Wirtschaft

Bitcoin: das magische Geld aus dem Internet

Von hier aus gelangen Sie auf die Autorenseite von und koennen alle kommenen Artikel mit "Link speichern unter" abonieren.

Bitcoin hat das Potential, Katalysator eines Systemwechsels zu sein und steht symbolisch für Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen. Teil 1 einer dreiteiligen Serie.

Ein Standpunkt von Milosz Matuschek.

Zur Serie: Nicht erst seit Corona ist die Welt im Umbruch. Die Pandemiethematik überlagert unter anderem die Schwächen des gegenwärtigen Geldsystems. Mit dieser Serie möchte ich über Bitcoin aufklären und zeigen, dass der Bürger über Möglichkeiten verfügt, sein Schicksal in Krisenzeiten zu einem guten Teil selbst zu bestimmen.

In Teil 1 geht es um die Umgestaltung der Welt durch Technologie und warum man Bitcoin ernst nehmen sollte. In Teil 2 wird es um den gegenwärtigen Umbau des Fiat-Geldsystems gehen und wie man sich vor Hyperinflation schützt. In Teil 3 gebe ich einen Ausblick darüber, wohin sich der Bitcoin und andere Kryptovermögenswerte in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln könnten. Diese Serie stellt keine Finanzberatung dar.

Mehr zum Thema können Sie u.a. in drei von mir im Schriftartikel verlinkten Artikeln sowie dem Buch „Kryptopia“ entnehmen, welches ich zusammen mit dem Journalisten Philipp Mattheis veröffentlicht habe.

Aktion: Wenn Sie sich bis zum Ende dieser Serie für ein Jahresabo oder Förderabo entscheiden, schenke ich Ihnen das Buch als elektronische Version! Sie helfen dadurch auch mit, dass ich diese Informationen frei zur Verfügung stellen kann. Natürlich können Sie mir auch Bitcoin schicken, was ich bevorzuge.

Napoleon III. hatte im Jahr 1856 ein Problem. In Algerien regten sich Aufstände, die von lokalen Magiern, den Marabouts angeführt wurden. Die Menschen waren der Macht dieser Zauberer gläubig ergeben. Was tun? Gewaltsam eingreifen? Ein Exempel statuieren? Nichts von alledem. Napoleon III. schickte den französischen Meister-Magier Jean-Robert Houdin nach Algerien, der die Anführer der lokalen Stämme durch die Vorführung von Tricks davon überzeugte, dass die magische Macht Frankreichs letztlich der Zauberei der Marabouts weit überlegen ist. Der Aufstand war im Keim erstickt.

Es gibt destruktive Revolutionen, die das Bestehende angreifen. Und es gibt produktive Revolutionen, die den Weg über das Neue gehen und eben dadurch versuchen, das Alte überflüssig zu machen. Napoleon III. hatte erkannt, dass er die Köpfe und Herzen der Menschen erobern musste. Auf die gleiche Weise hat sich im späten 20. Jahrhundert auch der Neoliberalismus à la Thatcher und Reagan seinen Weg gebahnt, mit anderen Gedankensystemen war es nicht anders.

Die Rauchschwaden, die immer wieder auf Demos gegen “das System”, die Banken oder den Kapitalismus aufgehen, sind jedoch Zeugnisse naiver Ignoranz. Steine auf Bankgebäude zu werfen ist in etwa so effektiv gegen das Glaubenssystem des Kapitalismus, wie der Versuch, den Papst zu stürzen, indem man unweit des Vatikans ein Protestcamp aufschlägt. Der Weg der Überwindung des Alten durch die Überzeugungskraft des Neuen wurde seit jeher von technischen Revolutionen beschritten.

Henry Ford hat keine Pferde vergiftet, um für das Automobil zu werben. Die Mobilfunkbranche hat keine Telefonzellen zertrümmert, um Handys salonfähig zu machen. Die Hollywood-Studio-Bosse haben keine Theater angezündet, um Kinos beliebt zu machen. Technologischer Fortschritt zieht dem alten System schlicht irgendwann den Stecker. Telefonzellen sind heute verwaiste Hundetoiletten.

Kann das, was für die Technologie gilt, nicht auch für soziale Systeme gelten, für die politische Teilhabe, das Wirtschafts- und Geldsystem und letztlich die Funktionsweise von Gesellschaften insgesamt?

Eben diese Revolution des Denkens könnte mit Hilfe der Blockchain-Technologie gerade erst begonnen haben. Diese bietet eine dezentrale, nahezu fälschungssichere, transparente und (im Idealfall) autoritätsfreie virtuelle Infrastruktur mit zahlreichen Anwendungsgebieten, von alternativen Währungs- und Zahlungssystemen über smarte Verträge, Buchführung, Dokumentation und Prognostik bis hin zu e-Voting oder Charity. Übrigens unabhängig davon, zu welchem Preis virtuelle Münzen gerade gehandelt werden.

Eine Revolution auf leisen Sohlen

Der Aufbau neuer Strukturen erfolgt dabei auf eher leisen Sohlen. Schon der Urtext der Bitcoinbewegung, das Whitepaper des bisher anonym gebliebenen Bitcoin-Gründers Satoshi Nakamoto, rief nicht à la Marx dazu auf, dass sich alle Proletarier dieser Welt vereinigen sollen. Die Vereinigung der Kräfte ist bereits dezentral als stille Teilhabe an einer technisch überlegenen Neuerung integriert. Bitcoin ist eine unblutige Revolution, die sich subversiv ins gegenwärtige Finanzsystem eingeschleust hat und jedem Menschen auf der Welt relativ niedrigschwellig die Möglichkeit gibt, daran teilzunehmen…

Den vollständigen Standpunkte-Text (inkl ggf. Quellenhinweisen und Links) findet ihr hier: https://kenfm.de/bitcoin-das-magische-geld-aus-dem-internet-von-milosz-matuschek/



Die letzten 100 Artikel