Politik

Verschwörungen – ein aktueller Statusbericht – auch zu Corona

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Montag, 1.11.2021. Eifel. Wir hatten ja jetzt über Verschwörungen gesprochen und einiges dazugelernt. Verschwörungen existieren nicht nur in der Theorie, sondern sind vielfältige Praxis in Politik und Wirtschaft. Zwar warnen Deutschlands Oberlehrer standhaft, zu laufenden Verschwörungen Theorien zu bilden  – zum Beispiel der Herr Michael Butter, der davor warnt, dass Verschwörungstheorien ein Riesengeschäft sind (siehe Wiwo), aber der Umsatz des dort zitierten Kopp-Verlages mit 10 Millionen Euro wird allein von den Cum-Ex-Verschwörungen um das 1500-fache übertroffen (siehe Tagesschau), es scheint also, dass man mit Verschwörungen noch deutlich mehr Rendite machen kann als mit Büchern über ihre Aufdeckung – jedoch müssen die Bürger eigentlich zur Vermeidung von kognitiver Dissonanz zu diesem Hilfsmittel greifen. Michael Butter schreibt natürlich selber über Verschwörungstheorien (siehe Suhrkamp), auch auf Englisch für den riesigen US-Markt – aber es gibt eben gute Verschwörungstheorien und böse Verschwörungstheorien – das darf man sich schonmal merken.

Zu den Verschwörungen, die Herr Butter in seinem Buch erwähnt, gehören auch die Geschichten von Alex Jones, der unter anderem der Welt dank eines mutigen Einsatzes die irren Riten im Bohemian Grove vor Augen geführt hat: druidisch anmutende Rituale, an dunkelste Kulte gemahnend, wo sich die mächtigsten Menschen der USA einmal im Jahr treffen, um einfach mal auszuspannen – die Wartezeit für eine Mitgliedschaft beträgt 15-20 Jahre, die Aufnahmegebür 25000 Dollar – also nichts für unsereins. Frauen warten ewig – die dürfen da nicht hinein, das ist halt „god´s own country“ –  und das ein Volk behauptet, super auserwählt zu sein und im Lande Gottes zu wohnen, ist natürlich total unbedenklich. Wir Deutschen wissen das genau, waren auch mal auserwählte Supermenschen.

Es gibt übrigens einen schönen Artikel (siehe Washington Post), der die „Mythen über Verschwörungstheorien zerpflückt. Verschwörungstheoretiker sind nun nicht ausschließlich durchgeknallte Zeitgenossen, sie sind kein Produkt der Gegenwart, existieren nicht nur in den Köpfen der Menschen, sind keine existentielle Bedrohung für unsere Demokratie und Menschen, die sich mit ihnen beschäftigen, sind durchaus zu Selbstkritik fähig und können auch vom Gegenteil ihrer Theorien überzeugt werden – aber nicht durch Dogman, Diffamierungen, Schmähungen oder dem stumpfen Brüllen von Regierungsparolen. Aber die Washington Post ist sicher auch so ein verschwörungstheoretisches Organ.

Aktuelle Verschwörungen sind auch leicht zu finden: wir haben gerade einen Rekord an Geldwäscheverdachtsfällen in Deutschland (siehe Tagesschau), der Kanzlerkanditat der CDU, Armin Laschet, hat illegal die Räumung des Hambacher Forstes befohlen (siehe ZDF) – was einen Todesfall zu Folge hatte, die Regierung blockiert nach wie vor die Aufklärung im Fall Amri (siehe Heise) und von den vor dem Volk versteckten NSU-Akten will ich gar nicht wieder anfangen.

Immer wieder werden auch Journalisten ermordet, die Verschwörungen zu nahe kommen – zum Beispiel die Journalistin Daphne Caruana Galizia (siehe Monitor), die auf der bezaubernden Insel Malta ein korruptes Netzwerk hochrangiger Politiker ausgemacht hatte – ein Netzwerk, das bis nach China reichte. Oder Jan Kuciak, der die Verbindungen zwischen der italienischen Mafia und Mitgliedern der slowakischen Regierung untersuchte (siehe RTdeutsch): zusammen mit seiner Verlobten erschossen. Spannende Sachen – aber wehe, jemand verdient Geld mit diesen Geschichten und erzählt sie weiter. Oder die „Hacker ihrer Majestät“ – ich zitiere mal (siehe Nachdenkseiten):

„Ein Leak der Hackergruppe Anonymous belegt die Existenz einer momentan im Aufbau befindlichen britischen Organisation, die, vom britischen Staat und der NATO finanziert, einen offenen Informationskrieg führt. Offiziell geht es um die Abwehr russischer Desinformationskampagnen. Aktiv wurden die Infokrieger bis jetzt jedoch in Italien, Spanien und im eigenen Land, wo sie einen Schmierenkampagne gegen Jeremy Corbyn starteten. Und auch im engsten Umfeld der Kanzlerin sitzt ein Mann, den die Briten zu ihren Helfern zählen.“

Da wird einem ja ganz schwindelig bei – aber wo wir gerade bei Russland sind: es gibt natürlich auch gute Verschwörungstheorien. Die von der Regierung. Und damit meine ich nicht jene hübsche kleine Erzählung, die so wunderbar in den Mythos vom „Kampf der Zivilisationen“ passt (die bösen Araber gegen die guten Amerikaner), wonach ein nierenkranker Saudi mit 19 mit Teppichmessern bewaffneten Attentätern (auch meist Saudis) die USA angegriffen haben, mit zwei Flugzeugen drei Türme zu Fall brachten und auch dem Pentagon und einem Acker in Shanksville massiven Schaden zufügten, sondern die Theorien von … na, dem bösen Putin halt.

Es gibt einen schönen Artikel über die Verschwörungstheorien deutscher Medien zu Putin, der die europäischen Demokratien vernichten will, Syrien bombadiert, um Europa mit Flüchtlingen zu überfluten, Nazis finanziert, um Merkel zu stürzen (was er ja jetzt geschafft hat, der Lump – ob Lindner, Scholz, Baerbock, Laschet und Söder auch Geld dafür bekommen haben?) und derlei üble Dinge – obwohl Julian Assange ähnliches behauptet – da setzen die USA die Flüchtlinge als Waffe ein, um Syrien zu entvölkern (siehe wissensdemokratie, deren Beleglinks leider nicht alle funktionieren). Über die Putin-Hatz in den deutschen Medien kann man ganze Bücher schreiben – aber niemand würde das lesen wollen, weil gute Verschwörungstheorien grundsätzlich nicht hinterfragbar sind, eine Gefahr für den Frieden in Europa und unsere Demokratie darstellen, ihre Verbreiter zu keiner Diskussion in der Lage sind und nur in den Köpfen einiger Edelfedern und Politikern der Atlantikbrücke vorhanden sind (womit die Washington Post widerlegt ist – zumindest, was Verschwörungstheorien der Regierung angeht).

Ja – die Nato führt derzeit einen Informationskrieg in Europa – auch gegen eigene Politiker. Und sogar in der Nähe der Bundeskanzlerin haben sie ihre Agenten. Und die Atlantikbrücke – nun ja. Die ist auch ein ganz besonders heikles Thema. Möchte dazu gerne was zitieren (siehe Lobbypedia):

„Die Atlantik-Brücke ist ein Verein, dem führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, den Streitkräften, der Wissenschaft, den Medien und der Kultur angehören, die über das gemeinsame Netzwerk gesellschaftspolitischen Einfluss nehmen und Kontakte pflegen. Neben Entscheidungsträgern aus diesen Bereichen, die bei der Atlantik-Brücke einen Rahmen für vertrauliche Gespräche finden, gehören zu dem Verband aber auch Nachwuchsführungskräfte, die auf den „Young Leaders“-Konferenzen Netzwerke schmieden. Unter den Mitgliedern spielen Spitzenmanager und diesen nahestehende Politiker eine herausragende Rolle. Der Vorsitzende, Bundesminister a.D. Sigmar Gabriel, ist ein mit der Wirtschaftslobby bestens vernetzter ehem. hochrangiger SPD-Politiker. Bis 2019 hielt Friedrich Merz diese Stelle inne.“

„Vertrauliche Gespräche“ – kennt jeder aus seinem persönlichen Umfeld: Verschwörungen in Reinkultur.

Noch besser aber hat uns das Arndt Oetker, Exvorstand der Atlantikbrücke, erklärt (siehe Heise):

„Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben“

Und diese 200 Familien wollen ordentlich Cash aus Deutschland abziehen – und das permanent. Schon der Hammer, wie offen der Herr Oetker damals die realen Machtverhältnisse in den USA beschrieb, Verhältnisse, die weit entfernt jeden demokratischen Grundgedankens ist und die zu erwähnen jeden als Verschwörungstheoretiker entlarven – es sei denn, er ist in der Atlantikbrücke. Und damit auch in Zukunft die richtigen Leute in die richtigen Positionen kommen, bereitet das Young-Leaders-Programm schon mal Personal vor, man will ja nichts dem Zufall überlassen. Ein paar Namen? Özdemir (Grüne), Guttendorf (CDU), Spahn (CDU), Heil (SPD), Kai Dickmann (Bild), Döpfner (Springer) – um nur einige zu nennen (siehe everybody.wiki). Ein Linker ist auch dabei, aber den kennt kaum einer. Die sind also breit aufgestellt, um den heimlichen Herrschern der USA gut dienen zu können – und wenn mal einer stolpert wie der Baron Guttendorf gibt es für ihn in den USA auch gleich eine neue Zukunft. Perfekt, oder?

Vielleicht interessiert es jemanden, welche geheimen Ziele diese Brücke verfolgt? Nun – da habe ich eine Idee. 1996. Davos. Vor der versammelten wirtschaflichen und politischen Elite verkündete Hans Tietmeyer, Bundesbankchef, ehemaliger Staatssekretär und Aufsichtsratsmitglied der desaströsen HypoRealEstate (19 Milliarden Steuergelder verbrannt, aber viele Clowns zu Millionären gemacht):

Von nun an stehen sie unter der Kontrolle der Finanzmärkte“ (siehe Ziegler, Ändere die Welt, Penguin 2015, Seite158)

Erstaunlich, wie offen man des Ende der Demokratie verkünden kann, oder? Und was taten unsere Staatsführer, denen man gerade ihre Autarkie, ihre Soueränität, ihren Herrschaftsanspruch aberkannt hatte? Sie riefen nicht das Militär oder die Polizei, um die frechen Putschisten in die Schranken zu weisen sondern applaudierten stehend.

Es wird eine neue Welt, die da gerade gebaut wird, eine Welt, in der Privatmänner so reich sind, dass sie eigene Weltraumstationen bauen können (siehe Tagesschau), während die Mittelschicht – auftragsgemäß – gerade weiter enteignet wird (siehe Sarah Wagenknecht im Focus): wir werden alle obdachlos und müssen frieren, damit Jeff Bezos uns von oben anschauen kann.

Und da kommen unsere Deppen aus der Aufklärungsabteilung und wollen uns weißmachen, dass es nur um Sprüche geht wie „Lügenpresse klont Deine Mutter“, „Reptilienelite überwacht dein Netflix“ oder „Judenmafia überwacht Dein Tinderdate“ (siehe: Amadeu-antonio-Stiftung): Generation Doof in Reinkultur.

Es geht hier nicht um Sprücheklopfen aus einem Akte-X-Film, sondern um Morde – sogar an UN-Generalsekretären wie Dag Hammarskjöld, zu dem sich aktuell ein von Briten trainierter belgischer Sölnder bekannt hat (siehe the Guardian).

Das ist die Welt in der wir leben – und die dem Kindergarten der Ex-Stasi-Mitarbeitern Kahane bei der Amadeu-Antonio-Stiftung wohl zu hoch ist, zu kompliziert, zu finster – zu wenig Ponyhof halt. Das Problem haben viele.

Wenn aber US-Behörden über seltsame Strahlenangriffe dunkler böser Mächte aus dem Ausland (auf deutsch: DER PUTIN) berichten, dann nehmen wir das einfach hin (akutell in Berlin – siehe Heise oder auch in Kolumbien – siehe Tagesschau) berichten, dann ist das natürlich ein Fakt. Womöglich sollten sich die Amerikaner mal Aluhüte kaufen? Oder sich für den goldenen Aluhut bewerben um die Strahlen abzufangen, der gerade unter anderem Boris Reitschuster verliehen wurde (siehe u.a. tip-Berlin). Goldener Aluhut? Eine – wenn auch ziemlich lächerliche – häßliche Diffamierungskampagne gegenüber Andersdenkenden: man versucht verzweifelt, sich einen neuen Juden zu basteln, den man dann so richtig offiziell hassen darf. Die Initiatorin dieser Veranstaltung ist mir noch gut in Erinnerung durch ihre Aussage, dass die Menschen Verschwörungstheorien bilden, weil sie nicht begreifen, dass Kriege einfach so passieren. Generation Doof … ach, lassen wir das.

Wofür wird der goldene Aluhut dieses Jahr verliehen?

Für Menschen, die dem Corona-Mythos auf verschiedenen Ebenen kritisch gegenüberstehen. Dabei haben sie allen Grund dazu, skeptisch gegenüber den Impfungen zu sein. Wahrscheinlich erinnern sie sich wie die Schweden an das Pandremix-Desaster, das tausend Kinder zu schwerbehinderten Narkolepsiepatienten gemacht hat (siehe Deutschlandradio). Oder sie erinnern sich an die Dengue-Impfung, die genau das verstärkt hat, wogegen sie wirken sollte (siehe Ärzteblatt). Die allgemeine Hetzjagd auf Kritiker ist sogar für Impfbefürworter der Stiko „grenzenloser Unfug“ (siehe Tagesschau). Also ist wohl auch der goldene Aluthut grenzenloser Unfug. Darf man auch bemerken, dass im ersten Jahr der bösen Seuche weniger Menschen gestorben sind als in anderen Jahren (siehe Heise)? Peinlich für eine Pandemie, oder? Und Grund genug für kognitive Dissonanz, möchte man meinen.

Was wahr ist, werden wir wohl erst in zwanzig Jahren – wenn überhaupt – erfahren. Was wir aber jetzt schon wissen: die Welt ist voller Verschwörungen und wir sind gut beraten, politische und wirtschaftliche Entwicklungen sehr kritisch zu beobachten – meist reicht ein Blick auf Geldflüsse, um Tätern auf die Spur zu kommen. Und Geld macht man nicht mit Verschwörungstheorien, sondern mit großen Dramen, ganz nach den Gesetzen der Transaktionsanalyse: das arme Opfer (der deutsche Bürger) wird bedrängt vom bösen Täter (dem Virus) aber befreit durch die gute Spritze (die Impfung) – und mit diesem Drama machen die Konzerne Gewinne wie nie.

Und was gerade wieder beschworen wird, riskiert wird, ausgelebt wird, wird vielleicht durch ein Zitat deutlich, das Andre Heller in seiner Rede zum 80. Jahrestages Österreichs an Deutschland gehalten hat, es stammt von Karl Zuckmeyer, dem Autor des Hauptmann von Köpenick (siehe kleineZeitung.at)

„Die Hölle brach los. Die Unterwelt hat ihre Pforten aufgetan und ihre niedrigsten, scheußlichsten, unreinsten Geister losgelassen. Die Stadt verwandelte sich in ein Albtraumgemälde des Hieronymus Bosch: Lemuren und Halbdämonen schienen aus Schmutzeiern gekrochen und aus versumpften Erdlöchern gestiegen. Was hier entfesselt wurde, war der Aufstand des Neids, der Missgunst, der Verbitterung, der blinden, böswilligen Rachsucht und alle anderen Stimmen waren zum Schweigen verurteilt. Hier war nichts losgelassen, als die dumpfe Masse. Die blinde Zerstörungswut und ihr Hass richtete sich gegen alles, durch Natur oder Geist veredelte. Es war ein Hexensabbat des Pöbels und ein Begräbnis aller menschlichen Würde.“

Und diese Masse versucht man gerade wieder zu beschwören – mit Aluhüten und flotten Sprüchen … damit der Rubel ungestört weiter rollt. Oder besser: der Dollar.

Oder irre ich da jetzt völlig?

 

 

 

 

 

 

 

 



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