Musik

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Das Lied der Woche – Golgata – Chr. Holzhöfer

Golgatha

Gebeugte Menschen mit stumpfem Blick
hocken in dumpfen Spelunken –
den Neid im Auge, die Not im Genick,
von elendem Fusel trunken.
Da tönt eine Stimme von außen herein:
„Kopf hoch! Ihr seid nicht verloren.
Ich füll eure Becher mit goldenem Wein.
Auch euch ist der Heiland geboren.
Heraus ins Freie und folgt mir nach,
wo Schätze liegen!“
Die Stimme des Mannes, der also sprach,
hat plötzlich geschwiegen.
Ein Scherge führt ihn gefesselt fort.
Den Menschen aber da drinnen
klingt seiner Rede lockendes Wort
wie ferner Traum in den Sinnen.
Sie senken den Kopf auf des Tisches Brett
und trinken mit heiserem Lachen …

Ein Jude zog aus von Nazareth,
die Armen glücklich zu machen.

Erich Mühsam
Aus der Sammlung Wüste – Krater – Wolken

Das Lied der Woche – Das Lügenlied – Chr. Holzhöfer

Das Lügenlied.
(Mit einer neuen Musike versehen von Chico Chicokowski)

Ich will euch erzählen, und will auch nicht lügen:
Ich sah zwei gebratene Ochsen fliegen,
Sie flogen gar ferne –
Sie hatten den Rücken gen Himmel gekehrt,
Die Füße wohl gegen die Sterne.

Ein Amboß und ein Mühlenstein
Die schwammen bei Köln wohl über den Rhein,
Sie schwammen gar leise –
Ein Frosch verschlang sie alle beid
Zu Pfingsten wohl auf dem Eise.

Es wollten Vier einen Hasen fangen,
Sie kamen auf Stelzen und Krücken gegangen,
Der erste konnte nicht sehen,
Der zweite war stumm, der dritte war taub,
Der vierte konnte nicht gehen.

Nun denke sich einer, wie dieses geschah:
Als nun der Blinde den Hasen sah
Auf grüner Wiese grasen,
Da rief’s der Stumme dem Tauben zu,
Und der Lahme erhaschte den Hasen.

Es fuhr ein Schiff auf trockenem Land,
Es hatte die Segel gen Wind gespannt
Und segelt’ im vollen Laufen –
Da stieß es an einen hohen Berg,
Da thät das Schiff ersaufen.

In Straßburg stand ein hoher Thurm,
Der trotzete Regen, Wind und Sturm
Und stand fest über die Maaßen,
Den hat der Kuhhirt mit seinem Horn
Eines Morgens umgeblasen.

Ein altes Weib auf dem Rücken lag,
Sein Maul wohl hundert Klafter weit aufthat,
S’ ist wahr und nicht erlogen,
Drinn hat der Storch fünfhundert Jahr
Seine Jungen groß gezogen.

So will ich hiemit mein Liedlein beschließen,
Und sollt’s auch die werthe Gesellschaft verdrießen,
Will trinken und nicht mehr lügen:
Bei mir zu Land sind die Mücken so groß,
Als hier die größsten Ziegen.

Aus: Mährchen und Jugenderinnerungen. Zweiter Theil. S. 370–372, von Ernst Moritz Arndt, 1843

Das Lied der Woche – Das Hohelied der SPD – Chr. Holzhöfer

Das Lied der-Sozialdemokraten
(Das Hohelied der Sozialdemokratie)

Wir sind Sozialdemokraten & singen
„Wann wir schreiten Seit‘ an Seit'“
Wir fassen uns an die Hände
„Brüder zur Sonne, zur Freiheit“
Doch, was wir singen, das ist das eine
Das andere ist, das was wir tun
Ja, wir singen so gern die alten Lieder
& schwenken rote Fähnchen dazu

Wir sind Sozialdemokraten
& sehr geübt im Verrat
Wir ficken die kleinen Leute
& lecken den Bonzen den Arsch
Wir woll’n ja nicht, dass sich was ändert
Denn dann, bräucht ’s ja uns nicht mehr
Drum sind wir Lakaien der Reichen
& schwafeln blass-rot daher

Ja, & wenn wir die alten Lieder singen
Ja, dann sind wir Genossen nicht still, ja, nicht still
Weil ein jeder sich nach der Macht so sehr sehnt
Die er gern einmal gesehen haben will

Wir sind Sozialdemokraten & stolz
Auf unsere Vergangenheit
Der dicke Ebert, der Noske & der Scheidemann
Die haben ’s den Proleten gezeigt
Massakrierten das rote Gesindel
Den Karl & die Rosa dazu
Deutschland vor den Kommunisten gerettet
Im Vaterland da herrschte wieder Ruh‘

Wir sind Sozialdemokraten
& scheißen auf die Moral
Wir sind die Genossen der Bosse
& der alte Bebel …, ach scheißegal
Kapitalismus ist doch was feines
Wer oben mitschwimmt, dem geht ’s doch so gut
Wir hartzen die Menschen in Armut
& lachen ganz laut dazu

Ja, & wenn wir die alten Lieder singen
Ja, dann sind wir Genossen nicht still, ja, nicht still
Weil ein jeder sich nach der Macht so sehr sehnt
Die er gern einmal gesehen haben will

Wir sind Sozialdemokraten
& steigen mit jedem ins Bett
Wenn wir mit regieren können
Dann ist auch der „Feind“ so hübsch & so nett
Ach, wir haben doch so vieles gemeinsam
Da gibt ’s kaum ’n Unterschied
Vor der Presse haben wir ’ne große Fresse
Aber sonst sind wir handzahm & lieb

Wir sind Sozialdemokraten
& wenn Deutschland uns braucht & ruft
Dann muss es nicht lange warten
Schon stehen wir „Gewehr bei Fuß“
Für der Bonzen Bäuche opfern wir auch Deutschlands Kinder
In Kriegen, auf der ganzen Welt
Denn zuerst kommt das große Fressen
& danach das große Geld

Ja, & wenn wir die alten Lieder singen
Ja, dann sind wir Genossen nicht still, ja, nicht still
Weil ein jeder sich nach der Macht so sehr sehnt
Die er gern einmal gesehen haben will

Wir sind Sozialdemokraten & singen
„Wann wir schreiten Seit‘ an Seit'“
Wir fassen uns an die Hände
„Brüder zur Sonne, zur Freiheit“
Doch, was wir singen, das ist das eine
Das andere ist, das was wir tun
Ja, mit uns bleibt alles beim alten
& wir schwenken rote Fähnchen dazu

Ja, & wenn wir die alten Lieder singen
Ja, dann sind wir Genossen nicht still, ja, nicht still
Weil ein jeder sich nach der Macht so sehr sehnt
Die er gern einmal gesehen haben will

Veröffentlicht am 20.02.2014 – Geändert hat sich Nix

Das Lied der Woche – Willkommen im Kasperltheater „Deutschland“ – Chr. Holzhöfer

Willkommen im Kasperltheater „Deutschland“ (Lachen ist doch so gesund)

Willkommen im Kasperltheater „Deutschland“
Hier gibt ’s immer was zu lachen
Die ganze Welt lacht schon über uns
Ihr Kasperls macht auch stets so lustige Sachen
Ihr seid halt so, wie lustige Kasperls sind
In den Ländern & im Bund
Vorneweg die lustige Kasperline
Lachen ist doch so gesund

Im Kasperltheater wird ’n Flughafen nicht fertig
Ach, wenn ihr lustigen Kasperls schon mal baut
Die Kasperline sagt: wir schaffen das
Schon ist der Eintritt frei, die Türen weit auf
Da sind welche die haben 15 Identitäten
Gerne mehr zahlt das Stammpublikum
Die lustigen Kasperls haben nichts im Griff
Lachen ist doch so gesund

& ’s wird immer lustiger, da gibt sich ’n deutscher Soldat
Als syrischer Flüchtling aus
Der spricht kein Arabisch, nur gebrochen Französisch
Im Kasperltheater wird ’s geglaubt
Der plant ’n Attentat, kriegt als Flüchtling Geld vom Staat
’n Platz inner Flüchtlingsunterkunft
Ach ihr Kasperls, ihr habt ’s wahrlich drauf
Lachen ist doch so gesund

Da werden plötzlich die Kasperls von der sPD
Zum Verfechter der Inneren Sicherheit
Selten so gelacht ihr Kasperls, lustiger geht ’s kaum
Ach ja, ’s ist Wahlkampfzeit
Da ziehen die Kasperls durch ’s große Theater
Reden dem Publikum nach dem Mund
Versprechen dies & versprechen das
Lachen ist doch so gesund

Ach ihr Kasperls, wir sind alle so gespannt
Was euch noch an lustigen Sachen einfällt
Ihr seid echt jeden Euro wert
Hier! da habt ihr unser Geld
Mir tut vom Lachen der Bauch schon weh
Immer wieder erheitert ihr uns
Auf die nächste Vorstellung, da freuen sich schon alle
Lachen ist doch so gesund

Das Lied der Woche – Ein kleines Lied für… Chr. Holzhöfer

wie schnell sind doch die jahre vergangen
wie schnell waren wir da, wo wir jetzt sind
der blick zurück öffnet mir die augen
& immer konnt‘ ich auf dich bauen

als kind …, durch die wiesen voller klatschmahn
der himmel, so blau & so unendlich groß
manchmal kann ich’s gar nicht glauben
oh gott, ist das schon lange her

das leben kennt keine geraden wege
da läuft’s mal kreuz & dann mal quer
& immer wenn ich mich verlaufen hatte
du brachtest mich wieder in die spur

& das leben stellt wohl ’ne menge fragen
antworten finden muss ich ganz allein
werd‘ mich jetzt erst mal schwer betrinken
mit mary jane, der wunderschönen & bob dylan

oft denkt man nicht über das glück nach
das man hatte, wie alles so gelaufen ist
& ich hatte immer so viel davon
ich kann’s wohl nie zurück geben …

Christoph Holzhöfer auf youtube (Klick…)

Das Lied der Woche – Deutsche Verzweiflung – Christoph Holzhöfer

Deutsche Verzweiflung

In Angst und bürgerlichem Leben
wurde nie eine Kette gesprengt.
Hier muß man schon mehr geben,
die Freiheit wird nicht geschenkt.

Es sind die glücklichen Sklaven
der Freiheit größter Feind,
drum sollt Ihr Unglück haben
und spüren jedes Leid.

Nicht Mord, nicht Brand, nicht Kerker,
nicht Standrecht obendrein;
es muß noch kommen stärker,
wenn’s soll von Wirkung sein!

Ihr müßt zu Bettlern werden,
müßt hungern allesamt,
zu Mühen und Beschwerden
verflucht sein und verdammt.

Euch muß das bißchen Leben
so gründlich sein verhaßt,
daß Ihr es fort wollt geben
wie eine Qual und Last.

Erst dann vielleicht erwacht noch
in Euch ein bess’rer Geist,
der Geist, der über Nacht noch
Euch hin zur Freiheit reißt!

Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Das Lied der Woche . In der Zelle – Chr. Holzhöfer

In der Zelle (Bleib immer Du! Bleib Du!)

Scheu glitt ein Tag vorbei – wie gestern heut.
Ein leerer rascher Tropfen sank ins Jahr.
Und wenn sich aus der Nacht geballtem Nichts
der letzte Schatten in den Morgen streut –
du freust dich kaum am kalten Kuß des Lichts.
Und morgen wird es sein, wie’s heut und gestern war.

Gefängnis: Leben ohne Gegenwart,
ganz ausgefüllt von der Vergangenheit
und von der Hoffnung ihrer Wiederkehr.
Du fragst nicht, ob du weich ruhst oder hart,
ob deine Schüssel voll ist oder leer.
Betrogen um den Augenblick verrinnt die Zeit.

Du wirst nicht älter und du bleibst nicht jung.
Gewöhnung weckt dich, bettet dich zur Ruh.
Dein Fragewort heißt niemals: Wie? – Nur: Wann?
Doch Wann ist Zukunft, Wann ist Forderung.
Weh dir, wenn dich Gewöhnung töten kann.
Verlern das Warten nicht. Bleib immer Du! Bleib Du!

Worte: Erich Mühsam (1878-1934, ermordet im KZ Oranienburg).

A Quantum of Solace – Ein Oster-Sonnenstrahl in präapokalyptischer Zeit

„A Quantum of Solace“ (Ein bisschen Trost) – so hieß eine der letzten Bond-Episoden, in der einem gehetzten und sichtlich entnervten Agenten ohne Unterlass Kugeln und Raketen um die Ohren flogen. Interessant ist, dass im englischen Wörtchen solace (Trost) die Wortwurzel sol, also Sonne steckt.  Schieben wir also die dunklen Rauchwolken des politischen Tagesgeschehens einmal beiseite und gönnen wir uns ein paar Sonnenstrahlen zur Regeneration. Denn wie schon zuletzt angemerkt, braucht es auch eine gehörige Portion Gegengift, um dem zur Normalität erklärten Wahnsinn weiter trotzen zu können. Da Osterzeit ist, heute also mal zur Abwechslung eine Prise Frischluft und Sonne inmitten einer von Korruption, Gewalt, Heuchelei, Lüge, Diffamierung und GWUP-Horrorclowns verpesteten Atmosphäre (siehe Die Götterdämmerung der Lügenpresse).

Lassen wir uns von Rene Aubry ein Quantum Trost spenden. Wenn man seine Musik hört, glaubt man es kaum: Der französische Klangzauberer ist vollkommener Autodidakt und hat sein ganzes Leben noch niemals eine Unterrichtsstunde genommen.

Aubry charakterisiert sein musikalisches Schaffen als „Sanctuary“, als eine Art Heiligtum. „Je erwachsener ich werde, desto mehr begreife ich Musik als etwas Heiliges, Kostbares. Um dies zu erfahren, ist auch die Erfahrung von Stille wichtig.“

Aus einer Konzertrezension in der nmz:

„Da sind sieben Musiker, die wohl das „akustischste“ Konzert musizieren, das überhaupt denkbar ist. Mehr unplugged, mehr empfindsame, kunstvolle Handarbeit geht wohl kaum noch.“

Eitles Stargehabe ist Aubry fremd. Personen, die seine Konzerte erlebten, berichten von einem bescheidenen Mann, der fast schüchtern auf die Bühne tritt und zu spielen beginnt.

„…ich hatte das Glück, ihn schon 2x im Konzert zu erleben: Er kommt fast schüchtern auf die Bühne, setzt sich auf seinen Stuhl nickt seinen Kollegen zu und beginnt einfach zu spielen. Auf den Lippen immer ein heiteres, staunendes Lächeln. Man merkt an der Musik, dass dieser Mann mit sich und der Welt völlig zufrieden ist, das strahlt die Musik auch aus.“ (CD-Rezension utaliana)

Wie schon gesagt, Rene Aubry ist Autodidakt. Was dabei herauskommt, wenn sich jemand nicht technokratisch verschulen lässt, sondern eigenständig und mit ganzer Hingabe einer Disziplin widmet, möge unten jeder selbst bestaunen.

Und wenn wir schon dabei sind, unserer Phantasie freien Lauf zu lassen: Wenn man das Video betrachtet, stelle man sich vor, wie Europa wohl aussehen würde, wenn wir an vielen Orten eine solche Empfindsamkeit  und fein abgestimmtes gegenseitiges Zusammenspiel als unsere Kultur entfalten würden. – Man würde uns in der ganzen Welt lieben, anstatt uns zu hassen. Es würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, mit Lastwägen in Fußgängerzonen zu rasen und unsere Kultur vernichten zu wollen.

Das ist in einer vermeintlich alternativlosen Zeit zu schön, um wahr zu sein? Nein, lassen wir uns vom nackten Wahnsinn nicht entmutigen, diese Möglichkeit für die Zukunft zumindest zu denken. Das Zeug dazu hätten wir. Es ist noch nicht ganz zu spät. Jeder von uns kann ein Stück dazu beitragen.

Wer noch eine weitere Frischluftinhalation braucht, kann sich von Rene Aubry eventuell auch noch „Chaloupée“  zu Gemüte führen:

Studioversion: https://www.youtube.com/watch?v=Bhi9GU6xzDI
live:
https://www.youtube.com/watch?v=RGHINlv09oI

oder

„La Grande Cascade“:

https://www.youtube.com/watch?v=sMnaD-owVR0

Das Lied der Woche – Die Gedanken sind frei – Chr. Holzhöfer

Für Heiko Maas-Metternich … & seine „Karlsbader Beschlüsse“ … genannt … „Hate Speech“-Gesetzentwurf … & für all diese vermeintlichen „Gutmenschen-Demokraten“, die da keine andere Meinung neben der ihrigen dulden …

Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei
Wer kann sie erraten?
Sie fliehen vorbei
Wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
Kein Jäger sie schießen.
Mit Pulver und Blei:
Die Gedanken sind frei.

Ich denke, was ich will
Und was mich beglücket,
Doch alles in der Still
Und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
Kann niemand verwehren.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.

Und sperrt man mich ein
Im finsteren Kerker,
Das alles sind rein
Vergebliche Werke;
Denn meine Gedanken
Zerreißen die Schranken
Und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei.

Nun will ich auf immer
Den Sorgen entsagen,
Und will mich auch nimmer
Mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
Stets lachen und scherzen
Und denken dabei:
Die Gedanken sind frei.

Ich liebe den Wein,
Mein Mädchen vor allen,
Die tut mir allein
Am besten gefallen.
Ich sitz nicht alleine
Bei einem Glas Weine,
Mein Mädchen dabei:
Die Gedanken sind frei.

Das Lied der Woche – Der Mond ist aufgegangen – Sara und Chr. Holzhöfer

 

Der Mond ist aufgegangen (Abendlied)

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

Worte: Matthias Claudius

Das Lied der Woche – Deutschland gehts super! – Chr. Holzhöfer

Deutschland geht ’s super ! Du bist Deutschland scheißegal !

Der letzte Urlaub … schon ewig lange her
Jetzt reicht der Lohn … auch für die Miete nicht mehr
Dir fehlen ’n paar Zähne … kein Geld für Zahnersatz
Das du arm, trotz Arbeit bist … sieht man, wenn du den Mund auf machst

Oh reiches Deutschland, willst du deine Armen nicht sehen … !?
Nicht nur die, die da in Mülltonnen wühlen, die bettelnd an den Ecken stehen
Die vielen Millionen Abgehängten … die ihrer Zukunft beraubten
Die Hoffnungslosen … die euch kein Wort mehr glauben

Die Wirtschaft brummt … die Armut steigt …
Ihr feiert mit den Bonzen & Bänkern … für die Armen … nicht mal Mitleid
Da ist nur Verachtung … & Gleichgültigkeit
Jeder muss sehen … wo er bleibt

Arme sind häufiger krank … sterben so 10 Jahre eher
& wenn du dann tot bist, brauchst du eh kein Geld mehr
Dann brauchst du nicht mehr fressen … & brauchst auch kein Bett
Dann liegst du auf ‚m Rücken … von kalter Erde zugedeckt

Doch wenn du noch nicht tot bist … als armer Mensch lebst
Merkst du jeden Tag, wie ’s vorne & hinten fehlt
Der Monat wird so lang … der Geldbeutel so schmal
Ja ! Deutschland geht ’s super ! Du bist Deutschland scheißegal !

An den Tafeln … da werden … die Schlangen immer länger
Da stehen sie … die Armen … Kinder … Frauen & Männer
Mit der Zeit geht die Scham … die Not lässt sie gehen
Ihr diniert mit Maschmeyer … krankes System

Die Armut klopft an viele Türen & tritt ganz frech herein
Dann nehmen sie dir die Würde & machen dich ein
& ist sie einmal da, wirst du sie nicht mehr los
Das Leben ist kein Streichelzoo & auch kein Ponyhof

Politiker & Bonzen … fahren … in Luxus-Limousinen
Das sind die fetten Drohnen … wir die Arbeits-Bienen
Doch … wo ist unser Stachel … warum wehren wir uns nicht ?
Gegen dieses Ausbeuter-Gesindel … das uns in die Fresse tritt

Obszöner Reichtum … da … Armut & Not
Die labern & labern … du kaust altes Brot
Deine Kinder schämen sich & weinen … Armut tut so weh …
Mehr Geld für Bonzen & Banken … & für die deutsche Armee

Es ist eben so … du musst ’s nehmen, wie ’s ist
Du bist arm & du du bleibst es … ob du willst … oder nicht
Werden auch die Reichen immer reicher … & die Armen immer mehr
Sie sagen … Deutschland geht ’s gut … also bittesehr

Das Lied der Woche – Mein Deutschland, mein Dornröschen… – Chr. Holzhöfer

Verfilmt von Frank Ulrich

Schlafe, was willst du mehr? Goethe

Deutschland – auf weichem Pfühle
Mach’ dir den Kopf nicht schwer
Im irdischen Gewühle!
Schlafe, was willst du mehr?

Laß’ jede Freiheit dir rauben,
Setze dich nicht zur Wehr,
Du behältst ja den christlichen Glauben;
Schlafe, was willst du mehr?

Und ob man dir alles verböte,
Doch gräme dich nicht zu sehr,
Du hast ja Schiller und Goethe:
Schlafe, was willst du mehr?

Dein König beschützt die Kamele
Und macht sie pensionär,
Dreihundert Thaler die Seele:
Schlafe, was willst du mehr?

Es fechten dreihundert Blätter
Im Schatten, ein Sparterheer;
Und täglich erfährst du das Wetter:
Schlafe, was willst du mehr?

Kein Kind läuft ohne Höschen
Am Rhein, dem freien, umher:
Mein Deutschland, mein Dornröschen,
Schlafe, was willst du mehr? –

(1843)

Das Lied der Woche – Das Martin Schulz-Messias-Erlöser-Lied – Chr. Holzhöfer

Da habe ich mal ein Liedchen gemacht, das zu einem großen Teil aus Kommentaren zu Artikeln verschiedenster führender Zeitungen über Martin Schulz als Kanzler-Kandidat der sPD zusammengesetzt ist … meinen eigenen Senf habe ich selbstverständlich auch dazu getan … & Tucholsky ist auch mal kurz mit dabei … er passt ja immer … aber zu einem sehr großen Teil sind es Meinungen von Menschen, die Martin Schulz & der sPD einfach nicht mehr vertrauen … ich zähle ja auch zu denen …

Das Martin Schulz-Messias-Erlöser-Lied

Hurra! der Messias, der ist da
Jubeln die Sozen rum
Ach Gott, was ist das für ein Volk
Sind die Wähler denn wirklich so dumm
Da kommt ein Populist daher
Drischt Phrasen, labert & nicht mehr
Wie leicht lassen Menschen sich doch verführen
Erzähl‘ ihnen nur, was sie gern hören
& setz‘ auf ihre Vergesslichkeit

Merkel-Klon, Kandidat von Gabriels Gnaden
& die alte Garde bleibt
Wen interessieren da schon Fakten
„Für die hart schuftenden Menschen will er Gerechtigkeit“
(& jetzt alle im Chor: bla, bla, bla, bla, bla, bla …)
In alter Sozen-Tradition
Man kennt das zur Genüge schon
Ist er ein Nützlichkeitsrassist
Der bei den Bonzen zu Tisch sitzt & frisst
Nur wer arbeitet, der soll auch essen

Das Märchen vom Rattenfänger aus Hameln
Wird wieder einmal traurige Realität
Wie hatte doch dieser fette Abkassierer seine schützenden Hände
Über seinen Duz-Kumpel, den verschlagenen Juncker gelegt
Merkels Katastrophen-Politik
Hat er von Brüssel aus unterstützt & abgenickt
Ach, reine Finger hab‘ wer kann
Schlimmstenfalls zieh‘ Handschuh an …
Ein vermeintlicher Saubermann

Mensch Leute, ein neues Gesicht
Macht doch noch lange keine neue Politik
In neuen Schläuchen gibt ’s alten sauren Wein
Ihr dürft ihn wieder saufen, die schenken euch wieder ein
Nun denn: zum Wohlsein

Wer hat seine Wähler stets verraten ?!
Sozialdemokraten !!!

Das Lied der Woche – Die Regierungen – Chr. Holzhöfer

Oben & Unten (Ach, sie reden & sie reden & sie reden so viel …)

Ach, sie reden & sie reden & sie reden so viel
Von der Demokratie reden sie viel
& sie labern & sie labern & sie labern so viel
Vom Frieden labern sie viel

& sie versprechen & versprechen & versprechen so viel
Nur halten tun sie es nie
& sie lachen & sie lachen & sie lachen so viel
Über uns lachen sie viel

& sie schenken & sie schenken & sie schenken so viel
Den Reichen schenken sie viel
& sie stehlen & sie stehlen & sie stehlen so viel
Den Armen stehlen sie viel

& sie knechten & sie knechten & sie knechten so viel
Die Mehrheit der Menschen knechten sie
& sie schimpfen & sie schimpfen & sie schimpfen so viel
Über die die sie knechten schimpfen sie viel

& sie lügen & sie lügen & sie lügen so viel
Wenn sie den Mund aufmachen lügen sie
& sie betrügen & betrügen & betrügen so viel
Dich & mich, uns alle betrügen sie

& sie biegen & sie biegen & sie biegen so viel
Das Recht biegen sie viel
& sie drehen & sie drehen & sie drehen so viel
An der Wahrheit drehen sie viel

& sie schaffen & sie schaffen & sie schaffen so viel
Elend auf der Welt schaffen sie viel
& sie säen & sie säen & sie säen so viel
Missgunst & Hass säen sie viel

& sie bauen & sie bauen & sie bauen so viel
Panzer, Bomben & Raketen bauen sie viel
& sie verkaufen & verkaufen & verkaufen so viel
Panzer, Bomben & Raketen verkaufen sie viel

& sie machen & sie machen & sie machen so viel
Kriege überall machen sie viel
& sie morden & sie morden & sie morden so viel
Unsre Schwestern & Brüder morden sie

& sie heucheln & sie heucheln & sie heucheln so viel
Betroffenheit & Mitleid heucheln sie viel
& sie waschen & sie waschen & sie waschen so viel
Ihre blut’gen Hände in Unschuld waschen sie

Das Lied der Woche – Meeresstrand (Th. Storm) – Chr. Holzhöfer


 

 

Meeresstrand

Ans Haff nun fliegt die Möwe,
Und Dämmerung bricht herein;
Über die feuchten Watten
Spiegelt der Abendschein.

Graues Geflügel huschet
Neben dem Wasser her;
Wie Träume liegen die Inseln
Im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlammes
Geheimnisvollen Ton,
Einsames Vogelrufen –
So war es immer schon.

Noch einmal schauert leise
Und schweiget dann der Wind;
Vernehmlich werden die Stimmen,
Die über der Tiefe sind.

Theodor Storm

Das Lied der Woche – Der Denunziant – Christoph Holzhöfer

Ein Liedchen für so üble Gestalten … wie diesen C. (ich möchte meinen schönen Vornamen, den dieser Typ auch hat, nicht mehr bei ihm ausschreiben) Lauer von der sPD Berlin & all diese selbsternannten „Gutmenschen“-Faschisten …

Der Denunziant

Willst wissen du, mein lieber Christ,
Wer aller Menschen Auswurf ist?
Die Antwort liegt ja auf der Hand:
Es ist allein der Denunziant.

Gefährlich ist ein toller Hund,
Gefährlich ist der Lügenmund,
Gefährlich ist, wer stiftet Brand,
Gefährlicher der Denunziant.

Verpestet ist fürwahr die Luft,
Wo atmet solch ein Schelm und Schuft.
Verpestet ist ein ganzes Land,
Wo schleicht herum der Denunziant.

Durchs ganze Leben Schimpf und Schmach
Geht im voran und folgt ihm nach.
Der Menschheit Schandfleck wird genannt
Der niederträcht’ge Denunziant

Wird er erblickt im Freundeskreis,
Macht man ihm bald die Hölle heiß
Und ruft, ist er erst einmal erkannt:
Hinaus! Er ist ein Denunziant.

Und wenn er einst im Grabe liegt
Und seine Seel‘ nach oben fliegt,
Ruft Petrus: Fort, Halunk!
Verbannt von hier ist jeder Denunziant.

Max Kegel, anonym in der satirischen Zeitschrift Der wahre Jakob: illustrierte Zeitschrift für Satire, Humor und Unterhaltung, 1.1884

Das Lied der Woche – Die Neujahrsansprache – Christoph Holzhöfer

Tja … 2016 geht … 2017 kommt … Merkel sprach wieder … & da ist ’s wieder an der Zeit, dieses Liedchen in ein ein neues Video zu „packen“ … Merkels Neujahrsansprache in leicht verständlicher Form zusammen gefasst … in diesem Sinne … ich wünsche ein wunderschönes neues Jahr & einen ebensolchen guten Rutsch & viel Glück & Gesundheit dazu … & dass eure Wünsche in Erfüllung gehen … Vorsätze find‘ ich übrigens blöd, jedenfalls wenn man sie sich für ’n neues Jahr vornimmt … weil dazu braucht ’s doch wohl kein neues Jahr nicht … das kann man jederzeit angehen … Prost! … & Frieden! …

„Immer schön auf Merkel zu vertrauen, immer schön auf Merkel zu vertrauen, immer schön auf Merkel zu vertrauen, das ist der rechte Weg! …“ …

& da sage ich gleich nochmal …Prost …

Bla bla bla …

Bla bla bla bla bla bla bla bla bla
Was ich da rede …, ’s ist doch scheißegal
Bla bla bla bla bla bla bla
’s ist doch scheißegal
Bla bla bla bla bla bla bla

Bla bla bla bla bla bla bla bla bla
Ihr seid mir alle so was von egal
Bla bla bla bla bla bla bla
So was von egal
Bla bla bla bla bla bla bla

Bla bla bla bla bla bla bla bla bla
Ich labere einfach vor mich hin …, bla bla
Bla bla bla bla bla bla bla
& ihr Dummen denkt, ’s hätte Sinn
Bla bla bla bla bla bla bla

Bla bla bla bla bla bla bla bla bla
Ach …, ihr könnt mich alle mal …, bla bla
Bla bla bla bla bla bla bla
Ach …, ihr könnt mich alle mal …
Bla bla bla bla bla bla bla

Bla bla bla bla bla bla bla bla bla
Ich bin die Hetäre des Großkapitals
Bla bla bla bla bla bla bla
Die sind mir nicht egal
Bla bla bla bla bla bla bla

(& jetzt alle im Chor)

Bla bla bla bla bla bla bla bla bla
Ihr werdet alle nur gefickt …, bla bla
Bla bla bla bla bla bla bla
& ihr Dummen kriegt ’s nicht mit
Bla bla bla bla bla bla bla

Bla bla bla bla bla bla bla bla bla
Immer die gleiche Scheiße …, jedes Jahr
Bla bla bla bla bla bla bla
Bla bla bla bla bla bla bla

Das Lied der Woche – Ein neues Lied („Ein Kirchenlied“ um 1700) – Chr. Holzhöfer

 

Autor: unbekannt
Entstehungsdatum: um 1700
Bild im Video: Der Galgenbaum – Darstellung von Kriegsgräueln nach Jacques Callot (1632)

Ein neues Lied /

darinnen

Der Zustand itziger bedrängten Zeit / der fast die gantze Christenheit betrifft / vor Augen gestellet wird; Mit Beyfügung / was die Ursach dessen sey? Und Aufmunterung zu rechtschaffener Busse / damit der liebe GOtt seiner Christenheit Friede und Einigkeit verleyhen und alles Ubel gnädiglich abwenden wolle.

Im Thon: Es ist gewißlich an der Zeit. … (Ich habe aber eine eigene Musike dazu gemacht) …

ACh GOtt! was werden wir für Zeit noch in der Welt erleben? Es ist verschwunden all Freund? der Menschen Hertzen schweben / in lauter Kummer / Angst und Noth / erbarm es doch den lieben GOtt / ist allgemeines Klagen.

Wie lebte man nicht so vergnügt / vor viertzig / funfftzig Jahren / all Nahrung itzt darnieder liegt / ich hab es wohl erfahren / sagt mancher alt-verlebter Mann / itzt weiß man nichts zu fangen an / was wird hieraus noch werden?

Sein Brodt verdienet jederman vormahls mit Lust und Freuden / es durffte nicht der Unterthan / so viel Beschwerung leiden / die Bürger hatten da noch Geld / nunmehr ist gantz verkehrt die Welt / wird öffters lamentiren.

Fast durch die gantze Christenheit / an allen Ort und Enden / ist nichts als lauter Krieg und Streit / wo man sich hin thut wenden: dort fallen so viel tausend Mann / da geht ein neues Treffen an / hört man aus den Avisen.

Man hört von Krieg und Kriegs-Geschrey / zu Wasser und zu Lande / ist hievon eine Landschafft frey / und noch in Friedens-Stande / muß so viel Contribution / als Steuer und Capitation / und wie mans heist hergeben.

Bald gehet ein Werbung an / bald heist es recroutiren / wann also so viel tausend Mann / im Lande durch marschiren / so heist es: gebt dem Volck Qvartir / schafft Fleisch / Brod / Butter / Wein und Bier / und was man sonst begehret.

Der Bürger läst sich Tag und Nacht / sein Handwerck sauer werden / hat er etwas vor sich gebracht / so gehts auf die Beschwerden / hat manchmahl kaum das liebe Brodt / ja mancher muß noch große Noth / mit Weib und Kindern leiden.

Der Bauer braucht auch seinen Fleiß / muß sich sehr strapuziren / er ißt sein Brod gewiß im Schweiß / kan doch nichts prosperiren / beklagt sich offt: Du lieber GOtt! muß man doch alles beym Gebot / was man verdient / hergeben.

Ja was noch sonst das Hertze kränckt / und schmertzlich zu beklagen / ist das / wanns einer recht bedenckt / das Krieg und andere Plagen / ein Christ dem andern füget zu / da man in Fried und guter Ruh / beysammen solte leben.

Es leben feindlich auch so gar / Religions-Verwandten / es fallen öffters in die Haar / Bekannte den Bekannten; der Unterthan pariret nicht / vergisset seiner Treu und Pflicht / die er so hoch geschworen.

Ein Schwager ist des andern Feind / ein Freund den andern plaget / von dem / mit dem ers treu gemeynt / wird er wohl gar verjaget; ja Brüder selbst parheyisch seyn / die unter eines Hertzens Schrein / den Lebens Geist empfangen.

Fragt man nun was die Ursach sey / des Kriegs auf allen Seiten? so ist dieselbe gar nicht neu; GOtt hat vor langen Zeiten / im alt- und neuen Testament / Pest / Hunger und den Krieg genennt / der Sünd und Laster-Straffen.

Wollen wir vom Krieg seyn befreyt / und aller schwere Straffen / so müssen wir zuvor beyseit / die Ursach deren schaffen; alsdann wird uns der liebe GOTT / von Kriegs-Gefahr und aller Noth / gantz väterlich erretten.

Wir wollen und wie Ninive / zu wahrer Busse wenden / so wird sich Krig und alles Weh / eh wirs vermeynen / enden. Es soll bey dieser Krieges-Zeit / von der bedrängten Christenheit / aus Hertzensgrund erschallen:

Verleyh uns Frieden gnädiglich / HErr GOTT zu unsern Zeiten / es ist doch ja kein ander nicht / der für uns könte streiten / denn Du unser GOTT allein; so wollen wir Dir danckbar seyn / hier / und dort ewig /

Das Lied der Woche – An den deutschen Bürger – Chr. Holzhöfer

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an den deutschen bürger & michel

halt ’s maul deutscher bürger
mach brav jeden job
mach was wir dir sagen
sei kein sturer kopf
stelle keine fragen
hat ’s auch gott nicht so gewollt
oben sind wir bonzen
unten, ihr das volk

maloche bis du 70 bist
wenn nicht, sterbe vorher
das leben ist kein ponyhof
& auch kein wunschkonzert
denn wär das hier ’n streichelzoo
wer macht die arbeit dann
du kannst ja selber wählen
wer dich ins joche spannt

glaub, was wir dir sagen
glaub, was in der zeitung steht
hör endlich auf zu jammern
egal wie es dir geht
lächle, wenn wir dir
die daumenschreiben anziehen
geh auf die knie, bedank dich
für die schläge, die du kriegst

ehre die regierung
ehre dein vaterland
marschier, wenn wir ’s befehlen
beiße nicht die hand
die doch stets füttert
hut ab, hier kommt dein herr
du bist & du bleibst dumm
wen gott liebt, den züchtigt er

bedaure nicht die armen
bedaure nicht die schwachen
die sind ’s doch selbst in schuld
da ist mitleid fehl am platze
da muss man feste drauf hauen
knüppel aus dem sack
die liegen uns auf der tasche
dieses faule pack

zahl brav deine steuern
muck & fall nicht auf
schaue nicht zur seite
immer geradeaus
folg uns, deinen führern
egal wohin es geht
deutscher bürger, deutscher michel
auf die knie, zum gebet

lerne eins aus der geschichte
wir deutschen sind halt so
wir sind was ganz besonderes
das macht uns so groß
mit gott auf unserer seite
& deinem deutschen fleiß
lehren wir die welt
dass man deutschland ganz groß schreibt

wenn du deutscher bürger
diese worte wohl beherzigst
wir wenigen schlauen, ihr vielen doofen
wir bringen ’s gemeinsam fertig
dass sich die welt vor uns verneigt
& nicht scheel angrinst
wenn deutschland rülpst & furtzt
& wieder über alles singt

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