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Bodo Schiffmann – wie man Widerstand organisiert

Narrative #20

In der Schraubenpresse des Guten, Gernen und Erbärmlichen – Über das Niederbrechen unserer letzten Bastion: Der Kunst  

Tagesangstpegel+NNTV_EGruppeBerlin


(Bild: E-Gruppe Berlin)

In der Polonaiseschlange mit Pogo, dem Clown

Die neue Normalität duldet keinerlei Abweichungen und würde im Sportpalast noch gepredigt, käme auf “Wollt ihr den totalen Infektionsschutz?” ein vieltausendfaches “Ja” – meint Mathias Bröckers in einem jüngsten Interview. Dass die im Sportpalast bzw. vor der Umnachtungsschau („Tagesschau“) versammelte Burgeoisie wieder einmal dem herrschenden Narrativ folgt, selbt wenn dieses Narrativ offenkundiger Wahnsinn ist, wäre hierbei noch nichts wirklich Bemerkenswertes.

Doch was ist mit all den Künstlern, Satirikern und Liedermachern, die bisher als letzte Bastion des kritischen Geistes galten? Die sich in ihren Texten und Werken stets als kompromisslose Streiter für die Freiheit und gegen die Unmenschlichkeit gaben? Wie ist es möglich, dass gerade in diesen Reihen der vermeintlich Kreativen und Kritischen ein regelrechtes Dominokegeln eingesetzt hat, in dem die meisten Promis bereits umgefallen sind, noch bevor der rülpsende Konsensmoloch (©W. Reiser) richtig Luft geholt hat? – siehe auch „Restlos coole Semunkulen im Enddarm des rülpsenden Konsensmolchs“. Wer hätte es für möglich gehalten, dass sich ehemals unbeugsame Rebellen nun in die Polonaiseschlange von Oktoberfestkaisern wie Söder und Pogo dem Clown einreihen und Schulter an Schulter in die digitale Transformation trotten?

Wo bleibt zumindest das Herz für Kinder? Laut UNICEF-Studie von letzter Woche haben die Lockdown-Maßnahmen 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut gestürzt. Die wenigsten dieser Kinder werden es noch an Grönemeyers Macht schaffen. Laut Oxfam-Studie werde durch die Lockdown-Maßnahmen die Zahl der hungernden Menschen um 82 Prozent bzw. 120 Millionen zunehmen. Zum Jahresende 2020 wird erwartet, dass wegen der Corona-Maßnahmen ca. 12.000 Menschen pro Tag zusätzlich sterben, zum großen Teil Kinder. Doch nicht nur in den Entwicklungsländern ist die Bilanz der Neuen Normalität fatal. Sogar für das Land, in dem wir gut & gerne leben, errechnet der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen, dass die Lockdown-Maßnahmen ca. 200 Mal mehr Lebensjahre vernichten als dadurch vermeintlich gerettet wurden (Quelle: welt.de). Doch 2+2 zusammenzuzählen ist offensichtlich nicht mehr politisch korrekt. Nicht einmal die Hofnarren des Kabaretts wagen es, diese elementare Rechnung vor laufender Kamera zu lösen. Volker Pispers, auf den wir angesichts der beschämenden Performance seiner Nachfolger wehmütig zurückdenken, hat wohl geahnt, was auf uns zukommt als er sich aus nicht näher genannten Gründen von der Bühne zurückgezogen hat.

Mann, Sieber!

Doch unsere wackeren Recken von der ÖR Bühne schweigen nicht nur etwa, so wie es der Titel des nachfolgend verlinkten Artikels nahelegen würde. Sie teilen sogar kräftig aus und treten feste nach denjenigen, die es wagen, das herrschende Narrativ der Neuen Normalität zu hinterfagen. Sind gerade keine „Covidioten“ und „Aluhüte“ in Sicht, da sie „im Medienmörser pulverisiert und vom Shitstorm verweht“ wurden (C. Castellini), dann arbeiten sich unsere guten & gernen Böhmer- und Siebermänner an Slapstick-Plattitüden wie „Die Polizei, dein Freund und Nazi“ ab (siehe Mann, Sieber!, gepostet vorgestern, 22.09.2020). Ja, Mann Sieber … sei dankbar und bete abends drei Ave Maria, dass es in Dunkeldeutschland zum Glück auch diese Nazis gibt. Denn wenn es sie nicht gäbe, dann müsstest Du Dich womöglich mit Pogo dem Clown konfrontieren, der Dich gerade mit blutverschmierter Nase angrinst und nach unseren Kindern verlangt.

Doch zurück zu den eingangs gestellten Fragen und dem Versagen der letzten Bastion unserer Kultur. Der Autor und Fotograf Thomas Castellini hat dazu einige Beobachtungen angestellt.

Wir übernehmen den Text unter Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International).


 

Das Schweigen der Künstler

Musiker und Kabarettisten, die man zuvor als kritische Geister kannte, sind zu eifrigen Verfechtern der Regierungspolitik in Sachen Corona mutiert.

von Thomas Castellini

„Aber die Verschwörungstheorien, die von einem großen Plan reden, das Volk zu entmündigen und zu lenken, halte ich für totalen Quatsch. Angela Merkel ist eine nüchterne Frau, keine große Rednerin. Sie beurteilt die Situation naturwissenschaftlich, das ist angenehm. Sie wird an einer raschen Beendigung der Beschränkungen interessiert sein“, so der Sänger und einst „Niedermacher von Osnabrück“ genannte Heinz Rudolf Kunze, dessen Prognose — um es konziliant auszudrücken — nicht zu 100 Prozent zutraf. Aber immerhin ist er ein treffendes Beispiel für sich als zeitkritisch gebende Künstler, die, wenn es darauf ankommt, nicht die unangepassten, eigenwilligen und nonkonformistischen Zeitgenossen sind, welche sie gerne darstellen.

Doch Kunzes Aussage ist wohl tatsächlich kein Lippenbekenntnis, um nicht negativ auszufallen, sondern er scheint von der Richtigkeit der Killervirus-Sage überzeugt. Und deshalb wäre es auch zu kurz gedacht, hier die Künstler eilig zu verurteilen und kategorisch mehr Engagement und Teilnahme zu fordern. Neben Kunze zweifeln viele nicht an der Richtigkeit dessen, was als „Narrativ“ in den Medien umgeht und beteiligen sich bedauerlicherweise auch an der ausgedehnten Verleumdung der Kritiker als „Corona-Leugner“ und „Aluhüte“. Andere vermeiden es, sich in die Thematik zu vertiefen. Weitere betrachten die Situation tatsächlich kritisch und misstrauisch.

Allen gemein ist die Sorge um die Existenz — im Allgemeinen, nicht nur die künstlerische. Denn außer wenigen Großverdienern, die sich eine längere Auszeit leisten können, traf der „Lockdown“ alle schwer in unterschiedlichen Ausprägungen — von herben finanziellen Verlusten bis zur Vernichtung.

Der eingangs erwähnte Heinz Rudolf Kunze zitierte auch seinen Musikerkollegen Purple Schulz, der ihm gesagt habe: „Nächstes Jahr um diese Zeit wird es die Hälfte von uns nicht mehr geben.“ Um der minimalen Chance willen, es womöglich doch zu schaffen und zu überleben, will kein Künstler es riskieren, in den medialen Schredder zu geraten und als „Covidiot“, „rechter Schwurbler“ oder „krude Theorien verbreitender Verschwörungstheoretiker“ unten wieder rauszukommen, was zweifellos gleichbedeutend wäre mit dem Untergang.

Bodo Schiffmann hatte es nur gut gemeint. Insbesondere zum Wohle der Kinder. In seinem Video „Corona 120“ rief der Arzt aus der Schwindelambulanz zu Sinsheim zwei seiner Lieblingsmusiker, Udo Lindenberg und Wolfgang Niedecken von BAP, auf, „stellvertretend für andere Künstler endlich Position“ zu beziehen, da „wir hier gerade auf dem Weg sind, eine DDR 2.0 aufzubauen“ (1). Schiffmann zitierte aus Lindenbergs „Wozu sind Kriege da?“ und „Zehnter Juni“ von Niedecken und stellte an beide Künstler gerichtet fest: „Ihr wart nie Mainstream.“

Da hat Schiffmann sich gewaltig getäuscht. Mit großer Leidenschaft und ebenso limitiertem Kölsch rezitiert er im Video aus dem BAP-Song, offensichtlich zurückschauend auf Momente, in denen ihm das Lied besonders wichtig war. Doch Niedecken fährt mit dem Bulldozer durch Schiffmanns Erinnerungen. Jener Niedecken, der im genannten Werk singt: „Eure Schachfiguren haben denken gelernt/Und springen einfach vom Brett,/Bis zum Kadaver wird jetzt nicht mehr pariert“ (2).

„Hört mal, ihr Aluhüte, Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner!“, eröffnete der Kölner Sänger seine Ansprache auf Facebook, in der er sich Einlassungen von den Genannten auf den BAP-Internetseiten verbat. „Damit das unmissverständlich klar ist: Ich lasse es nicht zu, dass ihr mit eurer Propaganda unsere Seiten zumüllt. Schreibt auf euren Seiten, was ihr wollt, aber respektiert bitte, dass ihr bei uns nicht willkommen seid. Achtet mal lieber darauf mit welchem Nazi-Pack ihr euch gemein macht. Okay!?“ (3).

Daneben ein Porträt des Musikers mit Ringelshirt, Sonnenbrille und einer der FFP2 funktional gleichwertigen KN-95-Atemschutzmaske. Im gleichlautenden Instagram-Post ist ihm übrigens ein Freudscher Verschreiber unterlaufen, als er im ersten Satz die Adressaten „Corona-Verweigerer“ nannte (4).

Aber um Schiffmann nicht unrecht zu tun: Die Diskrepanz zwischen Texten und Handeln des Bundesverdienstkreuzträgers aus der Kölner Südstadt ist durchaus erheblich. Wobei es nicht darum geht, dass der Sänger die Meinung, die er vertritt, nicht äußern dürfte oder dass es gar eine Missetat darstellte, von dieser überzeugt zu sein, sondern die Art und Weise, wie er Menschen, die einer unterschiedlichen Einschätzung anhängen, diskreditiert und beleidigt. Bereits in einem Interview mit der Kölner Internetzeitung report-K am 15. Juni 2020 hatte er über Demonstranten gegen die „Corona-Maßnahmen“ geäußert: „Die haben sie nicht mehr alle!“ Er forderte, dass jetzt „die Menschen doch alle an einem Strang ziehen“ sollten und konstatierte: „Jetzt passieren wieder merkwürdige Dinge und einige scheren aus. Aluhüte hat es übrigens immer gegeben, von denen sollten sich die Menschen jetzt nicht auseinander dividieren lassen.“

Zweifellos eine ungeheuerliche Aussage. Niedecken unterscheidet hier zwischen den „Menschen“ und „Aluhüten“, absonderliche Freaks, bizarre Ausscherer, die versuchen, die Menschengemeinschaft auseinanderzudividieren.

Das ist eine sprachliche Ansichtskarte von einem Abstecher in den Totalitarismus. Denn Demokratie bedeutet — auch wenn in den vergangenen Jahren die „gemeinsame Lösung alternativlos“ zum politischen Mantra wurde — Dissens statt Konsens; eine Binse, die offensichtlich keine mehr ist.

Geht es ums Ausland, geizt Niedecken allerdings nicht mit Kritik an der staatstragenden Politik: „Brasilien ist auf dem Weg in den Faschismus und Trump will autokratisch regieren.“ Überhaupt Brasilien und Bolsonaro: „Was passiert, wenn man mit absurden Theorien die Pandemie verleugnet, sieht man gerade in Brasilien.“ Und unsere nördlichen Nachbarn bleiben auch nicht ungeschoren: „Auch in Schweden ist der Plan nicht aufgegangen. Sie haben sehr hohe Todesraten mit ihrem eigenen Weg aus der Krise zu beklagen.“

Erneut entdeckt Niedecken also ausscherende Abweichler, die unfassbarerweise einen „eigenen Weg“ beschritten haben. Und dann gelingt ihm noch — wie ein Vorläufer zu Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz‘ Weissagung: „Das Virus kommt mit dem Auto!“ (5) — der bemerkenswerte Satz: „Manche Leute tun so, als ob man mit einem Virus diskutieren könnte, aber das ist völlig hirnverbrannt“ (6). Das hätte Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell bedenken sollen. Womöglich wäre ein Anruf in Köln eine Option gewesen.

Und dies alles von einem Mann, der 1980 unter dem Titel „‘Nen schönen Gruß“ textete, als wäre es, so könnte man mit gegenwärtigen Blick meinen, der ungehorsame Zwillingsbruder gewesen: „Oh, lieber Orwell, ‘84 ist nah (…)/Es läuft so ähnlich ab, nur unauffällig und viel raffinierter gemacht./Der Trick funktioniert ganz zügig und reibungslos:/Etappenweise Entmündigung klappt famos,/Freiwillig eingereiht und flink zum Verblöden gebracht“ (7). Aber das ist, um einen weiteren BAP-Titel zu zitieren, verdammt lang her …

Auch Lindenberg ließ sich nicht lange bitten. Aus seinem „Udoversum“ im Hotel Atlantic an der Hamburger Außenalster reimte der Dauergast: „Wenn die hirntoten Risikopiloten durch Aerosole zischen, wird es ganze viele noch erwischen.“ Reim dich oder ich fress dich. Eine andere Möglichkeit aus dem Baukasten „Der kleine Reimer“ wäre gewesen: „Covidioten sind wie infektiöse Zecken, das sagt auch mein Kollege Niedecken.“

Und Panik-Udo fügte im typischen Lindenberg-Sprech hinzu: „Wir brauchen die kollektive Mega-Power, also: Maske auf und mit panischer Konsequenz da durch. (…) Nur wenn wir alle cool bleiben und uns an die Regeln halten, können wir das Ding unter Kontrolle kriegen.“ Denn: „Die großen Shows in den Stadien und Arenen können (…) erst wieder steigen, wenn wir clean sind“ (8).

Und „clean“ sind wir bekanntlich erst wieder, wenn es ein Medikament gibt oder die Impfung. „Zehnter Juni“ und „Wozu sind Kriege da“? Dr. Schiffmann wird wohl in Zukunft, wenn die Sprache auf Niedeckens BAP und Udo Lindenberg kommt, eher aus zwei anderen Liedern zitieren: „Sendeschluss“ von BAP: „Hatte gedacht, dass ihr versteht./Sag, geht der Abfuck eigentlich nie vorbei,/dass auch noch ihr mich hängenlasst?!“ Und Lindenberg: „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr,/das ist aus, vorbei und lange her.“

Wodarg-Bashing in der Anstalt — Kabarett in Corona-Zeiten

So wie Bodo Schiffmann hätten viele „Corona-Verweigerer“ erwartet oder zumindest gehofft, dass vormals als kritische Geister firmierende Sänger, Autoren, Kabarettisten nun ihre Stimme zur Rettung und zum Wohle der Demokratie erheben. Es blieb still, sehr still, so angestrengt man auch lauschte. Im Gegenteil: Am 24. März 2020 verspotteten im ZDF Max Uthoff und Claus von Wagner in einer Folge von „Die Anstalt“ Dr. Wolfgang Wodarg in einer Art, die in ihrer dümmlichen, vollkommen zweifelsfreien Selbstgewissheit kaum zu ertragen ist (9).

Es beginnt mit einem Foto Wodargs mit den Haaren, die er eben hat, hochgehalten von Uthoff, woraufhin von Wagner kommentiert: „Das heißt, die Friseursalons sind jetzt endgültig geschlossen, ja?“ Im weiteren Verlauf des Dialogs wird Wodarg als pensionierter, trotteliger und ahnungsloser Medizinfreak dargestellt, der die drohende Gefahr zehntausender Toter ignoriert, nicht begreift, dass es sich um ein ganz neuartiges Corona-Virus handelt und überdies die irre These vertritt, „es gibt nur so viele Corona-Tote, weil so viel gemessen wird“, verfälscht Uthoff.

Daraufhin von Wagner mit schlecht gespielter Konsternation: „Die ganzen Toten in Italien, achthundert pro Tag, die gibt’s nur, weil’s so viele Beerdigungen gibt?“ Und auf von Wagners Frage, wo denn Wodarg seine „wissenschaftlichen Erkenntnisse“ veröffentlich habe, antwortet Uthoff: „Äh, Moment, die Zeitschrift heißt ‚YouTube‘.“ Aber damit ist der Mann für die beiden noch nicht erledigt. Es gilt, noch eine Leiche aus dem Keller zu holen. Wodarg, so Uthoff, sei im Gesundheitsamt gewesen „und hat da wirklich Einmaliges geleistet, zum Beispiel Gerd Postel in seinem Amt eingestellt“.

Die Sache ist 38 Jahre her. Der Postbote Gerd Uwe Postel aus Bremen hatte sich unter dem Decknamen Dr. Dr. med. Clemens Bartholdy im Spätsommer 1982 für die von der Stadt Flensburg ausgeschriebene Stelle des stellvertretenden Amtsarztes beworben. Er knüpfte Kontakt mit dem Leiter des Amtes, der ihn sympathisch fand, und, so das Flensburger Tageblatt am 27. Oktober 2015 in einer Rückschau (10), wurde Postel alias Dr. Dr. med. Bartholdy trotz fehlender oder gefälschter Unterlagen vom Personalbüro der Stadt eingestellt. Später — als der Hochstapler enttarnt war — sagte vor Gericht sein ehemaliger Chef: „Wir waren froh, jemanden zu haben, der zeigte, dass er auf sozialpsychiatrischem Gebiet etwas tun wollte.“ Dieser Vorgesetzte heißt Wolfgang Wodarg.

Uthoffs und von Wagners Beitrag aus der „Anstalt“ verdient diese ausführliche Betrachtung, weil er in Form und Inhalt ein unschätzbares Zeitdokument darstellt. Zwei Kabarettisten, die sich als nonkonformistische Freigeister gerieren und selbst feiern. So geschehen ausgerechnet hier im Rubikon, wo am 5. April 2019 Max Uthoff in einem Interview sagte:

„Wir (…) sind letztlich ein kleiner Teil einer Gegenöffentlichkeit, die vielleicht stattfindet. Wir haben die Chance, um zehn Uhr abends in einem Mainstream-Medium etwas zu sagen, was (…) sonst vielleicht nur in einer Dokumentation auf Arte abends um Viertel nach zwölf oder Viertel vor eins gezeigt würde“ (11).

Doch nun, wo es wirklich darauf ankommt, ist vom Wirken als „Gegenöffentlichkeit“ — oder zumindest vom Abbilden und Einbeziehen einer solchen — nichts zu bemerken. Wie schon in Bezug auf Niedecken angemerkt, es geht nicht darum, dass sie die Einschätzung Wodargs und weiterer teilen, es geht um das Zulassen und Akzeptieren anderer Meinungen und Ansichten in einem demokratischen Konsens.

Stattdessen positionieren sich Uthoff und von Wagner als einfältige Hofnarren, die nicht ansatzweise in Betracht ziehen, dass eventuell auch eine andere Sichtweise auf das Geschehen möglich ist. Und keine Praktik ist ihnen zu billig wie der Kalauer über Wodargs Haare oder die Hochstaplergeschichte von 1982.

Gewiss, Wolfgang Wodarg hat damals einen Fehler begangen, einen groben womöglich. Er ist offensichtlich den suggestiven Fähigkeiten eines begabten Hochstaplers erlegen. Im Übrigen heißt es im erwähnten Artikel des Flensburger Tageblattes aber auch: „Doch dass der Pseudo-Arzt ein Nichtskönner war, blieb dann auch trotz allen Wohlwollens Dr. Wodarg nicht verborgen. Der Aufgabenbereich schrumpfte immer weiter.“ Letztlich schied „Dr. Dr. med. Bartholdy“ freiwillig aus dem Dienst des Gesundheitsamtes.

Das Erwähnen dieses Vorfalls durch Uthoff und von Wagner ist eine so üble wie wirkungsvolle Verfahrensweise aus dem Werkzeugkoffer des geübten Demagogen. Unterschwellig wird transportiert: Wer einen Fehler — und sei er auch fast vierzig Jahre her — in einem bestimmten Bereich begangen hat, der ist auch und für alle Zeit auf allen weiteren, selbst vollkommen unterschiedlichen Feldern unfähig, untauglich, unseriös. Denn was hat die Betrachtung eines Virus mit der Gutgläubigkeit gegenüber einem Hochstapler gemein?

Saftige Bußgelder für Covidioten und „Danke Lisa“

Es ist schon kurios. Gerade jene, die den Toleranzgedanken, das demokratische Verständnis, die Offenheit, das Buntsein als Weltanschauungsmonstranz bei Gesinnungsprozessionen durch die politische Landschaft getragen haben, gebärden sich nun als intellektuelle Despoten, für die das herrschende, mittlerweile berühmte „Narrativ“ alternativlos ist und folglich keine gegensätzliche Einschätzung zugelassen. Wie Niedecken, Lindenberg, die zwei aus der „Anstalt“.

Die Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, nennt die Demonstranten vom 1. August in Berlin „Covidioten“ (12), Cem Özdemir fordert für die Protestierenden bei Nichttragen der Maske oder Missachtung des Mindestabstandes „saftige Bußgelder“ (13) und Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, wirft Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow — als dieser Ende Mai 2020 beabsichtigt, die generellen Corona-Einschränkungen in Kürze aufzuheben — vor, sich von Verschwörungstheoretikern leiten zu lassen (14).

Als würden all diese vorgeblich aufgeklärten, vorurteilsfreien, humanen, freidenkerischen Menschen sich wie einst Fantomas die Latexmaske vom Gesicht reißen und darunter erscheint die Hardcore-Version von Markus Söder.

Doch es gibt auch einen Lichtblick — Lisa Fitz. Bei drei Auftritten in der SWR-Sendung „Spätschicht“ thematisierte die bayerische Kabarettistin zwischen Dezember 2019 und Juni 2020 die Machtkonzentration in den Händen weniger extrem Reicher, die Manipulation der Massen, Zwangsimpfung, rückgratlose Politiker, Big Pharma, Gates‘ Manipulation der Medien, Diskriminierung Andersdenkender als antisemitische Verschwörungstheoretiker und das berühmt-berüchtigte Adjektiv „krude“ und schloss: „Ich glaube ja, Corona ist ein Intelligenztest.“

Für diese Auftritte erntete sie in den Kommentarspalten von YouTube weit überwiegend positive, teils euphorische Kommentare wie: „Im Moment kommt ans Licht, wer intelligent ist und ein Gewissen hat.“ „Eine eigenständige Meinung und auch noch den Mut, diese auszusprechen. Eine sehr seltene Kombination in der heutigen Medienwelt .“ „Diese Frau erinnert mich an etwas. Ach ja, richtig! ‚Charakter‘ hieß der Ausdruck!“ „Satire kann im Gegensatz zum weichgespülten ‚Extra3‘ und der niveaulosen ‚heute-show‘ richtig bissig sein. Danke Frau Fitz.“ „Sehr mutige Frau. Solche Menschen werden mit solchen Aussagen Verschwörungstheoretiker genannt.“ „Wenn in Satire mehr Wahrheit steckt als in deutscher Politik. Danke Lisa“ (15, 16, 17). Die hier zahlreich zitierten Kommentare spiegeln deutlich wider, dass viele Zuschauer eine satirische Kommentierung und Einschätzung jenseits der landläufigen Erzählung von Corona bitterlich vermissen.

Dabei wurde Lisa Fitz bereits 2018 vorgeworfen, sie bediene „antisemitische Verschwörungstheorien“, weil sie in einem Lied die übergroße Macht von „Schattenstaat, Schurkenbank, Gierkonzern“ thematisiert und dabei über „Rothschilds, Rockefeller, Soros & Konsorten“ getextet hatte. Fitz wehrte sich mit den Worten:

„Wenn ich Erdogan kritisiere, bin ich nicht türkenfeindlich. Wenn ich als Pazifistin die Kriegspolitik der USA kritisiere, bin ich nicht amerikafeindlich. Und wenn ich reiche Bankhäuser kritisiere, bin ich nicht einen Hauch antisemitisch.“

Und sie zitierte Horst Seehofer, der diesen Satz tatsächlich in entwaffnender Offenheit und Ehrlichkeit 2010 in einer Folge von „Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich“ im Bayerischen Fernsehen geäußert hatte, was den sonst so redseligen fränkischen Satiriker Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig kurzzeitig sprachlos machte. Seehofer sagte wörtlich:

„Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt. Und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden“ (18, 19, 20, 21).

In einem weiteren User-Kommentar zu den genannten „Spätschicht“-Videos mit Lisa Fitz auf YouTube zeigte sich der Zorn über die anderen, ebenfalls in der Sendung auftretenden Satiriker, die in einer Runde hinter Fitz saßen: „Lisa, du bist spitze! Wenn ich die Flachpfeifen hinter ihr sehe, die am liebsten in ein Mauseloch kriechen würden bei so viel Wahrheit, dann sage ich, du bist die Einzige in dieser Runde, die Hirn hat und keinen Wasserbehälter.“

Hegel bei den Querdenkern

Einer der hinter ihr Sitzenden war übrigens Florian Schroeder, der am 8. August 2020 bei „Querdenken-711“ auftrat und mitteilte: „Ich bin der Auffassung, dass Corona eine hoch ansteckende, gefährliche Krankheit ist, und ich bin der Überzeugung, dass Maskentragen und Abstand halten das Wichtigste und Beste ist, was wir in diesen Tagen tun können.“

Bezeichnend an dieser Stelle: In seinem Stuttgarter Vortrag äußert Schroeder ebenfalls: „Maske abziehen in engen Räumen ist Verantwortungslosigkeit.“ Im Hintergrundbericht „Extra-3-Backstage — Florian Schroeder bei den ‚Querdenkern‘“ sieht man ihn in Berlin und Stuttgart im Fond zweier Autos sitzen, in denen sich noch Fahrer und Kameramann und womöglich einer seiner Sicherheitsleute befinden, also drei oder vier Personen; der Komiker spricht in die Kamera und telefoniert per Smartphone. Mithin Aerosole in einem engen, geschlossenen Raum, in dem kein Mindestabstand möglich und das Nicht-Tragen oder Abziehen einer Maske laut Schroeder „Verantwortungslosigkeit“ ist.

Schroeder trägt keine Maske. Nicht nur, dass er seinen eigenen moralischen Ansprüchen und moralisierenden Konklusionen in keiner Weise gerecht wird, er missachtet auch die Empfehlungen und Gebote der Landesregierungen von Berlin und Baden-Württemberg, mit denen er, seinen Aussagen zufolge, eigentlich konform gehen müsste. Letztere sagt, alle Auto-Insassen sollten eine Maske tragen, „da sie lange auf engem Raum zusammen sind und so ein besonderes Infektionsrisiko besteht“. Und in der Berliner Corona-Verordnung vom 11. August 2020 heißt es: „Wer mit Freunden, Bekannten oder anderen Personen in einem Auto fährt, muss ebenfalls eine Maske tragen, wenn der Fahrer in einem anderen Haushalt lebt“ (22, 23, 24). So lässt es sich aushalten auf der Kanzel — für die anderen Wasser predigen und selbst entspannt bei einer Flasche Château Lafite-Rothschild sitzen.

Was vorgeblich als Dialog mit Andersdenkenden vorgestellt wurde im Sinne eines Hegelschen Erkenntnisprozesses aus These, Antithese, Synthese, war in Wahrheit eine Verspottung und Provokation des Publikums, das für die NDR-Sendung Extra 3 den TV-Zuschauern ganz offensichtlich als dümmliche, begriffsstutzige und falschen Propheten hörige Masse vorgeführt werden sollte.

Die Provokationen gelangen nur mäßig, da die Stuttgarter Zuhörer nicht auf diese eingingen oder zum Teil auch nicht verstanden, was da auf der Bühne vor sich ging. So ließen sich auch einige dazu bewegen, tatsächlich „Ja!“ zu rufen, als Schroeder — in Anspielung auf Joseph Goebbels‘ vierte rhetorische Frage an die Menge in seiner berühmten Sportpalastrede — fragte: „Wollt ihr die totale Meinungsfreiheit?“ Von Hegel hatte Schroeder nur ein Probetübchen dabei, mit Dialektik hatte das Ganze nichts zu tun — außer man rechnet den alten Kalauer „These, Antithese, Prothese“ dazu, den der bekannte Wiener Kabarettist Alfred Dorfer allerdings schon 2010 im Programm hatte.

Schroeder kennt auch bereits die Schuldigen, sollte es zu einem „neuen 1933“ kommen, von dem man nur noch „eine fette Wirtschaftskrise“ entfernt sei. Und wer also „wird diese Wirtschaftskrise auslösen? Es werden die sein, die sagen, wir brauchen keine Masken tragen, weil es Maulkörbe sind. Es werden die sein, die sagen, Bill Gates will uns alle zwangschippen, und es werden die sein, die glauben Corona sei eine Erfindung oder komme aus einem Labor in Wuhan.“ Angesichts solcher Einlassungen eines öffentlich-rechtlichen Spaßmachers werden auch bei denjenigen, die sonst nie die Nazi-Keule schwingen, andere Assoziationen mit einem „neuen 1933“ geweckt.

Interessant zudem Schroeders Auffassung von Meinungsfreiheit: „Wenn ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst ihr meine Meinung aushalten. Wenn ihr Demokraten seid, haltet ihr meine Meinung aus, ohne zu buhen“ (25). Dabei ist das Buhen in diesem Fall ja nichts anderes als die Meinungsäußerung auf eine Meinungsäußerung, der Faktencheck des Faktenchecks oder im Sinne Hegels die Antithese. Im Übrigen verhielt man sich in Stuttgart vorbildlich. Selbst das Buhen war verhalten, manche klatschten sogar an einigen Stellen, wohl nicht verstehend, was Schroeder da mit ihnen veranstaltete. Niemand stellte ihm das Mikrofon ab, es flogen keine Gegenstände, er wurde weder derb beschimpft, von der Bühne gezerrt noch in anderer Art körperlich angegangen.

Wer das für selbstverständlich hält, sollte mal bei einer Versammlung der extremen Linken zu Themen referieren wie „Freiheit für Immobilieneigentümer — weg mit der Mietpreisbremse!“ oder „Refugees not welcome! Für neue Ansätze in der Flüchtlingspolitik!“ Gerne aber auch bei den Kollegen auf der rechten Seite zu „Nur Ausländer können Deutschland retten!“ oder „Keine Zäune, keine Grenzen — für Multikulti und Buntheit!“

Gründe für das Schweigen

Was aber sind die Gründe für das Schweigen der Künstler in dieser demokratiegefährdenden Krise oder ihre Identifikation und teilweise Überidentifikation mit den „Corona-Maßnahmen“?

Drei Typen sind zu unterscheiden.

1. Diese Künstler teilen die herrschende Meinung.

Sie sind von der extremen Gefährlichkeit des „neuen Coronavirus“ überzeugt, tragen Maske, halten Abstand und werten all jene, die unterschiedlicher Ansicht sind und nicht dem Corona-Narrativ gemäß leben, als rücksichtslose Egoisten, als „hirntote Risikopiloten“, die leichtfertig die Gesundheit und das Leben anderer gefährden.

Hinzu gesellt sich hier stellenweise noch eine Ästhetisierung des Lockdowns und der „Corona-Verordnungen“. So wie die Krise von manchem als „Kopföffner“, als „Zeit des Innehaltens, der Einkehr und Entschleunigung“ (26) geradezu gefeiert wurde, meint auch Udo Lindenberg im bereits genannten Artikel: „Das Hamsterrad wird angehalten und du triffst dich selber, so intensiv wie vielleicht noch nie.“

Der Schriftsteller Bodo Morshäuser, 1983 sehr erfolgreich mit der Erzählung „Die Berliner Simulation“, ist mit seinem Text „Abstand und Anstand. Angehaltene Welt“ für diese Haltung das beste, das bezeichnendste Beispiel. So formuliert er:

„Den Atem Wartender im Nacken zu spüren, mit dieser Nötigung zur Hetze ist es fürs Erste vorbei. (…) Ich trete aus dem Geschäft, eine Frau auf dem Gehweg bleibt stehen. Ich ebenso. Gebe ihr Zeichen, dass sie den Vortritt hat. Lächeln. Ich trete aus einem Waldweg auf den Hauptweg, von rechts und links Leute. Ich warte. Lächeln. In Berlin. (…) Wir respektieren uns, denn wir haben mehr Gemeinsames als Trennendes. Die Sorge um unser Leben, ums Überleben. Wir haben Anstand, denn wir halten Abstand. Vor dem Virus sind wir alle gleich. Die Lehre des Virus lautet: Wir sind gleich verletzbar. (…) Seit Teilnehmer zwei Meter auseinander sitzen, sind Talkshows Gesprächsrunden. Der Ernst des einzigen Themas tut den Rest. Bis neulich saßen da Lautsprecher nebeneinander (…) Auch das ist nicht mehr da. (…) Die heilige Welt des Konsums wird kurzerhand für schädlich erklärt. ‚Nur das Nötigste‘ ist erlaubt. Andernorts wirst du krank. Besser hätte man es auch vor den ‚Maßnahmen zur Kontakteindämmung‘ (Robert-Koch-Institut) nicht ausdrücken können“ (27).

Während andere das „Corona“-Narrativ und den Lockdown als Expresszug in den Totalitarismus empfinden, erlebt Morshäuser diese als Weltverbesserung, denn sie schaffen für ihn Raum, zwischenmenschliche Rücksichtnahme und Solidarität in der Verwundbarkeit; bewirken Achtsamkeit, Selbstbeschränkung und stellen die Atmosphäre eines kollektiven buddhistischen Klosters her.

2. Dieser Teil hat keine dezidierte Meinung zur Gefährlichkeit des Virus.

Es ist eher eine Ja-Nein-Weiß-nicht-Einstellung — kann sein, kann nicht sein, man vermag ja auch nicht zu sagen, wem man glauben soll. Aber okay, bind‘ ich mir den Lappen halt um, bevor ich noch negativ auffalle.

Letztlich hadern diese Künstler mehr mit den Folgen des Geschehens um das Virus als mit diesem selbst. Krankheiten und andere Pein passieren nur den anderen. Was wirklich schmerzt: Keine Auftritte, kein Lampenfieber, kein Adrenalin, keinen Applaus und vor allem kein Geld.

Autoren können in dieser Zeit schreiben und sind das Leben in der Klause ohnehin gewohnt, aber Musiker, Schauspieler, Kabarettisten müssen es aussitzen. Die Wochen und Monate gehen ins Land, und die Rücklagen werden weniger. Das macht Angst. Dass es den Bach runtergeht, auf dem die Felle davonschwimmen. Von Cobra 11 zu Hartz 4. Dass alle Stricke reißen, nur nicht der, an dem man sich aufhängt.

Wenn sich dieser Typus auch kaum mit den medizinischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Sachverhalten bezüglich „Corona“ befasst hat, eines weiß er: Dass es alles andere als klug wäre, sich gegen die herrschende Meinung zu positionieren. Das erzeugt mehr als nur eine schlechte Presse, das katapultiert den Künstler aus dem Medienzirkus, wo eine Hand die andere wäscht und diese eine weitere, und dieses große Händewaschen bildet sich ab in Beziehungen, Verflechtungen, Verknüpfungen. Und wer verflucht wird, den stößt das System ab. Auf der Stelle. Mit dem kann man sich nicht mehr sehen lassen, der ist wie eine ansteckende Krankheit, Sars-CoV-2 in Menschengestalt; in ist, wer drin ist, und du bist raus.

3. Beim dritten Typus handelt es sich um einen Kritiker der Maßnahmen.

Er leugnet nicht, doch er erkennt kein Killer-Virus. Er zweifelt an der Richtigkeit vieler Zahlen, Studien und Expertenaussagen. Er sieht die Gefahr eines totalitären Systems. Aber er weiß auch, ähnlich wie Typus Nummer zwei, um die Gefahr, aus dem System der Beziehungen und Abhängigkeiten in ein schwarzes Loch geschossen zu werden. Auf der falschen Seite zu stehen, bedeutet das Ende. Pulverisiert im Medienmörser und vom Shitstorm verweht. Deshalb halten sich auch diese Künstler bedeckt und positionieren sich nicht öffentlich.

Das falsche Ideal des Künstlers

Die Idee des Künstlers als Speerspitze oder Soundtrack-Komponist einer politischen Bewegung ist mehr romantisch als realistisch. Natürlich sind auch Menschen aus anderen Berufsgruppen, die sich gegen eine herrschende Maxime wenden, in ihrer Existenz gefährdet, ob Oberregierungsrat, Polizist oder auch Arzt und Wissenschaftler. So sagte Professor Stefan Hockertz, Immunologe, Toxikologe, Pharmakologe und früher Kritiker der diversen „Corona“-Einschätzungen und daraus folgenden Maßnahmen, in einem Radio-Interview Ende März 2020:

„Natürlich ist es zurzeit Mainstream, die Apokalypse zu predigen. Junge Wissenschaftler tun gut daran, in dieser Situation sich nicht zu äußern, weil sie damit ihre Karriere gefährden. Das ist unser Wissenschaftssystem, und das ist auch das System in der Medizin, welches sehr hierarchisch ist und wo man sehr vorsichtig sein sollte, eine andere Meinung zu äußern. Viele Wissenschaftler in den Universitäten bangen möglicherweise auch um Forschungsmittel, wenn sie jetzt nicht das Lied singen, was ganz laut draußen gesungen wird“ (28).

Doch dem Künstler ergeht es noch ärger, ihm bricht der gesamte Boden der Existenz, die ohnehin schon schwierig genug ist, unter den Füßen weg. Selbst ein bekannter Kabarettist und Komiker wie Helge Schneider, der im Mai 2020 noch verkündet hatte, dass er erst auf die Bühnen zurückkehren werde, wenn „alle Freiheiten wieder da sind“ und nicht zu spielen gedenke vor „Menschen, die anderthalb Meter auseinander sitzen müssen und Mund-Nasenschutz tragen“, tritt ein Vierteljahr später genau unter diesen Bedingungen wieder vors Publikum und stellt fest: „Das ist dann so, wie ich angefangen habe (…) Aber in zwölf Monaten ist mein Geld alle. Und wenn ich dann nicht auf Tournee gehen kann, muss ich wieder arbeiten.“ Im Mai hatte er noch betreffend seiner kommenden Bühnenabstinenz verlautbart: „Da muss ich konsequent bleiben.“ Diesen Luxus der Konsequenz kann sich selbst ein so namhafter Künstler nach drei Monaten nicht mehr leisten (29, 30, 31).

Der Künstler ist angewiesen auf die richtigen Personen an den richtigen Positionen, auf Mäzene, Sponsoren, Gönner; verfügt er nicht darüber oder verliert er diese, ist dies gleichbedeutend mit dem Ende seiner künstlerischen Existenz, die über das Arbeiten für die Schublade oder Festplatte hinausgeht.

Norbert Leisegang von der Band „Keimzeit“ sagt in einem Interview:

„Ich merke, dass Musiker grundsätzlich angepasst sind. Sie richten sich zu 99,9 Prozent nach den Honoraren, die sie bekommen. Künstler kann man locker bestechen. Weil wir unseren Kühlschrank füllen müssen. Und wenn es da eng wird, rückt man schnell von seinen Idealen ab. (…) Meine Ideale sind, dass ich frei schreiben und tun kann, was ich will. Wenn ich allerdings merke, ich muss aus der Wohnung raus, weil ich die Miete nicht mehr auftreiben kann, spiele ich auch schon mal für eine Firma. (…) Aber grundsätzlich sieht man viele Musiker, Künstler oder Sportler in der Werbung. Angepasster als heutzutage war kaum ein Künstler in seiner Zeit“ (32).

Dabei können die meisten Künstler ohnehin nicht von ihrer künstlerischen Arbeit leben und müssen nebenbei in einem sogenannten Brotberuf arbeiten, wobei es eigentlich umgekehrt ist: Die Kunst entsteht nebenbei und pendelt irgendwo zwischen den Formaten Aufwandsentschädigung, mäßig bezahltes Hobby und bloße Liebhaberei. Laut den Zahlen der Künstlersozialkasse verdient ein Maler etwa im Durchschnitt weniger als 12.000 Euro im Jahr, Opernsänger 11.200 und experimentelle Künstler gar nur 9.100 Euro. Nicht besser ergeht es Schriftstellern.

Legt man Arbeitszeit und Verkaufszahlen auf einen Lohn pro Stunde um, so kommt man auf einen Betrag weit unter dem Mindestlohn. Verschiedene Autoren melden Zahlen zwischen 1,50 bis 6,00 Euro — brutto; aber auch der Betrag von 42 Cent wurde genannt (33, 34, 35, 36).

Doch der Künstler wird ja noch in einer anderen Währung bezahlt: Die Plattform, die ihm geschaffen wird — Buch, Bühne, Galerie, Kino — und das Publikum, das ihn liest, zuhört, anschaut. Das will er nicht verlieren. Denn es wäre gleichbedeutend mit dem Verlust seines Lebenszwecks. Der Künstler braucht den Applaus des Publikums. So sehr, dass er sich dabei sogar verbeugt.

Und so bedeutet Positionieren oder gar Polarisieren ein Laufen auf extrem dünnem Eis. Warnendes Beispiel ist hier Uwe Tellkamp. Von dessen Roman „Der Turm“, erschienen 2008 im Suhrkamp-Verlag, wurden 750.000 Exemplare verkauft und die Lizenz in fünfzehn Länder. Die Hardcover-Ausgabe war auf Platz eins der „Spiegel“-Bestsellerliste und platzierte sich dort insgesamt fünfzig Mal. Tellkamp erhielt den „Deutschen Buchpreis“ und zahlreiche weitere Preise. „Der Turm“ wurde auch verfilmt und Anfang Oktober 2012 in zwei Teilen von der ARD ausgestrahlt. Der erste Teil erreichte dabei mehr Fernsehzuschauer als das zeitgleich im ZDF gesendete „Champions-League“-Spiel Manchester City gegen Borussia Dortmund (37, 38, 39).

Zweifellos ein „Star-Autor“. Doch auch dies schützte Tellkamp nicht davor, dass sich im März 2018 der Suhrkamp-Verlag von ihm distanzierte. Was war geschehen? Bei einer Podiumsdiskussion in seiner Heimatstadt Dresden hatte Tellkamp zu den Motiven von Asylbewerbern geäußert: „Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent.“ Die Meinungsfreiheit betreffend sagte Tellkamp, es gebe zwar noch keine „Repressionsmühlen“, fügte aber hinzu: „Noch nicht.“

In Deutschland existiere ein „Gesinnungskorridor zwischen gewünschter und geduldeter Meinung“: „Meine Meinung ist geduldet, erwünscht ist sie nicht.“ Einwände der Mitdiskutanten überzeugten den Schriftsteller, laut FAZ, „augenscheinlich nicht. Gewalt in der Gesellschaft sah er vornehmlich von der linken Antifa ausgehen. Tellkamps Körpersprache war anzumerken, wie sehr ihn diese Themen erregten. (…) Wer sich kritisch äußere, werde gleich in die rechte Ecke gestellt, lautete eine These Tellkamps.“

Gleich am Tag darauf ging der Suhrkamp-Verlag per Twitter-Verlautbarung auf Distanz zu seinem eigenen Autor und zwitscherte unter dem Hashtag „#Tellkamp“:

„Aus gegebenen Anlass: Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlags zu verwechseln“ (40).

Schriftstellerin Monika Maron verteidigte ihren Kollegen und warf dem Suhrkamp-Verlag vor, seinen Autor verraten zu haben. Diskutabel sei dieser „eine Satz mit den 95 Prozent und noch eine Kleinigkeit (…) Was ist denn das für ein Streitgespräch, wenn ich damit bezahle, dass mich am nächsten Tag alle möglichen Leute anspucken (…) Man kann jeden Menschen, dessen Meinung einem nicht genehm ist oder auf den man nicht antworten will, oder man will nicht argumentieren, dem klebt man irgendeine AfD-Marke ans Hemd und sagt, der ist eben rechts“ (41).

Wer nun denkt, er sei geschützt, da er sich in Form und Inhalt nicht derart über Migranten äußere, täuscht sich. Man ist schnell auf der falschen Seite und am Pranger. Der Wunsch nach wissenschaftlichem Diskurs und differenzierter Erörterung in Sachen Corona machen einem zum „Covidioten“ und „Corona-Leugner“, und von da ist es nicht weit zum „Holocaust-Leugner“. Oder zum Geisteskranken. In fast allen größeren Zeitungen finden sich Artikel zum Thema „Was tun, wenn Familie oder Freunde an Verschwörungen glauben?“ oder auch „Hilfe, Papa glaubt an die Impfverschwörung!“ (42, 43).

Diesen Aufzug zum medialen Schafott will der Künstler nicht besteigen, sondern lieber die Bretter, die für ihn die Welt bedeuten. Wer will es ihm verdenken. Allerdings wird die Rezeption früherer Werke sich wandeln und zukünftige moralisierende, selbstgefällige Maximen oder Bekenntnisse können unbesehen ignoriert werden.

So gelobte der anfangs genannte Heinz Rudolf Kunze einst „den Wert der Unterschiede tapfer zu verteidigen/gegen das Verschwinden des Wertvollen zu kämpfen/das Verallgemeinern des Einzigartigen/gegen Einebnung/Gleichmachung/Auslöschung“ (44). Solch hehres Bekenntnis und ähnliche Aussagen erscheinen nun als halbstarkes Prahlen und folgenlose Schaumschlägerei moralisierender Hochstapler und Luftgitarrespieler.


Erstveröffentlichung + Fußnoten: siehe https://www.rubikon.news/artikel/das-schweigen-der-kunstler

 

 

Nord Stream 2 und das transatlantische Fracking-Dilemma von Regierung und Grünen

Der Fall Navalny hat bei den Kritikern von Nord Stream 2 Hoffnungen geweckt, das Projekt doch noch in letzter Minute stoppen zu können. Erstaunlich dabei: Die Alternative zu der Pipeline wäre genauso klimaschädlich, wie Kohle, was aber vor allem die Grünen nicht zu stören scheint.

Alle krank?!

Die Krankschreibung der ganzen Gesellschaft kann auch als spätes Kulturphänomen der gescheiterten Revolution von 1968 gedeutet werden. Derweil inszeniert das Bundespräsidialamt einen Kritikertisch — und will demnächst dem Angstmacher der Nation, Christian Drosten, das Bundesverdienstkreuz umhängen.

Ein Standpunkt von Anselm Lenz.

So richtig hatte es damals nicht klappen wollen und so ganz war es vielleicht gar nicht gewollt worden: Die westlichen Revolutionäre des Jahres 1968 probten den Aufstand ausgerechnet in jenen Jahren, in denen sich tatsächlich einmal die Verheißung von Freiheit und Gleichheit einzulösen schien: Bildung für alle und die Öffnung der Universitäten, Lohnsteigerungen, Vollbeschäftigung, die Möglichkeit, auch mit kleinen Jobs auszukommen und eine bescheidene, aber doch zählbare Vermögensbildung sogar für Hilfsarbeiter. Öffnung aller zivilen Berufe für Frauen, rechtliche Gleichstellung, Abschaffung der Kriminalisierung von Minderheiten. Das Versprechen des Aufstiegs in den bürgerlichen Lebensstil für alle, etwa mit Musikunterricht für die Kleinen.

Männer wie der spätere Außenminister Josef Fischer oder der ebenfalls nicht sehr friedliebende spätere Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit machten sich also zu einem Zeitpunkt zur letzten gesellschaftlichen Grenze auf, der sozialen Revolution, als sie selbst bereits in den Genuss aller Segnungen der Gesellschaftsform einer Republik und eines sozial engagierten Rechtsstaates gekommen waren.

httpsv//youtu.be/Bp0HsOil8sQ

Benjamin Fulford: Wochenbericht vom 21.09.2020

Wie immer: Vorsicht, Verschwörungstheorien – und, wie gewünscht, erst Donnerstags

Iron Butterfly – Before You Go

Home Office #58

ENDLICH! Die NuoViso Comics sind da. Und gleich mit einem eignen Webauftritt: http://nuovisocomics.de

Zu Gast im Home Office ist heute die YouTuberin @Carolin Matthie . Sie wurde wie einige andere Medienmacher auch, kürzlich von Spahns Anwälten mit einer Unterlassungserklärung konfrontiert. Doch Cartolin sucht nun Mitstreiter, um gegen dieses „Klima der Angst“ vorzugehen.

Liebe Reichsbürger, ich hätte da eine Bitte!

Eine Glosse von Jens Berger

Spätestens nach dem in letzter Sekunde von tapferen Berlinern Schupos verhinderten „Sturm auf den Reichstag“ ist klar: Nicht die Umverteilung von unten nach oben, der alltägliche marktkonforme Wahnsinn oder die immer aggressiver werdende Hurra-Humanismus des Wertewestens bedrohen die Grundfeste unserer Gesellschaft, sondern ein Häufchen verwirrter Heilpraktiker, die denken, das Kaiserreich hätte immer noch Bestand. Dabei sind die medial omnipräsenten Reichsbürger nur die skurrile Spitze eines Eisbergs, der bei unseren schlaueren Mitbürgern, zu einem sorgsam von den Medien konditionierten Reiz führt – sobald so ein Verschwörungstheoretiker, ein Trump- oder Putin-Fan oder – Gott bewahre – ein rechtsoffener oder gar rechtspopulistischer Rechtsextremist etwas vor sich hin schwurbelt, ist dies für die Stützen der Demokratie der ultimative Beleg dafür, dass das genaue Gegenteil richtig sein muss. Denn wer will sich schon mit solchen Leuten gemein machen? Diese „Deppen-Dialektik“ bietet – geschickt eingesetzt – eine große Chance, endlich was in dieser Gesellschaft zu bewegen.

Jens Berger ist Redakteur der NachDenkSeiten. Er ist Journalist und Sachbuchautor. Zu seinen Büchern gehören „Stresstest Deutschland“, „Wem gehört Deutschland?“, „Der Kick des Geldes“ und „Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen?“.

Bill Gates – Die totale Bevölkerungskontrolle

Corbett – Report (Deutsch) „Bill gates and the population control grid“

Was hat die GAVI mit Bill Gates zu tun? Was ist die ID2020? Was hat die Bargeldabschaffung mit Impfungen zu tun? Impfungen um die Bevölkerung zu sterilisieren?

Deutsche Quelle und Übersetzung: Michael Grawe, Kulturstudio

Paul Schreyer zu Covid-19: „Es ist an der Zeit, die Notbremse zu ziehen“

Marcus Klöckner im Interview mit Paul Schreyer | NachDenkSeiten-Podcast | 21.09.2020

„Auf der einen Seite die reinen Fakten und auf der anderen die wilden Theorien. Diese Sichtweise ist sehr naiv.“ Das sagt der Journalist und Autor Paul Schreyer im Hinblick auf die Diskussion in den Medien zum Thema Coronavirus. Der Herausgeber des Online-Magazins Multipolar hat sich für sein aktuelles Buch „Chronik einer angekündigten Krise – Wie ein Virus die Welt verändern konnte“ mit Covid-19 auseinandergesetzt und ist der Frage nachgegangen: Was geschieht hier eigentlich? Im NachDenkSeiten-Interview sagt Schreyer, dass es in Sachen Corona längst nicht nur um die „reine Wissenschaft, sondern auch um Politik“ geht. Schreyer spricht über das „Event 201“ und verrät, was es mit dem Begriff „Biosecurity“ auf sich hat.

Lesetipp: Paul Schreyer: Chronik einer angekündigten Krise. Wie ein Virus die Welt verändern konnte. Westend Verlag, 14. September 2020. 176 Seiten. 15 Euro.

Dazu passt:

Event 201 & Co: Chronik einer angekündigten Krise – Interview mit Paul Schreyer

Zweite Welle der Hetze und Anfeindung

Biologe und Gesundheitsökologe Clemens Arvay über die Zunahme der Anfeindung und Hetze durch Medien sowie im Social-Media-Bereich. Ein Bericht aus eigener Erfahrung. Arvay sagt: Wir haben eine zweite Welle. Eine zweite Welle der Hetze gegen öffentliche Personen mit Standpunkten, die dem politischen Corona-Kurs nicht zustimmen, auch dann, wenn diese Standpunkte sachlich begründbar sind. Anhand tendenziöser Medienberichte und massivem Online-Mobbing zeigt er die Hintergründe der Jagd auf „Abweichler“. Unter anderem reagiert er auf einen untergriffigen Beitrag des Physikers und „Experten für Verschwörungstheorien“ Holm Hümmler, der vorwiegend auf persönlicher Abwertung beruht. Arvay legt Wert darauf, bei seiner Reaktion jedoch selbst Abstand von solchen Untergriffigkeiten zu nehmen und plädiert für einen sachlichen, respektvollen Diskurs. Ein Dokument über den Hass im Netz und die tendenziöse Medienwelt des Jahres 2020.

Coverfoto: UVgreen / Shutterstock

Mr. Mister – Healing Waters

Der Schauprozess gegen Julian Assange + President Trump Requested Arrest

…oder: „Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert.“

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Es ist eine Gerichtsverhandlung von internationaler Bedeutung und es geht um eine zentrale Säule der demokratischen Rechtsordnungen weltweit – die Pressefreiheit – doch in der Presse, in den sogenannten “Leitmedien”, erfahren wir davon kaum etwas. Und hätten wir nicht unseren “Man in the public gallery” – den ehemaligen britischen Botschafter und Blogger Craig Murray, der als eines von fünf “Familienmitgliedern” von Julian Assange deklariert ist und im Gerichtssaal anwesend sein darf – sähe es ganz finster aus. Außer den fünf Zuschauern sind zwar auch noch ein Dutzend Journalisten für eine Videoübertragung in einem anderen Raum zugelassen, darunter wohl auch einige von den großen Nachrichtenagenturen – aber die Mühe, die wichtigsten Aussagen der Anklage, der Verteidigung und der gehörten Zeugen zu transkribieren und zu publizieren, macht sich da keiner. Wer zeitnah erfahren will, warum die Vereinigten Staaten den Wikileaks-Gründer für 175 Jahre einsperren wollen und seine Auslieferung verlangen, ist auf den Blog von Craig Murray angewiesen. Genauso so, wie die Welt auf Wikileaks angewiesen war, um von den Kriegsverbrechen der US-Truppen im Irak zu erfahren – die Whistleblowerin Chelsea Manning hatte das Material mit dem “Collateral Murder”-Video ja zuerst der New York Times und der Washington Post angeboten und sich erst nach deren Ablehnung an Julian Assange gewandt.

https://t.me/tagesdosis_KenFM/2287

Assange Update: President Trump Requested Arrest of Julian Assange According to Witness

In this video, we discuss the latest on the Assange case. We speak with defense witness Cassandra Fairbanks on how the Trump Administration sought to prosecute Julian Assange.

Kulturelle Aneignung- Bizarre Blüten amerikanischer Progressivideologen

Wer ist der Mensch und was darf er sein? In den letzten Wochen kamen zwei bizarre Fälle von Identitätspolitik in die Schlagzeilen. Jessica Krug gab sich viele Jahre lang fälschlicherweise als Afroamerikanerin aus, um als Professorin und Aktivistin gegen Rassismus und Unterdrückung der Schwarzen zu kämpfen.
Die englische Sängerin Adele wurde aus dem progressiven Lager scharf angegriffen, weil sie sich im afro-karibischen Look in der Öffentlichkeit zeigte. Ihr wird kulturelle Aneignung vorgeworfen.

Doch bedingt nicht der Austausch von Menschen und Kulturen jeden Fortschritt? Wenn Rassismus als unwissenschaftlicher Unfug des 19.Jhdts. erkannt wird, wieso sollte man dann das Trennende zwischen den Menschen immer mehr hervorheben? Wie weit haben sich die progressiven Ideologen entfernt von den hehren Zielen Freiheit und Gleichberechtigung?

Alle Brücken zu Russland sollen abgerissen werden: Auch der kulturelle Austausch

Wurde die Corona-Krise geplant?

Wie begann die Corona-Krise? Und wie wurde sie zum Medienereignis? Untersucht man den genauen Ablauf der Ereignisse im Januar 2020, dann ergeben sich überraschende Einsichten – und manche Fragen. Ein Auszug aus dem neuen Buch „Chronik einer angekündigten Krise“.

Ein Standpunkt von Paul Schreyer.

Zu Silvester 2019 begann sich die Corona-Krise in den Medien zu entfalten – zunächst noch zaghaft und unscheinbar. Die erste Meldung tauchte am 31. Dezember auf und lautete:

„Eine mysteriöse Lungenkrankheit ist in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen. Bislang seien 27 Erkrankte identifiziert worden, berichtete die Gesundheitskommission der Stadt. Gerüchten im Internet, es könnte sich um einen neuen Ausbruch der Lungenseuche Sars handeln, trat die ‚Volkszeitung‘ entgegen. Die Gesundheitskommission berichtete, viele der Infektionen könnten auf den Besuch des Huanan-Fischmarktes von Wuhan zurückgeführt werden. Die Erkrankten seien in Quarantäne untergebracht worden. Sieben seien in einem ernsten Zustand.“

Diese dpa-Meldung, die offenbar auf einer Nachricht der Agentur Reuters basierte, die wiederum auf eine Pressemitteilung des Gesundheitsamts der Stadt Wuhan zurückging, wurde in Dutzenden deutschen Medien veröffentlicht, erregte allerdings, mangels erkennbarer Relevanz, kein weiteres Aufsehen.

Roxy Music – Out of the Blue

„Heute Show“ und „Extra 3“: Ganz vorne gegen Russen und LINKE

Tobias Riegel

Die öffentlich-rechtlichen „Kabarettisten“ stellen die Definition ihrer Kunstform auf den Kopf: Anstatt den bizarren Umgang mit dem Fall Nawalny zu persiflieren, schirmen sie die Medienkampagne von Kritik ab und verstärken sie noch.

Der Oscar für die schlechteste Idee geht an Hollywood

Jens Berger

Hollywood, die Traumfabrik. Hier wurden so großartige Filme wie „Der Pate“, „Das Schweigen der Lämmer“ oder „The Kings Speech“ gedreht – Filme, die mit dem Oscar als beste Filme des Jahres ausgezeichnet wurden. Ab 2024 dürfte keiner dieser Filme mehr einen Oscar bekommen. Ab dann gelten nämlich die neuen „Diversitätsregeln“. Als bester Film darf dann nur nominiert werden, wer verschiedene Kriterien in Sachen „Diversität“ einhält, also beispielsweise mindestens einen Hauptdarsteller hat, der einer ethnischen Minderheit angehört oder ein Thema hat, das politisch korrekt ist, sich also entweder für Frauen, ethnische Minderheiten, die Belange von Homosexuellen und Genderthemen oder geistig und körperlich Behinderte einsetzt. Von den zehn Nominierten in diesem Jahr würde übrigens nur ein einziger Film diese beiden Kriterien erfüllen. Das ist Propaganda im Namen der Identitätspolitik, viel Spaß im schönen neuen Kino.

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