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Die Zukunft: der Triumph der Barbarei

Sonntag, 20.Oktober 2019, Eifel. Vor unseren Augen bricht derzeit eine ganze Weltordnung zusammen, doch niemanden kümmerts. Erdogan, der Mann, der Gegner und Journalisten verfolgen läßt wie kein anderes Natomitglied, überfällt ganz offen und ohne Scham sein Nachbarland – aber erst nachdem die Amerikaner, die es vorher überfallen hatten, abgezogen waren. Kriegserklärungen gab es keine, die Genfer Konvention wurde augenscheinlich auch nicht eingehalten, jedenfalls hört man von „türkischfreundlichen Milizen“, die Hinrichtungen vollziehen (siehe t-online). Er spricht offen davon, dasser sich am großosmanischen Reich orientiert, es als „Vorbild“ nimmt – angeblich erzählt er häufiger sogar stolz von der Belagerung Wiens durch die Türken (siehe Welt). Erinnert mich an Mussolini, der sich am römischen Reich orientierte und das Mittelmeer zu seinem Meer machen wollte. Wer finanziert diese Milizen? Nun – Überraschung: die Bundesrepublik Deutschland. Ja – wir finanzieren dort sogar rechtsextreme Brigaden (siehe Heise). Nur damit Sie mal wissen, was mit  Ihrer CO2-Steuer so alles gemacht wird.

Was ist nur aus unserer einst so modernen, aufgeklärten Welt geworden? Wir hatten nach zwei verheerenden Weltkriegen – bei denen Deutschland nicht so gut weg gekommen ist – so viele politische Mechanismen installiert, die Kriege auf ewig verhindern sollten – und doch gelingt es nicht. Auch die Aussichten für die Zukunft sind entsprechend düster: wir erklären keine Kriege mehr – so wie Japan noch offziell den USA oder auch Hitlerdeutschland – wir führen einfach militärische Offensiven durch, die Kollateralschäden in Millionenhöhe hinterlassen, nehmen aber das Wort Krieg gar nicht mehr in den Mund: genial, oder? Man stelle sich vor, wir würden alles so verfahren: einfach das Wort „Raub“ aus dem Sprachgebrauch streichen und demnächst mit der Kalaschnikow bei Aldi einkaufen, lustige Beschreibungen würden uns sicher dafür einfallen – zur Not gibt es eine ganze gut bezahlte Branche, deren Beruf es ist, solche Begriffe zu erfinden … „Einkauf mit robustem Mandat“ käme mir da so in den Sinn. So kann auch jeder zu einem sonst unerschwinglichem umweltfreundlichen Tesla oder Elektroporsche kommen. Auch die Mietprobleme könnten sich so lösen lassen: einfach einziehen und es „Wohnungstausch“ nennen: wir kriegen eure Villa, ihr unsere Schimmelbude, die ihr uns zuvor teuer vermietet habt.

Bezogen auf das eigene Land wird einem schnell klar: solche Regeln der Barbarei wollen wir national gar nicht haben, international sind sie aber schon längst da – und sie färben ab. Das Respekt und Anstand, Ehre und Würde eher seltenere Erscheinungen geworden sind, kann eigentlich jeder schnell merken, ich sage nur: Hartz IV. Wir haben oft darüber gesprochen, Fallbeispiele veröffentlicht – man muss die Klage nicht endlos neu formulieren. Den einen ist es zur Genüge bekannt, die anderen beten, dass sie nicht in eine solche Situation geraten: wie 1933-45, als immer mehr Nachbarn spurlos verschwanden. Sie staunen? Meinen, dass sei nicht so schlimm? Mir liegt ein Protokoll eines Hausbesuches des Ermittlungsdienstes des Jobcenters Rhein-Neckar vor, das einem die Haare zu Berge stehen läßt. Leider kann ich es nicht veröffentlichen – ich traue mich nicht … und merke selbst schon die Angst, die die Betroffenen selbst spüren müssten. Klar wäre es ein leichtes, die Beschreibung zu kopieren und hier hinein zu stellen: aber was dann? Es sind zwei schwer kranke Menschen, die davon betroffen sind – und dass dieser Staat selbst alleinerziehenden Müttern die Bezüge um 100 Prozent kürzt: das war sogar schon Thema in der satirischen Heute-Show des ZDF. Kürzung heißt: auch Miete und Krankenkassenbeiträge werden nicht mehr bezahlt. Was heißt das eigentlic konkret? Nun: das Kind wird zum Tode durch verhungern preis gegeben, weil die Mutter nicht genug anschafft. Soweit sind wir in diesem Land. Und deshalb halte ich mich lieber zurück, um die Augenzeugen des Vorfalls zu schützen.

Sicher, werden Sie jetzt sagen: das sind Einzelfälle. Bedauerliche Einzelfälle, die nun mal vorkommen. Nur: als Philosoph darf man das anders sehen, weil wir nach den allgemeinen Prinzipien schauen, die unsere Zivilisation tragen und ausmachen, jene viel beschworenen Werte, für die wir jeden Tag aufs neue in den Krieg ziehen und uns völlig unbekannte Menschen töten – wie in Afghanistan und Mali.

Sie werden wahrscheinlich nun auch anbringen: die schreckliche Zeit des Dritten Reiches ließe sich doch überhaupt nicht vergleichen mit der Gegenwart: immerhin haben wir keine Konzentrationslager – obwohl sowas für Arbeitslose auch schon mal gefordert wurde … ebenso wie ihre öffentliche Kennzeichnung, wobei noch nicht klar war, wie denn das Symbol aussehen sollte, dass jeder Arbeitslose zu tragen hätte.

Sie verkennen die taktische und strategische Situation der damaligen und der heutigen Zeit. Damals war Deutschland noch ein Land mit viel Ackerbau, voller Felder und Wälder. Man wusste, wo was zu holen war, die dezentrale Versorgung hatte eben auch Vorteile, zumal – die Deutschen an sich (von ihren Führungen mal abgesehen) ein recht anständiges, hilfsbereites und gastfreundliches Volk waren – so wie es die germanischen Sitten (siehe Aphorismen) verlangten: es war also denkbar, dass schnell viele Nachbarn einsprangen, wenn Not war. Also musste man die Menschen zur Vernichtung ins Lager verfrachten – was teuer war.

Heute aber – gibt es nur noch wenig landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, ihre Zahl hat allein seit 1975 rapide abgenommen (siehe Statista). Wer hier was zu essen haben will, der braucht Geld, denn unsere Anbauflächen liegen in China bzw. Afrika. Und wenn man den Menschen das Geld streicht … nun, dann gibt es eine gute Chance, dass sie verhungern. Noch gibt es genug Mitmenschen, die diese Situation verhindern, aber machen wir uns nichts vor: nach dem Willen des Staates wären sie dem Tode geweiht. Das geht bei unserem hohen Organisationsgrad ganz ohne Lager.

Flankierend zu der Versorgungssituation sind jedoch auch zwei weitere Maßnahmen ergriffen worden – nicht nur in Deutschland – die dafür sorgen, dass die Hilfsbereitschaft heutzutage nicht mehr all zu weit reicht.

Die eine Maßnahme war: eine große Medienoffensive auf breiter Front, die den arbeitslosen Mitmenschen als asozialen Parasiten darstellte – sogar in Broschüren des Ministeriums (siehe Harald Thomé)

„Biologen verwenden für „Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedi-gung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen – ihren Wirten – leben“, übereinstimmend die Bezeichnung „Parasiten“. Natürlich ist es völlig unstatthaft, Begriffe aus dem Tierreich auf Menschen zu übertragen. Schließlich ist Sozialbetrug nicht durch die Natur bestimmt, sondern vom Willen des Einzel-nen gesteuert. Wer den Grundstock seines Haushaltseinkommens bei der Arbeitsagentur oder der für das Arbeitslosengeld II zuständigen Behörde kassiert und im Hauptberuf oder nebenher schwarzarbeitet, handelt deshalb besonders verwerflich. Schwarzarbeiter nehmen den Staat auf doppelte Weise aus: Erstens verdienen sie Lohn, für den sie weder Steuern noch Sozialabgaben entrichten. Dabei benutzen sie dieselben Straßen, schicken ihre Kinder in dieselben Schulen und rufen in Not dieselben Polizisten zu Hilfe wie die ehrlichen Steuerzahler. Aber schwarzarbeitende Arbeitslose verweigern nicht nur ihren Anteil an der „Ge-meinschaftskasse“; zusätzlich bedienen sie sich aus den Töpfen, die von der Mehrheit der Ehrlichen im Land gefüllt werden.“

Liest sich wie eine Abhandlung nationalsozialistischer Völkerkundler über jüdische Mitbürger – ist auch im Prinzip dasselbe. Da hat eine Menschenverachtung in den Behörden und der Regierung überlebt, die noch schlimme Folgen haben wird, wenn wir sie nicht eindämmen. Übrigens kommt niemand auf die Idee, den gleichen Grundsatz, der hier für Arbeitslose aufgestellt wird, auf große Konzerne zu übertragen: auch sie nutzen unsere Straßen, schicken ihre Kinder (und die ihrer Mitarbeiter) auf unsere Schulen und rufen in Not diesselben Polizisten wie die ehrlichen Steuerzahler – obwohl sie teilweise trotz Milliardengewinnen weniger Steuern zahlen als … ich.

Die andere Maßnahme war subtiler, läuft aber weltweit mit sehr großem Erfolg: die Zerstörung des Urvertrauens in die Menschheit als solche, die ebenfalls in breiter Front vorgenommen wird. Sie ist substantiell noch zersetzender als die Schaffen einer neuen Kaste von Ausgestossenen (früher: Juden, heute: Arbeitslose) und kommt ganz harmlos daher: als Unterhaltungsfilm. Im nationalen Filmmarkt sind es die Krimis, die uns umerziehen: dort sehen wir mindestens zehn mal soviel Mordopfer wie es überhaupt in der Realität gibt, ein grenzenloses Gemetzel in deutschen Stuben (siehe z.B. Stern). Der „Gast“ der Edda ist … ein potentieller Mörder geworden.

Noch brutaler zeigen sich internationale Produktionen, die mit großem Aufwand herausgebracht werden – nehmen wir als herausragendes Beispiel die Endlosserie „Walking Dead“, die den Weg einer kleinen Gruppe verlorener Menschen in einer von Dämonen (Zombies) überranten Welt beschreibt … eigentlich ein Mythos, der wie geschaffen ist, eine Geschichte zu erzählen, wie sich die Menschheit vereint angesichts größter Gefahr – doch erzählt wird eine andere Geschichte, denn: nicht die Zombies sind das eigentlich dämonische, sondern – die Menschen. Kannibalen, Massenmörder, Barbaren, sadistische Tyrannen: der Zusammenbruch der bürgerlichen Ordnung zeigt, was der Mensch wirklich ist: eine Bestie.

Der nächste Blockbuster: Games of Thrones. So eine Art „Dallas“ im Mittelalter – und in der Tat wurde mit dieser alten Serie über texanische Ölbarone der Angriff auf das allgemein positive Menschenbild in breiter Front gestartet: Held der Serie war J.R.Ewing (genial dargestellt von Larry Hagman), ein sadistischer asozialer Psychopath, der genau den „Erfolgstyp“ zeigte, den Reagan und Thatcher hervorzubringen wünschten. Während es bei „Dallas“ noch einen positiven Gegenpol zu dem Bösen gab (den jüngeren Bruder, die ruhigen Eltern), fällt der bei Games of Thrones völlig weg: der Mensch ist dort des Menschen Wolf – und ich behaupte, dass so etwas mit völliger Absicht verbreitet wird. Es ist eine Serie, die dem Weltbild von „Aktenzeichen XY“ Recht gibt, wo jeden Freitag Abend dem westdeutschen Bürger gezeigt wurde, wie niederträchtig, hinterhältig und gemein sein Nachbar war – eine ganze Industrie an Versicherungen und Sicherheitsfirmen hat sich eine goldene Nase an der Philosophie verdient … während wir in der Eifel noch offene Wohnungstüren haben, damit die Nachbarn auf ein Pläuschchen hereinkommen können.

Noch mehr Beispiele? Machen Sie doch einfach den Fernseher an – die Menschenverachtung sieht man nicht nur in angelsächsischen Serien, sondern auch im Dschungelcamp. bei DSDS, Big Brother oder diversen Modell- und Datingshows. Soll ja jetzt auch ein Fernsehformat geben, wo „der Hartzer“ vorgeführt wird. Und Anschläge wie der in Halle sorgen dafür, dass solche dunklen Mythen weiter verbreitet werden, wie es scheint, hat der antisemitische Attentäter nebenbei einen Gesinnungsgenossen erschossen (siehe Taz): Barbaren unter sich, das zeigt, wie gefährlich die Welt da draußen geworden ist. Kein Wunder, dass nur noch Kinder demonstrieren gehen.

Das ganze hat einen sehr bedeutsamen Hintergrund aus der Tradition der politischen Philosophie. Thomas Hobbes (1588-1679) hatte seinerzeit in seiner Schrift Leviathan ein Plädoyer für den absoluten Herrscher gehalten, dass in sich logisch und sehr überzeugen war. Damit seine Staatstheorie funktioniert, bedurfte es nur einer kleinen Voraussetzung: der Mensch musste an sich ein absolut asoziales Wesen sein – der Mensch musste zum „Wolf des Menschen“ werden. Natürlich müssen alle Menschen – oder wenigstens die Mehrheit – dieser Idee zustimmen … und da sind wir auf dem besten Wege. Dort wo der Mensch der Wolf des Menschen ist, braucht man eine – alternativlose – Supermacht, die diese Bestie im Zaum hält: den Monarchen. Ich gebe der Menschheit keine hundert Jahre mehr, dann haben wir ihn wieder: den absolutistischen Herrscher. Praktisch gesehen ist er heute schon da, als Weltherrscher in Form von weitgehend unbekannten „Investoren“, die die Geschicke des Planeten lenken.

Ist der Mensch aber ein soziales Wesen – wie etwa die alten Germanen – dann brauchen wir keinen Kaiser. So einfach ist politische Philosophie.

Und wenn Länder anfangen, sich untereinander wie Barbaren zu verhalten: wie wird wohl dann die politische Forderung der Zukunft aussehen? Die Schlussfolgerung ist jetzt schon erkennbar: wir werden eine autoritäre Macht brauchen, die mit strenger Hand durchgreift – gegen Erdogan und gegen Arbeitslose.

Und alle werden wieder jubeln.

Erstmal.

Und dann wird man wieder merken, was es wirklich bedeutet. wenn Menschen keine Würde mehr haben – und was dann wieder alles passieren kann.

Denken Sie nur mal daran, was Wirtschftsminister Peter Altmaier gerade an die Wand malt: es ist kein Geld für Rente mehr da (siehe ntv). Und was dann?

Hartz-IV-Folter – ein Livebericht

Sonntag, 6.10.2019. Eifel. Springer, Bosch, Daimler, Ford, VW, Continental, Siemens, Deutsche Bank, Galeria Kaufhof, Ryanair, Tesla, Opel, Ing Diba – alles große Firmen, die in Massen Stellen abbauen, oft im fünfstelligen Bereich. Da die Wirtschaft insgesamt schwächelt, wird da noch mehr zu erwarten sein. Im Vergleich zum Vorjahr sehe ich bei Lehrstellen in unserer Umgebung ebenfalls einen massiven Abbau von Angeboten an real vorhandenen Ausbildungsstellen: nur eine lokale Momentaufnahme, die aber auch so aussieht, als ob man sich auf harte Jahre einstellt.

Früher waren wir Sozialstaat. Nachdem wir verkohlt, geschrödert und zugemerkelt wurden, ist wenig davon über. Folter ist in unseren Alltag eingezogen – doch wir sehen sie nicht, weil nicht darüber berichtet wird. In einem geniale Coup hat die Schweinebande diesen Landes (denke da an die Farm der Tiere, Orwell) es geschafft, dass Arbeitnehmer für die Schaffung von Arbeitsplätzen nun völlig allein verantwortlich sind. Da ist jetzt jeder eine Ich Ag und selbst dafür verantwortlich, sich so professionell und effektiv zu vermarkten, dass weder Alter noch Brüche im Lebenslauf noch Krankheit ihn daran hindern, innerhalb weniger Wochen eine neue Arbeit zu bekommen. Das erwartet jetzt hunderttausend Deutsche, denn nach einem Jahr ist die Schonfrist vorbei: Hartz IV kommt. Man wird zum Abschaum erklärt, zum Untermenschen, zum neuen Juden, der dankbar sein darf, dass man ihn nicht sofort der Vernichtung zuführt.

Vernichtung? Zu hart gesprochen? Schwebt da Empörung über das Käse-Sahne-Torte? Wird der Kaffee womöglich kalt darüber?

Wir reden hier über Millionen Mitmenschen, die der Folter unterworfen werden: absichtlich und mit ausdrücklichem staatlichen Willen. Ich sage es nochmal: Folter.

Was sagt Wikipedia zu Folter (siehe Wikipedia):

Folter (auch Marter oder Tortur) ist das gezielte Zufügen von psychischem oder physischem Leid (Gewalt, Qualen, Schmerz, Angst, massive Erniedrigung) an Menschen durch andere Menschen oder Interessengruppen.

Zu Folter gehören nicht nur glühende Eisen, Streckbänke und Marterpfähle, sondern auch … Angst und massive Erniedrigung. Also dass, was unsere Politiker so liebevoll „Druck“ nennen. Hartz IV Empfänger müssen in ständiger Angst leben, dass der Sachbearbeiter keine Sanktionen ausspricht – oder nach dem Sektfrühstück nach der Feier des Kollegengeburtstages nicht übersieht, die Miete zu überweisen … was schon Menschen in die Nähe von Obdachlosigkeit geführt hat. Jeden Tag Angst vor der Post, die im Briefkasten liegt. Vielleicht wieder ein Arbeitsangebot im Rotlichtmillieu für die junge Mutter? Wieder ein Job, den man mit angegriffener Gesundheit nicht machen kann? Oder einer, der die Gesundheit massiv verschlechtern wird, dafür aber superschlecht bezahlt wird? Ist alles im Angebot: was an Stellen beim Jobcenter landet ist der Bodensatz der Angebote, die freiwillig nie einer machen würde.

Aber ich sehe: bevor ich fortfahre mit meinen Argumenten, sollte man die Opfer mal selbst zu Worte kommen lassen. Ich habe hier einen Livebericht zugesandt bekommen, der eloquent und feinsinnig die neuesten Instrumente beschreibt: das Chancenteilhabegesetz. Erinnern Sie sich bei der Lektüre bitte daran, dass massive Erniedrigung auch Folter ist – und es ist von der Empfindsamkeit (oder der Selbstachtung) des Einzelnen abhängig, ab wann Erniedrigung als massiv empfunden wird: ein Leibeigener des Mittelalters hat da sicher eine größere Toleranzschwelle als ein gebildeter Bürger des Mittelstandes wie unser Zeuge hier:

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Chancenteilhabegesetz, Maßnahmenträger, heiße Luft. Anonymisierung (der folgende Beitrag wird im Hinblick auf mögliche rechtliche Folgeauseinandersetzungen anonymisiert verfasst. Der sog. Maßnahmenträger ist in der Region, die den Verfasser beheimatet, ein wirtschaftliches Schwergewicht, das bei einer konkreten Namensnennung durchaus einen gewichtigen juristischen Einfluß auf eine Unterlassung dieses Textes geltend machen könnte. Ein sog. „Hartzer“ sollte sich sowieso immer dreimal überlegen, was er öffentlich äußert oder unternimmt. Die real existierende Parallelgesetzgebung des SGB II bis X zum GG der BRD macht dies eben möglich. Nichtsdestoweniger versichert der Verfasser ausdrücklich,hier lediglich die Wahrheit zu schildern, ohne jegliches Zudichten irgendwelcher Farbnoten, seien sie positivistischer oder negativistischer oder sonstwie subjektivischer Art)Hartz-IV-Überschau (wem dies bereits elementar bekannt ist, springe gleich zum u. g. Abschnitt Chancenteilhabegesetz) Über das meist kontraproduktiv oder doch massiv an den Interessen der Betroffenen vorbei wirkende Hartz-IV-Repressionsregime wurde sowohl in den auf der Nachrichtenspiegelseite erschienenen Artikeln wie auf mannigfach vorhandenen anderen Internetplattformen berichtet. Das ursprünglich postulierte „Fördern und Fordern“ dieser Gesetzgebung hat sich für den Interessierten wie Betroffenen längst als eine Art sadomasochistischer Nonsense herausgestellt. Ein technokratischer Nonsens zudem, der weder Betroffene wieder in Arbeit bringt, noch dem Staat Ausgaben einspart. Das Gegenteil indes ist der Fall: mit solchem Aktionismus, wie ihn die Überschrift bereits andeutet, werden bedeutsame Kosten einer jeden praktischen Sinn entbehrenden „Armutsindustrie“ zu allem Überfluß noch zusätzlich generiert. Wie dies im einzelnen nun geschieht – darüber möchte dieser Artikel Auskunft geben. Genug nun der einleitenden Worte, die dem interessierten Bürger nun bereitsals zu zahlreich oder zu tendenziell vorkommen mögen. Ein sog. „Hartzer“ wird sich viel einfacher in einer solchen Schilderung als mitbetroffen wiederfinden. Doch genau hier liegt ja der Dreh- u. Angelpunkt der Notwendigkeit solcher Schilderungen: von der Hartz-IV-Repression betroffen zu sein, ist dem Mitbürger tatsächlich schwer zu vermitteln. „Die im Dunkel sieht man nicht“ – sagte wie eben heutigentags wieder passend einst Berthold Brecht.

Und gerade ein solch positivistisch färbender Ausdruck wie „Chancenteilhabegesetz“ verleitet nun den voreiligen Betrachter von außerhalb zu realitätsfernen Schlußfolgerung. Allerdings, wie in meinem Fall, auch den in dieser Sache zunächst unerfahren gewesenen Hartz-IV-Betroffenen.

Chancenteilhabegesetz

Nach der Dürre solch theoretischer Gesamtbetrachtungen nun jedoch zu den frischen Wassern des prallen Direkterlebens einer solchen Maßnahme, die da angeblich fluggs und flott in Arbeit bringen sollte. Im folgenden will ich versuchen, das Zwiegespräch zwischen den Ansichten des Mitbürgers außerhalb und das reale Erleben des Betroffenen innerhalb des Maßnahmenmechanismus flüssig in Einklang zu bringen. Auch um aufzuzeigen, welche Paradoxie sich da durchaus um bzw. innerhalb eines einzigen Kopfes aufbaut. Es beginnt an einem Tag im Jobcenter vor dem Schreibtisch eines Arbeitsvermittlers. Die mageren Zahlungen des JC wurden zuvor von der Leistungsabteilung desselben auf Euro 300.- pro Monat festgesetzt, da eine Bedarfsgemeinschaft statt einer tatsächlich vorhandenen Wohngemeinschaft vorläge. Dies bedeutet konkret, das dieser Hartzer nun für seinen Lebensunterhalt und seine Mietaufwendungen nun nicht mehr als eben Euro 300.- erhält. Den gesamten restlichen Lebensaufwand soll seine Mitbewohnerin, die das Jobcenter als Teil der imaginierten Bedarfsgemeinschaft einstuft, ab nun von Euro 1000.- Erwerbsminderungsrente pro Monat mittragen. Die Miete in einer Hochpreisregion beträgt ca. Euro 600.-. Somit verbleiben ihr und ihm nunmehr Euro 700.- für den Lebensunterhalt: also Nahrung, Kleidung, Energie, Kommunikation und das sonstige Leben. Wozu dann im Falle zweierPersonen über fünfzig auch überlebenswichtige Medikationszuzahlungen gehören, sowie jegliche Kosten des in der Region unabdingbaren ÖPNV. Auch eine Fahrt um JC schlägt Euro 12.- bereits zu Buche. Ein Besuch der Tafelläden entfällt, da ebenfalls mit Fahrtkosten von Euro 7 bereits behaftet. Kurzum: es reicht nicht nur nicht; es reicht hinten und vorne nirgends. (ich betone diese Problematik zuvörderst, da sie eine wichtige Rolle in der Auseinandersetzung mit dem Maßnahmeträger spielen wird). An diesem Tag vor dem Schreibtisch der Integrationsfachkraft des JC wird nun dem Hartzer eine Maßnahme gemäß Chancenteilhabegesetz diktiert. Wie, diktieren? Wird der Mitbürger sich hier fragen? Ich lasse mir nichts diktieren! Nun: ohne Einwilligung u. Unterschrift in und unter eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) wird sanktioniert werden. Zuerst 30% der Leistungen, dann 100%. Obwohl die Hartz-IV-Gesetze dies explizit so nicht vorsehen, wird es dennoch praktiziert. Informationen über die wirkliche rechtliche Situationen werden selbstverständlich nicht erteilt. Anordnung – Unterschrift – Befolgung: oder Sanktion.

An diesem Tag vor dem jetzt schon dreimal erwähnten Büromöbel werden aber auch Versprechungen laut. Hoffnungen geweckt. Perspektiven projiziert.„Endlich wieder Arbeit. Endlich raus aus Hartz-IV. Ende der Repression, des Mangels – Freiheit. Lebensinhalt ganz neu“. Zufolge des Chancenteilhabegesetzes soll Arbeit auf fünf Jahre vom Staat finanziert werden. Das heißt salopp: ein Arbeitgeber nimmt den Hartzer als Azubi wie einen Menschen der HKL II in den Betrieb, und erhält auf 2 Jahre 100% des Tariflohnes (oder des Mindestlohnes – dieser Punkt ist nach wie vor strittig – auch trotz hartnäckigem Nachfragen wurde mir dies nicht punktgenau dargelegt), danach jeweils 10% weniger. Der Mitbürger oder der illusorisch nicht realitätsnahe Hartzer wird in jedem Falle den hier ausgelegten Köder „Arbeit“ willig aufnehmen. Schlechter kann sich das Leben ja nimmer entwickeln. „Arbeit hat noch niemandem geschadet. Besser was tun, als gar nichts. Gegen den Amtsschimmel kommt niemand an“ – diese Weisheiten haben wir alten BRD-Hasen von unseren Altvorderen zur Genüge gelernt. Besser, sie wieder zu befolgen. Und nun lockt doch da dieser rote Teppich, der mir Hartzer beim Eintritt in den Betrieb ausgerollt wird: da wird man mich wohl einarbeiten. Besser könnte es eigentlich nicht kommen. Da wird man doch an der Ehre gepackt, es endlich wieder zu versuchen. Vielleicht gibt es ja auch gute Jobs, die man kann und auch wirklich machen will? Ergebnis: unterschrieben, wacker hingegangen, machen: so schlimm kann ́s nicht werden. Auf die Integrationsberatung folgt auch bald der Bescheid: 6 Wochen Kursdauer beim Maßnahmeträger, individuelle Betreuung u. Zeitlicher Umfang innert dieser 6 Wochen nach Maßgabe der Coaches. Rührend: man wird sogar regelrecht trainiert – fast wie die Stars. Hier wird der Mitbürger noch freudig einstimmen: den Hartzern schadet es nicht, mal was zu machen.Geholfen wird ihnen auch noch dabei. SO schön hab ich ́s nie gehabt. Kriegen sogar Geld vom Staat. Geht an den Chef, ja. Aber für so einen: der kann ja nimmer soviel. Soll er froh sein über das, was er hat. Soweit, so klar.Erster Tag beim Maßnahmenmträger. Anreise zu immerhin Euro 7.- auf eigene Kosten vorverauslagt. Freundlicher, verständnisvoller Empfang. Hochmotivation schafft motivierte Ausgangslage auf beiden Seiten.

Zunächst Gespräch. Nochmals Gespräch. Viele Gespräche sollen folgen. Darlegung des eigenen berufllichen Werdegangs: Ausbildung, dann Studium, internationale und nationale beruflliche Stationen. Fremdsprechen, BWL, VWL, SAP-Kenntnisse, verhandlungserfahren, businessversiert: phantastisch. SIE sind unser Mann. Wir tun alles für Sie. Irgendwelche Wünsche? Abneigungen? Probleme: wir lösen sie. Für Sie! Auf uns ist Verlaß. Wie steht ́s mit der Psyche? WIR sind auch Therapeuten! Die Mitarbeiterin, halb so alt wie ich, gab sich größte Mühe aus – wie ich annehme – sogar ehrlichem Herzen und einer gewissen Sympathie. Ich meinerseits gebe alles, hier professionell und geschäftlich konstruktiv mitzuwirken. Tatsächlich scheint sich dieses Berufbildungswerk auszukennen im Fördern und fordern.Zunächst wie gehabt also Gespräch, die ersten zwei Tage lang. Auch am dritten Tag noch Gespräche. Es wird rundrum eruiert, wer man ist; was man kann; wohin man möchte; welche tatsächlichen Vermittlungsprobleme bisher vorlagen. Die sind auch kurz erzählt: Alter über fünfzig, Langzeitsarbeitslosigkeit, Freelancer-Karriere = diskontinuierlicher Lebenslauf, nicht wenige notgedrungene Jobwechsel, stark generalisiertes Know-How-Profil, längere Auslandserfahrungen statt zwei, drei Festanstellungen in der beruflichen Vita. Dazu eben die finanzielle Not als Bedarfsgemeinschaft, die auch die Arbeitsaufnahme im Büro erschwert. Keine berufsadäquate Kleidung, keine Fahrtkosten drin, keine Telekommunikation. Kurzum: die zwangsläufige Misere desjenigen, der zuvorkeinerlei Fördern vor dem Fordern erlebt hat. Hier spätestens müßte der Mitbürger mir zustimmen, da er als kfm. Gebildeter von Werbungskosten etwas verstehen müßte. Immerhin kann er die ja in seiner Einkommenssteuererklärung geltend machen. Danach wendet sich das Blatt, und Mitarbeiterin etwa in meinem Alter tritt auf den Plan. Es spielt sich nun ein good cop – bad cop Szenario vor meinen Augen ab. Mit einem Mal wird das einladende verständnissimulierende Verhalten von einem scharfen Erzieherton abgelöst.

Es folgen Sprüche wie: [„Lippenbekenntnisse kann hier niemand dulden. Wer meint, sich auf Staatskosten bei einem Arbeitgeber ausruhen zu können, fliegt gleich wieder raus. Solch einen Fall hatten wir bereits hier. Einen Hund, den man zum jagen tragen muß, braucht niemand. Seien Sie dessen gewiß! Fahrtkosten werden hier nur erstattet, wenn Sie sich vorab eine Monatskarte besorgen. Haben Sie sich nicht so mit dem Geld: Sie kriegen es ja von uns wieder. Ihre Mitbewohnerin bezieht doch eine sehr hohe Rente. Da haben Sie ́s in Ihrer BG doch besser als ein Hartz-IV-Betroffenener alleine. Ihre Sorge um berufsgemäße Kleidung und eine nötige Zahnreinigung interessiert hier nicht. Jedenfalls jetzt nicht. Ihr Kurs hier wird insgesamt zunächst 5 (in Worten„fünf“) Monate dauern, und nötigenfalls auch länger, bis wir sie vermittelt haben. Der Bescheid vom JC ist für uns irrelevant, WIR entscheiden, wie lange es für Sie hier dauern wird. Die Arbeitgeber akquieren wir hier – das hat Sie nicht zu interessieren, wo und bei wem Sie arbeiten werden. Zunächst ist es für Sie wichtig, daß Sie sich an einen Rhythmus gewöhnen, hier dreimal die Woche zum Gespräch zu erscheinen. (auf meinen Einwand hin, das ich mein Leben lang immer um sechs aufstehe, wurde nicht bzw. abweisend eingegangen). Wichtig ist, das Sie das hier erst wieder erlernen. Ihre bisherige Qualifikation ist nicht entscheidend. Zwischen der SAP und uns besteht keinerlei Verbindung (was nachweislich eine grobe Lüge ist, da das Berufsbildungswerk 2012 eine Ausbildungskooperationsvereinbarung mit der SAP-AG unterzeichnet hat). Kleidung können sie günstig im 2nd-Hand-Ladenkaufen. Reden Sie mit Ihrer Mitbewohnerin. Sie müssen endlich lernen, sich selbst nicht mehr im Wege zu stehen. Denken Sie positiv! Deuten Sie negativen in positiven Streß um. Distress wird zu Eustress (was immer damit gemeint sein soll. Scientologen werden das besser zu erklären wissen als meine Wenigkeit; Streß ist für mich ganz einfach Streß). Hier haben wir für Sie drei mögliche Stellenbewerbungen bei der DB: Lokführer, Elektroniker, Busfahrer. (als ob mich die DB je als chron. Hep-C u. Schmerzkranken je nehmen würde, ganz davon abgesehen, das ich für das techn. Personal wenig geeignet bin). Hören Sie mit ihren paranoiden Gedanken auf: Sie stehen sich nur selbst im Weg. Wenn wir Sie nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt vermitteln können, steht in einem unserer nachhaltigen Projekte (gemeint war ein eventgastronomisches Privatprojekt des Maßnahmeträgers) ein zweiter Arbeitsmarkt zur Verfügung für Sie. Auch die Callcenterjobs des JC sollten Sie ernstnehmen – da können wir auch für Sie tätig werden. Vorab jedoch ist es prioritär, das Sie regemäßig fünf Monate lang bei uns dreimal die Woche hier erscheinen, vorerst zum Gespräch, daß wir Ihre erstarrten Denkweisen aufbrechen können. Sollten Sie unsere Anweisungen ignorieren, hätte das ernste Konsequenzen für Sie“

Darüber hinaus nötigte mich der Maßnahmenträger dann noch, an einer dubiosen Gruppensitzung teilzunnehmen, wo einander vollkommen wildfremde Leute auf einmal zu viert über teilweise innerste persönliche Dinge zu sprechen genötigt wurden. Hauptinhalt dieses Coachings war dann ebenfalls die Unsinnsmanie der negativen in die angeblich positive Streßumwandlung, sowie die Abwehr anscheinender „Depressionen“ u. „Paranoia“, die hier den Kursteilnehmern unterstellt wurden. Zeitgleich dazu war Duktus u. Tonfall der Belehrungen von DER Art, wie man sie in einem dieser unglückseligen Heime für sogenannte schwererziehbare Jugendliche aufbringt.

Die Generalstrategie in solchen Gesprächen ist eigentlich eine einfache: auf eine Antwort des Hartzer-Probanden erfolgt eine dreimalige Nachfrage, ob es denn verstanden hätte, worum es ginge. Also der Art, wie man mit geistig gehandicappten oder erziehungsunwilligen und damit unmündigen Personen zu sprechen pflegt. Auch der schon ein paarmal angesprochene Mitbürger müßte sich hier wundern, ob er SO behandelt werden wollte, wenn er tatsächlich einfach nur eine Arbeit antreten möchte. Kein Personalwirt würde so mit Bewerbern verfahren können. Selbst in einem wirklich derben Assessment-Center neueren Typs SO nicht. Nach einem sechsten Tag und einem darauffolgenden Telephonat mit eben dieser bad-cop-Dame (die jüngere Kollegin hatte nach drei Tagen überraschenderweise ihren letzten Arbeitstag dort und überließ sozusagen einem Nachfolger das sensible Feld der Menschenbeackerung) war mir dann kristallklar zu Bewußtsein gekommen, das es diesen Maßnahmeträgern in keinster Weise um Vermittlung in Arbeit geht. Auch und gerade die etwaigen Möglichkeiten eines Chancenteilhabegesetzes sind diese armutsindustriellen Geschäftemachern offensichtlich völlig egal (ungeachtet der Tatsache, das staatliche Lohnsubventionen ohnehin fragwürdig sind). Ohne hier große Analyse betreiben zu müssen, würde auch Dir, verehrter Mitbürger, klar sein, das sich hier ein quasi-mafiöser Moloch auf dem Rücken der Erwerbslosen wie zu Lasten des Steuerzahlers Geldbeutel breit gemacht hat, dessen einziges Interesse es offensichtlich ist, an jedem Hartzer so viel als nur möglich mitzuverdienen. Die Propaganda vom ach so faulen Hartzer, der trotz ach so liebenswürdiger Maßnahmen nicht in Arbeit zu bringen ist, dürfte in spätestens einem Jahr kaum auf sich warten lassen. Unter leider notwendiger Auslassung so manch anderer unappetittlicher Details beendete ich diese Aufführung hier für das erste. Der Hauptzweck dieser Arbeit besteht ja auch in einem einzigen Zweck, nämlich den der nötigen Warnung vor solchem verlogenen Budenzauber. Zum einen, um unbedarfte andere Hartz-IV-Betroffene vor dieser Art Maßnahmen zu schützen. Zum anderen, um Dir, lieber Mitbürger, vor Augen zu führen, wie hier Dein hart verdientes Steuergeld für den privaten Nonsenseprofit einiger Armutsindustrieller verschleudert wird, so daß Du weißt, was Du der Bildzeitung glauben kannst, wenn diese wieder titelt:„Hartzer findet trotz teurer Hilfemaßnahmen keinen Job.Hartzer will nicht arbeiten“Ich hoffe, mich hier sowohl für den Mitbürger, wie für den Hartz-IV-Betroffenen als auch den interessierten Mitleser verständlich genug ausgedrückt zu haben.„Wer Augen hat, der sehe, wer Ohren hat, der höre“ – sagt die Bibel, und damit schließe ich rechtmäßig, warnend eben vor genau dieser HEISSEN LUFT. Amen.


Und – alles gelesen? Sofern Sie noch kein Millionär sind, sollten Sie dem aufmerksam lauschen. Hier schreibt kein versoffener Asozialer, sondern ein akademisch geschulter Bildungsbürger: der Foltermaschine ist egal, wer da reinkommt. Bin zwar kein Journalist und erfinde solche Geschichten auch nicht wie Relotius vom „Spiegel“, habe aber trotzdem mal mit Menschen gesprochen, die für solche Bildungsträger arbeiten und solche Maßnahmen durchführen. Das gelang erst nach langem Vertrauensaufbau und Zusicherung der absoluten Anonymität. Was fand ich: Menschen, die auch eine Hartz IV-Vergangenheit hatten. Keine pädagogische Ausbildung, aber Krankheiten und Alter als Handicap. Menschen, die ihren Job machen, um der Hartz-Folter zu entkommen. Das gleiche Modell wurde in den Konzentrationslagern gefahren, wo Aufseher aus den Reihen der Häftlinge ausgesucht werden. Junge Sozialarbeiter habe ich auch gesprochen: die gehen schnell wieder, wenn sie merken, wo sie da gelandet sind, wenden sich entsetzt und erschrocken ab.

Und die Menschen vom Jobcenter selbst? Viele vom gleichen Schlage, kaum vermittelbar im echten Arbeitsmarkt – aber: Glück gehabt. Und die Maßnahmen? Müssen sein, wird von oben angeordnet, widersetzt sich jemand, könnte der Zeitvertrag nicht verlängert werden. Und ist ja auch toll: jeder, der in einer Vernichtungsmaßnahme ist, wird nicht als Arbeitsloser gezählt.

Ich kann nur sagen: nehmen Sie diese Berichte ernst. Während ganz Deutschland offiziell einmütig Händchen haltend im „Kampf gegen Rechts“ aufsteht und Annette Kahane hinter jedem Mädchenzopf die Auferstehung der Waffen-SS sieht, ist der echte Faschismus schon längst tief im Staat verwurzelt – jener Faschismus, der nicht mit lächerlichen Symbolen spielt um „die anderen“ zu ärgern, sondern der, der mit staatlicher Allmacht Menschen in die Vernichtung treibt – jedenfalls erstmal in die soziale Vernichtung.

Zehntausende werden das jetzt merken. Nach einem Jahr wird jegliche Qualifikation aberkannt (seitdem haben wir auch das Märchen vom Fachkräftemangel), man wird zum ungelernten Hilfsarbeiter und bekomme die entsprechenden Jobs.

Und dann gilt für Sie: „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“. Franz Müntefering, SPD.

Und dieser Staat hat schon bei Millionen Menschen dafür gesorgt, dass dieser Befehl von oben bittere Realität wurde – auch für Kinder. Und DAS – ist das Land in dem wir wirklich leben. Und deshalb gibt es auch keine großen Demos mehr, jeder weiß: es ist wieder soweit. Demokratie ist vorbei, jetzt geht es nur noch darum, der Folter zu entkommen.

Menschen mit philosophischer Vorbildung dürften das früher erkennen, weil man hier darauf geschult wird, die hinter den Fakten liegenden Prinzipien zu erkennen und weniger der Werbung und Manipulation anheim zu fallen. Aber auch die sind erschreckend ruhig geworden. Oder: verständlicherweise ruhig.

Kapitalismus am Ende: Massentötung beschlossen, Kannibalismus angedacht

Sonntag, 15.9.2019. Eifel. Was machen wir eigentlich, wenn sich die Wirtschaft aus dem Staat zurückzieht? Einfach, weil „Staat“ nicht genug Rendite bringt? Fremdartige Frage, oder? Wir sind gar nicht mehr gewöhnt, solche Fragen zu stellen. Wir können auch fragen: was machen wir, wenn „die Wirtschaft“ sich aus der Gesellschaft zurückzieht – um es ganz klar auf den Punkt zu bringen, denn Staat: das sind in erster Linie wir alle – auch wenn weder wir noch unsere Regierung das wahrhaben will.

Wir brauchen auch nicht lange auf die Antwort zu dieser Frage warten: die Wirtschaft hat sich gerade mit einem großen Paukenschlag aus der Gesellschaft verabschiedet – Sie werden es in den Nachrichten mitbekommen haben: die großen Pharmafirmen verabschieden sich völlig aus der Antibiotikaforschung – und die kleinen haben nicht das Geld dafür, Präparate zur Marktreife zu bringen (siehe Tagesschau). Die Begrüdung der Konzerne ist einfach: es bringt nicht genug Rendite. Nun darf man sich ein wenig in die Materie einarbeiten, um zu verstehen, was diese Entscheidung bedeutet – und ich fürchte, viele haben das noch nicht verstanden, obwohl die Tagesschau ausdrücklich auf diese Gefahr hinweist.

Seit der Einführung des ersten Antibiotikums (Penicilin) und seiner unüberlegten und massenhaften Anwendung (auch bei Tieren, wodurch wir schon Antibiotika im Trinkwasser haben – siehe Handelsblatt – wobei gesagt werden muss, dass unser Trinkwasser oft besser ist als teure Blubberwässer – siehe Test) haben wir ein Problem: die Natur schlägt zurück. Die Bakterien entwickeln Resistenzen gegen Antibiotika, weshalb wir neue erfinden mussten. Das war ja auch lange ein gutes Geschäft für die Industrie: nach ein paar Jahren waren die einst neuen Substanzen nicht mehr so wirksam – neue Waffen mussten an die Front. Auch die kamen bei der Tierzüchtung in Massen zum Einsatz (dafür waren sie nie gedacht – aber egal, war gut für die Rendite).

Nun – Jahre lang lief das ganz gut: bis jetzt. Dabei hatten sich erst vor 3 Jahren noch einhundert Pharmafirmen zusammengeschlossen, um der Bedrohung durch resistenze Keime Herr zu werden. Doch jetzt – ist keine Firma mehr da. Keine einzige. Wirkstoffe gibt es wohl noch (siehe das Schicksal der kleinen Firma Achaogen – siehe Tagesschau) aber die werden nicht bis zur Marktreife entwickelt. Was ist mich frage: wer hat eigentlich jetzt – nach dem Konkurs – die Patente für diese Superantibiotika von Achaogen? Denn immerhin: auch wenn sich diese Stoffe für die breite Masse nicht lohnen, so können doch jene Menschen, die ein eigenes Raumfahrtprogramm finanzieren können, auch die Herrstellung von Superantibiotika finanzieren – jedoch nur für einen kleinen Kreis als Notfallpräparate.

Gruselige Gedanken?

Es gibt zu dem Thema viel Resonanz im Netz – was nicht wundern sollte. Auch jenseits spezieller Deutungen der Georgia Guide Stones (siehe Wikipedia) wird klar, dass viele der Meinung sind, es gäbe zu viele Menschen auf der Erde – und nicht nur das: der Mensch ist auch noch schlecht. Es gibt eine breite Front gegen die Menschheit, in der sich Scientologen, Veganer, Tierschützer, Esoteriker, Politiker, Konzernchefs, Wissenschaftler und Superreiche einreihen und die Meinung pflegen: der Mensch sei schlecht (außer denjenigen selbst natürlich). Sogar als Krankheit für die Erde wurde er schon bezeichnet (siehe morgenpost) – aber hier kommen wir ja wieder in den Bereich des verbotenen Denkens, der „Verschwörungstheorie“ – jenes Schlagwort, dass alle Ideen in den Orkus des Verderbens verbannt, die auch nur im Geringsten andeuten, dass die Mächtigen dieser Erde etwas anderes als nur das Gute, Reine, Edle im Schilde führen. In einem solchen Klima wird es viele Menschen geben, die die Entscheidung der Konzerne still begrüßen.

Die Tagesschau berichtet von 30000 Toten im Jahr in Europa, die den Superkeimen zum Opfer fallen: bleibt die Menschheit ohne jene Antibiotika, wird die Todesursache Krebs von der Todesursache Keime bis 2050 überholt werden: Zustände wie im Mittelalter, wo Epedemien ganze Landstriche auslöschten, werden wieder denkbar – erst recht, weil wir duch Dauerurlauberei jeden noch so irren Keim aus den letzten Ecken der Erde nach Europa holen.

Unglaublich, oder? Da verurteilen die reichsten Konzerne der Welt 10 Millionen Menschen zum Tode, weil lebensretttende Maßnahmen nicht mehr genug Profit einbringen.

Ich hoffe, Ihnen ist klar, was das bedeutet?

Nun – das ist der Startschuss zur Abwicklung der demokratischen Zivilgesellschaft, deren Überleben den Superreichen und ihren Bütteln zuviel kostet. Es war absehbar, dass die Realwirtschaft – also: wir Menschen und unsere elendigen Versorgungsbedürfnisse – irgendwann mal lästig werden würden, so lästig wie die Insassen der Konzentrationslager ihren Verwaltern wurden. Eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösung wäre: es gäbe diese Menschen gar nicht, die mit viel Aufwand versorgt werden müssten, die unendlich viel Geld kosten, das sich doch auf den Finanzmärkten so wunderbar von selbst vermehren könnte – während die Rendite bei der Lebensrettung ziemlich bescheiden ausfällt. Manchmal muss man sogar draufzahlen.

Darum „entkoppeln“ sich die Finanzmärkte von der Realwirtschaft – die bringt einfach zu wenig. Solche Aussagen findet man nicht in sozialistischen Kampfblättern sondern in seriösen konservativen deutschen Wirtschaftszeitungen wie Wiwo, wo der Textchef schon 2013 die Entwicklung beschrieb (siehe Wiwo) die Heute zur Antibiotikakatastrophe geführt hat.

Der Hintergrund ist relativ einfach zu verstehen: damit noch ordentlich Rendite in Realwirtschaft gemacht werden kann, muss die Politik Zwangsmaßnahmen ergreifen, um die Geld- und Habgier der Anleger (wie sie so fein genannt werden im Krieg der Worte – dabei sind sie eher Faulpelze und Parasiten) zu befriedigen. Brauchen wir ein paar Beispiele dafür? Gut.

Nehmen wir die Dieselautos. Kurz vorher noch als umweltfreundlichstes Auto der Welt gepriesen (unter anderem mit großem Werbeaufwand in den USA, wo kaum Diesel fuhren), war er auf einmal des Teufels. Von heute auf morgen war er böse: und das eröffnete vielen ein gigantisches Geschäft. Schauen Sie mal, wo die überall fahren, diese Diesel (siehe Focus): in ganz Europa konnte man mit deutschen Diesel gute Geschäfte machen, weil Millionen deutsche Autofahrer fürchten mussten, nächste Woche nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fahren zu können, dann gekündigt zu werden und der Horrormühle Hartz IV anheim zu fallen, wo man nach einem Jahr zum Hilfsarbeiter degradiert wird – allen Doktortiteln zum trotz. Wer da schlau war, hat auf Export gesetzt: hier Diesel günstig eingekauft und dann mit Milliardengewinnen im Ausland verkauft. Gezahlt hat das – der kleine Mann. Also: Sie.

Weil das noch nicht reicht, gibt es jetzt die Automaut für alle (siehe Focus). Für Straßen und Autobahnen, die wir schon längst mehrfach bezahlt haben, dürfen wir jetzt noch mehr bezahlen. Das geschieht, sobald der Kapitalismus keine ausreichende Rendite mehr findet: dann muss mit Staatsgewalt Rendite geschaffen werden. Und glauben Sie mal nicht, dass die Steuergelder einfach nur so dann der Allgemeinheit zugute kommen: von dem Geld sichern sich die Großfürsten in der Bundespolitik ihre persönliche Entourage, da werden Aufträge an Firmen erteilt, üppige Beraterhonorare gezahlt (siehe Focus – Frau von der Leyen zahlt da schon mal für 7 Monate 200 000 Euro an „Berater“ – an mehrere. Was soll´s: ist ja nicht ihr Geld. Aber so wird man überraschend Königin von Europa).

Ach ja: Diesel. Da ist jetzt auch dem letzten aufgefallen, dass der Feldzug gegen Diesel im Prinzip auch gegen Ölheizungen geführt werden muss: immerhin verbrennen die denselben Stoff. Riesengeschäft für Konzerne: Ölheizungen sollen verboten werden (siehe FAZ). Im sterbenden Kapitalismus hat der Staat nur noch eine Aufgabe: mit Staatsgewalt neue Renditemöglichkeiten zu schaffen – auch durch die Körper der Bürger.

Ja – was ist denn die Impfflicht anderes als ein großes Geschenk an die Pharmaindustrie? Und was machen wir eigentlich, wenn die neben der Antibiotikaforschung auch noch die Impfforschung einstellen? Oder mit ihrem ganzen Kapital nur noch an den Finanzmärkten spekulieren? Nun – solange der Staat die Impferei bezahlt, ist ja alles gut. Nachdem der Staat die Organe seiner Bürger per Gesetz zum Staatseigentum erklärt hat – es sei denn, man hat die Möglichkeit, laut und deutlich zu widersprechen … unter Zeugen … – wurden auch die Pauschalen für die Krankenhäuser erhöht, damit auch reichlich Organe verpflanzt werden (siehe Bundesgesundheitsministerium) … und so ein renditefreundlicher Markt entsteht.  Viele, die sich ihre Leber durch Suff versaut oder die Herzkranzgefäße durch fettiges Essen und Rauchen verstopft haben, haben nun die Chance auf völlig neue Organe, so dass die Völlerei weitergehen kann – auf Kosten von Menschenleben, die durch die einzigartige Diagnose „Hirntod“ (also nur teilweise tot) Ware wurden. Wie fragwürdig die recht beliebig auslegbare Diagnose sein kann, kann man einem Artikel der Frankfurter Rundschau entnehmen (siehe FR), verantwortungsbewusste Politik sehe anders aus.

Prima, oder?

Was machen wir eigentlich, wenn die Mineralölfirmen beschließen, kein Öl mehr nach Deutschland oder Europa zu liefern – weil es sich nicht mehr lohnt? Lachen Sie nicht: die Firmen haben sich schon mal verabschiedet, weil es hier Arbeitsschutzgesetze, Gewerkschaften und Anstand gab – sowas mag der Raubtierkapitalismus nicht. Nun – das wurde ja auch alles ausgehölt und wir haben einen großen Teil unserer Bevölkerung dafür abgestellt, Sklavenarbeit für „die Wirtschaft“ zu machen: als entrechtete Niedriglöhner, von denen es immer mehr gibt (siehe Focus). Warum kostbares saudisches Öl nach Sachsen liefern, wenn es in Texas viel mehr Dollar dafür gibt? Und durch die Niedrigzinspolitik – die als einzige das marode System noch schützen kann – wird der Euro langfristig immer weniger Wert. Wer noch genug Geld hat zu sparen, wird dadurch auch noch nebenbei enteignet.

Wussten Sie schon, dass die Schweiz nun ihre Züge hier reparieren läßt – weil wir offiziell Billiglohnland geworden sind (siehe Tagesschau). Über der Schweiz lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt. Ja – wir sind hier krasser, weil wir Frontland sind im Kampf gegen den Bürger, weil wir europäische Führungsnation sind, die alles sofort umsetzt, was die Märkte für sinnvoll erachten. Und das kostet uns einiges.

Können Sie sich noch an Franz-Josef-Strauß erinnern? Wahlkampf in den siebziger Jahren? Was hat der über die Sozis geschimpft: die könnten nicht mit Geld umgehen. 1975 hatten wir eine Staatsverschuldung von 130 Milliarden Euro. 1982 – 1998 regierte die CDU unangefochten, 1995 hatten wir schon 1000 Milliarden Euro Schulden. 2005 übernahm Angela Merkel das Ruder mit 1500 Milliarden Euro Schulden und fügte in nur fünf Jahren nochmal 500 Milliarden oben drauf – mehr als Kohl zwischen 1990 und 1995 geschafft hatte (siehe Statista).

Das Geld ist natürlich nicht weg – es ist nur woanders. Unsere Staatsschulden sind die Rendite der Wirtschaft. Eine endlose Reihe irrsinniger Projekte – und gleichzeitig eine endlose Reihe von Zahlungen an die „Investoren“ – bis nichts mehr geht.

Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Man kann noch ein wenig Geld mit Diesellügen, Organorgien und Co2-Steuer machen – das war es dann aber auch. Magnus Söderlund, ein Schwede, Lehrstuhlinhaber eines der renommiertesten Institute Schwedens, das international bestens vernetzt ist, brachte unlängst im schwedischen Privatfernsehen eine neue Idee ein: wir könnten doch auch das Fleisch der Toten essen (siehe TV 4): auf  der Suche nach Rendite werden die letzten Möglichkeiten ausgeschöpft.

Und wenn die nicht mehr reichen?

Nun – was dann passiert, haben die Pharmariesen vorgemacht: wir machen den Laden einfach dicht. Niemand verdient mehr genug (was ja sehr relativ ist) an der Versorgung von 500 Millionen Europäern, die nur Endverbraucher sind, aber sonst keinerlei Nutzen mehr haben. Schon das Wort „Endverbraucher“ schreit ja geradezu nach einer „Endlösung“.

Mindestens 10 Millionen Menschen kostet diese Entscheidung der Wirtschaft das Leben. Und wenn hier die Tankstellen zugemacht werden, weil niemand mehr Öl nach Europa liefern möchte und der Haufen zerstrittener Kleinstaaten keine Bedeutung mehr auf den Märkten hat, dann werden auch die Letzten merken, dass die fetten Jahre vorbei sind.

Sie sehen also: die Überschrift zu diesen Gedanken war mal wieder reisserisch, aber zu verantworten.

Und was jetzt zu tun ist? Nun – viel, wenn wir überleben wollen … und nicht damit zufrieden sind, in Zukunft nur noch Ware (oder „Fleisch“) zu sein. Was zu tun ist, das gab das Wirtschaftsmagazin Wiso schon in dem oben zitierten Artikel vor: wir müssen die Systemfrage stellen. Aber wer das macht – wer Wörter wie Kommunismus und Sozialismus in den Mund nimmt – darf sich in diesem Land sicher sein, gerade von denen am meisten Gegenwind zu bekommen, die ihren Diesel verramscht haben, mit seltsamen Substanzen gespritzt werden, deren Organe nun Staatseigentum snd, die ständig weniger Lohn für ständig mehr Arbeit bekommen und dafür keine Rente mehr erhalten.

Darum wohl werden die Anstößte zur Systemdebatte aus dem konservativen Wirtschaftsraum ungehört bleiben – und wir eine Zukunft bekommen, in der der Tod wieder Erlösung bedeutet.

 

 

Deutschland 2019: POLITIKNOTSTAND – auf breiter Front

Sonntag, 25.8.2019. Eifel. Mehr und mehr Gemeinden rufen den Klimanotstand aus. Was das soll, habe ich so nicht verstanden – aber das wird auch selten ausführlich erläutert. Generell geht es wohl darum, den Volkssturm gegen den Klimawandel zu entfachen bzw. erstmal zu erklären, dass ein Notstand da ist. Also – so eine symbolische Maßnahme, die viel Papier verbraucht und keinerlei Effekt erkennen läßt: genau das richtige für postdemokratische Strukturen – viel Rauch um Nichts wäre hier die Devise. In dem Zusammenhang kam mir eine fiese Idee: wäre es nicht auch mal Zeit, den Politiknotstand auszurufen? Am besten weltweit? Also: POLITIKNOTSTAND!

Auch politisch steuern wir einer großen Katastrophe entgegen – mal wieder. Die Medien sind ja voll davon: Krieg mit Russland, Krieg mit China, Krieg mit Iran – und die Bundesrepublik ganz vorne mit dabei als internationale Söldnertruppe der Globalisierer, dienstbar, gehorsam, devot … ausgestattet mit dem bald größten Wehretat der bundesdeutschen Geschichte von 85 Milliarden Euro. Hartz IV kommt jedes Jahr nur auf 22 Milliarden: der angebliche so große Kostentreiber erscheint auf einmal ganz schön preiswert. Wieso brauchen wir so einen großen Wehretat? Welche Feinde haben die gemütlichen Deutschen eigentlich noch in der Welt?

Nun – wir haben eigentlich keine Feinde mehr (außer die USA, die den alten Nazi immer noch als Feindbild für Hollywood brauchen und ohne den keine Angstbilder kreiren können) – und selbst können wir ja auch aktuell kein Land benennen, dessen Existenz zu unserer ganz persönlichen Sicherheit erstmal ausgelöscht werden müsste – keins jedenfalls aus Russland, dass uns nun zum dritten Mal in hundert Jahren von der Millionärspresse als Erbfeind vorgeführt wird, weil die Inhaber der Millionärspresse sich über Lebensraum im Osten freuen würden – und ganz viele US-Anleger ebenfalls. Da gibt es Bauland und Rohstoffe in großen Mengen, wäre da nicht der Putin: was könnte man da verdienen!

Nun Außenpolitik ist eins der Felder, wo sich der Politiknotstand deutlich abzeichnet – wie ich finde. Anstelle von Diplomatie sind wieder Bomben bevorzugtes Mittel der Wahl – wir brauchen auch keine eigenen Bomben mehr, es reicht, wenn wir uns wie in Rammstein als Flugzeugträger der USA demütigst und devot zur Verfügung stellen: dann wird unsere Kanzlerin auch von allen gelobt, wenn sie die USA besucht. Völkerrechtswidrige Kriege – früher mal ein absolutes NO-GO – sind heute an der Tagesordnung, weil die USA einen großen Haufen auf das Völkerrecht setzen: ihr Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert läuft auf vollen Touren – mehr und mehr wird die Welt mit Militärbasen überzogen. Noch nicht mal das allgemeine unantastbare Menschenrecht des Individuums wird respektiert: weltweit werden Männer, Frauen und Kinder willkürlich – ohne Prozess, ohne Verhandlung, ohne Gerichtsbeschluss – von automatisierten Kampfmaschinen zerfetzt … ohne dass sich auch nur eine Stimme dagegen erhebt. Das hier ist Mord aus niedrigsten Beweggründen – kann doch nicht angehen, dass sowas ungeahndet bleibt? Serienmord – in aller Öffentlichkeit – ohne dass die demokratische Zivilgesellschaft ihre Stimme erhebt?

Nun gut: die USA haben viele Serienkiller, das gehört wohl schon zu ihrer Tradition dazu, dass immer mal wieder ein loszieht um etwas Stimmung zu machen. Aber das die das auch jetzt weltweit dürfen – und der Hauptverantwortliche dafür immer noch seinen Friedensnobelpreis besitzt … nun ja: wir reden gerade über POLITIKNOTNSTAND. Wir erhöhen übrigens unseren Wehretat auf direkte Anweisung aus den USA – ich hoffe, das ist soweit in den Nachrichten mitverfolgt worden? Trump wird von allen – in manchmal ziemlich arroganter Art und Weise – kritisiert und lächerlich gemacht: aber seinen Befehlen gehorcht man trotzdem – als freie, souveräne Nation unter freien, souveränen Nationen?

Gehen wir fort von der Weltpolitik. Kehren wir zuerst vor unsere eigenen Tür. Wissen Sie eigentlich noch, wofür wir Politik machen? Was Politik eigentlich ist? Ist gelegentlich mal sinnvoll zu schauen, was Wörter meinen, die wir täglich gebrauchen: das Wort stammt aus dem altgriechischen – polis = Stadt/Staat. Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, bedarf es viel Gerede damit der Friede gewahrt bleibt. Darum hat man ja überhaupt Städte gebaut: damit man Frieden vor den Räuberbanden hatte. Und diesen Frieden wollte man – trotz der Enge – auch innerhalb der Stadt erleben dürfen. Der Sinn aller Geisteswissenschaften – soweit darf man sagen – ist Friedenssicherung. Sie sollen jeden befähigen, den jeweils anderen verstehen zu können, erkennen zu können, dass auch er ein Mensch ist, der durch sein Schicksal zu dem geworden ist, was er nun mal ist – so wie man selbst durch ein anderes Schicksal anders geworden ist.

Dafür – und nur dafür – geben wir Geld aus für Ökonomen, Historiker, Sprachwissenschaftler aller Art, Psychologen, Soziologen und Philosophen aus: sie alle sollen uns helfen, den Frieden zu bewahren, in dem wir den jeweils anderen verstehen. Niemals wieder wollten wir verführbar werden, den anderen zum „Hunnen“ werden zu lassen (das waren die Deutschen in der Propaganda des ersten Weltkrieges), zum Untermenschen, zum Nichtmenschen – denn dann ist der Frieden in Gefahr. Übrigens ist auch schon die Differenzierung „Frieden“ und „sozialer Frieden“ ein kriegerischer Akt in einer Gemeinschaft – er suggeriert, dass der soziale Frieden eine Unterform von Frieden ist … doch dem ist nicht so: Frieden – können nur soziale Wesen leben, also Menschen. Ein Land, dass keinen sozialen Frieden hat – hat gar keinen Frieden. Was hier vertuscht wird? Nun – die Art der Waffe, die den Frieden stört- hier ist es die Wirtschaft. Lehmannpapiere und CumEx-Skandal haben gezeigt, dass die Räuberbanden jetzt hinter den Stadtmauern aktiv sind: Zeit, Alarm zu schlagen.

Das alle sollten Sie übrigens als mündiger Bürger wissen, ja geradezu auswendig aufsagen können: eine Demokratie fordert schon etwas mehr geistige Leistung von einem als ein Platz im römischen Zirkus oder auf einer US-Plantage – aber wahrscheinlich werden diese Grundlagen friedlichen Zusammenlebens gar nicht mehr gelehrt: der Gipfel der Verblödung war für mich hier ein Gymnasiallehrer (Mathematik) der für die AfD ein politisches Amt anstrebte – und sich über die „Schwafelwissenschaften“ ausließ … aber sich gleichzeitig für ein Schwafelamt bewarb. Sowas unterrichtet unsere Kinder, nebenbei bemerkt. Gott sei Dank nur in Mathematik – im Vergleich zu Geisteswissenschaften ist das ein sehr einfaches Fach.

Schauen wir also mal, wie friedlich unser Leben in Deutschland ist.

Wir arbeiten mehr als die Hälfte des Jahres für andere – Tendenz steigend. Das bezieht sich jedoch nur auf den Staat und seine gierigen Diener, zusätzlich arbeiten wir noch für Energiekonzerne, Banken und Versicherungen – also eigentlich für jeden, der willkürlich Rechnungen schreiben kann und gerne wie ein Großfürst auf Kosten anderer lebt. Wissen Sie, wie viele Millionäre die Umverteilung von unten nach oben bislang produziert hat? Wir haben über 2 Millionen Millionäre. 2023 rechnet man mit einem weiteren Anstieg auf 3 Millionen (siehe FAZ), das ist eine Steigerung von 41 Prozent. Gut für die, die in dem Strom mitschwimmen können – schlecht für die, die diese Vermögen bezahlen sollen. Das sind dann die anderen … die mit „abhängiger“ Arbeit, jene, die so langsam aussortiert werden, nach dem man ihr ganzes Vermögen enteignet hat. Ja – das gibt es in Deutschland: Enteignung. Aber nur bei Armen – ganz Armen. Gehört zum Prinzip Hartz IV oder Grundsicherung im Alter dazu, dass man all sein Hab´und Gut versilbern muss, wenn man überleben will – und 18 Millionen Menschen wurden bisher allein durch das Hartz IV-System ihrer Vermögen beraubt … die jetzt woanders sind. Viele haben jetzt kein Haus mehr, während ein paar wenige viele Häuser haben und an den Wuchermieten fett verdienen. Zeit für Politik, oder?

Wir kennen die Warnungen über die Umverteilung von unten nach oben. Zudem gibt es sie auch von Staat zu Privat – und Süd nach Nord (global betrachtet). So läuft die Maschine seit 70 Jahren – und inzwischen auf Hochtouren, so dass auch wir in der kleinen Bundesrepublik unter die Räder kommen. Doch die real existierende Umverteilung ist ja nur ein Problem. Ein ganz anderes, kleines Beispiel findet sich vor Ihrer Haustür: der gelbe Müll. Nur wenige können sich daran erinnern, wie wir den MÜLLNOTSTAND angegangen sind, in dem wir anfingen, Müll zu trennen. Wir haben sogar – manipuliert durch Bilder von häßlichen Müllhalden – eine Ökosteuer eingeführt, ein duales System, das die Plastikmüllberge verhindern sollte. Und – wo sind wir heute?  Seit 1993 trennen wir Müll vorbildich – seit über einem Vierteljahrhundert. Und was passiert? Mein Müll schwimmt gerade vor Malayisa. Ja – es sind ein paar Leute Millionäre dadurch geworden – doch das Müllproblem ist immer größer geworden. Und die gleichen Leute versprechen nun, dass sie mit Hilfe der Co2-Steuer das ganz große Rad drehen wollen. Jene Leute, die bewiesen haben, dass sie selbst einfachste Bauprojekte wie BER, Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 nicht hinbekommen …. aber daran super abkassieren können. Bin sicher, auch die drei Projekte haben wieder Millionäre produziert – auf Kosten von uns allen.

So läuft ja auch das Projekt Migration. Ganz viele junge Männer aus unterenwickelten Teilen der Welt mit zum Teil gruseligen Frauenbildern werden in Massen importiert und arbeiten dann fleissig im Billiglohnbereich – wo der Unternehmer am meisten abgreift. Die übrigen, nicht integrierbaren bezahlt der Steuerzahler. Manchmal sogar mit seinem Leben. Ja – aber so versteht man, wie die klassische Unternehmerpartei CDU auf einmal so für offene Grenzen ist: damit können einzelne richtig gut verdienen. Die meisten aber – bezahlen dafür.

Gründe genug für das Ausrufen des POLITIKNOTSTANDES?

Nein, natürlich nicht. Außenpolitisch haben wir ein Totalversagen – das Recht des Stärkeren setzt sich gnadenlos durch, weil Feiglinge Hochkonjunktur haben. Innenpolitisch ist das Totalversagen ebenso groß: wir haben eine Regierung von Reichen (und wer zuvor nicht reich war, wird durch „Diäten“ reich gemacht) für Reiche – und die anderen sollen immer mehr dafür bezahlen … bis sie nicht mehr können und zunehmend aussortiert werden. Wir haben aber noch ein Problem: die Sprache.

Ohne Sprache gibt es keine Politik. Diktaturen können auch ohne Wortsprache funktionieren: der Knüppel reicht als Zeichensprache. Merken ja gerade viele Franzosen. Und plündern kann man völlig kommunikationslos – sogar in unserem Land. Einfach die Preise erhöhen und die Kohle ist im Sack. Demokratien jedoch – brauchen die Sprache dringend, immerhin muss viele Angelegenheiten innerhalb der Gemeinschaft regeln – und will man das ohne Waffen schaffen, braucht man Worte dazu.

Die Sprache jedoch – das merke ich zusehends – hat man uns raffiniert geklaut. Gehört mit zu den Techniken des Empörungsmanagements. Ganz fatal: die fehlende Links-Rechts-Unterscheidung, die Rainer Mausfeld noch für „ganz fundamental für den ganzen politischen Bereich“ hält (Mausfeld, Warum schweigen die Lämmer, Westendverlag, Seite 210). Es war mal lange Zeit sehr einfach, über „links“ und „rechts“ zu reden. Rechts, das war: Adel, Klerus, Militär. Links – alle, die von Rechts getreten, geschlagen, ausgebeutet wurden und damit nicht glücklich waren. Jeder, der die Pyramide aufbauen wollte (unten die Fleissigen, die alles tragen – oben die Pharaonen, die sich sonnen), war rechts … oder hätte rechts genannt werden müssen, damit die Unterteilung noch Sinn macht. Ja – auch der „real existierende Sozialismus“ ist demnach „rechts“, von Stalin ganz zu schweigen. Auch nur Räuberbanden, die anderen Adel (Kommissare), einen anderen Klerus (Parteibüro) und andere Generäle hatten, aber das alte System nicht gundlegend änderten. Jene „Linke“, die das wollten, sind schon lange ausgerottet.

Ja – während ich gelegentlich von Narrativen höre, nachdem eine linke sozialistische Internationale Brüssel erobert haben soll und nun eine neue Weltordnung etabliert – Hand in Hand mit linken Supermilliardären – machen politische Aktivisten vor Ort ganz andere Erfahrungen: Bewegungen (hier Extinction Rebellion, siehe Spiegel) haben nur dann eine Chance, wenn sie jedweden Kontakt mit „links“ vermeiden. Die Obrigkeit ist sich immer noch bewusst, was links eigentlich bedeutet: Widerstand gegen die Enteignungsgewalt.

Wir werden also im Rahmen der Ausrufung des POLITIKNOTSTANDES unsere Sprache zurückerobern müssen – und auch ein paar Begriffe für die linke Seite zurückerobern müssen: Frieden, Sicherheit, Freiheit, Wohlstand – und Fortschritt sind klassisch linke Werte. Man hört sie auch von Rechten – aber da gelten sie nur für sich selbst: da ist ein Einzelner sicher, frei, lebt friedlich seinen Wohlstand und schreitet bei der Kapitalbildung fort – Linke jedoch wollen das für alle und jeden. Die besonders Mutigen sogar weltweit. Um Links zu sein, muss man schon auch sein Hirn bemühen: Parolen brüllen, die Hacken gehorsamst aneinanderschlagen – nun, das wäre eher rechts. Natürlich kann man den grassierende Neoliberalismus auch als sozialistisch bezeichnen – weil er  so viele wie möglich enteignen will um ein paar wenigen ein Kurfüstendasein zu bescheren – aber dann kommen wir vollend in den Bereich der Sprachverwirrung: wenn wir Hühnchen Tisch nennen und grün nass, dann kommen wir grün aus dem Bad und bestellen uns im Restaurant gebratene Tische. Und soweit sind wir gerade – sehr zur Belustigung der Pharaonen.

Die jedoch treiben ihr Spiel weiter, den Krieg Reich gegen Arm, Privat gegen Staat, Nord gegen Süd. Schritt für Schritt werden wir zurückgedrängt in eine mittelalterliche Gesellschaft, wo Gott (also: „der Markt“ – jener Gott, der auch von Atheisten kritiklos akzeptiert wird) alles prima eingerichtet hat, wo eine gottgewollte Obrigkeit über die niedere Gattung der Untermenschen herrscht, die für diesen Dienst ja wirklich gern jeden Cent opfern möchten, um der Obrigkeit das harte Los der Regentschaft angemessen zu vergüten.

Und falls Sie sich nun entspannt zurücklehnen und sagen: ich gehöre noch lange nicht zu den Menschen mit einem Jahreseinkommen unter 21 000 Euro (nach einem Radiokommentar bei WDR 5 angeblich inzwischen über die Hälfte der Einkommen in diesem „reichen“ Land), die beständig weiter absacken: hören Sie zuvor mal den Herrn Kaeser von Siemens: 90 Prozent der Mittelschicht werden in den nächsten Jahren gnadenlos vernichtet – durch Maschinen (siehe: Nachrichtenspiegel).  Denken Sie daran: wenn 300 Krankenhäuser geschlossen werden, dann fallen auch 300 Chefarztpositionen weg. Betrifft also bald alles nicht mehr nur die „anderen“.

Wir werden uns neue Methoden einfallen lassen müssen, wie wir als demokratische Zivilgesellschaft gegen die rechte Offensive (die auch immer schön mit linken Worten verkleidet wird: Reformen … zum Beispiel) vorgehen. Dazu müssen wir erstmal Entscheidungen treffen – allein, ohne Hilfe von oben: die Entscheidung, ob es gerechtfertigt ist, den Politiknotstand auszurufen.

Meine Meinung wäre: ja – schon lange. Seitdem Zeitpunkt, an dem man deutschen Bundeskanzler vorgetragen hat, dass sie von nun an unter der Diktatur der Märkte stehen.

Was aber nun Adel, Klerus und Militär angeht – so darf man auch hier umdenken. Adel – ist heute komplett Großkapital. Der Klerus ist durch die Medien erstetzt worden – und das Militär wird weitgehend durch Geheimdienste und Privatarmeen ersetzt. Wir gehen auch öfter zur Kirche als damals: immer wenn wir den Fernseher anmachen, leisten wir unseren Gottesdienst und lauschen der Botschaft der Märkte. Aber das Prinzip bleibt das Gleiche wie zu Zeiten der Pharonen.

 

 

 

 

Bauer, Bürger, Edelmann: der real existierende Neofeudalismus in Deutschland 2019 – und seine Exzesse

Sonntag, 18.8.2019. Eifel. Im Rahmen des „betreuten Denkens“ haben wir ja eine Losung erhalten, nach der wir uns zu richten haben: dies ist das beste Deutschland, das wir je hatten. Diese Losung hat die Führerin der vierten Reiches ausgegeben, das 2019 ganz Europa beherrscht – und das nun mit Ursula von der Leyen endlich eine deutsche – Entschuldigung – europäische Kaiserin hat. Endlich – 230 Jahre nach der französischen Revolution von 1789 – ist wieder eine genetisch adelige Person an der Spitze des Kontinents … und zwar aus Deutschland, wie es sich der Führer erträumt hat. Wir herrschen allerdings smart mit Geld – nicht mehr mit Karabinern. Jedenfalls: in Deutschland.

Was ist nur aus der kleinen, gemütlichen, friedlichen Bonner Republik geworden, die ein Garant war für Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit, Fortschritt, jener Demokratie, die als Vorbild der Welt galt und für die wir bewundert wurden? Bewundert nicht etwa weil wir in Punkto Demokratie schon das Ende erreicht hätten, sondern weil wir mit Willy Brandt einen Bundeskanzler hatten, der im Folge der Unruhen der ausgehenden sechziger Jahre den Zeitgeist zutreffend formuliert und uns alle dazu aufforderte, „mehr Demokratie zu wagen“.

Ja – es gibt noch mehr Demokratie als das, was uns gerade zu leben gestattet wird. Was wir haben, nennt man „repräsentative“ Demokratie – da regiert nicht das Volk selbst, sondern wählt Repräsentanten aus, die von einer kleinen Gruppe von Parteien vorgestellt werden. Diese Parteien wiederum sind in großem Maße empfänglich für Parteispenden – da gibt es viele Pöstchen für Menschen, die sich mit normalem Arbeitsleben nicht ganz so gut anfreunden können und deshalb gerne was mit geregelten Bürozeiten haben, dort, wo der Kaffee fließt und man sicher vor Nässe und Kälte ist. Mehr noch als Parteispenden sind natürlich die persönlichen Aussichten der „Spitzenpolitiker“ von belang: auch die wollen lebenslänglich einen Versorger haben – egal wo, egal wer, Hauptsache soviel Geld wie möglich. Allein was Parteispenden angeht, sind wir im besten Deutschland, das wir je hatten, nicht optimal aufgestellt: das bemängelt sogar der Europarat (siehe Spiegel).

Mehr Demokratie wagen – das war Bestandteil der Regierungserklärung Willy Brandts von Oktober 1969 (siehe Willy Brandt). Der nächste wichtige Schritt zur kompletten Vernichtung der überlebenden Strukturen des Dritten Reiches, einem pervertiertem und degeneriertem Staatswesen, dass sich anmaßte, völliges Besitzrecht über seine Bürger auszuüben – inklusive der Entscheidung, ob ein Bürger lebenswert war oder nicht. Ja – ich weiß, dass ist jetzt ein etwas anderes „Narrativ“ als man uns normalerweise verkaufen möchte, ich wähle dieses Narrativ aber mit Absicht – und es ist auch nicht verkehrt. Bald fünfzig Jahre ist es her, dass Willy Brandt diese damals sehr mutige Erklärung abgegeben hat – und im Jahrzehnt danach fingen die Bürger an, selbst aktiv zu werden. Bei der darauf folgenden Bundestagswahl 1972 gingen 91,1 Prozent der Wähler zur Wahl (siehe statista) – ein Wert, der danach nie wieder erreicht wurde. Bürgerinitiativen bildeten sich über das ganze Land hinweg: für Frieden, für den Schutz der Umwelt, für die Gleichstellung der Frau (die zu Zeiten der Regierungserklärung noch ihren Ehemann fragen musste, ob sie denn eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen dürfte – also im Prinzip noch Eigentum des Mannes war … das Gesetz wurde erst 1977 geändert, siehe Focus), für die Rechte von Homosexuellen Paaren und Behinderten – und für die Rechte der Arbeitnehmer.

Es ist wohl gerade dieser Welle des Engagements zu verdanken, dass sich das Gesicht der Republik geändert hatte – und viele, die heute in Regierungsverantwortung sind, genießen die Früchte dieser leisen und friedlichen Evolution der Bundesrepublik, die damals noch dem Ideal der Demokratie folgen wollte: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Fünfzig Jahre später hat sich das Gesicht des Landes geändert. Das war zu erwarten gewesen – oder sagen wir besser: man hätte es erwarten können, wenn man nicht zu naiv und blauäugig gewesen wäre, wenn man nicht stillschweigend davon ausgegangen wäre, dass die Machtelite sich diese friedliche Revolution einfach gefallen lassen würde.

Das hat sie nicht.

Stattdessen fing sie ihrerseits an, eine Konterrevolution zu beginnen. Die Zeichen dafür standen gut, denn: diese Revolution fand international statt. Auch die USA hatten ihre Probleme mit mündigen Bürgern, die die Verfassung lesen und verstehen konnten … und die langsam verstanden, warum die repräsentative Demokratie eingeführt wurde: um die Besitzverhältnisse zu garantieren. Wer das Land besaß, sollte auch herrschen – egal, wie er zu dem Landbesitz gekommen war. Im Zusammenhang mit der Geschichte der USA war das besonders pikant: da klebte Blut an den Händen der nahen Vorfahren: noch 1876 schlugen die vereinten Indianerstämme General Custer am Little Big Horn, Geronimo, der letzte große Indianerführer, starb erst 1909 – die gr0ßen Ländereien waren also erst kurz zuvor den Einheimischen gestohlen worden. In Europa hatten wir uns an diese Großgrundbesitzer schon gewöhnt: Barone wie die Guttenbergs haben Land schon seit 800 Jahren in ihrem Besitz – dass die auch als Raubritter unterwegs waren, interessiert da eher niemanden mehr (siehe Wikipedia).

Ach – wissen Sie eigentlich, wie man den Adel in moderner Sprache beschreiben würde? Das war das Dienstpersonal der damaligen Warlords, bezahlte Söldner, die als Dank für Massenmord an der Zivilbevölkerung (oder an anderen Warlords) „Lehen“ erhielten. Nun – die Dienstschranzen selbst beschreiben das natürlich in anderer Sprache, aber wir progressiven, aufrichtigen Demokraten dürfen da ruhig mal ein wahres Wort reden – zumal es um etwas wichtiges geht: nicht wer das Land besitzt, sollte es regieren – sondern wer das Land regiert (also WIR als Gemeinschaft der Bürger) sollten das Land auch besitzen … was unser Leben sehr erleichtern würde. Das Recht auf Wohnen, Nahrung und Heizung ließe sich dann schon mal leicht und kostengünstig durchsetzen.

2019 haben wir ein anderes Deutschland – das ich schon mal der Geschichte vorgreifend als „Viertes Reich“ beschreibe. Die Warlords haben wieder die Macht übernommen, der Staat pervertiert erneut – mit immer neuen Übergriffen und Zumutungen, einer immer weiter militarisierten Polizei, einer Bundeswehr, die gegen das eigene Volk eingesetzt werden kann, einer flächendeckenden zivil-militärischen Zusammenarbeit und … ach, dass ist Ihnen jetzt wahrscheinlich noch gar nicht bekannt? Wird auch nicht groß drüber geschrieben – weder vom Mainstream noch von den „alternativen“ Medien. Geht leider immer wieder unter. Ich zitiere mal, was da läuft – ja? Direkt von der Bundeswehr selbst (siehe Streitkräftebasis):

„Damit nicht genug – mit den Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte stehen den Streitkräften Reservedienstleistende zur Verfügung die im Katastrophenfall zu Wach-und Sicherungsaufgaben herangezogen werden können und so einen andauernden Beitrag zur Auftragserfüllung der Bundeswehr leisten. Diese Kompanien bieten für alle Reservisten eine militärische Heimat, die zukünftig ehrenamtlich als Beorderte eine wesentlichen Beitrag zum Heimat- und Katastrophenschutz leisten wollen. So kann die Bundeswehr – bestehende Verbände einbezogen – schnell und gezielt ihre Hilfe bereitstellen.“

Wach- und Sicherungsaufgaben – von Reservisten. Sozusagen eine Privatarmee. Im Narrativ der Warlords natürlich nur friedliche Helfer im Katastrophenfalle – aber wieso muss man die Bundesrepublik flächendeckend mit diesen Kompanien überziehen? Und wieso wissen wir als Bürger nicht, wer in unserer Nachbarschaft da alles mitmacht? Was machen diese Kompanien eigentlich, wenn es am 20.9.2019 wirklich zu einem Generalstreik kommt – und nicht nur Jugendliche die Arbeit niederlegen, sondern alle – weil alle die Schnauze gewaltig voll haben?

In Frankreich kann man seit 40 Wochen erleben, zu welcher Gewalt repräsentative Demokratien inzwischen greifen, um Widerstand zu brechen – sogar friedlichen Widerstand. Aber es ist halt Widerstand gegen substantielle Elemente des Lebens: Widerstand gegen „Preise“. Und „Preise“ (darunter sind auch Steuern zu verstehen, die Preise aufs Leben selbst darstellen) sind ganz wichtig für die ökonomischen Warlords, die sich moralisch in Nichts von den alten Warlords unterscheiden. Es ist im Prinzip das gleiche Elend, dass sie verbreiten: früher haben sie die Ernten beschlagnahmt, damit der Baron und seine Schläger weiterhin arbeitsfrei leben konnten (was der eigentlich Antrieb der ganzen Bewegung war: ohne Arbeit auf Großfürstenniveau durchs Leben zu kommen), heute nehmen sie einfach das Geld.

Nur gut, dass und sie Millionärspresse (also: alles, was wir unter „Medien“ verstehen) vor detallierten Berichten über die Zustände in Frankreich beschützt. Im März waren es 12 Tote und 3000 Verletzte (siehe jungewelt), wobei „Verletzte“ Augenlicht oder Gliedmaßen verloren haben – wir dürfen also zurecht von Verstümmelten reden.

Kommen wir zurück zum „Vierten Reich“. Wir haben wieder „unwertes Leben“. Die alten Losung: „Bauer, Bürger, Edelmann“ – die sich seit dem Kaiserreich unverändert im Schulsystem widerspiegelt (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) – ist aktueller denn ja. Nicht mehr mit Titeln (das kommt vielleicht auch wieder, wäre aber unwichtig) sondern mit Klassifizierungen über das Gehalt (also – nicht das, was man verdient, sondern das, was andere einem zuteilen – eine ganz wichtige, in breiter Front verschleierte Tatsache): Mit 1000 Euro sind Sie Bauer (das erkennt man an Ihrer Kleidung, Ihrer Frisur, Ihrer Wohnung, Ihrem Auto, Ihren Urlaubsfotos und dem Essen, dass Sie sich leisten können), mit 2500 Euro sind sie Bürger – und ab 5000 Euro (netto, wohlgemerkt) sind sie Oberschicht, also: Edelmann (siehe Zeit). Darüber gibt es die Lehensgrafen (Millionäre), die Großfürsten (Milliardäre) und ganz oben: GOTT – die großen Fonds wie Blackrock mit einem derzeitigen Kapital von 6800 Milliarden Dollar (größter Einzelaktionär bei 20 von 30 Daxkonzernen, siehe ARD). Zum Vergleich: das gesamte Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik erreichte 2018 noch nicht mal die Hälfte (siehe Statista).

Es ist also völlig falsch, von „Neoliberalismus“ zu reden – korrekterweise müssten wir von Neofeudalismus reden: war marschieren im Stechschritt zurück ins Mittelalter. Wieder findet eine Umverteilung von Unten nach Oben statt, wieder werden die Ernten gestohlen – und auch die Kinder. Die Umverteilung läuft aber auch global – was aus unseren „Bauern“ noch reiche Menschen macht (was einem gelegentlich ja auch mal vom Adel unter die Nase gehalten wird): hören Sie sich mal dazu einen Nobelpreisträger aus dem Kongo an (siehe Utopia): die mittelalterliche Grausamkeit im Miteinander ist auch wieder da.

Ach ja – die Kinder. 2013 lief im deutschen Fernsehen ein gut recherchierter Spielfilm (Operation Zucker), 2016 eine Fortsetzung (Operation Zucker: Jagdgesellschaft). Inhalt: organisierter Kindesmissbrauch auf höchstem Niveau – durchgeführt von den „Leistungsträgern“ dieser Republik (den Bütteln der Warlords, um unser Narrativ zu verwenden). 2013 gab es auch eine Talkshow dazu (Maischberger), in der man erfahren konnte, das Akademiker da nicht unterrepräsentiert sind – und das die auch Babys zum Zwecke des Missbrauchs heranzüchten. Wer da jetzt an die tausenden verschollenen Flüchtlingskinder denkt, ist – so vermute ich – auf der richtigen Spur. Für so etwas braucht man ganz viel Geld und eine perfekte Organisation – aber das wurde von der Autorin des „Spiegel“ schon während der Talkshow gekonnt zerredet – sogar als der zuständige Regierungsvertreter auf die vielen Toten Zeugen im Falle Detroux (siehe Tagesspiegel) hinwies („das ist nicht bewiesen“ kanzelte sie ihn barsch ab – die Zeugen bleiben aber trotzdem tot … was eine sehr große Unwahrscheinlichkeit darstellt).

Die Filme sollten gut recherchiert sein – und hatten keinerlei Folgen, trotz der großen Empörung. Es ist nicht die beste Quelle, die man aufrufen kann – aber unterstützt wird die Recherche durch einen Ex-CIA-Agenten, der ähnliches berichtet (siehe Epochtimes), wir finden das auch in Großbritannien (siehe Welt) oder Portugal (siehe Welt) – um nur einige zu nennen. Die Kinderklauindustrie ist derzeit auf einem Höchststand: insgesamt sind es 181000 Kinder, die 2016 in Heimen und Pflegefamilien untergebracht wurden (siehe Ärztezeitung): interessant, aus welcher sozialen Kaste sie stammen:

„Der Großteil der Kinder und Jugendlichen in Pflegefamilien kommen nach Angaben der Bundesregierung aus sozial schwachen Verhältnissen: 78 Prozent der Kinder stammen demnach aus Herkunftsfamilien, die Transferleistungen beziehen, 55 Prozent aus Allein­erziehendenhaushalten.“

Bauernkinder – frei zum Gebrauch. Unwertes Leben halt. Man könnte meinen, der Baron Gilles de Rais weilt wieder unter uns (zu seinen bizarren Folterungen und Morden an womöglich 400 Kindern siehe Welt). Und er hat so viel Macht, dass die Bundesrepublik ihm keinen Einhalt gebieten kann.

Fort nun von den dunklen Geheimnissen der „Elite“, denn: nicht nur die Kinder sind Freiwild, auch die Bauern selbst. Per Gesetz sichert sich der Staat (in Person des Jens Spahn) den Zugriff auf die Organe – und sichert gleichzeitig ab, dass Transplantationen auch ordentliche Gewinne abwerfen (siehe Ärztezeitung). Ebenso wird eine Impfpflicht eingeführt … der man sich aber durch die Zahlung von 2500 Euro entziehen kann (siehe Welt). Auch: Bauer, Bürger, Edelmann. Ebenso ist geplant, Beatmungspatienten zwangseinweisen zu lassen (siehe Ärztezeitung) – natürlich sind die Sprachlösungen in einem positven Erzählstil verfasst. Auch Flüchtlinge sollen der Impffplicht unterzogen werden (siehe Spiegel): ein Riesengeschäft für die Elite.

Ach ja: Flüchtlinge. Die importierten Arbeitnehmer stellen einen gewaltigen Gewinn für die Grafen und Fürsten dar: zwei Drittel von ihnen arbeiten im Niedriglohnbereich (siehe O-Ton Arbeitsmarkt): da kann man schon erahnen, warum die Arbeitgeberpartei CDU auf einmal so ausländerfreundlich geworden ist. Auch das Dritte Reich hatte diese Fremdarbeiter geschätzt: 7,8 Millionen durften 1944 für das Deutsche Reich schuften – umsonst. Nun ja- sie wurden ernährt und nicht erschossen (siehe Wikipedia). Jedenfalls nicht, solange sie noch Leistung brachten.

Genug bei den Ausgestossenen verweilt. Kommen wir zu den „Goldfasanen“ des neuen Adels – aber nur noch kurz. Während man etwas mehr als 2 Euro täglich für der Ernährung der Kinder von Arbeislosen für völlig ausreichend hält, genehmigen sich Minister schon mal ein Mahl in Höhe von 12000 Euro – um alte Adelsgeschlechter zu bewirten (siehe Hanserundschau). Besonders delikat angesichts der derzeitigen Klimadebatte: die Garantie für einen Kredit von 2,6 Milliarden Euro für den Bau von Riesenkreuzfahrtschiffen (siehe Ostseezeitung). Klappt das Geschäft, werden die Grafen sehr reich. Klappt es nicht – zahlen die Bauern. Wie im Mittelalter. Und die Cum-Ex-Geschäfte, die 53 Milliarden Euro – unsere Euro – in die Kanäle der Neofeudalisten spülten? Laufen munter weiter (siehe Zeit). 53 Milliarden? Das sind 600 Euro pro Kopf. Von jedem – auch von Grundsicherungsrentnern, die fürs monatliche Leben deutlich weniger haben. Darauf nun noch Ökosteuer (minimal 600 Euro) und Supermaut „für alle und überall“ (siehe Focus): die systematisierte Produktion von „Bauern“ ist sichergestellt.

Und: was machen wir nun dagegen? Wir, die wir sogar gegen den weit bekannten Missbrauch von Kindern (und wir reden hier über Folter, nicht über Schmusesex) nicht verhindern können – noch nicht mal dieser Bestialität werden wir Herr.

Warum nicht?

Nun – weil uns das wichtigste Instrument des Widerstandes genommen wurde: die Sprache. Wir haben es mit genialen Think-Tanks zu tun – hunderten davon – die uns einfach die Sprache genommen haben. Sie malten des Gespenst einer „links-grün versifften“, „sozialistischen“ oder „supermarxistischen“ NWO an die Wand (was man im Osten eher glauben konnte, weil die dortigen feudalistische Strukturen  als „links“ verkauft wurden – dabei wurde nur das Personal ausgewechselt, die autoritären Strukturen blieben gleich), so dass das Volk ihr Heil in „rechten“ Weltbildern suchen muss: den Weltbildern des Feudalismus. Sehr intelligent und geschickt gemacht, muss ich sagen. Hut ab – das ist schon eine Leistung. Jene „Kommunisten“, die in der alten BRD noch nicht mal Hauptschullehrer werden konnten. „Nazis rein, Linke raus“ – so beschreibt ein Historiker den Radikalenerlass von 1972 (siehe Zeit).

Und trotzdem wird uns jetzt – erfolgreich – verkauft, dass die Linken (über 40 Jahre unsichtbar) auf einmal die Weltherrschaft an sich gerissen haben. Das Gegenteil ist der Fall: der Feudalstaat hat die Demokratie gefressen, für die Linke immer bereit waren, ihr Leben zu lassen. Da wir aber keine Linken mehr haben … kennen wir solche Menschen gar nicht mehr.

Jenseits des globalisierten Feudalismus ist gedanklich … nur noch ein großes Nichts.

Und damit sind wir das schlechteste Deutschland, das es je gegeben hat – weil wir keine Zukunft mehr haben … und nirgendwo noch Alliierte sind, die den pervertierten Staat für uns beseitigen.

Oder?

 

 

Klima- und Elitenterror in Deutschland

Sonntag, 28.7.2019. Eifel. Terror ist ja in aller Munde. Es muss schlimm um Deutschland stehen: Weihnachtsmärkte werden durch Poller gesichert, Polizisten laufen da mit Maschinenpistolen herum und der Bundestag will sich jetzt mit einem Burggraben selber schützen – man fragt sich, wer ist denn da der Feind? Nun – man darf sich fragen … aber man darf sich nicht selber die Antwort geben. Es gibt inzwischen unausgesprochene Redeverbote in Deutschland, wer nüchtern darauf hinweist, dass der moderne Islam wahabitischer Prägung früher locker als rechtsradikal durchgegangen wäre (Unterdrückung der Frau, unmenschliche Strafen, Verfolgung und Vernichtung von Andersdenkenden und Homosexuellen, Problemlösung durch Gewalt anstatt Verhandlungen, ausgeprägtes Herrenmenschendenken, starker Antisemitismus) läuft Gefahr, mit einem Bann belegt zu werden, gilt – gegen jede Ratio – als massenmodender Nationalsozialist (dabei fand Hitler den Islam durchaus gut – so gut, dass sogar die Waffen-SS eine eigene muslimische Division hatte) der weltweit den ganzen Islam ausrotten will. Wer möchte nun schon wirklich in so einen gesellschaftlichen Bann geraten?

Das gleichzeitig unsere Verbündeten, unser großer Bruder aus den USA und seine kleinen Köter einen offensiven Krieg gegen den Islam führen – einen, der noch viele Jahrzehnte dauern soll – wird überhaupt nicht mehr thematisiert. So wie jeder Asylbewerber als ein heiliger, unschuldiger Engel anzusehen ist, der nie einer Fliege etwas zu leide tun würde (es sei denn, sie ist jüdischer Abstammung, Frau oder homosexuell) so gelten die USA selbst als „Gottes eigenes Land“ und sind per Definition unfehlbar, egal wen sie völkerrechtswidrig überfallen und massakrieren. Lustiges Detail am Rande? In Afghanisten jagen die ja jetzt schon seit über achtzehn Jahren die Terroristen oder die Taliban und bringen denen die Demokratie – doch trotzem gehört dieses Land zu jenen sieben Ländern, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht (siehe Tagesschau). Wir Deutschen sind ja auch dabei – und verteidigen dort Unterdrückerregime. Früher undenkbar – aber heute wird nicht mehr diskutiert, heute wird wieder kommandiert: Experten haben das Kommando übernommen.

Auch was Experten angeht, gibt es inzwischen ein Redeverbot, mit dem wir uns klaglos abfinden. Wenn Experten etwas sagen, so ist das ebenfalls als unfehlbar anzusehen. Ich hoffe, dass sich niemand mehr jemals mehr über den Papst aufregt: die Unfehlbaren haben sich inzwischen in Deutschland endlos vermehrt und die Macht übernommen, sie wissen genau, was wie wozu zu sagen ist. Alle vereinen sich groß im „Kampf gegen Rechts“ – aber keiner … erst recht nicht die Antonio-Amadeu-Stiftung … kommt auf die Idee, dass die Herrschaft einer kleinen Elite über das große Volk genau jenes „rechts“ ist, das gerade durchexerziert wird. Ich darf mir ja noch nicht mal mehr Gedanken machen über diese seltsamen Kondensstreifen, die Gittermuster über den ganzen Himmel bilden, den ganzen Tag darum hängen, langsam diffundieren und Abends dann das Land mit einem milchigen Unlichtschleier überziehen, nimmt man das überhaupt erstmal wahr, gilt man ja sofort als geisteskrank – als ebenso krank wie jene, die nicht damit klar kommen, dass bei „nine-eleven“, dem Urknall des politischen Wahns der Moderne, zwei Flugzeuge drei Gebäude zerstört haben, ohne das dritte überhaupt zu berühren. Was man dabei aber nebenbei erwähnen darf: wer jetzt meint, die AfD würde ihn retten, den muss ich enttäuschen: 2019 sind die nur noch der parlamentarische Arm von Führers Urenkeln, die mal wieder richtig durchgreifen – sprich: ein paar Leute erschiessen – wollen. Mit einem Regierungspräsidenten hat man schon mal angefangen – und auch Journalisten, die das mal beschreiben, werden mit dem Tode bedroht (siehe Tagesspiegel). Auch nur: Herrenmenschen im Herrschaftswahn.

Der Expertenterror zeigt sich ja besonders deutlich bei dem Thema „Klimawandel“. Wer hier – wissenschaftlich durchaus redlich – die Diskussion fordert, wird doch sogleich als „Klimaleugner“ beschämpft, ein sorgsam gewähltes Wort, das an Schwachsinn nicht zu überbieten ist: immerhin leugnet kein Mensch auf der Welt, dass es Klima gibt … aber dieses Wort erinnert so schön an das Wort Holocaustleugner und hilft den Experten, ihre Kritiker zu verdammen – so als würden Experten nie was falsch machen. Wirtschaftsexperten zum Beispiel irren sich andauernd, werden aber – wie alle Experten – gut dafür bezahlt.

Politische Entscheidungsfindung läuft in demokratischen Staaten durchweg anders ab: die Experten treten vor den Rat der Menschen, erläutern ihre Theorien, worauf sich denn die Bürger zur Beratung zurückziehen und eine Entscheidung fällen … hört sich im Jahre 2019 schon völlig absurd an: wie sollen die dummen, einfältigen, genetisch minderwertigen Bürger überhaupt irgendwelche Entscheidungen fällen können: wenn, dann sollen doch wohl bitte lieber diejenigen Menschen Entscheidungen treffen, die durch ihr persönliches Vermögen bewiesen haben, das sie was richtig machen – oder? So nach dem Motto: der Milliardär hat immer Recht, sonst hätte er ja keine Milliarden. Und dem Reichen würde es schon gefallen, wenn viel weniger Autos auf der Straße sind – schon Mitte der neunziger Jahre durfte ich in einer Werbebroschüre für Mercedes den Begriff „Restverkehr“ entdecken; Restverkehr – das war alles, was nicht Mercedes war und unbotmäßigerweise die Straßen verstopfte. Was will man auch mit seinem 400-PS-Monster auf vollen Autobahnen anstellen – außer sich … wie alle anderen auch … hinten anzustellen.

Und noch etwas durchzieht die Klimadebatte, erinnert fatal an 1914 oder 1939. „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“ – dieser Spruch aus einem Gedicht von Franz Emanuel August Seibel von 1861 wurde in den Folgejahren Kernsatz deutscher Überheblichkeit (wiewohl das Gedicht eher eine ausgleichende, friedenssichernde Rolle Deutschlands sah), die in dem Ersten Weltkrieg endete, 1939 zog der arische Herrenmensch aus, um die Welt von „jüdischem Unrat“ zu säubern, 2019 zieht der deutsche „Gutmensch“ aus, um der Welt zu zeigen, wo der Hammer hängt – wie irre auch die Maßnahmen sein mögen, die ihm da gerade sponaten in den Sinn kommen – wie z.B. die Hatz auf den Diesel. Milliardenverluste für die deutschen Autofahrer (außer jenen, die Firmen- und Dienstwagen gestellt bekommen) – ohne irgendeinen erkennbaren Nutzen, denn: die Diesel fahren jetzt im europäischen Ausland (siehe Focus). Wir lernen: Dieselautos machen nur die deutsche Luft schmutzig, belgische Luft bleibt davon völlig unberührt.

2011 war Deutschland auf der Liste der Länder mit dem höchsten Co2 Ausstoß zwar noch auf Platz 6 (hinter China, USA, Russland, Indien und Japan, siehe Wikipedia) aber nur noch mit 2,4 Prozent am Gesamtaufkommen beteiligt. Also: selbst wenn wir auf Null fahren – die Welt wird´s nicht merken. Stört aber keinen, den Klimaterror immer weiter voran zu treiben, als würde sich gerade in dem kleinen Deutschland das Schicksal des Planeten entscheiden. Auf die Idee kann natürlich nur jemand kommen, er immer noch in dem Gefühl lebt, der Herrenmensch zu sein, an dessen Wesen die Welt genesen darf. Dabei darf man auch mal was positives berichten: produzierten wir 1970 noch eine Milliarde Tonnen Co2, so waren was 2016 nur noch knapp 800 Millionen, unser Rekordjahr war 1979 mit 1,176 Milliarden Tonnen – läuft also besser als gedacht. Statista meldet für 2016 8,8 Tonnen pro deutschem Kopf (siehe Statista), damit liegen wir auf Platz 32 im weltweiten Vergleich (siehe factfish). Unsere Rolle wäre also eher – mal mit jenen zu reden, die richtig viel verbrauchen. Aber leichter ist es immer, gegen den Untertanen vorzugehen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: wir dürfen den Klimawandel schon ernst nehmen – als Möglichkeit. Wir dürfen auch Maßnahmen dagegen ergreifen – aber Maßnahme, die wirklich auch was bringen. Ökodörfer für alle – zitiere ich ja gern: regenerative Dörfer (siehe regen.villages), die alles was sie an Nahrung und Energie brauchen, selbst erzeugen – bei sehr hoher Lebensqualität für die Bewohner. Versuchen Sie das mal in die politische Debatte einzubringen – sie werden überrascht sein, wie breit die Ablehnung einer offenen, freien, gleichen Gesellschaft in Deutschland quer durch alle Parteien ist, liebe mag man den Kommandoton, das „wir“ gegen „die“ – und wenn das wirklich spezifisch deutsch sein sollte, verstehe ich Antideutsche und ihre Meinungen schon deutlich besser. Man stelle sich mal vor: eine Gesellschaft von Gleichen: jeder sein eigener Herr, völlig unabhängig von „Versorgern“, kein beschämter „Endverbraucher“ mehr, sondern glücklicher Bürger in einer Gemeinschaft von völlig gleichberechtigten glücklichen Bürgern, jeder mit eigenem Haus und eigenem Land, frei sich zu entfalten wie es ihm beliebt: das wäre ja Kommunismus. Sozialismus. Oder: Christentum (im Sinne Christi, nicht im Sinne Roms). Oder: Demokratie am Ende ihrer Entwicklung, wo Gerechtigkeit perfektioniert wurde. Das wäre ja „links“ – und das „links“ böse ist, höre ich in diesem Lande nun schon seit 59 Jahren. Der Unterschied ist: früher haben das nur die Reichen erzählt, heute macht das jeder nach.

Es darf ruhig auch eine neue Studie wahrgenommen werden (hier mal aus einer eher ungewöhnlichen Quelle: Grenzwissenschaften.de), die umfassender, gründlicher und überlegter ist als alle bisherigen und die deutlich aufzeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir es bei den momentanen Wetterphänomenen mit natürlichen Faktoren zu tun haben, sehr gering ist: erstmals in der Geschichte der Menschheit haben wir eine globale Erwärmung – obwohl lokal schon mal höhere Temparaturen auftreten können. Das muss einen nicht gleich in Panik und Hysterie verfallen lassen, aber man darf es ruhig mal gelassen zur Kenntnis nehmen. Ebenso darf man zur Kenntnis nehmen, wer denn genau für die Co2-Produktion verantwortlich ist. Sicher – da gibt es dieses Unternehmen ASCO, das Co2 gezielt produziert – mit dem Werbeslogan: „Co2 ist unser Leben“ (siehe ascoco2, eine Firma, die mal ein ganz anderes Licht auf Co2 wirft), aber viel schlimmer sind: die Reichen. Die Experten. Die Chefs. Die Abgeordneten. Die Herrenmenschen.

Der Arme kommt nur auf 7 Tonnen Co2 im Jahr, der Reiche jedoch – locker auf 21 Tonnen (siehe Welt). Der Arme – das ist der Hartz IV-Abhängige, der Niedriglöhner, der Alleinerziehende, der Grundsicherungsrentner: alles Helden des Klimas. Die Bundesregierung sollte sie auszeichnen – und endlich mal akzeptieren, welch´ große Leistung diese Millionen Menschen für das Klima erbringen anstatt sie mit brutalen Sanktionen dazu zu bringen, ihren Co2-Verbrauch in irgendwelchen unsinnigen Arbeitsprozessen drastisch zu erhöhen.

Da haben wir die Täter. Nicht „die Menschen“ – sondern „die Reichen“. Kann man ausrechnen – laut Welt: pro 100 Euro-Schein im Monat mehr, 2 Prozent mehr Emissionen. Wir können uns also in Wirklichkeit nicht den Diesel nicht mehr leisten – sondern die Reichen – auch aus Gründen des Klimaschutzes. Leider sind die Reichen in diesem Land in Parteien organisiert, die ihnen ihren Reichtum schützen – und dafür auch sehr gut bezahlt werden, ja, letztendlich selber zu den Reichen gehören.

Noch nie wäre Kapitalismuskritik so einfach gewesen, doch was kriegen wir: Klimaterror für alle anstatt für die, die ihn verdienen. Wird täglich irrer: jetzt gibt es schon Studien, die beweisen, dass 20 BMW dem Klima weniger schaden als ein Baby (siehe Stern). „Kauft mehr BMW – und killt damit Babys, ist gut für´s Klima“. Ja – so hat der Adel – die Herrenmenschen der Vergangenheit – schon immer gelebt … nur mit Pferden anstatt BMW. Schön auch, zu erfahren, was so ein transatlantischer Flug verbraucht: 1,6 Tonnen, mehr als der Arme in zwei Monaten für´s Überleben verbraucht.

Kommt jemand mit auf den Feldzug gegen die Reichen? Wahrscheinlich nicht. Lieber Co2-Steuer, die vor allem die Armen treffen wird: Reiche zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie Steuern vermeiden und Geld wie Heu haben, als keine wirklichen Einbußen an Lebensqualität durch Geldstrafen haben – währen der Arme gleich hungert und friert. Damit das so bleibt, haben die Reichen ja ihre gut bezahlten Experten. Selbst – lassen sie sich von der Soziologie nicht so gern erfassen, dabei sind schon die paar Daten, die man hat, sehr interessant (siehe Michael Hartmann im Deutschlandfunk):

„Also wenn man sich die deutsche Kernelite anschaut, … die, die die 1000 wichtigsten Machtpositionen bekleiden, dann stellt man fest, dass zwei von dreien aus dem oberen 3,5 Prozent der Bevölkerung stammen, die stammen aus Familien, die wohlhabend waren oder auch reich…. Und was man feststellen kann, dass die Kindheit und Jugend, wie man groß geworden ist, sehr prägend geworden ist für die Wahrnehmung der Welt.“

Wenn wir also von der „Elite“ reden – reden wir von den Reichen. Und wegen deren Macht und Wahn werden wir nie unsere klimaneutralen Ökodörfer bekommen, wo jeder Arme erstmal Haus und Garten bekommt. Ja, wo kämen wir denn dahin, wenn der Pöbel leben dürfte, wie er wolle.

Wäre Zeit, mit den Reichen ins Gespräch zu kommen, bevor deren Luxusflüge die Erde in eine Gluthölle verwandeln (was man kritisieren kann, was aber – sorry – trotzdem denkbar ist).

Mal interessiert daran einen Blick in die Zukunft zu werfen, wie Reiche sie planen? Ganz ohne Verschwörungstheorien?

Bitte, nehmen wir mal den Peter Thiel. Der plant – mit anderen Irren – eigene schimmende Luxusstaaten für die Reichen (siehe: tagblatt.ch). Und will sein Leben durch regelmäßige Bluttransfusionen von jungen Menschen verlängern (siehe Zeit).

Die Elite im Paradies, unsere Kinder als Blutkühe und wir – mangels medizinischer Versorgung schon lange tot.

Da kommt eine schöne neue Welt auf uns zu … ganz offen … und schlimmer, als selbst Horrorschriftsteller sie sich ausmalen könnten.

 

Die Zerstörung der offenen Gesellschaft – und die Errichtung des Feudalstaates

Sonntag, 14.7.2019. Eifel. Es gab einmal eine Zeit, da waren wir froh über die offene Gesellschaft. Sie war uns Deutschen ja einfach geschenkt worden – die anderen Völker hatten dafür kämpfen müssen. Natürlich hatte diese offene Gesellschaft mit ihrer Meinungsfreiheit, der Versammlungsfreiheit, der Vereinigungsfreiheit auch Kritiker – sie wende sich zwar gegen totalitäre Strömungen wie Faschismus, Kommunismus oder auch dunkle religiöse Kulte, doch sie gebe gleichzeitig ihren Feinden zuviel Freiheit, um am Ende dann von ihnen zerstört zu werden.

Wir können nun lange darüber reden, ob ein liberales Konzept im Zeitalter des Neoliberalismus überhaupt ein sinnvoller Diskussionsgegenstand sein kann, doch die offene Gesellschaft geht ihrem Ende zu – schon lange. Sie ist einer geschlossenen Gesellschaft gewichen, einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft zudem, in der sich jedes abgespaltene Teil mit größter Kraft von anderen distanziert.

Politisch gesehen haben wir inzwischen zwei große, verschiedene Lager: den „linksgrünversifften Gutmenschen“ auf der einen Seite, den „Nazi“ auf der anderen Seite, die einen findet man mehr im Westen, die anderen mehr im Osten. Die Fronten sind auch klar abgesteckt: die einen sind pro Wolf, die anderen dagegen. Die einen fürchten den menschengemachten Klimawandel, die anderen „leugnen“ ihn – wobei der „Klimaleugner“ schon an den „Holocaustleugner“ begrifflich angelehnt ist. Die einen leben „vegan“ – die anderen eben nicht. Die einen fürchten eine Allianz ultrarechter faschistischer Strömungen, die anderen sehen die Schaltzentralen der Macht von kulturmarxistischen Elitetruppen besetzt, die es trotz Berufsverbote geschafft haben, sich unerkannt durch das System zu bewegen und sich an seine Spitze zu stellen. Offen wählt natürlich niemand diese marxistischen Gruppen – die sind superultrageheim und gar nicht so einfach zu erkennen, regieren aber Europa. Die einen wollen gewaltsam einen Multi-Kulti-Staat errichten, die anderen träumen von der reindeutschen arischen Heldennation. Die einen halten Rezo mit seinem Supererfolg für einen geheimen Agenten dunkler Mächte, die anderen für einen normalen jungen Mann, der einen Überraschungserfolg hatte. Für die Themen, die er transportierte, interessiert sich kaum noch einer – dabei waren sie ja nicht unwichtig. Chancengleichheit, Drohnenmorde, Armut in Deutschland … sind ja auch unwichtige Themen.

Die Fronten verhärten sich von Jahr zu Jahr mehr, sachliche Diskussionen können nicht geführt werden – interessieren auch keinen.

Nehmen wir das Thema Klimawandel: eine reine Hypothesenkette, die vor „Ockhams Rasiermesser“ keinen Bestand hätte. Hypothese 1: es kommt zu einer Erderwärmung. Gut und schön, kann sein – kann aber auch nicht sein. Hypothese 2: diese Erwärmung ist menschengemacht. Kann sein – kann aber auch nicht sein. Hypothese 3: Hauptgrund für die Erwärmung ist ein Anstieg von Co2 – einem in der Atmosphäre sehr selten vorkommendem Gas. Man könnte dieser Hypothesenkette folgen, wenn es sich bei der momentanen Erwährmung wirklich um ein einzigartiges Ereignis handeln würde: aber … es gab schon höhere Temperaturen auf der Erde – ohne Menscheneinfluß: ich denke da an die Dürre 1540. Während sich zu diesem Thema nun pro und kontra ihre Parolen und Beleidigungen um die Ohren hauen, geschieht in Wirklichkeit jedoch: nichts. Gar nichts – außer, dass wieder eine Möglichkeit gefunden wird, per Steuer neue Belastungen für die Bürger zu schaffen. Und: aller Kritik zum Trotz darf wahrgenommen werden, dass ein menschengemachter Klimawandel möglich sein könnte und wir sicherheitshalber Maßnahmen dagegen ergreifen. Die Maßnahmen wären auch denkbar einfach und preiswert: mehr Bäume pflanzen. Viel mehr. Und versiegelte Flächen abreißen, die nicht genutzt werden. Aber was geschieht: gar nichts. Außer Debatten.

Kommen wir zum nächsten Thema, einem Riesenaufreger: Kapitän Rackete. War illegal in einen Hafen eingedrungen – eine Maßnahme, für die wir jedes US-Kriegsschiff streng gemaßregelt hätten, aber Kapitän Rackete darf das natürlich – weil ja auch ein Filmteam des öffentlich rechtlichen Fernsehens zufällig mit an Bord war (siehe NDR). Auch hier prallen Fronten aufeinander, die keine Diskussion möglich machen, denn es geht ja um „Flüchtlinge“. Das sei Menschlichkeit, sagen die einen – das sei ein Volksumtauschprogramm sagen die anderen. Konzentriert man seinen Fokus nur auf die Tatsache, dass dort Menschen aus dem Wasser geholt und vor dem Tode gerettet werden, kann man als soziales Wesen nur von normal menschlichen Regungen sprechen. Die anderen jedoch bemängeln, dass hier nur das Geschäft von Schleppern erledigt wird, die inzwischen professionell organisiert sind und ein Milliardengeschäft aufgebaut haben.

Die Zahl der Flüchtlinge steigt weltweit Rapide an – Grund sind oft von USA auf verschiedenen Wegen inszenierte „Regime-Changes“ oder auch Massenaufkäufe von Ackerland durch die Chinesen. 65 Millionen Menschen waren es 2016, Tendenz massiv steigend (siehe UN-Flüchlingshilfswerk) – womit wir beim zentralen Thema wären:

Die Flüchtlinge. Womöglich sind in der Sahara bisher schon eine Million Menschen umgekommen – die Meldung des Handelsblattes ist nun hinter einer Bezahlschranke verborgen. Im Mittelmeer ertrunken sind in den letzten Jahren immer weniger, insgesamt 20000 (siehe statista). Über die Toten in der Sahara, über die massive Kriminalität, die unsägliches Leid über die Menschen bringt, schreibt kaum einer (außer mal die shz) – obwohl für jeden, der im Meer ertrinkt, 50 in der Wüste verdursten. Aber Sozialdarwinismus war ja schon immer unser Ding: nur die Fittesten überleben – nur die, die Kapitän Rackete erreichen, werden erlöst. Was für ein rührender Heldenepos.

Selbst wenn die Zahlen übertrieben sind: 65 Millionen weitere Menschen sind auf der Flucht – unter anderem auch aus dem zerbombtem Jemen, dessen Feinden die Bundesregierung ja jetzt erstmal neue Waffen geliefert hat (siehe Spiegel). Es drohen also weitere Millionen Menschen auf der Flucht zu sterben – doch das interessiert erstmal keinen. Es sollen auch in Zukunft noch mehr werden, vor allem wenn die Theorie des menschengemachten Klimawandels richtig ist: was machen wir dann? Noch mehr Millionen in eines der dichtbevölkertsten Länder der Erde aufnehmen? Und was sagen wir dann den Eingeborenen? Deutschland soll per Beschluss der Mächtigen Migrationsland werden, so wie Kanada, Australien, die USA oder Neuseeland. Schon mal nachgeschaut, was das für die Ureinwohner bedeutete? Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Parolen von „rechter Panikmache“ – in Städten wird der „Bio-Deutsche“ (nennt man den noch so?) zunehmend zur Minderheit (siehe NZZ) – in Frankfurt ist er es schon. Wo sind die Konzepte zum Schutz dieser Minderheit?

Und wo die Konzepte zum Schutz von Rezo und Kapitan Rackete? Ja – es gibt Mordaufrufe gegen den blauhaarigen You-Tuber und gegen die Kapitänin (siehe colourfull germany), letztere von besonders ekelhafter Art, untermalt mit dem Bild eines gevierteilten vierzehnjährigen Mädchens. Weimarer Verhältnisse manifestieren sich jeden Tag mehr: Netzwerke von Profikillern aus Militär und Polizei bereiten sich darauf vor, als Todesschwadrone nach lateinamerikanischem Vorbild durch die Land zu ziehen (siehe Tagesspiegel) und für Ordnung zu sorgen – als gäbe es nicht schon genug Kriminelle im Land.

Doch nicht nur die beiden brauchen Schutz – Europa erlaubt sich die Wiedereinführung der Sklaverei … ganz ohne großes Getöse inklusive täglicher Vergewaltigungen (siehe Freitag). Versklavt werden: Frauen aus Rumänien. EU-Mitglied. Natopartner, dessen Bürger in Italien Freiwild sind. Mit dabei in vorderer Front: die deutschen Supermärkte Aldi, Rewe und Lidl (siehe Spiegel). Unser Traum vom veganen Leben wird durch Sklavinnen so preiswert gemacht – aber da schweigt des Sängers Höflichkeit. Der Aufstand gegen den Fleischesser (seltsamerweise viel weniger gegen die Schlachthöfe und die Discounter) wird – wenn auch von einer kleinen Minderheit – mit aller Wucht und größter moralischer Verachtung geführt … doch woher nun das eigene Grünzeug kommt, interessiert weniger: das die geliebte Avocado schon ganze Landstriche verwüstet hat (siehe Tagesschau): wen interessiert das schon?

Und da geht sie hin, die offene Gesellschaft. Beispiele dafür könnten noch genug geliefert werden. Das ruhige, friedliche Miteinander weicht einem Bürgerkriegsszenario des Krieges aller gegen alle. Wir wissen auch, warum das so ist. Ist ja kein Geheimnis. Der läuft auch schon, der Krieg – im Hintergrund. „Die Armen in Deutschland, dem Tode so nah“ heißt ein lesenwerter Artikel, der die stille Vernichtung von Leben in diesem Land beschreibt (siehe Heise). Die Armen – sie sind selbst Schuld an ihrem Elend. Sie zieht auch keiner aus dem Wasser, noch gibt es Initiativen, die sich um sie kümmern: Arme, die nicht aus Syrien kommen, sind nicht mehr gern gesehen in diesem Land. Bei niemandem. Aktuell sind es 40 Prozent der Bevölkerung, die auf diesem Wege „outgesourct“ wurden, der Eigenverantwortung übergeben – ohne jegliche Ressourcen, dieser auch gerecht werden zu können. Der Unterschied zwischen ihnen und dem „Leistungsträger“? Der Leistungsträger hat immer jemanden bei der Bank, der ihm einen 20 Millionen Kredit besorgt, damit er ein Geschäft aufbauen kann. Der Arme hat diesen „jemand“ eben nicht, kann nur noch sich selbst verkaufen: doch seinen Platz haben schon lange die Maschinen eingenommen.

Arme werden mehr und mehr aus räumlich aus dem Weg geschafft: sie dürfen froh sein, wenn man ihnen noch einen Platz auf einem Campinggelände zugesteht: eine Wohnform, die zunehmend zur Norm für Arme wird (siehe Fr).

Wir wissen, was die Ursache für diese Misere ist, wir wissen genau, wer die offene Gesellschaft zerstört hat: der Kapitalismus. Till Eckert hat die „zehn Zwänge des Kapitalismus“ mal erläutert – es lohnt sich, sich damit mal auseinander zu setzen (siehe Ze.tt) – wir finden doch auch jene Momente, die uns aufzeigen, warum und wie wir nach zweihundert Jahren Demokratie und Aufklärung wieder zum Feudalismus und zum Klassensystem zurückkehren: die ganze Gesellschaft ist durchzogen von Hierarchien – ganz oben lauert der Investor. Und damit die Arbeitslosen sich diesen Machtgefilden nicht entziehen können, bekam jeder von ihnen einen Jobcentermitarbeiter als Vorgesetzten: mit der Lizenz zum Töten (also: die Lebensäußerungen per Sanktion gegen Null laufen zu lassen – um sprachlich korrekter zu bleiben).

Colin Crouch hat das in seinem Werk „Postdemokratie“ deutlich geschildert (in Deutschland eher ein Geheimtip für Eingeweihte, wie manche meinen) und ich würde gerne kurz daraus zitieren (siehe Tagesspiegel):

„Je mehr sich der Staat aus der Fürsorge für das Leben der normalen Menschen zurückzieht und zulässt, dass diese in politische Apathie versinken, desto leichter können Wirtschaftsverbände ihn – mehr oder minder unbemerkt – zu einem Selbstbedienungsladen machen.“

Dazu passt die Meldung, dass die Cum-Ex-Geschäfte, mit deren Hilfe „Leistungsträger“ die Gemeinschaft um 55 Milliarden Euro betrogen haben, immer noch fröhlich weiterlaufen (siehe Zeit) – unvorstellbar, aber wahr.

Wir haben eine Kaste, die „oben“ ist (und zu der nach Crouch die Spitzen aller Medien, Parteien, Verbände und Firmen gehören) und sich den Zugang zu den Fleischtöpfen einzementiert hat – und eine Kaste die „unten“ ist … wie schon seit den Sklavenaufständen des Spartakus. Zum besseren Verständnis auch für ältere Mitbürger würde ich die „oben“ gerne „politisch rechts“ nennen, deren Gegner politisch „links“ und deren Opfer Sklaven: doch damit komme ich nicht mehr durch. Das Märchen vom großen Erfolg der unsichtbaren, versteckten marxistischen Welteroberer hat schon längst die Hirne vernebelt wie einst das Märchen vom allmächtigen Juden: womit die Herren der Welt dafür gesorgt haben, dass sich keine Rebellionen mehr entwickeln, weil die Menschen nicht mehr miteinander reden können.

Dabei wäre die Lösung so einfach – im Kampf gegen Klima, Fluchtursachen und Armut: Regenvillages, regenerative komplett sich selbst versorgende Dörfer für alle. Ein Planet voller parkähnlicher  Ökodörfer. Schöne, helle, lichtdurchflutete Häuser für jedermann, die ihre eigene Energie erzeugen und deren Gärten die Nahrungsversorgung sicherstellen. Platz dafür wäre da: bekäme jeder 6000 m2 Land und ein Haus geschenkt, könnten alle Menschen auf der Fläche der USA untergebracht werden: der Rest Amerikas und die anderen Kontinente könnten Nationalparks werden. Sicher: das wäre ein Jahrtausendprojekt – aber doch besser als die totale Vernichtung durch Klimawandel, Habgier oder nuklearem Holocaust.

Ich will auch gar nicht wissen, warum das jetzt nicht geht: Geld ist da, Maschinen sind da, Platz ist da, Arbeiter sind genug vorhanden. Normal ginge es: nur – wer bräuchte dann noch die neue Finanzaristokratie, die ihren Status mit feinen Stoffen und fetten Kutschen jedermann demonstrieren muss? Zudem – der Neoliberalismus macht einsam und krank (siehe Freitag), wir sind umgeben von dankbaren Sklavencharakteren. Und wenn sich mal jemand aus dem Kreis der Sklaven heraustraut – holen ihn die Sklaven selbst wieder zurück. Bloß kein Aufsehen erregen.

Nun: wenn wir die Gesellschaft nicht human und vernünftig gestalten würden – im Miteinander aller Bedenken und Meinungen, von denen ich heute ein paar skizziert habe – dann werden wir zunehmend die Feudalgesellschaft bekommen – mit 90 Prozent Ausgesourcten: wer heute für FFF agiert, hat eine gute Chance, das noch live mitzuerleben. Sexuelle Dienstleistungen für den Herrn und seine Büttel sind da inklusive – einfach mal nach Sizilien schauen, was wir heute da schon mit europäischen Bürgerinnen machen. Und die Kämpfe um die Rohstoffe für unser apokalyptisches Giersystem werden unsere Jugend weltweit auf die Schlachtfelder zwingen: die ersten sind ja schon da.

Vielleicht sollte man die Menschheit mal vor die Wahl stellen: RegenVillage oder Weltkrieg.

Ich kann schon jetzt Mehrheiten ausmachen.

Wenn ich jetzt aber mal eine Alternative zur Sprache brächte, die auch in den USA (sogar von Reichen) diskutiert wird und sage: wir sollten uns mal Gedanken über ein Mischsystem machen, wofür Deutschland prädestiniert ist, weil hier Menschen Kapitalismus und Kommunismus genau studieren konnten und dieses System „demokratischen Sozialismus“ nenne, so werde ich wahrscheinlich Feinde von allen Seiten haben – und womöglich auch schon auf einer Todesliste stehen.

Der demokratische Sozialismus wird aber kommen, weil Demokratie im Grundzug sozial ist und ohne gerechte Verteilung auch der Wirtschaftsmacht gar nicht denkbar ist.

Ich rechne aber damit, dass wir jetzt erstmal ein paar hundert Jahre die Exzesse des globalen Finanzfeudalismus ausbaden dürfen – auf Kosten des Steuerzahlers natürlich. Man merkt ja schon an der Co2-Steuer, wohin es geht: kein Geld der Welt macht Umwelt wieder heil – aber in der Religion des Kapitalismus können alle nur noch in Geld denken: wer Geld abgibt, darf auf Erlösung hoffen. Ist die dümmste Religion aller Zeiten (von Atheisten selbst nie als solche erkannt), aber alle huldigen ihr, geisseln sich selbst, um ins Himmelreich zu kommen.

Ach – vielleicht werden es auch doch tausend Jahre, die wir warten müssen, bis die menschlichen Kräfte wieder die Oberhand gewinnen.

PS: „Demokratische Sozialismus“ … würde man im Übrigen im Dialog mit den Reichen zusammen einführen. Leistung darf sich ja lohnen. Ausbeutung nicht, Kriminalität ebenso wenig, Gier erst recht nicht. Also genau das Gegenteil von heute.

Deutschlands alternativloser Weg in den ultimativen Weltkrieg – und die Hilflosigkeit seiner Bürger

Sonntag, 16.6.2019. Eifel. Nun stehen wir wieder vor einem großen Krieg. Den womöglich wirklich letzten in der Geschichte der Menschheit. Was Krieg angeht, haben die Planer viel von Adolf Hitler und seinen deutschen Armeen gelernt: der Begriff Blitzkrieg ist seitdem aus der Sprache der Planer in den USA nicht mehr wegzudenken, ebenso findet das „Prinzip Gleiwitz“ begeisterte Anhänger: damals hatten verkleidete deutsche Soldaten echte deutsche Soldaten angegriffen und lieferten so für die Öffentlichkeit einen Vorwand für den Krieg. Die USA haben seitdem öfter zu diesem Prinzip gegriffen – und nicht nur sie. Es sei immer wieder an das „Celler Loch“ erinnert, wo deutsche Verfassungsschützer ein deutsches Gefängnis angriffen, um die Tat „den Linken“ in die Schuhe zu schieben. Gleiwitz war 1939 – Celler Loch 1978. Eine bemerkenswerte Kontinuität von Täuschung der Bürger durch die Obrigkeit – trotz vorgegebenen „Regimewechsels“. Was man ebenso von Adolf Hitler lernen konnte, war: selbst jene, die kurz vor der eigenen Vernichtung stehen, zögern, ultimative Massenvernichtungsmittel einzusetzen – in diesem Falle Giftgas. Obwohl man mit den V2-Raketen effektive Transportmittel für nicht aufzuhaltende Giftgasangriffe auf Großstädte hatte, obwohl man den „totalen Krieg“ ausgerufen hatte, blieben diese Waffen in den Arsenalen. Diese Beobachtung – so fürchte ich – führt bei modernen Kriegsplanern zu fürchterlichen Schlussfolgerungen … dass die anderen Machthaber in der Welt im Falle einer konventionellen Niederlage ebenfalls nicht die ultimativen Vernichtungswaffen einsetzen und die USA angreifen werden. God´s own Country hat in den letzten 165 Jahren seiner Kriege von diesen Kriegen selbst so gut wie gar nicht bemerkt, die Angriffsschäden der Achsenmächte blieben äußerst gering – was das Festland betraf – auch wenn die Beschädigung eines Baseballfeldes sicher nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.

Nun – vom Krieg stehen wir nun seit 74 Jahren Frieden in Deutschland (nicht in Europa, das sei angemerkt) unendlich weit weg, er ist für die allermeisten Bürger keine persönliche Erfahrung mehr, man muss schon in die Altenheime gehen, um noch mit Augenzeugen reden zu können – die damals auch noch Kinder waren.  Krieg ist für uns ein Thema der fernen Vergangenheit – wie 1914, als eine völlig unwissende Jugend begeistert und singend in eine Auseinandersetzung marschierte, die zur bis dahin schlimmsten der Menschheitsgeschichte werden sollte – mit bislang nie gekannten Grausamkeiten. Auch damals meinte man: die waren nur so begeistert, weil Krieg schon lange keinen Platz mehr im Leben hatte, man also nicht die geringste Vorstellung davon hatte, worauf man sich da einließ. So wie heute.

Ich denke, wie anders soll ich mir das erklären, dass Angela Merkel vor hat, die deutsche Marine nach Asien zu schicken, um die Chinesen zu provozieren? Man erinnert sich an den Boxeraufstand in China, wo deutsche Marinebattalione den anderen Kollonialmächten zu Hilfe kamen, um chinesische Aufständische niederzuschießen. Was  hat Angela Merkel nun vor? Nun – China ist ja eigentlich geteilt. Nach dem Sieg Mao Tse-Tungs über die „reaktionären Kräfte“ in China flohen diese unter ihrem General nach Formosa, einer großen Insel vor der Küste und gründeten dort Taiwan, einen eigenen Staat. Mao hatte keine Schiffe … und konnte dagegen erstmal lange nichts unternehmen. Schnell stellten auch die USA Taiwan unter ihren besonderen Schutz – und rüsteten sie selbst mit einer großen Flotte aus, so dass erst mal lange Zeit Ruhe war. Zwischen der Insel und dem Festland gibt es nun eine 180 Kilometer breite Meerenge, das sind 10 Kilometer mehr als die Entfernung zwischen Cuxhaven und Helgoland. Die Chinesen betrachten das als ihre Meeresenge – worüber man natürlich mal diskutieren könnte. Störte ja auch sonst keinen – jedenfalls die letzten 70 Jahre nicht. Aktuell kreuzen dort US-Kriegsschiffe, auch ein französisches Kriegsschiff wurde dort schon vom chinesischen Militär abgedrängt – obwohl China diese Meerenge als eigenes Territorium betrachtet … und nun auch über eine Flotte verfügt, die das durchsetzen kann. Und was will Angela Merkel nun machen? Auch ein deutsches Kriegsschiff durch die Meerenge auf der anderen Seite der Erde schicken (siehe Welt). Was der Autor vornehm als „Ende der deutschen Zurückhaltung“ beschreibt, ist nicht weniger als eine kriegerische Provokation, die den Verbündeten zeigen soll: auch deutsche Soldaten sind begeistert dabei, wenn es darum geht, China zu überfallen.

So weit sind wir jetzt im Jahre 2019.

Man sollte den Fans von Fryday for Future mal flüstern, dass Krieg außerordentlich schlecht für´s Klima ist – doch das will wohl momentan niemand, weil die einen Klimapanik schieben und die anderen Antiklimapanik. Das muss man sich mal vorstellen: wir leben in historisch außerordentlich bedeutsamen Zeiten, Deutschland (und die ganze Nato) ist wieder auf Kriegskurs – auch weit außerhalb Europas (wie z. B. in Mali), wir bilden das Ausrüstungslager für die völkerrechtswidrigen Angriffe brutaler muslimischer Diktatoren (aktuell deutsche Waffen im Wert von 1,1 Milliarden an die „Allianz“, die den friedlichen Jemen in Stücke schießt, siehe Deutschlandfunk), die Regierung bereitet aktuell neue Mobilmachungsgesetze vor (siehe Bundestag), die sicherstellen sollen, dass die Bundeswehr im „Kriegs- oder Spannungsfalle“ schnell genug Soldaten bekommt. Lesen Sie sich ruhig mal dieses Gesetz durch. Sicher – es ist sprachlich so formuliert, dass sie ohne Jurastudium schon länger lesen müssen, um zu verstehen, ob es sich um ein Gesetz für Imbisbuden im Innenstadtbereich handelt oder um ein Gesetz, dass uns mit einem Schlag alle Bürgerrechte nimmt. Das Frauen da auch mit an die Front dürfen, wir ja schon im Vorfeld eifrig diskutiert (siehe Welt).

Wir könnten nun die Kriegsgefahr noch weiter ausmalen, Fakten dazu – wie aktuell die fürchterlich naive Kampagne gegen den Iran (wo es rein zufällig nach Kriegsdrohungen aus den USA zu Vorfällen kommt, die beweislos aber trotzdem deutlich in Richtung Iran zeigen) deutlich zeigt – vielleicht sind deutsche Jugendliche (wir mobilisieren ab 17) schon zu Weihnachten vor Teheran. Was mich aber eher interessiert: auf welche Art Volk treffen diese von langer Hand geplanten Welteroberungsphantasien der kleinen Herrenkaste der USA, die bei uns gut und trefflich durch die Atlantikbrücke vertreten werden (nein, das ist keine Verschwörungstheorie, stammt auch nicht von mir sondern von dem Herrn Oetker – siehe Link beim Nachrichtenspiegel)?

Nun – sie trifft auf ein Volk, dass in den letzten Jahrzehnten vollkommen zerrüttet wurde – in jeder nur denkbaren Hinsicht. Ein Volk, dem selbst der Krieg erklärt wurde – jener schon jetzt weltumfassende Krieg „reich gegen arm“, der nach Warren Buffett seit über zehn Jahren in den westlichen Ländern – und eigentlich weltweit läuft, wo wir eigentümlich Allianzen erleben – wie die zwischen der US-Regierung und dem brutalen saudischen Herrscherhaus – oder der US-Regierung und der Familie bin Laden, eine eigentümlich Allianz zwischen „Grünen“ und US-Kriegstreibern – oder zwischen der Bundesregierung und der von ihr finanziell unterstützten Clinton-Stiftung (siehe Welt).  In diesen Krieg reich gegen arm tritt auch unser Staatsoberhaupt ein, der jetzt aktuell zum innerdeutschen Kampf aufgerufen hat – zum „Kampf gegen Verschwörungstheorien“ (siehe Welt), genau genommen ist es der Kampf gegen die Vorstellung, dass „dunkle Mächte politische Entscheidungen beeinflussen“ … also der Kampf gegen jede Art von Aufklärungsarbeit, die die Skandale um Gleiwitz und Celler Loch zu nennen. Kurzum: das Staatsoberhaupt fordert einen Freibrief für Strippenzieher – und ein Denkverbot fürs Volk. Jedem Skandal – wirklich JEDEM – geht eine Verschwörungstheorie voraus, also Leute, die sich mit den Vertuschungsversuchen der Täter nicht zufrieden geben. Wir könnten die ganze Arbeit der Kriminalpolizei aufgeben, wenn wir dieses Denken übernehmen … aber Leute, die noch mehr „Cum-Ex“ im Sinne haben, finden die Ideen unseres Staatsoberhauptes sicher richtig gut. Das ist schon so eine Art Maulkorberlass für Selberdenker – und es stört auch noch kaum einen, weil … nun ja: „Volk“ noch ganz andere Probleme hat.

Da wäre zum Beispiel das Aussätzigenproblem. Seit Kanzler Schröder und seinen grünen Schafen gibt es wieder von Staat und Kapital definierte „Aussätzige“, seit der Einführung von Hartz IV ist der Arbeitsose nicht mehr Opfer unternehmerischer Fehlplanungen oder staatlichen Irrsinns, sondern Täter mit der Absicht, sich an dem Reichtum seiner Mitmenschen parasitär zu ernähren. Eine breite Medienfront hat diesen Feldzug gegen das Volk mitgetragen, mitlerweile haben wir 18,2 Millionen dieser „Täter“ allein in den letzten zehn Jahren (Meldung der Welt vom 25.3.), aktuell geht die Hetze wieder los: der Arbeitslose ist – wie ehedem der Jude – ein krimineller, versoffener fauler Sack (siehe: gegen Hartz), zum Abschuss freigegeben. Wem das nicht gefällt, der kann ja arbeiten gehen: die Ausbeuter des Niedriglohnsektors warten jetzt schon begeistert, Ingenieure für drei Euro fünfzig die Stunde zu bekommen. Gnadenlose Ausbeutung hat wieder Konjunktur in Deutschland, wie China haben wir auch Wanderarbeiter, die am Rande der medialen Wahrnehmung für den SUV ihres Herren und die Garderobe seiner Gattin schufften (siehe Deutschlandfunkkultur). Wer will, kann gerne zu den 3,38 Millionen Vollzeitbeschäftigten gehören, die – trotz fleißiger Arbeit – keine 2000 Euro Brutto im Monat bekommen (siehe Focus), das ist nicht viel Geld – aber immerhin nehmen die Medien einen dann aus dem Kreis der „Aussätzigen“ heraus und man darf wieder ohne staatliche Erlaubnis seine Stadt verlassen. Ja – Hartz IV-Abhängig haben sozusagen „Hausarrest“ – und ihre Heimatstadt dürfen sie nicht ohne Genehmigung verlassen. Das geschieht in China nur mit Menschen, die sich vehement als Staatsfeinde geoutet haben – nur um das mal in Verhältnis zu setzen.

Nun ist es nicht nur die wirtschaftliche Basis der Menschen, die massiv angegriffen wird – auch ihre familiäre Basis gerät in die Mühle. Wussten Sie schon, dass Hartz-IV-Abhängig Trennungsprämien bekommen? Trennt sich eine Familie, bekommt der, die die Kinder hat, einen Extrazuschuss für Alleinerziehende: ein Anreiz für viele, die ihren Kindern möglichst viel Armut ersparen wollen, den Partner (meist ist´s der Vater) zum Teufel zu schicken – für 150 Euro mehr im Monat. Es gibt auch eine Partnerschaftsstrafe für die Aussortierten: kommen zwei von denen in einer Wohnung zusammen, wird erstmal der Regelsatz gekürzt.

Doch die wirtschaftliche Lage ist nicht die Einzige, die bedrohlich wirkt: noch nie waren so viele Kinder von den Jugendämtern aus den Familien gerissen worden wie derzeit … auch wegen Hartz-IV-Bezug (siehe Tagesschau). Auch eine Folge des Krieges „reich gegen arm“. Ach ja – Kinder. Obwohl ja Bundestag und Medien beschlossen haben, dass der „rituelle Missbrauch“ von Kindern nur ein Märchen zu sein hat, das vor allem Reiche diskreditieren soll, zeigt die Praxis, dass diese Praxis unvermindert weitergeht: wenn man praktizierende Experten fragt und nicht den Bundestag (siehe Kirche und Leben). Was für mich nur neu war: inzwischen bekommen auch Odin und Luna Opfer.

Abweichende Meinungen werden zunehmend verfolgt, hierzu gibt es eine Initiative der Landesmedienanstalten NRW (siehe medienanstalt-nrw), die eine „generalpräventive“ Offensive gegen „Hassrede“ in Gange bringen will: inkluvise Hausdurchsuchungen durch die Polizei. Propagandaspruch dazu ist natürlich, dass man gegen die bösen Menschenfeinde vorgehen möchte, sie mit Stumpf und Stiel ausradieren will. Gemeint sind natürlich nicht die, die ihren Hass gegen Arbeitslose ausschütten, sondern jene, die nicht mehr gewillt sind, die Verrohung des Landes kommentarlos hinzunehmen. „War nicht rechts ist, wird rechts gemacht“ – so beschreibt ein Autor bei Heise die aktuelle Politik des „Mainstream“, wo jeder schnell durch Unterstellungen und boshafte Vorurteile zum „Nazi“ werden kann – aktuell zum Beispiel die Impfkritiker, die lediglich auf grobe Nebenwirkungen einiger Impfstoffe hinweisen. Demnächst kann ich da noch andere Kandidaten nennen: eine Studie aus England läßt nun vermuten, dass 50 Prozent der Krebspatienten nicht an der Krankheit sterben, sondern an der Therapie (siehe Medizin-Heute). Massenmord im Sinne der Pharmarendite – so könnte man das formulieren. Ich garantiere Ihnen: sollte das so sein – sie haben nicht die geringste Chance, dagegen anzugehen, denn: sie sind dann ganz schnell rechter Verschwörungstheoretiker. So läuft das momentan.

Nehmen Sie also bitte gelassen hin, dass die türkische Armee islamistische Kämpfer trainiert (siehe Heise) oder das in Europa auf einmal von einem Krieg zwischen England und Spanien geredet wird (siehe Spiegel), machen Sie sich bloß keine Gedanken darüber – es wird an zentraler Stelle schon für Sie gedacht – und die Mobilisierungsgesetze, die Ihnen einen Platz in dem Theater zuweisen werden, laufen gerade durch. Vielleicht sehen Sie also doch noch mal die „Große Mauer“ in China – oder marschieren wir Ihr Uropa durch Tsingtau. Der Krieg, der gerade angedacht wird, hat das Potential für eine Dauer von 30 Jahren: da kann man irrsinnig viel verdienen! Ja – so lange soll der „Krieg gegen den Terror“ dauern – und der Terror ist ja gerade überall … wo interessierte Kreise ihn sehen – oder säen wollen.

Und der Widerstand? Geht zeitgemäß nur noch von einigen Individuen aus. Lesen Sie ruhig mal was zu dem neoliberalen Herrschaftssystem, dem Sie unterworfen sind – es hat aus allen Unternehmer gemacht, die ihren Profit damit machen, dass sie sich selbst als Sklaven bestens verkaufen – und aus dem Kommunismus eine Ware (siehe Süddeutsche).

Und solche Sklaven sind noch nicht mal im Ansatz zu Widerstand in der Lage.

Der Triumph des Bösen im Zeitalter der Vernunft und Wissenschaft – und die hellere Seite des Seins


Sonntag, 19.5.2019. Eifel. Wir leben ja in unreligiösen Zeiten, so heißt es. Gott ist tot, die Wissenschaft hat ihn ersetzt, die Menschheit marschiert geschlossen aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit heraus in ein glorreiches Zeitalter. Alles eine schöne Geschichte … wären die Ergebnisse nicht so miserabel. Ich würde gerne mal mit Immanuel Kant über den Ablauf der Geschichte nach seinem Ableben diskutieren, allein schon die Geschichte des Ersten Weltkrieges würde da schon ausreichen, um lange Gespräche herauszufordern. Der Krieg, den es nie geben sollte, war zuvor von einem polnischen Bankier als unführbar beschrieben worden: die Kombination von Stacheldraht und Maschinengewehren inklusive einer massiv aufgerüsteten Artillerie würde zu starren Fronten führen, an denen Millionen von Menschen einfach massenweise abgeschlachtet werden würden – gegen jede Vernunft. An den Namen des Bankiers kann ich mich nicht erinnern, die Geschichte erzähle ich nun schon seit dreißig Jahren – aber man braucht ja auch kein „Geheimwissen“ um diese Gedanken auch heute noch nachvollziehen zu können. Zudem gab es diesen Krieg ja doch, man kann nachlesen, wie er verlief an der Front – und er war der gräßlichste, den es bis dahin gab. Millionen wurden abgeschlachtet ohne Sinn und Verstand.

Später wurde es noch schlimmer: das Abschlachten nahm ganz neue Formen an. Technik und Wissenschaft gaben den Wahnsinnigen ganz neue Möglichkeiten an die Hand: Millionen von Menschen wurden nebenbei im nächsten Krieg ermordet: ganz industriell in Konzentrationslagern. Diesmal vernichtete eine wahnsinnige Führung die eigene Zivilbevölkerung, wenn sie nicht der Meinung der Regierung war oder zu der Kategorie „Untermenschen“ gezählt wurde, die nicht zu den „Guten“, den „Reinen“, den „Besseren“ gezählt wurde. Nebenbei wurde gleich noch mal ein Weltkrieg geführt, an dessen Ende die Idioten des Planeten Waffen in den Händen hielten, die die ganze Menschheit ausrotten konnten. Ja – das würde ich gerne mal mit Kant diskutieren. Vielleicht versteht man mich nun besser, wenn ich so unwirsch auf die neuen „Guten“, „Reinen“ und „Besseren“ reagiere, wobei mir die Begründungen, warum die sich dem normalen Menschen so unendlich überlegen fühlen, inzwischen völlig egal sind. Ob sie nun Veganer sind, Tierretter, Patrioten, Atheisten, Muslime, Hypermoralisten – ich weiß halt, wo es endet. Der „Bessere“ braucht immer einen „Schlechteren“, von dem er sich abgrenzen kann – und träumt offen oder geheim von einer Welt, wo es nur noch die „Guten“ gibt.

Eben aus diesem Grund bin ich elementar gegen die Definition von „Hirntod“ … und habe arge Zweifel an der Impfpflicht (ein zu weites Thema für heute). Sicher, es sprechen viele Gründe dafür – wenn man sich in einem gewissen engen Weltbild befindet. Es gilt immerhin ja, „Leben zu retten“ – wer mag da schon seine kritische Stimme erheben? Doch darf ich auch daran erinnern, dass zu diesem Weltbild unabänderlich der Machbarkeitswahn gehört? Die eiserner Überzeugung, wir könnten mit unserem Primatengehirn (auf das Atheisten ja so stolz sind) die ganze Welt erklären – und nach unserem Willen gestalten? „Leben retten“ – könner wir in Wirklichkeit überhaupt nicht, wir können manche Leben verlängern, in dem wir andere beenden. Organtransplantationen brauchen Organe – und zwar in Unmengen. Und man braucht dafür lebendige Spender, ist erst die Verwesung eingesetzt, nutzt das Organ nichts mehr. Und der Organempfänger stirbt auf jeden Fall – nur halt ein wenig später. Für Menschen, die im Herrenmenschendenken gefangen sind, kein Problem: um ihr überleben zu sichern, müssen andere eben gehen. Das würden sie so nicht formulieren – aber wann hätten sie das je schon getan? Auch in der NS-Zeit wurde auf ausgeklügelte Verkaufsargumente für die eigene Politik geachtet, die fein formuliert dem Volk serviert wurde. Auch dort verstaatlichte die Regierung die Körper der Opfer: Haare und Goldzähne waren ein begehrtes Gut, es gab auch Experimente mit Lampenschirmen aus Menschenhaut … und mit Seife aus Menschenfett. Nun – noch können Sie sich gegen die moderne Leichenfledderei wehren … wenn sie genügend Vorkehrungen getroffen haben. Aber der Schritt zu hin Menschenfarmen, die nur Organe produzieren sollen, ist auf einmal gar nicht mehr unvorstellbar.

Eine der Grundüberzeugungen dieser modernen Zeit ist: wir haben alle Götter auf den Müll der Geschichte geschmissen – und dies ist wohl die erste und größte Lüge, die man uns erzählt hat, denn: alle Religionen wurden durch eine neue globale Weltreligion ersetzt, die wir alltagssprachlich „den Markt“ nennen, früher auch mal „Kapitalismus“, modern „Neoliberalismus“. Dieser „Markt“ hat so offensichtlich religiöse Züge, dass es schon verwunderlich ist, dass er kaum Gegenstand öffentlicher geistesgeschichtlicher Debatte ist, seine „unsichtbare Hand“  (dasselbe gibt es auch in allen Weltreligionen als „Fügungen“) greift bis in unser Alltagsgeschehen ein – sogar persönlichste Bereiche wie Beziehungen werden nun nach seinen Gesetzen gestaltet (siehe Klickvideo zum Thema „Beziehungskonsum“). Die Welt ist voller Kathedralen in Form von obszön großen und äußerst häßlichen Zentralen der Banken und Großkonzerne, Wirtschaftsanalysten predigen, was der neue Gott an Opfern braucht, um uns wohlgesonnen zu sein (Sozialabbau, Steuersenkung für Reiche, Ressourcenausbeutung, Rente mit 80 auf Grundsicherungsniveau, niedrige Löhne bei steigenden Preisen) und Unternehmensberater überfluten die Länder, um seine Gebote in alle Winkel der Erde zu überbringen. Schauen Sie sich mal die Berateraffaire der Bundeswehr genau an: da werden sogar Berater für Alltagsangelegenheiten angeworben – die die „Planung und Durchführung von Besprechungen“ oder für die „Übernahme von Dienstreisen“ (siehe Stern), bald wird es Berater geben, die einem beim Zubinden der Schuhe helfen – für viel Geld natürlich: der politische Kommissar ist wieder da – oder der Priester, der auch die letzten Kleinigkeiten des Alltages im Sinne seines Gottes geregelt sehen will.

Bin gespannt, was Kant dazu sagen würde. Sehr gespannt.

Nun – wahrscheinlich werde ich die Fragen auch noch mal formulieren können, denn: die Faktendichte zum Thema „Nahtodeserfahrungen“ ist inzwischen so dicht, dass ich davon ausgehen kann, mit hoher Wahrscheinlichkeit nach meiner Fortbeförderung aus der materiellen Ebene hinaus andere Wirklichkeiten studieren zu dürfen – worauf ich mich schon sehr freue. Gut, wir können jetzt hier nicht das für und wider von Nahtoderfahrungen diskutieren – das möchte ich mir auch gar nicht anmaßen. Mir geht es heute um Nebenaspekte jener Phänomene, nämlich die: was machen solche Erfahrungen eigentlich mit den Menschen, die sie haben? Das ist besser zu beurteilen, weil es dazu aussagekräftige Studien gibt. Ich beziehe mich auf des Werk „Endloses Bewusstsein“ des niederländischen Kardiologen Pim van Lommel (vollständige Taschenbuchausgabe 2013, Verlag Knaur Nachf., insbesonder hier Seite 91 -110), in dem einige überraschende Beobachtungen beschrieben werden:

Jene Menschen, die nach festgestelltem Tode Erlebnisse haben, gehen danach deutlich weniger zur Kirche (siehe Seite 99). Überraschend, oder? Haben reale Begegnungen mit transzendentalen (im Sinne von anderweltlichen, jenseitigen) Elementen, ja, mit Gott selbst sogar – meiden aber fortan die Kirchen weit mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung. Ebenso sinkt die Wertschätzung jeder Form organisierter Religion, dafür gibt es aber massive Anstiege im Bereich Gebet, Meditation, spirituelle Suche und Ergebung in den Willen Gottes. Wie kann das sein? Die Antwort ist einfach, wenn man sich einfach mal kurz darauf besinnt, was dieser „Jesus“ eigentlich war: geht durchs Land, heilt Menschen, treibt Dämonen aus, holt Tote ins Leben zurück, streitet sich mit dem Teufel und schickt letztlich seine Apostel aus, um Barfuss und arm wie eine Kirchenmaus ähnlich heilend durch die Welt zu ziehen … wir sehen hier das Urbild eines Zauberers, wie es das schon ganz weit vor Beginn der großen Weltreligionen gab. Hat wenig Ähnlichkeiten mit Kirche und Papsttum der Gegenwart, oder?

Es gibt aber noch weitere Folgen solcher Erlebnisse. Das Mitgefühl für seine Mitmenschen wächst, die Wertschätzung des Lebens steigt, man lacht mehr, denkt weniger absolut, ist aber gleichzeitig ernster, Lärm wird schwerer erträglich, es wächst das Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, „man verspürt ein starkes Gerechtigkeitsgefühl und den Drang, die Wahrheit zu sagen und offen auszusprechen“ (siehe Seite 92). Gleichzeitig … sinkt das Interesse an persönlichem Status, Geld … und Sexualität. Diese Menschen haben – nach ihren Eindrücken – „bedingungslose Liebe“ erlebt … und so etwas finden sie dann bei ihren Partnern nicht mehr. Sie wollen nur noch das Echte erleben – und haben an Show kein Interesse mehr. Blicke ich so über diese Veränderungen, so würde ich meinen: das muss serienmäßig über die Menschen hereinbrechen. Und das ginge sogar – denn wir treffen hier auf die Wurzel allen seriösen religiösen Denkens: der mystischen Erfahrung, die lange vor allen Weltreligionen die Weltanschauungen beherrschte. Vor der großen neoliberalen Offensive, vor dem Ausrücken tausender Inquisitoren und „Glaubenspolizisten“ (hierzulande bekannt als Gwup, Psiram, Wissenschaft und Kirche) durfte das im Rahmen der Wissenschaft noch diskutiert werden (was ja echte Wissenschaft ausmacht: siehe z.B. „Der Wissenschaftler und das Irrationale“ von Hans Peter Duerr – gesammelte Schriften dutzender Wissenschaftler zum Thema), heute – in viel primitiveren Zeiten – wäre man damit wohl „Nazi“.

Fühlen Sie sich schon unwohl? Keine Sorge, wir verstoßen gleich noch gegen mehr moderne Dogmen.

Wir befinden uns also nicht in einem Krieg der Religionen gegen den Kapitalismus (dem „Clash of Civilisations“), sondern in einer ganz substantiellen Auseinandersetzung: auf der einen Seite haben wir den Bereich der Mystiker (der seit 5000 Jahren die gleichen Ergebnisse bringt, unabhängig, welcher religiöser Rahmen ihm übergestülpt wird) und auf der anderen Seite … jene Kultur, die gedankenlos jeden Bereich des Planeten mit Mikroplastik flutet – und sei er noch so fern von den Städten (siehe Heise).  Jene Mystiker … nennen Teile der Antropologie „Schamanen“ … und da sind wir auf einmal bei John Perkins, jenem „Econmic hit man“, der die Machtpraktiken des US-Imperiums aufdeckte, die Lösung der Misere aber nicht in Aufständen sah, sondern in Hinwendung zu schamanischen Weltbildern – in Hinwendung zu den ältesten Formen von Transzendenerfahrung, die die Menschheit kennt. Kirche – ist nur ein Instrument, jene Erfahrung zu unterdrücken. Eins von vielen.

Glauben Sie jetzt bitte nicht, Sie könnten nun einfach bei Google Schamanen suchen, die Sie in die Realität einführen – da unterschätzen sie die Gründlichkeit der … antichristlichen … Gewalten sehr. Weite Teile der sogenannten „Esoterik“ ersetzen 1:1 die Funktion der Kirchen, große Bereiche werden von Scientologen gesteuert (hier würde mich mir wirklich gerne noch mehr Aufklärungsarbeit der Mainstreammedien wünschen … aber die schweigen zu dem Thema sehr), deren Techniken ebenfalls den Menschen von seinem Ursprung trennen – des lieben Geldes wegen. Ich kann Ihnen mal ein paar Sachen zu Schamanen erzählen (Zitate dazu kommen später in einer ausführlichren Arbeit). Keiner von ihnen sucht sich diesen „Job“ selbst aus. Keiner nimmt Geld für seine Arbeit – weil seine Gaben geschenkt wurden und er ihre Früchte nur weiterverschenken darf. Keiner mag diesen Job, jeder würde lieber ein normales Leben führen, da großes Leid mit ihm verbunden ist. Stellen Sie sich das nur mal vor: sie kennen die Welt bedingungsloser Liebe, können jederzeit Kontakt mit ihr herstellen – müssen aber hier ausharren, um ihren Mitmenschen zu helfen … kein schöner Zustand.

Sie finden – leider – eher einen Sack Gold unter ihrem Bett als einen wahren Schamanen in der Bundesrepublik – genauso wird ihnen der „Schamanenmarkt“ locker einen Sack Gold aus der Tasche ziehen (eine Entwicklung die leider auch interkontinental zu beobachten ist: die heiligen Menschen sterben aus wie die Gesundbeter in der Eifel – siehe Aachener Nachrichten) Wieso ich mir erlaube, dass zu beurteilen? Nun – weil ich beruflich im Auftrag der Psychiatrie mal nach ihnen gesucht habe. Drei habe ich gefunden – nach hunderten von Luschen. Drei, die tauglich gewesen wären, kritische Psychiater erfolgreich in ihr Weltbild einzuweihen … und auch Beispiele ihrer Kunst zu liefern (nein, kein Räuchern, kein Trommeln, keine Baströckchen). Einer von ihnen war Boxer, Radiomoderator und Betriebsrat eines Großkonzerns: es gehört zum Selbstverständnis „echter“ Schamanen, sich die Welt des Geldes hinreichend untertan zu machen, dass sie ihnen bei ihrer Arbeit nicht im Wege steht: der Heilung von Mensch und Welt. Eine weitere habe ich gestern bei Facebook kennengelernt – sie erfüllt oberflächlich schon mal viele Kriterien und hat das Geldproblem elegant gelöst.

Dafür finden sie bei 90-99 Prozent der angewandten Esoterik Strukturen, die dem Weltbild von Scientology zuarbeiten, bzw. die Menschen letztlich so zerrütten, dass sie dem Konzern willig in die Arme fallen, nachdem sie – wie von Unternehmensberatern und Wirtschaftsanalysten – ordentlich zur Ader gelassen wurden … finanziell.

Nun hoffnungslos geworden? Dazu besteht kein Grund. Die Natur hat dankenswerterweise alles so eingerichtet, dass wir diese Welt automatisch verlassen werden. Was danach kommt, scheint sehr spannend zu sein für neugierige Menschen. Die „Guten“, die „Besseren“, die „Reinen“ … werden sich dort selbst begegnen und sich selbst umfassender wahrnehmen können … was nicht gerade zu den angenehmsten Momenten gehören wird. Ich jedoch werde da mit Kant diskutieren, ob die alten Griechen nicht doch eine plausiblere Geschichte der Welt liefern konnten: dass alle Kriege von bösen Geistern (also: Kriegsgöttern) angestiftet werden, die den Blutrausch in den Menschen zum Kochen bringen, bis sie zu Bestien werden.

Und das die Kriege schlimmer werden, je weniger Schamanen da sind um böse Geister zu vertreiben. Freue mich schon darauf, sein Gesicht zu sehen, wenn ich ihm das erzähle. Und bin ganz gespannt auf seine Antwort zu Auschwitz, das aus Sicht der Nationalsozialisten (der „Guten“, „Besseren“ und „Reinen“) eine ganz vernünftige Lösung ihrer Probleme war.

PS: ich wollte mich kurz fassen, weil ich auch wenig Zeit habe. Darum hier nun nur noch Anhänge für Mutige. Haben wir denn jetzt nicht auch eine geteilte Welt beschrieben – der „gute“ Mystiker gegen den „bösen“ Organhändler? Ja. Gerechtigkeit und Wahrheit stellen sich nun mal gegen Ungerechtigkeit und Lüge. Das ist falsch – aber im Rahmen dieser Welt so gegeben. „Drüben“ wird es anders sein. Hier jedoch geraten wir mit den Gewalten dieser Welt – der gefallenen Welt – aneinander. Und doch dünkt mir die Wertung zu hart, denn … der „Barmherzige“ ist nicht zwangsläufig „gut“, sondern eher „normal“; der unbarmherzige Ausbeuter nicht zwangsläufig „böse“, sondern eher ineffektiv für die Gesamtheit der Menschen. So harte moralische Wertungen wären also gar nicht zwingend nötig. „Feind“ – ist nie der Mensch, sondern nur … der böse Geist, der ihm fiese Dinge einflüstert, Dinge, denen man sich in modernen Zeiten kaum noch entziehen kann, weil sie überall gepredigt werden.

PS 2: wo genau findet man noch mystische Erfahrungen bzw. Techniken, wie diese zu erlangen sind? Nun – der christliche Mönch und Zen-Buddhist Willigis Jäger scheint da mit seiner Methode der Kontemplation erstaunliche Erfolge zu erzielen. Einfachste Techniken stammen ebenfalls aus dem Zen-Buddhismus, der Koan: Sprüche, die den Geist auf interessante Art und Weise über sich selbst hinausführen. Hier reicht aber die Lektüre von Büchern, der Kontakt zu Lehrern von Lehrern von Lehrern von Lehrern ist da unbedeutend, zudem: man nicht von Menschen berufen wird. Und in Wahrheit auch nicht von ihnen ausgebildet. Sie können sich aber auch einfach mal an ein stilles Ufer setzen …. und völlig aufhören zu denken und dann schauen, was passiert. Das wäre mal der erste Schritt: den pausenlosen inneren Dialog einstellen … und dann bemerken, welch´ Fülle da sonst noch so ist. Und wenn Ihnen dann jemand sagt: „Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten“ – dann werden sie merken, wie unglaublich leicht es ist, dann eben gerade nicht an einen rose Elefanten denken zu müssen. Gerade dann nicht.

 

 

Das Lügenzeitalter am Ende der Zivilisation

Sonntag, 5.5.2019. Eifel. Was für ein wunderbares Land, welch´ wunderbare Zeiten. Dass ich das noch erleben darf! Welch´ Traum, welch´ einzigartige Zeiten! Und vor allem: wer hätte das gedacht! Plötzlich, aus heiterem Himmel, ist dieses Land voller Nazis! Ja – es ist wie 1933 – auf einmal waren sie da, wie aus heiterem Himmel, wie von der dunklen Seite des Mondes mit Reichsflugscheiben eingeflogen. Schnell besetzten sie damals das ganze Land – so könnte man meinen – und konnten erst 1945 durch die gemeinsame Anstrengung der vier großen Weltmächte wieder vertrieben werden. Nun, 2019, sind sie wieder da, an allen Ecken und Enden. Überall tauchen sie auf und das Volk steht da wie ein Mann und bietet ihnen die Stirn! Unglaublich, oder? Wahrscheinlich ist einer von denen ihr Nachbar. Die Zeitungen sind voll davon – nur leider ist alles gelogen.

Auf der anderen Seite, wirklich gleichzeitig: der nächste große Feind. Ganz Deutschland, ja, die ganze EU ist besetzt von Marxisten. Kulturmarxisten. Sie sind überall: im Kindergarten, in den Schulen, in den Regierungen, in den Parteien (auch in der CDU), in den Verbänden, den Universitäten. Geschickt haben sie den Untergang des europäischen Kommunismus abgewartet, um zwanzig Jahre später aus dem Nichts aufzutauchen und alle zentralen Positionen einzunehmen. Wahrscheinlich ist einer von denen Ihr Nachbar. Die alternativen Zeitungen sind voll davon – nur leider ist alles gelogen.

Fangen wir mit den Kommunisten an – sie sind für den normalen Menschen am leichtesten zu widerlegen. Zwar sitzen sie überall und haben die Macht über alle politischen, wirtschaftlichen und medialen Zentren übernommen, aber … niemand dieser Marxisten wählt linke Parteien…oder? Und wer in linken Parteien ist, nun: der kriegt noch nicht mal so schnel einen Job, erst recht keinen gut bezahlten. Eine seltsame Machtergreifung, oder? Zudem geht es den Arbeitern und Bauern unter der Herrschaft dieser Marxisten so schlecht wie nie. Schulen zerfallen schon als Gebäude, was dank des Lehrermangels nur selten auffällt, Universitäten haben Personalmangel, die Situation des akademischen Nachwuchses ist dank rot-grüner Gesetze katastrophal – viele wandern nach der Habilitation nicht auf einen Professorensitz, sondern in die Arbeitslosigkeit. Wir haben den größten Niedriglohnsektor Europas, die niedrigsten Renten, sind dafür aber Meister im Waffenexport und in der wirtschaftlichen Ausplünderung anderer Länder.  Millionäre, Milliardäre und Riesenvermögen geheihen allerdings unter den Marxisten in großem Maße. Alles so Sachen, die Marxisten gar nicht mögen – wenn sie denn Marxisten sind. Sind sie aber gar nicht – das wurde nur einer gewissen Schicht so verkauft und wird nun als Scheißhausparole durchs Land getragen, die meisten nehmen sie auf und tragen sie weiter.

Die nächste Scheißhausparole? Alles voller Nazis. Der Führer persönlich scheint wieder auferstanden. Sie sitzen in allen Schaltstellen der Macht, haben schon Todesschwadrone aus Elitesoldaten und warten nur darauf, dass der Gegner Schwäche zeigt. Nur ein kleines Häuflein im Deutschen Bundestag mit einer Hand voll Getreuen im Land leistet ihnen noch Widerstand, wäre dies nicht so: Moslems wären schon längst im KZ in Massen verbrannt worden – obwohl der Führer für Muslime so eine große Begeisterung hatte, dass sie sogar als geschlossener Waffenverband der SS dienen durften, ja, es gab sogar einen Großmufti namens Mohamad-Ami-al-Husseini, der der Meinung war, dass die ganze arabische Welt hinter dem Führer stand – einfach, weil man so viel gemeinsam hatte. Judenfeindlichkeit, Homophobie, Feindschaft gegenüber den alten Kolonialmächten, Angst vor dem Kommunismus, klare Vorstellung vom Gebrauch der Frauen, große Sympathien für die Todesstrafe und ein eindeutiges Bekenntnis zu feudalen Strukturen im politischen und gesellschaftlichen System.

Oh – ich merke: wir gleiten wieder ab. Jetzt wären wir doch fast selber Nazis geworden, in dem wir anfingen nachzuweisen, wie nahe die „Muselgermanen“ dem faschistischen Denken standen, hätten fast gegen das aktuelle Tabu verstoßen, sich in irgendeiner Art und Weise über die politische Orientierung des modernen Islam Gedanken zu machen, dessen Vertreter und Oberhäupter jetzt gerade in Saudi-Arabien einen sechsjährigen Jungen hingerichtet haben – neben mehreren Dutzend anderen, die barbarisch und bestialisch geköpft wurden, als wäre man noch im Mittelalter. Es wird sogar wieder gekreuzigt (siehe Zeit): ja, solche geistigen Strömungen sind ja wirklich nur zu begrüßen in einem aufgeklärten, demokratischen, friedlichen und zivilisierten Staat wie der Bundesrepublik – und genau diese Leute brauchen dringend unsere Waffenhilfe – die sie auch kommentarlos bekommen, wenn nicht von uns dann von der Nato.

Wussten Sie übrigens, worum es bei dem Krieg in Syrien ging? Um eine Pipeline durch Syrien, die Syrien nicht wollte, sonst nichts. Katar hatte überraschend Erdgas gefunden, dass man als Konkurrenz zur Russland in Europa verkaufen wollte, das ganze andere Theater waren nur mal wieder … Lüge. In breiter Front log die ganze Presse … und das findet man in einem renommierten Wirtschaftsmagazin (siehe wiwo), nicht in „verschwörungstheoretischen“ Publikationen. Hundertausende starben, Millionen wurden heimatlos … wegen der Habgier von ein paar Prinzen.

Bleiben wir erstmal bei den Nazis. Anders als die verschollenen Linken werden die Rechten ja noch beobachtet, es gibt Studien dazu – die leider die von den Medien und der Politik inszenierten Lügen überhaupt nicht wiederspiegelt, im Gegenteil: das deutsche Volk entfernt sich immer weiter vom Gedankengut des Führers (siehe Heise):

„Haben Sie in der vergangenen Woche die Schlagzeile gelesen, wonach fremdenfeindliche Einstellungen seit 2002 um 75 Prozent abgenommen haben? Oder die, dass die Abwertung von homosexuellen Menschen in den letzten 16 Jahren kontinuierlich abgenommen hat? Oder jene, wonach weniger Menschen denn je in Deutschland rechtsextrem orientiert sind? Oder dass sich sexistische Einstellungen in Deutschland auf einem historischen Rekordtief befinden?“

Wahnsinn, oder? Lesen Sie ruhig den ganzen Artikel – ist so weit ich sehen kann der einzige dieser Art im deutschen Pressewald. Fabian Goldmann bringt noch viele konkrete Zahlen in seinem Artikel: grob kann man sagen – die letzten Nazis kämen noch nicht mal über die 5-Prozent-Hürde. Um 75 Prozent haben die klassischen Themen des Faschismus an Zuspruch in den letzten Jahren verloren … und trotzdem ist sicher jeder, der dies liest, insgeheim überzeugt davon, dass wir dicht vor der Rückkehr des Führers stehen … der jetzt schon mit seinen Marxisten Europa besetzt hat.

Jeder Mensch mit Bildung wird sich hier die Haare raufen – aber an Bildung wird ja gerne gespart. Wir investieren als ordentliche Demokraten lieber in Rüstung. Klar haben wir jetzt nochmal schöne Bilder von Naziaufmärschen in Plauen gesehen, wo am 1. Mai eine Kostümgruppe durch den Ort marschierte, bin mir sicher, die V-Männer des Verfassungsschutzes mussten Monate lang Vorarbeit leisten, möglicherweise auch die Klamotten selber nähen und die Trommeln in Eigenbau anfertigen, um den Medien dieses Ereignis passend zum 1. Mai im Osten präsentieren zu können, damit die alten rassistischen Vorurteile vom blöden, faulen, bösen Ossi noch ein wenig angefeuert werden. Uns ist ja nicht jede Form von Rassismus unangenehm.

Nun – die Nazis und ihre Ideologie waren natürlich nicht erst seit 1933 da. Ihre massenvernichtenden Phantasien, die sie ausgelebt haben, stammen aus dem 19. Jahrhundert – aus den Kreisen der „Wissenschaft“ – ja, genau jener „Wissenschaft“, die uns auch die anderen tollen Erfindungen geliefert haben, an denen die Welt jetzt zugrundgeht: Terminatorsaatgut, Atombomben, Gifte in allen Farben und Geschmacksrichtungen und … Plastik, als Mikroplastik inzwischen überall in der Nahrung und im Wasser anzutreffen. Nur klagt außer Mohamad-Ami-al-Husseini niemand die Wissenschaft an: sie ist unser großer Gott, der uns ins Heil führen wird.

Jedenfalls die Reichen.

Für die Armen gibt es Euthanasie, man hat das im Dritten Reich ja schon mal ausgetestet um Erfahrungen zu sammeln, die bei einer weltweiten Neuauflage des Themas helfen können, alles noch schneller und effizienter zu organisieren – und das wir das brauchen, ist den Reichen schon mal ganz klar: die Massen an Menschen können so nicht bleiben. Zur Pflege des Gartens, der Bärte und der Schuhe brauchen wir nur noch einen Bruchteil der Menschheit, der Rest muss weg, weil er zuviel Blähungen hat, ja, zuviel atmet. Wie der Hartz-IV-Empfänger ist der Mensch an sich bei den Reichen nur noch Parasit, der der Umwelt schadet.

Keiner spricht es deutlich aus, aber jeder weiß, was nun zu tun ist.

Das hatten wir schon mal: Deutschland, 1933-1945. Selbst in internen Akten finden wir kaum konkrete Aussagen zum Massenmord an Juden, Behinderten, Sinti und Roma, Homosexuellen, Kommunisten, Sozialdemokraten oder unliebsamen Nachbarn, deren Haus man schon immer haben wollte … trotzdem wusste jeder, worum es geht. Der Berufsstand, der vom Nationalsozialismus am meisten fasziniert war, waren: die Ärzte. Endlich konnten sie impfen und forschen wie sie wollten, ihre Vorstellungen völlig ausleben – inhuman zwar, aber immer im Dienste des Gutsherren zur Pflege seines Menschenstalles.

Ganz großes Theater, oder? Und Sie werden immer verwirrter, das sieht man Ihnen schon an. Das ist aber auch kein Wunder in diesem Lügenstadl. Aus vielen Gründen bin ich kein Freund der AfD, aber eins muss man auch klar sagen: ihre Wählerzahlen liegen um ein Vielfaches über dem, was das rechtsradikale Hintergrundrauschen in diesem Land hergibt. Schon seltsam, was für ein Gezetere über diese Partei veranstaltet wird, wobei eine andere, echte rechte Partei völlig in den Hintergrund gerät: für Nazis, die es nicht lassen können, gibt es ja auch noch die NPD … über die aber keiner mehr spricht. Auch deren Verbot ist ganz in Vergessenheit geraten, weil ja die Nazis – neben den Marxisten – die absolute Mehrheit im Lande haben … wie man meinen könnte.

Ja, sie merken: neben den Lügen über Nazis und Marxisten kommen wir am Klima nicht vorbei. Auch da wird gelogen, dass sich die Balken biegen, eine Heuchelei ohne Ende. Nicht, dass ich jetzt wieder den Klimaleugner geben will – das habe ich andernorts schon getan. Ich möchte Ihnen beweisen, das wirklich niemand der „Entscheider“ an diesen Klimawandel glaubt, keiner der Wissenschaftler die offen davon tönen nimmt das wirklich ernst, noch möchte irgend jemand wirklich etwas dagegen tun, denn: wäre es so – wir könnten die Probleme im Handumdrehen lösen:

„RegenVillage“ ist die Lösung aller, wirklich sämtlicher unsere Umweltprobleme, selbst für 10 Milliarden Menschen. Wir könnten sofort anfangen, sie zu bauen – und gleichzeitig die Bausünden der letzten hundert Jahre abreißen. Sofort wäre auch die Arbeitslosigkeit weltweit weg – und das besonders Motivierende dabei ist ja: jeder arbeitet dafür, ein eigenes Designerhaus beziehen zu dürfen – in Traumdörfern, die man sonst nur aus dem Urlaub kennt. Ein ganzer Planet voller regenerativer Dörfer, die Hunger, Energieknappheit, Langeweile, Wohnungsnot, Obdachlosigkeit für immer verbannen. Schauen Sie sich das an: RegenVillage ist ein Urlaubsort für den Alltag, ein Ort, wo Kinder gerne große werden und Erwachsene ihr Glück finden. Die Lösung aller unserer Probleme – zum Greifen nah. Geld genug haben wir dafür, Arbeiter und Maschinen auch. Die Welt könnte schnell in ein Paradies verwandelt werden – auch in Syrien, im Sudan, im Irak, in China, im Kongo, in Brasilien und in Nordrhein-Westfalen … aber arbeitet auch nur ein „Entscheider“ an der Umsetzung dieser Pläne? Nur einer?

Und wenn die „Entscheider“ gar keine Lösung für das Klimaproblem wollen … was wollen sie dann? Steuern, klar. Kosten für den Alltag noch höher treiben, bis wir endlich Massenobdachlosigkeit bei Niedriglöhnern, Arbeitssuchenden und Minirentnern haben, so dass die Kälte selbst uns das Problem der „viel zu vielen“ Menschen abnimmt. Wenn wir schnell genug sind, können wir noch die Organe für die Reichen und ihre Dienerschaft ernten. Nun schauen Sie nicht so pikiert: die Gesetze dafür sind doch schon längst da. Ihre Organe gehören nun dem Staat – falls sich nicht jemand findet, der im OP-Saal ihren Widerspruch ernst nimmt.

Das, was wir Zivilisation nannten: das friedliche aber engagierte Streiten mit Worten um den richtigen Kurs des Landes – das ist vorbei, wie die Zivilisation selbst. Die Ideale der Aufklärung des 19. Jahrhundert wichen den Vorstellungen der Menschenschlächter des 21. Jahrhunderts. Lügengespinste von der unheimlichen fünften Macht des Marxismus, die Europa unbemerkt im Sturm eroberte (dabei bitte mindestens dreimal Habermas sagen) wechseln sich ab mit Lügengeschichten über eine Invasion von neuen Nazis (dabei bitte mindestens dreimal Höcke sagen), die als unaufhaltsame Flut aus dem dunklen Osten hervorbrechen.

Und was macht sich wirklich im Alltag breit? Was geschieht praktisch – ohne das jemand groß die geisteswissenschaftlichen Hintergründe dieser Taten beleuchtet? Der Menschheit wird in tausend kleinen Schritten der Raum zum Leben genommen – auf hundert verschiedenen Wegen. Und gleichzeitig wird ihr erzählt, dass seine „Retter“ – rechts oder links – schon längst regieren. Ist man rechts, weiß man, dass die Linken regieren, ist man links, weiß man, dass die Rechten die Macht haben. Sprach- und Gedankenverwirrung pur – die alle in einen Zustand der Lähmung versetzen.

Und die Frage, wem das nützt … nun, die beantworten Sie sich bitte selber. Denn damit – fängt der wirkliche Widerstand jenseits von Scheißhausparolen an.

 

Offener Brief eines Klimaleugners zum Osterfest

Ostersonntag, 21.4.2019. Eifel. Was für ein Wetter heute! Strahlender Sonnenschein – auch in der sonst eher kühlen Eifel. Strahlend blauer Himmel – als wäre nicht ein Flugzeug unterwegs. So sah der Himmel tausende von Jahren lang aus, bis … was auch immer … diese Gittermuster in die Luft malte. Es soll noch die ganze Woche so bleiben: sagten die Wetterleute. Sonne, Sonne, nichts als Sonne. Eine Frau, die als Hobby einen Permakulturacker betreibt, rief schon an und erwähnte, dass sie sich vor noch so einem Sommer wie im letzten Jahr fürchten würde: das würde ihr Acker nicht mehr mitmachen.

Nun haben wir ja heute Ostern – ein besonderer Tag. Sie werden ja wohl nicht erwarten, dass ich mich schriftlich äußere, ohne auf diesen Tag einzugehen, oder? Und glauben Sie mir: das hat auch mit der Überschrift zu tun.

Was ist das nun, dieses Ostern? Nun, ein Frühlingsfest, wie es überall auf der Welt gefeiert wird, wenn halt Frühling ist. Das westliche Frühlingsfest hat seit 2000 Jahren eine besondere Geschichte bekommen, die Geschichte von Christus. Sie sei kurz erzählt. Der große Geist (in unseren Breiten: „Gott“ genannt) war unzufrieden mit der Menschheit. Anstatt das Leben zu genießen, das ihnen geschenkt wurde, bauten sie Imperien und in ihrer Mitte große Türme, in deren Spitzen besondere Kammern waren, wo Priester den Göttern hübsche Menschenfrauen darboten. Nun fragen Sie mich bitte nicht, wo in monotheistischen Kulturen „Götter“ herkommen, aber in Gen 6,1-6 lernen Sie diese kennen. Welche Art diese „Götter“ waren, kann auch nicht bestimmt werden (der Herr von Däniken hat da sicher ganz eigene Theorien), aber sie waren dem großen Geist ein Gräuel im Auge – also schickte er die Sintflut, um die verderbte Erde zu reinigen.

Auch nach der Sintflut kam keine Ruhe herein. Der große Geist erwählte sich ein Sklavenvolk als Botschafter und – unter Anwendung großer, beeindruckender Zauberei – entriss er es ihren imperialen Menschengöttern und führte sie in die Freiheit – doch kaum waren sie in Sicherheit, tanzten sie erstmal wieder um das goldene Kalb. Dann sandte der große Geist Propheten – einen nach dem anderen – doch nichts änderte sich. Nochmal die große Spülung ging nicht, das hatte er versprochen und als Zeichen für dieses Versprechen den Regenbogen an den Himmel geheftet. Also kam er zu dem letzten großen Schritt – und schickte etwas von sich selbst auf die Erde – als jungen Mann mit langen Haaren und Hippielatschen. Auch der konnte unermesslich große Zauber wirken – doch um die ging es ihm gar nicht. Es ging nur darum, ein für alle mal klar zu stellen, wie man hier unten als Mensch miteinander umgehen sollte, um die Zeit außerhalb des Paradieses einigermaßen sicher überstehen zu können: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ – so heißt sie.

Ein einfacher Satz, oder? Doch damit war die Geschichte ja nicht zu Ende, wie nähern uns ihrem Höhepunkt: es kam wie es kommen musste – aufgewiegeltes Volk und imperiale Gerichtsbarkeit schlugen auch diesen Zauberer ans Kreuz – eine sehr schmerzhafte Art zu sterben, wie man mir sagte. Doch dieser … hatte noch ein Ass im Ärmel. Er widerstand dem Tod, kehrte zurück, um den Menschen auch diese Botschaft nochmal deutlich zu machen: der Tod ist nicht das Ende – die zentrale Botschaft jeder Religion auf Erden.

Nun – damals war diese Botschaft nicht so etwas besonderes: niemand war so blöd, zu glauben, dass das Leben nur aus Matsche bestand, aus Materie. Der Tod war allgegenwärtig, konnte nicht in Altenheimen oder Krankenhäusern oder Hospizen versteckt werden, um die geheime Botschaft zu verbreiten, dass wir alle unsterblich werden – hier auf dieser Erde. Das Tod wie Geburt ein ganz normales Ereignis war, brauchte man nicht sonderlich zu betonen: niemand fürchtete sich vor der Zeit vor der Geburt – was also sollte man nach dem Tode fürchten?

Das wäre kurz und knapp die österliche Geschichte, die medial heute von einem Trommelfeuer begleitet wird, dass uns zeigt: „Gott“ ist mal wieder völlig out, auch unter Christen. Normal mache ich auch auf entsprechende Artikel aufmerksam, zittiere sie – doch jetzt schreibe ich ja unter der gestrengen Hand das Artikel 13 des Urheberrechtes …  und da bin ich aktuell noch unsicher, ob ich überhaupt zugeben darf, jemals irgendetwas gelesen, verstanden und behalten zu haben. Ich fürchte mit auch ein wenig, zuzugeben, dass ich Liedtexte von Songs auswendig kenne – mir ist unwohl dabei, was wohl mit meiner biologischen Festplatte geschehen wird, wenn die mitkriegen, dass da Daten von anderen drauf gespeichert sind. Mein Gehirn ist sogar voll von Daten anderer Menschen – aber das Thema möchte ich zu einer Zeit, wo die Regierung auf einen Schlag all´ unsere Organe enteignet hat, gar nicht weiter vertiefen.

Wieder leben wir in einer äußerst finstersten Zeit, in der Menschen sich und ihrer Umwelt gegenseitig fürchterlichste Dinge antun – ganz ohne Not. Diesmal jedoch heben sich die gigantischsten Imperien aus der Asche der alten, die die Welt je gesehen hat, ihre Macht reicht in alle Winkel der Erde und trachtet danach, jeden Gedanken zu beherrschen. Die ganze Welt wird umgebaut zu Megacitys – den ulitmativen Tempeln des modernen Lebens. Wieder sind in ihrer Mitte große Tempel errichtet, in deren Chefetagen wieder junge hübsche Frauen gern gesehen sind: zwecks Konsum, nicht als CEO´s. Die Nahrung, das Wasser, die Luft sind von Gift durchtränkt, unerträglicher Lärm großer Maschinen ist unser täglicher Begleiter, Waffen können in Sekunden ganze Städte auslöschen während Städte ganze Landschaften verwüsten, wir pflanzen Menschenohren auf Mäuse und Menschengene in Schweine: dem alttestamentarischen Ziegenhirten, dem vormittelalterlichen Germanen oder dem fernen Samurai der frühen Jahre käme unser Alltag vor wie eine Version von Dantes Hölle. Gut, dass Anpassung die größte Fähigkeit des Menschen ist: wir wären sonst schon lange völlig irre geworden.

Wir nennen jene Zeit, die das größte Massensterben an Tieren und Insekten der bekannten Geschichte erlebt,  „Aufklärung“. Sind stolz, unsere Götter über Bord geworfen zu haben. Und den Rest der Schöpfung gleich mit.

Zu den neuen Dimensionen der Weltvernichtung kommt nun eine, die alles beenden soll, was wir mit Gift und Technik bislang noch nicht vernichtet haben: die Klimakatastrophe, bzw. der „menschengemachte“ Klimawandel. Wir müssen hier gleich einhaken – und ich möchte einen kleinen Exkurs in Wissenschaftlichkeit einbringen. Bitte nicht weglaufen: das ist Grundwissen, dass jeder souveräne Bürger braucht – und mehr brauchen Sie auch wirklich nicht.

Wissen – das haben wir zu Beginn der Aufklärung erkannt – kommt uns nur auf zwei Arten zu: ersten durch Beobachtung (Empirie, vorgetragen von Roger Bacon) oder aber durch Schlussfolgerungen, durch Rationalität (vorgetragen von Rene Descartes). Beide Formen dürfen nicht vermischt werden, sonst können sie nicht als wahr gelten und Beliebigkeit zieht in die Wissenschaft ein. Nehmen wir nun alles als wahr an, was die Empirie uns zeigt, dann … nun: werden Sie mit der Existenz von Geistern leben müssen. Gefällt ihnen das nicht und ziehen Sie den Bereich der reinen Vernunft vor, nun: da kommen sie um einen Gott nicht drumherum: in einer Welt, in der jede Bewegung durch eine andere Bewegung angestoßen wird (es also kein Perpetuum Mobile gibt), brauchen wir einen „ersten Beweger“.

Einfach, oder?

Die moderne Weltvernichtungsphilosophie hat sich für einen anderen Weg entschieden, den der Beliebigkeit … bzw. den des konsequenten Atheismus, der Geister aus Vernunftsgründen ablehnt und Götter aus Gründen der Empirie: sofern sie nicht täglich unter uns wandern, wollen wir sie nicht anerkennen; alternativ beten wir Pop- und Filmstars, Milliardäre und Politiker oder auch einfach nur „Marken“ an – ohne uns groß was dabei zu denken. Bleiben wir im religiösen Denken, so ist dies die Zeit Satans (oder noch ganz anderer, schlimmerer Dunkelmächte), der die Welt, die er so nie erschaffen konnte, wenigstens vernichten will.

Unangenehm, diese Sicht, oder? Auf einmal ist man auf der Seite der ganz ganz Bösen – dabei hat man nur gemacht, was alle gemacht haben: Eigenheim, SUV, drei mal jährlich Urlaub auf Sri Lanka. An deren Stelle wäre ich auch überzeugter Atheist, damit kann man sich ethisch noch etwas länger über Wasser halten.

Seltsam auch das gerade – also im beginnenden 21. Jahrhundert – „Linke“ so besonders an dem materialistischen Mythos festhalten und besonders die Religionen bekämpfen (außer dem Islam naürlich, der ist hierzulande insgesamt als verfolgtes Opfer definiert und genießt besonderen Schutz), allen voran natürlich das Christentum. Sicher: die katholische Kirche hat mit Paulus zusammen einen Apparat aufgebaut, der das genaue Gegenteil christlichen Lebens abbildet, aber jenes eigentliche christliche Leben wäre dem kommunistischen Ideal sehr nahe – aber was rede ich, es ist ja hier nicht von Vernunft die Rede, sondern von Politik, vom Ringen um Macht – und das ist gar nicht christlich.

Seltsam weil – der materialistische Mythos weitgehend ausgedient hat, von seinen eigenen Befürwortern als Fake entlarvt wurde: von den Physikern. Doch wollen wir das mal so stehen lassen, bleiben wir christlich am österlichen Tage und sagen: wer suchet, wird finden … auch diese Physiker, die uns erzählen, dass die Welt eigentlich eher Geist denn Matsch ist – und womöglich sogar einen großen Geist als Grundlage hat, der für den Erhalt des Gebildes sorgt. Sobald das Urheberrecht klarer definiert ist, werde ich mir erlauben, diese Physiker wieder zu zitieren.

Kommen wir nun, nachdem wir der österlichen Zeit viel Aufmerksamkeit gewidmet haben, zu der Klimaleugnung. Schon der Begriff erzeugt Angst. Welche politischen Horrorbilder sich daraus ergeben können, hatte ich unlängst mal beschrieben (siehe Nachrichtenspiegel): ob die Klimahölle kommt, ist noch ungewiss, aber die Menschenhölle kommt ganz sicher. Der Klimaleugner ist der Feind der ganzen Menschheit, er gehört gejagt, geschunden und verbrannt – und da bleibt mir im Sinne des christlichen Osterfestes gar nichts anderes übrig, als mich auf seine Seite zu stellen, denn: Christus selbst war immer auf der Seite der Armen, der Kranken, der Beschämten und Geächteten, hat da ganz klare, göttliche Botschaften gesetzt (die man bei seinem Bodenpersonal in den Kirchen der Welt leider nicht mehr beobachten kann – noch ist ihr Reichtum per Vernunft erklärbar).

Was liegt also näher, sich an Ostern zu den Klimaleugnern zu gesellen: jenen, die aufgrund ihrer politischen Meinung oder wissenschaftlichen Überzeugung verfolgt werden. In den Geschichten der Klimaleugner liegt auch zudem die einzige Hoffnung der Menschheit: wir können alle nur beten, dass sie Recht haben. Irren sie – mag der Planet schneller zur Wüste werden als uns lieb ist.

Gut, nun hat uns jemand die heilige Greta geschickt, die uns die Rettung bringen soll – wer aber fleißig Wiwo liest (im Geheimen natürlich, weil das Urheberrecht der Information natürlich woanders liegt und wir das nicht verletzen wollen), der kann wissen, dass die Generation, zu der Greta gehört, schon bald für die Hälfte aller Konsumausgaben der ganzen Menschheit verantwortlich seien wird. Sie werden dem ganzen Wahn nochmal eins oben drauf setzen – das wird man wohl schnell auch nach der Abifeier merken, wenn es mal eben schnell für ein paar Monate in die USA, nach Goa oder Australien gehen soll. Da sind sie wie ihre Eltern: große Klappe, nichts dahinter. Alle regen sich über Klimaleugner auf – eifrig und mit Schaum vor dem Mund – aber selber was tun … nun, das geht nicht. Führte letztlich auch mal ein „Spiegel“-Autor vor, der erstmal meinte: Fleisch- und Flugverzicht brächten ja wohl gar nichts, Klimafeind Nr. 1 sei ja das Wohnen…

Die geheime Botschaft hinter der Klimahysterie ist nun eine, die sich ein Teufel nicht besser hätte ausdenken können: der Mensch muss weg, er macht zuviel Dreck. Aber natürlich muss nicht jeder Mensch weg: es ist vor allem der Arme, der stört – und zwar milliardenfach. Er atmet, pubst und will auch noch essen – dabei brauchen unsere edlen Veganer diese Ressourcen, um sich ihre Avocado möglichst frisch aus den Agrarwüsten Mexikos einfliegen zu lassen, wo völlig ausgeplünderte Bauern ihre letzte Lebenskraft in die Ernte gesteckt hatten. Niemand, wirklich niemand will auch nur ein wenig tun, um die kommende Katastrophe abzuwenden, der Markt für SUV, Privatjets und Megakreuzfahrtschiffe boomt, Häuser werden immer größer, Städte wachsen wie irre (auch ohne Zunahme von Bevölkerung).

Unsere ganze materialistische Kultur frisst unseren Planeten auf – selbst, wenn sie das Klima nicht beeinflussen würde. Die Co2-Ausstöße wachsen von Jahr zu Jahr: trotzdem fällen wir Wälder und Stadtbäume, als wären wir völlig irre geworden. Sind wirklich wir Menschen Schuld an dieser Entwicklung (was erstmal die Hypothese vieler Klimamodelle ist): dann war es das. Deshalb bleibt nur zu hoffen, dass die Klimaleugner Recht haben: sie sind unsere einzige Hoffnung. Ansonsten … wird die Klimasteuer (Gretas größtes Projekt) die Armen von der Erde fegen: wenn die nur noch Atmen bis Mitte des Monats bezahlen können.

Da dies ein persönlicher Brief ist – dazu noch etwas persönliches aus der Position eines Klimaleugners. Ich bin 59 Jahre alt, habe noch nie einen Urlaubsflug gemacht – und nur eine Woche Urlaub überhaupt außer Haus verbracht: den Kindern zuliebe. Ich esse seit 59 Jahren keinen Fisch, um die Überfischung der Meere zu verhindern. Fahre einen Kleinwagen (Diesel, damals gekauft der Umwelt zuliebe), den ich zu 90 Prozent nur beruflich nutze (um den Schmähungen der Klimaretter zu entkommen, ich sei ein fauler Parasit, der nur zu faul zum Arbeiten ist). Unsere Raumtemperatur liegt bei 18 Grad im Winter. Wir essen noch Fleisch – aber vorzugsweise Hähnchen, das eine deutlich günstigere Klimabilanz hat als Rind oder Schwein. Wir essen absichtlich keine Nahrungsmittel, die mit dem Flugzeug kamen – und wenn es nur irgendwie geht, auch nichts, was von weither kommt. Würden die Klimahysteriker dies nachmachen – es wäre schon alles super – wir würden dann auch sofort nachlegen. Aber solange die weiterhin den Automarkt mit SUV fluten, mit fetter Werbung immer preiswertere Fernflüge unters Volk bringen und Lebensmittel in Massen vernichten … glaube ich denen einfach nicht. Im Gegenteil: ich sehe überhaupt nicht, dass jene, die den menschengemachten Klimawandel predigen, irgendwelche persönlichen oder öffentlichen Konsequenzen in Kauf nehmen.

Was ich aber wieder sehe, ist die Neuauflage der Bewegung „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Jeder wird zum kleinen Klimajesus, der persönlich die Massen zur Rettung der Welt führt – dabei können die paar Leute, die hier wohnen, praktisch kaum was ausrichten. Sehen Sie übrigens irgendwo auch nur eine einzige Maßnahme, die in Angriff genommen wird, um Menschen vor den Folgen der Klimakatastrophe zu schützen? Nur eine? Nein – aber ganz nebenbei will man erstmal Luft besteuern … ein Billionengeschäft, bei dem viele wieder lukrative Pöstchen ohne sonderlich viel Arbeit bekommen werden … Pöstchen, von denen wir jetzt schon viel zu viele haben.

Und ich glaube: darum geht es zuerst – um Pöstchen.

Und nun: wünsche ich noch ein frohes Osterfest. Möge es wenigstens ein bischen besinnlich werden.

PS: die wissenschaftliche Auseinandersetzung beobachte ich natürlich sehr aufmerksam. Selbst mit wissenschaftlicher Ausbildung versehen, halte ich aus der Sicht von Empirie und Ratio einen Klimawandel Richtung Erderwärmung momentan für wahrscheinlicher als eine Abkühlung der Erde. Die Einflüsse der durch technische Tricks vervielfältigten menschlichen Kraft auf die Natur können wohl gesichert als großflächig schädlich angesehen werden. Der Theorie, dass allein das Gas Co2 für die Erwärmung verantwortlich sein soll, ist dann eine Sondertheorie, ich halte das für möglich, wenn auch aufgrund der aktuellen Datenlage für wenig wahrscheinlich. Wenn Vernunft und nicht Habgier unser Denken beherrschen würden, würden wir trotzdem sicherheitshalber unverzüglich umfangreiche Maßnahmen – auch im persönlichsten Bereich – angehen, um dem entgegen zu wirken. Da Habgier aber die Hauptantriebskraft des Kapitalismus ist und in allen Schulen und Universitäten mit großer Macht und Sorgfalt gelehrt wird – und im Übrigen der „Kern des Bösen“ in jeder – wirklich JEDER – Religion, auch schon lange vor dem Christentum (weshalb wir aus religöser Sicht im finstersten Zeitalter der Menschheit leben: Habgier ist Gott geworden, Satan hat gewonnen) – werden wir nie die Kraft oder nötige Wucht erzielen, um die Maßnahmen durchzusetzen. Merken wir ja auch die letzten Jahrzehnte.

PS 2: Sie haben richtig gefolgert: die armen Hartz IV-Empfänger sind aufgrund ihres Verbrauches die wahren Helden dieser Zeit. Still, bescheiden, demütig leben sie zudem ein Leben, wie es dem großen Geist gefällt. Aus der Sicht der Habgier jedoch … sehen sie anders aus. Arbeitslose werden wohl vergeblich auf den wohlverdienten Klimanobelpreis warten …

 

 

 

 

Deutschland auf dem Weg zum Vierten Reich – Zwischenbericht April 2019

Sonntag, 14.4.2019. Eifel. Wie beschreibt man das Ende einer Republik? Vor allem einer, die noch halbwegs funktioniert? Und dann auch noch so, dass keine Urheberrechte verletzt werden? Nun – sicherheitshalber wollte ich Linksetzungen und Zitate vermeiden … aber da revoltiert mein durch wissenschaftliche Ausbildung geschultes Gewissen. Aussagen von anderen sind zu belegen, Quellen müssen genannt werden – sonst ist der Text nicht wert: und wir brauchen wieder Texte von Wert, „long readers“, die Zusammenhänge umfassend abbilden und vor allem: Aktivisten mit Argumentationsmaterial versorgen. Bewusstseinswandel und Bewusstseinsveränderung erreicht man nicht mit ein paar flotten Sprüchen samt musikuntermalter Bilder – das ist nur Unterhaltung. Kann schön sein, ändert aber nichts, weil man keiner Debatte standhält. Um politisch ernst genommen zu werden, darf man schon beweisen, dass man sich umfassender informiert hat – sonst könnte man auch für den Spiegel oder andere Mainstreammedien schreiben und nur ausformulieren oder ausphantasieren, was die Inhaber gerne hören wollen.

Wir werden derzeit überschwemmt mit Informationen – kleine Häppchen, die durch den Äther sausen: Radio, Fernsehen, Internet überschütten uns jede Sekunde mit unglaublich vielen Details. In diesem Informationstsunami gehen leicht wichtige Informationen unter – wie die, dass harmlose Demostranten, die gegen höhere Mieten demonstrieren wollen, aus nächster Nähe mit Tränengas besprüht wurden: über 50 Verletzte (siehe swr). Wo früher der Beamte den Dialog mit dem Bürger suchte, setzt man heute Gas ein – in Massen. Liegt vielleicht ja auch an der besonderen deutsch-französischen Zusammenarbeit.

Gleichzeitig führt ein anderes Instrument des Terrors der Besserverdienenden gegen alles, was sie als Unterschicht empfingen, zu immer neuen, grausigen Blüten: der Hartz-IV-Aparat entfaltet sich immer mehr zu dem was er werden soll: ein Werkzeug der Unterdrückung. Wir schauen da übrigens ganz offen nicht hin: über die Folgen von Hartz IV werden keine Statistiken geführt (ebenso wenig wie über durch Ärzte verursachte Todesfälle: der Halbgott in Weiß darf in seiner politischen Funktion in dieser Gesellschaft als letzte göttliche Instanz auf Erden keine schwarzen Flecken auf der Weste haben), wer wissen will, wie viele Menschen nach Totalsanktionierung obdachlos werden … oder danach zu Tode kommen … der muss Glaskugeln befragen (siehe jungewelt). Privatfirmen brechen im Auftrag des Jobcenters systematisch das Arztgeheimnis (ebenfalls: jungewelt), für die neuen „Untermenschen“ – also: jene ohne Arbeit – gibt es keinen Schutz mehr durch demokratische Regeln. Polizeiähnliche Befragungen durch Jobcenter (siehe gegen-Hartz): immer gern genommen.

Wieso auch Anstoß daran nehmen? Anders als im Dritten Reich arbeitet das Vierte Reich smarter, mit schöneren Worten, aber letztlich war Sinn des Hartz-IV-Apparates nur eins: eine Arbeitspolizei zu schaffen, die dafür sorgt, dass jeder seine maximale Ausbeutbarkeit selber sicher stellt – inklusive Einführung der Todesstrafe durch die Hintertür. Ja: „Sanktionen“ – übrigens ja auch in der internationalen Politik mit großer Begeisterung eingesetzt – bedeuten nichts anderes als ein Todesurteil … jedenfalls den Versuch eines Todesurteils. Findet das Opfer jemanden, bei dem er übernachten kann, der ihm Nahrung gibt: dann kann es noch überleben. Findet es die Hilfe jedoch nicht, dann sorgt der Winter gnadenlos für die Exekution. Oder der Hunger.

Arbeitslose sind zunehmend vogelfrei, niemand aus der superfetten Oberschicht würde sich über „hate-speech“ gegenüber Arbeitslosen beschweren: die gleichen Medien, die den neu eingeführten Kampfbegriff „Hate-Speech“ eingeführt haben und anprangern, wählen ganz offen „Deutschlands frechsten Arbeitslosen“ vor einem Millionenpublikum. Da kann man zum Beispiel auch ganz offen wieder Lager fordern: also Orte, an denen man das Gesochse konzentrieren kann. Dann Stacheldraht drumherum, ein paar Wachtürme dazu: schon sind die Ort sicher. Nun: der gute Deutsche spricht nicht mehr von Lagern – aber von Trabantenstädten auf der grünen Wiese, wohin man die Armen (also: gleich auch die Rentner) packen kann (siehe Stern), diese interessante Idee kommt von den „Familienunternehmern“, ein Verband, der sich harmlos anhört, aber doch nur ein Ausbeuternetzwerk von reichen Erben darstellt.

Ausbeuternetzwerk? Darf man so was noch sagen? Ist das jetzt nicht „links“?

Nun – zu der grausamen Offensive, dem Blitzkrieg des Neoliberalismus, der gerade alle Festungen des sozialen Miteinanders schleift und den Staat als solchen als Inkassounternehmen für eigenen Interessen in Beschlag genommen hat (auf die Methoden können wir gerne später noch eingehen, sie sind kein Geheimnis) gehört auch eine breit gestreute Sprachverwirrung, die es den Menschen absolut unmöglich macht, sich gegen die Offensive zu stemmen, ja, diese überhaupt wahr zu nehmen. Früher war die Angelegenheit klar: wenn die Schläger des Großgrundbesitzers wieder einen Nachbar zuviel erschlagen hatten, holte man die rote Fahne aus dem Schrank und marschierte los. Heutzutage flüstern viele leise im Hintergrund, dass der Großgrundbesitzer selber eine rote Fahne hat, „Kulturmarxisten“ haben  – völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit – Brüssel und die Bundesrepublik erobert, sitzen an allen Schaltstellen der Macht. Wo die auf einmal herkommen – vor allem in Deutschland, wo „links sein“ auch „Berufsverbot“ bedeutet, brauchen die Flüsterer ja auch nicht erklären, diese „Wahrheiten“ wandern hinter vorgehaltener Hand von Mund zu Mund … bzw. von Youtube-Video zu Youtube-Video. Würde man das öffentlich diskutieren, würden sich die Geister mangels Fakten schnell auflösen, so aber … schickt man die Leute, die die rote Fahne bräuchten gegen jene, die sie noch besitzen – und die Herren der Großgrundbesitzer baden ungestört in ihren Billionen.

Kluger Schachzug – aber nur einer von sehr vielen.

Kommen wir zurück zum Ausbeuternetzwerk … bzw. zur Ausbeutung. Das die selber wieder stattfindet – in noch nie dagewesenem Maße – merkt jeder, der auf seinen Arbeitsplatz schaut oder auf seinen Kontostand, gerne kann man auch die Preise studieren, die uns unser Geld sofort wieder wegnehmen. Die Presse berichtet ganz offen darüber: „Vernichtung durch Arbeit“ ist wieder des Motto der Unternehmerverbände, sie können sich damit ganz offen präsentieren: „Viele Arbeitgeber fahren auf Verschleiß“ (siehe Tagesspiegel). Und irgendwann wird für jeden der Druck so groß, dass er nicht mehr mitkommt: dann folgt Kündigung, ein Jahr später Hartz IV (da hat man sich vom Verschleiß noch gar nicht erholt) und dann – so die Träume der Familienunternehmer – ab mit ihm ins Restelager … weit draußen vor der Stadt. Das ist übrigens nicht ausschließlich böser Wille, sondern ergibt sich aus der unternehmerischen Zielsetzung: Maximierung der Rendite geht nicht ohne Minimierung gesellschaftlicher Fairnees – und zum Wohle der Renditen richtet man auch gerne ein Viertes Reich ein, dass die Ausbeutung sicher macht.

Nun wundert sich vielleicht der eine oder andere, warum sich die Familienunternehmer gegen die AfD stellen. Das mag vielleicht ein Blick in den Deutschlandfunk erklären: Deutschland hat einen neuen Rekord bei jungen Menschen ohne Ausbildung (siehe Deutschlandfunk). Die Kinder verschlissener Eltern finden das gerade angebotene Lebensmodell wohl nicht mehr lukrativ, steigen weit vorher aus – aber die so freigewordenen Ausbildungsplätze werden flugs mit Migranten besetzt, die sofort wieder verschlissen werden können – und vielleicht sogar länger halten. Nun können sie auch das Märchen vom Fachkräftemangel verstehen: wir haben zwar genug Fachkräfte – jedoch nicht genug, um den Verlust durch Verschleiß auffangen zu können. Darum muss importiert werden, was das Zeug hält – die Nebenkosten zahlt ja der Steuerzahler. Während die Industrie den Rahm abschöpft, bleiben der Staatskasse Kosten für die Migranten von bis zu 55 Milliarden Euro im Jahr übrig (siehe NZZ). Hartz IV kostet nur die Hälfte.

Wer nun meint, siegessicher auf die AfD setzen zu können, der irrt völlig: dort ballte sich ganz schnell der Abschaum des Landes – das asoziale Großbürgertum, das schon Hitler groß gemacht hat. Während alle gebannt auf die AfD starren und von ihr den Untergang des Abendlandes erwarten, entwickeln sich die tödlichen Gefahren für den freiheitlich-sozialen Rechtsstaat ganz woanders – und von dort aus werden sie auch das ganze Land ergreifen. 2019 ist die AfD eine weitere Systempartei, deren Aufgabe es ist (wie die der Linken) Kritik am System in geordnete Bahnen zu lenken und im Sande verlaufen zu lassen: so entsorgen wir unsere „Gelben Westen“ bevor die überhaupt nur auf die Idee kommen können, sich zu wehren. Da sind Parteien wie Anlageberater, die überall versprechen, sie würden sich um unser Vermögen kümmen – während sie es in Wirklichkeit nur für sich selbst verheizen.

Der Untergang der demokratischen Zivilgesellschaft erfolgt ganz einfach über … das Klima. Beziehungsweise: das Narrativ vom menschengemachten Klimawandel. Das Narrativ (also: das Erzählkunstwerk) vom menschengemachten Klimawandel ersetzt nahtlos und alternativlos das Narrativ von der „roten Gefahr“, wegen der wir alle zusammenrücken müssen – oder wegen der Verschwörung des internationalen Judentums. Oder wegen dem offensiven Islam.  Ist nahe am Wahnsinn dran, diese Kultidee, weshalb es auch schwierig ist, sie zu kritisieren: auch da wurde schon ein Kampfbegriff eingeführt (mit ersten Forderungen nach Todesstrafe), der alle still werden läßt: Klimaleugner hat nahtlos den alten „Judenfreund“ oder die „Kommunistensau“ ersetzt.

Huh – ganz gefährliches Gebiet. Da wagt einer das Klima zu kritisieren. Nun – das tue ich mit der geballten Macht der Wissenschaft im Rücken: dem Satz von Ockham, der besagt, dass immer jene Theorien vorzuziehen sind, die weniger Hypothesen benötigen, um plausibel zu sein. Der „menschengemachte Klimawandel“ bedarf momentan einer Kette von Hypothesen, um plausibel zu werden, während die Theorie von natürlichen Schwankungen im Weltklima mit einerfach Theorie auskommt. Weshalb ich die Theorie vom menschengemachten Klimawandel aber besonders kritisch beurteile, ist: das Verhalten jener, die sie besonders propagieren – und da sehe ich: die fliegen wie die Weltmeister, fahren die dicksten Karren, kosten Genüsse aus fernsten Ländern und tun selbst eigentlich gar nichts. Daraus schließe ich, dass die Propheten des Klimawandels ihn selbst nicht ernst nehmen.

Ich wäre übrigens schon bereit, ihn ernst zu nehmen, allein, weil wir kein Risiko eingehen sollten: das verbietet uns die Fürsorgepflicht. Auch ich habe bemerkt, dass 20 Grad im Februar für die Eifel sehr ungewöhnlich sind (sowas erreichen wir kaum im Sommer) und das wir den ersten Tornado in der Nachbargemeinde hatten, der 40 Häuser zerlegt hat. Klima ändert sich gerade mal wieder – wie so oft die letzten 100 000 Jahre. Wäre ich König von Deutschland: morgen wären alle Familienunternehmer enteignet, sie könnten es sich mal in der sozialen Hängematte Hartz IV so richtig gemütlich machen – und dann würde ich streng kontrollieren, was ihre Fabriken alles so produzieren. Schadet da was er Umwelt, würden wir den Laden still legen. Ähnliches gilt aber auch für alle Firmen: wer Mist produziert, wird stillgelegt. Niemand bräuchte sich mehr über die Dummheit der Verbraucher beschweren, wenn der giftige Müll überhaupt nicht mehr die Regale erreicht – und Idiotien wie der SUV gleich schon am Reißbrett ausgetrieben würden. Wissenschaft und Ingenieure würden Philosophen als Vorgesetzte bekommen, die jede Idee erstmal auf ihre soziale und ökologische Verträglichkeit prüfen, bevor Fabriken ihre Monster millionenfach auf die Menschheit loslassen … und Huch: auf einmal merken sie, was es heißt, „Linker“ zu sein. Die managen die Angelegenheiten zum Wohle des Volkes – und anstatt Arbeitsplatz gibt´s dann Bürgergeld.

Wetten, dass sie solche Ideen, die wirklich faktisch etwas verändern würden – und auch die menschlichen Emissionen schnell radikal senken würden – niemals durchkriegen werden?

Dafür … bekommen wir jetzt andere Maßnahmen: die Ökodiktatur – aber nur für kleine Leute. Ich werde jetzt mal ein paar Zitate wagen, die einer sehr renomierten Tageszeitung (siehe Zeit) entnommen sind, veröffentlich am 5.4.2019:

„Das von nachdenklichen Menschen geliebte Einerseits/Andererseits ist durch diesen Ernstfall ausgehebelt, alle Graustufen sind weggewischt, mit denen man sich als lebenserfahrener Grübler sonst selbst genüsslich quält.“

Dieser Satz … beschreibt die Wirklichkeit nach Ankunft des Führers, der endlich – ein für alle Mal – den Menschen sagt, wo es langgeht. Dieser Führer braucht ein Ermächtigungsgesetz, mit dem er zum Wohle aller hart durchgreifen kann.

„In Zeiten der Klimakrise also erscheinen Denkfiguren überholt, die zentral und rundweg positiv besetzt waren seit Mitte des 20. Jahrhunderts: die Ambivalenz, die Mehrdeutigkeit, die Unentscheidbarkeit.“

Kurzum: der ganze normale Dialog der Wissenschaft wird ersetzt durch ein Papsttum, dass per Dekret unfehlbar ist – als wäre „Wissenschaft“ jemals unfehlbar gewesen. Und wie das aussieht, kann man ja jetzt schon sehen:

„Und das könnte bei weiter steigenden Temperaturen die Sehnsucht nach jenem ökoautoritären Durchregieren befördern, das schon jetzt in China mit beachtlichem Erfolg ins Werk gesetzt wird. Die verstörende Schlussfolgerung lautet: Demokratien, die unter allen Umständen an Ambivalenz festhalten und damit ihr Lebenselixier bejahen, setzen gerade damit dieses Lebenselixier aufs Spiel.“

Der beachtliche Erfolg der Chinesen. Todesbusse im ganzen Land auf der Jagd nach Organen, 200 Millionen Wanderarbeiter, Einheitspartei: ein Traum … für manche. Ja – nun verstehe ich eher, wieso manche Kreise auf einmal überall Marxisten sehen. Auch nach den Enteignungen können sich Diktaturen bilden, die Mehrheit der Diktaturen etablieren sich historisch gesehen jedoch vor den Enteignungen: also bevor Linke überhaupt in die Nähe von Macht kommen. Historisch wühlen wir uns gerade noch mühsam aus den Jahrtausende alten weitweiten Diktaturen heraus, unsere Demokratien sind noch ganz jung – und schon der Wissenschaft ein Dorn im Auge. Und was hier so schön „Ambivalenz“ genannt wird, ist nichts einfach als die Vernichtung der Grundlage jeder Wissenschaft (die viele schon lange vergessen haben und die die Apologeten von Gwup und Psiram durch die Dystopie der Unantastbarkeit der Wissenschaftler ersetzen wollen) und jeder Demokratie: der Wunsch, Wahrheit per Befehl setzen zu können – und die Wahrheit mit Waffengewalt durchzusetzen. Dann kann die Erde endlich wieder eine Scheibe sein, Schädelvermesser dürfen den Wert eines Menschen bestimmen und Ärzte, Chemiker,Ingenieure und Architeken ein Wettrennen beginnen, wer die effektivsten Vernichtungslager baut.

Man hat aus dem Dritten Reich echt noch nicht viel gelernt – noch nicht mal da, wo man es am besten studieren konnte.

Bleiben wir mal nüchtern: die Menschheit wird den Klimawandel überstehen. Die Welt auch. Stimmt die Theorie vom menschengemachten Klimawandel, dann werden wir auch da durch müssen: wir haben wieder neue Rekordwerte beim CO2-Ausstoß (siehe z.B. FR), sehe nicht, wie wir das wieder zurückdrehen können.

Es wäre ganz übel – und schon ein schlechter historischer Scherz – wenn sich die Wissenschaft beim Klimawandel geirrt hätte, wir aber wieder ein politisches System aufbauen, dass dann alternativ zum Klimawandel die Massenvernichtung erledigt. Und es geht schon längst gegen den Menschen an sich: der Verzicht auf Kinder (Kinder sind Klimakiller Nr. 1 – neben der Butter, den Megastädten, den Kuhblähungen oder der Landwirtschaft…um nur ein paar der „Nr. 1“ Kandidaten zu nennen) wird als Mode propagiert (siehe ebenfalls: Zeit). Plan ist, jedem Menschen ein CO2-Kontigent zuzuteilen – wer es überschreitet, muss bezahlen. Zufälligerweise stört das die reichen Klimasünder am wenigsten – die SUV und Jets giften weiter herum … aber die Armen können sich dann gar nichts mehr leisten.

Oder ihre Kinder bekommen eine CO2-Prämie, wenn die Eltern ihrem Leben früh ein Ende setzen, weil sie die Fortpflanzungsprämie nicht mehr erwirtschaften können.

Es muss jedem Menschen klar werden, dass wir – sollte die Klimahölle ausbleiben – gerade dabei sind, eine Menschenhölle zu etablieren. Viele leben schon in dem Vorgarten der Hölle, in Hartz IV. Diese Hölle wird mit Sicherheit kommen. Alle führenden Kräfte arbeiten daran, sie zu etablieren – weil sie einfach maximale Rendite garantiert … bei gigantischem Verschleiß an Personal, doch das interessiert keinen. An der Rettung des Klimas … nun: daran arbeitet offensichtlich keiner der Entscheider. Im Gegenteil: der Privatjetmarkt wächst. Wir Deutschen haben da weltweit den zweiten Platz inne (siehe Welt). Mehr brauche ich nicht zu wissen um zu beurteilen, wie ernst der Klimawandel in den Augen der Experten wirklich ist.

PS. in der kleinen Gemeinde Roetgen, die einst auch meine Heimat war, beschädigte der Tornado innerhalb von 20 Sekunden 40 Häuser, 10 davon so schwer, dass keiner mehr darin wohnen konnte. Innerhalb kürzester Zeit bildeten sich über (das böse) Facebook Hilfsgruppen, die den Betroffenen Hilfe aller Art brachten. Die Katastrophe war schlimm, aber die Menschen sind voller Hoffnung – und überwältigt von der Erfahrung der Hilfsbereitschaft. Das … ist Deutschland jenseits des Renditekultes. Und gerade dieses Deutschland … ist dem Renditekult ein Dorn im Auge. Und mit dem „Klimawandel“ hat dieser Kult nun seine „rote Flut“ gefunden, die es alternativlos werden läßt, alle Demokratie mal wieder auszuhebeln. Ich für meinen Teil nehme lieber den Kampf mit der Natur auf … als die Greuel eines Vierten Reiches zu erleben. Und ich bin gerne dabei, wenn es heißt: „Schließt die Fabriken!“. Sie sind die Quelle der gesamten Umweltzerstörung. Aber ich bin glaube ich der Erste, der zur Rettung der Umwelt diese Forderung erhebt. Aber niemand wird Fabriken schließen – und deshalb werden wir der Klimakatastrophe nicht entkommen. Es sei denn: Wissenschaft hat sich mal wieder geirrt.

PS 2: Bitte nun nicht auf die Idee kommen, auf die Migranten zu meckern, weil die Geld kosten. Die sind auch Menschen – und Menschen kosten nun mal Geld, wenn sie überleben wollen. Zehnmal so teuer wie Migranten – mindestens – sind die „Staatsdiener“, die Beamten. Treue Diener des Vernichtungsapparates, deren Pensionen wir niemals bezahlen können. Kann heute jeder wissen, der es wissen will. Berlin allein muss seine gesamten Schulden verdoppeln, um Pensionen für Beamte zahlen zu können (siehe Morgenpost). Und bevor diese Blase platzt … muss sichergestellt sein, dass Wahlen nie wieder etwas ändern. Unter Angela Merkel haben sich die beliebten Staatssekretärsposten übrigens verdreifacht. Treue kostet halt.

 

 

 

Die Vernichtung der Bundesrepublik Deutschland durch Angela Merkel – und der Einstieg in den nächsten Weltkrieg

Samstag, 23.3.2019. Eifel. Schwierige Zeiten, in denen wir leben. Auch für mich: Zeitnot plagt mich an allen Enden. Für umfangreiche Gedanken ist kaum noch Zeit – und um sie zu studieren noch weniger. Führe ich jetzt aus, was der Titel andeutet, mache ich mich gleich moralisch schuldig, denn ich verspreche Ihnen: es wird Angst machen. Angst ist eigentlich eine sinnvolle und logische Reaktion auf eine Bedrohung – egal ob eingebildet oder real – sie stellt dem Körper für eine gewisse Zeit Ressourcen für Kampf oder Flucht zur Verfügung. Ohne Angst wäre pure Ignoranz die Folge – eine für jegliche Lebensbewältigung untaugliche Lebensphilosophie.

Trotzdem – ist jemand, der Gefahren an die Wand malt nicht mehr gern gesehen in diesem Land.

Bisher waren Sie, lieber Leser, auch immer gewohnt, dass ich meine Aussagen, Analysen, Einschätzungen und Meinungen mit harten Fakten belege – sofern man den Rückgriff auf überall zulässige Informationen des Mainstream in der Zeit nach Relotius überhaupt noch als Fakten bezeichnen kann. Das wird aktuell nicht mehr möglich sein. Die DSGVO hat uns als kleinem Nachdenkmagazin schon die Kommentare verhagelt: wir wären leicht angreifbar – und haben allen Grund das zu fürchten, denn wir wurden auch schon angegriffen, auch von namhaften Akteuren.

Nun droht auch noch Artikel 13 mit Eigentumsrechten – und da ist es unsicher, wohin die Reise geht. Professionelle Journalisten haben mir schon lange geraten, niemals Zitate zu verwenden – doch als ausgebildeter Geisteswissenschaftler habe ich gelernt, so zu arbeiten: wie sonst sollte ich meine Einschätzungen belegen, wenn nicht durch mit viel Mühe gefundenen Zitaten?
Aber es ist halt auch im Gespräch, schon ein einzelnes Wort mit dem Urheberrecht zu belegen … da wird´s dann schwer. Während ich immer noch unter einem – inzwischen sehr undichten – Pseudonym schreibe, ist es seit vielen Jahren üblich, dass jede noch so kleine Nachricht mit dem Konterfei oder wenigstens dem Namen des Journalisten verknüpft wird, der diese Nachricht umformuliert hat: eine Vorbereitung auf eine Neufassung des Eigentumsrechts, in dem Sprache und Gedanken generell auch Eigentum einiger weniger sein können.
Möglicherweise liegt dieser Trend darin begründet, dass nur noch wenige der Sache wegen agieren, umso mehr aber des Geldes wegen. War es früher einem Musikanten eine Ehre, wenn seine Lieder quer durch das Land gesungen wurden, so gieren heute eine Heerschar Anwälte gleich darauf, die Sänger wegen Urheberrecht zu verklagen … als wäre nicht Musik und gute Laune in jedermanns Interesse.

Wozu wird das führen?

Das kann sich jetzt jeder mal selber denken. Vielleicht sollte man sich schnell noch wichtigste Worte rechtlich sichern, die man zu Einkaufen braucht, bevor auch hier Rechte wirksam werden und man mit selbst gemalten Bildern kommunizieren muss, weil Sprache komplett vermarktet wird.

Sie werden also damit leben müssen, dass ich die Quellen, auf die ich mich beziehe, hier nicht mehr nennen werde. Ich kann Ihnen nur versprechen: es gibt sie.
Sie werden auch leicht zu finden sein: doch diese Arbeit kann ich Ihnen nicht abnehmen. Muss ich auch nicht, ich schreibe ohne finanzielle Interessen als Privatmann, kann meine Meinung noch frei äußern und bin nicht verpflichtet, formell perfekte geisteswissenschaftliche Arbeiten abzuliefern.

Stört zwar mein Empfinden bezüglich der Seriösität von Texten – aber damit werde ich leben müssen, bis klar ist, welche Folgen der Artikel 13 wirklich für die Graswurzelschreiber aus dem Volk hat.

Nun zum Thema.

Wer mich kennt und hier schon länger liest, wird bemerkt haben, dass meine Kritik an Angela Merkel bislang nur sehr verhalten erklang – wenn überhaupt.

Den „Merkel-muss-weg“-Hype habe ich immer für völlig idiotisch gehalten und auch mal dagegen argumentiert. Darum mag es verwundern, dass ich eine so harte Überschrift wähle, denn: eigentlich ist Angela Merkel die Kanzlerin des Nichts, der Beliebigkeit und der Belanglosigkeit. Brand war Kanzler der Versöhnung, Schmidt der harte Macher gegen die RAF, Kohl der Kanzler der Einheit, Schröder der Vernichter des Sozialstaates und Merkel die Verkörperung der Bedeutungslosigkeit – so scheint es jedenfalls.

Andererseits war sie die erste Kanzlerin, die offen sagte, dass Wahlversprechen nicht ernst genommen werden dürfen und dass es kein Recht auf Demokratie für Ewigkeit gibt. Und davor war sie die erste Oppositionsführerin, die jemals einer Regierung offen in den Rücken gefallen ist, als Schröder die Teilnahme am Irakkrieg verweigerte: da fuhr sich ganz schnell in die USA und machte eine ganz andere Außenpolitik, schwor, sie würde treu an der Seite der USA stehen, wenn sie erstmal Kanzlerin ist: und schwupps, siehe da: sie war dann auch die nächste Kanzlerin.
Ordnet man die Fakten so, bröckelt des Bild der fluffigen Merkel schnell.

Da ist schon ein knallharter Mensch, der völlig rücksichtslos agiert.

Aber sie hat ja den Atomausstieg möglich gemacht, was Linke immer wollten. Das war doch gut, oder? Das muss einfach gut gewesen sein!

Der Atomausstieg hat den Stromkonzernen Milliarden eingebracht, weil er völlig an den Gesetzen vorbei erfolgte. Zudem dürfen wir jetzt die verstrahlen Altmeiler entsorgen und haben das Problem mit dem Atommüll. Eine Bundeskanzlerin, die Gesetze ignoriert? Der Deutsche würde ausrasten: wenn das die Merkel gewusst hätte! Und nun kommt das unschlagbare Elektroauto, in breiter Front forciert durch die Regierung – und auch die liebe Greta (die aktuelle Umweltheilige des Establishment) deutet freudig auf die Reaktoren als Heilsbringer in der Apokalypse … so dass die Atomkonzerne nun doppelt jubeln dürfen: erst Prämien für Gesetzesbruch, jetzt auch noch Folgeaufträge für viele neue Reaktoren – wie wunderbar.

Aber sie hat doch die Bundeswehr aufgelöst, daraus eine Freiwilligenarmee gemacht – wie es Linke immer wollten? Das war doch jetzt wirklich gut, oder?

90000 Soldaten waren inzwischen in Afghanistan, sie erhalten unterschiedliche Medaillien dafür, die sie klassifizieren. Schon vor vielen Jahren schrieben Autoren des „Stern“ über ein unheimliches Afghanistan-Netzwerk in den Streitkräften … schon eine  schauerliche Vorstellung, dass dieses Netzwerk nun aus 90000 Mann rekrutieren kann. Schlimmer jedoch sind derzeit andere Netzwerke, die aus unseren „Elite-Kämpfern“ hervorgegangen sind. Informieren Sie sich mal über Uniter und die Person mit dem Decknamen „Hannibal“: hier wächst gerade eine rechtsradikale Privatarmee in Deutschland heran, die weltweit auch autoritären Herrschern ihre mörderischen Dienste anbietet. Aus der Bundeswehr wurde eine Brutgrube für demokratiefeindliches Personal, dass schon Listen über linke Politiker und linke Denker führte, die im Falle der Krise hingerichtet werden sollen.

Aber sie hat die Grenzen für die Verfolgten dieser Erde geöffnet, das macht sie nun wirklich endgültig zu unsere heiligen Mutti!

Nun – auch dies geschah (da gibt es umfangreichen Arbeiten drüber) gegen geltendes Recht. Ohne jegliche gesellschaftliche Diskussion wurde aus einem der dicht bevölkertsten Länder der Erde per Order der Kanzlerin ein Einwanderungsland gemacht – obwohl wir gerade nun nicht mit so viel Land gesegnet sind. Und das Ergebnis der Aktion? Ein gewaltiger Rechtsruck in diesem Land. Und jeder, der dagegen Stellung bezieht, wird von hilfswilligen Sozis zum Nazi erklärt und aufs Übelste diffamiert. Ein gewaltiger Sieg für die Gegner der offenen Gesellschaft.
Doch was geschah wirklich in jenem Monaten des Jahres 2015? War es ein großer humanistischer Akt – den man ja nur sehr begrüßen kann?

Es war eine der unverantwortlichsten Entscheidungen, die in diesem Land getroffen wurde, angeregt durch Bilder von ertrunkenen Flüchtlingen im Mittelmeer. Psychoanalatiker haben mir das deutlich erklärt: die willkürliche Öffnung der Grenzen haben viele Menschen bis ins Mark getroffen, gerade jene, die sich sehr mit der Bundesrepublik Deutschland identifizieren, die den Schutzcharakter von Grenzen brauchen und für die die Landesgrenze wir ihre eigene Haut ist. Die Frau, die gerne das einfallslose Muttchen spielt, hat hier einen weiteren genialen Schachzug ausgeführt, der auf den ersten Blick – wie die anderen auch – gut aussah und sich gut verkaufen lies, aber letztlich viele Menschen mit dem Gefühl völliger Schutzlosigkeit zurück lies … und die Akzeptanz des so wichtigen Asylrechts so sehr verringerte wie noch nie zuvor in diesem Land. Zudem verrohte und verblödete die politische Kultur durch diese irre Tat vollkommen: jene „Generation Doof“, die Jahre zuvor von Journalisten ausgemacht wurde, fand in der hirnlosen Debatte Nahrung genug, sich flächendeckend zu etablieren.

Wie mit den Flüchtlingen dann wirklich umgegangen wird, erlebe ich in unserem Dorf jeden Tag: sie wohnen gegenüber. 20 Personen auf 100m2, Männer, Frauen, Kinder, Christen, Muslime – alles durcheinander. Eine Schwarzafrikanerin mit neugeborenem Kind weigerte sich radikal, das mutige Sozialexperiment zu betreten – so radikal, dass die Polizei kommen musste. Sie hat es geschafft, der Situation zu entfliehen.

Das alles aber hat mich immer noch nicht gegen Angela Merkel positioniert: wer kann schon ernsthaft Zorn gegenüber netten kleinen Muttis hegen?

Aber sie verfolgt ihren Kurs ja immer weiter, und der Kurs ist seit 2014 stabil.

Damals hatte sie – noch in England weilend – der Ukraine Hilfe gegen Russland zugesagt, im Anschluss daran fand man ja auch – völkerrechtswidrig – Bundeswehrsoldaten auf Erkundung in der Ukraine. Haben wahrscheinlich schon wieder alle vergessen. Seitdem wird in Deutschland mit eiserner Faust durchregiert: Putin und Russland sind wieder der Feind – wie seit hundert Jahren schon (also: Russland. Putin ist neu, ansonsten bleibt alles beim Alten).  Aber Merkel macht noch mehr als massiv die Destabilisierung der europäischen Friedensordnung zu betreiben, die uns 74 Jahre lang vor europäischen Kriegen schützte.

Blicken wir dazu mal nach Mali – auch nach Aussagen der dort tätigen Bundeswehr einst eine Vorzeigedemokratie – nein, DIE Vorzeigedemokratie in Afrika. Wir jedoch unterstützen dort nicht die Demokratische Regierung, sondern den Militärputsch, der diese Regierung beseitigte – bzw. das Chaos, das nach dem Putsch übrig blieb. Für die Blauhelme der UN war Mali eine der verlustreichsten Einsätze ihrer Geschichte, was Mutti nicht stört, kaum wahrgenommen von der Öffentlichkeit haben wir jetzt 1000 Mann dort, die … da was genau machen?

Frankreich im Kampf um Bodenschätze zu unterstützen. Um Uran, genauer gesagt: damit unsere neuen AKW´s zur Förderung unserer Elektroautos auch genug Saft haben, stehlen wir den Bewohnern Malis ihre Bodenschätze. Viele Malier sind deshalb auch sauer auf uns und sprechen von „Kolonialismus“.

Nebenbei erfüllen wir dort noch ganz andere Aufgaben, bzw. das machen jene Söldner, die dafür bezahlt werden: die Flüchtlingsströme werden mit Waffengewalt aufgehalten. Böse Geschichte, würde ich gerne zitieren, aber Sie wissen ja: Artikel 13 droht. Ich hatte das aber früher schon mal zitiert – und warte noch auf den gesellschaftlichen Aufschrei, der leider ausbleibt. Wir reden da nicht drüber, dafür haben wir ja das Wort für Schwarzafrikaner aus dem Sprachschatz gestrichen und verboten, sogar Bücher wurden wieder vernichtet – wieder im Namen des absolut „Guten“.

Endgültig offenbar wird der Kurs der Angela Merkel jedoch erst dieser Tage, wo sie ihr größtes Projekt offenbart: den Flugzeugträger. Der letzte, der so ein massiv umweltschädliches Projekt verfolgte, war Adolf Hitler. Er war auch der letzte, der deutsche Soldaten nach Afrika und Asien schickte – und auch der letzte, der Todeslisten von Linken anlegen lies. Wir sehen: geschichtlich bewegen wir uns mit großen Schritten zurück.

Offen reden US-Militärs vom unausweichlichen Krieg mit China, Frankreich und England verlegen ihre Flugzeugträger schon mal in den Pazifik – und der deutsch-französische Träger wird ihnen folgen. Keine Sorge – der kommt nicht zu spät: ein Krieg mit China wird lange dauern, anders als im 19. Jahrhundert oder im Zweiten Weltkrieg ist dieses Land nun ebenfalls hochgerüstet und kann nicht mehr wehrlos ausgeplündert werden. Ein Traum für die Rüstungsindustrie: der nächste dreißigjährige Krieg, der neben dem ewigen Krieg gegen den Terror die Kassen klingeln lässt als wäre man Atomstromkonzern.

Alle Anleger jubeln jetzt schon.

Ein Flugzeugträger macht nur Sinn, wenn man die Meere beherrscht – er ist nämlich sehr verletzlich (weshalb Hitler seinen nie fertig gestellt hat, der liegt heute immer noch halb fertig auf dem Grund der Ostsee). Sein Nutzen? Man kann Flugzeuge dort einsetzen, wo sie sonst nie hinkämen: weit außerhalb des eigenen Territoriums. So ein Schiff ist eine Kriegserklärung an alle Länder außerhalb Europas, eine schwimmende Drohung, seine kolonialen Interessen mit Waffengewalt durchsetzen zu können. Diese absolute Angriffswaffe konnte auch nur gebaut werden, weil man die Strafbarkeit der Vorbereitung eines Angriffskrieges ersatzlos aus dem Strafgesetzbuch gestrichen hat – welch´ Zufall.

Damit ist die alte, friedliche Bundesrepublik endgültig gestorben. Es spricht ja auch in der Ära Merkel niemand mehr von der „Bundesrepublik Deutschland“ – sie ist gestrichen worden wie viele andere Wörter auch. Wir sind jetzt nur noch „Deutschland“ – wie 1914 oder 1939. Und wie damals rüsten wir gewaltig auf. Kritisieren zwar Trump auf breiter Front – aber wenn er befiehlt, das wir mehr für Rüstung ausgeben müssen, denn setzen wir das sofort um!

Irrer geht´s kaum.

Vernichtet wurde die erste funktionierende Demokratie auf deutschem Boden. Leidenschaftlich streitende Politiker mit Charakter und bewegter Lebensgeschichte wurden flächendeckend durch Parteiklone ersetzt, die nie mit dem realen Leben in Kontakt kamen und in sich eine eigenständige Kaste bilden – von ganz rechts bis ganz links (ja – auch Frau Kipping gehört jetzt zur gehobenen Gesellschaft des Bundespresseball, wo „die“ sich feiern). Eine Kaste, die in der Ära Merkel mit gewaltig gestiegenen Bezügen belohnt wurde. Auch Linke.

Es scheint wie ein Traum, dass es mal ein Deutschland gab, wo sich die Jugend aufmachte, die Welt zu verändern: ihr Frieden zu schenken, Freiheit von alten Zwängen, Glück und Geborgenheit für jedermann zu erschaffen, eine Welt, in der Politiker mit aller Macht um den richtigen Kurs rangen – und so über Jahrzehnte eine stabile Demokratie schufen, die einzigartig in der deutschen Geschichte war. Ein Deutschland, das reumütig war – und seine Armee als Bürger in Uniform verstand, die niemals mehr einen Fuß auf fremden Boden setzen sollten. Ein Land, dass sich weltweit für Frieden aussprach, vermitteln konnte und trotz aller Macht sehr bescheiden auftrat.

Dieses Land ist nun vernichtet.

Wir schließen nun enge Freundschaftsverträge mit einem Frankreich, dass sich in kurzer Zeit in eine Bestie verwandelt hat, die Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt: schon tausende wurden von der Polizei verkrüppelt, weil sie langsam merken, dass Goldman-Sachs ihnen seinen Agenten als Präsidenten vorgesetzt hat – und die Polizei macht fröhlich mit. Dieses Wochenende warten wir furchtsam darauf, was wohl die Sonderheinheiten der Armee mit den Demonstranten anstellen werden.

Und mit diesem Frankreich, in dem die Demokraten von der Polizei verstümmelt werden, Hände, Augen und Füße mit extra dazu gebauten Spezialwaffen ab- oder ausgeschossen bekommen, haben wir nun einen ganz engen Freundschaftspakt, der uns noch enger zusammen führen soll – anstatt dass wir uns für den Erhalt der Demokratie und der körperlichen Unversehrtheit von Demonstranten einsetzen.

Wie gut, dass hier niemand mehr demonstriert – außer die Schüler, die engagiert für die Wiedereinführung der Atomkraft demonstrieren, ohne das groß zu merken.

Das Merkeldeutschland ist ein anderes Land geworden, als die Bundesrepublik war. Es ist dunkler, brutaler, seine Obdachlosenzahlen steigen – wie auch die Zahlen der Kriegsgewinnler in Form von Millionären. Es plustert sich auf als Klimaapostel und Retter der Klimawelt, hat aber die höchste Dichte von Irrsinnsautos (SUV) in Europa – Tendenz steigend. Und nebenbei plant es den Bau von Flugzeugträgern, die nun wirklich nicht klimaneutral sind. Aber dafür gibt es jetzt eine neue hochrangige Arbeitsgruppe, die Ihnen vorschreiben wird, wie sie durch eigene Einsparungen den Dreck des Trägers wieder aufwiegen können: Deutschland ist wieder im totalen Krieg, jeder hat seinen Beitrag zu leisten.

Die Geschichte wird Angela Merkel genau so ansehen: als Zerstörerin der ersten deutschen Demokratie – und als die Kanzlerin, die Deutschland auf Kriegskurs gebracht hat. Und nach dem Sieg über China wird es den neuen Krieg geben: das mächtige deutsch-französische Konglomerat wird im Sinne der Doktrin der transatlantischen Seemächte keinen Bestand haben dürfen: sie beeinflussen den Zugriff der Seemächte auf den eurasischen Kontinent … müssen also fort.

Da ist für die nächsten hundert Jahre also für Unterhaltung gesorgt.

Die Offensive der inhumanen Globalisten – ein vorläufig letzter Statusbericht

Montag, 4.3.2019. Eifel. Rosenmontag. Heute vor 10 Jahren wurde der Eifelphilosoph geschaffen. An einem Rosenmontag – mit anderem Datum.  Aus einer Laune heraus – und auf Drängen des Herrn Marigny de Grilleau, der seitdem selbst ein sehr passabler Schreiber geworden ist. Seit einiger Zeit – das merkt man schon – komme ich weniger zum Schreiben. Seit einiger Zeit werden die Gedankengänge auch länger – was so sein muss. Bei Facebook betreibe ich eine kleine Außenstelle, die ich beim Frühstück mit Text füllen kann – nur kleine Gedankensplitter, die aber nichts bewirken, sofern die Zusammenhänge nicht eingeflochten werden – meist geschieht das in zeitraubenden Antworten auf fragende Kommentare. Ich serviere dann doch lieber ein ganz fertiges Stück, dass Fragen erübrigt, aber zu Ergänzungen aus eigener Erfahrung anregt – oder aber zu profundem Protest einlädt.

Nun – vielleicht ist es nach zehn Jahren Zeit, den „Eifelphilosophen“ wieder aus dem Verkehr zu ziehen  – er war nie dazu gedacht, so lange zu wirken, noch dazu gedacht, knapp 30 Bücher ins Netz zu setzen – in Form von knapp 3000 Artikeln in verschiedenen Formaten. Mein Antrieb zu diesem Schreibwahn war immer klar: nicht, den Großphilosophen Konkurrenz zu machen, sondern die Kunst der Philosophie wieder zu den Menschen zu bringen, praktizierender Philosoph  zu sein, der seine freie Zeit dazu einsetzt, seine Ausbildung zu nutzen, den Geist der Aufklärung aufrecht zu erhalten, zum Selberdenken einzuladen – und anstelle von vielen Fragezeichen in den Raum zu setzen plausible Gedankengänge abzuliefern. Ca. 30000 Artikel habe ich selbst in der Zeit gelesen, dazu einige Dutzend dicke Bücher, um einige Schwerpunkte zu vertiefen, mir selbst Klarheit zu verschaffen, bevor ich mit diesen Gedanken an die Öffentlichkeit gehe.

Manche Arbeit hätte ich mir sparen können – andere waren da schneller. David Talbot zum Beispiel in „Das Schachbrett des Teufels“, der das Wachstum der „heimlichen Regierung“ in den USA detailliert beschrieb – wer sich durch dieses leicht lesbare Buch hindurcharbeitet, wird auch keine Fragen mehr zu „nine-eleven“ haben: es bedarf wesentlich weniger Hypothesen, die Tat in den Kreisen dieser heimlichen Netzwerke zu verorten, als sie einem nierenkranken Muslim anzudichten: und nach dem Satz von Okham ist Wahrheit jene Theorie, die mit den wenigsten Hypothesen auskommt. Schon müssen wir nicht mehr erklären, wieso ein drittes Gebäude ohne Flugzeugtreffer eingestürzt ist, wir müssen uns nicht mehr darüber wundern, dass ausgerechnet der Plastikausweis eines Attentäters den Glutball überstand, der ein Hochhaus zu Fall brachte – noch müssen wir uns wundern, wie ein Stahlbau, der Schlimmeres hätte aushalten sollen, von weichem Aluminium zerschmettert wurde. Es wäre ziemlich unwissenschaftlich, der Verschwörungstheorie der Regierung zu folgen – aber was soll sie auch machen? Wer ungestraft den beliebtesten Präsidenten der USA – der wie kaum ein anderer das „gute“ Amerika verkörperte, das freie Land, das alle Unterdrückten in der ganzen Welt ebenfalls zur Freiheit verhelfen wollte – ermorden kann … der beherrscht das Land, hat eine Macht in Händen, die weit jenseits des normal Vorstellbaren ist.

Wer dann noch Fragen zur Weltpolitik hat, darf gerne dazu „Krieg und Frieden, der Weg in die Weltdiktatur“ von Thomas P.M. Barnett lesen. Nein, kein Verschwörungstheoretiker, sondern ein Professor vom Naval War College. Er warnt auch nicht davor, das eine Weltdiktatur kommen würde, sondern weist den Weg auf, wie man diese Diktatur aufbaut – weshalb der Fischer-Verlag ein ganz besonderes Vorwort zu der Arbeit verfasst hat. Unter anderem möchte er dazu eine hellbraune Mischrasse installieren – was nebenbei bedeutet, dass die kleine weiße Elite der USA in Zukunft recht allein dastehen wird mit ihrer strahlend weißen Haut – was ihrer Herrschaft eine zusätzliche Note verleiht, weil diese weiße Haut aus den Unterrassen herausgezüchtet wird. Globalisierung ist das Kampfwort, das Barnett angibt – und es bedeutet nichts anderes, als dass den gewaltigen Kapitalballungen der USA überall Zutritt zu gestatten ist, damit sie mit ihren selbstgedruckten Dollar wertvolles Eigentum der Vasallenländer privat erwerben können. Seitdem kämpfen auch größte deutsche Konzerne ums Überleben – wer zu klein ist, kann schnell geschluckt werden.
Wer sich also fragt, wie es sein konnte, dass die CDU, die sich noch nie als großer Ausländerfreund profiliert hat, auf einmal im September 2015 alle Grenzen öffnet, für jedermann, in vollem Bewusstsein dass dies radikale Veränderungen auch in der politischen Landschaft Deutschlands nach sich ziehen wird, findet bei Barnett seine Antwort: auch wir müssen unseren Beitrag zur Erzeugung der Mischrasse leisten, in der neuen Weltordnung ist für die armen Schichten eine braune Hautfarbe vorgesehen. Wir werden dieses Thema andersmal vertiefen müssen.

Es scheint natürlich auf den ersten Blick fremdartig: wir und alle anderen Natoländer nur Vasallen der USA – wie Barnett es vorgibt? Und doch folgen wir sofort – auch wenn wir kein Geld haben. Unsere Angestellten schimpfen in breiter Front über Trump – aber folgen seinen Befehlen. Der Wehretat wird gewaltig aufgestockt – dafür muss Geld da sein. Insgesamt 90000 Soldaten waren inzwischen schon in Afghanistan (siehe Spiegel) – und überraschenderweise ist dies nicht der längste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Wir haben uns nur schon sehr daran gewöhnt, dass deutsche Stiefel wieder weltweit marschieren. Es verwundert auch nicht, dass aus diesen Kreisen eine neue Schattenarmee erwächst, die Todeslisten mit linken Politikern anfertigt (siehe swr): hat man den Menschen erst mal die Tötungshemmung abdressiert, kommen die auf die ulkigsten Ideen, was sie mit den neuen Qualitäten anfangen können. Und wir können uns ja sicher noch erinnern, wie schnell Angela Merkel in den USA war, nachdem Schröder die Teilnahme am Irakkrieg abgesagt hatte – um devot ihre Ergebenheit zu demonstrieren. Wundersamerweise ist diese Frau aus dem Osten, bei der mir bislang durch keine sonderlichen Qualitäten aufgefallen ist, seitdem Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland (die seitdem auch nur noch „Deutschland“ genannt wird – als wäre der Status einer Bundesrepublik völlig bedeutungslos …) – mit voller Unterstützung der Atlantikbrücke, die fleißig darüber wacht, dass der angesagte Amerikanismus als Kernreligion durchgesetzt wird.

Wenn da aber mal einer wirklich nicht spurt, braucht man nur seltenst Waffengewalt. Die Methodik der Machtausbreitung beschreibt John Perkins sehr detailliert in seinem Buch: Bekenntnisse eines economic hit man – doch das ist schon älter. Wir haben in der globalisierten Welt ganz andere Methoden, um die „Bösen“ zu Räson zu bringen: Sanktionen. Was dem deutschen Arbeitslosen droht – der in seinem Rechtsstatus in dieser Hinsicht praktisch weit unter den strafgefangenen Mördern, Pädophilen und Vergewaltigern angesiedelt wird – droht auch jedem Land, dass „böse“ ist – sich also den Forderungen der Globalisierer widersetzt: Sanktionen! Es wird einfach die Lebensgrundlage entzogen: den Rest erledigt die Natur.

Darüber hinaus gibt es ganz einfach Methoden, Länder zu zügeln, die eigenmächtig handeln wollen: wer aus der Reihe tanzt, dem … „misstrauen die Märkte“ … und sein Rating wird herabgesetzt. Bedeutet für die – dank intensiver Lobbyarbeit – chronisch verschuldeten Staaten Kosten, die sie nie mehr tragen könnten … und die nur durch massive Kürzungen im sozialen Bereich aufgefangen werden können. Rüstung – das haben wir am Beispiel Griechenland gesehen – steht ja nicht zur Disposition.

Was Barnett auch vorgibt: der IQ der Bevölkerung sollte gesenkt werden, es reicht, wenn sie einfachste Arbeiten ausführen können, die anspruchsvollen Arbeiten werden durch die weiße Herrrenrasse ausgeübt (na – wo hatten wir da schon mal in der Geschichte? Kann sich noch einer erinnern? Gab schon mal Feldversuche zu dem Thema. Direkt hier, in Deutschland). Das schreibt er zwar nicht so direkt – ist aber eine einfach Schlussfolgerung aus seinen Thesen, die wir ebenfalls sofort umgesetzt haben: unser Bildungsniveau sinkt beständig, Ziel an den Schulen ist auch schon lange nicht mehr „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ sondern „Selbstvermarktung in absolutem Gehorsam“.

In den Bereichen der Wissenschaft wird schon längst beschrieben, dass die Demokratie tot ist (siehe u.a. Colin Crouch, Postdemokratie oder die Arbeiten von Jean Ziegler oder Noam Chamsky) und nur noch als Fassade besteht – was die Mehrheit der Deutschen auch so sieht. Was sie noch nicht sehen, ist, wie professionell das große Geld jede Gegenbewegung sabotiert um zu verhindern, dass so etwas wie ´68 je wieder passiert. Es ist auch nicht sonderlich teuer, wie man in der Mainstream-Presse nachlesen kann (siehe Süddeutsche). Eine ähnliche – oder die gleiche – Umsturz-GmbH lässt sich auch in Deutschland beobachten – und in den USA. Nur nehmen das nur wenige Ernst – meistens jene, die ihr zum Opfer gefallen sind.

Zerrüttende Agenten im Einsatz – mitten in Deutschland? Nein, nicht nur hier. Es sind die gleichen Methoden, die bei Umsturzversuchen in der Ukraine oder in Ägypten eingesetzt werden, das gleiche Personal ist aktiv (und finanziell fantastisch ausgestattet), nur sind die Zielrichtungen andere: gefährliche Bewegungen im Inneren des „Kerns“ (nach Barnett generell: die Natoländer, denen übergeordnet die „five Eyes“, deren Geheimdienste auch folgenlos deutsche Kanzler (Schröder und Merkel) abhören dürfen und darauf schauen, dass die Herde auf Kurs bleibt) zu stoppen. Dazu gehören: die Piratenpartei, die Grundeinkommensbewegung, die Linken, die Mahnwachen für den Frieden, die Occupy Walstreet Bewegung – und nur ein paar zu nennen. Hauptsächlich werden die regierungskritischen Aktivisten lächerlich gemacht (ja: diesmal die Aktivisten, nicht die Regierungen) und sozial absolut deklassiert: da werden Aluhüte verliehen und rechtsextreme Themen untergeschoben. Niemand stört sich daran, dass die Helden unter den Aluhutverleihern völlig irre historische Theorien verbreiten – und auch sonst jede Bildung vermissen lassen. Mein Liebling ist ja immer noch die in den Medien weit herumgereichte Hobbywelterklärerin (siehe Wired):

Es gibt Gründe, warum Menschen so etwas glauben wollen. Sie möchten sich die Welt erklären, obwohl sie vieles nicht verstehen. Anstatt manchmal zu akzeptieren, dass die Welt scheiße ist und es Kriege und Krankheiten gibt — und es dafür keinen Grund gibt —, werden Verschwörungstheorien erfunden.

Kriege fallen vom Himmel, so möchte man meinen. Krankheiten auch. Was brauchen wir noch Friedensarbeit, historische Konfliktforschung oder die ganze Medizin, wo wir doch solche Koryphäen haben, die sich mittels der Methodik der Diffamierung und der Schmähkritik für die Spitze der aufgeklärten Welt halten. Das Krankheiten mit Umweltgiften zu tun haben können – und Kriege immer …. IMMER und NUR … von Menschen gemacht werden … immer mit langer Vorbereitung im Bereich Rüstung und Politik … können wir jetzt vergessen. Was einfach so kommt: dagegen kann man nichts tun. Wer mehr über den Einsatz dieser gut geschulten Irren in Deutschland und den USA erfahren möchte, darf in Andrea Dreschers Buch „Wir sind Frieden“ den Ausführungen von Fee Striffler folgen (Seite 140). Für einen späteren Artikel sammle ich gerade noch weitere Informationen dazu – allerdings wurden meine Informanten von bekannten „linken“ Aktivisten schon massiv bedroht (mit Kindesraub – das muss man sich mal vorstellen), so dass es schwer werden wird, hier weitere Namen zu nennen. Ich kann nur sagen: man wäre überrascht, wer noch alles an der Erfüllung von Barnetts Alpträumen arbeitet. Ich jedenfalls: war außerordentlich überrascht – und bin seitdem noch zurückhaltender geworden.

Eine ganz einfach Methode der Vernichtung ganz breiter Kreise kritischer Kommentatoren lässt sich derzeit am Beispiel der „Neopresse“ beschreiben, die schon wieder den Besitzer gewechselt hat. Da schrieben hunderte, auch sehr respektable Autoren, die nun plötzlich alle in seltsame Kreise eingeflochten werden, denn: da kauft jemand gerade viele Webauftritte auf: die genannte Neopresse, Krisenfrei, Politaia (ein sehr rechter Haufen, schon damals), Watergate TV neben einem Versandhaus für Survialgedöns und „Deutschlands größter Finanzredaktion“ – alles im Verbund. Doch was wird da nebenbei vermittelt – lange nach den Strafeinzeigen gegen die eigentlich 2013 eingestellte Politaia? Ein Autor Namens „Proletheus“ darf der breiten Öffentlichkeit 2017 vermitteln, dass das ganze Judentum eine bösartige, satanische Sekte ist (nein, sowas verlinke ich nicht). Und somit sind – mit nur wenig Arbeitseinsatz – alle Autoren jener Auftritte „verbrannt“. Ja: man darf sich nicht wundern, wenn man dann in die rechte Ecke gestellt wird: da ist aber dann mal nicht die Amadeus-Antonio-Stiftung die Ursache des Ungemachs sondern jene, die diesen gefährlichen Unsinn des „Führers“ neu beleben wollen.

Hört sich defätistisch an? Ist es aber nicht. Für die Bildung eines geschlossenen Widerstandes im Sinne von Humanität, Menschlichkeit, Solidarität, im Geiste der alten Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit brauchen wir ein klares Bild des Gegners – schlichtweg als „festen Boden unter den Füßen“. Den haben wir noch lange nicht. Derzeit werden jene, die eine menschlichere Welt wollen, immer noch hinweggespült von einem breiten Tsunami des reinen Irrsinns – und verstehen gar nicht, wie ihnen geschieht, während in der Umwelt beständig neue zivilisatorische Grenzen fallen, ohne dass es großartigen Widerstand gibt. Ein Beispiel? Gut – wir sollten aber langsam mal zum Schluss kommen.

Jens Spahn führt ja gerade einen neuen Flankenangriff auf die Menschlichkeit aus: es geht um die Organspende. Per Staatsbeschluss wird jeder Bürger zum Organspender erklärt, oder – um es in der Ärztesprache zu übersetzen – zum „Organpaket“ … und das, obwohl die Hirntodtheorien auch von Transplantationsmedizinern als unhaltbar beschrieben werden (siehe Focus). Der Hintergrund ist einfach: man kann Organspenden nur bei lebenden Menschen entnehmen – ist einer wirklich tot, ist das „Organpaket“ nicht mehr verwertbar. Für Ärzte, die nach dem Eid des Hypokrates arbeiten, ein im Prinzip unlösbares Dilemma, müssten sie doch Spender und Empfänger gleichermaßen am Leben halten – aber es gibt ja auch Ärzte wie Dr. Mengele, der im Namen der „Wissenschaft“ unsägliche Gräuel zu verantworten hat. Oder Ärzte wie Dr. med. Eben Alexander, der aus einem tiefen, prinzipiell tödlichen Koma „überraschenderweise“ wieder erwacht ist – und der Welt der Menschen einen „Blick in die Ewigkeit“ schenkte: „Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirugen“. Während es aktuell Wissenschaftsdiskussionen darüber gibt, eine neue Forschung über das Bewusstsein jenseits der unzureichenden materialistischen Dogmatik anzugehen (siehe: Grenzwissenschaften) arbeiten andere Strömungen an der völligen Auslieferung des Menschen an die Organmärkte – wie der verstorbene Prof. Peter Oberrender, der vorschlug, dass doch Hartz IV-Empfänger ihre Organe verkaufen sollten (siehe nrhz). Oberender war einer der 68 Gründungsväter der AfD.

Aber Wissenschaft ist in unseren Zeiten leider größtenteils „Gekaufte Forschung“, wie Prof. Dr. Christian Kreiß in seinem gleichnamigen Buch beschreibt – und deshalb in diesen Zeiten auch kaum noch verlässlich.

Was machen wir also mit diesem „Eifelphilosophen“? Nun – er wird weniger zu lesen sein, deutlich weniger … jedenfalls in dieser Ausführlichkeit.
Und was machen wir mit dem „Widerstand“ – nachdem „Aufstehen“ scheinbar auch schon unterwandert und eingestampft wurde?

Vor zehn Jahren las ich dazu mal eine irre Idee – aus den USA, wo die Entwicklung schon deutlich weiter fortgeschritten ist. Wir sollten Klöster schaffen, so hieß es, verschworene Gemeinschaften, in denen der Geist der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte, der Geist der Aufklärung, des Humanismus, der Traum einer ewig friedlichen Welt sicher bewahrt wird – für die ferne Zukunft, wenn der Ungeist der Moderne sich ausgetobt und erschöpft hat.

Vor zehn Jahren habe ich darüber mild gelächelt, hielt es für weit überzogen – heute lächle ich nicht mehr. Heute muss ich damit leben, dass die führenden Persönlichkeiten des Silicon Valley, die neuen Pharaonen der technischen Welt, Blut zur Lebensverlängerung trinken (siehe Zeit) und unsterbliche Götter werden wollen, dass altgediente Demokratien ihre Bürger verstümmeln, dass 50 Prozent der europäischen Kinder krank sind (siehe Focus) … und das Speicherfehler im Nachrichtenspiegel den ganzen Artikel wieder löschten – bitte deshalb um Entschuldigung, dass alle Links im Artikel verschwunden sind – ich kann sie auch aus zeitlichen Gründen nun nicht mehr nachreichen, ebenso die letzten Ausführungen nochmal nacharbeiten.

Denke: es geht eine Zeit zu Ende. Für uns alle.

Wie Deutschland seine Leistungselite vernichtet

Sonntag, 17.2.2019. Eifel. Deutschland – ein Land in dem wir gut und gerne leben. So lautet jedenfalls die Parole, die man aufzusagen hat, wenn man gefragt wird. Hier ist alles gut, hier ist alles wunderbar, hier ist alles Gold, was glänzt. Alle sind fleißig, alle sind tüchtig, alle senken ergebendst ihr Haupt vor der Obrigkeit, was diese huldvoll annimmt. Obrigkeit – das sind Spitzenpolitiker, Verbandsfunktionäre, angestellte Konzernlenker, Kirchenfürsten, Medienleute – kurzum: alles, was nur irgendwie „oben“ ist. Und dieses „Oben“ hat sich gut eingereichtet, es ist permanent im Gespräch, weil sie Medien nur auf sie konzentrieren. Wer weniger auffällt sind jene Menschen, die sich das Leben nehmen, weil sie dieses Land einfach nicht mehr aushalten – so wie jüngst erst eine 11-jährige in Berlin (siehe Focus).

Das muss man sich mal vorstellen: Selbstmord mit 11 Jahren. Suizid von Kindern ist die Bankrotterklärung einer Gesellschaft – nur vom Hörensagen kenne ich Berichte, dass dies eine Erfindung der Neuzeit ist: Kindersuizid. Suizid ist generell ja ein differenziert zu betrachtendes Thema: für japanische Samurai ist die Selbsttötung höchste ehrenhaft – und ähnliches hörte ich auch aus dem Management (ein ziemlich alter Artikel im Spiegel, der mir grob in Erinnerung ist) … das man bei Versagen sich besser das Leben nimmt. Doch Kinder? Entwickeln in dem Alter das erste Mal rationale Konzepte vom Tod – die meist noch von Angst geprägt sind (siehe grin.com). Wie groß muss die Angst sein, dass sie die Angst vor dem Tode – dem absolut Ungewissen, dem Nichts – überwindet und jenen Zustand erstrebenswerter findet als das Leben selbst? Zumal ein Leben, kaum begonnen hat, dessen Verlauf man überhaupt nicht abschätzen kann, das noch viele Freuden und glückliche Momente bereit gehalten hätte?

Der Grund für den Suizid bei diesem 11-jährigem Mädchen wird im „Mobbing“ gesucht. Schule – das ist unter Kindern allgemein bekannt – ist kein Zuckerschlecken. Pausenzeiten sind oft weitgehend rechtsfreie Räume, dass in unsere Ordnung das Gewaltmonopol beim Staat liegt, scheint vielen Eltern unbekannt, die ihren Kindern erstmal irgendeine Form von Nahkampfausbildung angedeihen lassen – Aikido, Judo, Jiu-Jitsu, Karate, Boxen – bevor sie sie auf die Straße loslassen … wo solche Ausbildungen dann auch schnell zu Taten werden. Natürlich nur aus Gründen der Selbstverteidigung. Die letzten Weltkriege wurden aus genau denselben Gründen gestartet: der Selbstverteidigung. Ich nehme mal an, dass dies für alle Kriege gilt.

Auf jeden Fall gilt es für die Sozialkriege des beginnenden 21. Jahrhundert, die in Deutschland starteten, nachdem die USA mit ihrem „workfare“-Konzept den Weg vorzeichneten: fortan galten die Schwachen nicht mehr als schwach sondern als dumme Schuldige, vor deren Gefräßigkeit sich der Start zu schützen hatte – was er dann auch tat. Mit aller Gewalt wurden „Arbeitslose“ psychisch unter Druck gesetzt, sozial geächtet, als seien sie alle Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder und hinsichtlich ihrer sozialen Sicherheit weit unter diese Tätergruppen eingestuft: während die Straßgefangenen noch regelmäßige Mahlzeiten, Obdach und ärztliche Versorgung erhalten, wurde das den Arbeitslosen nach Bedarf und Willkür völlig gestrichen – was niemanden je groß störte. Nur vereinzelt gab es noch Kritik.

Auf der anderen Seite standen dann die „Leistungsträger“ – worunter man genau genommen nicht jene verstand, die wirklich eine messbare Leistung erzielten sondern jene, die einfach viel mehr Geld zugeteilt bekamen als andere. Ja: richtig gelesen: zugeteilt. Jeder in Deutschland – von der Kanzlerin über den CEO der Konzeren bis hin zum Sozialleistungsempfänger bekommt jeder Geld zugeteilt. Von anderen – die das so bestimmt haben. Eine kleine Ausnahme sind Unternehmer, „Selbstständige“, wo noch ein gewisser Prozentsatz wirklich das Geld erwirtschaftet, dass auf seinem Konto ist. Unternehmer – nun, sie gelten uns als das Rückgrat der Wirtschaft, ihr Ideenreichtum, ihre Schaffenskraft, ihre Einsatzfreude halten das Land am Leben … so könnte man meinen. Mal abgesehen davon, dass in diesem Land nur jener Unternehmer werden kann, der Geld von anderen für seine Ideen bekommt (z.B. von Banken oder Investoren) gehört zum Schritt in die Selbständigkeit ja auch ein gewisser Mut, denn: auf einmal ist man für alles selbst verantwortlich. Angestellt bei einer großen Firma ist das schon schöner – man kann locker mal zwei Wochen krank sein, während der Selbstständige sich das gar nicht leisten kann – vor allem nicht in der Aufbauphase. Und was man auch nicht oft sieht: die meisten scheitern. Uns lehrt man nur die Erfolgsgeschichten „vom Tellerwäscher zum Millionär“, die vielen Misserfolgsgeschichten erzählt man nicht so gern … und viele davon enden in der Tat tödlich.

Eine dieser Geschichten habe ich heute mal mitgebracht. Es geht in der Tat auch um Suizid. Der Grund jedoch ist nicht Mobbing, nicht Krieg oder schmerzhafte Krankheit, nicht Liebesleid oder Todessehnsucht sondern … die Krankenkasse.  Also: die private Krankenversicherung. Eine Versicherungsart, die niemand braucht, die aber vor vielen Jahrzehnten eine Marktlücke entdeckt haben – eine Lücke, von der man schon damals wissen konnte, dass sie nicht weit tragen kann. Kernidee war: wir sondern einfach die jungen, gut verdienenden, gesunden Menschen aus dem normalen Krankenkassensystem aus – und weil die jung und gesund sind, viel verdienen (ergo in der Theorie auch viel arbeiten müssen) können die sich Krankheit gar nicht leisten, haben kaum Zeit zum Arzt zu gehen und so macht man für ein paar Jahre ein sehr gutes Geschäft. Das dieses Geschäft nicht ewig währt, kann man sich denken, denn: auch Unternehmer werden irgendwann krank. Haben sie – wie man es von Unternehmern erwartet – Millionen gescheffelt, ist das für sie privat kein großes Problem – doch nur die wenigsten Selbständigen kommen in den Genuss von Millionen – immerhin haben wir eine Wirtschaftsordnung des Fressens und Gefressenwerdens – ohne zehn Verlierer kein Gewinner.

Vierzig Jahre später merken auch die letzten, dass das ganze System der privaten Krankenversicherungen womöglich sein Ende erreicht hat – und manche zu Millionären machte (siehe Stern). Man könnte nun erwarten, dass jene, die dieses System ersonnen, das System auch mit ihren privaten Finanzen unterstützen … doch die sind wohl fein ´raus, haben mit Versicherungen für kerngesunde junge Mitmenschen Millionen gemacht – und sich dann fein verabschiedet um nicht die Situation zu erleben, wenn diese Menschen älter werden … und auch mal was nicht so gut funktioniert.

Eines ihrer Opfer hat sich nun zu seiner Leidensgeschichte bekannt. Auch er ist auf die Verlockungen der schnicken Werber hereingefallen, sah die niedrigen Beiträge und sah darin eine Chance, seinen  Unternehmensaufbau leichter zu machen. Hören wir ihm doch mal zu:

„Meine private Krankenversicherung treibt mich in den Suizid

Ich bin seit über 40 Jahren selbständig. Der Anfang meiner Selbständigkeit war mit schwierig noch sehr milde ausgedrückt. Ich lebte über 10 Jahre von der Hand in den Mund. An eine Krankenversicherung war nicht zu denken.

Erst nach 10 Jahren hatte ich dann mal einen Job als Subunternehmer, der ein auskömmliches Einkommen mit sich brachte. Meine Zähne waren in einem katastrophalen Zustand und mußten dringend behandelt werden.

Der Zahnarzt, bei dem ich in Behandlung war, empfahl mir einen Versicherungsvertreter. Bei diesem schloß ich dann einen Vertrag über eine private Krankenversicherung ab. Der damalige Beitrag betrug damals ohne jegliche Selbstbeteiligung in der ambulanten/stationären Behandlung 280 DM oder auf heute gesehen 140 EUR. Nur bei Zahnersatz gab es eine Selbstbeteiligung von 25%.

Nennenswerte Beitragserhöhungen gab es in den ersten 10 Jahren nicht.

Anfang der 2000er Jahre änderte sich dies. Die Beiträge stiegen und stiegen. Ich war irgendwann bei einem Monatsbeitrag von 400 EUR (800 DM) und zog die Reißleine, in dem ich den Vertrag in Bezug auf die Leistungen auf das Niveau der GKV absenkte und eine Selbstbeteiligung in der ambulanten Behandlung vereinbarte. Diese Selbstbeteiligung lag damals bei ca. 1.500 EUR und damit erreichte ich wieder einen Beitrag von 140 EUR. Das war auch bitter nötig, weil sich mein Einkommen rapide verringerte. Ich lebte damals bereits von meinen Ersparnissen….

Es nutzte aber nichts der Beitrag stieg weiter. 180 EUR, 210 EUR, 250 EUR…..ich vereinbarte die höchst mögliche Selbstbeteiligung von 2.700 EUR. Es half alles nichts der Beitrag explodierte in den Jahren 2015 -2017 geradezu. Zuletzt sollte ich 410 EUR bei 2.700 EUR zahlen….

Das heißt ich soll erst einmal rund 7.600 EUR abdrücken, bevor meine PKV für ärztliche Leistungen (ambulante Behandlung) auch nur einen Cent bezahlt…..

Ein vergleichbarer Beitrag in meiner finanziellen Lage kostet in der GKV gerade mal 175 EUR ohne jeglichen Selbstbehalt versteht sich……

Im März 2018 war ich dieser finanziellen Belastung nicht mehr gewachsen. 2017 war bereits die Hölle, denn ein rücksichtsloser Mensch der sich als meinen Freund ausgab (ich kannte ihn damals 35 Jahre) erbte von meiner Vermieterin die Wohnung in der ich lebte. Er erklärte mir mit der Todesnachricht das meine Vermieterin gestorben sei, daß er mir leider kündigen müsse….

Für mich hätte das Wohnungslosigkeit bedeutet…..

Ich wehrte mit meiner letzten Kraft eine Klage gegen mich ab, die dieser „Freund“ gegen mich beim Amtsgericht erhob….

Meine letzten Ersparnisse schmolzen dahin. Ich bekam Hilfe von meiner ehemaligen Lebensgefährtin, die mir einen Betrag monatlich als Darlehen überwies, von dem ich Miete und Leben finanzierte. Das waren ca. 650 EUR/Monat. Ich konnte wählen, ob ich die Wohnungsmiete oder den Beitrag für meine private Krankenversicherung bezahlte….

Ein Dach über dem Kopf war mir wichtiger, als das Bedienen eines Betrugsmodells, als das ich die private Krankenversicherung heute ansehe. Sie treibt die Versicherten vorsätzlich und wissentlich im Alter in den Ruin. Dieser Tatbestand des Betruges wird seit über 20 Jahren vom Bund der Versicherten öffentlich angeprangert. Ergebnis dieser Kritik ist ein Wegducken der Verantwortlichen in der Politik….

Ich teilte Mitte April 2018 der DKV per FAX mit, daß ich zahlungsunfähig sei und sie den Beitrag auf Notfalltarif umstellen sollen. Von Seiten der DKV gab es darauf keinerlei Reaktion. Nicht einmal eine Mahnung…

Anfang Januar bekomme ich Post vom „Landesamt für Soziales Jugend und Versorgung“ . Oooh ich dachte schon vor dem Öffnen des Briefes da käme jetzt endlich Hilfe. Ne, weit gefehlt, dieses Landesamt für „Soziales“ teilt mir mit, daß man ein Bußgeldverfahren gegen mich betreiben würde, weil ich meine private Pflegeversicherung (Bestandteil des PKV Beitrages ca. 35 EUR) über 6 Monate nicht bezahlt hätte. Das ich nicht krankenversichert bin und meine Zahlungsunfähigkeit gegenüber der DKV erklärt hatte, interessiert dieses Amt überhaupt nicht….

Am letzten Samstag dann zwei Briefe unbekannten Absenders im Kasten. Es sind Briefe der Anwälte der DKV. Sie fordern von mir 2.500 EUR. …..und drohen mit Klage….

Meine bislang übertünchten Depressionen und Suizidgedanken sind schlagartig zurück…..es ist diesen Betrügern völlig egal auf einem Menschen zu treten, ihn zu zertreten, ihn in den Suizid zu treiben…..

Ich lebe in einer asozialen Welt, in einem asozialen Land, in einer asozialen Gesellschaft und ich weiß überhaupt nicht wofür ich noch lebe……warum ich noch kämpfe…..

Es ist ein asoziales Drecksland, was immer mehr Menschen auf dem Gewissen hat“

Dieser Mensch – nennen wir ihn Günter, weil er auch so heißt – weiß noch nicht, dass ihm auch Gefängnis drohen kann. Zufällig kenne ich da einen anderen Fall, der nicht namentlich genannt werden möchte und weit unter dem Existenzminimum lebt, weil er … noch Krankenkassenbeiträge nachzahlen muss. Auch mal privat versichert gewesen, aber Hartz IV schützt halt nicht vor Beitragszahlungen – die vom Amt nicht vollständig übernommen werden. Zahlt man nicht, weil man lieber isst, dann: droht Gefängnis. Knallhart. Und da nicht alle Gefängnisse so mögen (weil da eben auch diese Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder gehäuft auftreten, denen man nie das Existenzminimum kürzen könnte), lebt man lieber unter dem Existenzminimum. Gefängnis? Ehrlich? Nun – es gibt saftige Strafzahlungen für jene, die ihre Beiträge gar nicht zahlen (siehe Krankenkassenzentrale) … und bei Strafen ist dieser Staat nicht zimperlich. Man kann diese dann entweder zahlen – oder eben mit gewissen Tagessätzen „absitzen“.

Wie viele dieser Fälle gibt es in Deutschland? Hunderttausende. Von allen gelobt und gepriesen, wenn der Laden gut läuft. Von allen ins Loch geworfen – tiefer noch als die normalen Arbeitslosen – wenn es nicht mehr so gut läuft – egal warum. Das System der privaten Krankenversicherung soll in wenigen Jahren komplett vor dem Aus stehen (siehe auch oben: Stern), die Rechnungen dürfen mal wieder die kleinen Leute zahlen.

Das ist jenes Land, von dem wir immer wieder sagen sollen, dass wir gut und gerne in ihm leben. Ein „Hurra“ der Kanzlerin! Immer mehr können in diesem Land nicht mehr leben … und wagen lieber den Weg ins Ungewisse, in den Tod. Und die Politik – trinkt darauf erst nochmal einen Champagner bei der nächsten Sitzung.

PS: Günter lebt noch. Ich habe die Erlaubnis, eine Kontaktadresse zu veröffentlichen: 2580@gmx.de Vielleicht findet ja jemand tröstende Worte – oder kennt einen Weg aus der Misere. Und wer noch mehr Zahlen haben möchte: da wird auch schon mal bei einer sechsköpfigen Familie verlangt, dass sie von 1800 Euro leben. Im Jahr, nicht im Monat – nicht, dass Sie jetzt anfangen zu träumen. 

Über Hatespeech und Hartztaten

 

Hatespeech ist ja jetzt in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes. Macht mich nicht glücklich – erstmal ist Hass in jeder Form eine sehr üble Sache – egal gegen wen. Schlimmer als Hatespeech finde ich aber Hateworks – also: echte Taten. Da gibt es welche. Mord zum Beispiel. Kann man nie wieder gut machen. Nun sind wir ein sozialer Rechtsstaat auf hohem ethischen Niveau, wir schauen uns genau an, warum gemordet wird – weil wir gerecht sind und sehen, dass viele Mörder vorher Opfer waren. Die Mörder werden auch nicht mehr gevierteilt, nein, sie bekommen eine beheizte Zelle, drei ausgewogene Mahlzeiten am Tag, einen PC ins Zimmer – oder auch ein Aquarium. Andere Menschen bekommen das nicht. Sie bekommen das sogar ausdrücklich weggenommen. Sogar alles: Wohnung, Nahrung, Eigentum – auch ärztliche Zuwendung wird ihnen versagt.. Auch Hateworks, will man meinen. Was haben diese Menschen getan? Kinder missbraucht? Häuser angezündet? Kriege im Ausland begonnen? Welche Tat ist so grausam, dass die Gesellschaft so ungnädig mit ihnen verfährt??? – Nun … die Antwort ist einfach: diese Menschen haben Termine beim Jobcenter verpasst. Darf ich da dann sagen: ich habe den Eindruck, dass dieses Land völlig irre geworden ist – und Hateworks die Politik bestimmen? Kein Wunder, dass diese Politik nun so laut über Hatespeech spricht – wie der Dieb, der laut ruft: „Haltet den Dieb“ – und in eine andere Richtung zeigt. Und manchmal frage ich mich: welche seltsamen Anreize werden hier eigentlich geschaffen?

 

PS: diesmal aus technischen Gründen – was kurzes.

Wie der Faschismus den Zweiten Weltkrieg gewann …

Sonntag, 27.1.2019. Eifel. Jetzt sind wir da – in der Zukunft. Im Jahre 2019. Was war das fern früher, als ich angefangen habe, über Welt und Geschichte nachzudenken. Jetzt ist es … Gegenwart. Und bei weitem nicht so, wie ich es damals erwartet hätte als Schüler oder Student. Wie  ich – und die meisten anderen es erwartet hätten. Ich bin zu jung, um ein ´68er zu sein, habe aber in den siebziger Jahren erlebt, wie sie sich entfalteten: selbstbewusste, aufgeklärte Bürger die ihr Leben in die eigene Hand nahmen, nicht nur an den Profit dachten, sondern vor allem Lebensqualität nicht aus den Augen verloren. Es gab natürlich auch ausgeprägte Idioten unter ihnen – wie überall. Aber die Bewegung selbst – hatte viel Herz und Vernunft. Wir hatten viel Hoffnung damals – auf eine bessere Welt. Sogar in meiner kleinen Heimatstadt Westerholt – 15000 Einwohner, am nordöstlichsten Rand des Ruhrgebietes gelegen – konnte ich als kleiner Junge eine Demonstration von ihnen beobachten: wunderbar buntes Volk, die laut irgendwas über einen „Hoh-tschi-min“ sangen. Später dann – schien es, als ob sie eine neue Welt erschaffen könnten: Kohl wuchs besser, wenn man sich beim Pflanzen nach dem Mond richtete (also das Gewächs, nicht der Kanzler), so lernte ich da. Kriminalität konnte man durch Besänftigung von Erdengeln zum Auflösen bringen (dazu gab es eine kleine Studie – der Bildhauer, der diese Richtung vertrat, hat auch das erste slowenische Wappen entworfen) – und die Nahtodesforschung zeigte erste Ansätze, dass das Leben … wie die alten Schriften schon immer sagten … den Tod überdauert (jedenfalls: das Bewusstsein).

Was immer auch nun von diesen Ansätzen zu halten war: sie gaben Hoffnung auf eine andere Welt als jene, die sich zu entfalten drohte – die Welt der totalen nuklearen Vernichtung. Oder eine Welt der totalen, umfassenden ökologischen Katastrophe, die die Erde unbewohnbar machen würde. Und wenn das nun nicht reichen sollte, hatte das Dritte Reich der Welt eine ganz besondere Dystopie hinterlassen: die Vision einer Welt, in der überflüssige, unerwünschte, nicht angepasste Menschen mit industriellen Mitteln kostengünstigst dem Tode preisgegeben und in Massen verbrannt werden, nachdem man sie zuvor ausgeschlachtet hat (Haare und Goldzähne, wohlgemerkt, ein Lampenschirm auch Menschenhaut gehörte wohl auch dazu – und Seife aus Menschenfett … ein Grund auch, weshalb ich dem harmlos klingenden Thema „Organspenden“ nicht gerade begeistert gegenüber stehe). Eine dunkle, finstere Kultur hatte sich damals breit gemacht in Deutschland – aber nicht nur dort. Wir haben unser Augenmerk immer nur auf Nazi-Deutschland gerichtet – und damit unsere Rolle gespielt, so getan, als sei das eine rein deutsche Erfindung – dabei gab es den Faschismus überall, auch in den USA, in Frankreich, in England, in Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Japan, Italien, Belgien, Holland, Polen, Ungarn, Ukraine – um nur ein paar Länder zu nennen, die mir so spontan einfallen.

Und er hat den Krieg gewonnen.

Wir erzählen lieber eine andere Geschichte: die, in der das übermächtige Deutsche Reich mit gigantischen Armeen Europa und Afrika überflutete und nur durch eine Allianz der freien Völker im letzten Moment aufgehalten werden konnte, so eine Art „Herr der Ringe“ der Weltgeschichte mit Saurons Thron mitten in Berlin und den Deutschen als unmenschliche Orks, die man nach Belieben abschlachten durfte (denke da an viele Hollywood-Produkte, die uns lehren, wie man die Welt zu sehen hat) – dabei waren die Streitkräfte der Deutschen zahlenmäßig weit unterlegen. Wir erzählen die Geschichte, wie die vereinte Menschheit den bösen Geist Faschismus besiegt hat, der darauf hin in die Finsternis verbannt wurde, wo Heulen und Zähneknirschen herrschte – und nie wieder im Kreis der Welten gesehen wurde.

Und doch – hat er den Krieg gewonnen.

Gegen den Faschismus anzugehen – und zwar konsequent und radikal – war eine der Hauptantriebskräfte der deutschen ´68er. Kein Wunder deshalb, dass aus manchen Kreisen – in der Regel extrem rechts angesiedelt – heute die Kritik kommt: der Marxismus hätte die Weltherrschaft übernommen. Ja – damit muss ich mich erstaunlich häufig auseinandersetzen: mit der These, der Marxismus würde die Welt beherrschen, vor allem Europa, erst Recht Deutschland – dem Land der Berufsverbote für Kommunisten. Es sind junge Leute, die diese Sicht der Dinge in die Welt tragen – offenbar bar jeder historischen Bildung. Was kann man anders hinter solch´ einer Wahnidee vermuten als die „Dienste“, die schon die verschiedensten kruden Legenden in die Welt gesetzt haben um zu verhindern, dass sich die Menschen zu demokratischen Gemeinschaften zusammenschließen – und erkennen, dass Nazideutschland nur ein Bauernopfer war, dass die Geschichte des Faschismus – jenes dunklen, menschenverachtenden und menschenfressenden Kultes – eine Geschichte ist, die nicht mit Hitler begann und mit seinem Tode endete, sondern eine Geschichte, die im Materialismus des 19. Jahrhunderts geboren wurde – und aktuell neue Triumphe der Grausamkeit feiert.

Der Faschismus – er hat den Krieg gewonnen.

Nun werden Sie sagen: was weiß denn schon dieser kleine Blogger aus der Eifel? Ist es nicht der, der beständig vor der Widerkunft des Faschismus, der Widerkunft des Antichristen warnt? Warnt nicht sogar Psiram schon vor ihm (in der Tat: ja – betrachte das als besonderes Güte-Siegel)? Ja – in der Tat: als Antifaschist der siebziger Jahre bin ich da sehr geprägt worden, pflege deshalb auch immer noch ein wenig Sympathie für die Antifa, die damals das machte, was die Polizei nicht konnte: die Straßen sicherer. Aber keine Sorge: ich möchte Sie jetzt nicht mit eigenen Gedanken ängstigen – wie Sie vielleicht in den letzten zehn Jahren gemerkt haben, pflege ich meine Meinung grundsätzlich auch durch Zitate zu belegen und bin auch in der Lage, sie ausführlich zu begründen. Nicht ich bin der Meinung, dass der Faschismus gewonnen hat – sondern die demokratischen Kräfte in den USA. Das können Sie noch eine Zeit lang selbst nachprüfen: wenn Sie diese Zeilen lesen können, dann können Sie auch auf die Mediathek von „Arte“ zurückgreifen – jenem Sender, der mir vom Fernsehdeutschen immer genannt wird als jener, wegen dem sie überhaupt noch fernsehen. Und dort finden Sie einen Film mit dem bekannten Journalisten Chris Hedges, er heißt: „Trump und der Staatsstreich der Konzerne“.

Es kommen auch drei Philosophen in diesem Film vor, der einem über weite Strecken Lebenszeit stiehlt, in dem er von dem Rostgürtel der USA berichtet. Der Film kommt aus Kanada, wo es scheinbar auch eine gesunde antifaschistische Kultur gibt, Guido Giacomo Preparata wurde dort aufgenommen, nachdem er durch seine Werke die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Nationalsozialisten und der US-Wirtschaft analysiert und veröffentlicht hatte und zu dem auch die geisteswissenschaftlicher Tradition aufdeckte, die in den USA den Zeitgeist bestimmt: eine Tradition, die den grausamen Marquis de Sade als Ursprung beschreibt: sozusagen als Antichrist, als Held einer dunklen Kultur, für die Nächstenliebe, Mitleid, Hilfsbereitschaft, Ehre, Anstand und Höflichkeit nur „Sozialromantik“ ist, die es zu überwinden gilt. Ebenso kam aus Kanada jener Film, der uns das grundsätzlich bösartige (hier im Sinne der Kriminalpsychologie verstanden) Wesen aller weltweit operierenden Konzerne aufzeigte, gegen das – wie dort überzeugend demonstriert – sogar die allmächtigen CEO´s nicht machen können: Corporation hieß er, habe ihn ja schon oft empfohlen.

Einer dieser Philosophen hatte auf diesen Putsch der Konzerne schon sehr früh hingewiesen … und ihn als „Putsch in Zeitlupe“ beschrieben (aus Angst, wie er selber zugab – denn es gab keine Zeitlupe), ein Historiker beschrieb, dass diese Bewegung als „Backlash“ schon in den sechziger Jahren begann – jene Zeit, die die Weichen für die Gegenwart gestellt hat, markiert durch einen großen Coup: die Ermordung zweier Präsidenten der USA. Beides Kennedys. Der erste wurde ermordet, um die Macht des neuen Systems zu demonstrieren, dass nicht nur im Ausland Staatsführer beseitigen konnte, der zweite wurde als Präsidentschaftskandidat ermordet, weil die Seilschaften und Netzwerke sich damals noch zu angreifbar fühlten und Robert Kennedy als Präsident (und das wäre er wohl geworden) den Mord an seinem Bruder hätte aufklären wollen. 2001 – wir kennen das ja – waren die Netzwerke dann so stark, sicher und gefestigt, dass sie mehrere Hochhäuser in New-York sprengen konnten, um Anlass für neue weltweite Kriege zu haben. Ich war zwar beim Kennedymord nicht dabei und habe nine-eleven nur live im Fernseher gesehen, schätze aber als ausgebildeter Wissenschaftler den Satz von Okham sehr, dass wir immer die Hypothese als wahr annehmen sollen, die die geringste Anzahl von Annahmen braucht. Während die Einzeltäterhypothese um Lee Harvey Oswald und die Osama bin Laden-Legende ganze Berge von Hypothesen (also: unbewiesene Behauptungen) brauchen und mehr Fragen aufwerfen als sie erklären, ist die Hypothese, das dies der „Geheimen Regierung der USA“ zuzuschreiben ist, wesentlich einfacher und plausibler darstellbar – und zudem ist sie erschöpfend, lässt viel weniger Fragen offen.

Zum Kennedymord verweise ich auf David Talbot und sein Werk „Das Schachbrett des Teufels“ – vor allem sind hier jene Passagen bedeutsam, die die Kollaboration von weiten Teilen der US-Elite mit Nazischergen nach 1945 beschreiben – und jene Passagen,  die belegen, wie viele Nazis auf einmal im BND aktiv waren. Man könnte sagen: wir hatten von Anfang an keine Chance, die gleiche Macht, die uns die Demokratie schenkte, legte uns auch eine Natter ins Nest, damit diese Demokratie sich nie entfalten konnte.

Kommen wir nun zu dem Film – damit wir die Bilder der Deutschnazis aus dem Kopf bekommen: es ist in der Tat nicht Hitlers Faschismus, der den Krieg gewann – sondern jener des italienischen Diktators Mussolini. Auch Faschismus, deutlich weniger barbarisch als der Deutsche, aber klar in der Struktur. So was kann man ganz offen im US-Fernsehen senden. Es ist die Allianz von Konzernmacht und Staatsmacht, die diesen Faschismus auszeichnet – nicht mehr und nicht weniger. Es gibt auch einen Begriff dafür:

„Korporatismus“ – „Als Korporatismus wird die Kontrolle eines Staates oder einer Organisation durch große Interessengruppen bezeichnet“ (im Film: 8.28).

Und – für uns nicht weniger wichtig:

„Mussolini setzte Korporatismus gewaltsam gegen das eigene Volk durch. Heute wird er in den USA von den Mainstreammedien und durch Propaganda durchgesetzt. Es gibt wenig staatliche Gewalt“. (9.28).

Gut – man kann gegen den Film anwenden, dass er vor dem Konsum von Bildern warnt, durch die hauptsächlich manipuliert wird, aber selber nur Bilder bringt anstatt Text – aber das ist wohl dem Konsumverhalten des Bürgers in der korporatistischen Diktatur geschuldet. In den siebziger Jahren erfolgte der Durchmarsch der Korpokratie – die Folgen haben wir damals schon erlebt und erleben wir heute immer noch. Eine irre Geschichte, die Chris Hedges da erzählt: die Weltgeschichte der letzten 80 Jahre: der Triumph des italienischen über den deutschen Faschismus – mehr nicht. Trump – passt eigentlich gar nicht in diese Erzählung … aber wenn es gegen Trump geht, ist ja immer alles gut. Und außerdem bedient er die Herren der USA an allen Ecken und Enden – so bleibt ihm Kennedys Schicksal erspart.

Sicher – es gibt weniger Gewalt als zu Zeiten Mussolinis. Dafür mehr gelenkte Massenmedien, deren Aufgabe vor allem darin besteht, die Menschen zu spalten. Dafür wird viel Geld ausgegeben. Sehr viel. In den USA sind es hauptsächlich die (Wort mit N am Anfang, darf in Deutschland nicht mehr genannt werden), die für Gruselgeschichten herhalten müssen, die Nachrichten sind voll von bösen Schwarzen, die die netten Weißen bedrohen – die Gefängnisse auch. In Deutschland – wo über den alltäglichen Rassismus in den USA und die offenen Aufmärsche klar am Faschismus orientierter Organisationen so gut wie gar nicht berichtet wird – wird die Manipulation anderes durchgeführt – auch unter Zuhilfenahme geübter Wendehälse aus der DDR … wir haben halt zu wenig N…. und zu wenig Juden, da müssen sich die Medien etwas anderes einfallen lassen – aber davon gibt es ja genug: die Linken waren es in meiner Jugend, dann waren die Arbeitslosen dran – und sind es heute noch, dann immer mal wieder die Ausländer (gemeint sind: Türken – nicht Briten oder Franzosen), der Islam und jene, die gegen den Islam sind (ja – sowas entsteht, wenn „Dienste“ das Volk manipulieren: da ist dann der Islam böse – und jene, die gegen den Islam sind, sind auch böse – und keinen stört´s) und „die Rechten“ (wobei dann hier der Mussolini-Nazi gegen vermeintliche Hitlernazis wettert). Aber damit wir nicht zur Ruhe kommen, werden auch andere Säue durchs Dorf getrieben: „jeder vierte Deutsche ist täglich Fleisch“  – wobei völlig außer acht gelassen wird, dass Hähnchen nur ein Bruchteil der Umweltbelastung von Kühen und Schweinen verursachen, der Diesel ist in kurzer Zeit vom Klimaretter zum Umweltsünder geworden, die Haustiere (Pferde, Hunde – weniger Katzen) sind ebenfalls Klimakiller – und überall lauert der Krebs.

Deutschland ist für die Mussolini-Faschisten ein wichtiges Land, wer Deutschland beherrscht, beherrscht Europa – darum konzentriert sich der Wahnsinn hier so sehr, dass sich kein Deutscher mehr auf die Straße traut: es könnte ja in der Demo bekannt werden, dass man gestern ein Schnitzel gegessen hat, einen Diesel fährt und einen Hund besitzt, gegen oder für Islamismus ist – und es gibt ja da noch eine Menge weiterer „No-Go´s“, über die eifrige Blockwarte aufmerksam wachen.

Das ist nun – die Realität. Die Ausgangsbasis für den Widerstand. So werden Historiker in fünfhundert Jahren urteilen: nach den Monarchen herrschten die Faschisten – und sie brachten diesmal die ganze Welt an den Abgrund.

Was letztlich triumphieren wird? Nun – auch darüber klärt uns Chris Hedges auf: die Kultur des Mitgefühls, des Mitleids, der Nächstenliebe. Wirkt wie ein großer kosmischer Kampf: Christ gegen Antichrist. Liebe gegen Hass. Mitleid gegen Grausamkeit. Aktuell triumphieren Grausamkeit und Hass – und haben ihren Zenit noch lange nicht erreicht. Aber darüber – habe ich ja schon oft geschrieben. Auch wenn man kein religiöser Mensch ist, hat man hier eine klare Richtlinie: geschieht es aus Hass, ist es grausam – ist es falsch, auch wenn man gegen die bösesten Bösen anzutreten meint.

So einfach kann das Leben sein.

PS: Ich merke, es ist Zeit für ein persönliches Wort des Eifelphilosophen. In der Tat: so viel schreiben wir früher kann ich nicht mehr. Mein Leben hat sich in den letzten zehn Jahren sehr verändert – auch durch Kinder, die nun schwerbedindert sind. Zeit – ist für mich ein außerordentlich knappes Gut. So wichtig mir das Denken und seine Verbreitung auch ist: ich werde die Zeit dafür nicht von meinen Kindern stehlen – noch kann ich auf Gelderwerb verzichten. Lebe zwar sehr spartanisch – aber auch auf mich warten Minirenten, auf die ich mich vorbereiten muss, um überhaupt noch aktiv sein zu können. Nun – meine Stammleser haben es schon gemerkt: seit September letzten Jahres kann ich nur noch unregelmäßig schreiben, was manche verärgert hat. Das ist verständlich – wer will schon lange suchen um zu finden, was man möchte. Habe mich also hingesetzt und geschaut, wann ich denn noch Zeit und vor allem: Muße habe, um Gedanken umfangreicher zu begründen – und das ist alle zwei Wochen der Sonntag morgen. „Wort zum Sonntag“ – gibt es nun eben alle zwei Wochen auf diesem Kanal. Mehr – ist leider nicht drin, obwohl noch so viel zu tun wäre. Und nach bald zehn Jahren „Eifelphilosoph“ (am 19.2. ist es soweit) ist es auch mal Zeit, Danke zu sagen, Danke für jene Leser, die … seit zehn Jahren dabei sind. Die dabei geblieben sind, als die kleinen spöttischen Texte länger wurden – und nun selten unter 3000 Worten bleiben. Aber wirklich: würde ich kürzer schreiben hätte ich die gleiche Arbeit, dass merke ich bei Facebook: da schreibe ich nur kurze Texte – aber die muss ich dann in den Kommentaren ausführlich erläutern. Ich mache es lieber anders herum: erläutere einfach schon vorher gründlich, dass erspart dann viele unnütze Debatten. Und auch Danke … für die vielen kleinen Geschenke, die mich im Laufe der Zeit erreicht haben. Bilder, Bücher, Worte … die haben alle einen besonderen Platz in meinem Herzen – und an meinem Schreibtisch. Also: soweit überhaupt noch Platz ist. 

 

Der Fall Magnitzky – von journalistischen Coups, unterschiedlichen Blickwinkeln und der Abscheu vor Lügen

Wir sind Frieden

Manchmal – muss man auch den Mut haben, andere zu Wort kommen zu lassen – diesmal Andrea Drescher, die ein Interview mit einem Filmemacher gedreht hat. Es geht um den Fall Magnitzki – über den es schon einen Film gibt, produziert von ZDF und ARTE … doch bislang noch zurückgehalten bzw. abgesetzt (hierzu: siehe FAZ). Der Filmemacher hat eine spannende Reise hinter sich – wurde er doch bezahlt, um die Legende vom bösen Putin anzuheizen und ihm einen Mord anzuhängen. Während der Dreharbeiten jedoch – stieß er auf andere Wahrheiten, die … ehrlich gesagt … sehr verstörend sind. Man kommt nicht drum herum zu sagen, dass Meinungsfreiheit in Deutschland inzwischen die Freiheit ist, angesagte Meinungen ergebendst nachzubeten, wer das nicht macht, ist: Verschwörungstheoretiker, Nazi, Rechtsoffener oder wie man Staatsfeinde und Ausgestossene heute noch so nennt. Es sind außerordentlich bedenkliche Entwicklungen, die uns hier begegnen – und im Falle des Filmemachers Nekrasov die Vernichtung der wirtschaftlichen – und sonstigen – Existenz. Hier also das Interview, das Andrea Drescher mit dem Filmemacher führte:

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Von journalistischen Coups, unterschiedlichen Blickwinkeln und der Abscheu vor Lügen

Ein Interview mit dem Filmemacher Andrej Nekrasov über die Hintergründe zum „Fall Magnitzki“ (www.magnitskyact.com), geführt von Andrea Drescher, erstmals publiziert am 13.1.2019 in den Nachdenkseiten. https://www.nachdenkseiten.de/?p=48384. Da dieses Interview, das auf die Freiheit der Berichterstattung in Russland und dem Westen eingeht, möglichst viele Menschen erreichen soll, wird es hier als Gastartikel publiziert.

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher! Bertolt Brecht

Dieses Brecht-Zitat sollte allen Journalisten ins Stammbuch geschrieben sein. Journalismus bedeutet, zu berichten, was man sieht, nicht was man sehen möchte. Nicht jeder ist gleich ein Dummkopf, der nicht die ganze Wahrheit sieht. Jedes Sehen ist perspektivisches Sehen, geprägt durch den eigenen persönlichen Hintergrund. Aber insbesondere Journalisten müssen alles daransetzen, über die Grenzen der „eigenen“ Wahrheit zu gehen – um so im Sinne Brechts nicht zum Verbrecher zu werden.

Als der 1958 in Leningrad geborene Andrej Nekrasov 2007 den Film über die Ermordung von Alexander Litvinenko publizierte, hätte niemand erwartet, dass er sich rund 10 Jahre später würde anhören müssen, ein vom Kreml finanzierter Anhänger des Putin-Regimes zu sein – er selbst wohl am wenigsten. Er hatte am Bett seines Freundes gesessen, als dieser qualvoll an einer Polonium-Vergiftung starb, wofür Nekrasov und viele andere der Regierung bzw. Putin selbst die Verantwortung gaben.

Er war auch 2014 als Vertreter der liberalen russischen Intelligenz davon überzeugt, dass in Russland ein autoritäres System herrsche, gegen das man sich wehren müsse und das, wie der Fall Magnitzki belegte, seine Gegner gnadenlos ermorde. Als sich ihm die Möglichkeit bot, den Fall filmisch aufzubereiten, war er daher sofort Feuer und Flamme.

Es sollte ein Film über den Whistleblower Sergej Magnitzki werden, doch es kam anders als ursprünglich geplant. Das Problem: Im Gegensatz zu vielen westlichen Journalisten konnte Nekrasov die vom involvierten US-Geschäftsmann Bill Browder zur Verfügung gestellten Belege und Dokumente des Falles selbst lesen. Mit erstaunlichen Folgen. Es war eine schmerzhafte Erfahrung für ihn, festzustellen, dass die offizielle Story mit der Realität wenig bis gar nichts zu tun hatte. Der daraus resultierende Film dokumentiert diesen Erkenntnisprozess und stellt einen anderen Whistleblower in den Mittelpunkt: Andrej Nekrasov selbst.

Im Interview berichtet Nekrasov, wie es zu dem Gesinnungswandel kam und was dieser Prozess für ihn bedeutete. Er gibt seine jetzige Einschätzung auf Russland wieder und berichtet von Folgen, die diese Positionierung für ihn persönlich nach sich zog. Seine Erfahrungen zeugen davon, wie schwer Journalismus, der sich der Wahrheit und nicht den eigenen Glaubenssätzen verpflichtet fühlt, es gerade hier im Westen inzwischen wieder hat. Andrej Nekrasov kann davon ein sehr persönliches Lied singen.

Wie wird man vom gefeierten systemkritischen Dokumentationsfilmer zu einem Filmemacher, dem vorgeworfen wird, Anhänger der Regierung Russlands zu sein?

Darauf gibt es keine kurze Antwort, das war ein sehr langer Prozess. Es ist nicht so, wie man es aus Filmen kennt, nicht die Entscheidung zwischen der roten und der blauen Pille. Es ist ein Weg der Erkenntnis. Eines habe ich auf diesem Weg gelernt: jede politische Analyse wird geprägt durch den eigenen Blickwinkel. Die Art und Weise, wie man eine Situation betrachtet, hängt immer auch von der eigenen Agenda, dem eigenen Standpunkt ab. Aber diesen kann man verändern – muss man verändern, wenn man merkt, dass die Fakten gegen den bisherigen Standpunkt sprechen.

Das heißt, Sie wurden nicht vom Kreml für den Film bezahlt?

NEIN!

Als Sie den Film über die Ermordung Litvinenkos drehten, waren Sie ja ein entschiedener Kreml- und Putin-Kritiker. Wie kam es zu dieser Veränderung?

Der Mord an Alexander war für mich ein Schock. Ich war unendlich wütend. Er war mein Freund, ich begleitete ihn bis zu seinem Tod. Jemandem bei dieser Art des Sterbens zusehen zu müssen, ist furchtbar. Ich war überzeugt davon, zu wissen, wer ihn umgebracht hat und warum.

Sie waren überzeugt – sind Sie es nicht mehr?

Ich habe es definitiv geglaubt. Inzwischen verfüge ich über Informationen über seine Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten. Heute bin ich nicht mehr so sicher … Wobei ich – auch mir selbst gegenüber – zugeben muss, dass ich bereits damals ganz leise Zweifel hatte. Die Motivation war mir unklar. Worin lag das Interesse der Regierung, des russischen Staates, jemanden wie Sascha zu ermorden? So bedeutend und gefährlich war er letzten Endes nicht. Viele, auch regierungskritische Menschen haben das damals gesagt. Aber das Ganze hat mich so extrem mitgenommen, Zweifel hatten da keine Chance. Erst durch den Fall Magnitzki geriet mein Bild über Russland, über das „Regime“, ins Wanken.

Wie sah Ihr Bild denn aus?

Vermutlich wie bei den meisten Liberalen, die das Russland unter Putin als eine Art Sowjetunion 2.0 einordnen. Unser Kampf gegen den Staat ist der Einsatz für das Gute. Gegen den unfreien Staat, der seine Kritiker bedroht, der die Medien steuert, gegen das System, das seine Bürger politisch unterdrückt. Das alles ist zwar auch nicht ganz falsch, aber es verschleiert die Tatsache, dass Russland Teil eines globalen, kapitalistischen Systems mit einer brutalen Wirtschaft geworden ist. Unterdrückung findet bei weitem nicht mehr nur politisch statt. Das Geld, die Wirtschaft, ja der Kapitalismus haben in Russland inzwischen viel stärkeren Einfluss als irgendeine Ideologie. Das wird aber von fast allen übersehen – ob im Westen oder bei den Liberalen in Russland. Wer Russland verstehen will, muss das Finanzimperium in Russland unter die Lupe nehmen.

Wie würden Sie die Situation in Russland heute einschätzen?

Russland ist ein autoritärer Staat. Aber der Herrscher ist das Geld, nicht Putin. Damit haben der Westen und Russland mehr gemeinsam, als es viele Menschen, auch sich selbst gegenüber, zugeben wollen. Der Zusammenbruch der Sowjetunion hatte das Land schwach gemacht. In dieser Position der Schwäche wurde es quasi in einer Art „Blitz-Privatisierung“ vom Westen übernommen. Die sogenannten Reformer unter Jelzin wurden vom Westen aus gesteuert. Keiner wusste, was es bedeutet, zu privatisieren, was es heißt, das kollektive Vermögen der Bevölkerung zu verteilen. Privatisierung um jeden Preis, Privatisierung war der Fetisch, der Kapitalismus war fast gottgleich. Es galt beinahe als moralisch, in diesem Privatisierungsprozess die eigene Bevölkerung auszurauben. Man war froh, dass die Jahre des sowjetischen Missmanagements vorbei waren – was dazu führte, dass noch viel wildere kapitalistische Jahre folgten. Während dieser Jahre mussten breite Bevölkerungsschichten viel mehr leiden, als das in der Sowjetunion zumindest in den post-stalinistischen Jahren der Fall gewesen war. Es war die Kombination von kindlicher Naivität, Konfusion und brutaler neoliberaler Politik – mehrheitlich aus dem Westen – die dazu führte, dass das Land ausblutete. Gleichzeitig schämten sich viele Menschen für ihre eigene Vergangenheit. Die liberale Intelligenz schien dagegen in ihrer moralischen Überlegenheit bestätigt.

Welche Position nimmt die liberale Intelligenz in Russland ein?

Sie steht schon seit Jahrhunderten für den Konflikt zwischen den Unterdrückten und dem russischem Staat. Viele unserer größten Dichter – Tolstoi oder Dostojewkski als Beispiele genannt – befassten sich in ihren Werken mit der Auseinandersetzung zwischen dem autoritären Staat und dem gebildeten, intellektuellen Widerstand, der sich für die unterdrückten Massen engagierte. Autokraten als Feindbild der Intellektuellen, ob in der Zarenzeit, während des Kommunismus oder heute unter der Präsidentschaft von Putin. Diese Intelligenz forderte Freiheit und Demokratie und war begeistert von dem, was Jelzin und der Westen ihnen versprachen. Die Masse hatte zwar nicht genug zu essen – aber: „Hey – endlich haben wir Demokratie!“. Es kursierte der Spruch „Selbst wenn die Mafia unsere Wirtschaft übernimmt, alles ist besser als der Kommunismus“. Und dann kam Putin, stellte sich gegen Teile der Oligarchie, sorgte für Ordnung, für die Einhaltung der nationalen Interessen Russlands. Von seiner Regierung gingen für uns damals ähnliche Signale aus wie von der Sowjetunion. Oberflächlich betrachtet, aber für uns – die liberale Intelligenz, zu der ich mich ja auch zählte – äußerst bedrohlich. Wir wollten keine Rückkehr in die dunklen Zeiten der Unfreiheit. Für die breite Bevölkerung stellte sich diese neue, starke Regierung völlig anders dar. Sie hoffte auf einen starken Führer, der im Land wieder für Ordnung und wirtschaftliche Stabilität sorgt und gleichzeitig sicherstellt, dass Russland seine Würde wieder zurückbekommt. Das hat Putin erreicht. Zumindest in bestimmten Grenzen, denn natürlich haben die Oligarchen immer noch sehr viel Einfluss im Land. Wie weit dieser reicht und wie überraschend gering die Macht der russischen Regierung wirklich ist, zeigt ja gerade der Fall Magnitzki mehr als deutlich.

Inwiefern?

Bill Browder hat seine Geschichte „Der russische Staat hat meinen Anwalt umgebracht und Putin ist letztlich dafür verantwortlich“ überall unter die Leute gebracht. Auch in Russland. Fast die gesamte russische Presse ist seiner Story gefolgt – obwohl Browder für die Regierung ja „persona non grata“ sein sollte. Aber die Regierung verfügt eben nicht über die durchgängige Kontrolle der Medien, wie allgemein angenommen wird. Im Gegenteil: ich habe inzwischen den Eindruck, dass die russische Presse freier ist als die des Westens.

Das widerspricht aber völlig der gängigen Meinung. Wie ist das möglich?

Im Westen überträgt man immer die eigenen Strukturen auf Russland. Das passt aber nicht. Es gibt in Russland keine „medialen Institutionen“ wie ARD, ZDF, Zeit, Süddeutsche oder FAZ, die die Medienlandschaft wesentlich prägen. Die Dinge sind nicht so systematisch und organisiert, wie man das aus Deutschland kennt. Natürlich gibt es in Russland einige Kanäle, die bestimmten Linien folgen. Aber dabei geht es nur um die wichtigsten Themen auf den großen Sendern. Für die Russen spielt das Internet aber eine deutlich größere Rolle in der Informationsbeschaffung, als das in Deutschland der Fall ist. Und die großen Filterblasen sind mehrheitlich pro-westlich orientiert. Darüber hinaus gibt es zahlreiche einflussreiche Medien wie die Nowaja Gaseta, Echo von Moskau, oder Dozhd TV, die ausgesprochen regierungskritisch sind und ihre Meinung frei publizieren. Es ist in Russland beinahe lukrativ, die Regierung zu kritisieren, vieles wird direkt oder indirekt vom Westen aus finanziert. Das ist nur wenigen bewusst, die meisten denken, die Kritiker sind Idealisten, wenn nicht Helden. Als ich einmal einen russischen Freund und Kollegen fragte, warum er die aus dem Westen stammenden Unwahrheiten wiederhole, antwortete er mir, er hätte seine Familie zu ernähren. Nochmals: in der Magnitzki-Story folgten nahezu alle Medien der Browder-Version, auch die Organe, die man als regierungstreu einordnen könnte. Letztlich haben alle das eine Narrativ übernommen. Wenn es eine Zensur gibt, dann kommt die eher von Seiten der liberalen pro-westlichen Seite und natürlich vom Westen.

Wie kommen Sie darauf?

Seit ich aufgrund des Magnitzki-Filmes für viele „die Seiten gewechselt“ habe und anfing, Bill Browder zu kritisieren, habe ich Schwierigkeiten, meine Texte auf bekannten und kritischen Webseiten in Russland zu publizieren. Das sind Seiten, auf denen vor vier Jahren noch 100.000 und mehr Leser meine Artikel verfolgt haben. Und meine Erfahrungen beim Versuch, den Film im Westen zu veröffentlichen, haben mich wirklich erschreckt. Es gibt eine sehr effiziente Zensur, still und leise, aber wirksam und konsequent. In den Mainstream-Medien bin ich – als bis dato sehr geschätzter Dokumentarfilmer – nicht mehr von Interesse, werde ignoriert und totgeschwiegen. Nach außen ist der Westen eine wunderschöne Demokratie, die Realität stellt sich mir allerdings anders dar. Die Chancen, als Putin-Kritiker im russischen Mainstream veröffentlichen zu können, sind deutlich größer, als als Kritiker von US-Finanzoligarchen in führenden westlichen Medien abgedruckt zu werden. Man kann sehr vieles im Westen kritisieren, aber wehe es tut dem Establishment wirklich weh. Die „üblichen Verdächtigen“ in Politik und Gesellschaft – kein Thema. Browder persönlich ist eigentlich relativ unbekannt. Aber sein Fall ist zentral für ein Verständnis der heutigen Welt. Ein Kampf für die Menschenrechte in einem „bösen“ Land wie Russland lässt sich ironischerweise als Alibi für Betrug und Ausbeutung der Menschen dieses Landes missbrauchen. Und da mein Film genau das mit Zahlen, Daten und Fakten dokumentiert, muss die Ausstrahlung verhindert werden. Man merkt es nicht – oder will es nicht merken, dass gesellschaftliche Werte wie Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Solidarität und Gerechtigkeit komplett untergraben werden. Ich bin weiterhin sehr kritisch, was die russische Regierung angeht. Ich habe einfach meinen Blick geöffnet und nenne Dinge beim Namen, die im Westen eben nicht so gern gehört werden. Ein Freund Browders bin ich jetzt auf jeden Fall nicht mehr.

Waren Sie das – ein Freund von Bill Browder?

In oberflächlichem Sinne ja. Ich begann die Arbeiten an dem Film ja als typischer Vertreter der liberalen Intelligenz Russlands. Ich sah die klassischen Elemente: die autokratische Regierung, die unschuldige Bürger unterdrückt, die einen Whistleblower ermorden lässt, um ein korruptes System, das die freie Wirtschaft belastet, zu schützen. Dann zum Schluss der grausame Tod in russischer Haft – ein hervorragender Plot für einen hervorragenden Film. Ich lernte alle wichtigen Leute rund um Browder kennen, traf auf den Partys die richtigen Leute, die Finanzierung war mit einem guten Budget gesichert. Mir standen alle wichtigen Türen offen. In dem Sinne war ich sein Freund, aber das änderte sich sehr schnell, als ich begann, meine Zweifel zu formulieren.

Wie kam es zu den Zweifeln?

Der Film war ja nicht als investigative Dokumentation, sondern vielmehr als Tribut an einen Helden, als Doku-Drama geplant. Ich entwickelte ein Drehbuch, das ich meinen Schauspielern vermitteln musste. Die Motivation der handelnden Personen muss im Skript nachvollziehbar sein. Und auf einmal stellte ich fest, dass mir genau das nicht möglich war. Laut der Browder-Story ging Magnitzki zur Polizei, um einen gravierenden Fall von Korruption bei der Polizei anzuzeigen. Welcher Whistleblower würde in Russland zur Polizei gehen? Welcher Whistleblower würde überhaupt zur Polizei gehen? Können Sie sich vorstellen, dass Snowden zum FBI geht, um dort zu berichten, dass er als CIA-Mitarbeiter wichtige Informationen an die Öffentlichkeit bringen will? Whistleblower gehen zu den Medien und nicht zur korrupten und gewalttätigen Polizei des repressiven Russlands. Das war eine von vielen Facetten, die mich an der Wahrheit zweifeln ließen. Und nach den Zweifeln kamen die Fakten. Da ich neben Englisch und Deutsch eben Russisch beherrsche, konnte ich die von Browder vorgelegten Beweise selbst überprüfen. Um festzustellen, dass man dort nicht das las, was in der englischen Zusammenfassung präsentiert wurde. Als ich dann ernsthaft begann zu recherchieren, kam eines zum anderen. Die Browder-Story war in zahlreichen Punkten, schlicht gesagt, falsch. Wenn man bedenkt, welche Konsequenzen dieser Fall auf politischer Ebene nach sich gezogen hat, war das ungeheuerlich. Der Name Magnitzki gilt ja inzwischen als ein Synonym für den Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen, und es gibt bereits mehrere Gesetze, die seinen Namen tragen. Und all das basierend auf „Fakten“, die keine sind. Als Journalist bin ich doch der Wahrheit verpflichtet…

Die Wahrheit – war das der Grund, dass Sie den Film so völlig anders realisierten als zunächst geplant?

Nach einem sehr schwierigen Prozess, den ich im wesentlich mit mir allein ausmachen musste, war mir klar: das muss an die Öffentlichkeit. Ich muss aber vor mir selbst zugeben, dass es natürlich auch etwas mit meinen beruflichen Ambitionen zu tun hatte. Es war einfach „Wow – was für eine sensationelle Story!“. Der journalistische Coup meines Lebens. Aber das war nicht der entscheidende Grund; entscheidend für mich war und ist, dass ich nicht belogen werden will. Wir wurden in den Zeiten der Sowjetunion belogen. Man sprach vom souveränen Volk, von Gerechtigkeit und Freiheit – und erlebte die Geheimpolizei, sah, wie das Volk belogen wurde, und dass es Gerechtigkeit und Freiheit nur für die Mächtigen gab. Daran zerbrach das System in meinen Augen letzten Endes. Wird den Menschen bewusst, dass sie in wesentlichen Bereichen belogen werden, erwacht der Widerstand. Wenn man sich Bill Browder mit kritischen Augen ansieht, geht es um einen enorm gierigen westlichen Firmenboss, der keinerlei Steuern zahlen will, obwohl diese in Russland bereits sehr niedrig sind. Er nutzt jedes legale und illegale Schlupfloch aus und wird dafür von der russischen Polizei bzw. vom Staat juristisch verfolgt. Als Teil der westlichen Machtelite betont dieser Firmenboss gleichzeitig die eigene moralische Überlegenheit und sieht sich als einer derjenigen, die den Russen beibringen müssen, wie Demokratie, westliche Werte und Geschäftsleben funktionieren. Die Zeit in der Sowjetunion war durch Lügen geprägt, und das neue, neoliberal-kapitalistische System – für das Bill Browder und die Oligarchen um ihn herum stehen – basiert wiederum auf Lügen. Das hat mich richtig wütend gemacht. Ich musste einfach handeln.

Haben Sie mit den Folgen gerechnet, die anschließend auf Sie zukamen?

Nein. Dass es Schwierigkeiten geben würde, habe ich erwartet. Aber diese Form der Zensur, diesen massiven Widerstand im demokratischen Westen – nein, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Mit welchen Folgen sind Sie denn konfrontiert?

Für meine Karriere ist es eine Katastrophe. Vom Grimme-Preisträger, bekannt für russlandkritische Filme, zur kontroversen Person, der man unterstellt, von der russischen Regierung bezahlt zu werden, ist ein weiter Weg. Mein Ruf ist quasi ruiniert. Ich spüre, dass Menschen mich als Risikofaktor wahrnehmen und mir eher verhalten bzw. sehr skeptisch gegenübertreten. Selbst meine Kollegen in Norwegen, die mich unterstützen und zu mir stehen, sind dadurch belastet. Da ist ein Zweifel, ein Schatten, der über mir schwebt, das läuft wohl völlig unbewusst. Mir nimmt es die Möglichkeit, wirklich frei zu arbeiten.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich setze alles daran, dass „The Magnitzki Act“ doch noch eine breite Öffentlichkeit erreicht. Gleichzeitig arbeite ich an einem neuen Film – kritisch beobachtet von meinem Umfeld. Ich hoffe, dass der Schatten nicht zu einer Selbstzensur führt, das wäre für meine kreative Arbeit wirklich tödlich. Kreatives Schaffen – jeder Artikel, jeder Film, jede Dokumentation – beinhaltet immer Risiken. Geht man diese Risiken nicht mehr ein, nimmt man Rücksicht, dann wird alles zur Routine – und damit nur noch Durchschnitt. Das ist meine größte Befürchtung für meine persönliche Zukunft.

Da können wir Ihnen alle nur wünschen, dass das nicht eintritt! Viel Erfolg und weiter so!

Ob Andrej Nekrasov in seinem Film „The Magnitzki Act“ nun die ganze Wahrheit berichtet, kann ich nicht beurteilen. Das redliche Bemühen, der Wahrheit so nah wie möglich zu kommen, war für mich aber bereits im Film überdeutlich spürbar. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Dokumentarfilmer und Journalisten gibt, die mir genau dieses Gefühl vermitteln. Und natürlich, dass das dann auch von den großen Medien gewürdigt wird.

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Soweit das Interview. Ungeheuerlich, oder? Der freie Westen … war wohl mal.

Was bliebe noch zu sagen? Die Arbeit von Frau Drescher kann man unterstützen. „Wir sind Frieden“ – so heißt ein Buch, in dem sie viele Aktivisten porträtiert – um zu zeigen, dass es noch lebbare Alternativen gibt. Viel Raum ist dort der „Fahrt für den Frieden“ und den Teilnehmern gewidmet – einer Reise zur Völkerverständigung ins „böse“ Russland. Frau Drescher organisiert auch Hilfe für die Ostukraine – und Patenschaften für arme Menschen dort. Hier aber – geht es erstmal zum Buch:

https://www.bod.de/buchshop/wir-sind-frieden-andrea-drescher-9783752851687

Das Erbe von Angela Merkel: ein sterbendes Land.

Sonntag, 13.1.2019. Eifel. Ja, was waren das verrückte Zeiten die letzten Wochen. Wirklich: man konnte ja kaum Luft holen, so viel gab es zu lachen! Zum Beispiel diese Geschichte mit den erstunkenen und erlogenen Spiegel-Artikeln – wer hätte das gedacht. Nun – ich. Schon länger. Wenn ich mal mehr Zeit habe, betrachte ich manche Artikel ja schon gerne mal näher – vor allem damals die zu dem Thema Ukraine – und da waren einige bei, die selbst einfachen Lesern ohne Kontrollabteilung offenbarten: das kann so gar nicht gewesen sein. Nun – aber wer bin ich schon, dass ich das „Sturmgeschütz der Demokratie“ in Frage stellen darf, dass nun eher … der Mülllaster von Phantasten geworden ist. Aber es endet ja einiges in dieser Zeit. Zum Beispiel die Ära Merkel .

Ja – da gab es was zu Lachen. Haben Sie das nicht gemerkt, als das ganze Land plötzlich die Luft angehalten hat? All den Leuten, die jahrelang „Merkel muss weg“ skandierten, blieb auf einmal die Sprache weg: Angela Merkel hatte Friedrich Merz – Aufsichtsratsweltmeister und schwarzer Prinz bei Blackrock – als Nachfolger ins Gespräch gebracht … und damit hatte wohl keiner gerechnet: der wollte dann auch. Was für ein genialer Schachzug – und was für eine Rache an ihren Kritikern. Nun – der Kelch Merz ist an uns vorüber gegangen, dann regiert der Deutschland eben weiter über Blackrock. Die wird sich köstlich amüsiert haben.

Nun geht sie, die heilige Angela, die Dauerkanzlerin. Ich habe sie nie sonderlich kritisiert, weil sie auch nie sonderlich großes getan hat. Das mit den offenen Grenzen fand ich eine Zeit lang nicht ganz so verständlich, es war mir nicht angenehm dabei, dass eine Bundeskanzlerin im Alleingang den grundsätzlichen Charakter eines Landes ändert und ohne Rücksprache mit Volk und Parlament das Asylrecht zum Einwanderungsgesetz umbenennt. Ich kannte ja klassische Einwanderungsländer – schon lange: mein Vater wollte nach Kanada auswandern. Was wäre das schön gewesen. Freunde sind in die USA gezogen (und dort auch schnell verstorben), andere nach Neuseeland, Bekannte wohnen in Australien: das sind die großen, klassischen Migrationsländer, die – zusammen mit Großbritannien – die ominösen „Big Five“ bilden: einen Zusammenschluss von Geheimdiensten deren Zweck uns normalen Europäern erstmal verschlossen bleibt: vermute mal, die Allianz hilft den USA, Frankreich, Deutschland und Italien auszuspionieren, ohne dass die was merken.

Alle diese Migrationsländer haben eins gemeinsam: da wohnte vorher schon jemand. Crow, Siuox, Apachen, Aborigines, Maori, Hopi, Navajo … und viele, die schon völlig ausgelöscht sind. Ein großer Genozid an unschuldigen Völkern, der den Triumph unserer Kultur überhaupt erstmal möglich gemacht hat. Nebenbei war der Hunger nach Menschen der „Big Five“ so groß, dass sie auch Millionen von Afrikanern entführten und versklavten: Sie sehen – die ersten Afrikaner kamen nicht aus freiem Antrieb in den freien Westen, dessen Freiheit erst durch die Arbeit Millionen unfreier möglich gemacht wurde. Das jetzt hier im Westen Menschen unangenehm berührt sind, dass ihre sächsische Heimut nun zu den Black Hills der Sioux geworden ist, kann man ohne große Mühe verstehen – und auch ohne gleich alle zu ausländerfeindlichen Nazis zu deklarieren – es sind in erster Linie Menschen, die schon mal Western gesehen haben und nun fürchten, dass die Kavalerie ihre Dörfer niederbrennt und die neuen Siedler ihr Land stehlen, ihre Frauen vergewaltigen und ihre Kinder versklaven. Und jetzt schauen Sie mal nicht so: die Kavalerie haben wir schon: die perfekt mechanisierten Horden der IS, die arabische Länder terrorisieren. Sie werden immer dem Islam zugeschrieben – dabei sind sie eigentlich ein Produkt der USA: dieser ganze „Irre-Mufti-Wahn“ ist durch die von den USA erfundenen Taliban geschaffen worden, die gegen die Sowjets in Afghanistan aufgestellt wurden. Ach – das ist aber erstmal ein anderes Thema, ich wollte mich kurz fassen.

Lange Zeit habe ich herumspekuliert, was denn die gute Angela eigentlich getrieben hat, aus der alten „Ausländer raus“-CDU eine linke Partei zu machen. Ja: Linke sind naturgemäß für Migranten, die können gar nicht anders, das ist auch deren heilige Pflicht, denn: ärmere Menschen als Migranten gibt es nicht, die haben nicht nur kein Geld, keine Wohnung, keine Arbeit – die haben auch keine Sprache und keine Heimat mehr – und Hauptjob von Linken ist es, für die Armen da zu sein.

Wer mich aufgeklärt hat – ohne es zu wissen – ist Colin Crouch, jener Mann, der uns in seinem Werk „Postdemokratie“ über die Zeiten aufklärt, in denen wir leben. Wirklich: lesen Sie das mal: sie werden keine weiteren Fragen haben – und brauchen auch nicht mehr wählen gehen, er führt auf, warum Merz und Blackrock so oder so herrschen, ob gewählt oder nicht. Hören wir ihm mal zu:

„Ein Paar Jahre lang sah es so aus, als ob die niederländische Arbeiterpartei mit der Verknüpfung der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und einer Reihe neuartiger Arbeitnehmerrechte eine erfolgversprechende Formel gefunden hätte, die auch zum niederländischen „Beschäftigungswunder“ der neunziger Jahre beitrug (Visser/Hermerijck 1998)“ (Crouch, Postdemokratie, 11. Auflage 2015, Edition Suhrkamp, Seite 88)

Ja – die Linken in den Niederlanden hatten ein großes Problem gelöst, Wohlstand drang ins Land. Sie hatten Möglichkeiten gefunden, für die Arbeiterklasse zu sprechen – und in der Tat wunderten wir uns hier vor Ort, wie viel reiche Niederländer sich auf einmal hier niederließen … und was für tolle Immobilien sich holländische Sozialarbeiter in der Eifel leisten konnten, während es für uns immer enger wurde. Für einen Moment schien es so, als würde die Arbeiterbewegung europaweit wieder erstarken könnn, als wäre endlich jene Formel gefunden worden, die es schaffen würde, die immer unverschämter auftretende „Wirtschaft“ europaweit im Zaum zu halten … doch dann zerbrach der Traum – durch einen einfachen Trick: die Bewegung „Klarheit“ des Pim Fortuyn:

„Und da niemand versuchte, klassenspezifische Interessen zu artikulieren, konnte es diese „Klarheit“ eigentlich nur in einer einzigen Form geben: indem man nämlich die Angehörigen der eigenen Nation oder „Rasse“ gegen Immigranten und ethnische Minderheiten mobilisierte“ (Crouch, a.a.O., Seite 89″).

Genial, oder? Die zukunftsträchtige Bewegung der Linken wurde gezielt vernichtet. Pim Fortuyn wurde nach getaner Arbeit erschossen – von einem radikalen Tierrechtler, der – so Wikipedia – mutmaßlich unter Beobachtung der Geheimdienste stand.

Was lag näher, als das niederländische Erfolgsrezept auf Deutschland zu übertragen und alle „Linken“ nun völlig zu neutralisieren? Einfach mal Hinz und Kunz ins Land lassen und mal schauen, was passiert. Nun: das selbe wie in den Niederlanden – die normalen Menschen werden unruhig, wählen was Seltsames – aber keine Linken. Auftrag erfüllt. Ich selbst darf vor Ort beobachten, wie gut es Angela Merkel mit den Geflüchteten meint: 20 Leute auf 100 Qudratmeter, Christen, Muslime, Männer, Frauen – alles auf einen Haufen. Vielleicht – krachts ja irgendwann richtig. Und die Linken? Können gar nicht anders, als die rechte Kanzlerin zu unterstützen – siehe oben.

Ist das jedoch alles an Erbe der Angela Merkel?

Nein. Sie hinterläßt ein sterbendes Land. Ein zerrissenes Land – über das sogar in der New York Times geschrieben wird – am 7.Dezember 2018 erschien dort ein Artikel, der beschrieb, warum es egal ist, wer Angela Merkel ersetzt – sie hinterläßt ein zerbrochenes Land (siehe nytimes):

„Dreißig Jahre später ist diese Gesellschaft verschwunden. Die durchschnittlichen Realeinkommen sind seit fast 20 Jahren gesunken, beginnend 1993. Deutschland wurde nicht nur ungleicher, sondern auch der Lebensstandard für die unteren Schichten stagnierte oder fiel sogar. Die niedrigsten 40 Prozent der Haushalte sind seit rund 25 Jahren mit jährlichen Nettoeinnahmeverlusten konfrontiert, während die Art von Arbeitsplätzen, die langfristige Stabilität versprachen, schrumpfte“

Während die Arbeiterklasse – deren Begriff wir viel weiter fassen müssen als es Marx je getan hat – immer ärmer wird, werden Menschen ohne Gewissen und Hemmungen immer reicher – meist ganz ohne Arbeit und Anstrengungen, in dem sie Erben sind – und Zinseszinsbarone.

Das in diesem Lande etwas nicht stimmt, merkt man auch beim Stern (ja: das waren die mit den gefälschten Hitlertagebüchern – womöglich versuchen die es deshalb noch manchmal mit etwas Ehrlichkeit). 14 Millionen Menschen sind in Deutschland arm, 41 Prozent davon sogar Vollzeit erwerbstätig (siehe Stern). Resultat der Armut: wir haben die niedrigste Lebenserwartung der westlichen Länder (siehe Zeit), die Armut in dem Land, in dem „wir gut und gerne leben“ bringt uns ins Grab.

Zeit für einen Aufstand der Anständigen – doch das Land ist dank Flüchtlingsfrage mit ganz anderen Themen beschäftigt: die holländische Lektion geht auch hier voll auf.  Und die „bösartigste Presse der Welt“ (so Michael Gorbatschow, siehe diepresse)? Ist in Deutschland fast vollständig in der Hand von ein paar Millionären (besuchen Sie mal eine Veranstaltung von Volker Pispers, der erklärt Ihnen im Detail, wer das ist) und flankiert ihre Kanzlerin hervorragend. Auf der einen Seite werden alle Taten von Asylbewerbern in großem Umfang breit getreten (ich hoffe, Sie haben den Wechsel der Berichterstattung bemerkt – was vorher kaum oder gar nicht erwähnt wurde, ist jetzt in aller Munde), auf der anderen Seite die Kritiker pauschal (und oft völlig ohne sachliche Gründe oder nachweisbare Fakten) als „Nazis“ beschriftet, so dass das Land beschäftigt ist – ganz nach dem holländischen Modell.

Und während dessen: stirbt das Land weiter.

Hunderte von Krankenhäusern sollen geschlossen werden (siehe Welt), das heißt: die medizinische Versorgung von Millionen von Armen wird gestrichen. Ja – die Armen können sich die Mieten nahe der Tempel der Medizin doch gar nicht mehr leisten, die müssen ´raus aufs Land – und dort „lohnen“ sich Krankenhäuser nicht mehr. Die SPD – die schon vor Schröder wusste, dass sie gegen die neoliberale Offensive nie ankommen würde – jedenfalls nicht ohne Verlust ihrer Bequemlichkeit – konzentriert sich jetzt auf die, die die Mieten noch zahlen können, auf die „tüchtige Mitte“ (siehe Zeit). Wer kein Geld hat, wird in Zukunft noch früher sterben als heute – da ist es nur konsequent, dass die SPD nun die neuen Zahnarztpartei werden möchte. Sobald die unter 10 Prozent gesunken sind, werden die merken, dass der Platz schon besetzt war – aber die Genossen haben halt Panik.

Was Merkel aber wirklich hinterläßt (allerdings wirklich nicht als persönliche Verantwortung, sondern als Namensgeberin einer Ära): eine ganz neue Gesellschaftsform, mit der wir endgültig in das Zeitalter der Postdemokratie eingetreten sind: aus der Leistungsgesellschaft wurde die Ständegesellschaft (siehe Tagesspiegel):

„Die Darmstädter Soziologin Cornelia Koppetsch spricht schon wieder von einer Klassengesellschaft. Die Privilegierten – Sie gehören wahrscheinlich genauso dazu wie ich – beherrschen den öffentlichen Raum, sie prägen die Debatten, geben einer Gesellschaft ihr Gesicht. Nur selten geht es andersherum: zum Beispiel, wenn sich in Frankreich Bürger gelbe Westen überstreifen. Oder, wenn in Ostdeutschland Einheimische und Flüchtlinge aneinandergeraten. Dann wird von oben nach unten verteilt. Meistens wird versucht, die Unzufriedenheit mit Geld zu kompensieren. Die Gestaltungsmacht aber bleibt oben.“

Eine Klassengesellschaft. Oben die Klasse jener, deren Eltern oder Großeltern in den fetten Jahren groß abgegriffen haben, unten jene, deren Eltern sich um Kranke, Alte, Asylbewerber und Minderbemittelte kümmerten. Und in einer solchen Gesellschaft braucht man sich nicht wundern, wenn eher gegen Journalisten ermittelt wird, die die systematischen Trickerseien der oberen Stände ans Tageslich brachten als gegen die Cum-Ex-Betrüger selber (siehe NDR).

In so einer Ständegesellschaft darf man immer darauf h0ffen, allen Irrsinn erleben zu können – das fängt an bei einem Kreuzzug für Elektromobilität, obwohl dies die „klimaschädlichste Antriebsart ist“ (siehe NOZ) – wenn man erstmal nüchtern darauf blickt, wo der Strom herkommt – über V-Männer in rechten und linken Lagern, die Extremismus überhaupt erstmal in die Welt bringen (siehe ntv bzgl G 20) hin zu Schadensersatzzahlungen für Rüstungsfirmen, die menschenverachtenden Diktaturen keine Waffen mehr liefern dürfen (siehe Tagesschau). Bürgerliche Vernunft – wie beim Widerstand gegen Stuttgart 21 – wird mit „sanfter“ Waffengewalt unterdrückt, während die – wie üblich – explodierenden Kosten das Projekt nur kurze Zeit später in völlige Schieflage bringen (siehe Frankfurter Runschau), was aber die selbstverliebte hippe Oberkaste nicht weiter stört: sie haben ihr Geld dank Niedriglohn gegen Staatsmillionen schon längst im Sack.

Und wer macht noch mit bei der Grablegung der deutschen Demokratie?

Ihr geliebter TV-Krimi, den Sie sich selbst so genüsslich ´reinziehen. Die Folgen des Tatortes und seiner hundert Ableger sind nun mal diskutiert worden (siehe Süddeutsche Zeitung):

„Wenn im Fernsehen alle Welt dunkler Absichten verdächtig ist und Gewalt an der Tagesordnung zu sein scheint, werden am Ende die Fremden als besondere Bedrohung wahrgenommen.“

So ist der „Tatort“ die Wurzel der deutschen Fremdenfeindlichkeit – aber das will ja nun wirklich keiner wahr haben. Da jagt doch nur der gute Kommissar die bösen Menschen – das war doch auch zu Führers Zeiten schon so. Nicht im Tatort, aber auf den Straßen

Die lebendige, offene, demokratische Zivilgesellschaft wird ermordet. Langsam, mit Gift. Übrig bleibt: das alte indische Kastensystem, für das besonders Deutschland schon immer ziemlich anfällig war. Man mag das hier so, wenn jeder einen hat, der ihm sagt, wo es langgeht. Wie ein schweizer Artikel zeigt, ist das allerdings ein nicht nur auf Deutschland zu beschränkendes Phänomen (siehe NZZ):

„Vom optimistischen Geist der Befreiung der 1960er Jahre findet man inzwischen kaum noch etwas. Heute herrscht eine Kultur der Angst und des Misstrauens vor, in der gerade ein Zuviel an Freiheit als problematisch gilt. So wurde auch der Genuss unter einen Risikovorbehalt gestellt: Sex, ja, aber bitte nur «safe» und idealerweise nach vorherigen «vertraglichen» Abmachungen, Drogen nur mit ärztlichem Rezept aus der Apotheke, Essen nur mit reduziertem Fett-, Zucker- oder Kohlenhydratgehalt, bloss kein Fleisch, und Alkohol selbstverständlich nur «bewusst geniessen».“

Ja – und kein Wunder, dass die Oberschicht auf breiter Front gerade gegen diese „68 er“ vorgeht. Ich meine: wir bräuchten die dringend wieder – allein, um die Kastengrenzen wieder aufzulösen. Und – um dem sterbenden Land wieder etwas Leben zu geben.

PS: ein Wort noch zum Abschluss, falls wirklich noch jemand glaubt, es gäbe hier in Deutschland eine gewaltige humane Strömung für die Armen in Afrika. Schon mal überlegt, was die Bundeswehr in Mali beschützt? Nun – Kinderarbeit. 20000 Kinder arbeiten dort in den Goldminen (siehe Tagesspiegel). Und die Bundeswehr sorgt dafür, dass ich an diesen Strukturen nichts ändert – anstatt diese Kinder nach Deutschland zu holen.

PS2: noch ein Wort zum Thema Arbeit, weil Sie das persönlich tangiert – oder tangieren wird:

„Insbesondere die Arbeit im rasch anwachsenden Bereich der persönlichen Dienstleistungen führt häufig dazu, daß sich er Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber und Kunden in einer Art und Weise unterordnen muß, die die demütigenden Bedingungen der alten Dienstleistungsgesellschaft wiederaufleben läßt“. (Crouch, a.a.O., Seite 87)

Wie gesagt: die alten Klassengesellschaft ist wieder da. Schlimmer denn je.

 

 

 

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