ripe for a Return to Establish­ment Politics«, der britische Economist »Why cosying up to populists rarely ends well for moderates«.

Die Salzburger Nachrichten sprechen sogar explizit vom »Ende der “russischen” Fraktion in der FPÖ«.

Der in die Falle gelockte Gudenus ist jener Politiker, der 2014 als Wahlbeobachter auf der Krim war und der russischen »Annexion« damit einen »Persilschein« (NZZ) erteilte, und der 2016 das Kooperations­­abkommen zwischen Straches FPÖ und Putins Partei »Einiges Russland« einfädelte. Nun sollte die FPÖ durch eine vermeintliche Russin zu Fall gebracht werden.

Mit der FPÖ traf es Nationalkonservative, doch auch Sarah Wagenknecht dürfte letztlich von denselben Kreisen, und aus denselben Gründen, aus der eigenen Partei gedrängt worden sein. Die Salzburger Nachrichten sprechen sogar explizit vom »Ende der “russischen” Fraktion in der FPÖ«.

Klar ist auch, dass der deutsche Nach­richten­dienst – der die elektronische und telefonische Kommunikation österreichischer Ministerien und Politiker als einziger in Europa systematisch überwachen kann (durch Frankfurt und Bad Aibling) und dies in der Vergangenheit auch tat – über diese Operation von Anfang an mindestens »im Bilde« gewesen sein müsste.

Größter Makel der Operation dürfte sein, dass der Rücktritt der parteifreien aber Putin-nahen Außenministerin Kneissl (noch) nicht gelang. Deutsche Medien schäumen (»verweigert Rücktritt«, »darf weitertanzen«), österreichische Medien beruhigen (»wenig Spielraum«). Kneissl hatte etwa die Anerkennung Guaidos abgelehnt, bis sie von Kanzler Kurz überstimmt wurde.

Insgesamt ist diese Aktion somit als veritabler Coup gegen eine Moskau-freundliche und EU-kritische Regierungspartei einzustufen, sowie als Warnung an andere Regierungen. Dieser Aspekt wird von den transatlantischen Medien, die daran beteiligt waren, allerdings kaum beleuchtet werden.

Just gimme one night in Ibiza

„Wir haben Orwell bereits hinter uns und sind nun in Van Vogts ‚Space Wildlife‘ angekommen, wo niemand mehr etwas versteht.“
(Gerard Depardieu)

Na das war ja Rettung in letzter Sekunde: Zwei Wochen vor der Europawahl platzt in Österreich, der bisher stärksten europäischen Hochburg der Rechten, eine politische Bombe: Vizekanzler Heinz-Christian Strache, verdeckt gefilmt vor zwei Jahren auf der Partyinsel Ibiza. Die Szenerie mutet an wie in einer schmierigen Folge von „Kottan ermittelt“ … Strache im Unterhemd, bedusselt mit Vodka, auf der Couch neben einem blonden, langbeinigen, natürlich russischen Lockvogel, der ihm illegale Parteispenden in Aussicht stellt. Und Strache, der medienwirksame Partner der Achse des Bösen (AfD, Orban, Le Pen) und Fürsprecher einer Entspannungspolitik mit Russland, beißt an … und baumelt nun, aus dem Fischteich gezogen, am Haken im Blitzlichtgewitter der Wahrheitspresse.

Die SZ und der Spiegel haben das ihnen zugespielte, mutmaßlich von Geheimdiensten erstellte Skandalvideo zeitgleich am Freitagabend veröffentlicht und der Öffentlichkeit damit den finalen Beweis vorgelegt, mit welch korrupten Halunken es der gutgläubige Wähler doch mit diesen Rechtspopulisten zu tun hat. Politiker, die im Hinterzimmer mit Wirtschafts- und Medienoligarchen um Parteispenden und Macht feixen und als Gegengeschäft die Vergabe öffentlicher Bauaufträge in Aussicht stellen? Potzblitz, wo gibt es denn sowas? Womöglich irgendwo am Balkan oder in den USA, aber doch nicht im Europa, in dem der aufgeklärte Spiegelbildbürger und Wikipedialeser gut und gerne lebt. Nein, das geht gar nicht.

Zerknirscht musste also der fiese Populist, der Angela Merkel (laut ZDF-Politbarometer wieder die beliebteste Politikerin des Landes) als „gefährlichste Frau Europas“ bezeichnet hat, seinen Rücktritt bekanntgeben, die Regierungskoalition wird aufgelöst. Die von FPÖ-Innenminister Kickl gegründeten „Ausreisezentren“ für abgelehnte Asylwerber können nun wieder aufgelöst bzw. in Einreisezentren umgewandelt werden und Außenministerin Kneissl, die sich erdreistet hat, Putin zu ihrer Hochzeit nach Österreich einzuladen, wird die westliche Wertegemeinschaft nicht mehr mit ähnlichen Fauxpas schockieren können.

Die Gefahr von Rechts ist damit gesprengt, das Gute (Merkel, Habeck, Weber, Timmermanns, Correctiv, Amadeu Antonio Stiftung & Co.) können uns nun in eine grenzenlos strahlende Zukunft und in die digitale Transformation führen …

Mit einem Wort: Wir sind gerettet. Wenn man da nicht vor Jubel durch die Decke gehen möchte …

War echt knapp, dass wir in der derzeitigen Lage (mittlerweile sogar ganz offen in Massenmedien wie dem Focus ausgesprochen) noch die Kurve gekriegt haben. Aber wie sagt man so schön: Ende gut, alles gut.
Let’s party. Ibiza, I love you.


siehe auch Nachtrag 1: Über bluttriefende Kaffeekränzchen im Hosenanzug

und Nachtrag 2: Ibiza-Gate: Die Auflösung des Kreuzworträtsels

Drohnenkrieg: Neue US-Bombe soll Feinde „zerstückeln“

Eine neue Waffe des US-Militärs ist offenbar so angelegt, dass Gegner bei Drohnenangriffen nicht mehr durch eine Explosion getötet werden, sondern durch Klingen. Diese durchschneiden selbst Fahrzeuge und können buchstäblich alles zerstückeln.

Entwickelt wurde die Waffe mit der Bezeichnung „Ninja Bomb“ mit der Absicht, zivile Opfer bei Drohnenangriffen zu minimieren. Ob das Waffensystem tatsächlich die Anzahl sogenannter „Kollateralschäden“ verringern wird, ist jedoch fraglich.

Dirk Müller – Handelskrieg und China vs. USA

USA: Die Demokratische Partei auf der Suche nach neuen Wählern

2020 finden in den USA die nächsten Präsidentschaftswahlen statt. Anwärter auf die Nominierung gibt es innerhalb der demokratischen Partei nunmehr ganze 20. Bisher fehlen jedoch die Wähler, die diesen Kandidaten dann auch in Weiße Haus befördern könnten. Nicht nur hat die Partei in der Mitte der Gesellschaft viel Unterstützung verloren. Ausgerechnet Donald Trump war offenbar in der Lage, Teile diese Menschen für sich zu gewinnen.
Auf der Suche nach neuen Wählern gehen die Demokraten nun ungewöhnlich Wege. Die Stimmen der illegalen Einwanderer sind ihnen bereits sicher. Nun hätten sie gerne noch die der Gefängnisinsassen.

„Land of the Free“ verbietet seinen Bürgern Reisen nach Kuba

US-Sicherheitsberater John Bolton hat weitere Sanktionen gegen Kuba angekündigt. Unter anderem ist es US-Bürgern zukünftig untersagt, den Inselstaat zu besuchen, sofern sie dort keine Verwandten haben. Zudem droht Washington mit Klagen gegen ausländische Firmen in Kuba.

Julian Assange verhaftet (Über Individualität und Vermassung)

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Foto: RT / screenshot aus Youtube 11.04.2019

Und so sehen sie aus … die Schergen, die auf Knopfdruck ohne mit der Wimper zu zucken die Drecksarbeit verrichten und das Scheitholz für die Großinquisitoren schlichten. – Menschen, die das gleiche machen wie Du und ich in den Konzernen, für die wir arbeiten … Menschen mit pausbäckigen Wangen und erloschenen Gesichtern, die sofort absalutieren und Befehle, die von oben kommen, willfährig ausführen. Während daheim im Vorgarten der Mähroboter fein säuberlich den Rasen kämmt und jedes zarte Pflänzlein des Gewissens, das in der sterilen Fläche aufkeimt, umgehend verhäckselt und in den Fangkorb wirft.

„Stell Dir vor, es ist Krieg, aber keiner geht hin“, lautete einmal der Slogan einer progressiven Friedensbewegung. Ein Slogan, der keinesfalls so trivial ist, wie er zunächst klingen mag, sondern in dem eigentlich der Schlüssel zur Lösung aller Übelstände liegt.

Venezuela: Das Prinzip „Brutkastenlüge“

Der von den USA unterstützte Putschversuch in Venezuela geht in die nächste Runde. Für diesen Samstag hat die Opposition rund um den selbsternannten Präsidenten Juan Guaido neue Aktionen angekündigt. Derweil planen die Vereinigten Staaten ein großes Rettungsprogramm für die venezolanische Wirtschaft. Details sind keine bekannt. Voraussetzung für die Rettung sei jedoch eine Absetzung Maduros.

„Eine Flut aus Lügen“ – Abby Martin und Ex-UN-Ermittler decken Putsch-Strategien der USA auf

It’s the Oil, stupid: Am Vorabend eines weiteren US-Krieges entlarvt Abby Martin die am häufigsten wiederholten Lügen über Venezuela. Zusammen mit dem Ex-UN-Menschenrechtsexperten Alfred De Zayas deckt sie auf, wie US-Sanktionen zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit führen.

ZUR SACHE: Venezuela und der Iran – im Fadenkreuz der Demokratie

Die Einforderung von Demokratie seitens der USA im Rahmen ihrer Definitions- und Deutungsgrundlage, bedeutet rückblickend für viele Länder dieser Erdkugel Krieg, Elend und Zerstörung.

USA und NATO, als auch durch die EU begleitete Interventionen auf politischer sowie kriegerischer Ebene, bringen nicht nur den eingeforderten Regime Change, sondern für Millionen von Menschen meist schmerzhafte bis zerstörerische Realitäten. Neben der Zerstörung durch militärische Einsätze, wird eine todbringende Maßnahme von vielen Menschen unterschätzt und nicht bedacht – Sanktionen.

Hands off Venezuela

Lasst uns doch heute einmal unseren Blick auf Venezuela werfen. Das wollte ich eigentlich schon lange machen, aber die Situation vor Ort verändert sich täglich so schnell, dass ich erst einmal abwarten wollte, wie sich die Lage entwickelt. Unser Mainstream hat sich ja an diesem Thema jetzt schon viele Wochen festgebissen und es gibt Berichte am laufenden Band aus Südamerika. Wenn wir nur die Meldungen der öffentlich rechtlichen Medien lesen würden, dann müssten wir davon ausgehen, dass mit dem „Machthaber“ Maduro wieder mal ein ganz übler Diktator auf seinem geschundenen Volk herumtrampelt, dass er sich persönlich bereichern würde und das arme Volk hungern muss, weil er so eine schreckliche Politik macht. Sogar sein Vorgänger, Hugo Chavez, soll seit dem Jahr 2000 das Land kontinuierlich in den Ruin getrieben haben.

Ukraine? Geht Sie nichts an

 

Dr. Gniffkes Macht um Acht

 

ARD-aktuell ist dem politischen Schweigekartell beigetreten, das Desaster in Kiew verlangt aber den Offenbarungseid

In nicht einmal mehr zwei Wochen, am 31. März, dürfen die Ukrainer ihren nächsten Präsidenten wählen. Die Aussichten für den erneut kandidierenden Amtsinhaber Petro Poroschenko sind beinah genauso gering wie die Kenntnis des deutschen Durchschnitts-Fernsehzuschauers von den Verhältnissen im osteuropäischen Nachbarland. Wer weiß schon, dass im Bewerberfeld auch die Hasspredigerin Timoschenko wieder und der Komiker Selenski erstmalig antreten (1) – und was das über die politische Kultur der Ukraine besagt? Unsere wichtigsten Nachrichteninstitute, voran ARD-aktuell, bieten eben keine fortlaufende Information über den Brandherd Kiew. Geben Sie das Stichwort „Ukraine“ in die Suchfunktion auf tagesschau.de ein, dann können Sie sich vor Augen führen, wie der deutsche Qualitätsjournalismus baden geht. (2) (mehr …)

Legal, illegal, scheißegal

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Dies ist der Modus Operandi des angeblichen „Leuchtturms der Freiheit und der Demokratie“ jenseits des Atlantiks. In früheren Jahren haben die Oligarchen in Washington allerdings noch versucht, ihre verbrecherischen Interventionen, ihre einseitigen Sanktionen und Wirtschaftskriege und gewaltsame Regierungsumstürze auf internationaler Ebene als gute Taten zu verkaufen. Mit Hilfe von Medienoffensiven konnten sie ihre „guten Kriege“ gegen die „neuen Hitlers“ von Jugoslawien über Afghanistan und Irak, über Libyen, Syrien und Jemen in der Regel mit Unterstützung ihrer europäischen NATO-Vasallen führen. Schließlich wurden die Kriege und Umstürze ja zum Schutz der Menschenrechte, der Demokratie und vor allem der freien Märkte und damit zum Wohl der westlichen „Un-Wertegemeinschaft“ geführt.

Eva Bartlett widerlegt Medienberichte zu Syrien

Die unabhängige kanadische Journalistin Eva Bartlett bereiste seit Ausbruch der Unruhen in Syrien mehrmals das Land, insbesondere auch die dortigen Krisengebiete wie z.B. Aleppo. In einem Vortrag, den Eva Bartlett im November 2018 in Reykjavik hielt, berichtet sie über ihre Live-Begegnungen mit der syrischen Bevölkerung. Ihre Berichterstattung, z.B. über den „bösen Assad“ oder die „Giftanschläge auf die syrische Bevölkerung“, widerlegt die Medienberichte westlicher Medien. Welche Bedeutung haben wohl die weiterhin geltenden westlichen Sanktionen in dem Wiederaufbauprozess des vom Krieg und Terror gezeichneten Land? Sehen Sie selbst, was die Syrer Eva Bartlett über den „Hungertod“ in Madaya berichtet haben.

Spiel im Schatten – oder die geheimen Strippenzieher der Wall-Street als die größten Kriegstreiber der Menschheit

veritas1_agents wkII pixabay


[Autor: Michel Veritas Quichotte]

Wäre es verfehlt zu behaupten: Im Mittelalter litten die Menschen unter der Pest, seit Anfang des 20. Jahrhunderts unter der Wall-Street?! Reichlich unverschämt, so etwas zu behaupten, da doch jeder weiß, dass die Welt ohne Captain America und seine Kumpels schon längst und gleich mehrfach von irdischen und außerirdischen Terroristen in die Luft gesprengt worden wäre.

Wer dem Autor angesichts dieses zugegeben etwas polemischen Einstiegs in diesen Beitrag jetzt sofort „revisionistische“ oder „schuldabwälzende“ Absichten unterstellen möchte, den frage ich: Wird irgendeine individuelle Schuld relativiert, wenn man nach den Kräften fragt, die Hitler und dem Nationalsozialismus den Weg bereitet haben?

Das Richten überlässt der Autor gerne dem lieben Gott bzw. dem Jüngsten Gericht, da dieses Gericht wohl über mehr Information und Sachkompetenz verfügen wird als jeder Historiker, da er nicht über den Nächsten richten darf und möchte. Aber wenn er in der Wahrheit leben will, dann muss, darf und will er Fragen stellen, gerade dann, wenn sie im Mainstream nicht auftauchen.

Es sei vorweggenommen: Das offizielle Geschichtsbild muss in wesentlicher Hinsicht ergänzt und damit „revidiert“ werden, damit das Gesamtbild der Ursachen der beiden großen Weltkriege des 20. Jahrhunderts endlich weniger lückenhaft wird. Diese Aufgabe ist von allergrößter Wichtigkeit, wenn die Katastrophe weiterer militärischer Konflikte und insbesondere eines weiteren Weltkriegs abgewendet werden soll. Zu lange haben sich regelrechte Schattenwesen im Dunkel der Geschichtsschreibung versteckt, nachdem sie zuvor selbst systematisch alle für sie kontrollierbaren Scheinwerfer umgedreht haben, die diese Schattenreiche ausleuchten könnten.

Wer einen gebildeten Zeitgenossen darauf hinweisen möchte, dass es durchaus lohnenswert ist danach zu fragen, ob die Bewegung des Nationalsozialismus nicht von Anfang an nicht nur „auch“, sondern insbesondere durch mächtige ausländische Geldgeber finanziert worden ist, der wird wohl nicht selten mit dem schon reflexartig erhobenen Einwand (in Verbindung mit einem erhobenen Zeigefinger) konfrontiert werden, dass man bei solchen Überlegungen doch auf keinen Fall die deutsche Schuld für die vielen Kriegsverbrechen im 2. Weltkrieg vergessen dürfe. Bitte doch immer bei der deutschen Schuld anfangen, immer, so haben wir es schon in der Schule gelernt. Nachdem man dann das Mantra „Wir Deutschen sind schuld“ mindestens 10 x aufgesagt hat, dann darf man sich vielleicht auch fragen, ob auch bei Nicht-Deutschen vielleicht ein kleines bisschen Schuld zu finden ist, zumindest ein klitzekleines bisschen.

Schließlich gingen viele deutsche Städte – nicht unbedingt die Werkshallen, an denen US-amerikanische Unternehmen beteiligt waren – mit unzähligen unschuldigen Menschen in Flammen auf, und viele andere Verbrechen an Deutschen – auch nach dem 2. Weltkrieg – würden ebenfalls eine umfassende Würdigung und Verankerung im öffentlichen Bewusstsein verdienen.

Aber es geht in diesem Beitrag nicht um die Folgen des 2. Weltkriegs, in dem die Gesetze der Menschlichkeit immer wieder suspendiert worden sind, sondern um seine wahren Ursachen.

Es bestehet auch keine wirkliche Gefahr, der Deutsche könne vergessen, welche Schuld viele seiner Vorfahren vor Gott und den Menschen auf sich geladen haben, besteht aktuell wohl kaum: Der Deutsche hat von Kind auf gelernt, nicht nur für die Gräuel der Konzentrationslager, sondern im Grunde für alle Übel des 20. Jahrhunderts verantwortlich zu sein. Die „Schuld“ des 1. Weltkrieges wurde ihm schon (ohne offizielle Klärung der Schuldfrage) angelastet, und die alleinige Schuld am Aufstieg Hitlers und am Ausbruch des 2. Weltkrieges (diesmal auch mit den Nürnberger Prozessen) sowieso.

Es wurde bereits gewürdigt, dass das Deutsche Reich der Jahre 1871 bis 1918 für den Ausbruch und die Fortsetzung des 1. Weltkrieges nicht verantwortlich gemacht werden kann:

https://www.nachrichtenspiegel.de/2019/02/16/die-geschichte-des-1-weltkrieges-als-urkatastrophe-des-20-jahrhunderts-hatte-ganz-andere-ursachen-und-verantwortlichkeiten-als-es-die-etablierte-hochschulwissenschaft-jahrzehntelang-behauptet-hat/

In der Tat dürfte es in Kreisen des rituellen Missbrauchs einem alten Ritual entsprechen, den niedergeschlagenen Opfern auch noch einzureden, in Wahrheit doch selbst für die erlebte Vergewaltigung verantwortlich zu sein. Wenn die Widerstandskraft eines Landes erst einmal gebrochen ist, dann werden auch seine eigenen Historiker und Beamten in den Kultusministerien den Schülern und Studenten die Geschichte lehren, die von den Siegern geschrieben worden ist, so lange, bis jeder diese Geschichte glaubt, und wenn auf Seiten der Sieger nahezu die ganze Welt eingespannt worden ist, dann wird es auch außerhalb der besiegten Nation schwierig werden, überhaupt noch einen Historiker zu finden, der dem offiziellen Narrativ von der alleinigen deutschen Schuld widersprechen würde.

Abermals: Jedes Schulkind hatte schon ausgiebig Gelegenheit, die unfassbaren Verbrechen von SS und Wehrmacht vor und während des 2. Weltkrieges zu reflektieren. Wohl niemand wird dementieren, dass es diese Verbrechen gab und die Erinnerung an solche Ereignisse und ihre Ursachen aufrecht erhalten werden muss, damit sie sich nicht mehr wiederholen. Genau aus diesem Grunde wurde dieser Beitrag verfasst. Die Strukturen, die für solche zivilisatorischen Katastrophen verantwortlich sind, bestehen immer noch, und bis in die Gegenwart hinein sind Kriege aus rein wirtschaftlichen Gründen geführt worden, alle möglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit inklusive. Der schmutzige Krieg gegen Syrien ist dafür ein hervorragendes und zugleich unendlich trauriges Beispiel.

Für besseres Verständnis der Ereignisse des 20. Jahrhunderts und für die Lösung der Probleme der Zukunft ist es somit dringend geboten, sich der Frage zu stellen, welche Kräfte seinerzeit maßgeblich den rasanten Aufstieg Hitlers vom vormaligen Bewohner einer Obdachlosenunterkunft zum zeitweise mächtigsten Mann Europas ermöglicht haben und mit warum – mit welchem Ziel – dieser Aufstieg gefördert worden ist.

Nur sehr wenige Historiker sind dieser Frage nachgegangen, jedenfalls „offiziell“ durch die Veröffentlichung fachwissenschaftlicher Beiträge, und wenn sie dies taten, so war dies ihrer Karriere und ihrem Ansehen in der Fachwelt nicht gerade förderlich. Ein Historiker, der den Mut hatte, sich dieser Aufgabe zu stellen, war Antony C. Sutton, an dessen Werk mit diesem Beitrag erinnert werden soll, da seine Erkenntnisse nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Von seinen drei Büchern über die „Schattenspiele“ der Wall Street:

„Wall Street and the Rise of Hitler“,

„Wall Street and FDR (= Franklin D.Rosevelt, 32. Präsident der USA von 1933 bis 1945)“ und  „Wall Street and the Bolshevik Revolution“

liegt nur das erstgenannte mit dem Titel „Wallstreet und der Aufstieg Hitlers“ in deutscher Übersetzung vor.

Sutton nennt viele Namen von Privatpersonen und Firmen, zeigt die Verflechtungen von US-Firmen mit deutschen Firmen ab den 20er Jahren bis Kriegsende auf, folgt den Spuren des Geldes und dem Transfer von kriegswichtigem Knowhow an deutsche Firmen und verweist hierzu auf zahlreiche eindeutige Beweismittel, so dass er u.a. zu folgenden Schlussfolgerungen gelangt:

1.

Die Wallstreet hat die deutschen Kartelle, insbesondere die IG Farben, seit Mitte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts finanziert, die wiederum Hitler mit an die Macht brachten. Der deutsche Chemiekomplex IG Farben war am Vorabend des 2. Weltkrieges „das größte Unternehmen der Welt zur Herstellung von Chemikalien, mit einer außergewöhnlichen politischen und wirtschaftlichen Macht und Einflussnahme innerhalb von Hitlers nationalsozialistischem Staat. …. Ohne das von der Wall Street gelieferte Kapital hätte es in erster Linie gar keine IG Farben gegeben und fast sicher nicht einen Adolf Hitler und einen zweiten Weltkrieg.“ (Sutton, ebenda, S. 35)

2.

Die Finanzierung Hitlers und seiner NS- und SS-Schergen entsprang zum Teil den Partner- und Tochterfirmen von US-Firmen, wozu Zahlungen von IG Farben, Generel Electric (AEG), Tochterfirmen der Standard Oil of New Jersey und ITT an den Freundeskreis Heinrich Himmler bis in das Jahr 1944 hinein zählten. Henry Ford unterstützte Hitler bereits im Jahre 1922.

3.

Die unter der Kontrolle der Wall Street stehenden multinationalen US-Firmen zogen gewaltige Gewinne aus Hitlers militärischem Aufbauprogramm der 30er Jahre (bis mindestens 1942).

4.

Die Wallstreet-Banker nutzten ihren politischen Einfluss in den USA, um ihre Kollaboration mit Hitler-Deutschland während des Krieges zu verschleiern und unterwanderten zu diesem Zweck den US-Kontrollrat für Deutschland.

Sutton stimmt mit dem Historiker Caroll Quigley darin überein, dass das von den Vertretern der angloamerikanischen Hochfinanz geschaffene System nicht weniger war (Zitat) „als die Schaffung eines Weltsystems der finanziellen Steuerung in privaten Händen zur Beherrschung des politischen Systems eines jeden Landes und der Wirtschaft der Welt als gesamter“. (Sutton, ebenda, S. 29).

Hierzu führt Sutton weiter aus (Zitat):

„Dieses Feudalsystem funktionierte in den zwanziger Jahren, so wie es heute funktioniert, durch das Medium der privaten Zentralbankiers in jedem Land, die die Geldschöpfung der Wirtschaft des jeweiligen Landes steuern. Während der zwanziger und dreißiger Jahre übten das New Yorker Federal Reserve System, die Bank of England, die deutsche Reichsbank und die Banque de France mehr oder weniger indirekten Einfluss auf den politischen Apparat ihres jeweiligen Landes durch die Steuerung der Geldmenge und der Gestaltung der monetären Gesamtumstände aus. Ein direkterer Einfluss wurde durch die Bereitstellung oder Entzug politischer Fonds  für Politiker und politische Parteien ausgeübt. In den Vereinigten Staaten gab beispielsweise Präsident Herbert Hoover 1932 dem Entzug der Unterstützung seitens der Wall Street und deren Umschalten auf Finanzierung und Beeinflussung Franklin D. Roosevelts die Schuld an seiner Niederlage.

Politiker, die für die Ziele des Finanzkapitalismus zugänglich sind, und Wissenschaftler, die reichlich Ideen zur Beherrschung der Welt produzieren, wie sie den internationalen Bankiers nützlich erscheinen, werden durch ein System der Belohnung und Strafe bei der Stange gehalten. Anfang der dreißiger Jahre war die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel / Schweiz das führende Vehikel dieses internationalen Systems finanzieller und politischer Steuerung, das Quigley als „die Spitze des Systems“ bezeichnete. Die BIZ-Spitze setze ihre Arbeit während des Zweiten Weltkrieges als Medium fort, durch das die Banker – die anscheinend nicht gegeneinander im Krieg standen – einen gegenseitig nutzbringenden Austausch an Ideen, Informationen und Plänen für die Nachkriegswelt fortsetzen konnten.“(Sutton, ebenda, S. 29).

In jedem Land dieser Erde, in dem es ein Strafrecht gibt, werden nicht nur die Täter, sondern auch alle Mittäter, Anstifter und Gehilfen bestraft, stets abhängig von ihrem Tatbeitrag.

Auch wird sich die Strafrechtspflege überall dafür interessieren, ob ein Täter, wenn er nicht bloß aus eigenem Antrieb gehandelt hat, vielleicht sogar kriminelle Strukturen eingebunden ist und wie diese Strukturen beschaffen sind.

Warum wurden diese Fragen nicht bei der Aufarbeitung des 2. Weltkrieges gestellt?

Bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wurden die deutschen und nicht die amerikanischen Mitglieder des Vorstands der amerikanischen Konzerne verurteilt (Sutton, ebenda, S. 49), so dass Sutton feststellt (Zitat):

„Wenn die Direktoren eines Großunternehmens für die Aktivitäten des Unternehmens gemeinsam verantwortlich sind, dann hätten auch die amerikanischen Direktoren zusammen mit den deutschen Direktoren in Nürnberg verurteilt werden müssen – das heißt, wenn der Zweck der Prozesse darin bestand, die Kriegsschuld zu ermitteln. Wenn allerdings der Zweck der Prozesse darin lag, die Aufmerksamkeit von der amerikanischen Verwicklung in die Machtergreifung Hitlers abzulenken, dann haben sie natürlich ihr Ziel sehr erfolgreich erreicht.“

Der große Nachteil einer derart selektiven Aufarbeitung der Geschichte und Bestrafung der beteiligten Täter besteht freilich auch darin, dass die Frage offen bleibt, warum die angloamerikanische Hochfinanz Hitler überhaupt aufgebaut hat. Die Antwort auf die Frage dürfte sich aber aus der Würdigung dessen ergeben, was Hitlers – gemeinhin bekannten – Pläne waren und wie der Krieg verlaufen ist:

Hitler wollte Lebensraum im Osten schaffen und den Kommunismus zerschlagen.

Es dürfte ebenfalls im Interesse der Wall Street Banker gelegen haben, den Kommunismus der UdSSR zu zerschlagen und eine direktere Kontrolle über dieses riesige Land und seine Reichtümer zu erlangen.

Denn genau aus diesem Grunde hat das US-Imperium in den letzten Jahrzehnten einen „Regime-Change“ nach dem anderen herbeigeführt, so wie dies aktuell wieder einmal vor den Augen der ganzen Welt ganz offen in Venezuela versucht wird.

Und zu diesem Zweck hat sich die angloamerikanische Hochfinanz dann des Werkzeugs „Nationalismus“ mit einem äußerst radikalen Außenseiter wie Hitler bedient. Ein anderer radikaler Fanatiker hätte es sicherlich auch getan, wenn sich seine Interessen nur den Interessen der Hochfinanz eingepasst hätten.

Natürlich ist ein Weltkrieg auch ein phantastisches Geschäft für alle Banken und Firmen, die Produkte herstellen oder Leistungen anbieten können, die ein Land oder gar einen ganzen Kontinent zerstören und dann wieder aufbauen können. Aber wer von der Weltherrschaft träumt, der will Kontrolle über alles und jedes. Und dieses Ziel sollte offensichtlich über den 2. Weltkrieg und die Errichtung totalitärer Systeme errichtet werden, die letztlich nur an den Strippen der unter der Kontrolle der Hochfinanz stehenden Banken und Firmen stehen.

Ist dieser Beitrag nun „antisemitisch“, weil er die Machenschaften der Hochfinanz geißelt? Dieser Gedanke soll schon jetzt wie folgt zurück gewiesen werden:

Dieser Beitrag fragt nicht danach, welcher Religion die Männer angehört haben, die die beiden Weltkriege aus rein finanz- und machtpolitischen Gründen losgetreten haben. Zu den Förderern von Hitler gehörten Personen wie Henry Ford, die für ihren Antisemitismus bekannt sind. J.P. Morgan und John D. Rockefeller waren ebenfalls keine Juden.

Nach der Überzeugung des Autors glauben Menschen, die aus rein machtpolitischem und wirtschaftlichem Kalkül einen Weltkrieg initiieren und damit unendliches Leid über Millionen Menschen bringen können, mit absoluter Gewissheit nicht an denjenigen Gott, der in allen Religionen und Hochkulturen aufgrund von Attributen wie unendlicher Liebe und Gnade verehrt wird. Das heißt aber nicht, dass diese Herrschaften an gar keinen Gott glauben – es gibt ja bekanntlich auch dunkle Götter. Die genannten Plutokraten sind ohne jede Empathie und haben ihre Seele offenbar an den Satan des Geldes verkauft und glauben an gar nichts – sofern sie nicht explizit dunklen Kulten angehören wie zuletzt der Eliten-Bankier Ronald Bernard berichtet hat-, so dass es überhaupt keine Rolle spielt, ob diese Personen auch noch die Dreistigkeit besitzen, sich als Angehörige einer Glaubensgemeinschaft zu bezeichnen, die den Menschen den spirituellen Weg zum Gott der Nächstenliebe aufzeigen will.

Da wir für die dunkle „Religion“, der die von R. Bernard beschriebenen Finanzplutokraten huldigen, im Duden bzw. Wikipedia noch keine passende Bezeichnung finden, nennen wir sie vorläufig vielleicht einfach „Anti-Essener“. Denn den Grundsatz der Essener: „Darum sage ich euch, verschwendet keinen Gedanken daran, weltliche Güter anzuhäufen, Besitz, Gold und Silber, denn dies bringt nur Verderben und Tod.“ (Quelle: Dr. E. Bordeaux Székely, Schriften der Essener – Buch 2, S 81) haben die „Anti-Essener“ in ihr Gegenteil pervertiert und suchen geradewegs durch das Geschäftsmodell „Verderben und Tod“ weltliche Güter und Reichntum anzuhäufen.

Es ist verdienstvoll, wenn Autoren über die illegalen Kriege der NATO und wichtige Beiträge zur Aufklärung der Ursachen von Kriegen und Weltkriegen beisteuern. Aber diese Bemühungen müssen dazu führen, allen Menschen zu verdeutlichen, dass die Welt neue, menschliche Strukturen in der Welt der Wirtschaft und Finanzen braucht.

Es entspricht keiner Ideologie, sondern schlicht gesundem Menschenverstand und einer Würdigung der wahren Geschichte der Kriege der letzten Jahrhunderte, wenn man fordert:

Keine Gesellschaft darf zulassen, dass zentrale Bereiche der Wirtschaft und der Daseinsvorsorge in private Hände geraten, so dass einzelne Private so viel Vermögen aufbauen können, dass sie – und sei es auch nur auf kommunaler Ebene – die Kontrolle über die Einrichtungen erlangen können, die von den Menschen dazu bestimmt worden sind, ausschließlich dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen.

Die zinsbasierten Zentralbanken waren übrigens bei der Erschaffung der Welt noch nicht vorhanden, sie kamen erst sehr viel später.

So wie die im Mittelalter revoltierenden Bauern unter Bezugnahme auf die Bibel die Frage stellten:

„Als Adam grub und Eva spann,
wer war da der Edelmann?“

So ließe sich im Hinblick auf die Entwicklung der Welt in den letzten Jahrhunderten aktuell die Frage stellen:

„Als Adam grub und Eva spann,
wo war denn da der (Zentral-)Bankkaufmann?“

Es ist also höchste Zeit, dass die Menschen offen diskutieren, wie man nicht nur die Wirtschaft, sondern die gesamte Gesellschaft gestalten sollte, damit wirksam verhindert werden kann, dass die Entscheidung über Wohl und Wehe ganzer Völker nicht in der Hand einiger weniger Superreicher liegt, über deren wahres Wirken niemand wirklich Bescheid weiß und die von niemandem gewählt und legitimiert worden sind.

 


Bild: pixabay / CC0

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