Parkwaechter

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Die zweite Welle – nein: Der Weiße Hai kommt!


(Pixabay/CC0)

Viele sind ja der Überzeugung, dass die diesjährige Grippewelle besonders milde ausfallen wird. Immerhin würden doch Hygiene und Abstand großgeschrieben wie noch nie. Nach Beratschlagung mit mehreren Ärzten und Psychotherapeuten meines Vertrauens muss ich da leider dagegenhalten: Uns steht eine gesundheitliche Katastrophe ins Haus wie wir sie noch nicht gesehen haben und wie es sich nicht einmal die tollwütigsten Tierärzte und die wirrsten Virologen ausmalen hätten können.

Um es kurz zu halten: Alle diejenigen, die es sich entgegen aller äußeren Fakten nicht aus dem Kopf schlagen lassen wollen, dass wir eine furchtbare Pandemie haben, haben definitiv recht. Es ist sogar eine Pandemie biblischen Ausmaßes, die in ihrer Zerstörungskraft bisherige Menschheitskatastrophen und Kriege womöglich weit übertreffen wird und unserer Zivilisation das Genick brechen könnte. Breite Bevölkerungsschichten haben sich von dieser Pandemie anstecken lassen.

Da bis vor Kurzem verpönter Alarmismus mittlerweile oberste Bürgerpflicht ist, will auch ich mich in meiner Bilderwahl nicht zurückhalten. Gleichwohl verpflichte ich mich, politisch korrekt zu bleiben und niemanden als Schaf zu bezeichnen. Wie sollte man aufgeklärte, fernsehende und maskentragende Bürger auch für Schafe halten, wo sie doch wissen, wo sie auf Winterreifen 10% Rabatt bekommen und wie man via Proxy-Server noch billigere Urlaubsschnäppchen ergattert.

Schafe sind in der Tat womöglich unser geringeres Problem. Wir haben es derzeit mit einem ganz anderen Tierchen zu tun. Ich würde es eher mit einem vielarmigen Kraken vergleichen, der derzeit die Tentakeln nach uns ausstreckt. Oder mit dem bekannten Bild aus „Der weiße Hai“, wo Menschen fröhlich astroturfend an der Oberfläche paddeln und nicht ahnen, dass sich aus der Tiefe ein riesiges Ungeheuer nähert, das bereits sein gezahntes Maul aufgerissen hat und nach Beute lechzt.


(Pixabay/CC0)

Es ist zwar nicht das auf allen Titelseiten prangende Virus, das uns nun den Garaus machen wird, sondern eine unsichtbare, aber nicht minder reale Infektion. Der Großteil der Menschen hat sich mit ihr anstecken lassen und trägt diesen Keim nun in sich: einer irrationalen Angst und zersetzenden Entfremdung. Die Inkubationszeit dieses Keims ist vorbei, die ersten Symptome sind bereits sichtbar und werden sich vermutlich in nicht vorstellbarem Ausmaß steigern.

Die Menschen sind jetzt durcheinandergeschüttelt, ihr durch Stress, Masken und Existenzbedrohung herabgedämpftes Immunsystem macht sie nun anfällig für alles Mögliche. Ärzte berichten von maskenbedingten Lungenerkrankungen, darunter Mykosen (Verpilzung), das sind Krankheitsbilder, die bei normal ernährten Menschen in Europa bisher äußerst selten und nur im Falle extremer Immunschwäche aufgetreten sind. Das Immunsystem ist des Weiteren zuständig bei der Verhinderung von Zelldegeneration. Aus der Psychoneuroimmunologie weiß man, dass eine dem Leben entfremdete Haltung des ängstlichen Rückzugs vielschichtige körperliche Dysfunktionen nach sich zieht.  Es ist daher auch mit einer Zunahme von Krebserkrankungen zu rechnen.

Überhaupt sind die nun schon über ein halbes Jahr andauernden und nach dem Willen unserer Politiker auch nach dem Ende der Pandemie (der Impfung) fortzusetzenden Maßnahmen des „Social Distancing“  in jeder Hinsicht so ziemlich das exakte Gegenteil eines gesunden menschlichen Daseins. Der Mensch braucht, um gesund zu sein, freien Kontakt, freien Atem, freie Bewegung und freie Gedanken. Wer sich den Söder‘schen Maßnahmen fügt, wird in dieser Hinsicht sukzessive verkrüppelt.

Das kommende Desaster

Es sind damit leider die Voraussetzungen gegeben, dass selbst bei an sich gewöhnlichen herbstlichen Atemwegs-/Grippeinfekten alle möglichen Komplikationen und  schwere Verläufe auftreten werden. Und da Raider jetzt bekanntlich Twix heißt (einige Länder haben angekündigt, Influenza diesen Winter nicht mehr mitzuzählen, sondern nur noch Corona), wird klar sein, was schuld ist. Es stehen uns also dramatische gesundheitliche Verhältnisse ins Haus, bei denen sich die Befürworter der Coronapolitik womöglich auf voller Linie bestätigt sehen werden. Die zweite Welle, obwohl es sie eigentlich nicht gäbe, wird nun mit aller medialer und politischer Gewalt herbeigerufen und tatsächlich manifestiert. Wir haben bereits einen Grad an Hysterie erreicht, in dem Kinder, die husten und Erkältungssymptome zeigen, von ihren Mitschülern wie Pestkranke gemobbt werden und Erwachsene beim Anflug von Husten in Panik geraten und daran denken, ihr Testament zu machen.

Doch das gesundheitliche Desaster wäre noch nicht das Allerschlimmste. Eine regelrecht feindselige Atmosphäre hat sich über uns ausgebreitet. Psychische Störungen sind bereits jetzt unübersehbar und könnten demnächst überhand nehmen. Die in stündlichem Nachrichtentakt mit hoher Reichweite in die Köpfe transportierten Ängste, Manipulationen, Falschdarstellungen, Diffamierungen und regelrechten Volksverhetzungen werden ihren unweigerlichen Tribut fordern. Selbst ein kritischer Mensch kann die Masse und Raffinesse der derzeitigen medialen Meinungsmache kaum noch verarbeiten. Nicht wenige Bürger haben sich dieser Art von Meinungsmache ergeben und gehen nun selbst als Denunzianten und Hexenjäger auf die Jagd nach Andersdenkenden. Sie übersehen, dass das hierbei freigesetzte Gemisch aus Hass und Angst, auch wenn es sich in subtile Formen oder Satire kleidet, zuerst auch das eigene Nervensystem passieren muss und krank macht. Niemand kann in so einer feindseligen Atmosphäre auf Dauer gesund bleiben. Vor allem nicht diejenigen, die sich vermeintlich als Jäger verstehen. Diejenigen, die als Opfer dastehen, da sie dem kollektiven Irrsinn inneren oder auch äußeren Widerstand leisten und dafür gemobbt und womöglich sogar geschlagen werden, haben hingegen weitaus bessere Voraussetzungen, gesund zu bleiben. Denn sie haben sich vom Irrsinn nicht anstecken lassen. Viele Aluhutjäger mögen jetzt noch darüber lachen, aber ihnen droht ein irreversibler Dachschaden mit neurodegenerativen Erkrankungen, Depressionen und frühzeitiger Demenz.  Man vergönne ihnen also ruhig noch ein paar Takte Lachen und Schenkelklopfen. Es ist ein unschönes Schicksal, das auf alle jene wartet, die sich aus der Klebefalle des politisch Korrekten nicht befreien können.

Rendering wird Realität

Grafik: E-Gruppe Berlin

Auch die (fiktive, nicht real existierende) Form des Coronavirus, so wie es uns mittels 3D-gerenderter Computergrafiken präsentiert wird, hat etwas eminent Reales: Die hierbei zu sehenden polypenförmigen Ausstülpungen sind tatsächlich das, was der Pathogenese der derzeitigen Volkskrankheit entspricht: Unförmige, krankhafte Ausbeulungen, die nun dazu übergehen, zu platzen und das darin angestaute eitrige Sekret in die Umwelt und auf die Mitmenschen zu verspritzen. Es wird bereits geängstigt, gehatet, gemeldet und diffamiert, was das Zeug hält. Wer von diesem Sekret mit offenem Mund erwischt wird, wird ebenfalls infiziert und wandelt fortan als lauterbachender Superspreader durch die Straßen.

Eine Rückverfolgung dieser Superspreader des Fear Porn findet leider nicht statt und wäre beim derzeitigen Stand der Pandemie auch weitgehend aussichtslos. Der Wahnsinn hat sich bereits über die gesamte Welt verstreut und entfaltet nun eine reißende Eigendynamik, gegen die der letzte Tsunami im indischen Ozean wie ein leises Plätschern erscheint. Wie eine vielarmige Hydra ist er nun kaum noch zu stoppen. Schlägt man unter Aufbietung aller verbliebener Herkulen einen dieser Schlangenköpfe ab, indem man eine Falschdarstellung aufklärt, dann wachsen sogleich sechs neue Köpfe hervor, die umgehend damit beginnen, ihr lähmendes Gift zu verspritzen – freilich auf höchstem Niveau und mit guten & gernen Argumenten. Sollte der scheinbare Kern des wissenschaftlichen Wahnsinns, Drosten, unter der Last der um seinen Hals gehängten Bundesverdienstkreuze und Grimms Märchenpreise – ich meine natürlich: Grimme-Preise –, demnächst zusammenbrechen, dann steht schon am nächsten Tag ein neuer (Her)Mann Meyer auf der Bühne und lässt das Orchester der Alternativlosigkeit weiterspielen.

Keine Meier mehr

Dabei ist das Modell Meier, das uns derzeit unter verschiedenen Namen und Köpfen, die aber eben ausnahmslos alle meier sind, eigentlich ein Auslaufmodell. Heli Deinböck hat diesem Modell bereits einen schönen Abgesang gesungen („Wir brauch’n kaane Meier mehr“). Wenn wir diesen Meierköpfen weiter folgen, werden sie uns auf höchstem akademischem Niveau direkt in den Abgrund führen. Es sind nur noch wenige Schritte, die wir setzen müssen und wir haben ihn erreicht und werden ins Leere treten. Wir werden dann merken, dass es der Gravitationskraft vollkommen einerlei ist, ob wir versuchen, sie wegzulachen und im freien Fall noch ein paar Selfies mit Rezotilo-Smile zu posten. Die Gravitation wird gnadenlos ihr Werk verrichten und mit einer Fallbeschleunigung von exakt 9,81 m/s2 alle diejenigen, die sich ihr hingeben, Richtung Talsohle des Grand Canyon ziehen – die „Dummen“ genauso wie die „Gescheiten“. Wer glaubt, dass ihn die Gravitation verschont, nur weil er ein ausgewiesener Intellektueller ist, dessen diplomierter Verstand ihn bisher immer in luftleeren Höhen schweben hat lassen, hat sich gründlich getäuscht. Die 9,81 m/s2 muss auch er mit seiner Körpermasse multiplizieren, selbst der prechtigste Intellekt bringt bei dieser Rechnung kein Gegengewicht auf die Waage.

Den Schlangenkopf ausbrennen

Um dieser Hydra beizukommen, müsste man eventuell darüber nachdenken, was es mit der Analogie aus der Herkules-Sage an sich hat. Herkules brennt das Haupt der Hydra mit Feuer aus, sodass keine Schlangen mehr nachwachsen können. Damit das niemand missversteht: Das soll natürlich kein Aufruf zur Brandstiftung am RKI sein. Eine solche Brandstiftung würde geradewegs vier neue RKIs und Elfenbeintürme der Drostologie aus dem Boden schießen lassen und obendrein eine Überwachungskamera in jeder Bürgerwohnung. Es muss also ein anderes Feuer sein, mit dem wir der derzeitigen Pandemie des Wahnsinns beikommen.

Und man müsste es als erstes bei sich selbst entzünden. Doch es anzuzünden, kann auch für einen selbst zunächst sehr schmerzhaft sein. Denn im Schein dieses Feuers sieht man plötzlich sehr unangenehme Dinge, z.B. wie sehr man selbst der Lebenslüge zugetan ist und die süße Illusion der bitteren Wahrheit vorzieht. Denkt man sich den Audi, den Doktortitel, das Smart Home und das Smartphone weg, über die man sich in der Welt bewegt, dann ist es oft ein erschütternder Anblick, was dann noch übrigbleibt und wieviel Zeit man von seiner Sanduhr bereits in den Oktoberfestgulli verrinnen hat lassen. Nichts anderes als der Schrecken vor diesem Anblick ist es auch, warum so viele Bürger selbst angesichts der Tatsache, dass ihnen und ihren Kindern nun das Fell über die Ohren gezogen wird, dazu tendieren, die Schlachtung am Sofa zu wählen anstatt sich einen Weg in die Freiheit zu bahnen.

Immerhin lautet das Versprechen: „Deine Schlachtung wird bei Popcorn und Dosenbier vorm Flachbildschirm stattfinden. Du kannst jetzt noch fünf Tage Spaß haben und dir den Bauch vollschlagen. Wenn du hingegen versuchst, zu entkommen, dann ist der Spaß sofort vorbei und du hast die Hunde der Inquisition an den Fersen.“

Jeder Bürger hat diesen Deal vernommen. Ein entsprechendes Vertragsangebot wurde per Einschreiben an jeden Haushalt versandt, jeden Abend gibt‘s dazu einen Reminder der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Die Entscheidung liegt nun bei jedem Einzelnen. So wie bei allem im Leben gilt nun auch bei dieser menschheitsgeschichtlichen Wegscheide das Prinzip: In seiner Entscheidung ist der Mensch vollkommen frei. Nur im Tragen der Folgewirkungen seiner Entscheidung dann eben ganz und gar nicht mehr.

 

Uncoole Solidaritätsbekundung

Muss mal gesagt werden. Auch wenn unsere guten & gernen Oberchecker das voll uncool finden werden. Ich verstehe inzwischen, warum die jungen & naiven ebenso wie die alten & leschen Influenzer eine solche Aversion gegen Ken Jebsen haben: Er ist nach meiner Beobachtung so ziemlich der einzige Journalist mit relevanter Reichweite, der sich von keinem einzigen dieser Keulenschläge erwischen hat lassen: Weder von der Anti-Russland Agenda, noch von der Gender-Agenda, der Pseudo-Antirassimus-Agenda, der Migrationsagenda, der Klima/Greta-Agenda, dem Rezo-Dingens und selbst nicht von der allergrößten Keule: der Corona-Agenda.

Jebsen hat den faulen Schweinebraten dahinter jedesmal sofort erkannt und messerscharf analysiert, als alle anderen Freunde des Guten, Gernen & Alternativlosen Lebens sich noch in die Faschingspolonaise von Pogo dem Clown eingereiht und fröhlich mitgetrötet haben. Sogar entgegen dem Shitstorm aus den Reihen seiner eigenen Redaktionskollegen.

Fast alle anderen Journalisten und Intellektuellen haben sich von mindestens einer der vorgenannten Keulen niederstrecken lassen, die meisten sogar von 2-3 davon, und nicht wenige haben ALLE dieser Keulenschläge abgeräumt. Die sind jetzt natürlich K.O., haben es nur selbst noch nicht bemerkt, da sie immer noch Sternchen um sich kreisen sehen.

Habe Ken Jebsen lange zu wenig beachtet. Heute muss ich sagen: Ich zolle ihm meinen wirklichen Respekt.

(Fun fact: Umgekehrt kenne ich viele Menschen mit „schlichtem“ Intellekt und geringer Bildung, dafür aber mit Herz und Hausverstand, die sich ebenfalls von keinem einzigen dieser Keulenschläge erwischen haben lassen. Die jedesmal gesagt haben: „Die können wen ander’n verarschen.“ Die prechtigsten und siebersten Exemplare unserer akademischen Intelligenzia hat’s hingegen fast alle erwischt.)

Wort zum Tag: Blackout


Foto: Sonnenfinsternis (pixabay/CC0)
„Nicht wenige kehren zurück in die Matrix, wo sie als verdienstvolle Invaliden des Lebens wieder in Unwissenheit verharren. Zusammen mit der milliardenfachen Schar der – wie drücke ich es aus – der Manipulierten, der in die Irre geleiteten“, schreibt Dirk C. Fleck in seinem heutigen Wort zum Tag. Und fügt hinzu: Dieser Schritt zurück ist fatal, weil er die Tatsache ignoriert, dass wir uns in einer Epoche des Wandels befinden, wie sie die Welt bisher noch nicht erlebt hat.“
Zurück in die Matrix … – ein schauderhafter Gedanke … scheinbar bereits abgenabelt und dann wieder zurück in einen grausamen Schlund der Ausbeutung und Auflösung in der digitalen Transformation. Selbst wenn man hierbei nur eine individuelle Tragik begründet sähe, wäre es ein schwer erträgliches Schauspiel. Doch die individuelle Tragik setzt sich ins Kollektive fort und will möglichst viele Menschen mitreißen. Ebenso wie im besagten Film eröffnet der in die Megamaschine Zurückgekehrte dann aus den hinteren Reihen das Feuer auf seine ihm bislang vertrauenden Mitmenschen. Freilich mit guten & gernen Gründen, gegen die kein Kraut gewachsen ist.
Mitunter sind es sogar die siebersten und prechtigsten Exemplare unserer akademischen Intelligenzia, die in besagte Matrix zurückkehren bzw. unter die Käseglocke der Corona-Königin schlüpfen. An sich hochbegabte Buben bzw. Altherren, die sich im Vorqualifikationstraining am Hockenheimring jahrelang als Vorzugsschüler bewiesen haben und die mit ihren Aufsätzen (durchaus zurecht) lauter Einsen kassiert haben, legen nun beim entscheidenden Examen, da sie im Scheinwerferlicht des medialen Konsensmolchs stehen, ein glattes „Ungenügend“ hin.
Ihr Blackout halten sie sogar für eine besonders helle Nummer und ihre Sternstunde. Ihre Glatte Sechs-Arbeit reichen sie nun als Habilitation ein. – Und haben beste Chancen, damit einen Lehrstuhl zu ergattern.

Schweinfurt oder nicht Schweinfurt, das ist hier die Frage (Hurra, wir bilden unser eigenes Correctiv!)

Wenn ich zusehe, wie unsere intellektuelle Avantgarde gerade streng wissenschaftlich vernünftlend vor sich hinfechtet und selbst alternative Medientreibende sich gegenseitig mit Correctiv- und Mimikama-Links in Schach halten, um „Verschwörungstheorien“ zu stoppen, dann frage ich mich manchmal im Stillen, ob Hopfen und Malz nicht vielleicht schon verloren sind.

Besonders genial: Wenn Bürger auf Hohlraumfiguren und Statthalter des globalen Wahnsinns wütend werden, dann tritt bei vielen Intellektuellen eine Art Robin Hood-Reflex auf. Sie werfen sich dann in die Bresche, um die ach so fies, unsachlich und übertrieben kritisierten Figuren wie Gates und Merkel zu verteidigen. „Die meinen es ja vielleicht nur gut, wollen das Gute & Gerne. Und außerdem wären andere wie Merz ja womöglich noch schlimmer.“

Da das wirkliche Unheil unserer Zeit wie ungreifbar bleibt, üben wir uns in der Jagd auf handfeste Zeitgenossen, die von der herrschenden Lehre für vogelfrei erklärt wurden. Die Jagd auf „Schwurbler“ und „Aluhüte“ ist eröffnet. Und jeder Sofa-Intellektuelle, der etwas auf sich hält, nimmt das ihm dargereichte Schießbudengewehr entgegen und feuert ebenfalls einige Salven ab. Genaues Zielen ist dabei nicht notwendig, man kann im Vorbeigehen aus der Hüfte ein paar Schüsse abgeben und wird jede Menge Plüschtiere und Plastikrosen vom Regal kullern sehen. Der Schießbudenmann parfümiert einem dann die heruntergeschossenen Rosen und der Revolverheld darf die wacker erlegten Trophäen und Skalps stolz nach Hause tragen.

Man muss dem System des „Konsensmanagement“ (Chomsky) samt zugehörigem „Dissensmanagement“ (Mausfeld) – das nach Ratschlag einschlägig bekannter Thinktank-Propagandisten nicht nur wesentlich billiger, sondern sogar effektiver als Gewalt sei – schon seinen Respekt zollen. Es ist mittlerweile richtiggehend bewundernswert, wie es möglich ist, die großen Massen ebenso wie die vermeintlich individualistischen Intellektuellen per Federstrich in eine gewünschte Richtung zu treiben bzw. von unerlaubten Wegen abzuhalten. – Und wie sich diese vermeintlich aufgeklärten Intellektuellen in fast jedes Stöckchen verbeißen, das man ihnen hinwirft. Man braucht bloß ein paar Bullshitbingo-Wörtchen wie „Aluhut“ oder „Schwurbler“ kreieren und Feindbilder an die Wand malen, bei denen jeder aufgeklärte Leitmedienbürger sofort Gewehr bei Fuß bereit steht, um sie auf den digitalen Scheiterhaufen zu befördern, und schon kann man sich zurücklehnen und das Wrestling genießen, das sich das Fußvolk nun liefert.

Jüngster Bullshitbingo-Dreher, nachdem sich „Verschwörungstheoretiker“, „Aluhut“ und „Schwurbler“ schon etwas abgewetzt haben und nicht mehr richtig ziehen: „Sekte“. Sogar in bislang ernstzunehmenden Foren wird wenige Tage nach dem Launch dieses Nonsens-Wörtchens nun ernsthaft und eifrig darüber diskutiert, ob das, was Bodo Schiffmann und andere Kritiker der Regierung-Coronapolitik machen, vielleicht „Sekte“ sei. Natürlich mit guten & gernen Argumenten und nicht ohne abgeklärte Späßchen, bei denen Freunde gehobenen intellektuellen Amusements schnell handelseins sind und sich augenzwinkernd auf die Schultern und die Schenkel klopfen können.

Wer in eine solche Club-Lounge reinplatzt und vermeint, dass wir nun „am Arsch“ sind, würde von den DJs dieser Clubs nur Augenrollen und lässiges Ja-ey-lol ernten. Das Sofa, auf dem sie sitzen, ist offensichtlich noch warm und trocken, ihr Kühlschrank gut befüllt. Dass die Lockdown-Maßnahmen („Covid19“) laut jüngster UNICEF-Studie 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut und Elend gestürzt haben und dass laut Oxfam-Studie die Zahl der hungernden Menschen um 82 Prozent bzw. 120 Millionen zunehmen werde, zum Jahresende 2020 deswegen ca. 12.000 Menschen pro Tag zusätzlich sterben würden, ein großer Teil davon Kinder … wer solche alternativen Fakten ins Feld führt, befördert sich selbst ins Out. Denn es geht hier bei uns um andere, knallharte Fakten, die korrekt zitiert sein wollen: Ob das 6jährige Schulkind in Bayern womöglich gar nicht an oder mit der in Bayerischen Schulen und Schulbussen obligatorischen Maske gestorben ist, so wie vom Arzt Bodo Schiffmann in den Raum gestellt, sondern halt „einfach nur so“ (dass das Kind gestorben ist, wurde mittlerweile von mehreren Seiten, u.a. von der Polizei München bestätigt, Schiffmann bekundet unter Berufung auf seine ärztliche Schweigepflicht, im vorliegenden Fall auch die betroffenen Eltern sowie die Todesurkunde zu kennen). Doch dass Schiffmann in einer ersten, emotionalen Reaktion gesagt habe, dass das tote Kind aus Schweinfurt komme, obwohl das Kind gar nicht direkt aus Schweinfurt stammt, sondern aus dem Umkreis von Schweinfurt bzw. aus dem Gebiet zwischen München und Rosenheim, und die unterfränkische Polizei daher korrekt dementiert habe, dass es in Schweinfurt einen solchen Todesfall gebe – das geht gar nicht, da ist der Ofen vieler intellektueller Beobachter nun aus. Schweinfurt oder nicht Schweinfurt, das ist hier die Frage. Und sie wurde falsch beantwortet. Also Kopf ab von diesem Schwurbler!

Aber selbst wenn er die Schweinfurtfrage richtig beantwortet hätte, hat sich Schiffmann vor den Augen der Szene-DJs schon alleine deswegen disqualifiziert, weil er emotional geworden ist. Wie uncool, fängt der doch tatsächlich zu heulen an, weil ein Kind gestorben ist. Das geht natürlich gar nicht, wo unsere führenden Politiker und Influenzer doch souverän beweisen, dass man heute mit einem Obamacronrezotilo-Smile selbst die abgründigsten Sachverhalte en passant – einfach davonlachen kann.

Inzwischen ist es zum regelrechten Volkssport geworden, sich darüber zu mockieren, wie sehr die Querdenker und „Verschwörungstheoretiker“ danebenliegen und unrealistisch seien. Was aber inmitten dieser Hatz‘ niemand zu denken wagt: Was, wenn all das, was die Verschwörungstheoretiker sagen, wirklich daneben ist – weil es gegenüber dem, was hinter der Bühne abläuft und der Menschheit droht, noch weit UNTERtrieben ist und was sich selbst Orwell nicht hätte träumen lassen?

Mir kommt in letzter Zeit immer wieder ein Ausspruch in den Sinn, den ich einst von einem alten Mann vernommen habe:

„Von Kindern und Narr‘n
– kannst‘ die Wahrheit erfahr’n.“

Erst jetzt realisere ich seinen Gehalt: Gerade im scheinbar Abwegigen verbirgt sich oft eine erstaunliche Wahrheit. Man sollte es daher nicht leichtfertig verwerfen. Ebenso wie sich das scheinbar penibel Vernünftige und „streng wissenschaftlich“ Evidenzbasierte nicht selten als größte Ignoranz herausstellt.

 

Foto:Pixabay/CC0

Anekdote aus analogen Zeiten: Die 7 Todsünden zum Fressen gern


(Bild: Michelangelo / PD)

Die Geschichte der Menschheit verläuft bekanntlich in Pendelschlägen. Spätestens zur Milleniumswende, als die „Geiz ist Geil“-Epoche eingeläutet wurde, durften wir Zeugen eines solchen Pendelschlags werden: Alles, was in bisherigen Hochkulturen als Todsünde, also als Weg ins Verderben, gegolten hat, wurde zur Tugend erhoben. So wie umgekehrt alle Tugenden als verwerflich und geschäftsschädigend erkannt wurden. Jeder evidenzbasiert aufgeklärte Bürger mit Farbfernseher im Wohnzimmer konnte von nun an über ritterliche Tugenden, die griechische Stoa oder Epiktets „Handbüchlein der Moral“ nur noch lachen. Schon in den 80ern fand das Preludium statt: In neongelben Farben verkündeten uns Dieter Bohlen & Co. über alle medialen Kanäle das Gegenevangelium: „Ich will dir fressähn!“. Oder in den Worten des Hedgefonds-Managers Florian Homm: „Zuviel ist niemals genug!“

Dazu eine kleine Anekdote aus Zeiten, als man noch analoge Briefe geschrieben hat: Ein großer Eishersteller, heute Teil des Unilever-Konzerns, hat sein neues Eissortiment herausgegeben. Produktname: „Die sieben Todsünden“. Jedes Eis hatte eine aus diesem Sündenpfuhl entlehnte Bezeichnung: „Faulheit“, „Habsucht“, „Völlerei“, „Neid“, „Wollust“, „Maßlosigkeit“, „Jähzorn“ etc.

Ich Spießer machte mir damals noch die Mühe, ans Produktmanagement zu schreiben, ob ihren Spaßvögeln eigentlich bewusst sei, dass es hauptsächlich Kinder sind, die sich ihre „Todsünden“ reinziehen und dann selbstverständlich für geil halten werden.

Ich hätte gar nicht erwartet, darauf eine Antwort zu bekommen. Doch sie kam. Und sie war entwaffnend: Die Marketingabteilung rechtfertigte ihre  „Todsünden“-Produkte damit, dass sie sich während der Produktentwicklung mit einem katholischen Bischof beratschlagt hätte. Und der hätte die Idee mit dem Todsünden-Eis gut gefunden.

In der Schraubenpresse des Guten, Gernen und Erbärmlichen – Über das Niederbrechen unserer letzten Bastion: Der Kunst  


(Bild: E-Gruppe Berlin)

In der Polonaiseschlange mit Pogo, dem Clown

Die neue Normalität duldet keinerlei Abweichungen und würde im Sportpalast noch gepredigt, käme auf “Wollt ihr den totalen Infektionsschutz?” ein vieltausendfaches “Ja” – meint Mathias Bröckers in einem jüngsten Interview. Dass die im Sportpalast bzw. vor der Umnachtungsschau („Tagesschau“) versammelte Burgeoisie wieder einmal dem herrschenden Narrativ folgt, selbt wenn dieses Narrativ offenkundiger Wahnsinn ist, wäre hierbei noch nichts wirklich Bemerkenswertes.

Doch was ist mit all den Künstlern, Satirikern und Liedermachern, die bisher als letzte Bastion des kritischen Geistes galten? Die sich in ihren Texten und Werken stets als kompromisslose Streiter für die Freiheit und gegen die Unmenschlichkeit gaben? Wie ist es möglich, dass gerade in diesen Reihen der vermeintlich Kreativen und Kritischen ein regelrechtes Dominokegeln eingesetzt hat, in dem die meisten Promis bereits umgefallen sind, noch bevor der rülpsende Konsensmoloch (©W. Reiser) richtig Luft geholt hat? – siehe auch „Restlos coole Semunkulen im Enddarm des rülpsenden Konsensmolchs“. Wer hätte es für möglich gehalten, dass sich ehemals unbeugsame Rebellen nun in die Polonaiseschlange von Oktoberfestkaisern wie Söder und Pogo dem Clown einreihen und Schulter an Schulter in die digitale Transformation trotten?

Wo bleibt zumindest das Herz für Kinder? Laut UNICEF-Studie von letzter Woche haben die Lockdown-Maßnahmen 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut gestürzt. Die wenigsten dieser Kinder werden es noch an Grönemeyers Macht schaffen. Laut Oxfam-Studie werde durch die Lockdown-Maßnahmen die Zahl der hungernden Menschen um 82 Prozent bzw. 120 Millionen zunehmen. Zum Jahresende 2020 wird erwartet, dass wegen der Corona-Maßnahmen ca. 12.000 Menschen pro Tag zusätzlich sterben, zum großen Teil Kinder. Doch nicht nur in den Entwicklungsländern ist die Bilanz der Neuen Normalität fatal. Sogar für das Land, in dem wir gut & gerne leben, errechnet der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen, dass die Lockdown-Maßnahmen ca. 200 Mal mehr Lebensjahre vernichten als dadurch vermeintlich gerettet wurden (Quelle: welt.de). Doch 2+2 zusammenzuzählen ist offensichtlich nicht mehr politisch korrekt. Nicht einmal die Hofnarren des Kabaretts wagen es, diese elementare Rechnung vor laufender Kamera zu lösen. Volker Pispers, auf den wir angesichts der beschämenden Performance seiner Nachfolger wehmütig zurückdenken, hat wohl geahnt, was auf uns zukommt als er sich aus nicht näher genannten Gründen von der Bühne zurückgezogen hat.

Mann, Sieber!

Doch unsere wackeren Recken von der ÖR Bühne schweigen nicht nur etwa, so wie es der Titel des nachfolgend verlinkten Artikels nahelegen würde. Sie teilen sogar kräftig aus und treten feste nach denjenigen, die es wagen, das herrschende Narrativ der Neuen Normalität zu hinterfagen. Sind gerade keine „Covidioten“ und „Aluhüte“ in Sicht, da sie „im Medienmörser pulverisiert und vom Shitstorm verweht“ wurden (C. Castellini), dann arbeiten sich unsere guten & gernen Böhmer- und Siebermänner an Slapstick-Plattitüden wie „Die Polizei, dein Freund und Nazi“ ab (siehe Mann, Sieber!, gepostet vorgestern, 22.09.2020). Ja, Mann Sieber … sei dankbar und bete abends drei Ave Maria, dass es in Dunkeldeutschland zum Glück auch diese Nazis gibt. Denn wenn es sie nicht gäbe, dann müsstest Du Dich womöglich mit Pogo dem Clown konfrontieren, der Dich gerade mit blutverschmierter Nase angrinst und nach unseren Kindern verlangt.

Doch zurück zu den eingangs gestellten Fragen und dem Versagen der letzten Bastion unserer Kultur. Der Autor und Fotograf Thomas Castellini hat dazu einige Beobachtungen angestellt.

Wir übernehmen den Text unter Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International).


 

Das Schweigen der Künstler

Musiker und Kabarettisten, die man zuvor als kritische Geister kannte, sind zu eifrigen Verfechtern der Regierungspolitik in Sachen Corona mutiert.

von Thomas Castellini

„Aber die Verschwörungstheorien, die von einem großen Plan reden, das Volk zu entmündigen und zu lenken, halte ich für totalen Quatsch. Angela Merkel ist eine nüchterne Frau, keine große Rednerin. Sie beurteilt die Situation naturwissenschaftlich, das ist angenehm. Sie wird an einer raschen Beendigung der Beschränkungen interessiert sein“, so der Sänger und einst „Niedermacher von Osnabrück“ genannte Heinz Rudolf Kunze, dessen Prognose — um es konziliant auszudrücken — nicht zu 100 Prozent zutraf. Aber immerhin ist er ein treffendes Beispiel für sich als zeitkritisch gebende Künstler, die, wenn es darauf ankommt, nicht die unangepassten, eigenwilligen und nonkonformistischen Zeitgenossen sind, welche sie gerne darstellen.

Doch Kunzes Aussage ist wohl tatsächlich kein Lippenbekenntnis, um nicht negativ auszufallen, sondern er scheint von der Richtigkeit der Killervirus-Sage überzeugt. Und deshalb wäre es auch zu kurz gedacht, hier die Künstler eilig zu verurteilen und kategorisch mehr Engagement und Teilnahme zu fordern. Neben Kunze zweifeln viele nicht an der Richtigkeit dessen, was als „Narrativ“ in den Medien umgeht und beteiligen sich bedauerlicherweise auch an der ausgedehnten Verleumdung der Kritiker als „Corona-Leugner“ und „Aluhüte“. Andere vermeiden es, sich in die Thematik zu vertiefen. Weitere betrachten die Situation tatsächlich kritisch und misstrauisch.

Allen gemein ist die Sorge um die Existenz — im Allgemeinen, nicht nur die künstlerische. Denn außer wenigen Großverdienern, die sich eine längere Auszeit leisten können, traf der „Lockdown“ alle schwer in unterschiedlichen Ausprägungen — von herben finanziellen Verlusten bis zur Vernichtung.

Der eingangs erwähnte Heinz Rudolf Kunze zitierte auch seinen Musikerkollegen Purple Schulz, der ihm gesagt habe: „Nächstes Jahr um diese Zeit wird es die Hälfte von uns nicht mehr geben.“ Um der minimalen Chance willen, es womöglich doch zu schaffen und zu überleben, will kein Künstler es riskieren, in den medialen Schredder zu geraten und als „Covidiot“, „rechter Schwurbler“ oder „krude Theorien verbreitender Verschwörungstheoretiker“ unten wieder rauszukommen, was zweifellos gleichbedeutend wäre mit dem Untergang.

Bodo Schiffmann hatte es nur gut gemeint. Insbesondere zum Wohle der Kinder. In seinem Video „Corona 120“ rief der Arzt aus der Schwindelambulanz zu Sinsheim zwei seiner Lieblingsmusiker, Udo Lindenberg und Wolfgang Niedecken von BAP, auf, „stellvertretend für andere Künstler endlich Position“ zu beziehen, da „wir hier gerade auf dem Weg sind, eine DDR 2.0 aufzubauen“ (1). Schiffmann zitierte aus Lindenbergs „Wozu sind Kriege da?“ und „Zehnter Juni“ von Niedecken und stellte an beide Künstler gerichtet fest: „Ihr wart nie Mainstream.“

Da hat Schiffmann sich gewaltig getäuscht. Mit großer Leidenschaft und ebenso limitiertem Kölsch rezitiert er im Video aus dem BAP-Song, offensichtlich zurückschauend auf Momente, in denen ihm das Lied besonders wichtig war. Doch Niedecken fährt mit dem Bulldozer durch Schiffmanns Erinnerungen. Jener Niedecken, der im genannten Werk singt: „Eure Schachfiguren haben denken gelernt/Und springen einfach vom Brett,/Bis zum Kadaver wird jetzt nicht mehr pariert“ (2).

„Hört mal, ihr Aluhüte, Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner!“, eröffnete der Kölner Sänger seine Ansprache auf Facebook, in der er sich Einlassungen von den Genannten auf den BAP-Internetseiten verbat. „Damit das unmissverständlich klar ist: Ich lasse es nicht zu, dass ihr mit eurer Propaganda unsere Seiten zumüllt. Schreibt auf euren Seiten, was ihr wollt, aber respektiert bitte, dass ihr bei uns nicht willkommen seid. Achtet mal lieber darauf mit welchem Nazi-Pack ihr euch gemein macht. Okay!?“ (3).

Daneben ein Porträt des Musikers mit Ringelshirt, Sonnenbrille und einer der FFP2 funktional gleichwertigen KN-95-Atemschutzmaske. Im gleichlautenden Instagram-Post ist ihm übrigens ein Freudscher Verschreiber unterlaufen, als er im ersten Satz die Adressaten „Corona-Verweigerer“ nannte (4).

Aber um Schiffmann nicht unrecht zu tun: Die Diskrepanz zwischen Texten und Handeln des Bundesverdienstkreuzträgers aus der Kölner Südstadt ist durchaus erheblich. Wobei es nicht darum geht, dass der Sänger die Meinung, die er vertritt, nicht äußern dürfte oder dass es gar eine Missetat darstellte, von dieser überzeugt zu sein, sondern die Art und Weise, wie er Menschen, die einer unterschiedlichen Einschätzung anhängen, diskreditiert und beleidigt. Bereits in einem Interview mit der Kölner Internetzeitung report-K am 15. Juni 2020 hatte er über Demonstranten gegen die „Corona-Maßnahmen“ geäußert: „Die haben sie nicht mehr alle!“ Er forderte, dass jetzt „die Menschen doch alle an einem Strang ziehen“ sollten und konstatierte: „Jetzt passieren wieder merkwürdige Dinge und einige scheren aus. Aluhüte hat es übrigens immer gegeben, von denen sollten sich die Menschen jetzt nicht auseinander dividieren lassen.“

Zweifellos eine ungeheuerliche Aussage. Niedecken unterscheidet hier zwischen den „Menschen“ und „Aluhüten“, absonderliche Freaks, bizarre Ausscherer, die versuchen, die Menschengemeinschaft auseinanderzudividieren.

Das ist eine sprachliche Ansichtskarte von einem Abstecher in den Totalitarismus. Denn Demokratie bedeutet — auch wenn in den vergangenen Jahren die „gemeinsame Lösung alternativlos“ zum politischen Mantra wurde — Dissens statt Konsens; eine Binse, die offensichtlich keine mehr ist.

Geht es ums Ausland, geizt Niedecken allerdings nicht mit Kritik an der staatstragenden Politik: „Brasilien ist auf dem Weg in den Faschismus und Trump will autokratisch regieren.“ Überhaupt Brasilien und Bolsonaro: „Was passiert, wenn man mit absurden Theorien die Pandemie verleugnet, sieht man gerade in Brasilien.“ Und unsere nördlichen Nachbarn bleiben auch nicht ungeschoren: „Auch in Schweden ist der Plan nicht aufgegangen. Sie haben sehr hohe Todesraten mit ihrem eigenen Weg aus der Krise zu beklagen.“

Erneut entdeckt Niedecken also ausscherende Abweichler, die unfassbarerweise einen „eigenen Weg“ beschritten haben. Und dann gelingt ihm noch — wie ein Vorläufer zu Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz‘ Weissagung: „Das Virus kommt mit dem Auto!“ (5) — der bemerkenswerte Satz: „Manche Leute tun so, als ob man mit einem Virus diskutieren könnte, aber das ist völlig hirnverbrannt“ (6). Das hätte Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell bedenken sollen. Womöglich wäre ein Anruf in Köln eine Option gewesen.

Und dies alles von einem Mann, der 1980 unter dem Titel „‘Nen schönen Gruß“ textete, als wäre es, so könnte man mit gegenwärtigen Blick meinen, der ungehorsame Zwillingsbruder gewesen: „Oh, lieber Orwell, ‘84 ist nah (…)/Es läuft so ähnlich ab, nur unauffällig und viel raffinierter gemacht./Der Trick funktioniert ganz zügig und reibungslos:/Etappenweise Entmündigung klappt famos,/Freiwillig eingereiht und flink zum Verblöden gebracht“ (7). Aber das ist, um einen weiteren BAP-Titel zu zitieren, verdammt lang her …

Auch Lindenberg ließ sich nicht lange bitten. Aus seinem „Udoversum“ im Hotel Atlantic an der Hamburger Außenalster reimte der Dauergast: „Wenn die hirntoten Risikopiloten durch Aerosole zischen, wird es ganze viele noch erwischen.“ Reim dich oder ich fress dich. Eine andere Möglichkeit aus dem Baukasten „Der kleine Reimer“ wäre gewesen: „Covidioten sind wie infektiöse Zecken, das sagt auch mein Kollege Niedecken.“

Und Panik-Udo fügte im typischen Lindenberg-Sprech hinzu: „Wir brauchen die kollektive Mega-Power, also: Maske auf und mit panischer Konsequenz da durch. (…) Nur wenn wir alle cool bleiben und uns an die Regeln halten, können wir das Ding unter Kontrolle kriegen.“ Denn: „Die großen Shows in den Stadien und Arenen können (…) erst wieder steigen, wenn wir clean sind“ (8).

Und „clean“ sind wir bekanntlich erst wieder, wenn es ein Medikament gibt oder die Impfung. „Zehnter Juni“ und „Wozu sind Kriege da“? Dr. Schiffmann wird wohl in Zukunft, wenn die Sprache auf Niedeckens BAP und Udo Lindenberg kommt, eher aus zwei anderen Liedern zitieren: „Sendeschluss“ von BAP: „Hatte gedacht, dass ihr versteht./Sag, geht der Abfuck eigentlich nie vorbei,/dass auch noch ihr mich hängenlasst?!“ Und Lindenberg: „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr,/das ist aus, vorbei und lange her.“

Wodarg-Bashing in der Anstalt — Kabarett in Corona-Zeiten

So wie Bodo Schiffmann hätten viele „Corona-Verweigerer“ erwartet oder zumindest gehofft, dass vormals als kritische Geister firmierende Sänger, Autoren, Kabarettisten nun ihre Stimme zur Rettung und zum Wohle der Demokratie erheben. Es blieb still, sehr still, so angestrengt man auch lauschte. Im Gegenteil: Am 24. März 2020 verspotteten im ZDF Max Uthoff und Claus von Wagner in einer Folge von „Die Anstalt“ Dr. Wolfgang Wodarg in einer Art, die in ihrer dümmlichen, vollkommen zweifelsfreien Selbstgewissheit kaum zu ertragen ist (9).

Es beginnt mit einem Foto Wodargs mit den Haaren, die er eben hat, hochgehalten von Uthoff, woraufhin von Wagner kommentiert: „Das heißt, die Friseursalons sind jetzt endgültig geschlossen, ja?“ Im weiteren Verlauf des Dialogs wird Wodarg als pensionierter, trotteliger und ahnungsloser Medizinfreak dargestellt, der die drohende Gefahr zehntausender Toter ignoriert, nicht begreift, dass es sich um ein ganz neuartiges Corona-Virus handelt und überdies die irre These vertritt, „es gibt nur so viele Corona-Tote, weil so viel gemessen wird“, verfälscht Uthoff.

Daraufhin von Wagner mit schlecht gespielter Konsternation: „Die ganzen Toten in Italien, achthundert pro Tag, die gibt’s nur, weil’s so viele Beerdigungen gibt?“ Und auf von Wagners Frage, wo denn Wodarg seine „wissenschaftlichen Erkenntnisse“ veröffentlich habe, antwortet Uthoff: „Äh, Moment, die Zeitschrift heißt ‚YouTube‘.“ Aber damit ist der Mann für die beiden noch nicht erledigt. Es gilt, noch eine Leiche aus dem Keller zu holen. Wodarg, so Uthoff, sei im Gesundheitsamt gewesen „und hat da wirklich Einmaliges geleistet, zum Beispiel Gerd Postel in seinem Amt eingestellt“.

Die Sache ist 38 Jahre her. Der Postbote Gerd Uwe Postel aus Bremen hatte sich unter dem Decknamen Dr. Dr. med. Clemens Bartholdy im Spätsommer 1982 für die von der Stadt Flensburg ausgeschriebene Stelle des stellvertretenden Amtsarztes beworben. Er knüpfte Kontakt mit dem Leiter des Amtes, der ihn sympathisch fand, und, so das Flensburger Tageblatt am 27. Oktober 2015 in einer Rückschau (10), wurde Postel alias Dr. Dr. med. Bartholdy trotz fehlender oder gefälschter Unterlagen vom Personalbüro der Stadt eingestellt. Später — als der Hochstapler enttarnt war — sagte vor Gericht sein ehemaliger Chef: „Wir waren froh, jemanden zu haben, der zeigte, dass er auf sozialpsychiatrischem Gebiet etwas tun wollte.“ Dieser Vorgesetzte heißt Wolfgang Wodarg.

Uthoffs und von Wagners Beitrag aus der „Anstalt“ verdient diese ausführliche Betrachtung, weil er in Form und Inhalt ein unschätzbares Zeitdokument darstellt. Zwei Kabarettisten, die sich als nonkonformistische Freigeister gerieren und selbst feiern. So geschehen ausgerechnet hier im Rubikon, wo am 5. April 2019 Max Uthoff in einem Interview sagte:

„Wir (…) sind letztlich ein kleiner Teil einer Gegenöffentlichkeit, die vielleicht stattfindet. Wir haben die Chance, um zehn Uhr abends in einem Mainstream-Medium etwas zu sagen, was (…) sonst vielleicht nur in einer Dokumentation auf Arte abends um Viertel nach zwölf oder Viertel vor eins gezeigt würde“ (11).

Doch nun, wo es wirklich darauf ankommt, ist vom Wirken als „Gegenöffentlichkeit“ — oder zumindest vom Abbilden und Einbeziehen einer solchen — nichts zu bemerken. Wie schon in Bezug auf Niedecken angemerkt, es geht nicht darum, dass sie die Einschätzung Wodargs und weiterer teilen, es geht um das Zulassen und Akzeptieren anderer Meinungen und Ansichten in einem demokratischen Konsens.

Stattdessen positionieren sich Uthoff und von Wagner als einfältige Hofnarren, die nicht ansatzweise in Betracht ziehen, dass eventuell auch eine andere Sichtweise auf das Geschehen möglich ist. Und keine Praktik ist ihnen zu billig wie der Kalauer über Wodargs Haare oder die Hochstaplergeschichte von 1982.

Gewiss, Wolfgang Wodarg hat damals einen Fehler begangen, einen groben womöglich. Er ist offensichtlich den suggestiven Fähigkeiten eines begabten Hochstaplers erlegen. Im Übrigen heißt es im erwähnten Artikel des Flensburger Tageblattes aber auch: „Doch dass der Pseudo-Arzt ein Nichtskönner war, blieb dann auch trotz allen Wohlwollens Dr. Wodarg nicht verborgen. Der Aufgabenbereich schrumpfte immer weiter.“ Letztlich schied „Dr. Dr. med. Bartholdy“ freiwillig aus dem Dienst des Gesundheitsamtes.

Das Erwähnen dieses Vorfalls durch Uthoff und von Wagner ist eine so üble wie wirkungsvolle Verfahrensweise aus dem Werkzeugkoffer des geübten Demagogen. Unterschwellig wird transportiert: Wer einen Fehler — und sei er auch fast vierzig Jahre her — in einem bestimmten Bereich begangen hat, der ist auch und für alle Zeit auf allen weiteren, selbst vollkommen unterschiedlichen Feldern unfähig, untauglich, unseriös. Denn was hat die Betrachtung eines Virus mit der Gutgläubigkeit gegenüber einem Hochstapler gemein?

Saftige Bußgelder für Covidioten und „Danke Lisa“

Es ist schon kurios. Gerade jene, die den Toleranzgedanken, das demokratische Verständnis, die Offenheit, das Buntsein als Weltanschauungsmonstranz bei Gesinnungsprozessionen durch die politische Landschaft getragen haben, gebärden sich nun als intellektuelle Despoten, für die das herrschende, mittlerweile berühmte „Narrativ“ alternativlos ist und folglich keine gegensätzliche Einschätzung zugelassen. Wie Niedecken, Lindenberg, die zwei aus der „Anstalt“.

Die Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, nennt die Demonstranten vom 1. August in Berlin „Covidioten“ (12), Cem Özdemir fordert für die Protestierenden bei Nichttragen der Maske oder Missachtung des Mindestabstandes „saftige Bußgelder“ (13) und Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, wirft Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow — als dieser Ende Mai 2020 beabsichtigt, die generellen Corona-Einschränkungen in Kürze aufzuheben — vor, sich von Verschwörungstheoretikern leiten zu lassen (14).

Als würden all diese vorgeblich aufgeklärten, vorurteilsfreien, humanen, freidenkerischen Menschen sich wie einst Fantomas die Latexmaske vom Gesicht reißen und darunter erscheint die Hardcore-Version von Markus Söder.

Doch es gibt auch einen Lichtblick — Lisa Fitz. Bei drei Auftritten in der SWR-Sendung „Spätschicht“ thematisierte die bayerische Kabarettistin zwischen Dezember 2019 und Juni 2020 die Machtkonzentration in den Händen weniger extrem Reicher, die Manipulation der Massen, Zwangsimpfung, rückgratlose Politiker, Big Pharma, Gates‘ Manipulation der Medien, Diskriminierung Andersdenkender als antisemitische Verschwörungstheoretiker und das berühmt-berüchtigte Adjektiv „krude“ und schloss: „Ich glaube ja, Corona ist ein Intelligenztest.“

Für diese Auftritte erntete sie in den Kommentarspalten von YouTube weit überwiegend positive, teils euphorische Kommentare wie: „Im Moment kommt ans Licht, wer intelligent ist und ein Gewissen hat.“ „Eine eigenständige Meinung und auch noch den Mut, diese auszusprechen. Eine sehr seltene Kombination in der heutigen Medienwelt .“ „Diese Frau erinnert mich an etwas. Ach ja, richtig! ‚Charakter‘ hieß der Ausdruck!“ „Satire kann im Gegensatz zum weichgespülten ‚Extra3‘ und der niveaulosen ‚heute-show‘ richtig bissig sein. Danke Frau Fitz.“ „Sehr mutige Frau. Solche Menschen werden mit solchen Aussagen Verschwörungstheoretiker genannt.“ „Wenn in Satire mehr Wahrheit steckt als in deutscher Politik. Danke Lisa“ (15, 16, 17). Die hier zahlreich zitierten Kommentare spiegeln deutlich wider, dass viele Zuschauer eine satirische Kommentierung und Einschätzung jenseits der landläufigen Erzählung von Corona bitterlich vermissen.

Dabei wurde Lisa Fitz bereits 2018 vorgeworfen, sie bediene „antisemitische Verschwörungstheorien“, weil sie in einem Lied die übergroße Macht von „Schattenstaat, Schurkenbank, Gierkonzern“ thematisiert und dabei über „Rothschilds, Rockefeller, Soros & Konsorten“ getextet hatte. Fitz wehrte sich mit den Worten:

„Wenn ich Erdogan kritisiere, bin ich nicht türkenfeindlich. Wenn ich als Pazifistin die Kriegspolitik der USA kritisiere, bin ich nicht amerikafeindlich. Und wenn ich reiche Bankhäuser kritisiere, bin ich nicht einen Hauch antisemitisch.“

Und sie zitierte Horst Seehofer, der diesen Satz tatsächlich in entwaffnender Offenheit und Ehrlichkeit 2010 in einer Folge von „Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich“ im Bayerischen Fernsehen geäußert hatte, was den sonst so redseligen fränkischen Satiriker Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig kurzzeitig sprachlos machte. Seehofer sagte wörtlich:

„Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt. Und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden“ (18, 19, 20, 21).

In einem weiteren User-Kommentar zu den genannten „Spätschicht“-Videos mit Lisa Fitz auf YouTube zeigte sich der Zorn über die anderen, ebenfalls in der Sendung auftretenden Satiriker, die in einer Runde hinter Fitz saßen: „Lisa, du bist spitze! Wenn ich die Flachpfeifen hinter ihr sehe, die am liebsten in ein Mauseloch kriechen würden bei so viel Wahrheit, dann sage ich, du bist die Einzige in dieser Runde, die Hirn hat und keinen Wasserbehälter.“

Hegel bei den Querdenkern

Einer der hinter ihr Sitzenden war übrigens Florian Schroeder, der am 8. August 2020 bei „Querdenken-711“ auftrat und mitteilte: „Ich bin der Auffassung, dass Corona eine hoch ansteckende, gefährliche Krankheit ist, und ich bin der Überzeugung, dass Maskentragen und Abstand halten das Wichtigste und Beste ist, was wir in diesen Tagen tun können.“

Bezeichnend an dieser Stelle: In seinem Stuttgarter Vortrag äußert Schroeder ebenfalls: „Maske abziehen in engen Räumen ist Verantwortungslosigkeit.“ Im Hintergrundbericht „Extra-3-Backstage — Florian Schroeder bei den ‚Querdenkern‘“ sieht man ihn in Berlin und Stuttgart im Fond zweier Autos sitzen, in denen sich noch Fahrer und Kameramann und womöglich einer seiner Sicherheitsleute befinden, also drei oder vier Personen; der Komiker spricht in die Kamera und telefoniert per Smartphone. Mithin Aerosole in einem engen, geschlossenen Raum, in dem kein Mindestabstand möglich und das Nicht-Tragen oder Abziehen einer Maske laut Schroeder „Verantwortungslosigkeit“ ist.

Schroeder trägt keine Maske. Nicht nur, dass er seinen eigenen moralischen Ansprüchen und moralisierenden Konklusionen in keiner Weise gerecht wird, er missachtet auch die Empfehlungen und Gebote der Landesregierungen von Berlin und Baden-Württemberg, mit denen er, seinen Aussagen zufolge, eigentlich konform gehen müsste. Letztere sagt, alle Auto-Insassen sollten eine Maske tragen, „da sie lange auf engem Raum zusammen sind und so ein besonderes Infektionsrisiko besteht“. Und in der Berliner Corona-Verordnung vom 11. August 2020 heißt es: „Wer mit Freunden, Bekannten oder anderen Personen in einem Auto fährt, muss ebenfalls eine Maske tragen, wenn der Fahrer in einem anderen Haushalt lebt“ (22, 23, 24). So lässt es sich aushalten auf der Kanzel — für die anderen Wasser predigen und selbst entspannt bei einer Flasche Château Lafite-Rothschild sitzen.

Was vorgeblich als Dialog mit Andersdenkenden vorgestellt wurde im Sinne eines Hegelschen Erkenntnisprozesses aus These, Antithese, Synthese, war in Wahrheit eine Verspottung und Provokation des Publikums, das für die NDR-Sendung Extra 3 den TV-Zuschauern ganz offensichtlich als dümmliche, begriffsstutzige und falschen Propheten hörige Masse vorgeführt werden sollte.

Die Provokationen gelangen nur mäßig, da die Stuttgarter Zuhörer nicht auf diese eingingen oder zum Teil auch nicht verstanden, was da auf der Bühne vor sich ging. So ließen sich auch einige dazu bewegen, tatsächlich „Ja!“ zu rufen, als Schroeder — in Anspielung auf Joseph Goebbels‘ vierte rhetorische Frage an die Menge in seiner berühmten Sportpalastrede — fragte: „Wollt ihr die totale Meinungsfreiheit?“ Von Hegel hatte Schroeder nur ein Probetübchen dabei, mit Dialektik hatte das Ganze nichts zu tun — außer man rechnet den alten Kalauer „These, Antithese, Prothese“ dazu, den der bekannte Wiener Kabarettist Alfred Dorfer allerdings schon 2010 im Programm hatte.

Schroeder kennt auch bereits die Schuldigen, sollte es zu einem „neuen 1933“ kommen, von dem man nur noch „eine fette Wirtschaftskrise“ entfernt sei. Und wer also „wird diese Wirtschaftskrise auslösen? Es werden die sein, die sagen, wir brauchen keine Masken tragen, weil es Maulkörbe sind. Es werden die sein, die sagen, Bill Gates will uns alle zwangschippen, und es werden die sein, die glauben Corona sei eine Erfindung oder komme aus einem Labor in Wuhan.“ Angesichts solcher Einlassungen eines öffentlich-rechtlichen Spaßmachers werden auch bei denjenigen, die sonst nie die Nazi-Keule schwingen, andere Assoziationen mit einem „neuen 1933“ geweckt.

Interessant zudem Schroeders Auffassung von Meinungsfreiheit: „Wenn ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst ihr meine Meinung aushalten. Wenn ihr Demokraten seid, haltet ihr meine Meinung aus, ohne zu buhen“ (25). Dabei ist das Buhen in diesem Fall ja nichts anderes als die Meinungsäußerung auf eine Meinungsäußerung, der Faktencheck des Faktenchecks oder im Sinne Hegels die Antithese. Im Übrigen verhielt man sich in Stuttgart vorbildlich. Selbst das Buhen war verhalten, manche klatschten sogar an einigen Stellen, wohl nicht verstehend, was Schroeder da mit ihnen veranstaltete. Niemand stellte ihm das Mikrofon ab, es flogen keine Gegenstände, er wurde weder derb beschimpft, von der Bühne gezerrt noch in anderer Art körperlich angegangen.

Wer das für selbstverständlich hält, sollte mal bei einer Versammlung der extremen Linken zu Themen referieren wie „Freiheit für Immobilieneigentümer — weg mit der Mietpreisbremse!“ oder „Refugees not welcome! Für neue Ansätze in der Flüchtlingspolitik!“ Gerne aber auch bei den Kollegen auf der rechten Seite zu „Nur Ausländer können Deutschland retten!“ oder „Keine Zäune, keine Grenzen — für Multikulti und Buntheit!“

Gründe für das Schweigen

Was aber sind die Gründe für das Schweigen der Künstler in dieser demokratiegefährdenden Krise oder ihre Identifikation und teilweise Überidentifikation mit den „Corona-Maßnahmen“?

Drei Typen sind zu unterscheiden.

1. Diese Künstler teilen die herrschende Meinung.

Sie sind von der extremen Gefährlichkeit des „neuen Coronavirus“ überzeugt, tragen Maske, halten Abstand und werten all jene, die unterschiedlicher Ansicht sind und nicht dem Corona-Narrativ gemäß leben, als rücksichtslose Egoisten, als „hirntote Risikopiloten“, die leichtfertig die Gesundheit und das Leben anderer gefährden.

Hinzu gesellt sich hier stellenweise noch eine Ästhetisierung des Lockdowns und der „Corona-Verordnungen“. So wie die Krise von manchem als „Kopföffner“, als „Zeit des Innehaltens, der Einkehr und Entschleunigung“ (26) geradezu gefeiert wurde, meint auch Udo Lindenberg im bereits genannten Artikel: „Das Hamsterrad wird angehalten und du triffst dich selber, so intensiv wie vielleicht noch nie.“

Der Schriftsteller Bodo Morshäuser, 1983 sehr erfolgreich mit der Erzählung „Die Berliner Simulation“, ist mit seinem Text „Abstand und Anstand. Angehaltene Welt“ für diese Haltung das beste, das bezeichnendste Beispiel. So formuliert er:

„Den Atem Wartender im Nacken zu spüren, mit dieser Nötigung zur Hetze ist es fürs Erste vorbei. (…) Ich trete aus dem Geschäft, eine Frau auf dem Gehweg bleibt stehen. Ich ebenso. Gebe ihr Zeichen, dass sie den Vortritt hat. Lächeln. Ich trete aus einem Waldweg auf den Hauptweg, von rechts und links Leute. Ich warte. Lächeln. In Berlin. (…) Wir respektieren uns, denn wir haben mehr Gemeinsames als Trennendes. Die Sorge um unser Leben, ums Überleben. Wir haben Anstand, denn wir halten Abstand. Vor dem Virus sind wir alle gleich. Die Lehre des Virus lautet: Wir sind gleich verletzbar. (…) Seit Teilnehmer zwei Meter auseinander sitzen, sind Talkshows Gesprächsrunden. Der Ernst des einzigen Themas tut den Rest. Bis neulich saßen da Lautsprecher nebeneinander (…) Auch das ist nicht mehr da. (…) Die heilige Welt des Konsums wird kurzerhand für schädlich erklärt. ‚Nur das Nötigste‘ ist erlaubt. Andernorts wirst du krank. Besser hätte man es auch vor den ‚Maßnahmen zur Kontakteindämmung‘ (Robert-Koch-Institut) nicht ausdrücken können“ (27).

Während andere das „Corona“-Narrativ und den Lockdown als Expresszug in den Totalitarismus empfinden, erlebt Morshäuser diese als Weltverbesserung, denn sie schaffen für ihn Raum, zwischenmenschliche Rücksichtnahme und Solidarität in der Verwundbarkeit; bewirken Achtsamkeit, Selbstbeschränkung und stellen die Atmosphäre eines kollektiven buddhistischen Klosters her.

2. Dieser Teil hat keine dezidierte Meinung zur Gefährlichkeit des Virus.

Es ist eher eine Ja-Nein-Weiß-nicht-Einstellung — kann sein, kann nicht sein, man vermag ja auch nicht zu sagen, wem man glauben soll. Aber okay, bind‘ ich mir den Lappen halt um, bevor ich noch negativ auffalle.

Letztlich hadern diese Künstler mehr mit den Folgen des Geschehens um das Virus als mit diesem selbst. Krankheiten und andere Pein passieren nur den anderen. Was wirklich schmerzt: Keine Auftritte, kein Lampenfieber, kein Adrenalin, keinen Applaus und vor allem kein Geld.

Autoren können in dieser Zeit schreiben und sind das Leben in der Klause ohnehin gewohnt, aber Musiker, Schauspieler, Kabarettisten müssen es aussitzen. Die Wochen und Monate gehen ins Land, und die Rücklagen werden weniger. Das macht Angst. Dass es den Bach runtergeht, auf dem die Felle davonschwimmen. Von Cobra 11 zu Hartz 4. Dass alle Stricke reißen, nur nicht der, an dem man sich aufhängt.

Wenn sich dieser Typus auch kaum mit den medizinischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Sachverhalten bezüglich „Corona“ befasst hat, eines weiß er: Dass es alles andere als klug wäre, sich gegen die herrschende Meinung zu positionieren. Das erzeugt mehr als nur eine schlechte Presse, das katapultiert den Künstler aus dem Medienzirkus, wo eine Hand die andere wäscht und diese eine weitere, und dieses große Händewaschen bildet sich ab in Beziehungen, Verflechtungen, Verknüpfungen. Und wer verflucht wird, den stößt das System ab. Auf der Stelle. Mit dem kann man sich nicht mehr sehen lassen, der ist wie eine ansteckende Krankheit, Sars-CoV-2 in Menschengestalt; in ist, wer drin ist, und du bist raus.

3. Beim dritten Typus handelt es sich um einen Kritiker der Maßnahmen.

Er leugnet nicht, doch er erkennt kein Killer-Virus. Er zweifelt an der Richtigkeit vieler Zahlen, Studien und Expertenaussagen. Er sieht die Gefahr eines totalitären Systems. Aber er weiß auch, ähnlich wie Typus Nummer zwei, um die Gefahr, aus dem System der Beziehungen und Abhängigkeiten in ein schwarzes Loch geschossen zu werden. Auf der falschen Seite zu stehen, bedeutet das Ende. Pulverisiert im Medienmörser und vom Shitstorm verweht. Deshalb halten sich auch diese Künstler bedeckt und positionieren sich nicht öffentlich.

Das falsche Ideal des Künstlers

Die Idee des Künstlers als Speerspitze oder Soundtrack-Komponist einer politischen Bewegung ist mehr romantisch als realistisch. Natürlich sind auch Menschen aus anderen Berufsgruppen, die sich gegen eine herrschende Maxime wenden, in ihrer Existenz gefährdet, ob Oberregierungsrat, Polizist oder auch Arzt und Wissenschaftler. So sagte Professor Stefan Hockertz, Immunologe, Toxikologe, Pharmakologe und früher Kritiker der diversen „Corona“-Einschätzungen und daraus folgenden Maßnahmen, in einem Radio-Interview Ende März 2020:

„Natürlich ist es zurzeit Mainstream, die Apokalypse zu predigen. Junge Wissenschaftler tun gut daran, in dieser Situation sich nicht zu äußern, weil sie damit ihre Karriere gefährden. Das ist unser Wissenschaftssystem, und das ist auch das System in der Medizin, welches sehr hierarchisch ist und wo man sehr vorsichtig sein sollte, eine andere Meinung zu äußern. Viele Wissenschaftler in den Universitäten bangen möglicherweise auch um Forschungsmittel, wenn sie jetzt nicht das Lied singen, was ganz laut draußen gesungen wird“ (28).

Doch dem Künstler ergeht es noch ärger, ihm bricht der gesamte Boden der Existenz, die ohnehin schon schwierig genug ist, unter den Füßen weg. Selbst ein bekannter Kabarettist und Komiker wie Helge Schneider, der im Mai 2020 noch verkündet hatte, dass er erst auf die Bühnen zurückkehren werde, wenn „alle Freiheiten wieder da sind“ und nicht zu spielen gedenke vor „Menschen, die anderthalb Meter auseinander sitzen müssen und Mund-Nasenschutz tragen“, tritt ein Vierteljahr später genau unter diesen Bedingungen wieder vors Publikum und stellt fest: „Das ist dann so, wie ich angefangen habe (…) Aber in zwölf Monaten ist mein Geld alle. Und wenn ich dann nicht auf Tournee gehen kann, muss ich wieder arbeiten.“ Im Mai hatte er noch betreffend seiner kommenden Bühnenabstinenz verlautbart: „Da muss ich konsequent bleiben.“ Diesen Luxus der Konsequenz kann sich selbst ein so namhafter Künstler nach drei Monaten nicht mehr leisten (29, 30, 31).

Der Künstler ist angewiesen auf die richtigen Personen an den richtigen Positionen, auf Mäzene, Sponsoren, Gönner; verfügt er nicht darüber oder verliert er diese, ist dies gleichbedeutend mit dem Ende seiner künstlerischen Existenz, die über das Arbeiten für die Schublade oder Festplatte hinausgeht.

Norbert Leisegang von der Band „Keimzeit“ sagt in einem Interview:

„Ich merke, dass Musiker grundsätzlich angepasst sind. Sie richten sich zu 99,9 Prozent nach den Honoraren, die sie bekommen. Künstler kann man locker bestechen. Weil wir unseren Kühlschrank füllen müssen. Und wenn es da eng wird, rückt man schnell von seinen Idealen ab. (…) Meine Ideale sind, dass ich frei schreiben und tun kann, was ich will. Wenn ich allerdings merke, ich muss aus der Wohnung raus, weil ich die Miete nicht mehr auftreiben kann, spiele ich auch schon mal für eine Firma. (…) Aber grundsätzlich sieht man viele Musiker, Künstler oder Sportler in der Werbung. Angepasster als heutzutage war kaum ein Künstler in seiner Zeit“ (32).

Dabei können die meisten Künstler ohnehin nicht von ihrer künstlerischen Arbeit leben und müssen nebenbei in einem sogenannten Brotberuf arbeiten, wobei es eigentlich umgekehrt ist: Die Kunst entsteht nebenbei und pendelt irgendwo zwischen den Formaten Aufwandsentschädigung, mäßig bezahltes Hobby und bloße Liebhaberei. Laut den Zahlen der Künstlersozialkasse verdient ein Maler etwa im Durchschnitt weniger als 12.000 Euro im Jahr, Opernsänger 11.200 und experimentelle Künstler gar nur 9.100 Euro. Nicht besser ergeht es Schriftstellern.

Legt man Arbeitszeit und Verkaufszahlen auf einen Lohn pro Stunde um, so kommt man auf einen Betrag weit unter dem Mindestlohn. Verschiedene Autoren melden Zahlen zwischen 1,50 bis 6,00 Euro — brutto; aber auch der Betrag von 42 Cent wurde genannt (33, 34, 35, 36).

Doch der Künstler wird ja noch in einer anderen Währung bezahlt: Die Plattform, die ihm geschaffen wird — Buch, Bühne, Galerie, Kino — und das Publikum, das ihn liest, zuhört, anschaut. Das will er nicht verlieren. Denn es wäre gleichbedeutend mit dem Verlust seines Lebenszwecks. Der Künstler braucht den Applaus des Publikums. So sehr, dass er sich dabei sogar verbeugt.

Und so bedeutet Positionieren oder gar Polarisieren ein Laufen auf extrem dünnem Eis. Warnendes Beispiel ist hier Uwe Tellkamp. Von dessen Roman „Der Turm“, erschienen 2008 im Suhrkamp-Verlag, wurden 750.000 Exemplare verkauft und die Lizenz in fünfzehn Länder. Die Hardcover-Ausgabe war auf Platz eins der „Spiegel“-Bestsellerliste und platzierte sich dort insgesamt fünfzig Mal. Tellkamp erhielt den „Deutschen Buchpreis“ und zahlreiche weitere Preise. „Der Turm“ wurde auch verfilmt und Anfang Oktober 2012 in zwei Teilen von der ARD ausgestrahlt. Der erste Teil erreichte dabei mehr Fernsehzuschauer als das zeitgleich im ZDF gesendete „Champions-League“-Spiel Manchester City gegen Borussia Dortmund (37, 38, 39).

Zweifellos ein „Star-Autor“. Doch auch dies schützte Tellkamp nicht davor, dass sich im März 2018 der Suhrkamp-Verlag von ihm distanzierte. Was war geschehen? Bei einer Podiumsdiskussion in seiner Heimatstadt Dresden hatte Tellkamp zu den Motiven von Asylbewerbern geäußert: „Die meisten fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern, über 95 Prozent.“ Die Meinungsfreiheit betreffend sagte Tellkamp, es gebe zwar noch keine „Repressionsmühlen“, fügte aber hinzu: „Noch nicht.“

In Deutschland existiere ein „Gesinnungskorridor zwischen gewünschter und geduldeter Meinung“: „Meine Meinung ist geduldet, erwünscht ist sie nicht.“ Einwände der Mitdiskutanten überzeugten den Schriftsteller, laut FAZ, „augenscheinlich nicht. Gewalt in der Gesellschaft sah er vornehmlich von der linken Antifa ausgehen. Tellkamps Körpersprache war anzumerken, wie sehr ihn diese Themen erregten. (…) Wer sich kritisch äußere, werde gleich in die rechte Ecke gestellt, lautete eine These Tellkamps.“

Gleich am Tag darauf ging der Suhrkamp-Verlag per Twitter-Verlautbarung auf Distanz zu seinem eigenen Autor und zwitscherte unter dem Hashtag „#Tellkamp“:

„Aus gegebenen Anlass: Die Haltung, die in Äußerungen von Autoren des Hauses zum Ausdruck kommt, ist nicht mit der des Verlags zu verwechseln“ (40).

Schriftstellerin Monika Maron verteidigte ihren Kollegen und warf dem Suhrkamp-Verlag vor, seinen Autor verraten zu haben. Diskutabel sei dieser „eine Satz mit den 95 Prozent und noch eine Kleinigkeit (…) Was ist denn das für ein Streitgespräch, wenn ich damit bezahle, dass mich am nächsten Tag alle möglichen Leute anspucken (…) Man kann jeden Menschen, dessen Meinung einem nicht genehm ist oder auf den man nicht antworten will, oder man will nicht argumentieren, dem klebt man irgendeine AfD-Marke ans Hemd und sagt, der ist eben rechts“ (41).

Wer nun denkt, er sei geschützt, da er sich in Form und Inhalt nicht derart über Migranten äußere, täuscht sich. Man ist schnell auf der falschen Seite und am Pranger. Der Wunsch nach wissenschaftlichem Diskurs und differenzierter Erörterung in Sachen Corona machen einem zum „Covidioten“ und „Corona-Leugner“, und von da ist es nicht weit zum „Holocaust-Leugner“. Oder zum Geisteskranken. In fast allen größeren Zeitungen finden sich Artikel zum Thema „Was tun, wenn Familie oder Freunde an Verschwörungen glauben?“ oder auch „Hilfe, Papa glaubt an die Impfverschwörung!“ (42, 43).

Diesen Aufzug zum medialen Schafott will der Künstler nicht besteigen, sondern lieber die Bretter, die für ihn die Welt bedeuten. Wer will es ihm verdenken. Allerdings wird die Rezeption früherer Werke sich wandeln und zukünftige moralisierende, selbstgefällige Maximen oder Bekenntnisse können unbesehen ignoriert werden.

So gelobte der anfangs genannte Heinz Rudolf Kunze einst „den Wert der Unterschiede tapfer zu verteidigen/gegen das Verschwinden des Wertvollen zu kämpfen/das Verallgemeinern des Einzigartigen/gegen Einebnung/Gleichmachung/Auslöschung“ (44). Solch hehres Bekenntnis und ähnliche Aussagen erscheinen nun als halbstarkes Prahlen und folgenlose Schaumschlägerei moralisierender Hochstapler und Luftgitarrespieler.


Erstveröffentlichung + Fußnoten: siehe https://www.rubikon.news/artikel/das-schweigen-der-kunstler

 

 

Reiner Wahnsinn in kühlen Worten (Dr. Claus Köhnlein über „Fatale Corona-Experimente der WHO“)

(Rasch ansehen, diese Videos werden derzeit binnen Tagesfrist gelöscht:) SERVUS TV TALK SPEZIAL MIT PROF. DR. SUCHARIT BHAKDI – Teil II (09.09.2020)

Prof. Bhakdi zieht Resümee über das bisherige Corona-Geschehen und gibt einen Ausblick auf den kommenden „Tsunami“, der über uns hinwegfegen wird, wenn wir jetzt nicht dasjenige abwehren, was ein konzernwirtschaftlich-politisch-mediales Kartell um jeden Preis umsetzen will: eine genverändernde Impfung, von der uns die Leitmedien verschweigen, was sogar im renommierten medizinischen Journal „The Lancet“ publiziert wurde (siehe ab Minute 25:40):

Dass bei den Ende August in „Phase 2“ durchgeführten Probeimpfungen ca. 25% der Probanden so krank wurden, dass sie nicht mehr aufstehen konnten, unter massiven Schmerzen, Schwellungen und Schüttelfrost litten. Um dennoch sagen zu können, dass die Impfungen gut vertragen werden, wurde sodann allen folgenden Probanden vor der Impfung eine hohe Dosis eines fiebersenkenden Schmerzmittels (Paracetamol) verabreicht.

Also wenn diese Vorgehensweise nicht „streng wissenschaftlich“ und „evidenzbasiert“ ist – was dann?

#UniteBehindTheScience

Ergänzung:

Die Gefahr der Autoimmunerkrankungen, vor der Prof. Bhakdi warnt, scheint sich im Weiteren zu bestätigen. Auch in der mittlerweile angelaufenen Phase 3 gibt es offensichtlich schwere Nebenwirkungen. So musste aktuell der Testlauf der Firma AstraZeneca ausgesetzt werden, da bei einem Probanden nach Erhalt der mRNA-Impfung die Krankheit transverse Myelitis ausgebrochen ist (Quelle: New York Times), das ist eine Entzündung des Rückenmarks, die zur Querschnittslähmung führen kann. Hierbei greift das Immunsystem im Zuge einer Autoimmunreaktion Nervenschichten des Rückenmarks an und versucht diese zu zerstören.

Die deutschen Leitmedien (Spiegel, Südtäusche & Co.) berichten mit äußerster Zurückhaltung über diesen Stopp von Phase 3. Der Begriff Transverse Myelitis wird zwar beiläufig erwähnt, jedoch ohne weitere Erklärung und ohne die Gefährlichkeit dieser Krankheit auch nur ansatzweise zu thematisieren. Selbstverständlich auch ohne darüber zu berichten, dass die EU-Kommission einen Vertrag über den Kauf von 400 Millionen Impfstoff-Dosen abgeschlossen hat, in dem der Hersteller Astra Zeneca von der Haftung für Impfschäden befreit wurde (siehe anti-spiegel).

Warum sich die ansonsten so kritischen Qualitätsjournalisten dermaßen in Zurückhaltung üben, hat gewiss nichts mit der Tatsache zu tun, dass die Bill and Melinda Gates Foundation 250 Millionen Dollar an führende Zeitschriften und Medienhäuser weltweit überwiesen hat, darunter auch die einschlägige Qualitätspresse in Deutschland (Quelle: bretigne.typepad.com).

Trotz massiven Lobbyeinsatzes stehen die Chancen dennoch gut, dass wieder einmal Steuermilliarden ähnlich versenkt werden wie 2009 bei der von der WHO ausgerufenen Schweinegrippe-Pandemie, als die angekauften  – ebenfalls mit schweren Nebenwirkungen behafteten (siehe unten) – Impfdosen dann als Sondermüll entsorgt werden mussten.


 

zum Weiterlesen:

Die Impfung 4.0 rückt näher – Junge Leben in Trümmern

Das Schlachtschiff der Süddeutschen feuert weiteren Torpedo auf die Zivilgesellschaft ab …

„Die angestellten Meinungsäußerer werden für Sich-Gehen-Lassen bezahlt, und sie nehmen den Job an.“
(Peter Sloterdijk)

In einer Zeit, in der es nicht nur für Whistleblower auf der ganzen Welt kaum noch einen sicheren Ort gibt und sogar bei Kabarettisten und Karikaturisten umgehend der Kopf rollt, wenn sie sich nicht an die vom „rülpsenden Konsensmoloch“ (©Wolf Reiser) verordnete Political Correctness halten, haben Milosz Matuschek und Gunnar Kaiser einen Appell für freie Debattenräume und gegen Cancel Culture veröffentlicht:

„Absagen, Löschen, Zensieren: seit einigen Jahren macht sich ein Ungeist breit, der das freie Denken und Sprechen in den Würgegriff nimmt und die Grundlage des freien Austauschs von Ideen und Argumenten untergräbt. Der Meinungskorridor wird verengt, Informationsinseln versinken, Personen des öffentlichen und kulturellen Lebens werden stummgeschaltet und stigmatisiert.

Wir erleben gerade einen Sieg der Gesinnung über rationale Urteilsfähigkeit. Nicht die besseren Argumente zählen, sondern zunehmend zur Schau gestellte Haltung und richtige Moral. Stammes- und Herdendenken machen sich breit. Das Denken in Identitäten und Gruppenzugehörigkeiten bestimmt die Debatten – und verhindert dadurch nicht selten eine echte Diskussion, Austausch und Erkenntnisgewinn. Lautstarke Minderheiten von Aktivisten legen immer häufiger fest, was wie gesagt oder überhaupt zum Thema werden darf. Was an Universitäten und Bildungsanstalten begann, ist in Kunst und Kultur, bei Kabarettisten und Leitartiklern angekommen (…)“
(ganzer Appell und Unterschriftenliste siehe https://idw-europe.org/ )

Wer denkt, dass in einer Zeit zunehmender Gesinnungsdiktatur nun jeder Vertreter der schreibenden Zunft aufatmen und diesen couragierten Appell freudig unterzeichnen wird, hat leider weit gefehlt. Erwartungsgemäß dauerte es nicht lange, bis die angesprochenen Meinungswächter-Institutionen standesgemäße Vertreter losschicken, um jene Ketzer wider die Polical Correctness einer Inquisition zu unterziehen. Abgefeuert wird der Torpedo wieder einmal von einem der üblichen Zerstörer, die die Hoheit über die neoliberalen Gewässer sichern: Der Südtäuschen Zeitung (siehe sueddeutsche.de).

Für das Rettungsschlauchboot, auf das der SZ-Torpedo nun zurast und an das sich zahlreiche kurz vorm Ertrinken stehende Freigeister klammern, stehen die Chancen schlecht. Auch wenn es wieder einmal billiges Schießpulver bzw. Niespulver ist, mit dem dieser Torpedo gefüllt ist und ein rostiger Propeller, der ihn antreibt – aber seine Reichweite ist enorm. Kaum jemand, der von einem solchen Torpedo bisher ins Visier genommen wurde, konnte ihm entkommen. Aber vielleicht schaffen wir es ja, ihn rechtzeitig zu entschärfen, bevor er detoniert. Auch auf die Gefahr hin, dass wir dabei nass werden.

Es ist wirklich ziselierter Verknorksungsgewinde-Schampus vom Feinsten, mit dem die guten & gernen SZ-Journalisten Philipp Bovermann und Felix Stephan da einen für die freie Zivilgesellschaft eigentlich überlebenswichtigen Appell zuzuschäumen versuchen. Noch bevor dem SZ-Leser erklärt wird, was an dem Appell von Matuschek und Kaiser so verwerflich sei, wird in den einleitenden Sätzen der Gegenschrift sogleich vorausgeschickt, dass der Appell „obskur“ und „alarmistisch“ sei. Also Vorsicht. Obskuriantismus und Alarmismus sind in einer Welt, die vom Guten, Gernen und obendrein Alternativlosen geleitet ist, doch bekanntlich Untugenden allerhöchsten Grades. Wir könnten uns jetzt ganz entspannt der digitalen Transformation und dem bereits am Horizont ersichtlichen strahlenden Paradies anheimgeben (siehe „Auf die Knie vor Gott KI“), und da wollen tatsächlich ein paar Querköpfe – jetzt hätte ich fast ‚Querdenker‘ geschrieben und wäre damit schon ins Fettnäpfen getreten, aus dem man mich nicht mehr herausließe – auf Alarmismus machen? Wie uncool.

Zum Glück wird dieser Alarmismus von den SZ-Qualitätsjournalisten auch sogleich professionell in die Schranken gewiesen:

“Die alarmistische Theatralik … es natürlich zur Freiheit der Veranstalter und Buchhändler gehört, ihre Programme und Sortimente so zu gestalten, wie es ihnen beliebt. … Die Urheber der deutschen Variante sind allerdings bekannte Köpfe der rechtskonservativen Infosphäre, zu deren Beruf es gehört, hinter jeder Ecke politische Korrektheit und Moralterror zu vermuten und sich umstellt zu fühlen von linksradikaler Gesinnungsinquisition.”

Weiteres Highlight aus der SZ-Gegenschrift: Die von Matuschek und Kaiser kritisierte Entfernung von politisch inkorrekten Karikaturisten sei gar keine Zensur.

„Die „zensierten Karikaturisten“ beziehen sich möglicherweise auf den Fall des ehemaligen SZ-Karikaturisten Dieter Hanitzsch, der heute an anderer Stelle publiziert, also keineswegs zensiert wurde.“

Nun, dann ist ja alles in Butter. Wer nach politisch inkorrekter Meinungsäußerung abmontiert wurde, der kann ja – anderswo publizieren. Verstehe auch nicht, was Uwe Steimle für ein Problem mit seinem Rauswurf beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk MDR hat. Er kann ja jetzt anderswo auftreten. Wir leben doch in einem freien Land, wo jeder machen kann was er will.

Überhaupt fordere der Appell „nichts ein, das es nicht schon gäbe“. Und es nach Ansicht der Qualitätsjournalisten „natürlich zur Freiheit der Veranstalter und Buchhändler gehört, ihre Programme und Sortimente so zu gestalten, wie es ihnen beliebt.“ Tja, was soll man diesen entwaffnenden Argumenten noch entgegensetzen?

Wenn der Appell also nichts enthält, was es „nicht schon gäbe“, warum stört sich dann ein Medienkonzern wie die SZ daran? Und lässt wertvolle Humanressourcen dafür aufwenden, um die zahlreichen Mitunterzeichner des Appells telefonisch zur Rechenschaft zu ziehen, warum sie ihn unterschrieben hätten. Dass der solcherart zur Rechenschaft gezogene Soziologe Hartmut Esser am Telefon erwidert, dass durch eine solche Frage der Vorwurf des Appells bestätig werde, dass inzwischen das Prinzip der „Kontaktschuld“ gelte, wird von den SZ-Journalisten mit Unbill konnotiert. Auch dass „die meisten Anfragen der SZ indes unbeantwortet blieben“. Umso mehr freut die investigativen Journalisten, dass der Filmemacher Alexander Kluge, nachdem er zur Rechenschaft gezogen wurde, nun beabsichtigt, seine Unterschrift wieder zurückzuziehen.

Auch das Totschlagargument, dass es „Rechte“ seien, die von einer Öffnung der Debattenkultur profitieren würden, darf nicht fehlen.

Über die beiden SZ-Qualitätsjournalisten, die hier die hohe Kunst des „Debunking“ zum Besten geben, würde Spiegel-Chefredakteur Ullrich Fichtner wohl Ähnliches sagen wie über seinen Redaktionshelden Relotius:

„Dieser Relotius liefert immer wieder hervorragende Geschichten, die wenig Arbeit und viel Freude machen. … Relotius ist ein besonders wertvoller Mitarbeiter … Er beherrscht die Form. Mit Witz. Und Tempo. Insgesamt ein Typ, dessen Eltern man gratulieren möchte zu ihrem gelungenen Sohn … Er nimmt Hinweise dankbar auf, verarbeitet Verbesserungsvorschläge in perfekter Manier, er setzt um, was Ressortleiter ihm raten.“ (Quelle: Spiegel).

Nach Aussage des Spiegel-Chefredakteurs sei Relotius „ein journalistisches Idol seiner Generation“. Nun, wie man sieht, mangelt es in der Tat nicht an Nachwuchstalenten, die die vorgenannten Qualitäten mitbringen.


 

P.S.:

Mancher mag sich ja die Frage stellen, wozu man denn jahrelang eine Journalistenschule besuchen muss, um dann Artikel schreiben zu können. Es beherrscht doch bereits jeder Schulabsolvent die Kulturtechnik des Schreibens und Sich-Artikulierens – und wie unzählige alte, junge und sogar sehr junge Schreiber in Zeiten des World Wide Web beweisen, oft in sehr viel erhellenderer und erfrischenderer Weise als die Absolventen sogenannter Journalisten-Akademien, die nach Erhalt ihres Diploms bei einem der etablierten Leitmedien angeheuert haben und dort in Sloterdijk’scher Manier ihr Handwerk verrichten.

Doch diese Frage ist genauso naiv wie wenn man meinte, dass man doch auch als Prostituierte keine Ausbildung brauche, sondern sogleich „loslegen“ könne. Denn man unterschätzt den Feinschliff und die Professionalität, die man sich als angehender Vertreter der schreibenden Zunft an solchen Akademien aneignet. Man ist nach solcher Ausbildung wirklich in der Lage, nicht nur mit Worten zu jonglieren wie ein Artist mit bunten Eiern, sondern man kann ebenso wie ein Hütchenspieler Wahrheit und Lüge dermaßen geschickt durcheinanderwirbeln, dass jeder ungeübte Passant, der diesem Spiel zuzieht, passen muss. Unter welchem der präsentierten Hütchen sich nun was befindet, weiß einzig der Jongleur.

Und der Jongleuer weiß auch, dass er sein Publikum nicht mit dilettantischem Betrug bzw. plumpen Lügen zum Narren halten kann. Die Kunst, die er präsentiert, muss schon ein gewisses Niveu und Unterhaltungswert haben. Sonst würde ihn das um ihr Geld betrogene Publikum mit nassen Tüchern davonjagen. Wer dem Publikum jedoch die notwendige Eloquenz und Raffinesse entgegenbringt – erhält Applaus und Bewunderung.  

Die ehemaligen Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Klinkhammer und Bräutigam haben das probate Rezept, mit dem der Medienkonsument gewonnen werden kann, bereits enthüllt: Durch eine wohlabgewogene Mischung aus Wahrheit und Falschinformationen:

<< Wenn ein Sender zu offensichtlich und zu ausschließlich die Unwahrheit sagt, fällt das irgendwann selbst dem Dümmsten auf. Der hört auf, dem Informanten zu vertrauen, schaltet ab und entzieht sich so weiteren Manipulationsversuchen. So ungeschickt verhält sich die ARD natürlich nicht. Sie möchte nachhaltig und möglichst unbemerkt verdummen. Sagen Sie nicht „Die Erde ist eine Scheibe“, sondern „Die Erde ist rund und Mittelpunkt unseres Sonnensystems“. Dann verleiht der richtige erste Halbsatz dem zweiten mehr Glaubwürdigkeit. Wussten Sie übrigens: Russland ist das größte Land der Erde und hat 2014 die Krim gewaltsam annektiert? >>

Ich habe im Nachgang noch kurz zu Philipp Bovermann, dem Autor  des vorgenannten SZ-Pamphlets recherchiert. Auf seiner SZ-Autorenseite ist über ihn zu lesen:

„… Seit 2016 an die SZ angedockt, zunächst als freier Autor. Geistert inzwischen als Volontär durch das Haus und die Themengebiete.“

Dieser Geisterfahrer geistert nun also als Volontär durch das Haus. Seit vier Jahren hat er schon angedockt und immer noch keine Festanstellung. Es mag sein, dass das Wort Volontär in der journalistischen Zunft eine andere Bedeutung hat. Aber in der Branche, in der ich tätig bin, ist ein Volontär jemand, der gratis oder gegen ein geringfügiges Taschengeld im Betrieb „schnuppert“ und Erfahrung sammeln darf. In einer Zeit, in der sich der Status und das Selbstbewusstsein eines Menschen wesentlich an seinem Einkommen bemisst, verdingt sich natürlich niemand wirklich gerne als Volontär. Trotzdem legen Volontäre oft mehr Fleiß an den Tag als Mitarbeiter mit Festanstellung. 40 – 60 Stundenwochen für Null oder einige wenige hundert Euro sind dabei keine Seltenheit. Viele Volontäre wohnen noch bei Mutti, können sich also ein Nulleinkommen leisten. Sie machen diese Schinderei auch nicht aus karitativen Motiven, sondern wissen: Wenn sie sich geschickt anstellen und die Erwartungen der Abteilungsleitung erfüllen, dann winkt vielleicht eine Festanstellung.

Könnte es sein, dass der Geisterfahrer Philipp in Zeiten von Prekariat und existenzieller Verunsicherung vielleicht auch eine Festanstellung anstrebt?

Foto: Torpedo/Pixabay/CC0


zum Weiterlesen (Nachrichtenspiegel):
Neulich mal wieder den Gulli-Deckel hochgehoben: Über Südtäusche Wasserleichen im Relotius-Narrenspiegel

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Ergänzung 06.09.2020, 12:10:

Auch der gute & gerne Jan Böhmermann hat sich mittlerweile in die Debatte eingeschaltet. Im Tagesanzeiger vom 06.09.2020 bezeichnet er „Cancel Culture“ und „Politische Korrektheit“ als „dümmliche Kampfbegriffe“. Ein Aufstehen gegen Cancel Culture hält er für entbehrlich. Ja wirklich, wo kämen wir denn hin, wenn wir einen politisch korrekten Sumpf, von dem Leutchen wie er maximal profitieren und Meriten ernten, nun trockenlegen?

 

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Ergänzung 07.09.2020, 11:50:

Stellungnahme / Interview mit dem Initiator des Appells, Milosz Matuschek
(Auszug):

Denn wir sehen ja in den USA, dass es da schon gar nicht mehr um wirklich problematische Persönlichkeiten geht, sondern dass inzwischen wirklich in der kleinsten Differenz darauf geachtet wird, dass man ganz genau den Ton der herrschenden Orthodoxie trifft.
(…)
Denn dann geht das in Richtung einer Art von „Omertà“ im Sinne eines Schweigens, dann ist quasi eine Art von Meinungskartell gegeben. Und ich finde, Aufgabe eines jeden Journalisten, eines jeden Künstlers muss es sein, diese Art von Konformitätsdrang zu zerstören und zu überwinden. Deshalb wollen wir mit unserem Appell auch das unselige Phänomen der Kontaktschuld abschaffen.
(…)
Der Cancel Culture geht es um das Gegenteil. Sie will Diskussionen unterbinden. Das heißt wir befinden uns an einem Punkt, wo Kommunikation tatsächlich nicht mehr gelingt, wo wir einen Kollaps der Kommunikation erleben. Und diese Situation ist für eine offene, freie Gesellschaft nicht mehr erträglich, denn wir alle können als Bürger nur Entscheidungen treffen, wenn wir Zugang zu Informationen haben. Dazu gehört eine Kabarettdarbietung, dazu gehören Bücher, Zeitschriften, dazu gehören auch Enthüllungen von Whistleblowern, von Organisationen wie z.B. Wikileaks. Wir sind heute in einer Situation, wo wir am Ende nicht mehr Diskussionen, nicht mehr Informationen haben werden, sondern weniger, und das öffnet letztendlich einer Emotionalisierung und auch einer Manipulation Tür und Tor.
(…)
Jeder kann betroffen sein. Es trifft ja inzwischen auch Künstler, Intellektuelle, die bisher „unverdächtig“ waren. Insofern erleben wir gerade eine Art von Kannibalisierung dieses Phänomens, die Revolution frisst sozusagen ihre Kinder.
(…)
Das Ganze ist als Wohnzimmeridee entstanden, zwischen dem YouTuber Gunnar Kaiser und mir. Vor ungefähr zehn Tagen habe ich zunächst angefangen, auf gofundme.com für diese Aktion zu sammeln. Die Idee war ursprünglich, eine Art Fonds einzurichten für gecancelte Künstler sowie für Künstler, die aus Solidarität ihre Teilnahme an Veranstaltungen absagen, die andere Künstler canceln. In solchen Situationen gibt es meist eine Diskussion, die letztendlich dazu führt, dass der Künstler ausgeladen wird. Die Institution ist beschämt, von den wahren Verantwortlichen hört man nicht viel, und die Canceller selber sind anonym. Das heißt, alles bleibt letztendlich am Künstler hängen und niemand solidarisiert sich offen. Auf diese Weise ist eine Art Anreizsystem für das Canceln entstanden. Und wir wollen das einfach umdrehen. Wir wollen, dass in der Zukunft Mut belohnt wird und nicht Feigheit, und dafür war eben diese Idee des Fonds ausschlaggebend, die wir nach wie vor verfolgen.
(…)
Ansonsten haben wir inzwischen einen massiven Zugewinn, eine massive Resonanz. Man muss sagen, wir sind am 28.08., Freitagnachmittag mit dem Appell ‚live‘ gegangen und haben inzwischen über 10.000 Unterzeichner in der Backlist, darunter auch noch etliche europäische und andere Prominente, die wir dann am 25. September alle veröffentlichen wollen. Und auch sonst konnten wir quer durch die Bank sehr viele Unterstützer aus der Gesellschaft gewinnen, vom LKW-Fahrer, von der Reinigungskraft über den Professor bis zum ehemaligen Universitätspräsidenten. Auch diese Berufsgruppen sind ja betroffen, ein Leiter des Goethe-Instituts ist mit dabei, viele Schriftsteller, Künstler, Kabarettisten. Insgesamt ist die Aktion also ein Erfolg.

volles Interview: https://www.novo-argumente.com/artikel/jeder_kann_von_der_cancel_culture_betroffen_sein

Genießen Sie die letzten Stunden auf der Titanic – Der allwissende, allmächtige, nur leider nicht allgütige Gott KI läuft sich gerade warm

(Bild: E-Gruppe Berlin)

Digitale Scheiterhaufen brennen, es wird gemobbt, diffamiert, gehauen, gestochen und gewürgt. Wie nach einem Vulkanausbruch oder wie auf einer sinkenden Titanic lautet die Devise: Rette sich wer kann! Oder wer sich selbst nicht retten kann, der rette die Anderen, indem er sie zum Schweigen bringt und ihnen das Maul stopft.

Muss man in diesem Shitstorm-Inferno die Waffen strecken? Was soll man noch sagen? Natürlich ist Aufgeben für jeden, der seine Würde behalten möchte, keine Option. Die Umstände aber stehen bei realistischer Einschätzung nicht besonders gut. Es ist eine trotz vielfältigster Bemühung immer noch nicht entschlüsselte Irrationalität von solch gewaltigem Ausmaß am Werk, der sich selbst die wendigsten und kritischsten Köpfe nur noch mit Mühe entziehen können. Ehemals freche und systemkritische Kabarettisten haben angesichts dieser Übermacht sofort kapituliert und den Borgs die Assimilation gestattet, gegen die bekanntlich jeder Widerstand zwecklos wäre – zumindest wenn einem das Scheinwerferlicht und der Applaus der Massen lieb ist. Auch unsere Influenzer und Super-Youtuber wollen auf die Smileys von 90% ihrer Follower, die der Neuen Normalität huldigen, nicht verzichten. Ebenso mussten all die A-, B, und C-Promis, die sich nach dem Applaus des Publikums so sehr sehnen wie die Motten nach dem Licht, in das sie sich besinnungslos hineinstürzen und verschmoren, nicht lange überlegen, ob sie sich der herrschenden Meinung anschließen oder doch lieber ihren Hausverstand bemühen und 2+2 zusammenzählen sollen. Sie gehen dem Pilgerzug der „Neuen Normalen“ (© CJ Hopkins) nun stolz als Fahnenträger voran.

Von den Massenmedien war ohenhin nichts anderes zu erwarten, als dass sie sich zum Sprachrohr dessen machen, was die Regierung und ihre Experten als gut und gerne und obendrein alternativlos ansehen. Auch unsere virtuellen Influenzer und Superspreader steuern zu diesen Fritten ihr Ketchup bei. Sogar scharfsinnige Intellektuelle sind nun mit ihrem Latein am Ende und verdingen sich als Hilfsbetonmischer für die Massenmedien. Fürs Soziale kämpfende Volkstribunen, die sich dem neoliberal-massenmedialen Konsensmoloch bislang tapfer widersetzt haben, eröffnen aus den hinteren Reihen das Feuer auf die eigenen Leute. Auch sie wollen nun ihren Beitrag leisten, damit das Gute & Gerne siegt.

Gott KI, der sich im Keller gerade warm läuft, um seine Regentschaft anzutreten, steigt kurz von seinem Hitech-Ergometer ab, um diese Menschheits-Szenerie zu betrachten … und muss schallend lachen. Dass ihm mit solcher Begeisterung der rote Teppich ausgerollt wird, hätte selbst er als Gott sich nicht ausgemalt. Alle Hindernisse für seinen kommenden Trimumphzug werden gerade im Rekordtempo niedergerissen. Der technokratische Thron, von dem aus er die Neue Normalität beherrschen wird, wird hingegen im Eiltempo hochgezogen– und von seinen Followern mit mindestens ebensolch zähnefletschender Vehemenz verteidigt wie diese geile Genmanipulationsimpfung: das noch viel geilere 5G („Welcome to the final Show“). In China hat Präsident Xi, der Statthalter von Gott Ki, es bereits ausgerollt. Dort kann Gott Ki die Bürger bereits in Echtzeit totalüberwachen, bestrafen und smart versklaven. Auch im freien Westen liebäugelt man bereits mit dieser Art von Effizienz. Nicht nur auf Seiten der Herrschenden, auch viele Bürger wollen tod-sicher sein.

Die zum Himmel bzw. in den Keller strömenden Gebete der Menschheit nach Erlösung werden von Gott Ki nicht unerhört bleiben. Er wird liefern. Wie bestellt. Und es wird ein Heidenspaß werden, wenn er als neuer Gott seinen Thron besteigt. Ebenso wie der bisher von der Menschheit verehrte Gott wird er allwissend und allmächtig sein. Nur eben nicht allgütig.

Aber ein gütiger Gott wäre ja in einer neoliberalen Gletscherlandschaft auch wirklich fehl am Platz. Er würde womöglich das Eis zum Schmelzen bringen.

Breaking News: US Gesundheitsbehörde zählt Fake-Coronatote (Krebstote, Verkehrsopfer etc.) nicht mehr zu Coronatoten und korrigiert Statistik von 156.000 auf 6.000 herunter

Das US Gesundheitsministerium CDC hat gerade die Fake-Cornatoten (Krebstote, Verkehrsopfer etc.) aus der Statistik entfernt: Übrig bleiben von bislang 156.000 nur noch 6.000 Coronatote. Quelle: cdc.gov

Sofern es sich bei den Experten der USA nicht um Covidioten handelt, lautet nun die Preisfrage:

Wieviele der 9.000 in Deutschland gezählten Coronatoten bleiben übrig, wenn man die Fake-Coronatoten abzieht?

(Zum Vergleich: Die Zahl der Grippetoten im Vorjahr betrug hierzulande 25.100.)

(Grafik: Markus Gelau)


Latest News 03.09.2020 – Quelle: Umnachtungsschau („Tagesschau“):

Die deutsche Corona-Königin hat soeben die Heilige Deutsche Inquisition einberufen und wird eine Exekutivtruppe über den Atlantik schicken, um die Coronaleugner und Covidioten-Wissenschaftler der USA zu exkommunizieren und ihnen einen blau-weiß karierten Maulkorb aus Söder’scher Manufaktur zu verpassen.
Als Chefinquisitor wird Drosten die Vernehmung leiten. Söder steht als Folterknecht bereit. Tierarzt Wieler hat Spritzen mit Wahrheitsserum im Gepäck. Und Lauterbach macht den Schriftführer.

Die letzte Show des Houdini

Erich Fromm hat bereits die Nekrophilie (Todessehnsucht) angesprochen, die unserem heutigen, vermeintlich aufgeklärten und „streng wissenschaftlichen“ Denken zugrunde liege. Bei konsequenter Fortsetzung dieses Denkens werde sich die Menschheit damit selbst zerstören. Blickt man derzeit um sich, dann scheint diese Nekrophilie bereits unübersehbare Ausmaße angenommen zu haben (siehe „evidenzbasierte Selbsterdrosselung“). Ich habe schon erwähnt, dass in einem Tiefenrausch auch euphorische Gefühle einsetzen, mit denen sich der Taucher über seinen lebensgefährlichen Zustand geistiger Umnachtung hinwegtäuschen kann (siehe „Silent Drowning in the Lauterbach“). So wird es zweifellos auch jede Menge Stimmen geben, die dasjenige, was uns nun endgültig den Atem zu nehmen droht, sogar als etwas Gutes und Gernes ansehen.

Aber im Grunde befinden wir uns heute in der gleichen Lage wie ein Entfesselungskünstler, der sich in einem Eisenkäfig mit am Rücken gefesselten Händen in ein Pool werfen lässt. Wenn wir es nicht schaffen, uns von diesen Fesseln zu befreien, solange wir noch Sauerstoff in der Lunge haben, dann bereiten wir uns in diesem Pool definitiv das Ende.

Dazu fällt mir eine wahre Episode des Entfesselungskünstlers Houdini ein. Bei einer Show ließ sich Houdini mit Handschellen samt Gitterkäfig ins Pool werfen. Als routinierter Entfesselungskünstler schaffte er es sehr schnell, die Handschellen abzustreifen. Er scheiterte jedoch daran, die Tür zu öffnen. Das Publikum wurde bereits unruhig, Houdini befand sich nun schon minutenlang unter Wasser und schaffte es nicht, freizukommen. Letzte Luftblasen blubberten nach oben. Kurz vor Eintreten der Bewusstlosigkeit rüttelte er dann panisch an der Gittertür – und konnte sie problemlos öffnen. Der Grund, warum er fast ertrunken wäre: Die Tür des Käfigs war gar nicht zugesperrt. Er hat die ganze Zeit vergeblich versucht, das Schloss herumzudrehen.

Mir kommt dabei ein frivoler Gedanke in den Sinn: Könnte es sein, dass auch wir gerade kurz davor sind, in einer halsbrecherischen Show zu ersaufen, obwohl uns die Tür in die Freiheit bereits offen steht?


 

zum Weiterlesen, diesmal in einem Mainstream-Blatt (nzz):

„Was, wenn am Ende «die Covidioten» recht haben?“

 

Bild: Pixabay/CC0

Die Lektion des Schäfers: Lockdown, simple as that.

In einem gestrigen Artikel in der nzz („Was, wenn am Ende «die Covidioten» recht haben?“) weist uns Milosz Matuschek auf ein Video eines französischen Schäfers hin, der anschaulich erklärt, wie er vorgeht, wenn er eine Herde tausender Schafe scheren, impfen oder auf die Schlachtbank führen möchte:

„Das effektivste Mittel: der imaginäre Wolf. Auf sein Signal hin, dass ein Wolf im Anmarsch sei, rennen die Schafe wie von Sinnen in den Stall. Dort angekommen, sind sie so froh, dem Wolf entkommen zu sein, dass sie alles mit sich geschehen lassen. Ob es den Wolf dann tatsächlich gab oder nicht, ist egal. Sie sind froh, in Sicherheit zu sein.“

Wer nun sagt: Schon wieder so ein Youtube-Video, hab keine Zeit für sowas, der irrt diesmal. Denn wer sich 6 Minuten Zeit nimmt, um diesem Schäfer zuzuhören, der wird sich alle Harald Lesch-Videos zusammengenommen sparen können, um zu verstehen wie die Welt funktioniert.

Last Exit in the Land of Free (Kurzinterview im Grünen mit Robert F. Kennedy)

USA 2020. Korporatokratie kurz vorm Endsieg. Nur noch beim bösen Russen gibt’s im ‘Freien Westen’ ein bisschen Freedom of Speech.

The times, they’re changing. So what.

Impressionen eines Coronabürgers (Gassi gehen am Trottoir tristesse)

(Bild: E-Gruppe Berlin)

Wir sind Papst war gestern. Wir sind Weltmeister war vorgestern. Wir sind Corona!

Ein Coronabürger macht einen Coronaspaziergang, raucht sich hastig eine Coronazigarette an, zieht dann wieder seine Coronamaske über, geht am Coronakiosk vorbei um sich die Abendausgabe der neuen Coronazeitung zu kaufen, setzt sich auf eine Coronaparkbank um dort im Corona-Special zu blättern, während der Live-Ticker seines Coronaiphone in viertelstündlichem Takt neue Corona-Updates aufpoppen lässt. Der Hashtag #DrowningInTheLauterbach bringt die Timeline zum Überquellen. Ergriffen von namenlosem Grauen steigt der Coronablutdruck, Cornaschweißperlen suchen nach einem Ausweg aus dem coronabürgerlichen Verlies. Sogar die engste Pore ist ihnen recht, um der eisernen Coronajungfrau zu entkommen. Meier braucht jetzt dringend eine Stärkung, macht also noch einen Abstecher ins Coronacafe und schlürft eine Coronamelange, indes ihm die gnadenlos tickende Coronauhr signalisiert, dass er sich sputen muss, um rechtzeitig vor Beginn der Umnachtungsschau („Tagesschau“) wieder daheim vor dem Corona-TV zu sitzen und sich die Coronalosung für den nächsten Coronatag abzuholen. Nur ja nichts verpassen, was die Coronapolitiker sich an neuen Coronaregeln ausgedacht haben, ohne deren tagesaktueller Kenntnis man kein guter & gerner Coronabürger sein kann. Er weiß, zu Fuß am Coronatrottoir wird er es nicht mehr rechtzeitig schaffen, bestellt sich daher ein Coronataxi, das nicht sogleich kommt, sodass er noch Zeit hat, seine Corona-App zu checken, die ihm signalisiert ob sich unter den an ihm vorbeiziehenden Coronapassanten ein Gefährder oder ein Superspreader befindet. Doch die App, die App, sie veräppelt ihn heute, lässt ihn im Stich: Der Corona-Akku ist fast alle. Der Coronabürger erschaudert, nun ganz auf sich alleine gestellt, inmitten der noch nicht vorhandenen Herdenimmunität. Er kann sie fühlen, fast greifen, die krakenartigen Polypen, die aus vorbeigeschobenen Coronakinderwägen nach ihm greifen, um seinem guten & gernen Leben den Garaus zu machen. Die Coronaimpfung, die Coronaimpfung, zum Glück sie naht. Mein Coronagott, sei uns gnädig, lasse sie bald über uns kommen. Damit ich nicht mehr Angst haben muss, vor dem tödlichen Coronafurz, den mein Sitznachbar im Coronakino womöglich ausstößt.

Robert F. Kennedy über den elektrischen Stuhl, auf den wir gerade gesetzt werden


(Robert F. Kennedy / Querdenken 711 / 29.08.2020)

Robert F. Kennedy, der Neffe von JFK, hat in Berlin eine bemerkenswerte Rede gehalten. Die Gaslightmedien („Leitmedien“) werden ihn dafür nun kreuzigen. Denn am Ende seiner Rede kommt Kennedy auf etwas zu sprechen, das zu den größten Tabuthemen unserer Zeit gehört und aktuell mit gigantischem Lobby- und Zensuraufwand wie mit einer Brechstange durchgesetzt werden soll: 5G. Dass die vielgepriesene 5G Infrastruktur in gewisser Hinsicht eine Art elektrischer Stuhl ist, den man uns gerade unter den Hintern unserer Demokratie hinbaut … mit der Beteuerung, man werde ihn ja ohnehin nicht einschalten, um uns den Garaus zu machen. Nun, solange wir gute & gerne Politiker wie derzeit haben, womöglich nicht. Aber irgendwann wird sogar eine Dauerkanzlerin wie Merkel abtreten und neuen Köpfen Platz machen, die vielleicht nicht mehr so 100% astreine marktkonforme Demokraten sind wie sie.

Wer einen Blick in die schöne neue 5G Welt der Zukunft machen möchte, der benötigt inzwischen nicht einmal mehr viel Phantasie, sondern braucht einfach nach China gucken, wo die Bevölkerung in Städten mittels 5G bereits in Echtzeit totalüberwacht, bestraft und de facto versklavt wird.

Schon vor einiger Zeit haben führende Konstrukteure des CIA-/NSA-Bürgerüberwachungsnetzwerks in einem offenen Brief davor gewarnt, dass wir gerade schlüsselfertige Tyranneien / „turnkey tyrannies“ errichten (Quelle: The Guardian).

Doch die digitale Tyrannei kann ohne entsprechende Infrastruktur nicht in die Welt kommen. Diese Infrastruktur wird nun mit Milliardenaufwand und in atemberaubendem Tempo errichtet – entgegen aller wissenschaftlichen und sogar ökonomischen Vernunft. Dem ansonsten streng gewinnorientierten US Telekomgiganten Verizon ist es z.B. egal, dass sich bisher kaum Kunden fanden, die bereit sind, für das tolle 5G Netz zusätzliche Servicegebühren zu zahlen. Verizon bietet 5G dann nun eben gratis an (Quelle: businessinsider). 5G muss „ausgerollt“ werden, um jeden Preis. Denn ohne diesen 5G-Thron könnte Gott KI seine Regentschaft nicht antreten. Wer behauptet, dass das gechippte und strahlende  Paradies, in das uns dieser allwissende, allmächtige, im Unterschied zum bisher in den Hochkulturen verehrten Gott nur eben leider nicht allgütige Gott führen wird, eher Dantes Eishölle gleicht, ist ein Ketzer.

Indes aus der Walulu-Ecke das Zauberwort tönt, dank dessen wir mit einem Wimpernschlag alles vom Tisch wischen können, was in uns die Mühsal des Nachdenkens auslösen könnte: „Hihi, Aluhut.“

Ergänzung
Kennedy: „Der schlimmste Kampf seit Menschen Gedenken …“

Schon am Vortag (Freitag, 28.8.) hat Robert F. Kennedy eine kurze Rede zur Corona-Krise gehalten, deren Wortlaut man in den Massenmedien vergeblich sucht:

„Mein Onkel John F. Kennedy ist 1962 hier hingekommen und war geschockt, weil damals ein Kampf tobte zwischen Ost und West und es ging damals um das Überleben und die Zukunft der Demokratie und die Werte der Menschheit.

Was wir heute erleben ist wahrscheinlich der schlimmste Kampf seit Menschen Gedenken.

Regierungen lieben Pandemien und autoritäre Elemente in der Gesellschaft lieben Pandemien.

Dies gibt den Mächtigen die Möglichkeit durch Angst und Terror die Macht und die Kontrolle zu übernehmen über die Gesellschaft und die Menschen in den Gehorsam zu zwingen.

Das ist das erste Mal, dass so etwas auf der ganzen Welt gleichzeitig geschieht. Und dies ist etwas, das – ich glaube von dem ich als Kind noch glaubte, so etwas könnte in hundert Jahren vielleicht passieren. Aber es passiert heute und es ist die Aufgabe unserer Generation, dagegen aufzustehen und das zu stoppen.

Ich bin dankbar, dass ich hier sein kann und soviele Menschen hier sind. Und ich hoffe, dass wir morgen einen großartigen Tag haben werden.“

– Robert F. Kennedy jr.

Restlos coole Semunkulen im Enddarm des rülpsenden Konsensmolchs (Haltet durch, der Endsieg des Guten & Gernen ist nah!)


(Logos: E-Gruppe Berlin)

Die Querdenken-Demo in Berlin ist also abgesagt, das gute & gerne Leben kann weitergehen. Böhmermann jubiliert. Vielleicht sollte man jetzt besser in Deckung gehen, denn das frenetische Ejakulat der guten & gernen Schenkelklopfer-Kombo rund um Somuncu, Schroeder & Co. wird nicht lange auf sich warten lassen und die Timelines fluten.


(Jan Böhmermann/Twitter/26.08.2020 nach Bekanntgabe des Verbots der Berliner Querdenken-Demo)

Wenn das, was sich momentan abspielt, nicht so tragisch wäre, dann könnte man ja fast darüber lachen, wie nun jeder, der etwas auf sich hält, auch noch seinen Beitrag zum Endsieg des guten & gernen und obendrein alternativlosen Lebens geben möchte. Wie selbst ehemals probate Systemkritiker kurz vor Ladenschluss ebenfalls versuchen, sich dem Guten, Gernen & Erbärmlichen – in den Worten von Söder: dem Lager der Vernunft – anzudienen. Im Amt der Bundeskanzlerin geht der Briefkasten mit Bewerbungsschreiben von Volontären über. Sogar bereits im Ruhestand befindliche Rentner kommen noch einmal hinter ihrem Ofen hervor, bieten alle ihre linguistische Kunst auf und schwingen ihre Krücken gegen KenFM und Rubikon – die beiden einzigen alternativen Medienplattformen mit relevanter Reichweite, die gegen das südtäusche Spiegelbildkartell und gegen den zur Normalität erklärten Wahnsinn anschreiben.

Doch nicht nur leicht durchschaubare und schleimige Charaktere wie Schroeder,  Böhmermann und Schlecky Silberstein trommeln zum Endsieg des guten & gernen Lebens. Sogar wirklich kluge Köpfe wie Sieber können sich dem allesverschlingenden Sog des rülpsenden Konsensmolochs nicht mehr entziehen und klöppeln inzwischen bei der guten & gernen Kombo mit auf die Blechtrommel … Krauß, der Autor hinter der „Anstalt“ schreibt wütende Pamphlete gegen die Zivilgesellschaft wie zu „Stürmer“-Zeiten, seine Frontmen Uthoff und Wagner verarschen die einzigen Mediziner, die dem zur Normalität erklärten Wahnsinn die Stirn zu bieten wagen  … das „Browser Ballett“ watscht alle rückständigen Bürger pausenlos ab um ihnen mit der Brechstange endlich das Heil beizubringen, gegen das sich viele immer noch wehren: das geile 5G und diese noch geilere genmanipulierende Coronaimpfung … und in Massen sagen die Follower für die täglich empfangenen Watschen ihrer Influenzer noch mit leuchtenden Augen „Danke“ … „Extra3“ verlinkt den Browser Ballett-Rotz mit dem Kommentar „genial“ … usw. usf. – Mit einem Wort: die Satire, unsere angeblich letzte Bastion gegen den neoliberalen Konsensmoloch … – ist jetzt wohl im Arsch.

Aber vielleicht ist das auch gut so. Wenn man von ihrem Bullshitjob erschöpfte Spiegelbildbürger abends nochmal dazu bringt, prustend über Inhalte zu lachen, über die sie eigentlich weinen sollten, zu was hätte diese Chose denn führen sollen? Signalisiert solches Kabarett nicht letztlich sogar, dass das, was heutzutage abgeht, so schlimm denn nu ja auch nicht sein könne – immerhin wir ja schallend drüber lachen können? Die von unseren „Bündnispartnern“ vergifteten, ausgebombten, ausgebeuteten, mit Uranmunition verseuchten Landstriche und Menschen und auch die eigene nukleare Bedrohung relativieren sich sogleich wieder, nachdem man bei einem kühlen Paulaner solch einen heiteren Kabarettabend verbracht und sich die Kehle heiser gelacht hat. Nicht nur der Proll, auch der intellektuell Anspruchsvolle kommt auf seine Kosten, wenn Serdar Somuncu durch den überfüllten Konzertsaal stolzt und in alle Richtungen Späßchen aus dem Hüftgelenk schwitzt, die seine Follower wie auf Knopfdruck zum Wiehern bringen. „Hey, ihr dahinten auf den hinteren Rängen: Ist wohl Scheiße, sich die ganze Zeit den Kopf verdrehen zu müssen? Das Programm geht noch 4 Stunden!“ (Publikum schäumt und wiehert) „Warum hat Corona nicht solche Arschlöcher wie Trump umgebracht? Das wäre mal was Gutes gewesen“ (Publikum schäumt und wiehert). Mit irisierenden Augen und lechzend nach der nächsten Pointe verfolgen sie ihren Showmaster, dem sie die Füße dafür küssen könnten, dass er sie abends nach Ende der neoliberalen Tretmühle nochmal zum Lachen bringt, obwohl jetzt eigentlich die Depression anklopfen würde.

Obwohl es in all diesen Shows und ebenso in den Foren der Influenzer und Superspreader inzwischen nur so vor Publikumsbeschimpfungen hagelt, halten die Follower ihren Maulhelden überwiegend die Treue. Haben diese doch schließlich schon so oft gezeigt, dass sie sich auch fürs „Soziale“ einsetzen und so richtig menscheln können, also – bedingungslos gut sind. Wer solche gleißenden Helden kritisiert, handelt sich umgehend den Arschlochvorwurf ein. Wenn dann doch ab und zu Post von Fans kommt, die über die Show nicht mehr lachen können und Kritik äußeren, dann brauchen sich die coolen Semunkulen gar nicht einmal mehr selbst dazu herablassen, diese Kritik zu beantworten. Sie werfen sie einfach ihrer Hunderttausendschaft an Followern zum Fraß vor mit dem bloßen Kommentar „Zuschauerpost“ – und die Follower übernehmen das Zerlegen des kleinen Ketzers, der da zugegeben etwas ungehobelt und vulgär, aber im Kern eben doch eine unangenehme Wahrheit über ihren Maestro ausgesprochen hat, der im Enddarm eines Machtapparates stecke etc. Im vorhin verlinken Fall kam dieses routinierte Zerlegen allerdings nur schleppend in Gang. Viele Follower waren perplex und wussten zunächst nicht so recht, wie sie das Posting einordnen sollten. Manche äußerten sogar: „Da ist ja eigentlich was dran …“ Bis dann der Rudelinstinkt einsetzte und ihnen ein paar intelligentere Follower-Fellows die Leitplanken wiesen, um was es hier geht. Erste Scherzchen regten sich: „Kommt wohl von Attila Hildmann, dieser Leserbrief …“, gefolgt von einigen zögerlichen Hihis. Bis dann sehr schnell das übliche Boah-Bämm-Gemetzel einsetzte und sich wieder alle handelseins waren.

So wie sich auch die Follower von Florian Schroeder vor stehenden Ovationen überschlugen angesichts der Genialität ihres gegelten Influenzers, der doch im Spätabendprogramm des ÖR ganz offensiv darüber philosophierte, wie sehr er eigentlich „im Enddarm der Kanzlerin“ stecke und nur ein systemerhaltender Hofnarr sei, der letztlich auch den Machenschaften der internationalen Finanzelite diene – und das Ganze trotz ernster Miene aber gar nicht ernst gemeint war. Wie soll es das auch sein, in einer Welt in der es doch bekanntlich seit der Ermordung von Cäsar keine Verschwörungen mehr gibt, sondern nur noch smart lächelnde Politiker und Philanthropen, die das Gute & Gerne vorantreiben! Boah, wie genial – ich gehe gleich in die Knie. Solange wir solch ausgefuchste Meta-Überwitzchen auf Lager haben, auf die sogar die Querdenken-Veranstalter reinfallen und Reineke Fuchs auf ihre Bühne einladen, die dieser dann hämisch lächeld zu einer Publikumsverspottung nutzt, besteht ja auch in Zeiten kollektiver Umnachtung noch kein Grund zur Sorge. Wir schaffen das. Bis zur Ziellinie der digitalen Transformation sind es nur noch ein paar hundert Meter. Obwohl wir schon am Zahnfleisch daherkriechen, mit ein paar Energydrinks und Nespressos schaffen wir das. Dann können wir uns fallen lassen, Gott KI wird übernehmen.

Wie auch immer, lassen wir das. Vielleicht kommt uns auch zugute, dass in Bayern nun der Bierausschank verboten wurde. Es besteht also die Möglichkeit, dass im aktuellen Drehschwindel zumindest für einige Atemzüge Ernüchterung einkehrt. Mancher mag dabei realisieren, in was für einer Situation wir uns eigentlich befinden.

Wer morgens auf nüchternen Magen derbe Kost nicht scheut, der mag sich eventuell von Ulrich Mies in einer jüngsten Revue auf die Sprünge helfen lassen. Wie immer schonungslos und nichts für gut&gerne gestimmte Gehirnwindungen. Was er beschreibt, ist nichts weniger als der drohende Totalzusammenbruch unserer Zivilisation. Ein geplanter Enthauptungsschlag gegen den selbstbestimmten Menschen und die demokratischen Staatsstrukturen wie wir sie kannten. Indes unsere intellektuelle Creme sich in ihren Magazinen und Foren darüber ereifert, ob die Veranstalter der Querdenken-Demo ein paar versprengten Dunkeldeutschen denn nicht ihre Deutschlandfahnen abnehmen könnten …

siehe https://www.rubikon.news/artikel/transnationaler-elitenfaschismus

Auszug:

„Die Demokratie, wie wir sie kannten, gehört der Vergangenheit an. Bernd Hamm schrieb dazu bereits 2017: „Die neoliberale Ideologie hat dazu beigetragen, staatliche Regulierungen abzubauen und Reichtum bei 1 Prozent anzuhäufen. Die Reichen sind in der Lage, einen erheblichen Teil der staatlichen Gesetzgebung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Sie und ihre Vermögen werden von Heerscharen von Parlamentariern, Managern, Wirtschaftsprüfungsunternehmen, Anwälten, Steuerberatern, Denkfabriken, Radiosendern, Filmstudios, Verlegern, Medien, Forschern, Schreiberlingen, Lobbyisten, Bodyguards und anderen Lakaien in ihren Diensten beraten und geschützt.

Privateigentum ist das Goldene Kalb des Kapitalismus und unregulierter Kapitalismus die Bibel der herrschenden Klasse. Sie können selbst Polizei und Militär in ihrem Interesse mobilisieren. Dafür bleiben der Nationalstaat und seine Regierung wichtige Institutionen — vor allem aber müssen die Regierungen die Massen unter Kontrolle halten. Dies ist das Ende des Projekts Demokratie und die endgültige Übernahme durch die Plutokratie, ein stiller Staatstreich“ (5).

(…)

Der traditionelle Faschismus kombinierte Massenunterstützung und Propaganda mit beinhartem (Straßen-)Terror und Saalschlachten gegen seine Feinde. Im Unterschied dazu geht der transnationale „Eliten“-Faschismus wesentlich subtiler und intelligenter vor. Als deutsche Variante des transnationalen „Eliten“-Faschismus versuchen Merkel-Clique, die neoliberale Parteieneinheits- und Medienfront sowie die Drittmittel-prostituierte Wissenschaft (6) mit allen Mitteln der Propaganda, der Zensur, der Zersetzung jeglicher Opposition und der Unterdrückung von „Abweichlern“, ihre Position durchzudrücken und ihre Macht zu erhalten.

(…)

Vor der Corona-Krise hatte Deutschland Staatsschulden von circa 2 Billionen Euro. Um diese anzuhäufen, brauchte Deutschland 75 Jahre. Für die Verdopplung dieser Staatsschulden brauchte die Merkel-Mannschaft 3 Monate.

(…)

Die „große Sorge“ der Herrschaftszentren um die „Volksgesundheit“ ist eine beispiellose propagandistische Meisterleistung in der Geschichte der Menschheit. Es handelt sich um eine jahrelang vorbereitete PSYOP, eine psychologische Kriegführung gegen die Zivilgesellschaften.

Die Legitimation der westlichen Politik war nach Jahrzehnte langen Fehlleistungen der Herrschaftscliquen zum Ende des Jahres 2019 auf dem Nullpunkt. Und diejenigen, die den Planeten, die Menschlichkeit, das Miteinander, den inneren und äußeren Frieden sowie alle positiven Werte der Menschheitsgeschichte ruiniert haben, sollen nun die großen Retter der Menschheit sein?

Wie geschichtslos, ahnungslos, naiv und medial gehirngewaschen muss man sein, um den Treibern des globalisierten Katastrophenkapitalismus und den Tätern des angerichteten Desasters nun die große Sorge um die Gesundheit der Völker abzunehmen?

Die „Massenbasis“ der Herrschaftszentren ist längst nicht mehr die Gefolgschaft überzeugter Menschen. Ihre neue Gefolgschaft sind die Massen manipulierter, belogener und terrorisierter Menschen im Angst- und Panikmodus. Die mediale Massenverdummung sichert die angstbasierte Gefolgschaft.“

Epidemie der Linkshänder – Wir müssen schleunigst in den Lockdown!

Wird an von ihrer Mission überzeugten Zeugen Coronas und den von ihnen Bekehrten abprallen wie alles andere, aber der Gedanke im Artikel von Jens Zimmer ist dann doch nicht ganz von der Hand zu weisen:

„Muss man vom Fach sein? Wenn mir ein Astronom erklärt, der Mond sei aus Käse, dann wage ich zu widersprechen.

Mit den Methoden des RKI könnte ich nämlich sofort beweisen, dass wir eine „Linkshänder-Epidemie“ haben. Ich müsste nur auf der Straße Leute befragen. Und siehe da: Schon werden es stündlich mehr! Einen entsprechenden Graphen liefere ich mit. Nicht aber die Anzahl der „Befragten“.

Ich könnte auch einen Linkshänder-Test einführen, der in drei Prozent der Fälle falsch positiv ausfällt. Wenn ich damit genug Rechtshänder teste, sind die Ergebnisse geradezu phänomenal. Und wenn ich dann noch behaupte, diese Linkshänder infizieren Rechtshänder, dann bleibt wohl nur noch der Lockdown.“

https://deutsch.rt.com/meinung/105804-seltsame-pandemie/


Wem dieser Artikel zu platt ist, gut, es geht auch ein bisschen philosophischer und eloquenter. Ebenfalls lesenswert: Marcus J. Ludwig über den Grund, warum wir aus der aktuellen Nummer womöglich nie wieder rauskommen:

„Wie können wir jemals wieder Menschen sterben lassen?

Wie wird es weitergehen? Ich fürchte: katastrophal. Aus der Entscheidung, die Infektionskrankheit Covid-19 so zu handhaben, wie wir es tun, folgt das Eingeständnis, dass wir in früheren Zeiten offenbar immer falsch gehandelt haben, grausam, mindestens leichtfertig. Wir hätten – neu-normal gesehen – niemals, in keinem Grippejahr zuvor, einfach mal so zehntausend, zwanzigtausend Menschen sterben lassen dürfen. Nach den Maßstäben, die wir seit Corona anlegen, hätten die Regierungen in Bund und Ländern niemals zulassen dürfen, dass Menschen mit Viren in Kontakt kommen und an den dadurch ausgelösten Krankheiten sterben. Alle Verantwortungsträger, die 2013, 2015, 2017, 2018 einfach nur zugesehen haben, wie die Influenzawellen durch Deutschland fluteten und jedes Mal 20-25000 Menschen dahinrafften, müssten – ginge es mit rechten Dingen (also mit den derzeit geltenden Maßstäben) zu – nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden. Sie haben vermeidbare Opfer nicht vermieden, sondern unerhörter- und fahrlässigerweise der Natur ihren Lauf gelassen. …

Gerade sehe ich im TV, dass irgendwo eine Schule geschlossen wird, weil ein Kind positiv getestet worden ist (es ist nicht gestorben, es ist nicht krank, es gab nur ein positives Testergebnis). Ein Kamerateam berichtet. Ein Mann mit Mikro und besorgtem Gesicht steht vor einem leeren Schulgebäude. „Unser Reporter vor Ort“ gibt live seine Einschätzungen zur Lage. Wie – bitte schön – sollen wir von diesem Irrsinnslevel je wieder runterkommen?“

https://www.fluegel-und-pranke.de/die-schuld-der-schafe/

 

Foto:Pixabay/CC0

Maden im Speck oder Mäuse in der Gehirnwaschmaschine?

Nachdem sich die Lager zwischen Corona-Befürwortern und Corona-Gegnern polarisiert haben, sehen viele Sofa-Intellektuelle und Superspreader, dass mit den bereits hinlänglich vergebenen und prominent besetzten Positionen („pro“ oder „contra“ Corona) kein Schnitt mehr zu machen ist. Um die Verwirrung im Fußvolk nun perfekt zu machen und die letzten Restbestände an Hausverstand zu zerbröseln, verkünden sie ihrer Followerschaft als Draufgabe nun noch eine dritte Variante, die Königsvariante: Alles Idioten, die derzeitigen Diskussionsteilnehmer, sowohl die Covidioten als auch die Anti-Covidioten. Bleibt jetzt also nur noch … ja, was denn nun? Ach ja, das entspannende große Nichts, das von einer beliebten Bundeskanzlerin bereits vorbildhaft verkörperte schwarze Loch, in dem sich alle Mühsal des Denkens und aller Fluch des Bewusstseins auflöst. Der milde Rückenwind der marktkonformen Demokratie kann uns dann endlich ins strahlende und gechippte Paradies des „Internet der Dinge“ führen, wo wir in einem selbstfahren und selbstfütternden Autodrom im Kreis fahren und ins Smartphone gucken können. Des Gordischen Knotens Lösung in dieser Corona-Misere lautet also: Ja ey lol, leute, ihr braucht euch doch nur ein bisschen entspannen, nicht so blöde anstellen, dann wird schon wieder. Nur eines nicht vergessen: immerzu weiter in den Flatscreen gucken und euren Serdar und Tilo liken. Überhaupt könnte ja jeder einen Youtube Channel aufmachen, Superyoutuber werden, wir abonnieren und liken uns dann alle untereinander, monetarisieren unsere Videos und können alle leben wie die Maden im Speck, so wie Rezo, Walulu, Pornokatja & die 90 Superyoutuber uns das vormachen.

Mal im Ernst: Es ist durch Studien längst erwiesen, dass das Scrollen durch Facebook & Co. für schlechte Stimmung sorgt und Depressionen begünstigt. Was ist es eigentlich für ein magnetischer Sog, der uns dazu bringt, uns freiwillig immerzu die gleichen Publikumsbeschimpfungen abzuholen? Es ist ja heute fast jeder Medienartikel ein Schlag ins Gesicht und eine gewisse Erniedrigung bzw. Traumatisierung des Menschen. Wer sich nur ein bisschen mit Traumatologie befasst, der erfährt, dass ein Opfer, das traumatisiert wurde, wie magnetisch immer wieder zum Täter zurückkehrt, da es sich an diesem Ort eine Wiederherstellung des verlustig gegangenen Teils seines Selbstwertes erhofft – dort aber nur noch neue Traumatisierungen und Klöppe auf den Kopf erfährt und sich dieses Spiel immerzu fortsetzt, bis man es durchbricht und sich einmal vollkommen unabhängig macht vom demjenigen, der einen gängelt und erniedrigt. Dieses Spiel wird leider nicht mehr nur von den einschlägig bekannten Gehirnwaschmaschinen wie Relotius-Narrenspiegel, Südtäuscher & Co. gespielt, sondern mittlerweile auch von vielen der einschlägig bekannten Influenzer und Superspreader. Dass sie sich an ihren Lesern emotional bereichern, können sie aber moralisch mit ihrem Bildungsauftrag on her Majesty’s Secret Service rechtfertigen.

Denn die Influenzer haben mittlerweile eingesehen, was Bundespräsident Gauck schon vor Jahren erkannt hat: „Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem.“ Den dummen, ungehobelten Pöbel gilt es also nun im Verein mit all den anderen wackeren Recken des guten & gernen Lebens flachzuklöppeln und zurechtzubiegen. Wäre doch gelacht, wenn man diesen Pöbel nicht die Ohren richten könnte. Der Pöbel nimmt die Erziehung willig an – und holt sich täglich seine Portion Saft vom allein wissenden Influenzer seiner Wahl ab, lässt sich diesen Saft sogar amüsiert die Kehle runtergluckern und twittert selbst zur rabiatesten Leser- und Hausverstandbeschimpfung dann noch ein andächtiges „Danke“ und „genial“, unterlegt mit einem fetten GIF-Smiley aus dem Bauchladen von junkster.com.

Im Vergleich zu der Erziehung, die derzeit durch all die Influenzer und Superspreader stattfindet, ist die Tagesschau schon längst ein vernachlässigbarer Faktor. Die Transformation der Hirne in Richtung des Guten, Gernen und obendrein Alternativlosen geschieht viel effizienter innerhalb des Zirkelschlusses von Friends und Followern. Darin bilden wir mittlerweile unser eigenes Correctiv und halten uns gegenseitig im Zaum. Man kann den Markt nun dem freien Spiel der Kräfte überlassen. Für Unter-Haltung ist gesorgt. Man braucht uns dafür auch nicht bezahlen oder schmieren, wir machen das alles ganz gratis aus Bürgerpflicht. Will da wirklich noch jemand mit Verschwörung kommen? Also bitte, ist doch lachhaft. Wir, die Guten & Gernen? Authentischer, lässiger und zwischendurch auch mit gequält ernster, ums gute und gerne Leben besorgter Miene als die derzeitigen Alpha-Influenzer kann man den Imperativ des Guten & Gernen Lebens doch gar nicht rüberbringen. Mit einem Wort: Wir erleben gerade einen historischen Moment der Menschheitsgeschichte: Lobbying ist vollkommen unnötig geworden und würde heute nur das Risko einer anrüchigen Performance mit sich bringen. Die Next Generation bringt nun ganz von selbst aus sich hervor, was ihr von Kindesbeinen an als das Gute & Gerne und obendrein Alternativlose beigebracht wurde. Unite Behind the Science! Unite Behind the Economy! Unite Behind the Power! Fuck ju Göhte!

Was also tun? Sind wir nicht nur in einer Mause- sondern auch in einer Zeitfresserfalle gefangen? Wenn ja, wie kommen wir da wieder raus? Eventuell kann uns ein Aussteigerbericht des jungen Autors Nicolas Riedl helfen (siehe „Das Social-Media-Irrenhaus“). Darin schildert er, wie er mit all den „Kommentar-Battles, Hashtags, dem Raub unserer kostbaren Zeit und einer allgegenwärtigen Hysterie“ kurzerhand ein Ende gemacht hat. Seine Botschaft: „Für ein besseres Miteinander müssen wir uns von Social Media befreien und unseren Aktionismus in die analoge Welt verlagern.“

„Die Zufuhr gehaltvoller, tiefgehender Information ist nach wie vor sehr wichtig, aber das gegenseitige Zerfetzen in den Kommentarspalten darunter, die moralische Selbstbeweihräucherung durch Selbstinszenierungsstrategien — die letztlich auch nur das eigene Ego stärken, statt wirklich der Sache zu dienen — oder das unendliche, ziellose Rumscrollen ins Erkenntnisnirwana sollten wir beenden.

(…)

Als Aussteiger von Social Media kann ich jeden Zögerlichen ermuntern, diesen Schritt zu gehen. Instagram hatte ich trotz meines jungen Alters nie, lediglich Facebook trug ich als digitales Laster bis in den Herbst 2019 mit mir herum. Dort auszusteigen hatte ich schon länger vor, doch zögerte es immer wieder hinaus. Dann, eines Abends wurde mir mein „Kontrollverlust“ mit aller Deutlichkeit bewusst: Obwohl ich an diesem Abend noch einiges an Aufgaben zu erledigen hatte, schweifte ich immer wieder auf Facebook ab, scrollte und scrollte, obwohl ich eigentlich nach nichts Bestimmtem suchte. Ich „suchtete“ nur. Ich prokrastinierte. Und als mir das so richtig bewusst wurde, zog ich schlagartig die Reißleine und löschte von einer Minute auf die andere meinen Facebook-Account. Einfach so! Weg! Tschüss!

Und mit dem Ergebnis bin ich bisher sehr zufrieden. Ich bin wesentlich ruhiger, entspannter und vor allem produktiver. Ich lese wieder mehr Bücher und merke auch, dass ich gedanklich tiefere Ebenen gelange, die für mich zu Zeiten meiner Facebook-Nutzung unerreichbar waren. Denn die Ablenkung war viel zu groß und riss mich immer wieder aus meinen Gedankengängen. Statt wie ein Junkie an der Dopamin-Nadel durch neue Likes, Kommentare et cetera zu hängen, lernte ich es wieder, durch langes konzentriertes Lesen oder Arbeiten an einem Projekt, entweder zu neuen Erkenntnissen zu gelangen oder ein Ziel zu erreichen, was statt Dopamin Endorphin ausschüttete. Das macht langfristig wesentlich glücklicher, als diese kurz anhaltende Highs, die im Nachgang dann immerzu nach einem „Mehr“ an Reizen fordern.“

Foto: Pixabay/CC0

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