Psychologie

Diese Kategorie enthält 49 Artikel

Entziehe der Faschismus-Maschine den wichtigsten Treibstoff: Deine Angst!

Während der Mäusefriedhofsbürger in Zeiten marktkonformer Demokratie alles tut – und auch alles in Kauf nimmt – nur, um nicht „rechts“ zu sein, hat er womöglich übersehen, dass er mittlerweile selbst dem allergrößten und menschenverachtendsten Faschismus huldigt.

Dazu ein bemerkenswerter Text von Anna Zollner (veröffentlicht in: Tagesdosis / Ken FM am 11.09.2019)
„Die Faschismus-Maschine“

Auszug (edit pw):

„… Wer diese Wahrheit erst einmal akzeptiert hat, hat ein ähnliches Problem wie jene Deutschen, die als „Personal“ in den Vernichtungslagern im Ausland nur ihre Befehle ausführten, Zyklon B durch die Decke der Duschen kippten,  und dann den Urlaub in der Heimat antraten. Wie antworten, wenn die Verwandten fragten, wo man denn so eingesetzt sei?

Schweigen bedeutete Mittäter zu sein, Nicht-Schweigen bedeutete Opfer werden zu können.
Wie entscheiden? Die meisten Menschen damals haben geschwiegen. Aus Angst. Was sie mit den meisten Menschen heute verbindet.

(…)

Die Wahrheit erreicht uns nicht mehr. Wir haben uns gegen den Schmerz, der automatisch eintritt, wenn man die eigene Freiheit und die seiner Kinder verrät, abgesichert. Konsum als Kondom. Folgenloser Sex, mit dem vollkommen verlogenen Zeitgeist.

Es spielt offenbar keine Rolle, dass heute wirklich jede vom Mainstream abweichende Meinungsäusserung zu jedem Thema zum Risiko der eigenen Existenz werden kann. Wir haben uns damit abgefunden. Widerstand? Wozu? Es gibt doch Netflix. Wir sitzen vor der Glotze und halten so auch in den eigenen vier Wänden die Fresse. Besser ist es. Alexa könnte uns verpetzen.

Es zählt weder was wir sehen, hören, geschweige denn empfinden, es zählt nur, was die Regierung sagt oder was der Algorithmus rät. Menschen, die zu Völkerrechtsbruch X geschwiegen haben, haben auch bei Drohnenmord Y weggesehen.

Klug im Sinne des Systems. Wer gehorcht, fällt nicht dumm auf, weiss von nichts, ist zu jedem Verbrechen bereit oder aber duldet es, wenn er Zeuge dessen wird. Öffentliches Ausblenden, damit es privat blendend geht.

Der Bürger 2.0  ist auch dann Mittäter, wenn ihm gar keine echte Gefahr droht, wenn er sich verweigern würde. Dem Bürger 2.0 ist es gelungen Party und Apathie zu einem braunen Klumpen Restleben zu verschmelzen. Leben im Dreck. Leben in der von aussen verordneten Bedeutungslosigkeit.“

(…)

Schweigen bedeutete Mittäter zu sein, nicht-schweigen bedeutete Opfer werden zu können.

Wie entscheiden?

Die meisten Menschen damals haben geschwiegen. Aus Angst. Was sie mit den meisten Menschen heute verbindet.

(…)

Wer jetzt immer noch schweigt, ist nicht nur Opfer der neuen Faschismus-Maschine er ist ein Teil von ihr und rechnet damit, dass er von den Resten der Beute weiter so gut leben kann, dass es auch morgen noch für eine Dauer-Betäubung reicht.

(…)

Unabhängig davon gilt für jeden von uns: Sprich die Wahrheit aus. Nenne die Fakten. Entziehe der Faschismus-Maschine den wichtigsten Treibstoff überhaupt, deine Angst.

Sei Mutig. Kein Mitläufer. Mach nicht dieselben Fehler wie deine Großeltern. Geschichte wiederholt sich nur, wenn wir, wenn Du es zulässt.

(…)
Wer wider besseren Wissens mit-schweigt aus Furcht die Nachbarn, die Kollegen, die Presse oder der Staat könnten einen sonst ins Visier nehmen, täuscht sich, wenn er davon ausgeht, dass sich am Ende der Dauer-Lüge irgendwann die Wahrheit schon noch zeigen würde. Wahrheit hat einen Preis und muss mit Mut und Rückgrat jeden Tag neue verteidigt werden. Wer nur Feigheit einzahlt, kann nicht mit Mut als Dividende rechnen.“

(zum ganzen Text: https://kenfm.de/tagesdosis-11-9-2019-die-faschismus-maschine/ )

 

Rainer Mausfeld – „Warum schweigen die Lämmer“ und „Gibt es Hoffnung für die Lämmer“

Angsterzeugung als Herrschaftstechnik in neoliberalen Demokratien

Der emeritierte Psychologieprofessor Rainer Mausfeld zeichnet die Institutionalisierung der Angst als Mittel zur Herrschaftsstabilisierung nach und macht uns für die vielfältigen psychologischen Beeinflussungsmethoden sensibel.

Demokratie und Freiheit sind nach Rainer Mausfeld zwei Wörter, von denen heutzutage kaum mehr ein Schatten von der mit ihnen ursprünglich verbundenen Hoffnungen geblieben ist. Ihre ursprüngliche Bedeutung sei entleert, verfälscht, missbraucht und gegen diejenigen gewandt worden, deren Denken und Handeln sie beseelen. Demokratie bedeutet heute in Wirklichkeit eine Wahloligarchie ökonomischer und politischer Eliten, bei der zentrale Bereiche der Gesellschaft, insbesondere die Wirtschaft, grundsätzlich jeder demokratischen Kontrolle und Rechenschaftspflicht entzogen sind.

Avocados: der Dieselskandal unter den Früchten

Alle lieben die grüne Butter vom Baum! Aber weiß auch jeder, wie schädlich die Avocado für die Umwelt und das Klima ist?

HYPNOTISIERTE MASSEN

Jasinna

2014

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Rainer Mausfeld – Weltgewaltordnung der USA beenden

28. Juni 2019
Apostelkirche Kaiserslautern

„Staatsräson contra Völkerrecht – sind wir auf dem Weg in den ewigen Krieg?“

Rainer Mausfeld ist ein deutscher Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel und wurde durch seine 2015 veröffentlichte Kritik an der repräsentativen Demokratie und den Funktionen der Massenmedien bekannt. In seiner Publikation „Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören“ thematisiert er die Verfälschung der ursprünglichen Definitionen von Freiheit und Demokratie und spricht von einer „Wahloligarchie“, in der die Macht der ökonomisch Mächtigen gehört. Außerdem kritisiert er in seinem Werk die Einschränkung des öffentlichen Debattenraums durch eine subjektive Berichtserstattung der Massenmedien in kapitalistisch organisierten Gesellschaften.

Gut, besser, vegan? | Doku | ARTE

Moderner Veganismus, der auf nichts verzichten will, ist der neue Lifestyle einer jungen, gesunden Generation: Pariser Gourmetrestaurants mit veganen Spitzenkreationen, vegane Supermärkte in deutschen Großstädten, Prominente und Blogger, die im Netz Rezepte für vegane Torten und Cupcakes teilen. Aber Veganismus ist nicht einfach eine modische Variante des Vegetarismus, sondern ein neues Profit versprechendes Forschungs- und Geschäftsfeld. Unzählige Möglichkeiten, Milch, Käse, Eier und Wurst durch ein veganes Trompe-Œil zu ersetzen, drängen auf den Markt. Veganer essen kein Fleisch, trinken keine Milch und verzichten aufs Frühstücksei. In den USA ist die vegane Welle längst ein Tsunami. Und ein Milliardengeschäft. Kein Wunder, dass sich in Kalifornien die ersten Biotech-Firmen gegründet haben, um Milch- und Fleischprodukte aus der Retorte herzustellen. Sind vegane Produkte aus dem Labor die bessere Wahl? Sind sie gesund? Wie „grün“ und nachhaltig sind sie eigentlich? Und ist „vegan“ moralisch der bessere Lifestyle? Der Berliner Journalist John Kantara ist ein Genussmensch. Er kann sich ein veganes Leben nicht vorstellen, er liebt das Kochen, das Grillen, das Braten. Fleisch gehört bei ihm fast immer dazu. Auf der anderen Seite sieht er die Probleme der Massentierhaltung, der begrenzten Ressourcen und die Notwendigkeit, das Konsumverhalten zu ändern. Ist Veganismus im 21. Jahrhundert der einzige ethisch vertretbare Lebensstil? John Kantara begibt sich auf eine spannende und nicht nur für ihn erhellende Reise zu den Visionären der Veganerszene.

Rainer Mausfeld über Anarchismus, Wikileaks, Prinzipien der Demokratie & die Rolle der Wirtschaft

In Teil 1 dieses exklusiven Interviews mit Rainer Mausfeld, Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel und Autor des Buches „Warum schweigen die Lämmer“, reden wir über seinen Werdegang und darüber, wie sich seine Ansichten und Ideen über die Zeit entwickelt haben. Wir nehmen auch den Begriff Anarchismus unter die Lupe, betrachten seinen historischen Kontext und was man heute darunter verstehen sollte. Daneben sprechen wir über das Verständnis von Demokratie, was die Grundvoraussetzungen dafür sind und wie Wirtschaft in einer Demokratie aussehen sollte. Schließlich reden wir auch über die Rolle der Medien und des Finanzsektors in unserer Gesellschaft und was der Fall Julian Assange & Wikileaks für unsere Demokratie bedeutet.

„Das Rätsel unserer Intelligenz“ und „Das Rätsel unseres Bewusstseins“

Das Zusammenspiel von Bewusstsein und Intelligenz stellt den Menschen auf die oberste Stufe der Evolution. Wir haben Computer erfunden und sind zum Mond geflogen. Doch wider Erwarten hat unsere individuelle Intelligenz nicht zugenommen. Neue Studien zeigen, dass der durchschnittliche IQ inzwischen sogar sinkt …

Was weiß die Wissenschaft heute über unser Bewusstsein? Spektakuläre Erkenntnisse scheinen erstmals Licht ins Dunkel zu bringen. Die Dokumentation erläutert die neuesten neurowissenschaftlichen Studien über die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins, über den Schlaf, den Traum sowie über gravierende Beeinträchtigungen der menschlichen Psyche.

ARD regelt mehr als Sprache

Von BILD bis „Junge Welt“: Das 120.000-Euro-Gutachten der ARD zum „Framing“ wird zwischen Hochstapelei und Manipulations- Handbuch eingeordnet. Und – selten genug – beide haben Recht. Und beide greifen zu kurz: Das „Framing Manual“ ist ein ideologisches Manifest der ARD, das alle vorhandenen gesetzlichen Regularien und Grundlagen der ARD durch Ignorieren außer Kraft setzt und die Machtergreifung einer hauseigenen, hausgemachten Glaubensgemeinschaft predigt. So organisiert man Gefolgschaft. Erst nach innen, bei den aktiven Trägern der Ideologie, den Redakteuren, dann bei den Zuschauern, die letztes Ziel der Ideologisierung sind. Fraglos ist Elisabeth Wehling, die Autorin des Manuals, keine simple Propaganda-Röhre. Aber ihre ARD-Glaubenspredigt hat alle Züge der klassischen, sektiererischen Formierung einer Kampfgemeinschaft. Was zu beweisen ist.

Friedensforscher trifft Traumaforscher – Wo sind die Gemeinsamkeiten?

Warum ist unsere Welt so voller Gewalt? Warum ist für unsere politischen Entscheider, trotz all des historischen Leides, Krieg immer noch ein probates Mittel, um Konflikte auszutragen? In Hannover sind Experten aus zwei Forschungsrichtungen in einer Podiumsdiskussion zusammengekommen, um ihr Wissen zu verschmelzen und damit in diesen drängenden Fragen zu neuen Einsichten zu gelangen.

Auf der einen Seite Dr. Daniele Ganser, Friedensforscher und Historiker, auf der anderen Seite Dr. Franz Ruppert, Traumaforscher, und Birgit Assel, Traumatherapeutin.

Reverse Pinocchio

Scientists say there may be a brand new way to catch people in the middle of a lie. Your nose could be the big give away.

Die Verachtung des Volkes

Die meisten Friedensaktivisten geben an, wenn man sie nach einem Ereignis fragt weshalb sie Aktivisten für den Frieden wurden, dass ihnen der 11. September 2001 dazu verholfen habe. Dieses Datum sei ein ganz entscheidendes, will man verstehen was heute so alles abgeht. Achja, ist das so? Oder ist das Ereignis, das am 11. September 2001 die Welt veränderte, bloß eine Zwischenstation. Eine Normalität herrschender Interessen etwas in Gang zu setzen, damit die Schafherde ihnen folgt, wohin auch immer?

Spaltung ist ein primitiver Abwehrmechanismus – Psychotherapeut Dr. Maaz zu Chemnitz

Chemnitz steht aktuell wie keine andere Stadt für die zunehmende Spaltung in Deutschland. Das Rechts-Links-Phänomen ist keineswegs neu und hat sich über die letzten Jahre weiter zugespitzt. Zunächst einmal wird eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Migrationspolitik als Grund genannt, aber es gibt auch immer tiefer liegende Probleme, wie Dr. Hans-Joachim Maaz beschreibt. So ist die Spaltung in der Psychotherapie auch immer ein primitiver Abwehrmechanismus, um bestimmten Problemen aus dem Weg zu gehen. Maaz analysiert die Situation in Chemnitz, erläutert aber auch konkrete Lösungsansätze wie zum Beispiel das „Zwiegespräch“, welches vor allem in Beziehungsproblemen eingesetzt wird.

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Prof. Dr. Rainer Mausfeld „Wie werden politische Debatten gesteuert?“

Bore Out – Wenn Leistungsträger aussorgen …


Bilder: Jacques Prilleau

Aus der psychotherapeutischen Praxis weiß man heute, dass Unterforderung dem Menschen mindestens genauso schlecht bekommt wie Überforderung. „Bore-Out“ nennt man das Phänomen, das zu den gleichen Erschöpfungserscheinungen führen kann wie „Burn-Out“.

Als Sohn einer Beamtenfamilie wurde mir von klein auf eingepläut, dass ich zusehen solle, irgendwo im Staatsdienst „unterzukommen“, da man dort „ausgesorgt“ habe. Was Staatsdienst bedeutet, sollte ich bald kennenlernen. Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich mich an diese Zeit zurückerinnere. Mein erstes Praktikum absolvierte ich bei einem kommunalen Energieversorgungsunternehmen: In der Abteilung, in die ich hineingesetzt wurde, hatte praktisch niemand etwas zu tun. Internet und Smartphones gab’s damals noch nicht, also starrten alle gequält aus dem Fenster und auf die Wanduhr, deren Zeiger aber eher rückwärts als vorwärts zu gehen schien. Eine Runde im Büro gehen und Zimmerpflanzen gießen war das einzige, womit man die Zeit totzuschlagen versuchte – was allerdings auch den Tod der Pflanzen bedeutete, da selbst hartnäckige Gummibäume irgendwann absaufen, wenn sie dreimal am Tag gegossen werden.

Dasselbe Spiel (absterbende Pflanzen und absaufende Bürohengste) konnte ich bei meinem zweiten Berufspraktikum in der Normenabteilung einer Landesregierung erleben. Der dortige Abteilungsleiter hatte sich eine besondere Überlebensstrategie eingerichtet: Er versuchte die Zeit totzuschlagen, indem er en masse Autozeitschriften, Freizeit-Revue und Schlüsselloch las – hatte dabei allerdings einen unheimlichen Stress, da er sich die Gossenblätter ja nicht offen reinziehen konnte. Um undercover lesen zu können, hatte er immer einen aufgeklappten Aktenkoffer am Schreibtisch stehen, der sofort hektisch zugeklappt wurde, sobald ein Mitarbeiter anklopfte und sein Zimmer betrat. Beobachtete man den Leistungsträger durch ein seitliches Plexiglasfenster, dann konnte man sehen, wie sein Blick ständig nervös witternd zwischen dem Inneren des aufgeklappten Aktenkoffers und den Eingängen seines Büros hin- und herschweifte. Das Büro hatte drei Türen, d.h. von links, rechts oder von vorne konnte jeden Moment ein Mitarbeiter oder der große Chef hereinkommen. Ich weiß nicht, wie alt der gute Mann geworden ist, aber ein solchermaßen in Dauererregung befindlicher Adrenalinspiegel soll ja für das Herz-/ Kreislaufsystem nicht unbedingt zuträglich sein. Ein Insasse in Guantanamo hat vermutlich einen entspannteren Arbeitstag als dieser Kommunalbedienstete.

Als es dann endlich 16.30 war, waren alle fix und fertig. Bei manchen Kollegen habe ich mir Sorgen gemacht, ob sie es in diesem Zustand überhaupt noch unfallfrei nach Hause schaffen.

Ostern … und wieder einmal: “Ans Kreuz mit ihm! – Wir wollen den Barrabas!!!“ (*)

(*) Vorwort/Fußnote zum Titel:

Barrabas … dieser im Titel genannte Name ist ja heute womöglich vielen gar nicht mehr bekannt. Bushido rappt nicht über ihn, Dieter Bohlen hat ihn noch nie erwähnt und auch auf Bento und Vice macht man lieber einen auf Fack ju Göhte. Barrabas – diesen Namen kann man ohne Fußnote also gar nicht mehr einfach so hinstellen … wäre aber womöglich doch nicht ganz uninteressant, wer denn das ist, dem man derzeit alle Türen öffnet, ihm euphorisch entgegenjubelt und ihm sogar willfährig alle seine Gegner beseitigt, sodass er freie Bahn vorfindet für den Triumphzug, den er demnächst antreten will (siehe auch „Der Führer 4.0 – Er ist schon längst da“).

Barrabas. Nun, wie heißt es im ominösen Buch rund um das Ostermysterium als Kommentar mit fünf knappen Worten, nachdem sich das Volk am Marktplatz frenetisch schreiend für den – offensichtlich über fantastische Entertainerqualitäten verfügenden – Barrabas entschieden hatte, obwohl ihnen der römische Statthalter auch einen anscheinend wenig unterhaltsamen, von Peitschenhieben zerschundenen und bluttriefenden Nazarener zur Wahl geboten hätte, der Nächstenliebe und Frieden im Programm gehabt hätte?: „Barrabas aber war ein Mörder …“

50 Jahre nach dem Attentat auf Rudi Dutschke: Die Full spectrum dominance der „Realos“

An Gründonnerstag jährt sich zum 50. Mal der Mordanschlag auf Rudi Dutschke. Der Attentäter Josef  Bachmann hatte ihm drei Kugeln verpasst, die Dutschke zwar zunächst schwerverletzt überlebte, ihm jedoch Jahre später in der Badewanne einen epileptischen Anfall bescherten, sodass der ehemalige Studentenrevolutionär hilflos ertrank. Mit ihm schied auch viel zu früh eine unermüdliche, energiegeladene Impulskraft ab, die die Studenten- und Friedensbewegung in einer kritischen Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs in der Folge schmerzlich vermisste. Bei den soeben in Gründung befindlichen Grünen, wo Dutschke mit seinen Idealen für Furore sorgte und er als Bundesdelegierter kandidieren sollte, übernahmen in der Folge die „Realos“ – mit allen bekannten Folgen bzw. dem heute in seiner Endphase befindlichen Niedergang der ehemaligen Friedenspartei, deren Vorsitz inzwischen ein Mitglied des PNAC („Project for a New American Century“) innehat.

Hätte man Dutschke und andere alternative Denker nicht  vorzeitig weggeräumt, wer weiß, vielleicht müssten wir dann nicht die unsägliche Depression ausbaden, die heute auf allen Ebenen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft herrscht. Dutschke hätte sich jedenfalls eher den Kopf abschneiden lassen, als dass er zugelassen hätte, dass bei den Grünen ein Mitglied des PNAC die Parteiführung übernimmt, der als „Young Leader“ eines US Thinktanks wild entschlossen ist, in den Grand Canyon zu marschieren und zur Konfrontation mit Russland und für eine „Full spectrum dominance“ von Brzezinskis „Einziger Weltmacht“ trommelt (siehe „Die Glyphosat Kanzlerin und die Große Depression“).

So aber – haben andere das Rennen gemacht.

Der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg geht in seinem jüngsten Essay einer interessanten Frage nach: Was bringt junge Menschen, insbesondere Studenten dazu, sich dermaßen in den Strom der herrschenden Meinung einzuordnen und sogar diejenigen erbittert zu bekämpfen, die ihnen mit alternativen Denkansätzen eigentlich aus der Lage heraushelfen wollen, in der sie selbst kaum noch atmen können (siehe auch Juri Galanskow: „In eurer Hölle kann ich nicht atmen“). Immerhin wachen in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Gesellschaft heute jede Nacht mehr Menschen schweißgebadet auf als in totalitären Regimen (Quelle: Zeit), der Soziologie-Professor  Hartmut  Rosa bezeichnet unsere stolzen Universitäten mittlerweile als schiere „Entfremdungszonen“, in denen schon unter Jungstudenten Burn-Out und Angsterkrankungen grassieren. Laut jüngsten Krankenkassen-Report gilt bereits jeder sechste Student als psychisch krank (Quelle: handelsblatt). Womöglich würden diese Studenten – und wir alle – augenblicklich wieder gesund und tatkräftig, wenn wir als Lebenselixier nur einen Funken vom Elan und der Inspiration  in uns aufnähmen, die in den 60er/70er Jahren noch den Studentenführer Rudi Dutschke und mit ihm eine ganze Generation beseelten.

Aufforderung zur Lynchjustiz

Dass Dutschke es seinerzeit schaffte, Studenten zu mobilisieren, die couragiert für Frieden und gegen den Vietnamkrieg, Medienmanipulation und gegen die Große Koalition demonstrierten, war den deutschen Qualitätsmedien ein besonderer Dorn im Auge. Umgehend setzte eine mediale Maschinerie ein, um die Friedensaktivisten mit Querfront-Attributen zu diffamieren: „verantwortungslose Störer, bösartige Krawallmacher, Rowdies, Kriminelle und Schädlinge der Gesellschaft“ wären es, die dem Fortschritt von Kommerz und Technik im Wege stünden. Im Februar 1968 rief schließlich die Bild-Zeitung ganz unverblümt zur Lynchjustiz auf:  „Man darf auch nicht die ganze Drecksarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen.“(sic)

In der Tat ist zu beobachten, dass die seinerzeit von der Springer-Presse bzw. der Bild-Zeitung ausgegebene – heute stillschweigend zum common sense gewordene – Losung, in kleinbürgerlicher Selbstjustiz diejenigen Subjekte zu lynchen und von der Bildfläche verschwinden zu lassen, die dem herrschenden Narrativ (eines technokratisch-kommerzialistisch-nihilistischen Systems) widersprechen, heute nicht nur von einigen labilen Einzeltätern wie Josef Bachmann in die Tat umgesetzt wird. Nein, heute haben sich ganze Rudel an selbsternannten Säuberern zusammengerottet, die diese Drecksarbeit erledigen – ganz unblutig und rein virtuell durch konzertierte Mobbing-, Dissing- und Diffamierungskampagnen, die die Existenz anderer Menschen aber mitunter genauso vernichten können wie das Inbrandsetzen ihres Hauses.

Diplom-Proletariat im Inquisitionsfieber

Die Blaupause des aus der „Unterschicht“ stammenden Hilfsarbeiters Josef Bachmann, der vor Gericht zugab, dass er sich von den hetzerischen Artikeln der Bild-Zeitung zu seinem Attentat auf den Intellektuellen Rudi Dutschke hatte anregen lassen, wurde heute auf unzählige Bürger gerade auch der akademischen intellektuell gebildeten Mittelschicht übertragen. Denn wie uns auch der Jurist Milosz Matuschek in seinem nzz-Essay „Das Gastmahl der Geistlosen“ aufklärt, ist dieser gut ausgebildeten Schicht das klassische Bildungsbürgertum zwischenzeitlich abhanden gekommen, sodass man in besagter akademischer Intelligenzia heute zumeist leider im Trüben fischt: in einem „akademisch zertifizierten, aber intellektuell desinteressierten Diplom-Proletariat aus Ärzten, Juristen, Lehrern, Bankern und Ingenieuren, das sich in einen Zustand der Wohlstandsbehinderung hineinpäppelt … wobei sich das Gesprächsniveau in solcher Gesellschaft oft indirekt proportional zur Höhe des Durchschnittseinkommens verhält.“

Strampelt es gerade nicht im Hamsterrad, dann gefällt sich besagtes Diplom-Proletariat darin, ebenso wie Josef Bachmann Jagd auf Fortschrittsverweigerer zu machen. Zwar virtuell auf diversen digitalen Prangern, aber nicht minder brutal und menschenverachtend. Als sich etwa im vorigen Jahr angesichts zunehmender medialer Kriegstreiberei gegen Russland die zarten Sprosse einer neu erstandenen Friedensbewegung wieder sammeln wollten, wurden diese umgehend ebenso niedergetreten wie z.B. die geplante Friedenskonferenz „Angst essen Zukunft auf“ mit Daniele Ganser. Durch Hassblogger aus dem Dunstkreis des Psiram-/Skeptiker-Netzwerks gezielt sabotiert, musste diese in der Folge abgesagt werden (siehe Rubikon), ebenso wie sich die streng wissenschaftlichen Heckenschützen durch konzertierte mediale Aktionen mittlerweile darauf verstehen, Veranstaltungen wie das vom Vorstand  der Humanistischen Friedenspartei HFP, Malte Klingauf organisierte Pax Terra-Friedensfestival zu sabotieren und potentielle Besucher abzuschrecken (siehe Rubikon).

Zusammengerottet zu schlagkräftigen digitalen Rollkommandos, diffamieren die Blogger der Psiram-, Skeptiker- und Antifa-Bewegung Friedensforscher, meucheln investigative Journalisten, homöopathische Ärzte und Heilpraktiker (inklusive Angabe ihrer Adressen im Netz, sodass jeder, der meint, dass er diesen fortschrittsfeindlichen Subjekten mal einen Besuch abstatten sollte, auch weiß, wo er mit der S-Bahn hinfahren muss, wenn er Dampf ablassen und damit gleichzeitig ein gutes Werk tun und der Wissenschaft einen Dienst erweisen möchte). Sie feiern frenetisch, wenn eine konzertierte Mobbingaktion wieder einmal erfolgreich war und es ihnen gelungen ist, einen Friedensforscher von einer Universität zu verdrängen, einer alternativmedizinischen Reha-Klinik die Fördermittel zu sabotieren oder die Lehre eines Gemeinwohlökonomen aus den Schulbüchern zu streichen, da die Bildungsministerin ihrer Argumentation gefolgt ist, dass eine solche Gemeinwohl-Lehre definitiv „unwissenschaftlich“ sei – in fortschrittlichen neoliberalen Zeiten wie unseren, in der „jeder Mensch des anderen Menschen Wolf“ zu werden droht (Hobbes): Ja, wirklich, wer braucht da schon Gemeinwohl?

In einem solchen Klima des Hasses und der Häme auf Andersdenkende ist es dann auch nichts Ungewöhnliches mehr, wenn etwa Ken Jebsen, der Betreiber der alternativen Nachrichtenplattform KenFM, mitten in Berlin auf offener Straße in bester Gegend von Schlägern attackiert wird. Auch dass ihm beim Verlassen seiner Wohnung zu Attacken mit abgebrochenen Bierflaschen aufgelauert wird, die er samt seiner Familie und Tochter bisher nur durch Glück unbeschadet überstanden hat (siehe Interview mit Rubikon/Youtube), sowie Aufrufe auf Youtube zum Mord an seiner Tochter – im Jahre 2018 scheinbar Business as usual.

Autoimmune Allergie als Vorbote von Dostojewskijs Pest

Überhaupt kann man beobachten, dass das, was in den 60er und 70er Jahren noch möglich war: Ideale formulieren, Begeisterung für humanistische Ziele wecken, soziale Einrichtungen, Menschrechts- und Umweltschutzorganisationen begründen, heute kaum noch denkbar oder zumindest unendlich erschwert ist. Hingegen schießen Wettcafes, Flatratebordelle und sonstige Pissbuden allerortens wie die Pilze aus dem Asphaltboden. Beobachtet man den politischen und gesellschaftlichen Diskurs, dann kann man zusehen, wie sinnvolle und notwendige alternative Denkansätze  und Reformbemühungen auf wirtschaftlichem, finanztechnischem, sozialem, pädagogischem oder gesundheitlichem Gebiet oder gar philosophisch-humanistische Gedanken umgehend im Keim erstickt werden. Kaum wagt sich jemand aus der Deckung und versucht, ein paar couragierte Gedanken zu formulieren und dem politischen Tagesgeschehen etwas entgegenzusetzen, da er den unfassbaren Niedergang, die Selbstzerfleischung des Landes und die Verödung der Menschen nicht mehr tatenlos mitansehen kann: Sofort setzt ein vehementes Hauen, Kratzen und Beißen ein, sodass derjenige gar nicht mehr weiß wie ihm geschieht: „Bäääh, weg damit ….!!“, plärrt und unkt es dann aus allen Löchern, aus denen dann neunmalkluge sieche Gestalten ihre Schreihälse herausrecken, die sich der Intelligenzia 4.0 / der bored students violence / dem Club der sklerotisierten Flachbildschirmlemuren / den Transhumanisten / den Smartphoneonanisten / den Teletubbies / Sheldon Coopers Cumpels / der Antifa / Rattifa oder den ganz besonders hellen „Brights“(sic!)/GWUPs/Skeptikern zugehörig fühlen und die vor allem eines mitbringen: einen unbändigen Hass gegenüber allen Menschen mit einem anderen Weltbild als sie selbst es haben. Wild zum streng wissenschaftlichen „Fortschritt“ und zur Ausmerzung allen Geistes entschlossen, merken die beim Gastmahl der Geistlosen sitzenden Ritter von Shledon Coopers Tafelrunde gar nicht, wie sie in Wirklichkeit Dantes Eishölle den Weg bereiten.

Die in Dostojewskijs Traum von der szientistischen Pest vorhergesagte Krankheit, sie droht also gerade mit voller Wucht um sich zu greifen und sich zur Pandemie auszuweiten. Wenn wir diesem Wahn nicht rechtzeitig den Stecker ziehen, dann könnte er uns womöglich schon demnächst alle dahinraffen.

Ein altes Problem …

Eigentlich wollte ich mit diesen Worten nur zu einem lesenswerten Essay von Götz Eisenberg einleiten, in welchem der Gefängnispsychologe anlässlich des Dutschke-Gedenktages zu ergründen versucht, warum mutige Aufklärer sogar von den Bürgern, denen sie helfen wollen, dermaßen gehasst werden.

Das Problem, das Götz Eisenberg dabei beleuchtet, ist eigentlich ein altbekanntes: Platon hat darüber in seinem Höhlengleichnis bereits berichtet (siehe dazu auch Eifelphilosoph). Vielleicht wäre es also heute im 21. Jahrhundert, an der Schwelle zum dritten Jahrtausend an der Zeit, diesen stupiden Mechanismus, mit dem wir uns um unsere wertvollsten Köpfe und auch uns selbst stetig dem Grand Canyon näher bringen, endlich einmal zu knacken. Denn allzuviel Zeit bleibt uns womöglich nicht mehr: Die „Doomsday Clock“ wurde soeben auf zwei Minuten vor Mitternacht, d.h. der symbolischen Apokalypse vorgestellt (siehe Spiegel).

Wie bereits in meinem letzten Kommentar muss ich wieder eine Warnung  anbringen: Das Lesen von Götz Eisenbergs Essay kann melancholisch machen, vor allem wenn der Autor den Esprit und die Ideale der damaligen Studentengeneration mit unserer Situation heute vergleicht (was uns aber gleichzeitig anspornen kann, diesen Elan – diesmal nicht als Gruppe, sondern individuell – wiederzugewinnen, denn er ist in Wirklichkeit nicht weg, er ist nur zugeschottert und man muss ihn freischaufeln:)

„… Die Erinnerung daran, dass eine menschliche Welt möglich ist, soll getilgt werden. Ein großes Vergessen soll sich breitmachen und jede Alternative schon im Ansatz erstickt werden. Ein Blick auf den Zustand der jüngeren Generation zeigt, dass dieses Vorhaben bereits weit vorangekommen ist. Das gilt leider auch für das Gros der heutigen Studierenden. Sie unterwerfen sich den Anforderungen einer zur Lernfabrik verkommenen Universität und lassen sich widerspruchs- und widerstandslos zu „Kopflangern“ (Brecht) des digitalisierten Kapitals herrichten. Sie begeben sich auf ein Reise-nach-Jerusalem-Spiel um gutbezahlte Jobs und verfahren nach dem altgriechischen Motto: „Glück ist, wenn der Pfeil (der Arbeitslosigkeit) den Nebenmann trifft“. Konkurrenz und Ellenbogeneinsatz statt Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Sie pfeifen sich leistungssteigende Medikamente rein, vergöttern Markt und Effizienz, rennen wie Somnambule hinter ihren Smartphones her und trinken auf dem Weg zur Uni einen Coffee to Go. Statt sich in den Kampf zu stürzen, jagen sie Pokémons und tanzen nach der digitalen Pfeife. Insgeheim ahnen oder wissen sie, dass sie keine Perspektiven haben. Das macht sie latent wütend und gereizt. Deswegen besaufen sie sich regelmäßig und trinken oder kiffen sich weg aus einer frustrierenden Realität. Dass sie diese ändern könnten, ist ein Gedanke, der ihnen fremd ist. Von Revolution ist bloß noch die Rede, wenn es um eine neue Geschäftsidee oder die Gründung eines Start-up-Unternehmens geht. Ihr Traum, den sie leben wollen – wie ein gängiger Werbeslogan heißt – ist ganz von dieser Welt: reich sein, Karriere machen und dabei Spaß haben.

(…)

Warum will Bachmann [Anm.: der Attentäter, der auf Dutschke geschossen hat] unbedingt jemanden erschießen, der sich zeitlebens für die Erniedrigten und Beleidigten, also für Leute wie ihn, eingesetzt hat? Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen, muss man die kritische Sozialpsychologie zu Rate ziehen. Das von seinen Erziehern gezüchtigte und gequälte Kind ist dennoch auf deren Wohlwollen und Zuwendung angewiesen. Es muss seine Peiniger lieben, und diese sadomasochistische Verfilzung von Quälerei und Liebe bleibt oft ein Leben lang wirksam. Die Erziehung zu Gehorsam und Unterwerfung unter Autoritäten mündet in eine „Identifikation mit dem Angreifer“, die einen Menschentyp hervorbringt, der verbissen seine eigene Knechtschaft verteidigt. Die in einem „erbärmlichen geistigen und seelischen Zustand“ gehaltenen Menschen, schrieb der junge Max Horkheimer in seinem Buch „Dämmerung“, „sind die Affen ihrer Gefängniswärter, beten die Symbole ihres Gefängnisses an und sind bereit, nicht etwa diese ihre Wärter zu überfallen, sondern den in Stücke zu reißen, der sie von ihnen befreien will“. Diesem, wenn man so will, perversen Mechanismus fielen immer wieder Revolutionäre zum Opfer – von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Kurt Eisner, Gustav Landauer bis Rudi Dutschke.“

(ganzer Artikel: siehe Nachdenkseiten)


Foto:Rosa-Maria Rinkl/CC BY-SA 3.0/Wikimedia 

Kulturtod 4.0 und die Geburt eines neuen Sterns im Zeitalter der Schwarzen Sonne

Bild: Schwarze Sonne / Nigredo (PD)  

War den Griechen die Kunst noch das Götterkind, das den an der „Lebenslüge“ erkrankten Menschen inspiriert, erhebt und gesundet (was besagte Lebenslüge ist, darüber darf jeder mal kurz selbst sinnieren …), so haben sich die Künstler der Postmoderne zwar schon längst von diesem Ideal der Kunst verabschiedet, aber als eines kann Kunst heute immer noch dienen: als äußerst präziser Spiegel des herrschenden Zeitgeistes und als feinfühliger Seismograf für die Zukunft. Schon Viktor Frankl hat daher den Rat gegeben, dass man die uns erwartende Zukunft am besten an der aktuellen Kunstszene ablesen könne. Dies beherzigend, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, mein Augenmerk nicht nur der Politbühne zu schenken und dort das marktkonforme Treiben der Trumps, Merkels und Gadaffis zu analysieren [Anm. d. Red.: die vorgenannte Auswahl an toten, komatösen und hyperventilierenden Politikern ist spontan und ohne tiefere Assoziation erfolgt], sondern ab und zu auch im Kulturteil unserer Leitmedien zu blättern.

Immerhin haben vor wenigen Tagen die Wiener Festwochen 2017 begonnen, das Stelldichein der internationalen Kunst-Avantgarde. Seit unserem letzten Abstecher in diese Gefilde (siehe „Über multiresistente Keime, Kulturtod und emotionale Vulkanausbrüche in neoliberaler Gletscherlandschaft“) hat sich auf der Kulturbühne nicht allzuviel geändert. Es sind bei den diesjährigen 66. Festspielen eben nicht deutsche und österreichische Akteure, die „kotzen, urinieren, Pornoszenen nachstellen, wild um sich schlagen, kreischen und schluchzen, rohes Fleisch und Eingeweide werfen“, um „das Publikum gemeinsam mit den Darstellern immer weiter bergab zu führen  in die Untiefen des Unbewussten, wo Tagesreste, Ängste und Begierden einen wabernden Morast bilden“ (Quelle: orf.at), sondern zur Abwechslung eben chinesische oder brasilianische Künstlertruppen wie z.B. die Macaquinhos (übersetzt: „Äffchen“), die gemeinsam eine lustige Nackt-Polonaiseschlange bilden und dabei ihre Köpfe in den Allerwertesten des jeweiligen Vordermanns stecken. O-Text aus dem Programm der Festwochen: „Kurzum: Es geht um den Anus. Die demokratischste und tabuisierteste Körperöffnung von allen. Die Performance ist eine Hommage an Schönheit und Freiheit …“ (Quelle+Polonaisefotos: festwochen.at). Im Fußtext des Festwochenprogramms erfährt man indes auch Dramatisches: Durch die aktuelle politische Situation in Brasilien ist die zukünftige Arbeit der Anus-Äffchen gefährdet!

[kleiner Zwischenruf an die soeben in NRW abgestürzten GRÜNEN: Na, da muss man doch schleunigst was unternehmen. Wo seid ihr, wenn man euch braucht? Eure Young Leaders sind doch sonst auch immer an vorderster Front, wenn es um den Kampf für Demokratie und Fortschritt und gegen Tabus geht. Womöglich sterben die Anus-Äffchen demnächst aus, wenn wir uns jetzt nicht für sie einsetzen! Außerdem: Vielleicht entdeckt ihr bei dieser Spezies sogar ein neues Transgender-Geschlecht, das ihr euch dann auf eure Fahnen schreiben könnt.]

Nun, dass wir heute in jeder Hinsicht auf den Arsch gekommen sind, wäre ja noch nichts wirklich Neues. Selbst Menschen, die sich durch harte Drogen oder Dauerfernsehen betäuben, dämmert dies mittlerweile, dazu hätte man nicht Kerosin in die Luft blasen und Macaquinhos aus Brasilien importieren müssen.  Auch Jonathan Meese, das enfant terrible der zeitgenössischen Kunzt, hätte man nicht herankarren müssen, damit er uns mit Richard Wagners Parsifal-Verhunzung jede Vorstellung von Politik und Religion „dekonstruiert“. Diese seien „Kitsch von gestern“. Hingegen gehe es laut dem Regisseur darum, uns auf eine Zukunft vorzubereiten, die seiner Ansicht nach „nicht religiös, nicht politisch und auch nicht demokratisch“ sein werde. – Stelle ich mir wirklich toll vor, so eine Zukunft ohne Politik, also ohne demokratische Willensbildung: Klingt wie ein Mekka, in dem sich die in der Aufzählung des Künztlers nicht vorhandene Wirtschaft endlich vollkommen frei entfalten kann. Auch eine von Meese geforderte Welt ohne Religion passt da dazu: Eine Welt, in der nichts mehr heilig, sondern alles nur geistlose Knetmasse und damit der restlosen Verwertungslogik unterworfen ist, wäre doch der beste Boden für ein letztes Wirtschaftswunder kurz vor Ladenschluss – der Ökonom in mir bekommt bei einer solchen Vorstellung sofort Dollarzeichen in den Augen und ist restlos begeistert. Fortschrittliche Künztler mit solchen Visionen sollte man unbedingt unter Sponsoringvertrag nehmen.

Wie dem auch sei. Eigentlich würde ich es ja gar nicht für wert halten, den Leser mit dem „wabernden Morast“ (orf.at) – pardon, mit der „Kunst der offenen Arme“ (Festivalintendant Tomas Zierhofer-Kin) – zu belästigen, der dieses Jahr wieder neu aufgebrüht vom Stapel gelassen wird, wenn … ja wenn sich inmitten dieses Morasts nicht auch Grund zur Hoffnung abzeichnen würde. Dazu jedoch später. Bevor wir zu besagter Hoffnung bzw. zum Licht kommen, wollen wir uns so wie die klassischen Alchemisten bei ihrer Bereitung des Steins der Weisen zuerst der „Schwarzphase“ (lat. Nigredo, auch: Schwarze Sonne) widmen, jenem Stadium der Fäulnis und des Ausbrennens, in dem auch der Tiefenpsychologe C.G. Jung eine Vorstufe der inneren Reifewerdung bzw. Individuation gesehen hat. Die Schwarzphase, bei der ein Gefäß in Pferdemist eingepackt und im Schlamm vergraben wurde, um dort zu verwesen, dauerte bei den alten Alchemisten 40 Tage. Mit 35 Tagen will der Intendant der Wiener Festwochen zeigen, dass es im digitalen Zeitalter auch eine Spur schneller geht und verspricht „fünf Wochen Ausnahmezustand“. Seiner Ansicht nach solle das Kulturprogramm „nicht geistig, sondern sinnlich“ sein, es gehe ihm „um exzessive, lustvolle Erfahrungen“ (Quelle: tvthek.orf).

In diesem Kontext und im Sinne von Frankls Zukunftskaleidoskop also kurz ein paar Streiflichter durch die Festspiellandschaft und ihre diesjährigen Stars (Kursivtext jeweils im Original übernommen):

“Promised Ends“ – Derrick Mitchell: In seinem „Theater der Grausamkeit“ lässt er assoziativ-mythologische Räume entstehen und erzeugt überbordende Schönheit, die in jedem Moment in Schmerz, Hysterie und extreme Emotionen kippen kann. Mitchell zeigt eine Gesellschaft in einer Grenzsituation, die Tabuschwellen durchbricht, … Angst, Bedrohung, Tod und Kannibalismus. Zum Sprachrohr dieser Gesellschaft wird ein körperlich wie geistig zerstörter König Lear … Auf der erbarmungslosen Reise sind wir mit Saint Genet und der Donner Party im Gebirge gefangen und treffen auf einen ››mad king on the heath saying kill, kill, kill, kill, kill, kill!‹‹ (Quelle: festwochen). Während der Performance zapfen sich Mitchells Schauspieler Blut ab und setzen sich unter Drogen. Im TV-Journal KulturMontag vom 08.05.2017 (Link bereits erloschen) sieht man mit echtem – ihrem eigenen – Blut verschmierte Körper zuerst alleine zittern, dann zu lethargischen Haufen übereinandergestapelt.

„Death Center for the Living“ – Daniel Lie: zeigt die Lust am Auflösen des Individuums und am Verschmelzen mit der dionysischen Emotion einer Masse, egal welcher: „Emotional Fields“ bezeichnet Situationen, in denen ganze Gruppen von Individuen zur selben Zeit und am selben Ort dieselbe Emotion empfinden, z. B. bei einer Trauerfeier, einem Candomblé-Ritual, aber auch bei einer Schlägerei oder einer Demonstration. Erkunden Sie die Zwischenwelt der Transformation, der Auflösung, des Loslassens. In Daniel Lies interaktiver Installation aus Mineralien, Pflanzen und verrottendem Obst entstehen atmosphärisch dichte Szenarien, in denen zeitliche Linearität zugunsten eines prozessualen Verständnisses aufgelöst wird. Ein queerer Raum, in dem alternative Gesetze walten. Eintritt frei (Quelle: festwochen).

„Mondparsifal Alpha 1-8“:  Als einer der Höhepunkte der Festspiele darf hier der bereits genannte Jonathan Meese den Parsifal-Mythos dem Reißwolf und der Kompostierung zuführen. Er selbst findet seine Wagner-Verhunzung als „das Geilste“. Er möchte Richard Wagner und den Weltenretter Parsifal „entheiligen, um ihn zukunftsfähig zu machen“, ihn von Politik und Religion befreien, da es Politik und Religion ja gar nicht gäbe und wir uns stattdessen auf eine Zukunft vorbereiten müssten, die wie schon erwähnt, nicht religiös, nicht politisch und auch nicht demokratisch sein werde. In diesem Sinne will er uns zeigen, wie unsinnig es ist, den heiligen Gral und die Entwicklung innerer Tugenden wie Gerechtigkeit, Weisheit, Milde etc. zu erstreben wie seinerzeit die Gralsritter, wo es doch heute Strom aus der Steckdose, WLAN, auf Mondstationen twerkende Barbarellas, billigen Fusel, Anus-Polonaisen und endloses Entertainment gibt.  Meese „freut sich tierisch“, dass er nun auf der Weltbühne der Wiener Festspiele dasjenige Skandalstück aufführen kann, das bei den Bayreuther Festspielen abgesetzt wurde. Für das spießige Bayreuth, das seine fortschrittlich-entheiligende Kunzt verschmäht hat, schlägt der Regisseur nur noch eine – letzte – Inszenierung vor: „Man holt den Bulldozer raus und macht alles platt.“ (Quelle: orf).

„Hyperreality“: Parallel zu den Kunstinszenierungen wird in einem eigenen Pavillon vier Nächte lang ein „großer Reigen mit theoretischem Überbau und Partycharakter sowie einem politischen Drall“ veranstaltet. Die hierbei zum frenetischen Tanz aufspielende, international gefragte Künstlerin Tomasa Del Reals beweist durch ihre Vita, dass es im Sinne Meeses Mondparsifal auch ganz ohne ritterliche Ideale geht und „neue Realitäten“ ausreichen: „Dem Onlinemagazin The Fader kommunizierte sie eine Selbstbeschreibung, die von neuen Realitäten zeugt: Sie sei lediglich ein Mädchen mit ein paar guten Freunden, einem Mac und Wi-Fi“ (Quelle: orf).

Beim Recherchieren über die Wiener Festwochen habe ich mich auch kurz in ein benachbartes, ebenfalls an der Donau liegendes Kulturfest verirrt, das vermutlich aus dem Sporenflug des Mutterfestivals vom Vorjahr auf der grünen Wiese der Provinz aufgesprossen ist: Das Kremser Donaufestival. Der öffentliche Rundfunk erklärt uns, worum es bei diesem Festival geht (Quelle: orf): „Das Motto: nur keine falsche Scham. Hinschauen und zuschlagen, ganz, wie es die Lust gebietet.“ Im Fließtext erfährt man auch, was besagte Lust gebietet: „Dutzende nackte Menschen, die in einer Kirche ekstatisch zu moderner Musik tanzen und einander betatschen. Die Dominikanerkirche ist keine Kirche mehr, und die Tage, in denen so etwas als Tabubruch galt, sind längst vorbei. Heute ist das Skandalon ein anderes: echte Menschen, manche alt, manche jung, manche dick, manche mager, manche sportlich, manche nicht, mit großen oder flachen Brüsten, kleinen oder großen Penissen.“ Als Kulturverfall will der staatliche Rundfunk die Performance keinesfalls verstanden wissen: „Von wegen „Verfall“: Hier steht ein Mensch, in all seiner Körperlichkeit, all seiner Normalität…“

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk geizt auch nicht mit Ratschlägen und lebenspraktischen Erkenntnissen, die auf dem Kulturfestival zu gewinnen sind: Unter der Überschrift „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ schildert er die Lust, in deren Genuss man bei hemmungslosen Gewaltausbrüchen kommen kann: „Solchermaßen von Komplexen befreit, muss man sich noch seiner Wut über das Body-Shaming, das in der Welt außerhalb des Donaufestivals weit verbreitet ist, entledigen. Da kommt Stephane Roys „The Laboratory of Anger Management“ gerade richtig. In einem Container wird eine Wohnlandschaft aufgebaut. Festivalbesucher dürfen sich jeweils 30 Sekunden lang mit einem Baseballschläger bewaffnet an die Zerstörung machen. Was in den unscheinbarsten Menschen steckt! … Wahren Berserkern gleich dreschen sie auf Glastische, Nachkästchenlampen und Stereoanlagen ein, bis außer ein paar Splittern nichts mehr übrig ist und das improvisierte Wohnzimmer neu aufgebaut werden muss. Interessant ist der Effekt, der sich dabei einstellt: Die Performance macht nicht Angst vor der Gewaltlust einzelner Individuen, sondern man freut sich mit ihnen über die Befreiung, die ganz offensichtlich mit dem brachialen Zerstören von heimeligen Konsumlandschaften einhergeht … Man verlässt das Festivalgelände mit einem inneren Schlachtruf, der die Schädelknochen noch ein letztes Mal zum Schwingen bringt: Freiheit für den Körper!“ (Quelle: orf)

Bevor er das Festivalgelände verlässt, macht der Redakteur noch einen Besuch bei einer Performance, in der ein „posthumanes Wesen“ auf einen schwarzen, mächtigen Thron erhoben wird, umgeben von Nebelschlieren und diffusem Kunstlicht. Wer also gedacht hat, dass in einer Zukunft, die „nicht religiös, nicht politisch und auch nicht demokratisch“ sein wird, auch der Herrscherstuhl leerbleibt, während wir durchspaßt mit Cyberbrillen durch die Gegend surfen, der hat wohl voreilig geschlussfolgert. Passend zur Inthronisation des posthumanen Herrscherwesens wartet das Kulturfestival auch mit entsprechenden „theoretisch-diskursiven Vertiefungen“ auf, in welchen die US Cyborg- und Cyberfeminismus-Vordenkerin Donna Haraway dem Publikum die Idee schmackhaft macht,  die „Grenzziehungen zwischen Mann/Frau, Mensch/Maschine und Physischem/Virtuellem aufzuheben und neu zu denken“.

Zurück aber aus der Provinz in die Hauptstadt zum Mutterfestival: Auftakt und Höhepunkt der Wiener Festwochen war die „zwischen Oper und Orgie“ verortete Inszenierung „Ishvara“ des chinesischen Künztlers Tianzhuo Chen, der sich einen riesigen Bananenmixer zurechtgelegt hat, in den er die Bhagavad Gita (=die heilige Schrift der Hinduisten) und buddhistische Rituale zusammen mit Pop, Hiphop, nackten Männer mit frei schwingenden Pimmeln, Tierkadavern und Dämonen hineinwirft und dann den Mixer einschaltet. Die daraus resultierende, aufgeschäumte Melange wird sodann unter kaltem Neonlicht, Stroboskopscheinwerfern und markdurchdringend sirrendem Sirenenlärm zweieinhalb Stunden lang auf die Bühne ergossen. Aus einer Rezension auf orf news: „Im Vollrausch der Opernorgie — Auf der Bühne herrscht Opulenz, die die erzählerische Ebene ohnehin bald in den Hintergrund rückt. Es wird mit Fleisch geworfen, gekreuzigt, gebadet und vor allem viel getanzt – einmal mehr, oft weniger angezogen. Neon- und Schwarzlicht beleuchten ein großes Kreuz, das auf der Spitze eines Berges im Hintergrund aufgestellt ist…“

Während sich also der Westler Jonathan Meese die Entheiligung des christlichen Parzifal-Mythos vorgenommen hat, so widmet sich der aus dem Osten kommende Chen der Entheiligung der Bhagavad Gita, das ist quasi das orientalische Gegenstück der Bibel und Hauptwerk des Hinduismus. Der Großteil des Publikums war angeblich begeistert. Auch ich beginne langsam zu verstehen: Wenn diese letzten Reminiszenzen menschlicher Kulturgeschichte endlich zerrissen, verschreddert und verheizt sind und dem menschlichen Geist ein Tritt verpasst wurde wie einem Fußball, den man weit über den Horizont hinausschießt, dann werden wir endlich bereit sein für die Zukunft, die der Fortschritt uns verspricht. Das posthumane Wesen auf dem schwarzen Thron wird uns in eine neue, transhumanistische Evolution führen – siehe dazu ein lesenswertes Essay in Peds Ansichten (danke an User Blub für den Link).

Zurück aber zu Chens Orgienoper. Im Publikum spielt sich nämlich etwas ab, was ich als bemerkenswert repräsentativ für das ansehe, was sich m.E. in Zukunft immer stärker herauskristallisieren wird:

„Das Publikum teilt sich in einen kleinen Teil, der sich an mancher Stelle die Ohren zuhält, und den Rest, der von der ohrenbetäubenden Soundkulisse fast in eine Art Trance versetzt wird.“ (Bericht aus news.ORF.at/festwochen)

Und genau hier sind wir am springenden/revolutionären Punkt bzw. am eingangs versprochenen Hoffnungsmoment angelangt: Es wird berichtet, dass nach einer Dreiviertelstunde zuerst einzelne Personen und dann immer mehr Menschen mitten in der Orgienoper aufgestanden sind und unter Buh-Rufen den Raum verlassen haben. – Wer jetzt müde die Augen aufschlägt und meint, das sei nichts Besonderes, der hat keine Ahnung von der zeitgenössischen Kunstzene und den Gesetzen der Avantgarde. Bis vor Kurzem wäre es noch ein absolutes No-Go und reine Häresie gewesen, sich dem zur Normalität erklärten Wahnsinn zu verweigern und andere Wege zu gehen. Als etwa der österreichische Alt-Bundespräsident Thomas Klestil seinerzeit mit dem Satz „Mir gefällt die Kunst Nitschs nicht“ öffentlich bekundete, dass er den Orgienmysterienspielen und Blut-Schüttbildern des Aktionskünstlers Hermann Nitsch ablehnend gegenübersteht, wurde er von der herrschenden Meinung und ihren Leitmedien regelrecht hingerichtet. Ebenso machte sich auch jeder Kleinbürger der Führerbeleidigung schuldig und wurde umgehend als Ketzer aus der Gemeinschaft der fernsehenden Spiegelbildbürger verworfen, wenn er fortschrittliche nackte Tatsachen mit einem Sahnehäubchen reinem Wahnsinn obendrauf serviert bekam und es verschmähte, davon zu essen. Wenn heute also erstmals, wenn auch nur vereinzelt,  Menschen aufstehen, sich gegenüber der Masse emanzipieren und mutig den Häretikerstandpunkt einnehmen, dann ist das absolut revolutionär und in seiner Symbolkraft für die Zukunft nicht zu unterschätzen. Wir sind hier Zeugen absoluter pionierhafter Willensentscheidungen: Menschen, die nicht in C.G. Jungs „Nigredo“(Schwarz-)Phase verharren wollen, sondern die am Nullpunkt der menschlichen Kulturgeschichte realisieren, dass sie im Begriff sind, bei weiterer Fortsetzung dieses Weges in den Bereich sub-zero zu kommen bzw. meier zu werden. Menschen, die sich aus der Phase „Nigredo“(Schwärzung) in Richtung „Albedo“ (Weißung) und „Rubedo“ (Rötung) bewegen, um bei C.G. Jungs Terminologie zu bleiben (was diese tiefenpsychologischen Begriffe bedeuten, würde hier den Rahmen sprengen, kurz gefasst sind damit Stufen innerer Reifewerdung angedeutet, wobei es das Verdienst C.G. Jungs war, herauszuarbeiten, dass es bei diesen der mittelalterlichen Alchemie entlehnten Begriffen keineswegs um die Gewinnung von materiellem, sondern um „philosophisches Gold“ geht; als weiterführende Literatur siehe z.B. Jung, C. G. (1984): Psychologie und Alchemie).

Zurück aber zu denjenigen Pionieren, die sich aus der Orgienoper des 21. Jahrhunderts bereits emanzipiert haben: Nun wird gewiss mancher enttäuscht sein, dass das die ganze Hoffnung sein soll, die ich eingangs versprochen habe. Was sind schon einige wenige Brechbreiverweigerer gegen die große Masse, die sich weiterhin mit dem Brei abfüttern und in ekstatische Begeisterung versetzen lässt? Nun gut, wem diese Willensbekundung einiger Weniger noch nicht Hoffnung genug ist, für den habe ich abschließend noch einen weiteren Trost auf Lager:

Viele werden es schon wissen, aber da es sich zu manchen womöglich noch nicht rumgesprochen hat und zum Thema passend, im Übrigen eine Namensverwandschaft mit dem vorgenannten „Rubedo“ C.G. Jungs hat, möchte ich hier nochmals darauf hinweisen: Vor wenigen Wochen wurde eine neue Plattform eingerichtet, um einen wirkungsvolle Gegenöffentlichkeit gegen den zur Normalität erklärten Wahn-Sinn und gegen die tendenziöse Meinungsmache der Massenmedien zu schaffen. Das Magazin nennt sich „RUBIKON — Magazin für die kritische Masse“ und hat, wie der Name schon sagt, das erklärte Ziel, in der Gesellschaft die notwendige kritische Masse zu schaffen, um den abgründigen Entwicklungen der Gegenwart doch noch eine Wendung zu geben. Jean Ziegler zur Rubikon-Gründung:

„Es gibt eine letzte große Chance, den Beutejägern des Kapitals das Handwerk zu legen, bevor sie mit der neoliberalen Dampfwalze jeder Individualität und humanistischen Solidarität ein Ende setzen.“

Eine erste Sichtung des neuen Magazins hinterlässt einen vielversprechenden Eindruck und macht Mut auf die Zukunft. Neben vielen hochkarätigen Kolumnisten finden sich im Beirat erfrischende Köpfe wie Jean Ziegler, Daniele Ganser und Rainer Mausfeld. Aus der Startseite des Rubikon:

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ (Erich Kästner) … Trauen Sie sich, aufzustehen. Trauen Sie sich, klar und zuversichtlich zu sein! Lassen Sie uns sicht- und hörbar werden, denn diese Welt und diese Zeit brauchen uns alle, brauchen auch Sie. Überschreiten wir gemeinsam den Rubikon. Denn ob wir es wollen oder nicht: die Würfel sind längst gefallen. Es ist daher an der Zeit, das Spiel selbst in die Hand zu nehmen.“

Was Rubikon ein besonderes Qualitätsgütesiegel verleiht: Nur wenige Atemzüge nachdem die Rubikon-Plattform gegründet wurde, wurde ihr von den Inquisitoren der Skeptikerbewegung bereits ein Eintrag auf Psiram verpasst (über Hintergründe zu dieser Diffamierungsplattform siehe Jens Wernicke: „Die Aufklärer und ihre Fake-News“). Hätte Rubikon diesen Eintrag auf Psiram nicht, dann wäre diese Initiative vermutlich nicht wert, dass man sie erwähnt. Denn wer auf dem Gesinnungspranger Psiram keinen Eintrag besitzt, ist im heutigen gesellschaftlichen Diskurs nur von eher untergeordneter Bedeutung und hat zur Veränderung der herrschenden Verhältnisse nicht viel beizutragen. Nur wer dem, was in der globalen Orgienoper „herrschende Meinung“ und „anerkannte Lehre“ ist, etwas entgegenzusetzen hat, ist dort aufgelistet. Wenn Rubikon also dort sogar binnen Tagesfrist ins Visier der von Roland Düringer als Bluthunde bezeichneten GWUP-/Skeptikerbewegung gerät, dann spricht das absolut für die Integrität und Stoßkraft der Redakteure von Rubikon. Frei nach Noam Chomsky: „Wenn ich mit dem, was ich sage, in den heutigen geisteskorrumpierten Verhältnissen nicht auf vehemente Kritik stoßen würde, dann wüsste ich, dass ich etwas falsch gemacht habe.“

Einer meiner neuen Lieblingskolumnisten auf Rubikon ist übrigens „Herr M.“ – Herrn M. ist angesichts der Entwicklungen des Zeitgeschehens schon seit einiger Zeit nur noch schlecht. Seine Kolumne nennt er daher auch „Die Brechecke“. Trotz allem hat sich Herr M. einen besonderen Galgenhumor bewahrt, fühlt in Seelenruhe am Totenbett den Pulse of Europe, forscht eigenhändig nach, was das neue „SCHULZ“ ist und demaskiert unsere Leitmedien in genüsslicher Weise als „konzertierte Gehirnwaschfront“. Aber auch in den Artikeln der anderen Rubikon-Autoren kann man in Ruhe schmökern, ohne dass man am liebsten ein Glas an die Wand schmeißen möchte so wie beim Lesen unserer DIN-ISO-zertifizierten Leitmedien.

***
Nachsatz:

Tja, die Nigredo-Phase, durch die wir momentan durchgehen, ist vermutlich noch lange nicht überwunden und die Sonne, die derzeit am Horizont steht, würde C.G. Jung wohl trotz ihres gleißenden Lichtes eine schwarze nennen („sol niger“, siehe Titelbild). Ein Sonnenschutzmittel, das vor dieser Gegensonne bewahrt, ist bis dato leider noch nicht erfunden und so wird uns das täuschende, pervertierte Licht, das von der schwarzen Sonne ausgeht, wohl noch weiterhin auf unserem Weg begleiten und auf der Haut brennen. Es kann jedoch jeder von uns ein nicht zu unterschätzendes Stück dazu beitragen, dass die wirkliche, gesunde Sonne wieder am menschlichen Horizont erscheint. Sie wird sichtbar, sobald wir den Nebelgeneratoren den Stecker rausziehen. Diesen Stecker ziehen wir raus, indem jeder von uns an seinem Ort der Lüge und Manipulation die Gefolgschaft verweigert und sich auf individuelle Weise um Wahrheit  und Humanität bemüht (siehe auch „Der Mensch am Schlachtfeld zwischen Lüge und Wahrheit“). Damit das bei niemandem Druck erzeugt: Die Wandlung vom Nigredo zu Albedo und Rubedo muss kein äußerlich heldenhafter und spektakulärer Prozess sein, es ist in den meisten Fällen eine ganz leise, innere Wandlung – dabei wäre es jedoch meines Erachtens ein fataler Fehler, wenn man mit dieser inneren Wandlung bei sich stehen bleibt und sich nicht nach außen wendet (die Tendenz zu Selbstrückzug und zum Schaffen von Wellness-Oasen ist angesichts der derzeitigen Großwetterlage bzw. kollektiven Depression zwar durchaus verständlich, aber nicht ratsam). So wie dies die Begründer von Rubikon machen, kann es auch jeder von uns im Kleinen machen: Ins Gespräch gehen, lebendiges Interesse am Weltgeschehen zeigen, mutig Position beziehen für Menschen, die gerade diffamiert und medial durch den Dreck gezogen werden, Respekt zeigen vor der Würde Anderer bzw. Andersdenkender – für die man im Sinne Immanuel Kants auch zu kämpfen bereit ist, denn: “Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir.”

***
P.P.S:

Falls die vom Orgienopern-Regisseur Tianzhuo Chen in Brand gesetzte und zum Verschreddern freigegebene Bhagavad Gita demnächst aus dem Gedächtnis der Menschheitsgeschichte ausgetilgt werden sollte, dann bleibt aus dem 700-strophigen Gedicht vielleicht zumindest auf dem Nachrichtenspiegel-Server dieser kleine Vers hier erhalten. Er mag als philosophische Gewürzprise dienen, dank derer Ihr Verdauungstrakt die notwendigen Enzyme erhält, um die aus den oben verlinkten Kulturfestimpressionen aufgenommenen Toxine, freien Radikale und Handlungsimperative wieder ausscheiden zu können.  (Der Autor des Gedichts ist unbekannt, zu altindischen Zeiten hat es der Mensch noch als anmaßend empfunden, dem Namen seiner vergänglichen Persönlichkeit besondere Wichtigkeit zuzumessen):

Wenn ein Mensch materielle Dinge betrachtet, entsteht Bindung an diese.

aus Bindung entsteht Begehren,

aus Begehren entsteht Zorn,

aus Zorn entsteht Verblendung,

aus Verblendung erfolgt Verlust der Erinnerung (an den Sinn des Lebens),

aus dem Verlust der Erinnerung erfolgt Zerstörung des Verstandes/ der Unterscheidungsfähigkeit;

ist der Verstand/ die Unterscheidungsfähigkeit zerstört, dann geht der Mensch zugrunde.

 

 

Prof. Dr. Rainer Mausfeld: „Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert“.

youtube sagt:
Veröffentlicht am 09.05.2017
Prof. Dr. Rainer Mausfeld bietet einen Einblick in die wirkliche Verwaltung unserer Demokratie und zeigt auf, wie mit den Techniken des Meinungsmanagements die Bürger in Gleichgültigkeit und der Illusion des Informiertseins gehalten wird.

Dabei stellt er sich u.a. folgenden Fragen:
Mit welchen subtilen Methoden arbeiten Unternehmen und Lobbyverbände?
Wie und in welchem Ausmaß werden wir bereits heute manipuliert?
Welche Rolle spielen die Medien?

Dieser Vortrag fand in Kooperation mit der E.F. Schumacher-Gesellschaft für politische Ökologie e.V. statt.

Und, damit diejenigen, die ihn noch nicht kennen, nicht lange suchen müssen, hier nochmal die beiden vorherigen Vorträge:

Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und Empörungsmanagement.

youtube sagt:
Veröffentlicht am 15.09.2015
Vortrag an der Christian Albrechts Universität Kiel, am 22.06.2015:
Prof. Dr. Rainer Mausfeld
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Der Vortrag beschäftigt sich mit einem oftmals als ‚Paradoxon der Demokratie‘ bezeichneten Spannungsverhältnis zwischen Volk und Eliten: Demnach könne es in einer Demokratie beispielsweise passieren, daß, wie Aristoteles bemerkte, „die Armen, weil sie die Mehrheit bilden, das Vermögen der Reichen unter sich teilen.“ Aus Sicht der jeweils herrschenden Eliten sind Demokratien daher mit einem besonderen ‚Stabilitätsproblem‘ behaftet….

Die Angst der Machteliten vor dem Volk

youtube sagt:

Veröffentlicht am 19.02.2017
Wenn eine überschaubare Gruppe von Menschen dauerhaft über die große Masse Macht ausüben will, ist die Stabilität des Systems nur dann zu erreichen, wenn man die wichtigste Ressource kontrolliert. Wissen.

Was das Volk nicht weiß, noch nicht einmal erahnt, kann es auch nicht auf die Barrikaden bringen.

Nach diesem simplen Prinzip herrschen die sogenannten Eliten nun schon seit Tausenden von Jahren über ihre jeweiligen Untertanen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein System sich „Demokratie“ nennt oder nicht.

Immer sind es nur sehr wenige, die bestimmen, was offiziell überhaupt gewusst wird. Umso allergischer reagiert jeder Machtapparat auf sogenannte Whistleblower, die man früher abwertend als Verräter bezeichnete. Verräter wie Snowden destabilisieren die Machtpyramide, indem sie dem Volk, den Massen, die Möglichkeit geben zu erkennen, wie man sie beherrscht. Herrschaft kann aber nur effektiv agieren, wenn sie unsichtbar bleibt.

Vor allem auf dem Feld der Sozialforschung hat die Elite gegenüber dem Bürger einen enormen Wissensvorsprung. Die Machthaber kennen das Wesen „Mensch“ heute derart genau, dass sie ihn bis in die kleinsten Teile zerlegen und manipulieren können und das auch tun. Dass wir alle kaum etwas davon mitbekommen, stützt diese Aussage.

Wie kann es sein, dass wir z. B. in der BRD den größten Niedriglohnsektor der Welt haben und sich diese Massen nicht zusammenschließen, um den Verteilerschlüssel des Kapitals zu korrigieren? Wie kann es sein, dass 2016 nur acht Personen so vermögend sind wie 3,7 Milliarden, sprich die ärmste Hälfte des Planeten, und dennoch alles so läuft, als gäbe es diese Information nicht.

Das Machtsystem „Neoliberalismus“ hat es geschafft, nahezu unsichtbar zu werden und zu herrschen. Es ist auf allen Feldern aktiv, während es gleichzeitig so fassbar ist, wie eine grüne Schlange im schlammigen Wasser. War da was?

Mit der Informationsrevolution werden die Karten neu gemischt. Der Staat bzw. die, die ihn zusammenstellen, haben das Monopol auf veröffentlichtes Wissen verloren.

Prof. Rainer Mausfeld ist eine Koryphäe, wenn es um das Enttarnen von Eliten-Macht geht. Sein aktueller Vortrag „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ hilft dem einzelnen, die Ohnmacht zu überwinden, die jeden beschleicht, wenn er versucht, im Alleingang das System zu durchschauen. Die Chance auf Veränderung beginnt im Kopf. Wissen ist der Schlüssel. Mehr Wissen bei den Massen.

Herr Prof. Mausfeld hat noch eine Ausarbeitung des Vortrags mit einigen zusätzlichen Ergänzungen und ausführlichen Quellenhinweisen erstellt.

Prof. Rainer Mausfeld: Die Angst der Machteliten vor dem Volk

youtube Text:

Wenn eine überschaubare Gruppe von Menschen dauerhaft über die große Masse Macht ausüben will, ist die Stabilität des Systems nur dann zu erreichen, wenn man die wichtigste Ressource kontrolliert. Wissen.

Was das Volk nicht weiß, noch nicht einmal erahnt, kann es auch nicht auf die Barrikaden bringen.

Nach diesem simplen Prinzip herrschen die sogenannten Eliten nun schon seit Tausenden von Jahren über ihre jeweiligen Untertanen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein System sich „Demokratie“ nennt oder nicht.

Immer sind es nur sehr wenige, die bestimmen, was offiziell überhaupt gewusst wird. Umso allergischer reagiert jeder Machtapparat auf sogenannte Whistleblower, die man früher abwertend als Verräter bezeichnete. Verräter wie Snowden destabilisieren die Machtpyramide, indem sie dem Volk, den Massen, die Möglichkeit geben zu erkennen, wie man sie beherrscht. Herrschaft kann aber nur effektiv agieren, wenn sie unsichtbar bleibt.

Vor allem auf dem Feld der Sozialforschung hat die Elite gegenüber dem Bürger einen enormen Wissensvorsprung. Die Machthaber kennen das Wesen „Mensch“ heute derart genau, dass sie ihn bis in die kleinsten Teile zerlegen und manipulieren können und das auch tun. Dass wir alle kaum etwas davon mitbekommen, stützt diese Aussage.

Wie kann es sein, dass wir z. B. in der BRD den größten Niedriglohnsektor der Welt haben und sich diese Massen nicht zusammenschließen, um den Verteilerschlüssel des Kapitals zu korrigieren? Wie kann es sein, dass 2016 nur acht Personen so vermögend sind wie 3,7 Milliarden, sprich die ärmste Hälfte des Planeten, und dennoch alles so läuft, als gäbe es diese Information nicht.

Das Machtsystem „Neoliberalismus“ hat es geschafft, nahezu unsichtbar zu werden und zu herrschen. Es ist auf allen Feldern aktiv, während es gleichzeitig so fassbar ist, wie eine grüne Schlange im schlammigen Wasser. War da was?

Mit der Informationsrevolution werden die Karten neu gemischt. Der Staat bzw. die, die ihn zusammenstellen, haben das Monopol auf veröffentlichtes Wissen verloren.

Prof. Rainer Mausfeld ist eine Koryphäe, wenn es um das Enttarnen von Eliten-Macht geht. Sein aktueller Vortrag „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ hilft dem einzelnen, die Ohnmacht zu überwinden, die jeden beschleicht, wenn er versucht, im Alleingang das System zu durchschauen. Die Chance auf Veränderung beginnt im Kopf. Wissen ist der Schlüssel. Mehr Wissen bei den Massen.

Herr Prof. Mausfeld hat noch eine Ausarbeitung des Vortrags mit einigen zusätzlichen Ergänzungen und ausführlichen Quellenhinweisen erstellt.
Die Ausarbeitung ist unter diesem Link verfügbar:
http://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Die_Angst_der_Machteliten_vor_dem_Volk.pdf

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