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Das Schlachtschiff der Süddeutschen feuert weiteren Torpedo auf die Zivilgesellschaft ab …

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„Die angestellten Meinungsäußerer werden für Sich-Gehen-Lassen bezahlt, und sie nehmen den Job an.“
(Peter Sloterdijk)

In einer Zeit, in der es nicht nur für Whistleblower auf der ganzen Welt kaum noch einen sicheren Ort gibt und sogar bei Kabarettisten und Karikaturisten umgehend der Kopf rollt, wenn sie sich nicht an die vom „rülpsenden Konsensmoloch“ (©Wolf Reiser) verordnete Political Correctness halten, haben Milosz Matuschek und Gunnar Kaiser einen Appell für freie Debattenräume und gegen Cancel Culture veröffentlicht:

„Absagen, Löschen, Zensieren: seit einigen Jahren macht sich ein Ungeist breit, der das freie Denken und Sprechen in den Würgegriff nimmt und die Grundlage des freien Austauschs von Ideen und Argumenten untergräbt. Der Meinungskorridor wird verengt, Informationsinseln versinken, Personen des öffentlichen und kulturellen Lebens werden stummgeschaltet und stigmatisiert.

Wir erleben gerade einen Sieg der Gesinnung über rationale Urteilsfähigkeit. Nicht die besseren Argumente zählen, sondern zunehmend zur Schau gestellte Haltung und richtige Moral. Stammes- und Herdendenken machen sich breit. Das Denken in Identitäten und Gruppenzugehörigkeiten bestimmt die Debatten – und verhindert dadurch nicht selten eine echte Diskussion, Austausch und Erkenntnisgewinn. Lautstarke Minderheiten von Aktivisten legen immer häufiger fest, was wie gesagt oder überhaupt zum Thema werden darf. Was an Universitäten und Bildungsanstalten begann, ist in Kunst und Kultur, bei Kabarettisten und Leitartiklern angekommen (…)“
(ganzer Appell und Unterschriftenliste siehe https://idw-europe.org/ )

Wer denkt, dass in einer Zeit zunehmender Gesinnungsdiktatur nun jeder Vertreter der schreibenden Zunft aufatmen und diesen couragierten Appell freudig unterzeichnen wird, hat leider weit gefehlt. Erwartungsgemäß dauerte es nicht lange, bis die angesprochenen Meinungswächter-Institutionen standesgemäße Vertreter losschicken, um jene Ketzer wider die Polical Correctness einer Inquisition zu unterziehen. Abgefeuert wird der Torpedo wieder einmal von einem der üblichen Zerstörer, die die Hoheit über die neoliberalen Gewässer sichern: Der Südtäuschen Zeitung (siehe sueddeutsche.de).

Für das Rettungsschlauchboot, auf das der SZ-Torpedo nun zurast und an das sich zahlreiche kurz vorm Ertrinken stehende Freigeister klammern, stehen die Chancen schlecht. Auch wenn es wieder einmal billiges Schießpulver bzw. Niespulver ist, mit dem dieser Torpedo gefüllt ist und ein rostiger Propeller, der ihn antreibt – aber seine Reichweite ist enorm. Kaum jemand, der von einem solchen Torpedo bisher ins Visier genommen wurde, konnte ihm entkommen. Aber vielleicht schaffen wir es ja, ihn rechtzeitig zu entschärfen, bevor er detoniert. Auch auf die Gefahr hin, dass wir dabei nass werden.

Es ist wirklich ziselierter Verknorksungsgewinde-Schampus vom Feinsten, mit dem die guten & gernen SZ-Journalisten Philipp Bovermann und Felix Stephan da einen für die freie Zivilgesellschaft eigentlich überlebenswichtigen Appell zuzuschäumen versuchen. Noch bevor dem SZ-Leser erklärt wird, was an dem Appell von Matuschek und Kaiser so verwerflich sei, wird in den einleitenden Sätzen der Gegenschrift sogleich vorausgeschickt, dass der Appell „obskur“ und „alarmistisch“ sei. Also Vorsicht. Obskuriantismus und Alarmismus sind in einer Welt, die vom Guten, Gernen und obendrein Alternativlosen geleitet ist, doch bekanntlich Untugenden allerhöchsten Grades. Wir könnten uns jetzt ganz entspannt der digitalen Transformation und dem bereits am Horizont ersichtlichen strahlenden Paradies anheimgeben (siehe „Auf die Knie vor Gott KI“), und da wollen tatsächlich ein paar Querköpfe – jetzt hätte ich fast ‚Querdenker‘ geschrieben und wäre damit schon ins Fettnäpfen getreten, aus dem man mich nicht mehr herausließe – auf Alarmismus machen? Wie uncool.

Zum Glück wird dieser Alarmismus von den SZ-Qualitätsjournalisten auch sogleich professionell in die Schranken gewiesen:

“Die alarmistische Theatralik … es natürlich zur Freiheit der Veranstalter und Buchhändler gehört, ihre Programme und Sortimente so zu gestalten, wie es ihnen beliebt. … Die Urheber der deutschen Variante sind allerdings bekannte Köpfe der rechtskonservativen Infosphäre, zu deren Beruf es gehört, hinter jeder Ecke politische Korrektheit und Moralterror zu vermuten und sich umstellt zu fühlen von linksradikaler Gesinnungsinquisition.”

Weiteres Highlight aus der SZ-Gegenschrift: Die von Matuschek und Kaiser kritisierte Entfernung von politisch inkorrekten Karikaturisten sei gar keine Zensur.

„Die „zensierten Karikaturisten“ beziehen sich möglicherweise auf den Fall des ehemaligen SZ-Karikaturisten Dieter Hanitzsch, der heute an anderer Stelle publiziert, also keineswegs zensiert wurde.“

Nun, dann ist ja alles in Butter. Wer nach politisch inkorrekter Meinungsäußerung abmontiert wurde, der kann ja – anderswo publizieren. Verstehe auch nicht, was Uwe Steimle für ein Problem mit seinem Rauswurf beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk MDR hat. Er kann ja jetzt anderswo auftreten. Wir leben doch in einem freien Land, wo jeder machen kann was er will.

Überhaupt fordere der Appell „nichts ein, das es nicht schon gäbe“. Und es nach Ansicht der Qualitätsjournalisten „natürlich zur Freiheit der Veranstalter und Buchhändler gehört, ihre Programme und Sortimente so zu gestalten, wie es ihnen beliebt.“ Tja, was soll man diesen entwaffnenden Argumenten noch entgegensetzen?

Wenn der Appell also nichts enthält, was es „nicht schon gäbe“, warum stört sich dann ein Medienkonzern wie die SZ daran? Und lässt wertvolle Humanressourcen dafür aufwenden, um die zahlreichen Mitunterzeichner des Appells telefonisch zur Rechenschaft zu ziehen, warum sie ihn unterschrieben hätten. Dass der solcherart zur Rechenschaft gezogene Soziologe Hartmut Esser am Telefon erwidert, dass durch eine solche Frage der Vorwurf des Appells bestätig werde, dass inzwischen das Prinzip der „Kontaktschuld“ gelte, wird von den SZ-Journalisten mit Unbill konnotiert. Auch dass „die meisten Anfragen der SZ indes unbeantwortet blieben“. Umso mehr freut die investigativen Journalisten, dass der Filmemacher Alexander Kluge, nachdem er zur Rechenschaft gezogen wurde, nun beabsichtigt, seine Unterschrift wieder zurückzuziehen.

Auch das Totschlagargument, dass es „Rechte“ seien, die von einer Öffnung der Debattenkultur profitieren würden, darf nicht fehlen.

Über die beiden SZ-Qualitätsjournalisten, die hier die hohe Kunst des „Debunking“ zum Besten geben, würde Spiegel-Chefredakteur Ullrich Fichtner wohl Ähnliches sagen wie über seinen Redaktionshelden Relotius:

„Dieser Relotius liefert immer wieder hervorragende Geschichten, die wenig Arbeit und viel Freude machen. … Relotius ist ein besonders wertvoller Mitarbeiter … Er beherrscht die Form. Mit Witz. Und Tempo. Insgesamt ein Typ, dessen Eltern man gratulieren möchte zu ihrem gelungenen Sohn … Er nimmt Hinweise dankbar auf, verarbeitet Verbesserungsvorschläge in perfekter Manier, er setzt um, was Ressortleiter ihm raten.“ (Quelle: Spiegel).

Nach Aussage des Spiegel-Chefredakteurs sei Relotius „ein journalistisches Idol seiner Generation“. Nun, wie man sieht, mangelt es in der Tat nicht an Nachwuchstalenten, die die vorgenannten Qualitäten mitbringen.


 

P.S.:

Mancher mag sich ja die Frage stellen, wozu man denn jahrelang eine Journalistenschule besuchen muss, um dann Artikel schreiben zu können. Es beherrscht doch bereits jeder Schulabsolvent die Kulturtechnik des Schreibens und Sich-Artikulierens – und wie unzählige alte, junge und sogar sehr junge Schreiber in Zeiten des World Wide Web beweisen, oft in sehr viel erhellenderer und erfrischenderer Weise als die Absolventen sogenannter Journalisten-Akademien, die nach Erhalt ihres Diploms bei einem der etablierten Leitmedien angeheuert haben und dort in Sloterdijk’scher Manier ihr Handwerk verrichten.

Doch diese Frage ist genauso naiv wie wenn man meinte, dass man doch auch als Prostituierte keine Ausbildung brauche, sondern sogleich „loslegen“ könne. Denn man unterschätzt den Feinschliff und die Professionalität, die man sich als angehender Vertreter der schreibenden Zunft an solchen Akademien aneignet. Man ist nach solcher Ausbildung wirklich in der Lage, nicht nur mit Worten zu jonglieren wie ein Artist mit bunten Eiern, sondern man kann ebenso wie ein Hütchenspieler Wahrheit und Lüge dermaßen geschickt durcheinanderwirbeln, dass jeder ungeübte Passant, der diesem Spiel zuzieht, passen muss. Unter welchem der präsentierten Hütchen sich nun was befindet, weiß einzig der Jongleur.

Und der Jongleuer weiß auch, dass er sein Publikum nicht mit dilettantischem Betrug bzw. plumpen Lügen zum Narren halten kann. Die Kunst, die er präsentiert, muss schon ein gewisses Niveu und Unterhaltungswert haben. Sonst würde ihn das um ihr Geld betrogene Publikum mit nassen Tüchern davonjagen. Wer dem Publikum jedoch die notwendige Eloquenz und Raffinesse entgegenbringt – erhält Applaus und Bewunderung.  

Die ehemaligen Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Klinkhammer und Bräutigam haben das probate Rezept, mit dem der Medienkonsument gewonnen werden kann, bereits enthüllt: Durch eine wohlabgewogene Mischung aus Wahrheit und Falschinformationen:

<< Wenn ein Sender zu offensichtlich und zu ausschließlich die Unwahrheit sagt, fällt das irgendwann selbst dem Dümmsten auf. Der hört auf, dem Informanten zu vertrauen, schaltet ab und entzieht sich so weiteren Manipulationsversuchen. So ungeschickt verhält sich die ARD natürlich nicht. Sie möchte nachhaltig und möglichst unbemerkt verdummen. Sagen Sie nicht „Die Erde ist eine Scheibe“, sondern „Die Erde ist rund und Mittelpunkt unseres Sonnensystems“. Dann verleiht der richtige erste Halbsatz dem zweiten mehr Glaubwürdigkeit. Wussten Sie übrigens: Russland ist das größte Land der Erde und hat 2014 die Krim gewaltsam annektiert? >>

Ich habe im Nachgang noch kurz zu Philipp Bovermann, dem Autor  des vorgenannten SZ-Pamphlets recherchiert. Auf seiner SZ-Autorenseite ist über ihn zu lesen:

„… Seit 2016 an die SZ angedockt, zunächst als freier Autor. Geistert inzwischen als Volontär durch das Haus und die Themengebiete.“

Dieser Geisterfahrer geistert nun also als Volontär durch das Haus. Seit vier Jahren hat er schon angedockt und immer noch keine Festanstellung. Es mag sein, dass das Wort Volontär in der journalistischen Zunft eine andere Bedeutung hat. Aber in der Branche, in der ich tätig bin, ist ein Volontär jemand, der gratis oder gegen ein geringfügiges Taschengeld im Betrieb „schnuppert“ und Erfahrung sammeln darf. In einer Zeit, in der sich der Status und das Selbstbewusstsein eines Menschen wesentlich an seinem Einkommen bemisst, verdingt sich natürlich niemand wirklich gerne als Volontär. Trotzdem legen Volontäre oft mehr Fleiß an den Tag als Mitarbeiter mit Festanstellung. 40 – 60 Stundenwochen für Null oder einige wenige hundert Euro sind dabei keine Seltenheit. Viele Volontäre wohnen noch bei Mutti, können sich also ein Nulleinkommen leisten. Sie machen diese Schinderei auch nicht aus karitativen Motiven, sondern wissen: Wenn sie sich geschickt anstellen und die Erwartungen der Abteilungsleitung erfüllen, dann winkt vielleicht eine Festanstellung.

Könnte es sein, dass der Geisterfahrer Philipp in Zeiten von Prekariat und existenzieller Verunsicherung vielleicht auch eine Festanstellung anstrebt?

Foto: Torpedo/Pixabay/CC0


zum Weiterlesen (Nachrichtenspiegel):
Neulich mal wieder den Gulli-Deckel hochgehoben: Über Südtäusche Wasserleichen im Relotius-Narrenspiegel

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Ergänzung 06.09.2020, 12:10:

Auch der gute & gerne Jan Böhmermann hat sich mittlerweile in die Debatte eingeschaltet. Im Tagesanzeiger vom 06.09.2020 bezeichnet er „Cancel Culture“ und „Politische Korrektheit“ als „dümmliche Kampfbegriffe“. Ein Aufstehen gegen Cancel Culture hält er für entbehrlich. Ja wirklich, wo kämen wir denn hin, wenn wir einen politisch korrekten Sumpf, von dem Leutchen wie er maximal profitieren und Meriten ernten, nun trockenlegen?

 

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Ergänzung 07.09.2020, 11:50:

Stellungnahme / Interview mit dem Initiator des Appells, Milosz Matuschek
(Auszug):

Denn wir sehen ja in den USA, dass es da schon gar nicht mehr um wirklich problematische Persönlichkeiten geht, sondern dass inzwischen wirklich in der kleinsten Differenz darauf geachtet wird, dass man ganz genau den Ton der herrschenden Orthodoxie trifft.
(…)
Denn dann geht das in Richtung einer Art von „Omertà“ im Sinne eines Schweigens, dann ist quasi eine Art von Meinungskartell gegeben. Und ich finde, Aufgabe eines jeden Journalisten, eines jeden Künstlers muss es sein, diese Art von Konformitätsdrang zu zerstören und zu überwinden. Deshalb wollen wir mit unserem Appell auch das unselige Phänomen der Kontaktschuld abschaffen.
(…)
Der Cancel Culture geht es um das Gegenteil. Sie will Diskussionen unterbinden. Das heißt wir befinden uns an einem Punkt, wo Kommunikation tatsächlich nicht mehr gelingt, wo wir einen Kollaps der Kommunikation erleben. Und diese Situation ist für eine offene, freie Gesellschaft nicht mehr erträglich, denn wir alle können als Bürger nur Entscheidungen treffen, wenn wir Zugang zu Informationen haben. Dazu gehört eine Kabarettdarbietung, dazu gehören Bücher, Zeitschriften, dazu gehören auch Enthüllungen von Whistleblowern, von Organisationen wie z.B. Wikileaks. Wir sind heute in einer Situation, wo wir am Ende nicht mehr Diskussionen, nicht mehr Informationen haben werden, sondern weniger, und das öffnet letztendlich einer Emotionalisierung und auch einer Manipulation Tür und Tor.
(…)
Jeder kann betroffen sein. Es trifft ja inzwischen auch Künstler, Intellektuelle, die bisher „unverdächtig“ waren. Insofern erleben wir gerade eine Art von Kannibalisierung dieses Phänomens, die Revolution frisst sozusagen ihre Kinder.
(…)
Das Ganze ist als Wohnzimmeridee entstanden, zwischen dem YouTuber Gunnar Kaiser und mir. Vor ungefähr zehn Tagen habe ich zunächst angefangen, auf gofundme.com für diese Aktion zu sammeln. Die Idee war ursprünglich, eine Art Fonds einzurichten für gecancelte Künstler sowie für Künstler, die aus Solidarität ihre Teilnahme an Veranstaltungen absagen, die andere Künstler canceln. In solchen Situationen gibt es meist eine Diskussion, die letztendlich dazu führt, dass der Künstler ausgeladen wird. Die Institution ist beschämt, von den wahren Verantwortlichen hört man nicht viel, und die Canceller selber sind anonym. Das heißt, alles bleibt letztendlich am Künstler hängen und niemand solidarisiert sich offen. Auf diese Weise ist eine Art Anreizsystem für das Canceln entstanden. Und wir wollen das einfach umdrehen. Wir wollen, dass in der Zukunft Mut belohnt wird und nicht Feigheit, und dafür war eben diese Idee des Fonds ausschlaggebend, die wir nach wie vor verfolgen.
(…)
Ansonsten haben wir inzwischen einen massiven Zugewinn, eine massive Resonanz. Man muss sagen, wir sind am 28.08., Freitagnachmittag mit dem Appell ‚live‘ gegangen und haben inzwischen über 10.000 Unterzeichner in der Backlist, darunter auch noch etliche europäische und andere Prominente, die wir dann am 25. September alle veröffentlichen wollen. Und auch sonst konnten wir quer durch die Bank sehr viele Unterstützer aus der Gesellschaft gewinnen, vom LKW-Fahrer, von der Reinigungskraft über den Professor bis zum ehemaligen Universitätspräsidenten. Auch diese Berufsgruppen sind ja betroffen, ein Leiter des Goethe-Instituts ist mit dabei, viele Schriftsteller, Künstler, Kabarettisten. Insgesamt ist die Aktion also ein Erfolg.

volles Interview: https://www.novo-argumente.com/artikel/jeder_kann_von_der_cancel_culture_betroffen_sein

Home Office #54

Beweise für die zweite Welle? Im Gegenteil: Jetzt wird zurückgerudert. Ob Spahn, CDC oder WHO: Alle sind am Relativieren und üben sich bereits in Schadensbegrenzung.

Mit unserem heutigen Gast Petra Zeitz besprechen wir die katastrophale Lage der Kreuzschifffahrt-Industrie sowie der Situation auf Malta seit dem Lockdown.

Das Tagesschau-Universum – Parallelwelten vom Öffentlich-Rechtlichen!

Sie haben sicher von diesen Spinnern gehört: Leute, die an andere Welten als die wirkliche glauben. Nette Spinner, die von kleinen, grünen Männchen im Universum reden, die mit der wirklichen Welt nicht viel anfangen können und sich deshalb eine eigene Welt basteln. So lange die nicht im Straßenverkehr die Regeln neu, eben außerweltlich auslegen, ist alles ganz harmlos. Schlimm ist es nur, wenn solche Spinner die Macht in den Rundfunkanstalten übernehmen. Leider ist genau das in der ARD geschehen. Die Tagesschau ist so ein Produkt der Parallelwelt: fantasievoll aber gefährlich daneben, wenn man nach den außerweltlichen Regeln „informiert“. Dieses parallele Universum dokumentiert die MACHT-UM-ACHT an einer Reihe von Meldungen.

„Corona-Krise – Wirtschaft und Staatsfinanzen brechen ein“, fantasiert die Überschrift einer Meldung. So als ob das Virus eine Krise verursachen könne, als wäre es eine handelnde Person. Aber Viren „machen“ nichts, außer vielleicht krank, und auch das keineswegs immer. Regierungen „machen“ was, Minister handeln, Unternehmer unternehmen was. Viren sind nicht mal Lebewesen, sie schleimen sich so durch. Aber die Parallelwelt-Techniker von der Tagesschau machen sie zu Subjekten, lassen sie „einbrechen“. Da sind die wirklichen Einbrecher, die Regierung, die mit ihren Corona-Regeln die Wirtschaft zerstört, mal eben frei gesprochen; ohne Verantwortung für die schweren ökonomischen Schäden. „Der Virus war’s, haltet ihn“, so schreit eine Überschrift, ist zwar Quatsch, ist aber gewollt.

Auf den Hund gekommen – Tacheles #40

Dieses Mal haben Röper und Stein sich die bekannten Tatsachen im Fall Navalny angeschaut und sie mit den Berichten von Politik und Medien verglichen. Außerdem hat Röper neue offizielle Zahlen der WHO und des amerikanischen Seuchenschutzamtes zu Corona gefunden, die so gar nicht zu dem passen, was in den Medien berichtet wird.

In dem Zusammenhang war natürlich ein Blick auf den US-Wahlkampf unvermeidbar und außerdem ging es unter anderem auch um den Streit zwischen der Türkei und Griechenland.

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Basta Berlin (Folge 53) – Lüge um „Reichstagssturm“: Corona-Kritik zeigt trotzdem Wirkung

Die Bilder gingen um die Welt: Ein Sturm auf die Treppe des Reichstagsgebäudes. Doch was, wenn diese Aktion politisch gewollt und angewiesen war? In den Medien folgte eine Diskreditierung von Tausenden friedlichen Demonstranten. Basta Berlin analysiert für Sie die unglaublichen Fakten. Die gute Nachricht: Im Mainstream beginnt langsam ein Umdenken.

RUBIKON: Im Gespräch: „Verzerrte Realität“

Verzerrte Realität

Im Rubikon-Exklusivinterview erläutert der Professor für Kommunikationswissenschaften Dr. Michael Meyen die Mechanismen der Massenmedien und legt dar, wie es zu einer Verschmelzung von Politik und Medien kommen kann.

Deutschland ist ein Digital-Entwicklungsland

Diskussion mit Frank Thelen bei Maischberger

Deutschland ist in vielen Bereichen der Digitalisierung Entwicklungsland – das hat spätestens die Corona-Krise deutlich gemacht. Die Mobilfunk-Netzabdeckung hierzulande ist schlechter als die in Albanien, Kambodia oder Bahrain. Viele Schulen haben nicht einmal WLAN – im Jahr 2020. Auf die großen US-Digitalkonzerne: Google, Amazon, Microsoft, Facebook und Co. hat Europa keinerlei Antwort. Wir hinken hinterher und machen uns abhängig.

Wie die deutsche Wirtschaft vorbereitet werden kann auf die Herausforderungen der Zukunft, darüber diskutierte ich gestern Abend mit dem Start-Up-Investor Frank Thelen bei Maischberger.

Interviews zur Berlin Demo – Julia Szarvasy u.a.

„Corona ist das Beste, was uns passieren konnte“ – Im Gespräch mit Kai Stuth & Jens Lehrich

Revolution im vollem Ornat – Anselm Lenz

Frontline Berlin – Robert Kennedy Jr.

Covidiocracy – Im Gespräch mit Thomas Bauer

Blaupause für die Aufklärung – Heiko Schöning

Wo ist die Debatte? Wer baut noch Brücken? Ein offener Brief an die Leitmedien

Ein Standpunkt von Paul Schreyer.

Es herrscht Sprachlosigkeit im Land: Die einen protestieren gegen Corona-Maßnahmen, die sie als unsinnig, freiheitsberaubend und demütigend ansehen, die anderen beschimpfen solche Demonstranten als verantwortungslose „Covidioten“, deren Unvernunft mit aller Härte zu bekämpfen sei. Manche, wie die Berliner Landesregierung, wollen Demonstrationen der Kritiker gleich ganz verbieten. Was fehlt, ist eine offene, evidenzbasierte und respektvolle Diskussion, die den Graben überbrückt.

Zunächst eine Vorbemerkung zum aktuell verkündeten Verbot der Demonstration am 29. August: Der Berliner Senat begründet dies damit, „dass es bei dem zu erwartenden Kreis der Teilnehmenden zu Verstößen gegen die geltende Infektionsschutzverordnung kommen wird“. Die Regierung entzieht damit einer unscharf bezeichneten Menschengruppe („dem zu erwartenden Kreis der Teilnehmenden“) pauschal das Demonstrationsrecht – mit Verweis auf den Gesundheitsschutz. Ganz unabhängig von dieser Abwägung folgt ein präventives Verbot wegen erwarteter (!) Verstöße offenkundig nicht rechtsstaatlichen Prinzipien. Darüber hinaus liegen bislang keine Belege vor, dass die stattgefundenen Demonstrationen, wie die am 1. August, zu einer messbaren Erhöhung der Zahl der Covid-19-Erkrankten geführt hätten.

Deutsche Medien: oberflächlich, regierungshörig, kriegsgeil

Ein Nachtrag zu Bombern über dem KZ Dachau. Plus Leserbriefe.

Albrecht Müller

Die NachDenkSeiten hatten gestern einen Beitrag von Winfried Wolf zur deutsch-israelischen Flugdemonstration über dem KZ Dachau gebracht. Dazu gab es eine Reihe von Leserbriefen, die in Teil B zusammengestellt sind. Diese Leserbriefe entsprechen so gar nicht dem Medienecho. Auf dieses gehen wir im Teil A ein. Dort wollen wir Ihnen einen Eindruck von der Reaktion unserer Medien auf diesen unglaublichen Vorgang geben. Das Echo ist positiv. Unsere Hauptmedien, die sich gerne als seriös verkaufen, haben nicht gemerkt, wie oberflächlich und zynisch dieses militärisch geprägte Gedenken an die in Dachau Ermordeten ist. Sie haben auch nicht gemerkt, dass der Überflug kombiniert mit der Präsenz der israelischen Militärflugzeuge in Deutschland und die Einbindung in gemeinsame Übungen mit der Bundesluftwaffe und der NATO vermutlich eine große militärische und politische Bedeutung hat. Damit rücken wir dem Kriegseinsatz im Nahen Osten näher. Kein Thema für unsere so großartigen Medien!

Corona-Demo? Unverantwortlich!! 🤬 | Suche nach 2.Welle

[sic!] #13

Links:

 

🇪🇺 29.08. Berlin Invites Europe! https://www.youtube.com/watch?v=E9NR_…

🇩🇪 Weltmeister Thomas Berthold lädt euch ein! https://www.youtube.com/watch?v=DE51P…

 Thomas Berthold vous invite à Berlin https://www.youtube.com/watch?v=vimAB… 🇮🇹

Thomas Berthold ti invita a Berlino https://www.youtube.com/watch?v=Cj4Fb…

🇪🇸 Thomas Berthold te invita a Berlín https://www.youtube.com/watch?v=2OYuA…

🇬🇧 Thomas Berthold invites you to Berlin https://www.youtube.com/watch?v=lKPPp…

 

Querdenken711 PDF https://bit.ly/2Ftq6tA

 

Alle Quellen: http://kilezmore.de/modules/cms/start…

Illegale Beobachtung von Trumps Wahlkampf 2016

Ehemaliger FBI-Jurist gesteht Fabrikation von „Beweisen“

Ein Kommentar von Thomas Röper.

Am Dienstag wurde in den USA ein weiterer Bericht über die angebliche russische Einmischung in den US-Wahlkampf 2016 veröffentlicht. Interessant ist, was da drin steht, was der Spiegel daraus gemacht hat und vor allem, was außerdem am Mittwoch in den USA zum Wahlkampf 2016 bekannt geworden ist, vom Spiegel aber verschwiegen wurde.

In dem Bericht des US-Geheimdienstausschusses steht mal wieder nichts drin, was eine Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf belegen würde. Aber das steht natürlich nur sehr verklausuliert im Spiegel und es wird wortreich der Eindruck erweckt, in dem Bericht stünde doch etwas Belastendes drin. Der Spiegel-Artikel mit der Überschrift „Bericht zu Trump-Verbindungen nach Russland – „Offen für Einflussnahme und Manipulation““ begann so:

„Ein fast 1000-seitiger Bericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats dokumentiert, wie Russland die US-Präsidentschaftswahl 2016 zugunsten von Donald Trump beeinflussen wollte. Demnach hatte das Wahlkampfteam des heutigen Präsidenten zahlreiche Kontakte mit dem russischen Geheimdienst. Dem Bericht – dem fünften und letzten des Ausschusses zu dem Thema – ging eine jahrelange Untersuchung des US-Senats voraus.“

Das klingt dramatisch. Aber danach folgt:

„Zugleich betonte der republikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Senats, Marco Rubio, man habe „absolut keine Beweise dafür gefunden, dass Trump oder sein Wahlkampfteam mit der russischen Regierung zusammengearbeitet hätten, um sich in die Wahl 2016 einzumischen“.“

oder:

Home Office #50

Seit 50 Ausgaben blicken wir nun auf die Auswirkungen, Ursachen und sonstigen Tatsachen zur Corona Pandemie. In der 50. Jubiläumsausgabe sprechen wir mit dem Illustrator und Comic-Zeichner Daniel Haas.

Tagesschau-Halali zum Abschuss Lukaschenkos

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Putin „mischt sich ein“, Heiko Maas „verteidigt“ bloß „unsere Werte auch jenseits unserer Außengrenzen“

 

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

 

Der USA-EU-Westen, die Bundesregierung und der ihr angeschlossene öffentlich-rechtliche Rundfunk sind unbestritten Sieger im Propagandakrieg gegen Weißrusslands Präsidenten Lukaschenko. EU-Ratspräsident Charles Michel blies die Fanfare: „Die Wahlen in Belarus … entsprachen nicht internationalen Standards. Daher erkennen wir die Ergebnisse nicht an.(1) Und schon war der berühmte Sack Reis wieder mal umgefallen. Noch hat der Propagandasieg aber keine schlimmeren Folgen.

Ohne es als massive Einmischung in die Angelegenheiten Weißrusslands zu kennzeichnen hatte die Redaktion ARD-aktuell schon vorher erwähnt, Polen, Litauen, Estland und Lettland hätten bereits Neuwahlen verlangt. (2) Gleichermaßen kommentarlos ließ die Redaktion Außenminister Maas giften, man werde „den Druck auf Belarus deutlich erhöhen“. (3) Mittels Sanktionen, versteht sich, denn mehr als diese völkerrechtswidrige Drohgebärde hat Deutschlands Spitzendiplomat eh nicht auf der Pfanne. Bedeutsameres als salbungsvolle Phrasen wusste nicht mal Kanzlerin Merkel anzubieten. (4)

Sich auch bei ihrer Propaganda gegen Lukaschenko selbst zu widersprechen, gelang da der ARD-aktuell natürlich mühelos. Noch am Wahlsonntag, 9. August, hob sie den Vorwurf der weißrussischen Opposition hervor, die Wahl werde manipuliert – und machte ihn sich indirekt zu eigen. Im gleichen Atemzug ließ sie jedoch wissen, „nach den jüngsten Prognosen dürfte Lukaschenko aber im Amt bestätigt sein.“ (5) Die Tagesschau hat halt mit journalistischer Logik ebenso viel gemein wie der Bayerische Zapfenstreichmarsch mit Beethovens Eroica. Pauken und Trompeten kommen ja in beiden Musikwerken dran.

Es erschließt sich einfach nicht, weshalb ein Autokrat wie Lukaschenko keine sauberen Wahlen gewährleisten sollte, da er sich doch eines Erfolges sicher sein konnte; er hat ja nachweislich Mehrheiten hinter sich. Schon bei seiner Wahl vor fünf Jahren fuhr er offiziell 83,5% der Stimmen und zugleich massiven Protest der Opposition ein.

Zweierlei Maß, wie üblich

Die OSZE hatte seinerzeit den rechtlichen Rahmen des Wahlvorgangs als nicht den Standards entsprechend kritisiert, die Europäische Union aber ihre bereits anno 2012 verhängten Sanktionen aufgehoben. (6)

Man wolle den „relativ ruhigen Verlauf der Präsidentschaftswahl sowie die Freilassung politischer Häftlinge honorieren,“ hieß es anno 2015. Der damalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier nannte das „eine gute Nachricht.“ (ebd.) Das Trapsen der Nachtigall war nicht zu überhören: Man entschied zugunsten Weißrusslands, weil Lukaschenko auf der Politschaukel zwischen Russland und der EU grad einen Westschwung nahm. Deutschland schickte sogar Polizistenausbilder nach Minsk. Man tat so, als beträten sie dort die blitzblanke gute Stube der Demokratie. Die Kritik von Menschenrechtlern blieb unbeachtet.

Diesmal ist das Wahlergebnis unwillkommen, die Zeichen stehen auf Sturm. Die OSZE war nicht mit Wahlbeobachter präsent gewesen, angeblich, weil sie zu spät eingeladen worden war. Fauler Zauber, wie Russlands Außenminister Lawrow klarstellte. (7) OSZE-Wahlbeobachter hätten auch ohne Einladung kommen können. Ihr Wegbleiben war gewollt und darf als Beleg für einen mit ausländischer Hilfe geplanten und koordinierten Staatsstreich-Versuch betrachtet werden.

Schnäppchenjäger und Beutemacher

Lukaschenko wird seit Wochen deutschland- und EU-weit zum Buhmann stilisiert. Sie ist wieder mal da, die „Farbenrevolution”. Lukaschenko soll weg und mit ihm Weißrusslands sozialstaatliche Grundlage. Das Land mit seinem umfangreichen Gemeineigentum wäre ein Eldorado für Investoren und Schnäppchenjäger, wie 1989/1990 die in der Agonie liegende DDR. Wir erinnern uns an den Aufbruch der westdeutschen Beutemacher und daran, dass der seinerzeitige Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau vom „größten Raubzug in der deutschen Geschichte“ sprach. (8)

In Weißrussland sind nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 80 Prozent der Produktionsmittel im Gemeineigentum geblieben und bis heute unter staatlicher Kontrolle; sie sind lohnende Objekte für kapitalistische Eroberer. (9) Zugleich erklären sie aber Lukaschenkos starke politische Basis. Was die Bevölkerung im Falle eines „regime change“ zu erwarten hätte, ist zumindest einer Mehrheit der weißrussischen Wähler durchaus bewusst: Armut, Massenarbeitslosigkeit, Korruption und die Entwicklung einer Oligarchie. (10) Die Weißrussen haben nicht vergessen, was sich bei ihren russischen Nachbarn nach Gorbatschows Sturz und Jelzins Machtübernahme abspielte.

Noch sind ihre sozialen Grundlagen stabil: In Weißrussland gibt es weder Arbeitslosigkeit (2019 durchschnittlich nur 0,3 Prozent) noch einen wirtschaftlichen Notstand. (11) Selbst die olivgrüne Heinrich-Böll-Stiftung musste einräumen, dass ausreichende Gehälter, Renten und Arbeitssicherheit gewährleistet sind und günstige öffentliche Dienstleistungen geboten werden. (12) Es ist nicht erinnerlich, dass die Tagesschau dies jemals berichtet und im Gegenzug versucht hätte, den wahren Motiven und Ursachen der weißrussischen Opposition auf den Grund zu gehen.

Geostrategischer Brennpunkt

Dass es in Minsk um geostrategische Machtverschiebung zugunsten des imperialen Westens geht – wie in unterschiedlichen Formen auch in Syrien, Jemen, Libyen, Hongkong, Venezuela, Bolivien usw. – ist den weißrussischen Eliten klar. Der Politologe Alexej Dsermant bestätigt: „Es war der siebte und erneut erfolglose Versuch, eine Farbenrevolution in Belarus zu organisieren“. (13) Das Endziel sei eine langwierige politische Krise, die Umverteilung von Eigentum und die Schaffung eines weiteren geopolitischen Spannungspunkts. Man erlebe „den ernsthaftesten und professionellsten Umsturzversuch der letzten Jahre.“ (ebd.)

Auf verdeckte, vom Ausland her unterstützte Aktivitäten deutet ein Papier des US-Thinktanks RAND Corporation. (14) Es stammt aus dem vorigen Jahr und enthält Hinweise, dass Weißrussland mithilfe einer Farbenrevolution politisch zu destabilisieren wäre. Das wird als strategischer Schlag gegen Russland betrachtet und dieser ausdrücklich als das eigentliche Ziel genannt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es diesmal klappt, ist nicht sehr groß (15). EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat zwar plötzlich 53 Millionen Euro flüssig, die den „schutzbedürftigen Gruppen des weißrussischen Volkes“ geschenkt werden sollen (16), aber diese Investition wird für einen gewaltsamen regime change nicht reichen.

Moment mal: Aus welchem Topf kommt dieses Geld? Wer hat es freigegeben? Welche Rechts- und Beschlussgrundlage hat die Zahlung? Wer hat ihren Zweck und den Empfängerkreis definiert? Mit welcher Begründung? Wer kontrolliert die korrekte Verwendung des Geldes? Darf eine für ihren nach Korruption riechenden, verschwenderischen Umgang mit öffentlichen Mitteln eh schon berüchtigte von der Leyen „einfach mal so“ irgendwelche namentlich nicht genannten „Opponenten“ außerhalb der EU mit 53 Millionen Euro schmieren? Ist in der finsteren EU-Wolke noch ein kritischer Abgeordneter wach und bereit, mal das Maul aufzumachen? Hallo, Tageschau?

Die Zahlung beweist allerdings, wie umfassend der Aufruhr in Weißrussland vom Westen orchestriert wird – und wie problemlos dafür öffentliche Gelder aus dem Hut gezaubert werden.

Das Schlüsselwort „Wahlfälschung“

Skandalöse Fakten wie von der Leyens 53-Millionen-Euro-Zusage haben die ARD-aktuell-Redaktion allerdings noch nie von Manipulationsversuchen und Falschdarstellung abgehalten. Die NATO-affine Mitarbeiterin Sylvia Stöber beharrte trotz aller gegenteiligen Evidenz darauf, die (teils extrem gewalttätigen) Demonstranten in Minsk und in anderen weißrussischen Zentren erhielten keine ausländische Unterstützung in farbenrevolutionärer Absicht. (17) Mit gleicher Überzeugungskraft hätte sie behaupten können, es gebe Straßenhunde ohne Flöhe. ARD-aktuell selbst leistet ja mit einer Vielzahl solcher Propaganda-Ergüsse immaterielle Beihilfe bis zur versuchten Einmischung.

Schluss mit der medialen Verlogenheit: Den weißrussischen Umstürzlern wird handfeste Hilfe vom Ausland zuteil. (18, 19)

„Wahlfälschung“ ist das Schlüsselwort aller Farbenrevolutionen. Die bloße Behauptung taugt selbst in Corona-Zeiten schon als Initialzünder für Kundgebungen und Demonstrationen. Voraussetzung des Agitationserfolgs sind diffuse Unzufriedenheit der jüngeren Generation und deren Mobilisierbarkeit mittels Internet-Diensten. (20) Vorrangiges Ziel: den “Tipping Point” (21) erreichen, die Spaltung der Eliten und des Staatsapparats in gegnerische Lager. Damit wird in aller Regel sichergestellt, dass die Proteste nicht sofort gewaltsam niedergeschlagen werden.

Weitere wichtige Merkmale der Farbenrevolutionen sind der massive mediale Zuspruch des Westens, wirtschaftlicher und diplomatischer Druck aus dieser Richtung sowie die Diffamierung wichtiger Politiker als Unpersonen und damit verantwortlich für Amtsmissbrauch und alle Unzuträglichkeiten des Alltags. Das Internet-Portal der ARD-aktuell, tagesschau.de, ist Beleg: Am 17. August beispielsweise wurden da 27 Beiträge zu Weißrussland publiziert, allesamt negativ konnotiert. Effektive Agitation, genauer: miese Stimmungsmache mithilfe einseitiger Nachrichtenauswahl, tendenziöser Sprache und Verschweigen wichtiger Details.

Der Balken im eigenen Auge

Ein Paradebeispiel für gewollt missratenen Journalismus:

„Das ist ein schlimmer Diktator“ … „Wer auf diese Art und Weise mit seinem Volk umgeht, hat jede Legitimation für die Regierung des Landes verloren“, zitiert ARD-aktuell den SPD-Kanzleramtsbewerber Olaf Scholz, ohne solche Stammtisch-Sprüche erstmal infrage zu stellen. (22) Die Tagesschau unterstützt damit das populistische Bemühen des SPD-Politikers, Lukaschenko zu dämonisieren. Dass „Diktatur“ und „Wahl“ sich im Grunde ausschließen, Lukaschenko sich aber mehrmals und mit Erfolg zur Wahl gestellt hat, fällt weder für Scholz noch Tagesschau ins Gewicht. Logisches Denken und Anstandsregeln haben längst Feierabend.

Lukaschenko trägt fraglos die politische Verantwortung für indiskutable Übergriffe und exzessive Gewaltanwendung der weißrussischen Polizei. Ob es ausreicht, dass er sich dafür jetzt öffentlich entschuldigt hat, haben die Weißrussen zu beurteilen. Für darüberhinausgehende Bewertungen ist die Tagesschau nicht zuständig. Mindestens so lange nicht, wie sie nicht andererseits den Olaf Scholz als vormaligen „Polizeiterror-Bürgermeister“ entlarvt, der Demonstranten gegen den G20-Gipfel in Hamburg zusammenschlagen und wahllos einbuchten ließ – und bis heute behauptet, das sei total in Ordnung, gerechtfertigt und unumgänglich gewesen. Jeder kehre zuerst vor der eigenen Tür…

ARD-aktuell tituliert Lukaschenko normalerweise als „Präsident“, verwendet aber auch immer wieder abfällige, meinungsmachende Floskeln wie „der angespannte Autokrat“, (ironisch:) „Väterchen“ oder „letzte europäische Diktatur“. Zur Vorbereitung einer Farbenrevolution gehört die Behauptung, der gesamte staatliche Verwaltungsapparat sei nur ein Spielball in der Hand des Präsidenten: „Er sorgt dafür, dass alle wichtigen Entscheidungen durch staatliche Hände gehen, politische Gegner inhaftiert und Protestbewegungen diffamiert und zerschlagen werden.“ (23) In politischen Magazinen mögen solche Sätze vertretbar sein. In einer dem Objektivitätsgebot verpflichteten Nachrichtensendung haben sie nichts zu suchen.

Kakerlaken-Vergleiche

Wie bei den Gewaltexzessen in Hongkong oder seinerzeit im syrischen Daraa werden auch die „Aktivisten“ in Minsk als bewundernswerte Freiheitskämpfer dargestellt. Übergriffe werden dagegen verharmlost oder gänzlich ignoriert, Brandstiftung und mordlustiger Schusswaffengebrauch inklusive. Dass Oppositionelle den Staatspräsidenten sogar als Ungeziefer bezeichneten – Josef Goebbels lässt schön grüßen – übergeht die Tagesschau ganz schlicht. Sergei Tichanowski, Ehemann der in Litauen exilierten Wahlverliererin Swetlana Tichachnowskaja, hatte bereits im Vorfeld der Wahlen gegen Lukaschenko agitiert und ihn mit einer Kakerlake verglichen, die mit dem Pantoffel zu bekämpfen (gemeint: zu erschlagen) sei. (24, 25) Obwohl die Tagesthemen über den zeitweise inhaftierten und von der Kandidatur fürs Präsidentenamt ausgeschlossenen Blogger Tichanowski berichteten, erwähnten sie seine „Kakerlaken-Kampagne“ mit keinem Wort.

„Vornehme“, einseitig praktizierte Verschwiegenheit ist Manipulation pur. Wäre jemals ein deutscher Oppositionspolitiker darauf verfallen, Bundeskanzlerin Merkel während der „Flüchtlingskrise“ anno 2015 als „Kakerlake“ zu beleidigen, die man unterm Pantoffel zerquetschen müsse, wären die Redaktionsmitglieder kollektiv in Schreikrämpfe gefallen. Der zuständige NDR-Rundfunkrat bemerkt jedoch die Doppelstandards und die vielen anderen journalistischen Fehlgriffe längst nicht mehr. Dabei genügte schon der IQ eines Blumenkohls, um die Verstöße der Tagesschau gegen die Programmrichtlinien zu erkennen. Die bräsige Mehrheit der Rundfunkratsmitglieder ist´s jedoch zufrieden, fürs Sesselpupen Honorar einzustreichen, das Geld stinkt ja nicht.

Putschistensender

Der aktuelle Erfolgsgarant bei der weißrussischen Demonstranten-Mobilisierung nach der für sie unbefriedigenden Wahl war das Internet. Hierüber berichtet ARD-aktuell kaum und lässt so den Eindruck entstehen, die Wut über das mutmaßlich geschönte und jedenfalls unbequeme Wahlergebnis sei urwüchsig und der wahre Auslöser für den beträchtlichen Zulauf zu den Demonstrationen. In Tagesschau und Tagesthemen blieben Internet-Kanäle wie „NEXTA“ und „NEXTA LIVE“ ungenannt. Lediglich die Internetseite tagesschau.de informierte ihren kleinen Leserkreis, aber erst am 20. August. (26) Wohlgemerkt: zehn Tage nach Beginn der Proteste.

Unter dem Titel „Wir müssen extrem vorsichtig sein“ machen schon die ersten Sätze der fraglichen Meldung klar, dass hinter NEXTA ein im Ausland ansässiger Putschistensender steckt, den ARD-aktuell nur nicht so nennt: „Wer sich in Belarus über Demonstrationen informieren will, benutzt den Telegram-Kanal NEXTA. Er wird von Oppositionellen in Polen betrieben.“ Genauer: NEXTA residiert in Warschau. Wer die Hintermänner sind und wer den Sender finanziert, bleibt unklar. Die Repräsentanten des Kanals machen dazu widersprüchliche Angaben. (27) Und ARD-aktuell lässt auch nicht in Warschau recherchieren. Recherchen? Igitt!

Bevorzugt gesendet werden Amateurfilme über Polizisten, die Demonstranten misshandeln. Authentizität und Aktualität der Bilder sind allerdings nicht überprüfbar, und selbst einige Oppositionelle kritisieren das. NEXTA übermittelt Karten mit Angaben zu Standorten von Polizeieinheiten, Sammelpunkte für Demonstranten und Kontakte zu Anwälten und anderen „Menschenrechts-Aktivisten“. Darüber hinaus gibt es detaillierte Anleitungen, wie die Sicherheitsbehörden auf der Straße wirksam zu bekämpfen sind. (Anm. 19)

ARD-aktuell bewährt sich selbst als fleißiger Agitator – neudeutsch: Influencer – indem sie nicht den kleinsten Hinweis darauf gibt, dass das Vorgehen der Bundesregierung grundgesetzwidrig ist, weil ihre und die EU-Pläne gegen das Völkerrecht verstoßen. Brächten die westlichen Regierungen ihre Kritik im Weltsicherheitsrat vor oder würden sie die internationale Gerichtsbarkeit mit der Wahlveranstaltung in Weißrussland befassen, dann wäre dagegen nichts einzuwenden. Doch davon ist keine Rede, auch nicht in der Tagesschau. Gröber kann ein öffentlich-rechtlicher Nachrichtenanbieter seine gesetzliche Verpflichtung zu umfassender, vollständiger Information nicht missachten. Typische Schlagzeilen: „EU bereitet Sanktionen gegen Belarus vor.“ „Die EU will den Sieg von Lukaschenko bei der Präsidentenwahl nicht akzeptieren.“ (s. Anm. 1 und 4). Fragen nach der Zuständigkeit der EU werden erst gar nicht gestellt.

Beschuldigungen, keine Beweise

Eine Mehrheit der Weißrussen (ob 51 Prozent oder 80,9 Prozent ist hier im Grunde ohne Belang) hat tatsächlich nicht gemäß dem Wunsch der EU und der USA gewählt, nämlich antirussisch. Was bleibt deren selbsternannten Vorkämpfern für Demokratie und Menschenrechte nun anderes übrig, als die Wahl für ungültig zu erklären und Neuwahlen zu verlangen? Destruktion ist die Parole, in allen denkbaren Varianten.

Die „angedachten“ Sanktionen sind allerdings nur eine böse Lachnummer, vergleichbar dem Griff zum Rohrstock an den Schulen zu Kaiser Willems Zeiten; für den europäischen “Wertewesten” ebenso kennzeichnend wie beschämend. Der Vorwurf, die Wahlen in Weißrussland seien gefälscht worden, liegt nahe, ist allerdings bisher nicht mehr als eine bloße Behauptung. Erwiesen ist er eben nicht. Selbst der ARD-aktuell-Faktenfinder musste einräumen: „So war es schwierig nachzuvollziehen, ob und in welchem Ausmaß übliche Fälschungsmethoden angewandt wurden.“ (28)

Des ungeachtet durfte Kanzlerin Merkel zum Abschluss des EU-„Sondergipfels zu Belarus“ in der Tagesschau säuseln: „Weißrussland muss seinen Weg für sich alleine finden. Es muss über Dialog gehen innerhalb des Landes und es darf keine Einmischung von außen geben“. Aus dem Studio-Off wurde ihre Stillosigkeit um die Erläuterung bereichert: „Eine Botschaft, die auch an Belarus‘ großen östlichen Nachbarn gerichtet war, an Russland und Präsident Putin.“ (s. Anm. 1) Der an sich überfällige Hinweis, dass der EU-Sondergipfel ebenfalls eine unverfrorene Einmischung war, ein Affront gegen Minsk und Moskau, unterblieb selbstverständlich. Dito, dass sich die Kanzlerin bei ihrer Mahnung an die eigene Nase hätte greifen sollen.

Im Vorfeld zu dem Sondergipfel hatte Außenminister Maas über eine Konferenz mit seinen Kollegen getwittert: „Wir haben als EU zu Belarus Geschlossenheit demonstriert und deutlich klargestellt, dass wir das Wahlergebnis dort so nicht anerkennen. …Wir verteidigen unsere Werte auch jenseits unserer Außengrenze.“ (29) Der Allerwerteste unseres Wertewestens nutzte wieder mal eine Gelegenheit, seine außenpolitische Inkompetenz und strategische Einfallslosigkeit als „Vorneverteidigung“ auszuleben. Die Tagesschau steht ihm als Tröte immer zur Verfügung. Sie ist weit davon entfernt, der Regierung kritisch auf die Finger zu schauen und nötigenfalls draufzuklopfen.

Lunte am Pulverfass

Der Maidan liegt in Kiew, nicht in Minsk. Maas kann heute nicht in Weißrussland genauso intrigieren wie sein Amtsvorgänger Steinmeier einst in der Ukraine. Um (nicht nur) Maas die Konsequenzen einer „Werteverteidigung jenseits unserer Außengrenzen“ aufzuzeigen, hat Verteidigungsminister Sergej Schoigu einen Verband mit taktischen „Iskander“-Atomraketen an die Westgrenze Russlands verlegen lassen. (30)

Die Alarmglocken müssten also schrillen, aber in der Tagesschau bimmelt es nicht mal. Sie übt sich im Verschweigen solcher Informationen, dumpf und beflissen regierungsfromm, wie sie nun mal ist; ein Staatsfunker, verkleidet mit öffentlich-rechtlichem Mantel. Seine Redaktionsaktivisten trauen sich ohne ausdrückliche Erlaubnis ja nicht mal, ein Alka-Seltzer einzunehmen, wenn ihnen vom Dope der transatlantischen Nachrichtenagenturen der Schädel brummt.

P.S. Weshalb hier regelmäßig von „Weißrussland“ die Rede war und nicht mainstream-konform von „Belarus“? Weil wir auch nicht „Zhong-guo“ sagen, wenn wir China meinen und nicht „France“, wenn von Frankreich zu sprechen ist. Und „Belarus“ bedeutet wortgetreu „Weißrussland“. Darum.

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-38659.html

(2) https://www.tagesschau.de/ausland/belarus-merkel-101.html

(3) https://www.tagesschau.de/ausland/belarus-sanktionen-101.html

(4) https://lostineu.eu/gipfel-der-einmischung/?utm_campaign=Lost+in+EUrope+Update&utm_content=Lost+in+EUrope+Update&utm_medium=em

(5) https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-38499.html

(6) https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-02/sanktionen-gegen-alexander-lukaschenko-weissrussland-aufhebung-europaeische-union

(7) http://www.russland.news/lawrow-die-praesidentschaftswahlen-in-belarus-waren-nicht-ideal-aber/

(8) https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/EU-Budgetreform-Geld-gegen-Wohlverhalten/Raubzug-Ost/posting-31675776/show/

(9) https://www.kas.de/documents/252038/253252/7_dokument_dok_pdf_10063_1.pdf/108b3dbd-e7c2-27ec-70dc-2440fa347913?version=1.0&t=1539664846869

(10) https://www.heise.de/tp/features/Offener-Brief-an-die-Protestierenden-in-Belarus-4872348.html

(11) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/326568/umfrage/arbeitslosenquote-in-weissrussland/

(12) https://www.boell.de/sites/default/files/assets/boell.de/images/download_de/Policy_Brief_V.Silitski_de.pdf

(13) https://deu.belta.by/politics/view/dsermant-wir-sehen-weiteren-erfolglosen-versuch-farbrevolution-in-belarus-zu-organisieren-51982-2020/

(14) https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/research_reports/RR3000/RR3063/RAND_RR3063.pdf

(15) https://kai-ehlers.de/2020/08/weissrussland-kein-grund-zur-panik/

(16) https://deutsch.rt.com/europa/105771-eu-sichert-weissrussischem-volk-mit/

(17) https://www.tagesschau.de/faktenfinder/belarus-russland-desinformation-101.html

(18) https://kenfm.de/weissrussland-im-griff-einer-farbenrevolution-von-rainer-rupp/

(19) https://deutsch.rt.com/europa/105481-pantoffeln-revolution-regime-change-weißrussland-begonnen/

(20) https://epub.ub.uni-muenchen.de/24605/1/96_M%C3%BCnchner%20Beitr%C3%A4ge%20zur%20Politikwissenschaft_Jenny%20Fleischer.pdf

(21) Anm.: Der „Tipping Point” wurde z.B. weder 2012 in Russland noch 2019 in Venezuela erreicht, weil die jeweiligen Eliten sich einem Umsturz verweigerten.

(22) https://www.tagesschau.de/ausland/belarus-krise-scholz-101.html

(23) https://www.tagesschau.de/ausland/belarus-wahlen-lukaschenko-101.html

(24) https://www.nzz.ch/international/weissrussland-proteste-gegen-lukaschenko-ld.1560383

(25) https://deutsch.rt.com/europa/105481-pantoffeln-revolution-regime-change-wei%C3%9Frussland-begonnen/

(26) https://www.tagesschau.de/ausland/belarus-nexta-interview-101.html

(27) https://www.bbc.com/news/world-europe-53753412

(28) https://www.tagesschau.de/faktenfinder/wahlergebnisse-korrektheit-kriterien-belarus-101.html

(29) https://lostineu.eu/belarus-tuerkei-was-maas-verschweigt/

(30) https://strategika51.org/2020/08/17/destabilisation-de-la-bielorussie-moscou-deploie-des-missiles-nucleaires-tactiques-iskander-m-sur-son-flanc-occidental/

Literatur: Zbigniew Brzezinski. Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Kopp Verlag, Rottenburg 2015, ISBN 3-86445-249-X). The Choice: Global Domination or Global Leadership. Basic Books, New York 2004, ISBN 0-465-00801-1. Second Chance. Three Presidents and the Crisis of American Superpower. Basic Books, New York 2007, ISBN 978-0-465-00355-6. Strategic Vision: America and the Crisis of Global Power. Basic Books, New York 2012, ISBN 978-0-465-02954-9.

Das Autoren-Team: 

Friedhelm Klinkhammer, Jahrgang 1944, Jurist. 1975 bis 2008 Mitarbeiter des NDR, zeitweise Vorsitzender des NDR-Gesamtpersonalrats und des ver.di-Betriebsverbandes sowie Referent einer Funkhausdirektorin.

Volker Bräutigam, Jahrgang 1941, Redakteur. 1975 bis 1996 Mitarbeiter des NDR, zunächst in der Tagesschau, von 1992 an in der Kulturredaktion für N3. Danach Lehrauftrag an der Fu-Jen-Universität in Taipeh.

Anmerkung der Autoren:

Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

Foto:

Werner Menne

Der große Reset – Tacheles #39

Die wichtigsten Themen von Röper und Stein waren dieses Mal die Ereignisse in Weißrussland, neue Zahlen und Daten zu Corona und natürlich die aktuellen Entwicklungen im US-Wahlkampf.
Aber abgesehen davon ging es auch noch um einige andere Themen, die in Deutschland keine Schlagzeilen gemacht haben.

Links zur Sendung:
Lukaschenko, der IWF und Korruption?
https://www.anti-spiegel.ru/2020/meld…

Weißrussland
https://www.anti-spiegel.ru/2020/weis…

Wofür GEZ-Gebühren verschwendet werden
https://www.anti-spiegel.ru/2020/coro…

Neue Studien: Zahlen, Daten Fakten zu Corona
https://www.anti-spiegel.ru/2020/was-…
https://www.anti-spiegel.ru/2020/anti…

Der russische Impfstoff
https://www.anti-spiegel.ru/2020/aufr…

Trotz Virus wachsen die russischen Reserven
https://www.anti-spiegel.ru/2020/coro…

US-Wahlkampf: Bidens Demenz
https://www.anti-spiegel.ru/2020/deme…
https://www.anti-spiegel.ru/2020/unru…

US-Wahlkampf: Was man in Deutschland über Kamala Harris nicht erfährt
https://www.anti-spiegel.ru/2020/hat-…

US-Wahlkampf: Briefwahl ist nicht gleich Briefwahl
https://www.anti-spiegel.ru/2020/brie…

Hinter den Kulissen: Bewegung in Sachen Iran?
https://www.anti-spiegel.ru/2020/bewe…

The Great Reset
https://www.anti-spiegel.ru/2020/the-…

Wir machen Journalismus!

Der Rubikon tut, was fast die gesamte Medienlandschaft verweigert: Wir glauben keine Ammenmärchen, arbeiten investigativ, stellen unbequeme Fragen und fordern die Politik nun auch juristisch heraus.

Ein Standpunkt von Roland Rottenfußer.

Eine Redewendung besagt: „Journalismus bedeutet, etwas zu bringen, von dem andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist PR.“ In diesem Sinne bedeutet Journalismus für uns, die richtigen Fragen zu stellen, gerade dann, wenn diese „oben“ unerwünscht sind. Er bedeutet, sich nach vorne zu wagen und Staat und Eliten, wo immer nötig, herauszufordern. Und notfalls eben auch, den juristischen Weg zu beschreiten, wo kritische Fragen nicht mehr gestellt oder mundtot gemacht werden, um die Interessen der Mächtigen zu schützen. Bedingungslos für Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Aufklärung zu streiten — für jene, die weder „Agenturen“ noch „Pressesprecher“ ihr eigen nennen und die ob der Lügen der Oberen sonst leicht unter die Räder geraten könnten. Geschieht dies nicht, verkümmern Presse, Freiheit und Demokratie wie ein zu lang nicht genutzter Muskel. Nicht unser konsequent angriffslustiger Journalismus ist dabei der Skandal, sondern die Tatsache, dass fast alle anderen Medien in Corona-Zeiten schlicht ihre Arbeit nicht machen.

Home Office #49

Unser heutiger Gast ist Politikwissenschaftler und Autor zahlreicher geopolitischer Sachbücher. Mit Hermann Ploppa stellen wir in dieser Home Office Ausgabe die Frage, ob und warum wir Menschen so leicht manipulierbar sind.

Propaganda ist eine Technik, welche bereits vor über 100 Jahren erforscht wurde. Ebenso zeigten die Konformitätsexperimente der 50er Jahre, wie man psychologisch Druck ausübt. Heute kommen noch die Algorithmen der Social Media Plattformen hinzu, welche für jeden einzelnen von uns eine einzigartige Filterblase erschafft, welche zu immer mehr Vereinsamung führt.

„Das ist ein täglicher Verfassungsbruch!“

Der ehemalige Polizist und Sicherheitsexperte Stefan Schubert hat bereits mehrere Bestseller geschrieben und widmet sich in seinem neuen Buch mal wieder brenzligen innenpolitischen Fragen. Margarita Bityutski hat sich mit ihm über die aktuelle Situation in der Bundesrepublik unterhalten und darüber, ob das Buch bereits auch vor der Corona-Krise „Vorsicht Diktatur!“ hätte heißen können.

Over The Top: Wackere Recken für das Gute, Gerne & Erbärmliche

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(Screenshot: Serdar Somuncu / Facebook, 14.08.2020)

Ich weiß, ist wohl alles müßig und für die Katz‘. Kann es trotzdem nicht lassen, unter die Fritten der auf Hochtouren siedenden Schmalzfritteuse des „rülpsenden Konsensmolchs“ (© W. Reiser) ab und zu einen kleinen Knallfrosch zu werfen. Schon längst sind es ja nicht nur unsere Politdarsteller, ÖR-Talkmaster und gut gescheitelten Leitmedienjournalisten wie Kleber & Co., die sich diesem Konsensmoloch andienen. Praktisch jeder evidenzbasiert-aufgeklärte Fortschrittsbürger, der etwas auf sich hält, möchte jetzt kurz vor Ladenschluss auch noch mit dabei sein. Manche Influenzer und Superspreader wie Klaas Heufer-Umlauf sahnen dabei richtig dick ab und dürfen im Vorbeigehen einen Porsche als Trinkgeld einstecken (siehe Porsche Newsroom). Ein mittlerweile unüberschaubares Heer an Bloggern und Freizeithumanisten hilft aber auch ganz unentgeltlich und ehrenamtlich dabei mit, dass gutes, gernes und alternativloses Leben in der marktkonformen Demokratie weitergehen kann.

>> Ebenso wie Florian Schroeder über sein „Stecken im Enddarm der Kanzlerin / des Systems“ und seine Tätigkeit als Hofnarr und Systemprostituierter schwadroniert, dabei wie Reineke Fuchs neunmalschlau über die Bühne stelzt und über die Doofies, die nicht so abgedreht sind wie er und nicht raffen was abgeht, nur verächtlich lachen kann – so glauben ja viele, dass sie bereits über dasjenige erhaben sind, was sie da pseudosatirisch auf die Schaufel nehmen. Ebenso wie die Faktenfaker („Faktenchecker“) von Correctiv & Co. meinen, dass sie unliebsame Fakten entkräften, einfach indem sie sie offensiv ins Netz stellen. Man kann sich bei solch wackerer „Öffentlichkeitsarbeit“ auch zweifellos sehr schlau und smart vorkommen, die eigene Followerschar ejakuliert für solche Bonmots ja laufend prustende Smileys auf die Bühne. Ändert nur leider nicht viel daran, dass in der Kritik an ihrer Person, auch wenn sie oft vulgär und ungehobelt ist, nicht doch auch ein gewaltiges Stück Wahrheit stecken kann. Vielleicht würde es den smarten Influenzern und Superspreadern nicht schaden, einfach mal ein bisschen in sich zu gehen und nachzusinnen anstatt solche Kritik gleich in den Ventilator zu schreddern und eine Lachnummer draus zu machen (kann da drüber wirklich wer lachen?)

So, over&out. Jeder darf das natürlich halten, wie er will und ich will hier niemandem das Schenkelklopfen und Prusten vergraulen, das er regelmäßig zur Erleichterung braucht, um mit „gutem und gernen“ Leben in marktkonformer Demokratie weitermachen zu können. <<

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