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Grüne Eier ohne Schinken

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Vaterlandsverräter (Dokumentation Arte vom 20.03.2013)

Paul Gratzik war Arbeiterschriftsteller und 20 Jahre lang IM bei der DDR-Staatssicherheit. Doch Mitte der 80er Jahre verweigerte er die Mitarbeit und enttarnte sich selbst. Sein wechselvolles Leben ist eine Geschichte, wie sie so – mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR – noch nicht erzählt worden ist.

Quelle

Papa ist im Krieg – offener Brief an die ARD – Update

Sehr geehrte Fr. Dr. Knobel-Ulrich,
sehr geehrte Programmdirektion der ARD,

vorhin habe ich den Beitrag „Papa ist im Krieg“ angesehen und möchte Ihnen kurz meine Gedanken dazu mitteilen. Mein Fazit nehme ich vorweg: es handelt sich bei diesem als Dokumentation etikettierten Machwerk um nichts anderes als billige Kriegspropaganda.

Eine Homestory über Soldaten der Bundeswehr im Afghanistaneinsatz und deren Familien ist ein ganz klar subjektiver, eingeengter und vor allem emotional aufgeladener Blickwinkel, den der Zuschauer nachvollziehen, ja, nachfühlen soll. Mit einer sachlichen Dokumentation des Themas hat diese Story also schon konzeptuell nichts zu tun.

Die Interviews mit den Familien / Hinterbliebenen sind größtenteils oberflächlich oder belanglos (es wird z.B. erzählt, dass Nudeln mit Tomatensoße nach Afghanistan geschickt wurden). Allerdings finden sich immer wieder propagandistische Elemente, die dem empathisch, nicht intellektuell, involvierten Zuschauer als untergejubelt werden: ein Soldat erzählt, wie gut es die Familie in Deutschland doch hat, Hinterbliebene dürfen erzählen, wie ehrenhaft es doch war, dass der Getötete „seine Kameraden nicht im Stich gelassen hat“ etc. etc. Überzeugend sollen diese Sichtweisen dadurch wirken, dass sie von direkt Betroffenen geäußert werden. Auch die unsägliche Behauptung, die Freiheit Deutschlands werde am Hindukusch verteidigt, ist wort-wörtlich im Beitrag enthalten. Zudem gibt es hinreichend Szenen, die vor Pathos nur so triefen: die Heimkehr zur schwangeren Frau (wo impliziert wird, dass dem ehrenhaften Deutschen das Vaterland vor Frau und Kind gehe), die Ehrung der „Gefallenen“ durch den ehem. Verteidiungsminister und mutmaßlichen Betrüger zu Guttenberg, die Videokonferenz von Familien mit ihren Angehörigen im Einsatz…

Alles in allem erinnert „Papa ist im Krieg“ an eine dem Zeitgeist angepasste „Deutsche Wochenschau“, deren Zielgruppe eine Bevölkerung ist, die salopp gesagt keinen Bock auf diesen Krieg hat. Denn es ist auch auffällig, was in diesem ganzen Film nicht vorkommt: ein einziges Zitat, in dem jemand den Schmerz, die Sinnlosigkeit, dieses Krieges anspricht. Nach seinen toten Kameraden befragt meint ein Heimkehrer nur, er wolle darüber jetzt nicht sprechen; diese Szene suggeriert dem Zuschauer, das Schweigen bezüglich der genannten Themen zu brechen sei den Soldaten gegenüber aufdringlich und daher unangebracht. Goebbels wäre stolz gewesen.

Ein weiteres Indiz, wes Geistes Kind dieser Beitrag ist, findet sich im Ankünder der ARD (http://programm.ard.de/TV/daserste/papa-ist-im-krieg/eid_281066330856074), wo Deutschland gleich zweimal als „Heimatfront“ bezeichnet wird. Zwar ist der Begriff durch Gänsefüßchen markiert, doch auch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Zuschauer als Teil dieser Front begreifen soll — denn eine andere Bezeichnung für Deutschland findet sich dort schlicht nicht. Aus dem zugehörigen Wikipedia-Artikel zitiert: „Der Begriff [Heimatfront] wurde […] propagandistisch genutzt, um dem deutschen Volk zu suggerieren, dass die Kooperation auch von Zivilisten für den Kriegserfolg entscheidend wäre, und um die Anstrengungen der Bevölkerung als militärisch bedeutsam darzustellen. Dadurch ist das Wort Heimatfront negativ belegt, und wird außerhalb des Zusammenhangs mit dem Zweiten Weltkrieg normalerweise nicht verwendet.“ Danke an die ARD also für diesen Dammbruch und die offene Erklärung, als was ihr euer Publikum offenbar betrachtet.

An die ARD: Sollte euch das Wohl der deutschen Soldaten tatsächlich so stark am Herzen liegen wie ihr vorgebt, dann klärt über die Hintergründe des Krieges auf, erklärt, warum Deutschland nicht von der Maas bis an die Memel und schon gar nicht bis an den Hindukusch reicht; macht klar, dass die deutschen Staatsbürger in Uniform, die für die Landesverteidigung einstehen, nicht in einem sinnlosen imperialen Krieg wie Bauern auf dem Schachbrett verheizt werden sollen! Zudem fordere ich Sie auf zu erklären, wie diese Quatsch-Sendung dem öffentlich-rechtlichen Auftrag gerecht wird und woher der hanebüchene Ankünder stammt, über den ich mich jetzt noch ärgere.

An die Autorin: Da Sie
1) schon verschiedentlich negativ aufgefallen sind (ich verweise auf folgende offenen Briefe:
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/harry/view.asp?ID=1534
und
http://das-kleine-nachtbuechlein.blog.de/2008/05/25/offener-brief-an-frau-dr-rita-knobel-ulr-4221915)

2) als freie Journalistin, wie ich Ihrer Homepage entnehme, für Beiträge angemietet werden können

3) bei der Produktion weitläufigen Zugang zu Bundeswehr-Zugehörigen und -Anlagen hatten und somit eine Unterstützung durch die Truppe Operative Information der Bundeswehr vermutet werden kann

fordere ich Sie hiermit auf, zu erklären, ob es sich bei „Papa ist im Krieg“ um eine Auftragsarbeit handelt und ob Andere als Sie Einfluss auf Inhalt und Konzept der Sendung genommen haben.

Hochachtungsvoll

Klingelhella

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Update:

Hier der Beitrag. Zum Jubeln oder zum Ärgern.

Der Name desjenigen, der ihn dort eingestellt hat – „Soldatenglück“ – spricht Bände. Glück ist also wenn man Menschen erschießen darf?
Ich würde nicht mit meiner Restfamilie auf die Rückkehr eines ausgebildeten Mörders warten sondern ganz schnell das Weite suchen und hoffen, daß er mich nicht findet.

Und natürlich ist er auch auf der Bundeswehr-Internetseite zu finden…

Sendung am Donnerstag, 17.02.2011, 20.15 bis 21.00 Uhr/Hat die Diakonie eine Doppelmoral?

Sendung am Donnerstag, 17.02.2011, 20.15 bis 21.00 Uhr

Bis zu 80.000 Mitarbeiter sind bundesweit nicht direkt in den diakonischen Einrichtungen, sondern bei Tochter- oder Zeitarbeitsfirmen angestellt. In Baden-Württemberg, so schätzen Mitarbeitervertreter, rund 6.000. Die Diakonie hält dagegen: knapp 1.900. Dort verdienen sie oft Hungerlöhne, kritisieren Mitarbeitervertreter, von denen die Beschäftigten nicht leben können, wie Sabine K., die in unserem Film darüber berichtet.

„Es gibt keine Schweinerei von prekärer Arbeit, die in der Diakonie nicht praktiziert wird“, sagen Mitarbeitervertreter. Die Diakonie hält dagegen: „Wir wenden Tarifverträge an“. Das gilt aber nicht dort, wo Mitarbeiter nicht direkt bei der Diakonie angestellt sind: da wird das Arbeitsverhältnis schnell schwierig und ein „Vergelt’s Gott!“ solls ausgleichen.

Quelle

Siehe dazu auch : Das perfide Geschäft mit der Armut

Alpha 07

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Stuttgart. 2017.

Deutschland hat sich verändert. Überwachung ist allgegenwärtig und Nacktscanner sind Alltag. Doch darüber regt sich niemand mehr auf. Im Namen der Sicherheit sind alle bereit zurück zu stehen.

Doch die Möglichkeiten, die die Gehirnforschung nun eröffnet und die Politiker zur weiteren Überwachung nutzen wollen, machen den Menschen Angst.

In Stuttgart steht die Entscheidung über den Blick ins Hirn der Bürger an. Flächendeckend. Mit der Einführung der Brainscanner…“

Eine Fernsehserie, die sich kritisch mit dem ausufernden Überwachungsstaat auseinandersetzt. Und das im öffentlich Rechtlichen. Momentan im SWR und auf der Webseite der Serie zu bewundern. Und zusätzlich ein Haufen angeschlossener Webseiten, ein Youtube Channel, Facebook (*brrr*), Blogs der Hauptdarsteller (in ihrer Rolle), Werbung der an der Entwicklung der „Brainscanner“ beteiligten Firma und eine Band der Zukunft, die Musik der 90er Jahre macht.

„“Alpha 0.7 – Der Feind in dir“ ist im Kern eine sechsteilige TV Serie um Johanna Berger, deren Leben nach dem Umzug nach Stuttgart und dem Beginn ihres neuen Jobs aus den Fugen gerät. Doch Alpha 0.7 ist mehr. Im Internet wird über Blogs, Webseiten und Filme die Welt von 2017 lebendig, die Figuren greifbarer. Das Internet wird zur eigenen Erzählung, mit den Figuren, die man in der TV Serie erlebt und deren Geschichten auch im Radio in unterschiedlichen Formen präsent sind. Und auch im Leben kann einem Alpha 0.7 begegnen: Die Band von apollon aus dem Jahr 2017, crash:conspiracy tritt bereits heute als Act der Zukunft auf und ihre Musik ist heute schon präsent…“

Bei dem Werbevideo der „Protecta Society“ musste ich zwar wehmütig an die eigentlichen Höhepunkte der Robocop Serie (die Filme, nicht die unsägliche Fernsehserie) denken: die eingeblendeten Werbungen und Nachrichtenausschnitte, die die Betreiberfirma von Robocop betreffen. Da waren „Profis“ am Werk. Und über die Band mag ich hier nicht sprechen, ist halt wie in der Mode: wenn einem nichts neues mehr einfällt wird halt Kram aus dem letzten Jahrhundert ausgegraben. Aber die Webseite des Neurowissenschaftlichen Pre-Crime-Centers ist toll gemacht (nein, nicht das Aussehen, die Inhalte).

Im Internet kann man sich die Serie anschauen. Oder im Dezember im ZDF, sofern nicht irgendein Politiker geheime Pläne des Bundesinnenministeriums in der Serie entdeckt und die Ausstrahlung verhindert.
Vielleicht bringt es den einen oder anderen dann doch noch zu Nachdenken.

Links:
Alpha 07 – der Feind in dir
Das Neurowissenschaftliche Pre-Crime-Center
Protecta Society

Das Copyright der beiden Logos liegt beim SWR

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